Markt&Technik Heft 12/2020

weka.fachmedien59132

Heft vom 20. März 2020

20.3.2020

12/2020 ISSN 0344-8843 € 6, – www.markt-technik.de

Bild: Airbus

MESSENACHLESE

embedded world 2020

Seite 21

Die „Bartolomeo“-Plattform von Airbus ist jetzt an der Außenseite des europäischen ISS-Moduls angebracht und bietet Platz

für zwölf verschiedene Nutzlasten. Sie können bei jeder Wartungsmission zur ISS in den Weltraum gebracht werden.

Ihnen wird ein optischer Daten-Downlink mit einer Übertragungskapazität von bis zu 2 TB pro Tag zur Verfügung stehen.

INTERVIEW DER WOCHE

mit Ralf Bühler, Conrad:

»Zur Plattformökonomie gehört

auch der Faktor Mensch«

Seite 12

Gaia X: Zusammenarbeit mit US-Firmen statt Abschottung

Wie sicher ist die

europäische Cloud?

SCHWERPUNKT

Safety & Security: Safety und

hohe Rechenleistung vereint

Seite 30

MANAGEMENT&KARRIERE

Job: Interview mit Diana Eid,

Dräxlmaier Group:

»Die Zukunft liegt in der

Personalentwicklung« Seite 36

IBM unterstützt als aktives Mitglied

das europäische Industrie- ethischen Werte und unsere Ver-

Das wurde auch im deutschen Wirt-

Optoelektronik: Spectaris

ausgehen, versichert er. »Unsere heligenden Partner prädestinieren. TOP-FOKUS

Cloudprojekt Gaia-X. Nachdem die pflichtung zur Vertraulichkeit von schaftsminsterium auch so gesehen«,

erwartet ein Jahrzehnt

GaiaX-Initiative anfangs zurückhaltend

Daten sind Attribute, die uns als naschen

unterstreicht Seite 3 großer Innovationen Seite 38

gegenüber US-amerikani-

Hyperscalern und Providern

agierte, setzen deren Gründer und

Wer in der Automotive-Welt wirklich die Nase vorn hat

Mitglieder nun ausdrücklich auf

die Zusammenarbeit. »Bis zur Präsentation

von GaiaX auf dem Digi-

Diskussion über Teslas Technikvorsprung

E

talgipfel im Herbst letzten Jahres s hatte schon für Aufsehen gesorgt:

Tesla soll laut eines Ananige

Zehntausend und dann sehr zum Digitalkonzern wandeln müsse,

nen E-Autos in diesem Jahr auf ei-

Chef Herbert Diess, dass VW sich

Digi-Key_MT05_8-9_Mill_DE_DE_Snipe.pdf;S: 1;Format:(60.00 x 50.00 mm);22.Jan 2020 11:21:57

war GaiaX eine rein europäische

Truppe. Aber auch schon zu diesem

Zeitpunkt wurde darauf hingewiesen,

dass außereuropäische Firmen

am Projekt mitarbeiten können, die

sich zu den europäischen Prinzipien

verpflichten«, erklärt Jo Stark,

Director of Industry Business Development

von IBM. Und davon

könne man für IBM schließlich

lystenberichtes den etablierten Automobilherstellern

um sechs Jahre

voraus sein. Die OEMs selber hatten

zumindest indirekt zum Teil zugegeben,

einen Vorsprung gegenüber

den Herstellern von elektrischen und

autonomen Fahrzeugen aufholen zu

müssen. So will Ola Källenius, CEO

von Daimler, die Fertigung der eige-

schnell auf Hunderttausende steigern.

2019 habe der Anteil von Elektro-

und Hybridfahrzeugen am

Daimler-Absatz weltweit 2 Prozent

ausgemacht. Dieses Jahr wolle man

den Anteil vervierfachen, 2021 dann

noch einmal verdoppeln.

Anlässlich des „Global Board

Meeting“ Mitte Januar erklärte VW-

der Erfolg der Software sei entscheidend.

Die im vergangenen Jahr

ins Leben gerufene „Car.Software

Org“ sei gestartet und

müsse nun operativ werden.

»An alle geht

die klare Aufforderung:

Car.

Seite 3


Aktuell Nachrichten

Fortsetzung von Seite 1

Wie sicher ist die europäische Cloud? ...

Stark. IBM betreibt in Deutschland

lokal zertifzierte Rechenzentrenund

ist Mitbegründer des europäischen

Codes of Conducts.

Die Idee zur Gründung von

GaiaX geht unter anderem auf

den Familienunternehmer Prof.

Dr. Friedhelm Loh, Inhaber der

gleichnamigen Firmengruppe, zurück.

Involvierte Köpfe sind ferner

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident

der Fraunhofer-Gesellschaft,

und Dr. Sebastian Ritz,

CEO der German Edge Cloud, sowie

Bundesminister Altmaier und

mehrere Staatssekretäre.

> >

Digitale Souveränität

Ziel von Gaia-X ist die digitale

Souveränität der deutschen und

europäischen Industrie und damit

eigentlich die Unabhängigkeit von

US-amerikanischen Firmen, die

dem Cloud-Act verpflichtet sind:

Wer seine Daten US-Firmen zur

Verfügung stellt, muss wissen: Der

US-amerikanische Justizminister

hat laut Cloud Act – geht zurück

auf den Patriot Act – in der Regel

das Recht, deren Daten einzusehen,

auch wenn sie in Europa gespeichert

sind. Und wie ist unter

diesem Aspekt nun die Zusammenarbeit

mit IBM einzuordnen:

Ist die europäische Cloud trotzdem

noch sicher? Dem Vernehmen

nach wurde schnell klar, dass ein

Projekt wie GaiaX nicht ohne

etablierte IT-Infrastruktur-Povider

funktionieren wird – und die kommen

nun einmal originär nicht aus

Deutschland oder Europa.

Insofern liegt der Schluss „Zusammenarbeit

statt Abschottung”

nahe. »Vorbehalte gebe es nicht,«

betont Stark. »Im Gegenteil: Wir

stoßen auf offene Ohren. IBM

begrüßt ausdrücklich die Bestrebungen

Deutschlands und Europas

nach digitaler Souveränität und hat

laut Stark auch für den US-Cloud

Act vorgesorgt: »Uns gehören

nicht die Daten unserer Kunden

und demzufolge haben wir für unsere

Systeme, die wir in Europa

betreiben, die Sicherheit, nicht unter

den US-Cloud Act zu fallen«,

verkündet Stark. »IBM hat sehr

viel investiert, um diese Rechtsposition

zu erarbeiten.« Die Kunden

hätten sowohl die Hoheit über ihre

Daten als auch die Datenerkenntnisse.

»Anstatt die Cloud also in-

nerhalb nationaler Grenzen abzuschotten,

braucht es gemeinsame,

internationale Initiativen, um entsprechende

Technologien zu fördern

und eine leistungsfähige Infrastruktur

aufzu bauen«, resümiert

der IBM-Experte. Wer als Service

Provider seine Infrastruktur bei

GaiaX zur Verfügung stellen will,

muss sich zudem zertifzieren lassen.

Technisch betrachtet soll

GaiaX die größtmögliche Sicherheit

bieten, indem man die Sicherheit

über das Gesamtsystem verteilt.

Als Beispiel nennt Stark

Elektrosil_Inselanz_Varianten-3-Leistungen_MT_1220.pdf;S: 1;Format:(45.00 x 60.00 mm);09.Mar 2020 13:41:50

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Ideen.

Lösungen.

Produkte.

FERTIGUNG

große Projekte aus dem Gesundheitswesen

wie etwa die eletronische

Gesundheitskarte. Solche

Daten seien auch nur über einen

Schlüssel einsehbar. Die Vision,

die das Gremium rund um GaiaX

im Fokus hat, sind viele verteilte

Edge-RZs, die „On Premise“ laufen.

Denkbare Einsatzgebiete sind

nicht nur die Industrie und Fabriken,

sondern auch Krankenhäuser

und Wohnkomplexe könnten so an

der digitalen Souveränität teilhaben.

Und wie geht es weiter mit

GaiaX? Momentan ist GaiaX noch

eine Art Konsortium, im weiteren

Verlauf soll eine legale Geschäftseinheit

gegründet werden. Die

Bundesregierung will eine mitgestaltende

Rolle einnehmen, will

aber nicht operativ tätig werden.

Um Fertigungsunternehmen

bei der digitalen Transformation

zu unterstützen und dabei ihre

Geschäftsarchitektur neu aufzusetzen

und sich so zu einem Cognitive

Enterprise weiterzuentwickeln,

zeigt IBM auf der Hannover

Messe im Juli darüber hinaus methodische

und programmatische

Ansätze, die die Funktionsmöglichkeiten

von GaiaX verdeutilchen

sollen. (zü)


Fortsetzung von Seite 1

Diskussion über Teslas ...

Jo Stark, Director of Industry Business De velopment von IBM

»Bis zur Präsentation von GaiaX auf dem Digitalgipfel im Herbst letzten Jahres

war GaiaX eine rein europäische Truppe. Aber auch schon zu diesem Zeitpunkt wurde

darauf hingewiesen, dass außereuropäische Firmen am Projekt mitarbeiten können,

die sich zu den europäischen Prinzipien verpflichten«

Software Org entscheidet über unsere

Zukunft!« Ziel ist es, die

Eigenentwicklung im Software-

Bereich von heute 10 bis 2025 auf

60 Prozent zu steigern.

Doch was ist konkret dran an

dem Vorsprung von sechs Jahren

im Bereich der Elektronik? Lässt er

sich an bestimmten Kriterien erkennen

und auf ein Jahr genau angeben?

Markt&Technik sprach mit

Robert Kraus, Gründer und CEO

von Inova Semiconductors, der als

Hersteller von ICs für den Einsatz

in Autos einen guten Überblick

über die derzeitige Situation hat. Er

ist durchaus angetan davon, wie innovativ

Newcomer wie Tesla sind.

Allerdings ist im Auto hohe Qualität

gefordert, umfangreiche Tests

sind erforderlich, viel Erfahrung in

der Produktion von Millionen-

Stückzahlen dürfte auch nicht schaden.

Wer das Spiel aus seiner Sicht

gewinnen könnte, was aus China zu

erwarten ist und welche Firmen

demnächst ein gewichtiges Wörtchen

im Bereich der Automobiltechnik,

insbesondere der Elektronik,

mitreden werden, lesen Sie im

Interview ab S. 17. (ha) ■

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 3


Inhalt

12/2020

aktuell|Nachrichten

Plötzlich Homeoffice:

»Ohne eine gute Kommunikation gerät alles andere ins Wanken« 8

TTI / Schurter: Distributionsvereinbarung für EMEA 8

ESR Labs übernommen: Accenture stärkt Automotive-Sektor 9

aktuell|Distribution

Rutronik und Gowin: Distributionsvertrag für EMEA und Amerika 10

Ab sofort lieferbar: Starter-Kit für den Raspberry-Pi 4 10

Arrow und Shiratech: Plug&Play-Modul für die Zustandsüberwachung 10

Zuwachs für den FBDi: Neues Mitglied Medi Kabel 11

Weltweites Vertriebsabkommen: Mouser ist Partner von Fractus Antennas 11

•Exklusiv|Interview der Woche

mit Ralf Bühler, Conrad:

»Zur Plattform ökonomie gehört auch der Faktor Mensch« 12

•Fokus|Fertigung

Kooperation von Henkel und Covestro: Batteriezellen effizient montieren 19

Automotive

Tesla soll in der Elektronik sechs Jahre voraus sein:

Was am Vorsprung tatsächlich dran ist 23

Prüftechnik

Auf direktem Weg zum passenden Prüfadapter:

Digitaltest etabliert eigenes Adapterhaus 25

Messenachlese|embedded world 2020

Standard für Embedded-Computer-Auflötmodule:

OSM erweitert CoM-Welt 20

Im 3,5-Zoll-Format: Lüfterfreier SBC 21

M2M-Area der embedded world:

Wireless-M2M als Aspekt des IoT 22

Glyn auf der embedded world:

Neue Produkte und Herstellerpartner 24

Für CPU- und FPGA-Module: Zwei CoMs in einem System 25

Automatisierte Anpassung des HiL-Testsystems spart Zeit und Geld:

»Wir betrachten den Prozess ganzheitlich« 26

Fehlinterpretationen vorbeugen: Statische Codeanalyse für Barr 27

Software und IP: RTOS und RISC-V-Prozessor 28

4

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Schwerpunkt|Safety & Security

Kombinierte Standard- und Sicherheitssteuerung:

Safety und hohe Rechenleistung vereint 30

Lizenzierung ermöglicht neue Geschäftsmodelle:

Voraussetzung für Industrie 4.0 33

Keysight-Umfrage „Security Operations Effectiveness“:

»Unternehmen verlassen sich zu sehr auf ihre Security Tools« 34

Management & Karriere|Job

Diana Eid, Dräxlmaier Group:

»Die Zukunft liegt in der Personalentwicklung« 36

Top-Fokus|Optoelektronik

Spectaris erwartet ein Jahrzehnt großer Innovationen:

»Unsere Branchen werden die Welt verändern« 38

Forschung für nachhaltige Leuchtmittel:

Auf dem Weg zur Bio-LED 40

Zum SPIE Fellow ernannt:

Auszeichnung für Toptica-Gründer 41

Topag Lasertechnik: Abstimmbarer Nanosekundenlaser 41

Deutsche Lichtmiete eröffnet neuen Fertigungsstandort:

Achtfacher Produktions-Output 42

Instrument Systems: Blaulichtgefährdung bewerten 43

IMM Photonics: Fasertester wahlweise mit Akku 43

Komplette Steckverbinder-Konfektionslinie aus einer Hand:

AMS Technologies und Data-Pixel kooperieren 44

Osram Opto Semiconductors:

Infrarot-Laser für Lidar-Nahfeld-Anwendungen 44

E-Kompakt|Produktservice

Steuerungstechnik 45

Marktübersicht: Soft-SPS 46

GEMEINSAM STARK

FÜR DIE BIENEN

Mit unseren Partnern feiern wir nicht

nur 50 erfolgreiche Jahre in der

Elektronikindustrie sondern auch

unser Engagement für die Umwelt.

#EBVsavestheBees

Unsere Partner:

Editorial 7

Inserentenverzeichnis, Impressum 49

Spektrum 50

Szene&Events: Stelldichein der Media-Entscheider 51

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 5

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die Riesenrafflesie (Rafflesia arnoldii) die grösste

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Elektromechanik:

Verbindungstechnik, Gehäuse & Kühltechnik,

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DESIGN&ELEKTRONIK

Ausgabe 04/2020

Erscheinungstermin:

28. April 2020

Anzeigenschluss:

30. März 2020

Druckunterlagenschluss:

07. April 2020

Messeausgabe

PCIM

Kontakt: Mediaberatung DESIGN&ELEKTRONIK · Telefon +49 89 25556-1376 · media@design-elektronik.de


Editorial

Ingo Kuss

Chefredakteur • IKuss@weka-fachmedien.de

Der Elefant

im Raum

Im englischen Sprachraum wird ein offensichtliches Problem, das

zwar im Raum steht, aber dennoch von den Anwesenden nicht

angesprochen wird, bildhaft „der Elefant im Raum“ genannt.

Der „Elefant“ in dieser Ausgabe der Markt&Technik ist natürlich die

Coronakrise: Eine Pandemie schränkt das öffentliche Leben in vielen

Ländern in einer zumindest für die Nachkriegsgeborenen nie gekannten

Weise ein, mit drastischen Folgen auch für die globale Wirtschaft.

Trotzdem beschäftigen sich nur wenige Artikel in dieser Ausgabe mit

diesem Thema.

Das ist jedoch weder Zufall noch Ignoranz, sondern allein der enormen

Dynamik des Geschehens geschuldet. Selbst als Wochenzeitung

können wir unsere Leser auf diesem Weg nicht in der gebotenen

Aktualität informieren. Deshalb gibt es eine klare Arbeitsteilung: Auf

unserer Webseite www.markt-technik.de halten wir Sie über alle relevanten

Entwicklungen zum Thema „Corona“ auf dem Laufenden.

Unser Fokus gilt dabei vor allem den Auswirkungen speziell auf die

Elektronikbranche, die als sehr stark globalisierter Wirtschaftszweig

die Auswirkungen der Pandemie auch in besonderer Form zu spüren

bekommt. Ein eigens eingerichtetes Corona-Special auf www.markttechnik.de

bündelt alle entsprechenden Meldungen, so dass Sie sich

schnell einen Überblick verschaffen können.

In der Print-Ausgabe der Markt&Technik wiederum bereiten wir wie

gewohnt die Themen auf, die Sie für ihre tägliche Arbeit als Entwickler

und Entscheider im Elektronikbereich benötigen. Denn neben allen

zusätzlichen Maßnahmen, die ein verantwortungsbewusster Umgang

mit diesem neuen Virus erfordert, geht es ja gerade darum, die normalen

Arbeitsprozesse so weit wie möglich aufrecht zu erhalten. Wir

wollen unseren Teil dazu beitragen.

Kommunikation gilt als Schlüssel für eine erfolgreiche Krisenbewältigung.

In diesem Sinne werden wir intensiv den Kontakt mit Ihnen

suchen und gerne Ihre Maßnahmen und Lösungsansätze als Anregung

für alle anderen vorstellen. Umgekehrt haben aber auch Sie jederzeit

die Möglichkeit, mit Vorschlägen oder Fragen direkt auf uns zuzukommen.

Schreiben Sie mir einfach eine kurze Mail!

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund!

Ingo Kuss

BD71850MWV

Neuer Pin-kompatibler, Leistungs- und Kostenoptimierter

PMIC für NXP I.MX 8M NANO SOC

Die Powerarchitektur des BD71850MWV von ROHM ist auf geringste

Verlustleistung, längste Betriebszeiten und bestes thermisches Verhalten

optimiert. Die BOM ist auf ein Minimum reduziert, da die vollintegrierten

Schaltregler nur einen einzigen 22μF Ausgangskondensator

benötigen, die I²C-Schnittstelle 3,3V tolerant ist und der multifunktionale

Power-Button als Single-Switch-Funktion realisiert ist.

Wichtige Funktionen:

Upgradebares Design, keine externen aktiven Komponenten erforderlich

Pin-kompatible PMIC-Lösung für i.MX 8M Nano und Mini

Kein PCB-Redesign beim Wechsel von Nano auf Mini oder umgekehrt

Optimierte Powerarchitektur für geringste Verlustleistung und verlängerte

Betriebszeiten

DC/DC-Wandler, die sich in bestehenden leistungsfähigeren Designs

bewährt haben

Optimierte Stückliste – Bauteiltoleranzen, Degradation durch Bias-

Spannung, thermische Degradation und Alterung sind abgedeckt

Multifuntionaler Ein-/Ausschalter mit integrierter Reset-Funktion

Bewährtes und vom SoC-Anbieter (NXP) freigegebenes Design

Mehr Informationen zu ROHM PMICs

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Nr. 12/2020

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7

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Committed to excellence


Aktuell Nachrichten

Plötzlich Homeoffice

»Ohne eine gute Kommunikation

gerät alles andere ins Wanken«

Die Collaboration-Software für Programmierer von

GitLab wird weltweit eingesetzt, gearbeitet wird

ausschließlich von zuhause. „Remote Work“ ist bei

GitLab der Normalfall, 1200 Mitarbeiter arbeiten

aus mehr als 65 Ländern mobil. Darren Murph,

Head of Remote, gibt Tipps, wie die virtuelle

Zusammenarbeit funktioniert.

Markt&Technik: Herr Murph,

GitLab hat u.a. ein „Notfall-

Toolkit für Führungskräfte und

Manager“ sowie einen Leitfaden

mit Tipps veröffentlicht. Was ist

das Wichtigste aus Ihrer Sicht?

Darren Murph: Wichtig ist es, einen

klaren Kommunikationsplan

aufzustellen, der unternehmensweit

verbreitet wird. Wenn alle

Mitarbeiter auf einer Linie sind,

d.h. auf der gleichen Grundlage

miteinander sprechen sowie über

Arbeit und Updates kommunizieren,

dann ist das der Weg zum Erfolg.

Ohne eine gute Kommunikation

gerät alles andere ins Wanken.

Welche Collaboration-Tools

empfehlen Sie Unternehmen, die

wegen des Coronavirus zum ersten

Mal auf Arbeiten außerhalb

der Firma setzen?

Zoom ist das zuverlässigste und

stabilste Tool für Videokonferenzen,

das ohne Verzögerungen funktioniert.

Wenn also diese Möglichkeit

besteht, dann sollte das genutzt

werden. Für den Team-Chat empfehle

ich angesichts der Vielzahl

von Plug-ins Slack. Yac ist zum

Beispiel ein Plug-in für Slack, mit

dem asynchrone Videos versendet

werden können. Damit lässt sich

die Kommunikation auch persönlicher

gestalten.

Was müssen Führungskräfte besonders

beachten?

Manager müssen sensibel für Feedback

sein. Idealerweise wird ein offenes

Forum für Mitarbeiter geschaffen,

in dem sie sich zu

Herausforderungen und Bedenken

äußern können. Dies ist der einzige

Mechanismus zum Verständnis von

Kommunikationslücken. Zudem ist

es die Pflicht des Managers, zu priorisieren

und dann festzulegen,

welche Korrekturen zuerst behoben

werden. Dabei sollte immer bedacht

werden, dass der Übergang

zu Remote Work kein binäres Ereignis

ist – es ist vielmehr ein Prozess,

der durch Wiederholung täglich

einen besseren Schliff erhält.

Und Angestellte?

Die Mitarbeiter müssen bewusst

eine Trennung zwischen Arbeit

und Leben schaffen. Wenn es kein

physisches Büro gibt, das man verlassen

kann, ist es verlockend, länger

zu arbeiten als erwartet – oder

mehr als gesund ist. Wenn es sinnvoll

ist, sollten Arbeitsbeginn und

Arbeitsende konkret festgelegt und

Aktivitäten im Voraus geplant werden,

um die Zeitlücke zu füllen, die

einst für das Pendeln zur Arbeit nötig

war.

Wie vermeidet man Produktivitätsverluste?

Es ist durchaus wahrscheinlich,

dass die Produktivität bis zu einem

gewissen Grad abrutschen wird.

Der erste Schritt besteht zunächst

darin, das realistisch zu betrachten:

Unternehmen zwingen die Arbeitnehmer

effektiv von einem Büro in

ein anderes, das möglicherweise

noch nicht vorbereitet ist. Dieser

Wechsel wird durchaus als tiefgreifend

empfunden. Deshalb ist es am

besten, den Arbeitnehmern eine

Übergangsfrist für diesen Arbeitsplatzwechsel

zu gewähren, in der

sie sich ausprobieren, und die Ausstattung

für ein gesundes und ergonomisches

Arbeitsumfeld beschaffen

und Rückmeldungen geben,

welche Maßnahmen in Bereichen

wie Kommunikation und Arbeitsabläufen

ergriffen werden müssen.

Darren Murph, GitLab

»Es ist durchaus wahrscheinlich,

dass die Produktivität zunächst

bis zu einem gewissen Grad

abrutschen wird.«

Darüber hinaus ist es von entscheidender

Bedeutung, dass ein

Unternehmen die Dokumentation

sämtlicher Vorgänge verinnerlicht.

Wenn man jemandem nicht physisch

an die Schulter tippen kann,

um eine Antwort zu erbitten, dann

brauchen Mitarbeiter eine zentrale

digitale Bibliothek, nämlich ein

Unternehmenshandbuch oder

FAQ, um eine Anleitung zu finden.

Die Fragen stellte

Corinne Schindlbeck

Unter www.markt-technik.de/specials

bündelt die Markt&Technik-Redaktion

alle aktuellen Meldungen und

Hintergrundberichte zu den

Auswirkungen des Coronavirus

auf die Elektronikbranche.

TTI / Schurter

Distributionsvereinbarung für EMEA

Der Hersteller Schur ter und der

Distributor TTI haben ein Vertriebsabkommen

für EMEA unterzeichnet.

Die beiden Unternehmen

haben damit ihre langjährige Zusammenarbeit

in Frankreich auf

das übrige Europa, Afrika und den

8

Nahen Osten ausgedehnt. 1971 gegründet

und in Fort Worth/Texas

ansässig, beschäftigt TTI heute

mehr als 6700 Mitarbeiter in über

133 Niederlassungen in Europa,

Nordamerika und Asien. Das Unternehmen

vertreibt passive und

elektromechanische Bauelemente

sowie Leistungshalbleiter, Stromversorgungen,

Sensoren und Optoelektronik.

Mit der Übernahme von

Mateleco in Frankreich 2008 wurde

TTI zu einem Distributor von

Schurter-Produkten. Schurter mit

Hauptsitz im zentralschweizerischen

Luzern bietet Geräteschutz-

Bauelemente, Gerätestecker und

-verbindungen, EMV-Produkte,

Schalter, Eingabesysteme, Elektronikdienstleistungen

und Systemlösungen

an. (ak)

n

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Aktuell Nachrichten

ESR Labs übernommen

Accenture stärkt Automotive-Sektor

Accenture übernimmt die in

München ansässige ESR

Labs, die Embedded-Software für

den Automotive-Sektor entwickelt,

Kunden bei der Entwicklung vernetzter

Auto- und Mobilitätsdienste

wie Carsharing unterstützt

und an neuen Technologien für das

autonome Fahren forscht.

ESR Labs wird in Accenture Industry

X.0 eingegliedert. Dieser

Teil von Accenture unterstützt Unternehmen

dabei, mithilfe digitaler

Technologien Produkte und Dienstleistungen

zu entwerfen, zu entwickeln

und herzustellen sowie Produktions-

und Industrieanlagen

digital zu betreiben. ESR Labs arbeitet

künftig eng mit zwei weiteren

deutschen Spezialisten des Bereichs

Industry X.0 zusammen: die

strategische Designberatung designaffairs

sowie die Technologieberatung

Zielpuls. Gemeinsam werden

die Accenture-Töchter Soft -

ware- und Mobilitätsdienstleistungen

für Automobilhersteller sowie

intelligente, vernetzte Systeme für

Medizintechnik, Maschinenbau

und High-Tech-Unternehmen entwickeln.

»Die deutsche Industrie

muss Software in den Mittelpunkt

ihres Geschäfts stellen«, sagt Andrew

Smith, Geschäftsführer von

Accenture Industry X.0 in Deutschland.

»Wie bei den großen Internet-

Giganten erfordert dies eine „Software

First“-Kultur und Arbeits -

weise. Mit ESR Labs wollen wir

genau dies tun.« Axel Schmidt, Geschäftsführer

und globaler Leiter

des Bereichs Automotive bei Accenture,

ergänzt: »Mit ESR Labs

können wir unseren Kunden im Automobilsektor

helfen, Innovationen

schneller als bisher einzuführen,

Accenture hat eine Vereinbarung über den Erwerb von ESR Labs geschlossen,

die Embedded-Software für Automobilhersteller und -zulieferer entwickelt.

um das Feld der Mobilität weltweit

besetzen zu können.«

ESR Labs ist die jüngste Übernahme

von Accenture, um den Bereich

Industry X.0 zu stärken. Erst

im Februar erwarb das Beratungsunternehmen

VanBerlo, eine niederländische

Agentur für Produktdesign

und Innovation. Im

Jahr 2019 hatte Accenture das USamerikanische

Produktinnovations-

und Ingenieur-Unternehmen

Nytec und das britische Innovationsunternehmen

Happen übernommen.

2018 waren die US-Unternehmen

Pillar Technology,

Hersteller von Embedded-Software,

und das Hardware-Engineering-Unternehmen

Mindtribe hinzugekommen.

(ha) n

Bild: Accenture

advantech_NEU_IOT_MT_1220_230x143.pdf;S: 1;Format:(230.04 x 143.00 mm);10.Mar 2020 14:16:43

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Aktuell Distribution

Rutronik und Gowin

Distributionsvertrag

für EMEA und Amerika

Rutronik erweitert seine Linecard

um die Produktpalette

der Gowin Semiconductor. Der

Distributionsvertrag ist bereits in

Kraft getreten und gilt für den

EMEA-Raum und Amerika. Der

chinesische Halbleiterhersteller

bietet ein breites Portfolio an programmierbaren

FPGA-Lösungen,

Logikbausteinen, Designsoftware,

IP-Cores, Referenzdesigns und

Entwicklungskits für die Zielmärkte

Industrie, Kommunikation,

Medizin, Consumer und Automotive.

»Wir freuen uns, mit einem

etablierten und renommierten Distributor

wie Rutronik zusammenzuarbeiten,

der uns dabei hilft, unser

sich schnell entwickelndes

Geschäft nicht nur in EMEA, sondern

auch in Nord-, Mittel- und

Südamerika weiter auszubauen«,

Adrian Elms, Senior Marketing

Manager Digital bei Rutronik.

so Mike Furnival, Director of Sales

EMEA bei Gowin. Im Gegenzug

unterstreicht Adrian Elms, Senior

Marketing Manager Digital

bei Rutronik, die Bedeutung der

Vereinbarung für Rutronik insbesondere

in Bezug auf IoT und Systemlösungen.

(zü) ■

Ab sofort lieferbar

Starter-Kit für

den Raspberry-Pi 4

Schneller und

leistungsstärker

als seine Vorgänger

ist der

Raspberry-Pi 4

Model B. Ab sofort

ist der Single

Board Computer

im Starter-Kit bei

Farnell erhältlich. Mit dem Raspberry

Pi 4 Model B-Computer und

einer Reihe von Multicomp Pro

Komponenten – Eigenmarkenprodukte

von Farnell – bietet das neue

Starter-Kit Einsteigern und Kunden,

die die Entwicklungszeiten

für neue Produkte verkürzen

möchten, eine einsatzbereite Lösung.

Das Raspberry Pi 4 Model B-

Starter-Kit ist (Stand 10. März)

zum Versand am selben Werktag

erhältlich und enthält neben einer

Kurzanleitung die gesamte für den

Einstieg erforderliche Hardware in

einem Paket. Außerdem bietet es

eine Ersparnis im Vergleich zum

Kauf einzelner Produkte.

Das Kit umfasst: das Raspberry

Pi 4 Model B-Computer (4 GB),

ein Netzteil, eine microSD-Karte

(16 GB) gemäß Class 10, 2 Micro-

HDMI-Kabel für Dualanzeige sowie

wahlweise ein schwarzes oder

weißes Gehäuse. (zü) ■

Bild: Farnell

Arrow und Shiratech

Plug&Play-Modul für die Zustandsüberwachung

Bild: Arrow

Arrow hat zwei neue Ausführungen

der Shiratech iComox

Zustandsüberwachungs-Box in

sein Angebot aufgenommen und

bietet seinen Kunden damit mehr

Möglichkeiten, industrielle Anlagen

mit der Cloud zu verbinden

und Predictive Maintenance zu ermöglichen.

Dadurch verlängert

sich die Lebensdauer von Anlagen,

und ungeplante Ausfallzeiten sowie

Wartungskosten können reduziert

und Energie eingespart werden.

Die offene iComox-Plattform

von Shiratech, die mit aktuellsten

Technologien von Analog Devices

im Bereich der Sensorik, effizienter

Ultra-Low-Power-Signalverarbeitung,

Kommunikation und

Energiemanagement ausgestattet

ist, bietet eine einfache und benutzerfreundliche

Lösung zur Zustandsüberwachung

an Geräteoberflächen.

Dank der voll -

ständig integrierten Schwingungs-,

Magnetfeld-, Temperaturund

Audiosensoren ermöglicht

iComox eine frühzeitige Erkennung

von Maschinenausfällen in

zustandsbasierten Überwachungsanwendungen

Condition Based

Main tenan ce-Anwendungen.

Die kompakten, batteriebetriebenen

Module sind nach Schutzart

IP66 zugelassen, CE- und FCCzertifiziert

und werden mit einer

integrierten, vom Anwender individuell

konfigurierbaren CBM-

Software einschließlich einer breiten

Auswahl optionaler Adapter -

platten montagebereit geliefert.

Das iComox-Datenerfassungs-

Kit und das ebenfalls erhältliche

Entwickler-Software-Kit unterstützen

Entwickler dabei, rasch intelligente,

zustandsbasierte Überwachungslösungen

für den prakti -

schen Einsatz zu realisieren. iComox

NB-IoT enthält ein LTE-M/

NB-IoT/EGPRS-Modem zur

Übermittlung von Sensor-, Statusund

Analysedaten über eine Low-

Power Breitband-Mobilfunkverbindung

(LPWA). Die hierfür

benötigte SIM sowie der Datenplan

wird von Arkessa, einem globalen

Dienstanbieter für Konnektivitäts-Lösungen,

bereitgestellt.

iComox PoE verfügt zusätzlich

über einen 10/100Base-TX Ethernet-Port

inklusive Power-over-

Ethernet, wodurch die Einsatzmöglichkeiten

noch einmal

deutlich erweitert werden. Die beiden

neuen Versionen erweitern die

iComox-Plattform in Ergänzung

zur bestehenden SmartMesh IP

2.4GHz 802.15.4e Drahtlosverbindung.

iComox PoE bietet im Vergleich

zu den batteriebetriebenen

SmartMesh-IP- und NB-IoT-Modellen

mit 1,5 kHz Bandbreite für

die Schwingungsanalyse einen erheblich

größeren Frequenzbereich

von DC bis 11 kHz. (zü) ■

10

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Aktuell Distribution

Zuwachs für den FBDi

Neues Mitglied Medi Kabel

Seit Jahresanfang setzt Medi

Kabel auf die Plattform des

FBDi-Verbands. Das vor über 30

Jahren gegründete Unternehmen

ist spezialisiert auf Kabellösungen

nach individuellen Ansprüchen

und führender Händler für Fahrzeugleitungen.

In der von vielen spezifischen

Herausforderungen geprägten

Elektronikindustrie ist der Austausch

mit anderen Distributoren

unumgänglich, ebenso gezielter

Support bei der Anwendung und

Auslegung von Umweltgesetzgebungen.

Genau hier bietet der

Fachverband seinen Mitgliedern

eine professionelle Plattform

durch regelmäßige Treffen der

Competence Teams Umwelt &

Compliance, Qualitätsmanagement,

Transportation & Trade

Compliance und Markt & Zukunft.

Sie erhalten auch wirtschaftliche

Beratung u.a. durch

Marktbeobachtung und bei der Interpretation

von Marktanalysen

und Marktdaten, die als Entscheidungshilfen

bereitgestellt werden.

»Wir wollen den Kontakt und den

Erfahrungsaustausch mit Distributoren

aus der Elektronikindustrie

pflegen«, so Markus Kep, Geschäftsführer

der von Medi Kabel.

»Weil im FBDi brisante Themen

aufgegriffen werden, können wir

immer auf dem aktuellsten Wissensstand

sein. Die Bewältigung

von gesetzlichen Regularien und

Fragen ist ein weiteres Thema, auf

das wir hier Antworten finden können.«

Medi mit Sitz in Waldkraiburg

bietet Kabellösungen nach individuellen

Anforderungen. In einem

modernen Lager mit über 3900 m 2

Fläche bevorratet der Distributor

viele gängige Standardleitungen

Markus Kep, Medi Kabel

»Wir wollen den Kontakt

und den Erfahrungsaustausch mit

Distributoren aus der Elektronikindustrie

pflegen.«

aus dem Katalog. Sollten diese

nicht passen, stehen Spezialisten

der Technikabteilung bereit, um

maßgeschneiderte Lösungen ab

geringer Losgröße zu entwickeln

und bis zur Fertigstellung zu begleiten

– notwendige Dokumentation

eingeschlossen.

Zudem ist Medi Kabel führender

Händler für Fahrzeugleitungen

und kann durch den deutschlandweit

vielfältigsten Lagervorrat in

diesem Segment schnell den Bedarf

decken. Die hauseigene Umspulungsabteilung

ermöglicht es,

passende Aufmachungen zur maschinellen

Verarbeitung in kundenoptimierter

Größe anzubieten.

Das Unternehmen ist von der UL

als „Processed Wire – Respooled“

geprüft und zertifiziert: Damit

auch umgespulte UL-Ware mit

den Originalinformationen für die

Rückverfolgbarkeit versehen ist,

hat Medi Kabel eine separate UL-

Zertifizierung für das Inhouse-

Printing und belabelt das Etikett

mit den geforderten UL-Informationen

selbst. (zü)


Weltweites Vertriebsabkommen

Mouser ist Partner von Fractus Antennas

Fractus Antennas und Mouser

arbeiten ab sofort weltweit

zusammen. Gemäß der Vereinbarung

nimmt Mouser nun eine

Reihe von Antennen-Lösungen in

Form von Chips von Fractus Antennas

auf Lager. Dazu gehören

Virtual Antenna-mXtend und

Xtend-Komponenten für mobilfunkbasierte,

drahtlose und IoT-

Anwendungen.

Die mXtend-Chip-Antennenverstärker

von Fractus Antennas

basieren auf der Virtual Antenna-

Technologie, deren IP ebenfalls

bei Fractus liegt. Die Technologie

soll herkömmliche Antennenlösungen

für seriengefertigte, standardisierte

Miniatur-Antennenverstärker-Komponenten

ersetzen.

Die mXtend-Lösungen sind in einer

Vielzahl von Formen, Größen

und Funktionen erhältlich und unterstützen

GPS-, 3G-, 4G-, 5G-,

NB-IoT-, LoRa-, Wi-Fi- und Sigfox-Anwendungen

in drahtlosen

Geräten wie bei IoT, Smartphones,

Smartwatches, Navigationsgeräten

für den Sport, Wearables,

Tablets, Digitalkameras und

Handsets. Erhältlich sind darüber

hinaus auch mXtend-Evaluation-

Boards.

Darüber hinaus sind die Micro

Reach Xtend- und Slim Reach

Xtend-Bausteine von Fractus Antennas

Beispiele für kleine Chip-

Antennen zur Verwendung in

Komponenten, die im 2,4 GHz

ISM-Band arbeiten. Die kleine

und flache Micro Reach Xtend-

Antenne (7,0 mm × 3,0 mm × 0,9

mm) kombiniert hohe Leistung

mit Flexibilität bei der Integration.

Wegen des geringen Platzbedarfs

durch die SFC-Eigenschaften

ist diese Antenne geeignet für

kleine Geräte der Unterhaltungselektronik

und Innenräume, in denen

sich zahlreiche Frequenzen

überlagern. Die Slim Reach

Xtend-Antenne ist eine winzige

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Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 11


Exklusiv|Interview der Woche

Interview mit Ralf Bühler, Conrad

»Zur Plattformökonomie

gehört auch

der Faktor Mensch«

Seit einem Jahr ist Ralf Bühler als Chief Sales Officer B2B und

geschäftsführender Direktor bei Conrad und setzt mit der Conrad Sourcing

Platform neue Akzente: »Plattformökonomie besteht in unserer Definition

aus Menschen und Maschinen«, betont Bühler und schildert im Interview,

wofür das „neue“ Conrad stehen will.

EXKLUSIV

INTERVIEW

12

Ralf Bühler,

Conrad

„Das Charmante ist,

dass uns die Kunden kennen.

Unsere Aufgabe ist es nun,

unser starkes Leistungsportfolio

im Markt zu kommunizieren.

Denn im B2B-Sektor ist es schon

zum Teil so, dass man uns in der

Außenwahrnehmung noch etwas

unterschätzt, einfach weil man

uns als Händler kennt, der C-Teile-

Elektronik liefert.


Markt&Technik: Wie hat sich der B2B-Bereich

für Conrad im letzten Jahr entwickelt?

Ralf Bühler: Das B2B-Geschäft ist deutlich

größer als die Hälfte des Umsatzes bei Conrad.

Auch im letzten Jahr sind wir in unserem B2B-

Markt gewachsen.

Ein Wachstum kann dieser Tage nicht

jeder Distributor vermelden. Sie dürfen

also zufrieden sein?

Nein, weil wir denken, dass wir noch deutlich

schneller wachsen können. Wir haben ausreichend

Themen, von denen wir glauben, dass

sie uns auch dieses Jahr ermöglichen werden,

weiter zu wachsen, auch im schwierigen

Marktumfeld. Unter der Maßgabe, dass wir

Prozess-Themen durch Technik lösen wollen,

haben wir wirklich extrem viele Projekte und

Kunden, was uns mit großer Zuversicht erfüllt,

dass wir auch dieses Jahr weiter wachsen werden;

egal was in der Welt passiert.

Das heißt, Sie bzw. Conrad trotzen auch

der aktuellen Automotive-Krise?

Wir haben in der Vergangenheit nicht so stark

an diesem Geschäft partizipiert, darum betrifft

uns jetzt der Abschwung des Automobilgeschäfts

auch nicht so stark wie andere.

Dr. Werner Conrad traf 2018 im Markt&

Technik-Interview die Aussage „B2B

First“. Was bedeutet das nun weiterhin

für den Präsenzhandel?

Die Filialen haben natürlich weiterhin eine

Daseinsberechtigung. Auch für B2B-Kunden

kann der Präsenzhandel einen relevanten Beitrag

leisten. Zum Beispiel für Kunden, die online

bei uns kaufen und die Ware selbst abholen

möchten, weil sie diese sehr schnell

benötigen. Ein weiterer Mehrwert besteht

dann, wenn es uns gelingt, in der Filiale genau

die B2B Services anzubieten, die vom Kunden

gewünscht sind, etwa 3D-Druck, Warenvorbereitung

oder die Ausarbeitung eines Angebotes.

Ergo: Wenn wir es schaffen, uns mit dem Präsenzhandel

und einem kuratierten Produktspektrum

an die Zielgruppe B2B-Kunden

zu richten, bieten die Conrad-Filialen einen

Mehrwert, den wir verstärkt nutzen wollen.

Mit der Conrad Sourcing Platform richten

Sie die Positionierung von Conrad neu

aus bzw. untermauern die B2B-Strategie

von Conrad. Was genau steckt dahinter?

Ja, wir haben eine neue Positionierung vorgenommen,

die eine konsequente Weiterentwicklung

unseres „B2B First“-Ansatzes ist.

Lassen Sie mich dazu etwas ausholen: Das

Charmante ist, dass uns die Kunden kennen.

Unsere Aufgabe ist es nun, unser starkes Leistungsportfolio

im Markt zu kommunizieren.

Denn im B2B-Sektor ist es schon zum Teil so,

dass man uns in der Außenwahrnehmung

noch etwas unterschätzt, einfach weil man

uns als Händler kennt, der C-Teile-Elektronik

liefert. Große Kunden wissen zwar schon, was

wir an Dienstleistungen zur Verfügung stellen

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


können. Aber es geht uns mehr darum, Beschaffungsprozesse

zu vereinfachen. Wir haben

alles an elektronischen Anbindungen, um

B- und C-Teile-Management besser und effektiver

machen zu können. Es geht also darum,

dass unsere Kunden verstehen, dass Conrad

im Prinzip alles leisten kann, was sich

B2B-Kunden für ihre Beschaffung wünschen.

Und welche Rolle spielt die Plattform?

Unsere Plattform lebt von der Plattformökonomie.

Die Plattform ist nicht nur Marktplatz,

sondern erstreckt sich von der Webseite über

elektronische Anbindungen wie OCI, den Innen-

und Außendienst und alles, was es dem

Kunden ermöglicht, Prozesskosten zu reduzieren.

Alle großen Produzenten haben drei entscheidende

Kostenblöcke: Materialkosten in

der Produktion, also Volumenartikel, Entwicklungskosten

und Materialien wie B- und C-

Teile. Hierauf lag in den letzten Jahren nicht

unbedingt der Fokus der Kunden. Aber die Zeiten,

in denen die Kosten in diesem Bereich

keine große Rolle gespielt haben, sind vorbei.

Das ist heute ein Themenblock, den die Kunden

gerne lösen möchten. Denn in diesem

Thema steckt viel Komplexität und extrem viele

Kosten; zwar nicht der ganz große Gesamtwert,

aber dennoch viel Einsparpotenzial für

den Einkauf. Daher sucht jeder Kunde eine Lösung,

wie er für den C- und B-Teile-Bereich

das magische Dreieck aus Convenience, Qualität

und Preis sinnstiftend lösen kann.

Weil der wirtschaftliche Druck zunimmt?

Zum einen ist der Druck vorhanden, zum anderen

ist aber auch mit der Transparenz des

Internets die Zeit vorbei, in der die Kunden

etwas kaufen, auch wenn es deutlich teurer

ist. Wir wollen die Gleichung aus Convenience,

Qualität und Preis für den Kunden möglichst

vernünftig lösen.

Sie sprechen von Plattform – welche

Rolle hat der Conrad-Marktplatz dabei?

Der Marktplatz ist integraler Bestandteil. Sie

können auf der Conrad-Sourcing-Plattform

alles kaufen, was Conrad selbst führt: also

über 800.000 Artikel. Aber Sie können auch

die 4,5 Mio. Artikel auf dem Marktplatz kaufen.

Insgesamt sind das also deutlich mehr als

5 Millionen Produkte.

Ursprüngliches Ziel zur Gründung des

Marktplatzes waren zehn Millionen Artikel

– ist diese Zahl obsolet?

Wir werden dahin kommen, aber wir haben

unseren Ansatz etwas nachgeschärft: Wir

wollen nicht unlimitierte SKUs (Anmerkung

der Red.: SKU = Stock Keeping Unit, entspricht

der Artikelnummer) zur Verfügung stellen,

sondern das, was die Kunden kaufen wollen.

Wir kuratieren unseren eigenen Produktbestand,

und wir möchten in gleicher Manier

auch unseren Marktplatz kuratieren. Das

heißt, wir möchten auch dort nur Produkte

anbieten, die zu unseren Kunden passen. Wir

werden 2020 wohl etwa die acht Millionen

erreichen, vielleicht auch mehr, aber alles mit

Maß und Verstand.

Bild: indysystem/stock.adobe.com

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 13


Exklusiv|Interview der Woche

Also nicht Masse um jeden Preis?

Nein. Wir möchten nicht einfach jeden auf

dem Marktplatz haben, sondern nur jeden, der

passt. Wir haben heute rund 250 Seller auf

dem Marktplatz. Der Marktplatz wächst schön

und vernünftig etwa 20 Prozent von Monat

zu Monat. Er wird von den Kunden gut angenommen

und die Berührungsängste sind weitgehend

verschwunden.

Können auch B2C-Kunden auf dem

Marktplatz kaufen?

Unser Marktplatz ist ausschließlich B2B-Kunden

vorbehalten. B2C-Kunden können bei uns

keine Marktplatzartikel kaufen, aber sämtliche

Produkte, die Conrad direkt anbietet.

Der Bundesgerichtshof hat im Februar

geurteilt, dass Händler nicht für den

Inhalt von Kundenbewertungen haftbar

sind. Sind Bewertungen bei Conrad möglich

und was halten Sie speziell im B2B-

Umfeld davon?

Bewertungen sind bei uns möglich für Artikel,

die Conrad selbst im Programm anbietet, jedoch

nicht für Marktplatzartikel. Aber wir

denken natürlich auch in diese Richtung, weil

auch im B2B-Umfeld Bewertungen ein Faktor

sind, der zur Kaufentscheidung beiträgt.

Was sind nun die nächsten Schritte für

Conrad im B2B-Geschäft?

Im nächsten großen Schritt möchten wir mehr

große klassische Komponenten-Hersteller auf

den Marktplatz bekommen. Diese Firmen tun

sich nach wie vor etwas schwer, das Marktplatz-Konzept

als weiteren Vertriebskanal anzunehmen,

wie wir uns das wünschen würden;

wobei es auch schöne Beispiele gibt, wie die

Firma Bosch, die ein neues Sensor-Produkt zuerst

bei uns auf dem Marktplatz zur Verfügung

gestellt hat.

Womit wollen Sie die großen Komponentenhersteller

locken?

Die Zahlen sprechen für sich. Wir sind eine der

zehn reichweitenstärksten Webseiten in

Deutschland. Und auch wenn es Berührungsängste

mit Amazon gibt, muss es die mit Conrad

nicht geben. Denn wir sind ein deutlich

anderes Unternehmen, auch was den Umgang

mit Daten betrifft, die uns zur Verfügung stehen.

Das wollen wir in diesem Jahr verstärkt

ins Bewusstsein der Komponentenhersteller

bringen.

Die Berührungsängste auf der Händlerseite

sind hingegen deutlich geringer, daher sind

auch viele Distributoren auf dem Marktplatz

vertreten, weil sie diesen als zusätzlichen Vertriebskanal

bespielen.

14

Ermöglicht der Marktplatz auch Echtzeit-Quoting?

Nein, das bieten wir zum aktuellen Zeitpunkt

nicht. Wir sind aus der Historie heraus kein

reines Komponenten-Unternehmen, wenngleich

Conrad von jeher Materialien für Bastler

und Maker zur Verfügung gestellt hat. Von

daher bieten wir Quoting zwar an, aber zum

jetzigen Zeitpunkt nicht in Echtzeit auf Knopfdruck.

Aber die Plattform hat eine Entwicklungsreise

vor sich, die in Zukunft die eine

oder andere neue Funktion zur Verfügung stellen

wird.

Wenn wir dem Leistungsanspruch gerecht

werden wollen, den ich eingangs dargestellt

habe, dann sind die Preistransparenz und auch

Preisvergleich ein wichtiges Thema. Denn ansonsten

können Sie nicht von sich behaupten,

dass Sie die Gleichung aus Convenience, Qualität

und Preis lösen können.

Was verstehen Sie unter Preistransparenz?

Eine Sourcing Platform muss dem Kunden ermöglichen,

die für ihn wichtigsten Parameter

abzubilden. Und die können bei dem Kunden

unterschiedlich sein: Wenn die Verfügbarkeit

heute mit Lieferung morgen das für den Kunden

Entscheidende ist, dann ist der Kunde bereit,

etwas mehr zu bezahlen. Wenn der Kunde

aber sagt, ich kann warten, dann ist

vielleicht Preis das entscheidende Kriterium.

Preistransparenz bedeutet, den besten Preis

in einer Kombination aus den vorher drei genannten

Dimensionen heraus darzustellen.

Wie wichtig ist vor diesem Hintergrund

M2M in Zukunft für die Distribution?

Das ist definitiv ein wichtiges Thema, aber für

die richtigen Prozesse.

Das heißt?

Wenn es wiederkehrende Standardprozesse

gibt, z.B. wiederkehrende Bedarfe, bei denen

es darauf ankommt, dass das Material in ausreichender

Menge am richtigen Ort verfügbar

ist. Überall, wo das der Fall ist, ist M2M relevant.

Ein Beispiel wäre die Regalbefüllung,

wenn immer dieselbe Ware im Regal stehen

soll. Genau hier hätte M2M auf Knopfdruck

seine Berechtigung. In Bereichen mit hoher

Variabilität in Bezug auf „brauche ich“/„brauche

ich nicht“ oder „verändert sich ständig“

hat M2M nur limitierte Bedeutung. Hier kann

man den Prozess der Bestellung automatisieren,

aber nicht in dem Maße, dass eine Maschine

automatisch die Bestellung auslöst.

Ein anderes Beispiel aus der Praxis: Es gibt

heute in Deutschland in den Apotheken Dokumentationspflicht

für Medikamente, die gekühlt

gelagert werden müssen. Dabei muss in

regelmäßigen Abständen die Temperatur festgestellt

und dokumentiert werden. Das ist ein

Paradebeispiel für eine klassische IoT-Lösung,

indem die Temperatur automatisch erfasst

wird. Ein solches Projekt haben wir vor Kurzem

mit Conrad Connect umgesetzt.

Conrad Connect wurde vor einigen Jahren

quasi als Startup von Conrad gegründet

und läuft zumindest in meiner Wahrnehmung

relativ getrennt vom Mutterunternehmen

– inwieweit ist Conrad Connect

fürs heutige Kerngeschäft relevant?

Wenn man eine neue Idee umsetzt, ist es immer

sehr schwierig, das im Tagesgeschäft anzusiedeln.

Das hat Conrad sehr gut verstanden.

Conrad Connect hat also als klassisches

Startup angefangen und war zunächst sehr

Consumer-fokussiert. Die aktuelle Ausprägung

verschiebt sich aber deutlich in den B2B-

Markt hinein; im Mittelpunkt stehen also weniger

die Produkte, die Konsumenten bei der

Home Automation helfen, sondern deutlich

mehr in Richtung B2B, wie ich mit dem Beispiel

Apotheken-Dokumentationspflicht eben

erläutert habe. Insofern arbeiten wir aufgrund

von Synergien in allen Bereichen eng zusammen,

Conrad Connect ist aber nach wie vor

eine eigenständige Gesellschaft mit Sitz in

Berlin.

Welche Bereiche sollen bei Conrad besonders

gepusht werden?

Wir wollen das Profil von Conrad schärfen, um

damit Conrad begreifbarer und klarer zu machen

und deutlich zu zeigen, wo unsere Stärken

liegen. So ist zum Beispiel die Automatisierungstechnik

ein großer Bereich für uns. Darüber

hinaus sind wir seit Langem sehr gut im

Segment Messtechnik unterwegs, unter anderem

auch mit unserer Marke Voltcraft. Wir bieten

zudem Kalibrierungsservices und viele weitere

Leistungen, die einige Kunden schon

kennen und nutzen, aber eben nicht alle.

Inwieweit können Sie die Kunden auch

mit technischem Know-how unterstützen?

Bei Conrad gibt es schon immer eine technische

Hotline, über die unsere Spezialisten

Auskunft geben. Technischer Support ist wichtig,

speziell in der Automation und in der

Messtechnik . Nicht alles lässt sich im Vertrieb

so abbilden, dass es vollumfänglich beantwortet

ist, und dafür gibt es den technischen Kundendienst.

Dieser gehört bei uns auch zum

Plattform-Gedanken. Wir meinen mit „Plattform“

einen vollumfassenden Kundenservice.

Dazu gehört nicht nur, dass technisch alles

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


funktioniert, sondern wenn es mal Probleme

gibt, dass Menschen dabei helfen, diese Probleme

zu lösen. Automatisieren führt nicht zu

100 Prozent zur Lösung aller Probleme. Das

darf man nicht vergessen. Der Faktor Mensch

spielt eine extrem wichtige Rolle.

Der Faktor Mensch ist also weiterhin

wichtig bzw. Bestandteil Ihrer Plattformökonomie?

Der Faktor Mensch stand bei Conrad schon

immer stark im Fokus und hat uns groß und

unsere Kunden zufrieden gemacht. Dieser Tradition

bleiben wir auch in Zeiten der Plattformökonomie

treu, die aus unserer Sicht aus

Menschen und Maschinen besteht. Sie beschreibt

das, wofür das neue Conrad stehen

will: nämlich, dass Kunden die Ware, die sie

brauchen, in der Konstellation Convenience,

Qualität und Preis im besten Verhältnis bei

Conrad finden können. Uns geht es weniger

darum, mit welchem Vehikel wir das erreichen:

also ob das Personenvertrieb, Maschinenvertrieb,

Marktplatz oder Eigenware ist.

Entscheidend ist, was der Kunde braucht, egal

in welcher Ausprägung.

Kommen wir nochmal zu den Eigenmarken.

Welche Bedeutung haben sie für

Conrad?

Wir erwirtschaften mit den Eigenmarken einen

zweistelligen Prozentbereich beim Umsatz,

aber das natürlich nicht in jeder Produktkategorie.

Es gibt Kategorien, da ist das deutlich

höher und in anderen eher gering. Insgesamt

betrachtet sind die Eigenmarken für uns definitiv

sehr relevant, weil wir sehen, dass es uns

gelingt, auch Produkte zu realisieren, die ein

Hersteller so nicht produzieren würde, etwa in

der Messtechnik. Das kann zum einen ein wenig

benötigtes Feature sein, das wir weglassen,

oder aber auch eine innovative zusätzliche

Funktion, die das Produkt zum echten Problemlöser

werden lässt. Das tun wir speziell im

Messtechnik-Bereich oft und gerne.

Auch unsere Renkforce-3D-Drucker sind Eigenentwicklungen,

denn in neuen Märkten

lassen sich Feature-Verschiebungen auf diese

Weise weit schneller umsetzen, als wenn wir

damit auf den Markenhersteller warten würden.

Auch im Maker- und Hobbyisten-Segment

lassen sich hier schöne Lösungen umsetzen.

Stichwort „Maker“: Welche Bedeutung

hat diese Klientel für Conrad?

Maker ist ja nicht gleich Maker. Ein Maker im

Sinne des klassischen Bastlers war früher und

ist heute bei Conrad eine feste Zielgruppe, die

zum Umsatz beiträgt. Aber anders als bei anderen

Distributoren wird bei uns der Maker

niemals ein Volumenkunde werden, denn unser

Geschäft ist nicht das Volumengeschäft.

Damit ist der Maker, der Messtechnik, Bauteile

und Werkzeuge braucht, um seine Ideen zu

verwirklichen, absolut unsere Zielgruppe. Der

„Der Faktor Mensch

spielt eine extrem

wichtige Rolle.


Maker hingegen, der mit einer Idee eine Firma

gründen und ein Volumenprodukt schaffen

will, steht bei uns nicht im Fokus, weil das im

Fortgang unserer Geschäftsentwicklung keine

maßgebliche Rolle spielt. Von daher ist das ein

etwas anderer Ansatz, als ihn andere Distributoren

pflegen, die Maker-Unterstützung

eher als Startrampe für ein späteres Volumengeschäft

sehen.

Dem entnehme ich, Conrad plant nicht

den Einstieg ins Volumengeschäft?

Das ist wohl einer der überstrapaziertesten

Begriffe in der Distribution. Wir haben keine

Bestrebungen, im großen Stil Produktionsbedarfe

von Halbleitern abzudecken. Aber wir

wollen durchaus Produktionsmaterial in Form

von C- und B-Teilen liefern. Denn mit den Fähigkeiten,

die Conrad hat, können wir, wie vorhin

schon ausgeführt, Prozess- und Kostenoptimierung

für den Kunden erreichen. Wir

werden aber keine Millionenstück-Bedarfe

beim Kunden akquirieren.

Planen Sie dennoch, das Halbleiter-

Portfolio noch auszuweiten?

Ja, aber über den Marktplatz. Wir haben im

Halbleitersegment ein kleines, feines Portfolio

und werden darüber hinaus die Kundenbedarfe

über den Marktplatz bedienen. Denn

einen weiteren Online-Distributor für Halbleiter

braucht der Markt unseres Erachtens

nicht.

Wie international ist Conrad inzwischen

bzw. möchte Conrad in Zukunft sein?

Wir werden weiterhin ein europäisches Unternehmen

bleiben, haben aber keine Bestrebungen,

außerhalb von Europa zu expandieren.

Der deutschsprachige Markt macht nach

wie vor mehr als 50 Prozent für uns aus und

ist unser stärkstes Standbein. Wir wachsen

aber auch sehr schön in Osteuropa und in Teilen

Westeuropas. Der Markenname Conrad ist

in diesen Regionen sehr gut angesehen und

wir haben gleichzeitig den Vorteil, dass wir

dort nicht die große B2C-Historie haben wie

in Deutschland. Insofern müssen wir da nicht

die große Übersetzungsarbeit von „Alt- nach

Neu-Conrad“ leisten.

Zum Abschluss – Ihre Einschätzung der

aktuellen wirtschaftlichen Lage?

Hier ist das europäische Ausland zu unterscheiden

von Deutschland: Die Diskussion

über Mobilität und die Automobilbranche in

Deutschland sorgt für ein etwas negativeres

Bild in Deutschland als im Rest Europas. Für

uns gilt: Wir sind gewachsen, aber wir hätten

natürlich noch schneller wachsen können,

wenn es die wirtschaftlichen Verwerfungen

nicht gegeben hätte. Aber wir sind ja nicht als

reines Produktunternehmen unterwegs. Wir

versuchen wie geschildert, Prozess-, Preis-,

Kostenoptimierung zu erreichen, und den Bedarf

gibt es mit oder ohne wirtschaftliche Herausforderungen.

Natürlich kann keiner von uns derzeit die Auswirkungen

des Coronavirus auf die Supply

Chain beurteilen. Das, was wir tun können, ist,

so gut wie möglich im Austausch mit unseren

Lieferanten zu stehen. Wir stellen derzeit keine

Panikkäufe fest, aber mit jeder Woche erhöht

sich auch dieses Risiko. Schlussendlich

dürfen wir auch nicht vergessen, dass es nicht

den einen Elektronikbereich gibt. Nicht jedes

Segment ist gleich betroffen von den Auswirkungen

in China. Natürlich ist eine Fabrik in

Wuhan, die iPhones produziert, heute nicht

voll am Netz. Das heißt aber nicht, dass Stecker,

die in Vietnam oder Korea gefertigt werden,

nicht weiter gefertigt werden. Hier müssen

wir mit Ruhe und Besonnenheit eruieren,

was genau betroffen ist.

Das Interview führte Karin Zühlke.

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 15


Fokus|Fertigung

Kooperation von Henkel und Covestro

Batteriezellen effizient

montieren

Henkel und Covestro haben gemeinsam eine Lösung entwickelt,

mit der sich zylindrische Li-Ionen-Batteriezellen mittels Klebstoff in einem

Kunststoffzellhalter sicher fixieren lassen. Dies soll die Voraussetzung

für eine kostengünstige Massenmontage der Zellen schaffen.

Die Lösung basiert auf den UV-härtenden

Batterie-Montageklebstoffen

Loctite AA 3963 von Henkel und einem

transparenten Polycarbonat-Blend von

Covestro. Beide sind kompatibel mit hochvolumigen

automatisierten Dosiertechniken und

bieten schnelle Aushärtungsmechanismen.

Den OEM-zugelassenen, einkomponentigen

Acrylklebstoff hat Henkel für den Zellhalter

entwickelt, der aus einem spezi-

liegen können und somit zusätzliche Lagerkapazitäten

für die Teile benötigt werden.

Die Zellhalter werden aus dem PC+ABS-Blend

Bayblend FR3040 EV von Covestro hergestellt.

Der Kunststoff ist nur einen Millimeter dick

und erfüllt damit die Brennbarkeitsklasse V-0

der UL94 der Underwriters Laboratories.

Gleichzeitig lässt er UV-Strahlung im Wellenlängenbereich

oberhalb von 380 Nanometern

durch.

»Das Material ermöglicht uns die Konstruktion

von formstabilen Teilen, die für die automatisierte

Massenmontage notwendig sind«,

sagt Steven Daelemans, Market Development

Manager E-Mobility im Segment

Polycarbonate bei Covestro.

»Zusammen mit der schnellen Aushärtung

der Loctite-Klebstoffe bietet

diese Materialkombination einen

innovativen Ansatz für die

Produktion von großen, zylindrischen

Li-Ionen-Batteriemodulen.«

(za)

n

Bilder: Henkel

EV-Batteriesysteme mit

zylindrischen Zellen erfordern

Lösungen, die eine automatisierte

Massenmontage ermöglichen – der Schwerpunkt

der Partnerschaft von Covestro und Henkel.

ellen flammhemmenden Kunststoff besteht.

Laut Unternehmensangabe haftet er stark am

Substratmaterial und macht es möglich, die

Produktion durch lange Öffnungszeiten und

kurze Aushärtungszyklen flexibel anzupassen.

Sobald alle Zellen in den Klebstoff eingebracht

und in der Halterung befestigt sind, wird die

Aushärtung mit ultraviolettem (UV) Licht aktiviert

und erfolgt dem Unternehmen zufolge

in weniger als fünf Sekunden. Dies ist ein großer

Vorteil gegenüber der konventionellen

Fertigung, bei der die Aushärtezeiten im Bereich

von mehreren Minuten bis zu Stunden

16

Batteriemodule mit zylindrischen Zellen werden mit dem Bayblend-Material von Covestro konstruiert

und mit dem Loctite-Klebstoff von Henkel effizient zusammengebaut.

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Fokus|Automotive

Tesla soll in der Elektronik sechs Jahre voraus sein

Was am Vorsprung

tatsächlich dran ist

Inova arbeitet mit etablierten wie neuen Auto-Herstellern zusammen.

Ob es gerechtfertigt ist, Newcomern wie Tesla

einen Vorsprung von sechs Jahren zu attestieren,

erklärt CEO Robert Kraus im Markt&Technik-Interview.

Markt&Technik: Die Analysten von Nikkei

Business Publications wollen herausgefunden

haben, dass Tesla auf dem

Gebiet der Elektronik den etablierten

Herstellern sechs Jahre voraus ist. Vor

allem weil Tesla jetzt schon eine zentrale

Recheneinheit entwickelt hat und in ihren

neusten Modellen einsetzt, anstatt

der vielen ECUs in den traditionellen Autos.

Ist das aus Ihrer Sicht richtig?

Robert Kraus: Der Trend geht auf jeden Fall weg

von den vielen übers Auto verteilten ECUs hin

zu zentralen Steuergeräten, dem sogenannten

Domain Computing. Anders lassen sich die Anforderungen

an eine immer höhere zeitliche

Synchronität der unterschiedlichen Anwendungen

kaum erreichen; die modernen Prozessoren

liefern heute auch die notwendige Rechenleistung.

Ein einziges Steuergerät kann

man auch viel effektiver vor Cyberangriffen

schützen als zig im Fahrzeug verteilte ECUs.

Dazu das Thema mit dem Bauraum – es ist

einfach kein Platz mehr im Auto für weitere

„Silver Boxes“- und dann natürlich die Kosten.

Zentrale Server haben sich doch auch in der

Industrie als effektivste Architektur durchgesetzt,

warum sollte es im Auto, dem „Computer

auf Rädern“, anders kommen? Und ganz so

neu ist das Konzept dann doch nicht: Bereits

vor sechs Jahren, auf der CES 2014, hat Intel

ein Infotainment-System mit nur einem zentralen

Atom-Prozessor gezeigt, an das vier Displays

über unseren 3-Gbit/s-APIX2-Link angeschlossen

waren. Ein gutes Beispiel, wie lange

es oft dauert, bis innovative Konzepte dann

auch tatsächlich im Auto Einzug halten.

Stimmt es aus Ihrer Sicht, dass die etablierten

Hersteller in ihren Zulieferketten

so gefangen sind, dass sie den eigentlich

folgerichtigen Weg zu zentralen Einheiten

gar nicht gehen können? Zumindest

nicht so schnell, wie es der Wandel zu

autonomen und vernetzten Fahrzeugen

erforderlich machen würde?

Firmen wie Tesla – ich denke da nicht nur an

Hersteller aus den USA, sondern auch an die

vielen neuen agilen Startups in China – haben

natürlich erst einmal einen ganz großen Vorteil:

Sie fangen bei ihren Architekturen buchstäblich

bei Null und dem weißen Blatt Papier

an. Anders als die etablierten Hersteller müssen

sie dabei nicht auf zig Modellreihen und

-varianten und der entsprechenden Auf- und

Abwärtskompatibilität der Komponenten über

die Modellwechsel hinweg achten. Um hier die

Produktion in hohen Stückzahlen abzusichern

– die Systeme werden ja zum Teil gleichzeitig

bei verschiedenen Tier-Ones rund um die Welt

gebaut –, ist schon eine ausgefeilte Lieferkette

notwendig, die über Jahre mit den Zulieferern

aufgebaut wurde, das stellt man nicht

einfach so von heute auf morgen um.

Das gilt doch für Tesla und andere Newcomer

ganz genauso.

Wie gesagt, wer bei Null anfangen kann, verfügt

durchaus über einen gewissen Vorteil.

Und wenn die Stückzahlen noch nicht so hoch

sind, ist man sicher flexibler, wenn es Probleme

mit bestimmten Komponenten gibt.

Doch wenn es um Qualität und Zuverlässigkeit

geht, gelten überall die gleichen hohen

Standards, egal ob für Newcomers oder etablierte

Hersteller, hier geht es um das Vertrauen

des Kunden in die Marke. Und genau

an dieser Stelle wird es beim „Computer auf

Rädern“ richtig spannend. Bei unseren neuen

12-Gbit/s-APIX3-Connectivity-Chips etwa

haben wir es heute mit modernen Grafikprozessoren

und Schnittstellen aus der Consumer-Welt

zu tun, die jetzt im Auto plötzlich

Anforderungen erfüllen müssen, für die das

verfügbare IP gar nicht konzipiert wurde. Bei

APIX reden wir aber noch von einem konservativen

Automotive-Technologieknoten von

55 nm und einer Chipfläche im üblichen Bereich.

Robert Kraus, Inova

„Nicht nur Tesla lässt durch

selbstentwickelte und in Eigenregie

produzierte KI-Prozessoren

aufhorchen. Auch Zulieferer

und andere Firmen aus dem

IT- und Consumer-Segment

schicken sich an, die bisherige

Wertschöpfungskette im Auto

nachhaltig zu verändern.


Die KI-Prozessoren – zentrale Komponenten

beim autonomen Fahren –, die etwa Tesla einsetzt

und selbst entwickelt hat, spielen dagegen

in einer ganz anderen Liga. Wie ich gelesen

habe, werden diese in 14-nm-Technologie gefertigt,

haben trotzdem noch eine Chipfläche

von über 200 mm 2 und brauchen viel Strom.

In Anbetracht dessen, was diese Chips alles

können, eine eindrucksvolle Entwicklung, hier

hat Tesla aus meiner Sicht gegenüber dem

Wettbewerb vorgelegt.

Wie das dann aber im Auto und über viele Jahre

zuverlässig funktioniert, wird sich zeigen

müssen. Auch unter den besonderen Anforderungen

einer maximal sicherheitsrelevanten

Anwendung – wir reden immerhin vom selbstfahrenden

Auto – und der Tatsache, dass die

heutigen „Mission Profiles“ für die Berechnung

der Zuverlässigkeit auf einer Betriebszeit der

Fahrzeuge von rund 6000 Stunden basieren,

für die selbstfahrenden Autos von morgen sicher

ein viel zu niedriger Wert. Die etablierten

OEMs haben hier in den letzten 30 Jahren für

die im Fahrzeug eingesetzten Halbleiter deren

Fehler, Qualität und Ausfallquote ständig optimiert

und auf Basis dieser 6000 Stunden eine

hohe Zuverlässigkeit ihrer Fahrzeuge erreicht,

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 17


Fokus|Prüftechnik

die deutlich über den bekannten Consumer-

Standards liegt. An dieser Stelle ist es sicher

eine große Herausforderung, dieses hohe Niveau

auch für ein Computerauto mit ganz anderen

Betriebsparametern zu erreichen.

Tesla hatte kürzlich mit ausgefallenen

Displays zu kämpfen. Wäre dies ein Beispiel

für typische Probleme?

Das Problem mit den Displays und den angeblich

zu oft beschriebenen Speicherbausteinen,

das Sie hier ansprechen, kenne ich auch nur

aus der Presse. Aber es ist, glaube ich, trotzdem

ein gutes Beispiel für ein generelles Problem.

Um bei den heutigen großen Umbrüchen im

Automotive-Markt als Hersteller bestehen zu

können bzw. als Newcomer auch noch vorzulegen,

sind Innovationen einfach ein Muss. Das

Mehr an Technik bedeutet aber auch eine immer

höhere Komplexität der Systeme und – mit

dem Termin für den SOP vor Augen – es fehlt

über die ganze Lieferkette hinweg einfach oft

die Zeit, alles wirklich bis ins letzte Detail auszutesten

und sämtliche mögliche Wechselwirkungen

zu berücksichtigen. Ein schmaler Grat

zwischen hoher Innovation oder dann doch

eher konservativerer Technik. Eine Frage, die

jeder Hersteller für sich beantworten muss und

bei der sich ein Newcomer vielleicht etwas

weiter aus dem Fenster lehnt bzw. lehnen muss

als ein etablierter Hersteller.

Es ist also verfrüht zu prognostizieren,

dass die neuen Mitspieler die etablierten

Hersteller hinwegfegen werden, weil sie

von Grund auf neu und auf die Belange

des elektrischen und autonomen Fahrens

hin entwickeln können, ohne auf die

Zwänge bestehender Lieferketten Rücksichtnehmen

zu müssen?

Ja, ich glaube das ist es. Beim Auto spielen

Qualität und Zuverlässigkeit nach wie vor die

zentrale Rolle, und da haben die alten Hasen

den Newcomern sicherlich ein nicht zu unterschätzendes

Maß an Erfahrung voraus. Andererseits

befindet sich die Industrie unbestreitbar

in einem tiefgreifenden Wandel und die

Karten werden gleich auf mehreren Ebenen

neu gemischt. Hier eine Prognose abzugeben

ist schwierig, vom Bauchgefühl her würde ich

aber sagen, dass Tesla gerade eindrucksvoll

nach vorne prescht, die etablierten Hersteller

aber nicht einfach tatenlos zusehen werden.

Es gibt ja nicht nur neue Autohersteller

in den USA und in China. Spüren Sie,

dass auch andere Hersteller aus dem

Elektronikbereich ihre Claims abstecken

wollen, etwa auf dem weiten Feld der Vernetzung?

Aber klar tun sie das: Connectivity ist dabei

neben Elektroantrieb und Infotainment sicher

ein, wenn nicht der zentrale Bereich in der

Automobilelektronik von morgen. Erst vor ein

paar Wochen habe ich in einer großen deutschen

Wirtschaftszeitung den Beitrag „Autobranche

bekommt neue Gegner“ gelesen, der

zu dem Schluss kommt, „..dass die IT den Motor

als wichtigsten Erlösbringer im Auto ablösen

dürfte und sich etwa Bosch, Conti und

ZF einen Wettbewerb mit VW und Daimler liefern“.

Und – Stichwort China – hier auch Neulinge

wie Huawei mit dabei sind, die mit ihrer

5G-Kompetenz gerade beim Thema Connectivity

sicher ein gewichtiges Wort mitreden

werden.

Wir arbeiten ja mit OEMs und Zulieferern in

Europa, den USA und China zusammen und ja,

wir sehen diese Entwicklung schon bei ersten

Kunden.

Sie wären also vorsichtig, von einem Vorsprung

von sechs Jahren zu sprechen,

sehen aber neben den neuen Autofirmen

noch einige weitere Mitspieler, auf die

sich die etablierten Hersteller gefasst

machen müssen?

Auf der CES präsentierte Sony ein ganzes Auto.

Ins Autogeschäft einsteigen will Sony wahrscheinlich

nicht, aber Schlüsseltechnologien

für vernetztes Fahren anbieten. So ähnlich

werden viele Hersteller in den Techniken verfahren,

auf die sie sich konzentrieren und mit

denen sie künftig im Auto ein gewichtiges

Wort mitreden wollen.

Die Fragen stellte Heinz Arnold.

Auf direktem Weg zum passenden Prüfadapter

Digitaltest etabliert eigenes Adapterhaus

Digitaltest reagiert auf die allgemein gestiegene

Nachfrage und auf Lieferengpässe

seitens externer Adapterhäuser und

bietet künftig einen eigenen Adapterservice

an.

Mit dem Aufbau eines In-Haus-Adapterservice

sehen wir eine Möglichkeit, die langen Wartezeiten

für den Bau der Adaptervorrichtungen

für unsere Kunden und uns deutlich zu

verkürzen«, so Sarah Boctor-Vauvert, CEO bei

Digitaltest. Um weiterhin flexibel und schnell

auf Kundenwünsche reagieren zu können,

wurde dafür im Maschinenpark in Kairo eine

neue CNC-Fräsmaschine installiert. Mit ihr

sollen die bisherigen Produktionsmöglichkeiten

gestärkt und kurze Produktionswege innerhalb

des Unternehmens sichergestellt werden.

Erfahrungen im Adapterbau hat Digitaltest bereits

in der Vergangenheit in ihrer hauseigenen

Test- und Reparaturabteilung gesammelt, beispielsweise

für den Eagl-MTS-180-Pneumatikund

den Sigma-MTS-300-Vakuum-Adapter.

Auch wurden bereits maßgeschneiderte Condor-Flying-Probe-Adapter

für interne Benchmarks

und externe Projekte vorbereitet. »Die

neueste Technologie ist unser zweistufiges Gerät

mit einem Hubmechanismus für den Condor

Flying Probe, der es ermöglicht, die Platine in

zwei verschiedenen Stufen mit unterschiedlichen

Nadelhöhen zu kontaktieren und so beispielsweise

ICT-Test und Programmierung gemeinsam

durchzuführen«, so Sarah Boctor-

Vauvert. Der In-Haus-Adapter-Service von Digitaltest

bietet mechanische Konstruktionsund

Bearbeitungswerkzeuge mit einem Präzisionsniveau

von 20 µm, PCB-Analyse mit

Prüfberichten zur Spannungs- und Dehnungsanalyse

für eine hohe Platinensicherheit und

Teststabilität sowie Transparenz in Form vollständiger

Dokumentationen und Stücklistenberichten,

auf die bei künftigen Änderungen

des Kartenlayouts verwiesen werden kann. Ein

Vorteil gegenüber externen Adapterhäusern ist

die Qualitätssicherung mit Vorab-Überprüfung

des Adapters auf dem passenden Digitaltest-

Testsystem.

Zusätzlich zu den Adaptern ist Digitaltest in der

Lage, kundenspezifische Leiterplattenträger mit

einer unregelmäßigen Form oder einer Kante

von weniger als 3 mm herzustellen. Die neueste

Entwicklung besteht aus einem Condor-Flying-Probe-Universal-Leiterplattenträger,

dem

sogenannten Universal PCB Carrier, der für alle

Leiterplatten verwendbar ist. (nw) n

18

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Messenachlese | embedded world 2020


Messenachlese|embedded world 2020

Standard für Embedded-Computer-Auflötmodule

OSM erweitert

CoM-Welt

Mit dem neuen „Open Standard Module“-Standard (OSM) will die SGET

den Markt für Computer-on-Modules erweitern. Dazu werden für Standard-CoMs

einige neue Wege beschritten, unter anderem durch die Auflötbarkeit

und eine größere Unabhängigkeit von den Prozessorarchitekturen.

Bild: SGET

Das Computer-on-Module-Konzept

(CoM) kann mittlerweile eine Historie

von mehr als zwei Jahrzehnten vorweisen

– und damit haben Hersteller und Anwender

einen reichen Erfahrungsschatz und

eine große Palette an Standards erarbeitet.

Auch wenn es auf den ersten Blick aussieht,

dass die diversen CoM-Standards jede Anwendung

abdecken, so gibt es durchaus noch

weiße Flecken auf der Karte der Modullandschaft.

Die vier Größen

der Open Standard Module

bauen aufeinander auf.

Die größte Brache sind dabei applikationsspezifischere

Prozessoren mit ihren spezialisierten

Schnittstellen. Zwar gibt es diese Bausteine

auch schon auf Modulen, allerdings folgen

sie mehr dem Konzept des „jede Signalleitung

wird herausgeführt“ und damit sind es Lösungen,

die sich von Chip zu Chip und folglich

Modul zu Modul unterscheiden – auch von

Anbieter zu Anbieter. Das Haupthindernis ist,

dass ein Standard nun mal Einschränkungen

mit sich bringt und nicht das volle Potenzial

der einzelnen Bausteine ausschöpfen kann.

Damit ist die richtige Mischung aus Flexibilität,

Skalierbarkeit und Austauschbarkeit zu

erreichen, wie die Quadratur des Kreises: eine

perfekte Lösung ist nicht möglich, man kann

aber Näherungen entwickeln, mit denen man

sehr gut arbeiten kann.

Eine weitere „Schwachstelle“ der bisherigen

CoM-Standards war ein gewisser mechanischer

und manueller Aufwand –

mit entsprechenden Kosten in der

Fertigung: Die Module müssen in

die Trägerbaugruppe eingesteckt

und befestigt werden – dies erfolgt

meist händisch oder erfordert

Spezialwerkzeuge. Einlötbare

Module in Trays oder Gurten, die

automatisch bestückt und verarbeitet

werden können, sind für

sehr große Stückzahlen praktisch

ein Muss, da sie die Produktion beschleunigen

und die Kosten reduzieren.

Diese Thematik verschärft sich besonders,

wenn der Preis der Prozessoren niedrig ist,

denn dann geht die Schere zwischen Modulund

Handling-Kosten zu weit auseinander.

Auch hier sind die anwendungsspezifischen

Prozessoren stärker betroffen als beispielsweise

die x86-Architektur mit ihren überschau-

20

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


aren Standard-Interfaces und höherem

Preisniveau.

Eine Lösung für die beiden angesprochen Herausforderungen

kann Anwendungen mit sehr

hohen Stückzahlen und einem hohen Preisdruck

adressieren – also zahllose IoT-Anwendungen.

Das Potenzial und den Handlungsbedarf

hatten auch Mitglieder der SGET Mitte

letzten Jahres erkannt: iesy, Kontron und F&S

Elektronik Systeme haben die SGET-Standardisierungsgruppe

SDT.05 (Standard Development

Team 5) ins Leben gerufen, die sich aktuell

mit 13 weiteren Mitgliedsfirmen um die

Definition und Verabschiedung des neuen

Standards für „Embedded Auflötmodule” kümmert.

SDT.05 hat rekordverdächtig schnell die „Open

Standard Module“ spezifiziert und konnte

noch kurz vor der embedded world 2020 den

Release Candidate verabschieden. Dass ein

„one size fits all“ nicht möglich ist, war schon

zu Beginn klar – herausgekommen sind vier

aufeinander aufbauende Modul-Formate:

• Size-0 – „Zero“ mit 30 mm x 15 mm

• Size-S – „Small“ mit 30 mm x 30 mm

• Size-M – „Medium” mit 30 mm x 45 mm

• Size-L – „Large” mit 45 mm x 45 mm

Diese mechanischen Spezifikationen sind für

die vollautomatisierte Verarbeitung ausgelegt.

Die OSM-Spezifikation geht sogar noch einen

Schritt weiter: Alle Module müssen verpackt

und vorbereitet sein für eine vollautomatische

Weiterverarbeitung. Dies ermöglicht die Optimierung

der gesamten Supply Chain – Handling,

Bestückung und Test. Möglich ist hierfür

die Lieferung in Reel oder Tray. Alle notwendigen

Parameter für die weitere Verarbeitung

müssen die OSM-Hersteller zur Verfügung

stellen wie: Lötprofil, Schablonendaten, Pastendaten

oder Moisture Sensitivity Level/MSL.

Die Größenmodularität setzt sich komplementär

auch bei den elektrischen Anschlüssen:

Seize-0 liefert elementare Schnittstellen wie

SDIO, Ethernet, UART, USB, SPI, I 2 C oder JTAG.

Jede weitere Größenstufe bringt dann zusätzliche

Schnittstellen ein – Size L kommt so auf

insgesamt 622 Anschlüsse. Die Open-Standard-Module-Spezifikation

ermöglicht somit

die Entwicklung, Herstellung und Verbreitung

von Embedded-Computer-Modulen für die

gängigsten Prozessorfamilien mit ihren vielfältigen

Derivaten.

Bei der zunehmenden Anzahl von IoT-Anwendungen

kann der Standard helfen, die Vorteile

des modularen Embedded Computing mit stetig

wachsenden Ansprüchen an Kosten, Platzbedarf

und Schnittstellen zu kombinieren. (mk) ■

Im 3,5-Zoll-Format

Lüfterfreier SBC

Das Embedded Board „Wafer-ULT5“ von

compmall ist konzipiert für leistungsintensive

Anwendungen in der Industrie-Automation,

Maschinensteuerung, am POS/Kiosk,

in der Gebäudeautomation und für Digital-Signage-Anwendungen.

Der lüfterfreie, 3,5 Zoll

große Single-Board Computer basiert auf

Intels Mobile-ULT-Prozessor. Gewählt werden

kann zwischen fünf CPU-Versionen angefangen

mit Intels Celeron 4205U (1,8 GHz, zwei

Cores und 2 MB Cache) bis hin zu Intels Core

i7-8665UE (4,4 GHz, vier Cores und 8 MB

Cache). Die TDP (Thermal Design Power) liegt

bei allen CPUs bei nur 15 W.

Der Arbeitsspeicher kann bis 32 GB DDR4-

RAM (2400-MHz-SO-DIMM) ausgebaut werden.

Onboard ist Intels „UHD Graphics

620“-Grafikeinheit in Kombination mit drei

Display-Schnittstellen: 2 × HDMI (4096×2160

@ 30 Hz) und 1 × LVDS (1920×1200 @ 60 Hz).

Zum Datenaustausch stehen 2 × GbE-LAN mit

Intels I211AT-Controller und 1 × GbE-LAN mit

Intels i219-Controller, 4 × USB 3.1 (Gen2), 1 ×

RS-232, 1 × RS-232/422/485 und 2 × USB 2.0

zur Verfügung. Audio, 8 bit digitale Ein-/Ausgänge

und 1 × SATA vervollständigen die Ausstattung.

Erweitern lässt sich das Embedded Board über

einen Full-Size-Mini-PCIe-Steckplatz und einen

M.2-A-Key-2230-Slot. Ein Watchdog Timer

für den automatischen Neustart ist integriert.

Der bei compmall optional erhältliche

Kühlkörper aus Aluminium leitet die Abwärme

Wafer-ULT5 nutzt Intels

Mobile-ULT-Prozessoren

der Whiskey-Lake-Generation.

direkt an das Gehäuse weiter. Der Betriebstemperaturbereich

liegt zwischen –20 °C und

+60 °C. (mk) n

Bild: compmall

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 21


Messenachlese|embedded world 2020

M2M-Area der embedded world

Wireless-M2M als Aspekt

des IoT

Insgesamt 87 Aussteller waren auf der M2M-Area in Halle 3 der diesjährigen

embedded world vertreten – und einige von ihnen präsentierten interessante

Neuheiten. Der folgende Beitrag stellt ein paar Beispiele vor.

Bild: SSV

Der Begriff M2M-Kommunikation bleibt

auch im Zeitalter des Internet of Things

aktuell, findet doch sowohl im industriellen

als auch im nichtindustriellen IoT

Machine-to-Machine-Kommunikation statt,

verstanden als automatisierter, vorzugsweise

drahtloser Datenaustausch zwischen Maschinen

und Geräten untereinander oder mit einer

zentralen Leitstelle. Wegen der zunehmenden

Mobilität und weltweiten Vernetzung beschleunigt

sich das Innovationstempo der

IoT- und damit auch M2M-Branche eher noch.

Aktuelle Stichworte wie 5G, LPWAN, RFID und

KI zeigen, wohin die Reise geht – sichtbar auch

auf der diesjährigen M2M-Area der embedded

world.

22

System Development Kit

für das IoT-Retrofit

Weil es für viele Unternehmen auf dem Weg zu

Industrie 4.0 und IoT keinen Sinn hat, ihren gesamten

Maschinen- und Gerätepark auszutauschen,

werden Techniken und Strategien für ein

IoT-Retrofit immer gefragter. SSV Software

Systems hat ein System Development Kit (SDK)

entwickelt, das es Anwendern ermöglichen soll,

mithilfe von Sensoren, Gateways und KI-Diensten

die IoT-Anwendungen der nächsten Generation

schon heute als Retrofit zu realisieren.

Im Zuge der digitalen Transformation werden

auch bestehende Produkte nachträglich mit

KI-Funktionen wie etwa Machine Learning erweitert.

Dadurch entstehen intelligente Dienste,

die sowohl für Produktnutzer als auch für

Hersteller neue Möglichkeiten bieten. Mit den

SDK-Bausteinen lässt sich die Entwicklung beschleunigen.

Die im SDK enthaltenen Treiber,

Bibliotheken und vollständig funktionsfähigen

Codebeispiele ermöglichen zusammen mit verschiedenen

Sensoren und einem vorkonfigurierten

Embedded Gateway den schnellen Einstieg

in eigene Projekte.

Das IoT-Retrofit-SDK von SSV Software Systems unterstützt die nachträgliche Anbindung von Baugruppen,

Geräten und Maschinen an IoT-Netze.

Eine mögliche Anwendung in Maschinen und

Anlagen ist die Kombination eines Machine-

Learning-Algorithmus zur automatischen

Rund-um-die-Uhr-Zustandsüberwachung vor

Ort mit einem Remote Collaboration Service

zur Fehlerbehebung in der Cloud. Sobald das

Zustands-Monitoring einen Fehler erkennt, verständigt

es über die Benachrichtigungsfunktionen

einer IoT-Plattform den Service. Ein Mitarbeiter

am Standort des Herstellers analysiert

die in einer IoT-Datenbank gespeicherten

Trenddaten der Anlage und unterstützt den

Kunden bei der Fehlerbeseitigung.

Das erste SDK ist ab dem ersten Quartal 2020

lieferbar. Eine weitere Variante ist zusammen

mit einem NB-IoT-Modem nebst integrierter

SIM-Karte ab Mitte 2020 erhältlich – sie ermöglicht

es, Machine-Learning-basierte Softsensor-Anwendungen

für das Condition-based

Monitoring über flächendeckende, zellulare

IoT-Funknetze zu realisieren.

LPWAN für Sensor-to-Cloud-

IoT-Anwendungen

Der 5G-Mobilfunk steht in den Startlöchern –

auch in der Industrie. Für die ebenfalls relativ

neuen LPWAN-Techniken wird es aber dennoch

künftig diverse Anwendungen geben. Angesichts

dessen ist M2M Germany dabei, sein Angebot

in Sachen LPWAN auszubauen, und hat

im Zuge dessen einen Distributionsvertrag mit

dem IoT-Lösungsanbieter Actility geschlossen.

Actility hat LoRaWAN-, NB-IoT- und LTE-M-

Connectivity-Lösungen für das IoT im Portfolio.

Die von dem französischen Unternehmen entwickelte

LPWAN-Connectivity-Plattform

„ThingPark“ versetzt M2M Germany in die

Lage, seinen Kunden eine Komplettlösung für

IoT-Anwendungen auf LoRaWAN-Basis anzubieten,

die hohen Sicherheitsstandards entspricht.

Der von Actility verwendete Verschlüsselungsstandard

ist von der Automobilindustrie

akzeptiert. M2M Germany agiert in der Kooperation

mit Actility nicht als Netzbetreiber, sondern

als Technologielieferant und als Enabler

für IoT-Geschäftsmodelle. Durch die Zusammenarbeit

kann M2M Germany nach eigenen

Angaben alle Techniken und Komponenten sowie

die entsprechenden Software-Lösungen für

Sensor-to-Cloud-IoT-Applikationen aus einer

Hand anbieten.

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Bei der Wahl geeigneter LoRa-Devices unterliegen

Anwender keinerlei Einschränkungen

– so können die unterschiedlichsten LoRa-

Sensoren beliebiger Hersteller zum Einsatz

kommen. Nur das Gateway muss von Actility

zertifiziert sein, damit alle Daten via IPsec

übertragen werden können. Der Server kann

beim Kunden selbst angesiedelt sein oder über

die Struktur von Actility laufen. M2M Germany

kann auf Kundenwunsch die Datenvisualisierung

oder die entsprechende Dashboard-

Lösung realisieren.

Universal-RFID-Reader

Kleiner als eine Kreditkarte ist der Multistandard-RFID-Reader

„TWN4 Slim“ von Elatec: Er

ist nur 65,5 mm × 45,5 mm × 4 mm groß. Das

Lesegerät unterstützt alle gängigen RFID-

Standards sowie Smartphone-Ident-Lösungen

mit NFC und BLE. Es lässt sich in Geräte integrieren

oder als Stand-alone Device nutzen.

In Drucker integriert, bietet es Anwendern

eine leistungsstarke Secure-Printing-Lösung.

TWN4 Slim verfügt über integrierte Antennen

für HF, LF und Bluetooth Low Energy (BLE) sowie

über eine Micro-USB-Schnittstelle. Eine

RGB-LED und ein Lautsprecher dienen der

Rückmeldung zum Authentisierungsprozess.

Wartung und Management gestalten sich einfach:

Firmware Updates können bequem über

die USB-Schnittstelle erfolgen. Elatec bietet

verschiedene USB-Kabel-Sets und Adapter für

die Integration. Für Anwendungen mit erhöhtem

Sicherheitsbedarf steht ein SAM-Slot bereit.

M2M-Kommunikation

bei Elektrorollern

Dass der englische Begriff „Machine“ viel mehr

umfasst als der deutsche Terminus „Maschine“,

zeigt sich am folgenden Beispiel eines

Systems für die M2M-Kommunikation von

Elektrorollern. Taoglas hat auf Basis seiner

„Edge Platform“ eine KI-Vision-Technik vorgestellt.

Sie wird als neues Feature des E-

Scooter-Sicherheits-Startups Luna eingeführt,

das von Taoglas und dem Flottenmanagement-Unternehmen

Transpoco gemeinsam

gegründet wurde, und ermöglicht eine zentimetergenaue

Positionierung. Zur Realisierung

setzt Luna auf eine Kombination von GNSS/

GPS-Positionierung und integriertem Korrekturservice

(RTK). So wird eine Positionierungsgenauigkeit

von ungefähr 10 cm erreicht. Um

die Funktion auch bei GPS-Schwachstellen

wie etwa der Umgebung hoher Gebäude aufrechterhalten

zu können, nutzt Luna mit sei-

nem System vier integrierte Kameras und

KI-gestützte Bildverarbeitungstechniken,

um Rollerparkplätze anhand von

QR-Codes zu erkennen. Außerdem

verfügt das System über einen Algorithmus

zur Erkennung von Straßen und

Gehwegen, mit dem die Rollerkamera die

Oberfläche, auf der der Scooter fährt, in Echtzeit

analysiert.

Das neue System bietet im Vergleich zu bestehenden

Systemen auf GPS-Basis laut Taoglas

Rollerfirmen die nötige Genauigkeit, um

sicherzustellen, dass ihre Roller innerhalb der

städtischen Richtlinien und Sicherheitsvorschriften

korrekt geparkt und auch gefahren

werden. Dies wird von Taoglas’ „Edge Locate“

unterstützt. Letztlich zielt das System darauf

ab, bestehende Sicherheitsbedenken zu entkräften,

die mit einer falschen Verwendung

von E-Scootern verbunden sind.

Darüber hinaus hat Taoglas auf der embedded

world drei zusätzliche Funktionen für die E-

Scooter-Sicherheitsvorrichtung von Luna präsentiert,

die von der Edge Platform von Tao-

Embedded

Switches

and Routers

Der Multistandard-RFID-Reader „TWN4 Slim“

von Elatec ist kleiner als eine Kreditkarte.

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Bild: Elatec

glas angetrieben wird: Helmerkennung,

Spurerkennung und Parkerkennung. Taoglas

bietet Lösungen für viele IoT-Anwendungen

unter anderem in den Bereichen Automobil,

Energieversorger, Smart Cities, Gesundheitswesen,

Telematik und Smart Metering. Das

Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Irland,

aber weltweit zehn Standorte, unter anderem

in München, Asien und den USA. (ak) n


Messenachlese|embedded world 2020

Glyn auf der embedded world

Neue Produkte

und Herstellerpartner

Zur embedded world wartete Glyn mit einigen Neuerungen auf:

Neben neuen Produkten meldete der Distributor

mit Advantech auch einen Neuzugang auf der Linecard.

Die Produkte des taiwanesischen Herstellers

Advantech sind ab sofort bei

Glyn erhältlich. Von Box- und Panel-

PCs, modularen Systemen, über CoM, Motherboards,

Singleboards bis hin zu IoT-Produkten

ist das Portfolio des Herstellers nun europaweit

über den Distributor zu beziehen. Advantech

ist Anbieter von Hardware, Software, Design

Services, eingebetteten Systemen,

Automatisierungslösungen und bietet umfassende

Systemintegration. Der Hersteller wurde

im Jahre 1983 gegründet. Auch vom Jahresumsatz

her hat sich Advantech als größter

Hersteller von Industrie-PCs und CoMs etabliert.

»Mit der Aufnahme von Advantech in unser

Angebotsprogramm gewinnen wir einen

Marktführer im Sektor iPCs und CoM-Module.

Die Möglichkeit, jedes Produkt kundenspezifisch

zu gestalten, macht den Hersteller zu einem

flexiblen Partner. Die Unterstützung

durch technischen Support aus Deutschland

sichert uns kurze und schnelle Informationswege«,

freut sich Norman Schmidt, Produktmanager

Advantech bei Glyn, auf die gemeinsame

Zusammenarbeit. Sowohl Advantech als

auch Glyn versprechen sich von der Partnerschaft

nachhaltige Synergie-Effekte.

Quadcore Power auf 27 mm × 27 mm

Interessante Produkte und Applikationen zeigte

Glyn auf der Messe an mehreren Countern,

darunter auch die neue QS-Computer-On-Module-

(kurz: CoM) Familie von Ka-Ro. Der Vorteil:

Die Module lassen sich einfach auf die Platine

löten und sind dabei nur 27 mm × 27 mm

groß bei lediglich 2,3 mm Höhe in einer QFN-

Gehäuseform. Dabei sind Prozessor, PMIC, RAM

und sogar Flash-Speicher schon integriert. Das

Ultraflach sind die neuen

PiezoListen-Lautsprecher von TDK.

QS-Konzept ermöglicht die Verwendung einer

einfachen, zweilagigen Basiskarte – auf ein

teures, viellagiges Platinen-Layout können Entwickler

verzichten. Dank der QFN-Lötstellen ist

eine zeitaufwändige Röntgenprüfung der Kontaktierung,

die z.B. bei einem BGA-Gehäuse

notwendig wäre, nicht erforderlich. Eine

schnelle visuelle Prüfung reicht hier völlig aus.

Sämtliche PINs sind einfach messtechnisch zu

erreichen. Durch das direkte Auflöten erhöht

sich nach Auskunft von Glyn die Betriebssicherheit

in rauen Umgebungen. Aufwändige Boardzu-Board-Verbinder

können entfallen. Die Module

werden automatisch bestückt und verlötet.

Genau wie die TX-Familie von Ka-Ro wird auch

bei der neuen Familie auf ein pinkompatibles

Konzept gesetzt. So lässt sich die benötigte

Leistung einfach skalieren und bei Bedarf anpassen.

Der neue QS-Standard beinhaltet alle

wichtigen Schnittstellen, u.a. USB, Gigabit-

Ethernet sowie viele serielle Schnittstellen.

Zum Betrieb benötigen die Module lediglich

3,3 V Versorgungsspannung.

Nur 0,49 mm tief

Bild: Glyn

Ein weiteres Highlight am Glyn-Stand waren

die PiezoListen-Lautsprecher von TDK, mit nur

0,49 mm Tiefe die derzeit weltweit flachsten

Lautsprecher. Dank seiner geringen Abmessungen

kann der PiezoListen direkt an OLEDund

LC-Displays sowie an die Rückseite von

Display-Panels aufgeklebt werden. Der Sound

wird dadurch direkt vom Bildschirm abgegeben.

Damit lässt sich der Lautsprecher in bestehende

Anwendungen ohne Schallöffnung

integrieren. So sind flexible Akustiklösungen

möglich, die keine Änderungen am äußeren

Design erfordern. Die Lautsprecher eignen sich

für kommerzielle und medizinische Applikationen,

einschließlich Fernseher, Surround-

Sound-Systeme, Tablets, PCs, Smartphones

und Automotive-Infotainment-Systeme und

Audiosysteme. (zü)

n

24

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Für CPU- und FPGA-Module

Zwei CoMs

in einem System

Robust und mehrfach skalierbar kann die Embedded-Systemplattform „HeiSys“ von Heitec

als universelles Gateway oder Edge-Computer für schnelle Lösungen,

z.B. in IoT- oder mobilen Anwendungen, zum Einsatz kommen.

Bild: Heitec

Heitecs neue Embedded-Systemplattform HeiSys

nutzt zwei CoM-Standards in einem Gerät.

Plug-on-Module erfreuen sich immer

größerer Beliebtheit in vielen Bereichen,

da sich damit auch Lösungen mit

sehr hohem Performance-Anspruch relativ

einfach realisieren lassen. Heitec verbindet

mit seiner neuen Embedded-Systemplattform

die Vorteile verschiedener Modul-Standards.

Durch den Einsatz standardbasierter Prozessor-

und FPGA-Module kann HeiSys sowohl

auf die gewünschte Rechenleistung skaliert

als auch um die benötigten Kommunikationsschnittstellen

erweitert werden. Kunden haben

so die Möglichkeit, die Plattform an die

individuelle Anforderung ihrer Zielapplikation

anzupassen beziehungsweise Anwendungen

mit intensiver Datenverarbeitung schnell, ausfallsicher

und ohne großen Aufwand zu realisieren.

Je nach Komplexität des Designs und den Anforderungen

an Bandbreite, Signalvielfalt,

Leistung und Stromverbrauch können entsprechende

COM-Express-Boards gewählt und

in Kombination mit Smarc-Modul-basierten

FPGA-Boards über das entsprechende FPGA-

Design eine große Varianz an Schnittstellen

abgebildet werden. Zukünftig soll auch der

neue COM-HPC-Standard zum Einsatz kommen.

Die volle Flexibilität hinsichtlich kabelloser

Übertragungstechniken wird über M.2-

Schnittstellen erreicht. Konzipiert ist die

Systemplattform für die Nutzung von WLAN,

LTE, 5G, UMTS, GSM, LPWA, LoRa, WiFi, Bluetooth

und GPS/GLONASS-Multiband-Modulen.

Durch die Zulassung nach EN 50155 – anwendbar

auf in Schienenfahrzeugen eingebaute

elektronische Betriebsmittel – ist das

kompakte System für den mobilen Einsatz als

Rolling Stock oder für Wayside Monitoring

zertifiziert. Durch den Verzicht auf bewegliche

Teile wie Lüfter wird die Ausfallsicherheit erhöht

und die MTBF vergrößert. Das System

ermöglicht einen Betrieb im erweiterten Temperarturbereich

zwischen –40 °C und +85 °C.

Eine Zulassung nach EN 50155 impliziert

ebenfalls die Möglichkeit des Unterfüllens von

ICs und Schutzlackierung der Boards. Das Gehäuse

ist je nach Kundenwunsch, Einsatzbedingungen

und nötiger Kühlleistung modular

erweiterbar. (mk)

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Messenachlese|embedded world 2020

Automatisierte Anpassung des HiL-Testsystems spart Zeit und Geld

»Wir betrachten den

Prozess ganzheitlich«

SET hat einen völlig neuen Ansatz zum Design von HiL-Testsystemen für die Luftfahrt

entwickelt. Dank Standardisierung auf Architektur-, Prozess- und Signalebene

reduziert das „System On Demand“-Konzept Kosten und Lieferzeiten drastisch. SET-

Geschäftsführer Frank Heidemann erklärt die Hintergründe.

Markt&Technik: Herr Heidemann, Sie bezeichnen

„System on Demand“ als Revolution

im HiL-Testmarkt. Warum musste

der Prozess für HiL-Systeme denn überhaupt

neu erfunden werden?

Frank Heidemann: Wir haben uns den Luftfahrtmarkt

genau angeschaut und festgestellt,

dass die eigentlichen Probleme unserer Kunden

gar nicht primär technischer Natur sind. Für

die technischen Herausforderungen gibt es bereits

unzählige Lösungen und Kombinationsmöglichkeiten

am Markt, das muss man nicht

neu erfinden. Das eigentliche Thema sind die

prozessgetriebenen Probleme, über die wir seit

Jahren in der täglichen Arbeit stolpern: die

Timeline, die Flexibilität und das Budget. Bisher

ist es immer noch so, dass die Testabteilung

zum Ende eines Luftfahrtprogramms unweigerlich

ins Schwitzen kommt. Die können erst

anfangen, ihr Testsystem zu entwickeln, wenn

die Requirements des Prüflings feststehen. Das

ist zu Projektbeginn – und auch noch lange

danach – aber de facto einfach nie der Fall.

Wenn die finalen Requirements wirklich feststehen,

haben die Testabteilungen schon sehr

viel Zeit verloren und das Risiko im Projekt ist

trotz aller Vorkehrungen enorm gestiegen.

Dann wird viel Geld investiert, es werden technisch

Kompromisse gemacht – und trotzdem

kann der Liefertermin oft nicht gehalten werden.

26

Warum können die Entwicklungsabteilungen

die Requirements nicht früher

bekannt geben?

Das ist im bisherigen Prozessverlauf fast unmöglich.

Denn die Änderungsprozesse bei Testsystemen

sind unglaublich aufwändig und

nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Jede nachträgliche

Änderung der Requirements würde

fast automatisch auch mit einem Lieferverzug

einhergehen – und für den will natürlich niemand

verantwortlich sein. Genau diese Probleme

lösen wir mit System on Demand. Da be-

Frank Heidemann, SET

„Wir standardisieren auf

verschiedenen Ebenen und

erreichen dabei einen Automatisierungsgrad

im Design der

Testsysteme, der bisher noch nie

da gewesen ist.


kommt der Kunde sein standardisiertes

Testsystem schon nach 12 bis 15 Wochen –

und zwar inklusive der kompletten Simulationsumgebung.

Das heißt, er kann bereits nach

Abschluss des Designs mit der Implementierung

der Tests beginnen und nicht erst nach

der Auslieferung des Systems Monate später.

Das reduziert auch das Risiko erheblich. Der

Hauptvorteil ist aber, dass er jederzeit im Prozess

noch Änderungen an den Requirements

vornehmen kann, ohne das Gesamtprojekt zu

gefährden, sogar im Nachhinein noch.

Wieso funktioniert bei Ihnen, was bei anderen

nicht geht?

Standardisierung ist mittlerweile im Testsystem-Markt

in aller Munde. Wir haben das

Spielchen aber ein ganzes Stück weitergetrieben

und betrachten den Prozess ganzheitlich.

Wir standardisieren auf zwei verschiedenen

Ebenen und erreichen dabei einen Automatisierungsgrad

im Design der Testsysteme, der

bisher noch nie da gewesen ist. Das ist nicht

nur eine Evolution, man kann es schon als Revolution

bezeichnen. Auf der Architekturebene

ist die Plattform offen, modular und standardisiert.

Sie basiert auf der Hard- und Software

von National Instruments wie PXI, SLSC, Veristand

usw. Wir arbeiten also mit COTS-Komponenten,

die das Obsoleszenz-Risiko minimieren,

lieferantenunabhängig sind und nicht

erst entwickelt werden müssen. Das absolut

Einzigartige am Markt ist aber unsere Standardisierung

auf der Prozess- und Signalebene.

Und was ist auf der Prozess- und Signalebene

so besonders bei System on Demand?

Die Signalebene ist die berühmte letzte Meile

vom Testsystem zum Prüfling, die mit enormen

Entwicklungsaufwänden verbunden ist. Wir arbeiten

schon seit Jahren gemeinsam mit National

Instruments an der SLSC-Plattform und

haben hier schon enorme Standardisierungsarbeit

geleistet. Mit System on Demand gehen

wir aber noch mal einen großen Schritt weiter:

Wir haben über 70 Aerospace-Signale definiert

und fertig entwickelt, „ready to use“, quasi als

Katalogware. Und an der Stelle lösen wir das

Problem des Kunden über den Prozess. Denn

jetzt können wir dem Kunden schon in der Angebotsphase

innerhalb von drei Tagen definieren,

wie sein Testsystem aussehen wird. Alles,

was wir dafür brauchen, ist das ICD, also die

Dokumentation der Schnittstellenansteuerung.

Sie haben also ein individuelles HiL-Testsystem

aus dem Katalog? Das ist ja eher

ungewöhnlich...

Stimmt. Wir haben enorme Vorarbeit geleistet,

das Problem unserer Kunden in Prinzipien und

Prozesse zerlegt und mit viel Geld und Zeit im

Vorfeld durchdekliniert und modular runtergebrochen

auf Signale und Anforderungen. Jetzt

können wir diese Signale und standardisierten

Komponenten mit AI und Prozesssteuerung beliebig

kombinieren und addieren und unseren

Kunden in zwölf Wochen ein Testsystem auf

den Hof stellen. Das ist dann zu 80 Prozent

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


schon fertig und die Testabteilung kann dank

kompletter Simulationsumgebung direkt starten.

Damit kommen sie endlich raus aus der

kritischen Situation, immer die letzten zu sein

und Milestones zu reißen. Sie können mit den

ersten Requirements des Prüflings bereits das

Testsystem entwickeln und alle nachträglichen

Änderungen immer zeitnah umsetzen. Das

kostet zwar wie jede Änderung Geld, es gibt

dadurch aber keinen Projektverzug mehr. Außerdem

reduziert es das Risiko enorm, denn

der Kunde weiß schon früh im Projekt, was für

ein Testsystem er bekommt, er verwendet

COTS-Komponenten, kann ändern und die

Testsysteme auch wiederverwenden. Damit

sinken auch die Gesamt-Testkosten im Unternehmen

über mehrere Programme hinweg.

Kosten sind in der Luftfahrt ein relevanter

Faktor. Wie können Ihre Testsysteme

wiederverwendet werden?

Bisher war es so, dass für jedes neue Programm

eines Unternehmens immer auch ein neues

Testsystem benötigt wurde – und das, obwohl

die Testsysteme im Grundsatz vielleicht gar

nicht so unterschiedliche Anforderungen haben.

Durch unseren hohen Standardisierungsgrad

auf der Architektur- und der Prozessebene

mit COTS-Komponenten und vorent -

wickelten Signalpfaden müssen für ein Folgeprogramm

nur noch Teile des Testsystems neu

entwickelt werden. Das bestehende System

kann für neue Programme also einfach erweitert

werden. Das hat den großen Vorteil, dass

das System bereits bekannt ist und die Gesamtaufwände

für die Anpassungen deutlich

sinken im Vergleich zu einer Neuentwicklung.

Damit können wir die Total Cost of Test im Unternehmen

deutlich reduzieren und auch von

vorn herein Risiken aus dem Projekt nehmen,

weil es deutlich weniger unbekannte Faktoren

in der Gleichung gibt.

Geben Sie uns doch bitte mal ein konkretes

Beispiel eines realisierten Projektes.

Gerne. Ein Kunde beispielsweise kannte seine

Testsysteme schon seit Jahren, jedes Mal kostete

es für ein neues Programm 450.000 Euro

und hatte geplante 30 Wochen Lieferzeit. Es

kam aber real immer erst nach 50 Wochen. Wir

konnten mit System on Demand die kalkulierten

Kosten treffen und die Lieferzeit auf zwölf

Wochen reduzieren – außerdem konnten die

sich ändernden Requirements laufend nachgerüstet

werden. Darüber hinaus bekam der

Kunde schon zu Beginn des Prozesses eine Simulationsumgebung,

um mit der Integration

der Tests zu beginnen. Das hat zu großer Begeisterung

geführt, was uns natürlich sehr

freut und bestätigt.

Das Interview führte Nicole Wörner.

Fehlinterpretationen vorbeugen

Statische Codeanalyse für Barr

Das statische Codeanalysewerkzeug „Eclair“ von Hitex

unterstützt jetzt den Kodierstandard BARR-C:2018 für in C

geschriebene Software und hilft so, die Wartbarkeit zu verbessern.

Die Barr-Regeln zielen in erster Linie auf

den Programmierstil ab, also beispielsweise

die Art und Weise, wie Variablen-

oder Funktionsnamen gebildet oder wie

die geschweiften Klammern gesetzt werden

sollen. Damit erhöht sich die Lesbarkeit und

Verständlichkeit von Software, die Einhaltung

der Regeln beugt Fehlinterpretationen vor.

Dies kann tatsächliche Defekte in der Software

vermeiden – der Hauptnutzen jedoch ist

Wartbarkeit und Portabilität der Software.

Viele Unternehmen haben bereits eigene Regeln

für den Programmierstil erstellt, wobei

es häufig Unstimmigkeiten gibt, beispielsweise

wie denn die geschweiften Klammern

zu setzen sind. Die genaue Ausprägung der

Regeln ist dabei aber nicht das Entscheidende,

sondern dass ein einheitlicher Programmierstil

entsteht. Da die proprietären Regeln für

den Programmierstil von Unternehmen zu Unternehmen

differieren, kann ein Off-the-

Shelf-Werkzeug diese nicht ohne Anpassung

prüfen. Das erfordert dann ein aufwändiges

manuelles Review. Entscheidet sich ein Unternehmen,

mit den Barr-Regeln zu arbeiten,

entfällt dieser Aufwand, denn mit Eclair können

über 100 Barr-Regeln automatisiert geprüft

werden. Falls Unternehmen die Barr-Regeln

übernehmen, kann dadurch der große

Aufwand für manuelle Überprüfung des Programmierstils

größtenteils eingespart werden.

Darüber hinaus weist Eclair auf mögliche

Laufzeitfehler hin, berechnet Metriken und

prüft andere Programmierregeln wie beispielsweise

die MISRA-Richtlinien. (mk) n

Bilder: Hitex

Die Platzierung der geschweiften Klammer

verstößt gegen Regel 1.3b von BARR-C:2018,

nach der geschweifte Klammern alleine in einer Zeile stehen sollen.

Die break-Anweisung beginnt nicht in derselben Spalte wie das zugehörige case-

Label. Dies verletzt die Regel in Abschnitt 8.3a des Codier-Standards

BARR-C:2018. Durch diese Regel sollen fehlende break-Anweisungen auffallen.

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 27


Messenachlese|embedded world 2020

Software und IP

RTOS und RISC-V-Prozessor

Das Echtzeitbetriebssystem Nucleus ist bereits in über 3 Mrd. Geräten im Einsatz.

Jetzt hat Mentor dem RTOS ein paar wichtige Neuerungen verpasst.

Greenwaves wiederum hat mit seinem GAP9 einen IoT-Applikationsprozessor entwickelt,

der im Vergleich zu GAP8 auf eine höhere Leistung bei weniger Stromverbrauch kommt.

Nucleus 4 ist mit einem Kernel Debug

Agent ausgestattet, sodass ein JTAGähnliches

Debuggen des Kernels und

der Applikation auch ohne JTAG-Schnittstelle

und externe Hardware möglich ist«, erklärt

Scot Morrison, General Manager of Embedded

Platform Software bei Mentor (A Siemens

Business), und beschreibt damit eine der

Neuerungen von Nucleus 4. Darüber hinaus

nutzen die Nucleus-4-BSPs (Board Support

Packages) jetzt erstmals Standard-Device-

Tree-Dateien für die Bausteinkonfiguration,

sodass »BSPs leichter portiert werden können,

indem man bereits bestehende Konfigurationen

verwenden kann«, so Morrison weiter. Außerdem

wurde Nucleus 4 in puncto Security

aufgerüstet. Morrison: »Nucleus 4 verwendet

die kleine und performante wolfSSL-Bibliothek

zur SSL/TSL-Verschlüsselung, wodurch sich die

Security für verbundene Geräte deutlich erhöht.

Ich denke, Nucleus 4 ist das erste RTOS

überhaupt, das auch TLS 1.3 unterstützt.« Zudem

wurde laut Morrison auch noch ein GNU-

Compiler-Upgrade durchgeführt, sodass die

Entwickler in den Genuss der neueren Bug Fixes

und Optimierungen kommen können. Morrison

erklärt außerdem, dass Nucleus 4 jetzt

auch für heterogene Multiprozessorsysteme

genutzt werden kann. Dafür steht das Mentor

Embedded Multicore Framework (MEMF) als

Add-on zur Verfügung. »Diese Möglichkeit bietet

die Unterstützung unterschiedlicher Betriebssysteme

auf heterogenen Prozessorkernen

innerhalb eines Multicore-Systems, wie

zum Beispiel dem i.MX8 von NXP oder den

Ultrascale+-Komponenten von Xilinx«, fährt

Morrison fort. Und als letzte interessante Neuerung

verweist er darauf, dass Nucleus 4 jetzt

auch für die RISC-V-Architektur verfügbar ist.

zu GAP8 eine deutlich höhere Speicherbandbreite

und kann damit mehr Datenströme

von unterschiedlichen Sensoren gleichzeitig

analysieren«, erklärt Emmanuel Gresset, Vice

President Business Development bei Green-

Waves Technologies.

Das Unternehmen hatte den GAP9-Prozessor

erstmals auf dem RISC-V Summit im Dezember

letzten Jahres angekündigt, jetzt wurde er

einem breiteren Publikum vorgestellt. Auch

wenn der Grundaufbau bei beiden Prozessoren

gleich ist, hat GreenWaves doch auch viele

Bild: Mentor (A Siemens Business)

Blockdiagramm von Nucleus

Neuerungen eingebracht, einschließlich einer

neuen Prozesstechnik. Für GAP9 wird der

22-nm-FDX von Globalfoundries genutzt. Aber

auch architektonische Neuerungen wurden

durchgeführt, wie zum Beispiel ein neuer Master/Core8

(also jetzt 9 Cores anstatt 8 wie bisher),

eine MPU (Memory Protection Unit) oder

eine verbesserte HWCE (Hardware Engine für

CNNs). Darüber hinaus kann GAP9 dank mehrerer

neuer Transprecision Floating Point Units

(TFPUs) jetzt auf allen Cores auch Fließkomma-

Rechnungen durchführen, und zwar in verschiedenen

Formaten (8, 16 und 32 bit) und

Bild: GreenWaves

Leistungsfähiger Prozessor

für IoT-Anwendungen

»GAP8 haben wir 2018 vorgestellt, jetzt ist er

in voller Produktion. Mit GAP9 sind wir einen

Schritt weitergegangen. Er bietet im Vergleich

Blockdiagramm von GAP9

28

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Scot Morrison, Mentor (A Siemens Business)

„Ich denke, Nucleus 4

ist das erste RTOS überhaupt,

das auch TLS 1.3 unterstützt.


mit der Möglichkeit zur Vektorisierung. Auch

wenn es um Festkomma-Arithmetik geht, ist

der GAP9 im Vergleich zum GAP8 verbessert

worden, denn der neue Prozessor unterstützt

auch vektorisierte 4- und 2-bit-Operationen.

GAP9 ist darüber hinaus mit bidirektionalen

Mehrkanal-Schnittstellen für Audiosignale (3

× I 2 S mit TDM-Unterstützung) und MIPI- und

CPI-Schnittstellen für eine Kameraanbindung

ausgestattet. Damit eignet sich der Prozessor

zur Szenenanalyse in Kameras mit geringer

Auflösung und geringem Stromverbrauch.

Dank verbesserter HWCE eignet sich der GAP9

auch zur Verarbeitung anspruchsvoller neuronale

Netze wie beispielsweise eine Bildklassifizierung

mit MobileNet V1. GreenWaves gibt

hierzu folgende Leistungsdaten an: 160 ×

160-Bilder mit einer Kanalskalierung von 0,25

in nur 12 ms und einer Leistungsaufnahme von

806 μW/Bild/Sekunde. Gresset: »Wie schon angedeutet,

GAP9 zeichnet sich durch eine höhere

Speicherbandbreite aus. Genau gesagt

liegt die effektive Speicherbandbreite bei GAP9

im Vergleich zu GAP8 um den Faktor 20 höher.

Damit kann die Erkennungsgenauigkeit durch

die gleichzeitige Analyse von Datenströmen

von mehreren verschiedenen Sensoren erheblich

verbessert werden.«

GAP9 wurde außerdem mit zusätzlichen Security-Funktionen

ausgestattet, die die Firmware

und Modelle der Gerätehersteller schützen

und gleichzeitig die Geräte vor Mani -

pulationen schützen. Dazu gehört beispielsweise

eine Hardware-Unterstützung für die

AES128/256-Kryptografie (On-the-Fly-Verschlüsselung

und Entschlüsselung) und eine

PUF-Einheit (Physically Unclonable Function),

mit der Geräte eindeutig und sicher identifiziert

werden können.

22. - 24. Juni 2020

Mövenpick Hotel Stuttgart Airport

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Während des Forums werden die Einzelthemen Safety und

Security sowie das Zusammenspiel beider Aspekte diskutiert und

zwar einerseits anwendungsübergreifend, anderseits auch aus

Sicht der Anwendungsbranchen Industrie und Automotive. Das

Vortragsprogramm spannt den Bogen von den verfügbaren Hardund

Softwarekomponenten, Methoden und Tools, Hilfsmitteln und

der Zertifizierung bis zum praktischen Einsatz sicherer Systeme.

22. Juni 2020

Einstiegsseminar Funktionale Sicherheit

und Security in Embedded Systemen

Prof. Dr. Peter Fromm Hochschule Darmstadt

23. Juni 2020

Keynote: Vermeidbare

Katastrophen

Susanne Meiners, NewTec

Keynote: Safety & Security by

Design durch modellbasierte

und automatisierte Analysen

Dr. Markus Fockel, Fraunhofer IEM

24. Juni 2020

Keynote: Maßnahmen in der Produktentwicklung

nach einem Cyberangriff

Frank Eberle, Pilz

Gresset abschließend: »In der ersten Hälfte

dieses Jahres werden GAP9-Hardware-Entwicklungs-Kits

verfügbar sein.« (st) n

Nr. 12/2020

www.markt-technik.de

Detaillierte Informationen zum Programm unter:

www.safety-security-forum.de


Schwerpunkt|Safety & Security

Kombinierte Standard- und Sicherheitssteuerung

Safety und hohe

Rechenleistung vereint

Phoenix Contact hat im Rahmen seines „PLCnext“-Portfolios Standardund

Sicherheitssteuerung auf hohem Leistungsniveau in Einklang gebracht:

mit dem Remote Field Controller RFC 4072S für rechenintensive

Applikationen gemäß dem Sicherheits-Level SIL 3/PL e.

Von Alex Dusdal,

Mitarbeiter im Produktmarketing

Control Systems

bei Phoenix Contact Electronics

Bild 1: Im Portfolio von Phoenix Contact für sicherheitsgerichtete Applikationen

auf Basis von Profisafe ist der RFC 4072S die leistungsfähigste Steuerung.

Der RFC 4072S zeichnet sich durch die

zeitlich deterministische Abarbeitung

von IEC-61131-3- und Hochsprachenprogrammen

sowie Matlab/Simulink-Modellen

aus. Technisch gesehen handelt es sich bei

ihm um eine Kombination aus einer Betriebsführungs-

und einer sicherheitsgerichteten

Steuerung. Die Betriebsführungssteuerung bearbeitet

die Standard-Applikation und übernimmt

den Datenaustausch mit den Standard-

I/Os über das Profinet-Protokoll. Die

Safety-SPS führt das sicherheitsgerichtete

Programm aus und kommuniziert über eine F-

Host-Instanz. Auf diese Weise können im Profisafe-Netzwerk

bis zu 300 unterlagerte F-Devices

betrieben werden. Der RFC 4072S

unterstützt das Profisafe-Profil V 2.6.1, sodass

sich die neuesten F-Devices steuern lassen

(Bild 1).

Deterministische Abarbeitung auch von

Hochsprachen- und Simulink-Programmen

Unter dem Namen „PLCnext Technology“ stellt

Phoenix Contact ein offenes Ecosystem für

aktuelle und zukünftige Automatisierungs-

Anforderungen bereit, das ein Zusammenwachsen

von Automatisierungsaufgaben und

IoT-Ansprüchen ermöglicht. Neben den

PLCnext-Steuerungen umfasst das Ecosystem

die modulare Software-Plattform PLCnext Engineer,

den digitalen Marktplatz PLCnext

Store, die PLCnext Community sowie die Option

einer systemischen Cloud-Integration.

Die eigens entwickelte Firmware-Architektur

erlaubt Anwendern die Nutzung von IEC-

61131-3-Programmiersprachen in Kombination

mit Hochsprachen wie C++ und C# oder

einem Regelalgorithmus-Modell in Matlab/

Simulink. Dabei kann ein Steuerungsprogramm

aus lediglich einer der genannten

Sprachen oder einer beliebigen Kombination

aus ihnen bestehen (Bild 2).

Bilder: Phoenix Contact

Bei der Abarbeitung von Hochsprachenprogrammen

in industriellen Steuerungssystemen

liegt die Herausforderung darin, dass der Code

keinen zwangsgeführten Zyklus hat. Als Lösung

bietet die PLCnext Technology eine

Middleware zwischen der Betriebssystemund

der Anwenderebene. Der Ansatz umfasst

zum einen den Scheduler, als Execution and

Synchronisation Manager (ESM) bezeichnet.

Der ESM sorgt dafür, dass beispielsweise in

C++ oder C# geschriebene Programme, per

Matlab/Simulink erzeugte Modelle und gemäß

30

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Bild 2: Die Architektur der PLCnext Technology ermöglicht die gleichzeitige Verwendung von mit der Software „PLCnext Engineer“

erstellten IEC-61131-3-Programmen und in Hochsprache oder als Matlab/Simulink-Modell generierten Programmen.

IEC 61131-3 erstellte Applikationen in einer

definierten und zeitlich deterministischen Reihenfolge

ausgeführt werden. Auf der anderen

Seite stellt ein smarter „Shared Memory“ – der

Global Data Space (GDS) – einen zykluskonsistenten

Datentransfer zwischen den verschiedenen

Programmen sowie der I/O-Ebene

sicher (Bild 3).

Als weitere Komponente des Ecosystems umfasst

der PLCnext Store fertig programmierte

Software-Applikationen (Apps), die sich direkt

im RFC 4072S abarbeiten lassen. Die diversen

Apps werden dabei nicht nur von Phoenix

Contact angeboten, sondern auch von Drittanbietern

(Bild 4).

Weltweiter Datenaustausch

in gekapselte Profinet-Netzwerke

Als anderes wichtiges Element der PLCnext

Technology – und eine Art Interface zur IoT-

Welt – erweist sich die Möglichkeit der systemischen

Cloud-Integration einer auf dem

Ecosystem beruhenden Steuerung. Die Anbindung

kann einerseits über die im PLCnext

Store erhältlichen Apps erfolgen, etwa AWS

IoT Client, Ixon Cloud Connector oder MQTT

Client. Darüber hinaus steht die von Phoenix

Contact entwickelte Lösung „Proficloud“ bereit.

Über die Proficloud lassen sich die global

verteilten Teilnehmer eines Profinet-Netzwerks

miteinander verbinden. Neben seiner

Echtzeitfähigkeit für die Feldebene erlaubt

Profinet die Kopplung von Geräten via TCP/IP-

Kanal an Cloud-Systeme. Die Profinet-Telegramme

der Anwenderschicht werden mithilfe

des TCP/IP-Protokolls über das Internet

weitergeleitet. Auf diese Weise können die in

verschiedenen Anlagen installierten PLCnext-

Steuerungen ihre Daten via Internet in die

Proficloud senden.

Ihre Architektur macht die PLCnext-Steuerungen

Proficloud-fähig. Andere Geräte werden

über Proficloud-Koppler an die Cloud-Lösung

angeschlossen. Die Koppler übertragen die Daten

des jeweiligen Profinet-Geräts also in die

Proficloud. Bei der Proficloud handelt es sich

um eine Komponente, die die Anforderungen

von Industrie 4.0 und IoT umsetzt: ERP-Auftragsdaten

lassen sich beispielsweise direkt

aus der Proficloud über das Profinet-Protokoll

an einen in der Produktionsanlage verbauten

RFC-4072S-Controller kommunizieren. Der

Umweg über die weiteren Ebenen der Automatisierungspyramide

entfällt. So können

Profinet-Teilnehmer gemäß dem M2M-Prinzip

miteinander Daten austauschen, obwohl sie

weltweit in unterschiedlichen gekapselten

Profinet-Netzwerken im Einsatz sind.

Optimierte Programmausführung

in verschiedenen Cores

Bild 3: Mit dem Scheduler „Execution and Synchronisation Manager“ lassen sich

Hochsprachen- und klassische IEC-61131-3-Programme zyklisch und deterministisch abarbeiten.

Die PLCnext Technology fungiert als Firm ware

der Betriebsführungssteuerung des RFC

4072S. Die Firmware-Architektur ermöglicht,

dass der aus verschiedenen Programmiersprachen

bestehende Code im i5-Dualcore-Pro-

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 31


Schwerpunkt|Safety & Security

Zwei sicherheitsgerichtete CPUs

Parallele Abarbeitung

der Safety-Programmteile

Die Betriebsführungssteuerung des RFC

4072S ist mit einem i5-Dualcore-Prozessor

von Intel mit 2,4 GHz Taktrate ausgestattet.

Die sicherheitsgerichtete Recheneinheit

des Remote Field Controllers

verfügt über zwei CPUs mit unterschiedlichen

Architekturen, um eine höhere Diversität

zu erreichen. Alle sicherheitsgerichteten

Programmteile werden dabei von

beiden CPUs parallel abgearbeitet. Danach

erfolgt ein Kreuzvergleich, der die Steuerung

bei einem divergierenden Ergebnis in

den sicheren Zustand versetzt. Eine solche

parallele zweikanalige Programmausführung

ermöglicht kurze Durchlaufzeiten.

Die CPU-Kerne beruhen auf einer ARM-

Cortex-Architektur und sind mit 600 MHz

oder 800 MHz getaktet, weshalb die sicherheitsgerichtete

Rechen-Performance

zu den leistungsfähigsten am Markt zählen

dürfte. Die sicherheitsgerichtete Runtime-Umgebung

des RFC 4072S unterstützt

neben weiterführenden Operationen

wie Multiplikation und Division zusätzliche

Datentypen, etwa SINT oder SWORD

(s. Bild). (ak)

Bild 4: Der „PLCnext Store“ stellt Software-Applikationen

bereit, mit denen eine auf der PLCnext

Technology beruhende SPS funktional erweitert oder

der Engineering-Prozess beschleunigt werden kann.

zessor von Intel nach Belieben Core 1 oder

Core 2 zugeordnet wird. Im Vergleich zu einem

Singlecore-System resultieren aus dieser Entflechtung

Vorteile für die in IEC 61131-3,

Hochsprache oder Matlab/Simulink erzeugten

Applikationen, nämlich kürzere Programmlaufzeiten

und eine geringere Schwankung der

Programmlaufzeit um ihren Mittelwert (kleinere

Varianz). Dies ist darauf zurückzuführen,

dass beispielsweise Programme mit unterschiedlicher

Priorität und längerer Abarbeitungszeit

nicht unterbrochen werden, wenn

ihre Ausführung in verschiedenen Cores geschieht.

Die Hardware des RFC 4072S ist mit Hochleistungs-Prozessoren sowohl in der Betriebsführungsals

auch in der sicherheitsgerichteten SPS ausgestattet.

Falls die Nutzung sicherheitsgerichteter Komponenten

notwendig ist, lässt sich der RFC

4072S beispielsweise zur Steuerung von Windenergieanlagen

verwenden. Als ein konkretes

Anwendungsfeld erweist sich die Verstellung

der Rotorblätter. Im Rahmen dieser Pitch-Regelung

lässt sich die aktuelle Rotorblattposition

erfassen und an einen RFC-4072S-Controller

übermitteln. Der Sollwert zur

Rotorblattstellung errechnet sich unter anderem

aus der herrschenden Windgeschwindigkeit,

die durch ein Anemometer sicherheitsgerichtet

aufgenommen und im Safety-Programm

des Remote Field Controllers verarbeitet wird.

Überschreitet die Windgeschwindigkeit in einer

kurzen Zeitspanne etwa wegen einer

Windböe einen kritischen Wert, leitet die sicherheitsgerichtete

Steuerung das Herausdrehen

der Rotorblätter aus dem Wind ein. Ist die

gemessene Windgeschwindigkeit hingegen im

32

zulässigen Bereich, werden die Daten in der

Betriebsführungssteuerung verwertet.

Auch für Windenergieanlagen geeignet

Die Betriebsführungs-SPS verwendet den aktuellen

Windgeschwindigkeits-Messwert in einem

Programm gemäß IEC 61131-3 und visualisiert

ihn zur Diagnose in Prozent vom

zulässigen Nennwert. Anschließend wird der

Wert in einem Matlab/Simulink-Modell verarbeitet.

Als Sollausgabewerte erhält der Anwender

die Ausrichtung der Gondel sowie die

Position, die das Rotorblatt zur optimalen

Energiegewinnung einnehmen sollte. Zur Ermittlung

der absoluten Sollposition des Rotorblatts

rechnet ein in C++ erstelltes Programm

die absoluten Werte in ein Steuersignal des

Stellmotors um. Der umgerechnete Wert wird

dann mit dem aktuellen Istwert verglichen,

und bei einer Abweichung wird der neue Sollwert

über ein Feldbussystem an die Stellmotoren

weitergeleitet.

Die Windgeschwindigkeit lässt sich zu Statistikzwecken

an die Proficloud senden. Die Daten

lassen sich hier in einer Historie speichern, verarbeiten

und im Zeitablauf darstellen. Weil die

Windenergieanlagen beispielsweise in unterschiedlichen

Regionen stehen, kann sowohl die

Windgeschwindigkeit als auch die daraus erzeugte

Energie zentral in der Proficloud zusammengeführt

werden. Die Aufnahme der Werte

gestaltet sich einfach: Bei der Projektierung eines

Programms ist beim RFC 4072S nur ein zusätzliches

Häkchen zu setzen, damit die Variable

in die Proficloud übertragen wird. (ak) n

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Lizenzierung ermöglicht neue Geschäftsmodelle

Voraussetzung für Industrie 4.0

Die vielbeschworenen neuen Geschäftsmodelle im Rahmen

von Industrie 4.0 wären ohne Software-Lizenzierung

nicht möglich. Als Spezialist für Know-how- und

Manipulationsschutz hat sich Wibu-Systems

auch dieses Themas angenommen. Unternehmensvorstand

Oliver Winzenried erläutert die Hintergründe.

Oliver Winzenried, Wibu-Systems

„Die Lizenzierung ist

mittlerweile unser bedeutendster

Geschäftszweig.


Markt&Technik: Was verstehen Sie unter

Lizenzierung, und welchen Zweck

verfolgt sie?

Oliver Winzenried: Wibu-Systems hat sich von

Anfang an, also seit der Gründung des Unternehmens

1989, auch um das Thema Lizenzierung

gekümmert. Anfangs sollten die Lizenzen

den Anwendern ermöglichen, eine bestimmte

Software nicht nur in einem einzigen PC zu

nutzen, sondern in mehreren. Jetzt können

Kunden eine Lizenz erwerben für den benötigten

Funktionsumfang einer Software oder

eines beliebigen Produkts, in dem Software

drinsteckt. Produkte lassen sich dadurch mit

unterschiedlichen Bezahlmodellen verkaufen.

Welche Bezahlmethoden ermöglicht die

Lizenzierung?

Gerätehersteller können dank der Lizenzierung

ein Gerät zunächst mit Basisfunktionen ausliefern,

die gewünschten Zusatzfunktionen via

Pay-per-Use oder nach bestimmten Nutzungszeiträumen

abrechnen und so zusätzliche

Einnahmen unabhängig vom Erstverkauf

erzielen. Ein Beispiel sind teure Medizingeräte

wie etwa Röntgen- oder Computertomografie-Systeme

für Facharztpraxen oder kleinere

Krankenhäuser. Auch für Maschinen in

der Industrie bieten sich Pay-per-Use-Verfahren

an – ganz im Sinne der neuen Indus trie-

4.0-Geschäftsmodelle. Letztlich erhöhen solche

Business Cases den Absatz der Geräte oder

Maschinen: Deren Kaufpreis sinkt, was sie für

weniger zahlungskräftige Kunden attraktiver

macht, aber das Geschäft der Kunden verhilft

durch Pay-per-Use auch dem Hersteller regelmäßig

zu weiteren Einnahmen, und das bei

einem sehr geringen Abwicklungsaufwand. Es

handelt sich dabei um eine Art „Ratenzahlung

4.0“.

ware-as-a-Service: Der Software-Anbieter

stellt den Anwendern SaaS-Lösungen bereit,

die in der Cloud laufen. Die Lizenzierung lässt

sich dann entweder an einen Benutzer oder

an eine bestimmte Anzahl von Geräten binden.

Unsere Lizenzierungs-Software im Rahmen

der Schutztechnik „CodeMeter“ macht all dies

emlix_MT_1220_security_61x130.pdf;S: 1;Format:(61.00 x 130.00 mm);09.Mar 2020 13:44:25

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Sinnvoll ist die Lizenzierung von Funktionen

natürlich auch für reine Software-Hersteller.

Ein wichtiges Anwendungsfeld ist dabei Soft-

Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 33


Schwerpunkt|Safety & Security

möglich; sie lässt sich beliebig konfigurieren

und für Anwender einrichten. Die CodeMeter-

Technik deckt dabei sowohl die Lizenzierung

als auch den Kopier- und Know-how-Schutz

ab.

Für welche Anwendungen in der Industrie

eignen sich durch Lizenzierung ermöglichte

Pay-per-Use-Modelle?

Interessante Anwendungsbeispiele gibt es

überall, und sie generieren Mehrwert für Hersteller

und Anwender. Oft eingesetzt werden

sie in der industriellen Bildverarbeitung, bei

KI-Algorithmen, im 3D-Druck sowie in Maschinen.

Wie verbreitet sind solche Pay-per-Use-

Modelle in der Industrie derzeit?

In der Industrie steckt Pay-per-Use noch in

den Anfängen; am weitesten verbreitet ist es

wohl bei Engineering Software, Industrieautomatisierungslösungen,

Medizingeräten und

Textilmaschinen. Prädestiniert ist es natürlich

für die neuen Geschäftsmodelle im Zuge von

Industrie 4.0.

Welche Lizenzierungsformen sind für den

3D-Druck sinnvoll?

Auch die Funktionen eines 3D-Druckers lassen

sich natürlich lizenzieren, um Pay-per-Use-

Modelle umzusetzen. Möglich ist es aber auch,

Produktionslizenzen an Dienstleister zu vergeben.

Ein Entwicklungsunternehmen kann einem

Fertigungsdienstleister die Lizenz erteilen, seine

3D-Druckdaten zu nutzen, um eine bestimmte

Stückzahl eines Produkts herzustellen.

Mittels technischer Stückzahlkontrolle lässt

sich die gefertigte Stückzahl lizenzieren und

damit sicherstellen, dass der Dienstleister danach

nicht mehr auf die Daten zugreifen kann.

Sinnvoll ist dies unter anderem bei Dienstleistern,

die man nicht kennt und deren Vertrauenswürdigkeit

man daher nicht einschätzen

kann.

Wie funktioniert diese Art von Lizenzierung

technisch?

Das Grundprinzip ist folgendes: Die Produktionsdaten

sind verschlüsselt, der Schlüssel zur

Entschlüsselung ist in der Lizenz enthalten, und

nach einer bestimmten, festgelegten Stückzahl

ist die Entschlüsselung nicht mehr möglich.

Dies funktioniert mittels Hardware-Dongle, Lizenz

auf Software-Basis oder Lizenzierung aus

der Cloud, wofür aber eine permanente Online-

Verbindung erforderlich ist. Die CodeMeter-Lizenzierungs-Software

kann in einem Industrie-

PC, einem Edge Controller oder auch in einer

klassischen SPS verankert sein. Hierfür müssen

die Steuerungshersteller die Software in ihre

Controller integrieren.

In welchem Verhältnis stehen Lizenzierung

und Know-how-Schutz?

Lizenzierung und Know-how-Schutz gehen

Hand in Hand. Wibu-Systems hat sich auf drei

Aspekte fokussiert: Protection, Licensing und

Security. Unter Protection verstehen wir den

klassischen Kopier- und Know-how-Schutz, mit

Security meinen wir Integritätsschutz und

Schutz vor Manipulation, aber das soeben beschriebene

Licensing – Lizenzierung mit flexiblen

Lizenzmodellen – ist für uns mittlerweile

am bedeutendsten.

Das Interview führte Andreas Knoll.

Keysight-Umfrage „Security Operations Effectiveness“

»Unternehmen verlassen sich

zu sehr auf ihre Security Tools«

Bild: Sergey Nivens/stock.adobe.com

Eine von Keysight in Auftrag

gegebene Umfrage zeigt:

Sicherheitsexperten gehen zu

sorglos mit ihren Security Tools

um – und das, obwohl 50 Prozent

der Befragten bereits eine

Sicherheitsverletzung erlebt

haben, bei der diese

nicht richtig funktioniert haben.

Die Umfrage „Security Operations Effectiveness“

ergab, dass etwas mehr als die

Hälfte (57 Prozent) der Sicherheitsexperten

davon überzeugt waren, dass ihre aktuellen

Security-Lösungen wie beabsichtigt

funktionieren. Doch nur 35 Prozent der Befragten

gaben an, Tests durchzuführen, ob ihre

Tools tatsächlich wie vorgesehen konfiguriert

sind und funktionieren. Um diese Lücke zu

34

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


schließen, sehen 86 Prozent der Befragten einen

großen Nutzen in Security-Test-Lösungen,

mit denen sie die Tools und die Sicherheitslage

ihres Unternehmens aktiv testen können, indem

sie sowohl interne als auch externe Angriffsvektoren

verwenden.

»Unternehmen sind mit einem kontinuierlichen

Ansturm von Cyberangriffen konfrontiert«, erklärt

Scott Register, Vice President für Security

Solutions bei Keysights Network Applications

& Security Group (ehemals Ixia Solutions

Group). »In vielen Fällen versuchen sie, diesem

Problem durch den Kauf immer weiterer Security

Tools zu begegnen. Dennoch wissen sie

nicht, ob diese Produkte auch wirklich den

Schutz bieten, den sie erwarten.« Das Kartenhaus

falle zusammen, wenn selbst gute Security

Tools falsch konfiguriert würden oder die

Anwender sie nicht richtig nutzen. »Das führt

zu unnötigen Ausgaben für sich überschneidende

Tools und gefährdet zudem die Sicherheitslage

eines Unternehmens«, so Register

weiter. Laufende Tests von Security-Lösungen

würden Organisationen beweisen, dass sie geschützt

sind und ihnen das nötige Vertrauen

geben. Gleichzeitig könnten sie dadurch auch

Ressourcen sparen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage:

• Unternehmen sind häufig von Sicherheitsverletzungen

betroffen: 75 Prozent der

Befragten gaben an, dass in ihrem Unternehmen

ein Sicherheitsverstoß (unbefugtes

Eindringen, Malware, Hacker o.ä.) aufgetreten

ist. 47 Prozent haben in den

letzten drei Jahren drei oder mehr Verstöße

erlebt.

• Gute Security Tools schützen nicht immer

wie erwartet: 50 Prozent der Befragten stellten

nach einem Verstoß fest, dass ein Security-Produkt

nicht erwartungsgemäß funktioniert

hatte.

Keine Frage der Branche

oder Unternehmensgröße

Verfügt Ihr Unternehmen über Beweise,

die belegen, dass jede Sicherheitslösung

korrekt konfiguriert ist

und ordnungsgemäß

arbeitet?

Nur 35 % der Befragten überprüfen, ob sie durch ihre Sicherheitslösungen einwandfrei geschützt sind.

Die von Keysight im November 2019 beauftragte

Umfrage durch Dimensional Research

zeigt, dass Cyber(un)sicherheit völlig

unabhängig ist von der Unternehmens

größe oder der Branche, in der die Organisation

tätig ist. Insgesamt 307 Teilnehmer,

die Security-Lösungen für Unternehmen

strategisch planen, entwickeln,

verwalten und betreiben, haben die Umfrage

abgeschlossen. Die Teilnehmer kamen

aus allen fünf Kontinenten. Sie vertraten

große (48 Prozent), mittlere (41 Prozent)

und kleine (11 Prozent) Organisationen aus

unterschiedlichen Branchen. (nw)

• Die meisten Unternehmen überprüfen nicht,

ob ihre Security so funktioniert, wie sie sollte:

Nur 35 Prozent der Befragten haben

testbasierte Beweise, dass ihre Security

Tools korrekt konfiguriert sind und funktionieren.

• Weniger als die Hälfte der Unternehmen

üben Reaktionen auf Sicherheitsverletzungen:

49 Prozent der Befragten gaben an,

dass sie aktiv üben, wie man Security-

Vorfälle behebt und auf sie reagiert.

• Sich überschneidende Funktionen von Security-Produkten

verschwenden Budgets und

Zeit: 66 Prozent der Unternehmen verwenden

Security-Lösungen, deren Funktionen

sich überschneiden. Für 41 Prozent der Befragten

ist diese Überschneidung unbeabsichtigt

und verschwendet Sicherheitsbudgets

und Managementzeit, ohne die

Sicherheitslage der Organisation zu stärken.

• Der Wert von Security-Tests: 86 Prozent der

Befragten gaben an, dass sie sich eine Lösung

wünschen, die Schwachstellen in der

Sicherheitslage eines Unternehmens aufspürt

und beheben hilft. 79 Prozent der Befragten

würden ein Security Tool aus ihrer

Infrastruktur entfernen, wenn sie beweisen

könnten, dass es nicht effektiv ist. (nw) n

Bild: Keysight

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Management & Karriere|Job

Diana Eid, Dräxlmaier Group

»Die Zukunft liegt in der

Personalentwicklung«

Dräxlmaier sucht weltweit nicht nur Akademiker, sondern auch Mitarbeiter

in der Produktion. Sie zu gewinnen wird immer schwieriger, denn der Wettbewerb

um Personal habe sich über die Jahre hinweg immer mehr zugespitzt,

sagt Diana Eid, Vice President HR Strategy & Corporate Functions

bei Dräxlmaier. Die Lösung sieht sie aber nicht zuerst im Recruiting.

Markt&Technik: Frau Eid, Sie bezeichnen

Fachkräftemangel als hausgemacht. Und

bemängeln dabei u.a. „gefällige“ Recruiting-Kampagnen,

die niemanden mehr

ansprechen. Wo liegt denn das Problem

– und die Lösung?

Diana Eid: Es herrscht ein Nachfrageüberhang

an Stellenangeboten. Bewerber und Mitarbeiter

sind anspruchsvoller geworden, die Anforderungen

an Kompetenzen oder unsere Art zu

arbeiten sind anders als früher. Die interne Personalentwicklung

wird große Teile des externen

Recruitings ablösen müssen, um neue

Kompetenzen auszubilden und um die benötigte

Flexibilität zu bieten, die der Wandel fordert.

In diesem Kontext erfolgreich zu handeln

erfordert neben einer Unternehmenskultur, die

die Menschen ins Zentrum der Wertschöpfung

stellt, außerdem Change-Agenten – das sind

für mich initiative, gestaltende, den Wandel

umarmende Mitarbeiter und Führungskräfte,

auch und gerade im HR.

»Den Wandel umarmendes« Personal –

in der Regel ist es umgekehrt.

Viele Unternehmen bleiben zu lange in der reinen

Erkenntnis der benötigten Transformation

stecken und schaffen es nicht, ihre Organisation

und Führung ausreichend schnell zu befähigen.

Wenn das aber gelingt, kommt vieles

ganz von allein, Wegweiser und Inspiration

sind dabei starke Treiber. Als Führungskraft

braucht man Mitarbeiter, die die notwendige

Entwicklung mitmachen können, die also dazu

bereit sind, sich Neues anzueignen und die

Energie haben, sich die Transformation Stück

für Stück zu erarbeiten. Ich freue mich über

alle Leuchttürme unter den Kollegen, die sich

etwas trauen, die mutig sind, vorangehen,

durchhalten.

Zielgruppe Ingenieure: Wie sprechen Sie

sie an?

36

Diana Eid, Dräxlmaier Group

„Bewerber und Mitarbeiter

sind anspruchsvoller geworden, die

Anforderungen an Kompetenzen

oder unsere Art zu arbeiten

sind anders als früher.


Ingenieure sind relativ zu anderen Zielgruppen

stark fachlich-technisch orientiert, ihr Einsatz

gilt dem Produkt, für das sie brennen. Sie basieren

ihre Entscheidungen auf dem Messbaren

und Konkreten. Wahr ist für sie, was man

‚rechnen‘ oder beweisen kann. Nicht verwunderlich

ist, dass sie bei der Bewertung der Attraktivität

eines Arbeitgebers sicherheitsorientiert

vorgehen. Soweit das Stereotyp.

Was funktioniert, entscheidet aber am Ende

der potenzielle Mitarbeiter und seine Bedürfniswelt.

Deswegen fragen wir unsere Ingenieure,

was sie begeistert. Das Produkt, an dem

sie selbst arbeiten, ist für viele fast wie ein

Kind, für das sie Verantwortung tragen.

Welche Positionen sind für Dräxlmaier

besonders schwer zu besetzen?

Da wir nach wie vor wachsen, suchen wir Top-

Leute über alle Funktionen und Segmente,

Spezialisten ebenso wie Führungskräfte, Akademiker

ebenso wie Mitarbeiter mit und ohne

Berufsausbildung für die Produktion weltweit.

Allen voran Professionals mit drei bis fünf Jahren

Berufserfahrung in den Bereichen IT und

Entwicklung, Programmierer, SAP-Spezialisten

oder aber Kompetenzen, die wir in der Batteriefertigung

und in der Automatisierung benötigen,

stellen eine Herausforderung dar. Auch

Ingenieure, die Leitungsfunktionen übernehmen

wollen und können.

Warum sind Ingenieure für Leitungsfunktionen

ein Problem?

Erstens stellen wir sehr hohe Ansprüche an unseren

Führungsnachwuchs. Zweitens ist es nicht

für jeden eine Option, mit seiner Familie umzuziehen.

Daher investieren wir neben externem

Recruiting besonders in die Weiterentwicklung

eigener Potenziale. Und drittens ist die Verfügbarkeit

von Top-Ingenieuren, die beides – fachliche

Tiefe und Management Skills – in sich vereinen,

sehr gering. Oft finden Sie Potenziale, die

fachlich sehr stark sind, aber den Blick für das

Übergeordnete nicht mitbringen. Und umgekehrt:

Menschen, die führen wollen, bringen oft

die fachliche Tiefe nicht mehr mit. Das kann zu

Vorbehalten im Team führen und die Akzeptanz

der neuen Führungskraft schwächen.

Wie sieht Ihre HR-Strategie aus?

Wichtig ist, dass man sich gerade bei Akademikern

sehr früh als Arbeitgeber verankert, optimalerweise

schon während des Studiums,

zum Beispiel in Form von Praktika. Uns zeigen,

ohne die Person schon zwingend binden zu

wollen. Damit sich die Talente vor ihrem Abschluss

oder später an uns erinnern. Das ist

alles keine Raketenwissenschaft, man muss es

einfach tun.

Ausbildung und Personalentwicklung sind für

uns weltweit wichtige Fokus-Themen. Wir setzen

uns mit dem jeweiligen lokalen Markt auseinander,

verstehen, was er bietet. Wir definieren

dann den Zielzustand der Besetzung im

Sinne eines 100 % produktiven Mitarbeiters

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


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und kalkulieren entsprechend die Trainings, die

zur Befähigung je nach Ausbildungsniveau benötigt

werden, in unsere Abläufe ein. Auch der

regelmäßige Aufenthalt in unserer Zentrale

gehört für viele Positionen zum Standard.

Strategisch müssen sich Unternehmen heute

sehr viel stärker als je zuvor mit den Themen

Ausbildung und Personalentwicklung auseinandersetzen,

weil das Allheilmittel Recruiting an

seine Grenzen kommt – ist es doch vergleichsweise

teuer und relativ langsam im Vergleich zu

intern entwickelten, verfügbaren Mitarbeitern,

die mit der Unternehmenskultur vertraut sind

und bereits auf etablierte Netzwerke zurückgreifen

können. Kein Active Sourcing der Welt

kann diese Vorteile auf Dauer kompensieren.

Eine weitere Herausforderung ist es also, die

Belegschaft fachlich fit zu halten beziehungsweise

zu befähigen. Künftig werden Kompetenzen

nötig, etwa im Bereich Automatisierung, die

der Markt heute nicht in Fülle bietet. Mein Lieblingsbeispiel:

Robotik-Spezialisten. Da sind Unis

auf dem gleichen Entwicklungsstand wie wir.

Deswegen haben wir unseren neuen Standort

für Grundlagen- und Vorentwicklung in München-Garching,

den Dräxlmaier Campus, in unmittelbarer

Nähe zur TU München eröffnet. Im

Moment arbeiten dort 70 Mitarbeiter. In derartigen

Hubs sehe ich einen echten Hebel.

Active Sourcing oder Headhunter?

Potenzielle gute Kandidaten müssen heute

über Direktansprache gesucht werden. Das haben

viele Firmen inzwischen verstanden und

daher erwarten die Top-Spezialisten das inzwischen

auch. Ein klarer Business Case, der sich

im Übrigen aktuell rechnet: Die Kosten für die

Einstellung von Profi-Sourcern, die die Direktansprache

vornehmen, spart einige Headhunter

und amortisiert sich daher sehr schnell.

Dazu kommt: Niemand kann die eigene Kultur

besser vermarkten als der eigene Kollege. Aber

es geht nicht um „entweder oder“, sondern um

„sowohl als auch“ und wie man die Werkzeuge

im eigenen Handwerkskoffer Recruiting zusammensetzt.

Ja, wir haben Headhunter, ja, wir

setzen stark auf Active Sourcing und ja, wir

nutzen Anzeigen, aber eher zur Markenbildung.

Es gibt kritische Zielfunktionen, bei denen

wir je nach Kurzfristigkeit und Gesamtsituation

auf unsere langjährigen Headhunter-

Kooperationspartner zurückgreifen.

Auf welche Kompetenzen legen Sie bei

Mitarbeitern Wert?

Zwei Kompetenzen werden in Zukunft entscheiden:

Neugierde und die Fähigkeit zu lernen, alles

andere stelle ich in Frage. Gefragt sind Gestalter,

die sich was trauen, denen Unsicherheit

nicht zu schaffen macht. Die was ausprobieren,

sich scheitern trauen und gerne und schnell lernen.

In diese Richtung müssen wir auch unsere

Recruiting-Systematiken ändern. Denn mit den

Kompetenz- und Diagnostik-Modellen aus der

Vergangenheit werden wir sie nicht finden. Zumal

immer weniger Kandidaten alles mitbringen

werden, was wir benötigen – dafür ist die Konkurrenz

um sie zu groß. Wir müssen sie also befähigen

und weiterbilden. Daher bin ich davon

überzeugt, dass die Zukunft in der Personalentwicklung

liegen wird und das Recruiting auf ein

Team aus hochspezialisierten Sourcern

schrumpfen wird, unterstützt durch HR-Automatisierung.

Zugleich wird das tief Menschliche

an Bedeutung gewinnen, man wird als Unternehmen

die Möglichkeit bekommen, dem individuellen

Gespräch, der Betreuung des Mitarbeiters

bewusst mehr Zeit und Raum zu widmen.

Empathie ist eine zutiefst menschliche Stärke,

die kein Roboter abbilden kann. Menschen, denen

Sicherheit sehr wichtig ist, wird die Zukunft

schwerer fallen. Wir müssen diese Menschen

unterstützen, ihre Ängste abzulegen.

Wie stehen Sie zu Gen Y und New Work?

Eine tolle Generation wie jede andere vor und

nach ihr. Als Generation X und Führungskraft

beobachte ich persönlich seit Jahren, dass

Gen-Y-Kollegen eine selbstbewusstere Kommunikation

an den Tag legen, sich dahinter

aber nicht zwingend Selbstbewusstsein oder

Selbstständigkeit verbirgt, wie wir Älteren das

gerne bei einem solchen Auftreten vermuten

möchten. Diese Generation braucht wie jede

vor ihr Halt – Aufgrund der Optionenvielfalt

einer globalisierten Welt möglicherweise mehr

denn je. Dennoch empfindet unsere Generation

die spürbar stärker ausgeprägte Konsumhaltung

und die Vollkasko-Mentalität, mit der

gerne agiert und vielleicht auch nur kommuniziert

wird, als sehr fordernd.

Das Thema New Work muss genau hier ansetzen.

Die Rahmenbedingungen der Arbeit müssen

den Ansprüchen der Mitarbeiter und der

Unternehmung gerecht werden. Hierzu müssen

moderne Lösungen hinsichtlich Arbeitsort, Arbeitszeit

und Form der Arbeit bereitgestellt

werden.

Das Interview führte Corinne Schindlbeck.

Leonardy_MT45_bis April_2020.pdf;S: 1;Format:(60.96 x 80.01 mm);28.Oct 2019 14:20:45

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Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 37


Top-Fokus|Optoelektronik

Spectaris erwartet ein Jahrzehnt großer Innovationen

»Unsere Branchen werden

die Welt verändern«

Zu Beginn der neuen Dekade sieht der deutsche Industrieverband

Spectaris große, teils disruptive Innovationen in den

High-Tech-Branchen Photonik, Consumer Optics, Medizintechnik

sowie in der Analyse- und Labortechnik aufziehen.

Quantensprünge in der Photonik,

smarte und individuelle Augenoptik,

3D-Technologien und Robotik in der

Medizintechnik, smarte Analyse-, Bio- und Labortechnik

– diese und viele weitere Themen

werden die deutsche Elektronikbranche in den

kommenden zehn Jahren prägen. Davon ist

der Branchenverband Spectaris überzeugt. Innovationsgetriebene

Unternehmen, eine exzellente

Forschungslandschaft und verbesserte

staatliche Förderungen bilden aus Sicht

des Verbandes gute Voraussetzungen, um den

Optoelektronische Bauelemente

Bild: Berliner Glas KGaA

38

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


technischen Fortschritt in Deutschland weiter

voranzubringen. »Ein Jahrzehnt voller technologischer

Sprünge hat begonnen«, betont

Spectaris-Vorstandsvorsitzender Josef May.

»Wir können heute schon Trends und Entwicklungen

sehen, mit denen unsere Branchen die

Welt verändern werden.«

Quantentechnologien

Quantentechnologien haben das Zeug, den

nächsten großen Wachstumsschub für die

Photonik und weitere Hochtechnologien zu

liefern. So ist die Rechenleistung von Quantencomputern

bereits mit wenigen Dutzend

sogenannter Qubits, also quantenmechanischer

Pendants zum klassischen digitalen Bit,

ungleich höher als die heutiger Hochleistungscomputer.

In den nächsten Jahren wird

es vor allem um die Vermarktung von Quantentechnologien

gehen: Die Bundesregierung

fördert Forschung und Kommerzialisierung der

Quantentechnologien in einem Sonderprojekt

bis zum Jahr 2022 mit mehr als einer halben

Milliarde Euro.

Augenoptik

Die Augenoptik erwartet im neuen Jahrzehnt

die Messung der Augenwerte mit der Kamera

des eigenen Smart phones. Man kann sich die

passenden, typgerechten Brillenfassungen aus

Josef May, Spectaris

„Der High-Tech-

Mittelstand wird auch in der

neuen Dekade die Triebfeder

für Innovationen sein.


einer riesigen Auswahl auf seinem Smartphone

oder PC aussuchen. Neben dem generell

weiter perfektionierten Sehen werden Brillen

und Kontaktlinsen Teile der Smartphone-

Funktionen übernehmen und viele zusätzliche

Informationen über die Umwelt, in der man

sich gerade bewegt, bereithalten.

Robotik und

3D-Technologien

Robotik und 3D-Technologien werden in der

Medizintechnik wichtige Treiber des Fortschritts

sein: Holografische Live-3D-Bildgebungsverfahren

im OP-Saal werden immer

präziser und ermöglichen sicherere Eingriffe.

Die erzeugten Hologramme können künftig

sogar berührt und bewegt werden. Die Robotik

wird sich insbesondere in Form von Exoskeletten

weiter verbreiten. Körperlich beeinträchtigte

Menschen werden durch

fortgeschrittene Robotertechnik noch besser

unterstützt. May: »Die Versorgungsqualität

der Patienten wird steigen und steigen. Der

Innovationsgeist der deutschen Medizintechnik

macht es möglich. Hinzu kommt der Megatrend

Digitalisierung, den die Branche bei

allen Entwicklungen mitdenkt.«

Smarte Analyse-,

Bio- und Labortechnik

Das Smarte Labor 4.0 in der Analyse-, Bio- und

Labortechnik verspricht komplett automatisierte

Arbeitsprozesse in Laboreinrichtungen.

Labor- und Analysegeräte kommunizieren digital

eigenständig miteinander, Mess- und

Prüfergebnisse werden zuverlässig dokumentiert

und aufbereitet. Big Data wird so zu

Smart Data, was bahnbrechende Erkenntnisse

in der Laborforschung ermöglichen kann.

»Der High-Tech-Mittelstand wird auch in der

neuen Dekade die Triebfeder für Innovationen

sein«, so May abschließend. »Um die Potenziale

voll auszuschöpfen, muss die Politik aber

weiter verbesserte Rahmenbedingungen

schaffen und eine innovationsfreundliche Industriepolitik

betreiben.« (nw) n

Kingbright_KPG1-1608_MT_1220_195x86.pdf;S: 1;Format:(195.00 x 86.00 mm);09.Mar 2020 13:47:00

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Top-Fokus|Optoelektronik

Forschung für nachhaltige Leuchtmittel

Auf dem Weg zur Bio-LED

Im Rahmen des FET-Open-Projekts „Enabled“

erforschen Wissenschaftler, wie man LEDs in Zukunft

umweltfreundlicher und kostengünstiger herstellen kann.

Das Mittel der Wahl: Bakterien.

Die Basis für diese Vision wird am Institut

für Biochemie der TU Graz gelegt,

wo der Wissenschaftler Gustav

Oberdorfer und sein Team mithilfe von Simulationssoftware

Proteine designt. »Für dieses

Projekt analysieren wir fluoreszierende Protein

strukturen aus der Natur und testen, wie

wir sie verändern müssen, damit sie unterschiedliche

fluoreszierende organische Moleküle

binden«, erklärt Oberdorfer. LEDs emittieren

kurzwelliges blaues Licht, das durch eine

Schicht anorganischer Leuchtmaterialien absorbiert

und in längerwelliges und damit energieärmeres

Licht umgewandelt wird. Das gesamte

Spektrum ergibt dann das weiße Licht.

Die Idee für das Vorhaben hat Oberdorfer gemeinsam

mit Kooperationspartnern aus Spanien

und Italien entwickelt, die unabhängig

voneinander am Thema gearbeitet haben und

vielversprechende Erfolge verbuchen konnten.

Umweltfreundliche LED-Beschichtung

Gustav Oberdorfer, TU Graz

„Der Plan ist, dass wir die

Proteine schlussendlich aus der

Bakterienzelle heraus ‚ernten‘,

wir einen Teil der Leuchtquellen

also wachsen lassen.


Wissenschaftler vom Madrider Institut für Höhere

Studien (IMDEA) entwickelten eine stabile

organische LED-Beschichtung als Alternative

zu herkömmlichen Beschichtungen, die

üblicherweise aus problematischen Selten-

Erd-Mineralien bestehen. Das Gemisch besteht

aus organischen Polymeren, in die fluoreszierende

Proteine eingebettet werden, die

in Meereslebewesen vorkommen und von diesen

als Lichtquelle für die Jagd, die Kommunikation

oder für den Selbstschutz genutzt

werden. Die Leuchtkraft dieser Kunststoffmatrix

ist derzeit jedoch noch zu niedrig, um

ganze Räume zu erhellen.

Organische Farbstoffe

mit guter Lichtausbeute

Forscher des Departments of Chemistry der

Universität Turin beschäftigen sich wiederum

mit der Synthese organischer Farbstoffe, die

eine gute Lichtausbeute haben und in organischen

Leuchtdioden (OLEDs) zur Anwendung

kommen. Viele dieser Farbstoffe sind allerdings

kostspielig und aufwändig in der Synthese.

Im Rahmen eines FET-Open-Projektes

suchen die Wissenschaftler nun nach einem

gut geeigneten, mit minimalem Aufwand herzustellenden

Farbstoff, der so verändert werden

soll, dass er als künstliche Aminosäure in

Proteine eingebaut werden kann.

Schulterschluss

im FET-Open-Projekt

Das FET-Open-Projekt Enabled führt die Erfolge

der Einzelgruppen nun zusammen. Das Ziel

ist es, mithilfe von Bakterien völlig neuartige

künstlich fluoreszierende Proteine zu entwi-

Forschung für neu entstehende Technologien

FET = Future and

Emerging Technologies

Das „FET Open“-Programm des BMBF fördert

unkonventionelle neue Forschungsideen

im Frühstadium, die auf fundamentale

Durchbrüche für neue Technologien

abzielen. Dabei sollen bestehende Paradigmen

hinterfragt und Forschung an der

Grenze des Wissens ermöglicht werden.

(nw)

Bild: Lunghammer/TU Graz

40

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


ckeln. Hierfür simulieren die Grazer Biochemiker

zunächst Tausende von verschiedenen

hypothetischen Proteinen, die spezifisch an

die synthetischen Farbstoffe binden sollen.

Eine Handvoll dieser Proteine – nämlich jene,

die dem Aufbau natürlich fluoreszierender

Proteine am nächsten sind – werden anschließend

als synthetische DNA-Konstrukte bestellt.

Im nächsten Schritt untersuchen die

Gruppen, ob diese Proteine wirklich jene Farbstoffe

binden, für die sie designt wurden. Sobald

sich das bestätigt, wird die Integration

dieser neuen, artifiziellen fluoreszierenden

Proteine in die Kunststoffmatrix getestet und

auf ihre Verwendbarkeit in Bezug auf Bio-LEDs

untersucht. »Der Plan ist, dass wir die Proteine

schlussendlich aus der Bakterienzelle heraus

‚ernten‘, wir einen Teil der Leuchtquellen

also wachsen lassen«, hofft Oberdorfer auf einen

Proof-of-Principle zum Abschluss des

Projekts in vier Jahren. (nw)

n

Zum SPIE Fellow ernannt

Auszeichnung für

Toptica-Gründer

Toptica-Gründer Dr. Wilhelm Kaenders

wurde im Rahmen der diesjährigen BiOS/

Photonics West 2020 für seine Beiträge zur

Laserentwicklung und für das gesellschaftliche

Engagement des Unternehmens mit dem SPIE

Fellow Award ausgezeichnet. »Unsere Fellows

repräsentieren das technische Spektrum, die

Vielfalt und das Ethos von SPIE«, stellt der Vorsitzende

des SPIE Fellows Committee und Ingenieur

von Raytheon Space and Airborne Systems,

Jeffrey Puschell, fest. »Mit unseren 72

neuen Fellows – darunter zum zweiten Mal in

Folge eine Rekordzahl an Frauen – würdigen

wir die innovativen Technologien, die Wissenschaftler

aus Forschung und Industrie in der

gesamten Optik- und Photonikbranche entwickeln.«

Dr. Wilhelm Kaenders, der sich bereits

als Doktorand am Institut für Quantenoptik in

Hannover für die Kalte Atomphysik faszinierte

und Teil der Technologie von Prof. Hänschs

Gruppe am Max-Planck-Institut in Garching

war, startete das Unternehmen Toptica mit

abstimmbaren Diodenlasern. Frequency Division

in den Anfängen und Frequency Combing

in den heutigen Tagen sind nach wie vor die

treibende Kraft in der Produktpalette von Toptica

auf dem Weg zu neuen Märkten. (nw)■

Topag Lasertechnik

Abstimmbarer

Nanosekundenlaser

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bis 18 µm ausgestattet werden.

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bis zu 50 mJ bei 450 nm prädestinieren den

Laser für viele Spektroskopie-Anwendungen.

Durch die neue IR-Option lässt sich das System

auch für IR-Molekülspektroskopie einsetzen.

Mit dieser Option werden Pulsenergien

von mehr als 15 mJ bei 3000 nm erreicht. Dabei

erlauben die schmale Linienbreite von bis

zu 3 cm –1 und eine Abstimmgenauigkeit von 1

bis 2 cm –1 eine hohe Genauigkeit. Weitere Optionen

wie Faserkopplung und integrierte Abschwächer

sind verfügbar. (nw) ■

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Bild: Topag Lasertechnik

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Die beiden SPIE-Präsidenten David Andrews (links)

und John Greivenkamp (rechts)

überreichten den Preis an Dr. Wilhelm Kaenders (Mitte).

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Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 41


Top-Fokus|Optoelektronik

Deutsche Lichtmiete eröffnet neuen Fertigungsstandort

Achtfacher Produktions-Output

Der LED-Industriedienstleister reagiert auf die deutlich gestiegene Nachfrage

im Bereich Light as a Service (LaaS) und eröffnet in Sandkrug/Niedersachsen

eine neue Fertigungsstätte. Die Räume am bisherigen Standort in Oldenburg

werden für den Ausbau der Forschung und Entwicklung genutzt.

Entgegen der sich insgesamt abkühlenden

Konjunktur zeigt der Kernmarkt der

Deutschen Lichtmiete ein enormes

Wachstumspotenzial. Branchenexperten gehen

davon aus, dass in den nächsten Jahren

der globale Beleuchtungsmarkt weiter kontinuierlich

wächst, der Anteil der LED-Technologie

zunimmt und insbesondere Light as a

Service (LaaS) deutlich an Bedeutung gewinnt.

Konsequent daher der Schritt in Richtung Expansion,

wie Alexander Hahn, CEO und Gründer

der Deutschen Lichtmiete, erklärt: »Die Aussichten

am Beleuchtungsmarkt sind für uns

sehr positiv. Die starke Nachfrage nach unseren

LED-Lösungen erfordert aber auch eine Steigerung

der Produktionskapazität. Die neue Anlage

schafft dafür optimale Voraussetzungen,

und sie ist ein weiterer Meilenstein in unserer

Historie.« Hahn sieht sein Unternehmen damit

auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Frank Dierssen, Produktions- und Standortleiter

Sandkrug, ergänzt: »Mit dem neuen Fertigungsstandort

sind wir in der Lage, unseren

Produktionsoutput auf das Achtfache zu steigern.

Über den Ausbau der Fläche, Mehrschichtbetrieb,

weitere Maschinen oder geänderte

Produktionsabläufe können wir unsere

Kapazität jederzeit markt- und bedarfsorientiert

erhöhen.«

Produktionshalle mit

intelligenter Lichtsteuerung

Auf rund 5000 m 2 Gesamtfläche ist in 15 Monaten

Bauzeit ein hochenergieeffizienter Gebäudekomplex

für Herstellung, Lager, Logistik

und Verwaltung entstanden. Die Investitionssumme

betrug 5 Millionen Euro, am Bau beteiligt

waren ausschließlich regionale Gewerke.

Der neue Standort liegt im Wirtschaftspark

Alexander Hahn, Deutsche Lichtmiete

„Die starke Nachfrage

nach unseren LED-Lösungen

erforderte eine Steigerung

der Produktionskapazität.


Sandkrug und bietet mit der direkten Autobahnanbindung

eine optimale Infrastruktur.

Die stabile Skelettbauweise mit Stahlbeton,

eine Gebäudehöhe von 12,20 m Höhe, über

2000 Palettenstellplätze und die tageslichtdurchflutete

Produktionshalle mit intelligenter

Lichtsteuerung sorgen für ideale Produktions-

und Arbeitsbedingungen.

Bild: Deutsche Lichtmiete

Neuer Standort der Deutschen Lichtmiete im Wirtschaftspark Sandkrug

42

Verbesserte innerbetriebliche Abläufe und

neue effizientere, teils automatisierte Fertigungsmethoden

erhöhen die Prozesssicherheit

und Qualität. Ein innovatives, VDE-konformes

Mess- und Prüfsystem für die fertig produzierten

LED-Leuchten und eine optimierte Lieferlogistik

stehen im Mittelpunkt des effizienten

Lean Managements.

Der Strom für den neuen Standort ist grün und

kommt von einem regionalen Energieversorger.

Zusätzlich reduzieren die von Tageslicht

durchfluteten Räume und der Einsatz modernster

LED-Technologie den Stromverbrauch

und die CO 2

-Emissionen. Auf dem Parkplatz

können E-Bikes und E-Autos tagsüber über

mehrere Stationen aufgeladen werden. Hinter

dem Gebäude bietet ein natürlich angelegter

Wildblumengarten mit Obstbäumen Insekten

Lebensraum und sorgt für Wohlbefinden bei

den Mitarbeitern. (nw)


www.markt-technik.de Nr. 12/2020


Instrument Systems

Blaulichtgefährdung bewerten

Bild: Andreas Acktun

Instrument Systems ein schnelles Messsystem

zur Beurteilung von LEDs oberhalb von

360 nm entwickelt. Die neue Teleskopoptik

TOP 150-BLH basiert auf der bewährten Teleskopoptik

TOP 200, hat aber nur eine einzige

Blende mit 7 mm Durchmesser. Die Blendenöffnung

ist in Höhe der Objektivlinse positioniert

und entspricht der Referenzebene. Über

eine interne Blende wird für Testobjekte in

200 mm Entfernung ein Mess-Spot über

2,2 mm festgelegt. Dieser ist über eine interne

Sucherkamera positionierbar.

In Verbindung mit einem kalibrierten Spektralradiometer

CAS 140 D von Instrument Systems

und der dazugehörigen Analysesoftware

SpecWin Pro kann eine direkte spektrale

Strahldichtemessung durchgeführt werden.

Zur effektiven Bewertung der Blaulichtgefährdung

gibt die Norm IEC 62471 eine Gewichtungsfunktion

vor, mit der die spektralen

Messdaten multipliziert werden. Diese Funktion

deckt den Wellenlängenbereich zwischen

300 und 700 nm ab und hat ein Maximum bei

435 bis 440 nm. In diesem Bereich verursacht

blaues Licht photochemische Schäden an der

Netzhaut.

Abhängig von der mit der Blaulichtgefährdungsfunktion

bewerteten Strahldichte LB und der daraus

berechneten maximalen Expositionszeit t max

ordnet die Analysesoftware die Lichtquellen in

die von der Norm vorgegebenen vier Risikogruppen

ein. Dank des einfachen Messaufbaus sind

schnelle und langzeitstabile Messungen auch in

Produktionsanwendungen möglich. (nw) ■

Einfacher Messaufbau bestehend aus der Teleskopoptik

TOP 150-BLH und dem Spektralradiometer CAS

140D für die direkte spektrale Strahldichtemessung

zur Bestimmung der BLH-Gefährdung

Schukat_MT12_Everlight_72x143_5mm_19-08-2019.pdf;S: 1;Format:(72.00 x 143.00 mm);03.Mar 2020 10:09:13

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Brightness

IMM Photonics

Fasertester wahlweise mit Akku

Zur Lokalisierung von Faserbrüchen, zur

Durchgangsprüfung oder zum Identifizieren

gestresster Faserbereiche eignet sich der

Fasertester Fiberpoint ET von IMM Photonics.

Ab sofort ist das Gerät in zwei neuen Varianten

verfügbar.

Bild: IMM Photonics

Neben dem Modell mit rotem Laserlicht und

Batteriebetrieb gibt es den LWL-Tester nun

auch in der Ausführung mit grünem und rotem

Laserlicht sowohl mit Batterie- als auch mit

Akkubetrieb. Optisch unterscheiden sich die Fasertestgeräte

in ihrer Clip-Farbe, somit ist ein

schneller und leichter Einsatz der Werkzeuge

möglich. Der Fiberpoint ET G mit grünem Clip

emittiert bei 520 nm (Grünlichtquelle), der Fiberpoint

ET mit rotem Clip emittiert bei 650 nm

(Rotlichtquelle). Die Ausgangsleistung beträgt


Top-Fokus|Optoelektronik

Komplette Steckverbinder-Konfektionslinie aus einer Hand

AMS Technologies und Data-Pixel kooperieren

AMS Technologies und der französische Anbieter

Data-Pixel – Experte für Interferometer,

Konzentrizitätsmessplätze und Digitalmikroskope

– haben ein europaweites

Vertriebs- und Support-Abkommen unterzeichnet.

Data-Pixels Equipment für die interferometrische

Messung der Geometrie von Faserund

Steckerendflächen zeichnet sich durch

einfache Bedienung, einen hohen Automatisierungsgrad

und eine exakte Reproduzierbarkeit

der Messergebnisse aus. Hochpräzisions-Digitalmikroskope

von Data-Pixel für die visuelle

Inspektion der polierten Faserendflächen von

Single- und Multi-Fiber-Steckverbindern erlauben

durch ihren Plug&Play-Ansatz besonders

schnelle und effiziente Messungen mit hoher

Genauigkeit. Die Konzentrizitätsmessplätze für

Ferrulen und konfektionierte Stecker basieren

auf einer patentierten Technologie, die besonders

zuverlässige und exakte Ergebnisse liefert.

Ergänzt wird das Data-Pixel-Angebot durch

Softwarelösungen für die Automatisierung,

Überwachung und Verbesserung der Produktionseffizienz.

Mit der Ergänzung des Portfolios

durch die Data-Pixel-Produkte bietet AMS Konfektionären

faseroptischer Steckverbinder nun

Die Data-Pixel-Lösung für die Vermessung und Qualifizierung von konfektionierten faseroptischen

Steckverbindern ergänzt ab sofort das Portfolio von AMS Technologies.

die Ausrüstung für sämtliche Schritte einer

Patchcord-Produktion an, vom Vorbereiten und

Einkleben der Faser in die Ferrule über Cleaving

und Polishing bis hin zur finalen Vermessung

der Parameter und Qualitätssicherung. Damit

ist AMS in der Lage, über einzelne Maschinen

hinaus eine komplette Fertigungslinie zu konzipieren,

zu liefern und zu supporten. (nw) ■

Bild: Data-Pixel/AMS Technologies

Bilder: Osram

Osram Opto Semiconductors

Infrarot-Laser für Lidar-Nahfeld-Anwendungen

Mithilfe von Lidar-Nahfeldanwendungen lässt sich

die unmittelbare Fahrzeugumgebung zuverlässig erfassen.

Je umfassender und verlässlicher ein autonomes

Fahrzeug die Umgebung erkennen soll,

desto wichtiger werden die Anzahl und die Anordnung

von Sensoren wie etwa Lidar. Hier

setzt Osram Opto Semiconductors mit seinem

speziell für die hochauflösende Nahfelderkennung

in Lidar-Systemen entwickelten 65-Watt-

Laser SPL DP90_3 an. Der einkanalige Pulslaser

zeichnet sich durch seine verbesserte Strahlqualität

und seine besonders kompakten Abmessungen

aus: Dank des platzsparenden Footprints

von lediglich 0,3 mm × 0,6 mm sind

extrem kompakte Systemdesigns möglich. Eine

Effizienz von rund 30 Prozent hilft dabei, die

Gesamtkosten des Systems im Betrieb gering

zu halten. Mit einer optischen Leistung von

65 Watt bei 20 A hat das Bauteil nicht

nur ein Alleinstellungsmerkmal am

Markt, sondern eignet sich auch für die

Erfassung der unmittelbaren Fahrzeugumgebung

und sorgt so für hochauflösende

Bilder für die nachgelagerten Systeme.

(nw)


Der SPL DP90_3 ist der jüngste Zuwachs

des Photonik-Portfolios für Lidar-Anwendungen von Osram.

44

www.markt-technik.de Nr. 12/2020


E-Kompakt|Steuerungstechnik

kompakt

Produktservice für Einkauf und Entwicklung

Dezentrale

Peripheriemodule

Siemens hat sein dezentrales Peripheriesystem

mit neuen Modulen für die Simatic ET 200MP/

Simatic S7-1500 IOs sowie einem Rückwandbus

ergänzt. Die insgesamt vier Digitalmodule

mit je 64 Kanälen in Einbaubreite 35 mm ermöglichen

Anwendern eine platzsparende und

kosteneffiziente Montage hoher Kanalzahlen

im Schaltschrank. Bestehende Steuerungssysteme

auf Basis von Simatic S7-300/Simatic ET

200M lassen sich mittels der neuen Module

leicht auf die Simatic-S7-1500-Systeme migrieren.

In Kombination mit dem aktiven Rückwandbus

für die Simatic S7-1500 und Simatic

ET 200MP wird obendrein das Hot Swapping

von Modulen möglich. Damit können Anwender

die Simatic-ET-200MP-Module bei Ausfall

zur Laufzeit der CPU austauschen, also im laufenden

Anlagenbetrieb, während nicht betroffene

Module in Betrieb bleiben. (ak)

Siemens, www.automation.siemens.de

Echtzeit für

Multifunktions-

I/O-Karten

Kithara Software unterstützt jetzt Multifunktions-I/O-Karten

von National Instruments.

Mit dem „Multifunction Module“ der Kithara

RealTime Suite lassen sich alle PCIe-Karten der

X-Serie in Echtzeit ansteuern und so Prüf-,

Mess- und Steuerungs-Anwendungen umsetzen.

Beim Multifunction Module handelt es

sich um ein API, mit dem sich herstellerunabhängig

hardwarenahe Zugriffe programmieren

lassen. Hierzu gehören Echtzeitfunktionen für

die Nutzung von digitalem I/O (bit- und wortweise)

sowie analogem I/O als Einzelwert, Kanalsequenz,

limitierte Folge von Sequenzen

oder Endlos-Modus mit Wechselpuffer-Interrupt.

Durch die Anbindung von NI-Multifunktionskarten

an das Kithara-Echtzeitsystem bekommen

Anwender eine skalierbare Lösung

für universelle Messdatenerfassung und Steuerung.

Anwender können dabei aus einer

Reihe gewünschter Hardware-Spezifikationen

wählen, etwa Anzahl analoger Ein- und Ausgänge

und deren maximale Sample Rate sowie

Anzahl digitaler I/O und deren maximale

Taktrate. (ak)

Kithara Software, www.kithara.com, info@kithara.com

Tel. 030 2789673-0

Neue Sicherheitsfunktionen

für

Kompaktsteuerung

Bei der Wahl der Betriebsart und beim Management

von Zugangsberechtigungen übernimmt

die konfigurierbare sichere Kleinsteuerung

„PNOZmulti 2“ von Pilz jetzt weitere

Aufgaben der Industrial Security und der Functional

Safety: Als Systemlösung ermöglicht

PNOZmulti 2 im Verbund mit der Ausleseeinheit

„PITreader“ des Betriebsartenwahl- und

Zugangsberechtigungssystems „PITmode“ eine

umfassende Zugangskontrolle und eine funktional

sichere Betriebsartenwahl. Die Systemlösung

steht ab Version 10.12 des dazugehörigen

Software-Tools „PNOZmulti Configurator“

bereit. Neu ist der Anschluss von bis zu vier

Ausleseeinheiten PITreader an das Basisgerät

PNOZ m B1 der Kleinsteuerung PNOZmulti 2.

So lassen sich auch verkettete Maschinen sicher

managen. (ak)

Pilz, www.pilz.com/pnozmulti-tools

info@pilz.de, Tel. 0711 3409-0

„Accon-AGLink“

unterstützt

TIA-Portal V16

Die Version 5.6 der Kommunikationsbibliothek

„Accon-AGLink“ von Delta Logic unterstützt

die neu erschienene Version 16 des Automatisierungs-Frameworks

„TIA-Portal“ von Siemens,

sowohl im Online- als auch im Offline-

Zugriff. Die Firmware 2.8.1 für die Steuerungen

der Serie „Simatic S7-1500“ und die Firmware

_0ELVB_reikotronic_2C_MT01_02_flachdisplay2016_01.pdf;S: 1;Format:(45.00 x 22.80 mm);22. Dec 2015 14:56:02

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Nr. 12/2020 www.markt-technik.de 45


E-Kompakt|Steuerungstechnik

4.4 für die Steuerungen der Baureihe „Simatic

S7-1200“ werden ebenfalls unterstützt. Neu

hinzugekommen ist der Zugriff auf SPSen –

selbst bei „No Access“ – durch Passwort-Eingabe,

etwa zum Lesen und Schreiben von Variablen.

Der Projekt-Upload von CPUs mit

parametrierter Schutzstufe mit Passwort-Eingabe

ist jetzt möglich. Bei den S7-1200/1500-

Steuerungen lässt sich die aktuelle Schutzstufe

abfragen. Alarme werden bei der S7-1500 in

der neuen Version auch unterstützt. Bei S7-

1200/1500 lässt sich die Uhrzeit der SPS lesen

und stellen sowie der Betriebszustand (run/

stop) lesen und setzen. Der Funktionsumfang

des Java Wrappers wurde erweitert. (ak)

Delta Logic, www.deltalogic.de, info@deltalogic.de

Tel. 07171 916-120

Starterkits

für SPSen

RS Components liefert zwei neue Starterkits

für Allen-Bradley-SPSen von Rockwell Automation.

Die „Micro850“- und „Micro820“-

Starterpakete enthalten die gesamte Hardware,

die für die Inbetriebnahme der SPSen

Micro850 und Micro820 erforderlich ist.

Hierzu gehören auch Netzteile, Controller-Zubehör

und Grafikterminals. Die mit dem Micro850

Starter Pack gelieferte Micro850-SPS

ist für größere eigenständige Anwendungen

entwickelt, die sich auf bis zu 192 digitale E/A-

Punkte erweitern lassen. Das Paket umfasst außerdem

ein Netzteil, sieben digitale Eingänge

und einen analogen Eingangssimulator. Hinzu

kommt ein zweikanaliges analoges Eingangs-

Plug-in, das 4-Zoll-Grafikterminal „PanelView

800“, ein 1 m langes Ethernet- und USB-Kabel,

eine Bedienungsanleitung und eine Kurzanleitung.

Das Micro820 Starter Pack enthält die

Micro820-SPS, die bis zu 36 E/A-Punkte unterstützt.

Hinzu kommen Funktionen wie Ethernet,

ein microSD-Steckplatz für die Datenprotokollierung

und Analog-E/A. Die Micro820-SPS

eignet sich für kleine eigenständige Maschinensteuerungs-

und Fernautomatisierungs-Anwendungen

mit Ethernet Connectivity. (ak)

RS Components

de.rs-online.com, rs-gmbh@rsonline.de

Tel. 069 580014-234

Raspberry Pi

Bundle jetzt

mit Pi 4 Typ B

ICO Innovative Computer hat sein bisher mit

dem Raspberry Pi 3 Typ B+ ausgestattetes

Rasp berry Pi Bundle für den Einstieg in industrielle

Steuerungen auf die neueste Generation

des Raspberry Pi erweitert: den Raspberry Pi 4

Typ B. Im Gegensatz zum Raspberry Pi 3 Typ B+

mit seinem 1,4-GHz-ARM-Cortex-A53-Quadcore-Prozessor

kommt im Raspberry Pi 4 B ein

1,5-GHz-ARM-Cortex-A72-Quadcore-Prozessor

zum Einsatz. Während der Arbeitsspeicher

des Pi 3 auf 1 GB festgelegt war, sind jetzt Pi-

4-Versionen mit 1 GB, 2 GB und 4 GB erhältlich.

Der bisher über USB 2.0 angebundene Gigabit-Ethernet-Anschluss,

der effektiv maximal

300 Mbit/s erreichte, wurde durch einen echten

Gigabit-Ethernet-Anschluss mit bis zu

1000 Mbit/s ersetzt. Die vier USB-2.0-Schnittstellen

wurden durch je zwei USB-2.0/3.0-

Schnittstellen genauso wie Bluetooth von Version

4.2 auf 5.0 aktualisiert. Als besonderes

Highlight betrachtet ICO die beiden HDMI-Ausgänge,

die eine 4K-Auflösung unterstützen. (ak)

ICO Innovative Computer

www.ico.de, vertrieb@ico.de

Tel. 06432 9139-0

Soft-SPS

Anbieter (Vertragshersteller)

mögliche

Hardware-Basis

Betriebssystem

SPS-Programmierung

Hersteller

Der Anbieter ist

Distributor

IPC mit Einsteckkarten

IPC ohne Hardware-Zusatz

VMEbus/VPX-System

CompactPCI-System

Embedded-PC

Edge-/Fog-Controller

sonstige

nur Software-Anbieter

Windows 10 / Windows 10 IoT

Unix / Linux

Echtzeitbetriebssystem

sonstige

C / C++ / C#

andere Hochsprachen

Anweisungsliste

Kontaktplan

Funktionsbausteinsprache

Ablaufsteuerung

Strukturierter Text

nach IEC 61499

objektorientierte Programmierung möglich

nach IEC

61131-3

Variablenbereich (in MB)

Programmcode (in MB)

Compiler

Interpreter-System

SPS-Runtime

Laufzeit f. 1000 Binäranweisungen (in µs)

Laufzeit f. 1000 Wortanweisungen (in µs)

Deterministik: Software-Jitter (in µs)

Systemverhalten und

Debugging

SPS-Anlauf und -Stopp automatisch

Datenremanenz

USV-Unterstützung

Online-Änderungen in

Programmen und Instanzen

Powerflow (Akku-Inhalt Online)

Statusanzeige

Trace-on-Breakpoint

Step-Betrieb

Aaronn Electronic, www.aaronn.de X ● ● ● ● ● ● ● ●

(Kontron, Advantech)

Acceed, www.acceed.de X ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

ACD Antriebstechnik,

X ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

www.acd-gruppe.de

ADL Embedded Solutions,

X ● ● ● ● ● ● ● ● ●

www.adl-europe.com

Alptech Elektronik, www.alptech.de X ● ● ● ● ●

B&R Industrie-Elektronik,

X ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● Hardware Hardware ● ● Hardware Hardware


Soft-SPS

mögliche

Hardware-Basis

Betriebssystem

SPS-Programmierung

Hersteller

Der Anbieter ist

Distributor

IPC mit Einsteckkarten

IPC ohne Hardware-Zusatz

VMEbus/VPX-System

CompactPCI-System

Embedded-PC

Edge-/Fog-Controller

sonstige

nur Software-Anbieter

Windows 10 / Windows 10 IoT

Unix / Linux

Echtzeitbetriebssystem

sonstige

C / C++ / C#

andere Hochsprachen

Anweisungsliste

Kontaktplan

Funktionsbausteinsprache

Ablaufsteuerung

Strukturierter Text

nach IEC 61499

objektorientierte Programmierung möglich

nach IEC

61131-3

Variablenbereich (in MB)

Programmcode (in MB)

Compiler

Interpreter-System

SPS-Runtime

Laufzeit f. 1000 Binäranweisungen (in µs)

Laufzeit f. 1000 Wortanweisungen (in µs)

Deterministik: Software-Jitter (in µs)

Systemverhalten und

Debugging

SPS-Anlauf und -Stopp automatisch

Datenremanenz

USV-Unterstützung

Online-Änderungen in

Programmen und Instanzen

Powerflow (Akku-Inhalt Online)

Statusanzeige

Trace-on-Breakpoint

Step-Betrieb

Anbieter (Vertragshersteller)

CRE Rösler Electronic,

X ● ● ● ● ● ●

www.cre-electronic.de

Data Modul, www.data-modul.com X ● ● ● ● ● ●

E. Dold & Söhne, www.dold.com X ● ● ● ● ● 128 KB 128 KB ● 40 ms 40 ms ● ● ● ● ●

EKF Elektronik, www.ekf.de X ● ● ● ●

Elektrosil, www.elektrosil.com X ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

emtrion, www.emtrion.de X ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

esd electronics, www.esd.eu X ● ● ● ● ● ● ● ●

Fabrimex Systems,

X ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

www.fabrimex-systems.ch

Graf-Syteco, www.graf-syteco.de X ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●

Hoffmann + Krippner,

X ● ● ● ●

www.tastatur.de

ICO Innovative Computer, www.ico.de X ● ● ● ● ● ● ● ● ●

ICP Deutschland,

X ● ● ● ● ● ● ● ● ●

www.icp-deutschland.de

(IEI Integration)

IEP Ing.-Büro f.

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Elektromechanik

Kontakt: Mediaberatung medical design· Tel +49 89 25556-1376 · media@medical-design.news · medical-design.news


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Editor-at-Large: Heinz Arnold (ha/1253) – Chefreporter: Engelbert Hopf (eg/1320)

Chef vom Dienst: Achim Grolman (ag/1318)

Leitende Redakteure: Andreas Knoll (ak/1319), Manne Kreuzer (mk/1322), Corinne Schindlbeck (sc/1311),

Iris Stroh (st/1326), Karin Zühlke (zü/1329)

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spektrum

Redaktion@markt-technik.de

Bild: Delo

Flüssiger

3D-Druck

Delo hat seine Hochleistungsmaterialien für den

3D-Druck weiterentwickelt und schafft damit neue

Möglichkeiten im Bereich Liquid Additive Manufacturing

(LMA), einem additiven Fertigungsverfahren,

bei dem sich Flüssigkeiten additiv verarbeiten

lassen. Die flüssigen Materialien lassen sich bei

Raumtemperatur schichtweise dosieren und sind

Delo bietet funktionale Materialien

für den Bereich Liquid Additive Manufacturing an.

nach der Aushärtung mittels UV-Licht vernetzte

Duromere. Somit bietet Liquid Additive Manufacturing

eine Alternative zu 3D-Druckverfahren wie

Fused Deposition Modelling (FDM), Stereolithography

(SLA) oder Material Jetting. Die Eigenschaften

der Materialien sind laut Unternehmensangabe

mit denen von Hochleistungskunststoffen wie Polyamid

oder PEEK vergleichbar. Daher eignen sie

sich vor allem für Anwendungen in der Automobil-

und Mikroelektronik – insbesondere für feine,

funktionale Strukturen. (za)

Wieder selektiv hören

Die meisten Menschen empfinden es als unangenehm,

sich in einer geschäftigen Umgebung auf

eine bestimmte Stimme zu konzentrieren, aber

für diejenigen, die schwerhörig sind, ist es

besonders schwierig. Ein neues Hörgerät des

mEEGaHStim-Projekts, das mit Unterstützung

von Fraunhofer-Forschern entwickelt

wurde, soll nun die Sprache vor einem geräuschvollen

Hintergrund besser verständlich

machen und so das Verfolgen eines einzelnen

Sprechers erleichtern.

Die derzeitigen Hörgeräte sind nicht in der

Lage, die spezielle Verbindung zwischen Ohr und

Gehirn herzustellen, die für den Prozess des selektiven

Hörens verantwortlich ist. Die neue Hörhilfe der Forscher

kann dies jedoch: Ein EEG misst die Hirnaktivität,

um die Richtung zu bestimmen, in die der Hörgeschädigte zu hören versucht.

Diese Information wird an das Hörgerät übertragen, das per Beamforming in

die entsprechende Richtung fokussiert. Dies verstärkt das spezifische Audiosignal,

auf das sich der Hörer zu konzentrieren versucht, und filtert gleichzeitig

alle anderen Geräuschquellen, einschließlich anderer Stimmen, heraus. (mk)

Bild: University of Siegen, Tim zum Hoff

Bild: Inna/stock.adobe.com

Individueller Atemmasken-Prüfstand

Mit der Ausbreitung des Coronavirus steigt die Nachfrage

nach Atemschutzmasken massiv. Doch schützen

diese nur, wenn ihre Filterleistung zuverlässig gegeben

ist. Dies testet der Atemmasken-Prüfstand PMFT 1000

von Palas. Der besondere Vorteil des Systems ist die

genaue Darstellung der Abscheidung je Größenklasse

der Partikel. »Vor allem in Bezug auf die Wirksamkeit

der Atemmasken für den nur 120 bis 160 Nanometer

kleinen Coronavirus ist so eine genaue Messung

der Partikelgrößenverteilung essenziell«, sagt Dr.

Maximilian Weiß, CEO der Palas GmbH. Prüfstände

anderer Hersteller messen seiner Aussage nach die

Effizienzwerte oft nur bei einer vordefinierten Partikelgröße

von z.B. 200 nm. Der PFMT 1000 wird mit

für jeden Kunden individuellem Adapter für die genaue

Anpassung der Atemmaske produziert. (nw)

Bild: Palas

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Szene & Events

Stelldichein

der Media-Entscheider

Zum 14. Media Summit trafen sich die Media- und

Marketing-Experten der Elektronik-Branche am ersten

Messetag auf der embedded world im NCC Ost.

Thema in diesem Jahr war: Entscheiden, aber richtig!

Wovon hängt es ab, richtige Entscheidungen zu

treffen? Dieser Frage gingen Prof. Matthias Spörrle,

Privatuniversität Schloss Seeburg, und Matthäus

Hose, Verlagsleiter der WEKA FACHMEDIEN, auf den

Grund. Manager und Marketing-Entscheider folgten

aufmerksam den Ausführungen der beiden Referenten,

die Informationen unterhaltsam verpackt präsentierten.

Im Anschluss an den Vortrag nutzten sie

die Gelegenheit zum Networking. Unter den über

100 Teilnehmern des Media Summits auf der embedded

world 2020 waren auch Vertreter von großen

Distributoren.

Konzentriert folgten Simon Kretzschmar (links) und

Bernd Haberzettl (beide Glyn) den Ausführungen.

Sogar Plüschtiere kamen zum Einsatz,

um zu klären, wie Angst, Vorurteile

und die Sehnsucht nach sozialer

Akzeptanz Entscheidungen beeinflussen –

und warum es uns egal ist,

ob wir einen oder vier Pandas retten.

Sichtlich amüsiert war auch das Rutronik-Team,

u.a. mit Sebastian Hör (dritter von rechts).

Roland Wagner

(3S-Smart Software

Solutions) gehörte zu

den Glücklichen,

die einen Plüsch-Panda

mitnehmen durften.

Die Referenten des

Media Summit 2020:

Prof. Matthias Spörrle

(links) und Matthäus

Hose (rechts).

Zu den über hundert Teilnehmern gehörten auch

Roland Bickel und Jessica Danneck (beide Hitex).


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