125 Jahre Chorgesang in Nellingen/F.
Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum des Chorgesangs in Nellingen/Filder vom 13. bis 15. Juli 1963
Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum des Chorgesangs in Nellingen/Filder vom 13. bis 15. Juli 1963
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CHORGESANG
IN
NELLINGEN / F.
13. bis 15. Juli 1963
125 Jahre
Chorgesang
in
Nellingen/F.
*
13. – 15. JULI 1963
Niedersinken
vor des Gesanges Macht
der Stände
lächerliche Schranken
Karl Pfaff
„125 Jahre Chorgesang in Nellingen a. F.“
steht als Leitgedanke über dem Fest, das der Gesangverein Eintracht Nellingen a. F.,
der in diesem Jahr selbst auf sein 95 jähriges Bestehen zurückblicken darf und aus
dem „ Liederkranz“ Nellingen a. F. hervorgegangen ist, in diesen Tagen feiert. Der
Rückblick, zu dem dieses Fest anregt, gibt mir Anlaß, dem Verein für seine, für
unsere gesamte Gemeinde sehr bedeutsame kulturelle Arbeit, seine beachtenswerten
Leistungen und seine jederzeit bereitwillige Mitwirkung bei den verschiedensten Veranstaltungen
namens des Gemeinderats und der gesamten Einwohnerschaft herzlich
zu danken.
Gerade in unserer allem Materiellen zugewandten Zeit, die nur noch Hast und Eile
kennt und an die seelische Spannkraft der Menschen nie gekannte Anforderungen
stellt, ist die Arbeit der Gesangvereine von unschätzbarem Wert. Sie dienen dem
Guten, Wahren und Schönen und bringen mit ihren Liedern Freude und Entspannung,
Trost und Erhebung über den schweren Alltag und vermitteln uns das alte
und das neue reiche musikalische Kulturgut, halten es lebendig und verbreiten es
und erfüllen damit eine Aufgabe, die in ihrer Bedeutung für das künstlerische und
gesellschaftliche Leben unseres Volkes gar nicht hoch genug gewertet werden kann.
Alle Sänger und Sangesfreunde, die dieses Jubiläum mit uns feiern, begrüße ich namens
unserer gesamten Gemeinde aufs Herzlichste und wünsche diesem Fest einen
schönen und harmonischen Verlauf.
Nellingen a. F., im Juli 1963
Ernst Kirchner
Bürgermeister und Schirmherr
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Dem Gesangverein
Eintracht Nellingen/Filder zum Gruß!
„125 Jahre Chorgesang in Nellingen“, so steht auf Ihrem Briefkopf zu lesen. Wenn
wir unsere Aufgabe als Sänger erfüllt haben, sich selbst und anderen das Dasein
schöner und besser zu gestalten, dann sind viel Freude, Erbauung und Trost in diesen
125 Jahren durch Sie in die Gemeinde geflossen. Dafür sind dem Verein Dank und
Anerkennung zu sagen.
Der Verein hat sich eine neue Fahne gegeben, in ihr sollen Sie sehen und achten:
das Zeichen der Beständigkeit im Kommen und Gehen der Geschlechter;
das Sinnbild der Sammlung, der nach Alter, Herkommen, Beruf und Weltanschauung
so verschiedenen Mitglieder zur Lösung der den Vereinen gestellten
Aufgaben.
Sie ist aber auch der Ausweis, wenn Sie auf Sängerfeste gehen, und jedermann soll
sehen, was Sie „auf Ihre Fahne geschrieben haben“.
Die schwäbische Sängerschaft grüßt ihren Bruderverein am heutigen Tag
mit schwäbischem Sängergruß
„Das Herz voller Lieder“
Dr. Franz Weiß
Präsident
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Sei du, Gesang, mein freundlich Asyl!
Sei du, Beglückender, mitsagender Liebe
mir gepflegt, der Garten, wo ich wandelnd
unter den Blüten, den immer jungen.
Hölderlin
Wir feiern unser Jubiläum „125 Jahre Chorsingen in Nellingen“ in einer Epoche, in
der uns, so scheint es mir, zwei entscheidende Faktoren unserer Gründerveteranen
aus den Händen gleiten.
Ach, die wir das Höchste und Beste suchen in der Tiefe des Wissens, im Getümmel
des Handelns, im Dunkel der Vergangenheit oder im Labyrinth der Zukunft.
Haben wir nicht den Namen dessen vergessen, der eins ist und alles? Sein Name
ist Schönheit!
Zum anderen haben wir, unserer eitlen Eigenliebe folgend, die bildenden Kräfte des
menschlichen Daseins vernachlässigt.
Uns allen, Sängerinnen und Sänger obliegt es, uns selbst und unseren Mitmenschen
im Bereiche der Schönheit und Kunst in der singenden Gemeinschaft zu höherem
Streben und unser aller Vervollkommnung zu führen.
Alle Freunde des Gesangs grüße ich
mit freundlichen Sängergrüßen
Alfred Metzger
1. Vorstand
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Zum Gruß und Geleit!
Der Gesangverein Eintracht Nellingen zählt mit zu den ältesten Vereinen unseres
Gaues. Es scheint mir, daß Ihre Begründer im Jahre 1838 von dem großen Organisator
Karl Pfaff, der ja in Ihrer unmittelbaren Nähe wirkte, angezogen und begeistert
wurden und dadurch schon so frühzeitig in Nellingen einen Gesangverein mit dem
Namen Liederkranz gründeten.
Die Tatsache, daß bereits 2 Jahre nach Gründung desselben eine Fahne als das
äußere Symbol der Treue beschafft werden konnte, zeigt, daß diese Männer von
einer ungeheuren Dynamik, dem Singen in der Gemeinschaft, beseelt waren. Diese
Dynamik und dieser Eifer sind Ihrem Verein bis auf den heutigen Tag nicht nur erhalten
geblieben, sondern haben isch gerade im letzten Jahrzehnt erheblich gesteigert.
Ich freue mich, daß die Eintracht Nellingen nicht nur zahlenmäßig, sondern auch
leistungsmäßig zu den stärksten Vereinen unseres Gaues zählt. Die ausgezeichneten
Prädikate bei Veranstaltungen im Gau und Bund, Ihre Konzerte und nicht zuletzt
Ihr Chorvortrag im Rundfunk, sprechen für sich und sind der beste Beweis für Ihre
Leistungsfähigkeit.
Es ist mir eine aufrichtige Freude, dem Jubilar anläßlich seines 125 jährigen Bestehens
die herzlichsten Glückwünsche und die des ganzen Gaues aufrichtig entbieten
zu dürfen. Gleichzeitig möchte ich aber auch den Dank für Ihre bisherige Treue
aussprechen und wünschen, daß Ihrem Verein auch in Zukunft diese Erfolge beschieden
sein mögen.
Schon heute möchte ich all die vielen Gäste, die Sie bei Ihrem Jubiläum erwarten
dürfen, im Namen des Gaues herzlich begrüßen und ich bin sicher davon überzeugt,
daß alle Besucher dieses Festes jahrelang das Erlebte in bester Erinnerung behalten
werden.
Ihr Eberhard Mayer
Gauvorstand
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Allen Kollegen, ihren Sängerinnen und Sängern, die unser Fest durch ihre Mitwirkung
auszeichnen, sowie den Festbesuchern und Freunden des Gesanges, die den
musikalischen Darbietungen Herz und Ohr öffnen, sage ich Dank und ein frohes
Willkommen.
Dem Gesangverein Eintracht Nellingen gratuliere ich zu diesem würdigen Jubiläum.
Es war eine Freude für den Chorleiter, mit dem stattlichen Chor dieses Fest musikalisch
vorzubereiten. Sängerinnen und Sänger haben dabei in gewohnter Weise mit
Eifer und Geschick, Pünktlichkeit, Ordnung und Disziplin ihre Freude und Begeisterung
am Chorgesang kundgetan. Dafür sei ihnen herzlicher Dank gesagt.
Lorenz Lauterbach
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Schon hundertjährige Jubiläen von Gesangvereinen und Sängerbünden gehören zu
den Seltenheiten, aber ein hundertfünfundzwanzigjähriges ist eine ganz große Seltenheit,
obwohl in unserem Lande sich schon sehr früh die Sangesfreudigen in Gesangvereinen
zusammengeschlossen haben.
Ich gratuliere deshalb dem Gesangverein Eintracht Nellingen/Filder e. V. zu seinem
Jubelfest names des ganzen Landkreises Eßlingen auf das allerherzlichste; ich beglückwünsche
ihn und alle seine Mitglieder in dankbarer Anerkennung seiner kunsterzieherischen
und seiner allgemeinen kulturellen Arbeit, die er in diesen 125 Jahren an
so vielen Generationen geleistet hat, und wünsche ihm für die kommenden Jahre
und Jahrzehnte eine weitere gute und solide Entwicklung in edler Kameradschaft,
in steter Freude am deutschen Lied und in herzlicher Verbundenheit mit allem, was
da singt und klingt in deutscher Sprache, deutschem Lied und deutscher Musik in
allen deutschen Ländern diesseits und jenseits der willkürlichen Grenzen und der
unsinnigen Mauer, bis wir alle wieder in Freiheit und Frieden vereint sein werden.
Im Juli 1963
Landrat Geist
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F estplan
Sonntag, 7. Juli 1963
9.30 Uhr Festgottesdienst in der ev. Kirche, anschließend
Totenehrung auf dem Friedhof
Samstag, 13. Juli 1963
19.30 Uhr Festkonzert mit Fahnenweihe
Ausführende:
Edith Schodt, Sopran
Der Männer- und Gemischte Chor des Vereins
Schwäbisches Symphonieorchester Reutlingen
Leitung: Musikdirektor Lorenz Lauterbach
Sonntag, 14. Juli 1963
8.30 Uhr Vorträge der Gastvereine
13.00 Uhr Festzug mit Beteiligung aller Vereine
Begrüßung der Gäste im Festzelt
Vorträge der Gastvereine
Montag, 15. Juli 1963
13.30 Uhr Kinderfest
20.00 Uhr Bunter Abend mit dem „Weiß-Blauen Karussell“
Die Veranstaltungen werden im Festzelt auf dem Festplatz der Gemeinde und auf
den Anlagen des TV Nellingen durchgeführt.
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Samstag, 13. Juli 1963 – 19.30 Uhr – Im Festzelt
FEST-KONZERT
Ausführende: Edith Schodt, Sopran
Der Männer- und Gemischte Chor des Vereins
Schwäbisches Symphonie-Orchester Reutlingen
Leitung: Musikdirektor Lorenz Lauterbach
Ouvertüre zu „Iphigenie in Aulis“ Christoph Willibald Gluck
Gemischter Chor und Orchester
Füllt Mit Schalle
Alles was Odem hat
Männerchor und Orchester
Trösterin Musik
Die Himmel rühmen
Arie aus der „Schöpfung“
Nun beut die Flur
Männerchor und Orchester
O Schutzgeist
Gemischter Chor und Orchester
Dir Seele des Weltalls
Christoph Willibald Gluck
Friedrich Silcher
anton Bruckner
Ludwig v. Beethoven
Joseph Haydn
wolfgang Amadeus Mozart
wolfgang Amadeus Mozart
Ansprachen – Fahnenweihe
Männerchor und Orchester
Chor der Schmiedegesellen
aus „Der Waffenschmied“
Gemischter Chor und Orchester
Triumphmarsch aus „Aida“
Albert Lortzing
Giuseppe Verdi
Liedertexte Seite 14–16
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Festprogramm Sonntag
8.30 Uhr Chorvorträge der Gastvereine
13.00 Uhr Festzug mit Beteiligung aller Vereine
13.30 Uhr Begrüßung der Gäste im Festzelt
eintracht Nellingen
Maienzeit
v. J. Rietz
Chorgemeinschaft Lauterbach (Liederkranz Plattenhardt,
Gesangverein 1921 Esslingen, Kath. Kirchenchor Neuhausen,
Eintracht Nellingen)
Wach auf mein Herz und singe
v. L. Lauterbach
Ansprachen
Chorvorträge der Gastvereine
17.00 Uhr Überreichung der Erinnerungsmedaillen
Musik zur Unterhaltung und gemütliches Beisammensein
Festprogramm Montag
13.30 Uhr Festzug zum Kinderfest
anschließend Chorvorträge der „Eintracht“
und Vorführungen der Kinder auf dem Sportplatz des TV Nellingen
20.00 Uhr Bunter Abend mit dem „Weiß-Blauen Karussell“;
ein Spitzenprogramm der frohen Laune mit Franzl Lang, dem deutschen
„Jodlerkönig“, den „Isarspatzen“ mit Erika Blumberger und
weiteren bekannten Künstlern aus Funk und Fernsehen.
An allen drei Tagen unterhält Sie die Musikkapelle Wolfschlugen
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Chorvorträge der Gastvereine
Vormittag:
Liederkranz Unterensingen, Männerchor (30)
Wo auf des Tales schmalem Weg von R. Edler
Concordia Notzingen, Männerchor (30)
Chor wird angegeben
Volks-Chor Esslingen, Gem. Chor (20/20)
Chor wird angegeben
Liederkranz Hegensberg, Männerchor (40)
Chor wird angegeben
Concordia Deizisau, Gem. Chor (40)
Chor wird angegeben
Liederkranz Nürtingen, Männerchor (40)
Entschuldigung
Der lustigen Doktoren Leibliedlein von F. Silcher
Liederkranz Mettingen, Männerchor (50)
Das Lied der Berge von Ortelli-Rabe
Concordia Zell, Männerchor (40)
Der Junggeselle
Liederkranz Plattenhardt, Gem. Chor (40/30)
Chor wird angegeben
Liederkranz Kemnat, Männerchor (30)
Chor wird angegeben
Liederkranz-Eintracht Denkendorf, Männerchor (50)
Der Tambour von W. Rein
Aurora Berkheim, Männerchor (40)
Feldeinsamkeit von E. Wendel
Liederkranz Neuffen, Männerchor (50)
Chor wird angegeben
Sängerlust Scharnhausen, Männerchor (70)
Chor wird angegeben
Sängerbund Ruit, Gem. Chor (50/60)
Chor wird angegeben
Esslinger Liederkranz, Männerchor (70)
Blondes Mädel, roter Wein von W. Hansen
Der Tambour aus dem „Mörike-Zyklus“ von W. Rein
Frohsinn Oberesslingen, Männerchor (50)
Chor wird angegeben
Männergesangverein Neuhausen, Männerchor (80)
Sehnsucht von F. Schubert
P. Keicher
g. Grupp
g. Krietsch
e. Jäger
F. Cichowicz
F. Wirth
h. Läpple
a. Ruess
L. Lauterbach
V. Lex
K. Mäder
w. Schulze
h. Haußmann
r. Gehrung
J. Rebholz
P. Schwob
g. Fischer
e. Gäckle
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Nachmittag:
Gesangverein 1921 Esslingen, Gem. Chor (21/22)
Der Vogel hat Humor von L. Lauterbach
Neckarlust Esslingen, Gem. Chor (23/27)
Wie schön blüht uns der Maien von H. Schröder
Liederkranz Gutenberg
Sängerkranz Altbach, Gem. Chor (30/20)
Chor wird angegeben
Liederkranz Zizishausen, Gem. Chor (25/25)
Chor wird angegeben
Sängerkranz 1888 St. Bernhard-Wiflingshausen, Männerchor (45)
Chor wird angegeben
Gesangverein 1840 Weilheim/Teck, Gem. Chor (40/20)
Chor wird angegeben
Cäcilia Wernau, Männerchor (60)
Chor wird angegeben
Sängerbund-Liederkranz Plochingen, Gem. Chor (60/40)
Jauchzet dem Herrn (Männerchor) von F. Silcher
Gnädig und barmherzig (Gem. Chor) von Grell
Liederkranz Reudern, Gem. Chor (30/20)
Chor wird angegeben
Eintracht Aichschieß, Männerchor (35)
Chor wird angegeben
Sängerbund R. S. K., Gem. Chor (35/25)
Chor wird angegeben
Liederlust Mettingen, Männerchor (40)
Rheinisches Fuhrmannslied von P. Zoll
Eintracht 1868 Kirchheim/Teck, Gem. Chor (40/40)
Frühlingsmarsch von J. Bovet
Wenn ich ein Glöcklein wär von G. Fischer
Concordia Wäldenbronn, Männerchor (50)
Wohlauf in Gottes schöne Welt von P. Zoll
Liederkranz Oberesslingen, Gem. Chor (50/40)
An die Freude von B. Weber
Eintracht-Liederkranz Köngen, Gem. Chor (60/40)
Chor wird angegeben
L. Lauterbach
w. Schulze
e. Mayer
E. Sauer
e. Mayer
g. Fischer
A. Heisler
Lehmann
g. Fischer
r. Gehrung
d. Frommlet
g. Fischer
w. Knapp
h. Weidle
w. Schwarzkopf
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Liedertexte zum Festkonzert
Füllt mit Schalle
Füllt mit Schalle feiernd die Halle,
Jubelchöre haltet bereit,
daß es klinge, jauchze und singe,
unser Festlied hochgeweiht!
Alles Sorgen, alles Zagen
sei gebannt aus dieser Zeit.
Laßt es klingen, jauchzen und singen
unser Festlied hochgeweiht.
Jauchzet und singet, singet das festliche Hohelied,
Flöt und Schalmei, bringet herbei.
Gesang fülle die Halle und Klang fülle das Haus!
Jauchzet und singet all! Singet ein hohes Lied!
Füllt mit Schalle feiernd die Halle,
Jubelchöre haltet bereit,
daß es klinge, jauchze und singe,
unser Festlied hochgeweiht!
Fort des Alltags harte Plagen
Freude fülle diese Zeit.
Laßt es klingen, jauchzen und singen
unser Festlied hochgeweiht.
Hymne
Alles was Odem hat, lobe den Herrn. Halleluja.
Verlag
anton Böhm
und Sohn
augsburg
Verlag
Dr. Josef Butz
Bad Godesberg
Verlag
Hilde Löffler
Plochingen
Verlag
Ernst Scholing
Stuttgart
Chormusik von Lorenz Lauterbach
Wach auf mein Herz und singe
Hochzeitslied
Morgenlob
Selig sind die Toten
Kirchenmusik
Der Vogel hat Humor
Grabgesänge
Kirchenmusik
Im Wald
Sängergruß
Weinkantate
Morgenlied
Abendlied
Abendkantate
je für
Männerund
Gemischter Chor
Gemischte Chöre
Männerchor
Gemischter Chor
Vorsänger, Gem. Chor
und 5 Bläser
für Männer- und Gem.
Chöre
Sopran- u. Bariton-Solo
Männer- u. Gem. Chor
5 Bläser
14
Trösterin Musik
Musik! Du himmlisches Gebilde
voll hoher Macht, voll süßer Milde,
wir fühlen doppelt tief dein Walten,
wenn uns ein Leid das Herz gespalten.
Der Schmerzenswogen wirres Drängen,
es glättet sich vor deinen Klängen,
besänftigt all die Fluten ziehen
ins weite Meer der Harmonien.
Wir Orgelton, wie Meereswogen
kommt dann der Trost ins Herz gezogen
und stillt der Seele wildes Sehnen
und löst das Weh in milde Tränen.
Musik! Du himmlisches Gebilde
voll hoher Macht, voll süßer Milde,
du pochst noch in den tiefsten Schmerzen
mit leisem Finger an die Herzen.
Und wenn die Seele gramgebrochen,
kein Wort mehr hört das Trost gesprochen,
wenn längst verstummt die stillen Klagen
im Leid, das tränenlos getragen:
Dann fühlt das Herz in Orgeltönen
ein heres, himmlisches Versöhnen
und findet in dem Klang der Lieder
den letzten Trost, die Tränen wieder.
Die Ehre Gottes aus der Natur
Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere,
vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort!
Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne?
Wer führt die Sonn’ aus ihrem Zelt?
Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne
und läuft den Weg gleich als ein Held.
Vernimm’s und siehe die Wunder der Werke,
die die Natur dir aufgestellt.
Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke
dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt?
Er ist dein Schöpfer, ist Weisheit und Güte,
ein Gott der Ordnung und dein Heil,
er ist’s ihn liebe von ganzem Gemüte
und nimm an seiner Gnade teil!
Nun beut die Flur
Nun beut die Flur das frische Grün
dem Auge zur Ergötzung dar,
den anmutsvollen Blick
erhöht der Blumen sanfter Schmuck.
Hier duften Kräuter Balsam aus,
Arie aus dem Oratorium „Die Schöpfung“
hier sproßt der Wunden Heil.
Die Zweige krümmt der goldnen Früchten Last,
hier wölbt der Hein zum Kühlen Schirme sich,
die steilen Berge bekrönt ein dichter Wald.
Nun beut die Flur…
O Schutzgeist alles Schönen
O Schutzgeist alles Schönen, steig hernieder
in sanftem Wehe, zu weihen unsre Lieder,
daß sie sich freudig auf zum Himmel schwingen,
in heilger Kraft von Herz zu Herzen dringen!
Von deinem Hauch die Brust umbebt,
hoch über Welt und Zeit sich hebt.
Vereine alle Seelen, und versöhne,
was sich getrennt, im Wohllaut deiner Töne!
Dem Edlen ist das Schönste nur beschieden
in der Gefühle rein erklungnem Frieden.
Von wilder Lust der Erde rein,
muß das Herz des Sängers sein.
15
Dir Seele des Weltalls
Dir Seele des Weltalls. O Sonne,
sei heut’ das erst der festlichen Lieder geweiht!
O Mächtige, ohne dich lebten wir nicht,
von dir kommt Fruchtbarkeit, Wärme und Licht.
Arie:
Dir danken wir die Freude,
daß wir im Frühlingskleide
(anschließend an diesen Text)
die Erde wiederseh’n
daß laue Zephiretten
aus süßen Blumenbetten
uns Duft entgegenwehen.
Dir danken wir, daß alle Schätze spendet
und jeden Reiz verschwendet
die gütige Natur,
daß jede Lust erwachet
und alles hupft und lachet,
auf segensvoller Flur.
Chor der Schmiedegesellen
aus der Oper
„Der Waffenschmied“
Sprühe, Flamme! Glühe Eisen!
Daß des Hammers Allgewalt
dich nach hergebrachten Weisen
fügsam mache alsobald.
Manneskraft rüstig schafft,
was des Helden Brust beschützt!
Bring uns Ehr, wenn die Wehr,
wenn die blanke Waffe blitzt.
Hammerschlag, Amboßklang,
unser Lied und Gesang.
Triumphmarsch aus der Oper „Aida“
Heil Isis dir, Ägypten Heil, die schützt unser Land,
des heilgen großen König, ihm ertöne Festgesang.
Heil Dir! Fürst, der Festgesang erschalle.
Der Lotos und der Lorbeer, sie winken den Befreiern.
Nun schmücket ihre Waffen mit duftgen Blumenschleiern.
Ägyptens Mädchen, sie tanzen alte Zauberweisen.
Wie um die Sonne, das Heer der Sterne zieht.
Komm unser Rächer, Held, o komm,
zu teilen mit uns die Lust,
auf deinem Siegespfade, mit Blumen,
Lorbeer sei geschmückt,
dein Haupt und deine Brust.
In allen Fragen der Chorliteratur
berät Sie fachmännisch, pünktlich und rasch
Hilde Löffler
CHORVERLAG, MUSIK-SORTIMENT
731 PLOCHINGEN a. N., Hindenburgstraße 22, Telefon 603
Bitte fordern Sie Auswahl-Sendungen an.
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125 Jahre
Chorgesang
in Nellingen
Gibt es einen schöneren Beweis für die edle Sängersache, als ein solches Jubiläum
feiern zu dürfen, denn nur eine edle und gute Sache, die aus dem Herzen getragen
wird, kann sich so lange halten.
Als sich 1838 hier in Nellingen Männer fanden, um gemeinsam ein Lied zu
singen, haben sie wohl nicht geahnt, daß der Chorgesang einen solchen Aufschwung
erleben würde. Im folgenden Bericht „Urgeschichte“ wird die Gründung
und Weiterführung des „Liederkranzes“ aufgezeigt.
Im zweiten Bericht wird der Werdegang des Gesangverein „Freiheit“ dargelegt,
der einen wesentlichen Teil zum Fortbestehen des Chorgesangs beitrug. Durch
das Bestehen von zwei Gesangvereinen wurden beide Vereine in ihrer Leistungsfähigkeit
befruchtet, denn es gab eine gesunde Rivalität.
Auch dieser Verein wurde von großen Idealisten getragen und gefördert. Sie gaben
ihr Bestes zur Erhaltung des deutschen Liedes, insbesondere des Freiheitsliedes.
Leider mußten 1933 die ganzen schriftlichen Unterlagen abgeliefert werden, so
daß nur mündliche Überlieferungen vorhanden sind.
Durch eine sachliche und kluge Handlungsweise gelang es Herrn Bürgermeister
Kirchner und dem damaligen Vorstand der „Eintracht“, Karl Metzger, beide Vereine
wieder zusammen zu führen. Alle Sänger wurden, sofern sie es wünschten,
in die „Eintracht“ übernommen.
Es kann jetzt nach 30 Jahren festgestellt werden, daß sich die Sänger nicht nur
äußerlich vereinigt haben, sondern sie haben auch innerlich zueinander gefunden.
Das gemeinsam gesungene Lied, das gemeinsame Erleben der Sängerfeste hat sie
zu Brüdern gemacht. Diese Verbrüderung und das zueinanderfinden zu wohlklingenden
Akkorden sollen der Grundton unseres Festes sein.
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Urgeschichte
Es ist bekannt, daß schon im 16. und im
beginnenden 17. Jahrhundert von tüchtigen
Kantoren die Kunst des Singens gepflegt
wurde. Alte Pergamente selbstgeschriebener
Noten, in Leder gebunden, findet man
noch heute in den Bibliotheken der höheren
Schulen.
Der Dreißigjährige Krieg bereitete jedoch diesem musikalischen Aufschwung ein
schnelles Ende. Man hatte keine Zeit und keine Lust, sich der Kunst des Singens
und der Musik zu widmen. Aber die nun folgende Zeit, das ausgehende 17. und
vor allem der Anfang des 18. Jahrhunderts, bringt nun wieder einen kräftigen
Aufstieg deutscher Musik, die aber zunächst nur an den Höfen gepflegt wurde
und dem Volke zunächst noch fremd blieb. Es war erst der Anfang und die breite
Masse des Volkes war noch nicht reif.
Als dann aber Händelsche und Bachsche Oratorien, die Haydnschen „Jahreszeiten“
und „Schöpfung“ und so weiter gegen Ende des 18. Jahrhunderts allmählich
bekannt wurden und Aufnahme fanden, kam auch bald das Bedürfnis auf, sich
selbst aktiv musikalisch zu betätigen. Dadurch entstanden nun die ersten bürgerlichen
Chorvereinigungen.
Zu den ersten Chören, die sich zur Aufgabe machten, sich im mehrstimmigen
Chorwesen zu betätigen, gehörten auch einige süddeutsche Singvereinigungen. Der
„Stuttgarter Liederkranz“, gegründet 1824, war aber nicht der erste in Württemberg.
Es wurde schon im Jahre 1818 in Heilbronn eine Chorgemeinschaft gegründet.
Diese Singchöre pflegten anfangs in der Hauptsache gemischte Chöre, die durch
die geschaffenen Kompositionen geeignetes Material vorfanden. Die Geburt des
Männergesanges fällt durch die Einwirkung von Zelter und Nägeli in die Zeit der
20er Jahre des 19. Jahrhunderts. Erst von dieser Zeit an fand der Männerchor im
bürgerlichen Leben wirkliche Beachtung. Das Singen im deutschen Volke, immer
beliebt und gepflegt, als naturfroher, kunstloser Gesang im Volkslied verbreitet,
erhielt nun doch eine andere Note. Es kam nun allgemein das Bedürfnis auf,
das Singen künstlerisch im mehrstimmigen Chor zu pflegen. Dies gab den Anlaß
zu besonderen Vereinigungen, zu Männer chören und damit zu den eigentlichen
18
Gesangvereinen. Diese Gesangvereine gaben sich auch einen Namen, von denen
es aber in der Hauptsache nur zwei gab: „Liedertafeln“ und „Liederkränze“. Die
ersteren meist norddeutsch, die zweiten süddeutsch.
Die Jahre nach den Befreiungskriegen brachten dem Volke eine politische Enttäuschung.
Die gebrachten Blutopfer schienen für das Volk umsonst gewesen zu
sein. Die Staatsmänner nützten die Erfolge für sich, so daß dem deutschen Volke
die nationale Einheit fehlte. Der Drang nach einer seelischen Gemeinschaft war
aber doch vielfach vorhanden, die sich nun im deutschen Liede fand.
Vom Jahre 1827 an fanden alljährlich Gesangswettstreite in verschiedenen Städten
unseres Schwabenlandes statt. Der Konrektor Karl Pfaff aus Eßlingen, dessen
Name unser Gau mit Stolz trägt, war ein begeisterter Führer und Förderer dieser
Liederfeste. Überall im Schwabenlande warb und sprach er in überzeugender
Weise für die Sängersache. Bei ediesen Liederfesten kamen damals schon, wie
heute, Einzelvorträge, aber auch große Massenchöre, von tausenden von Männerstimmen
gesungen, zum Vortrag. Durch diese Lieder feste angeregt und begeistert,
erwachte in den schwäbischen Landen überall der Wunsch nach Gründung von
Gesangvereinen, die dann wiederum den Anlaß gaben, daran zu denken, alle diese
„Liederkranz“ – von links nach rechts 1. untere Reihe: Heinrich Vogt, Jakob Hartmann,
Karl Ludwig Mayer, Michael Fröschle; 2. Reihe: Andreas Strobel, Theodor Boley,
Schultheiß Mauz, Jakob Hermann, Heinrich Aichele; 3. Reihe: Georg Kober, Gottfried
Mauz, Ludwig Bluthardt, Georg Neff, Heß; 4. Reihe: Adam Hermann, Lorenz Kober,
Jakob Metzger, Gottlieb Hartmann
19
Fahne des „Liederkranz“
größeren und kleineren Vereine zusammenzufassen zu einer großen Einheit. So
entstand der „Schwäbische Sängerbund“, der seinerzeit wieder die Anregung zur
Schaffung des „Deutschen Sängerbundes“ gab. Im Jahre 1849 kamen 27 Vereine
in der Staufenstadt Göppingen (daher auch in unserem schwäbischen Sängerwahlspruch
das Staufenbanner genannt) zusammen und gründeten den „Schwäbischen
Sängerbund“ unter Führung von Karl Pfaff, Eßlingen.
Schon im kommenden Jahre 1850 fand in Ulm unter großer Begeisterung ein
Sängerfest mit Wett-Gesang statt, dem schon im nächsten Jahre ein solches in
Heilbronn folgte.
Wenn wir nun feststellen dürfen, daß schon im Jahre 1838 sich in Nellingen
Männer fanden, die den Mut und die Kraft in sich trugen, einen Gesangverein zu
gründen, so dürfen wir mit Stolz sagen, daß in Nellingen schon ein Gesangverein
existierte zu einer Zeit, in der auf dem Lande kaum ein solcher zu finden war,
ja selbst die kleineren Städte folgten erst in den Jahren 1840 bis 1850. In diesem
Jahrzehnt haben wohl die meisten Gründungen stattgefunden. Es wäre bestimmt
auch interessant, einen solchen Gründer erzählen zu hören von der Begeisterung,
die sie im Herzen trugen und die sie in treuer Kameradschaft erklingen ließen.
Vielleicht würde sich heute mancher Sänger in Ehrfurcht erheben. Daß nun Nellingen,
damals eine rein ländliche Gemeinde, als Schrittmacher mit der Gründung
eines Gesangvereins anzusehen ist, dafür liegen natürlich auch besondere Gründe
vor, denn es muß doch immer von einer bestimmten Seite der Anstoß gegeben
werden. Wir müssen uns aber vor Augen halten, daß die Verhältnisse von damals
nicht mit den heutigen verglichen werden können. Man konnte nicht einfach
einen Dirigenten finden, der Klavierspielen konnte, besonders auf dem Lande.
Damals lebte aber in Nellingen ein musikbegabter Schäfer namens Jakob Hart-
20
mann. Diesem Manne ist es wahrscheinlich zu verdanken, daß Nellingen schon
im Jahre 1838 einen Gesangverein gründen konnte. Seinem vorwärtsstrebenden
Wirken ist es gelungen, geeignete Männer um sich zu scharen, und einen Verein
zu gründen, dem sie den damals üblichen Namen „Liederkranz“ gaben.
Aus einer Familienchronik ist zu erfahren, daß die Vorfahren des Jakob Hartmann
aus der Schweiz zugewandert sind. Er selbst hat mit seinem Bruder zusammen
eine Schäferei betrieben und sei ein freisinniger, heiterer und offenherziger Mann
gewesen, der auch mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg hielt. Es wird
ganz besonders hervorgehoben, daß er Musik, Gesang und Poesie liebte und auf
diesem Gebiete unermüdlich tätig war. Dieser Mann hat nun auf Grund seiner
musikalischen Veranlagung und seinem Können erkannt, daß sich mit dem Männergesang
in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht etwas Großes anbahnte.
Er übernahm mit der Gründung des Vereins die Dirigentenstelle. Mit Hilfe einer
Klarinette wurden die Lieder eingeübt, es gab aber noch nicht viele.
Die Frage des Notenmaterials war ein ganz besonderes Problem. Zunächst schrieb
Jakob Hartmann die Noten selbst, für die er die Unterlagen irgendwo auftreiben
konnte. Es war nicht wie heute, daß man ein Lied, das man hört und das einem
gefallen hat, einfach mit einer Postkarte oder einem Telefonanruf bestellen
konnte. Lange Zeit mußten die Noten selbst geschrieben werden, bis man sie
dann allmählich im Verlag beschaffen konnte.
Handgeschriebene Noten von bestimmten gern gesungenen Liedern wurden bis
zur Jahrhundertwende benützt, teilweise oft noch länger. Erst als die Anzahl
Handgeschriebene Noten von Jakob Hartmann
21
der vorhandenen Exemplare der zunehmenden Sängerzahl nicht mehr entsprach,
wurden sie beiseite gelegt. Im Vertrauen auf ihren Dirigenten und dessen Ansporn
wurde die Sache ernst und zielbewußt angepackt. Daß sie von einem großen
Selbstvertrauen beseelt waren, bewies, daß der neue Verein schon 2 Jahre später,
im Jahre 1840 Fahnenweihe halten konnte. Diese erste Fahne ist heute noch im
Besitz des Vereins und dürfte wohl zu den ältesten zählen.
Als 16 Jahre später, im Jahre 1854, der spätere Schultheiß Mauz als junger Lehrer
in seine Heimatgemeinde versetzt wurde, übernahm er den Verein als Dirigent. Er
besaß musikalische Fähigkeiten und hatte wirklich Sinn für den neuerstandenen
Chorgesang. Er war aber auch ein vereinsliebender Mensch, was er in späteren
Jahren noch vielfach bewiesen hat. Als er später zum Schultheiß von Nellingen
gewählt wurde, bildete er den Mittelpunkt im Vereinsleben. Er war sehr hilfsbereit
und griff immer ein, wenn sich eine Schwäche im Vereinsleben zeigte. Er
unterstützte den Verein auch finanziell, vor allem dann, wenn in den folgenden
Jahren die inzwischen neu gegründete „Eintracht“ mit den ersten schönen Erfolgen
von den Sängerfesten keimkam, erwartete die Sänger ein von ihm arrangierter
schöner Empfang, bei dem von den Sängern das „Freibier“ dankbar angenommen
wurde, denn das Sängerfest hatte ja den ohnehin nicht allzuvollen Geldbeutel
sehr geschwächt. Unter dem Dirigenten Mauz besuchte nun der „Liederkranz“, der
iinzwischen vermutlich dem „Schwäbischen Sängerbund“ beigetreten war, im Jahre
1857 das Sängerfest in Kirchheim, was nun auch das erste große sängerische Erlebnis
war, von dem die „Alten“ noch lange erzählten. Der „Liederkranz“, genannt
die „Alten“, bestand nun 30 Jahre, ohne daß er sich wesentlich vergrößert hätte.
Nachdem sich aber überall nun auch in den ländlichen Orten Gesangvereine
bildeten, wollten auch in Nellingen in den 60 er Jahren jüngere, vor allem ledige
Leute dem „Liederkranz“ beitreten. Dort herrschte aber die Meinung, daß alt und
jung nicht zusammen passen und sie lehnten die Aufnahme in den Verein ab.
Die Bedeutung des Chorsingens wurde aber doch überall richtig verstanden und
fand offene Herzen und so waren die jungen Leute gezwungen, einen eigenen
Verein zu bilden, und sie gründeten im Jahre 1868 einen neuen Gesangverein, die
„Eintracht“, genannt die „Jungen“. Die „Alten“ hielten aber treu zu ihrer Sache
und führten ein ziemlich ruhiges Vereinsleben. Anläßlich des 27. Gausängerfestes
in Nellingen im Jahre 1908 übergaben die vier noch lebenden Sänger Ludwig
Bluthardt, Lorenz Kober, Jakob Hartmann und Gottfried Mauz die Fahne den
„Jungen“ der „Eintracht“ als Zeichen der Einigkeit im Nellinger Sängerleben und
als Symbol weiteren Vorwärtsstrebens auf dem Gebiet des Männergesangs. Wilhelm
Klein
22
Gesangverein Freiheit
Wie vielerorts wurde auch in Nellingen im
Jahre 1911 ein Arbeitergesangverein unter
dem Namen „Freiheit“ gegründet. Er wurde
Mitglied des arbeitersängerbundes und hielt
unter Dirigent Ludwig Neff seine Singstunden
im Gasthaus zur Krone ab. Wie unter
Fühlungnahme der ältesten noch lebenden
Mitgliedern festgestellt werden konnte, setzte
sich der Ausschuß in den Jahren 1911 – 1918
wie folgt zusammen.
1. Vorsitzender: Thomas Mengeu Schriftführer: Hermann Mack
2. Vorsitzender: Gottlieb Dreizler Festordner: Wilhelm Bauer
Kassier:
Karl Mezger
Vizedirigent: Gottlieb Maier
Beisitzer: Gotthilf Ehni, Karl Mauz, Wilhelm Stegmaier, Gottlieb Gräber
Die Sänger:
1. Tenor
Robert Blessing
Wilhelm Flaig
Wilhelm Fuchs
Eberhard Harsch
2. Tenor
Eberhard Aichele
Wilhelm Bauer
Gottlieb Dreizler
1. Baß
Ernst Agner
Christian Aichele
Eberhard Aichele
Wilhelm Aichele
Karl Blessing
2. Baß
Christian Blessing
Karl Bräuning
Wilhelm Clauss
Albert Kaiser
Karl Kober
Karl Kober
Hermann Krämer
Gotthilf Hermann
August Kaiser
Gottlob Mauz
Gottlieb Gräber
August Harsch
Albert Hermann
Wilhelm Kober
Gottlieb Maier
Karl Ehni
Gotthilf Ehni
Jakob Kaiser
Gottlieb Krämer
Gottlob Mack
Eugen Schwarzwälder
Karl Mauz
Thomas Mengeu
Karl Mezger
Gottlob Mauz
Paul Mauz
Wilhelm Mauz
Gotthilf Mick
Gottlieb Rich
Gotthilf Mack
Hermann Mack
August Sigloch
Fritz Schweizer
Georg Theurer
Gustav Veit
Wilhelm Vogt
Karl Stegmaier
Johannes Stoll
Albert Veil
Wilhelm Stegmaier
Wilhelm Stegmaier
Karl Strähle
23
Passive Mitglieder:
Wilhelm Aichele
Jakob Alber
Wilhelm Blessing
Jakob Glöckle
Karl Gräber
Paul Gräber
Wilhelm Kaiser
Karl Mauz
Wilhelm Mauz
Christian Metzger
Wilhelm Metzger
Gottlieb Mezger
Christian Stegmaier
Wilhelm Wieland
Josef Zeller
Am 9. und 10. Juli 1911 besucht der Verein das 5. Landessängerfest in eßlingen
auf der Burg, nahme jedoch am Kritiksingen noch nicht teil. Erst am 6. Landessängerfest,
welches vom 27. bis 29. Juni 1914 in Schwäbische Gmünd stattfand,
beteiligte sich der Verein mit dem Chor „Wildröselein“ am Kritiksingen und
wurde mit großem Beifall belohnt. Am dritten Festtag tauchten bereits drohende
Gewitterwolken auf, welche auf Krieg deuteten, der auch schon nach vier Wochen
ausbrach.
Wie in allen Vereinen mußten auch von der „Freiheit“ viele Sänger in den Krieg
ziehen, so daß das Vereinsleben gelähmt wurde.
Zwischen „Eintracht“ und „Freiheit“ wurde ein gemeinsames Konzert zu Gunsten
der Ausmarschierten veranstaltet, das unter der Leitung von Ludwig Neff stand
und in der Kirche durchgeführt wurde. Das Konzert schloß mit einem sehr guten
Erfolg ab.
Als 1918 der Krieg zu Ende ging, schlossen sich beide Vereine mit den Turnvereinen
zusammen „Turn- und Sängerbund Eintracht.“ Die „Eintracht“ wurde
Mitglied des Deutschen Arbeitersängerbundes. Nachdem sich Turner und Sänger
wieder trennten, kam es auch im Gesangverein durch den Austritt aus dem Arbeitersängerbund
1924 wieder zu einer Trennung.
Im Februar 1924 wurde die „Freiheit“ wieder ins Leben gerufen und wurde wieder
Mitglied des Arbeitersängerbundes. Der Verein hielt seine Singstunden unter
Dirigent Otto Kemmner im Gasthaus zum Ochsen ab und machte sich zur Aufgabe,
den Chorgesang nach den Grundlagen des Arbeitersängerbundes zu heben
und zu pflegen.
Es war ein schwerer Anfang, da kein Notenmaterial vorhanden war. Auf Antrag
gab die „Eintracht“ die Vorwärtshefte, welche Eigentum des Arbeitersängerbundes
waren, an die „Freiheit“ zurück. Dadurch war ein beträchtlicher Liederschatz an
Volksliedern und Freiheitschören vorhanden und es ging mit Begeisterung an
die Arbeit.
In den Ausschuß wurden 1924 bis 1933 gewählt:
1. Vorstand: Paul Mauz
Schriftführer: Karl Zeller
2. Vorstand: Karl Mack
1. Festordner: Hermann Frank
1. Kassier: Eberhard Aichele 2. Festordner: Otto Knödler
2. Kassier: Ernst Metzger Vizedirigent: Gottlob Ensinger
Beisitzer: Wilhelm Clauß, Gottlob Kober, Eugen Kaiser, Wilhelm Hartmann
24
Die Sänger:
1. Tenor
Willi Aichele
Christian Alber
Karl Alber
Emil Blessing
Willi Bluthardt
Otto Clauß
Gottlob Ensinger
Karl Flaig
Richard Gall
2. Tenor
Eberhard Aichele
Gottlob Alber
Hermann Alber
Theodor Blessing
Ludwig Eberle
Hermann Frank
Albert Glohr
Ernst Gräber
Ernst Harsch
Wilhelm
hartmann
Albert Kaiser
Wilhelm Kenner
Christian Kober
Gottlob Kober
Karl Kober
Gottlieb Krämer
Heinrich Haar
Albert Hartmann
Robert Hartmann
Karl Haug
Wilhelm hildinger
Anton Hofmeister
August Kaiser
Eugen Kaiser
Eugen Mack
Gottlob Mack
Karl Mack
Otto Mack
Emil Mauz
Karl Mauz
Albert Metzger
Heinrich Metzger
Wilhelm Metzger
Heinrich Kenner
Otto Kenner
Willi Kober
Jakob Kuhn
Karl Lude
Gottlob Mauz
Gotthilf Mick
Albert Metzger
August Rösch
Willi Schlecht
Fritz
Schwarzwälder
Albert Staufner
Theodor Stecher
Karl Metzger
Wilhelm Rösch
Wilhelm Siegler
Christian Traub
Eugen Weber
Fahnenweihe der „Freiheit“ am 7. Juni 1925
25
1. Baß
Christian Aichele
Hermann Aichele
Karl Barth
Christian
Blessing sen.
Christian
Blessing jun.
Karl Blessing
Max Brandl
Hermann Bulmer
Karl Dreizler
2. Baß
Karl Beck
Theodor Bluthardt
Karl Bräuning sen.
Karl Bräuning jun.
Wilhelm Clauß
Passive Mitglieder:
Eberhard Aichele
Eugen Aichele
Jakob Alber
Gottlieb Alber
Wilhelm Bauer
Wilhelm Blessing
Hermann Eckert
Max Eckert
Christian Fischer
Georg Förster
Wilhelm Fuchs
Theodor Glohr
Wilhelm Gräber
Walter
gunzenhäuser
Hermann Haar
Gottlieb Harsch
Hermann
hartmann
Otto Hartmann
Eugen Kaiser
Karl Kober
Theodor Fröschle
Adolf Gräber
Karl Hartmann
Wilhelm
hartmann
Jakob Glöckle
Albert Grässle
Robert Grässle
Wilhelm
göppinger jun.
Karl Haar
Gottlob Hess
Ernst Kaiser
Karl Koch
Ludwig Kober
Karl Kober
Otto Knödler
Wilhelm Kurz
Richard Laub
Helmut Maier
Hermann Maier
Otto Maier
Albert Mauz
Erwin Mauz
Paul Mauz
Wilhelm Mauz
Karl Metzger
Christian Kaiser
Adolf Kirschner
Gotthilf Mack
Ernst Metzger
Eugen Metzger
Heinrich Kull
Gottlieb Laub
Gottlieb Maier
Ernst Mauz
Gottlob Mauz
Karl Mauz
Wilhelm Mauz
Gottlob Merk
Christian Metzger
Gottlieb Mezger
Otto Münzinger
Paul Metzger
Erwin Schlienz
Karl Siegler
Wilhelm Strähle
Gotthilf Theurer
Eugen Vogt
Wilhelm Vogt
Karl Zeller
Karl Metzger
Eugen Pfitz
Reinhold Schlienz
Albert Schwenger
Otto Stegmaier
Gottlieb Rich
Christian Strähle
Wilhelm Strobel
Albert Veil
Gustav Veit
Hermann Vogt
Emil Weidenmann
Anton Werkmann
Josef Zeller
Vorstehende Namensangaben können u. U. unvollständig sein, da sämtliche
schriftliche Unterlagen 1933 vernichtet wurden.
Vom 19. – 21. Juli 1924 beteiligte sich der Verein am Sängertag des 3. und 4. Bezirks
in Eßlingen auf der Burg, jedoch nicht am Kritiksingen. Beim Festzug
durch die Pliensaustraße wurde der Verein mit seinem Marschlied „Stimmt ein
ihr Sangesbrüder“ begeistert begrüßt. Dieses Fest war ein Auftakt für unsere
junge Sängerschar.
Bald wurde unter den Sängern der Wunsch nach einer Fahne laut, und es wurde
beschlossen, eine solche bei der Fahnenfabrik Karl Neff in Biberach a. d. R.
zu bestellen und im nächsten Jahr Fahnenweihe zu halten. Die Fahne wurde
aus bestem Material hergestellt zum Preis von RM 750,–. Einerseits der Name
des Vereins mit der Lyra in Gold hochgestickt, andernseits die Freiheitsgöttin
mit dem Wahlspruch „Wo rein der Sang und wahr das Wort, da ist des freien
26
Sängers Hort.“
Am 7. Juni 1925 beging der Verein das Fest der Fahnenweihe, welches bei gutem
Wetter einen schönen Velrauf nahm. Das Festbankett fand am 6. Juni in
der Turnhalle des Turnerbundes statt udn fand mit dem Singspiel „Das deutsche
Volkslied“ einen guten Abschluß.
Am Sonntag bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Straßen der Gemeinde
zum Festplatz an der Denkendorfer Straße. Nach einem Begrüßungschor folgte die
Begrüßungsansprache des Vorstandes. Herr Schultheiß Schuhmacher überbrachte
die Grüße und Glückwünsche der Gemeinde. Mitglied, Landtagsabgeordneter
Gottlieb Metzger hielt die Festrede. Er schilderte die Entstehungsursache des
Arbeitersängerbundes.
Anschließend erfolgte die Weihe der Fahne. Diese wurde von Frl. Emma Koch im
Gewand der Freiheitsgöttin feierlich überreicht. Von den Festdamen wurde eine
Schleife gestiftet und während des Vortrages eines Prologes an die Fahne geheftet.
Nach Dankesworten des Vorstandes fand die Weihe mit dem Weihelied „Frisch
Brüder, laßt die Fahne wehen“ ihren Abschluß. Anwesend waren zehn Gastvereine,
die alle mit einem Chor das Fest mit verschönerten.
Im Juni 1928 beteiligte sich der Verein am 1. Bundessängerfest in Hannover mit
einer Abordnung. Zum Abschluß des Festes beteiligte sie sich an einem Sängerausflug
nach Helgoland.
Sie stifteten zur Erinnerung an dieses Fest eine Fahnenschleife.
Vom 3. bis 5. August 1929 beteiligte sich der Verein beim 7. Landessängerfest in
Bad Cannstatt mit dem Chor „Die drei Zigeuner“ von A. Zedtler unter Leitung
von Dirigent Karl Dupper am Kritiksingen mit gutem Erfolg. Der Verein erlebte
unter diesem Dirigenten einen großen Aufschwung.
Außer einem Konzert mit Orchesterbegleitung hielt der Verein interessante Weihnachtsfeiern
ab, durch welche immer neue Mitglieder gewonnen wurden. Der
Verein beteiligte sich auch an öffentlichen Veranstaltungen der Gemeinde, Gefallenendenkfeiern
und an der Straßenbahneinweihung.
Ferner wurden mehrere Sängerfeste der umliegenden Vereine des 4. Bezirks besucht,
bei welchen sich der Verein mit anderen messen konnte.
Als 1933 der „Deutsche Arbeitersängerbund“ verboten wurde, fiel auch die „Freiheit“
unter dieses Verbot.
Unter Vorsitz von Bürgermeister Kirchner fand auf dem Rathaus eine Sitzung
statt, zu welcher die engeren Ausschüsse der beiden Gesangvereine geladen wurden.
Daselbst wurde vereinbart, die „Freiheit“ mit gleichen Rechten in die „Eintracht“
einzugliedern. Dadurch wurde der „Eintracht“ ein schöner Stamm junger
Sänger zugeführt, von denen heute noch viele in vorderster Reihe stehen.
Auch die Fahne der „Freiheit“ konnte für die „Eintracht“ erworben werden und
ist heute noch vorhanden.
Dies ist ein kleiner geschichtlicher Überblick über die Entwicklung der „Freiheit“
soweit es noch ohne Bücher und Protokolle niedergeschrieben werden konnte.
Paul Mauz
27
Gesangverein Eintracht
Nachdem die beiden Vereine „Liederkranz“ und „Freiheit“ zu Worte kamen, soll
im folgenden der dritte große Bruder, die „Eintracht“ erwähnt werden.
1868 gründeten einige junge Männer die „Eintracht“, nachdem sie beim „Liederkranz“
nicht aufgenommen wurden unter dem Vorwand: Alt und Jung gehöre
nicht zusammen! Sie traten im gleichen Jahre dem Schwäbischen Sängerbund
bei. Ihr erster Dirigent war Herr Zluhan. Bald jedoch übernahm der damalige
Schultheiß Mauz die Stabführung. Ihr erster Vorstand war David Krießler. Die
rührigen Sänger beteiligten sich nach wenigen Wochen am Liederfest in Eßlingen,
ohne öffentlich aufzutreten.
1870 Rücktritt des ersten Vorstandes David Krießler und Übernahme dieses
Amtes durch Georg Merk.
1871 Zuwachs durch die Heimgekehrten aus dem Felde und erneuter Auftrieb
innerhalb des Vereins
1873 Beschaffung einer Vereinsfahne zum Preise von 260 Gulden und Fahnenweihe
im Vereinsgarten unter Beteiligung von ca. 30 auswärtigen Vereinen.
1879 austritt aus dem Schwäbischen Sängerbund und Räckgang der Mitgliederzahl
auf 12.
In den folgenden Jahren war es in der „Eintracht“ ziemlich ruhig, denn der Verein
Erste Fahne der „Eintracht“
28
Erstes Bild der „Eintracht“ von links nach rechts 1. untere Reihe: Jakob Mauz, Gottlieb
Gräber, Karl Haar, Heinrich Krämer; 2. Reihe: Friedrich Keuerleber, Johannes Alber,
Schultheiß Mauz, Georg Merk; 3. Reihe: Albrecht Aichele, Ertinger (?), Wilhelm Kober,
Ludwig Kober, Eberhard Aichele, Jakob Bauer; 4. Reihe: Christian Metzger, Adam Mack,
Ludwig Fröschle, Albrecht Mauz, Ludwig Münsinger, Kaspar Schanz, Georg Schanz
trat kaum öffentlich auf. Es wurde nur im Winter Singstunde abgehalten, in der
übrigen Jahreszeit nur bei bestimmten Anlässen, und es wurde ein gemütliches
Dasein geführt. In diese Zeit fiel auch die Gründung des „Frohsinn“, der sich
aber sehr bald wieder auflöste. Ebenso wurde ein Militärverein gegründet, der
auch eine Gesangsabteilung hatte. Auch dieser Verein löste sich nach einigen
Jahren ebenfalls wieder auf.
1893 Übernahme der Chorleitung durch Herrn Lehrer Hornung, der es scheinbar
wieder verstand, seine Sänger mit Schwung und Humor zu leiten, so daß die
Sängerzahl wieder auf 25 anstieg.
1896 Nach der Versetzung von Herrn Hornung übernahm Herr Lehrer Munz
die Chorleitung. Die gesetzten Hoffnungen wurden nicht ganz erfüllt und die
Entwicklung blieb hinter den Erwartungen zurück.
1900 Allgemeiner Aufstieg des Vereinslebens und Zuwachs von jungen Sängern,
29
die treu zur Sache standen. Beitritt zum Fildergau.
1901 Rücktritt des langjährigen Vorstandes Gottlob Merk. Neubildung des Ausschußes:
1. Vorstand: Ludwig Fröschle, 2. Vorstand: August Krießler, Schriftführer:
Friedrich Haug, Kassier: Paul Mauz
Von diesem Zeitpunkt sind auch Protokolle vorhanden.
1902 Herr Lehrer Munz empfahl als Nachfolger für ihn einen jungen Lehrer,
Herrn Zimmermann, der mit viel Eifer bei der Sache war und die Sänger zu
ihrem ersten Erfolg führen konnte. Beim Gauliederfest in Denkendorf konnten die
Sänger mit ihrem jungen Dirigenten einen I a Preis holen, gesungen wurde „Es
war ein Knab gezogen.“ Die Gemeinde bereitete ihren Sängern einen herzlichen
Empfang. Durch Versetzung von Herrn Zimmermann wurde aus den eigenen
Reihen Ludwig Neff zum Dirigenten gewählt.
1903 Fahnenweihe im „Bärengarten“ mit 35jährigem Bestehen des Vereins. Leider
hat es dieses Fest vollständig verregnet, so daß sich die sänger nach dem
Festzug in den „Germania-Saal“ flüchten mußten.
Ernennung von Schultheiß Mauz zum Ehrenvorstand. Unter anderem wurde Musikdirektor
Wilhelm Nagel zum Ehrenmitglied ernannt. Montags fand eine Nachfeier
bei bestem Wetter statt.
1904 Beteiligung am Gauliederfest in Bernhausen mit dem Chor „Nun ist der
Lenz gekommen.“ Die 41 Sänger wurden mit ihrem Dirigenten Ludwig Neff mit
einem 1. Preis belohnt. Herzlicher Empfang zu Hause, die Alten des „Liederkranz“
holten die Jungen der „Eintracht“ mit der Fahne ab. Bei der Siegesfeier wurde
eine Sängerkasse gegründet.
1905 Beteiligung am Gauliederfest in Wolfschlugen
1906 Beteiligung am Gauliederfest in Möhringen
1970 Der inzwischen zum Schwäbischen Sängerbund beigetretene Verein beteiligte
sich an dessen 28. Liederfest in Schwäbisch Gmünd. Mit 28 Sängern wurde
unter Leitung von Ludwig Neff „Im Tal eine Hütte“ von W. Nagel gesungen.
Ein 2. Preis wurde den wackeren Sängern verliehen, was zu einer Siegesfeier in
der „Germania“ Anlaß genug war.
1908 Dieses Jahr wurde zu einem Höhepunkt, brachte es doch die Durchführung
des 27. Gauliederfestes des Filder-Sängerbundes verbunden mit dem 40jährigen
Vereinsjubiläum.
In der Generalversammlung wurde der Ausschuß neu gewählt und wie folgt zusammengesetzt:
1. Vorstand: Ludwig Fröschle, 2. Vorstand: Karl Mayer, Schriftführer:
Friedrich Haug, Kassier: Thomas Mengeu
Das Fest selbst wurde mit einem Wettgesang in verschiedenen Stufen durchgeführt,
an welchem sich 13 Vereine beteiligten. Die Festrede hielt Schultheiß
Mauz. Die vier letzten noch lebenden Sänger des „Liederkranz“ übergaben ihre
Fahne der „Eintracht“, wie bereits erwähnt.
30
Zum Glück war diesmal der Wettergott besser gesinnt, was natürlich auch eine
gute Feststimmung aufkommen ließ.
1909 Bei der Generalversammlung wurde Karl Mayer einstimmig zum 1. Vorstand
gewählt, 2. Vorstand wurde Christian Haar.
1910 Beteiligung am Gauliederfest in Waldenbuch und am Schwäbischen Sängerfest
in Heilbronn mit dem Lied „Heissa zur Lind“ v. O. Löffler. 41 Sänger
konnten wieder einen 2. Preis mit nach Hause nehmen.
1911 Dieses Jahr brachte einen Wendepunkt im Vereinsleben. Es bildeten sich
verschiedene Richtungen, die mehr oder weniger politischer Natur waren. Die
Unzufriedenheit verschiedener Sänger fand ihren Niederschlag mit der eingangs
bereits erwähnten Gründung der „Freiheit“. Da Ludwig Neff den neuen Verein
dirigierte, übernahm Herrr Lehrer Maier die „Eintracht“.
Besuch des Gauliederfestes in Scharnhausen.
1912 Aufstellung eines Gemischten Chores. Beteiligung am Gausängerfest in
Birkach.
1913 Vereinigung der „Eintracht“ mit dem „Turnerbund“.
1914 Das Schicksalsjahr fing mit einem Unwetter während des Gaulieder festes
Fahnenweihe 1903 der „Eintracht“
31
in Stetten, Hof und Weidach an. Den Sängern war der Heimweg versperrt, und
sie mußten mit einem Leiterwagen die Körsch an der Mühle übersetzen.
Der Weltkrieg brach aus und viele Sänger wurden einberufen, so daß der Singstundenbetrieb
erlahmte.
1921 Nach zeitweiligem Zusammenschluß der Sänger und Turner trennten sie
sich wieder und die Gesangsabteilung wurde weiter unter dem Namen „Eintracht“
weitergeführt.
1. Vorstand wurde Otto Bass, 2. Vorstand wurde Thomas Mengau, Schriftführer.
Ludwig Hartmann, Kassier: Ludwig Ensinger
1922 Beteiligung am Bezirkssängerfest in Kirchheim mit dem Lied „Das Deutsche
Lied“ von Attenhofer.
1923 Anschaffung eines Tafelklaviers um 4 Millionen Mark. Dasselbe wurde im
neuen Schulhaus aufgestellt, wo auch die Singstunden unter Leitung von Ludwig
Neff abgehalten wurden. Dieses Instrument sollte dann leider den Anlaß zu unliebsamenn
Differenzen geben.
1924 In der Hauptversammlung wurde Karl
Metzger zum 1. Vorstand gewählt. In dieser
Hauptversammlung wurde auch der Austritt
aus dem Arbeitersängerbund beschlossen,
was zur Folge hatte, daß einige Mitglieder
austraten und die „Freiheit“ zum zweitenmal
gründeten. Das Vereinslokal der „Eintracht“
war jetzt der „Herzog Karl“. Nach Wiedereintritt
in den Fildersängerbund wurde das
Gauliederfest in Bernhausen besucht.
1925 Eintritt in den Schwäbischen Sängerbund
und Beteiligung am Schwäbischen
Liederfest in Eßlingen. Die guten Vorträge
der anderen Vereine ließen den Wunsch der
Karl Metzger † 1938
Nellinger Sänger, das nächstemal ebenfalls
am Wettgesang teilzunehmen, in verstärktem
Maße wach werden.
1926 Gauliedferfest in Neuhausen. Mit
dem Chor „Von Freiheit und Vaterland“ von Göpfart, unter Leitung von H.
Knapp konnten die Sänger einen I c Preis mit Pokal erreichen.
1928 Zweitägige Sängerfahrt zur Insel Reichenau, Heimfahrt durch den Schwarzwald.
Diese Fahrt hat bei allen Teilnehmern den Wunsch ausgelöst, möglichst
bald wieder so etwas Ähnliches zu unternehmen.
Besuch des Gausängerfestes des Filder-Schönbuch-Gau in Vaihingen. 60jähriges
Jubiläum der „Eintracht“, unter Beteiligung einiger Nachbarvereine. Die Festrede
hielt Karl Mayer, der u. a. auch an diesem Tage zum Ehrenmitglied ernannt
32
wurde. Herr Knapp konnte besondere Umstände halber den Verein nicht mehr
leiten, und so mußte der in der Generalversammlung als Vize dirigent gewählte
Lehrer A. Maier die Leitung des Chores vorübergehend übernehmen.
1929 Beteiligung am Liederfest in Ulm. Dort wurde mit dem Chor „Allerlei
und Allerhand“ von E. Hansen ein zweiter Preis ersungen. Durch Ausscheiden
von Herrn Knapp wurde Herr Biegert zum Chorleiter gewählt.
Gestützt auf das Versprechen von Turn- und Gesangverein baute Gottlieb Mack
einen Saal.
1930 Einweihung des „Saalbau Herzog Karl“. Durch diesen Raum war nun dem
Verein die Möglichkeit von Veranstaltungen innerhalb der Gemeinde geboten, was
die Vereinsleitung auch sehr begrüßte. Es wurde der Beschluß gefaßt, einen Flügel
zu beschaffen, was auch bereits 1933 verwirklicht wurde.
Besuch des Gauliederfestes in Magstadt, gesungen wurde das Lied „Weihegesang.“
1931 Besuch des Gausängertages in Scharnhausen, gesungen wurde „Soweit dich
die Wellen tragen“.
Vereinsausflug zum Ebnisee, verbunden mit einem Besuch in Kaiserbach bei der
Familie A. Maier, der dort Lehrer war.
1932 Wohltätigkeitsveranstaltung gemeinsam mit dem Turnverein Nellingen zugunsten
der Arbeitslosen.
Besuch des Gauliederfestes in Plieningen mit dem Chor „Der fahrende Scholar“
von Hegart unter Herrn Biegert. Für ihre gute Leistung konnten die Sänger einen
I a Preis im einfachen Kunstgesang mit nach Hause nehmen.
„Eintracht“ 1928
33
Beteiligung einiger Sänger beim 11. Deutschen Sängerfest in Frankfurt mit der
Fahne.
1933 Auflösung der „Freiheit“ und Eingliederung der Sänger in die „Eintracht“.
Da in beiden Vereinen das Sängerideal höher stand als alles andere so konnte
die Eingliederung ohne große Reibungen vonstatten gehen.
1934 Mit vereinten Kräften und großen Hoffnungen ging es zum Schwäbischen
sängerfest in Heilbronn. Herr Bohnet, der inzwischen die Leitung des Chores
übernahm, wollte etwas besonderes bieten mit dem zeitgemäßen Chor „An das
Handwerk“ von O. Gerster. Mit diesem Chor waren keine Lorbeeren zu holen,
und es reichte gerade noch zu einem 2. Preis mit der Note „gut“. Trotzdem war
für alle Teilnehmer das Fest ein Erlebnis besonderer Art, an das sich alle gerne
erinnern.
1935 Besuch der Liederfeier in Kirchheim und Teilnahme am Wertungssingen
mit dem Chor „Bruder deine Hand“ von Trunk. Erstmals mußte der Chor eine
Strophe aus einem Massenchor singen, der ebenfalls mitgewertet wurde. Die Kritik
fiel für den Chor sehr gut aus. Ein Vereinsausflug führte die Vereinsfamilie in
den Schwarzwald.
1936 Rücktritt des 1. Vorstandes Karl Metzger. Die Neuwahlen ergaben eine
Umbesetzung: 1. Vorstand: Wilhelm Klein, 1. Vorstand: Gottlob Kober, Oberfestordner:
Otto Knödler, als Sängerbeisitzer: Karl Metzger
Ein 3tägiger Pfingstausflug führte die Vereinsfamilie nach Oberbayern. Die Stationen
waren: Füssen, Neuschwanstein, Garmisch-Partenkirchen, Partnachklamm,
Mittenwald, Walchensee, Kochelsee, Bad Heilbrunn, Starnberger See und über
München nach Hause. Bei diesem Ausflug sahen sehr viele Teilnehmer die Berge
zum erstenmal, so daß dieser einen großartigen Eindruck hinterließ.
1937 Eine Fahnenabordnung besuchte das Deutsche Sängerfest in Breslau.
Besuch des Silchermuseums in Schnait.
In einer Sängerversammlung wurde durch einen geheime Abstimmung Herrn Bohnet
der Rücktritt als Chorleiter nahe gelegt, nachdem es laufend zu Differenzen
mit ihm kam. Bei einer Neuwahl wurde Herr Karl Mäder mit großer Mehrheit
zum neuen Chorleiter gewählt.
1938 Besuch des Schwäbischen Sängerfestes in Stuttgart. Wegen der Einstufung
des Chores „Psalm der Arbeit“ von Lemacher gab es schon vorher Differenzen,
wurde dann aber doch in die Stufe „gehobener Volksgesang“ als eine Stufe niedriger,
eingereiht. Mit 103 Sängern erreichte der Chor unter Leitung von Karl
Mäder, der den Chor erst einige Monate leitete, die Note „sehr gut“. So war
trotz allem alles hochbefriedigt.
1939 Angesichts der steigenden Leistungsfähigkeit des Chores unter seinem neuen
Chorleiter hat sich der Verein viel vorgenommen und ein großes Konzert war
in Vorbereitung. Doch sollte es anders kommen. H. Mäder wurde zu einer militärischen
Übung eingezogen und bald darauf brach auch schon der 2. Weltkrieg
aus. In kurzer Zeit wurden 28 Sänger einberufen. Weitere 26 Sänger waren in
34
Schichtarbeit, so daß der Singstundenbetrieb fast erlahmte. Die wenigen Zurückgebliebenen
versuchten aber trotzdem, die Singstunden aufrecht zu erhalten.
1940 Herr Knapp, der für Herrn Mäder einsprang, wurde ebenfalls eingezogen.
Für ihn übernahm jetzt Herr Karl Dupper aus Neuhausen, der ja in Nellingen
kein Unbekannter war, die Chorleitung fast über ein Jahr. Nach ihm übernahm
Herr Schellmann aus Plochingen des geschwächten Chor.
1941 Besuch der Kreis- und 50-Jahrfeier des Karl-Pfaff-Kreises in Plochingen.
1942 Besuch des Kreis-Sängertreffens in Kirchheim. Da die Zugverbindung sehr
schlecht war, entschloß man sich, wie in alten Zeiten mit Pferdegespann nach
Kirchheim zu fahren, was ganz von selber zu einer guten Stimmung beitrug.
1943 Dieses Jahr brachte noch einen kleinen Höhepunkt im Vereinsleben, galt
es doch, das 75jährige Jubiläum der „Eintracht“ zu feiern. Trotz aller Hindernisse
gelang es doch noch, ein ansehliches Programm zusammenzustellen. Nachdem
die meisten Männer im Felde waren, mußten die Frauen einspringen. Es wurde
eine Gemischter Chor für diese Veranstaltung zusammengestellt. In Form eines
Festkonzertes wurde das Jubiläum im „Herzog Karl“ abgehalten. Alle Beteiligten
gaben ihr Bestes und es war den Zeitumständen entsprechend eine ganz hervorragende
Leistung. Vorstand Wilhelm Klein verfaßte aus diesem Anlaß eine
Festschrift, in der in erzählender Form besonders den Sängern im Felde, von
denen jeder ein Exemplar zugesandt bekam, ein Stück Sängerleben und alte Erinnerungen
bringen sollte. Die Herstellung der Festschrift war nur durch Lebensmittelstiftungen
möglich.
1944 Nachdem immer mehr Sänger einberufen wurden, viele durch Verlagerung
der Betriebe ebenfalls nicht zu Hause waren, konnte der Singstundenbetrieb kaum
noch aufrecht erhalten werden und es gab nur noch gelegentliche Zusammenkünfte.
Herr Schellmann wurde ebenfalls noch einberufen. So entschloß man
sich, zusammen mit Scharnhausen unter Chorleiter Friedel, Neuhausen, für das
Kreissängerfest in Bernhausen, Sonntagvormittags Singstunde abzuhalten. In Bernhausen
kam das Lied „Lied der Filder“ von M. Springer, gesungen von Vereinen
der Filder, zur Uraufführung.
Im übrigen wurden dei Sänger mehrfach zum Öffentlichen Liedsingen, verbunden
mi WHW-Sammlungen herangezogen oder bei Parteiveranstaltungen zur Mitwirkung
verpflichtet.
1945 In diesem Jahre hörte der Singstundenbetrieb vollständig auf. Nach dem
politischen und militärischen Zusammenbruch wurden die Vereine zunächst verboten.
Am 12. August wurde unter Vorsitz von Paul Mauz im „Rössle“ der Versuch
gemacht, einen neuen Ausschuß zu bilden und der Militärregierung zur Genehmigung
vorzulegen. Zur Wahl wurden vorgeschlagen:
1. Vorstand: Gottlob Kober, bis zur Hauptversammlung, dann Alfred Metzger, 2.
Vorstand: Ernst Metzger, Vereinskassier: Otto Knödler, Sängerkassier: Paul Mauz,
35
36
„Eintracht“ 1948
Schriftführer: Ernst Kenner, Festordner: Alfred Metzger, Vizedirigent: Gottlob
Kober, Beisitzer: Paul Mauz, Karl Mack, Wilhelm Clauß, Wilhelm Mauz
1946 Im Januar wurde die Genehmigung unseres Vereins seitens der Militärregierung
erteilt und so lag der Aufnahme des Singstundenbetriebes nichts mehr
im Wege.
Alfred Metzger übernimmt in der Generalversammlung das Amt des 1. Vorstandes.
Karl Aichele wird zum Sängerkassier und Otto Metzger zum Festordner
gewählt.
Am 10. März ist die erste Singstunde im Schluhaus unter Leitung von Hermann
Leins, Esslingen, der in dankenswerter Weise einsprang, bis ein Chorleiter gefunden
wurde.
Jetzt waren die Sänger auch in der Lage, ihren heimkehrenden Sängerkameraden
ein wohlverdientes Ständchen zu bringen. Im Herbst übernimmt Herr Holder aus
Esslingen die Chorleitung.
1947 Gemeinsamer Ausflug nach Altbach, wo sich die Chöre von Herrn Holder
aus R S K und Altbach trafen.
1948 In einer Sängerversammlung wurde nach längerer Debatte beschlossen, auf
eine weitere Zusammenarbeit mit Herrn Holder zu verzichten und nach einem
neuen Chorleiter umzusehen.
Am 1. April gab Herr Lorenz Lauterbach aus Neuhausen, wo er den kath. Kirchenchor
leitete, eine Probesingstunde und wurde im Anschluß sofort spontan
zum neuen Chorleiter gewählt.
Die Währungsreform brachte den Verein in finanzielle Schwierigkeiten, so daß
der Beitrag 2 monatlich kassiert werden musste. Das rückständige Gehalt des
Chorleiters wurde durch großherzige kleine Spenden aller Sänger beglichen. In
Form eines Volkslieder-Konzertes wurde das 80jährige Jubiläum begangen. Der
Chor trat zum erstenmal mit seinem neuen Chorleiter Herrn Lorenz Lauterbach
vor die Öffentlichkeit. Die Zuhörer spürten bald, daß der Chor hier in den
besten Händen lag und herzlicher Beifall wurde ihm und seinen Sänger zuteil,
deren Anzahl inzwischen auf 100 angewachsen war. Ein kleiner Chor des kath.
Kirchenchors Neuhausen sang unter Leitung von Herrn Lauterbach Volkslieder
und bekam herzlichen Beifall für ihre ausgezeichnete Leistung. Dieses Konzert
wurde dann in Plattenhardt als Werbeveranstaltung wiederholt.
1949 Der Chor beteiligte sich am Bundesliederfest des Württembergischen Sängerbundes
in Ludwigsburg am Wertungssingen mit dem Chor „Maienzeit“ von J.
Rietz unter Leitung von Lorenz Lauterbach mit 100 Sängern. Die Kritik lautete:
„Der Chorleiter gestaltete ausgezeichnet und führte klar. Das beschwingte Chorwerk
wurde mit aufgelockertem Chorklang ausgezeichnet vorgetragen.“
Dies war wohl der schönste Lohn für Chorleiter und Sänger. Die viele Kleinarbeit
in der Singstunde hat seine Früchte getragen. Begeistert fuhren die Sänger von
diesem so wohlgelungenen und schönen Fest nach Hause.
37
Beteiligung am 75jährigen Jubiläum in Scharnhausen und am 100jährigen Jubiläum
in Kemnat.
1950 Vereinsausflug nach Kochendorf mit Besichtigung der Salzsaline.
Gut besuchtes Chorkonzert unter Mitwirkung der Knabenschola aus Neuhausen
unter Leitung von Lorenz Lauterbach. Uraufführung der von ihm komponierten
Liedkantate „Der Mond ist aufgegangen“ für Gemischten Männer- und Kinderchor
mit Instrumentalbegleitung. Da die Besucherzahl so angewachsen war, wurde
die Veranstaltung am Samstag für Mitglieder und Sonntags für die Öffentlichkeit
durchgeführt.
1951 Beteiligung am 110jährigen Jubiläum des „Liederkranzes-Eintracht“ Denkendorf
mit dem Chor „Maienzeit“.
Beteiligung am 100jährigen Jubiläum des „Männergesangverein“ Neuhausen, mit
dem Chor „Morgenlied“ von J. Rietz. Zusammen mit dem „Liederkranz“ Plattenhardt
und der Knabenschola und einer Bläsergruppe des Staatstheater Stuttgart
erlebte die „Liedkantate“ im Heimatort des Komponisten in ihrer eigentlichen
Form ihre Uraufführung. Herzlicher Beifall dankte Herrn Lauterbach mit seinen
Sängern für dieses wohlgelungene Werk.
1952 Beteiligung beim Sängerfest in Plochingen anläßlich des 125. Jahrestags
des 1. Deutschen Sängerfest.
Beteiligung am Sängerfest des Schwäbischen Sängerbund Württemberg-Hohenzollern
in Aalen. Unter Leitung von Herrn Lauterbach sangen 103 Sänger den Chor
„Hände“ von E. Lendvai. Mit der Note „sehr gut“ in der Gruppe „Kunstgesang“
konnte der Chor noch einen annehmbaren Erfolg verzeichnen. Allgemein wurde
festgestellt, daß das Fest in Aalen nicht in seinem Niveau an das Fest in Ludwigsburg
herankam.
Erstmals trafen die Sänger in weißen Hemden auf und marschierten auch so im
Festzug mit, was uns in der „EZ“ eine besonders gute Kritik einbrachte.
1953 In einer Ausschußsitzung, zu der auch die beiden Ehrenmitglieder Wilhelm
Klein und Ludwig Hartmann als stimmberechtigte Mitglieder anwesend waren,
wurden die Vereins-Satzungen überarbeitet und dieselbe dann in Druck gegeben,
damit jedem Mitglied eine solche ausgehändigt werde konnte.
Durchführung eines Schubert-Konzertes unter Mitwirkung von Klaus Stemann,
Tenor und Anselm Kunzmann am Flügel.
1954 Beteiligung am 100jährigen Jubiläum der „Aurora“ Berkheim mit dem
Chor „Morgenlied“ von J. Rietz.
93 Sänger beteiligten sich am Gauliederfest in Kirchheim mit dem Chor „Ruhe,
schönstes Glück der Erde“ von F. Schubert unter Leitung von Herrn Lauterbach
in der Stufe IV „Sehr schwieriger Chorgesang“ und erhielten die Note „Mit
Auszeichnung“.
Besuch der Fahnenweihe in Plattenhardt beim „Liederkranz“ und Übernahme der
Patenschaft.
38
1955 Ein zweitägiger Ausflug führte die Vereinsfamilie über Augsburg – Wieskirche
– Kloster Ettal – Oberammergau – Partenkirchen – Mittenwald nach
Innsbruck. Dort Auffahrt zur Hungerburg und mit der Seilbahn zum 2 300 m
hohen Hafelekar. Ein heftiges Schneetreiben hat die Gipfelbesucher sehr schnell
verjagt. Die Abfahrt mit der Seilbahn hat bei vielen ein sehr komisches Gefühl
in der Magengegend hervorgerufen. Die Rückfahrt wurde über Leermoos (Blick
zur Zugspitze) –Haldensee – Oberjoch – Oberstdorf angetreten. Diese zwei Tage
werden allen Teilnehmern noch in guter Erinnerung sein.
1956 Das Deutsche Sängerfest in Stuttgart brachte für uns die Einquartierung
eines Männerchores aus Irlich im Rheinland. Dies sollte der Auftakt zu einer
schönen Freundschaft mit diesem Chor werden und das Samenkorn, das bei dieser
Gelegenheit gelegt wurde, trug schöne Früchte, denn viele Freundschaften
wurden geknüpft.
1957 Ein dreitägiger Vereinsausflug nach Irlich zum Gegenbesuch unserer Freunde
am Rhein brachte für alle Beteiligten herrliche Stunden. Mit dem Schnellzug
fuhr die Vereinsfamilie ins schöne Rheinland. In Rüdesheim übernahm ein
Sonderschiff die Teilnehmer. Vorbei an alten Burgen und Schlössern ging die
herrliche Fahrt über Koblenz – Neuwied nach Irlich. Die Unterbringung war bald
gelöst, denn die meisetn brauchten nur die Rollen zu tauschen. Ein „Rheinischer
Abend“ am Sonntag brachte eine große Überraschung unsererseits. Mit den neu
angeschafften „Filder-Trachten“ (eine Nachbildung der früher üblichen Festkleidung
der Filderbauern) trat der Chor mit seinem Chorleiter Herrn Lauterbach auf.
Volkslieder erklangen, dazwischen rezitierte Herr Lauterbach schwäbische Gedichte,
die jeweils zum darauffolgenden Lied passten. Die Überraschung war gelungen
und aus dem „Rheinischen Abend“ wurde ein „Schwäbischer Abend“, wie unsere
Gastgeber nachher behaupteten. Montags ging es frohgelaunt wieder nach Hause.
Es hat sich in den letzten Jahren so eingebürgert, daß bei den Winterunterhaltungen
jeweils im 2. Teil ein Singspiel oder ein größeres Theaterstück aufgeführt
wurde, was zur Folge hatte, daß diese Veranstaltungen mehrmals wiederholt werden
mussten. Ein guter Stamm von Spielern hat sich unter der Regieführung von
Gottlob Kober und später von Wilhelm Hartmann herangebildet. Wenn diese
Veranstaltungen aus begreiflichen Gründen im einzelnen nicht aufgeführt werden
konnten, so darf doch die Winterunterhaltung mit der Uraufführung des
Märchensingspiels „Schneewittchen“ von Lorenz Lauterbach als ganz besondere
Leistung erwähnt werden. 23 Kinder ließen vor dem Publikum das Märchenland
erstehen. Ein Vorsänger kündigte die kommenden Ereignisse in Form eines
Herolds an. Der Chor, der sich auf der Galerie befand, wurde ebenfalls in die
Handlungen eingefügt. Eine Elektronen-Orgel, die uns freundlicher Weise von
einer Stuttgarter Firma zur Verfügung gestellt wurde, konnte durch ihre variable
Klangwirkung und Möglichkeiten wirkungsvoll eingesetzt werden. Wunderschöne
Kostüme im Rokokostil, dazugehörige Perücken und die großartige Bühnengestaltung
gaben dem Singspiel einen ganz besonderen Reiz. Es war wahrhaftig wie
im Märchen. Außer der Hauptprobe, bei der schon die Kinder zugelassen waren,
musste das Singspiel viermal aufgeführt werden.
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1958 Beteiligung am 90jährigen Jubiläum des „Liederkranz“ Plattenhardt.
Beim Gauliederfest in Köngen trat der Verein beim Schwäbischen Nachmittag
ebenfalls mit seinen Trachten auf. Mit der einheitlichen Kleidung und seinen
Volksliedern hatte der Chor bald die Herzen der Zuhörer für sich gewonnen.
Zusammen mit dem Gesangverein 1921 Esslingen wurde im Gemeindehaus in
Esslingen ein Schubert-Brahms-Konzert durchgeführt.
1959 Beteiligung am Liederfest des Schwäbischen Sängerbundes in Ulm. Bei
einem Sonderkonzert zusammen mit dem Gesangverein 1921 Esslingen konnte
der Verein eine sehr gute Kritik erhalten.
Beteiligung am Dirigenten-Jubiläum von Karl Mäder in Denkendorf.
Besuch des 100jährigen Jubiläums in R S K.
1960 Dieses Jahr war dem 100jährigen Todestage unseres schwäbischen Komponisten
Friedrich Silcher gewidmet. Die erste Sendung in der Stunde des Chorgesangs
im Süddeutschen Rundfunk wurde von unserem Chor mit Silcherliedern
bestritten. Ihm folgte dann bei der Winterunterhaltung das Singspiel „Wenn alle
Brünnlein fließen“ von M. Schlecker, das ein Lebensbild des großen Meisters
wiedergab.
Bei einer offiziellen Silcherfeier wurde in einem Festzelt unter Mitwirkung eines
dazu zusammengestellten Kinderchores und des Männerchores des Vereins u. a.
einige gemischte Chöre von Fr. Silcher gesungen. Karl Lachenmann, der Leiter des
Silchermuseums zeichnete in seinen interessanten und humorvollen Ausführungen
ein klares Bild des schwäbischen Volkslied-Komponisten.
1961 Ein Vereinsausflug führte die Vereinsfamilie ins Hohenloher Land, wo
neben Kirchen- und Klosterbesichtigungen auch eine Weinprobe in Michelsbach
direkt im Weinkeller abgehalten wurde. Dem guten Tropfen wurde bei der herrschenden
Hitze auch reichlich zugesprochen, so daß für eine gute Stimmung auf
dem Heimwege gesorgt war.
Ein gemeinsamer Ausflug der Chorgemeinschaft Lauterbach ins Silchermuseum
in Schnait mit anschließendem gemütlichen Beisammensein in der Gemeindehalle
fand ungeteilten Beifall aller Teilnehmer.
Um einmal den Zuhörern Gelegenheit zur Mitgestaltung des Programms zu geben,
führte der Chor ein Wunschkonzert unter dem Motto „Wir singen, was Euch gefällt“
durch. Allen Familien wurden Wunschzettel zugestellt, auf denen 35 Lieder
zur Auswahl standen. Die höchste Stimmenzahl konnte das „Schifferlied“ von Fr.
Silcher erreichen. Acht weitere Männerchöre kamen zum Vortrag. Zur Bereicherung
des Programms wirkte wieder einmal das Tripelquartett aus Neuhausen unter
Leitung von Herrn Lauterbach mit, sowie Kurt Salzmann als Solist.
1962 Besuch des 100jährigen Jubiläums der „Cäcilia“ Wernau. Mit dem Chor
„Vespergesang“ von Bordnianski konnte der Chor herzlichen Beifall ernten.
Beteiligung am 90jährigen Jubiläum der „Sängerlust“ Scharnhausen.
Beteiligung am 125jährigen Jubiläum des „Sängerbund-Liederkranz“ Plochingen.
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Neun Sänger besuchten das Bundesliederfest in Essen.
Beim Gauliederfest in Nürtingen-Oberensingen konnte der Verein mit dem Chor
„Trösterin Musik“ von A. Bruckner mit 91 Sänger eine sehr gute Kritik erhalten.
Unter anderem heißt es hier: Die Sänger waren spürbar ergriffen von der
Schönheit des Klanges. In solch elysäischem Zustand von Singenden kann sich
die Intonaion heben, ohne der Darbietung zu schaden, zumal dann, wenn sie
ohne wesentliche Trübung der Harmonien geschieht. Ein deutliches Zeichen der
eminenten Arbeit des Dirigenten. Es war schlechthin eine hervorragende Wiedergabe
des prächtigen Standard-Männerchor-werkes.
Wenn hier der chor aus berufenem Munde seine gute Leistungsfähigkeit bestätigt
bekommt, so ist es in erster Linie der Verdienst seines unermüdlichen und
tüchtigen Chorleiters Herrn Lauterbach, der seit über 15 Jahren den Chor leitet.
An regelmäßigen Veranstaltungen sind außer den bereits angeführten Winterunterhaltungen
die Sängerkameradschaftsabende zu erwähnen, bei denen es zur Tradition
geworden ist, die anfallenden 50, 60. und 70. Geburtstage der Mitglieder
bzw. Ehrenmitglieder mit zu feiern.
In der Stunde des Chorgesangs des Süddeutschen Rundfunks hat der Chor seit
1950 bis 1962 achtmal unter Leitung von Herrn Lauterbach gesungen. Von fünf
Sendungen wurden Langspielplatten angefertigt, die bei den Mitgliedern und
Freunden des Vereins sehr guten Absatz fanden. Von einer Silcher-Sendung wird
im Silchermuseum in Schnait eine Bandkopie aufbewahrt.
1963 Dieses Jahr soll unser Jubiläumsjahr werden und ist noch ein unbeschriebenes
Blatt. Wir wünschen, daß sich dieses würdig an die vergangenen Jahre
anreiht und überlassen es einer späteren Geschichtsschreibung, unsere Arbeit zum
Jubiläum, unsere Anstrengungen zur Förderung des Chorgesangs zu würdigen oder
zu verurteilen.
Dem Fest wünschen wir einen schönen und harmonischen Verlauf zur Ehre der
„Eintracht“.
ernst Kenner
41
42
Aus der Vergangenheit
und Gegenwart
der Geschichte Nellingens
Jeder Zeitabschnitt der Geschichte unserer Heimat hat auch in Nellingen seine
Spuren hinterlassen in einem Reichtum, dessen Wert und Vielgestaltigkeit uns ein
anschauliches kulturhistorisches Bild vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende
übermittelt.
Funde auf unserer Markung aus der Steinzeit sind Beweisstücke, daß schon der
Steinzeitmensch unsere Gegend besiedelt und die Erde unter den Steinpflug genommen
hat. Andere Funde zeugen von den Kelten, deren großes Reich unter
dem Ansturm der Römer zerbrach.
Die Bebauung des fruchtbaren Bodens der Filder machte später die Errichtung
eines römischen Gutshofes auch auf unserer Markung notwendig. Am eindrucksvollsten
sind die Hinweise aus der reichen Stammes- und Sippengeschichte der
Alemannen oder Schwaben, denen es um die Mitte des 3. Jahrhunderts gelang,
die Herrschaft der Römer auch im Neckarland zu brechen, bei uns seßhaft zu
werden und das Land nach ihrer Rechtsordnung an die Sippen zu verteilen.
Um das Jahr 400 n. Chr. dürfte die Gründung unseres Heimatdorfes von einer
alemannischen Sippe vollzogen gewesen sein, deren Oberhaupt ein Nallo war.
Nach ihm wurde die Siedlung benannt, die in der Nähe einer Römerstraße und
in einer flachen, schützenden Mulde mit einer Quelle ihren Ort hatte. Der Sitz
des Sippenführers lag über dem heutigen Altnellingen an bevorzugter Stelle, der
„Burg“. Aus den Sippenhäuptern entwickelte sich im Laufe der Zeit der Ortsadel.
Der Älteste aus diesem Geschlecht war Anselm von Nellingen, der urkundlich um
1120 seine „Eigenkirche“ samt der Hälfte des zugehörigen Zehnten dem Kloster
St. Blasien im Schwarzwald geschenkt hat. Dieses K.oster errichtete um 1220 eine
Kirche, von der unser heutiger Kirchturm noch Zeuge ist. Er ist ein „reizendes
und eigenartiges Buwerk unter den romanischen Kirchtürmen Württembergs“. Als
ältestes Buwerk steht er beherrschend über dem Dorf und blickt auf nahezu
750 Jahre deutscher und örtlicher Geschichte herab. Zur Verwaltung des sich
mehrenden Klosterbesitzes errichtete St. Blasien um 1250 einen Filialklosterhof
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unter einem Propst. So entstand die Propstei mit ihren großen Zehntscheuern
und Verwaltungsgebäuden, umgeben von einer Mauer mit verschiedenen Toren,
der „Klosterhof“. Zum Gebiet der Propstei gehörten auch Scharnhausen, Ruit,
Heumaden und Plochingen. Die Erstanlage wurde während des Städtekrieges 1449
zerstört und mit ihr wohl auch das Dorf Wörnitzhausen, das einst oberhalb der
heutigen Wörtnitzhäuser Mühle im Körschtal gestanden haben dürfte. Die nach
dieser Katastrophe errichteten Neubauten und Erweiterungsbauten sind nahezu
500 Jahre später, am 2. März 1944 bei einem Fliegerangriff schwer beschädigt
worden und zum Teil abgebrannt.
Die Propstei war vom 15. Jahrhundert bis fast in die Mitte des 19. Jahrhunderts
mit ihren geistlichen Ämtern und denen der Verwaltung ein Mittelpunkt für
unsere nähere und weitere Umgebung.. Mit der Aufhebung oder Verlagerung der
geistlichen und späteren weltlichen Behörden in das benacharbarte Esslingen verlor
Nellingen den letzten Schimmer seiner alten geschichtlichen Bedeutung. Häuser
und Güter der Propstei gingen langsam in Privatbesitz über, das Dorf wurde
mehr und mehr ein reines Bauerndorf.
Bis zum Beginn der Industrialisierung in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
war neben der Landwirtschaft die Hausweberei die Hauptbeschäftigung
der Einwohner Nellingens.
Nach dem ersten Weltkrieg gelang es einigen strebsamen Handwerksmeistern, mit
der Gründung von Eigenbetrieben in zäher Pionierarbeit die Grundlage für eine
aufblühnende Metallindustrie zu schaffen. An Umfang und Leistungskraft hat
sie seit 1945 erheblich zugenommen. Mit ihren Erzeugnissen werden teils größere
Betriebe des Neckartales beliefert, während Artikel der Eigenfertigung im ganzen
Bundesgebiet und darüber hinaus ihre Absatzgebiete gefunden haben. Mehr als
150 handwerkliche, gewerbliche und industrielle Betriebe sind für die Gemeinde
die Hauptquellen ihrer steuerlichen Einnahmen. In unmittelbarer Nähe des dichtbevölkerten
Neckartales gelegen, ist Nellingen zu einer Arbeiterwohngemeinde mit
mehr als 9000 Einwohnern herangewachsen. Die Altgemeinde mit ihren nahezu
6000 Bewohnern hat ihren bäuerlichen Charakter fast verloren. Die im Jahre
1956 begonnen Parksiedlung ist mit über 3000 Einwohnern ein Städtlein für sich.
Wer von der Nellinger Linde an der Straße nach Esslingen unsere weitere heimatliche
Landschaft überblickt, im Hintergrund die Berge der Schwäbischen Alb
vom Staufen bis zum Zollern, der freut sich an der Schönheit der Berge und
Täler, der weiten Wälder und fruchtbaren Felder. Eine Heimat liegt vor ihm
ausgebreitet, die Sänger und Dichter in Lied und Wort mit der ganzen Kraft
ihres Herzens verehren und lieben:
„So lieb ist älles und vertraut,
als hätt’s der Herrgott zemebaut!”
A. Lämmle
a. Maier, Rektor
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Unsere Toten
Im Weltkrieg 1914 – 1918 sind gefallen
Robert Blessing
Christian Bluthardt
Paul Gräber
Karl Hermann
Theodor Hermann
Eugen Krießler
Gottlob Maier
Hermann Maier
Gottlob Mauz
Wilhelm Mauz
Wilhelm Mauz
Albert Metzger
Christian Stegmaier
Karl Stegmaier
Karl Strähle
Fritz Schweizer
Wilhelm Vogt
Ernst Weidenmann
Gottlob Aichele
Wilhelm Aichele
Vermißt
Gottlob Kieß
Karl Mauz
Wilhelm Metzger
Wilhelm Metzger
Im Weltkrieg 1939 – 1945 sind gefallen
Wilhelm Ertinger
Willi Fauser
Wilhelm Haack
Hermann Haar
Karl Harsch
Christian Kissling
Albert Klein
Gottlob Maier
Erwin Mauz
Erich Metzger
Wilhelm Metzger
Bernhard Rist
Wilhelm Scherrieble
Fritz Schweizer
Gottlob Alber
Karl Blessing
Hermann Haack
Vermißt
Adolf Kirschner
Eugen Krießler
Erwin Kober
Karl Mauz
Gotthilf Mauz
Karl Strähle
Ehre ihrem Gedenken
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Dirigenten und Vorstände
Die Dirigenten des „Liederkranz“
Jakob Hartmann und Schultheiß Mauz
Die Dirigenten der „Freiheit“
Ludwig Neff
K. Geßmann
Oberlehrer Karl Dupper
J. Wahl
Lehrer Otto Kemmner
Die Dirigenten der „Eintracht“
Lehrer und Schultheiß Mauz
1868 – 1893
Lehrer Hornung
1893 – 1896
Lehrer Munz
1896 – 1902
Lehrer Zimmermann
1902 – 1903
Ludwig Neff
1903 – 1911
Lehrer Maier
1911 – 1914
Ludwig Neff
1919 – 1923
Lehrer Schlotterbeck
1924
Musiklehrer Walter Knapp
1924 – 1929
Hauptlehrer Adolf Biegert
1929 – 1933
Hauptlehrer Albert Bohnet
1934 – 1937
Diplommusiklehrer Karl Mäder
1938 – 1939
Musiklehrer Walter Knapp
1939 – 1940
Oberlehrer Karl Dupper
1940 – 1941
Hauptlehrer Karl Schellmann
1941 – 1943
Hermann Leins
1946
Hauptlehrer Fritz Holder
1946 – 1948
Musikdirektor Lorenz Lauterbach
1948 –
Die Vorstände der „Freiheit“
Thomas Mengeu 1911 – 1918 Paul Mauz 1924 – 1933
Die Vorstände der „Eintracht“
David Krießler 1868 – 1870 Otto Bass 1921 – 1923
Georg Merk 1870 – 1901 Karl Metzger 1924 – 1935
Ludwig Fröschle 1901 – 1909 Wilhelm Klein 1936 – 1945
Karl Mayer 1909 – 1918 Gottlob Kober 1945
Wilhelm Göppinger 1918 – 1921 Alfred Metzger 1946 –
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1. vordere Reihe von links nach rechts: Gerhard Strähle, Ernst Kenner, Alfred Metzger,
Lorenz Lauterbach, Willi Kober, Heinrich Maier; 2. Reihe: Wilhelm Hartmann, Otto
Knödler, Gottlob Kober, Theodor Stecher, Ernst Riedel; 3. Reihe: Edgar Herbst, Werner
Schneller, Karl Kaiser, Friedrich Uhl, Karl Aichele
Vereinsausschuß der „Eintracht“ im Jubiläumsjahr
1. Vorstand Alfred Metzger
2. Vorstand Gerhard Strähle
Chorleiter Lorenz Lauterbach
Schriftführer Ernst Kenner
Vereinskassier Willy Kober
Sängerkassier Karl Aichele
Oberfestordner Ernst Riedel
Festordner Karl Kaiser
Vizedirigent
Notenverwalter
Beisitzer
Gottlob Kober
Werner Schneller
Heinrich Maier
Otto Knödler
Theodor Stecher
Edgar Herbst
Wilhelm Hartmann
Friedrich Uhl
47
48
Sänger der „Eintracht“ im Jubiläumsjahr
Die aktiven Mitglieder der „Eintracht“
1. Tenor Karl Aichele
Willi Aichele
Fritz Blickle
Hermann Bluthardt
Hermann Eberspächer
Karl Eisinger
Eugen Fischer
Adolf Haack
Wilhelm Hartmann
Otto Heimsch
Wilhelm Kaiser
Gottlob Kober
Johannes Krüger
Gerhard Mack
Wilhelm Maier
Gotthilf Mick
Werner Petri
Eugen Raisch
Theodor Stecher
Werner Schneller
Rolf Zimmerer
2. Tenor Gottlob Alber
Wilhelm Benz
Albert Gehrung
Karl Hägele
Richard Heimsch
Edgar Herbst
Wilhelm Hildinger
Heinz Kenner
Emil Knöll
Adalbert Leichtmann
Karl Lude
Günter Maier
Heinrich Maier
Hermann Maier
Hermann Maier
Alfred Metzger
Erich Metzger
Helmut Metzger
Heinz Müller
Franz Reichard
Karl Rückle
Willi Schlecht
Gottlob Sohn
Fritz Spazier
Adolf Stahlberg
Hermann Stegmaier
Rolf Trautwein
Eugen Weber
Peter Wittner
1. Baß Walter Bauer
Fritz Blank
Helmut Gräber
Walter Gunzenhauser
Karl Haar
Walter Hildinger
Karl Kaiser
Walter Kaiser
Ernst Kenner
Willy Kober
Otto Knödler
Ludwig Lackner
Otto Maier
Werner Maier
Erwin Mauz
Albert Metzger
Eugen Metzger
Günter Metzger
Günter Metzger
Paul Metzger
Wilhelm Mühlich
Wilhelm Müller
Theo Reuter
Ernst Riedel
Gerhard Strähle
Fritz Stoll
Egon Schweizer
Karl Uhl
Rudolf Uhl
Adolf Wilhelm
2. Baß Albert Aichele
Gerhard Aichele
Emil Blessing
Hermann Bluthardt
Ludwig Ensinger
Rolf Fröschle
Erwin Gräber
Hermann Gröber
Rudolf Krießler
Walter Krinn
Alfred Maier
Wilhelm Mauz
Ernst Metzger
Wilhelm Metzger
Kurt Münzenmaier
Johannes Raabe
Erich Renz
Alfred Uhl
Friedrich Uhl
Rolf Wieland
Walter Wurst
Tobias Wurster
49
Ehrenmitglieder der „Eintracht“
Eberhard Aichele
Gottlob Aichele
Julius Aichele
Adolf Biegert
Fritz Blank
Emil Blessing
Max Brandl
Imanuel Clauß
Eduard Dinkelacker
Paul Ebinger
Gotthilf Ehni
Albert Engel
Ludwig Ensinger
Albert Glohr
Karl Gröber
Gotthilf Haar
Karl Haar
Ludwig Haar
Ludwig Hartmann
Albert Hermann
Wilhelm Hildinger
Eugen Kaiser
Otto Kettenacker
Hermann Klein
Wilhelm Klein
Gottlob Kober
Hermann Krämer
Gottlob Mack
Albert Maier
Christian Maier
Gottlieb Maier
Heinrich Maier
Hermann Maier
Ernst Mauz
Emil Mauz
Paul Mauz
Ernst Metzger
Karl Müller
Eugen Münzinger
Albert Staufner
Fritz Umbeer
Gustav Veit
Hugo Wallner
Sängerjubilare der „Eintracht“
Mit 40 und mehr Sängerjahren: Ausgezeichnet mit der silbernen SSB-Nadel
Ludwig Ensinger
Wilhelm Hildinger
Karl Haar
Otto Knödler
Gottlob Kober
Heinrich Maier
Hermann Maier
Ernst Metzger
Mit 30 und mehr Sängerjahren: Ausgezeichnet mit der Karl-Pfaff-Nadel
Albert Aichele
Fritz Blank
Emil Blessing
Hermann Bluthardt
Karl Eisinger
Walter Gunzenhauser
Edgar Herbst
Rudolf Krießler
Wilhelm Mauz
Albert Metzger
Paul Metzger
Ernst Riedel
Theodor Stecher
Eugen Weber
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Die passiven Mitglieder der „Eintracht“
Hermann Alber
Karl Aichele
Karl Aichele
Otto Aichele
Wilhelm Aichele
Willi Aichele sen.
Wilhelm Bauer
Alfons Benz
Robert Bilz
Hans Blank
Robert Blessing
Wilhelm Blessing
Ernst Bluthardt
Theodor Bluthardt
Hans Breuning
Wilhelm Clauß
Wilhelm Clauß
Walter Dill
Alfred Eberhard
Heinz Ebinger
Gottlob Ensinger
Otto Eppinger
Karl Esslinger
Anton Fakler
Horst Fröhlich
Karl Gebhard
Theodor Glohr
Helmut Gräßle
Otto Haag
Walter Haag
Karl Hägele
Albert Hartmann
Karl Hartmann
Karl Hartmann
Otto Hartmann
Ernst Harsch
Karl Hertler
Willi Hermann
Alfred Hihn
Albert Kaiser
Alfred Kaiser
Eugen Kaiser
Fritz Kazmaier
Heinrich Kenner
Wilhelm Kenner
Wolfgang Kleebauer
Paul Kleebauer
Hermann Klein
Karl Klein
Eugen Kober
Gerhard Kober
Karl Kober
Wilhelm Kober
Eugen Krießler
Hermann Krießler
Otto Krießler
Karl Lederer
Walter List
Emil Mack
Hermann Maier
Karl Maier
Albert Manz
Albert Mauz
Erich Mauz
Eugen Mauz
Gotthilf Mengeu
Albert Metzger
Eugen Metzger
Otto Metzger
Helmut Mezger
Gotthilf Mezger
Karl Mezger
Otto Mezger
Christian Müllerschön
Adolf Münzenmaier
Emil Münzenmaier
Wilhelm Münzenmaier
Ewald Münkel
Erich Münzinger
Walter Otter
Heinz Pfeiffer
Hans Röhner
August Rösch
Kurt Salzmann
Christian Schanz
Karl Scheurenbrandt
Albert Schuldt
Fritz Schweizer
Karl Schweizer
Luise Sonn
Michael Sonyi
Hermann Stegmaier
Albert Straßer
Erwin Straßer
Walter Straßer
Albert Vollmer
Heinz Vospohl
Eugen Walter
Hermann Weiß sen.
Hermann Weiß jun.
Heinz Wilhelm
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Quellennachweis
Der Artikel „Urgeschichte“ wurde von Ehrenmitglied Wilhelm Klein verfaßt. Die Angaben aus der Zeit vor
der Jahrhundertwende über „Liederkranz“ und „Eintracht“ gründen sich auf Aufzeichnungen des früheren
Vorstandes Karl Mayer † in einer Festschrift aus dem Jahre 1908.
Über die Vereinsgeschichte der „Freiheit“ berichtete deren letzter Vorstand, unser Ehrenmitglied Paul
Mauz, nach seinen eigenen und einiger älterer Mitglieder Erinnerungen, da im Jahre 1933 alle Unterlagen
vernichtet werden mußten.
Der derzeitige Schriftführer Ernst Kenner verfaßte den Bericht über die „Eintracht“. Als Unterlage dienten
neben den Vereinsprotokollen vor allem die Festschrift zum 75jährigen Jubiläum des Vereins, die von dem
damaligen Vorstand Wilhelm Klein herausgegeben wurde.
Aus der Vergangenheit und Gegenwart Nellingens berichtet Rektor Albert Maier. Als Quelle diente das
Heimatbuch von Pfarrer Dr. Schuster †.
Die Umschlagseite gestaltete Helmut Maier, Graphiker, Nellingen, Kaiserstraße 34.
Die Aufnahmen vom Vereinsausschuß, aktive Mitglieder der Eintracht sowie das Ortsbild wurden von
Foto-Stegmaier, Nellingen, Schwabstraße, ausgeführt, alle übrigen Bilder stammen aus dem Vereinsarchiv.
Die Klischees wurden von der Graphischen Kunstanstalt Carl Kühnle, Nellingen, Kaiserstraße 7, hergestellt.
Den Druck der Festschrift besorgte Richard Hermann, Buchdruckerei, Denkendorf, Friedrichstraße 22.
Für die Herausgabe der Festschrift zeichneten verantwortlich: Ernst Kenner, Wilhelm Bauer, Günter Maier,
Hermann Stegmaier.
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Den Inserenten unserer Festschrift danken wir aufs herzlichste
für ihre freundliche Unterstützung.
Wir empfehlen sie allen unseren Festbesuchern aufs beste.