EBM-Report 1-20

kletterulf

Infoblatt für die EBM-

Gruppenmitglieder

EBM-Report

(vormals HÜTTENREPORT)

www.einheit-berlin-mitte.de +++ Ausgabe 1/2020

(Nr. 78)


Inhalt

Editorial Seite 3

Neues von der Hütte 5

Sächsische Schweiz-Splitter 11

Rückblick 50. Jahresbschlussfahrt 13

Lösung Fotorätsel 16

Aus aller Welt 16

Regionaler Frühstückskorb im Schloss Prossen 26

Wasserleitungsbuddeln 20

Sandstein mobil 22

Am Lilienstein - Alte Obstsorten erhalten 22

Fällung von Roteichen 23

Jahresabschlussfahrtimpressionen 25

Nachruf Adolf Milker 27

Berg- und Kletterschuhe sanieren 28

Unfälle, die aufhorchen lassen 29

Wölfe in der Sächsischen Schweiz? 30

Statistischer Rückblick zur Jahresabschlussfahrt 32

Leute 33

Siegfried Sachse 90 Jahre 37

Berge machen gesund 38

Zahlen 39

EBM-Kompakt 40

_________________________________________________________

Titelfoto: Interessanter winterlicher Blick auf die Basteibrücke und die Große

Steinschleuder von Elke Kellmann

Foto: S. 20 – 21 Christiane Lübke; S. 25 – 27 Gert Kommichau; S. 28 ünd 37,

Harald Wiemann; alle anderen Fotos internet

Texte, soweit nicht anders gekennzeichnet, sowie Layout, Druck und Versand:

H. Wiemann

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Editorial

Der bekannte Spruch in Goethes Zauberlehrling

von den Geistern, die er rief, stimmt auch

für mich. Ich habe nämlich Geister gerufen,

die ich nun nicht mehr loswerde. In diesem

Falle aber anders, die ich nämlich gar nicht

mehr los werden will.

Diese Geister sind die vielen schönen Bilder

aus Jahrzehnten mit Klettern in Gemeinschaft,

manchmal aber auch für mich allein.

Diese Bilder sind gewissermaßen mein Privatmuseum.

Unbezahlbar die einzelnen Ausstellungsstücke

und immer mal wieder aufgearbeitet.

Dazu gehören auch die Jahresabschlussfahrten,

auf deren letzte Ausgabe in diesem Heft

eingegangen wird.

Der Herbst ist vorbei, bei dem das Wetter das

Klettern so langsam einfriert. Die Natur stirbt

ab, um dann aber im neuen Jahr wieder aufzuwachen.

Das ist etwas Tröstliches. Ein passendes

Gedicht habe ich dazu in Steffis Kalender

„Mit deutschen Gedichten durchs Jahr“ gefunden:

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Durch des Herbstwalds tiefem Schweigen

wandl‘ ich hin – wie ist er schön!

Und das Herz berührt so eigen

all die Schönheit im Vergeh‘n.

Welke Blätter niederschweben

bei des leisen Windes Hauch.

Und doch spricht von neuem Leben

jeder Zweig an Baum und Strauch.

Es ist doch bemerkenswert, wie aufmerksam

die Natur beobachtet wird, wenn der Frühling

naht. Jeder möchte der erste sein, der die Spitzen

eines Frühblühers entdeckt.

Das ist auch bei mir so, und stille Freude versammelt

sich in meinem Herzen darüber, dass

es endlich wieder losgeht. Auch das Klettern

folgt diesem Rhythmus.

Aber jetzt stand erst einmal der Jahreswechsel

vor der Tür.

Besinnt Euch auf das Einfache und denkt an

Euren Nachbarn. Und das nicht nur zur

Weihnachtszeit.

Ein gutes Jahr ohne Stolpersteine wünscht

Harald

4


Neues von der Hütte … Neues von der Hütte …

Weinberghütte

Hier war es hübsch, hier konnt‘ ich ruhig träumen.

Hier war ich Mensch – und nicht nur Zivilist.

Hier durft‘ ich links gehen, denn unter grünen Bäumen

sagt keine Tafel, was verboten ist.

Ein Fichtenzweig lag auf dem Rasen

und Blätter segelten herab.

Ich grub verträumt in meiner Nasen

und freut‘ mich, wenn ich was gefunden hab.

har (frei nach Kurt Tucholsky)

Der diesjährige Herbsthüttenputz ist wie gewohnt über die Bühne gegangen,

jedenfalls wenn man davon absieht, dass das Putzen eher nachrangig

behandelt werden musste. Denn umfangreiche Grabungsarbeiten mussten

dringend erledigt werden. Die Neuverlegung der gesamten Wasserversorgung

am Weinberg machten diese außerordentlichen Arbeiten notwendig. In

diesem Heft gibt es in einem Beitrag dazu, der die ziemlich anstrengenden

Arbeiten würdigt.

Anfang November ist wie in jedem Jahr das Wasser abgestellt worden.

Die somit erforderlich gewordene Winterfestmachung, verbunden mit

dem Freiblasen wirklich aller Leitungen, ist erfolgt.

Das bedeutet, dass Gäste entsprechend Frischwasser mitbringen müssen.

Fünf Liter pro Gast sollten reichen. Solange noch kein durchschlagender Dauerfrost

herrscht, bietet auch die schwarze Regentonne einen begrenzten Sanitär-Wasservorrat.

Die Abwasserentsorgung funktioniert bekanntlich auch

im Winter. Auf jeden Fall ist bei der Abreise deshalb in den Abläufen (Spüle,

Toilette) für ausreichend Frostschutz zu sorgen. Die Wintertoilette in der Außendusche

wartet auf Beiträge von Hüttennutzern und –nutzerinnen.

5


In der rechten Dusche sind wie gewohnt alle verfügbaren Kanister mit

Brauchwasser gebunkert, alles in allem etwa 120 Liter.

Erinnert sei an dieser Stelle auch noch einmal an das Verfeuern des

Holzes, bei der wegen der Feuchte auf die Lagerzeit geachtet werden sollte.

Zunächst geht’s dem Rest der Scheitelfeihe unter der Fichte an den Kragen,

dann erst dem Stapel an der Giebelseite des Schuppens. Mitgebrachtes trockenes

Holz kann natürlich auch außerhalb dieser Regel verfeuert werden.

Gern gesehen werden in diesem Zusammenhang Brennholzspenden, ob noch

feucht oder schon trocken, am besten gleich für den Kaminofen zugerichtet.

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Elbsandsteinsplitter

Der Wanderweg zwischen Porschdorf (Porschdorfer Einkehr) und

Waltersdorf über den Abzweig zum Fritzschenstein mit dem Bockstein ist

endgültig gesperrt. Der Weg führt über privaten Grund und Boden, und der

Bauer weigert sich strikt, den Weg zu benutzen. Die Wegweiser wurden abgebaut.

In diesem Jahr wird der Chor der Bergfinken 100 Jahre alt. In Sachen

Gesangskultur am Fels sind die Bergfinken eine Instanz. Gegründet

wurde der Chor 1920 als Gesangsabteilung des SBB.

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Im Vereinszentrum des SBB wurde eine Ausstellung über den Fotografen

Walter Hahn eröffnet. Kuratiert wurde sie von Frank Richter.

Neben bekannten Bildern sind auch seltene Fotos zu sehen, so zum Beispiel

ein ganz altes Foto von der Rübezahlstiege. Sehen konnte man sie leider nur

bis zum 15. Januar 2020 während der Öffnungszeiten des Vereinszentrums

von 9 bis 22 Uhr.

Ab Oktober 2019 wurden das Afrikahaus und das Heimatmuseum in

Sebnitz geschlossen. Grund ist eine Generalüberholung.

Der rund um den Gohrischstein ist nach Instandsetzung

und neuer Beschilderung neu eröffnet worden.

Dagegen endgültig geschlossen ist der Weg von der Burg

Altrathen zur Bastei. Der Fitnessbetreiber aus Bremen

lässt sein Privatgrundstück einzäunen. Der Weg muss

deshalb auch aus dem Wegenetz der Karten genommen und sogar zurück

gebaut werden.

Pro Jahr fallen in der Sächsischen Schweiz rund 16

Tonnen Müll an. Jetzt ist die alte Tradition des Sauberen

Gebirges wiederbelebt worden. Am 21, September waren

10 Gruppen mit etwa 50 Teilnehmer beim Aufräumen.

Man muss schon staunen, was alles weggeworfen wird. So

fand die Jugendgruppe der DAV Sektion Dresden unterhalb

der Basteiaussichteinen ganzen Sack mit Basecaps sowie Fotozubehör ein.

Außerdem wurde unter den Weißen Brüchen zehn Kubikmeter alten DDR-

Mülls eingesammelt.

Die Aktion soll wieder jährlicher Standard werden.

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Eine weitere Böhm-Karte ist erschienen. Der Kartograf hat sich diesmal

des Gebietes um die Balzhütte im schönen Maßstab 1 : 10 000 angenommen.

Die Karte Balzhütte/Na Tokani zeigt das Gebiet südlich von Hinterhermsdorfer

Kirnitzschklamm bis Dittersbach (Jetrichovice).

ISBN 978-3-910181-21-2.

Wie die Zeit vergeht! Der Lückenschluss zwischen Sebnitz und Dolní

Poustevna ist seit fünf Jahren Wirklichkeit. Die Fahrgastzahlen haben sich gut

entwickelt. Die Bahn ist zufrieden.

Die Felsenburg Ŝaunststejn

wird saniert und ist deshalb nur teilweise

begehbar. Dass es wieder eine

solche massive Metallkonstruktion

wie bei der Felsenburg Falkenstein

geben wird, ist hoffentlich nicht geplant.

Die Nationalpark Infostelle auf dem Großen

Winterberg bleibt geöffnet. Möglich wurde das,

nachdem ein neuer Pächter auf dem Gipfel einen

Imbissstand betreibt. Der alte Pächter der Gaststätte

war insolvent geworden. Auch der Aussichtsturm

ist nach wie vor begehbar.

An der Hohen Straße ist eine der ältesten steinernen Wegweisersäule

restauriert wieder aufgestellt worden. Der Standort ist in der Nähe der Gaststätte

„Waldhaus“ nahe der Kreuzung mit der Straße nach Saupsdorf. Der Unterbau

musste neu geschaffen werden, nachdem ein Langholztransport diese

praktisch zerstört hatte.

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Wegen diverser Ringbeschädigungen hat der Sächsische Bergsteigerbund

Anzeige gegen Unbekannt erstattet. 24 mutwillige Zerstörungen

wurden bisher festgestellt, die Liste ist einsehbar unter

www.bergsteigerbund.de/ringbeschaedigung. Die Mehrzahl der Beschädigungen

ist inzwischen behoben, der Rest ist vom Boden aus einsehbar, ist also

beim Routenstudium erkennbar.

Die Situation hat unter Kletterern zu Verunsicherung und auch Verdächtigungen

geführt. Sogar Namen wurden in sozialen Medien genannt. Der SBB bittet

deshalb um Mäßigung und darum, die polizeilichen Ermittlungen abzuwarten.

An zwei Klettergipfeln am Pfaffenstein sind Sperrungen zu beachten,

und zwar dürfen vom hinter den Gipfeln Hintere Abendwand und Stiller

Turm liegenden Massiv bzw. dem Felsaufbau aus diese Gipfel nicht bestiegen

werden.

Eine großflächige Sperrung an der Steinschleuder ist notwendig geworden,

weil eine ca. acht Meter hohe Säule im Verlaufe des SW-Weges ihre

Position verändert hat. Sie lehnt jetzt an dem dahinter liegenden großen

Vorpfeiler an. Auf der Säule liegen zudem einige instabile Blöcke. Absturzgefahr

ist nicht auszuschließen. Es wird empfohlen, an nachfolgenden Wegen

nicht mehr zu klettern: SW-Wand, Herbstweg (oberer Teil), Direktausstieg

zum Herbstweg, Wünschelroute (oberer Teil nur noch durch Querung erreichbar)

und Zeigefinger/Fingerkrampf im Bereich der ersten drei Ringe vor

dem Band. Teilweise handelt es sich leider um sehr beliebte **-Wege.

Im kommenden Jahr wird der Chor der Bergfinken 100 Jahre alt. In Sachen

Gesangskultur am Fels sind die Bergfinken eine Instanz. Gegründet wurde

der Chor 1920 als Gesangsabteilung des Sächsischen Bergsteigerbundes.

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Drei tödliche Kletterunfälle gab es im vergangenen Jahr in der Sächsischen

Schweiz. Der eine ereignete sich am Euklid, einer beim Abseilen am

Hirschgrundkegel und einer an der Vorderen Gans. Der Verunglückte am

Hirschgrundkegel war vermutlich nicht ausreichend gesichert. Auch im Erzgebirge

gab es einen Unfall mit tödlichem Ausgang. An einer Naturkletterwand

bei Wolkenstein stürzte eine Kletterin etwa 25 Meter in die Tiefe.

Seit 20 Jahren werden

speziell für den Zugang zu

den Kletterfelsen festgelegte

Zeichen verwendet und

meist auch akzeptiert. In

letzter Zeit allerdings werden

diese nützlichen Zeichen

häufig zerstört. Sie werden mitsamt der Rinde von Bäumen gekratzt, mit

Farbe übersprüht oder sogar mit Hammer und Meißel vom Felsen gestemmt.

Diese Zeichen vermeiden die Suche nach Zugängen im „Suchmodus“,

was immer mit einer gewissen Zerstörung von Natur einhergeht.

Wichtige Links zu diesem Thema sind: https://www.nationalpark-

saechsische-schweiz.de/der-nationalpar/grundlagen/rechtsgrundlage-

2/rechtsgrundlagen/ und https://www.nationalpark-saechsischeschweiz.de/sevice/downloads/.

Bei Schmilka ist Ende August ein Forschungsschiff gestartet, das die

Wasserqualität der Elbe bei extremem Niedrigwasserstand untersuchen soll.

Der gesamte Flusslauf bis nach Geesthacht wurde untersucht. Insbesondere

interessierte die Wissenschaftler das Algenwachstum. Die Messstation in

Schmilka ist inzwischen hochwassersicher ausgebaut.

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Die Erdgasleitung Nord Stream 2 durch die Ostsee hat auch Folgen

für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, denn von Greifswald aus

wird durch den Osten Deutschlands eine Stichleitung nach Tschechien verlegt,

um den dortigen Gasbedarf decken zu helfen. Sachsens Oberlandesgericht

hat jetzt die letzten Einwendungen zurückgewiesen.

Die Sächsische Schweiz ist nicht nur filmreifes Gelände (zuletzt für den

Schmarren „Der Ranger“), sondern auch gut geeignet für schwierige Notfallübungen.

2018 übten zum Beispiel die Höhlenretter, in diesem Jahr nun gab

es dort die größte Katastrophenschutzübung Sachsens. Mehr als 950 Einsatzkräfte

übten im Elbtal bei Schöna, Bad Schandau und Pirna die Rettung von

300 Personen aus einem verunglückten Zug, der „in einen Erdrutsch gerast“

war. Auch der Prossener Hafen war bei der Übung mit einbezogen.

Der kleinste Greifvogel im Nationalpark ist der Sperber. 2019 konnten

10 besetzte Reviere ermittelt werden. Immerhin 38 Jungvögel flogen aus.

Der größte Feind des Sperbers ist sein großer Bruder, der Habicht. Er selbst

ernährt sich fast ausschließlich von Singvögeln.

Auch im vergangenen Jahr gab es wieder Gipfelsammler, denen es

darauf ankam, alle „zu haben“. Manfred Vogel, der schon alle hatte, schaffte

dies jetzt auch im Vorstieg. Vogel (im Freundeskreis „Knox“) hat nun übrigens

auch Bernd Arnold und auch Gisbert Ludewig bei den Erstbegehungen überholt.

Über tausend sind es inzwischen. In der Kategorie „Alles vorgestiegen“

gibt es jetzt 73 Kletterer, bei der „Alle Gipfel“-Katogorie sind es mittlerweile

323. Auch mit höherem Alter kann man sich noch im Ranking platzieren,

wenn auch nur auf den hinteren Plätzen. Der Pfarrer im Ruhestand Dr. Christoph

Schneider schaffte das mit 68 Jahren. >>>

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>>> Begonnen hat das Dokumentieren der Leistungen am 4. August 1968,

als nämlich der „kühne“ Kühn, wie ihn seine Freunde nannten, erstmals seinen

Klettererfolg, nämlich alle offiziellen Gipfel bestiegen zu haben, dem seit

Anfang an dafür zuständigen Chronisten Dietmar Heinicke gemeldet hatte.

Gerda Jakob war im Jahr 1980 die erste Frau, die das auch schaffte. Alle Gipfel

im Vorstieg schaffte 1981 Christian Glaser. Der älteste Alle-Gipfel-

Besteiger ist mit 87 Jahren Paul Illmer. Generationen übergreifend schaffte

das Ziel die Familie Zimmermann. Großvater Wilhelm, Vater Bernd und Sohn

Dirk gehören zu der Gilde jener, die die Sächsische Schweiz von allen Gipfeln

bewundern konnten.

Inzwischen gibt es auch Kletterer, die zusätzlich alle Gipfel im böhmischen

Teil des Elbsandsteingebirges erreicht haben.

Die Tourismusverbände der Sächsischen und der Böhmischen Schweiz

agieren künftig unter einem gemeinsamen Logo. Seit 15 Jahren arbeiten die

beiden Verbände schon ziemlich eng zusammen. Jetzt firmieren sie auch gemeinsam

als „Sächsisch-Böhmische Schweiz“. Unter anderem steht auf dem

Programm, attraktive Punkte in dem Gebiet beiderseits der Grenze über verschwundene

oder vergessene Wege wieder zu verbinden und diese Wege

gleichzeitig zu sanieren und auch zu markieren..

Die Anwohner im Elbtal zwischen Dresden und der Grenze zu Tschechien

erhalten einen verbesserten Lärmschutz. 25 Kilometer Schallschutzwände

sollen errichtet werden und auf 27 Kilometer Länge werden so genannte

Schienenstegdämpfer eingebaut. Letztere sollen schon in den beiden

kommenden Jahren eingebaut werden, die Lärmschutzwände werden voraussichtlich

ab 2013 errichtet, hoffentlich nur so hoch, dass die Durchreisenden

noch etwas von der schönen Landschaft mitkriegen können.Für die

Maßnahmen stünden insgesamt 56 Millionen Euro zur Verfügung, teilte die

Bahn mit.

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Der Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (RVSOE) ist

von der Insolvenz bedroht. Die Gesellschaft kann nur gerettet werden, wenn

Verluste in Höhe von 4,5 Millionen Euro ausgeglichen werden.

Eine Überschuldung des Verkehrsunternehmen wird es nicht geben, kündigte

Landrat Geisler an. Der Landkreis als Gesellschafter will versuchen, das fehlende

Geld selbst aufzubringen. Der RVSOE war Anfang des Jahres aus dem

Regionalverkehr Dresden und der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft entstanden.

Der Landkreis ist Eigentümer.

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50 Jahre Jahresabschlussfahrt – Ein persönlicher

Rückblick

Jubiläen haben es an sich, dass vorwiegend in die

vergangene Zeit zurückgeblickt wird. Für mich

war das diesmal ein sehr emotionaler Rückblick,

denn das Klettern und Bergsteigen in der EBM-

Gemeinschaft hat mir so viele schöne Stunden

und Erinnerungen beschert, dass ich mir für die

50. Ausgabe der Jahresabschlussfahrt wünschte, dass diese noch einmal eine

„große Nummer“ werden und von der man noch einige Zeit später sprechen

würde. Für mich sollte das auch eine Art Dank an die Berliner Klettercommunity

sein. Dazu wollte ich alle Register ziehen. Es war ein berührendes Gefühl,

wie viele Mitstreiter es dafür gab, allen voran Steffi Göricke, ohne die so

mancher Termin baden gegangen wäre. >>>

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Begonnen haben wir schon im Dezember 2018, also knapp ein Jahr vor dem

Termin. Bereits im Februar lag das Logo von Reinhard Link vor, sodass die

Werbung für das Ereignis beginnen konnte. Die Wochen und Monate danach

lief die materielle Umsetzung der diversen Ideen auf vollen Touren. Lediglich

im Juli/August haben wir die Füße etwas hochgenommen. Der größte Brocken

war das Nähen der Kletterführerschutzsäcke. Dabei haben uns die ehrenamtlichen

Nähkünstler Steffi, Wolfgang Puchmüller und Jörg Steingräber

aufopferungsvoll unterstützt. Man glaubt ja gar nicht, wie viele Aktionen nötig

waren, bis das Nähen überhaupt begonnen werden konnte: Stoffe auf

Bedruckfähigkeit testen, dann Stoff und Garn ordern, disponieren für die Näher

und Näherin, erste Muster für das Bedrucken testen und so weiter. Auch

die Reepschnur zu besorgen und nach dem Nähen einzufädeln, gehörte dazu.

Dank an Mario Bornschein vom AUSSTEIGER, der das edle Material (immerhin

180 laufende Meter) kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Das ganze Jahr

über lief die Fähnchen-Produktion. Etwa 250 größere und kleinere wurden

produziert. Die kostbaren, die mit dem Fuß aus geschliffenem Holz auf den

Tischen, stammten von Micha Meyer und Gudrun Reinsdorf. Das Verteilen

auf die Zimmer übernahm großzügig der Quartiergeber.

Einen ganz großen und wichtigen Block nahmen in der Vorbereitung die Produktion

der Filme und der Präsentation ein. Hier war die Recherche zur Historie

sehr aufwendig. Dank an Rudi Kebschull, der in seinem umfangreichen

Bilderarchiv gestöbert hat und ohne Gert Kommichau und Sigrid Marotz wäre

ich aufgeschmissen gewesen. Zudem hat Gert auch noch seine Hightec-

Technik uneigennützig zur Verfügung gestellt. Die Riesenleinwand, deren

Aufstellung gar nicht so schwierig war, wie befürchtet, hatte Steffi in Dresden

geordert, und Jochen hat sie geholt und auch wieder zurückgebracht. Dafür

ist er sogar einen Tag länger geblieben. Auch an ihn geht mein Dank. Das Aufstellen

klappte dank einiger technisch begabter Leute problemlos. Wenn ich

die Wirkung dieser riesigen Leinwand rückblickend beurteilen soll, dann kann

ich nur sagen, es war eine Superidee, sich nicht mit einer kleineren zu begnügen.

Daneben gab es noch diverse Leute, die Ideen beigesteuert und meist

auch selber tatkräftig umgesetzt haben. >>>

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Nennen möchte ich Jörg Marotz, den Erfinder der Rettungsbox für den Fliegerpokal,

Anke Kunst von CAMP4, die die Aufsteller für die historischen Fotos

und die herrlich dekorierten Puppen beigesteuert hat, und vor allem die

Horzelbuben, die das traditionelle Begräbnis des alten Kletterjahres, ursprünglich

ja mal mein „Baby“, in herzerfrischender Weise neu interpretiert

haben. Ich gestehe, es hat mich gerührt, mit welchem Spaß die Truppe dabei

war. Und ich habe auch mitbekommen, wie sie danach ihren von Beifallstürmen

begleiteten Auftritt gefeiert haben. Auch der Aufschrei, den sie in den

Saal schickten, als sie als Sieger des Fotowettbewerbs bekannt gegeben wurden,

hat mich gerührt, denn mir wurde in diesem Moment klar, dass diese

Jungen und Mädchen mal unser Erbe weiterführen würden.

Und schließlich möchte ich noch einige Akteure im Hintergrund nennen, ohne

die das Ganze hätte nicht stattfinden können. Vor allem trifft das auf Ulf und

Christiane zu, die die Quartierfrage und den Empfang mustergültig bewältigt

haben und Willy Göricke, der die Finanzen und zusammen mit Ulf die vertraglichen

Feinheiten mit dem Haus fest im Griff hatte. Dann: Was wäre der Fotowettbewerb

ohne Reinhard Czichelski. Nicht zu vergessen auch Michael

Beyer, der unkompliziert für die notwendige Audiotechnik nebst deren wirkungsvollen

Einsatz sorgte und Jörg Steingräber, der wieder den Fliegerpokal

sicher über die Bühne gebracht hat. Zu diesen Programmstützern zähle ich

auch Sören Marotz, der mich mit seiner kurzweiligen Moderation zu Quiz und

Fotowettbewerb wirksam entlastet hat.

So, nun hoffe ich, dass ich niemanden zu nennen vergessen habe, der für die

gelungene Veranstaltung einen Beitrag geliefert hat. Bleibt mir jetzt nur noch,

den Betreiber des Hauses, Herrn Weist, zu nennen, mit dem zusammenzuarbeiten

sehr angenehm ist. Der Mann ist ausgesprochen lösungsorientiert und

ist, wie er es mir selbst so gesagt hat, „zu jeder Schandtat bereit“, wenn damit

der Erfolg einer solchen Veranstaltung gesichert werden kann.

Auch das Personal des Hauses möchte ich loben, denn es musste mit so

mancher Zusatzforderung von uns leben und hat das alles klaglos mitgemacht.

Dank an alle, die mitgemacht haben.

Harald

>>>

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>>> PS. Ein Dank geht auch an die Sektion Brandenburger Tor, die für die

diesmal nicht ganz billige Veranstaltung ziemlich tief in die Vereinskasse gegriffen

hat. Danke Knut, das Ganze wäre sonst nicht in der Qualität über die

Bühne gegangen.

Ein paar Schlaglichter der Veranstaltung sind weiter hinten in diesem Heft

nachzusehen..

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Lösung Fotorätsel aus dem Heft 2/2019:

Aus dem Heft 2/2019 ist noch die Auflösung des Fotorätsels offen:

Das Foto zeigt unseren Ehrenvorsitzenden Jochen Söhler im Südweg des

Tiedgesteins (früher auch Rosenbettfels genannt)

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Aus aller Welt

Das nepalesische Tourismusministerium plant, die Sicherheitsrichtlinien

für Bergsteiger, die auf den Mount Everest wollen, deutlich zu verschärfen.

So sollen zum Beispiel Aspiranten für den Berg zuvor mindestens einen

6500er bestiegen haben. Zuletzt hatte es viel Kritik gegeben, weil zu viele

Genehmigungen erteilt worden waren an Leute, die konditionell dem Berg

nicht gewachsen oder auch zu unerfahren zum Beispiel im Steigeisengehen

waren. Von den 381 Bergsteigern, die im Mai 2019 einen Besteigungsversuch

unternommen haben, hatten es über 100 nicht bis ganz oben geschafft.

Der Berg wird immer mehr zu einer unverzichtbaren Einnahmequelle für

Nepal. Er ist der größte Devisenbringer. Die Genehmigungen sollen sich in

Zukunft von jetzt ca. 10 000 Euro >>>

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>>> auf dann mehr als 30 000 Euro verteuern. Pro Tag dürfen dann höchstens

150 (!) Bergsteiger an einem Tag auf dem Gipfel sein.

Seit der Erstbesteigung 1953 haben über 5000 Bergsteiger den Gipfel erreicht.

Mehr als 300 kamen dabei ums Leben.

Von der Spezial-Expedition, die der Premierminister von Nepal im April

persönlich zur Besteigung des Everests verabschiedet hatte, fehlt immer noch

das offizielle Ergebnis. Die vier Männer sollten den Everest neu vermessen

und damit die erste von Nepal selbst initiierte Messung seiner Höhe vornehmen.

Eineinhalb Jahre lang war das Ganze vorbereitet worden. Seit dem

schweren Erdbeben von 2015 wird vermutet, dass der Berg möglicherweise

etwas geschrumpft sein könnte.

Nicht nur die Besteigung des Berges ist gefährlich, sondern auch schon die

Anreise. Der Flughafen Lukla kommt seinem Ruf als gefährlichster Flughafen

der Welt immer wieder gerecht. In der Frühjahrssaison sind beim Start

eines Kleinflugzeuges drei Personen tödlich verletzt worden. Wegen der

mangelhaften Wartung gilt für alle nepalesischen Fluggesellschaften ein Flugverbot

in der EU.

Das schmelzende Eis am Everest legt nicht nur hin und wieder eine Leiche

frei, etwa 200 davon werden noch unter dem Schnee vermutet, sondern

möglicherweise auch archaische Viren und andere vergessene Krankheiten.

Nachdem im Permafrost der Arktis 2015 ein 30 000 Jahre altes Virus gefunden

worden war, befürchtet man Ähnliches auch bei den Gletschern.

Weltweit sind etwa 1,9 Milliarden Menschen von so genannten Bergwassertürmen

abhängig. So nennt man Berge bzw. Bergmassive, die mit ihren Gletschern

und Schneeauflagen für die Trinkwasserversorgung eines Gebietes essentiell

sind. Auf den Indus-Wasserturm sind weltweit die meisten Menschen

angewiesen. Der Indus-Wasserturm versorgt weite Teile des Himalajas und

von Regionen in China, Indien, Pakistan und Afghanistan. >>>

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>>> Wasserturmsysteme, die auf anderen Kontinenten hoch in der Liste stehen,

sind die südlichen Anden, die Rocky Mountains und die Alpen.

Weltweit gibt es 78 auf Berggletscher basierende Wassersysteme. Alle sind

durch den Klimawandel latent gefährdet. Dazu haben Anfang November 150

Wissenschaftler der Weltwetterorganisation (WMO) in Genf beraten. Der Titel

der Konferenz: „Berg-Gipfel“.

Die UNESCO hat den Alpinismus auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes

aufgenommen. Die Schweiz, Frankreich und Italien hatten sich um

den Titel beworben. Deutschland und Österreich haben sich dem Antrag

nicht angeschlossen, wohl aber in dem entsprechenden Gremium den Beschluss

mitgetragen. Aus der deutschen Unesco-Kommission hieß es dazu,

der Alpinismus betone „Werte des Miteinanders und des verantwortungsvollen

Umgangs mit der Natur“ und das Klettern und Wandern im Gebirge basiere

auf vielfältigem Wissen über die Natur- und Wetterverhältnisse sowie der

eigenen körperlichen Fähigkeiten.

Ob die zuständigen Unesco-Leute dabei die Zustände am Everest, Kilimandscharo

oder anderen Modebergen auch im Blick hatten, darf bezweifelt werden.

Den Alpinismus der Vergangenheit, der aus der Begründung spricht, gibt

es schließlich nicht mehr.

Der Uluru (Ayers Rock) in Australien darf seit Ende Oktober nicht mehr

beklettert werden. Australiens Regierung hat damit Konsequenzen aus dem

ausufernden Tourismus gezogen. Feten bis hin zu Nacktfotos auf dem weltgrößten

Monolithen hatten die religiösen Gefühle, der dort lebenden

Anangu bis ins Unerträgliche verletzt. Für die Ureinwohner ist der Berg heilig.

Andere heilige Berge, wie den Fuji, den Olymp oder auch den Sinai darf man

ohne Beschränkung betreten. Der einzige heilige Berg, dessen Gipfel bisher

noch nicht betreten worden ist, ist der Kailasch (6700 m) in Tibet. Einen

menschlichen Fuß auf die schneebedeckte Pyramide zu setzen käme einer

Gotteslästerung gleich. Das glauben Buddhisten wie auch Hindus. Alle Versuche

von respektlosen Bergsteigern etwa getarnt als Müllsammler oder Naturschützer

wurden von anderen Bergsteigern oder den Behörden vereitelt. >>>

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>>> In Bhutan gilt übrigens jeder Berg über 6000 Meter als heilig. Trekking in

diesen Regionen ist verboten.

Heilige Berge können auch für Atheisten interessant sein, dann nämlich,

wenn sie ihre Weisheit und Größe dem Volke rüber bringen wollen. So hat

sich unlängst Nordkoreas Diktator Kim Jong Un auf weißem Pferd mit weißem

Umhang vor den schneebedeckten Hängen des höchsten Gipfels der Halbinsel,

dem Vulkan Peaktu (2744 Meter), für Propagandafotos ablichten lassen.

Die olympischen Spiele 2020 nähern sich mit raschen Schritten und damit

auch die erstmaligen Wettbewerbe der Kletterer. Aus Deutschland haben

sich für die beiden Nationenstartplätze Alexander Megos und Jan Hojer qualifiziert,

letzterer als Achter bei einem Qualifikationsturnier im November in

Toulouse. Deutsche Frauen konnten sich nicht qualifizieren.

Das olympische Wettkampf-Format „Olympic Combined“ besteht aus dem

Lead (Schwierigkeitsklettern mit Seilsicherung), dem Bouldern und einem Geschwindigkeitsklettern.

Die drei Disziplinen werden mit Punkten bewertet

und anschließend zur Ermittlung des Gesamtsiegers kombiniert.

27 Millionen Euro Geldstrafe sollen zwei italienische Studenten zahlen,

weil sie beim unaufmerksamen Grillen einen Waldbrand verursacht haben.

Die Summe ergibt sich aus dem angerichteten Schaden.

Wäre ja vielleicht auch Handlungsanregung für deutsche Stellen, wenn es um

Feuer in der Sächsischen Schweiz geht.

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Regionaler Frühstückskorb im Schloss Prossen

Frühstückskörbe mit regionalen Produkten gibt es für die Übernachtungsgäste

von Schloss Prossen. Anfang des Jahres baten die Prossener das Regionalmanagement

„Sächsische Schweiz“ um Unterstützung, regionale Produkte für

die Bestückung der Körbe zu finden. Leider sind nicht alle Produkte regional

zu bekommen, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: >>> (S.22)

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Impressionen vom Wasserleitungsbuddeln an der Weinberghütte



>>> Eier: Geflügelhof Zilly, Hohnstein (Ehrenberg) Marmelade: Kathleens

Fruchtaufstriche, Kathleen Dittrich, Hinterhermsdorf Honig: Imkerei Berthold,

Beerwalde Wurst, Fleisch: Agrarproduktion Struppen Brötchen/Brot: Bio-

Bäckerei Maik Förster, Bad Schandau Quark, Joghurt, Käse: Bauernhof Steinert,

Cunnersdorf Äpfel aus dem eigenen Schlossgarten

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Sandstein mobil

Kirnitzschtal-Linie 241 In der Zeit vom 04.11.2019 bis 03.04.2020 (Winterfahrplan)

werden auf der Linie 241 zusätzliche Busse zwischen dem Nationalparkbahnhof

Bad Schandau und dem Kurpark Bad Schandau angeboten. Diese

Busse sind auf den Fahrplan der Kirnitzschtalbahn abgestimmt und bieten

eine gute Verbindung zur S-Bahn S1.

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Alte Obstsorten erhalten

Tipala! …ist kein Tippfehler, sondern eine Zwetschgenart. Auch der Name

„Pfirsichroter Sommerapfel“ ist zum Anbeißen. Diese Obstsorten sind aber

nur zwei von weiteren 27 Obstsorten, die am Samstag, dem 2. November

2019 unterhalb unseres Hausgipfels, dem Lilienstein unter großer Beteiligung

von Einwohnern, der Stadtverwaltung Königstein, der Freiwilligen Feuerwehr

und von vielen Freiwilligen gepflanzt wurden – trotz klassischen Novemberwetters.

Und auch der Bürgermeister von Königstein Tobias Kummer legte

selbst mit Hand an. Anlass dafür ist der Erhalt der historischen und fast 100

Jahre alten Obstallee, die mit den 48 neuen Hochstamm-Obstgehölzen die

Einfriedung der Ortschaft Ebenheit und das Landschaftsbild bewahren helfen.

Zugleich unterstützt die Pflanzung auch den Hochwasser- und Naturschutz.

22


Großzügig unterstützt wurde das Engagement der Freiwilligen mit wärmender

Verpflegung und Getränken durch das Panoramahotel Lilienstein sowie

die Agrarproduktion „Zur Bastei“ GmbH, die durch ihre Aktivitäten bereits im

Vorfeld zum guten Gelingen des Vorhabens und letztlich zum Erhalt der Kulturlandschaft

aktiv beigetragen haben.

Die Aktion wurde gefördert durch das Leader Projekt Förderung Kulturlandschaftserhalt

und Ehrenamt in der Nationalparkregion.

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Fällung von Roteichen im Schmilkaer Revier

Roteichen breiten sich im Nationalpark überdurchschnittlich schnell aus. Aus

diesem Grund plant die Nationalparkverwaltung diese Baumart auszudünnen.

Ein Roteichenwäldchen soll deshalb im Schmilkaer Revier gefällt werden,

weshalb es dort zu Widerstand durch interessierte Bürger kam. >>>

23


Am 4.12.2019 fand nun vor Ort ein Bürgergespräch der Nationalparkverwaltung

zur Fällung der Roteichen statt.. In intensiven Gesprächen hat die Nationalparkverwaltung

die naturschutzfachlichen Gründe für die geplante Fällung

erläutert. Seitens der anwesenden Bürger wurde unter anderem der Wert

der Bäume für den Klimaschutz und das Landschaftsbild hervorgehoben. Sie

bemängelten auch, dass die Aspekte des Klimaschutzes in der naturschutzfachlichen

Planung für den Nationalpark bisher keine Rolle spielen und übergaben

hierzu ein Positionspapier.

Alle Beteiligten führten die Diskussionen so, dass am Ende in der Waldfläche

auch ein konkreter Kompromiss besprochen wurde.

Die Nationalparkverwaltung hat die Fällungen der Roteichen auch weiterhin

ausgesetzt. Nach aktuellem Stand werden die Fällmaßnahmen reduziert. Es

wird auch geprüft, ob ein kompletter Verzicht auf die Fällungen möglich ist.

Der Leiter der Nationalparkverwaltung Dr. Dietrich Butter fasste zusammen:

„Der Nationalpark geht nicht unter, wenn die Roteichen stehen bleiben, aber

die intensive Ausbreitung dieser Baumart, in unserem Schutzgebiet sehe ich

aus naturschutzfachlichen Gründen kritisch.“

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Sperrung: Der Wanderweg Reitsteig ist nach großem Windwurf zwischen

Hochhübel und Hickelhöhle gesperrt.

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Limerick

Da gab’s einen Klett’rer aus Meißen,

der wollt‘ sich am Felsen beweisen.

Das ging zuerst gut,

dann verließ ihn der Mut.

Jetzt lässt er’s, geht lieber auf Reisen.

24


Jahresabschlussfahrtimpressionen

25


26


Zur letztjährigen Jahresabschlussfahrt hat

„Adolf“ noch mit uns zusammen das Jubiläum

gefeiert, jetzt müssen wir leider endgültig von

ihm Abschied nehmen. Während eines Urlaubs

in Ägypten ist er beim Schnorcheln tödlich verunglückt.

Adolf gehörte gewissermaßen zum

Inventar unserer Gruppe. Seit 1968 war er Mitglied

bei EBM. Im April wollte er noch seinen

80. Geburtstag groß feiern. In seiner klettermäßigen

Sturm-und -Drang-Zeit packte er sogar

den siebten Grad. Das Klettern ebbte ab, aber Sturm und Drang waren weiterhin

sein Markenzeichen. Nicht jeder von uns kam damit klar. Immer aber

war auf ihn Verlass, wenn man ihn ansprach. Bei der diesjährigen Jahresanfangsfahrt,

bei der er so oft dabei war, habe ich ihn vermisst. EBM wird ihn

im Gedächtnis behalten.

Harald

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Berg- oder Kletterschuhe sanieren?

Dann auf in die Berliner Schuhmacherei in der Berlinerstraße nahe der U-

Bahnstation Vinetastraße. Die Jungs dort haben sich auf Berg- und Kletterschuhe

spezialisiert. Außerdem kann man dort die sagenumwobenen Bertl-

Bergschuhe kaufen. Der Laden kooperiert mit der Münchner Firma, die diese

Schuhe in überwiegend Handarbeit herstellt.

Die überaus robusten Bertl-Schuhe zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass

die Sohle kein angespritztes Kunststoffteil, sondern herkömmlich gedoppelt,

28


das heißt angenäht ist.

Der Laden ist von 10 bis 18 Uhr, am Dienstag bis 20 Uhr geöffnet. Montags ist

Schließtag. Am Sonnabend ist der Laden auch zu.

Neben dem Bergstiefeln und den Kletterschuhen wird natürlich alles noch

Reparierbare auch repariert, dazu auch Sattlerarbeiten jeglicher Art.

Eine Besonderheit gibt es in dem Laden auch noch, man kann dort nämlich

Bienenhonig vom Imker abfassen. Dieser Imker ist ein alter Bekannter. Er

kommt aus Weißensee und heißt Michael Gütt.

Die Schuhmacherei bietet außerdem handwerkliche Einblicke, denn es findet

dort nichts hinter verschlossenen Türen statt. Selbst von der Straße aus kann

man den Handwerkern auf die Finger schauen.

Unfälle, die aufhorchen lassen

Immer wieder passieren vermeidbare Unfälle, nicht nur in unserer Sächsischen

Schweiz. Besonders beim Handling mit der Sicherungstechnik, und

auch beim Abseilen werden oft folgenreiche Fehler gemacht.

Hier eine Auswahl aus dem Jahr 2019:

Im Oktober stürzte ein Mann bei Obertrubach (Fränkische Schweiz)

20 Meter in die Tiefe. Er sicherte sich erst nach dem ersten Standplatz,

kletterte jedoch ohne Helm. Ein Felsbrocken löste sich, und der Mann stürzte.

Lebensgefährlich verletzt wurde er in eine Klinik eingeliefert.

Im November sind in der Hohen Tatra zwei Menschen in den Tod gestürzt.

Sie gehörten einer 11-köpfigen Touristengruppe aus der Ukraine an.

Der Unfall passierte am Südhang der Lomnitzer Spitze. Wegen Schneesturmes

und Nebels herrschte eine sehr schlechte Sicht, wodurch ein Hubschraubereinsatz

nicht möglich war. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der tödlichen

Bergunfälle in der Hohen Tatra dramatisch angestiegen. Im Jahr 2018 waren

es 32 Menschen.

Ein Radebeuler Bergsteiger wurde auf dem Dachstein vom Blitz erschlagen.

Zusammen mit einem Zweiten hatte er den Dachstein erstiegen.

Trotz sich ankündigendem Wetterumschwung >>>

29


>>> hatten beide den Gipfel noch mitgenommen und hatten das Ende des

Klettersteigs im Abstieg schonfast erreicht, als der Blitz sie traf. Der Zweite

überlebte verletzt.

Auf dem Jubiläumsgrat zwischen Zugspitze und Alpspitze verunglückte

ein 27-Jähriger tödlich. Sein 34-jähriger Begleiter konnte die Bergwacht

alarmieren. Beide waren erfahrene Alpinisten und gut ausgerüstet gewesen.

Bei einer Live-Übertragung (!) einer Besteigung des Fujijama im Oktober

ist der gezeigte Bergsteiger tödlich abgestürzt. Er hatte die Bilder

selbst gestreamt, auch der Absturz war am Anfang noch zu sehen. Die Behörden

waren durch Internet-Nutzer alarmiert worden, die die Besteigung verfolgt

hatten. Zuvor war er dringend von Zuschauern aufgefordert worden, die

Besteigung abzubrechen, denn es gab eisige Temperaturen, tiefen Schnee

und rutschigen Untergrund.

Der Fuji ist nur in den Monaten Juli/August für jedermann zur Besteigung frei

gegeben. Außerhalb dieses Zeitfensters werden keine Unterkünfte angeboten,

aber verboten ist die Besteigung nicht.

Ω

Wölfe in der Sächsischen Schweiz?

Eindeutig ja! Da Wölfe zurzeit

noch unter absolut strengem

Schutz stehen, passiert logischerweise

das, was zum Beispiel

bei der dereinst vom

Aussterben bedrohten Tierart

Kormoran passiert ist: Sie

vermehren sich immer schneller.

Beim Kormoran ist der

Schutz inzwischen zumindest in der Nähe von Fischereigewässern gelockert

worden. Dort darf er abgeschossen werden. >>>

30


>>> Für den Wolf gibt es inzwischen sogar Einzelnachweise im Gebiet

Stolpen-Stürza und Rosenthal-Bielatal. Inzwischen gibt es allein in Sachsen

16 Rudel mit 48 Welpen.

Mittlerweile bewegt sich in der Politik etwas. Der Bundestag und der Bundesrat

beraten zum Umgang mit dem Wolf. Das wird auch langsam Zeit, denn

sonst entsteht immer mehr Unverständnis für den neuen Waldmitbewohner

Wolf. Im Raum Ralbitz-Rosenthal (Landkreis Bautzen) , in dem in den letzten

Jahren Hunderte Schafe gerissen worden waren, hat sich eine Bürgerinitiative

etabliert, die innerhalb kürzester Zeit fast 20 000 Unterschriften für die Begrenzung

der Wolfspopulation gesammelt hat . Die Gegend hat inzwischen

die größte Wolfsdichte von ganz Deutschland. Und wen wundert es dann,

dass sich natürlich eine bekannte rechtspopulistische Partei an die Spitze der

Bewegung stellt.

Hier noch ein paar aktuelle Zahlen: Anfang Dezember haben das Bundesamt

für Naturschutz und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes

zum Thema Wolf (DBBW) neue Zahlen zum Bestand herausgegeben. Brandenburg

hat mit 41 Rudeln Sachsen als Wolfsland Nummer Eins abgelöst. Dahinter

rangieren Sachsen und Niedersachsen mit 22 beziehungsweise 21 Verbänden.

Nach Angaben des Wolfsmonitorings in Niedersachsen sind dort mit Stand

Dezember 2019 sogar 23 Rudel heimisch. Ein Rudel besteht aus etwa acht

Tieren – den Eltern und Nachkommen der letzten zwei Jahre. Erstmals wurden

Wölfe in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und

Schleswig-Holstein nachgewiesen – auch wenn es nur Einzelgänger sind. 11

Bundesländer sind jetzt Wolfsgebiet.

Nach dem Monitoring für das Wolfsjahr 2018/19 – es reicht vom 1. Mai eines

Jahres bis zum 30. April des Folgejahres – gibt es neben 105 Rudeln noch 25

erfasste Wolfspaare sowie 13 sesshafte Einzelwölfe. Beim vorhergehenden

Monitoring waren es deutschlandweit 77 Rudel, 40 Paare und 3 Einzelwölfe.

Eine Steigerung um fast 50 Prozent!

31


Kleiner statistischer Rückblick zur Jahresabschlussfahrt

2019

%

1. Fotowettbewerb:

122 Stimmen wurden abgegeben. Nur ein Beitrag erhielt

keine Stimme. Einmal wurde eine Stimme vergeben,

dreimal zwei. Dann folgten Beiträge mit 9, 10 und

15 Stimmen. Ganz knapp mit 16 Stimmen hat Anke Kunst den dritten Platz

erreicht, Dietrich Knorr mit 21 Stimmen den zweiten und die Horzelbuben mit

klarem Vorsprung von 40 Stimmen den ersten. Selbst wenn kein Einziger der

Horzels für ihre eigene Fotowand gestimmt hätte, wären sie als klarer Sieger

hervorgegangen!

2. Quiz

Das Quiz war diesmal so gestaltet, dass alle gewinnen konnten, nicht nur die

Alle-Gipfel-Experten oder die langjährigen Gebirgsgänger. Zudem waren die

Fragen nicht kurzfristig zu beantworten, sodass man sich hätte noch ausgiebig

umhören können.

Von den 152 Teinehmern haben genau 100 ihre Stimme abgegeben. 25 Teilnehmer

davon hatten alles richtig beantwortet. Aus dieser Teilmenge wurde

später die „Siegerin“ gelost. 20 Mietrater hatten wenigstens zwei Richtige.

Die Mehrheit hatte aber nur eine oder gar keine Frage richtig beantwortet.

Das überraschte doch, denn wir hatten die Fragen bis auf die dritte so ausgewählt,

dass man sie eigentlich hätte wissen müssen oder nachrechnen

können. Die Leute von Lok waren beim Wissen/Raten die erfolgreichsten.

PS.: Für die 16 Mitratenden, die die Frage eins falsch beantwortet hatten,

hier noch die Aufklärung:

Die erste Jahresabschlussfahrt fand 1969 statt. Regulär wäre also die 50. Ausgabe

2018 fällig gewesen. Aber wegen der Inbesitznahme unseres damaligen

Quartiers in Rosenthal durch die Genossen der ruhmreichen Nationalen >>>

32


>>> Volksarmee, die seinerzeit die Aufgabe hatten, uns von den schädlichen

Einflüssen der befreundeten Bruderländer zu schützen, musste die Veranstaltung

1989 nämlich leider ausfallen.

Ach ja, und für das Logo hatte Rainer Link die Anregung an den Wehltürmen

bekommen, und zwar sieht man die Felsen in etwa so, wenn man auf den

Bänken der Rathener Felsenbühne sitzt.

Ω Ω Ω Ω Ω

Leute .… Leute .… Leute …. Leute .… Leute … Leute .… Leute

Reinhold Messner – 75 Jahre

Wenn man einmal das Kletterjahr 2019 Revue passieren lässt, könnte man

glauben, nichts besonders Wesentliches ist passiert, außer dass Reinhold

Messner inzwischen 75 Jahre alt geworden ist. Keine Publikation, die alpinistisch

etwas auf sich hält, aber auch die seriösen Blätter, die sonst mit dem

Alpinismus nichts am Hut haben, >>>

>>> widmeten diesem Ereignis viel papierenen Raum. Selbst Anzeigenblätter

ließen das Ereignis nicht aus. In machen Veröffentlichungen kam er quasi als

Heiliger des Alpinismus daher.

Gerne wurden in diesem Zusammenhang Weggefährten des Ausnahmealpinisten

interviewt beziehungsweise andere Ausnahmekletterer

befragt, die es – welche Überraschung

– ja auch noch gibt. Unisono wurde der

Meister zunächst gelobt, als ob man eine Leichenrede

halten müsste. Weiter hinten in den Interviews

ging es dann durchaus auch mal kritischer

zu Werke, insbesondere bei denen, die unter

Messner groß raus gekommen sind oder auch als

Seilpartner neben ihm unter seinem Ehrgeiz gelitten

haben. >>>

33


>>> Vom Alpinismus-Guru selbst war in den Interviews nichts Neues zu hören.

Alles schon mal gehört oder gelesen.

Und dennoch, Messner hat immer und zu fast allem etwas zu sagen und hat

dem Alpinismus zweifelsohne wichtige Impulse gegeben, auch wenn er öfter

Dinge kritisiert oder bedauert, die er selbst durch sein Vermarktungsverhalten

zumindest befördert hat. Bemerkungswert in diesem Zusammenhang ist

beispielsweise sein sechstes Mountain Museum, auf beziehungsweise im

Kronberg in über 2000 Metern Höhe errichtet. Zuvor hatte er mal strikt gefordert,

die Berge über 2000 Metern in Ruhe zu lassen.

Auch für seinen Tod dereinst hat er schon jetzt vorgesorgt. Nachdem sein

Herzenswunsch, nämlich das Himmelsbestattung, also von Geiern zerrissen

zu werden, nicht realisierbar ist, hat er sich jetzt auf seinem Schloss Juval ein

Grabmal wie für buddhistische Mönche bauen lassen. Dort soll dann nach

seinem Willen einmal seine Asche deponiert werden. Vor dem Tod habe er

keine Angst, sagt er, wohl aber vor dem Sterben.

Und was sagt er sonst noch so? Nachstehend ein paar Beispiele:

Natürlich äußerte er sich gegenüber der Deutschen Presseagentur auch zu

Greta Thunberg und der friday-for-future-Bewegung. Er ist da skeptisch.

„Konkret wird sich nichts bewegen“, stellte er fest. Falls Greta einmal

Polikerin werde, komme es darauf an, was sie durchsetzen könne. Es nütze

nicht, gute Ideen zu haben, wenn man nicht gewählt sei, meinte Reinhold.

Für ihn komme es in jeder Weise auf „Verzicht“. Wenn dieser Begriff jedoch

so negativ belegt bleibe wie gegenwärtig, werde das wohl nicht gelingen.

„Es gibt keine Stelle [am Everest], wo Sie nicht mit den Händen in der Hosentaschen

hinauflaufen könnten“, monierte er gegenüber der Neuen Osnabrücker

Zeitung und geißelte damit den nach seiner Meinung den sich greifenden

„Pistenalpinismus“. „Da bauen 200 Sherpas in einem Monat eine Piste

vom Basislager zum Gipfel, ein paar Meter breit, links und rechts Seile.“ Der

Zeitung erzählte er, dass er einmal von einem sehr reichen Amerikaner, Fluglinienbesitzer,

gebeten worden sei, ihn auf den Everest zu bringen, mit welchen

Mitteln auch immer. Er habe abgelehnt, weil er neben etlichen anderen

Gründen es vor allem nicht gut fände, >>>

34


>>> dass man sich so etwas kaufen kann.

„Sie ist mein Resonanzboden“, sagt Messner in der BUNTEN über seine neue,

einige Jahrzehnte jüngere Lebensgefährtin, er spüre bei ihr eine große Neugier

an dem, was ich mache. Seine bisherige Frau, die er nach 25 Jahren wilder

Ehe 2009 geheiratet hatte und mit der er drei Kinder hat, verließ ihn.

Als einzigartige Leistung lobte Messner bei AFP die Leistung von Nirmal Purja

(36), der in nur sieben Monaten alle 14 Achttausender bestiegen hat. Dies sei

eine einzigartige Bergsteigerische Leistung. Der bisherige Rekordhalter, der

polnische Bergsteiger Jerzy Kukuczka, hatte seinen Rekord 1987 nach rund

sieben Jahren und elf Monaten aufgestellt.

Olympische Schatten

Alexander, der jüngere der beiden Huberbuam, befürchtet den Einzug des

Dopings auch beim Klettern. „Bisher war das Klettern eine sehr saubere

Sportart, weil nicht viel Geld im Spiel ist“, meint er bei der Deutschen Presseagentur

(dpa). Mit der Professionalisierung, den Nationalteams und der ärztlichen

Betreuung wäre es ein Wunder, wenn das Klettern frei von Doping

bliebe. Er sagte dies vor dem Hintergrund der diesjährigen olympischen Spiele.

Aber auch er könne den Reiz des Großereignisses nachvollziehen. „Das ist

sehr schwer zu sagen, >>>

>>> ob ich mich dem Magneten Olympia hätte entziehen können.“ Es stehe

schließlich im Raum, der erste Olympiasieger zu werden und das sei natürlich

schon eine Hausnummer.

Bernd Arnold erhält Paul-Preuß-Preis

Seit 2013 gibt es den Paul-Preuß-Preis, bei dem als

Kriterium für die Verleihung unter anderem gilt:

Dieser Preis wird an extreme Bergsteiger beziehungsweise

Kletterer verliehen, die sich im Laufe

ihrer gesamten bergsportlichen Entwicklung [ … ]

im Sinne der Philosophie Paul Preuß‘ mit dem

Verzicht auf technische Aufstiegshilfen >>>

35


>>> dem freien Klettern verschrieben und besonders ausgezeichnet haben.

Überreicht wurde der Preis von Alexander Huber, der selbst Jahre zuvor als

Preisträger geehrt worden war. Andere Preisträger waren unter anderem

Reinhold Messner, Hansjörg Auer und Beat Kammerlander. Arnold ist der erste

„nichtalpine“ Preisträger.

Kampf um Anerkennung

Lhakpa Gelu Sherpa musste 13 Jahre warten, ehe ihm

das Oberste Gericht in Nepal seinen Besteigungsrekord

auf den Everest anerkannt hat. Er steht seit 2019 auch

im Guinnessbuch der Rekorde. Nach 10 Stunden und 56

Minuten stand er 2003 auf dem Gipfel, Auf- und Abstieg

in 18 Stunden und 20 Minuten. Doch dann kam Pemba

Dorje Sherpa und behauptete, nur 8 Stunden und 10 Minuten bis zum Gipfel

gebraucht zu haben. Einen Beweis, zum Beispiel ein Gipfelfoto konnte er

nicht vorzeigen. Trotzdem erkannte ihm das Tourismusamt den Rekord an.

Erst 2017 erklärte das oberste Gericht Nepals den angeblichen Rekord für

ungültig. Lhapka Gelu hatte einen Anwalt eingeschaltet.

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Limerick

Ein Kletterer aus Krippen

beim Klettern sich brach oft die Rippen.

Er hielt sich nicht feste,

dann wär’s wohl das Beste,

er hielte sich fern aller Klippen.

-har-

36


Siegfried Sachse - Ein Leben im DAV

Nur wenige Mitglieder des Deutschen Alpenvereins

bringen es auf eine Vereinszugehörigkeit,

die für die meisten

Bergsteiger ein ganzes

Menschenleben bedeuten

würden. Siegfried

Sachse hat dies geschafft.

Dazu musste er

aber auch erst einmal

90 Jahre alt werden,

was er in diesem Jahr

geschafft hat. Einen

großen Teil seines

Bergsteigerlebens verbrachte er unter anderen zusammen mit seinem Vater

Kurt Sachse in der Klettergemeinschaft von Einheit Berlin Mitte.

Seine 77jährige DAV-Zugehörigkeit begann in einer Zeit, in der die Fachschaft

Bergsteigen der Hitlerjugend noch das Sagen hatte und die Mitgliedschaft bestätigen

musste. Den Weltkrieg und die Zeit der Mauer >>>

37


>>> überstand das Dokument gut behütet. Diesen Ausweis (sh. Foto) hütet

er immer noch wie seinen Augapfel. Seinen 90. Geburtstag hat er standesgemäß

auf seinem Stammplatz in der Gaststätte „Zum Turmhaus“ gefeiert,

über dem ein Foto des Watzmanns hängt. Da sein Geburtstag genau auf das

Datum unserer Jahresabschlussfahrt fiel, gratulierte ihm eine kleine Delegation

von EBM eine Woche später, natürlich auch wieder unter dem besagten

Watzmann-Bild.

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Berge machen gesund

Und zwar nicht nur die Seele, sondern auch den Körper.

Das hatte schon Johanna Spyris „Heidi “ gewusst und

damals ein Rollstuhl abhängiges Stadtkind in Pflege genommen.

Nach einigen Monaten konnte das auf den

Rollstuhl verzichten, jedenfalls in der Erzählung. Dass

aber einige Gebirgspflanzen wohltuend für den Körper

sein können, ist schon seit alters her bekannt. <<<

Allen voran kennt man das ja von der Arnika

(volksmundlich „Bergwohlverleih“). Extrakte von dieser

Pflanze werden vor allem bei stumpfen Verletzungen angewendet.

Aber auch die Symbolpflanzen der Alpen Enzian, insbesondere der

Gelbe Enzian, und das Edelweiß (im Volksmund: Bauchwehblüml), bieten vielfältige

Anwendungen. Von den Bitterstoffen des Enzians weiß man das schon

lange, besonders die Freunde von Likören. Die Bitterstoffe des Enzians, und

das ist inzwischen mit klinischen Studien wissenschaftlich nachgewiesen,

können Magen-Darm-Beschwerden tatsächlich lindern. Auch auf das streng

geschützte Edelweiß hat sich die Forschung gestürzt. So wurde inzwischen

nachgewiesen, dass der Gehalt an Edelweißsäure mit der Höhe zunimmt.

Diese Substanz schützt die Pflanze vor der in der Höhe auch größeren UV-

Strahlung. Jetzt macht sie folgerichtig in Sonnenschutzpräparaten Karriere. Es

gibt deshalb schon Bemühungen, >>>

38


>>> die Pflanze regelrecht auf Feldern anzubauen. Alle Pflanzenteile des

Edelweiß‘ enthalten bioaktive Substanzen, die antimikrobiell, entzündungshemmend

und antioxidativ wirken. Im Labor machten sie vielen Bakterien,

wie Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus

den Garaus. Damit bestätigte sich die Wirkung der Pflanze, die ihr schon von

altersher von den Berglern zugeschrieben wurde.

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Zahlen … Zahlen … Zahlen … Zahlen … Zahlen … Zahlen …

„0 Milliarden Hühner, 1,5 Miliarden Kühe und je eine Milliarde Schafe und

Schweine würden nicht mehr gebraucht, wenn sich die Menschheit voll vegetarisch

ernähren würde. Dadurch würden 33 Millionen Quadratkilometer

Land, etwa die Fläche von Afrika, frei, auf der jetzt Tiere gehalten werden.

Die Fläche für den Futtermittelanbau ist da noch gar nicht mit einbezogen.

Ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen gelangen aus der Tierhaltung

in die Atmosphäre. Ein besonders schlimmer Klimakiller fiele weg, das

Methan. 25 mal schädlicher als CO2. Es wird vor allem von den Rindern bei

deren Verdauung erzeugt. Die Tierhaltung stößt mehr Treibhausgase aus als

alle Autos, Flugzeuge und Züge zusammen.

Sieben Millionen weniger Tote jährlich wären nicht mehr zu beklagen, die

Sterberate würde um sieben Prozent auf Grund der dann gesünderen Ernährung

sinken. Die Gesundheitskosten, die aus fleischlastiger Ernährung resultieren,

werden auf weltweit etwa 1,5 Billionen US-Dollar geschätzt.

Aber ein Umstieg von heute auf morgen, so schätzen die Verfasser der Studie

ein, aus der die Zahlen stammen, ist unrealistisch. Denn etwa eine halbe Milliarde

Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt beziehungsweise ihren Lebensmittelunterhalt

in der Fleischproduktion. Besonders die Kleinbauern in

den Entwicklungsländern wären betroffen.

Der Unstieg kann also nur langsam gelingen. In den meisten Ländern liegt der

Anteil von Vegetariern zwischen zwei und fünf Prozent, in Indien 30 Prozent.

39


EBM-Kompakt:

Gruppenabende monatlich, jeweils am 3. Dienstag 18 Uhr (im Dezember am

2. Dienstag). im Begegnungszentrum LIBEZEM, Rhinstraße 9, 10315 Berlin-

Friedrichsfelde Tel.: 5229200

Gruppenmitgliedschaft 10,– Euro Beitrag/Jahr unabhängig von einer Mitgliedschaft

im Deutschen Alpenverein (DAV). Eine Mitgliedschaft im DAV ist

nicht Bedingung.

Eine Hütte in Prossen steht allen Gruppenmitgliedern zur Nutzung offen,

genauso deren Freunden und Bekannten, vorausgesetzt, es ist jemand von

der Gruppe mit auf der Hütte.

Übernachtungsgebühr 6.- Euro pP, Schüler ab 10 Jahren 3.- Euro und unter

10 Jahren 1 Euro.

Hüttenmitgliedschaft 30 Euro/Jahr, dann Übernachtungsgebühr nur 2,50

Euro, Schüler ab 10 Jahre 1 Euro, darunter frei. Abrechnung bei Willy

Göricke (siehe unten).

Die Hütte befindet sich in 01814 Prossen, in der Ferienanlage Weinberg,

Bungalow-Nummer 20/21; Anfahrt über Bergstraße

Hüttenschlüssel gegen Pfand bei Thomas Klenz.

Anmeldung bei Thomas Klenz (im Verhinderungsfall auch bei Ulf Knoll).

Kontakte:

Ulf Knoll 0160/98 15 98 77, Alfred-Randt-Str. 16, 12559 Berlin

Thomas Klenz 67820278, Walchenseestr. 12, 12527 Berlin

Harald Wiemann 80 90 89 70, Tirschenreuther Ring 20, 12279 Berlin

Jochen Söhler 564 87 73, Cecilienstr. 172, 12683 Berlin

EBM-Finanzen: Willy Göricke, wgo99@t-online.de

IBAN: DE51160500001100334366, BIC: WELADED1PMB

Ausführliche Infos über: www.einheit-berlin-mitte.de (Dort gibt es auch eine

Belegungsübersicht für die Hütte.)

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