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Bremer Sport Frühjahr 2020

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Frühjahr 2020

BREMER SPORT

MAGAZIN DES LANDESSPORTBUNDES FÜR BREMEN & BREMERHAVEN

Nachwuchs

Hockeytalent Lena Frerichs

Mit Schmackes!

Ausprobiert: Krav Maga

Klare Kante

Interview mit BFV-Präsident Björn Fecker

Wahl verschoben – Corona-Pandemie hat Bremer Sport fest im Griff

Wer wird Sportler des Jahres?


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2


EDITORIAL

„Die Gesellschaft in Deutschland

und die gesamte Sportwelt stehen

vor riesigen Herausforderungen“

Andreas Vroom, Präsident des

Landessportbundes Bremen.

IMPRESSUM

BREMER SPORT

MAGAZIN FÜR BREMEN & BREMERHAVEN

Herausgeber & Verlag:

Landessportbund Bremen e. V. (LSB)

Auf der Muggenburg 30

28217 Bremen

0421 / 7928723

info@lsb-bremen.de

WESER-KURIER Mediengruppe

Magazinverlag Bremen GmbH,

Martinistraße 43, 28195 Bremen

04 21 / 36 71-4990

info@magazinverlag-bremen.de

Redaktion:

Martin Märtens (V.i.S.d.P.),

Kristina Wiede, Jennifer Fahrenholz,

Jule Lotz, Boris Butschkadoff (LSB)

Grafik/Layout:

Stevie Schulze

Anzeigen:

Volker Schleich (verantwortlich),

Anne Zeidler, Susanne Franke, Anja Höpfner

Yvonne Bittner

Druck:

Bonifatius GmbH Druck - Buch - Verlag

Karl-Schurz-Straße 26

33100 Paderborn

Urheberrechte:

Der Nachdruck von

Beiträgen ist nur mit

Genehmigung des Verlages

und mit Quellenangabe gestattet.

Titelbild:

Lennard Kämna, Foto: Bora Hansgrohe

Foto: LSB

Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,

„Coronavirus“ – wir können

und wollen es eigentlich nicht

mehr hören. Was für eine Dynamik

hat sich in den letzten Tagen

und Wochen in Deutschland entwickelt.

Beim Schreiben dieser Zeilen ist der 16.

März 2020 und fast im Minutentakt gibt es

neue Hiobsbotschaften im Zusammenhang

mit der fortschreitenden Pandemie.

Die Gesellschaft in Deutschland und

die gesamte Sportwelt stehen vor riesigen

Herausforderungen. Diese Situation ist

auch für uns Vereine und Verbände völlig

neu. Am 13. März erfolgte die Schließung

der Sportstätten und Einstellung des Vereinslebens

in Bremen und Bremerhaven.

Ich gehe davon aus, dass alle Vereinsverantwortlichen

den Empfehlungen des Landessportbundes

zum Schutz ihrer Mitglieder,

Übungsleiter und insbesondere gefährdeter

Bevölkerungsgruppen gefolgt sind. Am

16. März folgen weitere, noch drastischere,

Maßnahmen durch die Bundesregierung

und Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte.

Das Präsidium des Landessportbundes

dankt allen Verantwortlichen, die

konsequent und einheitlich die nötigen

Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung

des Coronavirus ergriffen haben.

Trotz der aktuellen Situation gilt es, den

Blick nach vorne zu richten. Es ist weiterer

Schaden von den Vereinen und Verbänden

abzuwenden. Maßnahmen zur Kostenreduzierung

sollten eingeleitet werden. In den

vereinseigenen Sportanlagen (und öffentlichen

Gebäuden) können beispielsweise

Heizungen, Beleuchtung und Belüftungen

heruntergeregelt werden. Reinigungsarbeiten

können entfallen oder die Zeit könnte

für eine Grundreinigung genutzt werden.

Auf der Personalseite gilt es mit Bedacht

vorzugehen. Einige Übungsleiter bekommen

nur geleistete Stunden bezahlt, andere

Trainer haben Saisonverträge. Größere

Vereine haben hauptamtliche Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter eingestellt, da die

regelmäßigen Arbeiten nicht mehr ehrenamtlich

erledigt werden können. Gibt es

noch alten Urlaub, der abzubauen ist? Kann

Urlaub möglicherweise vorgezogen werden

oder ein flexibles Stundenkonto eingeführt

werden? Sind Entlassungen wirklich unvermeidlich?

All das sollten die betroffenen

Vereine überdenken. Unklar ist derzeit

noch, inwiefern Kurzarbeiterregelungen für

die Mitgliedsorganisationen des Landessportbundes

gelten.

Hilfreich für die schwierige Finanzsituation

ist, dass die Vereinsmitgliedschaften

gemäß der Satzungen zu handhaben sind

und Kündigungsfristen Bestand haben. Auf

der Einnahmenseite dürften die Mitgliedseinnahmen

daher nicht sofort wegbrechen.

Der Sportverein ist eine auf Solidarität

und Demokratie aufgebaute bürgerliche

Institution. Das wissen auch die meisten

Vereinsmitglieder. Gerade in schwierigen

Zeiten wie diesen sollten wir noch näher

Zusammenrücken und zeigen, was unsere

Sportgemeinschaft ausmacht.

Es mag etwas komisch klingen, aber historisch

betrachtet bieten Krisenzeiten auch

viele Chancen. Manch einem mag in der

aktuellen Lage bewusst werden, wie wertvoll

unsere Sportvereine und deren Angebote

sind. Spiel, Bewegung und Spaß sind

auf vielen Ebenen gesundheitsfördernd.

Sie stärken das Herz-Kreislaufsystem, den

Stoffwechsel und die Abwehrkräfte. Gemeinsamer

Sport stärkt Sozialkompetenz

und Gemeinschaftsgeist, in schwierigen

Situationen ein überlebensfähiges gesellschaftliches

Gut. Aber auch weitergehende

Erkenntnisse könnten gewonnen werden.

Maßnahmen und Einschränkungen, die im

Klimaschutz zum Erfolg führen könnten.

Neue Arbeitsplatzmodelle, die gut funktionieren

und Ressourcen freisetzten. Grenzen

der Globalisierung und wirtschaftliche

Fehlentwicklungen werden aufgezeigt, falsche

Einsparungsschwerpunkte, Ausbeutung

und Systemfehler.

Wie dem auch sei. Ich hoffe, dass die

Menschen die Coranavirus-Pandemie gesundheitlich

möglichst gut überstehen

und wir bald zur Normalität zurückkehren

können. Wir freuen uns doppelt und dreifach

darauf, unseren gemeinschaftlichen

Sport in hoffentlich absehbarer Zeit wieder

genießen können. Bis dahin passt auf euch

und aufeinander auf!

Euer Andreas Vroom

3


INHALT

STORY

Bremer Sportler des Jahres 18

Die Kandidaten im Überblick

Interview:

BFV-Präsident Björn Fecker

22

AKTUELLES

Meine erste Rundfahrt 6

Marie Lagershausen über die UCI Dubai Women‘s Tour 2020

„Bewegung gegen Krebs“ 9

Vereinswettbewerb geht in die sechste Auflage

Förderpreis für den Nachwuchs 10

„Grünes Band“: Commerzbank und DOSB zeichnen aus

Treffpunkt für die Leichathletik 12

Das Stadion des TuS Komet Arsten

Nichts geht mehr 14

Coronavirus: Der LSB gibt Handlungsempfehlungen

UNGEWÖHNLICHE SPORTARTEN

Mit Schmackes 24

Ausprobiert: Krav Maga beim TV Bremen-Walle 1875

Nachwuchs:

Hockey-Talent Lena Frerichs

30

LSB

Spaß an Bewegung 29

Saisonstart für das Deutsche Sportabzeichen

GESUNDHEIT

Weit verbreitetes Problem 36

Dr. Götz Dimanski über Schambeinentzündungen

4

Fotos: Jens Lehmkühler, Jule Lotz, Bremer Fußball-Verband

Turne bis zur Urne:

Rosi Wahl und Renate Recknagel 34

AUS DEN VEREINEN

Landesskiverband Bremen 38

Rückblick: Bremer Ski Open 2019

„Du paddelst nicht allein!“ 50

Weser Pinkies starten in ihre vierte Saison

RUBRIKEN

Editorial 3

Impressum 3

Kolumne 8


AKTUELLES

Integration

durch Sport

Gute Resonanz beim

Winter-Cup 2019

Fotos: FR

Fördermöglichkeiten

für Klimaschutzprojekte

Unterstützung des Bundesumweltministeriums

Sportvereine in ganz Deutschland

können sich mit Unterstützung des

Bundesumweltministeriums für den

Klimaschutz engagieren. Von energieeffizienten

Flutlichtanlagen über eine klimafreundliche

Belüftung in der Halle bis hin zu

Fahrradbügeln vor dem Sportplatz: Damit

Klimaschutzprojekte künftig noch schneller

und flexibler umgesetzt werden können, hat

das Bundesumweltministerium die Antragstellung

zum 1. Januar 2020 vereinfacht.

Gute Argumente für Klimaschutzmaßnahmen

in Sportstätten gibt es viele: Werden

beispielsweise die Hallenbeleuchtung,

die Gebäudeleittechnik oder nicht regelbare

Pumpen in Schwimmbädern energieeffizient

saniert, sinken Energieverbrauch und

Betriebskosten. Das gesparte Geld können

Betreiber von Sportstätten vor Ort reinvestieren,

etwa in neue Trainingsgeräte oder

-anlagen – somit lohnt sich Klimaschutz

für sie gleich doppelt.

Betreiber von Sportstätten können das

ganze Jahr über Fördermittel für Klimaschutzprojekte

im Rahmen der Kommunalrichtlinie

des Bundesumweltministeriums

beantragen. Starre Antragsfristen gehören

damit der Vergangenheit an. Zudem wird es

leichter, sich für nachhaltige Mobilität stark

zu machen, da die Mindestzuwendung für

investive Radverkehrsprojekte von 10000

auf 5000 Euro sinkt. So kommen auch

Maßnahmen in geringerem Umfang für

eine Förderung in Frage, beispielsweise die

Installation einer kleineren Radabstellanlage

vor einem Schwimmbad oder Stadion.

Sportvereine, Kommunen und Betriebe

mit mindestens 25 Prozent kommunaler

Beteiligung, die eine Sportstätte

besitzen, pachten oder mieten, sind im

Rahmen der Kommunalrichtlinie darüber

hinaus für eine Reihe weiterer investiver

Klimaschutzmaßnahmen antragsberechtigt.

Darunter fallen beispielsweise

die Optimierung zentraler Warmwasserbereitungsanlagen

oder der Einbau von

Sonnenschutzvorrichtungen mit Tageslichtnutzung.

Informationen zur Antragstellung

gibt es unter www.ptj.de/klimaschutzinitiative-kommunen.

Bei Fragen rund um die Fördermöglichkeiten

der NKI und andere Programme berät

das Service- und Kompetenzzentrum:

Kommunaler Klimaschutz (SK:KK) am

Deutschen Institut für Urbanistik (Difu)

im Auftrag des BMU unter 030 39 001-170

sowie per E-Mail unter skkk@klimaschutz.

de. Weitere Informationen zur Kommunalrichtlinie

finden Sie unter www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie.

(LSB)

Viel Trubel herrschte beim Flutlichtturnier

um den Winter-Cup

im Jugendhaus Hemelingen. Das

Projekt „Sport gegen Gewalt, Intoleranz

und Rassismus“ vom Landessportbund

Bremen hat die zweite Auflage des Fußball-Turniers

in Kooperation mit dem Jugendhaus

Hemelingen als Abschluss des

Jahres 2019 durchgeführt.

Angetreten waren sechs Teams der

Altersklasse 14 bis 21 Jahre. Besonders

erfreulich war aus Sicht der Veranstalter,

dass sich unter den sechs Teams

auch eine Mädchenmannschaft befand.

Die mehr als 50 Aktiven packten die

ganze Trickkiste ihres fußballerischen

Könnens aus und beeindruckten die

Zuschauer durch gekonnt vorgetragene

Kombinationen und wunderschöne

Tore.

Über 80 Prozent der Teilnehmer*innen

hatten einen Migrationshintergrund.

Die Mannschaft der „Afghanen“

erwies sich für die übrigen Teams als

starker Gegner und gewann verdient

den Winter-Cup.

Auf den weiteren Plätzen folgten die

JH Hemelingen und die Mannschaft 309

Hemelingen. Alle Teilnehmer erhielten

am Ende des Turniers Preise und konnten

sich mit kleinen Snacks und Getränken

stärken.

Der Landessportbund und das Jugendhaus

Hemelingen waren sich am

Ende einig, dass ein solches Event mindesten

einmal im Jahr durchgeführt

werden sollte, da die Aktiven mit ihren

Darbietungen eindrucksvoll Werbung

für die Sportart Fußball betrieben haben

und das Fairplay bei den Spielen immer

im Vordergrund stand.

5


AKTUELL

Fotos: FR

Meine erste Rundfahrt

Marie Lagershausen ist Teil des Berliner Bundesliga-Frauenradteams „Wheel Divas“ und Mitglied

im RCB. Sie berichtet von ihren Erfahrungen bei der UCI Dubai Women’s Tour 2020.

6

Dieses Jahr begann die Saison

für mich bereits Mitte

Februar mit der viertägigen

UCI Rundfahrt 2.2 in Dubai.

Nachdem sich die UAE Tour

im Jahreskalender der Männer bereits seit

einigen Jahren etabliert hatte, startete am

17. Februar die erste Auflage der Frauen

Version. Als Teil des Berliner Bundesligateams

„Wheel Divas“ ging ich mit fünf weiteren

Fahrerinnen an den Start. Insgesamt

nahmen 17 Teams mit 92 Fahrerinnen an

der Rundfahrt teil.

Da wir bereits zwei Tage vor dem Rennen

anreisten, hatten wir noch etwas Zeit uns

an die dortigen Verhältnisse zu gewöhnen.

Während im Hotel das Thermometer meist

angenehme 22 Grad anzeigte, war es draußen

in der Regel um mindestens zehn Grad heißer.

Da sich, wie wir am ersten Tag merkten,

das Radfahren auf den achtspurigen Straßen

etwas schwierig gestaltete, ließen wir uns

am Vortag des offiziellen Starts, vom Veranstalter

zu einer Trainingsstrecke fahren.

Diese besteht aus einem circa 200 Kilometer

langen Verkehrsnetz, auf dem ausschließlich

Radfahrer unterwegs sind und man die Strecken

beliebig kombinieren kann. Trotz vorheriger

Klimatisierung war die Aufregung

am ersten Renntag doch sehr groß. Die Auftaktetappe

startete zum Glück direkt vor

dem Hotel. Nach dem offiziellen Einschreiben

ging es dann an den Startpunkt, wo

ich bereits mit Puls 140 in der ersten Reihe

stand. Da sich das gesamte Feld so gut wie

nicht eingefahren hatte, hoffte ich auf einen

entspannten Start in das 99 Kilometer lange

Rennen. Als um 9:30 Uhr dann aber der

Startschuss fiel, blieb nicht viel Zeit zum

Einrollen, denn die erste Startattacke wurde

bereits gesetzt. Mit hohem Tempo ging

es dann auf die Autobahn, die komplett

für uns gesperrt worden war. Auch wenn

es immer wieder Attacken gab, kam keine

Fahrerin weg, da es doch sehr windig war

und die schnurgerade, flache Strecke wenig

Potenzial für kleine Ausreißergruppen bot.

Als dann endlich die Verpflegungszone

eröffnet war, versuchte ich auch bald mein

Glück und ließ mich zu unserem Begleitwagen

nach hinten fallen. Dieses im Eifer

des Gefechts zu erkennen, war jedoch eine

Kunst für sich, denn der Veranstalter hatte

die geniale Idee, allen Teams die gleichen

Fahrzeuge zu geben. Zurück am Feld ließ ich

mich die restliche Zeit mitziehen und bekam

auch von den Sprintwertungen wenig

mit. Nach genau 2,5 Stunden erreichte nahezu

das komplette Feld das Ziel. Ich rollte

auf Platz 69 mit rein und freute mich, dass

mein ganzes Team noch mit dabei war. Die

zweite und vierte Etappe verlief recht ähnlich

der ersten, wobei ich am vierten und

letzten Tag doch etwas mehr zu kämpfen

hatte, die 116 Kilometer nach bereits drei

Renntagen noch mit einem 41er Schnitt

durchzufahren. Am härtesten war aber die

dritte Etappe mit drei Bergwertungen. Die

Königsetappe der Tour endete auf dem berühmten

Hatta Water Dam.

Ich war froh, alle vier Etappen durchzufahren

und meine erste Rundfahrt auf

Platz 82 zu beenden. Ich konnte viel lernen

bei meinem ersten internationalen

Rennen und freue mich auf die kommende

Saison mit spannenden Rennen, entspannten

Sonntagsausfahren und schnellen

OBKM.


Qualität seit 30 Jahren

Bernd Wellbrock berät, verkauft und repariert

Fahrräder im Fahrradfachgeschäft „Velo-Sport

Der Inhaber von Velo-Sport Bernd Wellbrock hat selbst eine

Karriere im Radsport hinter sich und führt das Radsporthaus

in der Martinistraße. Mit viel Expertise berät er dort

seine Kunden seit nun mehr als drei Jahrzehnten bei allen Fragen

rund ums Rad. Im Fahrradfachgeschäft von Wellbrock ist die

Bandbreite an Serviceleistungen groß. Neben zahlreichen Angeboten

von Rädern und Zubehör können dort auch Reparaturen

erfolgen. Für die kommende Saison erinnert Wellbrock an

den Frühjahrs-Check. Bevor Radsportler wieder lange Strecken

fahren, sollten Fahrradfahrer Bremsen, Schaltung und Bereifung

überprüfen. „Wenn die Kette oder die Gänge überspringen,

kann das auch zu Stürzen führen“, warnt der Inhaber. Das Sortiment

ist breit gefächert. Neben Helmen und Sportbekleidung

gibt es praktische Gadgets wie zum Beispiel Handyhalterungen.

Besonders gerne verkauft er Fahrräder der Marke Bianchi. „Mit

Bianchi sind schon viele Radsportgrößen wie Jan Ullrich gefahren.

Das ist einfach eine Traditionsmarke, mit der ich auch

privat gerne fahre“, sagt der 54-jährige Bremer. Für ein türkises

Bianchi-Rad müssen Radsportliebhaber etwas tiefer in die Tasche

greifen. Etwa 2500 Euro kostet das hochwertige Sportrad.

Die letzte größere Tour, die Wellbrock selbst gefahren ist, war

eine Rundfahrt in Belgien. Mittlerweile fahre er zwar nur noch

hobbymäßig, aber durch Velo-Sport führt er seine Liebe zum

Radsport weiter. (JL)

Weitere Infos unter www.velo-sport.de

Foto: J. Lotz

Ein möglichst skurriles Outfit ist beim GFBO gefragt.

Foto: GFBO

Klapp- und Faltradrennen

German Folding Bike Open erstmals mit

Swapfietsrennen / Rabatte für Vereinsmitglieder

Die Renaissance des Klapprades produziert mittlerweile seit

über 20 Jahren in deutschen Großstädten eine große und

stetig anwachsende Fangemeinde. Hinzu kommt die moderne

Faltradfraktion, die zumeist ihre Leidenschaft für Edelfalter

entdeckt hat und diese oftmals im Sinne eines Nachhaltigkeitsbewusstseins

in ihren Mobilitätsalltag integriert. Und so scheint es

auch wenig verwunderlich, dass in diesem Jahr bereits zum fünften

Mal die „German Folding Bike Open“ (GFBO) in Bremen stattfinden

– ein Klapp- und Faltradrennen für jedermann. Neben dem Hauptrennen,

dem „100m-DFB-Pokal-Klappradsprint“, steht am 21. Juni

erstmals auch ein Swapfiets-Rennen mit auf dem Programm. „Wir

freuen uns sehr darüber, dass die Veranstaltung jedes Jahr wächst.

Bei uns geht es in erster Linie ums Dabeisein, nicht ums Gewinnen.

Dennoch verliert natürlich keiner gerne ... Mitmachen kann eigentlich

jeder – egal ob als Einzelstarter oder im Dreier-Team. Nur der

Dresscode sollte beachtet werden und der reicht von ‚Very British‘

bis zu ‚Skurril mit Stil‘.

Vereinsmitglieder aus dem Landessportbund Bremen zahlen

gegen Nachweis ihrer Zugehörigkeit nur 50 anstatt 75 Euro

Antrittsgeld für ein Dreierteam.

Die GFBO findet am 16. Juni Am Wall auf Höhe Bischofsnadel statt.

Velo-Sport

Ihr Radsporthaus GmbH

Martinistraße 30–32

28195 Bremen

Tel. 0421-18260

www.velo-sport.de

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AKTUELL

Dritter Schritt: Kondition

Bremer-Sport-Kolumne: Mit Oliver

Sebrantke zum swb Marathon 2020

Moin, Läufer – ja, genau, ich meine Sie. Meinen Glückwunsch:

Sie haben die beinah schwierigste Zeit überstanden und

sich von den unbarmherzigen Bedingungen der Wintermonate

nicht unterkriegen lassen. Darauf können Sie stolz sein! Jetzt

sind Sie bereit für den dritten Schritt unserer Marathonvorbereitung.

Doch lassen Sie mich zunächst einige Worte über ein anderes

Thema verlieren:

Der Frühling ist da und mit ihm all seine sportlichen Vorzüge.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich persönlich schnüre meine

Laufschuhe bei Plusgraden und Sonnenschein deutlich lieber als

bei Dunkelheit und Graupelschauer. Allerdings ist die Erkältungszeit

nach wie vor präsent und ich gebe zu: Es gibt deutlich angenehmeres,

als mit kratzendem Hals und verstopfter Nase einer sportlichen

Betätigung nachzugehen. Sollten Sie bei einer Erkältung das

Training jedoch aussetzen? Nun, ich vertrete folgende Ansicht:

Solange kein Fieber im Spiel ist, spricht erst einmal nichts dagegen.

Hören Sie einfach auf die Signale Ihres Körpers. Ansonsten ist es

nun an der Zeit, unsere Kondition einer ersten Bewährungsprobe

zu unterziehen. Sie haben sich in den letzten Monaten eine Laufbasis

angeeignet, Einheiten von 60 Minuten dürften Sie mittlerweile

gut bewältigen können. Nun steigern wir uns, langsam und

mit Bedacht. Ich empfehle: höchstens zehn Prozent wöchentlich.

Sie haben das Gefühl, noch mehr Kilometer bewältigen zu können?

Auch wenn es schwer fällt: Machen Sie halblang. Sie werden noch

früh genug die Möglichkeit haben, Ihren Ehrgeiz zu beweisen. Und

falls Sie dennoch die Extraportion Herausforderung brauchen:

Ergänzen Sie Ihre drei wöchentlichen Trainingseinheiten einfach

um eine Vierte – Sie Streber! (lacht)

Das Masernschutzgesetz

Informationen für Sportvereine

Foto: Pixabay

8

Zur Person

Oliver Sebrantke, 43, ist ein passionierter Marathonläufer

und Triathlet aus der Hansestadt. Er gewann sechs Mal den

Bremen Marathon, verzeichnete als Marathoni Europa- und

Weltmeistertitel (unter anderem 2012 in Tschechien und

2013 in Brasilien) und absolvierte im Jahr 2017 den Ironman

auf Hawaii in 9 Stunden, 43 Minuten und sechs Sekunden. Im

Magazin „Bremer Sport“ gibt er als Kolumnist einen Leitfaden

zur Marathonvorbereitung.

Foto: FR

Das neue Masernschutzgesetz ist seit 1. März 2020 in Kraft.

Die Deutsche Sportjugend und der DOSB haben dazu

wichtige Informationen für Sportvereine und -verbände

veröffentlicht: Die Eintragung im Impfpass gilt als Nachweis für

den Schutz gegen Masern. Ziel des Masernschutzgesetzes ist der

wirksame Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Masern. Es

besteht keine Kontrollpflicht für Sportvereine mit ihren eigenen

Aktivitäten wie dem Trainingsbetrieb. Auch bei ihren Ferien- und

Trainingslagern sind Vereine von der Nachweispflicht zur Immunität

gegen Masern nicht betroffen.

Eine Nachweispflicht ergibt sich allerdings für ehren- oder

hauptamtlich Tätige und Freiwilligendienstleistende aus Sportvereinen,

die an Schulen oder Kindertagesstätten Angebote machen.

Hier muss der Masernschutz von der sog. Gemeinschaftseinrichtungen

(Schulen und Kindertagesstätten) kontrolliert

werden. Das heißt, Freiwilligendienstleistende, Übungsleiter*innen,

ehren- oder hauptamtlich Tätige aus Sportvereinen,

die im Rahmen von Kooperationen in Schulen oder Kindergärten

regelmäßig eingesetzt sind, müssen die Immunität nachweisen.

Es stehen dafür zwei Verfahren zur Verfügung, die online

unter https://cdn.dosb.de/user_upload/Deutsche_Sportjugend/

Masern_Information_fuer_Sportvereine_und_-verbaende_

zum_Masernschutzgesetz_06_03_2020.pdf ausführlich beschrieben

werden. Für diejenigen, die bereits vor März 2020 an

Schulen oder Kindertagesstätten tätig waren, gibt es eine Übergangsfrist

für den Nachweis der Immunität bis Juli 2021. (LSB)


Mit Sport präventiv gegen Erkrankungen

Vereinswettbewerb „Bewegung gegen Krebs“ geht in die sechste Auflage

Gemeinsam mehr Menschen zu Bewegung

und einem lebenslangen

Sporttreiben animieren – dazu rufen

der Deutsche Olympische Sportbund

(DOSB) und die Deutsche Krebshilfe

mit dem bundesweiten Vereinswettbewerb

„Bewegung gegen Krebs“ auf.

Bis zum 31. Dezember 2020 können

sich Sportvereine dem Wettbewerb

um den kreativsten Aktionstag stellen

und dabei tolle Preise gewinnen.

Nach Ablauf der Wettbewerbsfrist

werden die besten eingesendeten

Veranstaltungsdokumentationen

von einer unabhängigen Jury ausgezeichnet.

Mit einem Rekord von fast 90

Anmeldungen und sechs glücklichen

Gewinnervereinen ging der

letzte Vereinswettbewerb zu Ende.

Die ersten drei Plätze wurden mit

einem Sport-Thieme Gutschein für

Vereinszwecke im Wert von 2.500,-

Euro und die Plätze vier bis sechs mit jeweils

zwei Gutscheinen für Übungsleiterausbildungen

im Wert von 500,- Euro ausgezeichnet.

„Die Preise sind auch dieses Jahr wieder

zu gewinnen und sollten zusätzlicher

Ansporn sein, eine dreistellige Anmeldezahl

zu erreichen“, sagt DOSB-Ressortleiter

für Präventionspolitik und Gesundheitsmanagement

Dr. Mischa Kläber. „Damit die

Kein Supermann und kein Held

Die Symbolfigur Trimmy wird 50 Jahre alt

positive Auswirkung von Sport und Bewegung

in der Krebsprävention sowie in der

Nachsorge im Bewusstsein der Bevölkerung

weiter zunimmt.“

Im ersten Schritt wird das Anmeldeformular

unter https://sportprogesundheit.dosb.de/projekte-und-initiativen/

bewegung-gegen-krebs/vereinswettbewerb-bewegung-gegen-krebs/

ausgefüllt.

Teilnehmende Vereine erhalten

nach Anmeldung eine „Aktionsbox“

mit Gymbags, T-Shirts, Thera-Bändern

und weiteren Überraschungen,

Ideen zu Veranstaltungen und Umsetzung

sowie Unterstützung bei

ihrer Öffentlichkeitsarbeit durch

den DOSB.

Sport macht Spaß und wirkt

ganz nebenbei präventiv auf viele

Erkrankungen. Regelmäßige Bewegung

kann beispielsweise das Risiko,

an bestimmten Krebsarten zu

erkranken, deutlich senken. Etwa

ein Drittel der rund 500.000 jährlichen

Neuerkrankungen lassen sich

durch eine gesunde Lebensweise

vermeiden. Die Deutsche Krebshilfe

und der DOSB klären seit 2014 mit

der Bewegungsoffensive „Bewegung gegen

Krebs“ über Möglichkeiten in der Krebsprävention

auf und tragen die Botschaft

gemeinsam mit den Vereinen an die dort

organisierten Menschen. (LSB)

Die Trimm-Dich-Aktion, die der

Deutsche Sportbund (DSB) 1970 ins

Leben rief, wird 50: Mit einer medienwirksamen

Auftaktveranstaltung in

Berlin wurde die Kampagne „Trimm-Dich

durch Sport“ des DSB mit Trimmy als Symbolfigur

gestartet. Fortan sollten sich immer

mehr Menschen im Land sportlich betätigen

– sei es im Sportverein oder außerhalb:

Sport für alle“ lautete das geläufige Motto

zur Förderung des Breiten- und Freizeitsports

hierzulande. Der DSB konnte innerhalb

von zwei Jahrzehnten seine Mitgliederzahlen

von 10 auf 21 Mio. Mitgliedschaften

mehr als verdoppeln.

Die Trimm-Dich-Aktion sollte sich

schnell zur größten Sozial-Marketing-Kampagne

in Deutschland entwickeln.

Bereits im Gründungsjahr 1970

erlangte der Slogan „Trimm-Dich durch

Sport“ einen Bekanntheitsgrad von 88 Prozent

in der bundesdeutschen Bevölkerung,

später kannten auch Trimmy fast alle.

Betrachtet man die diversen (Massen-)

Veranstaltungen in ihren unterschiedlichen

Formaten, die im Rahmen der Kampagne

Trimm-Dich-durch Sport zentral oder

dezentral angeboten wurden, dann gehörten

am Anfang z.B. die Trimm-Spiele,

Trimm-Pfade, Trimm-Dich-Spirale, Lauftreffs

und Spielfeste dazu, später dann u.a.

Trimm-Festivals und Challenge-Days, ganz

zu schweigen von den Sportabzeichen-Abnahmen

und Volkswandertagen, die ebenso

Bestandteil des neuen Programms waren.

Die Symbolfigur Trimmy wurde übrigens

schon am Gründungstag der Kampagne

in Berlin als Maskottchen eingeführt:

„Er ist kein Supermann und kein

Held, ein ganz durchschnittlicher, kleiner,

schmächtiger und unscheinbarer Bursche“,

so bezeichnete ihn seinerzeit sein Zeichner

Dieter Sihler, der mit seiner Agentur die

Trimm-Dich-Bewegung für den DSB begleitete.

Trimmy trat in unterschiedlichen

Rollen als Sporttreibender auf: „Schwimm

Trimmy in Aktion.

Foto: DSB

mal wieder“ und „Lauf mal wieder“ und

„Fahr mal wieder Rad“ appellierte er im

Sinne des „Sport für alle“. Trimmy ist jetzt

50. Doch dank seines regelmäßigen Sporttreibens

strahlt er immer noch im jugendlichen

Out-Fit - inzwischen allerdings mit

dem DOSB-Logo auf der Brust. (LSB)

9


AKTUELL

5000 Euro für vorbildliche Talentförderung

Commerzbank und DOSB zeichnen Sportvereine mit dem „Grünen Band“ aus

Das „Grüne Band für vorbildliche

Talentförderung im Verein“ ist der

bedeutendste Förderpreis im deutschen

Nachwuchsleistungssport, den die

Commerzbank und der Deutsche Olympische

Sportbund (DOSB) seit 34 Jahren

gemeinsam vergeben. Auch 2020 werden

insgesamt 50 Vereine für ihre exzellente

Nachwuchsarbeit ausgezeichnet. Vereine

oder Vereinsabteilungen können sich

über ihren Spitzenverband bewerben. Eine

hochkarätig besetzte Jury wählt die Gewinnervereine

aus, die jeweils den Pokal „Das

Grüne Band“ und eine Förderprämie in

Höhe von 5.000 Euro erhalten.

Die Auszeichnung belohnt Vereine, die

sich für konsequente Nachwuchsarbeit

einsetzen und diese fördern. „Ihre Wurzeln

haben erfolgreiche Leistungssportler*innen

in den Vereinen, in denen Talente erkannt

und gefördert und Sportlerpersönlichkeiten

geprägt werden. Diesen Einsatz

von Trainer*innen, Betreuer*innen und

Bewerbungen bis

31. März möglich

Eltern zu würdigen, damit talentierte Athlet*innen

ihre optimale Leistungsfähigkeit

entfalten können, ist uns als DOSB

ein echtes Anliegen. Wir sind stolz, gemeinsam

mit einem starken Partner wie

der Commerzbank das ´Grüne Band` zu

einem wichtigen Baustein im deutschen

Nachwuchsleistungssport etabliert zu

haben und dies permanent gemeinsam

weiterzuentwickeln“, sagt die DOSB-Vorstandsvorsitzende

Veronika Rücker. Die 50

Sieger-Vereine erhalten im Herbst 2020

entweder bei einer individuellen Verleihung

in ihrer Stadt oder auf der Deutschlandtour

des Grünen Bandes ihren Preis.

Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31.

März 2020. Alle Vereine, die sich in der

Nachwuchsarbeit engagieren, sind aufgerufen,

das Online-Bewerbungsformular

auszufüllen und sich zu bewerben. Die Bewerbungsunterlagen

stehen unter https://

www.dasgrueneband.com/bewerbung

zum Download bereit. (LSB)

Eine Woche Spaß & Action pur

Jugendcamp für Kinder mit Handicap

10

Eine Woche Spaß & Action pur _ mit Prothese in den Hochseilgarten

und ins Kanu, Schwimmen, Reiten, Bogenschießen,

Handicap-Tauchen mit Sauerstoffflasche im Spaßbad Mellendorf,

ein Sporttag mit bekannten Handicap-Sportlern und vieles

mehr. Mit dieser europaweit einmaligen Veranstaltung bietet der

Bundesverband für Menschen mit Arm- oder Beinamputationen

(BMAB) betroffenen Kindern im Alter von 8 bis 17 Jahren die Gelegenheit,

nicht nur mit Altersgenossen aus ganz Deutschland zusammenzutreffen,

die ein ähnliches Handicap mitbringen, sondern auch

die Chance, ihr Selbstbewusstsein in Bezug auf die eigene Behinderung

zu stärken. So könnten sie acht Tage lang unbeschwert sie selbst

sein, ihre Grenzen ausloten und sich untereinander austauschen.

Für eine umfassende Unterstützung sorgte ein qualifiziertes

Team von Betreuern, von denen viele ebenfalls Amputierte oder

Prothesenträger sind. Einige Betreuer waren in den Vorjahren

selbst als Teilnehmer im Jugendcamp und dienen den Heranwachsenden

somit gleichzeitig als Vertrauenspersonen und positive

Rollenmodelle. Auch engagierte Physiotherapeuten und Orthopädietechniker

gehören zum Betreuerstab, sodass für alle Eventualitäten

von der Heimweh-Attacke bis zur defekten Prothese der

richtige Ansprechpartner bereitsteht. Information zur Anmeldung

für das BMAB-Jugendcamp gibt es hier: https://www.bmab.de/

jugendcamp/ (LSB)

Foto: bmab


Foto: FR

Sterne des Sports

Angela Merkel zeichnet SAV-Fußballer aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel und DOSB-Präsident Alfons

Hörmann haben die SG Aumund-Vegesack bei der

Preisverleihung der „Sterne des Sports“ in Gold für ihr besonderes

gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Mit dem

Integrationsprojekt „Fußball verbindet“ belegte der Verein aus

Bremen, der von der Volksbank Bremen-Nord unterstützt wurde,

den 4. Platz. Zuvor hatte sich die SG Aumund-Vegesack (SAV) auf

regionaler Ebene durchgesetzt und für das Bundesfinale in Berlin

qualifiziert. Gewinner des „Großen Stern des Sports“ in Gold 2019

wurde der Verein Pfeffersport aus Berlin.

SAV-Projektleiter Holger Franz erhielt aus den Händen der

Bundeskanzlerin einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro. Neben

Holger Franz nahmen zudem Trainer Sabri Mrad sowie die beiden

Vertreter des Volksbank Bremen-Nord e.G., Daniela Gercken

und Sven Bredehöft, an der Veranstaltung teil.

Angela Merkel zeigte sich von den Leistungen der Vereine

sehr angetan. „Mein herzliches Dankeschön geht an alle Clubs,

die sich am Wettbewerb beteiligt haben. Mit Ihrem großartigen

ehrenamtlichen Engagement bilden Sie eine zentrale Grundlage

für das Gemeinwesen und leisten einen überaus wichtigen Beitrag

für unsere demokratische Gesellschaft“, sagte Merkel.

Bei der SAV kommen Menschen mit Migrationshintergrund

unabhängig von Alter und Herkunft seit über vier Jahren einmal

die Woche zu einem Fußball-Übungsnachmittag unter Federführung

von Übungsleiter Sabri Mrad zusammen. „Das ist

einer der schönsten Tage in meinem Leben. Die Auszeichnung

durch Frau Merkel ist eine großartige Anerkennung für unser

nachhaltiges Integrationsprojekt“, sagte der sichtlich gerührte

Mrad. Neben dem Training unterstützt die SAV auch bei Amtsgängen

und der gemeinsamen Freizeitgestaltung, etwa wenn die

Projektteilnehmer gemeinsam ein Bundesligaheimspiel des SV

Werder Bremen besuchen.

„Ich bin überwältigt, nach 30 Jahren Ehrenamt ist das der

bisherige Höhepunkt, der kaum zu toppen ist“ freute sich Holger

Franz über die beiden Tage in der Bundeshauptstadt. Neben der

Preisverleihung war auch ein wenig Zeit für ein gemeinsames

Sightseeing, unter anderem wurde die Kuppel des Reichstages

besichtigt. „Wir sagen Danke an alle bisherigen Unterstützer,

die vieles möglich machen und einen großen Anteil am Erfolg

des Projekts haben“, gab der 50-jährige am Rande der Auszeichnung

zu Protokoll. „Die sympathischen SAV-Fußballer sorgen

mit ihrem Projekt dafür, Vorurteile abzubauen und Menschen

mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft zu integrieren“,

freute sich Daniela Gercken von der Volksbank Bremen-Nord

e.G. über das vorbildliche SAV-Engagement. Das Preisgeld wird

komplett in das SAV-Projekt fließen. Unter anderem sind weitere

Anschaffungen geplant und es wird ein Netzwerktreffen mit allen

Unterstützern in Angriff genommen. (LSB)

Weitere Infos zum Bundeswettbewerb „Sterne des Sports“ gibt es hier:

www.sterne-des-sports.de

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AKTUELLES

Foto: TuS Komet Arsten

Erfolgsgeschichte des TuS Komet Arsten

Vereinsinternes Stadion ist beliebter Ort für Deutsche Leichtathletik- Meisterschaften

Es war ein später Ausgleich für den Wegfall der Laufbahn

im Weserstadion 2002: In der Saison 2010/ 2011 wurde

das Stadion des TuS Komet Arsten zu einer sogenannten

A-Anlage ausgebaut und gilt seither als beliebter Veranstaltungsort

für nationale Wettkämpfe in der Leichtathletik.

Großen Anteil daran, dass gerade dieses Stadion ausgebaut

wurde, hatten vor allem die nationalen und internationalen Erfolge

der Leichtathleten des Vereins zwischen 2005 und 2010.

Neben der Erweiterung von sechs auf acht Rundbahnen und

zwei neuen Sprunggruben sticht nun vor allem die große Tribüne

mit ihrem darunter liegenden Laufschlauch hervor – und gilt

Deutschlandweit als einzigartiges Modell. In keinem deutschen

Stadion fanden seit dem Umbau so viele Deutsche Meisterschaften

in der Leichtathletik statt. Eingeweiht wurde das Stadion 2011 mit

den Deutschen U23 Meisterschaften. Nach wie vor bestehen aus

diesem Jahr die Stadionrekorde der späteren Weltmeister im Kugelstoßen

David Storl (20,53 Meter), und Stabhochsprung Raphael

Holzdeppe (5,75 Meter), des Olympiasiegers von 2016 im Diskus-

12

wurf, Christoph Harting (62,07 Meter), und der Europameister

im Hochsprung von Berlin, Mateusz Przybylko (2,16 Meter). Auch

die 2-Meter-Hochspringerin Marie Laurence Jungfleisch gewann

hier 2011 mit 1,87 Meter den Titel. 2013 fand dann die Deutsche

Meisterschaft im 10.000-Meter-Lauf im Stadion statt, bevor sich

die 2014 in Köln erstmals ausgetragene DM U16 in Obervieland

häuslich niederließ. Nach 2016, 2017 und 2019 findet diese Meisterschaft

am Samstag und Sonntag, 5. und 6. Juli 2020, bereits zum

vierten Mal in Bremen statt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband

(DLV) lobt hinsichtlich dieser Veranstaltung und der gesamten

Leichtathletik-Abteilung des Vereins vor allem die familiäre Atmosphäre

und die freundliche Art der Helfer. „Wenn man berücksichtigt,

dass die gesamte Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung

der Veranstaltungen ausschließlich von Ehrenamtlichen

geleistet wird, für die sie sich Urlaub nehmen oder bis in die Nacht

hinein im Stadion sind, kann das Engagement gar nicht hoch genug

eingeschätzt werden“, sagt Jens Ellrott, Geschäftsführer und stellvertretender

Leichtathletik-Abteilungsleiter.


Sportliches

Unterhaltungsprogramm

Das GOP Varieté-Theater unterstützt Vereinsmitglieder

mit vergünstigten Ticketpreisen

Fotos: TV Werder,

Rundes Jubiläum

TV Werder: 100-jähriges Bestehen

Lang ist es her: Als im Jahre 1920 der damalige Fußballverein

Werder in einen Sportverein umgewandelt wurde, beschlossen

einige Damen und Herren des Hauptvereins, eine

Tennisabteilung zu gründen. Aus einigen Anfängern des Fußballvereins

und durch Anzeigen in der Tagespresse wurde der erste

Kreis von Interessenten gewonnen, und im März 1920 zu einer

Besprechung im Restaurant Hohenzollern gebeten. In Anwesenheit

von etwa 30 Teilnehmern wurde hier die Gründung vollzogen

und am Schwachhauser Ring zwei Plätze gemietet. Diese

konnten zwar kaum Anspruch auf spieltechnische Vollkommenheit

machen, eine bessere Anlage stand jedoch zunächst nicht zur

Verfügung. Der Kontakt unter den Mitgliedern gestaltete sich von

Anfang an als freundschaftlich und herzlich, wenngleich der Tennissport

nicht allzu ernst genommen wurde: Monatlich fand sich

die Gruppe zu Tanzkränzchen zusammen und erhielt laut Angaben

der Vereinschronik den Beinamen „Tanzabteilung“.

Seit 1933 ist der Tennisverein Werder (TV Werder) dagegen

ein eigenständiger Verein mit Sitz im Baumschulenweg

in Schwachhausen. Dort verfügt er über zehn Außenplätze und

eine moderne Dreifeldhalle. Zudem zählt der Verein mit seinen

rund 400 Mitglieder aktuell zu den größten seiner Art in Bremen.

Im Fokus der Arbeit steht vor allem de Jugendförderung,

aber auch für andere Altersgruppen werden entsprechende

Trainingsmöglichkeiten angeboten. Für besonders ambitionierte

Sportlerinnen und Sportler gibt es zudem die Möglichkeit, in

einer Mannschaft um Punkte, Spiel, Sieg und Satz zu kämpfen.

Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens lädt der TV Werder

am Freitag, 8. Mai, zu einer Festlichkeit auf die Terrasse der

Gastronomie „Cool down“ ein. Sowohl Mitglieder, Förderer als

auch Freunde kommen ab 16 Uhr zusammen. Neben Ansprachen

von Vertretern aus Politik und Sport ist ein kleines Show-

Match geplant. Die große, vereinsinterne Feier ist für im August

im Hotel Munte geplant.

Dass sportliche Leistungen einen hohen Unterhaltungsfaktor

haben ist kein Geheimnis. Besonders die Artistik vermag

ihr Publikum ins Staunen zu versetzen und Körperkunst auf

Höchstniveau mit komödiantischen Elementen zu verbinden. Diese

Mischung macht auch die Shows im GOP Varieté-Theater aus,

das den Bremer Vereinssport in diesem Jahr mit einer besonderen

Aktion unterstützen möchte. Gruppen ab vier Vereinsmitgliedern

können die anspruchsvollen Darbietungen zu vergünstigten Preisen

erleben. Das Angebot gilt für zwei Shows, die im Mai und September

Premiere in der Überseestadt feiern.

Glitter und Glamour der 1960er Jahre bilden den Kern des Bühnenspektakels

„Bang Bang“, für das Regisseur Anthony Venisse

verantwortlich zeichnete. Die dynamische Show spannt den Bogen

von artistischen Highlights der Luft- und Cyr-Artistin Anna

Ward über komödiantische Einlagen von Xevi Casals (Bild oben)

bis hin zur Clownerie von Philippe Thibaudeau. Letzter verkörpert

den von Missgeschicken geplagten Titelheld, dem die Herzen des

Publikums auf Anhieb zufliegen. Das dritte Programm der Saison

„Bang Bang“ ist vom 7. Mai bis 28. Juni zu sehen.

Im Herbst wird es rhythmisch. In der Show „Elektro“ sind Klänge,

Bewegungen und Spiel unmittelbar miteinander verschränkt.

Der Titel bezieht sich auf die treibende elektronische Musik, für die

„Stachy.DJ“ verantwortlich zeichnet. Er wurde in den 1990er Jahren

als Teil der Hamburger Hip-Hop-Gruppe Fischmob bekannt.

Zudem kommt auch allerhand Elektronik zum Einsatz, wie zum

Beispiel Infrarot-Technik, die die Bewegung von Körpern in Klang

verwandelt. Artistisch wie musikalisch stellt die Show eine enorme

Dynamik und impulsive Spielfreude unter Beweis. Zwischen den

Darbietungen des jungen Ensemble gibt es ein DJ-Set, das einem

richtigen Konzert in nichts nachsteht. Der Vorhang zu „Elektro“

öffnet sich am 4. September und schließt sich am 25. Oktober.

Infos unter www.variete.de

Fotos: GOP / Alexander Dacos

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AKTUELLES

Nichts geht mehr

Coronavirus-Pandemie legt den Sport lahm / LSB gibt Handlungsempfehlungen

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Die Coronavirus-Pandemie hat

den Sportbetrieb in Deutschland

komplett zum Erliegen

gebracht. Veranstaltungen

– egal ob im Profi- oder

Amateursport – sind unter den gegebenen

Umständen und angesichts behördlicher

Anordnungen und massiver Einschränkungen

des öffentlichen Lebens nicht mehr

durchführbar.

Im Zuge der fortschreitenden Coronavirus-Pandemie

mussten im organisierten

Sport schwerwiegende Entscheidungen getroffen

werden. Für den Landessportbund

(LSB) Bremen steht die Gesundheit dabei

ebenso an erster Stelle wie für den Deutschen

Olympischen Sportbund (DOSB).

Daher hat der LSB seinen Mitgliedsorganisationen

in Abstimmung mit der Senatorin

für Senatorin für Soziales, Jugend, Integration

und Sport empfohlen, den Spiel- und

Trainingsbetrieb bis zum Ende der Osterferien

komplett einzustellen. Dies geschah im

Vorgriff auf die behördliche Untersagung

des gesamten Sportbetriebs auf Sportplätzen,

Sporthallen sowie Fitnessstudios und

vergleichbaren Einrichtungen durch den

Bremer Senat am 16. März. „Wir bedauern

diesen Schritt sehr, da einmal mehr deutlich

wird, welch hohen Stellenwert der organisierte

Sport für die Bevölkerung hat“, so

LSB-Präsident Andreas Vroom.

Sportsenatorin Stahmann hatte bereits

zuvor wegen der zunehmenden Ausbreitung

von Covid-19 die Schließung

sämtlicher städtischer Sportanlagen verfügt.

„Ich möchte die Vereine herzlich bitten,

den Spiel- und Trainingsbetrieb dort

ebenfalls einzustellen“, sagte die Senatorin

in enger Absprache mit dem LSB. Analog

zu den Sporthallen an Schulen werden

auch die städtischen Sportanlagen bis zum

Ende der Osterferien geschlossen. „Uns ist

bewusst, wie sehr diese Entscheidungen

den Breitensport und den Leistungssport

im Land Bremen treffen“, sagte Stahmann

und bat um Verständnis. „Wir dürfen aber

die Erkenntnis von Virologen nicht in den

Wind schlagen, dass die Verbreitung des

Virus sich nur mit drastischen Maßnahmen

merklich verlangsamen lässt.“

Fortbildungen abgesagt

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen und Handdesinfektionen beugen Ansteckungen vor.

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen

und die Risiken einer Ansteckung

möglichst gering zu halten, haben der Landessportbund

Bremen und die Bremer

Sportjugend als präventive Maßnahme zudem

sämtliche Fortbildungen, Bildungszeiten

und Ausbildungen des LSB-Bildungswerks

bis einschließlich 30. April abgesagt.

Die abgesagten Veranstaltungen werden

zu gegebener Zeit neu terminiert. Bereits

getätigte Zahlungen werden auf Wunsch

zurückerstattet oder bei entsprechender

Neu-Anmeldung miteinander verrechnet.

Darüber hinaus wird der in der Trägerschaft

der Bremer Sportjugend befindliche Jugendtreff

Blockdiek als Vorsichtsmaßnahme

zunächst bis zum Ende der Osterferien

geschlossen.

Kontakt zum LSB

per Telefon oder E-Mail

In Anbetracht der aktuellen Lage rund um

das Coronavirus appelliert der Landessportbund

an seine Mitgliedsorganisationen,

von Besuchen in der LSB-Geschäftsstelle

abzusehen und das hauptberufliche

Kollegium stattdessen telefonisch oder per

E-Mail zu kontaktieren. Der Betrieb beim

LSB und der Bremer Sportjugend läuft bis

auf weiteres normal weiter. Es wurden betriebsinterne

Vorkehrungen getroffen, damit

auch im Falle einer weiteren Ausbreitung

von Covid-19 für eine entsprechende

Erreichbarkeit gesorgt ist.

Der Landessportbund Bremen hält seine

Mitgliedsorganisationen über aktuelle

Entwicklungen und Maßnahmen im Zuge

der Coronavirus-Pandemie sowohl über

seine Homepage www.lsb-bremen.de als

auch per Newsletter bzw. E-Mail auf dem

Laufenden. Grundlegende Informationen

für Sportvereine zum Umgang mit Covid-19

bieten die Webseiten des Deutschen Olympischen

Sportbundes unter www.dosb.de/

medien-service/coronavirus/ sowie des Robert-Koch-Instituts

unter www.rki.de/Shared

Docs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html.

Bei speziellen Fragen zur Coronavirus-

Pandemie in Bremen und Bremerhaven

können sich Sportvereine an die örtlichen

Gesundheitsämter oder die Coronaviris-

Hotline im Land Bremen wenden. Unter der

zentralen Telefonnummer 115 bekommen die

Anrufer von speziell geschulten Mitarbeitern

Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus

und entsprechenden Schutz- bzw.

Vorbeugemaßnahmen. Anschauliche Informationen

bietet auch die Bundeszentrale für

gesundheitliche Aufklärung: www.youtube.

com/playlist?list=PLRsi8mtTLFAyJaujkS-

HyH9NqZbgm3fcvy. (LSB)

Fotos: FR


Ligabetrieb ruht

Fast überall steht der Bremer Sport still

Der Coronavirius macht auch vor dem

Bremer Vereinssport nicht halt. Fast

alle Verbände in Bremerhaven und

Bremen haben ihren Wettkampfbetrieb für

die kommenden Wochen eingestellt. Dazu

gehören unter anderem folgende Verbände:

Handball, Basketball, Leichtathletik, Hockey,

Schwimm, Tischtennis sowie die Rhytmische

Sportgymnastik. Und natürlich sind

davon auch der mitgliederstärkste Verband,

der Bremer Fußball Verband, sowie die Eishockeyspieler

der Fischtown Pinguins betroffen.

Bremer Fußball-Verband setzt

Spielbetrieb aus

Nach der Entscheidung der Freien Hansestadt

Bremen, diverse öffentliche Einrichtungen

zu schließen, hat der Bremer

Fußball-Verband entschieden, den Spielbetrieb

im gesamten Verbandsgebiet bis

zum 30.03.2020 auszusetzen. Über die

Neuansetzung entscheiden die Ausschüsse

des BFV in Kürze. Dabei kann dort, wo

es möglich ist, die Saison bis zu den Sommerferien

verlängert werden als auch Wochenspieltage

angesetzt werden. Eine finale

Entscheidung kann hierzu heute noch nicht

getroffen werden.

Die oberste Priorität ist es nun, die Infektionsrate

zu senken. Auch der Fußball

als Mannschafts- und Kontaktsportart

trägt hierfür eine gesellschaftliche Verantwortung.

Diese Entscheidung sei dem BFV

nicht leicht gefallen, angesichts der aktuellen

Lage ist sie aber ohne Alternative. Im

Laufe des 12. März erreichten den Verband

bereits Meldungen, dass erste Mannschaften

am Wochenende wegen aktueller Corona-Verdachtsfälle

und der damit einhergehenden

Quarantäne nicht werden antreten

können. Es ist davon auszugehen, dass diese

Zahlen gerade in einem städtischen Ballungsraum

in den kommenden Tagen weiter

steigen werden.

Alle Vereine sind daher weiterhin aufgefordert,

aktiv zu prüfen, ob es Spieler*innen

in ihren Mannschaften gibt, die in den

vergangenen 14 Tagen aus einem Risikogebiet

zurückgekehrt sind. Wir appellieren

an das Verantwortungsbewusstsein der

Vereine, diese Spieler*innen – unabhängig

von Symptomen – auch in einem ggf.

aufrecht erhaltenen Trainingsbetrieb nicht

einzusetzen. Darüber hinaus appelliert der

BFV ausdrücklich, den Empfehlungen des

Robert-Koch-Instituts und den zehn wichtigsten

Hygiene-Tipps der Bundeszentrale

für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Folge zu leisten, das heißt insbesondere

Maßnahmen zum Infektionsschutz zu ergreifen.

Keine Playoffs für die

Fischtown Pinguins

Die aktuelle Coronavirus-Pandemie hat

den Eishockey-Bundesligisten Fischtown

Pinguins besonders hart getroffen. Die

Bremerhavener Eishockeyprofis hatten

sich in dieser Saison erstmals direkt für

das Playoff-Viertelfinale in der Deutschen

Eishockey Liga DEL qualifiziert. Doch am

11. März verkündete die DEL, die Playoffs

komplett abzusagen und die Spielzeit wegen

der Coronavirus-Epidemie vorzeitig zu

beenden. Daher gibt es in diesem Jahr keinen

deutschen Eishockey-Meister.

„Wir könnten uns in den Hintern beißen.

Wir spielen unsere beste DEL-Saison

und hätten erstmals im Halbfinale stehen

können. Und dann macht uns dieses Coronavirus

alles kaputt“, ärgerte sich Pinguins-Manager

Alfred Prey. „Aber es ist eine

Entscheidung der DEL und damit müssen

wir uns abfinden.“

„Die Spieler sind natürlich nicht erfreut,

sie sagen aber auch, dass es eigentlich keine

andere Wahl gegeben hat“, erklärte Pinguins-Geschäftsführer

Hauke Hasselbring.

„Ich hätte gern weitergespielt und das wirtschaftliche

Risiko von Geisterspielen getragen,

aber das Risiko einer Erkrankung ist

einfach zu groß“, betonte Hasselbring. (LSB)

Die Fischtown Pinguins um Kapitän Mike Moore

können keine Playoffs spielen. Foto: V. Dinev

Fotos: A. Bowinkelmann/LSB NRW

Kunstrasen

folgt Rotgrand

Sanierung der Bezirkssportanlagen

geplant

Insgesamt 1,5 Millionen Euro will der

Bremer Senat bereitstellen, damit im

Jahr 2020 Sportanlagen saniert werden

können. Drei von diesen Maßnahmen

mit einem Volumen von 1,045 Millionen

Euro müssen bereits im Frühjahr

umgesetzt werden. Vorgezogen werden

sollen die Arbeiten an den Bezirkssportanlagen

Blockdiek, Hemelingen und Findorff.

Auf der Bezirkssportanlage Blockdiek

steht der Umbau des Rotgrandplatzes

zu einem Kunstrasenplatz für

790.000 Euro an. Die Flutlichtanlage

muss ebenfalls erneuert werden. Durch

die Umstellung der Leuchtmittel auf

LED wird Energie und somit CO2 eingespart.

Der Ballfangzaun weist ebenfalls

deutliche Korrosionsschäden auf

und soll zeitgleich erneuert werden.

Auch die Weitsprunganlage auf der

Bezirkssportanlage Hemelingen ist sanierungsbedürftig.

Die soll für 105.000

Euro mit zwei Anlaufbahnen aus Kunststoff

ausgebaut werden.

Die Bezirkssportanlage Findorff soll

mit einer festen Beregnungsanlage für

die Rasenplätze 3 und 4 ausgestattet

werden, weil die gelegentliche Beregnung

durch den Umweltbetrieb Bremen

mit einer mobilen Anlage zu personalund

zeitaufwendig ist. In den avisierten

Kosten von 145.000 Euro ist die erforderliche

Kampfmittelsanierung eingeschlossen.

Zu den weiteren Sanierungsmaßnahmen

gehören der Einbau einer Beregnungsanlage

auf der Bezirkssportanlage

Gröpelingen (Kosten: 120.000

Euro), der Aufbau einer Flutlichtanlage

auf der Sportanlage Horn-Lehe

(70.000 Euro) und die Sanierung des

Sportgebäudes Bockhorner Weg in Bremen-Nord

(100.000 Euro). Darüber hinaus

stellt der Senat 170.000 Euro für

kleinere Sanierungsmaßnahmen an

weiteren Bremer Sportanlagen bereit.

(LSB)

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AKTUELL

„Wir sind kein Wasserkindergarten“

Geschäftsführerin Martina Baden über die Situation der Bremer Bäder GmbH

Foto: M. Meyer

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Im Interview spricht Geschäftsführerin

Martina Baden über den Sanierungsstau

in den Bremer Bädern, das neu

entstehende Sportbad in Horn und erklärt,

warum Eltern ihre Kinder nicht

einfach am Schwimmbad abgeben sollten.

Im vergangenen Jahr kam eine Summe von

circa 100 Millionen Euro an Bedarf für die

Bremer Bäder auf. Sogar von drohender

Schließung war die Rede …

Die hohen Summen können einem in der

Tat Sorge bereiten. Es ist aber so, dass sich

diese Summen unterschiedlich zusammensetzen.

Es gibt zum einen die Neubauprojekte,

die zum Teil bereits finanziell

abgesichert sind. Hinzu kommt der große

Sanierungsbedarf an praktisch allen

Standorten. So summiert es sich.. Aber wir

arbeiten das über einen längeren Zeitraum

sukzessive ab. Sonst wäre es finanziell und

personell nicht leistbar.

Droht einzelnen Bädern die Schließung?

Kein Bad ist akut von einer Schließung betroffen,

aber wir merken natürlich schon,

dass aufgrund des Sanierungstaus die Bäder

immer längere Ausfallzeiten haben.

Lediglich das Unibad wird geschlossen,

aber erst, wenn das Horner Bad fertig ist

und gleichzeitig das Westbad zur Verfügung

steht. Voraussetzung ist natürlich, dass das

Unibad solange durchhält.

Was bedeuten die Ausfallzeiten?

In der Regel handelt es sich dabei um geplante

Ausfallzeiten. Es ist so, dass wir

versuchen, in den Schließzeiten während

des Sommers die Hallenbäder zu sanieren.

Aber wir haben das Problem, dass aufgrund

des Sanierungsstaus Bäder auch mal ungeplant

vom Markt gehen müssen. Wir können

dabei garantieren, dass in allen Bädern

sicher geschwommen werden kann. Man

sieht den Bädern als Außenstehender oft

den Sanierungsbedarf auch gar nicht an.

Welche Bedeutung haben die Bäder rein

zahlenmäßig für Bremen?

Aus unserer Sicht eine sehr hohe. In Bremen

besucht statistisch jeder Bürger drei

bis viermal im Jahr ein Schwimmbad. Damit

liegen wir bei den Großstädten sehr

weit vorne. Das ist zum einen sehr erfreulich,

bedeutet aber auch gleichzeitig eine

große Herausforderung und Verantwortung.

Wir versuchen dabei den Ansprüchen

unserer Besucher gerecht zu werden.

Haben sich die Ansprüche an ein

Schwimmbad in den vergangenen Jahren

verändert?

Man muss sich erst einmal bewusst machen,

dass man in Deutschland in Trinkwasser

schwimmt. Diesbezüglich nehmen

die Anforderungen und Auflagen stetig zu,

die Parameter, die untersucht werden, sind

zudem mehr geworden. Was uns aber besonders

umtreibt, ist die Erwartung an uns

als Bädergesellschaft.

Was genau meinen Sie damit?

Es passiert häufig, dass Eltern ihre Kinder

am Eingang abgeben möchten und sie dann

zwei oder drei Stunden später wieder abholen

wollen. Wir sind aber kein Wasserkindergarten.

Wir erwarten, dass Eltern

ihre Kinder begleiten – vor allem wenn sie

Nichtschwimmer sind. Wir erwarten, dass

man selber aufmerksam ist und sein Kind

beobachtet. Und wir erwarten zudem, dass

wenn Kinder alleine zu uns kommen, sie

Schwimmen können und ein entsprechendes

Abzeichen haben. Wir als Bädergesellschaft

können so eine Komplettversorgung,

wie sie sich manche Eltern vielleicht erhoffen,

gar nicht leisten. Zumindest nicht bei

Preisen von drei bis vier Euro.

Ist es tatsächlich so, dass Eltern ihre Kinder,

die nicht Schwimmen, an der Tür des

Schwimmbads abgeben?

Ja und es kommt häufig vor, dass Eltern


So könnte das das neue Horener Bad von außen aussehen. Martina Baden geht jedenfalls davon aus, dass das Bad zu einem Vorzeigeobjekt wird.

Fotos: Bremer Bäder, MÄR

nicht realistisch einschätzen können, ob

ihre Kinder schwimmen können. Es gibt

einen großen Unterschied, ob das das Kind

wirklich schwimmen kann oder ob es lediglich

an das Wasser gewöhnt ist. Deshalb legen

wir so großen Wert auf die Abzeichen.

Sicheres Schwimmen ist unser großes Anliegen.

Ab welchem Abzeichen können die Kinder

denn bedenkenlos ins Schwimmbad?

Bei uns erhalten Kinder den Zutritt zum

Bad, wenn sie die Abzeichen Bronze, Silber

oder Gold vorweisen können. Viele Kinder

haben bei uns schwimmen gelernt und

werden dann auch an der Kasse automatisch

wieder erkannt.

Wann sollten Kinder schwimmen lernen?

Es ist am besten, wenn Kinder sehr früh

schon ans Wasser gewöhnt werden und

noch bevor sie in die Schule kommen

schwimmen gelernt haben. Es ist für das

Kind in der Regel einfacher schwimmen zu

lernen, wenn es noch jünger ist, da zu dem

Zeitpunkt die Ängste noch nicht so ausgeprägt

sind.

In der Schule haben die Kinder in der Regel

ein Halbjahr lang einmal die Woche 30

Minuten Schwimmunterricht. Reicht das

nicht aus?

Wenn ein Kind in der dritten Klasse noch

gar nicht ans Wasser gewöhnt ist, ist das

schwierig. Es ist auch ein bisschen zu spät.

Wir empfehlen schon früher mit den Kindern

schwimmen zu üben, oder sie bei uns

einen Schwimmkurs besuchen zu lassen.

Es gibt hingegen anders verlautender Meldungen

bei uns auch keine Wartelisten.

Und wer finanzielle Unterstützung braucht

kann sich zudem an „Kids in die Bäder“, ein

Projekt zusammen mit der Bremer Sportjugend,

wenden. Darüber bekommen Bedürftige

kostenlose Schwimmkurse. Es gibt also

keine Ausreden mehr.

Können auch ältere Menschen bei Ihnen

noch schwimmen lernen?

Ja und die Kurse werden auch in den letzten

Jahren verstärkt nachgefragt. Es ist unser

Anspruch Schwimmbäder für die Menschen

von 0 bis 99 Jahren zu haben.

Das Unibad mit den bisher einzigen

50-Meter-Bahnen in Bremen wird schließen.

Wie stellt sich dann die Situation für

die Bremer Schwimmvereine dar?

Wir sind in sehr engem Austausch mit dem

Landesschwimmverband und haben das

gesamte Bäderkonzept gemeinsam mit den

Vereinen entwickelt. Wir bauen das neue

Horner Bad genauso, wie es sich die Vereine

gewünscht haben. Wir haben auch immer

gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert,

dass wir das Bad in erster Linie so

konzipiert haben, dass die Vereine dort eine

optimale Trainingsstätte vorfinden. Aber

natürlich werden auch dort anfangs noch

einige Fragen zu klären sein.

Welche?

Wer hat welche Nutzungszeiten? Wann

ist für wen geöffnet? Wann können Wettkämpfe

stattfinden? Aber das sind organisatorische

Fragen, auf die man sicherlich

Antworten finden wird.

Wie wird das neue Horner Bad dann aussehen?

Im Innenbereich wird es zehn 50-Meter-Bahnen

geben. Diese kann man mit

einer Hubwand aber auch in 25-Meter-Bahnen,

beispielsweise für das Schulschwimmen,

weiter unterteilen. Für die

Wasserballer haben wir es zudem ballwurfsicher

gebaut. Im Außenbereich gibt es

ebenfalls ein 50-Meter Becken. Das Außenbecken

kann funktional getrennt werden.

Dort wird es neben drei 50-Meter-Bahnen

auch 25-Meter-Bahnen sowie einen Nichtschwimmerbereich

geben. Insgesamt soll

das neue Horner Bad das Vorzeigeobjekt

der Region in den kommenden Jahren sein.

Dann könnte ja eigentlich Florian Wellbrock

wieder nach Bremen zurückkommen?

(lacht) Zumindest haben wir von unserer

Seite dann alles dafür getan. (MÄR)

KURSANGEBOTE

Ob klassisches AquaTraining, intensive

Trendkurse, Trockengymnastik

oder Schwimmkurse für jung und alt

– bei den Bremer Bädern gibt es ein

Angebot für jeden Anspruch und für

jedes Alter das passende Training!

Die Kurse teilen sich jedes Jahr in vier

Staffeln auf. Jede Staffel hat zwischen

9 und 13 Termine. Es können Einzeltickets,

Staffelkarten und Jahreskarten

erworben werden.

Alle Infos zu Kursen und Veranstaltungen

unter www.bremer-baeder.de

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SPORTLER DES JAHRES

Wer wird Sportler des Jahres?

Sportgala Bremen muss wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden

Das Coronavirus hat den Veranstaltern der Bremer

Sportgala einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Aufgrund der fortschreitenden Coronavirus-Pandemie

und den damit verbundenen Einschränkungen

und Verboten musste die für 17. März geplante Veranstaltung

im GOP Theater Bremen kurzfristig auf unbestimmte Zeit

verschoben werden.

Die Sportgala mit den Ehrungen der Sportlerinnen und Sportler

des Jahres ist der jährliche Höhepunkt für die Sportszene im Land

Bremen. Neben den Ehrungen und Anerkennungen der sportlichen

Leistungen tragen die im Zuge der Sportgala gesammelten

Spenden wesentlich zur Sportförderung des Bremer Nachwuchses

durch die Sportstiftung Bremen bei. Die Veranstalter der Sportgala

- der Landessportbund Bremen, die Sportstiftung Bremen und

die Deutsche Olympische Gesellschaft (Landesgruppe Bremen)

wollen die Ehrungsveranstaltung sobald wie möglich nachholen.

LSB-Präsident Andreas Vroom bedauert die Verschiebung der

Sportgala, betont aber, dass Rücksichtnahme, Gesundheit und ein

einheitliches Handeln angesichts der aktuellen Situation im Vordergrund

stehen. Wir stellen die Nominierten vor.

Kim Behrens – Beachvolleyball

Kämpfen, dranbleiben, weitermachen: Tugenden, die die Bremerin Kim Behrens im

letzten Jahr nur zu häufig beweisen musste – im und abseits des Feldes. Wieder einmal

nahm man ihr im Januar 2019 ihre Partnerin weg, mit der sie sich bis auf Rang 15 in der

Welt vorgearbeitet hatte. Seitdem ist sie mit Cinja Tillmann auf Punktejagd für die Weltrangliste

und die Qualifikation für die Olympischen Spiele im Sommer – mit respektablen Ergebnissen

wie zwei Siegen auf der nationalen „Techniker Beach Tour“ und dem dritten Platz

bei den Deutschen Meisterschaften.

Der Einsatz bei den hochdotierten, internationalen Turnieren wird Behrens/Tillmann

dagegen vornehmlich vom Verband verwehrt – obwohl sich das Duo sportlich für die

FIVB-Termine qualifiziert hat. Für die derzeit freigestellte Polizeikommissarin Behrens ist

wichtig, dass im deutschen Beachvolleyball das Leistungsprinzip gilt – und sie sich möglichst

bald wieder auf den Kampf im Sand konzentrieren kann.

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Rike Jürgens – Hip-Hop

Sie erzählt kleine Geschichten. Aber nicht mit Worten, sondern mit ihrem Tanz.

Und der hat Rike Jürgens aus Langen bei Bremerhaven die Goldmedaille bei der

Hip-Hop-Weltmeisterschaft eingebracht – und das mit nur 17 Jahren und in der heimischen

Stadthalle Bremerhaven. Lässig und frei, aber voller Energie und Emotion: In der

Solo-Disziplin beim Hip-Hop gibt es keine feste Choreografie. Es kommt zum einen darauf

an, seine Moves zu zeigen. Aber vor allem auch Gefühl und Ausdruck rüberzubringen.

Für Rike Jürgens galt daher auch vor ihrem Finalauftritt das Motto: „Ich gehe jetzt auf

diese Fläche und habe eine gute Zeit.“ Dafür trainiert sie an sechs Tagen in der Woche jeweils

mehrere Stunden. Und weil das für sie immer noch nicht genug Hip-Hop ist, unterrichtet

sie auch noch den Nachwuchs in der Tanzschule Beer. Dieses Jahr kommt neben der

Titelverteidigung eine weitere Herausforderung hinzu: das Abitur.

Pia-Sophie Wolter – Fußball

Klar, in Bremen kennt man besonders ihren Vater Thomas. Aber es gibt für Pia-Sophie

Wolter längst keinerlei Grund mehr, sich dahinter zu verstecken. Die 22-jährige Mittelfeldspielerin

spielt beim Seriensieger Vf L Wolfsburg, kämpft um Titel in der Bundesliga

und der Champions League.

Zur Profispielerin wurde sie aber bei ihrem Heimat- und Herzensverein Werder, kickte

vier Jahre lang auf Platz 11. 2018 folgte dann der Schritt nach Wolfsburg. Wolter wechselte

praktisch vom Abstiegs- zum Titelkampf. Dort kann sie sich komplett auf den Fußball

konzentrieren. Das heißt fast – denn die Bremerin studiert gleichzeitig am Vf L-Campus

BWL mit Schwerpunkt Sport-Business. Übrigens: Im Januar traf sie zuletzt auf ihren alten

Verein, den SV Werder – und schoss beim Testspiel, das der Vf L mit 5:0 für sich entschied,

das zwischenzeitliche 2:0.

Fotos: F.T. Koch (2), FR (2) A. Hartmann, Fischtown Pinguins, Shirin Abedi


Jan Urbas – Eishockey

Der Königspinguin: Der 31-jährige Slowene sammelt in der DEL Scorer-Punkt um

Scorer-Punkt und lässt die Fans von begeisternden Playoff-Duellen träumen. Denn

Urbas hat mit seinen Toren und Assists entscheidend dazu beigetragen, dass der direkte

Einzug ins DEL-Viertelfinale winkt. Der slowenische Nationalspieler, der bereits bei

zwei Olympischen Spielen aktiv war, steht seit 2017 auf dem Bremerhavener Eis und war von

Beginn an ein Garant für viele Punkte. Doch derzeit spielt er die bisher beste Saison seines

Lebens. Allein der Januar lief mit sieben Toren und sechs Vorlagen so gut, dass er als erster

Fischtown-Spieler überhaupt zum Spieler des Monats in der DEL gewählt wurde.

Und nicht nur mit Toren und Assists macht der Slowene Verein, Fans und Stadt glücklich

– auch mit der Vertragsverlängerung bei den Pinguins Ende Januar, trotz finanziell

attraktiverer Angebote der Konkurrenz. Für den Team-Manager Alfred Prey macht dies

Urbas zum „König von Fischtown“.

Lennard Kämna – Radfahren

Sicher, im Blockland lässt es sich wunderbar Fahrrad fahren, auch rasant. Aber der Weg

vom flachen Land zu den Bergetappen der Tour de France ist ein weiter. Umso erstaunlicher

ist die Entwicklung, die Lennard Kämna aus Fischerhude im vergangenen Jahr

durchlebt hat. In der Jugend noch Welt- und Europameistertitel im Zeitfahren, begeisterte

er im vergangenen Sommer in den Alpen und Pyrenäen. Beendete Etappen auf dem vierten

und sechsten Platz und wurde im Gesamtklassement starker 40.

Ergebnisse, die er dieses Jahr mindestens wiederholen möchte – mit seinem neuen

Team BORA-hansgrohe, das vor allem mit dem Klassement- Fahrer Emanuel Buchmann

Aufsehen erregte. Genau diesem Buchmann soll Kämna bei der kommenden Frankreich-Rundfahrt

zum Sprung aufs Treppchen verhelfen. Aber auch persönliche Erfolge

sind das Ziel, etwa bei den Zeitfahr-Etappen. Das lässt sich auch immer noch bestens im

Blockland trainieren.

Florian Wellbrock – Schwimmen

Nicht nur im Wasser, auch ganz klassisch im schwarzen Anzug mit Fliege macht der

22-jährige Bremer eine gute Figur – wie bei der Bambi-Verleihung im vergangenen

November. Dort bekam er den Sport-Bambi für seine Leistungen vor allem bei der

Weltmeisterschaft in Südkorea. Und die waren historisch! Denn Wellbrock war der erste

Schwimmer, der WM-Gold im Becken und im Freiwasser holte. Nach zehn Kilometern und

1:47:55,9 Stunden schlug Wellbrock für seinen ersten Sieg mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung

an. Dieser musste zeitweise mit harten Bandagen erkämpft werden.

In einem nervenaufreibenden Dreikampf, bei dem weder Wellbrock noch seine Konkurrenten

Gregorio Paltrinieri aus Italien und der Ukrainer Michailo Romantschuk bis

zum Finish nach 1.500 Metern nachließen, ergatterte sich der Bremer, der 2015 ins Sportinternat

nach Magdeburg wechselte, sensationell seine zweite Gold-Medaille. Das nächste

Ziel ist klar: Olympia in Tokio. Vielleicht ja wieder mit Doppel-Gold für Florian Wellbrock.

Nominiert:

MANNSCHAFT DES JAHRES

- Fischtown Pinguins Bremerhaven – Eishockey

- Grün-Gold-Club Bremen – Tanzen

- Wassersport-Verein Hemelingen - Segeln

NACHWUCHSFÖRDERPREIS

Naomi Conze – Handball

Palmira Seeger-Suarez & Paul Turbanow – Rollkunstlauf (Foto)

Bereits feststehen:

BEHINDERTENSPORTLER DES JAHRES

Léon Schäfer – Leichtathletik

SONDERPREIS DER HANDELSKAMMER BREMEN

SG Stern Bremen - Betriebssport

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GESUNDHEIT

„Spezialisierung

bringt Qualität“

Ehab Ebiedou leitet den Bereich Fuß-und Sprunggelenkchirurgie

in der Paracelsus-Klinik

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Er ist ausgewiesener Spezialist auf

seinem Gebiet. Als Facharzt für

Orthopädie und Unfallchirurgie

sowie zertifizierter Fußchirurg

der „Deutschen Assoziation für

Fuß und Sprunggelenk“ sowie der Gesellschaft

für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie

hat sich Ehab Ebiedou mit mehr als 3.000

durchgeführten Operationen einen Namen

gemacht. Seit Herbst letzten Jahres ist

er Leiter des Departments für Fuß- und

Sprunggelenkchirurgie in der Paracelsus-Klinik

Bremen. Im Interview erklärt

der Fachmann, wieso Expertise insbesondere

bei der Behandlung der Füße wichtig

ist – und das nicht nur bei Sportlern.

Herr Ehab Ebiedou, welche Umstände haben

dazu geführt, in der Paracelsus-Klinik

ein Department für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie

einzurichten?

Ehab Ebiedou: Das hat zweierlei Gründe.

Zum einen war bisher die Versorgung durch

die Fußchirurgie in Bremen noch nicht optimal

ausgebaut, weil es nur wenige spezialisierte

Fachleute gab. Zum anderen ist meine

Expertise in diesem Bereich sehr umfangreich

– und da lag es aus Sicht der Klinikleitung

nahe, ein eigenständiges Department

zu eröffnen.

Wie sieht Ihr Werdegang aus?

Seit etwa vier Jahren widme ich mich ausschließlich

der Behandlung von orthopädischen

Fußerkrankungen. Bevor ich an die

Paracelsus-Klinik Bremen kam, war ich als

Oberarzt und Chefvertreter in der Abteilung

für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie in der

Sportklinik Hellersen tätig, dann als Leiter

des Malteser-Fußzentrums in Bonn.

Wie wurden Füße in der Paracelsus-Klinik

vorher behandelt?

Einer unserer Schwerpunkte in der Klinik ist

seit langem die Orthopädie - und damit auch

die konservative sowie operative Behandlung

von Füßen. Dieses Leistungsspektrum

haben wir im letzten halben Jahr enorm erweitert.

Während sich die Operationen bisher

meist auf den Vorderfuß beschränkten,

decken wir das gesamte Spektrum ab. Dazu

Ehab Ebiedou widmet sich seit einigen Jahren ausschließlich der Behandlung der Füße und ist einer der wenigen

Experten im Bereich der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie.

zählen unter anderem die Korrektur des

kindlichen Plattfußes, aber auch operative

Therapien der Bänder, Sehnen und Sprunggelenke.

Sogar Prothesen können wir im

Sprunggelenk einbauen, wenn bestimmte

Voraussetzungen erfüllt sind.

Ganz allgemein gefragt: Welche Besonderheiten

gibt es in der Fuß- und Sprunggelenkchirurgie?

Die Anatomie des Fußes ist sehr komplex.

Er besteht aus 26 Knochen und mehr als 30

Gelenken, entsprechend vielfältig sind die

Symptome. Die erste Herausforderung für

den behandelnden Arzt besteht darin, die

Ursache der Schmerzen zu lokalisieren. Meine

erste Frage an die Patienten lautet immer:

Wo drückt der Schuh? Da einige Knochen

sehr klein sind und das Zusammenspiel

zwischen Gelenken, Sehnen und Bändern

filigraner Natur ist, bedarf es viel Erfahrung,

um eine exakte Diagnose zu stellen und die

anschließende Therapieform zu bestimmen.

Was sind die besonderen Herausforderungen

unserer Zeit an den Fuß?

Wir sehen zurzeit immer häufiger Erkrankungen,

die vor 20 bis 30 Jahren noch viel

weniger auftraten. Viele Kinder leiden an

Plattfüßen. Das ist zum Teil genetisch bedingt.

Jedoch laufen die Kinder deutlich seltener

barfuß und vermehrt in Schuhen auf

Asphalt. Beides begünstigt diese Fehlstellung.

Spezialisiert sind wir aber auch auf die

Behandlung von Sportverletzungen am Fuß

und seinen Gelenken.

Foto: Paracelsus-Klinik Bremen

Wie hat sich die chirurgische Praxis in den

letzten Jahren verändert?

Spezialisierungen im Bereich der Fußchirurgie

gibt es in Deutschland erst seit etwa

20 Jahren. Seitdem haben sich die Behandlungsmethoden

stark entwickelt. Zudem

gibt es neue Techniken für die vielfältigen

Erkrankungen. Die Arthroskopie, ein minimalinvasives

und bildgebendes Verfahren,

kann heutzutage sogar an sehr feinen Gelenken

durchgeführt werden. Für die Untersuchung

der Sehnen verwenden wir die

Kernspintomografie und Ultraschall. Aber

auch konservative Verfahren finden weiter

Anwendung, etwa die Stoßwellentherapie.

Auch Physiotherapie kann helfen, um

Schmerzen zu lindern.

Welche Symptome zeigen sich besonders

häufig?

Da sind zunächst die degenerativen Veränderungen,

die im zunehmenden Alter oft

auftreten. Der Hallux vulgus, also die Fehlstellung

des Großzehs, ist eine häufige Erkrankung.

Bei den Betroffenen drückt dann

meist der Schuh an der Innenseite. Aber

auch Hammerzehen und Schwielen im Bereich

des Mittelfußgelenks sehen wir oft,

ebenso Reizungen im Bereich der Achillessehne.

Bei akuten und alten Verletzungen,

etwa bei Sportlern, fehlt oft die Stabilität.

Eine Verletzung der Bänder kann später vermehrtes

Umknicken nach sich ziehen. In

diesem Fall empfiehlt es sich, das Gelenk

zu stabilisieren, damit die Sportler weiterhin

aktiv bleiben können und keine weiteren

Verletzungen davon tragen.

Mit wie vielen Patienten rechnen Sie pro

Jahr?

In der Ambulanz mit bis zu 3000 Patienten

pro Jahr. Wenn dann eine Operation nötig

wird, kann ich durch meine Spezialisierung

auf viel Erfahrung zurückgreifen – und diese

Spezialisierung bringt Qualität.

DIE FRAGEN STELLTE KRISTINA WIEDE.


Der

Medizinische

Partner der

Bundesliga-

Pro fi s

Paracelsus-Klinik

Geballte medizinische

Kompetenz

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AKTUELLES

„Wir haben

eine sehr

klare Kante“

Fotos: FR, A. Kalka, D. Lange

BFV-Präsident Björn Fecker über Jugendtrainer, Gewalt und Ehrenamt im Bremer Amateur Fußball

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Ich habe Sie neulich bei einem Fußballspiel

auf der Anlage des FC Huchting gesehen.

War das eher Zufall oder sind Sie öfter auf

Bremer Fußballplätzen zu Gast?

Ich versuche, so oft es geht, bei den Vereinen

vor Ort zu sein. Der FC Huchting ist

ja mein Heimatverein und ich wohne auch

sozusagen direkt um die Ecke. Früher, als

mein Sohn selbst noch aktiv war, habe ich

versucht, ihn jedes Wochenende zu begleiten.

Wie wichtig ist es für Sie, in Ihrer Funktion

als Präsident des Bremer Fußball Verbandes,

möglichst dicht an der Basis dran zu

sein?

Es ist vor allem sehr hilfreich. Es gibt so die

Möglichkeit, direkt mit den Leuten vor Ort

zu sprechen und sich die Themen, die Probleme

und ab und zu auch mal ein Lob direkt

mitzunehmen. Ich bin vor Ort immer

ansprechbar und das wird auch rege wahrgenommen.

Was wird Ihnen auf den Plätzen dann konkret

zugetragen?

Das ist ganz unterschiedlich. Mal geht es

um Fragen zu Spielberechtigungen oder

Testspielen, dann geht es darum, dass man

mit Entscheidungen des Verbandes nicht

zufrieden war oder es wird konkret um Hilfe

bei geplanten Projekten gebeten.

Wie ist der Ton, in dem Sie auf den Plätzen

angesprochen werden?

Sehr respektvoll. Insgesamt positiv und

freundlich. Ich habe bisher überhaupt keine

schlechten Erfahrungen gesammelt.

Wie sind Sie mit der Gesamtsituation im

Bremer Amateur Fußball zufrieden?

Mir ist es wichtig, dass wir als Fußballsport

in allen Stadtteilen vertreten sind, so dass

man als Kind, aber auch als Erwachsener,

keine weiten Wege auf sich nehmen muss,

um Fußball zu spielen. Das ist mir besonders

wichtig, weil wir damit ein Angebot

direkt vor Ort machen können. Da sind wir

ordentlich aufgestellt, aber es gibt natürlich

auch Probleme.

Welche sind das?

Das Ehrenamt ist dabei ein großes Thema

oder anders ausgedrückt: Wer macht überhaupt

noch was im Verein? Das gilt sowohl

bei den Trainern, insbesondere im Jugendbereich,

aber auch bei den Vereinsvorständen.

Gerade bei letzteren wird die Situation

bei steuerlichen Fragen und dem Auftreten

gegenüber Behörden nicht gerade leichter.

Und somit wird es für die Vereine auch immer

schwieriger, Leute zu finden, die bereit

sind, sich ehrenamtlich in ihrem Verein zu

engagieren. Und auch den Mädchen- und

Frauenfußball betreffend sind wir nicht zufrieden.

Inwiefern?

Die Mannschaftszahlen sind nicht zufriedenstellend.

Da versuchen wir gerade

gegenzusteuern. Deshalb haben wir das

Projekt „FUSOJA – Fußball soziales Jahr“

ins Leben gerufen. Derzeit sind zwei Vereine

dabei, die sich jeweils mit uns und einer

Schule einen FSJler teilt, der in der Schule

sowie in einem Verein eine Fußball-AG

gestartet hat und betreut. Wir erhoffen uns

davon, mehr Mädchen in die Vereine zu

bekommen oder zumindest die Mädchenmannschaften

zu stabilisieren.

Gerade im Ehrenamt gibt es bei vielen Vereinen

Nachwuchsprobleme. Wie kann da

aus Ihrer Sicht geholfen werden?

Wir müssen die Frage der Entbürokratisierung

angehen. Viele gut gemeinte Programme

sind für einen ehrenamtlich geführten

Verein nicht realisierbar. Vereine, die über

keine hauptamtliche Geschäftsstelle verfügen,

können sich nicht stunden- oder


tagelang mit dem Ausfüllen von Anträgen

beschäftigen. Ein gutes Beispiel ist das momentane

Umrüsten der Flutlichtmasten auf

LED-Beleuchtung. Dafür gibt es Fördermittel

des Bundes, doch die Anträge dafür

auszufüllen ist eine riesige Aufgabe. Hier

sind auch wir als Verband gefragt, den Vereinen

Hilfestellung zu leisten.

Und Sie helfen dann?

Ja, wir versuchen zu helfen wo es geht und

verstehen uns als Lobbyisten für den Fußball.

Wir schauen, wo wir Partner vermitteln

können, helfen aber auch konkret. Wir

diskutieren beispielsweise gerade mit der

Sozialbehörde darüber, wie es für die Vereine

einfacher wird, Kinder aus Familien

mit Leistungsbezug aufzunehmen ohne

eine Menge an Aufwand zu haben. Der Bremen-Pass

ist wichtig, aber die Umsetzung

könnte schlanker sein. Beim Umrüsten der

Flutlichtmasten auf LED vermitteln wir

einen unserer Partner und wir sind die Einsatzstelle

bei der Vermittlung der FSJler –

um nur einiges zu nennen.

Das heißt, bei Problemen sollen sich die

Vereine am besten direkt an den BFV wenden?

Bei uns bekommt jeder sein Problem abgeladen.

Wir schauen dann, wo wir selbst

helfen können oder aber wer für den Verein

der richtige Ansprechpartner ist. Ich selbst

führe aber auch den Vereinsdialog durch,

gehe dabei direkt in die Vereine und diskutiere

vor Ort und höre mir die Probleme an.

Probleme haben viele Vereine nicht nur im

Ehrenamt, auch Jugendtrainer sind rar geworden.

Das ist richtig. Wir müssen unseren Nachwuchs

selbst ausbilden. Die Hoffnung, dass

viele über eine Anzeige in der Zeitung den

Weg zu uns als Jugendtrainer finden, habe

ich aufgegeben. Was mehrere Vereine richtig

gut machen: Sie sprechen die Spieler

ihrer eigenen A-Jugend oder B-jugend an.

Das ist durchaus erfolgreich, aber man darf

die Jugendlichen natürlich am Anfang auch

nicht alleine lassen.

Warum nicht?

Oftmals ist es nicht das Problem, das Jungtrainer

und Mannschaft nicht zusammenpassen,

sondern dass es übermotivierte

Eltern gibt. Um sich dieser An- beziehungsweise

Übergriffe zu erwehren, braucht es

schon eine gewisse Unterstützung seitens

der Vereine.

Zuletzt gab es immer wieder Diskussionen

über aufkommende Gewalt im Amateurfußball,

auch in Bremen …

Wir sind eine Volkssportart und bilden

deshalb auch die gesamte Breite der Gesellschaft

ab. Das heißt, dass die Probleme

unserer Gesellschaft auch sehr schnell bei

uns ankommen. Wir dürfen davor nicht

die Augen verschließen, auch wenn wir in

Bremen noch relativ gut dabei wegkommen.

Vielleicht liegt das auch an der räumlichen

Begrenzung Bremens, da man sich

praktisch immer wieder über den Weg läuft

und sich entsprechend kennt. Wir werden

diesen Bereich aber trotzdem noch stärker

in den Fokus nehmen. Es finden in diesem

Jahr zum zweiten Mal Deeskalationsschulungen

statt – mit Funktionären, Trainern

und Schiedsrichtern – um so auch einmal

die Chance zu haben, die Sicht der anderen

Seite kennenzulernen. Früher gab es solche

Schulungen nicht, heute halte ich sie für

notwendig.

In der Regel kommt es aber auf dem Platz

zu Gewalt …

Wir haben eine sehr klare Kante gegenüber

Leuten, die auf dem Fußballplatz Gewalt

ausüben und sind auch in unseren Strafen

sehr klar. Wir haben aber manchmal

das Problem, dass wir es gar nicht mitbekommen,

wenn es zu Gewalthandlungen

gekommen ist. Wenn es bei einem Kreisklassenspiel

zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung

zwischen Spielern kommt,

aber kein Schiedsrichter vor Ort ist und sich

im Anschluss die Mannschaften auf „war gar

nicht so schlimm“ einigen, haben wir auch

keine Möglichkeit, etwas zu unternehmen.

Im Vergleich mit anderen Großstädten ist es

bei uns aber eher ruhig – dennoch nehmen

wir das Thema sehr ernst und es gibt keinen

Grund zur Entwarnung. (MÄR)

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Mit Schmackes!

Ausprobiert: Krav Maga beim TV Bremen-Walle 1875

Fotos: Jennifer Fahrenholz

Was treibt Frauen dazu an, eine Kampfmethode zu erlernen,

die das israelische Militär anwendet? Dafür gibt es viele

Gründe, sagt Trainerin Britta Kay. An der Krav- Maga-

Übungsstunde für Frauen des TV Bremen-Walle 1875, die wöchentlich

in der Schulsporthalle Melanchtonstraße stattfindet, nehme ich

an jenem Donnerstag zu Testzwecken teil. Meine bisherigen Erfahrungen

in Sachen Kampfsport: Keine.

Das Warmwerden

Nachdem ich vorgestellt wurde und mein Anliegen der zehn Frauen

starken Gruppe dargelegt habe, geht es auch schon ans Aufwärmen.

Wir laufen kreuz und quer durch die kleine Halle, kreisen die

Arme, hüpfen mal vorwärts, mal seitwärts. „Frau“ kennt das Prozedere

aus anderen Sportkontexten. Die nächste Übung habe ich

als Kind auf dem Schulhof kennengelernt: „Füße trampeln“ haben

wir dieses Spiel damals genannt. Nun stehen sich zwei Frauen dabei

gegenüber und halten sich gegenseitig an den Unterarmen fest.

Weiter gilt es, auf die Füße des Gegenübers zu treten. Das erfordert

Geschick, Schnelligkeit und ein bisschen Strategie. So weit, so gut.

Nun sind die Muskeln warm und die Aufmerksamkeit geschärft.

Natürliche Reflexe trainieren

Was folgt, sind Übungen, die einen Kampf simulieren, also Schlagund

Tritttechniken, die darauf abzielen, reale Gefahrensituationen

abzuwenden. Wir finden uns dazu erneut in Zweierteams zusammen.

Die eine hält die Pratze – das Schlagpolster – und die andere

übt die Techniken, die Trainerin Kay vormacht: Schläge mit

der offenen Hand, der seitliche Faustschlag und Ellenbogencheck,

Kniehieb sowie Fußtritte. „Stellt euch vor, es kommt ein Schlag.

Der erste Reflex wird sein, dass ihr euren Kopf mit den Armen und

Händen schützt. Und was macht ihr dann?“ Eine gute Frage, auf

die ich persönlich keine konkrete Antwort weiß. Und genau darum

geht es, verrät mir Kay im Anschluss an das Training. Krav Maga,

so wie es im Verein gelehrt wird, ist ein Selbstverteidigungssystem.

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Britta Kay (Bild rechts) übt sich seit zehn Jahren im Krav Maga. Frauen lehrt sie die Techniken zur Selbstverteidigung in einer gesonderten Gruppe.

Redakteurin Kristina Wiede (im blauen Shirt) erklärt sie, worauf es beim Kampf ankommt.


AUSSERGEWÖHNLICHE SPORTARTEN

Ein Tritt, dann folgt die Flucht. Krav Maga vereint grobe Techniken zur Abwehr von Angriffen, die auch unter Stress abrufbar sind.

Es vermittelt grobe Techniken, ein klares Regelsystem gibt es nicht.

Frauen, die im Durchschnitt weniger Masse und Kraft haben als

männliche potenzielle Angreifer, spielen im Krav-Maga-Training

jede Möglichkeit durch, um sich zu verteidigen. Anders als in den

Kampfkünsten sind Methoden erlaubt, die in anderen Kontexten

als Foul gelten. Das Ziehen an Haaren und Kleidung etwa sind effektive

Techniken im realen Kampf. „Es muss nicht schön aussehen“,

erklärt die 34-jährige Polizistin. Es gehe vielmehr darum, die

natürlichen Reflexe auszubauen und einen gestärkten Willen dahingehend

zu entwickeln, sich in Gefahrensituationen aktiv zu verhalten.

Bei vielen Frauen sei bereits nach wenigen Trainingsstunden

erkennbar, wie das Selbstbewusstsein wächst. Hinzu komme

die sportliche Komponente, die Krav Maga attraktiv mache.

Unterschiedliche Motive

Miteinander üben und voneinander lernen

Neben der reinen Frauengruppe gibt es beim TV Bremen-Walle

drei Mal pro Woche ein gemischtes Training. Etwa 25 der rund

200 angemeldeten Mitglieder kämen regelmäßig, andere eher sporadisch.

Darüber hinaus bietet der Verein Kurse an, in denen die

Techniken neu erlernt oder aufgefrischt werden können.

Was mir an der Frauengruppe auffällt: Sie sind sehr unterschiedlich.

Es gibt junge und ältere Frauen, zierliche und kräftige, die zum

Beispiel Rugby spielen. Während der Übungsstunde bemerke ich,

dass sich die Frauen gegenseitig Tipps geben und korrigieren, um

voneinander zu lernen. Das schafft eine unterstützende Atmosphäre,

in der ich mich sofort wohl fühle. Und während im Training die

Ansage galt „mit Schmackes“ zuzuhauen, geben wir uns zum Abschluss

als Zeichen der Wertschätzung ringsum die Hände. (KW)

Während die einen sich mehr für das Erlernen der Techniken interessieren,

wollen sich andere sportlich auspowern. Und das ist

während des einstündigen Trainings bei mir definitiv der Fall.

Nachdem wir die unterschiedlichen Schlag- und Tritttechniken

stehend an der Pratze ausprobiert haben, wenden wir das Erlernte

im nächsten Schritt aus der laufenden Bewegung an. Wir beginnen

mit einigen Muskelübungen wie Sternsprünge und Squats. Die

Ausgangsposition dafür ist auf dem Boden liegend. Ziel ist es, so

schnell wie möglich aufzustehen und aktiv zu werden. Dieser Bewegungsablauf

ist unter der Bezeichnung „Burpees“ bekannt. Um

die Probe des Ernstfalls noch realistischer zu machen, drehen wir

uns einige Mal um die eigene Achse, bevor wir unseren Zirkel aus

Schlägen und Tritten absolvieren. „Das simuliert Schwindel“, der

sich einstellt, wenn uns zum Beispiel ein Schlag den Kopf trifft, erklärt

Kay. Wir laufen anschließend hin und her, schlagen oder treten

aus dem Lauf gegen die Pratze, zwischendurch werden Burpees

gemacht. Das ist kräftezehrend und für mich als Ungeübte fällt es

zudem schwer, Körper und Extremitäten so in Einklang zu bringen,

dass der Schlag oder Tritt „sitzt“. Bei Kay, die selbst seit zehn Jahren

aktiv Krav Maga betreibt, sieht das alles viel gekonnter aus. Die

Arme sind eng am Körper, die Bewegungen präzise.

Ursprung von Krav Maga

Entwickelt wurde Krav Maga – hebräisch für „Kontaktkampf“

–vor mehr als 50 Jahren in Israel. Seine Ursprünge gehen auf

den in Budapest geborenen Imrich Lichtenfeld zurück, der

im heutigen Bratislava aufwuchs. Während der 1930er Jahre

entwickelte er seine Kampfmethode, um die dort lebenden Juden

gegen antisemitische Übergriffe zu unterstützen. Was das

Verteidigungssystem von anderen Kampfkünsten unterscheidet,

ist die Kompromisslosigkeit. Ziel ist es, sich so schnell wie

möglich auf den Ernstfall vorzubereiten – unabhängig von

Vorerfahrungen, Alter und Geschlecht. Dabei stehen weniger

die Techniken im Vordergrund, sondern die natürlichen Reflexe.

Krav Maga vereint Elemente aus Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu,

die um taktisches Verhalten ergänzt werden. Heute unterscheidet

man drei Zielgruppen: Krav Maga für Privatpersonen

zur Selbstverteidigung, zur Deeskalation und für die Fitness,

Krav Maga für den Sicherheitsbereich beziehungsweise die

Polizei sowie Krav Maga für das Militär. (KW)

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AUS DEM LSB

Landessportbund umgezogen

LSB-Geschäftsstelle ab sofort in der Hutfilterstraße 16-18

Nach knapp neun Jahren hat der Landessportbund (LSB) Bremen

sein bisheriges Domizil in der Bremer Überseestadt

verlassen und ist umgezogen. Seit 3. Februar sind der LSB

und die Bremer Sportjugend (BSJ) mit ihrer Geschäftsstelle nicht

mehr im Kellogg-Haus, sondern in der Bremer Innenstadt zu finden.

Die neuen Räumlichkeiten befinden sich in der Hutfilterstraße

16 - 18 (28195 Bremen) in unmittelbarer Nähe der zentralen Haltestelle

„Am Brill“, die mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen

ist.

Die neue LSB-Geschäftsstelle ist barrierefrei. Im Gebäude

steht ein Aufzug zur Verfügung. Parkmöglichkeiten für Besucher

finden sich in der Nähe der Haltestelle „Am Brill“ oder in den umliegenden

Parkhäusern.

Geschäftszeiten, Telefonnummern und E-Mail-Adressen sind

trotz des Umzugs gleichgeblieben. Neben dem LSB und der BSJ befindet

sich auch das Bremer Büro der ARAG Sportversicherung in

den neuen Räumlichkeiten in der Hutfilterstraße. (LSB)

Die neue Postanschrift:

Landessportbund Bremen e.V.,

Hutfilterstraße 16 - 18, 28195 Bremen

Foto: LSB

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Sorgen, Ideen und Wünsche

Arbeitskreis sucht den Dialog

Anfang März hat die Bremische Bürgerschaft in der Bremerhavener

Stadthalle getagt. Anlässlich der Sitzungswoche hat

der Arbeitskreis Sportinfrastruktur (Helke Behrendt, Björn

Jeschke, Ingelore Rosenkötter, Frank Steinhardt, Sebastian Stern)

die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Fraktionen zu

Gesprächen eingeladen.

Über den Besuchsservice der Bürgerschaft hatte der Arbeitskreis

Räume in der Stadthalle zur Verfügung und konnte ab 13.30

Uhr mit den Politikerinnen und Politikern ins Gespräch kommen.

In Einzelgesprächen mit den jeweiligen Personen konnten die Mitglieder

des Arbeitskreises ihre Sorgen, aber auch Ideen und Wünsche

anbringen. Zu den erörterten Themenbereichen gehörten die

Nutzung der Bremer Galopprennbahn, der Zeit- und Maßnahmenplan

zur Sanierung der Schulturnhallen, Bauvorhaben der Vereine

und Trampolinhalle in Bremerhaven. Es waren intensive Gespräche

mit Frau Prof. Dr. Eva Quante-Brandt (SPD), Herrn Marco

Lübke (CDU), Frau Birgit Bergmann und Herrn Felix Saad (FDP)

und Mustafa Öztürk (DIE GRÜNEN), die von beiden Seiten fortgeführt

werden sollen. (LSB)

Foto: C. Kuhaupt.

Medienkompetenz für

Seniorinnen und Senioren

LSB-Bildungswerk kooperiert mit der

Bremischen Landesmedienanstalt

Das media lab nord bietet in Kooperation mit dem Bildungswerk

des Landessportbundes Bremen regelmäßig

stattfindende Kurse im Bundeswehrhochhaus an, bei

denen der Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. gelernt bzw.

verbessert werden kann. Ziel der Kurse ist es, Seniorinnen und

Senioren die Fähigkeiten

zu vermitteln, sicher mit

Neuen Medien umzugehen

und zu erkennen, welche

Möglichkeiten, aber

auch Gefahren, „virtuelle

Welten“ bieten. Die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer

sollen mit Hilfe

des Kurses aktiv am digitalen

Leben teilnehmen

können. Die Veranstaltungen

eignen sich sowohl für „Smartphone-Anfänger“ als auch

für fortgeschrittene Nutzerinnen und Nutzer. AlleKurse sind für

Personen ab 55 Jahren geeignet und kostenfrei. (LSB)

Anmeldungen und Terminabfragen sind bei Tina Brinkmann-Lange

vom LSB-Bildungswerk möglich:

Telefon: 0421 - 79 28 7 36; E-Mail: t.brinkmann@lsb-bremen.de

Foto: Pixabay


Sportler aus 18 Sportarten ausgezeichnet

Einzelpersonen und Mannschaften bei Senatsehrung in der Bremer Rathaushalle

Bei der diesjährigen Senatsehrung in

der Oberen Bremer Rathaushalle hat

Senatorin Anja Stahmann herausragende

Sportlerinnen und Sportler aus 18

Sportarten ausgezeichnet, die im Jahr 2019

Spitzenplatzierungen bei Welt-, Europaund

Deutschen Meisterschaften errungen

hatten. Moderiert wurde die Veranstaltung

von Roland Kanwicher (Radio Bremen

Vier). „Heute sind die Scheinwerfer auf

die gerichtet, die es verdient haben“, sagte

Kanwicher mit Blick auf den gut 90-minütigen

Ehrungsmarathon, der von einer sehenswerten

Tanzeinlage der amtierenden

Hip-Hop-Weltmeisterin Rike Jürgens aus

Bremerhaven garniert wurde.

Nach den „Richtlinien für hervorragende

Leistungen im Sport“ des Senats der

Freien Hansestadt Bremen werden bei der

Senatsehrung Sportlerinnen und Sportler,

Einzelpersonen und Mannschaften aus

Bremen und Bremerhaven ausgezeichnet,

die einen deutschen Meistertitel errungen

haben, einen deutschen Hochschulmeistertitel

oder die Platzierungen eins bis drei

bei Olympischen Spielen, Welt- oder Europameisterschaften

sowie einer Universiade

in der jeweiligen Hauptklasse.

Geehrt wurden in diesem Jahr Sportlerinnen

und Sportler in den Sportarten

Casting (Disziplinen „Siebenkampf“ und

„Fliege-Weit-Einhand“), Line-Dance,

Rhythmische Sportgymnastik, Handball,

Ultraleichtfliegen Klasse „Dreiachser Doppelsitz“

und „Tragschrauber Doppelsitz“,

Schwimmen, Wasserball, Tanzen Taekwondo,

Cricket, HipHop, Segeln, Muay

Thai („Thaiboxen“), Rudern Kegeln, Bowling,

Schach und Kanusport, darunter auch

Sportlerinnen und Sportler aus den Wettbewerben

des Behindertensports.

Mit Sonderehrungen wurden die Handballerinnen

von Werder Bremen für ihre

Teilnahme an den Special Olympics 2019

in Abu Dhabi ausgezeichnet sowie Peter

Scheuer und Wolfgang Schönecker, die

ersten Vorstandsvorsitzenden der Sportstiftung

Bremen. Neben der Würdigung

sportlich herausragender Leistungen lenkt

die Veranstaltung den Blick bewusst auf

die vielen Aktiven in den Vereinen, die

das Umfeld für sportliche Spitzenleistungen

überhaupt erst schaffen. Dazu gehören

Trainerinnen und Trainer, Jugendwarte,

Übungsleiterinnen und Übungsleiter, aber

auch Schatzmeister. Diese Akteure, die unersetzliche

Arbeit leisten, aber nur selten

im Rampenlicht stehen, widmen oftmals

den Großteil ihrer Freizeit dem Verein und

dem organisierten Sport. Daher werden in

der Oberen Rathaushalle traditionell auch

verdiente ehrenamtliche Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Sportvereine- und Verbände

geehrt. (LSB)

Foto: LSB / S. Peter

Fotos: LSB

Neue Homepage

Die neue Homepage des Landessportbundes

(www.lsb-bremen.de)

soll eine verbesserte Seitengestaltung

und Menüführung gewährleisten und

die Webseite auch auf mobilen Endgeräten

nutzbar zu machen. Dafür hat der LSB

Bremen nicht nur das Erscheinungsbild,

sondern auch die Inhalte überarbeitet. Die

Nutzer kommen jetzt schnell an Informationen

und Hinweise, zum Beispiel zum

Breiten- und Leistungssport oder zu den

Bereichen Bildung und Integration. Gleichzeitig

erhalten die User aktuelle News rund

um den Sport im Land Bremen und können

sich mit Hilfe des neuen Online-Bildungsportals

einen Überblick über die verschiedenen

Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten

sowie Bildungszeiten verschaffen und direkt

für alle angebotenen Seminare und Veranstaltungen

anmelden. (LSB)

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AUS DEM LSB/BSJ

Bewegungsförderung ist Bildungsarbeit

Laut „Motorik-Modul“-Studie bewegen sich Kinder im Alltag immer weniger

Foto: A. Bowinkelmann / LSB NRW

Kinder und Jugendliche bewegen sich

im Alltag immer weniger. Das hat die

repräsentative Langzeitstudie „Motorik-Modul“

(MoMo) gezeigt, die alle drei

Jahre Motorikdaten von bis zu 6200 Kindern,

Jugendlichen und jungen Erwachsenen auswertet.

Nach Angaben des Karlsruher Sportwissenschaftlers

Alexander Woll sank die

körperliche Alltagsaktivität in der Altersgruppe

der 4- bis 17-Jährigen in den vergangenen

zwölf Jahren um 37 Prozent und damit

um 31 Minuten pro Woche.

Kinder spielten heute sehr viel weniger

im Freien als früher, nennt Woll einen

Grund für die mangelnde Bewegung im

Alltag. Sie träfen sich kaum noch auf dem

Sportplatz zum Raufen, Toben oder Ballspielen.

Zudem würden Kinder und Jugendliche

häufig mit dem Auto zur Schule

oder zu Freizeitaktivitäten gefahren.

Andreas Vroom, der Präsident des Landessportbundes

Bremen, kann diese Entwicklung

aus eigener Erfahrung bestätigen.

Und er geht sogar noch einen Schritt weiter.

Seit über 33 Jahren arbeitet der LSB-Präsident

als Übungsleiter beim Kinderturnen

und hat mit Erschrecken festgestellt, dass

immer mehr Kinder große Schwierigkeiten

mit ihrer Motorik und Koordination haben.

Vielen Kindern fehle die natürliche Freude

an der Bewegung. Dabei sei ein vitaler

und gesunder Körper eine wesentliche Voraussetzung

für Leistungsbereitschaft und

Leistungsfähigkeit, so Vroom. Es sei wissenschaftlich

nachgewiesen, dass es einen

Zusammenhang zwischen Bewegungs- und

kognitiven Fähigkeiten gibt.

Für den LSB-Präsidenten ist das mit

dem zunehmenden Bewegungsmangel

und den vermehrten motorischen Defiziten

einhergehende schlechte Abschneiden

von Schülern im IQB Bildungstrend für

Deutsch und Mathematik daher kein Zufall.

Bewegungsförderung sei letztlich auch Bildungsarbeit,

betont Vroom. Er verweist darauf,

dass die negative Entwicklung durch

Fehlernährung und Behinderungen der

psychischen Entwicklung der Kinder noch

verschärft werde. Was die Kinder in den

ersten Lebensjahren verpassen, können Erzieherinnen

und Erzieher, Lehrerinnen und

Lehrer und auch Übungsleiter in den Sportvereinen

nach Meinung von Vroom nicht

kompensieren.

Um verstärkt auf die Fehlentwicklungen

in diesem Bereich aufmerksam zu machen,

hat er mehrere Gastbeiträge für den

„Weser Kurier“ verfasst und Interviews gegeben.

Die Resonanz auf seine Ausführungen

bestätigen Vroom in der Ansicht, dass

dringend gehandelt werden muss. Unterstützung

erhält er von der Bremer Autorin

Ulrike von Aufschnaiter, die in ihrem Buch

„Deutschlands kranke Kinder“ unter anderem

auf die essenzielle Bedeutung von Bewegung

für eine vitale Gesundheit und die

Vorbeugung und Behandlung von Zivilisationskrankheiten

hinweist sowie die fehlenden

Rahmenbedingungen für eine intensive(re)

Bewegung von Kindern in Kitas

und Schulen anprangert.

Neben der elementaren Bedeutung für

die Gesundheit und Vitalität von Kindern

führt Aufschnaiter in ihrem Buch weitere

positive Aspekte von Bewegung auf, die

wichtig für den Körper sind:

- starke Knochen und Zähne

- Verteilung von Nährstoffen

- bessere Sauerstoffversorgung

- Produktion von Glückshormonen

- gesunder Darm

- gesunde Arterien

- gute Konzentration

- gesunde Haut

- Abtransport von Giftstoffen

- starkes Herz

- langfristig funktionsstarke Muskeln

28

Bewerbungsphase für Freiwilligendienste im Sport läuft an

Die Bremer Sportjugend geht in die

Planung der kommenden Freiwilligendienste-Staffel.

Der Freiwilligendienst

im Sport bietet jungen Menschen die

Möglichkeit, sich freiwillig in Sportvereinen

und –verbänden zu engagieren und deren

Sport- und Freizeitangebote für Kinder und

Jugendliche mitzugestalten.

Eingesetzt werden die Freiwilligen als

Übungsleiter*innen, als Begleitung von

Ferienfreizeiten und Trainingslagern, als

Hausaufgabenbetreuung in der Schule, im

Hort und in Jugendhäusern und als Unterstützung

in der Geschäftsstelle. Ein FSJ

oder BFD im Sport dauert in der Regel 12

Monate, startet zum 1.8. oder 1.9. und wird

mit einem Taschengeld von 300€ vergütet.

In 25 Bildungstagen werden persönliche

und fachliche Kompetenzen und Qualifikationen

weiter ausgebaut. Interessierte Bewerber*innen

können sich im Stellenportal

der Freiwilligendienste über Stellen von

anerkannten Einsatzstellen informieren

und direkt bewerben.

Das Stellenportal ist zu finden unter:

https://www.bremer-sportjugend.de/

Themen/Freiwilligendienste/Index.aspx.

Vereine, die ein FSJ oder BFD im Sport anbieten

möchten und noch keine anerkannte

Einsatzstelle sind, können bei der Bremer

Sportjugend einen Antrag auf Anerkennung

stellen. (LSB)

Weitere Informationen zur Anerkennung als

Einsatzstelle oder allgemein zum Freiwilligendienst

im Sport geben Beke Herbst, b.herbst@

bremer-sportjugend.de, 0421-79 287 48 und

Neele Tödter, n.toedter@bremer-sportjugend.

de, 0421-79 287 49.


Fotos: Pixabay / LSB

Mehr als nur nur Laufen, Werfen und Springen

Saisonstart für das Deutsche Sportabzeichen / Spaß an der Bewegung im Vordergrund

Von Mai bis Oktober holen viele

Sportbegeisterte in Bremen

und Bremerhaven traditionell

ihre Sportklamotten heraus,

um das Deutsche Sportabzeichen

zu erwerben. Was sie vereint, ist das

Interesse am Sport. Viele verbinden mit

dem Erwerb des Sportabzeichens jedoch

nur Laufen, Werfen und Springen - die

klassischen Disziplinen der Leichtathletik.

Doch es gibt spannende Alternativen. Anstelle

des klassischen Ausdauerlaufs besteht

etwa die Möglichkeit, zu Schwimmen,

zu Walken oder auch Fahrrad zu fahren.

Ebenso kann eine Schnelligkeitsdisziplin

im Wasser (25m) oder mit dem Fahrrad

(200m Sprint) abgelegt werden. Wer sich

eher im Turnen zuhause fühlt, kann in allen

Disziplingruppen außer Ausdauer alternativ

seine Turnkünste unter Beweis stellen.

Dabei gilt es je nach Altersstufe unterschiedliche

Elemente zu meistern. Außerdem

werden vereinzelnd Verbandsabzeichen

wie das Tischtennis Sportabzeichen,

Fußballabzeichen oder Schwimmabzeichen

anerkannt. Dadurch können viele verschiedene

Abteilungen in den Vereinen angesprochen

werden. Aber warum sollte man

das Deutsche Sportabzeichen eigentlich

erwerben? Darauf gibt es viele Antworten.

Für den Sportleistungskurs in der Schule

ist das Deutsche Sportabzeichen in Silber

Pflicht, ebenso ist es eine Voraussetzung,

um sich bei Polizei und Zoll oder für bestimmte

Sportstudiengänge zu bewerben.

Allgemein gilt das Deutsche Sportabzeichen

als eine gute Möglichkeit für Jung und

Alt, um die eigene körperliche Leistungsfähigkeit

zu testen. Für Familien besteht die

Möglichkeit, eine Familienurkunde (min.

2 Generationen) oder eine Generationsurkunde

(min. 3 Generationen) zu erwerben.

Das Alter spielt keine Rolle

Mitmachen und Ausprobieren lohnt sich in

jedem Fall. Das Alter spielt keine Rolle, bei

der Abnahme des Sportabzeichens stehen

Lockerheit und der Spaß an der Bewegung

im Vordergrund. Und auch für die Gesundheit

ist etwas dabei, denn die Krankenkassen

unterstützen den Erwerb des Sportabzeichens

mit ihren Bonusprogrammen.

Für aktuelle Informationen rund um das

Deutsche Sportabzeichen und die verschiedenen

Annahmemöglichkeiten und Termine

in Bremen und Bremerhaven besuchen

Sie die neue Homepage des Landessportbundes

Bremen unter www.lsb-bremen.de/

themen/breiten-und-gesundheitssport/

deutsches-sportabzeichen/. Auskünfte zum

Sportabzeichen können darüber hinaus

telefonisch sowie per E-Mail (sportabzeichen@lsb-bremen.de)

eingeholt werden.

Hintergrund

Das Deutsche Sportabzeichen ist eine Auszeichnung

des Deutschen Olympischen

Sportbundes (DOSB). Es ist die höchste

Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports

und wird als Leistungsabzeichen

für überdurchschnittliche und vielseitige

körperliche Leistungsfähigkeit verliehen.

Jede(r) kann es machen, auch Nicht-Mitglieder

von Sportvereinen. In den vier Disziplingruppen:

Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit

und Koordination muss jeweils eine

Disziplin aus den Sportarten Leichtathletik,

Radfahren, Schwimmen oder Geräteturnen

absolviert werden. Die Leistungen

sind nach Alter und Geschlecht gestaffelt.

Der Nachweis der Schwimmfähigkeit ist

Voraussetzung für den Erwerb des Deutschen

Sportabzeichens. (LSB)

29


30


NACHWUCHSSPORTLER

„Mir bedeutet Hockey alles“

Die 16-jährige Lena Frerichs gilt als Ausnahmetalent ihres Jahrgangs

Berlinpokal, Deutscher Meisterschaftstitel

und Berufung ins All-Star-Team:

Die Auszeichnungen, die Lena Frerichs

2019 erhalten hat, sind kaum zählbar.

Die 16-jährige Nachwuchssportlerin trainiert

beim Bremer-Hockey-Club (BHC) und

zählt jetzt schon zu den besten Hockeyspielerinnen

ihres Jahrgangs in Deutschland.

Trainer Martin Schultze überrascht

nichts mehr, wenn Lena Frerichs mit ihrem

Hockeyschläger auf dem Feld steht. „Sowas

gab es im Hockey überhaupt noch nicht,

Lena ist das herausragende Talent im Jahrgang

2004“, sagt Schultze stolz, der seit 25

Jahren als Trainer arbeitet. Er trainiert das

Hockeytalent schon seit klein auf und erkannte

ihr Potenzial sofort. Es bringe ihm

großen Spaß, Talente zu entwickeln, so

Schultze. Und in diese Kategorie passt die

junge Hockeyspielerin auf alle Fälle.

Familie im Hockeyfieber

Die 16-Jährige Schülerin ist seit der 5.

Klasse auf der sportbetonten Schule Ronzelenstraße,

wo ihre Begabung zusätzlich

gefördert wird. Insgesamt spielt sie jeden

Tag durchschnittlich drei Stunden Hockey.

Dieser zeitliche Aufwand störe die aufstrebende

Sportlerin aber nicht, im Gegenteil.

„Mir bedeutet Hockey alles“, macht sie klar.

Nach den zahlreichen Erfolgen im vergangenen

Jahr sind die Erwartungen an Lena

Frerichs hoch. „Ich habe mich über jedes

gewonnene Spiel gefreut, aber natürlich

ist auch Druck dabei“, sagt sie. Für ein ausgiebiges

Freizeitprogramm bleibt neben

dem Trainingsplan keine Zeit. „Hockeyfreie

Tage sind im Moment nicht da“, sagt Mutter

Claudia Frerichs. Auch Urlaube seien derzeit

nicht möglich, denn an Wochenenden

führe Familie Frerichs zu Spielen und Turnieren.

„Wir verbringen Zeit als Familie auf

dem Hockeyplatz“, so Frerichs. Denn auch

die beiden Geschwister spielen Hockey.

Geschwisterlicher Neid sei aber kein Thema.

„Wir freuen uns bei Siegen immer füreinander“,

so die 16-Jährige.

Doch nicht nur das Nachwuchstalent

ist für die zahlreichen Siege des Bremer HC

verantwortlich. Dahinter steht ein ganzes

Team, das Lena Frerichs als Kapitänin anführt.

Ihre Mannschaft ist für das Ausnahmetalent

ein wichtiger Ort für soziale Kontakte.

„Mein Team sind meine Freunde“, so

die 16-Jährige. Gemeinsam mit ihrem Team

trainiert die Hockeyspielerin seit Anfang

März wieder draußen auf dem Feld des Bremer-Hockey-Clubs

in Oberneuland. Das

gefalle ihr auch besser als das Hallentraining.

„Ich spiele lieber auf den Feld, weil ich

da mehr Möglichkeiten habe“, sagt die Kapitänin

und spielt damit auf die gefragte Ausdauer

und den technischen Spielraum an,

den die Nachwuchssportlerin in der Halle

vermisst.

Der Traum von Olympia

Für den BHC geht das Jahr 2020 schon

vielversprechend los. Im Februar gewann

das Team von der jungen Hockeyspielerin

erstmals die Deutsche Meisterschaft in der

Halle der Weiblichen Jugend B. Jeder Sieg

bringt die 16-Jährige einen Schritt näher

an ihr größtes sportliches Ziel: die Olympischen

Spielen 2024 in Paris. Dieser Traum

motiviere sie jeden Tag beim Training. Unrealistisch

ist dieser Plan nicht, denn auch

Trainer Schultze glaubt an das Talent des

Hockeywunders und daran, dass Olympia

in naher Zukunft wahr werden kann. (JL)

Lena Frerichs ist eine ehrgeizige Sportlerin: Rund drei Stunden Trainingszeit täglich investiert sie in das Hockeyspielen.

Fotos: Axel Kaste

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FRAUEN IM SPORT

Die Mitglieder des Ausschusses Frauen und Gleichstellung berichten

über Frauen, die in ihrem Sportverein ehrenamtlich aktiv

sind, sei es im Vorstand, als Trainerin oder auf andere Weise.

Frauen leisten oft unbemerkt von der Öffentlichkeit wichtige

Arbeit für ihren Verein und damit auch für unsere Gesellschaft.

Seltener als Männer erfahren sie dafür sichtbare Anerkennung.

Dem wollen wir hier entgegenwirken. Sie kennen auch eine

Frau, die für ihren Verein aktiv ist? Schicken Sie uns eine Mail,

wir berichten gerne! (bildungswerk@lsb-bremen.de).

Spaß am Sport

Mehr als 80 Teilnehmerinnen beim 7. Frauensporttag des Turnkreises Bremerhaven

Der 7. Frauensporttag des Turnkreises Bremerhaven war ein

voller Erfolg. Über 80 Teilnehmerinnen konnten die Vorsitzende,

Helke Behrendt, am 29.02.20 in den Sporthalles des

Schulzentrums Carl-von-Ossietzky begrüßen.

Der Arbeitskreis für den Frauensporttag hatte in den Monaten vorher

ein gelungenes Programm ausgearbeitet, jede Frau hatte Spaß

am Sport und kam mit vielen anderen Frauen zum Austausch zusammen.

Von AROHA bis sanfter Gymnastik, von CrossFit bis

Aquafitness konnten sich die Teilnehmerinnen ausprobieren und

austoben. Auch haben 5 Mädchen teilgenommen. Hier konnte der

Turnkreis mit der Weltmeisterin im HipHop eine hochkarätige

Referentin präsentieren. Die Vorsitzende des Ausschusses Frauen

und Gleichstellung, Elke Regensdorff-Gloistein und die Abteilungsleiterin

Bildung und Sportentwicklung im LSB, Tina Brinkman-Lange,

haben den Frauensporttag besucht und an den Kursen

teilgenommen. (LSB)

Foto: Turnkreis Bremerhaven

Großer Bedarf

Frauenschwimmtage im Sportbad Grohn

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Am 8. März sind die diesjährigen Frauenschwimmtage im

Sportbad in Bremen-Grohn gestartet. „Der Bedarf an

Schwimmangeboten für Mädchen und Frauen ist ungebrochen

hoch, deshalb setzen wir uns weiter für diese Angebotsreihe

ein“, so Organisatorin Kirsten Wolf vom Programm „Integration

durch Sport“ des Landessportbundes (LSB) Bremen. Insgesamt veranstaltet

der LSB an sieben Sonntagen Schwimmtage ausschließlich

für Frauen und Mädchen ab sieben Jahren.

Dabei werden nur weibliche Helferinnen eingesetzt, so dass die

Besucherinnen in einer geschützten Umgebung unter sich sein und

schwimmen können. Der Frauenschwimmtag findet jeweils in der

Zeit von 14 bis 17 Uhr statt. Die Kosten betragen 3 Euro pro Person.

Mädchen unter 18 Jahren zahlen 1 Euro. Um Badebekleidung

wird gebeten. Weitere Infos sind unter Tel. 0421 / 79287-27 oder

per E-Mail erhältlich: k.wolf@lsb-bremen.de (LSB)

Die Termine der Frauenschwimmtage 2020 in der Übersicht: 19. April,

14. Juni, 5. Juli, 30. August, 27. September und 1. November, jeweils im

Sportbad Grohn, Friedrich-Humbert-Straße 20, 28759 Bremen.


Übungsleiterin seit fast 50 Jahren

Anneliese Mehrtens FC Sparta Bremerhaven: Mit 84 Jahren noch immer voll dabei

Viele denken beim Angebot von „Sitzgymnastik“ vermutlich

an recht moderate Bewegungen, nicht so

anstrengend …. Wer Annelieses Planungen für ihre

Kurse verfolgt, bekommt schnell den Verdacht, dass es

hier doch, je nach den individuellen Möglichkeiten der

Teilnehmenden, kräftig zur Sache gehen kann. „Was ich selbst im

Kraftsport bei den Geräteübungen mache, das übertrage ich dann

aufs Theraband im Sitzen“. Die Liebe zum Sport hat sie von ihren

Eltern vermittelt bekommen, die Mutter ist ihr Vorbild. Sie war

noch mit 99 Jahren sportlich aktiv, saß kerzengerade auf dem Stuhl,

das Bein mit dem Theraband kraftvoll ausgestreckt.

Sport und ehrenamtliche Aktivitäten ziehen sich durch das

gesamte Leben von Anneliese Mehrtens. Geboren wurde sie 1935.

Im Alter von drei Jahren hatten ihre Eltern, die Mutter ebenfalls

Übungsleiterin, der Vater Fußballer, sie zum Kinderturnen bei Bremerhaven

93 angemeldet. Erst in der Turnhalle, später auch mit

Leichtathletik und Handball, war der Sportverein ihre Heimat.

Wenn andere junge Mädchen tanzen gingen, war Anneliese im

Sportverein. So ganz viel Zeit blieb dafür allerdings nicht mehr, als

1950 ihre Lehre begann, denn die Arbeitszeit betrug 200 Stunden

im Monat und das bei einem Gehalt von zuerst 25 D-Mark.

Selbst Mutter, brachte sie wiederum ihrem Sohn den Sport

nahe. Schnell wurde sie von der begleitenden Mutter zur Übungsleiterin

und besitzt ihre Lizenz seit 1972. Mit ihren Enkelkindern

hat sie dann später weitergeturnt. Mit ihrem Sohn zusammen absolvierte

sie auch ihre ersten Sportabzeichen – jetzt hat sie gerade

erfolgreich ihre 52. Prüfung abgelegt. Seit kurzem hat sie allerdings

das Radfahren durch Nordic Walking ersetzt, weil die Radwege in

schlechtem Zustand sind.

Sport begleitet Anneliese durch die Woche: Jeden Dienstag und

Freitag betreut sie beim FC Sparta, seit den 70er Jahren ihr Verein,

das Seniorenturnen. Montags absolviert sie zehn Runden Nordic

Walking zusammen mit anderen Sportfrauen. Mittwochs ist frei

– Zeit für Termine, für persönliche Aktivitäten. Donnerstags steht

die AWO-Sitzgymnastik-Gruppe auf dem Programm.

Bereits seit 1985 hatte Anneliese bei der AWO ehrenamtlich

geholfen. Da sie dort auch als Sportfrau bekannt war, lag die Bitte

nahe, im Betreuten Wohnen aktiv zu werden. So sorgt sie mit ihrem

Knowhow in Sachen Fitness auch bei der AWO für Gesundheit und

Freude an Bewegung. Neben der gemeinsamen Gymnastik gibt es

14-tägig ein Spieleangebote und die Kaffeetafel. Ihre älteste Teilnehmerin

feiert in diesen Tagen ihren 100. Geburtstag.

Sanfte Gymnastik

In ihrer Kirchengemeinde bietet Anneliese 14-tägig einen Sportkurs

für Jedermann an. Bei den Kreisturntagen ist sie als Übungsleiterin

mit ihrem Angebot „sanfte Gymnastik“ fest eingeplant, wobei der

Titel „sanft“ trügerisch ist – siehe oben. Außerdem vertritt sie Bremerhaven

als Delegierte beim Landessporttag des LSB.

„Das hat sich alles so ergeben“ meint sie auf die Frage, was sie

denn sonst noch alles macht. Ihr Verein FC Sparta ist hauptsächlich

ein Fußballverein mit gut 400 Mitgliedern. Sie ist die Leiterin der

Turnabteilung: Termine organisieren, Finanzen planen, die Geräte

auf einem modernen Stand halten, das Vereinsleben mit gestalten.

Dabei erhält sie bei ihrer Arbeit im Verein immer Unterstützung.

Nur einmal in all den Jahren musste sie ihre Kurse ausfallen

lassen. Bei einem Sturz hatte sie sich Hand und Fuß gebrochen. Ihr

erster Gedanke, noch am Boden liegend, war: Was wird denn jetzt

aus den Kursen?! Aber schon nach sechs Wochen war sie wieder fit.

Mit ihren 84 Jahren hat Anneliese gerade wieder ihre Lizenz als

Übungsleiterin verlängert. „Das ist jetzt aber das letzte Mal“, meint

sie und befürchtet, sonst in vier Jahren ausgelacht zu werden. Das

wird wohl kaum passieren. Denn auch wenn sie vermutlich die älteste

amtierende Übungsleiterin im Land Bremen ist, so gehört sie

bestimmt zu den ganz aktiven, zu denen, die mit ihren Angeboten

zu Gesundheit und Fitness gerade der älteren Generation beitragen

und mit ihrem gemeinsamen Sport viel Freude vermitteln. Die

Gruppen spiegeln ihr das auch zurück.

Sie rät in ihren Kursen: „Mach das, was du kannst.“ So baut sie

auch ihre Kurse auf und freut sich, dass die Teilnehmerinnen noch

so beweglich sind. Da ist dann auch ein neues Kniegelenk einer

Mitturnerin kein Problem, und die Bewunderung des Arztes für die

schnelle Heilung ist Bestätigung auch für Anneliese.

Selbst fit bleiben, anderen etwas mitgeben. Die Senioren sind

dankbar und freuen sich über die Zuwendung, über den gemeinsamen

Sport und die Fröhlichkeit, die Anneliese mitbringt. Das

erfüllt sie mit Zufriedenheit. Ein ausgefülltes Leben: immer aktiv,

Familie mit Enkelkindern, ihre Seniorengruppen.

Anneliese überlegt, ob sie sich nicht doch ein Smartphone zulegen

soll, um leichter in Kontakt zu bleiben und besser organisieren

zu können.

Für die Zukunft hat sie sich das 55. Sportabzeichen fest vorgenommen.

Aber die geforderten Werte für die Gruppe der bis

90-jährigen sind zu streng – zu schnell, zu hoch, zu weit für diese

Altersklasse, die müssten reduziert werden! Die Sportabzeichen-Verantwortlichen

sollten auf die Fachfrau hören!

TEXT: INGE VOIGT-KÖHLER

Foto: privat

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FRAUEN IM SPORT

Fotos: WFB / Jens Lehmkühler

Turne bis zur Urne

Deutschlands bekannteste Turn-Omis feiern reihenweise Erfolge

Zusammen sind sie 160 Jahre alt:

Rosi Wahl und Renate Recknagel

gehören zu den ältesten Turnerinnen

in Deutschland. Ans

Aufhören denken sie nicht, im

Gegenteil. Für 2022 haben die beiden Bremerinnen

einen besonderen Plan.

Kopfstand? Eine ihrer leichtesten

Übungen. Handstand am Barren? Spagat

auf der Turnbank? Kein Problem. „Salto

und Flicflac machen wir nicht mehr“, sagt

Roswita Wahl und lacht. „Aus dem Alter

sind wir raus.“ Die Bremerin ist 82 Jahre

alt, und genauso wie ihre beste Freundin

Renate Recknagel (78) tritt sie regelmäßig

bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften

im Turnen in den Disziplinen Boden,

Reck, Barren und Bank an. Einen der vorderen

Plätze räumen sie dabei immer ab.

Aufmerksamkeit ist ihnen stets sicher.

Denn sie gehören zu den ältesten aktiven

Turnerinnen in Deutschland. Ihr Lebensmotto

folgt dem Turner-Leitspruch: „Von

der Wiege bis zur Urne, turne, turne turne.“

Auch in diesem Jahr werden sie bei den

Deutschen Seniorenmeisterschaften dabei

sein.Bundesweit bekannt geworden sind

34

die beiden Bremerinnen allerdings nicht

mit ihren Einzelwettkämpfen, sondern als

Synchron-Turnerinnen „Rosi und Renate“.

Zweimal schon waren sie in der Fernsehsendung

„Das Supertalent“ zu sehen, das

erste Mal 2007. Sie lösten damals Begeisterung

und Bewunderung mit ihrer Darbietung

auf zwei Turnbänken aus. „Wir kamen

unter die zehn Finalisten“, erzählt Renate

Recknagel. 2018 wollten sie es noch einmal

wissen. „Die Sendung wurde in Bremen

aufgezeichnet, da sind wir einfach mit dem

Fahrrad vorbeigefahren und haben uns angemeldet“,

erinnert sich Roswitha Wahl.

Standing Ovations von

Dieter Bohlen und Co.

„Die wussten sogar noch, wer wir waren

und zu welcher Musik wir 2007 geturnt

haben.“ In der TV-Show präsentierten sie

Dieter Bohlen und seinen Jury-Kollegen

dann einen Auftritt am Barren. „Wir haben

Standing Ovations von der Jury und von

den Zuschauern bekommen.“ In eine Stadt

am anderen Ende von Deutschland wären

sie für ihre Bewerbung zur Teilnahme an

der Fernsehsendung wohl nicht extra angereist.

Denn dann hätte Rosi Wahl ihre Kurse

ausfallen lassen müssen; sie leitet mehrere

Sportgruppen. Die 82-jährige Großmutter

von zwei Enkelkindern arbeitet seit Jahrzehnten

als Übungsleiterin beim Sportverein

Bremen 1860. Es ist der Verein, bei dem

sie schon als Kind geturnt hat und wo sich

die beiden Freundinnen als Erwachsene

kennengelernt haben.

Renate Recknagel turnt ebenfalls von

klein auf, kam aber erst später zu Bremen

1860. Sie wurde als Jugendliche zehn Jahre

hintereinander Bremer Landesmeisterin

im Turnen. „Dann habe ich mit den Wettkämpfen

aufgehört, das war ja damals so,

wenn man ein bestimmtes Alter erreicht

hat“, sagt sie. Mit Mitte 20 erwarb sie ihre

Fachlizenz als Kunstturntrainerin und

unterrichtete 20 Jahre Kinder bei Bremen

1860. Eins der Mädchen war die damals

fünfjährige Tochter von Roswitha Wahl, die

damals ebenfalls schon Trainerin bei Bremen

1860 war. „Das war vor 46 Jahren. Seit

der Zeit sind wir Freundinnen“, erzählt Renate

Recknagel.


Während Roswitha Wahl dem Turnen

treu blieb und weiter bei Bremen 1860

unterrichtete, konzentrierte sich Renate

Recknagel zehn Jahre aufs Tennisspielen.

Beide kümmerten sich damals aber vor allem

auch um ihre Familien. Erst mit 57 und

59 Jahren – als die Kinder längst groß waren

– überkam beide die Lust, gemeinsam in

der Kunstturnhalle des Vereins zu trainieren.

„Ich war völlig aus der Übung“, erinnert

sich Renate Recknagel. „Bei der ersten Rolle

vorwärts habe ich Sterne gesehen.“ Davon

ließ sie sich jedoch nicht beirren, im Gegenteil:

Ihr Ehrgeiz war geweckt. Eine frühere

Erfahrung hatte ihr gezeigt, dass auch im

Alter noch Wünsche erfüllt werden können.

„Ich habe mit Mitte 40 noch Blockflöte gelernt.

Das war immer ein Traum von mir.

Als Kind hatten meine Eltern kein Geld dafür.“

Sechs Jahre nahm sie Flötenunterricht.

Als beide merkten, dass sie Fortschritte in

der Kunstturnhalle machten, wollten sie es

wissen: Sie trainierten die nötigen Pflichtübungen,

um 1998 beim Deutschen Turnfest

in München mitzumachen. „Ich war 58

Jahre und turnte in der Altersklasse 55 bis

59 Jahre. Rosi war 60 Jahre alt und turnte in

der Altersklasse 60 bis 64 Jahre“, erinnert

sich Renate Recknagel. Ihr hartes Training

wurde von Erfolg gekrönt: Renate erreichte

Gold, Rosi belegte den zweiten Platz. Ihre

Turn-Leidenschaft war wieder entfacht.

„Es hat so einen Spaß gemacht.“

Gleich beim ersten Wettbewerb

Gold und Silber geholt

Um den Spaßfaktor weiter zu erhöhen,

kam den beiden die Idee, eine Synchron-Kür

einzustudieren. „Wir wollten etwas gemeinsam

auf die Bühne bringen.“ Jeden Tag gingen

sie in die Turnhalle, bekamen sich dabei

auch manches Mal in die Haare. Am Ende

stand eine elegante Synchron-Kür auf zwei

Turnbänken. Im Jahr 2005 - mit 64 und 67

Jahren - präsentierten sie diese als Showeinlage

auf dem Deutschen Turnfest in Berlin.

Es wurde ein voller Erfolg. Dass sie beide

mit 1,60 Meter gleich groß sind und fast

wie Zwillinge aussehen, trug mit dazu bei.

Seitdem kämpfen die beiden nicht nur

jede für sich auf Deutschen Seniorenmeisterschaften

und belegen dort regelmäßig

einen der ersten Plätze, sondern präsentieren

auch ihre Shows; so wie jüngst auf

Norddeutschlands größter Sportgala „Sport

und Schau“ in Verden mit 8000 Zuschauern.

Demnächst sind die beiden Großmütter bei

der Gala des Landessportfestes in Oldenburg

zu sehen. „Unseres Wissens sind wir

weltweit die Ältesten mit solch einer Show“,

betont Renate Recknagel. Ihr Alter sieht

man ihnen nur bedingt an. Für ihre jugendlichen

Beine bekommen sie jedenfalls häufig

Komplimente. „Hat sogar Dieter Bohlen

gesagt: ‚diese Beine!‘.“

Ernsthafte gesundheitliche Probleme

kennen beide nicht. Deshalb haben sie

sich auch überlegt, dass sie im Jahr 2022

ein drittes Mal beim „Supertalent“ antreten

könnten. „Wenn ich 80 bin, versuchen wir

es nochmal mit Synchronturnen auf einer

Bank“, sagt Renate Recknagel, die ebenfalls

zwei Enkelkinder hat. Die Frage nach dem

Warum erübrigt sich: „Wir sind fit wie ein

Turnschuh“, lacht Roswitha Wahl. (JB)

Renate Recknagel (links) und Roswitha Wahl bekommen häufig Komplimente – für ihre sportlichen Leistungen und für ihr Aussehen.

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36

GESUNDHEIT

„Das Bermudadreieck der Sportmedizin“

Dr. Götz Dimanski im Interview: Symptome und Ursachen der Schambeinentzündung

Wenn sich ein Fußballspieler auf

dem Platz an die Leiste fasst, wird

Dr. Götz Dimanski hellhörig. Als

ehemaliger Mannschaftsarzt von Werder

Bremen hatte er oft mit Beschwerden rund

um das Schambein zu tun. Betroffene Spieler

fallen dann aufgrund starker Schmerzen und

muskulärer Probleme nicht selten mehrere

Monate aus. Doch das muss nicht sein, sagt

Dimanski. Im Interview erklärt er, worauf

es bei der Diagnose und Behandlung von

Schambeinentzündungen ankommt.

Im Fußball fallen Spieler häufig mit der

Diagnose Schambeinentzündung aus.

Welche Symptome haben die Betroffenen?

Oft ist ihr erster Gedanke: Da stimmt etwas

nicht. Den Spielern fehlt der Druck beim

Schießen, sie sind im Sprinten gehemmt

und der Bewegungsablauf ist gestört. Erst

später klagen die Betroffenen über extreme

Schmerzen während des Trainings, beim

Anziehen und nachts im Bett, die ohne

Schmerzmittel kaum auszuhalten sind.

Wie kommt es zu dieser Zunahme der

Beschwerden?

Um das zu verstehen, muss man die Ursache

für die späteren Schmerzen erkennen – und

Foto: RehaZentrum

Dr. Götz Dimanski erlangte 1989 den

Facharzt für Sportmedizin. 1991 kam er

von Leipzig nach Bremen, wo er 23 Jahre

Werder Bremens Fußballer als Mannschaftsarzt

betreute. Heute führt er die

Geschäfte des RehaZentrum Bremen

und praktiziert dort als Chefarzt der

Abteilung für Sportmedizin und Physiotherapie.

Seine Tätigkeitsschwerpunkte

liegen im Bereich der nichtoperativen

Diagnostik sowie der Therapie von

Erkrankungen und Verletzungen des

gesamten Bewegungsapparats.

die liegt im gestörten Zusammenspiel der

Knochen und Gelenke des Beckenrings, zu

dem auch das Schambein zählt.

Welche Rolle spielt das Schambein in

diesem Gefüge?

Schambein und Schambeinfuge, in Fachkreisen

Symphyse genannt, übertragen und

federn Kraft ab. Die Symphyse ist ein kleines

Gelenk, das es ermöglicht, die Beckenknochen

minimal zu bewegen. Zusammen

mit zwei weiteren Gelenken im hinteren

Beckenring, den Iliosakralgelenken, bilden

sie ein komplexes System, das beim Gehen

und Laufen mäßig beansprucht wird. Bei

rasanten Sportarten nimmt die Belastung zu.

Was genau geschieht im Becken, wenn das

Schambein stark belastet wird?

Bleiben wir beim Beispiel Fußball. Dieser

Sport zeichnet sich aus durch abrupte Bewegungen.

Die Spieler beschleunigen ruckartig

und wechseln plötzlich die Laufrichtung. Dabei

kann es passieren, dass sich eines der drei

kleinen Gelenke im Beckenring verhakt, also

den Ruhepol nicht wiederfindet, sondern in

der Endposition verbleibt. Das ist der Moment,

in dem der Spieler spürt: Da stimmt

etwas nicht in der Beckenfunktion. Die heftigen

Schmerzen resultieren aus dieser Dysfunktion,

sind also sekundäre Symptome.

Was genau verursacht die Schmerzen?

Das hat mit der Knochenstruktur zu tun.

Der Knochen hat kein homogenes Inneres,

sondern bildet trabekuläre Strukturen, verzweigte

Verstrebungen, die sich der Belastung

entsprechend ausbilden. Ist nun ein

Gelenk des Beckenrings gestört, gerät das

gesamte komplexe System aus den Fugen

und es kommt zu Überbelastungen. Die Bezeichnung

Schambeinentzündung ist folglich

irreführend, da es sich nicht um eine

Entzündung handelt. Treffender wäre „knöcherne

Stressreaktion“.

Wie lange dauert die Genesung?

Je mehr Zeit vergeht zwischen dem Verhaken

des Gelenks und der Wiederherstellung der

Ruheposition, desto länger dauert die Ausheilung.

Eine Studie zwischen 2011 und 2016

in der Bundesliga hat ergeben: Es kommt

jährlich zu fünf bis sechs schwerwiegenden

Ausfällen aufgrund von Schambeinentzündungen.

Die Betroffenen setzen mindestens

vier Wochen aus, im Durchschnitt 140

und bis zu 370 Tage. Dadurch entsteht ein

riesiger ökonomischer Schaden für die Bundesligavereine.

Ist die Behandlung so kompliziert?

Nein, im Gegenteil. Die Therapie ist sehr einfach.

Es reicht eine manuelle Behandlung, um

die Fehlfunktion des Beckens zu korrigieren.

Wenn die Diagnose und Therapie frühzeitig

erfolgen, gibt es keine muskulären Verletzungen,

keine Stressreaktion des Schambeinknochens

und keine Rezidive, also wiederkehrende

Probleme. Die Ausfälle lassen sich

demzufolge erheblich reduzieren, wenn der

Arzt die Fehlfunktion schnell behebt.

Sie meinen also, Ärzte stellen zuweilen die

falsche Diagnose?

Die Diagnose ist nicht falsch, aber unvollständig.

80 Prozent der untersuchten ausgefallenen

Spieler hatten im Vorfeld muskuläre

Verletzungen. Der nicht informierte Mediziner

behandelt die sekundären Symptome.

Der Patient wird jedoch immer wieder Leistenprobleme

haben, wenn die Ursache nicht

behoben wird. Die Schambeinentzündung

gilt als das Bermudadreieck der Sportmedizin,

weil der Blick für das Wesentliche fehlt.

Wie kann es sein, dass die Schambeinpro

blematik so vernachlässigt wird?

Das Problem liegt in der hoch technisierten

Medizin. Meines Erachtens machen Ärzte es

sich oft zu einfach, wenn sie die Verantwortung

für die Diagnose an bildgebende Geräte

weiterdelegieren. Bisher gibt es keine Technik,

die eine Beckenfehlfunktion eindeutig

abbildet. Es erfordert stattdessen ärztliche

Grundtugenden, die einfach und effizient,

jedoch leider aus der Mode gekommen

sind. Ein Arzt, der zuhört und seine Hände

benutzt, wird oft von jenen Medizinern belächelt,

die sich auf die Technik verlassen.

Wie sind Sie dazugekommen, sich mit dem

Thema Schambein zu befassen?

Als Mannschaftsarzt bei Werder hat es

mich schlichtweg genervt, keine zufriedenstellende

Lösung für dieses weit verbreitete

Problem zu finden. Die Leistenproble matik

von Rade Bogdanović, der bei Werder ab

1999 im Zusammenspiel mit Pizarro viele

Tore geschossen hat, hat mir vor Augen

geführt, dass ich als Sportmediziner an meine

Grenzen stieß. Im darauffolgenden Jahrzehnt

habe ich mich dann eingehend mit

der Thematik auseinandergesetzt. Erst 2010

habe ich die Erkenntnis gehabt, dass die

Ursache im Becken liegt. Zwischen 2010 und

2014 gab es dann bei Werder keinen einzigen

Ausfall mehr wegen Leistenproblemen.

DAS INTERVIEW FÜHRTE KRISTINA WIEDE


Ambulantes Kompetenzzentrum

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Für Leistungssportler

und Freizeitaktivisten

Das SporThep ist aus dem medizinischen Leistungszentrum

des SV Werder Bremen entstanden und hat sich über die

Jahrzehnte in der Region zu dem führenden

Kompetenzzentrum für Sportmedizin und Physiotherapie

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Verletzung oder chronische Schmerzen - im SporThep

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37


AUS DEN VEREINEN

Die Siegerinnen und Sieger der „Best-Ager-Meisterschaften“ konnten im Rahmen der Bremer Ski Open sportlich überzeugen. Foto: Bremer Ski-Club

Bei Sonnenschein und Pulverschnee

Landesskiverband Bremen: Bremer Ski Open bringen glückliche Gewinner hervor

Erneut ging es auf die mit Schnee bedeckte Piste: Der Landesskiverband

Bremen präsentierte 2019 zum 49. Mal die sogenannten

Bremer Ski Open. Vom 23. bis 30. November maßen

sich die 29 sportlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem

Stubaier Gletscher in Geschwindigkeit und Durchhaltevermögen.

Bereits rechtzeitig stellten sich in der Region gute Wettkampfbedingungen

ein. So schneite es sowohl vor dem Ankunftstag als

auch am dritten Tag der Woche. Die Kombination aus Sonnenschein

und Pulverschnee rund um die Schaufelspitze steigerte die

Stimmung bei den Athleten. Mit einem Skirennen um die Medaillen

und Sachpreise der Bremer Ski Open endete die sportliche

Woche auf dem Stubaier Gletscher. In den „Best-Ager Meisterschaften“

starteten 22 Sportlerinnen und Sportler zwischen 53 und

78 Jahren und kämpften um die Sekunden auf der etwa. 450 Meter

langen Rennstrecke am Daunferner. In der Damenklasse Ü60

siegte Ulrike Hinz. In der Klasse Damen Ü70 gewann Inge Thölken

mit 29,4 Sekunden die Goldmedaille. In der Herren Ü50 Klasse gewann

Klaus Alpert. Die Ü60 Klasse entschied Klaus Heidorn für

sich. Die Herrenklasse der 70- bis 80-Jährigen dominierte Johannes

Borchers.

Ein Bremer an der Spitze

Wolfgang Lintl führt UL-Flug Kommission

38

Der Bremer Wolfgang Lintl (mittig im Bild) ist für ein weiteres

Jahr als Präsident der Kommission für Ultraleichtflugzeuge

und Motorschirme innerhalb des Weltluftsportverbandes

FAI (Fédération Aéronautique Internationale) wiedergewählt worden.

Die Kommission kümmert sich weltweit um das Regelwerk

und die Meisterschaften der beiden ultraleichten Luftsportarten.

Zusammen mit Wolfgang Lintl sind ebenfalls Krisztian Dolhai aus

Ungarn und Endre Molnar aus Rumänien (links) sowie die Briten

Rob Hughes und Barney Townsend (rechts) in den Vorstand der

Kommission eingezogen.

Foto: Deutscher Aero Club e.V.


Triumpf für den Bremer Ski-Nachwuchs

Friederike Huber und Jan Krischan Zahn siegen bei Ski-Landesmeisterschaften


Foto: Bremer Ski-Club

Rege Beteiligung bei den alpinen Ski-Landesmeisterschaften

2020: Nachdem das Turniers aufgrund von Regenwetter 2019

ausgefallen war, nahmen in diesem Jahr insgesamt 160 Teilnehmer

aus verschiedenen DSV-Landesverbänden an den Titelkämpfen

teil, davon 40 Starter vom Bremer Ski-Club. Als besonders

erfreulich galt auch der Start vom Bremer Ski-Club-Nachwuchsteam,

bestehend aus 20 Schülern. Sowohl im Riesenslalom, Slalom

und der Kombination wurden Medaillen verliehen und jeweils in

der Klassenwertung sowie im Gesamtranking vergeben. Hans-Jürgen

Böschen, Sportwart im Bremer Landesskiverband, bezeichnete

die Strecken auf der Bergeralm in Steinach am Brenner trotz Temperaturanstieg

am zweiten Tag als optimal. Friederike Huber gewann

alle drei Bremer Titel. Als bester Bremer Skifahrer ging Jan Krischan

Zahn aus den Ski-Landesmeisterschaften hervor.

Foto: Tura Pressestelle

Neuer Geschäftsführer

Tura Bremen: Alex Hartung leitet Verein

Seit Beginn des Jahres ist erstmals in der Geschichte von Tura

Bremen ein hauptamtlicher Geschäftsführer für den Sportverein

tätig: Alex Hartung. Seit 2011 bei Tura aktiv, kommt

der 29-Jährige sportlich aus dem Fußball, spielte unter anderem in

Holland drei Jahre in der Regionalliga. 2010 baute er sein Sportabitur

in Bremen-Nord. Diverse Lizenzen hat der neue Geschäftsführer

bereits erworben:

A-Lizenz Fitness,

Reha Innere Medizin,

Vereinsmanager

C. Bundesweit

wurde Alex Hartung

2014 mit „The Voice

Of Germany“ bekannt.

Dort schaffte

er es als erster Rapper

in der Geschichte

der Sendung in

die Top 10. „Im ersten

Jahr geht es für

mich in erster Linie

darum, den Verein

zu 100 Prozent zu

verstehen und dann

daran zu arbeiten,

ihn weiter zu entwickeln

und zu optimieren“,

sagt er über

seine neue Aufgabe.

Erfolg in Nashville

Gute Ergebnisse für Bremer Line Dancer

Anfang des Jahres fand die Weltmeisterschaft des United

Country Western Dance Council (UCWDC) in der Hauptstadt

der Countrymusik Nashville, Tennessee in den USA

statt. Ina und Josh Buchholz nahmen den Weg gemeinsam mit

Trainerin Gina Kargoscha auf sich, um vor Ort das Tanzcentrum

Gold und Silber Bremen zu vertreten – und erreichten gute Ergebnisse.

Einen Weltmeistertitel in der Kategorie Line Dance

Choreography Non-Country New./Nov. konnte Gina Kargoscha

mit ihrer Choreografie „Stack It Up“ mit nach Hause bringen. Im

Line Dance Classic Female Crystal Advanced erreichte die Trainerin

trotz vorheriger verletzungsbedingter Trainingspause einen

guten dritten Platz. Josh Buchholz konnte sich in der Kategorie

Line Dance Classic Male Gold Novice gegen drei Männer durchsetzen

und holte damit den Vizeweltmeistertitel. Ina Buchholz

erreichte in einer starken Gruppe von elf Frauen im Line Dance

Classic Female Silver Novice einen guten sechsten Platz.

Foto: Tanzzentrum Gold und Silber Bremen

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AUS DEN VEREINEN

Medaillenregen für Bremerhaven

Karate: Nippon Bremerhaven e. V. dominiert Landesmeisterschaften

Foto: Nippon Bremerhaven

Sportlicher Erfolg für die Seestadt: Bei den Landesmeisterschaften

im Karate konnten die Vereine Nippon und SFL Bremerhaven

den Großteil der Platzierungen gewinnen.

Von 41 Entscheidungen des Turniers gingen 21 Titel an Nippon,

acht an SFL. Mit dem TuS Huchting, der fünf Titel verzeichnete,

landete ein Verein aus Bremen auf Rang drei des Medaillenspiegels.

Nippons Dominanz ist damit im Bremer Karate-Verband weiter

ungebrochen. Medaillengaranten der Bremerhavener waren zudem

die auch national erfolgreichen Aidan und Aaric Lück in der

Kata und Edgard Merkine im Kumite. „Die Arbeit Nippons ist sehr

beachtlich“, sagte BKV-Präsident Reiner Zimbalski, der allerdings

auch die anderen Vereinstrainer für ihre gute Arbeit lobte. „Das

zeigt, welches Potenzial wir als kleiner Landesverband in Deutschland

haben.“ Insgesamt waren an der Meisterschaft mehr als 180

ehrgeizige Karateka am Start – von den jungen Athleten bis zur

Ü 45-Masterklasse.

Hohes Niveau und Trainingsfortschritte

SVGO: Positives Fazit und umfangreiche Teilnehmer beim Kata-Lehrgang

Foto: SVGO

40

Der zweite Kata-Lehrgang war ein Erfolg für die Karateabteilung

des SVGO: Rund 60 Karateka reisten zum

Lehrgang an. Sowohl aus dem hohen Norden als auch aus

dem tiefen Süden kamen die Teilnehmer, um gemeinsam unter Anleitung

des 9. DAN, Wolf-Dieter Wichmann, zu trainieren.

Neben der zahlreich vertretenen Unterstufe von Weiß- bis Braungurt

gab es eine etwas kleinere, sehr leistungsstarke Oberstufe, die

ausschließlich aus Dan-Trägern bestand. Sensei Wichmann lobte die

Teilnehmer für das hohe Niveau und zeigte sich zufrieden mit den

Training.


Gold und Silber für TURA-Sportler

Taekwondo: Imke Turner von Tura Bremen gewinnt die German Open in Hamburg


Strahlende Sieger der Internationalen Deutschen Taekwondo-Meisterschaften: Werner Unland (links) und Imke Turner (Mitte).

Foto: Tura Pressestelle

Kampf um die Medaillen: Insgesamt 400 Taekwondo-Sportlerinnen

und Sportler aus 17 Nationen traten bei den Internationalen

Deutschen Taekwondo-Meisterschaften im Bereich

Technik gegeneinander an. Besonders wurde dem Turnier hingefiebert,

da es der letzte große internationale Vergleich vor der Weltmeisterschaft

im Mai war. Die amtierende Weltmeisterin Imke Turner

von Tura Bremen dominierte bereits in der Vorrunde vor ihren

Konkurrentinnen. Auch in der Zwischen– und Finalrunde wurde die

technische Überlegenheit der Turanerin mit Höchstnoten bewertet.

Letztendlich konnte sie die Goldmedaille mit einer Gesamtpunktezahl

von 43,0 für sich entscheiden. Auch Werner Unland von Tura

Bremen konnte sich im Kampf um die Medaillen einen Platz auf dem

Podest erkämpfen. Hinter dem Deutschen Meister Kai Müller gewann

er mit 38,3 Punkten die Silbermedaille.

Sieghafte Favoriten

Rückblick: Mannschaftsmeisterschaften

in Degen- und Florettfechten

Eine Blaupause des vergangenen Jahres waren die Landesmannschaftsmeisterschaften

der Fechter. In der Halle des

Hanseatischen Fecht-Clubs Bremen (HFCB) in Walle siegten

die Favoriten: Am Degen war es der FC Bremen-Nord und am Florett

Bremen 1860. Die Fechtmannschaft vom TuS Komet Arsten sagte

kurzfristig ab. Im Degen-Finale setzte sich der FC Bremen-Nord

mit 36:45 Treffern gegen 1860 durch. Im Florettfechten kämpften

der HFCB und Bremen 1860 um die Goldmedaille. Die 1860er bedienten

sich bei der Mannschaftszusammensetzung aus dem Jugendbereich

und waren von Beginn an in Führung. Im vorletzten

Gefecht konnte Alexander Barros den HFCB auf 39:40 Treffer heranbringen.

Doch 1860-Florettfechter Tom Willems ließ gegen den

Waller Karsten Hätscher keinen Zweifel daran, wem der Titel gehörte,

und beendete den Wettbewerb mit 45:41 Treffern und dem

Titel für Bremen 1860.

Foto: Hanseatischer Fecht-Club Bremen

41


AUS DEN VEREINEN

Mit Urkunden und Ehrennadeln

Bremen 1960 zeichnet seine langjährigen Mitglieder aus

Foto: Bremen 1860

Einmal im Jahr verleiht Bremen 1860 seinen erfolgreichen

Sportlern und langjährigen Mitgliedern Urkunden und Ehrennadeln.

Knapp 300 zu Ehrende standen in diesem Jahr auf der

Einladungsliste – und obwohl bei weitem nicht alle erschienen sind,

platzte der Festsaal im Ringhotel Munte am Stadtwald beinahe aus

den Nähten. Von „unglaublichen Zahlen“ sprach Vereinspräsident

Hans Claussen bei seiner Begrüßung. Allein 24 Jubilare standen auf

der Liste derer, die seit 25 Jahren dem Verein die Treue halten. Dazu

kamen sieben Frauen und Männer, die seit 40 Mitglied bei Bremen

1860 sind, noch einmal fünf, die schon seit 50 Jahren dabei sind, und

mit Karl Schütte einen Sportler, der seit 60 Jahren 1860-Mitglied ist.

Barbara Schabacker und Folker Rieke treiben seit 70 Jahren Sport in

dem Schwachhauser Verein. Sie erzählten Moderator Axel Pusitzky,

wie gut ihnen der regelmäßige Sport körperlich tut, aber auch wie

schön die Gemeinschaft mit den Sportkameradinnen und -kameraden

ist.

Sportliches Zweiergespann

Erfolgreiche Brüder beim Leonfightclub12

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Die beiden Brüder Aliimran und Cihat Sönmez vom Leonfightclub12

aus Bremen sind sowohl im Muay Thai, dem

so genannten Thai-Boxen, als auch im regulären Boxen erfolgreich.

der 13-jährige Aliimran wurde kürzlich Sieger in seiner

Altersklasse bei der vom Weser-Ems-Boxverband ausgetragenen

Boxmeisterschaft in Oldenburg. Auch Bruder Cihat ist mit seinen

elf Jahren schon ein ganz Großer: Er besiegte seinen Auftaktgegner

nach Punkten und schaffte es zur Freude von Vater und Trainer

Ferhat Sönmez in die zweite Runde.

Foto: Leonfightclub 12


AUS DEN VEREINEN

Meisterehrung des Bremer Turnverbandes

Oberschule Ronzelenstraße: 82 Sportlerinnen und Sportler aus dem Land Bremen geehrt

Foto: Bremer Turnverband

Anfang Februar fand die Meisterehrung des Bremer Turnverbandes

in der sportbetonten Oberschule Ronzelenstrasse

statt. Geehrt wurden 82 Sportlerinnen und Sportler aus

Bremerhaven und Bremen, die im Jahr 2019 international, national

und regional, sowohl einzeln als auch mit ihren Mannschaften

für den Verband erfolgreich waren. Schulleiterin Hermi Auner und

die Präsidentin des Bremer Turnverbandes Ingelore Rosenkötter

konnten unter anderem LSB-Präsident Andreas Vroom, den Vorsitzenden

der Sportstiftung Peter Gagelmann und sportpolitische

Vertreter begrüßen. Beide machten in ihren Statements noch einmal

deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit von Schule und Sport und

die Unterstützung der Politik sei und lobten die Übungsleiterinnen

und Übungsleiter sowie Ehrenamtlichen in den Vereinen, ohne deren

Engagement erfolgreicher Sport nicht möglich wäre. Die Ehrung

nahmen die Vizepräsidenten und Vizepräsidentinnen innen Dennis

Walther (Turnspiele Korbball und Prellball), Gisela Drygala (RSG,

Gymnastik und Tanz, Geräteturnen) und Carsten Gerken (Trampolinturnen)

vor. Mit Urkunden und kleinen Präsenten wurden die erbrachten

Leistungen gewürdigt. Zwei Schüler untermalten die Veranstaltung

mit Klavierstücken.

Foto: Fred Michalsky

Ungeschlagener Turniersieger

Fußball: BTS Neustadt gewinnt den BFV Futsal-Pokal der Herren

Die BTS Neustadt hat sich den Futsal-Pokal der Herren

gesichert. In einem Dreierturnier mit Hin- und Rückrunde

setzte sich die BTS gegen den SC Vahr-Blockdiek

und den Gehörlosen SV durch. Dieser Pokalwettbewerbe war

für alle Herrenmannschaften offen, die nicht an der BFV Futsal-Liga

teilnehmen. Nach spannenden und fair ausgetragenen

Wettkämpfen setzte sich die BTS Neustadt schließlich mit zwölf

Punkten und 17:3 Toren ungeschlagen vor dem SC Vahr Blockdiek

und dem Gehörlosen SV durch. Die Schiedsrichter Malte

Peters und Tobias Mañasco leiteten die Spiele sehr souverän

und mussten in allen sechs Turnierspielen gerade einmal acht

Foulspiele ahnden. Dieser Wert von nicht einmal zwei Vergehen

pro Spiel bei einer Spielzeit von 15 Minuten ist ein Beleg für die

absolute Fairness der angetretenen Mannschaften.

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AUS DEN VEREINEN

Neue Mitglieder bei Borgfelder Schützen

Die Schützensportler blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück

Sascha Hasemann, Wolfgang

Zabel, Marco Tutzek und Claas

Stockmeyer (vordere Reihe)

und Fabian Körber, Peter

Wolfgramm, Manfred Broda

und Michael Söhngen (hintere

Reihe). Foto: Borgfelder Schützen

Marathonschießen, Scheibennageln, Kreis- und Vereinsmeisterschaften

sowie das Borgfelder Schützenfest: Das Jahr

2019 hielt für die Borgfelder Schützen zahlreiche Aktivitäten

und Events bereit. So kam Ingo Buchenau, 1. Vorsitzende der Gilde, bei

der Jahreshauptversammlung kaum noch aus der Aufzählung heraus.

Besonders erfreulich: Die Schützengilde kann sich über einen Mitgliederzuwachs

von rund fünf Prozent freuen und zählt jetzt 350

Schützen. 128 Ehrennadeln vergab Sportleiter Marco Tutzek zudem

für besondere sportliche Leistungen, für langjähriges, aktives Schießen

im Verein. Einige Gildemitglieder wurden bei dieser Gelegenheit

sogar mehrfach ausgezeichnet. Auch im kommenden Jahr soll es

mit Schwung weitergehen. Dazu wählten die Schützen einen Teil des

Vorstands neu. „Im Wechsel werden in einem Jahr der 1. Vorsitzende

und die Spartenleiter und im nächsten Jahr die Stellvertreter und

die 2. Spartenleiter neu gewählt, um die Kontinuität der Arbeit zu

wahren“, erklärte Buchenau. Neu dabei sind der stellvertretende Vorsitzende

Michael Söhngen, die 2. Damensportleiterin Bertha Mügge

und der 2. Bogensportleiter Fabian Körber.

Fiffixe auf dem Eis

SVGO Bremen: Vereinseigener Zirkus

besucht die Paradice Eissporthalle

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Es ist fast schon eine kleine Tradition: Auch 2020 besuchte der

Zirkus Fiffix die Paradice Eissporthalle zum Jahresanfang. 25

Kinder des vereinseigenen Zirkus des SV Grambke-Oslebshausen

e. V. kamen zum gemeinsamen Schlittschuhlaufen zusammen.

Die Fiffixe übten sich im Eiskunst- und Formationslaufen.

Eine willkommene Abwechslung, hinsichtlich des vollen Terminkalenders:

Unter anderem ist die Teilnahme am Bundesfinale der

Tuju-Stars und am niedersächsischen Turnfest in Oldenburg fest

eingeplant. Zudem müssen sich die Fiffixe auf zwei Jugendvarietés in

der Shakespeare Company und im Bürgerhaus Vegesack vorbereiten.

Foto: SVGO


Gemeinsam gegen den Strom paddeln

Weser-Tidenrallye: 30. Ausgabe des überregionalen Bremer Wassersport-Events

Ein Groß-Event auf der Weser: Zum 30.

Mal veranstalten die Bremer Wassersportler

in diesem Jahr die sogenannte

Weser-Tidenrallye für Teilnehmerinnen und

Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern.

Seit 1973 gibt es die Kanu- und

Ruder-Gemeinschaftsfahrt, die vom Landes-Kanu-Verband

Bremen in zweijährigen

Abständen organisiert wird.

Das Besondere an der Veranstaltung ist

die Fahrt flussaufwärts vom WSV Nordenham

mit dem Tidenstrom nach Bremen.

Nicht nur die Strömung der Weser gilt als

Herausforderung für das Teilnehmerfeld.

Vielmehr können die Windverhältnisse,

ihre Stärke und Richtung wesentlich mitbestimmen,

ob gutgelaunte erholte Paddler

am Ziel aus ihren Booten steigen oder ob

sie sich mit letzter Kraft an Land ziehen.

So notierte der Chronist beispielsweise für

1978, dass ein Massenstart durch Wellengang

verhindert wurde, dass 1984 die Rallye

wegen der Windstärke in Berne abgebrochen

werden musste, dass es in 2002 eine

Unwetterwarnung gab und es in 2004 gar

hagelte.

Fotos: Landes-Kanu-Verband Bremen, Holger Visser

Mit DLRG und

Wasserschutzpolizei

Der Auftakt der diesjährigen Weser-Tidenrallye

ist Samstag, 23. Mai, 11 Uhr im

Sportboothafen Großensiel. Dann geht es

im großen Pulk gemeinsam auf die Weser.

Die Reise führt wahlweise zum KC

Rönnebeck (Silberziel, 33 Kilometer, Zielschluss

um 16 Uhr) oder zum Gelände

von TURA in Bremen-Lesum (Goldziel

44 Kilometer, Zielschluss um 17.30 Uhr).

Gesichert wird die Strecke durch Motorboote

von Bremer Wassersportvereinen,

der DLRG und der Wasserschutzpolizei.

Dank dieser Unterstützung hat es bislang

keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben,

obgleich Begegnungen mit „großen

Pötten“ auf der Weser keine Seltenheit

sind. Wie bei den Tidenrallyes üblich,

gibt es auch in diesem Jahr verschiedene

Angebote, schon vorher auf der Weser und

ihren Zuflüssen zu paddeln.

Darüber hinaus rankt sich im Jubiläumsjahr

ein Kulturprogramm um die eigentliche

Rallye. Bereits eine Woche vor der

Weser-Tidenrallye wird ein buntes Kanu-Event

für Paddel-Interessierte und aktive

Paddler durch den Landes-Kanu-Verband

Bremen (LKV) angeboten: Der LKV

und seine Vereine werden die Vielfalt im

Bremer Kanusport am 16. Mai mit einem

bunten Programm vorstellen. Beim kostenfreien

Schnupperpaddeln können alle nach

Herzenslust testen, verschiedene Kanuarten

ausprobieren und fachsimpeln. Mit

dabei sind unter anderem Kajaks, Canadier,

Drachenboot, Auslegerkanu (Outrigger),

Kanupolo, Kanurennsport, Stand up Paddling

(SUP) und Surfski. Namhafte Hersteller

und Händler aus ganz Deutschland werden

vor Ort sein und umfangreiches, innovatives

Kanu-Material mitbringen. Von 10 bis

17 Uhr bietet sich die Gelegenheit, sich bei

den Ausstellern in Ruhe umzuschauen und

ausführlich beraten zu lassen. Neben Bootsmaterial

können auch Wassersportausrüstungen,

wie Neopren- und Paddelkleidung

sowie Outdoor-Equipment erworben werden.

Verschiedene Ausführungen auf dem

Wasser runden das Programm ab.

Weitere Informationen und Anmeldung:

www.weser-tidenrallye.de.

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AUS DEN VEREINEN

Umfangreiches Programm

Gesundheitssport beim BTS Neustadt

Gesundheit ist das A und O: Das ist auch dem BTS Neustadt bewusst.

Daher bietet der Verein verschiedene Angebote im Bereich Gesundheitssport

an , mit denen allen Menschen im Stadtteil und umzu

angesprochen werden sollen. Die Möglichkeiten umfassen beispielsweise

Trendsportarten wie Yoga und Pilates. Aber auch das chinesische Qigong,

eine Meditations-, Konzentrations-, und Bewegungsform, der Kurs

„Mollig und Fit“ sowie Funktionsgymnastik und Rückentraining

werden angeboten. Vor der Teilnahme an einem

der Kurse empfiehlt der BTS Neustadt im Vorfeld eine

sportärztliche Untersuchung. Zudem plant der Verein in

diesem Jahr neue Präventationsangebote in Kooperation

mit der AOK.

Mehr Informationen unter www.btsneustadt-bremen.de.

Foto: BTS Neustadt

Meister aus Habenhausen

Wojciechowski ist neuer Tischtennis Landesmeister

Foto: ATSV Habenhausen

Erneut ging der Landesmeistertitel im Tischtennis nach Habenhausen: Maximilian

Wojciechowski vom ATSV Habenhausen ist Bremer Tischtennis

Landesmeister des Jahres 2020 geworden. Im Vorjahr hatte sein Mannschaftskollege

Justin Gomez diesen Titel erringen können. In diesem Jahr wurde

der ATSV Habenhausen durch Maximilian und Peter Wojciechowski bei den

Landesmeisterschaften der Herren vertreten. Die insgesamt 16 Teilnehmer

kämpften in vier Gruppen um den Einzug in die KO-Runde. Maximilian Wojciechowski

konnte sich in Gruppe A klar als Nummer eins durchsetzen. Das

gelang Peter Wojciechowski in Gruppe B nicht. Hier gewann Christoph Bauer (SV

Werder Bremen). Auch in der KO-Runde kämpfte Maximilian Wojciechowski sich

ohne Satzverlust bis ins Finale. Dort gab es in der Partie gegen Armin Schulze noch

einmal hochklassiges Tischtennis zu sehen. Nach fünf hart umkämpften Sätzen gelang

es Wojciechowski, mit 12:10 im fünften Satz den Sack zu zumachen und sich damit

den Landesmeistertitel zu sichern. Als „Sahnehäubchen“ fügte er den Meistertitel

im Doppel hinzu, zusammen mit seinem Finalgegner aus dem Einzel. Maxi Wojciechowski

und Armin Schulze sind damit Tischtennis Landesmeister im Doppel.

Nationaler Erfolg

Karate-Schule Nippon ist 2019 auf Rang 4

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Die Karate-Schule Nippon Bremerhaven e. V. ist im vergangenen

Jahr der vierterfolgreichste Verein in ganz Deutschland

gewesen. Von rund 2.500 DKV-Mitgliedsvereinen konnten

sich die Karateka durch Erfolge auf nationalen Meisterschaften mit

insgesamt 112 Wertungspunkten durchsetzen. Erfolgreicher waren

lediglich der SC Banzai Berlin (183 Punkte), der MTV Ludwigsburg

(164) und der SV Unsu Karate Mömlingen (124). „Dieser Erfolg ist der

guten Nachwuchsarbeit des Vereins zu verdanken“, sagt BKV-Präsident

Reiner Zimbalski. Allein die Titel der Gebrüder Lück sowie die

Platzierungen von Edgard Merkine im Kumite haben Punkte gebracht.

Darüber hinaus konnten durch die Team-Siege bei den Deutschen

Meisterschaften wertvolle Wertungspunkte generiert werden.

Foto: Nippon


Zweimal um den Globus

Brigitte Born paddelt 80.000 Kilometer

Traditionell zum Wintertreff werden bei den Kanu-

Sport-Freunden e. V. Bremen die Fahrtenbücher mit den

absolvierten Kanutouren zurückgegeben und Mitglieder

für besondere Aktivitäten geehrt. Dieses Mal bekam Brigitte

Born mit einem dicken Stapel Fahrtenbücher ihr Abzeichen für

Gold 45. Das bedeutet, dass sie bereits zum 45. Mal die Bedingungen

für das goldene Wanderfahrerabzeichen erfüllt hat. Das

jährliche goldene Wanderfahrerabzeichen ist für Born durchaus

üblich, doch gab es von ihrem Verein zusätzlich eine besondere

Auszeichnung: einen gläsernen Globus. Eigentlich hätten es

zwei sein müssen, denn Brigitte hatte zum Ende des Paddeljahres

ihre 80.000 Kilometer vollendet – zweimal rund um den Globus.

Dies dokumentiert auch die zugehörige Urkunde. Offiziell gibt

es kein Abzeichen „zweimal Globus“. Deshalb haben die Kanu-

Sport-Freunde zur Selbsthilfe gegriffen und ihrer Brigitte diese

Überraschung bereitet. Die Kanu-Sport-Freunde sind stolz auf

ihr Ehrenmitglied, das zu den Gründungsmitgliedern des Vereins

gehört, und lange in ehrenamtlichen Funktionen tätig war.

Foto: Kanu-Sport-Freunde

„Wer schwimmen kann, darf starten“

Teams für diesjährige Vegesacker Pappbootregatta gesucht

Bei der Pappbootregatta ist der Fantasie der Teilnehmerinnen und Teilnehmer keine Grenzen gesetzt.

Foto: MTV

Die Planungen laufen bereits auf Hochtouren: Die Vegesacker

Pappbootregatta findet in diesem Jahr bereits zum neunten

Mal statt. „Wer schwimmen kann, darf starten“, lautet auch

2020 wieder das Motto des Wettbewerbs, der vom Verein Maritime

Tradition Vegesack (MTV) veranstaltet wird. Los geht es am Samstag,

23. Mai, um 13 Uhr mit einem umfangreichen Rahmenprogramm

am Vegesacker Hafen. Hochwasser und damit Startschuss

für die Pappboote ist spätestens um 16 Uhr.

Teilnehmen können Gruppen aller Art: Freunde, Kollegen,

Schulklassen, Vereine und Institutionen sind eingeladen, Teams zu

bilden und an den Start zu gehen. Neben aktiven Pappbootbauern

und Regattateams sind Gruppen und Einzelpersonen auch als Zuschauer

und Standbetreiber willkommen. Das Rahmenprogramm

der Pappbootregatta ist vielfältig: Der MTV Nautilus stellt seine

Sparten und Schiffe vor und der Pullkutter „Vegevogel“, der Jugendwanderkutter

„Vegefeuer“ sowie das Motorboot „Theresia“ bieten

Fahrten an. Dazu gibt es maritime Spielstationen des MTV Nautilus,

ein Team des Radiosenders „Bremen Eins“ ist mit einem Bulli

zu Gast. Zudem können alle teilnehmenden Pappboote besichtigt

werden. Dazu gibt es Stände mit Essen und Getränken. Um 14.30

Uhr wird die Pappbootregatta auf der Nautilusbühne offiziell eröffnet

und die Teams und Akteure vorgestellt. Um 16 Uhr ertönt

von der „Vegebüdel“ aus der Startschuss für das erste Rennen. Ab

17.30 Uhr beginnt auf der Bühne die Siegerehrung. Anschließend

erwartet die Gäste bis etwa 22 Uhr Livemusik am Hafen. Ein DJ

legt auf und es singt die Gruppe „Golden-City-Lokalrunde“, die

aus der temporären Hafenbar am Lankenauer Höft in Bremen bekannt

ist.

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AUS DEN VEREINEN

Premiere für neuen Staffelwettbewerb

Erster Werdersee Staffel-Swim&Run: Mehrkampf für Freizeit- und Breitensportler

Foto: Pixabay

Ein neuer sportlicher Wettkampf im und am Werdersee: In Kooperation

mit der Hochschule Bremen veranstalten der SV

Bremen 10 und der ATS Buntentor den ersten Werdersee Staffel-Swim&Run.

Dabei handelt es sich um einen Mehrkampf, der sich

aus den Sportarten Schwimmen und Laufen zusammensetzt. Das

Angebot ist als Staffelwettbewerb konzipiert und soll in erster Linie

Freizeit- und Breitensportler ansprechen.

Über die klassischen Breitensportdistanzen von 500 Meter Schwimmen

und 5000 Meter Laufen können sich vier Aktive zu einer Staffel

zusammenfinden und gemeinsam die Herausforderung Swim&Run

angehen. Der Wettkampf beginnt mit den ersten 500Meter Schwimmen

im Werdersee als Massenstart und wechselt anschließend

auf das erste Laufen. Hier warten die Läufer in der Wechselzone

auf ihre Runde. Die Laufstrecke führt am Werdersee entlang, über

die Sportplätze des ATS Buntentor und durch die angrenzenden

Kleingärten zurück in die Wechselzone, wo dann bereits der zweite

Schwimmer oder die zweite Schwimmerin auf den Staffelstab

wartet. Komplettiert wird der Swim&Run von den Schlussläufern,

die den Wettbewerb mit dem zweiten Lauf abschließen. Die Wechselzone

und das Wettkampfgelände befinden auf der Grillwiese

neben der DLRG-Station am Werdersee. Der erste Werdersee Staffel-Swim&Run

beginnt offiziell um 11 Uhr. Für die Zuschauer soll es

neben dem sportlichen Event diverse Infostände der Vereine sowie

ein Begleitprogramm durch den Studiengang Freizeitwissenschaft

der Hochschule Bremen geben.

Sonntag, 7. Juni ab 11 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter

www.werdersee-swim-run.de.

Die besten Sportfotos 2019

Kreissportbund Bremen-Nord zeichnet aus

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Ein Diskuswerfer, der sich voller Konzentration auf seinen Wurf

vorbereitet: Diese Situation hat Günter Buck mit seiner Linse

aufgefangen – und mit dem Bild den Fotowettbewerb 2019

des Kreissportbundes Bremen-Nord gewonnen. Er hat das Foto bei

einem Leichtathletik Wettkampf aufgenommen. Der Wettbewerb

um das beste Sportfoto wurde zum dritten Mal ausgerichtet. Zugelassen

waren Sportfotos von Fotografinnen und Fotografen aus Bremen-Nord

und dem Umland. Hier mussten die Bilder auch entstanden

sein. Wie in den vorherigen Ausgaben gab es auch dieses Mal

Preise zu gewinnen. Sieger Günter Buck durfte sich beispielsweise

über ein Preisgeld in Höhe von 150 Euro freuen. Uwe Wenzel, erster

Vorsitzender des Kreissportbundes Bremen-Nord, überreichte dieses

bei der Siegerehrung im Hotel Union in Blumenthal. Der zweite

Preis ging an Tjark Gerken, selbst aktiver Ruderer, für ein Foto von

Ruderern des Vegesacker Rudervereins auf der Lesum. Auf dem dritten

Platz landete das Foto von Jan-Patrick Jürgens, Vorjahressieger

dieses Wettbewerbs. Sein Foto „Generationensprung“, zeigt zwei

Turner, im Alter von jeweils 3 Jahren und 68 Jahren alt, am Barren.

Insgesamt waren 20 Fotos von neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern

eingesandt worden.

Foto: Günther Buck


Engagement für den Nachwuchs

Grün-Gold-Club: Roberto und Uta Albanesa präsentieren ihr neues F-Team


Das Tänzerinnen und Tänzer des neuen F-Teams ergänzen die Formation des Grün-Gold-Clubs.

Foto: GGC Bremen

Beim Grün-Gold-Club (GGC) wird Nachwuchsarbeit groß geschrieben:

Neben Tätigkeiten in diversen Bremer Schulen fördert

der Verein vor allem seine eigenen Talente. Verantwortlich

zeigt sich dafür das Trainerduo Roberto und Uta Albanese.

Die Kinder- und Jugendpaare des Clubs erzielen regelmäßig Erfolge:

Beim Deutschlandpokal der Junioren I B-Latein konnten

die Athleten Dimitrii Kalistov und Luna Maria Albanese an ihren

Sieg vom Vorjahr anknüpfen und die Siegertrophäe nach Bremen

bringen. Auch bei der Deutschen Meisterschaft der Junioren II

B-Latein konnte ein GGC-Paar den Erfolg von 2019 wiederholen:

Daniel Pastuchow und Carina Fabrizius wurden erneut Deutsche

Vizemeister dieser Klasse. Abgerundet wird das Formationsspektrum

im GGC mit der neuen Kinderformation (F-Team), mit der

sich Uta Albanese einen Traum verwirklichen konnte. Sechs Paare

im Alter von 12 bis 15 Jahren,konnten sich auf Anhieb in der Landesliga

Nord Latein unter den fünf besten Teams etablieren.

Für Nachwuchsakrobaten

SVGO Bremen: Zirkuscamp für Kinder

Foto: SVGO

Der Sportverein Grambke-Oslebshausen veranstaltet in den

Osterferien ein Zirkuscamp für Kinder. Von Montag, 30.

März, bis Freitag, 3. April, können Kinder und Jugendliche im

Alter von 8 bis 14 Jahren in der Halle an der Sperberstraße verschiedene

Zirkustechniken lernen. Trainingszeiten sind täglich von 9 bis

17 Uhr. Eine Frühbetreuung ab 7 Uhr inklusive Frühstück wird ebenfalls

angeboten. „Von Montag bis Donnerstag wird mit viel Spaß und

Abwechslung trainiert“, sagt Rolf Benecke, Leiter des Camps. Den

krönenden Abschluss bildet eine große Zirkusshow vor Verwandten,

Freunden und Familie. Die Kinder lernen sowohl Bodenakrobatik,

Trapez, Vertikal- und Balancierseil, als auch Jonglage, Rola-Bola,

Balancierkugeln und Slackline kennen. Das Zirkuscamp ist für Anfänger

oder leicht Fortgeschrittene geeignet. Anmeldungen für das

Camp sind telefonisch unter 0421/ 6449361 und per E-Mail an info@

svgo-bremen.de möglich.

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AUS DEN VEREINEN

„Du paddelst nicht allein!“

Weser Pinkies: Paddler-Team mit Krebspatienten startet in seine vierte Saison

Foto: Weser Pinkies

Teamsporterfahrung, Wir-Gefühl und eine sportliche Auszeit

von Therapie, Trauma und Diagnose: Darum geht es bei den

Weser Pinkies, dem ersten Pink Paddler Team aus Bremen.

Seit 2007 trainiert die Frauenmannschaft, die von Katja Riemer

(Drachenbootabteilung Bremer Sport Cb) und Maria Rösler (Bremer

Krebsgesellschaft) gegründet wurde, jeden Mittwochabend

im Sommerhalbjahr auf der Weser – und folgt damit einem echten

Trend: Weltweit gibt es unter dem Namen Pink Paddlers bereits

zahlreiche Teams, in denen (Brust)Krebspatientinnen nicht nur

sprichwörtlich in einem Boot sitzen. Vor allem Austauschmöglichkeiten

der Betroffenen stehen dabei im Vordergrund. Das Motto:

„Du paddelst nicht allein!“. Zudem soll die fließende Bewegung des

Drachenbootpaddelns dabei helfen, Probleme mit Lymphödemen

und Lymphstauung infolge von operativen Eingriffen in den Griff

zu bekommen. Der kanadische Arzt Dr. Don McKenzie beispielsweise

konnte die Stärkung der Rumpfmuskulatur sowie die Beeinflussung

des Lymphflusses bereits 1996 als positive Effekte in

einer Studie belegen.Die Weser Pinkies startet dieses Jahr in ihre

vierte Saison. Der Höhepunk für das Team ist erneut die Teilnahme

am Bremer Drachenboot-Cup auf. Im vergangenen Jahr gingen die

Weser Pinkies hierbei erstmals auch im 2000-Meter-Verfolgungsrennen

an den Start und belegten in der Fun-Klasse den 1. Platz.

Zudem erwartet das Team eine neue Erfahrung: An Pfingsten werden

die Sportlerinnen beim Internationalen Drachenbootfestival

in Hannover erstmals gegen internationale pinke Teams antreten.

Nähere Informationen gibt es unter www.bremerkrebsgesellschaft.de und

wwww.bremer-sc.de/drachenboot

Vereins- und Verbandsberichte im Bremer Sport

Gerne veröffentlichen wir in unserem Magazin Meldungen und Neuigkeiten aus den Bremer und Bremerhavener Sportvereinen- und Verbänden.

Das können zum Beispiel besondere sportliche Leistungen, Ehrungen, Jubiläums-Veranstaltungen oder die Einweihung einer neuen

Sportstätte sein. Schicken Sie Ihre Texte bitte per E-Mail mit einem entsprechenden, druckfähigen Bild an pr@lsb-bremen.de.

Die Sommer-Ausgabe des Bremer Sport ist für Juni geplant. Bitte beachten Sie: Wir versuchen, möglichst viele Artikel im Magazin zu berücksichtigen.

Einen Anspruch auf Veröffentlichung gibt es allerdings nicht.

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Auf ins Leben.

Tischtennis hat

ein Gesicht.

Hart am Ball. Sportlich, wenn es um Leistung

geht und fair in der Sache: Das ist Timo Boll.

Das ist Sport. Das ist ARAG.

Viel Erfolg für 2020!

Die ARAG ist offizieller Sponsor von Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov, Borussia Düsseldorf und der Deutschen Tischtennis-Nationalmannschaft.

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BEITRAG

NIEDRIG,

LEISTUNG

RIESIG

DIE

KÖNNEN DAS!

Und wie: 2020 gibt‘s noch mehr Leistung *

bei unverändert niedrigem Beitrag.

*Alle Infos unter aok.de/bremen

Jetzt

wechseln!

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