IMMOBILIENFONDS GEBRAUCHTE POLIZZEN SCHIFFSFONDS ...

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IMMOBILIENFONDS GEBRAUCHTE POLIZZEN SCHIFFSFONDS ...

EDITORIAL

„GESCHLOSSENE FONDS

Gute Aussichten auf hohe Renditen

In Österreich beträgt das Fondsvolumen

bereits über 153 Milliarden

Euro. Davon entfallen rund 68,5

Milliarden auf Rentenfonds, 38 auf gemischte

Fonds, 24 auf Aktien- und zirka

13,6 Milliarden auf geldmarktnahe

Rentenfonds. Rund 52 Prozent dieser

Mittel fließen in Publikumsfonds, 29

Prozent in Spezial- und 18,5 Prozent in

Großanlegerfonds. In Niedrigzins-

Phasen sind Anleger auf der Suche nach

ertragreichen Veranlagungen. Seit

einigen Jahren bieten auch am österreichischen

Markt so genannte geschlossene

Fonds interessante Alternativen.

Solche Investitionen sind unternehmerische

Beteiligungen mit entsprechenden

Chancen und Risiken. Sie

werden aufgelegt, um für Großprojekte

(wie z. B. Immobilien, Schiffe, Medienproduktionen

mit Ausrichtung auf eine

längerfristigere Anlage, Windkraft)

Kapital zu lukrieren. Ist die gewünschte

Kapitalquote erreicht, werden die

Fonds (closed-end funds) geschlossen.

Außerdem wird das Kapital börsenunabhängig

in Sachwerte investiert.

Aufgrund des höheren Risikos sind

geschlossene Fonds nur für erfahrene

Anleger empfehlenswert. Einen

Anspruch auf Rücknahme der Anteile

hat der Anleger hier nicht – eine vorherige

Rückgabe ist nur durch Weitergabe

an Dritte möglich. Verluste können

dabei nicht ausgeschlossen werden.

Die Beteiligung erfolgt in Form von

direkt oder – was eher den Regelfall

darstellt – treuhändig gehaltenen

Kommanditbeteiligungen. Mindestzeichnungssummen

zwischen 5.000 bis

10.000 Euro sind üblich. Die Modelle

erstrecken sich von Einmalerlägen bis

hin zu Ansparmodellen. Der einzelne

Anleger sollte eine langfristige Veranlagungsstrategie

verfolgen, die Laufzeit

liegt in der Regel bei mindestens zehn

04 FONDS exklusiv

KOMMERZIALRAT WOLFGANG K. GÖLTL,

Obmann des Fachverbandes FDL der WKO

bis zwanzig Jahren. Sekundärmarkt

besteht de facto keiner. Nach Laufzeitende

werden die Investitionsobjekte

(Schiffe, Immobilien) veräußert, wobei

der Veranlagungserfolg wesentlich vom

erzielten Veräußerungserlös abhängt.

Die Renditeerwartung basiert auf

dem Konzept langfristig gesicherter

Einnahmen und jährlicher Ausschüttung

der Überschüsse an die Anleger.

Für die Werthaltigkeit der Prospektprognosen

sind bei Immobilienfonds

u. a. die Restlaufzeit der Mietverträge

sowie die Bonität der Mieter entscheidend.

Daher sollte bei geschlossenen

Immobilienfonds auf Gebäude in guter

Lage, mit langfristigen Mietverträgen

und zahlungskräftigen Mietern geachtet

werden. Dies sind meist Bürokomplexe

in Großstädten, Einzelhandelsund

Büroimmobilien. Bei Schiffsbeteiligungen

konnte in den letzten

Jahren ein regelrechter Boom verzeichnet

werden. Die langfristige Ertragskraft

eines Schiffsfonds hängt im

Wesentlichen von der Angebots- und

Nachfragesituation auf dem Schiffsmarkt

für Tanker- und Containerkapazitäten

ab.

Risiko: Totalverlust möglich

Auch wenn bei langfristig abgesicherten

Einnahmen eine als relativ berechenbar

einzustufende Veranlagungsform

gegeben ist, kann ein Verlust bis

hin zum Totalverlust nicht ausgeschlossen

werden. Risken liegen u. a.

in der Höhe der Mieten/Chartereinnahmen,

einem eventuellen Miet-/

Charterausfall sowie möglichen

Leerstandszeiten und hängen von der

generellen Wertentwicklung und

dem Erlös aus dem Verkauf der

Immobilien bzw. Schiffe ab.

Steuerliche Funktionsweise:

Quellenstaat – Wohnsitzstaat

Geschlossene Fonds werden steuerlich

typischerweise nicht als Investmentfonds

– auch wenn der Name einen

solchen vermuten lässt –, sondern als

Kommanditgesellschaften behandelt.

Das jeweils anzuwendende Doppelbesteuerungsabkommen

teilt das Besteuerungsrecht

dem Quellenstaat zu.

Österreich als Wohnsitzstaat stellt die

Einkünfte unter Progressionsvorbehalt

von der Besteuerung frei – was bedeutet,

dass sie nicht besteuert, sondern

nur zur Berechnung des Tarifsteuersatzes

herangezogen werden.

Geschlossene Fonds stellen somit

prinzipiell eine interessante Veranlagungsform

dar. Anleger sollten sich

dennoch, bevor sie sich für eine derartige

Veranlagung entscheiden, von

ihrem Vermögensberater umfassend

über Chancen und Risiken aufklären

lassen – insbesondere hinsichtlich der

langfristigen Gebundenheit des eingesetzten

Kapitals sowie der steuerlichen

Auswirkungen und Qualität von

Investment und Anbieter.

Porträtfoto: Gerhard Nohava-beigestellt

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