IKZplus ENERGY 2_2020

strobel.verlag

IKZ-ENERGY berichtet über den Einsatz von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz in Gebäuden. Das Themenspektrum reicht von der Photovoltaik über die Solarthermie, Bioenergie, Geothermie, energieeffiziente Heiztechnik bis hin zur Systemintegration, Gebäudeautomation und weiteren EE-Themen

IKZplus 2 | März/April 2020

www.ikz.de

Solarmarkt-Prognose 2020 Seite 8

Post-EEG-Anlagen Seite 12

Elektroautos mieten Seite 28


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INHALT/INTRO

Sanieren mit Erneuerbaren Energien lohnt!

4 Firmen & Fakten

35 Impressum

32 Tipps & Trends

Sonnenenergie

8 Bei der PV steht ein Sturmlauf bevor

Die Zukunft bei Photovoltaik und Solarthermie:

Technik, Zahlen, Einschätzungen.

12 Bloß nicht abbauen – oder doch?

Post-EEG-Anlagen gehören noch lange nicht zum alten Eisen.

14 Neue Wärme aus der Ferne

Freiflächen-Solarthermieanlagen dienen Stadtwerken, ihre

Netze zu dekarbonisieren.

Bioenergie

18 „Die Angebotsanfragen

haben sich bei uns fast verdreifacht“

Interview mit Stefan Ortner, Geschäftsführer Ökofen, zur

Entwicklung der Pelletbranche.

Energieeffizienz

22 Keine Luftnummer

Luft/Luft-Wärmepumpen sind eine mögliche Technik

bei geringer Heizlast.

Für Sanierungswillige ist das

Jahr 2020 gut gestartet: Die

Förderkonditionen bei der

BAFA (Bundesamt für Wirtschaft

und Ausfuhrkontrolle)

im Bereich der Heizungssanierung

– Marktanreizprogramm –

wurden modifiziert. Wichtigste

Änderung: Die bisherige Festbetragsförderung

wurde auf eine

anteilige Förderung umgestellt.

Biomasse- oder Wärmepumpenanlagen

werden nun mit 35 % der Kosten gefördert. Für

Gas-Hybridanlagen und Solarkollektoranlagen gibt es immerhin

30 %. Außerdem wird der Ersatz alter Ölheizungen durch

Biomasse-, Wärmepumpen- oder Hybridanlage mit einer zusätzlichen

Prämie in Höhe von 10 Prozentpunkten gefördert.

Die Maximalförderung liegt demnach bei 45 %. Je höher die Investition,

desto höher der monetäre Zuschuss. Das verspricht

eine rege Nachfrage auch nach hochwertiger Technik und dürfte

Handwerk, Handel und Industrie gut gefüllte Auftragsbücher

bescheren. Das haben erste Umfragen bereits belegt.

Argumente pro Erneuerbare Energien gibt’s unabhängig davon

mehr als genug, wie beim Studium dieser Ausgabe deutlich

wird. Viel Spaß beim Lesen wünscht

Markus Sironi

Chefredakteur IKZ Medien

m.sironi@strobelmediagroup.de

24 Kosten kappen

PV-Eigenstromversorgung in Kombination mit Speichern

und/oder Peak Shaving.

26 Schwarzer Peter nicht beim Mieter

Nutzerunabhängige Lüftungssysteme

sind besser als die Fensterkippe.

Smart Energy

28 „Wir sehen uns als Energieversorger der Zukunft“

Interview mit Sascha Koppe, Führungspersonal bei Sonnen,

zum Thema Elektromobilität.

12

Bild: Shutterstock

Bild: Sonnen

Bild: Pixabay

8 28

2/2020 www.ikz.de 3


News-Ticker

Starker Zuwachs bei

solarer Fernwärme

Stuttgart. In Deutschland wurden 2019 thermische

Solarkollektorfelder mit einer Gesamtfläche

von rund 35 000 m 2 für Fernwärmenetze

neu installiert. Die Leistung der Solarwärme

in der deutschen Fernwärme wuchs um etwa

50 %.

Größte Glas-Glas-PV-Anlage

Dresden, Waalwijk/Niederlande. Solarwatt

liefert 6690 Module für die europaweit größte

Glas-Glas-Photovoltaik-Anlage auf dem Dach

des Familienunternehmens Naber Plastics,

insgesamt 1,9 MW p . Der Hersteller von Kunststoffprodukten

wird die nachhaltig produzierte

Energie vollständig in der eigenen Produktion

einsetzen.

Stand der Energiewende

Berlin. Die neue AEE-Publikation „Bundesländer

mit neuer Energie“ widmet sich auf

etwa 230 Seiten den neuesten Entwicklungen

der Energiewende auf Länderebene. Eine

breite Palette an Daten, Fakten und Infografiken

sowie Interviews mit den zuständigen

Landesministern, energiepolitische Analysen

und Best-Practice-Beispiele verdeutlichen die

Schwerpunkte der jeweiligen Landesregierungen

bei der Energiewende. Den Statusreport

gibt es kostenlos.

128 GW in 2035

Eschborn. Die vier Übertragungsnetzbetreiber

gehen in ihrer Entwicklungsprognose von

bis zu 128 GW installierter PV-Leistung in 2035

in Deutschland aus. Das wäre nach derzeitigem

Stand ein durchschnittlicher Zubau von

fast 5 GW PV-Leistung jährlich, davon entfallen

mindestens 2 GW auf die Gebäude-Photovoltaik.

Grünes Licht aus Brüssel

Brüssel, Berlin. Die Europäische Kommission

hat keine Einwände gegen eine höhere finanzielle

Förderung von Elektrofahrzeugen in

Deutschland. Die Bundesregierung hatte beschlossen,

die Förderung bei Fahrzeugen bis

40 000 Euro Nettolistenpreis um 50 % anzuheben.

Bei Fahrzeugen über 40 000 Euro Nettolistenpreis

steigt sie um 25 %.

Ultraschnell laden

Bochum. Der Mineralölkonzern Aral hat

in den vergangenen Monaten an den ersten

Tankstellen in seinem Netz in Deutschland

ultraschnelle E-Ladesäulen in Betrieb

genommen. Die Aufladung von E-Autos mit

entsprechend geeigneten Akkus ist bis 80 %

der Batteriekapazität innerhalb von 10-15 Min

möglich, bei einer Ladekapazität von bis zu

320 kW. Aktuell gibt es 10 Pilotstationen (Bochum,

Dettelbach, Merklingen, Wittenburg

und Schkeuditz).

FIRMEN & FAKTEN

Kurz notiert

Tagebaupotenzial für PV eher klein

Freiburg. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat im Auftrag von

BayWa r.e. eine Potenzialabschätzung für schwimmende Photovoltaik-(PV)-Kraftwerke

auf Braunkohle-Tagebauseen in Deutschland durchgeführt. Die sogenannten Floating-PV-Anlagen

auf künstlichen

Seen

könnten nach

Lehrmeinung

dazu beitragen,

Landnutzungskonflikte

für

den PV-Ausbau

zu entschärfen.

Das technische

Potenzial auf

Braunkohle-Tagebauseen

in schen Braunkohletagebau-Gewässern kommt zu dem Ergebnis, dass knapp

Eine Studie des Fraunhofer ISE zum Potenzial von Floating-PV auf deut-

5 % der Fläche wirtschaftlich erschließbar wäre.

Deutschland

wird in der Studie

auf 56 GW p geschätzt. Zum Vergleich: Die bisher in Deutschland installierte PV-Leistung

bewegt sich auf 52 GW p zu. Nach Abzug der geschätzten für Freizeitaktivitäten,

Tourismus, Natur- und Landschaftsschutz relevanten Flächen verbleibt laut ISE-Studie

allerdings ein wirtschaftliches Potenzial von 2,74 GW p . Das gesamte wirtschaftlich

erschließbare Potenzial für Floating PV-Kraftwerke schätzt das Projektteam auf

4,9 % der theoretischen Seefläche. Für das Gelingen der Energiewende wird laut ISE in

Deutschland – je nach Szenario – ein Photovoltaik-Ausbau von bis zu 500 GW benötigt.

www.ise.fraunhofer.de

Solarstrom für die Bahn

Die Deutsche Bahn ist dabei, ihren Strombezug zu

transformieren. Ein neuer Schritt ist, dass sie Solarstrom

direkt nutzen wird.

Berlin. Die Deutsche Bahn (DB)

wird künftig Ökostrom direkt

in das deutsche Bahnstromnetz

einspeisen. Gebaut werden

soll ein Solarkraftwerk

im schleswig-holsteinischen

Wasbek, das eine Leistung von

42 MW p vorhält und jährlich

38 GWh Strom erzeugen soll.

Der Strom wird über das DB-

Umrichterwerk Neumünster in

das 16,7-Hertz-Stromnetz der

Bahn eingespeist. Vorbehaltlich

der Freigaben durch Fach- und Landesbehörden im Rahmen der laufenden Bauleitplanung

sowie nach Zustimmung der Gemeinde soll der Baustart schnellstmöglich

erfolgen. Die DB gibt an, heute bereits 60 % ihres benötigten Stroms mit Ökostrom abzudecken.

Sie will bis 2038 zu 100 % grün sein. Die Direkteinspeisung ist auf diesem

Weg ein neuer Meilenstein.

www.bahn.de

Bild: DB

Bild: BayWa r.e.

IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


FIRMEN & FAKTEN

Kurz notiert

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Bild: Naturstrom

Der Düsseldorfer Ökostromversorger Naturstrom sichert sich über sogenannte Power

Purchase Agreements (PPA) Solarstrom aus Solarkraftwerken, um diesen Haushaltskunden

zu liefern.

Solarstrom subventionsfrei

Düsseldorf. Als einer der ersten in Deutschland liefert der Düsseldorfer Ökostromanbieter

Naturstrom seinen Haushaltskunden Ökostrom aus mehreren neu errichteten

Solarparks, die ohne gesetzliche Vergütung auskommen. Der Sonnenstrom

zu Marktpreisen stammt aus eigenen Anlagen und aus einer Kooperation

mit der deutschen Tochter des norwegischen Ener gieversorgers Statkraft. Die Düsseldorfer

haben für mehrere Photovoltaik-Freiflächenanlagen langfristige Stromlieferverträge,

sogenannte Power Purchase Agreements (PPA), abgeschlossen. Der

Solarstrom wird ins eigene Beschaffungsportfolio integriert und die Haushaltskunden

werden daraus beliefert.

+ +

www.naturstrom.de

Batterien schreddern statt schmelzen

Freiberg. Im Verbundprojekt „InnoRec“ forscht die TU Bergakademie Freiberg gemeinsam

mit vier anderen Partnern aus der Wissenschaft an einem energie- und

stoffeffizienten Wiederverwertungsansatz von Lithium-Ionen-Batterien. Bisher

werden die Akkus im Rahmen des Recyclings meist eingeschmolzen und später

chemisch voneinander getrennt. Das ist sehr aufwendig und teuer. Die Wissenschaftler

des Instituts für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik

(MVTAT) setzen auf klassische Aufbereitungstechniken wie das Zerkleinern,

Trocknen und Sortieren. Ziel

ist, vor allem Lithium besser und

in größeren Mengen zurückgewinnen

zu können.

2/2020 www.ikz.de

Bild: TU Bergakademie Freiberg

www.tu-freiberg.de

Die TU Bergakademie setzt beim

Recycling von Lithium-Ionen-Akkus auf

mechanische Verfahren. Bei herkömmlichen

Verfahren werden die Batterien

meist eingeschmolzen und dann die

Stoffe voneinander chemisch getrennt.

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FIRMEN & FAKTEN

Kurz notiert

Echter Grünstrom für die Wärmepumpe

Hamburg. Greenpeace Energy bietet ab sofort einen Wärmestrom-Tarif speziell

für elektrische Heizsys teme wie Wärmepumpen an. Allerdings ist der

an Bedingungen geknüpft. Der neue Tarif „Wärmestrom aktiv“ liegt bei

22,8 ct/kWh und damit 7 ct unter dem Tarif „Ökostrom aktiv“. Dies ist nach

Angaben von Greenpeace Energy dann möglich, wenn Netzbetreiber Wärmepumpen

je nach Netzsituation ein- und ausschalten dürfen. Dadurch sinken

die Netzentgelte. Greenpeace will diesen Vorteil dann vollständig weitergeben.

Um den Tarif nutzen zu können, muss die Wärmepumpe einen eigenen

Stromzähler aufweisen. Der Arbeitspreis ergibt sich je nach spezifischem

Zählertyp: Bei einem Eintarifzähler liegt er bei 22,8 ct/kWh. Bei einem Zweitarifzähler liegt er im Niedertarif bei 21,9 ct/kWh, im

Hochtarif bei 24,9 ct/kWh. Niedertarif: geringe Stromnachfrage, niedriger Strompreis; Hochtarif: hohe Stromnachfrage, höherer

Strompreis. Hinzu kommt der Grundpreis von 8,90 Euro/Monat. Es gibt eine Preisgarantie bis zum 31.12.2020.

www.greenpeace-energy.de

Wärmepumpen entfalten erst dann ihr ganzes Klimaschutzpotenzial,

wenn der Betriebsstrom aus erneuerbaren

Energien stammt. Greenpeace Energy hat nun

einen ersten speziellen Wärmestrom-Tarif im Angebot.

Bild: Greenpeace Energy

Eine größere Solarstromanlage auf dem Dach vermeidet pro Jahr

10 t CO 2 – so viel wie 800 Buchen in derselben Zeit binden.

Bild: Shutterstock

PV umgerechnet in Wald

Stuttgart, Berlin. Jede erzeugte kWh Photovoltaik-(PV)-Strom vermeidet

in Deutschland derzeit 627g CO 2 . Das belegen neue Zahlen des Umweltbundesamtes.

Eine größere PV-Anlage auf einem Einfamilienhaus mit

16 kW p installierter Leistung spart demzufolge rund 10 t CO 2 im Jahr ein.

Um anschaulich zu machen, um welche Mengen es sich dabei handelt,

hat der Branchenverband Solar Cluster Baden-Württemberg ermittelt,

wie viele Buchen erforderlich wären, um dieselbe Menge des Treibhausgases

zu binden. Im Fall der Einfamilienhausanlage sind rund 800 Buchen

nötig. Bei einem Solarpark in der Größenordnung von 10 MW eine

halbe Million – ein Wald so groß wie rund 6500 Fußballfelder.

www.solarcluster-bw.de

BAFA-Förderung umgestellt

Eschborn, Berlin. Die Marktanreiz-(MAP)-Förderung für Wärme aus

Erneuerbaren Energien wurde zum 1. Januar 2020 erneuert. Neu ist,

dass es keine pauschalen Investitionszuschüsse mehr gibt, sondern

eine Anteilsförderung. Die Förderung bezieht sowohl Anlagen im Altals

auch im Neubau ein. Im Altbau wird z. B. der Austausch von Öl-Heizungen

gegen eine Wärmepumpe mit bis zu 45 % der Investitionskosten

gefördert (Sole/Wasser- oder Wasser/Wasserwärmepumpen mit

Jahresarbeitszahl (JAZ) mindestens 3,8, Luft/Wasser-Wärmepumpen

mit JAZ mindestens 3,5). Der Austausch gegen sonstige Heizungen

wird bei gleichen JAZ-Bedingungen jeweils mit 35 % der Investitionskosten

gefördert. Im Neubau werden Sole/Wasser, Wasser/Wasser

und Luft/Wasser-Wärmepumpen dann mit einem Zuschuss von

35 % der Investitionskosten gefördert, wenn sie eine JAZ von mindestens

4,5 erreichen. Für die Installation von Holzfeuerungen ab 5 kW

gibt es zwei mögliche Fördersätze: Die Regelförderung in Höhe von

35 % oder die Austauschprämie für Ölheizungen in Höhe von 45 %.

www.bafa.de

Bild: BAFA

Die Bundesförderung für Wärme aus Erneuerbaren Energien wurde

zum Jahreswechsel von Förderpauschalen auf eine Anteilsförderung

umgestellt. Davon profitieren Wärmepumpen und Holzfeuerungen.

Das Programm wird verwaltet von der Bundesanstalt für Wirtschaft

und Ausfuhrkontrolle (BAFA), im Bild die BAFA-Zentrale in Eschborn.

6 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


FIRMEN & FAKTEN

Kurz notiert

Wärmepumpen: Markt in Lauerstellung

Berlin. Der Wärmepumpenmarkt ist auch im vergangenen Jahr gewachsen,

wenn auch verhaltener als im Jahr davor (2018). 2019 legte der Absatz an Heizungswärmepumpen

laut der gemeinsamen Statistik von BWP (Bundesverband

Wärmepumpe) und BDH (Heizungsindustrieverband) insgesamt um 2 % auf

86 000 Geräte zu (2018: 8 %, 84 000). Motor dieser Entwicklung sind insbesondere

die vergleichsweise günstigen Luft/Wasser-Wärmepumpen (LWWP). Laut

BWP geht der Trend der letzten Jahre eindeutig von erdgebundenen Systemen

hin zur LWWP. Auch die 2019er-Zahlen belegen dies. Obwohl Erdreich-Heizungswärmepumpen

(Sole, Grundwasser und Sonstige) gegenüber dem schon

nach unten zeigenden Jahr 2018 noch einmal insgesamt ein Minus von 15 % weniger

Absatz hinnehmen mussten, blieb unterm Strich eben das Gesamt-Plus

von 2 % – weil luftbasierte Systeme im Vergleich zu 2018 noch einmal um 9 %

zulegen konnten. Drei Viertel (77 %, 66 000 Anlagen) aller neu in 2019 installierten

Wärmepumpen waren luftbasierte Systeme, wobei das Verhältnis zwischen

Monoblock- und Split-Variante recht ausgeglichen ist (35 000 zu 31 000).

www.waermepumpe.de

Im vergangenen Jahr 2019 hat sich der Absatz-Zuwachs

im Vergleich zu 2018 verlangsamt. Es war aber auch

deutlich eine Abwartehaltung am Markt zu spüren, wie

es 2020 fördertechnisch weitergeht.

Bild: BWP/BDH

Bild: Pixabay

Selber nutzen

Dessau. Ab 2021 endet für die ersten Photovoltaik-(PV)-Anlagen die

Förderdauer nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das Umweltbundesamt

(UBA) hat nun in einer Kurzstudie die sich anbahnende

Situation beschrieben und Möglichkeiten des Weiterbetriebs beleuchtet.

Die ausgeförderten Anlagen werden am besten auf die Eigenstromnutzung

umgerüstet. Die Direktvermarktung ist in vielen Fällen nicht

kostendeckend, so die Studie.

www.solarcluster-bw.de

Online-Plattform für E-Mobilität und PV

Berlin. Auch im Bereich Elektromobilität gibt es jetzt ein herstellerübergreifendes

B2B bzw. B2C-Portal. Die Plattform nennt

sich PhotonDriver und ist zu finden unter www.photondriver.com.

Erfinder dahinter ist die SolarAllianz

Network SAN GmbH aus Berlin. In klassischer

B2B- bzw. B2C-Manier werden interessierten

Kunden nach Eingabe ihrer

Wünsche Unternehmen in ihrer Region

vorgeschlagen, die die angefragte Leistung

erbringen können. Das Portal

versteht sich dabei immer in

den Aussagen als erste Analyse, ersetzt also kein konkretes Angebot.

Der Nutzer kann zwischen unterschiedlichen Autoherstellern

und Modellen wählen und sich ausrechnen lassen,

ob sich ein E-Auto bei entsprechender Fahrleis tung

über die Jahre rechnet. Zusätzlich kann er sich

auch darüber informieren, wie er über eine

PV-Anlage entsprechender Größe und ggf.

Solarstromspeicher eine bestmögliche Eigenstromversorgung

hinbekommt.

www.photondriver.de

Das Online-Portal PhotonDriver

versteht sich als Vermittler zu

verschiedenen Thematiken wie

E-Mobilität und Eigenstromversorgung

und unterschiedlichen

Adressaten.

Bild: SAN

2/2020 www.ikz.de 7


SONNENENERGIE

Entwicklung PV und Thermie

Bild: Shutterstock

Bei der PV steht ein

Sturmlauf bevor

Die Zukunft bei Photovoltaik und Solarthermie: Technik, Zahlen, Einschätzungen

Für Installateure gibt es auch in den nächsten Jahren bei

der Photovoltaik alle Hände voll zu tun.

Global wachsen die Märkte für Photovoltaik sprunghaft – auch in Deutschland steht das Vorzeichen auf Plus. Eine Vielzahl Stellschrauben,

die nach oben justiert werden, ermöglichen das. Bei der Solarthermie wird man sehen. Es deutet sich an, dass ihr Wärmepumpen,

trotz neuen Förderschubs, den Rang ablaufen. Speichertechnologien werden dabei helfen, außerdem die Entwicklungen der

Klimapolitik.

Schon heute können gespeicherte fluktuierende

Erneuerbare 24/7 Energie erzeugen

und wie zuletzt, in Ausschreibungen

in Indien und den USA gesehen, schon

ab ca. 5 Ct/kWh liefern, inklusive Speicherung

von Strom. In der Tendenz weiter

fallend, denn immer mehr Geld und

Entwicklung fließt global in den Sektor.

In Deutschland haben wir im Jahr 2019

die ersten (Groß-)Projekt gesehen, die trotz

der noch immer zugunsten von fossil/nuklearer

Energie verzerrten Märkte konkurrenzfähig

sehr stark nachgefragten

grünen Strom liefern. Zuletzt wurde ein

solches 42-MW-Projekt zur Belieferung

der Deutschen Bahn in das Bahnstromnetz

angekündigt. Auch dies ist ein weiterer

wichtiger Schritt. Mit den derzeitigen

Erwartungen könnten gleichzeitig allein

die Gebäude 50-100 % des heutigen deutschen

Strombedarfs liefern, auf Basis von

Photovoltaik.

Mono ist das neue Normal

Global wuchsen Märkte und Produktionskapazitäten

all die Jahre und seit 2016 erleben

wir einen förmlichen Sprung in Effizienz

und Kosten. Für 2019 wird trotz

der Schwäche in China mit einem Marktvolumen

von deutlich über 100 GW p weltweit

gerechnet, bis 2023 gehen die Analysten

von PV Infolink davon aus, dass die

globalen Produktionskapazitäten bis auf

fast 250 GW p anwachsen. Bei gleichzei-

8 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


SONNENENERGIE

Entwicklung PV und Thermie

tig weiterer Erhöhung von Effizienz und

Kostensenkungen, verbunden mit einer

ganzen Fülle von technischen Innovationen,

die in die Massenproduktion eingehen.

Die lange Dominanz von polykristallinen

Modulen ist dabei schnell zu Ende

gegangen, Mono ist das neue Normal. Und

schon morgen dürfte auch Bifazial normal

sein: Bereits jetzt bieten einige Hersteller

diese Module mit transparenten Back -

sheets zu nahezu gleichen Preisen wie die

klassischen Bauformen an. Was die Preise

für Solarstrom weiter senkt und somit

immer neue Märkte quasi automatisch

öffnet. Gute Chancen also für ein Eintreffen

der 300 GW p /a im 2025, was wir dann

Ende 2025 ja alle sehen werden...

PV kommt zurück nach Europa

Bis Herbst 2018 war die EU von den größten

und leistungsfähigsten globalen Produktionen

abgekoppelt – die Zölle schlossen

sie zudem von größeren Mengen der

technischen Innovationen aus. Was dann

– seit 2019 – zu recht abrupten Veränderungen

führte. So sanken die Preise für

„Mainstream-Module“ (in großen Mengen

bezogen) von knapp 30 Ct/W p auf

23 Ct/W p – und so, wie es derzeit aussieht,

wird es wohl 2020 noch weiter heruntergehen,

wobei das Mainstreammodul nun

in Mono-PERC deutlich mehr Leistung pro

Modul bringt als das rasch alt gewordene

Poly-Modul. Durch den Wechsel von Poly

auf Mono-PERC-Module ist die Leis tung

pro m 2 schnell gewachsen, was immer mehr

Leistung auf die gleiche Fläche bringt.

Blick auf die Entwicklung

zu weiteren Kosten, Technologien

Es ist klar, dass Kabel, Gestelle und die

Arbeit ja nicht teurer oder mehr werden,

wenn man mit einem Modul mal eben

15-20 % mehr Leistung auf das Dach

bringt. Spezifisch (pro W p oder kW p ) sinken

diese Kosten also automatisch mit.

Die kommende komplette Umstellung auf

1500 V im Bereich der Freilandanlagen

wird die Kosten weiter senken. Neue Waferformate

und die nun auch endlich in

der EU beginnende Verwendung von größeren

Modulen (alt: 72-Zeller statt 60-Zeller,

nun eher 144- statt 120-Zeller oder

eben noch mehr Zellen) senken die Kosten

im Freiland schnell weiter. Die Technik

der beidseitig Strom erzeugenden Module

(Bifazial) wird mehr und mehr zu einer

Standardoption. Größere Wafer, „Zellschindeln“

und die breitere Verwendung

der „Heterojunction“-Technik (also mehrere

Schichten unterschiedlicher Halbleiter

als Zellen) werden die Effizienz weiter

steigern. Zudem kommt auch die weitere

Reduzierung der Zelldicken wieder in den

Fokus – hier gibt es noch ein sehr großes

Potenzial zu weiteren Kostenreduktionen.

Bild: Shutterstock

Bild: Dirk Mahler, Fraunhofer ISE

Die Leistung der Zellen bzw. der Module steigt

weiter durch ständige Weiterentwicklungen.

Gleichzeitig sinken die Produktionskosten.

Für die kommenden 10 Jahre werden

wir nach der breiteren Einführung von

Heterojunction neue Materialkombinationen

sehen, welche die Effizienz immer

weiter erhöhen – hier versprechen die

vor einigen Jahren sehr „gehypten“ Perowskite

einiges. Sie sind aber nicht die

einzigen Eisen im Feuer, die den Märkten

immer neue Möglichkeiten eröffnen, denn

auch die weitere Integration von Elektronik

in Module kann zu besserem Monitoring

oder auch höheren Erträgen führen,

z. B. bei Teilverschattungen. Oder Module

standardmäßig zu Wechselstromerzeugern

machen.

Strombasierte Heizsysteme wie Wärmepumpen werden regelmäßig ohne

Solarthermie installiert.

Neue Flächen erschließen sich

Durch die Kostensenkungen der Halbleiter

und erhebliche Fortschritte auch

bei Einkapselungen aus Kunststoff werden

in den kommenden Jahren auch mehr

Produkte verfügbar, die auch auf statisch

schwachen Dächern oder als Bauelemente

eingesetzt werden können. Neue Produkte

für Fahrzeuge dürften auch Anregung,

Partner und Basis für mehr Gebäudeintegrierte

Photovoltaik (GIPV) bieten.

Dieser Bereich war und ist ein steter Hoffnungsträger,

blieb aber wegen der höheren

Kosten stets hinter den Erwartungen zurück.

Mit der Einführung von stetig wachsenden

CO 2 -Preisen und sicher kommen-

2/2020 www.ikz.de 9


SONNENENERGIE

Entwicklung PV und Thermie

den Verschärfungen von Regeln für Gebäude

dürfte sich das in der EU absehbar

schnell ändern.

Blick auf den Stand bei Speichern

Generell macht die Speicherung von elektrischer

Energie schnelle Fortschritte.

Dabei gibt es eine Fülle von vielversprechenden

Ansätzen neben den meist im Fokus

der Diskussionen stehen Lithium-Ionen-Akkus,

die oft auch auf wenige Kombinationen

in der Technikgruppe reduziert

werden. Für den Markt ist auch auf der

Speicherstrecke die Botschaft aber klar:

Mehr Auswahl bedeutet bessere Leistungen

und immer billiger als Komponente.

Einbau und Integration stoßen aber natürlich

an Grenzen, denn auch im Zeitalter

von Apps und nochmal Apps müssen die

Anlagen installiert und gewartet werden.

Die Leistungselektronik wird parallel

auch effizienter und billiger, auch hier

sind die Fortschritte ungebremst. Einerseits

werden Wechselrichter weiter günstiger,

andererseits erhalten sie weitere

Funktionen bzw. auch Anwendungsgebiete.

Dies gilt sowohl für den Heimsektor

als auch für die größeren Anlagen. Gerade

in Gebäudesystemen wachsen die Angebote,

um die verschiedenen Erzeuger

und Speicher zu kombinieren und zu optimieren.

Auch die Fähigkeiten des Monitorings

werden stetig erweitert und auf weitere

Komponenten übertragen, denn neben

den altbekannten Elementen finden

in immer mehr Haushalten Stromspeicher

und auch Ladevorrichtungen für Elektrofahrzeuge

Einzug.

CO 2 -Preis für die Wärme –

alles in Richtung Strom?

Mit den Beschlüssen aus dem Klimapaket

erhält der Wärmesektor nun einen

bis 2025 auf 50 Euro/t ansteigenden CO 2 -

Preis. Es steht zu erwarten, dass im Stromsektor

der dort bereits existierende Handel

auf ähnliche Größen gebracht wird,

wenn die EU-Kommission den „Green

Deal“ Ernst meint.

Gleichzeitig dürfte die derzeit wesentlich

höhere Belastung des Stroms mit Steuern

und Abgaben sinken und somit der

Wettbewerb zu Öl- und Gas in den Gebäuden

schärfer werden. Schon heute werden

Die „reinen“ Wärmesysteme brauchen dringend einen Sprung nach vorne in Sachen Anlagenüberwachung

und Monitoring und sollten sich den Solarstrombereich als Vorbild nehmen.

bei Installation einer Wärmepumpe daher

keine Solarthermie-Kollektoren mehr

eingesetzt, sondern ein reines strombasiertes

System verwendet, um die Systeme

zu vereinfachen.

Solarthermie so in der Sackgasse

Der Trend dürfte sich mit immer besser

abgestimmten Systemen weiter fortsetzen

und auch durch die stärker werdende

Verbreitung von Elektrofahrzeugen weiter

angeheizt werden. Wärmepumpen entwickeln

sich parallel stetig weiter, sie sind

Anno 2020 leistungsfähiger und leiser als

noch vor wenigen Jahren. Es gibt hier noch

viel Potenzial, und mit weiter steigenden

Stückzahlen dürften neben neuen Anbietern

auch aus den Stückzahlen resultierende

Preissenkungen den Wettbewerb

mit Öl und Gas massiv anheizen.

Die zuletzt erneut aufgelegten Subventionen

für neue Gasbrennwertkessel dürften

politisch in ihre letzte Runde gegangen

sein. Denn auch wenn diese vor 30 Jahren

eingeführte Technik noch immer als innovativ

und effizient verkauft wird ist klar,

dass es eben nicht reicht, Gas ein bisschen

effizienter zu verbrennen und als Feigenblatt

etwas Solarthermie draufzulegen.

Auf der Wärmeseite müssen also Solarthermieanlagen

in Gassystemen mindestens

wesentlich größer errichtet oder

auch mit geeigneten, wirklich nachhaltigen

Biobrennstoffen kombiniert werden,

z. B. Holz und Pellets.

Ein Fazit: Anlagentechnik und

Digitalisierung vorantreiben

Jede Wärmeerzeugung muss nachvollziehbar

zeigen, ob sie ihre Versprechen

erfüllt und sich melden, wenn was kaputt

ist. Die „reinen“ Wärmesysteme

brauchen dringend einen Sprung nach

vorne in Sachen Anlagenüberwachung

und Monitoring. Der Markt bietet zwar

viele, aber verglichen mit Solarstrom/

Speicher teure Lösungen. Es müssen die

Systeme zumindest soweit offen sein wie

im Solarstrombereich, dafür notwendige

Daten an Drittanbieter übermitteln zu

können, um einen Wettbewerb zu schaffen

und Ängste zu nehmen. Anstelle einer

Förderung für alte Brennwertkessel

sollte eine breite Förderung und Verpflichtung

für die Digitalisierung der

Wärmeerzeugung treten. Daran sollten

alle ein Interesse haben. Sonst werden

diese Geräte von der viel höheren Digitalisierung

und den ohnehin einfacheren

Systemen auf reiner Strombasis binnen

weniger Jahre aus dem Markt gedrückt.

Autor: Karl-Heinz Remmers, Vorstand der

Solarpraxis AG. Remmers, Solarunternehmer

seit 1992, arbeitet nun als Mitglied aktiv im

Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE)

daran, die gewonnene wirtschaftliche Kraft der

Solarenergie in Politik und Öffentlichkeit klar

und deutlich darzustellen.

Bild: Shutterstock

10 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


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Bloß nicht abbauen – oder doch?

Post-EEG-Anlagen gehören noch lange nicht zum alten Eisen

Bild: Pixabay

Es gibt Bewegung auf dem in Aussicht stehenden Markt der Post-EEG-Anlagen.

Nicht nur der neue Wärmestrom-Tarif von Greenpeace Energy ist eins der ersten Beispiele dafür.

Ab 2021 werden die ersten Erneuerbare-

Energien-Anlagen (Phovotoltaik, Windkraft,

Bioenergie) aus der Förderung nach

dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

herausfallen. Die „Post-EEG-Anlagen“ werden

in Fachkreisen natürlich schon seit geraumer

Zeit diskutiert, welche Möglichkeiten/Chancen

sich für sie bieten, aber

auch welche rechtlichen Probleme. Einig

ist man sich darin, dass die gesetzliche

Regelungslage für solche Anlagen insgesamt

unbefriedigend ist und dass der Gesetzgeber

dringend aufgefordert ist, hier

klare Regeln zu schaffen.

Nachjustieren oder abmontieren – die

Bestands-Photovoltaik steht spätestens mit

Beginn des kommenden Jahres vor einer

Neuausrichtung.

Bild: Shutterstock

Zum Beispiel werden nach derzeitigem

gesetzlichen Stand Anlagenbesitzer, deren

Anlagen ab kommendem Jahr aus dem EEG

fallen werden, ihren Strom nur noch dann

ins Netz einspeisen dürfen, wenn sie diesen

jemandem liefern, also einem „Kunden“.

Das dürfte aber für einen gewöhnlichen

Hausbesitzer, mit seiner 7-kW p -Anlage,

ein schwer stemmbares Unterfangen

sein. Hat er aber keinen „Kunden“, speist

er seinen Strom „wild“ ins Netz ein und

sein Kraftwerk wird vom Netzbetreiber

abgeschaltet. Doch wieso sollte er auch

einspeisen, wenn er für seinen Strom keinen

Preis erhält?

Die vermehrte Eigenstromnutzung ist

eine Alternativ-Möglichkeit für Photovoltaik-(PV)-Anlagen,

die aus der EEG-Förderung

herausfallen. Haken an der Sache: Für diese

fällt neben der Förderung auch die Privilegierung

hinsichtlich der EEG-Umlage

weg. Auch hier ist die Politik dringend gefordert,

nachzubessern bzw. diesen nunmehr

bald anstehenden Konflikt zu lösen.

Es sind also nicht nur Pessimisten und

solche, die beruflich pessimistisch sein

müssen, um bei der Politik Druck aufzubauen,

die davor warnen, dass viele Eigentümer

ihre Generatoren abbauen könnten,

sobald sie keine Vergütung mehr erhalten.

Die Möglichkeit einer solchen Entwicklung

besteht durchaus.

Werden Solarteure also in den kommenden

Jahren Auftrags-Anfragen im Bereich

des fachgerechten Abbaus und der

Entsorgung von PV-Altanlagen einfahren?

Abgesehen davon, dass der Boom bei den

Neuinstallationen anhalten wird und es

einen generellen Fachkräftemangel gibt

– könnte es durchaus sein, dass sich Unternehmen

auf das Abwracken von Post-

EEG-PV-Anlagen spezialisieren werden.

Und möglicherweise haben diese dann

alle Hände voll zu tun.

In die Verlängerung?

Sollte das EEG also in die Verlängerung gehen?

Es gibt politische Forderungen, angesichts

des Klimawandels den alten EEG-

Pfad über die 20-jährige Förderung hinaus

staatlich zu verlängern. So schob Anfang

des Jahres das Deutsche Energieberater-

Netzwerk (DEN) aus Offenbach eine Petition

an den Bundestag an, dass eine Einspeisevergütung

nach EEG für PV-Anlagen

auch nach 20 Jahren Ablauf weiter

gezahlt werden solle.

Kernforderung ist, die Einspeisevergütung

für einen gewissen Teil der Altanlagen

um zunächst 10 Jahre zu verlängern.

In dieser Zeit soll mit 3 ct über dem

Marktpreis für Solarstrom an der Leipziger

Börse vergütet werden, was derzeit

ca. 6 ct/kWh entspricht. Die Petition

wurde unter dem Titel „Erneuerbare-

Ener gien-Gesetz (EEG) – Verlängerung der

Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen“

veröffentlicht.

12 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


SONNENENERGIE

Post-EEG-Anlagen

Im Grunde genommen kann es aber

keine Lösung sein, PV-Anlagen über staatlich

finanzierte Betriebseinnahmen vor

dem Abbau zu bewahren, zumal sie während

der letzten 20 Jahre über die reguläre

Vergütung dem Betreiber so ordentliche

Renditen eingebracht haben, dass

zwischenzeitlich im Fernsehen PV-Anlagen

als die beste Altersvorsorge-Anlagemöglichkeit

empfohlen wurden. Ein

solcher Vorstoß wäre in der Öffentlichkeit

auch nur schwer zu kommunizieren,

selbst wenn sie für Argumente, die pro Klimaschutz

sprechen, derzeit sehr offen ist.

Schwer zu kommunizieren auch, weil

über sogenannte Power Purchase Agreements

(PPA) vermehrt auch in Deutschland

Solarstrom außerhalb der staatlichen

Förderung produziert und am Markt verkauft

wird. PPA bedeutet den privatwirtschaftlichen

Abschluss eines langfristigen

Stromliefervertrags zu festen Konditionen,

z. B. mit einem Solarpark. Der Düsseldorfer

Ökostromanbieter Naturstrom

ist jüngst als einer der ersten in Deutschland

mit PPA aus Solarstrom auf den Plan

getreten und integriert diesen in sein Beschaffungsportfolio,

um aus diesem dann

wiederum Haushaltskunden mit Solarstrom

zu bedienen.

Bild: LEW

Der Düsseldorfer

Ökostrom- Anbieter

Naturstrom

liefert eins der

ersten Beispiele für

Solarstrom-PPA in

Deutschland.

Keine Weltuntergangsstimmung

Zwei weitere Beispiele, die zeigen, dass

der Post-EEG-Anlagen-Markt in Bewegung

kommt: Der Ökostrom-Zertifizierer

Grüner Strom Label e. V. und seine Trägerverbände

wollen den Weiterbetrieb bestimmter

Anlagen nach Ende ihrer Förderung

unterstützen. Dazu hat der Verein

ein Positionspapier veröffentlicht,

das die Kernpunkte der geplanten Förderung

beschreibt. Die Förderung einer Post-

EEG-Anlage kann auf verschiedene Art

und Weise erfolgen, zum Beispiel durch

die Förderung des Strombezugs aus Post-

EEG-Anlagen, den Kauf von Post-EEG-Anlagen

oder sonstige Maßnahmen, die für

den Weiterbetrieb notwendig oder förderlich

sind.

Jüngst hat Greenpeace Energy einen

Wärmestrom-Tarif speziell für elektrische

Heizsysteme wie Wärmepumpen auf den

Markt gebracht. Das Unternehmen kauft

seinen Strom direkt bei Ökokraftwerken.

Nach Unternehmensangaben stammt die

Hälfte aus Windkraftanlagen, die keine

Förderung mehr erhalten. Durch einen

fairen Abnahmepreis könnten sie weiter

Grünstrom produzieren. Das Modell ist sicher

ausbaufähig und es wird auf die eine

oder andere Weise Nachahmer finden.

EEG-Nachnutzungen

sind großmaßstäblich

schon im

Gespräch – bleibt

dem Besitzer einer

kleinen Anlage am

Ende doch nichts

anderes, als sie

abzuwracken?

Blick nach vorne

Doch werden diese Entwicklungen, die

zudem auch erst am Anfang stehen, für

den gewöhnlichen Hausbesitzer mit seiner

7-kW p -Anlage von Interesse sein?

Also doch abbauen – oder bloß nicht?

Bzgl. Themen wie die mögliche EEG-Umlagebefreiung

ist noch längst nicht das

letzte Wort gesprochen. Und auch wenn

derzeit in der Politik wenig in Bewegung

zu diesem Thema ist, wird der Ruf nach

einer Anschlussregelung immer lauter.

Die Post-EEG-Entwicklung ist zudem

sehr dynamisch und es kann überhaupt

nicht ausgeschlossen sein, dass das Thema

PPA auch für kleine PV-Anlagen interessant

werden könnte, wenn z. B. heimische

Energieversorger den Ökostrom

aufkaufen.

Angesichts steigender Strompreise ist

es außerdem mehr als eine Überlegung

wert, Stromspeicher nachzurüsten, um

den vormals eingespeisten Strom nun

bestmöglich selbst zu nutzen. Selbst

marktführende Unternehmen im Solarstrom-Speichersektor

raten dazu, die PV-

Anlage nicht gegen eine neue auszutauschen,

solange sie noch funktioniert.

Auch über die Blockchain-Technologie

und über Zusammenschlüsse zu virtuellen

Kraftwerken werden die Post-EEG-

PV-Anlagen noch lange nicht zum alten

Eisen zählen, bloß weil sie aus der EEG-

Förderung fallen. Keinesfalls sollte man

den anderen glauben.

Autor: Dittmar Koop, Journalist für Erneuerbare

Energien und Energieeffizienz

Bild: Naturstrom

2/2020 www.ikz.de 13


SONNENENERGIE

Solare Fernwärme

Blick auf das Kollektorfeld

und die Wärmeübergabestation

von Deutschlands

größtem Solarheizwerk

mit Röhrenkollektoren.

Die Anlage befindet sich in

Senftenberg (Brandenburg).

Neue Wärme aus der Ferne

Freiflächen-Solarthermieanlagen dienen Stadtwerken, ihre Netze zu dekarbonisieren

Bild: Stadtwerke Senftenberg; Ritter Energie- und Umwelttechnik

Immer mehr Stadtwerke in Deutschland bekunden ihr Interesse am Bau von großen Freiflächen-Solarthermieanlagen, die an Fernwärmenetze

angeschlossen werden. Es gibt mehrere Gründe dafür. Der nachfolgende Beitrag beleuchtet das Thema an der bislang

noch größten thermischen Solaranlage Deutschlands in Senftenberg (Brandenburg), auch angesichts des Klimawandels und seinen

Auswirkungen auf die Erträge.

Diese Solarthermieanlage ging im August

2016 auf einer ehemaligen Deponie nach

ca. 5-monatiger Bauzeit in Betrieb und unterstützt

seitdem mit 8300 m² Vakuumröhrenkollektoren

ein städtisches Fernwärmenetz.

Im Rekordjahr 2018 lieferte

sie 1/4 mehr Fernwärme als durchschnittlich

erwartet wird und 1/3 mehr als dem

Energieversorger von den Erbauern der

Anlage garantiert wurde. Dieser Mehrgewinn

übersteigt weit die Abweichung

der Jahreseinstrahlung vom Mittel. Ist das

noch plausibel?

Zahlen aus den Wechseljahren

Am 15. August 2016 wurde die Solaranlage

in Betrieb genommen. Vom 16. bis 18.

August wurden unter Aufsicht eines Sicherheitsbeauftragten

thermische Stagnationen

bei wechselhaftem Wetter und bei

voller Einstrahlung von ca. 1000 W/ m²

getestet. In den ersten 3 Betriebsjahren

speiste die Anlage dann 13,2 GWh in das

Fernwärmenetz. Die Einspeisung der Solarwärme

erfolgt wie im Heizwerk in den

Vorlauf mit jahreszeitlich gleitenden Kollektortemperaturen

zwischen 90 und

105 °C. Nur bei sehr schwacher Einstrahlung,

vor allem morgens beim Anfahren

und abends zur „Resternte“, schaltet die

Jahresnutzungsgrad der Solaranlage: 4,0/9,5 = 41,8 % Jahresnutzungsgrad der Solaranlage: 4,7/10,9 = 43,2 %

Bild: Stadtwerke Senftenberg; Ritter Energie- und Umwelttechnik

Deutlich zu sehen sind die Unterschiede zwischen den Ist-Soll-Werten der ersten beiden Messjahre in Senftenberg. Das Kollektorfeld erwirtschaftete

im Supersommer 2018 Wärme deutlich über dem Erwartungshorizont. Die jahreszeitlichen Schwankungen bleiben zwar, doch in der Tendenz

schieben sich die Ist-Werte nach oben.

14 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


SONNENENERGIE

Solare Fernwärme

Solaranlage auf Rücklauftemperaturanhebung

um, was übers Jahr weniger als

5 % ausmacht.

2017 brachte 0,6 % weniger Einstrahlung

als im Durchschnitt erwartet, wobei

die monatlichen Ist-Soll-Differenzen von

-17 % (April) bis +18 % (August) reichten.

Dank konservativer Planung wurde der

Wärmegewinn ins Netz mit knapp 4 GWh

um ca. 4 % überschritten. Von der gesamten

Einstrahlung auf die Bruttofläche des

Kollektorfelds kamen 41,8 % dem Wärmenetz

zugute. Dagegen war 2018 mit 14,4 %

Einstrahlung über dem Durchschnitt

spektakulär, ebenso mit monatlichen Ist-

Soll-Differenzen von +89,3 % (Februar) bis

-38,7 % (Dezember). 7 Monate waren weit

über Soll, nur der März, Juni und September

waren halbwegs normal. Der Wärmegewinn

ins Netz wurde mit 4,72 GWh um

ca. 24 % überschritten. Von der gesamten

Einstrahlung auf die Bruttofläche des

Kollektorfelds kamen 43,2 % dem Wärmenetz

zugute – ein noch höherer Jahresnutzungsgrad

als 2017, weil der Mehrertrag

überwiegend an Sommertagen mit höheren

Tagesnutzungsgraden erwirtschaftet

wurde.

Gute Performance

Der Ertrag stellt sich proportional zur

Einstrahlung ein, der Tagesnutzungsgrad

nimmt hingegen bei kurzen Tagen

und schlechtem Wetter überproportional

ab. Der Break-even-Point, ab dem die Anlage

überhaupt etwas bringt, liegt dank

der hohen Kollektoreffizienz bei nur etwa

1 kWh/m² Tageseinstrahlung. Um täglich

mindestens 10 MWh ins Netz einspeisen

zu können, was im Mittel von der Anlage

erwartet wird, sind Tageseinstrahlungen

von mindestens 3 kWh/m² notwendig.

Die mit stets über 42 % hohen Jahresnutzungsgrade

sind ebenfalls Ausdruck

einer hohen Kollektorflächeneffizienz,

welche aktuelle Photovoltaik um Faktor

3 und Flachkollektoren bei den Senftenberger

Netztemperaturen um Faktor 1,5

bis 2 übertrifft. Sie zeigen nebenbei, dass

Das Feld in Senftenberg besteht aus

Röhrenkollektoren. Diese sind zwar teurer als

Flachkollektoren, aber auch effizienter.

Die Messungen zeigen, dass auch im dritten Betriebsjahr (2019) über die ursprüngliche Prognose

hinaus erwirtschaftet wurde.

Die ersten drei Betriebsjahre 19.08.2016 - 18.08.2019

Solarvorlauftemperaturen

Solarrücklauftemperaturen

Mittlere Kollektortemperatur

Erwartete Einstrahlung

Gemessene Einstrahlung

Erwartete FW-Netzeinspeisung

gemessene Netzeinspeisung

Garantierte FW-Netzeinspeisung

Mehrgewinn für die SW Senftenberg

CO 2 -Vermeidung in 25 Jahren

vor allem die Tage mit einer Einstrahlung

über 2,5 kWh/m² für den Solarertrag maßgebend

sind.

Der Wärmebedarf für den Frostschutz

wird, wie auch die Anfahrverluste, immer

mit gemessen und spielt offensichtlich so

gut wie keine Rolle. Der Frostschutzbedarf

von ca. 1,3 % des Netzwärmeertrags

entsteht jährlich von Oktober bis April.

Davon wurden bisher erst 5,9 MWh, also

nur 0,06 % des Netzwärmegewinns, wieder

aus dem Fernwärme-Netz geholt. Zu

über 99,94 % genügte dazu in Senftenberg

die ungenutzte Restwärme, die bei Vakuumkollektoren

auch bei wenig Strahlung

noch übrig bleibt.

90 °C im Sommer, bis 105 °C im Winter

75 °C im Sommer, bis 66 °C im Winter

80 °C

28,6 GWh

30,3 (+ 5,1 % )

11,4 GWh

13,2 GWh

10,3 GWh

15 % über der Erwartung

28 % über der Garantie

32 500 (300 t/MWh)

Wärmepreis mit MAP-Förderung (25 Jahre) ≈ 25 €/MWh (Stand 2019)

Blick auf das Anfahren

Die Anfahrverluste bestehen aus der erforderlichen

Wärme zum Aufwärmen

der Anlage, v. a. am Morgen, sowie aus

den Verlusten nach dem Abschalten, v. a.

nachts. Sie verteilten sich übers Jahr fast

gleichmäßig. Dabei gleicht es sich aus,

dass sie an Wintertagen natürlich viel

höher sind, die Anlage dafür dann aber

seltener startet. Insgesamt sind die Anfahrverluste

umso geringer, je geringer

die Speicherkapazität des Kollektorfeldes

ist, weshalb dabei flinke Vakuumkollektoren

mit Wasser als Wärmeträger

besonders gut abschneiden, weil Wasser

mit den geringsten Rohrquerschnitten

Bild: Stadtwerke Senftenberg; Ritter Energie- und Umwelttechnik

Tabelle: Stadtwerke Senftenberg; Ritter Energie- und Umwelttechnik

2/2020 www.ikz.de 15


SONNENENERGIE

Solare Fernwärme

Solare Fernwärmenetze

Bild: Ritter Energie- und Umwelttechnik

Nicht nur in Dänemark: Auch in Deutschland gibt es bereits etliche

Anlagen, die solare Fernwärme ins Netz einspeisen. Die Dimensionen

sind im Vergleich zum Nachbarland allerdings noch klein.

Vor dem Hintergrund, dass die Politik auch den Wärmesektor

mit einem CO 2 -Preis belegt, rücken Energiequellen in den Fokus,

die helfen, den Wärmesektor zu dekarbonisieren, z. B. auch

die Wärme aus Fernwärme. Mittlerweile gibt es auch viel technische

Erfahrung und Erfahrung im Betrieb solcher Heizwerke,

die z. B. im Vorreiterland Dänemark gesammelt wurden. Aber

auch hier in Deutschland, wo das Thema solare Fernwärme

vergleichsweise noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es etliche

Anlagen und bereits Erfahrungswerte, von denen neue

Projekte jetzt profitieren können, so z. B. aus dem Projekt Senftenberg

(Brandenburg). Den Platz der größten Anlage Deutschlands

wird bald die in Ludwigsburg/Kornwestheim einnehmen

(14 800 m 2 ), die seit 2019 gebaut wird. Die offizielle Inbetriebnahme

ist für Mai 2020 geplant. Allerdings werden hier Flachkollektoren

verbaut, wohingegen das Feld in Senftenberg aus

Röhrenkollektoren besteht, sodass Senftenberg weiter den Rekord

als größtes Solarkollektorfeld dieser Art inne haben dürfte.

Da Sonne und Wind nun einmal fluktuierende Energiequellen

sind, stellt sich natürlich immer wieder die Frage, wie zuverlässig

bzw. kontinuierlich eine solche Anlage Fernwärme

liefern kann und wie effizient sie ist.

und damit insgesamt mit dem geringsten

Kollektorfeld-Wärmeträgerinhalt

auskommt. Die Theorie und eine weltweite

ca. 40-jährige Solarthermiepraxis

zeigten bisher, dass nur Hochleistungskollektoren

Dank ihrer Vakuumdämmung

auch bei Wintern wie in Mitteleuropa

einen ganzjährigen Betrieb mit

Wasser sinnvoll ermöglichen.

Erste Erkenntnisse Klimawandel

Für 90 % der erwarteten ins Netz zu

speisenden Solarwärme bekamen die

Stadtwerke Senftenberg eine pönalisierte

Garantie als Grundlage einer seriösen

garantierten Wirtschaftlichkeit,

denn die Solaranlage entstand als unternehmerische

Pionierleistung ohne Forschungsmittel

unter Inanspruchnahme

des KfW-Programms Erneuerbare Ener -

gien (271). Da die gemessenen Erträge

die erwarteten bisher um 15 % übertrafen,

wurden die garantierten Werte

bisher um 28 % übertroffen. Ein Überschuss

an Einstrahlung schlägt sich offenbar

in einem prozentual viel höheren

Überschuss an Gewinn nieder, weil sich

die anlagenspezifischen Wärmeverluste,

insbesondere die täglichen Anfahrverluste,

bei mehr oder weniger Einstrahlung

kaum ändern, denn vor allem verlängern

sich bei mehr Sonnenschein die

Betriebsstunden mit überdurchschnittlichem

Nutzungsgrad. Dann wird „überschüssiger“

Kollektorertrag weitgehend,

d. h. bis auf Wärmeverluste, die nicht

den Anfahrverlusten zuzuordnen sind,

in Systemertrag überführt. Von dieser

Verstärkung profitieren thermische Kollektoren

absolut (d. h. in Mehrsystemertrag

pro Mehreinstrahlung) umso mehr,

je größer ihr Kollektorertrag überhaupt

ist. Etwas salopp ausgedrückt werden dabei

Klimaschwankungen bzw. „der Klimawandel“

vorteilhaft verstärkt. Andererseits

fällt in einem unterdurchschnittlichen

Jahr der Systemertrag ebenfalls

prozentual noch schwächer aus als die

Einstrahlung. Da sich in Mittel- und Nordeuropa

(mit wechselhaftem Wetter und

im Weltmaßstab eher wenigen Sonnenstunden)

Minderungen der Jahreseinstrahlung

rasch negativ auf die Anfahrverluste

auswirken, ist die Verstärkung in

diese Richtung jedoch schwächer. Allgemeiner

ausgedrückt nimmt der „Klimawandel-Verstärkungseffekt“

mit zunehmend

strahlungsreicherem Wetter und

mit der Effizienz von Kollektoren zu.

Wettbewerbsreife Technik

Die Ergebnisse von Senftenberg zeigen,

dass die Technik für den Markt solarthermischer

Unterstützungen deutscher Fernwärmeversorgungen

mit hohen Vor- und

Rücklauftemperaturen zu wettbewerbsfähigen

Wärmepreisen reif ist. Wo sich

der Klimawandel in mehr Sonnenscheindauer

niederschlägt, werden davon Solarthermieanlagen

überproportional

profitieren. Von allen erneuerbaren Optionen

ist die Hochleistungs-Solarthermie

eine der naheliegendsten, ausgereiftesten

und umweltschonendsten. Dürfte

sie als gleichberechtigter Wärmeerzeuger

am CO 2 -Zertifikatehandel teilnehmen,

wäre sie sehr bald unabhängig von Subventionen.

Das Vorbild Senftenberg sowie ähnliche,

aber kleinere Solaranlagen für

Bioenergie-Solardörfer motivierte bereits

einige Nachahmer. Seit der öffentlichen

Bekanntmachung des Baus dieser

Anlage entstanden einige weitere Projekte

mit dieser Technologie u. a. in den

Städten Jena, Berlin, Dresden, Ulm, Erfurt

und Potsdam sowie im ländlichen

Raum im fränkischen Hallerndorf, in

den Gemeinden Neuerkirch und Külz

sowie in Ellern im Hunsrück, in Randegg

nahe dem Bodensee, im schleswigholsteinschem

Breklum, in Gimbweiler

und Kempen.

Autor: Rolf Meißner, Leiter F&E solare Großanlagen,

Ritter Energie- und Umwelttechnik

16 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


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BIOENERGIE

Pelletmarktentwicklung

„Die Angebotsanfragen

haben sich bei uns fast verdreifacht“

Interview mit Stefan Ortner, Geschäftsführer Ökofen, zur Entwicklung der Pelletbranche

Wie sind die Aussichten der Pelletbranche im Kontext dynamischer Energiepolitik? Stefan Ortner,

Geschäftsführer von Ökofen, stellt sich im Interview den Themenfeldern von Elektrifizierung

des Wärmemarkts, CO 2 -Steuer, Konkurrenz zur Wärmepumpe, der aktuellen Lage der

Pelletbranche im Wärmemarkt, wie diese mehr präsent sein wird und was die technischen

Trends sind.

Bild: Ökofen

IKZ-ENERGY: Herr Ortner, viele reden von

der Wärmewende. Anders als die Wärmepumpe

treten aber die Solarthermie und

auch Holzpelletfeuerungen beim Absatz

seit Jahren auf der Stelle. Wie schätzen Sie

die aktuelle Lage der Pelletbranche auf

dem Wärmemarkt in Deutschland ein?

Stefan Ortner: Wir sehen für die Pelletbranche

in Deutschland ein großes Potenzial.

Die neue staatliche Förderung

lenkt den Markt nun in die richtige Richtung.

Im Interesse einer klimafreundlichen

Energieversorgung sind die CO 2 -Besteuerung

und die Bundesförderung, im Zusammenhang

mit weiteren umweltschonenden

Maßnahmen, die längst überfällige

Antwort auf den Klimanotstand. Die

Richtung steht mit Biomasse schon fest.

Im Vergleich zu Scheitholz und Hackschnitzeln

ist die Pelletheizung deutlich

komfortabler, allein was die Lagerung des

Brennstoffs, den Betrieb und den Betreuungsaufwand

anbelangt. Eine Pelletheizung

sorgt vollautomatisch für die Raumwärme.

Dementsprechend groß ist unser

Vertrauen in die Zukunft der Pelletbranche

in Deutschland.

ZUR PERSON:

Pelletkessel-Pionier Ökofen feierte im vergangenen

Jahr 30-jähriges Firmenjubiläum. Firmengründer

Herbert Ortner und, mittlerweile auch

schon seit etlichen Jahren, sein Sohn Stefan sind

Inbegriff immer wieder vorgestellter technischer

Innovationen, die auch zur Marktführerschaft

führten, die das Unternehmen heute bei Holzpelletfeuerungen

innehat.

IKZ-ENERGY: Die Branche hat sich in den

letzten Jahren in Deutschland meiner

Wahrnehmung nach deutlich zurückgenommen.

Es gibt z. B. kein Industrieforum

Pellets mehr und auch das traditionelle

Branchenfachmagazin „Pellets –

Markt und Trends“ wurde vor geraumer

Bild: Dittmar Koop

Zeit eingestellt. Es erfuhr jetzt einen Neuanfang

als Pelletmagazin, das zweimal im

Jahr vom DEPV herausgebracht wird. Wie

kann/sollte sich die Branche wieder mehr

ins Gespräch bringen – oder täuscht mich

mein Eindruck und man ist bei Installateuren

und Verbrauchern präsent?

Stefan Ortner: Zu den Gründen, die zur

Einstellung des Branchenmagazins „Pellets

– Markt und Trends“ geführt haben,

können wir nichts sagen. Wir begrüßen es

aber sehr, dass es gelungen ist, das Magazin

durch den DEPV weiterzuführen. Zum

Stand und der Entwicklung der Branche

sehen wir den klaren Vorteil in der zuneh-

Der Modernisierungsmarkt kommt ab diesem Jahr in Bewegung. Der Staat zahlt großzügige

Anteilsförderungen, wenn alte Methusalems, wie diese Ölheizung, ausgebaut werden.

18 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


BIOENERGIE

Pelletmarktentwicklung

Bild: Ökofen

Gemeinsam

stark!

Mittlerweile ist Ökofens’ Pellet-Stirling im Markt etabliert. Zu sehen auf diesem Bild als

„Glocke“ auf einem Pellematic Condens. Das Unternehmen geht aber weiter und entwickelte

z. B. nun auch Photovoltaik-Pellet-Lösungen in Kombination Solarstromspeicher. „Die Zukunft

liegt aus unserer Sicht in der intelligenten Kombination von verschiedenen Technologien zur

Steigerung der Effizienz“, sagt Stefan Ortner.

menden Digitalisierung. Die zunehmend

onlineaffinen Kunden sind häufig schon

umfassend informiert und treten oft mit

einer genauen Vorstellung einer Heizung

an ihren Heizungsbauer oder auch an uns

heran.

Mit der klimafreundlichen Grundstimmung

in Europa, die nicht zuletzt in der

Protestbewegung „Fridays for Future“ Ausdruck

findet, sind der Umweltschutz und

das klimafreundliche Heizen in der Mitte

der Gesellschaft angekommen. Dies wird

der Pelletbranche in Deutschland sicher

den längst nötigen Rückenwind verleihen

und uns hoffentlich den Weg in eine klimafreundlichere

Zukunft ebnen.

IKZ-ENERGY: Die Politik in Deutschland

will die maximale Elektrifizierung sämtlicher

Sektoren, des Verkehrs- und auch

des Wärmesektors. Wie argumentieren

Sie? Wird die Zukunft von Holzpellets anders

hybrid sein als wie klassisch mit Solarthermie,

weil sie mehr mit Photovoltaik

oder Wärmepumpen kombiniert werden

wird?

Stefan Ortner: Grundsätzlich muss man

sich natürlich die Frage stellen, wo der

Strom für die Raumwärme herkommt, vor

allem im Winter. Wir möchten aus Kohle

und Atom aussteigen und gleichzeitig den

Verkehr elektrifizieren, das ist eine große

Herausforderung!

Wir sehen eine sinnvolle Kombination

im Bereich Pellets mit Solarthermie, aber

auch mit Photovoltaik. Die Weiterentwicklung

von Hybridsystemen ist für uns ein

zentrales Thema. Wir bieten bereits verschiedene

Heizlösungen für diesen zukunftsträchtigen

Sektor an. Die innovative

Technologie von SmartPV ermöglicht

das Speichern von überschüssigem Solarstrom

im Heizsystem, das zur Warmwassererzeugung

verwendet wird.

Mit unserer stromproduzierenden Pelletheizung

ermöglichen wir bereits heute

ganzjährige Energiefreiheit für das Eigenheim.

Mit der Pellematic Condens_e

ist es möglich, Strom und Wärme aus Pellets

und Solar autark zu erzeugen. Die Zukunft

liegt aus unserer Sicht in der intelligenten

Kombination von verschiedenen

Technologien zur Steigerung der Effizienz.

IKZ-ENERGY: Es hat sich auch der Eindruck

entwickelt, dass die Branche bei

der Heiztechnik mit dem Stand der Technik

eigentlich am Limit ist – jedenfalls gibt

es kaum mehr neue Nachrichten diesbezüglich,

was aber auch so gesehen werden

kann, dass die Technik perfekt ist.

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BIOENERGIE

Pelletmarktentwicklung

Bild: Ökofen

Die Branche muss und kann innovativ bleiben. Lange ist’s her, seit Firmengründer Herbert

Ortner (li.) und sein Sohn Stefan 2011 den Prototypen eines Pellet-Stirling der Öffentlichkeit

präsentierten und Feldversuche folgten.

Ist das so oder können wir noch mit Neuheiten

rechnen? Wo sehen Sie ggf. noch

Baustellen?

Stefan Ortner: Technologisch sind wir

bereits auf einem extrem hohen Niveau.

Betrachtet man die Entwicklung der Pelletheizung

im Vergleich zur Entwicklung

der Öl- und Gasheizungen, können wir sagen,

dass wir diesen Systemen technisch

in nichts nachstehen. Im Gegenteil, in der

Verbrennungstechnologie können wir auf

Spitzenwerte im Bereich der Emissionen

und auch der Effizienz verweisen. Besonders

die Brennwertkessel verbrennen extrem

effizient und sauber. Die Entwicklung

bleibt jedoch deshalb nicht stehen.

Die Verknüpfung der unterschiedlichen

Technologien zur Steigerung der Effizienz

und weiteren Senkung der Emissionen

wird in Zukunft eine noch größere

Rolle spielen. Unsere Forschungsabteilung

ist darüber hinaus immer darauf

bedacht, kundenorientiert den Einbau der

Pelletheizungen einfacher und schneller

zu machen – Plug&Heat für Bestzeitmontagen.

IKZ-ENERGY: Meines Wissens war Ökofen

das erste Unternehmen, das einen

Pellet-Brennwertkessel auf den Markt

brachte und damit vielleicht am Anfang

seiner Zeit dem Markt und der Kundennachfrage

noch voraus war. Wie entwickelt

sich das Geschäft mit dieser Anlagenform

heute?

Stefan Ortner: Ökofen hat nicht nur die

erste typengeprüfte Pelletheizung auf

den Markt gebracht, sondern auch die

erste Pellet-Brennwertheizung. Heute

können wir auf über 17 Jahre Erfahrung

bei Pellet-Brennwerttechnik blicken und

haben in Kombination mit der Condens-

Technologie Pellet-Brennwertheizungen

im Angebot, die in jedem Wärmeverteilungssystem

einsetzbar sind, ganz gleich

ob Heizkörper, Fußboden- oder Wandheizung.

Angetrieben durch die Innovationsförderung

war unser Condens und

Smart-Programm der meistverkaufte Pellet-Brennwertkessel

in Deutschland. Die

letzte BAFA-Auswertung zeigte, dass 70 %

aller verkauften Pellet-Brennwertkessel

in Deutschland aus der Produktion von

Ökofen stammten.

IKZ-ENERGY: Wie entwickelt sich aktuell

das Stirling-Projekt von Ökofen?

Stefan Ortner: Wir sind sehr stolz auf diese

einzigartige Technologie. In Kombination

mit einem Stromspeicher und einer

Photovoltaikanlage bietet unsere stromerzeugende

Pelletheizung die weltweit

einzige Möglichkeit, sich an 365 Tagen

im Jahr – egal ob Sommer oder Winter –

mit 100 % ökologischer Energie aus Pellets

und Sonne zu versorgen. Eine Technik,

die in der Praxis zuverlässig funktioniert

und als Gesamtsystem bei uns als

Serienprodukt verkauft wird. Hätte diese

innovative Technologie sich in der neuen

Förderung wiedergefunden, hätte das

dem Produkt natürlich weiteren Antrieb

verliehen. Wir sehen in dieser Kombination

nach wie vor die Zukunft und großes

Potenzial.

IKZ-ENERGY: Allen Pessimisten und Skeptikern

zum Trotz werden in diesem Jahr

gravierende Umwälzungen in der Energiepolitik

stattfinden bzw. sie sind bereits

schon eingeläutet. Dazu zählt das Klimaschutzgesetz,

die Einführung einer CO 2 -

Bepreisung, die Neuaufstellung der BAFA-

Förderung für Wärme aus Erneuerbaren

Energien, das Kohleausstiegsgesetz in Verbindung

mit der Abschaffung des 52-GW-

Deckels für PV in Deutschland und Steuerabschreibungsmöglichkeiten

bei energetischen

Sanierungen im Gebäudebestand.

Wie versuchen Sie, in diesem Umfeld weiter

Pellets zu kommunizieren, sodass diese

nicht in Vergessenheit geraten?

Stefan Ortner: Den CO 2 -Fußabdruck ohne

Änderungen der Lebensgewohnheiten zu

reduzieren, ist mit einer Pelletheizung am

effektivsten zu verwirklichen! Vor allem,

wenn man auch den Komfort in diese

Überlegung miteinbezieht, den eine vollautomatische

Pelletheizung bietet. Auch

die Bundesregierung hat das Potenzial

im Heizungskeller erkannt und bietet

seit diesem Jahr eine hochattraktive Förderung

für das Heizen mit Holzpellets. Jeder

Kesseltausch wird mit 35 % der Brutto-

Investitionskosten finanziell bezuschusst.

Besonders belohnt werden Verbraucher,

die ihre alte Ölheizung gegen eine moderne

Pelletheizung tauschen, mit 45 % Zuschuss.

Im Neubau können sich Bauherren

über 35 % Zuschuss freuen, wenn sie eine

Pellet-Brennwertheizung einbauen. Bei

uns haben sich in Deutschland, nicht zuletzt

dadurch, die Endkunden- sowie die

Angebotsanfragen des Fachhandwerks alleine

im Januar fast verdreifacht.

Die Fragen stellte Dittmar Koop, Journalist

für Erneuerbare Energien

20 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


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ENERGIEEFFIZIENZ

Luft/Luft-Wärmepumpen

Keine Luftnummer

Luft/Luft-Wärmepumpen sind eine mögliche Technik bei geringer Heizlast

Bild: Huf-Haus

Die Hüllen von Gebäuden werden immer dichter.

Einerseits bedarf es einer lüftungstechnischen

Anlage, um die Raumlufthygiene zu gewährleisten

und die Wärmeenergie Dank

einer Wärmerückgewinnung (WRG) im

Haus zu lassen. Andererseits wird die

Heizlast pro m 2 immer niedriger. Warum

nicht beide Anforderungen in Luft/Luft-

Wärmepumpen vereinen? Klar ist, dass sie

hohe Anforderungen an die Gebäudehülle stellen.

Holger Heid, Produktmanager

Haus- und Heiztechnik bei Weber-Haus.

Bild: Weber-Haus

Michael

Baumann, Vertriebsleiter bei Huf-Haus.

Wir fragten einmal prominente Fertighaus-

Anbieter, welche Meinung sie zum Thema

Luft/Luft-Wärmepumpen haben. Geantwortet

haben Holger Heid, Produktmanager

Haus- und Heiztechnik bei Weber-Haus,

und Michael Baumann, Vertriebsleiter bei

Huf-Haus. Sie machen deutlich, dass Luft/

Luft-Wärmepumpen zwar Chancen bieten,

aber in einem Kontext stehen.

IKZ-ENERGY: Bieten Weber-Haus und Huf-

Haus bereits den Einbau von Luft/Luft-

Wärmepumpen an?

Holger Heid: Ja. Luft/Luft-Wärmepumpen

sind für Energieeffizienzhäuser bestens

geeignet und sie bieten einen hohen Komfort,

eine Wärmerückgewinnung von bis

zu 85 % bei gleichzeitig gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Kombination aus exzellenter

Gebäudehülle, wetterabhängiger

Beschattung und Kühlfunktion zum Temperieren

der Innenluft macht ein Klimagerät

überflüssig.

Michael Baumann: Fachleute gehen davon

aus, dass Luft/Luft-Wärmepumpen

vor allem in Passivhäusern sinnvoll

zum Einsatz gebracht werden können.

Das führt dazu, dass wir in den Huf-Häusern

die Beheizung zunächst einmal mit

Luft/Wasser- und Sole/Wasser-Wärmepumpen

in Kombination mit einer Fußbodenheizung

vornehmen. Zur Lüftung setzen

wir, bei einfacher Ausstattung, eine

CO 2 -bedarfsgesteuerte Lüftungsanlage

ein. Bei noch hochwertigerer Ausstattung

kommt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

zum Einsatz. Durch diese

Kombination und eine Wärmerückgewinnung

von nahezu 85 % lassen sich die

Energiekosten erheblich reduzieren.

IKZ-ENERGY: Wie würden Sie die Warmwasserbereitung

realisieren, wenn eine

Luft/Luft-Wärmepumpe verbaut wird?

Michael Baumann: Bei einer Luft/Luft-

Wärmepumpe kann die Warmwasserbereitung

z. B. über eine Brauchwarmwasser-Wärmepumpe

realisiert werden,

Luft/Luft-Wärmepumpen

erfüllen

ihren Dienst in

hochgedämmten

Häusern. Da die

Standards im Neubau

immer schärfer

werden, werden sie

zu einer Option.

welche den erforderlichen Anteil der Umweltenergie

entweder aus der Abluft des

Gebäudes oder der Außenluft zieht. Denkbar

ist auch, Warmwasser über eine Solarthermieanlage

in Kombination mit einer

Photovoltaikanlage effizient und unabhängig

oder dezentral über elektronisch

geregelte Durchlauferhitzer zu erzeugen.

Holger Heid: Wenn eine Luft/Luft-Wärmepumpe

zum Einsatz kommt, so geschieht

dies in Kombination mit einer

hochgedämmten 300 l Trinkwasserwärmepumpe

(TWWP). Um die Energieeffizienz

auch hier hochzuhalten, wird zusätzlich

die Abluft der Luft/Luft-Wärmepumpe

an Letztere angeschlossen, sodass

die Restenergie, welche nach dem Kreuzgegenstrom-Wärmetauscher

in der Abluft

Bild: Rainer Sturm, Pixelio

22 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


noch vorhanden ist, für das Warmwasser

genutzt werden kann. Schon heute werden

2/3 unserer Häuser mit einer Photovoltaikanlage

ausgestattet, der ideale Partner für

eine Wärmepumpe.

IKZ-ENERGY: Worauf gilt es aus Ihrer Sicht

bei der Wahl einer Luft/Luft-Wärmepumpe

besonders zu achten?

Holger Heid: Auf die Qualität der Gebäudehülle,

innerhalb der die Wärmpumpe

eingesetzt werden soll. So erfüllt unsere

Gebäudehülle ÖvoNatur Therm die Voraussetzungen

für ein KfW-Effizienzhaus

40. Sie erreicht einen Wärmeschutz von

U = 0,11 W/m 2 K. Außerdem auf die Qualität

und Innovationskraft des Anbieters

der Wärmepumpe. Weiter die Möglichkeit

der Einbindung in bestehende Smart-

Home-Lösungen, da hier alles zusammenläuft

und die Kunden danach fragen.

Michael Baumann: Ausschlaggebend ist

der Dämmstandard der Gebäudehülle. Ein

Nachteil der Luft/Luft-Wärmepumpen ist,

dass diese im Winter, wenn die Temperaturen

sinken, weitaus weniger effizient

arbeite. Das heißt, in der kalten Jahreszeit

benötigt die Luft/Luft-Wärmepumpe

mehr Strom, um die Zuluft auf die erforderliche

Temperatur

zu bringen.

Die Folge sind höhere

Betriebskosten.

Wir favorisieren

die von uns eingesetzten

Lösungen

bei dem benötigten

Wärmebedarf eines

Effizienzhauses 55

als die sinnvollste,

komfortabelste und

wirtschaftlichste

Variante. Insofern

wäre der Einsatz einer

Luft/Luft-Wärmepumpe

in einem Huf-Haus nur dann

sinnvoll, wenn es sich um ein Effizienzhaus

40 Plus oder um ein Passivhaus handeln

würde und unsere Kunden dies ausdrücklich

wünschen.

IKZ-ENERGY: Mit welchen Luft/Luft-Wärmepumpenherstellern

arbeiten Sie zusammen,

bzw. welche Marken werden

„Qualität und Innovationskraft des

Anbieters der Wärmepumpe sind

entscheidend. Weiter die

Möglichkeit der Einbindung in

bestehende Smart-Home-

Lösungen, da hier alles

zusammenläuft und die Kunden

danach fragen.“

Holger Heid, Produktmanager

Haus- und Heiztechnik bei

Weber-Haus

Huf-Haus verzichtet bereits seit 2008 auf den Einbau fossiler Feuerungen. Das Unternehmen

bietet Wärmepumpen-Interessenten die klassischen Formen Luft/Wasser und Sole/Wasser in

Verbindung mit einer Fußbodenheizung an. Weber-Haus arbeitet bereits konkret mit dem Luft/

Luft-Wärmepumpenanbieter Zimmermann zusammen.

dann eingebaut, wenn der Kunde eine

Luft/Luft-Wärmepumpe wünscht?

Michael Baumann: Zu unseren Lieferanten

gehören Viessmann, Elco, Stiebel-

Eltron und Vaillant.

Holger Heid: Weber-Haus arbeitet mit

der Firma Zimmermann zusammen, dem

Marktführer im Bereich reiner Luft/Luft-

Wärmepumpen. Die Marke Proxon wird

installiert, wobei hier zwischen einem

Standard-Modell,

der Wohlfühl-Wärmetechnik

und

einem Premium-

Modell, der Frischluft-Wärmetechnik,

unterschieden

wird. Letztere bietet

zahlreiche innovative

und sinnvolle

Ergänzungen

zur Wohlfühl-Wärmetechnik

und weitere

Optionen an.

Neben einer CO 2 -

Steuerung sind das

unterschiedliche Zonierungen im Haus,

die Möglichkeit, einen Kellerraum anzuschließen,

die Anbindung an Smart-

Home-Lösungen, passive Feuchteregelung,

Steuerung über App und Alexa etc.

Daneben setzen wir auch andere Wärmepumpen-Lösungen

mit kontrollierter Beund

Entlüftung und Wärmerückgewinnung

der Firma Tecalor ein.

Die Fragen stellte Dittmar Koop, Journalist

für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Luft/Luft-Wärmepumpen

Luft/Luft-Wärmepumpen entziehen

der Abluft Wärme und übertragen

sie auf die Zuluft. Da es sich um eine

Luftheizung handelt, entfallen wasserbasierte

Wärmeverteilsysteme.

Die notwendigen Luftkanäle werden

in Decken, Fußböden oder Installationsschächten

eingebaut. Bezüglich

des erforderlichen Dämmstandards

sind sie anspruchsvoll. Sie sind in erster

Linie in Passiv- und Niedrigenergiehäusern

mit weniger als 10 W/m 2

Heizlast eine Option. Auch ihre Anschaffung

ist vergleichsweise teuer

und anders als bei anderen Wärmepumpentypen

gibt es keine Förderung

über das Marktanreizprogramm

(MAP) der Bundesanstalt für Wirtschaft

und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Allerdings gibt es die Möglichkeit einer

indirekten Förderung, z. B. über

die Kreditanstalt für Wiederaufbau

(KfW), die die Anschaffung von Lüftungsanlagen

fördert oder den Erwerb/Bau

eines Effizienzhauses.

Bild: Huf-Haus

2/2020 www.ikz.de 23


ENERGIEEFFIZIENZ

Stromspeicher für Gewerbe

Bild: Shutterstock

Kosten

kappen

PV-Eigenstromversorgung in

Kombination mit Speichern

und/oder Peak Shaving

Industrie- und Gewerbebetriebe

können schon heute mit Stromspeichern

ihre Betriebskosten

deutlich reduzieren. Zwei Möglichkeiten

treten dabei in den

Vordergrund: die Eigenstromerzeugung

und das Peak Shaving.

In vielen Betrieben gibt es

Strombedarfsspitzen – beim

Metallbauer wie beim Bäcker.

Solarstromanlagen und Batteriespeicher

haben in den letzten Jahren drastische

Kos tensenkungen durchlaufen. Große Solarstromanlagen

können heute Strom für

10 Ct/kWh und weniger zur Verfügung

stellen. Da der Stromtarif für Gewerbebetriebe

sich meistens um etwa 15 bis 26 Ct

bewegt, lohnt sich hier fast immer eine

Bild: Andreas Keuchel

Die Eigenstromerzeugung ist ein Weg,

Stromkosten selbst in die Hand zu

nehmen, das zeigt das Beispiel der

Spedition Lutter in Bönen. Ein anderer

das Peak Shaving.

genauere Prüfung. Maßgeblich für einen

wirtschaftlichen Betrieb einer Photovoltaik-(PV)-Anlage

ist heute, dass ein möglichst

großer Teil des Stroms direkt im Unternehmen

verbraucht wird.

Bei manchen Anwendungen, z.B. Kühlung,

fallen die Zeiten der höchsten Solarstromproduktion

und der größten Stromlast

von alleine recht gut zusammen. Andere

Anwendungen, wie z. B. das Pumpen

von Wasser in der Landwirtschaft, lassen

sich mit entsprechenden Tanks zeitlich so

verschieben, dass sie zum Stromangebot

passen. Doch häufig wird der Strom einfach

zu bestimmten Zeiten verlässlich benötigt

– und zwar oft dann, wenn die Solaranlage

gerade keinen oder nur wenig

Strom liefern kann.

Ein Anwendungsbeispiel

Die Spedition Lutter in Bönen, Nordrhein-

Westfalen, setzt auf die Kombination von

Solarstrom und Batteriespeicher. Sie deckt

mit einer Solaranlage mit einer Spitzenleis -

tung von 80 kW p und einem Tesvolt-Speicher

mit einer Kapazität von 50 kWh ihren

gesamten Strombedarf selbst. Benötigt

wird der Strom hier vor allem für die

Elektrogabelstapler, für die IT, die LkW-

Werkstatt und zwei LkW-Waschanlagen.

Der Speicher wurde dabei mit 50 %

vom Land Nordrhein-Westfalen bezuschusst.

So amortisiert sich die gesamte

Anlage innerhalb von acht Jahren. Die Lebenserwartung

der Stromspeicher liegt

24 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


ENERGIEEFFIZIENZ

Stromspeicher für Gewerbe

bei 30 Jahren. Umgesetzt wurde diese Anlage

über den Tesvolt-Fachpartner Solar

E-Technik Hamm GmbH.

Peak Shaving, oder:

Lastspitzen kappen

Es handelt sich um ein Anwendungsbeispiel

unter vielen. Aber auch ganz ohne eigene

Stromerzeugung kann ein Speicher

wirtschaftlich sein, wenn es darum geht,

Leistungsspitzen abzufangen. Das ist für

Betriebe interessant, die einen Verbrauch

von 100 000 kWh im Jahr oder eine Leistungsgrenze

von 30 kW überschreiten und

daher in der Regel einen leistungsgemessenen

Tarif mit RLM-Zähler haben. Die Leistungsgrenze

kann auch mit mehreren Ladesäulen

für Elektroautos schnell erreicht

sein. Die Jahreshöchstlast bestimmt dann

einen Großteil der Netzentgelte, denn der

Netzbetreiber muss die entsprechende Kapazität

vorhalten. Wer die stärksten Lastspitzen

kappt, kann schnell einige Zigtausend

Euro im Jahr sparen. Als Faustformel

gilt: Ab etwa 100 Euro pro kW wird die Lastspitzenkappung

(Peak Shaving) mit einem

Speicher auch wirtschaftlich interessant.

Lastspitzen gibt es in vielerlei Betrieben.

In der Gastronomie laufen meist am Wochenende

abends alle Geräte auf Hochtouren,

von der Kühlung bis zur Spülmaschine.

In Bäckereien schnellt der Stromverbrauch

in den frühen Morgenstunden beim Aufheizen

der Öfen in die Höhe, in Metallbaubetrieben

sorgen Schweißgeräte und andere

Maschinen für starke Leistungsspitzen.

Milchbauern starten mehrfach täglich ihre

Bild: Tesvolt

Kein Exot mehr. Tesvolt produziert Stromspeicher für Gewerbe und Industrie.

Die Nachfrage wächst.

Melkroboter und alle, die mehrere Elektroautos

gleichzeitig laden, haben ebenfalls

mit Stromspitzen zu tun – vom Autohaus

bis zum mit E-Mobilen ausgestatteten Pflegedienst

oder Pizzalieferservice.

Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen

Eine wesentliche Stellschraube ist natürlich

die Lebensdauer und Effizienz einer

Anlage. Die Tesvolt Speicher setzen auf Lithium-Technologie

mit prismatischen Batteriezellen

von Samsung SDI. Temperatur,

Spannung und Ladezustand jeder einzelnen

Zelle bzw. der Batteriemodule werden

überwacht, was die Lebensdauer der Zellen

signifikant erhöht. Einen zusätzlichen

Kick für die Wirtschaftlichkeit bringt oft

eine staatliche Förderung. Zinsgünstige

Kredite für Batteriespeicher können

über das Programm 270 der KfW beantragt

werden. Darüber hinaus haben mehrere

Bundesländer jeweils eigene Förderprogramme.

Die Schwerpunkte und Systematiken

sind dabei sehr unterschiedlich.

Ein Fazit

Wer eine Solaranlage mit Speicher als

langfristige Geldanlage betrachtet, wird

wissen wollen, welche Rendite über die

Laufzeit erwirtschaftet wird. Das Ergebnis

ist gerade in Niedrigzinszeiten oft überzeugend.

Sind die Voraussetzungen günstig

(z. B. ein hoher Stromeinkaufspreis),

kann sogar bei einem Projekt, das eine

Dachsanierung einschließt, noch eine attraktive

Rendite herauskommen. Wichtig

ist bei allen Anwendungen: Nur eine

Kalkulation am konkreten Projekt zeigt,

ob die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

wirklich positiv ausfällt und welcher Speicher

der richtige ist. Die Annahme jedoch,

dass sich Stromspeicher nicht oder nur

durch starke Förderung lohnen, ist heute

überholt. Ein genauer Blick ist bei hohen

Stromkosten und insbesondere bei

starken Spitzenlasten allemal ratsam.

Autor: Simon Schandert, Technischer

Geschäftsführer Tesvolt

Bild: Tesvolt

Jeder Hersteller hat sein

eigenes Konzept und

dafür seine Argumente,

wie das Thema Zellen-

Balancing gelöst wird,

aber grundsätzlich sollte

immer nachgefragt

werden.

2/2020 www.ikz.de 25


ENERGIEEFFIZIENZ

Lüftungssysteme

Schwarzer Peter nicht beim Mieter

Nutzerunabhängige Lüftungssysteme sind besser als die Fensterkippe

In der Vergangenheit waren Gebäude oft so undicht, dass allein durch die Infiltration schon genug Lüftung für Wohngebäude bereitgestellt

wurde. Deshalb wurden die Gebäude dichter ausgeführt. Der Lüftungsbedarf der Menschen aber bleibt. Ein neues Effizienz-

Problem, weil durch manuelles Lüften Wärme jetzt noch mehr entweicht?

Bild: AdobeStock, GChristo

Die Bedeutung der Wohnungslüftung als

Maßnahme zur Energieeinsparung hat

den Gesetzgeber bewogen, entsprechende

Regelungen zu erlassen. So ist z. B. schon

seit der Energieeinsparverordnung (EnEV)

2009 für Wohngebäude ein Lüftungssystem

für die Ausstattung im Referenzfall

vorgesehen. Es wird in der EnEV damit

begründet, dass wegen der energetisch

wichtigen Anforderung zur Luftdichtigkeit

ein ausreichender Außenluftwechsel

durch Fugenlüftung nicht mehr sichergestellt

ist und deshalb ein Lüftungssystem

vorgesehen werden muss. In der Folge berücksichtigen

viele Förderprogramme inzwischen

die Wohnungslüftung als wichtige

Energieeinspartechnologie.

Gesetzgeber lässt es noch offen

Kurz zusammengefasst stellt sich die aktuelle

Rechtslage so dar, dass der notwendige

Mindestluftwechselwert sicherzustellen

ist. Offen bleibt der Weg zu dessen

praktischer Umsetzung. Das eröffnet

zwar die Möglichkeit, häufiger manuell zu

lüften, was aber unkomfortabel und z. B.

gegenüber Mietern nach einschlägigen

Gerichtsurteilen auch kaum durchsetzbar

ist. Deshalb empfehlen sich Lüftungsanlagen

als zukunftssichere und zugleich

komfortable Lösung, auch wenn dazu im

Moment noch keine gesetzlich festgeschriebene

Verpflichtung besteht.

Automatisierte Querlüftung

Die einfachste Form unter den Lüftungsanlagen

ist die automatisierte Querlüftung.

Bei der Querlüftung sind die Frischluftzuführung

und Fortluftableitung über in die

Außenwände integrierte Außenluftdurchlässe

realisiert. Die Luftbewegung

in der Wohnung wird dabei

durch Druckunterschiede

an der Fassade bewirkt, die

zwischen den Außenluftdurchlässen

durch unterschiedliche

Geschwindigkeiten

der vorbeistreichenden

Außenluft

entstehen. Um bei diesem

System den Luftaustausch

innerhalb der

Kondensat bildet sich auch an

Fenstern hochmoderner Gebäude

aus. Mietern aus Ersparnisgründen

dann die Lüftung per Hand zu überlassen,

ist nicht nur energetisch ein Unding.

Wohnung zu gewährleisten, müssen in den

einzelnen Räumen allerdings noch Überströmluftdurchlässe

angebracht werden.

Dies sind Lüftungsöffnungen innerhalb der

Wohnung zwischen Raum und Flur, damit

die Luft von Raum zu Raum durch die

Wohnung strömen kann, von Luv zu Lee.

Der Vorteil von freien Lüftungssystemen

liegt in den geringen Investitionskosten.

Nachteilig ist, dass die Lüftung nicht

zu jedem beliebigen Zeitpunkt sichergestellt

ist, sondern von den Faktoren Wind

und Temperatur abhängt. Oft vergessen

wird zudem, dass auch diese Systeme periodisch

gewartet werden müssen, um ihre

Funktion sicherzustellen. Auch geht die

Wärme ungenutzt verloren.

Ventilatorgestützte Systeme

Zu den ventilatorgestützten Technologien

zählen Einzelraum- bzw. Fensterbrüstungsgeräte

mit Wärmerückgewinnung,

Zentralsysteme für Zuluft und Abluft mit

Wärmerückgewinnung, Zentralsysteme

für Abluft mit Wärmerückgewinnung und

Wärmepumpe sowie dezentrale bzw. zentrale

Abluftanlagen mit Zuluftelementen

ohne Wärmerückgewinnung.

1. Einzelraumsysteme

Einzelraumgeräte gewährleisten die raumweise

kontrollierte, bedarfsabhängige Beund

Entlüftung. Sie sind in der Sanierung

beliebt, da hierfür kein Kanalnetz ge plant

werden muss. Zu beachten ist, dass die

Lüftung eines einzelnen Raums keineswegs

die Lüftung einer kompletten Wohnung

sicherstellt – zu diesem Zweck sind

dann mehrere Geräte miteinander und

gegebenenfalls mit dezentralen Abluftanlagen,

wie sie beispielsweise in innen

liegenden Bädern und Toiletten verwen-

26 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


Bild: Vaillant

ENERGIEEFFIZIENZ

Lüftungssysteme

• Anordnung und Ausführung der Außenbauteilluftdurchlässe

in Bezug auf

Akustik und Zug,

• Brandschutzanforderungen der Bundesländer

sind zu beachten.

4. Dezentrale Abluftanlage

Diese Anlagen funktionieren eigentlich

gleich wie zentrale Anlagen, nur sind die

Lüftungsgeräte hier in den Ablufträumen

installiert. Dadurch ergibt sich eine größere

Flexibilität und individuellere Regelungsoptionen.

Die verschiedenen Ansätze kontrollierter Wohnraumlüftung verfolgen vom Grundsatz her

dasselbe Prinzip: Frischluft wird in das Gebäude geführt, zwischen den Räumen verteilt

und Abluft nach außen geführt. Allerdings gibt es in der technischen Umsetzung erhebliche

Qualitätsunterschiede.

det werden, zu kombinieren. Die neue DIN

1946-6 hat insbesondere die Planung und

Ausführung von Einzelraum- und kombinierten

Lüftungssystemen konkretisiert.

2. Zentrale Lüftungssysteme mit

Wärmerückgewinnung

Hier wird die Zuluft über ein Verteilsystem

in die Wohn- und Schlafräume eingeblasen.

Die Frischluft gelangt anschließend

über Überströmluftdurchlässe in die

übrigen Räume einer Wohnung und die

Absaugung der verbrauchten Luft erfolgt

direkt aus den Räumen mit der höchsten

Belastung – also Küche, Bad und WC. Bei

den Systemen 1 und 2 wird die Lüftungswärme

durch eine Wärmerückgewinnung

zurückgegewonnen (30-50 % des Wärmebedarfs

eines modernen Gebäudes).

3. Zentrale Abluftanlage

Zentrale Abluftanlagen mit Zuluftelementen

ohne Wärmerückgewinnung realisieren

die Abluftabfuhr aus Küche,

Bad und Toilette durch ein Zentralgerät.

Die Frischluftzufuhr erfolgt durch Außenwanddurchlässe

in den Wohn- und

Schlafräumen. Die sich dadurch ergebende

Strömungsrichtung innerhalb der

Wohnung stellt sicher, dass keine Luft aus

den Nassräumen in andere Wohnbereiche

strömen und dort Feuchtigkeit eintragen

kann. Die Lösung ist eine einfache Brückentechnologie

für die Sanierung und im

preissensitiven Geschosswohnungsbau.

Wichtige Aspekte bei der Planung sind:

• Bedarfsregeloptionen nutzen,

• richtige Auslegung als Entlüftungsanlage

nach DIN 18017-3 (nur Lüftung für

innen liegendes Bad und WC) oder als

Wohnungslüftungsanlage nach DIN

1946-6,

Ein Fazit

Viele Bauschaffende machen es sich zu

einfach. Unter diesen Umständen müssen

die Bewohner selbst verstärkt zu manuellen

Lüftungsmaßnahmen greifen,

um überschüssige Luftfeuchte, aber auch

Schadstoffe aus der Raumluft zu entfernen

und somit ein behagliches sowie gesundes

Raumklima zu schaffen. Dabei haben

aber die mit der Lüftung verbundenen

Wärmeverluste bis zu 50 % Anteil an den

gesamten Wärmeverlusten. Nimmt man

die Ziele zur CO 2 -Minderung bis 2030 und

2050 Ernst, dann führt bei Neubau und

umfassender Sanierung kein Weg an einer

Wohnungslüftungsanlage mehr vorbei.

Autor: Claus Händel, Technischer Referent beim

Fachverband Gebäude-Klima

Bild: Schütz, Madjid Asghari

Die Rechtslage gibt zwar vor, dass der

notwendige Mindestluftwechselwert

sicherzustellen ist. Offen ist gegenwärtig zwar

noch, wie dies bewerkstelligt werden muss.

Allerdings deuten erste Gerichtsurteile darauf

hin, dass manuelles Lüften in Zukunft kaum

mehr durchsetzbar ist.

2/2020 www.ikz.de 27


SMART ENERGY

Sektorkopplung, virtuelle Kraftwerke, E-Mobilität

„Wir sehen uns

als Energieversorger der Zukunft“

Interview mit Sascha Koppe, Führungspersonal bei Sonnen, zum Thema Elektromobilität

Sonnen ist wieder einmal mit einem neuen Coup am Markt vorgeprescht: Man bietet nun auch

Elektroautos zur Miete an. Im Interview mit Sascha Koppe stellen wir das Konzept vor und

hinterleuchten es. Außerdem, welche Rolle die E-Autos in der weiteren Unternehmensentwicklung

von Sonnen spielen.

Bild: Sonnen

IKZ-ENERGY: Man kann bei Sonnen jetzt

auch Elektroautos abonnieren. Was genau

meint das und wie funktioniert es und unter

welchen Voraussetzungen kann ich sowas

bekommen?

Sascha Koppe: Richtig, wir haben Ende

letzten Jahres „Sonnen-Drive“ vorgestellt.

Das Angebot steht exklusiv für Mitglieder

der Sonnen-Community zur Verfügung.

Mitglied kann jeder Besitzer einer

Sonnen-Batterie sein oder ein Kunde mit

einem Stromvertrag von Sonnen. Zu Beginn

werden rund acht bis zehn verschiedene

Elektroautos zur Auswahl stehen.

Das Angebot wird in Zukunft noch weiter

ausgebaut. Das Besondere dabei ist,

dass wir eine sehr kurze Laufzeit schon

ab sechs Monaten anbieten. Das ist ein

ZUR PERSON:

Sascha Koppe ist bei Sonnen verantwortlich für

die DACH-Region und seit 2015 im Unternehmen.

Er hat in Führungspositionen in der Vergangenheit

Strukturen bei Sonnen maßgeblich mit aufgebaut.

Er ist außerdem für Sonnen auch in Australien

tätig und hat dort den Markteintritt der

Sonnen-Batterie und der Sonnen-Flat begleitet.

idealer Zeitraum, um ohne langfristige

Verpflichtungen auszuprobieren, wie

die Elektromobilität in den eigenen Alltag

passt. Der Kunde muss sich dabei nur

um den Strom für das Fahrzeug kümmern

und der kommt bei den Sonnen-Batterie-

Besitzern überwiegend vom eigenen Dach.

IKZ-ENERGY: Das neue Angebot läuft seit

November 2019. Kann man bereits ein erstes

Resümee ziehen – kommt das Angebot

an?

Sascha Koppe: Die Resonanz hat uns

selbst etwas überrascht. Wir haben seit

dem Launch eine hohe Anzahl Voranmeldungen

bekommen. Die ersten Fahrzeuge

werden jetzt im ersten Quartal 2020 an

die Kunden übergeben.

IKZ-ENERGY: Mit welchen Herstellern arbeiten

Sie zusammen, bzw. unter Elektroautos

welcher Marken können Abonnenten

wählen?

Sascha Koppe: Wir möchten den Kunden

eine möglichst breite Palette anbie-

Baut die Zukunft der Energieversorgung auf

Photovoltaik? In der Unternehmensphilosophie

von Sonnen bildet diese zusammen mit

Stromspeichern die Basis, um darauf weitere

Versorgungskonzepte sowie Vernetzungen

aufzubauen.

Bild: Shutterstock

28 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


SMART ENERGY

Sektorkopplung, virtuelle Kraftwerke, E-Mobilität

Bild: Sonnen

Sascha Koppe: Zum Start von Sonnen-

Drive wird es vier ver-schiedene Laufzeiten

mit 6, 12, 18 und 24 Monate geben.

Welche Variante zur Verfügung steht, ist

auch vom Fahrzeug abhängig. Die monatliche

Abo-Rate variiert dabei je nach der

Laufzeit.

IKZ-ENERGY: Woher bekommt oder wie

kommt der E-Autofahrer dann in der

Konzeption konkret zum Fahren an den

Strom?

Sascha Koppe: Der Strom für das Elektroauto

kommt aus der eigenen Produktion

von der eigenen PV-Anlage oder aus dem

Netz von der Sonnen-Community. Für unterwegs

haben die Nutzer mit der Ladekarte

von Sonnen zusätzlich den Zugriff

auf ein Netzwerk von über 125 000 Ladestationen

in ganz Europa.

Sonnen bietet nun auch Elektroautos an und hat Sonnen-Drive erfunden: Kunden können

E-Autos abonnieren und nach vorbestimmter Zeit einfach wieder abgeben. „Die Resonanz hat

uns selbst etwas überrascht. Wir haben seit dem Launch eine hohe Anzahl Voranmeldungen

bekommen“, berichtet Sascha Koppe.

ten, werden aber sicher nicht alle Modelle

von Anfang an anbieten können. Aber

die meisten Kunden werden etwas finden,

ob sie nun einen Kleinwagen wollen, ein

größeres Auto oder etwas Sportliches. Wir

haben aber sicher die in Deutschland beliebtesten

Fahrzeuge dabei, wie etwa den

Renault Zoe oder den BMW i3.

IKZ-ENERGY: Sonnen wirbt damit, dass

die monatliche Miete für das Auto auf vergleichbarer

Höhe mit bspw. der eines konventionellen

Leasing-Vertrags ist. Würden

Sie das an einem Beispiel mal illustrieren

und uns auch sagen, was das Abo beinhaltet

und was nicht?

Sascha Koppe: Als Einstiegsmodell haben

wir zum Beispiel den Seat Mii für

rund 250 Euro pro Monat im Angebot.

Im Gegensatz zu einem klassischen Leasing-Vertrag

sind die Kosten für Versicherung,

Wartung, Service oder auch für Winterreifen

bereits im Abo-Preis enthalten.

Eine Anzahlung oder Abschlusszahlung

gibt es nicht. Der Kunde gibt das Fahrzeug

mit dem Ende der Laufzeit einfach zurück

und kann sich auf Wunsch ein weiteres fabrikneues

Fahrzeug bestellen. Wir denken,

dass wir hier sehr klar und transparent

sind, während im klassischen Leasing

häufig noch viele Kosten dazukommen.

IKZ-ENERGY: Was passiert danach mit solchen

sehr kurzfristig zurückgegebenen

Autos?

Sascha Koppe: Die Fahrzeuge werden

natürlich weiter genutzt und vermietet

oder zum Beispiel auch als Jahres- oder

Gebrauchtwagen verkauft. Das führt natürlich

auch dazu, dass es mehr kostengünstigere

Gebrauchtwagen gibt.

IKZ-ENERGY: Gibt es eine zeitliche Abo-

Obergrenze und ist die Höhe der

monatlichen Miete an die Laufzeit

geknüpft, wie dann z. B.?

IKZ-ENERGY: Kann man am Ende des Abos

das Auto auch kaufen, zu welchen Konditionen?

Sascha Koppe: Nein, die Fahrzeuge werden

nur im Abo für eine bestimmte Laufzeit

angeboten.

IKZ-ENERGY: Das klingt alles nach Transformation

eines Unternehmens, das ursprünglich

als Anbieter von Solarstromspeichern

begann. Wie versteht sich Sonnen

heute bzw. perspektivisch eigentlich?

Sascha Koppe: Wir sehen uns als Energieversorger

der Zukunft. Dazu gehören

neue Produkte und Services, um den

Menschen einen möglichst kompletten

und einfachen Zugang zu sauberer Ener-

Die Stromversorgung der E-Autos

erfolgt über verschiedene Kanäle.

Einer davon ist die Sonnen-

Community.

Bild: Sonnen

2/2020 www.ikz.de 29


SMART ENERGY

Sektorkopplung, virtuelle Kraftwerke, E-Mobilität

Bild: Sonnen

Sonnen fasst Batterien zu einem virtuellen Kraftwerk zusammen, das am Regelenergiemarkt Dienstleistungen erbringt, um volatile Angebots- und

Nachfragesituationen auszugleichen – und um damit wie andere auch Geld zu verdienen. „Mit diesem vernetzten, virtuellen Speicher können wir

Schwankungen im Stromnetz ausgleichen, was bisher nur größeren Anlagen vorbehalten war“, sagt Sascha Koppe.

gie zu ermöglichen. Mit Sonnen-Now

und Sonnen-Drive erweitern wir unser

Angebot und senken wichtige Hürden,

die manche Menschen sicher noch davon

abhalten, den Schritt zu einer sauberen

Energieversorgung und Mobilität

zu machen.

IKZ-ENERGY: Welche Rolle spielt in dem

ganzen Konzept das Thema virtuelles

Kraftwerk?

Sascha Koppe: Das virtuelle Kraftwerk

besteht aus Tausenden Batterien von uns

in ganz Deutschland, die bei Bedarf freie

Speicherkapazität für den Regelleistungsmarkt

zur Verfügung stellen können. Mit

diesem vernetzten, virtuellen Speicher

können wir Schwankungen im Stromnetz

ausgleichen, was bisher nur größeren

Anlagen vorbehalten war. Durch die

Bereitstellung der Speicherleistung für die

Netzbetreiber erwirtschaften wir als einziger

Speicherhersteller zusätzliche Einnahmen

am Energiemarkt. Die teilnehmenden

Haushalte profitieren davon, je

nach Batteriemodell, von einer Gewinnbeteiligung

von bis zu 119 Euro im Jahr

und einer individuellen Freistrommenge

aus der Sonnen-Community. Dieser Strom

kann sowohl im Haushalt, aber auch für

das E-Auto genutzt werden. Sowohl der eigene

PV-Strom als auch der Strom aus der

Sonnen-Community sind dabei zu 100 %

aus Erneuerbaren Energien.

IKZ-ENERGY: Welche Rolle werden/sollen

die im Abo angebotenen Elektroautos in

dieser konstruktiven Gesamtkonzeption

spielen sowie in der grundsätzlichen Weiterentwicklung

des Unternehmens?

Sascha Koppe: Wie gesagt, wir möchte

dem Haushalt einen möglichst kompletten

Umstieg auf Erneuerbare Energien ermöglichen.

Dazu gehört auch die Elektromobilität.

Wir haben ja 2018 mit dem Sonnen-

Charger bereits ein intelligentes Ladegerät

angeboten. Mit Sonnen-Drive setzen

wir diesen Weg nun weiter fort.

Bild: Sonnen

Produktion von Solarstromspeichern bei

Sonnen. „Ab 2021 fallen die ersten PV-

Anlagen aus der EEG-Vergütung. Für die

Besitzer heißt das, dass sie einen neuen

Abnehmer für ihren sauberen Strom finden

müssen. Zum Beispiel Stromgemeinschaften

oder aber mit dem Solarstrom und einem

Speicher auf die Eigenversorgung umsteigen“,

sagt Sascha Koppe.

30 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


Sonnen ist inzwischen

weltweit unterwegs,

wie hier z. B. in den

USA. „Das Sonnen-

Drive-Konzept auch in

andere Länder zu übertragen

ist grundsätzlich

vorstellbar, aber heute

noch nicht geplant“,

sagt Koppe.

Bild: Sonnen

IKZ-ENERGY: Mit wie vielen E-Auto-Abo-

Abschlüssen rechnen Sie in Deutschland

und ist eine Übertragung des Konzepts

auch auf andere Länder geplant und in

welchen dann?

Sascha Koppe: Genaue Zahlen können wir

zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen.

Die Resonanz auf das Angebot ist

aber sehr positiv und wir haben bis heute

zahlreiche Voranmeldungen bekommen.

Das Konzept auch in andere Länder zu

übertragen ist grundsätzlich vorstellbar,

aber heute noch nicht geplant.

IKZ-ENERGY: Schlussfrage. Der Energiemarkt

ist im Umbruch wie selten zuvor.

Das Konzept der staatlichen Förderung

von Strom aus Erneuerbaren Energien

wird auf Sicht auslaufen. Eigenstrom-

Verwertungskonzepte gewinnen an Fahrt

und EVUs nehmen solche Pakete vermehrt

in ihre Angebotspalette auf. Wie

wird die Stromversorgung in Zukunft aussehen

– welche Perspektive und Position

sieht Sonnen für sich?

Sascha Koppe: Wir glauben, dass die

Stromversorgung der Zukunft dezentral

ist. Ab 2021 fallen die ersten PV-Anlagen

aus der EEG-Vergütung. Für die

Besitzer heißt das, dass sie einen neuen

Abnehmer für ihren sauberen Strom

finden müssen. Zum Beispiel Stromgemeinschaften

wie die Sonnen-Community

oder aber mit dem Solarstrom und

einem Speicher auf die Eigenversorgung

umsteigen. Darüber hinaus sehen

wir ja in den vergangenen Jahren und

bis heute schon einen klaren Trend hin

zur Selbstversorgung des Eigenheims

mit Solarstrom. Neben dem grundsätzlichen

Wunsch der Menschen nach einer

Energiewende sind die Kosten für Solarstrom

teilweise schon günstiger als z. B.

Kohlestrom. Nicht zuletzt bieten wir mit

Angeboten wie Sonnen-Now auch immer

mehr Menschen die Möglichkeit, in die

eigene Stromversorgung einzusteigen, da

die hohen Einstiegsbarrieren wie die Investition

wegfallen.

Neben den einzelnen Speichern der Privatkunden

wird zudem auch der Bedarf

an flexiblen Lösungen für das Stromnetz

weiter zunehmen. Virtuelle Kraftwerke

wie unser Speichernetzwerk helfen schon

heute, das Stromnetz in Deutschland zu

stabilisieren. Mit der Abschaltung von immer

mehr Kohle- und Atomkraftwerken

müssen neue Lösungen diese Lücke füllen

und dem Stromnetz die benötigte Flexibilität

zur Verfügung stellen.

Die Fragen stellte Dittmar Koop, Journalist

für Erneuerbare Energien

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TIPPS & TRENDS

Produkte

Brötje GmbH, EWE AG

Gasbrennwert mieten

In Kooperation mit dem Oldenburger Energiedienstleister

EWE hat der Heizungshersteller Brötje ein

deutschlandweites Angebot für Eigenheimbesitzer

entwickelt. Diese können von Brötje ein Heizungskomplettpaket

mieten. Das Paket umfasst die Heiztechnik

aus der Reihe der Gas-Brennwertgeräte mit bis zu

70 kW. Die Installation übernimmt ein Fachbetrieb aus

der Reihe der Partnerbetriebe von Brötje. EWE beliefert

den Kunden mit Erdgas, koordiniert die Partnerbetriebe

– auch im Falle von Störungen, Reparaturen,

der jährlichen Wartung oder auch wenn der Ersatz einer

Anlage nötig werden sollte. Zudem managt EWE

Schornsteinfegereinsätze und den 24-Stunden-Notdienst.

Der Kunde zahlt für das Heizungsleasing inklusive

aller Dienstleistungen einen monatlichen Grundbetrag

und die Kosten für seinen individuellen Energieverbrauch.

Es ist für Einfamilienhäuser, kleinere

Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte geeignet.

Bild: Brötje

August Brötje GmbH, August-Brötje-Str. 17, 26180 Rastede, Tel.: + 49 (0)4402 80 - 0, Fax: (0) 4402 80 - 583, info@broetje.de, www.broetje.de

EWE Aktiengesellschaft, Tirpitzstraße 39, 26122 Oldenburg, Tel.: + 49 (0) 441 4805-0, Fax: (0) 441 803 - 3999, info@ewe.de, www.ewe.de

Bild: Weber-Haus

Senec GmbH, Weber-Haus GmbH & Co. KG

PV-Paket fürs Eigenheim

Anlässlich des 60-jährigen Firmenjubiläums von

Weber-Haus hat sich das Familienunternehmen

mit Senec zusammengetan. Alle Häuser, die in

diesem Jahr bei Weber-Haus in Auftrag gegeben

werden, werden standardmäßig mit dem Paket

Home4Future ausgestattet. Das Basispaket umfasst

12 Photovoltaik-Module der Senec-Solar-Baureihe,

was einer Leistung von 4 kW p entspricht.

Dazu wird ein Senec Home V3 Hybrid-Stromspeicher

mit einer Kapazität von 5 kW p installiert.

Eine Schnittstelle zur Einbindung der ebenfalls

im Paket enthaltenen Wärmepumpe in das Energiemanagement

gehört ebenso zum Angebot wie

ein Notstrompaket. Sowohl die PV-Anlage als auch

der Stromspeicher können auf Wunsch des Bauherrn

bis zu einer Leistung von 9,9 kW p und einer

Speicherkapazität von 10 kWh erweitert werden.

Senec GmbH, Wittenberger Straße 15, 04129 Leipzig, Tel.: +49 (0) 341 870 - 570, Fax: +49 (0) 341 870 - 57300, info@senec.com, www.senec.com

Weber-Haus GmbH & Co. KG, Am Erlenpark 1, 77866 Rheinau,

Tel.: +49 (0) 7853 83 - 0, Fax: +49 (0) 7853 83 - 7837, info@weberhaus.de, www.weberhaus.de

32 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


TIPPS & TRENDS

Produkte

Rotex Heating Systems GmbH

Wärmepumpe für

den Altbau

Effiziente Wärmepumpentechnik auch im Renovierungsmarkt?

Möglich macht das die neue Daikin Altherma 3 H HT, die mit Vorlauftemperaturen

bis 70 °C bei minus 15 °C Außentemperatur und

der freien Wahl zwischen Fußbodenheizung und Radiatoren als

Lösung für Bestandsgebäude dienen soll. Ein Daikin Scroll-Verdichter

– neu entwickelt, um die Vorteile des klimaschonenden

Kältemittels R-32 weiter auszubauen – reduziert laut Rotex den

Ausstoß an CO 2 -Äquivalenten um 75 % im Vergleich zu marktüblichen

Geräten. In Verbindung mit der hohen Heizleistung mit

einem COP von bis zu 5 ist die Daikin Altherma 3 H HT in den

meisten Gebäuden, ob Neubau oder Renovierung, förderfähig. Sie ist in drei Leistungsgrößen 14 kW, 16 kW und 18 kW erhältlich.

Rotex Heating Systems GmbH (ab 1.4.2020 Daikin Airconditioning Germany GmbH), Langwiesenstraße 10, 74363 Güglingen,

Tel.: +49 (0) 7135 103 - 0, Fax: +49 (0) 7135 103 - 201, info@rotex.de, www.daikin-heiztechnik.de

Bild: Rotex

Windhager Zentralheizung GmbH

BioWin2 Touch

und AeroWin kombiniert

Windhager baut sein Pelletprogramm weiter aus. Seit Januar ist

der Pelletkessel BioWin2 Touch auch als Wärmepumpen-Hybridheizung

in vier Leistungsgrößen von 10 bis 26 kW erhältlich. Bei

Außentemperaturen um die 0 °C stellt die Wärmepumpe die benötigte

Wärme bereit. An kälteren Tagen oder bei höherem Wärmebedarf

übernimmt der Pelletkessel den Heizbetrieb. Beide

Einheiten können auch unabhängig voneinander arbeiten. Der

BioWin2 Hybrid verfügt über einen großen Pellet-Vorratsbehälter

mit 200 kg Fassungsvermögen. Ein Pelletlager ist daher nicht

notwendig, lediglich der Behälter muss je nach Wärmebedarf

und Komforteinstellung dann nachgefüllt werden.

Windhager Zentralheizung GmbH, Daimlerstraße 9, 86368 Gersthofen,

Tel.: +49 (0) 821 21680 - 0,

Fax: +49 (0) 821 21680 - 290,

info@de.windhager.com,

www.windhager.com

Ritter Energie- und

Umwelttechnik GmbH & Co. KG

Neue Vario-

Wärmezentrale

Nach der erfolgreichen Einführung

der Hydraulikzentrale für die Kombination

mit einem Pufferspeicher

im letzten Jahr präsentiert Paradigma

nun eine weitere Variante, die

direkt an Trinkwasserspeicher

angeschlossen werden kann.

Die Wärmezentrale lässt sich

direkt an den Trinkwasserspeicher

TW 300 anschließen.

Als Wandmontage ist sie

zudem mit den restlichen TW-

Speichergrößen des Unternehmens

oder mit bestehenden

Fremdspeichern kompatibel.

Analog zur ersten Ausführung

der Baureihe für Pufferspeicher,

dem Vario Tower PS, sind

auch in dem Vario Tower TW

eine Solarstation mit Solarregler

sowie Heizkreisstationen samt

Regelung integriert.

Bild: Paradigma

Bild: Windhager

Ritter Energie- und Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Kuchenäcker 2,

72135 Dettenhausen, Tel.: +49 (0) 7157 5359 - 1200,

Fax: +49 (0) 7157 5359 - 1009, info@paradigma.de, www.paradigma.de

2/2020 www.ikz.de 33


TIPPS & TRENDS

Produkte

Intilion GmbH

Breit skalierbarer Gewerbespeicher

Bild: Intilion

Die Intilion GmbH hat ihren ersten Energiespeicher

für gewerbliche Anwendungen auf den Markt gebracht.

Das neue Lithium-Ionen-Speichersystem Scalebloc

hat eine Kapazität von 68,5 kWh und kann modular

auf bis zu eine MWh erweitert werden. Während

der ab sofort erhältliche Scalebloc mit einem

30-kW-Wechselrichter ausgestattet ist, bietet Intilion

ab Sommer eine 60-kW-Variante an. Sie wurde insbesondere

für Betriebe mit hohen Lasten konzipiert,

denn die höhere Leistung beschleunigt den Be- und

Entladevorgang. Beide Versionen sind zudem ab Sommer

auch off-gridfähig.

Intilion GmbH, Dr.-Sinsteden-Straße 8, 08056 Zwickau,Tel.: +49 (0) 375 270 550 - 0, Fax: +49 (0) 375 270 550 - 300,

contact@intilion.com, www.intilion.com

my-PV GmbH

Alles im Blick

Mit der neuen Cloudlösung my-PV.Live haben Wohnungsbaugesellschaften

und Vermieter ab sofort jederzeit und

überall die aktuellen Betriebsparameter der my-PV-

Warmwasserbereitungsgeräte Elwa und des Leistungsstellers

AC•Thor im Blick. Die Cloud-Connect-Einheit führt

in Mietshäusern die einzelnen Elwa’s und AC•Thor’s zusammen

und verbindet sie mit der Cloud. Das Programm

stellt den Energieverbrauch wahlweise als Tages-, Monatsoder

Jahreswert dar und unterscheidet zwischen selbst erzeugtem

PV- sowie zugekauftem Netzstrom. Bei entsprechenden Messeinheiten kann sich der Kunde auch den Stromverbrauch für

die Wärmepumpe oder das Elektro-Auto anzeigen lassen. Die Nutzung der Cloud ist in den ersten zwei Monaten kostenlos.

Bild: my-PV

my-PV GmbH, Teichstraße 43, A-4523 Neuzeug, Tel.: +43 (0) 7259 393 - 28, office@my-pv.com, www.my-pv.com

A.B.S. Silo- und Förderanlagen GmbH

Flachbodensilo von A.B.S. patentiert

Für ihr Flachbodensilo Flexilo hat die A.B.S. Silo- und Förderanlagen GmbH aus Osterburken

ein Patent erhalten. Die Besonderheit des Silos: Der Gewebespeicher ist mit

einem formveränderbaren Deckenelement ausgestattet, sodass er, über die Gestellgröße

hinaus, flexibel Holzpellets aufnehmen und auf diese Weise die gesamte

Raumhöhe ausnutzen kann. Das Befüllungsrohr lässt sich dazu höhenverstellbar

an der Tragkonstruktion befestigen. Entnommen werden die Pellets

über fünf am Siloboden zu montierende Saugsonden.

Bild: A.B.S.

A.B.S. Silo- und Förderanlagen GmbH, Industriepark 10, 74706 Osterburken,

Tel.: +49 (0) 6291 6422 - 0, Fax: +49 (0) 6291 6422 - 50, info@abs-silos.de, www.abs-silos.de

34 IKZplus • IKZ-ENERGY 2/2020


TIPPS & TRENDS

Produkte

Stiebel Eltron GmbH & Co. KG

Speicherheizung ohne

zentrale Steuerung

Die neuen Speicherheizungen von Stiebel Eltron machen den

Einbau einer zentralen Steuerung überflüssig. Sie sind Dank der

integrierten C-Plus-Technology in der Lage, selbstständig den

Wärmebedarf des nächsten Tages zu bestimmen – und speichern

dementsprechend so viel Energie, wie voraussichtlich benötigt

wird. Die C-Plus-Technology errechnet, wie viel Energie am

nächsten Tag zur Verfügung stehen muss – basierend auf dem

Wärmebedarf des Raumes am aktuellen Tag, dem Nutzer-Heizverhalten

und einer Sicherheitsreserve. Dabei spielt die Außentemperatur

eine wichtige Rolle: Dieser Wert fließt indirekt über

den täglichen Wärmebedarf in die Berechnungen ein. In Kombination

mit dem integrierten Raumtemperaturregler mit Wochentimerfunktion

ist so ein optimaler Energieeinsatz mit maximaler

Energiekosteneinsparung

möglich.

Ein großer Vorteil ist, dass die Geräte nach und nach ausgetauscht

werden können.

Stiebel Eltron GmbH & Co. KG,

Dr.-Stiebel-Straße 33, 37603 Holzminden,

Tel.: +49 (0) 5531 702 - 702, Fax: +49 (0) 5531 70295 - 106,

info-center@stiebel-eltron.de, www.stiebel-eltron.de

Bild: Stiebel Eltron

SL Rack GmbH

Dachhaken für alle Fälle

Mit dem Dachhaken Vario SL von SL Rack lassen sich Photovoltaikanlagen auf allen gängigen Ziegeldächern

montieren. Durch die doppelte Höhenverstellbarkeit sowohl an der Bodenplatte als auch am

Kopf des Dachhakens ist dieser besonders flexibel einsetzbar und lässt sich ohne Unterlegplatten

an das Dach anpassen. Die Konstruktion ermöglicht zudem eine optimale horizontale Positionierung

des Bügels beim Austritt zwischen den Dachplatten. Die Dachhaken sind in zwei

Ausführungen erhältlich: als Vario SL (Standardausführung bis 1500 N) und als Vario SL-X (für

hohe Schneelasten bis 3200 N). Beide Varianten bieten eine stufenweise Höhenanpassung von 45

– 65 mm. Es handelt sich um eine Aluminium-Konstruktion, SL Rack bietet 10 Jahre Gewährleistung.

SL Rack GmbH, Münchener Str. 1, 83527 Haag i. OB, Tel.: +49 (0) 8072 3767 - 0, sales@sl-rack.com, www.sl-rack.com

Impressum

Fachmagazin des Mehrwert-Konzeptes IKZplus

www.ikz.de · www.ikz-energy.de · www.strobelmediagroup.de

Verlag

STROBEL VERLAG GmbH & Co. KG

Hausanschrift: Zur Feldmühle 9-11, 59821 Arnsberg,

Telefon: 02931 8900-0

Herausgeber

Dipl.-Kfm. Christopher Strobel, Verleger

Redaktion

Markus Sironi

Chefredakteur IKZ -Medien

Gas- und Wasserinstallateurmeister, Zentralheizungsund

Lüftungsbauermeister, gepr. Energieberater

Telefon: +49 2931 8900-46

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Dittmar Koop

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