VISIONEN 03 April-Mai 2020

VISIONEN.spirit.and.soul

Für uns alle ist es zwischenzeitlich selbstverständlich, dass Tiere wie auch Bäume und Pflanzen iteinander kommunizieren, dass Miteinander-Reden eine Verbindung schafft, Beziehungen herstellt, und doch verabschieden wir Menschen uns langsam aus diesem Netzwerk.
Miteinander-Reden braucht das Zuhören, Zuhören aber braucht Geduld und Empathie. Man muss sich in den anderen Menschen ineinversetzen und kann es nicht wegklicken, wenn es uns nicht gefällt. Wir müssen die Worte des anderen aushalten können. Dazu braucht es Mut und Demut. Beim tatsächlichen Miteinander-Reden sprechen die Augen, als Fenster der Seele, mit. Sie zeigen uns das innere Befinden, geben Einblick in Gefühle und Bedürfnisse, in Ängste oder Einsamkeit, dazu kommen Gestik und Ausdruck, die eine Verbindung schaffen. Dieser Austausch bereichert uns, gibt uns Kraft und Freude, beflügelt unsere Seele.

visionen.com ISSN 1434-1921 | E08273 € 5,90 DEUTSCHLAND | A: € 6,50 | CH: SFR. 9,00 | L: € 6,90

SPIRIT& SOUL

APRIL / MAI 2020

EXTRA

20 Seiten

Bücherfrühling

Heft im Heft

LASST UNS

REDEN

Alles spricht

BÄUME

Kopfsache

Glücklich

im Job

KINDER

Wenn du zuhörst,

wird es hell

FERNOST

TRENDWENDE MIT

NATURSCHUTZ


afro-pfingsten

festival winterthur

CELEBRATING

AFRICA

SINCE 1990

27 may–

1 june 2020

afro-pfingsten.ch

VORVERKAUF

artischock.net

CONCERTS MARKET PARTIES WORKSHOPS PARADE

CO PARTNER

FESTIVALPARTNER

MEDIAPARTNER


EDITORIAL

LIEBE

LESERINNEN

UND LESER

Das digitale Zeitalter schafft das Reden

ab – und damit auch das Zuhören. Wir

tippen wie die Weltmeister, wenn ein Sack

Reis in China umfällt, wir kommentieren

und chatten über jede Stecknadel und

vergessen dabei das Miteinander-Reden. Es

ist nicht nur Bequemlichkeit oder Zeitgeist,

nein, der Grund liegt tiefer.

Für uns alle ist es zwischenzeitlich

selbstverständlich, dass Tiere wie auch

Bäume und Pflanzen miteinander kommunizieren,

dass Miteinander-Reden eine

Verbindung schafft, Beziehungen herstellt,

und doch verabschieden wir Menschen uns

langsam aus diesem Netzwerk.

WENN SIE WIRKLICH

ZUHÖREN, DANN

GESCHIEHT DABEI

EIN WUNDER. DAS

WUNDER BESTEHT

DARIN, DASS SIE GANZ

BEI DEM SIND, WAS

GESAGT WIRD, UND

GLEICHZEITIG IHREN

EIGENEN REAKTIONEN

LAUSCHEN.

Miteinander-Reden braucht das

Zuhören, Zuhören aber braucht Geduld und

Empathie. Man muss sich in den anderen

Menschen hineinversetzen und kann es

nicht wegklicken, wenn es uns nicht gefällt.

Wir müssen die Worte des Anderen aushalten

können. Dazu braucht es Mut und

Demut. Beim tatsächlichen Miteinander-

Reden sprechen die Augen, als Fenster

der Seele, mit. Sie zeigen uns das innere

Befinden, geben Einblick in Gefühle und

Bedürfnisse, in Ängste oder Einsamkeit,

dazu kommen Gestik und Ausdruck, die

eine Verbindung schaffen. Dieser Austausch

bereichert uns, gibt uns Kraft und Freude,

beflügelt unsere Seele.

In der virtuellen Welt fällt all dies

weg, wir verharren und erstarren in uns,

vergeben die Chance des Austausches, verbleiben

in unserer Ich-Welt und beklagen

uns gleichzeitig über die Leere um uns.

Raus ins Leben, mutig sein, reden, Zeit

schenken und zuhören – das schafft in uns

Glück und Zufriedenheit.

Eure Visionäre

Thich Nhat Hanh

3


LEICHTIGKEIT

GEWINNEN MIT

DETOX-YOGA

80

OFFEN UND

AUFMERKSAM:

ZUHÖREN KÖNNEN

TUT GUT

12

WILDROMANTISCH:

UNTERWEGS IN DER

SÄCHSISCHEN SCHWEIZ

60

WEISHEIT

VOM SINN DES ZUHÖRENS

WIE KOSTBAR, WIE KÖSTLICH

12

AUFMERKSAMKEIT

ALS PRAXIS

OHNE ZWANG, OHNE

KONTROLLE

20

KLEINE SCHRITTE ZUM

GROSSEN ZIEL

STÖRENFRIEDE &

STOLPERSTEINE MEIDEN

Kirpal Singh

26

MENSCHEN MIT VISIONEN

ANNETTE KAISER

110

INSPIRATION

MIT DEM HERZEN

SPRECHEN:

ACHTSAME

KOMMUNIKATION

Tina Engler

30

SPRECHEN OHNE WORTE:

NONVERBALE

KOMMUNIKATION

Martina Pahr

36

DIALOG DER KLOPFENDEN

HERZEN

KREATIVES GESPRÄCH IM

KREIS

42

BEZIEHUNG

BRAUCHT SPRACHE

MIT KINDERN SPRECHEN

50

GLÜCKLICH IM JOB

ARBEIT NEU DENKEN

Achim Pothman

54

REISEN

AUF MYSTISCHEN PFADEN

DURCH DAS

ELBSANDSTEINGEBIRGE

WANDERURLAUB IN DER

SÄCHSISCHEN SCHWEIZ

Tina Engler

60

WOHLFÜHLEN

BENGSTON ENERGY

HEALING

HANDAUFLEGEN MIT

IMAGE-CYCLING

Manuela Knipp-Lillich

70

4


TITELTHEMA

KOPFSACHE:

GLÜCKLICH IM JOB

54

TELEPATHISCH VERBUNDEN:

DER MIT DEN BIENEN SPRICHT

96

TITELTHEMA

GENIAL ODER

GESTÖRT? MERKUR-

PROBLEME HEILEN

76

MARIA SANCHEZ:

BEFREIUNG DURCH GEFÜHL

86

MACH MIT! NATURSCHUTZ-

PROJEKTE IN FERNOST

100

INHALT

03 / 2020

ASTROMEDIZIN

MERKUR: DER PLANET DER

KOMMUNIKATION

Susanne Dinkelmann

76

DETOX-YOGA

LOSLASSEN UND

LEICHTIGKEIT SPÜREN

DURCH ENTGIFTEN

Tina Engler

80

BEFREIUNG DURCH

GEFÜHL

DIE URWUNDE HEILEN

Martina Pahr

86

NACHHALTIGKEIT

DIE VERNETZUNG

IN DER NATUR

ALLES KOMMUNIZIERT: DAS

WOOD WIDE WEB

Christian Salvesen

92

DER HEILER DER MIT DEN

BIENEN SPRICHT

TELEPATHISCHE

KOMMUNIKATION MIT DER

TIERWELT

Andrea Michaelis

96

DA TUT SICH WAS!

BÄUME STATT BRACHLAND

NATURSCHUTZ-PROJEKTE

IN FERNOST

Martina Pahr

100

EXTRA

20 Seiten

Bücherfrühling

Heft im Heft

IMMER IN VISIONEN

Editorial, 3

Augenblicke, 6

Kurz & Visionär im April, 18

Poesie, 58

Veranstaltungen & Termine, 108

Kleinanzeigen, 112

Zu guter Letzt, 117

Vorschau & Impressum, 118

5


6


AUGENBLICKE

Die Sprache

ist die

Kleidung der

Gedanken.

SAMUEL JOHNSON, ENGLISCHER DICHTER

7


10

V S 0 2 _ 0 3 1 i d 0


AUGENBLICKE

Darin besteht die Liebe: Dass sich zwei Einsame

beschützen und berühren und miteinander reden...

RAINER MARIA RILKE, DEUTSCHER DICHTER

11


KOMMUNIKATION

WIE KOSTBAR, WIE KÖSTLICH

VOM SINN

DES

ZUHÖRENS

12


WEISHEIT

Carl Rogers (1902–1987) entwickelte mit der Klientenzentrierten

Gesprächstherapie eine der wegweisenden

Therapien unserer Zeit.

Hör mir zu – so lautet einer der

großen und unerfüllten Wünsche

unserer Zeit. Und immer sind es

die anderen, die zuhören sollen

und es nicht können. VISIONEN

probiert und riskiert es: Wie höre

ich wirklich zu? Muss ich das

lernen? Wie entfalte ich diesen

unbekannten Sinn? Wie erhöre ich

dich und – mich und – die ganze

Welt?

Was die kleine Momo konnte wie kein anderer, das war

Zuhören. Das ist doch nichts Besonderes, wird nun vielleicht

mancher sagen, zuhören kann doch jeder. Aber das

ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige

Menschen.

Genau eine Handvoll Menschen fallen mir ein, wenn

ich mich frage: wann hat mir jemals jemand wirklich zugehört?

Ein Mann ist dabei, mein Freund Andreas, der früh

an Krebs gestorben ist. Andy war äußerlich ein nervöser

und leicht chaotischer Typ, aber in ihm war diese tiefe

Ruhe. Schaute er mich von da an: forschend – offen – vorsichtig

– dann öffnete mich das mindestens so für mich

selbst wie für ihn.

Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten

plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil

sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche

Gedanken brachte, nein, sie saß nur da und hörte einfach

zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme. Dabei

schaute sie den anderen mit ihren großen, dunklen Augen

an, und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal

Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte,

dass sie in ihm steckten.

Ich habe Andy Dinge von mir erzählt, die ich selbst

dabei zum ersten Mal hörte. Er hat mir so zugehört, dass

tief und sorgfältig verpackte Anliegen in mir aufgingen und

sich zeigen wollten. Heute würde ich sagen, der Grund

seiner Ruhe war Verletzlichkeit. Andy war nicht nur verletzlich,

er spürte das auch – und konnte darin ruhen. Wenn es

so etwas gibt, dann hat Andy mich ‚erhört‘.

13


THEMA

VEGANES

LEDER AUS

KAKTUS

Das mexikanische Startup

Desserto hat eine rein

pflanzliche Alternative

zum Leder aus gegerbter

Tierhaut entwickelt.

Das Bio-Leder aus den

Fasern des Nopal-Kaktus

sei atmungsaktiv

und widerstandsfähig

wie echtes Leder, aber

umweltfreundlich. Die

Nopal-Fasern werden

nicht wie beim üblichen

Lederimitat auf einen

Träger aus Kunststoff

aufgebracht, sondern auf

ein Gewebe aus Baumwolle.

Zudem benötigt die

Herstellung keine giftigen

Chemikalien, wie sie beim

herkömmlichen Gerben

eingesetzt werden.

Das Material kann zu

Kleidung, Portemonnaies

und Gürteln verarbeitet

werden, die Haltbarkeit

sei allerdings auf 10 Jahre

begrenzt.

DÜFTE

HELFEN

BEIM

LERNEN

Duftstoffe in Zusammenhang

mit Schlaf fördern

die Gedächtnisleistung.

So kann Erlerntes besser

gespeichert werden. Das

haben Forscher*innen der

Uniklinik Freiburg in Versuchen

bei Schulkindern

mit und ohne Rosenduft

nachgewiesen. Der Schlaf

ist eine entscheidende

Phase für das Gedächtnis,

weil in dieser Phase das

am Tag Erlernte, z. B. Englischvokabeln,

ins Langzeitgedächtnis

abgespeichert

wird. Wenn die Kinder

beim Schlafen den gleichen

Duft riechen, den sie

auch beim Vokabellernen

gerochen haben, werden

die gleichen Gedächtnisinhalte

nachts reaktiviert und

so gefestigt.

GOTTESERFAHRUNGEN

IN DEUTSCHLAND

Jeder achte Deutsche hatte schon einmal eine

Gotteserfahrung, stellt das Erfurter

Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere in einer

Umfrage mit 2.081 Erwachsenen im Januar fest.

Betrachtet man die Frage anhand der Konfessionen,

stechen die Mitglieder von Freikirchen hervor: 41 % von

ihnen gaben an, bereits eine Gotteserfahrung gemacht zu

haben. Mit weitem Abstand folgen muslimische Gläubige

mit 19 %. Bei Katholiken liegt der Wert bei 13 %.

Noch weniger bejahten Konfessionslose die Aussage

(7 %). 43 % der Befragten glauben an intelligentes

außerirdisches Leben, 28 % nicht.

EMPATHIE ALS

UNTERRICHTSFACH

KURZ &

VISIONÄR

In Dänemark werden

Schüler zwischen 6 und

16 Jahren neuerdings in

Empathie unterrichtet.

Einmal pro Woche

steht Empathie auf dem

Stundenplan. In dieser

Unterrichtsstunde

sprechen die Kinder

über ihre Probleme

und Gefühle. Wenn

ein Kind berichtet,

hören die anderen zu

und suchen mit Hilfe

des Lehrers gemeinsam

nach Lösungen.

So wird nicht nur das

empathische Handeln

und Fühlen, sondern

auch die Kreativität

der Kinder gefördert,

um Lösungsansätze für

schwierige Situationen

zu finden. Auf diese

Weise sollen sie lernen,

ihre Mitmenschen

besser zu verstehen

und offen über eigene

Probleme zu reden, und

Vertrauen entwickeln.

18


KURZ & VISIONÄR

VIEL

FLEISCH

VERUR-

SACHT

DIABETES

Die neue Rotterdam Study

untersuchte bei 6822 Personen

den Zusammenhang

zwischen Proteinaufnahme

und Diabetes-Risiko. Dabei

wurde nach Art des Proteins

differenziert. Ergebnis:

Eine hohe Zufuhr von tierischem

Protein aus Fleisch,

Fisch und Milch steht in

hang

mit der Entstehung

von Typ-2-Diabetes (643

Personen) und Prädiabetes

Protein (gesamt) und Proteine

aus Hülsenfrüchten,

Nüssen, Getreide, Kartoffeln,

Obst und Gemüse

(isoliert betrachtet) standen

hingegen mit keiner der

beiden Krankheiten in

einem Zusammenhang.

AUSSTELLUNG

„BRIEFE OHNE

UNTERSCHRIFT“

Das Museum für Kommunikation in Berlin zeigt bis zum

11.10.2020 eine Ausstellung über die BBC-Radiosendung

„Briefe ohne Unterschrift“. Die hochbrisante Sendung,

die von 1949 bis 1974 im „Programm für Ostdeutschland“

ausgestrahlt wurde, lud Hörer*innen zum Briefeschreiben

ein. Die anonym verfassten Briefe, die aus der DDR

über Deckadressen in West-Berlin zur BBC in London

gelangten, boten direkte Einblicke in den DDR-Alltag.

Die Ausstellung zeigt u. a. die Stationen der Briefe,

Interviews mit Briefeschreibern und Sendungsmachern,

Tonbandmitschnitte des MfS von den Sendungen.

mfk-berlin.de

WALE ABSORBIEREN

MEHR CO2 ALS BÄUME

Wale sind enorm wichtig

für das Ökosystem und

sollten bei der Klimapolitik

einbezogen werden, so

der Internationale Währungsfond

(IWF). Meeresbiologen

zufolge binden

große Wale im Laufe ihres

Lebens durchschnittlich 33

Tonnen Kohlendioxid. Und

wenn die Wale sterben, hält

ihr Körper das gebundene

CO2 für Jahrhunderte

auf dem Meeresboden

fest. Bäume im Vergleich

absorbieren etwa 20 kg

pro Jahr: Ein Baum, der 80

Jahre alt wird, absorbiert

durchschnittlich 1,6 Tonnen

in seinem gesamten Leben.

Daher sind laut IWF der

Schutz der Wale und eine

Erhöhung des Bestandes

dringend ratsam.

AUSSTELLUNG:

FRAU AM

KREUZ

Bis zum 30.08.2020 zeigt

das Frauen-Museum

Wiesbaden die Ausstellung

„Frau am Kreuz

– Von der mittelalterlichen

Heiligen bis zur

Pop-Ikone“. 500 Jahre

wurde die Frau am Kreuz

als Heilige und Heilerin

verehrt. Im gesamten

Alpenraum finden sich

unzählige Darstellungen.

Sie trägt Namen wie

Sankt Kümmernis (s.

Holzschnitt, Kloster

Tegernsee), Ontkommer

und Wilgefortis, Santa

Liberata oder Eulalia.

Seit dem Spätmittelalter

wird die Gekreuzigte in

langem Gewand und mit

Krone dargestellt. Und:

Heute trägt sie Bart. Die

Figur erlebt aktuell als

Symbol der Befreiung und

Toleranz eine Renaissance

in bildender Kunst,

Pop-Kultur und Politik.

frauenmuseumwiesbaden.de

19


KOMMUNIKATION

Aufmerksamkeit –

als Praxis

Frühmorgens, vor Frühstück und Arbeit. Ich sitze mit

aufgerichtetem Rücken auf einem Kissen oder Hocker auf

dem Fußboden. Es ist still – um mich herum. In mir rauscht

ein verführerischer, mitreissender Strom geistiger Impulse.

Eine Parade von Gedanken, Emotionen und Ideen zieht

endlos und unaufhaltsam durch mich hindurch. Es gurrt und

eins: Aufmerksamkeit.

20


WEISHEIT

Sommer 1995 – als Helfer bei

einer Friedensveranstaltung stehen

wir in einer Reihe vor dem Bühneneingang

des Berliner Tempodrom.

Kurz vor Beginn fährt eine Wagenkolonne

vor, drei schwere Limousinen

mit aufgestecktem Blaulicht.

Aus dem vorderen und hinteren

Wagen springen kräftige Männer

in Anzügen, werfen prüfende Blicke

in die Runde und postieren sich.

Aus der Beifahrertür des mittleren

Fahrzeugs steigt ein Asiate, ebenfalls

im Anzug und kräftig wirkend.

Auch er schaut prüfend in die

Runde, wendet sich dann zur hinteren

Tür und öffnet sie.

Aus der gepanzerten Limousine

steigt ein Mensch wie man ihn sich

ungepanzerter nicht vorstellen

kann. Es ist ein älterer Herr,

mittelgroß, mit dunkler Haut,

Glatze und einer Brille. Er trägt

eine leuchtend rotgoldene Robe, die

rechte Schulter frei gelassen. Er

bleibt stehen und schaut ebenfalls

in die Runde – mit einem Blick

und einem Lächeln, die zwischen

den Bodyguards aufleuchten und

unvergesslich sind. Vollständig

ungepanzert und entwaffnend steht

er einfach da und lächelt uns an.

Der ältere Herr mit Glatze,

rotgoldener Robe und leuchtendem

Lächeln geht unsere Helferreihe

entlang. Er bleibt vor jedem einzelnen

von uns stehen, nimmt beide

Hände in seine Hände, schaut sie

oder ihn ruhig an, nimmt seine

Hände zurück, legt sie zusammen

und verneigt sich. Als er bei mir

angekommen ist, bemerkt er, wie

kalt meine Hände sind – und

behält sie einen Moment länger in

seinen warmen Händen. Er schaut

mich an, mit hellwachen, ruhigen

Augen. Sanft nimmt er seine

Hände zurück, legt die Handflächen

zusammen, verneigt sich und wendet

sich dem nächsten zu. Genauso

wird er einige Momente später die

Reihe der prominenten Teilnehmer

auf dem Podium begrüßen. Gebannt

und wie verzaubert folgen ihm dabei

sämtliche Anwesenden im überfüllten

Zuschauerraum.

Der Dalai Lama ist das geistliche

Oberhaupt der Tibeter. Für

die weltweit dominierende Lebensweise,

der zufolge alles machbar

ist, bietet er eines der größten

und lebendigsten Rätsel. In einem

Kampf um Ressourcen, in dem

Fitness und Leistung zu Sieg und

Gewinn führen sollen, ist ein Dalai

Lama eigentlich fehl am Platz

- oder zumindest absolut lebensuntüchtig.

Vergleicht man seine

Erscheinung mit der erfolgreicher

Führungskräfte aus Politik und

Wirtschaft, dann wirkt er wie ein

Wesen aus einer anderen Welt.

Aber aus einer Welt, in der

immer mehr Menschen leben

möchten. Ihnen gilt der Dalai Lama

als Hoffnungsträger des Menschlichen.

Einen Typus wie ihn wünschen

sie sich an entscheidenden

Stellen in Wirtschaft, Politik und

Kultur. Dieser beeindruckende und

wegweisende Typ erwächst aus:

Mitgefühl. Und die unermüdlich

wiederholte Lehre dieses anerkannten

‚Meisters im Mitgefühl’ lautet:

jeder Mensch trägt dieses Potenzial

in sich und kann es entfalten. Er

muss sich darüber nur klarwerden

und – es tun.

AUFMERKEN – ES

BEGINNT IN MIR.

Der natürliche ungezwängte

Zustand unserer Aufmerksamkeit ist

herumzuschweifen zu immer neuen

Dingen, und so wie das Interesse

eines Objektes erschöpft ist, so wie

wir nichts Neues mehr daran wahrzunehmen

wissen, so geht sie wider

unseren Willen auf anderes über.

Wollen wir unsere Aufmerksamkeit

an ein Objekt fesseln, so müssen wir

eben an diesem selbst immer Neues

zu finden suchen, besonders wenn

andere kräftige Sinneseindrücke sie

abzulenken streben.

Hermann von Helmholtz,

Handbuch der physiologischen Optik

von 1867

Natürlich und ungezwängt

bleibt Aufmerksamkeit so lange

beim Reiz, bis der langweilig oder

übertrumpft wird vom nächsten.

‚Natürlich und ungezwängt‘ reagiert

Aufmerksamkeit auf jeden Reiz, je

reizender, desto unausweichlicher.

Immer neu und immer zu – darauf

ist sie eingestellt. Das macht Aufmerksamkeit

von ganz alleine.

Dafür muss ich nichts tun. Das

kann ich nur abholen und beruhigen

und weiterentwickeln.

Der normalen Disziplin dieser

von Helmholtz als ‚natürlich und

ungezwängt’ bezeichneten Aufmerksamkeit

geht es um mehr

davon, also um eine starke und ausdauernde

Aufmerksamkeit, die sich

fokussieren und fixieren kann auf

ein beliebiges Ziel oder Interesse.

Wir lernen aufzupassen und uns

zu konzentrieren auf Inhalte und

Stoffe, wir erwerben Wissen, indem

wir begreifen und abspeichern. Das

hat mit einer Aufmerksamkeit, wie

sie am Dalai Lama beeindruckt,

soviel und sowenig zu tun, wie eine

Nährstofftabelle mit einem frisch

gebackenen Brot.

21


MEDITATION

Unterschätze nie die Macht einer

einfachen, reinen Tat, die aus dem

Herzen kommt.

(Rabbi Schneerson)

26


Ausgebremst, ausgetrocknet?

Probleme in

der Meditation können

durch kleine Korrekturen

im Lebensstil behoben

werden…

Wir sind in der glücklichen Lage,

als Menschen hier auf Erden zu leben

Von allen Spezies hat allein der

Mensch das Potenzial, Gott zu erkennen.

Dies ist das letztendliche Ziel

des Lebens als Mensch – sich selbst

und Gott zu erkennen. Und der Weg

dahin liegt in der Meditation. Doch

faktoren

und Stolpersteine, die unser

Weiterkommen behindern. Negative

und korrigieren, die Konzentration

auf dem spirituellen Weg zum großen

Ziel zu vermeiden.

AUF EIGENEN BEINEN STEHEN

Der erste Stolperstein betrifft die

Weise von außen aufnehmen. Das

-

Beinen stehen und von niemandem

Es genügt aber nicht, dass du

dein Geld selbst verdienst – es muss

nicht auf Kosten anderer. Verletze also

nicht die Rechte anderer. Was dein

ist deren Eigentum. Alle spirituellen

Meister haben davon gesprochen:

„Wer sein Geld ehrlich verdient

und es mit anderen teilt, ein solcher

Mensch allein kann Gott erkennen.“

-

ken,

dass sich diese Unehrlichkeit in

uns einschleicht und zu negativen

führt. Wenn aber das Geld auf ehr-

Frieden spüren.

WEISHEIT POESIE

DU BIST WAS DU ISST

essen und trinken, seine eigene

unser Essen sich direkt auf unsere

-

Unsere Nahrung kann auch die Konzentration

bei der Meditationspraxis

Nahrung zu uns nehmen, die unsere

achten, durch die unser Essen geht:

die sie zubereitet und auf den Tisch

isst. Wenn die Nahrung auf ehrliche

zubereiten, nur mit reinen Gedanken

und Gottesliebe dabei sind, verleihen

uns diese Mahlzeiten eine spürbare

innere Ruhe.

Kleine

Schritte

zum

Von Kirpal Singh

großen Ziel

27


MEDITATION

ALLE MENSCHEN GLEICH ACHTEN

unser Zusammenleben mit Anderen.

Gott hat allen Menschen die gleichen

Rechte gegeben: Wir sind auf die-

und innerlich gleich aufgebaut. Wir

Aber es gibt offensichtlich Unterschiede:

Der eine steht vielleicht

andere bequem auf einem Stuhl

niedrigere soziale Stellung, Reichtum

von unseren eigenen früheren Handlungen

(Karmas) ab. Manche halten

Stellung oder ihr Bildungsniveau.

verachten. Solche Gefühle erzeugen

in entsprechenden Worten und Taten

Das einzige Heilmittel dagegen

alle gleich sind. Wenn du andere

mit Hass, Arroganz und Ablehnung

sind solche kleinen, unbedeutenden

speichern und die unser Gemüt

nicht ohne Wirkung, sie fallen auf uns

selbst zurück.

Jeder denkt, spricht und handelt

entsprechend seinem eigenen Ent-

Beispiel an, dass sich ein Mensch mit

Hauptschulbildung und ein Akademi-

dass ersterer sich auf der Stufe des

Rücksicht auf diese unterschiedlichen

Gegenüber sagt.

Der dritte Tipp lautet: „Vergeben

und Vergessen.“ So oft kommt es vor,

gut, es ist vergeben“, aber im Herzen

hen.

Das Ich lauert auf eine Gelegenheit,

es ihm heimzuzahlen. Wenn du

der Person nicht aufrichtig verzeihst

diese Rachegedanken nicht aus

Gedanke an die erlittene Verletzung

und das vergiftet dein Gemüt und tut

Falsches gemacht hat, vergibst du

REINHEIT DER GEDANKEN

Jeder Gedanke hat eine spezi-

und eine eigene Farbe, die sich anderen

Menschen mitteilen durch Ausstrahlung.

Wenn ein stinkiger Lumpen

im Zimmer liegt, verbreitet sich der

üble Geruch im ganzen Raum. Stellt

man Blumen ins Zimmer, erfüllen sie

-

Sinne rein zu halten, denn durch sie

gelangt der ganze Unrat erst in unser

Gemüt hinein.

der Augen. Achte auf die geistige

Haltung, mit der du deine Augen

gebrauchst: Schaue nicht mit begehrlichen

Blicken auf andere Menschen

oder auf Dinge. Betrachte andere

nicht mit Feindseligkeit oder Groll

oder mit dem Gedanken, dass sie

schlechte Menschen seien.

dir nichts Schlechtes über andere

an, denn sobald auch nur ein leises

Misstrauen in dir aufsteigt, bekommst

du Bedenken und beginnst an dem

eigenen Augen gesehen hast.

28


WEISHEIT

Wo es keine Liebe

gibt, da bringen

Sie Liebe hin, und

Sie werden Liebe

ernten.

(Johannes vom Kreuz)

Achte auch auf die Reinheit

der Zunge, sonst verlangt es dich

nach Dingen, die einem spirituellen

magst denken: „Hm, das schmeckt

belasten und deine Meditation beein-

Reinheit aller Sinne ist erforder-

Zunge und natürlich auch der Haut.

guten Eigenschaften in dir aufblühen.

sein und deine Meditation nicht

behindern.

WIE DU DENKST, SO WIRST DU

Denke und spreche daher von

niemandem Schlechtes, denn: „Wie

ber

von dessen schlechtem Charakter

angesteckt. Deshalb solltest du auch

nicht von dir selber denken: „Was bin

Manche beobachten andere ganz

scharf und achten auf deren Fehler

das Verhalten anderer nicht kontrol-

darum kümmern. Wenn du einen

Falsches tut, kannst du ihn unter vier

nicht zugrunde.“ Aber verbreite seine

die überall Krankheitskeime verstreut.

Mehr kannst du nicht tun. Wenn ein

Mensch nicht selbst im tiefsten Herzen

er sich bestimmt nicht nach dir richten.

du sprichst. Prüfe: Ist es überhaupt

besser und kümmere dich um deine

eigenen Angelegenheiten.

GANZ BEI DER SACHE SEIN

Wenn du bei der Arbeit bist,

ganz beim Essen, denn es ist eine

Gabe Gottes – sei ihm dankbar dafür.

bei der Sache.

Tue nur eine Sache auf einmal,

und das voll und ganz, einzig und

drei Dinge gleichzeitig in deinem

Kopf umhergehen. Das gilt auch fürs

Denken: Welcher Gedanke dich auch

ganz, bis du zu einer abschließenden

Entscheidung kommst. Dann befasse

du dir viele Sorgen. Und: Beende

nimmst, führe es zu Ende. Dann

kannst du abends heiter zu Bett

Sonst spuken dir die unerledigten

Aufgaben die ganze Nacht im Kopf

herum.

Das sind die kleinen Dinge, die

zu kommen.

Sant Kirpal Singh (1894–1974) wirkte seit 1948

als spiritueller Meister. Auf seinen Vortragsreisen

und als langjähriger Präsident der „Weltgemeinschaft

der Religionen“ erwarb er

sich im Osten wie im Westen große Achtung

und Sympathie.

29


THEMA? KOMMUNIKATION

30


INSPIRATION

MIT DEM HERZEN

SPRECHEN: ACHTSAME

KOMMUNIKATION

Von Tina Engler

Eine achtsame Kommunikation kann

Türen und Herzen öffnen und durch wertschätzende

Begegnungen auf Augenhöhe letztendlich sogar eine

friedvollere Welt erschaffen.

bei uns selbst an. In erster Linie ist es dabei

gemeinsamen Austauschs zurückzunehmen,

das Gegenüber zu verstehen. Gerade heutzutage,

in unserer schnelllebigen Zeit, haben

unseren Gefühlen, der momentanen Stim-

Geschichte. Das hat oftmals überhaupt nichts

immer sind diese im Einklang. Zudem sind

am liebsten dringend und ohne Aufschub ans

munikation

mit dem Herzen im Alltag ist.

31


KOMMUNIKATION

SPRECHEN OHNE WORTE

NONVERBALE

KOMMUNIKATION

von Martina Pahr

Das falsche Wort zur falschen Zeit

verfehlt seinen Zweck. Ohne Worte

kommunizieren wir ehrlicher, da

unbewusst.

36


INSPIRATION

Denken wir einfach einmal an

den letzten Geburtstag des Liebsten

zurück: Du siehst zu, wie dein Schatz

das Geschenk von dir auspackt. So

wie er es sieht, legt sich die Mitte

seiner Stirn in Falten, während die

Mundwinkel nach unten gehen. Dann

schaut er dich an und sagt in etwas

höherer Tonlage als sonst: „Super!

Genau das habe ich mir gewünscht!

Danke!“ Und du weißt: Hat er nicht.

Du wirst ihm keine Krawatte mehr

schenken.

Und du weißt es, weil die gesprochenen

Worte nur sieben Prozent der

Botschaft ausmachen, die bei uns

ankommt. Die anderen 93 % nehmen

wir unbewusst und innerhalb von

wenigen Herzschlägen über andere

Kanäle wahr: Pupillenerweiterung

oder -verengung, Blicke, Mimik, Gestik,

stimmliche Merkmale wie Tonfall,

Betonung, Satzmelodie, soziales

Brummen (wie „Ähem“, „Ahja“ oder

„Hmm“), Haltung und auch Proxemik

bzw. Raumverhalten (die Art, wie wir

im Raum in Relation zu anderen Menschen

stehen, ob frontal, im Winkel,

mit Abstand...). Das alles fällt in den

Bereich der „nonverbalen Kommunikation“.

Und wir tun es unablässig.

Wie seinerzeit der bekannte

Kommunikationswissenschaftler Paul

Watzlawik als Erstes Axiom der Kommunikation

schrieb: „Man kann nicht

nicht kommunizieren.“ Sondern wir

erzählen ohne Worte oft mehr über

uns als mit.

37


DIALOG DER

KLOPFENDEN

HERZEN

Ich

HÖRE

dich – ja, ich höre

dir wirklich zu! – Ich bin

überzeugt und ich spüre:

wenn du sprichst, bist du tief

inspiriert. So höre ich dir zu und

freue mich und bin gespannt

auf dich und das, was aus dir

jetzt sprechen will.

Wer soll

SPRECHEN?

In großen Runden mit

vielen Teilnehmern sage ich:

sprechen sollen nicht die, die

hier führen oder irgendwie steuern

– sprechen sollen die, deren

Herz jetzt klopft! Weil darin

deutlich wird: etwas von tiefer

als Struktur und Rolle will

gesagt werden.

Bitte

sprich, du

weiser Mensch!

– Ja, ich spüre: du

sprichst tief inspiriert.

Ich HÖRE dich und

freue mich und lasse mich

berühren von dem, was du

sagst und zeigst.

Wie SPRECHEN wir

in großen Runden miteinander

– ohne Agenda, ohne Leitung? Wir

lassen im Dialog entstehen, was das Thema

ist. Wir lösen die typische Zersplitterung, wir

heben unser Expertentum auf, in das wir uns

hinein spezialisiert und organisiert haben. Wir

werden wieder Gemeinschaft, öffnen unsere

abgeschotteten Bereiche und fragen: was

bewegt euch?! – und hören einander

wirklich zu.

Im Dialog

ERZÄHLEN wir

nicht, was wir schon

wissen. Wir sprechen

so miteinander, dass

dabei etwas Neues entsteht.

Wir hören einander

so offen und absichtslos zu

wie möglich.

42


INSPIRATION

DIALOG IST EIN GRUPPEN-GESPRÄCH IM KREIS, DAS

DER QUANTENPHYSIKER UND PHILOSOPH DAVID

BOHM IN DEN 1980ER-JAHREN ENTWICKELT HAT.

UNZUFRIEDEN DAMIT, WIE MENSCHEN MITEINANDER

SPRECHEN, PRIVAT UND PROFESSIONELL, GING ES

BOHM VOR ALLEM UM DAS WIE UND DAS MITEINAN-

DER BEIM REDEN UND ZUHÖREN – OHNE LEITUNG,

OHNE AGENDA, 90 MINUTEN MIT ‚SPRECHSTEIN’, + 20

MINUTEN REFLEXION DARÜBER. MENSCHEN BRAU-

CHEN EINEN GEMEINSAMEN SINN, UM GUT MITEIN-

ANDER ZU LEBEN. DIESER SINN WIRD SPÜRBAR IN

GETEILTER AUFMERKSAMKEIT. DAZU KOMMT ES IM

NORMALEN LEBEN NUR SELTEN. DIA-LOGOS BEDEU-

TET: DURCH-WORTSINN – DIALOG VERMITTELT SINN

DURCH WORTE, IM ZUHÖREN UND SPRECHEN.

Hanna Mandl ist Expertin für Dialog. Sie

befreit Teams und Kollegien von eingefahrenen

Strukturen und verbindet sie zurück in

ein offenes und absichtsloses Füreinander.

Dialog führt die auf und davon spezialisierten

Experten wieder zurück in einen gemeinsamen

‚Anfänger-Geist‘, den der Zen Meister Shunryu

Suzuki als wesentlich gegenüber dem ‚Experten-Geist’

betont hat. Hanna Mandl hat ihren

Dialog-Einstieg auf ihrer ersten Konferenz als

Musiklehrerin einer Waldorf-Schule erlebt:

Ich bin reingekommen in den großen

Kreis der Kollegen, wurde begrüßt und bekam

als ganz junges Mitglied des Kollegiums

genauso viel Recht, etwas zu sagen, wurde

genauso gehört wie alle andern. Das hat mich

tief berührt und ich spürte: ja, das ist es! Ich

habe mich gefühlt wie ein Fisch im Wasser.

Einen Nachmittag pro Unterrichts-Woche

in einem großen Kreis, bespricht und organisiert,

trifft Entscheidungen miteinander. Es

ist eine Grundübung in direkter Demokratie.

Ich stelle mir vor: eine Klinik, ein Institut, eine

Verwaltung – vollgestopft mit Experten und

Spezialgebieten. Und das ganze Team versammelt

sich derart im Kreis, um gemeinsam

den Betrieb zu organisieren. Das führt weit

weg aus jedem institutionellen Alltag, den ich

kenne. Und ganz nah in etwas, das viele vermissen.

Es ist eine Vision.

Startups starten spontan dialogisch – und

funktionieren in ihren kreativen Bereichen

weiter so. Hanna Mandl wird gerufen, wenn

Institution und Funktion überhandnehmen –

wenn der Startup- oder auch Anfänger-Geist

wiederbelebt werden soll.

43


LEHRER UND SCHÜLER

AUF DEM INNEREN WEG

Ist es nicht erstaunlich, dass sich Erwachsene im westlichen

Kulturkreis seit der Aufklärung in ihrer geistigen Entwicklung

mit dem Training ihres Verstandes und der Ansammlung

von Nutzwissen begnügen? Welchen Stellenwert hat

die Reifung in ein, ohne Zweifel nicht ausgeschöpftes,

höheres menschliches Potenzial, die innere, die seelische

Entwicklung?

Wenn ein Mensch Verantwortung für sich selbst

übernimmt, heraustritt aus einer oft auf Lebensjahrzehnte

verlängerten kindlich-pubertären Geisteshaltung, mithin

erwachsen wird, dann erwacht er eigentlich ganz natürlich

zu einem Schüler, der sich für die tiefsten Tiefen / die

höchsten Höhen seiner selbst interessiert, für das unermessliche

Jenseits, welches seinen begrenzten Horizont,

seine begrenzte selbstgeschaffene Weltsicht transzendiert.

Ebenso natürlich wird er einen geistigen Führer auf dem

inneren Weg zum Selbst suchen, einen spirituellen Meister.

Spirituelle Meister und zu Schülern erwachte Menschen

ziehen sich an, und sie vereint die einzig reine und unvergängliche

Liebe, die Wahrheitsliebe.

Im Folgenden gibt der spirituelle Meister OM C. Parkin in

Interviewform Einblicke in das Wesen wahrer Schülerschaft

mit Hinweisen auf Entwicklungswege und Fallstricke.

Auszug aus einem

Interview mit

OM C. Parkin

Von Rüdiger Porep

Ein Plädoyer für die

Annäherung an das

Prinzip des

spirituellen Meisters

und eine Einführung

in das Verständnis

von erwachsener

Schüler schaft, die

eine wahre

Begegnung von

Lehrer und Schüler

erst möglich macht

Darf ich ein Zitat von OM nutzen? „In Wirklichkeit ist

die Schüler-Lehrer-Beziehung eine Liebesbeziehung.

Und diese Liebe trägt den Schüler durch die Verwirrungen

und wird durch den Lehrer ständig genährt.“ Für

mich ist das eine sehr wichtige Aussage und ich bitte

dich, sie noch ein wenig auszuführen oder zu erläutern.

48


INTERVIEW MIT OM C. PARKIN

Es ist wahr, dass es eine Liebesbeziehung ist. Es ist gleichzeitig

wahr, dass diese Liebesbeziehung nicht notwendigerweise

den Liebesvorstellungen des Schülers entspricht, weil

eine wahre Liebesbeziehung dazu dient, Vorstellungen von

Liebe zu zerstören und nicht aufrecht zu erhalten. Diese

Liebesbeziehung ist eine Beziehung, in der der Schüler

beginnt, Vertrauen in sein eigenes Herz zu gewinnen, sein

Herz zu hören, sein Herz sprechen zu lassen, sodass sein

ganzer Organismus auf natürliche Weise in Resonanz tritt mit

dem Organismus und der Lehre des Lehrers. Schon ein Kind

hat – wenn auch begrenzten – Zugang zur Liebe. Auch ein

Kind kann lieben, kann die Eltern lieben. Ein Heranwachsender

kann die Eltern lieben. Ein Erwachsener kann lieben. Ein

spiritueller Mensch kann lieben.

Vertrauen in sein eigenes Herz

Die Liebe zieht sich als Möglichkeit durch alle Entwicklungsstufen,

durch alle Phasen der Schülerschaft, beginnend

mit den frühen, den einfachsten, in denen sehr viel

innere Begrenztheit vorherrscht, durch Unwissenheit und

durch innere Spaltungen, in denen Mächte des Unterbewusstseins

die Oberhand haben. Wenn der Schüler jedoch

versteht, dass die Liebe das ist, woran er sich vom ersten

bis zum letzten Moment halten kann, dann kann die Liebe

ihn auch durch alle Begrenzungen, durch alle Angriffe von

Schattenkräften des Geistes begleiten wie ein roter

Lebensfaden, an dem er sich orientieren, an dem er sich

entlang hangeln kann. Und wenn dieser Faden reißt, weil

der Schüler die Wesentlichkeit dieses inneren seidenen

Fadens und die Notwendigkeit, sich an diesem Faden

entlang zu bewegen, vergessen hat, dann übernehmen

andere Kräfte im Bewusstsein des Schülers, Gegenkräfte,

die aus dem Schatten heraus wirken, und dann kommt es

zu den bekannten Phänomenen der Abwendung. Denn

tatsächlich gibt es, solange du an diesem roten Faden dich

aufhältst und entlang bewegst, keinen Impuls der inneren

Abwendung. Wir dürfen das nicht moralisch verstehen, so

als gäbe es ein Verbot der Abwendung, sondern es gibt

schlichtweg keinen Impuls. Denn genau so wenig wie ein

Kind sich von den Eltern abwendet, die es eben liebt,

wendet sich ein Schüler von einem verwirklichten Lehrer

ab, den er nun mal liebt. Dass diese Liebe, die immer

wieder geistigen Begrenzungen unterworfen ist, auch

Prüfungen zu bestehen hat, Grenzen zu überwinden hat,

das ist wahr, was aber nicht bedeutet, dass die Liebe

dadurch zerstört wird. Der rote Faden dieser Liebesbeziehung

bleibt immer bestehen, ist in Wirklichkeit jederzeit

verfügbar für den Schüler, vorausgesetzt, er versteht es,

sich an diesem Faden entlang zu bewegen. So führt dieser

unsichtbare Faden nach innen, denn ein vollständig verwirklichter

Lehrer ist keine andere Person, zu der ein

Jemand eine äußere Liebesbeziehung aufrecht erhalten

kann. Er ist das SELBST.

Bewusste Schülerschaft

Könnte man sagen, dass die Schüler-Lehrer-Beziehung

sich aus einer abhängigen Beziehung in die Beziehung

zweier freier Menschen entwickelt, die dem Gleichen

dienen?

Der erwachsene Mensch ist ja die Frucht der ersten Phase

des inneren Weges, und der erwachsene Mensch ist die

Schwelle zur bewussten Schülerschaft. Wenn es so etwas

wie vollendete innere Freiheit gibt, dann steht sie ausschließlich

dem erwachsenen Menschen zur Verfügung,

der die Entwicklungsstufen des Kindes, des Heranwachsenden

zurückgelassen und integriert hat. Dieser erwachsene

Mensch, der bewusste Schülerschaft annimmt, hat

bereits eine relative innere Freiheit gewonnen, die jenseits

ist von Abhängigkeit oder Unabhängigkeit, denn das sind

Begrifflichkeiten, die in der Schüler-Lehrer-Beziehung gar

nichts zu suchen haben.

Sehnsucht nach Freiheit

Und dieses relativ freie Auge blickt dann in die absolute

Freiheit, die seiner eigenen Sehnsucht entspricht und auch

der Realität, in der der Schauende wirklich lebt, die bisher

nur noch nicht vollständig erkannt wurde.

OM C. Parkin ist Weisheits lehrer

und Autor von „Spirituelle

Meisterschaft – Lehrer und

Schüler auf dem inneren Weg“

(advaitaMedia, 2019).

Information & Inspiration:

Konferenz „Erwachsene Schülerschaft auf dem inneren Weg –

Begegnung im feurigen Herzen“

Wann: 15.-17. Mai 2020

Wo: Kloster Gut Saunstorf

Veranstalter: OM-Stiftung Innere Wissenschaft

Info: www.om-science.com

49


KINDER

BEZIEHUNG

BRAUCHT

SPRACHE

Jesper Juul

Ulrike Döpfner

Kinder wollen,

dass es hell wird

miteinander

Das Kind soll schlafen. Aber es ruft

aus dem Dunkel: Tante, sprich mit mir,

ich fürchte mich! – Aber was hast du

denn davon?, fragt die Tante im hellen

Wohnzimmer. Im Dunkeln siehst du

mich ja nicht. – Das macht nichts, ruft

das Kind, wenn jemand spricht, wird

es hell. – Sigmund Freud

Eltern sind die Experten für ihre

Kinder. – Eltern sind die Anfänger

im Erziehen ihrer Kinder. – Jede/r ist

anders. Kinder sind keine Leerstellen,

die von erziehenden Eltern gefüllt

werden. Kinder gilt es zu entdecken,

kennenzulernen. Der Schlüssel zum

Kind heisst Beziehung, der Schlüssel

zu Beziehung heisst Sprich mit mir

und Hör mir zu. – Jesper Juul

VISIONEN hat das Beste aus zwei

Büchern zum Sprechen mit Kindern

zu einem Dialogfeld gebaut. Denn

darum geht es, auch und zuerst und

vor allem mit Kindern: um einen freien

und lebendigen Dialog.

50


INSPIRATION

Jesper Juul – Als ich geboren wurde,

wussten alle, wie man Kinder erziehen musste.

Meine Eltern konnten, wenn sie nicht weiterwussten,

ihre Geschwister fragen, die Nachbarinnen,

die Lehrerinnen – und alle hatten

genau dieselbe Meinung… die heutigen

Eltern sind Pionierinnen und Pioniere, es gibt

nicht mehr diesen Konsens, es gibt nichts von

Expertinnen oder von irgendjemand anderem,

das uns sagt: »Das hier ist richtig!«… Wir

wissen also nicht, was wir machen sollen. Und

aus diesem Grund kommt immer diese Frage

von Eltern: »Soll oder kann ich meinen zweijährigen

Sohn zum Zähneputzen zwingen oder

nicht?«

Ulrike Döpfner – Auf der Fahrt zum

Sportverein spricht der schüchterne elfjährige

Lukas seine Mutter auf den Tod

der kürzlich verstorbenen Großmutter

an. Das Thema Tod wird in der Familie

vor den Kindern gemieden – die Mutter

hatte früh ihren jungen Bruder verloren

und vor dem Tod der Großmutter einige

andere Verwandte. Sie ist so belastet durch

ihre Verluste, dass sie ihren Kindern diese

negativen Themen ersparen wollte. Als

ihr Sohn sie jedoch unvermittelt auf den

Tod anspricht – das hatte er zuvor noch

nie getan –, fuhr sie an den Straßenrand,

parkte das Auto und stellte sich den Fragen

des Kindes, auch denen nach ihrer eigenen

Traurigkeit. Sie war erstaunt, dass sich

kein traurig belastendes, sondern ein sehr

verbindendes Gespräch ergab.

Jesper Juul – Kinder kooperieren,

Kinder wollen mitmachen – vierundzwanzig

Stunden am Tag. Kinder sind überhaupt nicht

an Macht interessiert. Kinder wollen und

brauchen Kontakt, Respekt, Vertrauen, Liebe!

In Beziehungen wollen Kinder von Geburt an

nur eines: Sie wollen ihre Eltern gern froh und

zufrieden machen. Das ist es. Kinder bringen

sich selbst ums Leben, um das möglich zu

machen. Ich spreche mit vielen Jugendlichen,

die über Selbstmord nachdenken.

Ulrike Döpfner – Beatrice, Mutter

des quirligen vierjährigen Noah und des

zehnjährigen introvertierten Alexander,

hatte das Gefühl, ihrem älteren Sohn nicht

gerecht zu werden. Der jüngere musste

abends zu Bett gebracht werden, der ältere

konnte alleine ins Bett. Sie entschied, zweimal

die Woche morgens 20 Minuten früher

aufzustehen und mit einem Becher warmer

Milch zum Plaudern zu ihrem Zehnjährigen

zu gehen. Beide keine Frühaufsteher, genossen

das morgendliche Beisammensein sehr.

Alexander die Extra-Aufmerksamkeit, und

die Mutter, wieviel sie erfuhr von dem, was

in ihrem älteren Sohn vorging.

Jesper Juul – Kann man Kinder zum Essen

und Schlafen und Zähneputzen zwingen? Man

kann sie einladen, man kann das automatische

Nein akzeptieren, man kann sich freuen, wenn

es dann nach zehn Minuten dasitzt und isst

wie ein Wolf – und nach zwanzig Minuten

bittet, ins Bett gebracht zu werden. Haben die

Kinder dann die Macht übernommen? Nein,

sie werden ernst genommen und respektiert.

51


ARBEIT

Glücklich im Job:

ARBEIT

NEU DENKEN

Von Achim Pothmann

Erst die Arbeit, dann das

Vergnügen? Das eine muss das

andere nicht ausschließen...

54


INSPIRATION

Viele Untersuchungen bestätigen

eindrucksvoll: Je zufriedener ein

Mensch in seinem Beruf ist, desto

glücklicher ist er in seinem Leben

insgesamt und desto seltener wird er

krank! Aber leider sind Millionen von

Menschen in ihrem Job dauerfrustriert,

schleppen sich täglich schlecht

gelaunt zur Arbeit und leben von

Wochenende zu Wochenende, von

Urlaub zu Urlaub. Diese Unzufriedenheit

wirkt bis ins Privatleben, so dass

Tausende dadurch auch ihre Gesundheit

und ihre Lebenszufriedenheit

insgesamt gefährden.

Mal davon abgesehen, dass so

manches Unternehmen seine Mitarbeitenden

bezüglich ihrer Arbeitszufriedenheit

nicht gerade unterstützt,

kommt erschwerend hinzu, dass

Arbeit bei uns einen schlechten Ruf

hat. Aber warum? Warum haben wir

ihr gegenüber eine so kritische Haltung,

dass viele sich das Glücklichsein

bei der Arbeit nicht einmal vorstellen

können? Warum lehnen manche die

Vorstellung von Zufriedenheit im Job

sogar kategorisch ab?

Unbewusste Überzeugungen

Die Gründe für unsere skeptische

Haltung gegenüber unserer Arbeit

liegen erst bei näherem Hinschauen

auf der Hand: Wir haben Überzeugungen

verinnerlicht, die Arbeit schlecht

dastehen lassen. Arbeit ist irgendwie

blöd oder nervt zumindest. Es sind

Überzeugungen, die uns daran

hindern, Arbeit freudvoll anzugehen

und Arbeit als eine Quelle von Freude

zu sehen. Schauen wir uns einmal ein

paar dieser Überzeugungen an:

1.

Die erste Überzeugung,

die uns

gesamtgesellschaftlich

schon

vor Jahrzehnten

einverleibt wurde,

ist die, dass Arbeit

Mühsal ist.

Arbeit ist demnach immer etwas

Verschleißendes, etwas dem Körper

Schadendes. Den daraus resultieren-

Schmerzensgeld, denn als gerechte

Entlohnung. Die Arbeitstage sind

belastend und aufzehrend. Der tiefsitzende

Glaubenssatz ist klar:

Arbeit ist Mühsal – sie belastet

mein Leben – Zufriedenheit passt hier

nicht hin.

2.

Seit mittlerweile

vielen Jahren

beschreibt auch

die Literatur zur

Work-Life-Balance

eindrucksvoll, dass

Arbeit so schrecklich

ist, dass

man privat einen

ausgleichenden

Gegenpol schaffen

muss, damit man

die Last der Arbeit

langfristig ertragen

kann.

Hier zementiert die Literatur den

Gedanken in unser Bewusstsein, dass

Arbeit Mühsal bedeutet, schrecklich

ist und verkürzt werden muss. Es wird

uns suggeriert, dass Arbeit das Leben

so sehr belastet, dass man dies in der

Freizeit durch Wellness- oder actiongeladene

Wochenenden, Hobbies,

Yoga, Retreats oder Ähnliches ausgleichen

kann bzw. sollte. Die in unser

Unterbewusstsein implantierte und

zementierte Überzeugung lautet:

belastet so sehr, dass wir im Privaten

unbedingt einen Ausgleich zur

Balance schaffen müssen.

3.

Programmierung

durch die Eltern:

Nehmen wir ein letztes Beispiel für

eine Prägung, die uns schon die

bloße Vorstellung von Zufriedenheit

im Job unmöglich macht: Was halten

Kinder von Arbeit, wenn ihre Eltern

sich täglich mies gelaunt zur Arbeit

schleppen, am Montag sich den Freitag

herbeisehnen und schon Wochen

vorm Jahresurlaub nicht mehr

arbeitsfähig und dauernd schlecht

gelaunt sind? Welche Überzeugung

„gewinnen“ die Kinder von Arbeit,

wenn die erste Urlaubswoche wunderbar

ist und am Montag der zweiten

Urlaubswoche Papa schon wieder von

dem schrecklichen Montag nächster

Woche spricht, wenn „der ganze Mist

wieder von vorne losgeht“? Welche

Prägung erhalten sie bezüglich

Arbeit, bevor sie das erste Mal selbst

gearbeitet haben? Die Überzeugung

heißt:

Arbeit ist schrecklich und Glück

ist in diesem Lebensbereich nicht zu

erwarten.

Ich könnte hier noch viele weitere

unserem gesellschaftlichen Mindset

implantiert sind und Arbeit in ein

schlechtes Licht rücken. Mit diesen

Glaubenssätzen sabotieren wir selbst

unser eigenes Jobglück. Zufriedenheit

ist bei dieser Einstellung und

bei dieser Prägung kaum vorstellbar.

Aus dieser Haltung heraus kann auch

kein glücksförderliches Verhalten

entstehen.

55


POESIE

Und wenn ich oft dalag unter den Blumen und am

zärtlichen Frühlingslichte mich sonnte, und hinaufsah

ins heitre Blau, das die warme Erde umfing, wenn ich

unter den Ulmen und Weiden, im Schoße des Berges

saß, nach einem erquickenden Regen, wenn die

Zweige noch bebten von den Berührungen des

Himmels, und über dem tröpfelnden Walde sich

goldne Wolken bewegten, oder wenn der Abendstern

voll friedlichen Geistes heraufkam mit den alten

Jünglingen, den übrigen Helden des Himmels, und ich

so sah, wie das Leben in ihnen in ewiger müheloser

Ordnung durch den Aether sich fortbewegte, und die

Ruhe der Welt mich umgab und erfreute, daß ich aufmerkte

und lauschte, ohne zu wissen, wie mir geschah

– hast du mich lieb, guter Vater im Himmel! fragt‘ ich

dann leise, und fühlte seine Antwort so sicher und selig

am Herzen.

Friedrich Hölderlin: Hyperion oder Der Eremit in Griechenland

58


INSPIRATION

59


SÄCHSISCHE SCHWEIZ

AUF MYSTISCHEN

PFADEN DURCH DAS

ELBSANDSTEIN-

GEBIRGE

Von Tina Engler

60


INSPIRATION

Man muss nicht in die

Ferne schweifen, um die

pure Wildnis zu erleben.

Das Elbsandsteingebirge

ist eines der schönsten

Wandergebiete Europas

und steckt voller Geheimnisse…

61


SÄCHSISCHE SCHWEIZ

„Auch aus Steinen, die einem in

den Weg gelegt werden, kann man

Schönes bauen“, soll der Dichter

Johann Wolfgang von Goethe

begeistert ausgerufen haben, als

er das erste Mal in die Sächsische

Schweiz kam und die Felsformationen

um die mittlerweile

berühmteste Sehenswürdigkeit des

Elbsandsteingebirges, die Bastei in

der Nähe von Lohmen, bestaunte.

Und man kann diesen Moment der

Euphorie beim Anblick dieser ganz

eigenen Welt durchaus nachvollziehen.

Verwunschene Täler, bizarre

Felsformationen, mit dichtem Moos

bewachsene Bäume, die anmuten,

als würden sie jederzeit zum Leben

erwachen. Eine natürliche erhabene

Kulisse, wie gemacht für schönste

Wanderungen, mit Tafelbergen,

tiefen Schluchten und geheimnisvollen

Höhlen. Hinter jedem der

knorrigen Äste, die den Wanderer

auf den Weg durch den leuchtenden

Sandstein begleiten, lauert ein

Geheimnis, das darauf wartet, von

dem Besucher entdeckt zu werden.

Eine Landschaft, wie aus einer

Märchenwelt, die Geschichten zu

erzählen weiß und voll von Sagen

und Legenden ist und Künstler seit

Jahrhunderten inspiriert.

Der Nationalpark Sächsisch-Böhmische

Schweiz bietet selten gewordenen Tierarten

wie Feuersalamander und Fischotter einen

geschützten Raum.

Abenteuerlicher Abstieg: Zwischen engen Felsen führen die steilen Stufen in die Schlucht hinab.

Vorherige Seite (60): Atemberaubend: Die „Bastei“. S. 61: Der „Lilienstein“ in der Morgendämmerung

SCHÖPFUNGS-

GESCHICHTE

Diese unwirklich anmutende

Szenerie scheint direkt den

schönsten Phantasien entsprungen

zu sein, so als hätte der Schöpfer

selbst Hand angelegt, immer mit

dem Wissen, etwas Einzigartiges

für die Ewigkeit zu erschaffen. Eine

biblische Aussicht mitten im 21.

Jahrhundert. Die unvergleichliche

wildromantische Natur lässt einen

innehalten und förmlich vor Ehrfurcht

verstummen. Eine friedliche

Stimmung macht sich im Herzen

breit. Man möchte nicht sprechen,

während sich die Füße fast wie von

selbst ihren Weg durch das Terrain

bahnen, den vielen geheimnisvollen

Pfaden folgend. Einfach nur der

Stille lauschen, die nur ab und

zu von dem leisen Wind und dem

Zwitschern der Vögel unterbrochen

wird, sonst nur intuitiv gehen,

immer weiter, wie im Bann der

Schönheit gefangen.

Das Elbsandsteingebirge, südöstlich

von Dresden auf beiden

Seiten der Elbe gelegen, ist eines

der spektakulärsten Wandergebiete

Europas und liegt doch quasi

direkt vor der Haustür. Durch

üppig grüne Wälder und mystische

Täler, bergauf in luftige Höhen

und vorbei an bizarren Felsformationen,

führen insgesamt 1.200

Kilometer markierte Wanderwege

für alle Schwierigkeitsstufen zu

immer neuen, atemberaubenden

Ausblicken. Hier kommen Sportler

genauso auf ihre Kosten wie

genussvolle Wanderer oder Sinnsucher.

Das Ziel spielt keine Rolle,

Ankommen ist fast nebensächlich,

was wirklich zählt ist nur diese tiefe

Verbundenheit mit dieser Natur,

die, so wird sich der eine oder

andere in einem stillen Augenblick

vielleicht eingestehen, durchaus der

Vorstellung eines Stückes Schöpfungsgeschichte

gleicht.

Dass alles so intakt ist, kommt

nicht von ungefähr, denn im grenzübergreifenden

Nationalpark Sächsisch-Böhmische

Schweiz steht alles

unter dem Schutz der Gesetzgeber.

Im weiten Lebensraum für wildlebende

Tiere wie Wanderfalken,

Feuersalamander, Alpengemsen

oder Fischotter und eine unglaubliche

Vielzahl an Pflanzen darf die

Natur – ungehindert vom Menschen

– schalten und walten. Es ist

ein Stück echte Wildnis, wie man

sie in Europa heute kaum noch vorfindet,

und jede Jahreszeit birgt hier

ihre ganz besondere Atmosphäre

und Schönheit.

Es ist ein eindringliches und

unvergessliches Erlebnis, durch

diese Region zu wandern. Der Duft

der Kiefern steigt in die Nase. Der

Blick und die Sinne schärfen sich

62


VISIONEN

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79737 Herrischried

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REIFUNG: INDIVIDUELL

ORGANISATORISCH,

GESELLSCHAFTLICH

Reifung ist eine der

größten Aufgaben und

Herausforderungen

unserer Zeit. Aber wie

geschieht Reifung? Der

große Heiligenfelder

Kongress widmet sich

2020 genau diesem

Thema, der

individuellen,

organisationalen und

gesellschaftlichen

Reifung.

Gerade im Hinblick auf die Katastrophen

in der Welt – ob verantwortungsloses

Abholzen von Regenwald,

unmenschliches Miteinander, Profitgier

und Bereicherung, Ausbeutung

und Vereinzelung – zeigt sich, dass

das Thema „Reifung“ jeden betrifft.

Dennoch ist das Thema der menschlichen

Reifung nach wie vor nicht in

der Öffentlichkeit angekommen. Es

ist ein Tabuthema. Denn die Aufmerksamkeit

auf unreife Verhaltensweisen

zu lenken, bei sich und anderen,

beschämt und kränkt.

Mehr als 60 Referenten werden beim

diesjährigen Heiligenfelder Kongress

Antworten auf die Fragen geben, wie

Reifung geschieht und welche Reifungsmodelle

es gibt. In mehr als 20

Vorträgen und über 40 Workshops

geben sie Impulse, wie Menschen im

Verlauf ihres Lebens reifen, was Reifung

behindert und was ein individuelles

und kollektives Reifen fördert.

Reife und Unreife

„Unsere Evolution bringt Lebewesen

zum Wachsen und zur Entfaltung.

Reife Menschen fallen positiv in der

Gesellschaft auf“, sagt Anita Schmitt,

Leiterin der Akademie Heiligenfeld.

„Sie sind bedingungslos im Geben

und messen ihren Wert nicht in materiellen

Gütern oder Beliebtheit. Sie

stellen sich dem Wettbewerb, aber

konkurrieren nicht. Sie empfinden

einen hohen Freiheitsgrad, sind offen,

interessiert und bewertungsfrei. Sie

sind empathisch, liebevoll, gütig und

herzlich. Sie reflektieren sich, ohne

sich zu vergleichen, sind authentisch

und gelassen. Sie leben in Beziehungen,

übernehmen Verantwortung und

dienen einer lebensfreundlichen Welt.

Gleichzeitig findet jedoch eine zunehmende

Vereinzelung und somit Vereinsamung

als Folge unseres Strebens

nach Selbstverwirklichung, Bedürfnisund

Augenblicksbefriedigung sowie

Gewinnmaximierung statt. Unreife

Verhaltensweisen zeigen sich, wie

fehlende Übernahme von Verantwortung,

Angst, Bewertung und Schuldzuweisung.

Organisational und gesellschaftlich

zeigt sich Unreife zum

Beispiel in Abgrenzung und zunehmender

Reglementierung. Streben

6


REIFE-KONGRESS

„Wir sind gefordert, Verantwortung

für unseren eigenen Reifungs -

prozess zu übernehmen, um das

eigene Leben zum Blühen zu

bringen.“ (Dr. Joachim Galuska)

und Handeln im Bewusstsein der Würde des Menschen

könnte die Orientierung für unser Denken und Tun geben.

Ziel wäre ein liebenswertes Leben. Das Prinzip der Kooperation

und die Orientierung am Gemeinwohl könnte organisational

und gesellschaftlich die Lösung sein.“

Christian Felber geht in seinem Vortrag „Die Gemeinwohl-

Ökonomie“ auf das ethische Wirtschaftsmodell ein, welches

nicht auf Gewinnstreben und Konkurrenz, sondern auf

Gemeinwohl-Streben und Kooperation baut und somit auf

humane Grundwerte, die Beziehungen gelingen lassen.

Durch Beziehung reifen wir

Im Vortrag von Albert Pietzko „Reifung durch Reibung“

wird eines deutlich: Reifung ist ein Prozess gegen Widerstände.

Durch jede Art von Beziehungen reifen wir. Dabei

ist es unwichtig, ob es gute oder schlechte Kontakte und

Bindungen sind. Gewalt, Misserfolg, Konflikte und Lieblosigkeit

können ebenso nützlich sein wie Nähe, Freude und

Verbundenheit. Beides sind Erfahrungen, die reifen lassen.

Beachtlich ist auch, dass Beziehung zu einem Tier Menschen

ebenso reifen lässt wie Beziehung zu einem Menschen.

Ebenso muss es nicht eine irdische Beziehung sein,

auch der Bezug zu Gott und die Einordnung in ein höheres

Ganzes geben Impulse für das Reifen. Es ist das „Du“, was

einen Reifungsprozess fördern kann.

Von der Natur lernen

„Unsere Erde, eine Liebeserklärung an die Zukunft“ –

Dr. Franz Alt möchte in seinem Vortrag Lust darauf

machen, die Zukunft zu gestalten. Dabei geht er auf die

Politik, die Gesellschaft, aber auch auf unsere schützenswerte

Natur ein. „Von der Natur können wir für unseren

Reifungsprozess viel lernen“, sagt Anita Schmitt. „Der

biologische oder chemische Prozess des Reifens, zum

Beispiel bei Lebensmitteln, führt zur Genießbarkeit, Veredelung

oder Konservierung. Es ist eine langfristige Orientierung

am Guten. Auch der Jahresverlauf mit Frühling,

Sommer, Herbst und Winter zeigt uns, dass es verschiedene

Phasen im Leben gibt: das Erblühen, Reifen, Ernten

sowie eine brachliegende stille Zeit; zeigt uns, dass es

nicht immer höher, schneller, weiter ohne Pausen gehen

muss“, ergänzt sie.

„Die Jahreszeiten sind ein Beispiel für bewusstes ressourcenschonendes

und ökologisch-ökonomisches und soziales

Handeln. Pflanzen wachsen, wirken in ihrer Schönheit,

pflanzen sich fort durch ihre Pollen und Samen und welken

bis hin zur Vergänglichkeit. Ein Kommen und Gehen ist

natürlich, und das sollten wir uns wieder mehr bewusst

machen und das Festhalten loslassen“, appelliert Anita

Schmitt.

Namhafte Referenten aus Medizin und Psychotherapie,

Schule, Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft geben

hierzu Impulse, wie zum Beispiel der international gefragte

Referent Christian Felber, die Autorin Annette Kaiser sowie

Professor Dr. Bernhard Pörksen, Dr. Joachim Galuska

(Gründer und Gesellschafter der Heiligenfeld Kliniken), Dr.

Franz Alt (Fernsehmoderator der Sendung „Transparenz

TV“), Professor Dr. Rolf Verres (Ärztlicher Direktor des

Instituts für Medizinische Psychologie, Autor zahlreicher

wissenschaftlicher Publikationen und Sachbücher) u. v. m.

„Wir sind gefordert, Verantwortung für unseren eigenen

Reifungsprozess zu übernehmen, um das eigene Leben

zum Blühen zu bringen, unsere Beziehungen blühen zu

lassen und einen verantwortlichen Beitrag zur Reifung

unserer Arbeitsfelder und unserer Welt zu leisten“, schreibt

Dr. Joachim Galuska im Vorwort zum Kongress „Reifung“,

der vom 14. bis 17. Mai 2020 in Bad Kissingen stattfindet.

Wie das gehen kann, werden über 1000 Menschen an vier

Tagen diskutieren. Es sind noch Plätze frei.

Weitere Informationen mit dem gesamten Kongressprogramm finden

Sie unter: www.kongress-heiligenfeld.de

Text: Anita Schmitt, Grafik „Reifung“ Uta Galuska

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ENERGETISCHES HEILEN

Bengston

Energy

Healing

von Manuela Knipp-Lillich

70


WOHLFÜHLEN

Die Methode beruht

nicht auf Glauben.

-

dass Mäuse, bei denen Krebstumore induziert wurden, durch

die von ihm entwickelte Methode vollständig geheilt werden

Wie alles begann

Seine Fähigkeit zum Heilen entdeckte Bengston durch

seinen Freund und Mentor Bennett Mayrick. Diesem war

es in den 1970er-Jahren gelungen, Bengston durch Hand-

-

-

ersten Versuch mit Mäusen im Biologie-Labor des Queens

College der City University of New York.

Versuchsreihen und unabhängig davon, von wem oder

Bengston die Mäuse täglich eine Stunde lang, indem er

Methode arbeitete. Die bestand in einer von ihm gemeinsam

mit seinem Mentor entwickelten mentalen Bild-Technik,

die er während der Behandlung vor seinem inneren

Eine Woche nach Einbringen der Krebszellen waren

Zunächst dachte Bengston, dass seine Behandlung ohne

die behandelten Mäuse – trotz des sich entwickelnden

Tumors – ein gesundes Fell hatten und ein ganz normales

Verhalten an den Tag legten. Bei der täglichen Behandlung

die Tumore zur Hand hin zu halten. Schon bald bemerkte

Bei all seinen Versuchen mit entsprechenden Kontrollgruppen

erlebte Bengston, dass der aggressive Krebs

an abzuheilen. Alle von Bengston und seinen Mitarbeitern

behandelten Mäuse waren auch am 28. Tag noch am

Leben. Das hatte es vorher noch nie gegeben. Nachunter-

lichen

Lebensende!

71


ASTROMEDIZIN

MERKUR

Planet der

Kommunikation

In der Astrologie zeigt der

Planet Merkur die Fähigkeit zu

Kontakt und Verbindung an. Seine

Beweglichkeit und Unstetigkeit

machen jedoch anfällig für ungesunde

Entwicklungen …

von Susanne Dinkelmann

Der kleine, listige, aber dennoch

charmante Lieblingssohn des Zeus gab dem

Planeten, der der Sonne am nächsten steht,

seinen Namen: Merkur. Er ist der Gott der

Händler und Vermittler, allerdings auch

der Gott der Diebe, was auf einen großen

Schattenanteil hinweist. Die Griechen

nannten diesen Gott Hermes, und ein

großes Versandunternehmen trägt seinen

Namen. Merkur stellt Verbindungen her

und betreibt Networking. Ständig ist er

damit beschäftigt, Nachrichten von einem

zum anderen zu bringen und somit zur

Weiterentwicklung beizutragen. Sein Ego

ist groß, er hält sich für unverzichtbar

und es fällt ihm schwer, einmal nichts zu

tun und abzuwarten. Merkur entfernt sich

nie weit von der Sonne, sondern hält sich

immer in ihrer Nähe auf. Das unberechenbare,

hochgiftige Quecksilber – lateinisch

Mercurius – erkannte schon Paracelsus

als Symbol für den menschlichen Verstand

und als wichtiges Mittel für die Heilung der

nervenzerstörenden Syphilis.

76


Himmlisch vegetarisch Schlemmen...

jetzt auch

VEGANE

Rezepte

- komplett überarbeitet

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DETOX YOGA

DETOX

YOGA

Loslassen und Leichtigkeit

spüren durch

Entgiften

Von

Tina Engler

80


WOHLFÜHLEN

Yoga ist ein sanfter Weg,

den Körper zu entgiften und

neue Energien freizusetzen.

Mit „Detox Yoga“ gelingt die

Umstimmung von Körper und Geist

auf eine sanfte Art und kann, wenn

wir die besonderen Yoga-Asanas fest in

unseren Alltag integrieren, das ganze

Leben positiv verändern. Wer sich

darauf einlässt, entlastet die Gedanken,

bekommt mental eine leuchtende

Energie, die innen und außen strahlt,

wird beweglicher und bringt den

Stoffwechsel in Wallung.

81


EMOTIONEN

Wir müssen uns auf

eine echte Begegnung

mit den eigenen

Schattenseiten einlassen

und das ungeliebte Kind

kennenlernen.

Befreiung

durch

Gefühl:

„Liebe sagt zu allem JA“

Therapeutin Maria Sanchez arbeitet mit

einem neuen psychologisch-spirituellen

Ansatz: liebevolle emotionale Selbstbegleitung,

die uns zu unserer Urwunde führen

kann.

Von Martina Pahr

Foto Maria Sanchez © Urs Küster

86


WOHLFÜHLEN

87


SRI GANAPATHY

SACHCHIDANANDA SWAMIJI

Dr. Sri Ganapathy

Sachchidananda

Swamiji – von

seinen Schülern

liebevoll Sri Swamiji

genannt – ist im

Westen durch seine

einzigartigen Benefiz-Konzerte

sowie

Seminare in Yoga

und vedischer

Philosophie

bekannt. In Indien

gilt er als vollendeter

Meister der

traditionellen Yoga-

Lehren.

SriSwamijiwurde1942ineinemkleinenDorfinSüdindien

geboren.SchoninseinerJugendkomponierteSriSwamiji

Bhajans(spirituelleLieder)undberührtedieHerzender

Menschenmitseinemekstatischenundhingebungsvollen

Gesang.1966gründete erdenAvadhoota Datta Peetham,

einenAshramanderPeripheriederStadtMysore.

SriSwamijiwidmetsichderLebensaufgabe,Menschenin

ihrerspirituellenEntwicklungzubegleiten.IndervedischenTraditionverwurzelt,verfolgtereinenuniversellen,

humanistischenAnsatzundsuchtdeninterreligiösenDialogmitverschiedenenTraditionenundMenschenausaller

Welt.

Lehre

SriSwamijisLehreberuhtaufdemVedantaunddentraditionellenYoga-Systemen.Siebeinhaltetnebendendrei

klassischenPfeilerndesJnana-,Bhakti-undKarma-Yoga

denDattaKriyaYoga,diephilosophischeLehredes

Advaita-VedantasowiediePraxisvonMauna,vonStille.In

denMauna-SeminarenführtSriSwamijidieTeilnehmenden

indieGedankenstille.Ersagtdazu:„Schweigenbedeutet

nichtnur,stillzuseinundnichtzusprechen.Esbedeutetin

Wahrheit,dieSinnesorganezumSchweigenzubringen,

ebensodieGedankenunddieZweifel.“

DerDattaKriyaYogaisteineimWestenbeliebteFormdes

Yoga.DiedabeipraktiziertenAtemübungen(Pranayamas)

regendieLebenskraft(Prana)an.Siewirkenerfrischend

undförderndaskörperlicheundgeistigeWohlbefinden.

RegelmäßigangewendetführensiezuinneremFrieden

undaufnatürlicheWeiseindenZustandderMeditation.

MittelsderphilosophischenFragestellungendesAdvaita-


ADVERTORIAL

Vedanta wie der Frage „Wer bin ich?“

oder mittels seiner Kommentare zu

verschiedenen klassischen Werken

der indischen Geistesliteratur gibt Sri

Swamiji Antworten auf grundsätzliche

Lebens- und Sinnfragen. Seine Vorträge

sind sehr lebensnah und von

viel Humor getragen.

Musik: Nada Sagara – Ozean des

Klanges

Sri Swamiji hat die Musik als Mittel

gewählt, um Menschen unabhängig

von Hintergrund, Kultur und Mentalität

erreichen zu können. Mit seinen

Musikern gibt er außerordentliche

Konzerte, die er „Music for Healing

and Meditation“ nennt. Er spielt

dabei auf einem Synthesizer und wird

von hochangesehenen indischen

Musikern auf klassischen Instrumenten

wie Tabla, Mrdangam und Violine

begleitet. Er setzt die vielfältigen

Aspekte des Klanges innerhalb der

indischen Melodiestrukturen, den

sogenannten Ragas, ein und entwickelt

diese in vielen Variationen zu

einmaligen musikalischen Kunstwerken.

Sri Swamiji hat ein auf der alten

vedischen Tradition des „Raga Ragini

Vidya” basierendes Musiksystem

entwickelt, bei dem bestimmte Ragas

(Tonfolgen) unter anderem mit

bestimmten Körperregionen und

Elementen in Verbindung gebracht

werden.

Für seine Leistungen wurde er mit der

Doktorwürde der Universität Bellary

ausgezeichnet. Seit vielen Jahren

begeistert Sri Swamiji das Publikum

weltweit mit seiner Musik in renommierten

Konzertstätten wie z. B. der

Royal Albert Hall London, dem Sydney

Opera House, der Esplanade

Singapur und weitere.

Avadhoota Datta Peetham

Mit seinen kunstvoll gebauten Tempeln

und anderen Bauten inmitten

von gepflegten Grünflächen bietet

der Avadhoota Datta Peetham die

Infrastruktur für spirituelle, kulturelle

und soziale Aktivitäten, an denen die

Bevölkerung der unmittelbaren

Umgebung und BesucherInnen aus

verschiedenen Teilen Indiens und der

Welt teilnehmen. Als gemeinnützige

Organisation ist der Avadhoota Datta

Peetham in Indien höchst respektiert

und wird von Gelehrten und Weisen

anderer großer Traditionen und von

Menschen verschiedenster Herkunft

besucht.

Sri Swamiji liegt nicht nur das Wohlergehen

der Menschheit, sondern die

gesamte Schöpfung am Herzen. Der

Ashram beherbergt zum Beispiel eine

große Schutz- und Pflegestation für

über 300 teilweise vom Aussterben

bedrohte Papageienarten im sogenannten

„Shuka-Vana“ sowie den

größten Bonsai-Garten Südindiens.

Humanitäre Arbeit

Sri Swamiji hat den Datta Peetham

Trust gegründet, um die karitativen

Einrichtungen im Bereich der Verpflegung,

Bildung, medizinischen Versorgung

und der Rehabilitation von

Notleidenden bzw. sozial Benachteiligten

finanzieren zu können. Zum

Bereich Bildung gehören zwei Grundschulen

in Mysore mit über 1.000

SchülerInnen, die Vedaschule für

angehende Priester sowie eine integrative

Schule für hör- und sprachgeschädigte

Kinder in Bangalore,

„Vagdevi“ genannt.

Das zum Datta Peetham gehörende

gemeinnützige Hospital hat sich über

die Jahre hinweg zum ganzheitlichen

„Holistic Health Center“ mit schulmedizinischen,

ayurvedischen und musiktherapeutischen

Abteilungen entwickelt.

Die Behandlung der mittellosen

Bevölkerung ist kostenfrei. Das Hospital

unterhält auch einen mobilen

Krankenhaus-Bus für die medizinische

Versorgung in entlegenen Dörfern.

Des Weiteren organisieren Ärztinnen

und Ärzte „Medical Camps“ zur kostenlosen

medizinischen Abklärung

und Behandlung von Patienten in

allen Teilen Indiens.

In Hyderabad wird das Wohn- und

Arbeitszentrum „Amma Vodi“ für

sozial benachteiligte Frauen betrieben.

In Guntur bietet ein Waisenheim

Kindern ein Zuhause. Der Datta

Peetham Trust unterstützt auch bestehende

soziale Institutionen mit Geld

oder Gütern, wie zum Beispiel Ambulanz-Busse

für Hospitäler. Oder er

vergibt Gegenstände zur praktischen

Lebensbewältigung wie Rollstühle,

Hörgeräte, Nähmaschinen und Werkzeuge

an sozial und gesundheitlich

benachteiligte Menschen.

Veranstaltungen

Sri Swamiji wird vom 12. bis 14.8.2020 ein

Schweigeseminar im Hotel Crowne Plaza in

Düsseldorf-Neuss geben. Am gleichen Ort

findet am Samstag, 15. August 2020, um

19:30 Uhr ein Konzert mit dem Titel „Music

for Meditation“ statt.

Infos und Anmeldung auf:

www.sgsdus2020.com

Der Erlös aus Sri Swamijis Seminaren und

Konzerten kommt den umfangreichen sozialen

Projekten des Avadhoota Datta Peetham und

seiner angegliederten Zentren zu.

Umfangreiche Informationen mit vielen

Bildbeispielen zum Avadhoota Datta Peetham

sind unter

www.dattapeetham.org zu finden sowie beim

Datta Yoga Center Germany e.V.,

mail@dycgermany.de

www.dattayogacenter.org.


THEMA

DAS VERHÄLTNIS DES MENSCHEN

ZUR NATUR WIRD HEUTE IN

ALLEN MEDIEN SO VEHEMENT

DISKUTIERT WIE WOHL NIE

ZUVOR. DABEI SPIELEN AKTUELLE

WISSENSCHAFTLICHE ERKENNTNISSE

ÜBER DIE ENORME VERNETZUNG

IN DEN WÄLDERN EINE WICHTIGE

ROLLE: WIE FUNKTIONIERT DAS

WOOD WIDE WEB?

92


NACHHALTIGKEIT

DIE

VERNETZUNG

IN DER NATUR

Wie alles zusammenhängt und

sich gegenseitig unterstützt

Von Christian Salvesen

Wenn ich einen Wald betrete,

lasse ich meist eine eher laute und

betriebsame Welt hinter mir. Es wird

stiller, im Sommer auch kühler und

feuchter. Die Luft tut gut, erfrischt. Ich

atme tief durch und entspanne. Der

Wald duftet angenehm. Wie gesund

und Stress lösend ein Spaziergang im

Wald ist, kennt wohl jeder aus eigener

Erfahrung. Neuerdings ist vom „Waldbaden“

die Rede.

Doch neben und zusammen mit

dem Aspekt des Erholsamen bietet

der Wald ein anderes, sehr staunenswertes

und ebenfalls erst kürzlich

in den Fokus der Wissenschaften

gerücktes Phänomen. Das ist die

Vernetzung aller Lebewesen im Wald,

von den kleinsten Mikroben bis hin zu

den großen Eichen, von den Pilzen bis

zu den Wildschweinen und Menschen,

die sich dort aufhalten.

Vernetzt – das kann vieles bedeuten.

Es hat in jedem Fall mit dem

Austausch von Botschaften zu tun. Im

Wald kann ich bemerken, wie Eichelhäher,

Krähen oder Eichhörnchen

mein Eindringen melden. Und etliche

Warnsignale bekomme ich gar nicht

mit. In der Natur ist alles mit allem

verbunden, und jedes Wesen beobachtet

jedes andere. Und vor allem:

Es wird ständig kommuniziert – auf

ganz unterschiedliche Weise. Vogel-

gere

Art des Austausches besteht aus

chemischen Botenstoffen.

Das Netzwerk der Pilze

Die Pilze, die wir im Wald sehen

und zum Teil sammeln und essen, sind

nur der sogenannte Fruchtkörper. Der

eigentliche Pilz ist ein weitverzweigtes

unterirdisches Netzwerk aus feinen

Fäden, das Myzel. Das größte bisher

entdeckte Myzel ist eine Hallimasch-

Art Armillaria ostoyae (Dunkler Hallimasch)

in Oregon. Es erstreckt sich

über neun Quadratkilometer, ist 2400

Jahre alt und wiegt um die 600 Tonnen.

Somit ist das größte Lebewesen

der Erde ein Pilz. Pilze (Fungi) bilden,

das dritte große Reich der eukarioti-

können sie sich nicht bewegen,

doch wie den Tieren fehlt ihnen die

Fähigkeit der Photosynthese. Sie sind

daher auf die Nahrungsaufnahme

angewiesen.

zen

auf dem Land. Sie leben in enger

Symbiose mit den Bäumen, die über

das Myzel miteinander kommunizieren.

Vor einer Milliarde Jahre, im

Präkambrium verbanden sich erstmals

mikroskopische Pilze mit Algen und

lieferten mit ihrer Symbiose die

dem zuvor kahlen und unbelebten

Fels. Die Pilze zersetzten den harten

Stein zu Erdboden, die Algen entsandten

Sauerstoff als Abfallprodukt

in die Atmosphäre, die so ihre lebensfeindliche

Zusammensetzung allmählich

veränderte.

93


NACHHALTIGKEIT

Der HEILER

der mit den

Bienen spricht

Edgar Zimmermann wurde mit

der Gabe des Heilens geboren.

Er hat eine Praxis für Geomantie

und Heilen in Hohenlohe und ist

seit fast 40 Jahren als Imker tätig.

Im Interview gibt er Einblick, wie

Bienen kommunizieren und wie

er eine telepathische Verbindung

zu ihnen aufbauen kann.

Von Andrea Michaelis

Andrea Michaelis: Herr Zimmermann, wir

sitzen hier in Ihrer „Heilerbude“, wie Sie

Ihre Praxis für Geistiges Heilen scherzhaft

nennen, um uns über eines Ihrer Lieblingsthemen

zu unterhalten: die Bienen. Speziell

geht es um die Kommunikation der Bienen

und Ihre Kommunikation mit den Bienen.

Der Begriff Telepathie spielt dabei eine zentrale

Rolle. Was ist Telepathie eigentlich?

Edgar Zimmermann: Wenn ich das wüsste, würde

ich es Ihnen sagen. Denke ich: „Honigbrot schmeckt

lecker!“, übertrage den Gedanken an Sie und bei Ihnen

kommt an: „Honigbrot schmeckt lecker!“, halten

das viele für Telepathie. So ist es meiner Erfahrung

nach nicht. Man hat nicht einen Gedanken, den man

wissentlich und willentlich an einen anderen Menschen

oder ein anderes Wesen überträgt. Telepathie ist für

mich ein inneres Fühlen. Sie hat nichts mit Gedanken

oder Worten zu tun. Ist man telepathisch verbunden,

weiß man einfach, was gemeint ist. Das ist ganz eigenartig.

Man weiß es, ohne es zu formulieren.

Auf welche Weise kommunizieren Bienen?

Wir wissen heute einiges darüber, wie Bienen

kommunizieren. Durch ihren Schwänzeltanz zeigen

sie einander zum Beispiel, wo sich eine Nektarquelle

befindet. Es lässt sich beobachten, dass Bienen sich

gegenseitig mit ihren Fühlern befühlen. Ziehe ich eine

Bienenwabe, sitzen die Tiere dicht an dicht. Durch

Berührung und die Dinge, die sie über ihre Fühler

wahrnehmen, findet sicherlich ein Austausch statt.

Zum anderen tragen Bienen eine Art Uhr in sich, was

für Aufgaben sie in welchem Lebensalter zu verrichten

haben. Die Stockbienen durchlaufen eine Abfolge von

Aufgaben, die vom Reinigen des Bienenstocks über die

96


RUBRIK

Fotos: Sandra Vollmer

97


NATURSCHUTZ

100


NACHHALTIGKEIT

DA TUT

SICH WAS!

BÄUME STATT BRACHLAND –

NATURSCHUTZ-PROJEKTE

IN FERNOST

Von Martina Pahr

Die rasante ökonomische und soziale Entwicklung in den Ländern

Südostasiens setzt die Natur zunehmend unter Druck.

Zusammen mit den Gemeinden vor Ort setzen sich Umweltorganisationen

und Unternehmer für Renaturierung, Artenschutz

und nachhaltige Bewirtschaftung ein.

Kakaoanbau und Aufforstung:

Indonesische Kleinbauern haben

eine Alternative zum Holzschlag

(Fotos: Fairventures Worldwide)

101


GEMEINSAM DIE WELT RETTEN

UND DABEI SPASS HABEN?!

Enkeltauglich leben

– Spielend das

eigene Leben

verändern und

damit die Welt ein

bisschen besser

machen

Von Anja Haider-Wallner

Leuchtende Augen, gerötete Wangen und begeistertes

Lächeln – so oder so ähnlich sehen die Teilnehmer*innen

aus, wenn der erste Enkeltauglich-Leben-Spielabend zu

Ende geht. Unmittelbar stellt sich eine Verbundenheit ein,

die sich an dem gemeinsamen Ziel nährt: das eigene

Leben ein Stück weit verändern und damit die Welt ein

bisschen besser machen. Die 5 bis 10 Teilnehmer*innen

werden sechs Monate lang von dieser emotionalen Welle

getragen und spornen sich gegenseitig an, noch mehr,

noch besser, noch nachhaltiger, noch solidarischer, noch

wertschätzender, noch gerechter zu leben.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Sie organisieren Reparatur-Cafés, Kleidertausch-Partys

oder ordnen einfach nur die eigenen Verhältnisse. Sie

bemühen sich um wertschätzende Kommunikation mit

Kindern und Partner, um eine bessere Lebensbalance oder

gerechte Aufteilung der Pflegearbeit in der Familie. Sie

bedanken sich bei Straßenkehrer*innen und Supermarkt-

Kassier*innen oder essen einen Monat lang vegan. Ganz

unterschiedlich sind die Aufgaben, die sie sich für 4

Wochen vornehmen, um dann der Gruppe zu berichten,

wie gut es ihnen gelungen ist, und sich Feedback zu holen.

Dafür gibt es Punkte. Doch es geht nicht um Konkurrenz –

wer ist der oder die Beste? – das Ziel ist, als Gruppe

zusammen so viele Punkte wie möglich zu machen. Diese

werden in Baumpflanzungen investiert, um CO2 zu binden.

Das Spiel schafft eine Win-Win-Win Situation. Es macht die

Teilnehmer*innen und ihr Umfeld glücklicher und nachhaltiger

und es leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.

106


KLIMARETTUNG

Das ist umso erstaunlicher, als die meisten Menschen

heute zwar anerkennen, dass es so nicht mehr weiter

gehen kann. Angesichts der drohenden Klimakatastrophe,

Ungleichheit und Ungerechtigkeit auf der Welt sowie

schwindenden Ressourcen weiß jedes Kind: Es ist Zeit für

Veränderung. Doch diese hat ein schlechtes Image: Man

verbindet sie mit Verzicht und Verzicht ist in einer Welt, in

der alles immer verfügbar ist und in der wir es uns gern so

leicht wie möglich machen, nicht gerade beliebt. Verzicht

auf das eigene Auto, auf Flugreisen in alle Welt, auf Erdbeeren

im Winter, das tägliche Stück Fleisch, auf schnelle

Gewinne durch Investments. Wer will das schon? Es tut

weh, ist anstrengend, unangenehm und schnell ist eine

Erklärung für „Weitermachen wie bisher“ gefunden: Was

soll ich allein schon ändern?!

Inspiration durch Gemeinschaft

Die Gruppenkraft ist eine große Stärke des Spiels, aber

auch das Herunterbrechen auf bewältigbare Aufgaben, die

einen Bezug zum eigenen Leben haben. Damit wird das

Große machbar und es stellt sich eine gewisse Leichtigkeit

ein. Das Punkte-Sammeln wird zum Antrieb, ob man will

oder nicht. Im Miteinander-Sprechen und Sich-Einlassen

auf die Ideen und Vorstellungen Gleichgesinnter entsteht

Inspiration für das eigene Leben.

Spätestens wenn beim ersten Treffen nach vier Wochen

über die Frage „Wer bekommt am Ende die 100g-Tafel

Bio-Fairtrade-Schokolade?“ systemisch konsensiert wird

und so gut wie nie die Option „Der oder diejenige mit den

meisten Punkten“ als Lösung herauskommt, sind die Teilnehmer*innen

eingeschworen. (Infos zum Systemischen

Konsens unter sk-prinzip.eu) Die Methode dient dazu,

Entscheidungen mit der größtmöglichen Akzeptanz einer

Gruppe zu finden, indem viele – und seien sie verrückte –

Lösungsmöglichkeiten gesammelt und dann Widerstände

abgefragt werden. Dabei werden Polarisierung und Lagerbildung

aufgeweicht, und das Ringen um die eigene Lieblingslösung

verliert völlig an Bedeutung. Auf die Frage

nach der Schokolade kommen die unterschiedlichsten

Antworten – und so gut wie immer gewinnt am Ende eine

gerechte und solidarische Lösung.

Zwischen den Terminen werden Rezepte ausgetauscht,

Social Media-Beiträge geteilt und Leser*innen-Briefe

geschrieben. Außenstehende schütteln manchmal den

Kopf und können nicht nachvollziehen, warum die Lust an

der Veränderung und am Verzicht so beflügelnd ist. Man

muss Teil des Prozesses sein und sich erfassen lassen, um

die Freude zu spüren. Nach 4 bis 6 Treffen bleibt meist

eine Gemeinschaft, die sich auch weiterhin fürs Weltretten

engagiert.

Immer mehr Menschen werden auf das Konzept aufmerksam

– das Buch „So klappt’s mit dem Weltretten“ ermöglicht

Leser*innen, selbst eine Gruppe zu initiieren und

anzuleiten. Am wichtigsten ist der erste Funke der Begeisterung,

der überhaupt erst dazu bewegt, dem Weltretten

Zeit zu widmen. Wenn erste Einwände wie „Ich hab doch

gar keine Enkel“ oder „Ich hab keine Zeit dafür“ mit

„Schmäh“ entkräftet sind, dann steht der Veränderung

nichts mehr im Wege. Und aus einem kleinen Schneeball

wird eine Lawine, die Gewohnheiten auflöst und Raum für

eine wunderbare neue Welt schafft.

„Enkeltauglich Leben“ – Das Spiel

Das Katholische Bildungswerk Traunstein ist ein kleiner

Verein im südöstlichsten Teil Bayerns. Es ist seit 1973 für

die offene Bildung von Erwachsenen im Landkreis Traunstein

zuständig. Im Jahr 2014 holte es im Zuge des „Festivals

der Utopie“ verschiedenste Visionäre, welche sich zu

einer nachhaltigen Zukunft Gedanken machen, in den

Landkreis. Mit dabei war auch Christian Felber, der geistige

Gründer der Gemeinwohlökonomie. Angesteckt von

dessen Ideen wurde im Jahr 2017 ein Projekt zur Gemeinwohlökonomie

geplant. Quasi ein Zufallsprodukt des Projekts

war das Spiel „Enkeltauglich Leben“, das vor Ort so

begeisterte, dass es bald seine Ausbreitung über den

Landkreis hinaus fand. Zwei Jahre später, also 2019, wurde

das Spiel bereits 52-mal in ganz Deutschland und Österreich

gespielt und findet weiterhin Verbreitung.

Anja Haider-Wallner inspiriert als Unternehmensberaterin

und Trainerin zu einem nachhaltigen, genussvollen und

selbstbestimmten Leben. Sie ist Enkeltauglich-Leben-

Spielleiterin, (Kochbuch-) Autorin und hat ein Café mit

sozial-ökologischem Mehrwert mit gegründet. Die 40-Jährige

lebt mit ihren zwei Kindern und ihrem Lebensgefährten

im Osten von Österreich. Ihre 14-jährige Tochter Mona

hat ihre Sicht zum Buch „So klappt’s mit dem Weltretten“

beigetragen.

Information & Inspiration:

Anja Haider-Wallner: So klappt’s mit

dem Welt-Retten. Mankau Verlag,

2020. Klappenbroschur, 158 S.,

farbig, mit Spielplanposter (41,6 x 32

cm). ISBN-978-3-86374-550-9.

Foto-Credits: Mankau Verlag/ Birgit

Machtinger

10


VERANSTALTUNGEN 2020

FR – SO 17. – 19.04.

YOGA MEETS VEGAN: GROSSE YOGA- UND

VEGANWORLD-MITMACHMESSE IN STUTTGART

Nach dem erfolgreichen Start der „2-in-1-Messe“ im vergangenen Jahr vergrößert sich

die Yogaworld und öffnet die ganze Halle 2 der Stuttgarter Frühjahrsmessen. Die Besucher

erwartet ein buntes Programm mit abwechslungsreichen Yoga-Workshops internationaler

Top-Teacher, Meditationen und spannenden Vorträgen anerkannter Ernährungs-Experten –

ganz nach dem Motto: „Vegan ist bunt. Vegan ist lecker. Vegan ist eine Bereicherung”.

Außerdem laden rund 150 Verkaufsstände mit individuellen Accessoires, Anbietern von

Yoga- und Ayurveda-Reisen, Green Fashion und innovativen Produkten zum Bummeln ein.

Erstmalig wird es zudem eine Relax-Area für ayurvedische Massagen und Klangschalenreisen sowie eine vegane Startup-Area geben, in der

sich junge Unternehmen präsentieren können. Ein großer Foodcourt sorgt für eine kulinarisch rein pflanzliche Stärkung.

Weitere Infos auf www.yogaworld.de/messe

SA – SO 25. – 26.04.

14. INTERNATIONALER ENGELKONGRESS

IN LÜNEBURG BEI HAMBURG

Der Engelkongress ist das weltweit größte Engeltreffen. Um

dieses Zusammenkommen noch zu intensivieren und noch mehr

Veränderung in unserem Leben zu bewirken, wird der 14. Engelkongress

erstmals ein Mix aus Kongress, Festival und Retreat

sein. Neben den inspirierenden Vorträgen wollen die tiefgehenden Workshops ins Erleben führen, um die Nähe der Engel erfahrbar zu

machen. Meditationen, Visualisierungen und Übungen führen zur wahren Essenz und zur Verbindung mit den himmlischen Wesen. Praktische

Tipps und Tools helfen, die Botschaften der Engel noch besser zu deuten und zu verstehen. Heilige Zeremonien und Rituale schaffen die

Möglichkeit, einen Moment innezuhalten, kraftvolle Energien freizusetzen und die Kraft der Gemeinschaft zu erfahren. Mit dabei sind u.a.

Diana Cooper, Kyle Gray, Isabelle von Fallois, Pascal Voggenhuber, Tim Whild, Lars Muhl, Robert Reeves und Anke Evertz.

Infos & Anmeldung auf www.wrage.de oder Tel. 040-41 32 97-15

SEMINARE UND AUSBILDUNGEN AB MAI 2020

CHAKRABLÜTEN ESSENZEN SEMINARE –

TRAUMATA AUFLÖSEN, FRAUENTHEMEN

FR – SO 03. – 05.04.

LEBENSFREUDE FRÜHLINGSMESSE HAMBURG

Erlebe, was dich glücklich macht! Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen

und stellt uns vor immer neue Herausforderungen. Umso mehr sehnen wir

uns – gerade nach der dunklen Jahreszeit – nach Schwung, Energie, Glück und

Zufriedenheit. Du auch? Dann ist die Lebensfreude Frühlingsmesse Hamburg in

der Messehalle Hamburg-Schnelsen genau das Richtige für dich! Dort findest du

Anregungen und Inspirationen für ein glückliches, ausgewogenes und vitales

Leben. Bei über 120 Ausstellern und in 150 Fachvorträgen und Erlebnisworkshops

aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden bekommst

du 1.000 Tipps. Die Messe in Hamburg-Schnelsen findet bereits zum 28. Mal

statt und gilt als wichtiger Treffpunkt für Besucher und Aussteller, bei dem neben Bekanntem und Bewährtem die neuesten Trends und Produkte

vorgestellt werden. Infos auf www.hamburg-lebensfreude.de

Carola Lage-Roy und Ravi Roy zählen zu den bekanntesten Homöopathen Deutschlands.

Vor 20 Jahren entdeckte Carola Lage-Roy die Chakrablüten Essenzen und damit

eine neue, leicht zugängliche und ganzheitliche Heilweise. Die Essenzen wirken direkt

auf die Chakren und beleuchten oder beseitigen mögliche Blockaden. Die Schwingung

der Chakren erhöht sich auf die ursprüngliche Ebene, und der Mensch wird positiver

und angstfreier. In den Seminaren werden die Essenzen besprochen und durch Einnahme

sofort erfahrbar gemacht. Durch diese intensive Heilarbeit an sich selbst werden

die Essenzen in ihrer ganzen Tiefe erfahren und können in der Praxis gezielt und sicher angewendet werden.

Homöopathie Seminare: Ravi Roy und Carola Lage-Roy lehren in Seminaren zur homöopathischen Prophylaxe die Möglichkeiten, sich und

seine Familie sicher zu schützen. Alle Termine finden Sie auf www.lage-roy.de

FR – SO 15.05. – 17.05.

AURA-CHIRURGIE: MEDIZIN DES 21. JAHRHUNDERTS –

MIT DR. KÜNLEN IN FRANKFURT A.M.

Bei der Aurachirurgie wird ausschließlich am Energiekörper (Aura) des Patienten und nicht am physischen

Körper „operiert“. Die Heilarbeit erfolgt durch den energetisch-informatorischen Austausch

zwischen Arzt bzw. Heiler und Patient. Sie ist durch jeden Menschen lern- und anwendbar. Die angewandten

Prinzipien leiten sich aus den interdisziplinären Erkenntnissen der Quantenphysik, der Traditionellen

Chinesischen Medizin (TCM), der Informatik und der asiatischen Kampfkünste ab. Dr.

med. Mathias Künlen, Facharzt für Neurologie, stellt seine Arbeit in Theorie und Praxis anhand von

Fallbeispielen vor. Termine: Erlebnisabend 15.05.; Workshop / Teil 1: 16./17.05., Teil 2: 04./05.07.

Infos & Anmeldung auf www.frankfurter-ring.de oder Tel. 069–51 15 55

108


VERANSTALTUNGEN 2020

SA – SO 16. – 17.05.

KONGRESS ENERGIEMEDIZIN IN HEIDELBERG

Beim Kongress der DGEIM e.V in der Print Media Academy in Heidelberg kommen neben Forschern

die KollegInnen, Praktiker und Entwickler zu Wort, die Verfahren der energy medicine

bereits erfolgreich am Patienten anwenden und in ihren Arbeitsalltag integriert haben. Sie zeigen

uns Möglichkeiten und Grenzen dieser neuen Medizin auf und unterstützen nicht nur den

wissenschaftlich Interessierten, diese Ergebnisse mit den Verfahren und Befunden der konventionellen

Medizin in Beziehung zu setzen. Das Programm mit einer Mischung aus neuen Entwicklungen,

klinischen Erfahrungsberichten, Ergebnissen der (feinstofflichen!) Forschung, Einsatz

von Mentaltechniken, Grenzerfahrungen aus wissenschaftlicher Sicht usw. wird Sie begeistern!

Über den technischen Fortschritt der LED-Leuchten – und über 5G – wird es einiges zu reden

geben und auch, wie man sich schützen kann! Mehr Infos auf www.dgeim.de

DO – SO 21. – 24.05.

16. YOGA VIDYA MUSIKFESTIVAL IN BAD MEINBERG

Unter der Schirmherrschaft von Uwe Haardt (YOGA Aktuell) veranstaltet Yoga Vidya sein 16. Musikfestival.

In Konzerten, Klang-Yogastunden, Impro-Sessions, Rezitationen und Ritualen wird ein herzöffnender

Erlebnisraum zwischen Vielfalt und Ein-Klang ausgelotet. Internationale Headliner wie

Mirabai Ceiba und Tina Malia führen ihre Fans über die Musik in eine tiefe Verbundenheit mit sich

selbst. In besonderen Klang-Yogastunden sowie Klassen mit Mantra- und Konzertbegleitung vertiefen

die TeilnehmerInnen das Erleben ihrer selbst im Hier und Jetzt. Das musikalische Spektrum reicht

von World Music, Dream Pop und Elektro Beats bis hin zu Sacred Chants, Gospels, Medizinmusik,

klassischen indischen Ragas, weltumspannenden Mantras und jüdischer Musiktradition. Dazu gibt es

ein besonderes Workshop-Programm rund ums Thema Musik.

Mehr Infos auf www.yoga-vidya.de/events/musikfestival/

MI – MO 27.05. – 01.06.

30 JAHRE AFRO-PFINGSTEN IN WINTERTHUR / SCHWEIZ

Das diesjährige Pfingstwochenende in Winterthur ist ein ganz besonderes: Wir feiern 30 Jahre

Afro-Pfingsten! Rund 150 Konzerte und Showcases, ein riesiger Markt mit rund 300 Ständen sowie

eine farbenfrohe Parade machen das Wochenende zu einem einzigartig bunten Festival. Mit einer

Kulturparade am Samstag verbinden wir die Lebensfreude der verschiedenen Kulturen und präsentieren

afrikanische Schönheit in verschiedensten Facetten: Mode, Musik, Tanz u.v.m. Vom großen

Markt mit Köstlichkeiten aus aller Welt führt die Parade zur Reithalle, wo verschiedenste Formationen

ihr künstlerisches Können zeigen. Musikliebhaber von Afrobeats bis Reggae, von Afrofunk bis

Afrosoul und natürlich von traditioneller Musik werden mit großartigem Sound bedient: Größen wie

Tiken Jah Fakoly, Fally Ipupa, Habib Koité u.v.m. bringen mit ihrer Musik das Publikum zum Beben,

Träumen und Genießen.

Vorverkauf auf www.starticket.ch, weitere Infos auf www.afro-pfingsten.ch

FR – DO 29.05. – 04.06.

BEGEGNUNG VON GEMEINSCHAFTEN UND INTERESSENTEN

IN LEBENDIGKEIT UND STILLE

Pfingst-Festival im Taunus. Einige Gemeinschaften präsentieren sich live, andere filmisch.

Feiern und Ruhiges: Extra Stille-Essraum, Pranawandern, Yoga, Teezeremonie,

Meditation, Massage, achtsame Kommunikation, hochsensibel als Chance. Workshops

und Büchertisch zu: Visionsfindung, Tipps zur Gemeinschaftssuche/-gründung, Finanzen,

Rechtsform, Konsensprinzip, Konfliktlösung, Selbstversorgung, Solidarverein statt

Krankenkasse, Freilernen, Partnerschaft und Freiheit, Singen, Tanz, Konzerte, Männer-

/Frauengruppe, Traumaheilung, Kinderprogramm. Täglich Kleingruppen in gleichbleibender

Zusammensetzung zum Kennenlernen und Austauschen. Auswahl an Bio-Essen:

vegetarisch, vegan, Rohkost. Weiterer Termin: 28.12.2020 – 02.01.2021.

Infos unter oekodorf@gemeinschaften.de oder Tel. 07764-933 999

FR – SA 30. – 31.10.

VOM WISSEN ZUM BEWUSSTSEIN: GRENZENLOS DENKEN

Kongress Meditation & Wissenschaft 2020 in Berlin. Achtsamkeit ist der Schlüssel zu

menschlicher Ganzheit. Der Kongress Meditation & Wissenschaft stellt ausgewählte Beispiele

aus Arbeits- und Alltagswelt, Medizin und Therapie vor, in denen Meditation sich

bewährt. Und er fragt nach, welche kulturellen und gesellschaftlichen Chancen zur Entwicklung

sich hier auftun. Das Kongressthema „Grenzenlos denken“ lädt ein, den Weg „Vom

Wissen zum Bewusstsein“ zu beschreiten. Bekannte Beitragende wie Otto Scharmer, Hartmut

Rosa und Markus Gabriel zeigen Wege auf, wie die Transformation vom Ego- zum Eco-

System gelingen kann, nehmen die Kraft des Unverfügbaren in den Blick und ergründen das Paradox des Selbstbewusstseins. Eine Podiumsdiskussion

widmet sich dem Thema „Die Zukunft der Meditation – Menschliche und kulturelle Transformation als Lebenspraxis“.

Weitere Infos auf www.meditation-wissenschaft.org

109


WEISHEIT

Annette Kaiser, 1948

geboren, ist spirituelle

Lehrerin, Gründerin und

Leiterin des Seminarhauses

„Goldener Wind by

Villa Unspunnen“ in der

Schweiz. Nach dem Studium

der Volkswirtschaft und

Soziologie engagierte

sie sich im Bereich der

Entwicklungszusammenarbeit,

vor allem in

Frauenfragen. 1998 wurde

sie von ihrer Lehrerin Irina

Tweedie autorisiert, die

Naqshbandi-Mujaddidiyya

ihren Vorträgen, Seminaren

und Büchern vermittelt sie

eine transkonfessionelle und

transkulturelle evolutionäre

Spiritualität, die in eine

Universelle Spiritualität und

Universelle Kooperation

führt.

MENSCHEN MIT

VISIONEN

ANNETTE

KAISER

110


SPIRITUELLER FRAGEBOGEN

Welchen Beruf haben Sie gelernt?

Ökonomin.

In welchem Bereich sind Sie derzeit

tätig? Als spirituelle Lehrerin

Was möchten Sie sein? Genau DAS

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Spaghetti

Sind Sie Vegetarier? Flexitarier?

Veganer? Flexitarierin

Sind Sie karitativ oder ehrenamtlich

engagiert? Wenn ja, wie bzw.

wo? Ja, sehr vielfältig: Open Hands,

Co-creating Europe, Weisheitsraum

der 13 Frauen, und mit vielen Menschen

im Einzelgespräch.

Wann bzw. in welchem Alter haben

Sie angefangen, sich für Spiritualität

zu interessieren? Mit 14 Jahren.

Meditieren Sie? Wie? Seit wann?

Ja, seit fast 50 Jahren

Was machen Sie in Ihren Mußestunden?

Es gibt nicht einfach

Mußestunden – mein Ziel: jeder

Augenblick ist „göttliche“ Muße.

Welche Vision haben Sie für die

nächsten zehn Jahre? Eine Neue

Erde als Spiegel-Tanz im Nichts.

Was sind für Sie die wichtigsten

Projekte für dieses Jahr? Stille –

sie liebt, was ist.

Welche drei menschlichen bzw.

spirituellen Werte sind Ihnen

wichtig? Liebe, Weisheit, Schönheit

Was ist „Gott“ für Sie? Das Unbenennbare,

das alles Benennbare

enthält.

Inspiration & Information

www.goldenerwind.ch

Was ist Ihr Traum vom Glück?

ES IST

Was wäre für Sie das größte

Unglück? –

Wie möchten Sie sterben?

Diesseits und jenseits – dasselbe

All.

Und dann? Jetzt!

Was bereitet Ihnen Bedenken oder

Sorgen in Bezug auf den Planeten

Erde oder die Menschheit? Ich

sehe die Menschen am Erwachen.

Daraus können Weltfrieden und

eine Neue Erde entstehen.

Was ist Ihre größte Schwäche bzw.

Ihr größter Fehler? Es sind Fehler,

die ich noch nicht kenne

Was ist Ihre Strategie dagegen?

Werden sie sichtbar, nehme ich sie

an in Liebe – Wandel geschieht.

VISIONEN

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VISIONÄRE DER

KOMMUNIKATION

Networking lebt

von achtsamer

Kommunikation.

Dunja Burghardt,

Mitgründerin des

Cosmic Cine Festival,

gibt ihre Vision einer

lebendigen Wirtschaft

überall weiter, wo sie

mit Unternehmern

und Medien schaffenden

Von Dunja Burghardt

Seit über 15 Jahren bin ich nun in der Wirtschaft unterwegs,

habe sechs Firmen gegründet und ein Buch

geschrieben. Meine Erfahrungen gebe ich mittlerweile

gerne weiter.

Wenn ich Führungskräfte berate, geht es immer zuerst um

die Vision eines Unternehmens und zuletzt um die Vernetzung.

Die lebendige Vision ist das Kraftwerk der Entfaltung

für jeden Mitarbeiter, die lebendige Vernetzung die

Erdung. Beides zusammen ist pure Magie.

Die Sinn-Vision oder, anders ausgedrückt, den Lebenssinn

eines Unternehmens freizulegen ist wie einen Schatz zu

heben. „Wozu macht ihr das alles?“, frage ich. Wenn diese

Frage mit Freude beantwortet werden kann, sind wir wirklich

bei uns. Zugleich kommt durch diese Frage, egal wie

die Antwort lautet, Bewusstsein ins Spiel. Und wo Bewusstsein

in unser Handeln kommt, ist unser Handeln angebunden.

Lebensfluss folgt. Jedoch nicht im mystischen Sinne.

Vieles kommt durch die Bewusstwerdung auf ganz natürliche

Weise in Bewegung.

So gehe ich selbst diesen Weg seit vielen Jahren, trage die

Vision der lebendigen Wirtschaft weiter in Unternehmen

und lerne stetig dazu. Mit jedem Interview und jeder

Begegnung werde ich bunter. Heute bin ich der Überzeugung,

dass es so viele Wahrheiten wie Menschen gibt. Alle

Sichtweisen münden in einer universellen Weisheit, der wir

uns nähern, indem wir anderen zuhören. Wenn wir unser

Gegenüber auf Augenhöhe lassen und die Schönheit

dieser Essenz erkennen, erkennen wir am Ende uns selbst.

114


LEBENDIGE VISIONEN#2

Ich selbst verstehe mich mittlerweile als Visionärin der

Medienbranche. Ein Medium, das Wissen von vielen Menschen

einsammelt und die Essenz auf kurzem Wege weiterträgt.

Diese Form der kommunikativen Netzwerkarbeit

bereitet mir Freude, sie bereichert in Zeiten der Informationsflut

und lässt mich selbst lebendig wirtschaften.

An dieser Stelle kommen Menschen der Kommunikationsbranche

zu Wort, die dich mit kurzen Impulsen bereichern.

Da ist zum einen Vivian Dittmar, Autorin und Speakerin für

den Wandel, die ich zu meinem Buch „lebendige Wirtschaft“

interviewen durfte, und zum anderen Fritz Lietsch,

der Chefredakteur des Magazins „forum Nachhaltig Wirtschaften“,

einer meiner Mentoren im Bereich des Schreibens.

Und drittens sind da die beiden Filmemacher Renata

Heinen und Rolf Winter, die um die Welt zogen, um mit

ganz unbekannten Menschen zu sprechen. Ihr Film feiert

auf dem Cosmic Cine Filmfestival im April 2020, das ich

mitgestalten darf, seine Deutschlandpremiere. Die

Erkenntnisse von diesen dreien schenkten mir eine neue

Perspektive und veränderten meine Kommunikation.

Kommunikation & Film

Interview mit Chefredakteur Fritz Lietsch

Fritz, du bist seit vielen Jahren als Pionier der Nachhaltigkeit

in der Kommunikationsbranche unterwegs. Wie

ging und geht es dir dabei?

Ich sehe mit großer Sorge, dass wir in vielen Bereichen

noch lange nicht da sind, wo wir sein sollten. Ich sehe aber

mit größerer Freude, was alles erreicht wurde. Dinge, die

ich vor 30 Jahren gesagt habe, wurden damals als Spinnerei

abgetan (Solarenergie, Bio-Landbau, Social Business,

Sharing, etc.) – heute sind sie bereits Realität oder gar

Normalität. Heute darf ich meine Ideen vor großem Publikum

vorstellen und gemeinsam mit vielen Mitstreitern und

vielen Branchen und Gesellschaftsbereichen umsetzen.

Deshalb wünsche ich deiner Generation Mut, Klarheit,

Entschlossenheit und vor allem: ganz viel Begeisterung

und Liebe für das Leben.

Was wünscht du dir für deine Generation?

Endlich aufhören zu jammern, endlich Verantwortung

übernehmen, Fehler eingestehen und es besser machen,

statt alle Last und Hypothek auf zukünftige Generationen

zu laden oder gar auf die Jugend zu schimpfen. Von alten

Mustern und Gewohnheiten loslassen. Ich wünsche mir,

dass meine Generation endlich aufhört, sich selbst zu

belügen. Dass sie sieht, was ist und wie es ist, und dass sie

gemeinsam mit der Jugend ein Bild entwirft, wie die (globale)

Zukunft aussehen soll.

Welchen Beitrag kann das Medium Film hier leisten?

Einen ganz enormen, wichtigen Beitrag. Der Film kann mit

Wort und Bild hervorragend informieren. Aber noch mehr:

Er berührt unsere Seele und weckt unsere Emotionen.

Zudem kann er Brücken bauen. Deshalb: Filmemacher aller

Länder, vereinigt euch und helft mit bei der großen Transformation!

Infos zu Fritz Lietsch und „forum Nachhaltig Wirtschaften“

auf: forum-csr.net

Kommunikation & Mensch

Interview mit Filmemacher Renata Heinen und Rolf

Winter

Renate und Rolf, euer Film DOWN TO EARTH zeigt

keine Stars, sondern absolute No-Names. Warum war es

euch wichtig, mit diesen Menschen in Kommunikation

zu gehen?

Die Charaktere unseres Films sind Unbekannte auf der

ganzen Welt, die unter dem Radar unserer modernen

Gesellschaft leben. Die meisten von ihnen leben abgeschieden

im Dienste ihrer Familien und Gemeinschaften. In

diesen werden sie als Medizinleute, Hüter der Weisheit,

Schamanen, Heiler oder spirituelle Führer bezeichnet. Wir

haben uns für den Begriff „Hüter der Erde“ entschieden,

da wir das Gefühl hatten, dass dies die Figuren in DOWN

TO EARTH treffend beschreibt. Diese Menschen, die wir

filmten, sind nicht nur unglaublich bescheiden und geerdet,

sondern gleichzeitig Bindeglieder zwischen unserem

Leben auf der Erde und anderen Sphären, zwischen körperlichen

und unkörperlichen Welten. In Wirklichkeit leben

wir alle ständig in mehreren Dimensionen, es ist nur so,

dass diese Menschen sich des Daseins in mehreren Dimensionen

gewahr sind. Und wir glauben, das ist eine wichtige

Botschaft in Zeiten des Wandels.

Ihr meint, dass es verschiedene Dimensionen gibt, in

denen wir kommunizieren?

Ja, über diese Verbindung haben sie Zugang zu viel mehr

Informationen, können diese für sich in Anspruch nehmen

und anderen dabei helfen, zurückzuholen, was in anderen

Realitäten verloren ging. Die Art, wie diese erdverbundenen

Menschen ihr Leben führen, ist die Botschaft. Unbe-

115


rührt von künstlich erschaffenen Gesetzen, Religionen oder

verzerrenden Schichten des Egos, haben sie alle eine klare

und transzendente Sicht auf das Leben auf dem Planeten

Erde. Sie wissen, dass es Zeit ist, hervorzutreten und ihre

Einsichten und Weisheit mit den Menschen zu teilen, die

bereit sind zuzuhören. Und genau darum geht es eben

auch: dass wir wieder lernen, einander wirklich zuzuhören.

Deutschlandpremiere auf dem Cosmic Cine Filmfestival

24.04.2020 um 16 Uhr – cosmic-cine.com. Infos zum

Film auf: downtoearthfilm.com

Kommunikation & Unternehmen

Interview mit Autorin und Speakerin Vivian Dittmar

Vivian, du setzt Impulse für den Wandel in vielen Unternehmen,

sei es durch das Terra Institut, die Be-The-

Change-Initiative oder auch mit deinen Büchern. Für

dich gehört zur Beziehungsfähigkeit und einer guten

Kommunikation auch das Wissen über unsere Gefühle –

warum?

In meiner Auseinandersetzung mit dem Thema Fühlen

habe ich bemerkt, dass wir ganz konkret bei den fünf

Sinnen anfangen können. Also, ich kann sagen: Ich fühle

mich kalt oder ich fühle mich schlecht. Und bereits an

dieser Stelle sind wir es gewohnt, solche Sinnesempfindungen

auszublenden. Wenn ich mir dagegen angewöhne,

wieder zu fühlen, verschafft mir das Zugang zu meiner

Menschlichkeit.

Die Gefühle, die ich als reine Gefühle bezeichne, fungieren

als soziale Kräfte, um mit dem, was ist, in Beziehung zu

sein. Ich unterscheide hier fünf Gefühle: Wut, Trauer,

Freude, Angst und Scham. Wenn wir diese fünf anschauen,

dann wird sehr schnell deutlich, dass nur ein Gefühl dabei

ist, das wir gern haben – die Freude. Die anderen vier

Gefühle brauche ich jedoch, wenn das, was ich möchte,

und das, was ist, nicht übereinstimmen. Der Witz an dieser

Geschichte ist, dass wir, um mit Situationen umzugehen,

die schwierig sind, ein größeres Repertoire an Gefühlen

brauchen als bei denen, die so sind, wie wir sie haben

wollen. Jedes Gefühl hat jedoch lediglich unterschiedliche

Funktionen. Wenn ich alle fünf Gefühle in mir erzeugen

kann, sie als Kraft zulassen kann, dann bin ich dafür

gewappnet, jeder Situation zu begegnen.

Was bedeutet das für unsere Kommunikation?

Ich habe immer wieder beobachtet, dass Menschen,

sobald sie wirklich ein Verständnis dafür entwickeln, wofür

Gefühle da sind und welche verschiedenen Arten von

Gefühlen es gibt, sich leichter tun, Gefühle in der Kommunikation

und in Unternehmen wieder zuzulassen. Wir

haben ein kulturelles Missverständnis, das besagt, dass

Gefühl und Verstand Gegensätze sind, und auch eine

kulturelle Wertung, dass diese Gefühle irrational und

unpraktisch sind. Mit diesen Missverständnissen gilt es

aufzuräumen. Das große Dilemma, das wir im Moment in

Unternehmen haben, ist, dass wir Menschen wollen, die

wirklich mit ihrer ganzen Schaffenskraft im Beruf stehen,

und gleichzeitig von ihnen einfordern, dass sie ihre

Gefühle zu Hause lassen. Das funktioniert aber nicht, denn

in dem Moment, in dem Menschen wirklich anfangen, sich

reinzugeben, haben sie auch Gefühle.

Auszug aus dem Buch „lebendige Wirtschaft“.

Info auf wirtschaft-leben.com.

Mehr zu Vivian Dittmar auf viviandittmar.net

Dunja Burghardt ist Moderatorin und Storytellerin.

Gemeinsam mit ihrem Mann Maik Burghardt bewegt sie

die Medienbrache seit über 15 Jahren im Bereich der

nachhaltigen Entwicklung, sozialen Verantwortung und

gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung. Als Diplom-

Betriebswirtin führte sie der Weg von der Finanzbranche,

über die Krisenkommunikation hin zur eigenen Werbeagentur,

Filmproduktion und dem Cosmic Cine Filmfestival.

Ihr Buch „lebendige WIRTSCHAFT“ zeigt das Potential

der Vernetzung auf.

Info: wirtschaft-leben.com * md-burghardt.com

116


ZU GUTER LETZT

KOMMUNIKATION

Kolumne von Karl Gamper

Ich streife meine Schuhe ab und

trete ein. Die breiten, mit dem

Alter fleckig gewordenen Holzdielen

stammen aus dem kaiserlichen

Palast. Die Zehen taub vor

Kälte, der Atem sichtbar vor

meinem Gesicht. Über den Garten

verstreute Lichter schwingen

in tanzendem Rhythmus mit dem

Leuchten der Sterne. Ein großer

Moment. Gleich darf ich über

Kommunikation sprechen. Ich

beginne mit Stille.

„Alle wahren Antworten sind still“

– sagte der Buddha. Denn das,

was gesagt werden kann, ist nur

ein Hinweis auf das Namenlose.

Auf das Unaussprechliche. Auf

das Formlose. Aus dieser Sicht

wird Kommunikation zu Kommunion.

Zur alles umarmenden

Stille, die so beredt ist.

EIN MYSTERIUM

Ich habe diesen seltsamen Einstieg

gewählt, um die Magie und

das Mysterium der Kommunikation

zu verdeutlichen. Denn

Kommunikation, aus einer

gesamthaften Sicht betrachtet,

umarmt sowohl die Form als auch

das Formlose. Ich könnte das

auch so sagen: Alles kommuniziert.

Es gibt nichts, was nicht

kommuniziert. Die Engländer

sagen: „everything communicates.“

Und da alles kommuniziert,

sind auf einer tiefen, grundlegenden

Ebene Kommunikation und

Kommunion eins.

Wenn sich unser Bewusstsein

öffnet und wir den Kern dieser

Botschaft mit dem Herzen hören,

dann verstehen wir. Wie der

Kleine Prinz: „Das Wesentliche ist

für die Augen unsichtbar.“

Gemeint sind die Augen des

Verstandes. Was sich öffnet, ist

die Weisheit des Herzens.

Diese Analogie gilt auch für

Kommunikation. Das Wesentliche

ist der Sprache nicht zugänglich.

Das Tao, das gesagt werden

kann, ist nicht das wahre Tao. So

gesehen ist die Sprache der

Finger, der zum Mond zeigt, nicht

jedoch der Mond selbst.

Wie bei meinem konstruierten

Einstiegstext. Unvermittelt befinden

wir uns in einem fremden

Land. Assoziationen tauchen auf.

Stimmungen. Bilder. Unsere

Fantasie bastelt ein Bild. Welches

Land ist es? Japan? All das und

sehr viel mehr ist vollkommen

offen. Nur einen winzigen Teil

von dem, was wir hören, nehmen

wir wörtlich, den Rest fügen wir

hinzu, wissen Kommunikationsforscher.

WAS BEDEUTET

DAS PRAKTISCH

Alles kommuniziert. Das Heft, das

du in der Hand hältst, das Papier,

die Farben, die Bilder, die Grafik,

die Anordnung der Texte, der

Zeilenfall, die Haptik … einfach

alles. Auch die Kleider, die du

anhast. Die Umgebung, das Licht,

die Düfte, die ungefiltert in dein

Gehirn dringen … alles, alles,

alles kommuniziert. Und all das

miteinander formt die Botschaft

zu einem Gesamteindruck.

Sobald wir das verstehen, vermeiden

wir Beliebigkeit. Unser Blick

wird wach sowohl für die Details

wie für den großen Bogen. Da

alles kommuniziert, kommuniziert

auch alles von mir. Hin zu dir.

Daher ist es für einen bewussten

Menschen wichtig, sich darüber

klar zu sein, was seine zentralen

Botschaften sind. Und wie sich

diese ausdrücken lassen.

DER ERSTE EINDRUCK

Du betrittst ein Gasthaus. In

kürzester Zeit bekommst du die

gesamte Atmosphäre mit. Nonverbal.

Es dauert nur eine Zehntelsekunde

(!), um jemanden einzuschätzen

und einen ersten Eindruck

zu gewinnen. Studien

belegen, je mehr Zeit Probanden

gewährt wird, um Eindrücke zu

gewinnen, desto sicherer sind sie

sich in ihrer Annahme. Menschen

bilden sich nicht nur sehr schnell

einen ersten Eindruck, sie liegen

in ihrer Einschätzung meist auch

richtig.

Das ist nur möglich, weil alles

kommuniziert. Und wir in einer

Kommunion mit allem sind.

MITEINADER VON ALLEM

Ich meine hier nicht die Eucharistiefeier

der Christen, sondern ich

ziele auf die ursprüngliche

Bedeutung dieses Begriffes.

Dann landen wir bei „communio“

– einem Miteinander, bei dem

alles mit allem verbunden ist.

Damit führt uns das tiefere Verständnis

von Kommunikation aus

der Falle der Getrenntheit. Wir

erwachen aus der Hypnose, die

uns in den Alptraum der Einzelanstrengung

und der Isolation

geführt hat. Wir verstehen, dass

Kommunikation das Heilmittel,

das Medikament ist, das unsere

innere Verbundenheit ausdrückt.

Der Volksmund sagt: „Mit Reden

kommen die Leut z’samm.“ Oberflächlich

betrachtet – was vollkommen

in Ordnung ist – bedeutet

Kommunikation sprechen.

Doch in der Tiefe landen wir bei

Kommunion. Dem Miteinander

von allem. Von Geist, Körper und

Seele. Von Wissen und Intuition.

Von Weisheit und Liebe. Und

letztlich bei der VISION für ein

neues WIR.

Alles kommuniziert. Und wenn wir

still sind und lauschen … dann

hören wir; auch dann, wenn wir

reden.

Karl Gamper

Autor und Mentor

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Unter anderem

mit diesen Themen:

IMPRESSUM

VISIONEN SPIRIT & SOUL

ISSN 1434-1921

Erscheint 6x im Jahr.

25. Jahrgang / Nr. 3 April / Mai 2020

Verleger und Herausgeber

Sandila Import-Export Handels-GmbH,

Sägestraße 37, 79737 Herrischried

Tel. 07764 93970, Fax 07764 939739

(Anschrift von Verleger, Herausgeber,

Redaktion und Anzeigenabteilung)

eMail: info@visionen.com

Online: www.visionen.com

Ansprechpartner in der Redaktion

Herausgeberin und Chefredaktion (verantwortl.):

Gerlinde Glöckner

Redaktion: Inge Hasswani, Frank Schüre (fs)

redaktion@visionen.com

Mitwirkende dieser Ausgabe

Susanne Dinkelmann

Tina Engler

Martina Pahr

Christian Salvesen

Manuela Knipp-Lillich

Andrea Michaelis

Achim Pothmann

Die Redaktion behält sich vor,

eingesandte Texte in Form und Inhalt

dem Stil des Magazins anzupassen.

Marketingkoordination + Anzeigen:

bg medien service, Bernd Glöckner

anzeigen@visionen.com, Tel. 07764 939710

Design & Layout

Kaner Thompson mit Lange + Durach

Freiburg/Köln, kanerthompson.de

Bildnachweis: Nicht im Artikel gekennzeichnete

Bilder stammen von Getty Images

Vertrieb

BPV Medien Vertrieb GmbH & Co. KG

Römerstr. 90, 79618 Rheinfelden

Druck & Herstellung

Divyanand Verlags-GmbH, 79737 Herrischried

Druck auf ökologisch zertifiziertem Papier FSC

(Forest Stewardship Council)

Bezugspreise

Einzelheft € 5,90, Jahresabo € 49,00,

Probeabo € 10,00

Bankverbindungen

D: Sparkasse Hochrhein IBAN: DE38

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