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Die Malteser-Zeitung 1/2020

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Orden und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Berichterstattung über nationale und internationale Tätigkeiten des Souveränen Malteser-Ritter-Orden und seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

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Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 1/2020

MALTESER Herzenswunsch: Ich

möchte noch ein letztes Mal …

MALTESER Care: Damit

niemand „in der Luft hängt“

Ehrenamt als Synonym

für Barmherzigkeit


INHALT

IMFOKUS

04 MALTESER Herzenswunsch –

Ich möchte noch ein letztes Mal ...

RELIGIONAKTUELL

06 Pray for Austria

07 Smartes Beten für den Weltfrieden

08 „Dafür investiere ich mich“

VORBILDER

10 Florence Nightingale –

Ein Leben in Gesundheit und Würde für alle

04 08

LEBENSWERT

12 Herausforderung Familie

13 Damit niemand „in der Luft hängt“

14 „Die Linke ist meine Kamera-Hand“

MALTESERÖSTERREICH

17 Berichte aus den Bundesländern:

Vielfältige Initiativen und Dienste

RUNDSCHAU

51 Ein Standort mit Geschichte

52 Bartolomäus Khevenhüller-Metsch –

Ehrenamt als Synonym für Barmherzigkeit

56 Gutes Zeugnis für engagierte

Menschen

MALTESERWELTWEIT

57 Im Zeichen der gemeinsamen Werte

59 Asia Pacific Youth Camp – ein ganz

besonderes Erlebnis

60 Lass Hoffnung wachsen: Bäume für eine

bessere Zukunft in Uganda

13

17

MEDIZINAKTUELL

62 Hoffnung durch neue Behandlungsmethode

bei COPD

GELESENEMPFOHLEN

64 Interessante Neuerscheinungen

52 60

TAGEBUCH

65 Menschen und Events

65 In Memoriam

ÜBERBLICK

66 Termine und Kontakte

Spenden

Bitte verwenden

Sie den beiliegenden

Zahlschein!

IHRE SPENDE IST

STEUERLICH

ABSETZBAR

2

DIE MALTESER 1/2020


EDITORIAL

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Leserinnen und Leser,

die Zeit vor dem Osterfest, das höchste christliche Fest im

Jahr, ist traditionell die Zeit des Fastens. Das Fasten gilt als

Vorbereitung, als Bereitmachen für die Auferstehung und für

das Leben. Im herkömmlichen Sinn nehmen wir Fasten als

ein Verzichten wahr. Wir schränken uns ein – für eine gewisse

Zeit jedenfalls. Und merken: Wir kommen auch gut ohne das,

was wir vorübergehend weglassen, aus.

Vielleicht wollen wir auch nach Ostern und für den Rest des

Jahres bestimmte Gewohnheiten, eingefahrene Perspektiven

und Meinungen loslassen und uns dadurch Platz für eine neue

Sicht auf Christus, den Herrn, unseren Glauben, das Leben

und die Menschen um uns herum schaffen?

In manchen Ländern sind das die einfachsten Grundbedürfnisse

wie Essen und Trinken, medizinische Versorgung, sicheres

Wohnen und wärmende Kleidung. In anderen Fällen sind

es immaterielle Dinge, die uns selbst in reichen Ländern wie

Österreich immer häufiger zu fehlen scheinen. Ich meine damit

die Begegnung mit Gott im Gebet und mit den Menschen,

das sich für andere Zeitnehmen, das ihnen Zuhören, das für

Kranke und Bedürftige Dasein und ihnen einen Herzenswunsch

Erfüllen.

Was wäre denn unser Herzenswunsch? Sobald wir darüber

nachdenken, merken wir sehr rasch, dass materielle Werte

stark in den Hintergrund rücken. Dafür werden uns Gesundheit,

Geborgenheit, Liebe, Glaube, die Familie und besondere

Freunde wichtig. Wenn sich unsere ehrenamtlichen Malteser

auf den Weg machen, um einem schwerkranken Menschen

einen Herzenswunsch zu erfüllen, dann geht es genau um

diese immateriellen Werte. Müssen wir erst den Moment des

Krankseins, des Bedürftigseins erleben, um uns selbst und

Gott in uns zu entdecken?

In dieser, durch das Corona Virus (Covid-19) für uns alle

herausfordernden Fastenzeit, wünsche ich Ihnen und Ihren

Familien in erster Linie Gesundheit. Helfen wir alle zusammen

und halten wir uns an die Vorgaben und Maßnahmen der

österreichischen Bundesregierung um die Ausbreitung des

Virus zu verlangsamen. Gesundheit, Gemeinschaft und

Dankbarkeit bekommen in diesen Tagen einen neuen

Stellenwert. Beten wir in Stille für unsere Familien, Freunde

und Bekannte. „Lassen wir zu, dass Gott uns in dieser Zeit

zeigt, was wirklich wichtig ist.“

Norbert Salburg-Falkenstein

Prokurator

IMPRESSUM

Medieninhaber: Souveräner Malteser-Ritter-Orden (Malteserorden),

Großpriorat Österreich, 1010 Wien, Johannesg. 2,

Telefon: 01/512 72 44, E-Mail: presse@malteser.at

Chefredaktion: Katharina Stögner Mitarbeiter bzw. Autoren

dieser Ausgabe: Eugenio Ajroldi, Marianna Balfour, Henriette

Blanckenstein, Michael von Brauchitsch, Evelyn Brezina, Christian

Fritzsche, Petra Ganneshofer, Ulrich Glaunach, Petra Hellmich, Anne

Hensel, Pia Hornung, Caroline Hungerländer, Bartolomäus Khevenhüller-Metsch,

Fra‘ Gottfried Kühnelt-Leddihn, Stefanie Lanzdorf,

Jan Ledóchowski, Georg Male, Richard Mischak, Stefan Pichler, Udo

Thianich-Schwamberger, Richard Steeb, Peter Stellnberger, Verena

Trentini, Michaela Vogl, Manuel Weinberger, Susanne Wick, Elena

Rumpf-Zafra. Text und Lektorat: Edith Holzer, Thomas Fisher.

Fotos: BKA/BMASGK/Regina Aigner, shutterstock Tony Baggett ID:

423061429, BMEIA_Eugénie Berger, Tobias Bosina, Evelyn Brezina, Mario

Habenbacher, Jürgen Hammerschmid JH, Paul Haring, Christoph Hopf,

MALTESER/ Wagner Hubert J., Ripix (rpx.at) Hütter, Institut für Ehe

und Familie (IEF), Carina KarlovitsHBF, Chris Lendl, Malaika Media/

Malteser International, Mariana Perone, NLK Pfeiffer, shutterstock

PhotoKozyr ID: 1515673766, iStock Sasiistock ID: 966784256,

Valentina Walderdorff

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige

Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet.

Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei

Geschlecht. Gestaltung: Karin Mayer-Fischer, werbeproduktion.at

Druck: Druckerei Robitschek, Schlossgasse 10–12, 1050 Wien.

Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Berichterstattung

über nationale und internationale Tätigkeiten des SMRO und

seiner Werke sowie religiöse, karitative und soziale Fragen aller Art.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge müssen nicht der Meinung der

Redaktion entsprechen. Redaktionsschluss: März 2020

DIE MALTESER 1/2020 3


IMFOKUS

ICH MÖCHTE NOCH EIN LET

Träume und Wünsche bekommen eine ganz andere Dimension, wenn Menschen wissen, dass sie nicht mehr lange zu

leben haben. Mit ihrem neuen Dienst „Herzenswunsch“ helfen die MALTESER, solche Träume wahr werden zu lassen.

Anna wollte so gerne die Hochzeit ihrer Tochter miterleben

dürfen. Doch aus eigener Kraft wäre das für die Hospiz-Patientin

nicht mehr möglich gewesen. Anna konnte

sich nicht einmal mehr selbst ankleiden, geschweige denn

ihre Tochter zum Altar führen. Kurzerhand sprangen die

Malteser ein. Liebevoll halfen sie Anna beim Anziehen,

frisierten und schminkten sie und machten es ihr in ihrem

Rollstuhl bequem. Ein Medikamentenautomat sorgte

dafür, dass Anna keine Schmerzen hatte. Sie sollte den

schönsten Tag im Leben ihrer Tochter möglichst uneingeschränkt

miterleben dürfen.

Das Beispiel von Anna ist nur eines von vielen. Wenn Menschen

wie Anna wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben

haben, dass sie zu alt, zu gebrechlich oder zu krank sind

und dass ihnen die Mittel und die Hilfe fehlen, um sich

ihren Herzenswunsch noch einmal zu erfüllen, dann bekommen

diese Wünsche eine ganz neue Bedeutung. Diesen

einen (letzten) Herzenswunsch, der den Menschen oft

alles bedeutet, möchten wir erfüllen.

Ein letztes Mal glücklich sein

Im Rahmen des neuen Dienstes „Malteser Herzenswunsch“

organisieren die Malteser nach Möglichkeit

Ausflüge zu einem beliebigen Wunschort innerhalb von

Österreich. Für den Ausflug geeignete Fahrzeuge – bei Bedarf

auch bestens ausgerüstete Krankenwägen – bringen

die Gäste dorthin, wo sie allein nicht mehr hinkommen.

Auf diese Weise können schwer kranke oder hochbetagte

Menschen Abschied nehmen, noch einmal genießen oder

sich einfach noch einmal fühlen wie früher – am Ort ihrer

Von Manuel Weinberger

Kindheit, bei ihrer Familie, bei Freunden. Begleitet werden

sie auf ihrer Fahrt durch speziell ausgebildete ehrenamtliche

Helfer, die für die erforderliche, auch medizinische,

Betreuung sorgen – wie im Fall von Herrn und Frau Juro.

Einmal nach Bad Ischl zu fahren und auf den Spuren

von Kaiserin Elisabeth zu wandeln, das war der Herzenswunsch

des Grazer Ehepaares. Was für gesunde Menschen

nach keiner großen Sache klingt, war für Herrn Juro aufgrund

seiner schweren Erkrankung nahezu ein Ding der

Unmöglichkeit. Also machten sich die Malteser mit Herrn

Juro und seiner Frau auf den Weg. Dieser führte sie, quasi

als Krönung, in die Kaiservilla, wo das Paar auf das Herzlichste

empfangen wurde. Exklusiv erhielten Herr und

Frau Juro Einblick in das Leben des Kaiserpaares von damals.

Danach folgte ein Bummel durch die Stadt, nach dem

Mittagessen ein Besuch der Trinkhalle und selbstverständlich

ein Abstecher in die berühmte Konditorei Zauner.

Kraft tanken, um loslassen zu können …

Ganz anders, aber ebenso beglückend verlief die Erfüllung

des Herzenswunsches von Herrn Helmut. Nach Jahren

der Pflege zu Hause musste er auf eine Hospiz-Station

übersiedeln, denn die Pflege war für die Familie einfach

zu viel geworden und das Ende zeichnete sich ab. Gefragt

nach einem besonderen Wunsch notierte er sofort, dass

er gern noch einmal auf Urlaub fahren, noch einmal einen

Bauernhof, die Natur, die Berge sehen möchte. Doch

nicht nur die Organisation einer solchen Unternehmung,

auch ihre Kosten stellten das Heim und Helmut vor ein

großes Problem.

4

DIE MALTESER 1/2020


IMFOKUS

ZTES MAL ...

Dank der Initiative Malteser Herzenswunsch konnte Helmut

aber rasch ein Urlaub ermöglicht werden. Helmut

mobilisierte seine letzten Kräfte und genoss die Tage dort

in vollen Zügen. Und als der Urlaub allmählich zu Ende

ging, meinte Helmut, dass er nun sterben möchte.

Und tatsächlich: Am Tag, nachdem ihn die Malteser zurück

in sein Heim gebracht hatten, schlief er umsorgt von

Heimpflege und Palliativteam friedlich ein. Der Urlaub

war wirklich Helmuts letzter Herzenswunsch gewesen.

Noch einmal am Leben teilhaben

Pflegebedürftige Menschen haben, vor allem wenn sie in

Heimen betreut werden, oft nur noch wenig Kontakt zur

Außenwelt. Gerade dieser wäre aber besonders wichtig. Er

bringt Abwechslung in den meist eintönigen Alltag und

gibt den Betroffenen das Gefühl, noch am Leben teilhaben

zu können. So kann ein Ausflug nicht nur einen langgehegten

Wunsch erfüllen, sondern auch überaus positive

Auswirkungen auf den Gemütszustand haben – wie bei

Herrn Peter.

Nach einem Schlaganfall ist der Witwer seit zehn Jahren

an den Rollstuhl gefesselt und kann ohne fremde Hilfe

nirgendwohin. Oft erzählte der Pferdewirt aus seinem

früheren Leben – von der Zeit im Wald mit seinen geliebten

Noriker-Pferden, von der harten Arbeit der Holzbringung.

Und von seinem sehnlichsten Wunsch, noch einmal

an einem Zugpferdetreffen teilzunehmen, so wie er es früher

immer getan hat.

In einem von den Maltesern organisierten Auto und begleitet

von seiner Betreuerin konnte Peter seine Reise

zum großen Zugpferdetreffen in Breitenau am Hochlantsch/Steiermark

antreten. Dort wartete man bereits

auf ihn und begrüßte ihn als Ehrengast. „Ich fühl’ mich ja

wie der Bundespräsident“, strahlte Peter. Er traf viele gute

Bekannte, lange und intensive Gespräche über alte Zeiten

machten die Runde. Nach einem erfüllten Tag kehrte

Peter zufrieden und glücklich ins Heim zurück. „Er erzählte

noch tagelang von diesem Ausflug und zehrt noch immer

von diesem Erlebnis“, berichtet seine Betreuerin.

ANMELDUNG

Wann immer ein Herzenswunsch von schwer kranken

Menschen an uns herangetragen wird und der Wunsch

im Rahmen unserer Möglichkeiten liegt, erfüllen wir ihn.

Dazu sind wir natürlich auf das Engagement von Menschen

angewiesen, die uns ehrenamtlich unterstützen

und uns beim Planen und Durchführen helfen sowie auf

genauere Informationen, diesen Wunsch und die gesundheitliche

Situation des Wunsch-Kandidaten betreffend.

Der Malteser Herzenswunsch kann für jeden Fahrgast

nur einmal in Anspruch genommen werden. Wir bitten

darüber hinaus um Verständnis, dass Änderungen des

Gesundheitszustandes, die Auswirkungen auf die Transportfähigkeit

haben, zu einem Abbruch oder einer Stornierung

der Durchführung führen können.

Die Erfüllung des Herzenswunsches durch die Malteser

ist für den Fahrgast und eine Begleitperson kostenlos und

wird ausschließlich über Spenden finanziert. Wenn auch

Sie Herzenswünsche erfüllen möchten oder von jemandem

wissen, der einen letzten Herzenswunsch hat, wenden Sie

sich bitte per E-Mail an herzenswunsch@malteser.at.

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

DIE MALTESER 1/2020 5


RELIGIONAKTUELL

Wie Herzenswünsche in Erfüllung gehen

Ganz gleich, ob Kind, Jugendlicher, Erwachsener

oder alter Mensch. Ob noch einmal die Studienfreunde

besuchen, einmal noch am Stammtisch sitzen, an

der Hochzeit des Kindes teilnehmen oder noch einmal

auf den Berg, in den Tiergarten, ein Fußballspiel

miterleben oder die lieben Vorverstorbenen auf dem

Friedhof besuchen: Wenn jemand einen letzten großen

Wunsch hat, und der Transport für dessen Erfüllung

aus gesundheitlichen, finanziellen oder organisatorischen

Gründen unmöglich scheint, springen

die Malteser gerne ein.

SPENDEN

Das Projekt Malteser Herzenswunsch wird ausschließlich

durch Spenden finanziert und von ehrenamtlichen

Maltesern durchgeführt. Um auch weiterhin

vielen schwer kranken und hochbetagten

Personen gegen Ende ihres Lebens einen letzten Herzenswunsch

erfüllen zu können, sind wir auf Ihre Hilfe

angewiesen.

Wenn Sie Herzenswünsche mit Ihrer finanziellen Unterstützung

möglich machen wollen, dann freuen wir

uns über Ihre Spende. Sie helfen uns damit, Träume

wahr werden zu lassen!

Online spenden: www.malteser.at/spendeform

Kontoverbindung bei der Erste Bank:

Malteser Hospitaldienst Austria

IBAN: AT65 2011 1800 8087 0800,

BIC: GIBAATWWXXX, „Herzenswunsch“

Weitere Informationen:

www.herzenswunsch.org

#PRAYFORAUSTRIA

PRAY FOR AUSTRIA

Manchmal braucht auch die Politik „Hilfe von oben“. Wer sie

unterstützen möchte, kann dies auf dem traditionellen Weg

tun oder – ganz modern – über das Internet.

Die private Initiative Pray for Austria hat eine Plattform

ins Leben gerufen, über die Menschen das Vertrauen

und die Hoffnung in Österreich über ihre Gebete stärken

können. Ziel ist es, Gott in die Politik einzuladen

und sich unter seine Führung und seinen Segen zu stellen

– nicht nur in Zeiten von Koalitionsverhandlungen.

Den Segen Gottes kann auch eine bestehende Regierung

gut gebrauchen. Themen wie der Klimaschutz, ein faires

und wertschätzendes Miteinander und die aufrichtige

Zusammenarbeit unter den Politikern aller Parteien

werden unsere Zukunft maßgeblich prägen.

Auf unserer Website ist es möglich, einen Politiker, für

den man beten möchte, auszuwählen oder den Zufallsgenerator

bestimmen zu lassen. Derzeit sind auf der

Plattform mehr als 1.300 aktive Betende registriert.

Vielleicht möchten Sie der oder die Nächste sein?

prayforaustria.at

© iStock Sasiistock ID: 966784256

6

DIE MALTESER 1/2020


RELIGIONAKTUELL

SMARTES BETEN FÜR DEN WELTFRIEDEN

Mit dem elektronischen Rosenkranz, der sich wie eine Smart-Watch am Handgelenk trägt, will die katholische Kirche junge

Menschen zum Beten motivieren.

Von Katharina Stögner

„Click To Pray eRosary“ heißt das digitale Gadget in

Form eines Perlenarmbandes mit Kreuz. Es wird um das

Handgelenk gelegt und aktiviert, indem der Träger ein

Kreuzzeichen damit macht. Über Bluetooth synchronisiert

sich der eRosary mit einer kostenlosen App, deren

Audio-Guide personalisierte Bilder und Texte zum Rosenkranz-Gebet

beinhaltet. Die App ist für Android 5.0

und ab iOS 9.0 in den Sprachen Englisch, Spanisch und

Italienisch erhältlich. Das Rosenkranz-Armband selbst

besteht aus Obsidian- und Hämatit-Perlen und kostet

rund 100 Euro.

thematische Gebete, die jährlich aktualisiert werden.

Ist das jeweilige Gebet aktiviert, zeigt die App auf dem

Smartphone den Fortschritt der sogenannten Rosenkranz-Geheimnisse

an und zählt die insgesamt absolvierten

Gebete.

Nähere Informationen: http://bit.ly/smartbeten

Traditionell, kontemplativ oder thematisch

Mit diesem Tool bewegt sich die katholische Kirche am

jugendlichen Puls der Zeit. „Junge Menschen können

dadurch leichter das traditionelle Gebet zur Gottesmutter

Maria erlernen“, zeigte sich Frédéric Fornos, Erfinder

des eRosary und Leiter des internationalen Gebetsnetzwerks

des Papstes, das auch monatliche Gebetsvideos

produziert, überzeugt. Der Benutzer kann entweder das

traditionelle Gebet mit den fünf sogenannten Gesätzen

beten, einen eher kontemplativen Rosenkranz oder

DIE MALTESER 1/2020 7


RELIGIONAKTUELL

© shutterstock PhotoKozyr ID: 1515673766

„DAFÜR INVESTIERE ICH MICH“

Braucht Kirche modernes Unternehmertum mit entsprechender Medienarbeit? Soll sie auch in den sozialen Medien

vertreten sein? Unbedingt, meint Patrick Knittelfelder von der HOME Mission Base Salzburg.

Medien und Glaube – was haben diese beiden

Dinge gemeinsam?

Patrick Knittelfelder: Sehr viel, wenn man einen Blick

in die Heilige Schrift wirft: Der Glaube kommt durch das

Hören der Verkündigung in den Synagogen und Tempeln,

auf den Straßen, an Brunnen und Marktplätzen. Es wurden

Briefe geschrieben, es wurde in Stadien gepredigt.

Die Apostel haben bereits das ganze Medienrepertoire

ihrer Zeit genutzt und

„Kirche ist ein fantastischer Ort, an dem

fantastische Menschen Fantastisches tun.

Und wenn wir das heute nicht so empfinden,

dann ist es Zeit zum Handeln.“

Patrick Knittelfelder

bespielt. Das sollten wir

ihnen nachmachen und

die komplette Bandbreite

nützen, die uns

heute zur Verfügung

steht. Das beginnt bei

den klassischen Printmedien und geht über das Fernsehen

und Radio bis ins Internet zu den sozialen Medien,

YouTube-Videos, Blogs und Podcasts.

Was ist in der Medienarbeit für den Glauben am

wichtigsten?

Unabhängig davon, ob sie analog, digital oder – am besten

– in beiden Varianten erfolgt: Sie muss stringent sein

im Sinne des Prinzips: „You know, what you get.” Christen

und die Kirche haben so viele Antworten auf so viele Themen.

Unser Job ist es zu überlegen, wie wir diese relevan-

Von Udo Thianich-Schwamberger

ten Antworten auch so vermitteln können, dass sie bei

den Menschen ankommen. Wenn ich die Medienarbeit zu

stark künstlich aufbereite, baut sich ein Image auf, dem

das Produkt nicht standhalten kann. Preise ich etwas, das

schon ein wenig verstaubt oder sehr schwierig und sperrig

zu kommunizieren ist, über die modernen Medien als

das „coolste und smarteste Ding, das es überhaupt gibt“

an, komme ich schnell in Schwierigkeiten, weil das Versprechen,

das hier gegeben

wurde, nicht zu halten ist.

Welche Bedeutung haben

moderne Medien in der

Verkündigung?

Sie spielen eine große Rolle.

Aber moderne, hauptsächlich digitale Medien allein sind

nicht die Lösung. Ein Psychologe hat einmal gesagt, dass

wir in unserer digitalen Welt auch „analoge Sehnsuchtsorte“

brauchen. Niemand hat eine derart ausgeprägte

Kernkomptenz in analogen Sehnsuchtsorten, wie die

Kirche sie hat. Um sie ins rechte Licht zu rücken, um sie

für mehr Menschen sicht- und erlebbar zu machen, ist

Medienarbeit – digital und analog – erforderlich.

Tut die Kirche genug, um die verfügbaren Medien

bestmöglich einzusetzen?

8

DIE MALTESER 1/2020


RELIGIONAKTUELL

Leider nein. Wir brauchen nach wie vor dringend ein passendes

Image – allerdings nicht über eine Imagekampagne,

sondern über eine Imagekorrektur. Wir als Kirche

sind viel besser, als die Menschen da draußen glauben.

Viele Menschen halten die Kirche nicht mehr für

zeitgemäß …

… weil ein Teil der Kirche den Zeitgeist verteufelt. Wenn

es nach diesem Teil der Kirche geht, dürfen wir nichts

ändern, weil das Alte ohnehin so gut ist. Dann frage ich:

Was war denn in den alten Zeiten so gut? Und: Von welcher

Zeit reden wir überhaupt? Hier empfehle ich einen

Blick in die Kirchengeschichte.

Es gibt auch die andere Seite der Kirche …

… die viel größer ist als die zuvor genannte. Diese Seite

sagt: „Wir müssen mit der Zeit gehen und uns anpassen.

Wir müssen das Lehramt antasten und unsere Sexualmoral

anschauen et cetera.“ Auch davon halte ich wenig.

Mein Ansatz ist ein urbiblischer Zugang: Wir sollten aufhören,

mit oder gegen den Zeitgeist zu gehen, sondern

den Zeitgeist selbst bestimmen und gestalten. Das ist

das, was Christen seit 2.000 Jahren machen. Kirche war

immer am Puls der Zeit, Kirche war der Zeitgeist.

Wo liegt dann das Problem?

Das Urprinzip des Christseins ist die Jüngerschaft, doch

dieses System ist über die Jahrhunderte immer mehr

verblasst. Es gibt einige ganz große Ausnahmen – zum

Beispiel Ignatius von Loyola mit seinen Exerzitien – und

eine Reihe von Heiligen, die das Jüngerschaftsthema aufgegriffen

haben. Aber in der Kirche generell findet man

dieses Thema, den Gedanken der Gemeinschaft und deren

Entwicklung, heute kaum mehr.

Was ist Dein „Rezept“, um die Menschen wieder an

die Gemeinschaft heranzuführen?

Ich gebe ihnen Zeit, um in die Gemeinschaft hineinzuwachsen.

So gibt es bei uns in Salzburg zuerst eine Sonntagsschule,

danach geht es in einen frei gestalteten Wortgottesdienst.

Anschließend teilt sich die Versammlung:

Der Teil, der mit der Eucharistie vertraut ist, zieht in eine

Kirche und feiert dort. All jene, die nicht mit der Eucharistie

vertraut sind, haben eine vertiefende Gebetszeit.

Danach kommen alle zu einem gemeinsamen Mittagessen

zusammen.

Du bist Ehemann, Familienvater, Unternehmer,

Malteserritter. Woher kommen dein Interesse

und Deine Kraft für dieses Thema, Dein Fokus auf

Verkündigung?

Ich war mein Leben lang Unternehmer, ich habe Geld

verdient, Geld verloren und ich liebe es, Projekte umzusetzen

und auszuprobieren. Dann kam der Augenblick,

wo ich begonnen habe, schlecht zu schlafen und mir die

Frage zu stellen, ob das denn wirklich alles sein kann im

Leben. Ich bin zu einem Nein gekommen und habe angefangen,

mich für andere Menschen zu engagieren. Es gibt

viele Jüngerschaftsprogramme auf der Welt, aber kaum

katholische. Ein solches Programm haben wir mit der

HOME Mission Base Salzburg entwickelt und aufgebaut.

Wie geht Unternehmertum mit dem Glauben zusammen?

Es braucht Menschen, die groß denken, die Unternehmenserfolge

haben, die wissen, wie Unternehmen funktionieren.

Es braucht diese christlichen Entrepreneure, die

vorausgehen und sagen: Lasst uns diesen großen Schatz,

den wir haben, in die nächste Generation hinüberbringen.

Dafür brennt mein Herz und dafür investiere ich mich.

Zum Abschluss die Frage aller Fragen: Was braucht

die Kirche, damit sie sich verändert?

Da antworte ich mit Mutter Theresa: „Es beginnt bei Dir

selber.“ Die Gesellschaft heute sucht verzweifelt nach so

etwas wie Kirche, aber sie erkennt nicht, dass sie direkt

vor ihrer Nase steht.

Patrick Knittelfelder

ist Unternehmer und

Geschäftsführer der

HOME Mission Base

Salzburg. Nähere Infos:

home-salzburg.com

DIE MALTESER 1/2020 9


VORBILDER

EIN LEBEN IN

GESUNDHEIT UND

WÜRDE FÜR ALLE

In Gedenken an Florence Nightingale anlässlich ihres

200. Geburtstags erklärte die Weltgesundheitsorganisation

(WHO) das Jahr 2020 zum Jahr der professionell

Pflegenden und Hebammen.

Von Susanne Wick

Florence Nightingale gilt als Pionierin der modernen

Krankenpflege. Sie wurde am 12. Mai 1820 in Florenz geboren

und wuchs wohlbehütet auf dem Gut ihrer Eltern,

einer wohlhabenden Familie, in der Nähe von London

auf. Florence erhielt eine hohe Allgemeinbildung und

verfügte über ausgezeichnete Fremdsprachenkenntnisse.

Ihre ersten Erfahrungen

im Bereich der Krankenpflege

sammelte sie bei

der Betreuung von Mitgliedern

ihrer Familie.

Als 1837 eine Grippe-

Epidemie in Südengland

ausbrach, widmete sie sich

über Monate intensiv der

Versorgung der Erkrankten. Sie sah in diesem Engagement

ihre Berufung, und trotz massiven Widerstandes

ihrer Eltern entschied die tief religiöse Florence, ihr Leben

ganz der Krankenpflege – als „christliche Liebestätigkeit

am Nächsten“ – zu widmen.

Das Erfordernis einer pflegerischen

Grundausbildung

Auf Grund von mangelhaft oder nicht ausgebildeten

Personals und katastrophalen hygienischen Zuständen

wiesen die Krankenhäuser in England zur damaligen

Zeit sehr hohe Sterberaten auf. Nightingale erkannte die

Notwendigkeit einer pflegerischen Grundausbildung und

absolvierte in der Folge Praktika und Ausbildungen an

Krankenhäusern in England, Deutschland und Frankreich.

In den Hilfswerken des Malteserordens in

Österreich kümmern sich hochqualifizierte

Pflegefachpersonen im mobilen und stationären

Bereich um die Gesundheit und das Wohlbefinden

von pflegebedürftigen Klienten – ganz im

Sinne der Pionierin der modernen Pflege,

Florence Nightingale.

Während des Krimkriegs leitete sie im Auftrag der britischen

Regierung eine Gruppe von Krankenschwestern,

die Soldaten in einem türkischen Krankenhaus betreuten.

Hier fand sie unzumutbare Zustände vor und kämpfte

für verbesserte Hygienemaßnahmen, Ernährung und

Versorgung der Verwundeten mit sauberer Wäsche und

Kleidung. Sie selbst erkrankte

am Krimfieber

und rang viele Monate um

ihr Leben.

1856 kehrte Nightingale

schwer angeschlagen, aber

als Nationalheldin gefeiert,

nach Großbritannien

zurück. Trotz körperlicher

Erschöpfung wirkte Nightingale an der Reform des Sanitätswesens

der Armee mit und veröffentlichte ihr Standardwerk

„Notes on Nursing“ („Bemerkungen zur Krankenpflege“),

das weltweit Aufsehen erregte.

Wichtige Hygienemaßnahmen

1860 wurde die Nightingale School of Nursing am Londoner

St. Thomas’ Hospital eröffnet. Dort wurde das

Nightingale’sche Ausbildungsmodell umgesetzt. Es sah

vor, dass Berufsanfänger durch erfahrene Pflegepersonen

und nicht durch Ärzte unterrichtet wurden. Schwerpunkt

der Ausbildung war die Beachtung der Hygiene. Nightingale

vertrat die Ansicht, dass die meisten Krankheiten

durch Sauberkeit, richtige Lüftung und angemessene Ernährung

geheilt werden können.

10

DIE MALTESER 1/2020


VORBILDER

Für ihre Leistungen in der Krankenpflege war Florence

Nightingale unter anderem von Queen Victoria mit dem

Royal Red Cross ausgezeichnet worden. 1907 nahm sie

König Edward VII. als erste Frau in den Order of Merit

auf. Sie starb 1910 im Alter von 90 Jahren in London.

Neben Florence Nightingale prägen Klöster und ihre

Schwestern (Nurses) die Entwicklung der Pflegeberufe.

Da die Krankenpflege zu einer der wesentlichen Aufgaben

der weiblichen geistlichen Orden, der Ordensschwestern,

gehörte, bildete sich der Begriff Krankenschwester heraus,

der im 20. Jahrhundert, lösgelöst von dem religiösen

Kontext, eine offizielle Berufsbezeichnung wurde.

Ein gesellschaftlich geachteter Beruf

Florence Nightingale hat nicht nur Ausbildungsstandards

festgelegt, sondern auch wesentlich dazu beigetragen,

dass sich die Krankenpflege zu einem gesellschaftlich geachteten

und anerkannten Beruf für Frauen – und mittlerweile

auch Männer – entwickelt hat. Weltweit sind

Pflegefachpersonen und Hebammen ein fundamentaler

Teil der Gesundheitsversorgung und machen die Hälfte

der Gesundheitsfachpersonen aus. In vielen Ländern

sind sie oft die einzig überhaupt erreichbaren Fachpersonen

und übernehmen damit in der medizinischen Grundversorgung

der Bevölkerung eine tragende Funktion.

Schätzungen gehen davon aus, dass bis 2030 weltweit ein

Mangel an neun Millionen Pflegefachpersonen und Hebammen

herrschen wird.

Die WHO fordert daher die Regierungen weltweit explizit

dazu auf, in die Ausbildung und in bessere Arbeitsbedingungen

für Pflegefachpersonen und Hebammen zu

investieren. Ein Mangel an solchem Personal würde dazu

führen, dass die nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable

Development Goals, SDGs) aus der UN-Agenda

2030 nicht zu erreichen sind. Das betrifft nicht nur direkt

gesundheitsbezogene Ziele, sondern auch jene wie etwa

das Ziel zur „Bekämpfung von Armut“ sowie „nachhaltige

wirtschaftliche Entwicklung“ oder auch „Zugang zu sanitären

Anlagen“.

Gesundheit als Grundrecht

Die Bruderschaft vom Hospital vom Heiligen Johannes

in Jerusalem, aus der der Malteserorden entstand, war

der erste Orden der Kirche, der sich der Krankenpflege

widmete. Seit seinen Anfängen setzt er sich für ein Leben

in Gesundheit und Würde für alle Menschen als Grundrecht

ein und kommt diesem Auftrag heute weltweit in

120 Ländern nach. In Fortführung der jahrhundertealten

Tradition der Pflege kümmern sich hochqualifizierte Pflegefachpersonen

in den Krankenhäusern des Ordens, in

mobilen Einheiten und medizinischen Einrichtungen um

Patienten jeder Herkunft, jeden Alters und jeder Religion.

Die Gesundheit des Menschen steht immer im Mittelpunkt

der Arbeit. Diese fördert der Orden ganzheitlich,

indem er nicht nur für funktionierende Gesundheitsstrukturen

sorgt, sondern sich auch in den für die Gesundheitsvorsorge

zentralen Bereichen wie Ernährung,

Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) für Verbesserungen

in den betroffenen Ländern einsetzt.

© shutterstock Tony Baggett ID: 423061429

Informationen im Internet:

http://bit.ly/whocampaigns

http://bit.ly/2020lazarus

DIE MALTESER 1/2020 11


LEBENSWERT

HERAUS-

FORDERUNG

FAMILIE

In Zeiten der Krise und des Wandels brauchen Familien ein offenes Ohr und kompetente Unterstützung. Sie sollten

sich nicht scheuen, beratende Hilfe zu suchen – etwa beim Institut für Ehe und Familie (IEF).

Von Petra Ganneshofer

Katholische Ehepaare streben nach einem besonders erfüllten,

gelingenden Ehe- und Familienleben. Viele stellen

dabei hohe Ansprüche an sich. Doch auch sie sind

vor den Schwierigkeiten, die das Zusammenleben in der

Familie mit sich bringen kann, nicht gefeit und erleben

schwierige Situationen. Dabei können sich schon kleine

Alltagssorgen zu großen Problemen auswachsen.

Krisen sind ganz normal

Warum scheuen diese Ehepaare davor zurück, professionelle

Hilfe zu suchen? Warum meinen sie, aufgrund

ihres Glaubens alle Herausforderungen im Leben allein

bewältigen zu müssen oder schämen sich sogar dafür,

wenn „ausgerechnet bei ihnen“ etwas nicht rund läuft?

Es ist ganz normal, wenn auch diese Ehepaare einmal

innerlich vor einer „Sackgasse“ stehen, vom Leben erschöpft

und frustriert sind, es in ihrer Ehe „kriselt“, die

Kinder zu „entgleisen“ scheinen und selbst der Rat guter

Freunde nicht weiterhilft.

Für Paare, die ihre Kommunikation verbessern wollen,

die merken, dass es in ihrer Ehe nicht mehr so rund läuft

wie früher, oder die „schlicht und einfach nicht mehr

weiterwissen“, ist der katholische Beratungsdienst am

Institut für Ehe und Familie (IEF) da. Das IEF ist eine

Einrichtung der Österreichischen Bischofskonferenz,

die in den Bereichen Familienberatung, Familienpastoral

und Familienpolitik tätig ist. Unsere BeraterInnen

stärken Einzelpersonen, Ehepaare und Familien auf

Basis des christlichen Menschenbildes. Die Beratung

ist vertraulich, anonym, kostenlos und bei Bedarf sogar

online möglich (www.ief.at/online-beratung).

Paarberatung als Friedensarbeit an der ganzen

Familie

Oft helfen schon wenige Gespräche mit dem IEF, um

den „Knoten zu lösen“, um Impulse zur Bewältigung des

Problems zu geben, um zu ersten kleinen Veränderungen

zu führen, die in der Familie nach und nach Großes

bewirken. Natürlich hilft dabei auch der Glaube. Gerade

gläubige Paare empfangen viel Kraft im Ehesakrament.

Doch frühkindliche Belastungen oder Generationenkonflikte

können den Heilungsweg als Paar behindern.

Das Paar muss sich erst von diesem „unbewältigten Gepäck“

befreien. Als angehende Therapeutin und Leiterin

des Beratungsdienstes am IEF weiß ich, wie sehr Paarberatung

hilft, Unbewältigtes zu klären, zu verarbeiten

und loszulassen. Die Paarberatung ist Friedensarbeit an

der ganzen Familie.

„Care Management“ in speziellen Situationen

Bei außergewöhnlich kritischen Lebensumbrüchen –

wenn etwa Kinder mit besonderen Bedürfnissen die

Familie fordern oder werdende Eltern nach einem positiven

pränatalen Befund plötzlich überfordert sind

– hilft unser spezielles „Care Management“ (www.ief.

at/care-management). Es unterstützt mit umfassender

juristischer Beratung. Auch in Fortbildungen wird ein

gezieltes Empowerment der Eltern betont, damit Kinder

sicher gebunden aufwachsen und beeinträchtigte

Kinder bedarfsorientierte Hilfe erfahren (www.ief.at/

ief-fortbildung-2020).

Lassen Sie sich helfen! Wir sind gerne für Sie da!

Institut für Ehe und Familie: www.ief.at/beratung

12

DIE MALTESER 1/2020


LEBENSWERT

DAMIT NIEMAND

„IN DER LUFT HÄNGT“

MALTESER Care organisiert die fachlich kompetente

Pflege und Betreuung im eigenen Zuhause. Wie außerordentlich

professionell und einfühlsam dieses Service

läuft, zeigt uns ein Lokalaugenschein. Wir begleiten

Case- und Care-Managerin Mirna Kapetanovic zu einer

Klientin.

Von Christian Fritzsche

In der Früh geht es los, im wendigen Caddy von Malteser

Care. Frau Kapetanovic hat die Zieladressen ihrer

Klienten im Navigationssystem des Autos auf Abruf

bereit. Und so fahren wir entspannt durch den Frühverkehr

zum ersten Termin. Dieser führt uns zu Evelyn

Brezina. Sie ist 42 Jahre alt und leidet an der Glasknochenkrankheit.

Seit diese Krankheit bei ihr festgestellt

wurde – Frau Brezina war damals noch ein Kind – musste

sie 30 Mal operiert werden, weil wieder ein Knochen

gebrochen war.

Als wir bei Frau Brezina eintreffen, hat ihre 24-Stunden-

Betreuerin unsere Klientin bereits „mobilisiert“, will heißen,

sie ist fertig für den Tag und sitzt im elektrischen

Rollstuhl, den sie selbstständig mit der rechten Hand

durch die Wohnung steuert. An der Wohnungstür werden

wir von der Betreuerin herzlich begrüßt und ins

Zimmer geführt. Die Atmosphäre ist hell und freundlich,

alles ist sehr sauber und aufgeräumt. Frau Brezina,

die uns im Rollstuhl entgegenfährt, freut sich sichtlich

über unseren Besuch. Wir bekommen Getränke angeboten,

und dann wird gleich drauflosgeplaudert.

Fotografieren als Therapie

Bald entdecke ich an der Wand einen Fotokalender für

2020. Ein Werk, auf das Frau Brezina mit Recht stolz ist:

Sie hat alle Fotos selbst geschossen. Auf den einzelnen

Kalenderblättern sehe ich stimmungsvolle Aufnahmen,

die gut zur jeweiligen Jahreszeit im Kalender passen.

Wir dürfen den Kalender Blatt für Blatt anschauen und

bewundern. Auf diese Weise erfahren wir von Ausflügen,

oder besser: kleinen Expeditionen mit dem elektrischen

Rollstuhl, die Frau Brezina gemeinsam mit ihrer Betreuerin

bei gutem Wetter in der Stadt unternimmt.

Dabei hat sie dann das Handy in der linken Hand – ihrer

Kamera-Hand – und steuert mit der Rechten den elektrischen

Rollstuhl, bis sie das passende Motiv im Kasten

hat. Wieder zu Hause, wählt sie die besten Motive aus,

stellt den Fotokalender online zusammen und schickt

das Resultat an die Druckerei, die daraus den Wandkalender

herstellt. All das macht sie am Smartphone und

hat dabei große Freude.

Hilfe im gewohnten Leben

Im Laufe des Gesprächs erfahre ich auch davon, dass die

Eltern von Frau Brezina, die sie bislang immer unterstützt

haben, seit einiger Zeit leider selbst schwer erkrankt sind.

Damit „hängt Frau Brezina aktuell in der Luft“ und hofft

auf anderweitige Unterstützung, ohne die sie sich das gewohnte

Leben in ihrer Wohnung nicht wird leisten können.

Nach gut eineinhalb Stunden – die Zeit ist wie im Flug

vergangen – verabschieden wir uns von Frau Brezina und

ihrer Betreuerin. Zum Abschied bekomme ich den Wandkalender

als Geschenk mit, was mich besonders freut.

DIE MALTESER 1/2020 13


„DIE LINKE IST MEINE KAMERA-HAND“

Evelyn Brezina liebt es, zu fotografieren und sich über die sozialen Medien im Internet mit ihren Freunden auszutauschen.

Und damit sie sich mit ihrer Betreuerin besser unterhalten kann, hat sie Slowakisch gelernt. Ein Gespräch mit einer beeindruckenden

und besonders sympatischen Frau.

Von Katharina Stögner

Frau Brezina, im Internet auf Instagram gibt es

tolle Fotos von Ihnen zu sehen. Wie ist es dazu

gekommen?

Ich habe schon mit zehn Jahren meine erste Olympus-

Kamera geschenkt bekommen und damals alles geknipst,

was mir über den Weg gelaufen ist. Fotografie war also

schon immer meine große Leidenschaft. Heute erfüllt sie

auch einen therapeutischen Zweck. Die Freude an den

Bildern treibt mich immer wieder an, aus dem Haus zu

gehen – auch wenn es mir nicht ganz so gut geht. Über

meinen Instagram-Account kann ich die Welt aus meiner

Perspektive zeigen, aus dem Rollstuhl.

vieren, aber ohne Erfolg. Mit sieben Jahren bin ich aus

dem Bett gefallen und habe mir einen Oberschenkel gebrochen.

Das war der Beginn meines Leidenswegs. Fehldiagnosen,

Fehlentscheidungen und eine Aneinander-

Wie hat Ihre Krankheit begonnen?

Ich war zunächst ein ganz gesundes Kind. Bis zu meinem

sechsten Lebensjahr habe ich alles gemacht und mitgemacht,

was Kinder in dem Alter so tun. Mit der Einschulung

hat es dann begonnen. Ich war immer sehr müde,

wollte nicht gehen, nicht aus dem Haus. Die Eltern dachten,

ich wäre faul und versuchten mich ständig zu moti-

14

DIE MALTESER 1/2020


LEB LEBENSWERT

kettung unglücklicher Umstände haben dazu geführt,

dass ich seit meinem achten Lebensjahr im Rollstuhl

sitze.

Was genau war die Problematik?

Nach dem Sturz aus dem Bett war ein Bein um zehn Zentimeter

kürzer. Das hat das andere Bein belastet und die

Arme, weil ich mit Krücken gehen musste. Mit der Zeit

machte sich die Problematik meiner Glasknochenkrankheit

an unzähligen Stellen bemerkbar. Die Folge waren

unzählige Krankenhausaufenthalte und Liegegipse, die

meine Muskeln immer mehr geschwächt haben. Bruch

auf Bruch folgte.

Wie waren die Reaktionen in der Schule?

Während meiner ganzen Schulzeit war ich das einzige

Kind im Rollstuhl. Meine Mutter brachte mich täglich

zur Schule und holte mich ab. Sie zog den Rollstuhl mit

mir drin die vierzehn Stiegen immer wieder hinauf und

hinunter. Erst einige Jahre nachdem ich das Gymnasium

längst abgeschlossen hatte, wurde ein Lift eingebaut. Es

war eine unglaubliche Belastung für meine Mutter und

bedeutete eine enorme Abhängigkeit für mich. Deshalb

habe ich meinen Wunsch aufgegeben, nach der Matura

auch noch zu studieren. Ich konnte und wollte meine

Mutter nicht noch weiter beanspruchen.

Sie haben stattdessen eine Berufsschule besucht …

Ja, ich habe einen einjährigen Maturantenkurs der Berufsschule

für Versicherungskaufleute absolviert. Den

Beruf konnte ich allerdings nicht ausüben. Ich hätte zumindest

21 Jahre alt sein oder bereits über zwei Jahre

Berufspraxis verfügen müssen. Beides war nicht der Fall.

Meine Jobsuche verlief daher ergebnislos, bis ich über

Freunde die Möglichkeit bekam, mich beim Roten Kreuz

vorzustellen. Dort hat es dann mit einem Job geklappt,

und einige Jahre später zog ich allein in eine Gemeindewohnung,

dabei war mir das Rote Kreuz auch behilflich,

wofür ich sehr dankbar bin.

Wie sind Sie da zurechtgekommen?

Einerseits unterstützten mich meine Eltern – vor allem

finanziell. Andererseits hatte ich eine Heimhilfe und

Pflege. Die wurde leider notwendig, da sich mein gesundheitlicher

Zustand schon bald nach dem Einzug sehr verschlechtert

hatte. Nach einem sehr langen Krankenstand

und zwei Operationen war dann klar, dass ich nicht mehr

in meinen Job zurückkann. Ich war berufsunfähig und

musste in Pension gehen.

Vier Jahre lang konnte ich immerhin noch hin und wieder,

wenn ich gerade keine Schmerzen hatte, ehrenamtlich

für das Rote Kreuz tätig sein.

Wie war der weitere Krankheitsverlauf?

In Summe hatte ich bis heute über 80 Brüche und

30 Operationen. Die Knochen haben sich immer weiter

zurückgebildet, sodass diverse Nägel und Schrauben, die

im Zuge der Operationen in die Knochen eingebracht

oder zur Befestigung verwendet wurden, immer wieder

Probleme verursachten und entfernt oder erneuert werden

mussten. Meine Oberschenkelknochen sind mittlerweile

nur noch wenige Millimeter dick. Jede Operation

ist höchst kompliziert. In sehr dünne Knochen eine

Schraube zu bohren, ist für jeden Arzt eine gruselige

Herausforderung.

Mit einer solchen Erkrankung länger zu verreisen,

ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit …

Es ist einmal gelungen. Das Rote Kreuz hat für mich einen

Flug nach London organisiert. Ich weiß bis heute

nicht, wie die Kollegen das geschafft haben. Neun Sitze

LESETIPP

In ihrem Buch beschreibt E.

Brezina ihre Entwicklung

vom gesunden Kind zur erwachsenen

Frau. Sie möchte

zeigen, dass sie sich als

behinderte Frau in ihrer

Gefühlswelt nicht von

„Gesunden“ unterscheidet.

Das im Novumverlag

erschienene Buch soll helfen,

Barrieren abzubauen

und ein leichteres Aufeinanderzugehen

ermöglichen.

DIE MALTESER 1/2020 15


LEBENSWERT

wurden aus dem Flugzeug ausgebaut, damit ich liegend

transportiert werden konnte. Mein Bruder hat mich begleitet.

Es war einfach unglaublich.

Wie sieht Ihr Alltag heute aus, Frau Brezina?

Es beginnt alles mit einem „Tagesverfassungs-Check“.

Ist es ein guter oder ein schlechter Tag? Wie fühle ich

mich? Habe ich Schmerzen? Dann kommt es darauf an,

ob es regnet oder schneit, denn bei Glatteis, Kälte und

Nässe wird es mit dem Rollstuhl schwierig bis unmöglich,

auch weil ich die Kälte nicht vertrage. Wenn es mir

gut geht und das Wetter passt, bin ich aber gerne zum

Fotografieren unterwegs.

Welche Rolle spielen Freunde für Sie?

Sie sind meine Lebensgrundlage. Über eine liebe

Freundin ist zum Beispiel der Kontakt zu Malteser

Care entstanden und ich konnte das Glück erfahren,

so kompetente, einfühlsame und professionelle Hilfe

durch meine Pflegerinnen zu bekommen. Dann sind da

noch die Freundschaften aus meiner Zeit beim Roten

Kreuz. Ein Kollege von damals ist ein besonders guter

Freund geworden. Ansonsten halte ich Kontakt zu

Freunden, die auf der ganzen Welt verstreut leben. Ich

bin über die sozialen Medien mit ihnen in Verbindung

und telefoniere auch viel. Ich bin so dankbar für diese

Freundschaften und für all die Menschen, die mir

immer weitergeholfen haben. Durch sie bin ich zu der

Überzeugung gekommen, dass alles, was geschieht –

egal, wie schlimm es einem im jeweiligen Moment erscheint

– irgendwann auch etwas Gutes in sich birgt.

Es hat einfach alles einen Sinn, auch wenn wir ihn

nicht sofort erkennen können.

Sind Sie ein religiöser Mensch, Frau Brezina?

Durchaus! Zu meinem 40. Geburtstag hat mir ein besonderer

Freund einen Kurzurlaub nach Salzburg geschenkt.

Da sind wir unter anderem auf den Gaisberg

gefahren. Das war ein derart eindrucksvolles Erlebnis.

Die Aussicht hat mich vollkommen überwältigt. Da

habe ich Gott sehr nahe gespürt. In einer Gruppe feiere

ich auch einmal pro Jahr eine Hausmesse zu Weihnachten.

Das ist unbeschreiblich – ein totaler Energieboost.

Meine Bilder sind auf Instagram zu sehen:

vienna_wheelchair_view und evelynbrezina

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DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

AKTUELLES AUS

ÖSTERREICH

ZWEITER VISITING DAY IN WIEN – Zahlreiche Betreute wurden besucht. Das Programm war jeweils individuell angepasst,

der Nachmittag ist für alle im Nu verflogen. Es freuen sich schon alle auf den nächsten Visiting Day im Herbst.

TAG DER SPIRITUALITÄT in Heiligenkreuz

DIE MALTESER 1/2020 17


AKTUELLES AUS DEM BEREICH

WIEN

Das WIENER SICHERHEITSFEST 2019 wird von den 40 Organisationen des Wiener K-Kreises, darunter auch die

Malteser, getragen. Ein weltweit einzigartiger Zusammenschluss von beruflichen und freiwilligen Einsatzorganisationen,

Magistratsabteilungen und Dienstleistungsunternehmen.

Ausflug in das TECHNISCHE MUSEUM

Eine Gruppe Malteser durfte im Hotel Imperial LEBKUCHENHÄUSER BAUEN und verzieren. Es war ein besonders

lustiger Nachmittag und alle waren sehr stolz auf ihre Kunstwerke. Ein herzliches Dankeschön an das Hotel Imperial, das

die Lebkuchenhäuser gesponsert hat.

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DIE MALTESER 1/2020


AKTUELLES AUS DEM BEREICH

WIEN

MALTESERÖSTERREICH

HERBSTAUSFLUG zur Heiligen Messe in der Wallfahrtsbasilika Maria Taferl. Danach ging es weiter zum Renaissanceschloss

Schallaburg zur Führung durch die sehr interessante Ausstellung „Der Hände Werk“ .

DIE MALTESER 1/2020 19


Malteser Ambulanzdienst beim Graz-Marathon 2019

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

STEIERMARK

Malteser waren bei Graz Engagiert vertreten.

WEIHNACHTSFEIER 2019 im Refektorium des Priesterseminars

NIKOLOJAUSE 2019

Traditionelle HERBSTWALLFAHRT NACH MARIATROST – drei Mal wurde auf der Strecke mit Gebet und Gesang

Andacht gehalten. Bei der Basilika angekommen, konnten wir in der prachtvoll geschmückten Erntedankkapelle gemeinsam

die Heilige Messe feiern.

20

DIE MALTESER 1/2020


RETTUNGSSANITÄTER-PRÜFUNG

FORTBILDUNG und praktische Übung

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

SALZBURG

EINKLEIDUNG DER AUSBILDUNGSGRUPPE

Anschließend wurde noch gekürzt und gebügelt :)

PFLEGEWOCHENENDE der Ausbildungsgruppe

Neugestaltete BEREICHSZENTRALE

Malteens FANTASY-ABEND im Literaturhaus

DIE MALTESER 1/2020 21


Betreute und Malteser waren zum „WINTERZAUBER“-

KONZERT von Eva Lind in die Bachschmiede eingeladen.

Beim KEKSE-BACKEN waren Alt und Jung gut vertreten

und begeistert am Werk.

WEIHNACHTSLIEDERABEND

von Alexandra und Marius mit Jause in der Bereichszentrale

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

SALZBURG

Der NEUJAHRSCOCKTAIL hat das neue

Malteser-Jahr 2020 eingeläutet.

Die Ausstellung 2020 wurde auf 2021 verschoben!

Wer ist

DER

MANN

auf dem Tuch?

Eine Spurensuche

AUSSTELLUNG

7. Mai bis 20. Juni 2021

Krypta der Karmelitenkirche

4020 Linz, Landstraße 33

22

DIE MALTESER 1/2020

www.turinergrabtuch.at


DER ERSTE IMBERG TALK mit über 30 Personen war ein großer Erfolg. Ein gemütliches Beisammensein in unserer

Bereichszentrale, bei dem auch Ausbildungskandidaten den Bereich und die Malteser besser kennenlernen konnten.

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

SALZBURG

WEIHNACHTSSINGEN bei den Barmherzigen Brüdern

WEIHNACHTSFEIER

mit Geschenken für die Armutsreisenden

ADVENTFEIER MARIA PLAIN – Stimmungsvolle und gelungene Adventfeier. Ein großes Dankeschön an Erzabt

Korbinian, der die Heilige Messe zelebriert hat, an Familie Moßhammer, die uns wie jedes Jahr herzlich aufgenommen

und ausgezeichnet verköstigt hat und an alle helfenden Hände, die dieses Fest erst möglich gemacht haben!

DIE MALTESER 1/2020 23


XXXXX

Der Malteser Vinzibus in Innsbruck – Hilfe für Obdachlose und Hilfsbedürftige. Die Malteser vorsorgen an drei Stellen

in Innsbruck ihre Gäste mit einem warmen Essen und Brot, warmem Tee oder Saft.

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

TIROL/VORARLBERG

Am Tag vor dem 3. Adventsonntag begingen die Malteser in Tirol

ihre WEIHNACHTSFEIER. Trotz unseres unterbesetzten

Fuhrparks gelang es uns, zahlreichen FreundInnen die Teilnahme

zu ermöglichen. Nach der Heiligen Messe in der Pfarrkiche

Kranebitten gab es ein selbst zubereitetes Festmahl. Den Abend

ließen wir stimmungsvoll mit Adventliedern ausklingen. Ein

herzliches Danke an alle, die uns an diesem Nachmittag/Abend

Zeit geschenkt haben!

Wie jedes Jahr haben die Malteser in Tirol zusammengefunden,

um im kleinen Kreis im Innsbrucker

Bretterkeller zu TÖRGGELEN. Das fünfgängige

Menü (Speckplatte, Kiachl, Gerstlsuppe, Krustenbraten

mit Kraut und Knödel, Kiachtagskrapfen

und Kastien) sättigte uns nachhaltig.

24

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

AKTUELLES AUS DEM BEREICH

TIROL/

VORARLBERG

Gemeinsame ADVENT-WALLFAHRT der Delegation Bozen/Südtirol

und der Delegation Tirol/Vorarlberg nach Maria Trens

Die Malteser zu BESUCH BEI LANDESHAUPTMANN Günther Platter,

AM TAG DER OFFENEN TÜR (26. Oktober 2019), gleichzeitig war der

Bereich Tirol/Vorarlberg am Nationalfeiertag auch auf dem Landhausplatz

beim Informationsstand der Rettungsgesellschaften vertreten.

MONATSMESSE in Vorarlberg mit

der Gemeinschaft der Zisterzienser

des Klosters Mehrerau-Wettingen

DIE MALTESER 1/2020 25


WIEN: Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Ehefrau Doris Schmidauer, die damalige Bundeskanzlerin

Brigitte Bierlein, Parteivorsitzende der NEOS Beate Meinl-Reisinger, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Dompfarrer Anton

Faber, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten

Alexander Schallenberg, Bezirksvorsteher der Inneren Stadt Markus Figl

26

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

STRASSENSAMMLUNG

Die Malteser bitten um Spenden für die Sozialdienste in

Österreich und die Betreuung von Menschen mit Behinderung,

Alten, Kranken und Obdachlosen.

Wie jedes Jahr gibt der Bundespräsident mit seiner Erstspende

den Auftakt für die Malteser Straßensammlung in Wien. Unsere

Straßensammlungen zählen zu den wichtigsten Finanzierungsquellen

der Malteser in Österreich. Ein herzliches Vergelt’s

Gott für die Unterstützung!

Salzburg

Steiermark

Tirol

Tirol: Georg Willi, Bürgermeister von Innsbruck

Franz Gruber, Vizebürgermeister von Innsbruck

Josef Geisler, Landeshauptmann-Stellvertreter

DIE MALTESER 1/2020 27


WENN EIN TRAUM WIRKLICHKEIT WIRD

Die MALTESER lassen nichts unversucht, um Herzenswünsche von bedürftigen Menschen zu erfüllen. Dazu richten

sie auch schon einmal eine Charitygala aus, um Spenden zu sammeln – zum Beispiel in Graz.

Von Peter Stellnberger

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer hatte eingeladen,

alle waren sie gekommen. Rund 350 Festgäste

zählte der 19. Benefizabend des Souveränen Malteser-

Ritter-Ordens Mitte November 2019 in der Aula der

Alten Universität in Graz – unter ihnen Landesrat

Ökonomierat Johann Seitinger, Bischof emeritus Egon

Kapellari, Bischofsvikar Heinrich Schnuderl, Stadtrat

Kurt Hohensinner, Frau Landeshauptmann a. D.

Waltraud Klasnic und Konsulin Edith Hornig.

Aber warum wirft man sich freiwillig in Schale, zwängt

sich in ein langes Abendkleid, trägt einen unbequemen

Frack? Wenn es um die gute Sache geht, stellen sich diese

Fragen nicht. Man tut es einfach, denn der Erlös des

Abends – rund 30.000 Euro – kommt der rein ehrenamtlichen

Arbeit der Malteser in der Steiermark zugute.

Die engagierten Helfer der österreichweit größten

Freiwilligenorganisation stellen damit Unglaubliches

auf die Beine. So erfüllen sie z.B. Herzenswünsche im

Rahmen des gleichnamigen Projekts der Malteser. Dabei

wird alten, gebrechlichen oder unheilbar kranken

Menschen ihr innigster Wunsch erfüllt, den sie aus eigener

Kraft oder eigenen Mitteln nicht verwirklichen

können.

Ein erfüllter Herzenswunsch: Einmal noch zum

Heurigen

Zum Beispiel im Fall von Konstantin. Der junge Grazer

war nach seiner Matura zum Studieren nach Wien

gekommen. Dann erhielt er die Diagnose Darmkrebs –

mit einer Restlebensdauer von weniger als einem Jahr.

Daraufhin kehrte Konstantin nach Graz zurück. Dort

vermisste er seine Freunde sehr und wünschte sich

nichts sehnlicher, als noch einmal mit ihnen in Wien

zum Heurigen zu gehen.

Das Malteser-Herzenswunsch-Team machte es möglich.

Ein Rettungswagen – Konstantin konnte über die

längere Strecke nur liegend transportiert werden und

benötigte Infusionen – brachte den jungen Mann mit

seinen Eltern nach Wien. Dort wurde er von seinen

Freunden in Empfang genommen. Gemeinsam ging es

28

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

zu einem Heurigenpicknick,

im Anschluss noch zu einer

kleinen Lokalrunde am Donaukanal.

Am Abend wurde

Konstantin müde, aber überglücklich

nach Graz zurückgefahren.

Mehr zum MALTESER Herzenswunsch

ab Seite 4 in diesem Heft.

Kleine Dinge mit großer

Wirkung

Beim Herzenswunsch-Projekt

der Malteser geht es nicht um

Großes oder Spektakuläres

in der Anmutung. Es sind oft

sehr kleine Dinge, die jedoch

großartig in ihrer Wirkung für

die Betroffenen sind. Damit

diese kleinen Dinge umgesetzt

werden können, braucht

es Hilfe – und finanzielle Unterstützung.

Da kommt ein

Benefizabend mit Galadinner

von Genuss by Edler’s,

einer Benefiztombola, einer

Mitternachtsquadrille geleitet

von Tanzlehrerin Claudia

Eichler und eleganter musikalischer

Umrahmung durch

das Grazer Salon orchester

gerade recht.

Allen Unterstützern und Gästen

des Abends sagen wir ein

herzliches „Vergelt’s Gott!“.

Mit den großzügigen Spenden

können nun viele weitere

Herzenswünsche in Erfüllung

gehen.

www.malteser.at/was-wirtun/herzenswunsch/

MALTESERORDEN

STAATSBESUCH IN

DEUTSCHLAND

Als Zeichen des diplomatischen Wirkens des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens

traf Großmeister Fra’ Giacomo Dalla Torre Mitte Oktober 2019 mit dem deutschen

Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und Bundestagspräsident Wolfgang

Schäuble zusammen.

Von Eugenio Ajroldi

Der offizielle Besuch des Großmeisters des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens in

Deutschland fand im Rahmen eines umfassenden Programms statt. Nach einem Treffen

mit dem Apostolischen Nuntius in Berlin, Nikola Eterović, wurde Fra’ Giacomo Dalla

Torre von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Schloss Bellevue empfangen.

Dies war der erste offizielle Besuch eines Großmeisters des Souveränen Malteser-

Ritter-Ordens in Deutschland nach der Aufnahme diplomatischer Beziehungen

im Oktober 2017. „Sie repräsentieren einen kleinen Staat, aber ein Großreich der

Nächstenliebe. Es ist ein sehr alter Staat, aber einer, der getragen wird von einer

ewig jungen, lebendigen Idee”, sagte Bundespräsident Steinmeier in seiner Willkommensrede

und lobte das bedeutsame Engagement des Malteserordens mit seinen

vielen Hilfsprogrammen für die am stärksten Benachteiligten.

Flüchtlingshilfe mit österreichischer Beteiligung

„Es ist mir eine große Freude, den ersten offiziellen Besuch des Souveränen

Malteser-Ritter-Ordens in Deutschland anlässlich des 30. Jahrestages des Falls

der Berliner Mauer zu machen. Dies ist auch ein sehr wichtiges Datum für die Beziehungen

zwischen Deutschland und dem Orden, der damals, 1989, die ersten

Flüchtlinge aus Ostdeutschland, die auf ihre Einreise nach Österreich warteten, in

Budapest aufnahm”, sagte Fra’ Giacomo Dalla Torre.

Der diplomatische Staatsakt endete mit einem Besuch im Bundestag, wo der Großmeister

in Begleitung von Großkanzler Albrecht Boeselager und dem Großhospitalier

Dominique de La Rochefoucauld-Montbel von Bundestagspräsident Wolfgang

Schäuble empfangen wurde. Zentrale Themen des Treffens waren Fragen der Migration

sowie die Rolle religiöser Organisationen bei der Friedensförderung. Der

Großmeister veranschaulichte einige der wichtigsten Aktivitäten des Malteserordens

im Nahen Osten, wie zum Beispiel in Syrien, Irak, Libanon und Palästina.

DIE MALTESER 1/2020 29


MALTESERÖSTERREICH

WENN DIE SALZBURGER

MIT DEN WIENERN …

Die Gruppe der Salzburger MALTESER in Wien mag Wien und die Wiener, denen das „Grantige“ nachgesagt wird. Deshalb

sind sie auch so gerne in der Bundeshauptstadt, wo sie als MALTESER aktiv sind, ihre Ausbildung und ihren

persönlichen Ursprung, haben die meisten von ihnen jedoch in Salzburg. Mit Salzburg immer noch stark verbunden

organisieren sie oftmals gemeinsame Aktivitäten mit den Salzburger MALTESERN.

Von Pia Hornung und Stefan Pichler

Das hat manchmal zur Folge, dass Dienste besonders

früh beginnen. Wie der Ausflug zum Schloss Laxenburg

beispielsweise. Nach einer kurzen, bequemen Bahnfahrt

erreichten wir das Schloss Laxenburg, dort wurden wir

von einem Bummelzug abgeholt. Während der Zugfahrt

konnten wir einen ersten Eindruck von der weitläufigen

Parklandschaft gewinnen. Unser Zug endete an der Fähre,

mit der wir den Schlossteich überquerten und unser

Ziel – die Wasserburg oder auch „Franzensburg“ – erreichten.

Nach einem Erkundungsgang durch die Burg mit Führung

durch den Habsburgersaal, den Waffensaal und

den Lothringersaal mit wunderschönen Glasmalereien

und Kunstgegenständen brachte man uns ins Verließ

– freilich nur zur Besichtigung. Danach gab es eine

kleine Jause im Restaurant Café Meierei auf der Burg.

Am Rückweg spazierten wir noch durch den Schlosspark

und genossen die Sonnenstrahlen dieses wunderschönen

Herbsttages.

Fortbildung in Erster Hilfe

Gerne nahmen wir das Angebot zur Fortbildung und Auffrischung

in Sachen Erste Hilfe in der Malteser-Zentrale

des Bereichs Wien wahr. Wir konnten wichtige Tätigkeiten

wie Wiederbelebungsmaßnahmen, Einsatz des

Defibrillators, Stillen von starken Blutungen und Anlegen

eines Druckverbands sowie Anwenden der richtigen

Transportgriffe ausgiebig üben.

Gemeinsamer Austausch

Last, but not least, traf sich unsere Gruppe mit den Wienern

bei einem gemeinsamen Gruppenabend. Unter sehr

reger Beteiligung konnten wir die aktuellen Dienste und

Veranstaltungen im Bereich Salzburg und im Bereich

Wien besprechen, aufeinander abstimmen und zu aktiven

Diensten sowie zur Teilnahme am Sommerfest im

Juni 2019 im Schloss Arenberg motivieren. Im August

trafen sich unsere Gruppen ein weiteres Mal im beliebten

Wiener Glacis-Beisl zur Planung eines Sonderdienstes

und weiterer Aktivitäten.

So macht Zusammenarbeit Spaß!

30

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

IHRE SPENDE SCHENKT SICHERHEIT!

MALTESER Care zählt seit November 2019 zu den spendenbegünstigten Organisationen in Österreich. Damit sind

Spenden, die ab dem Stichtag 6. November 2019 an MALTESER Care geleistet wurden, steuerlich absetzbar.

Für Schicksalsschläge oder plötzlich eintretende Lebensveränderungen,

zum Beispiel durch eine schwere Erkrankung

oder Unfälle, gibt es leider kein Frühwarnsystem.

Immer wieder stehen Menschen deshalb plötzlich und

vollkommen unerwartet vor Krisensituationen und pflegerischen

Herausforderungen für sich, ihre Familien oder

Freunde. In zahlreichen Fällen haben die Betroffenen keine

finanziellen Ressourcen, um die hohen Zusatzkosten, die

bei einer akuten Pflegebedürftigkeit entstehen, abdecken

zu können. Besonders tragisch sind die Fälle von Familien,

die plötzlich erfahren, dass ihr Kind an einer schweren Erkrankung

leidet. Für sie bricht zunächst eine Welt zusammen,

denn die Betreuung eines pflegebedürftigen Kindes

oder eines Jugendlichen zu Hause stellt die ganze Familie

vor enorme Aufgaben und sehr hohe Belastungen.

Von Susanne Wick

oder eine Entlastungspflege für einen pflegenden Angehörigen,

der bereits selbst am Ende seiner Kräfte angelangt

ist.

„Wir erleben in solchen Fällen bei den Betroffenen immer

wieder das Gefühl der Hilfslosigkeit, gepaart mit

Verzweiflung, Erschöpfung, Angst und der riesigen Last

des finanziellen Drucks. Diese Menschen wissen oft nicht

mehr ein und aus. Um dann schnell und unbürokratisch

reagieren zu können, benötigen wir finanzielle Unterstützung.

Mit Spendengeldern können wir den Betroffenen

wieder Sicherheit geben, sie können neuen Mut fassen

und zu Kräften kommen, um weiterzumachen und nach

vorne zu blicken“, sagt Helmut Lutz, Geschäftsführer von

Malteser Care.

Rasche und kompetente Hilfe

Malteser Care betreut und unterstützt seit vielen Jahren

Familien, in denen es Fälle von chronischen Erkrankungen

und schweren Behinderungen gibt und wo einfach

eine professionelle und einfühlsame Pflege notwendig

ist. Damit diese Hilfe möglich ist, benötigen wir Spendenmittel

– etwa für die Anschaffung spezieller Heilmittelbehelfe

und Rollstühle, Treppenlifte, die barrierefreie

Adaptierung des Badezimmers, einen dringend benötigten

Rehabilitationsaufenthalt nach einer Chemotherapie

Steuerlich absetzbar

Damit Ihre Spende an Malteser Care nicht nur den Betroffenen

hilft, sondern auch Ihre finanzielle Belastung

reduziert wird, haben wir uns um die steuerliche Absetzbarkeit

der Spendengelder bemüht. Seit November 2019

zählt Malteser Care zu den spendenbegünstigten Organisationen

in Österreich. Nutzen Sie bitte diese Chance

– spenden Sie für Bedürftige und verringern Sie damit

gleichzeitig Ihre eigene steuerliche Belastung!

Mehr Informationen: www.malteser.care

Mit Ihrer Hilfe können wir

… Kinder in schweren Krisensituationen

sicher betreuen

… Familien mit schwer kranken

Kindern, zu Hause entlasten

… Betroffene und deren

pflegende Angehörige

unterstützen

IHRE SPENDE SCHENKT SICHERHEIT!

Schenken Sie jenen Menschen Sicherheit die plötzlich und vollkommen unerwartet vor

Krisensituationen und pflegerischen Herausforderungen für sich oder ihre Familien stehen.

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MALTESER Care GmbH

1040 Wien, Margaretenstraße 22/3

Telefon: +43 1 361 97 88, E-Mail: office@malteser.care

MALTESER Care GmbH

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Ein großes Vergelt‘s Gott und ein

herzliches Dankeschön für Ihre

Spende!

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Damit Ihre Spende automatisch vom Finanzamt berücksichtigt

werden kann und Sie sich selbst um

nichts weiter kümmern müssen, geben Sie bei der

Zahlung bitte Ihr Geburtsdatum und Ihren Namen

gemäß Meldezettel an. So kann Ihre Spende eindeutig

zugeordnet und die steuerliche Absetzbarkeit automatisch

berücksichtigt werden. Malteser Care sagt

herzlich DANKE!

MALTESER Care-Spendenkonto:

IBAN: AT50 1200 0515 8809 3019, BIC: BKAUATWW

DIE MALTESER 1/2020 31


SICHERHEIT DURCH QUALITÄT

MALTESER Care wurde im Oktober 2019 vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege

und Konsumentenschutz das Qualitätszertifikat ÖQZ 24 verliehen. Die Organisation zählt damit

zu den ersten 15 zertifizierten Anbietern in der 24-Stunden-Betreuung in Österreich.

Das ÖQZ 24 ist ein nach den Richtlinien des Sozialministeriums

und der Wirtschaftskammer Österreich

entwickeltes Qualitätszertifikat für die 24-Stunden-Betreuung.

Organisationen, die über dieses Zertifikat verfügen,

zeichnen sich im Vergleich zu anderen Anbietern

durch folgende Vorteile aus:

Die Bedarfserhebung vor Beginn einer Betreuung erfolgt

durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen.

• Während der laufenden Betreuung wird die Qualität

der Arbeit durch regelmäßige Pflegevisiten von dip-

Von Susanne Wick

lomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen

sichergestellt. Die Visiten finden mindestens einmal

im Quartal – bei höherem Pflege- und Betreuungsbedarf

entsprechend öfter – statt.

• Für etwaige Notfälle liegt ein klar definierter, umfassender

Notfallplan vor. Somit können alle Beteiligten

rasch reagieren. Im Verhinderungsfall der vermittelten

Personenbetreuer wird innerhalb von maximal

drei Tagen eine kompetente Vertretung organisiert.

Die zertifizierte Organisation kümmert sich um rasche,

nachhaltige Lösungen bei auftretenden Differenzen

zwischen der betreuten Person und den Betreuungspersonen.

• Transparenz in den Verträgen und Leistungen ist gewährleistet.

Die Rahmenbedingungen für die Tätigkeiten der Personenbetreuer

sind klar definiert.

Qualitätsvolle und stabile Betreuungssituation

Im Mittelpunkt der Richtlinien des Sozialministeriums

steht eine gelingende und stabile Betreuungssituation

für Klienten, Angehörige und Betreuungskräfte in Zusammenarbeit

mit den zertifizierten Organisationen.

Die zugrundeliegenden Leitwerte bilden mit den Ausübungs-

und Standesregeln für die Organisation von

32 DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

Personenbetreuung die Ausgangsbasis

des Qualitätsstandards.

Transparenz und Professionalität

Eine qualitäts-, personen- und serviceorientierte

Organisation achtet

auf die Ausgewogenheit der Interessen

zwischen Klienten, Angehörigen,

Betreuungskräften und der eigenen

Tätigkeit zum Wohle der betreuten

Person und zur Zufriedenheit aller

Beteiligten. Übernommene Verpflichtungen

werden nach den Grundsätzen

der Vertragstreue, Transparenz

und Professionalität erfüllt.

„Mit der Verleihung des ÖQZ-24-

Qualitätszertifikats sehen wir unsere

seit vielen Jahren qualitätsvolle und

bedürfnisorientierte Arbeit für unsere

Klientinnen und Klienten sowie

deren Angehörige und Familien eindrucksvoll

bestätigt. Das Zertifikat

ist eine Auszeichnung aller unserer

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

und gleichzeitig ein Auftrag, kontinuierlich

an der Erhaltung und Weiterentwicklung

der Qualität unseres

Angebots zu arbeiten“, freut sich

Helmut Lutz, Geschäftsführer von

Malteser Care.

Informationen zu MALTESER

Care: www.malteser.care

Informationen zur

Zertifizierung: www.oeqz.at

EIN SCHAUSPIEL

DER ANDEREN ART

Schnell ist man verleitet, sie als „organisierte Mafiabande“ abzutun.

Doch dass es auch ganz anders sein kann, hörte und sah man beim

„musikalischen Abend mit und über Roma“ am 20. November 2019 im

Schauspielhaus Salzburg.

Von Stefanie Lanzdorf

Der Sonderbotschafter des Ordens für Roma, Franz Salm-Reifferscheidt,

hatte eingeladen, um über die Lebensumstände der größten europäischen

Minderheit und über das Malteser-Projekt „Pauleasca“ zu informieren. Pauleasca

ist ein Dorf in Südrumänien. Seit zwei Jahren läuft dort unter der

Leitung von Anca Simu und Stefanie Lanzdorf ein Projekt zur lokalen Unterstützung

von Roma-Familien. Auf einem nun eigens angekauften Grundstück

wird demnächst ein Roma-Zentrum errichtet – das mittlerweile achte

der Malteser. Es bietet weiteren Roma-Familien mit ihren Kindern Perspektiven

für die Zukunft.

Tosender Applaus

Für die musikalische Umrahmung des außerordentlichen Abends im Schauspielhaus

sorgten 27 Romakinder mit 13 Lehrern aus dem ungarischen Musikprojekt

„Maltai Szimfonia“. Sie sind Teil jener rund 300 Romakinder aus

den Malteser-Zentren, die regelmäßig Musikunterricht erhalten und einander

immer wieder zu gemeinsamen Konzerten treffen. Bei ihrem Auftritt in

Salzburg erhielten sie tosenden Applaus von den Gästen – unter anderen von

Elisabeth Hintner, Bereichsleiterin des Malteser Hospitaldienstes Austria in

Salzburg, Erzabt Korbinian von St. Peter, Erzpriester Dimitru Vieziane von

der rumänisch-orthodoxen Kirche, Graf Winfried Henckel-Donnersmarck

von der Ordensregierung, Prinz Erich Lobkowicz, Präsident der deutschen

Assoziation des Malteserordens, Delegat Johannes Gruchmann-Bernau aus

Salzburg und Suzanne Harf, Protokollchefin der Salzburger Festspiele.

DIE MALTESER 1/2020

33


MALTESERÖSTERREICH

Salzburg

Wien

WELTTAG DER ARMEN

GANZ IM SINNE VON

PAPST FRANZISKUS

Anlässlich des dritten Welttags der Armen im November 2019 stellte der Souveräne Malteser-Ritter-Orden einmal

mehr sein eindrucksvolles Bemühen um die Hilfe für Bedürftige und den Dienst am Nächsten unter Beweis.

Familien, die gezwungen sind, ihr Land zu verlassen –

auf der Suche nach Existenzmöglichkeiten; Waisenkinder,

die ihre Eltern verloren haben oder durch brutale

Ausbeutung gewaltsam von ihnen getrennt wurden; junge

Menschen auf der Suche nach beruflicher Erfüllung,

denen der Zugang zu Arbeit durch eine kurzsichtige

Wirtschaftspolitik verwehrt wird; Opfer vieler Formen

von Gewalt, die bis in die Tiefe ihres Seins gedemütigt

werden: Auf all diese Menschen richtet Papst Franziskus,

und mit ihm der Malteserorden, seinen Blick.

Die mehr als 80.000 Ehrenamtlichen, die weltweit im

Namen der Malteser tätig sind, gehen in die Zentren

der Städte, um warme Mahlzeiten verteilen. Sie wirken

in den von Krieg und Dürre geplagten Regionen Afrikas

und des Nahen Ostens, wo die Malteser Krankenhäuser

und medizinische Hilfsprogramme betreiben. Sie sind

entlang der wichtigsten Migrationsrouten tätig, um

den auf Schutz Angewiesenen Hilfe zu geben“, so Mal-

teser-Großhospitalier Dominique de La Rochefoucauld-

Montbel anlässlich des Welttags der Armen.

Spielend gegen die Armut

Auch die österreichischen Malteser zeigten an diesem

symbolischen Tag, auf welch vielfältige Art sie das ganze

Jahr über Dienst am Nächsten tun. In Tirol etwa wurde

ein spezieller Kinonachmittag für Malteser und Betreute

in der Bereichszentrale organisiert. Passend zum Thema

ging es um eine – übrigens wahre – Erfolgsgeschichte

eines Mädchens aus Uganda. Das Mädchen wächst in

einem afrikanischen Slum auf, kann weder lesen noch

schreiben und verkauft Mais. Zufällig trifft sie dabei auf

eine Gruppe von Schachspielern. Das Mädchen entpuppt

sich als Schachtalent, wird zur Profi-Schachspielerin und

spielt sich Stück für Stück aus der Armut.

Nächstenliebe statt Hoffnungslosigkeit

In Wien waren die Malteser an zwei neuralgischen

34

DIE MALTESER 1/2020


Haus Malta

MALTESERÖSTERREICH

Haus Malta

Wien

Tirol

Wien

Punkten der Stadt unterwegs. Sie verbrachten den

dritten Welttag der Armen am Praterstern und am

Schwedenplatz gemeinsam mit Menschen, die nach Gemeinschaft

suchen. Oft sind es Obdachlose, Drogenabhängige,

Asylsuchende, Jugendliche ohne Perspektive,

von der Gesellschaft im Stich Gelassene, die an diesen

Plätzen nach etwas Geborgenheit und Miteinander suchen.

Mit Keksen, Tee und berührenden Gesprächen

konnten die Malteser diesen Menschen den Tag mit

etwas Nächstenliebe versüßen und ihnen ein Stück

Hoffnung geben.

Begleitung in Krankheit und Einsamkeit

In Salzburg lenkten die Malteser am Welttag der Armen

den Blick der Öffentlichkeit auf die Armut, die infolge

von Krankheit entstehen kann. Krankheit geht häufig

Hand in Hand mit Einsamkeit und Gleichgültigkeit

der Mitmenschen, oft sogar der eigenen Familie. Der

Malteser Besuchsdienst bei den Barmherzigen Brüdern

in Salzburg versucht diese Form der Armut zu lindern.

Regelmäßig besuchen die freiwilligen Helfer einsame

Patienten, hören ihnen zu, reden mit ihnen, nehmen

Anteil an ihrem Schicksal und können ihnen so etwas

von ihrer Angst und Sorge nehmen.

Neue Lebensfreude durch gemeinsame Aktivitäten

Die burgenländische Delegation der Malteser nutzte

den dritten Welttag der Armen dazu, die Bewohner des

Hauses Malta mit einer besonderen Kulturaktivität zu

überraschen: Sieben Bewohner mit ihren Betreuern und

ihrer Animateurin Sonja Katzberger konnten die prachtvolle

Ausstellung „Caravaggio & Bernini“ im Kunsthistorischen

Museum in Wien besuchen. Nach einer kurzen

Einführung zum Leben und Wirken der beiden Künstler

machten sich die Besucher auf den Rundgang durch die

Ausstellung. Alle waren hellauf begeistert von den lichtdurchfluteten

Darstellungen Caravaggios und den ausdrucksstarken

Skulpturen Berninis. Bei einer abschließenden

Jause im Museums-Café wurden die imposante

Architektur und Ausstattung des Museums bewundert.

Hashtag: #welttagderarmen

15. November 2020 ist der

diesjährige Welttag der Armen

DIE MALTESER 1/2020 35


MALTESERÖSTERREICH

DANKE, ANGELA!

WILLKOMMEN, TITA!

Beim MALTESER Betreuungsdienst hat der Wechsel von 2019 auf 2020 nicht nur ein neues Jahr, sondern auch eine

neue Leitung gebracht.

Von Manuel Weinberger

„Jedes Ende hat auch einen Anfang.“ Diese Einsicht

tröstet und schmerzt zugleich, je nachdem, an welcher

Stelle man sich gerade befindet. Am 4. Dezember 2019

beendete Angela Thierry ihre langjährige Tätigkeit als

Leiterin des Malteser Betreuungsdienstes (MBD) und

übergab die Aufgabe an Tita Andras. Tita ist seit vielen

Jahren aktives Mitglied des Dienstes, dessen Ziel es ist,

durch regelmäßige Besuche die Einsamkeit alter und

kranker Menschen ein wenig leichter zu machen und

Abwechslung in ihren Alltag zu bringen.

Den Malteser Betreuungsdienst gibt es seit 56 Jahren.

Er wurde 1964 von Gabrielle Thun-Hohenstein gegründet.

Ab 1978 übernahm deren Schwiegertochter Marilda

Thun-Hohenstein für 20 Jahre die Leitung. Schließlich

folgte Angela Thierry für weitere 21 Jahre. „Ich habe

diese Aufgabe mit großer Begeisterung erfüllt und dabei

für die mir anvertrauten Menschen viel erreichen können.

Auch für mich sind diese Jahre ein großer Gewinn

in menschlicher Hinsicht, ich konnte reifen und viel lernen“,

so Angela Thierry.

Zeit schenken, Zuhören, Zuwendung geben

Angela Thierrys wertvolle Tätigkeit wurde im Rahmen einer

Heiligen Messe mit abschließender feierlicher Übergabe

gewürdigt. Das besondere Wirken des Malteser Betreuungsdienstes

strich Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn

mit folgenden Worten hervor: „Ich habe lange gebraucht,

bis ich die wahre Bedeutung des Betreuungsdienstes begriffen

habe, bis mir klar wurde, dass Zeit schenken, Zuhören,

Zuwendung geben – diese drei „Z“ – die wichtigsten

Dienste am Mitmenschen sind.“

In Tita Andras wurde eine bestens geeignete Nachfolgerin

für Angela Thierry gefunden. Tita engagierte sich bereits

mit 13 Jahren im Rahmen der Apostolisch- Marianischen

Schönstatt-Bewegung in Chile im sozialen Bereich. 2014

begann sie mit der Ausbildung und Tätigkeit im Malteser

Palliativdienst, seit 2015 ist sie Mitglied des Malteser

Betreuungsdienstes. „Dem Nächsten in Liebe begegnen“

ist für Tita Andras selbstverständlich und jener Leitsatz,

nach dem sie persönlich sehr überzeugend lebt.

Liebe Angela, herzlichen Dank für Deine jahrelange,

unermüdliche Tätigkeit im Dienste des Nächsten!

Liebe Tita, willkommen in Deiner neuen Funktion –

alles Gute und Gottes Segen!

36

DIE MALTESER 1/2020


DER ARLBERG

DARF UNS NICHT TRENNEN

Von Verena Trentini

Nachdem unsere Delegation jenseits des Arlbergs erfreulichen

Zuwachs erhalten hat, war es jetzt für die Tiroler

Malteser hoch an der Zeit, den Kollegen im Ländle einen

Besuch abzustatten. Unter der Leitung von Verena

Trentini begaben sich neun von uns bei traumhaftem

Herbstwetter ins Nachbarbundesland, wo wir bereits in

Klösterle willkommen geheißen wurden.

Nach der Besichtigung der Kirche – übrigens dem letzten

Kirchenbau von Clemens Holzmeister – und einer

Führung durchs Heimatmuseum ging es über die Grenze

nach St. Gallen. Dort war für uns ein ausgedehnter Besuch

der Stiftskirche und der Stiftsbibliothek mit ihren

mittelalterlichen Schriften aus dem elften und zwölften

Jahrhundert organisiert.

Zeichen der Zusammengehörigkeit

Am nächsten Tag, dem Gedenktag unseres Ordensgründers,

wurden wir in der Zisterzienserabtei Mehrerau von

Abt Vinzenz und der Delegation der Ritter vom Heiligen

Grab von Jerusalem empfangen. Gemeinsam mit Mitgliedern

des Malteser Hospitaldienstes und Betreuten

feierten wir die Heilige Messe. Dabei hob der Abt in der

Begrüßung die Verdienste beider Orden hervor. Eine anschließende

Agape auf Einladung der Grabesritter gab

Gelegenheit für anregende Gespräche.

Diese Reise war ein wichtiges Zeichen für die Zusammengehörigkeit

der Delegation Tirol-Vorarlberg. Ein herzliches

Danke an Theresia und Bernhard Anwander für die

hervorragende und reibungslose Organisation!

DIE MALTESER 1/2020 37


MALTESERÖSTERREICH

MALTESER BETREUUNGSDIENST

BENEFIZABEND – MÜTTERLICHE BRIEFE UND

EIN LEISER ABSCHIED

Einen berührenden Gedankenaustausch stellen die „Geheimen

Briefe von Maria Theresia mit ihrer Tochter Marie

Antoinette“ dar, die von Schauspielerin Barbara Gassner

und ihrer Kollegin Karola Niederhuber im Haus Hofmannsthal

vorgetragen wurden. Musikalisch umrahmt

und begleitet wurde die spannende Lesung am Klavier

von unserem Ordensbruder László Kövi. Die Künstler

haben sich ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache

gestellt, dafür ein ganz herzliches Vergelt’s Gott.

Bundesleiterin Angela Thierry fand herzliche, wenn

auch wehmütige Begrüßungsworte, da es für sie ein leiser

Abschied in dieser Funktion war, denn im Dezember

2019 hat sie die Leitung an Nachfolgerin Tita Andras

übergeben. In einer spontanten „Laudatio“ von Botschafterin

i. R. Uta Mayer-Schalburg wurde der unermüdliche,

verdienstvolle Einsatz von Angela Thierry nochmals in

Erinnerung gerufen und durch einen großen Applaus unterstrichen.

Basenretreats

• 6 Übernachtungen im Schloss hotel Mailberg

• 7 Fastentage (Basensuppen, Gemüse- und Obstsäfte, Tees)

• 2x täglich Yogatraining (Hatha-Yoga und Yin-Yoga für Anfänger

und für Fortgeschrittene)

• 1x täglich Abendmeditation I Pranavama (Atemübungen)

38

DIE MALTESER 1/2020

www.schlosshotel-mailberg.at

FASTEN | YOGA | MEDITATION

Eine Auszeit für Körper, Geist und Seele

Juni: 21.06.– 27.06.

Juli: 28.06.– 04.07.

Aug.: 23.08.– 29.08.

Sept.: 13.09.–19.09.

Okt.: 11.10.–17.10.

2020

Basenretreat im

Schlosshotel Mailberg

Ab Euro 830 pro Person

Anmeldung unter

philippa@basenbox.at

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MALTESERÖSTERREICH

WARMES ESSEN UND HERZENSWÄRME

Dem Nächsten dienen: Schwester Paula macht es auf unwiderstehlich liebevolle Weise vor – Tag für Tag, Woche für

Woche, Jahr für Jahr. Ihr „Arbeitsplatz“ ist der Elisabethinen-Konvent in Wien.

Von Elena Rumpf-Zafra

Wien, dritter Bezirk. Am Eingang zur Ungargasse 3

hängt ein unscheinbares Schild mit der Aufschrift

„Elisabethbrot“. Dahinter versteckt sich die älteste Suppenküche

Wiens. Seit der Gründung des Elisabethinen-

Konvents in Wien im Jahr 1710 betreiben die Ordensfrauen

diese Einrichtung. Seit 2005 befindet sie sich am

aktuellen Standort.

Die Lebensmittel stammen allesamt aus großzügigen

Spenden. Eine Kooperation mit Supermärkten, eine

Partnerschaft mit einer Großküche und viele Einzelspenden

tragen dazu bei, dass das Elisabethbrot auch

weiterhin für viele Menschen in Wien ein Ort bleiben

kann, an den sie täglich gerne kommen, um sich zu stärken

und ein Stück Geborgenheit bei Schwester Paula zu

finden.

Schwester Paula ist seit vielen Jahren die gute Seele des

Elisabethbrots. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen

kümmert sie sich in vielen ehrenamtlich geleisteten

Arbeitsstunden um die Versorgung von bedürftigen

Menschen mit Speis und Trank. Dabei ist es Schwester

Paula ein großes Anliegen, die Gastfreundschaft hochzuhalten.

Und diese Gastfreundschaft wird täglich von

bis zu 80 Menschen gerne angenommen. Egal, aus welchem

Grund sie das kostenlose Essen brauchen, sie sind

herzlich willkommen.

Vom OP-Saal zum „Lieslbrot“

Schwester Paula ist im Februar 1960 von Linz nach Wien

ins Kloster der Elisabethinen übersiedelt. Es war, wie sie

sagt, immer schon ihr Wunsch, ihre Berufung, der Mission

zu dienen – und zwar in der Heimat. Um die Mission

zu leben, müsse man nicht erst ins Ausland. Auch in

Österreich gebe es genug zu tun. So war Schwester Paula

47 Jahre in Wien als geistliche OP-Schwester tätig und

hat gemeinsam mit ihrer Schwester Dominika 2005 eine

langjährige Tradition der Elisabethinen – das Elisabethbrot

– aufgegriffen.

An den Start des Elisabethbrots in der Ungargasse 3

erinnert sich Schwester Paula noch sehr gut. Damals

war entscheidende Hilfe von ihrem Chef und Oberarzt

gekommen, mit dem sie lange Zeit gemeinsam Dienst

im Operationssaal versehen hatte. Dieser Arzt feierte

seinen 50. Geburtstag und wollte anstelle von Geschenken

lieber Spenden für den Auf- und Ausbau des „Liesl-

DIE MALTESER 1/2020 39


ots“. Die Spenden fielen großzügig aus, und so konnte

Schwester Paula gemeinsam mit Schwester Dominika

– ihrer Ordensschwester und zugleich auch leiblichen

Schwester, die bei den Elisabethinen als Generaloberin

und Röntgenassistentin tätig war – mit dem „Lieslbrot“

starten.

Seither hat sich die Zahl derer, die Schwester Paula bei

ihrer täglichen Mission unterstützen, vervielfacht. So

beliefert zum Beispiel das Catering-Unternehmen Amon

Schwester Paula schon in zweiter Generation einmal pro

Woche mit rund 80 Portionen Mittagessen. Die Küche

des Herz-Jesu-Krankenhauses, umliegende Geschäfte

und Bäckereien stellen Brot, Aufstriche, Obst und vieles

mehr zur Verfügung. Somit gibt es täglich – bis auf

Mittwoch – für Menschen, die kein Dach über dem Kopf

haben oder sich keine warme Mahlzeit leisten können,

das Elisabethbrot. (Seit Jänner 2020 ist das „Lieslbrot“ an

Sonn- und Feiertagen geschlossen.)

Liebevoll und umsichtig

Es ist berührend, Schwester Paula bei der Zubereitung

der Mahlzeiten zuzusehen. Zwar darf sie bei Elisabethbrot

aus gewerberechtlichen Gründen nichts Frisches

kochen, doch die zugelieferten Essensportionen werden

regelmäßig mit frischem Obst ergänzt. Liebevoll teilt

Schwester Paula die köstlichen Früchte in gleich große

Portionen und füllt sie in fein säuberlich ausgewaschene,

wiederverwendbare Becher. Brote werden mit frischen

Gurken- und Paprikastückchen belegt und als Vorspeise

gemeinsam mit Obst angeboten. Danach gibt es ein warmes

Essen mit Beilage, dazu Wasser und Tee, anschließend

eine Mehlspeise.

Erst wenn der Magen voll ist, sich alle gut gewärmt und

erholt haben, lässt Schwester Paula ihre Gäste gehen. Viele

von ihnen nehmen sich aus dem Brotkorb noch etwas

mit, sodass sie abends zumindest trockenes Brot zu essen

haben, wenn sich keine andere Möglichkeit für ein „richtiges“

Abendessen findet.

Treue Kooperationspartner

Neben Essensspenden freut sich Schwester Paula über

Sach- und Geldspenden. Mit dem Gymnasium in Purkersdorf

gibt es zum Beispiel schon seit 1980 eine Kooperation.

Mit dem, was über diesen Weg gesammelt wird,

können dringend erforderliche Dinge für Obdachlose

angeschafft werden. Sie werden hübsch verpackt am

Heiligen Abend all jenen, die zum Elisabethbrot kommen,

als Weihnachtsgeschenk überreicht.

Die Gäste vom „Lieslbrot“ sind vorwiegend Männer, daher

wird vor allem Männerbekleidung benötigt – insbesondere

für den Winter. Jede wärmende, wasserabweisende

Jacke, jede Haube, jeder Schal, jedes Paar intakte Winterschuhe

sind mehr als willkommen. Solche Sachspenden

können jederzeit an der Pforte der Elisabethinen oder zu

den Öffnungszeiten beim „Lieslbrot“ in der Ungargasse

abgegeben werden.

Hilfe von den MALTESERN

Für jede Suppenküche benötigt Schwester Paula mehrere

Helfer. Sie stehen ehrenamtlich zur Verfügung. Einen Tag

pro Woche übernehmen die Malteser diesen Hilfsdienst.

Sie unterstützen bei der Zubereitung, bei der Essensaus-

40

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

gabe, beim Abwaschen und beim Aufräumen. Und natürlich

kommen sie bei diesen Tätigkeiten auch mit den Gästen

vom „Lieslbrot“ ins Gespräch. Sie hören ihnen zu, sie

trösten, sie geben ihren Gästen das Gefühl, dass hier ein

Platz für sie ist, an dem sie willkommen sind.

Schwester Paula hat während all der Jahre, die sie für das

Elisabethbrot arbeitet – Tag für Tag, Woche für Woche

– schon viel gehört und gesehen. Dennoch ist sie unermüdlich

immer wieder aufs Neue für ihre Gäste da. Sie

kümmert sich um all diese Menschen, die nichts haben,

sie versorgt sie, koordiniert Helfer und Essensspenden.

Sie ist voll in ihrer Mission.

Persönliche Bedürfnisse, Interessen oder gar Reisen sind

für die nach wie vor engagierte Ordensschwester kein

Thema. Das „Lieslbrot“ geht eben vor. Dafür hat Schwester

Paula einen Wunsch: Sie wünscht sich, dass in Wien

mehr Gasthäuser übriggebliebenes Essen an Obdachlose

ausgeben. Das wäre doch eine tolle Kombination aus

Nächstenliebe und Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln,

die uns nicht selbstverständlich gegeben sind.

Liebe Schwester Paula, möge Ihr Wunsch in Erfüllung

gehen! Die Malteser werden gern ihren Teil dazu beitragen!

Du willst dich einbringen und den

„MALTESER Lieslbrotdienst“ unterstützen?

„MALTESER Lieslbrot-Dienst“,

jeden Donnerstag, von 10 bis 15 Uhr.

Zur Mitarbeit bitte im internen Dienstprogramm

eintragen.

Spenden: Für Essens- und Sachspenden bitte um

Kontaktaufnahme unter: presse@malteser.at

MALTESERORDEN

ÜBERLEBENS-

WICHTIGE HILFE

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2019

wurde in einer „Langen Nacht der Solidarität“ im Rahmen

eines Benefizabends im Stephansdom Geld zugunsten

der Malteser Aidshilfe gesammelt.

Von Katharina Stögner

Unter der Regie des Vereins LIFE+ gestalteten Künstler

und Stars wie Conchita Wurst, Cesar Sampson, Martin

Haselböck und Dorretta Carter sowie die Blechbläser

der Bruckner Universität Wien und der Dommusik Wien

St. Stephan einen Abend mit musikalischen Darbietungen

und Lesungen.

Kardinal Christoph Schönborn und Hausherr Toni Faber

hatten damit den Dom bereits zum dritten Mal für eine

Aids-Charityveranstaltung geöffnet. „Gott will, dass

keine und keiner sich ausgeschlossen fühlt. Er will, dass

alle sich geborgen fühlen“, sagte Kardinal Schönborn in

seinen einleitenden Worten. Er dankte „allen, dass sie

ein großes Herz haben und die Menschen nicht vergessen,

die unsere Hilfe brauchen“.

Die Einnahmen des Events kommen dem Malteser-Aids-

Hospiz der „Brotherhood of Blessed Gerard“ in der südafrikanischen

Region KwaZulu-Natal zugute. Die Einrichtung

wird vom deutschen Benediktinerpater Gerhard

Lagleder geleitet. Mit seinem Team kümmert sich der

Pater um rund 700 Patienten, meist Frauen und Kinder,

deren regelmäßige Versorgung mit HIV-Medikamenten

für antiretrovirale Therapien überlebenswichtig ist.

DIE MALTESER 1/2020 41


RHODOS 2019

MEHR ALS NUR EINE REISE?

187 Pilger – MALTESER, Betreute und Freunde – machten sich in der Allerheiligenwoche zum zweiten Mal nach

2012 auf den Weg nach Rhodos. Hier war der Orden von 1048 bis 1291 ansässig, 1310 entstand auf Rhodos der

Ordensstaat. Die Reise führte auch zu den Spuren der Antike und des Völkerapostels Paulus. „Der kürzeste Weg

zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“ war das Motto dieses Urlaubs mit Gott.

In den Malteser Hospitaldienst Austria habe ich ja eigentlich

nur eingeheiratet, aber dennoch durfte ich mit

meiner lieben Frau Karin als „Quotendeutscher ehrenhalber“

an dieser unvergesslichen Erfahrung teilhaben.

Auf den allerersten Blick schien es eine etwas zusammengewürfelte

Reisegruppe zu sein, die sich nach Rhodos

aufgemacht hatte, jenem Ort, an dem die Malteser

zwischen 1310 und 1522 ihren Sitz hatten, bevor sie

dann auf die Insel Malta weiterzogen. Das Herz der Reisegruppe

waren natürlich die 46 Betreuten, von denen

circa drei Viertel auf den Rollstuhl angewiesen waren.

Drumherum wuselten zehn lebensfrohe Kinder, die teilweise

nicht nur die fabelhafte Kirchenmusik des Malte-

Von Michael von Brauchitsch

ser-Chores unterstützten, sondern auch brave Messdiener

waren und besonders gute Laune verbreiteten. Auch

42

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

die 60 Pilger unterstützten, wo es hilfreich war. Eine

besondere Bereicherung waren die Seelsorger unserer

Reisegruppe, die nicht nur in ganz besonderer Weise ihren

priesterlichen Dienst verrichteten, sondern auch als

anpackende und fürsorgliche Malteser beeindruckten.

Altstadt und als großes Zeugnis der Malteser in Rhodos

das „neue“ Hospital, in dem die Ordensmitglieder die

Kranken in aufopferungsvoller Weise pflegten. Ein Platz

für den Altar im Krankensaal verweist noch heute auf

das Fundament der Malteserspiritualität, dem Herrn

im Kranken zu begegnen. Spannende Vorträge über

die Geschichte des Ordens oder Besonderheiten der Sehenswürdigkeiten

machten unsere Reise auch zu einem

kulturellen Genuss.

MALTESER reisen nicht, MALTESER pilgern

Malteser reisen nicht, Malteser pilgern – und so pilgerten

wir zum Berg Philermos, auf dem in der Zeit

der Malteser auf Rhodos die Ikone der Gottesmutter

Professionelle Logistik

Unübersehbar und engagiert leisteten die 71 Mitglieder

des Malteser Hilfsdienst Austria gut gelaunt, professionell

und unter großem Einsatz auf wundervolle Weise

ihren Dienst. Das Logistikteam, eine Gruppe junger

Malteser, tauchte mit seinem Bus immer dort auf, wo

sie gerade gebraucht wurden. Sie bauten nicht nur die

Altäre für die Feldmessen auf, sondern konnten auf freiem

Gelände auch einmal alle zur Cocktailparty einladen.

Dem Trageteam war keine Treppe zu eng oder steil, von

Zauberhand schwebten die Rollstühle mit den Betreuten

über jedes Hindernis.

Die Sonne schien, Rhodos zeigte sich von seiner schönsten

Seite und die Reise war von der Verantwortlichen

großartig organisiert worden. Die Einsatzleiter hatten

stets alles im Griff und konnten sich auf die mitreisenden

Ärzte, ihre Teamleiter sowie jedes Teammitglied

verlassen. Wir besuchten unter anderem den Großmeisterpalast,

den Hafen, auf Einladung der französischen

Honorarkonsulin die „Auberge de France“, die alte Pilgerherberge

in der Ritterstraße, die Akropolis von Rhodos,

die Ausgrabungen von Kamiros, die mittelalterliche

aufbewahrt wurde. Die Verehrung dieser Ikone ist den

Maltesern seither sehr wichtig. Im antiken Theater der

Akropolis von Rhodos versammelt folgten wir gespannt

unserem Bischof Stephan Turnovszky, der in einer mitreißenden

Katechese ausgehend von Schillers Ballade

„Der Drache von Rhodos“ zum Thema Gehorsam sprach.

Neben der Pauluskapelle in Lindos, also an der Stelle,

an der der heilige Kirchengründer wohl auf seiner Reise

eine Nacht verbrachte, hörten wir eine tiefgehende

Katechese über den Heiligen Paulus. Daneben war eine

wundervolle Bucht, die zum Baden einlud. Nicht nur

Esel standen allen zum Proberitt zur Verfügung, sondern

ein Tauchlehrer bot sich spontan an, mit seinem

Boot den ganzen Nachmittag viele Gäste zu einer Rundfahrt

an der bezaubernden Küste einzuladen.

DIE MALTESER 1/2020 43


Eindrucksvolle Feldmessen

in der Schönheit der Insel oder an der Küste ließen das

Urlaubsreisen und das Pilgern verschmelzen. „Urlaub

mit Gott“ wurde spürbar, wenn beim Blick über die

Landschaft unter irgendeinem Baum unsere Priester die

Beichte hörten oder die Krankensalbung würdevoll mit

dem Blick auf das blaue Mittelmeer gespendet wurde.

„Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln“

stand vielleicht unnötigerweise auf jeder Seite

des liebevoll und informativ gestalteten Pilgerbuches.

Es wurde gelächelt und gelacht, nicht nur von der Reisegruppe,

sondern auch von den wundervollen Rhodiern,

die uns als Mitarbeiter des Hotels, in Gaststätten und

Sehenswürdigkeiten begegneten.

Begegnung zweier Bischöfe

Eine besonderer Moment war der Empfang durch den

Metropoliten von Rhodos, Kyrillos II. Bei seinem Gegenbesuch

im Hotel überreichte er als Zeichen der brüderlichen

Verbundenheit unserem Bischof Stephan ein

Brustkreuz – eine wundervolle Geste.

Alle sind MALTESER

War es wirklich einfach eine zusammengewürfelte Reisegruppe

oder waren nicht einfach alle wirkliche Malteser,

ob im oder neben dem Rollstuhl? War es nicht

deshalb eine Erfahrung der Harmonie und der Gemeinschaft,

weil alle im Geiste der Malteser miteinander

umgingen? Die Tage in Rhodos waren so viel mehr als

eine Reise!

44

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

Vorbild sein?

Teile deinen persönlichen #glaubandich Moment auf:

#glaubandich

DIE MALTESER 1/2020 45


MALTESERÖSTERREICH

KINDERHILFE

MOMENTE DES GLÜCKS

Was wäre die MALTESER Kinderhilfe ohne die großzügigen Spenden, die regelmäßig gesammelt und übergeben werden? Ein

großes Dankeschön an alle, die 2019 nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Geldbörse für das Hilde Umdasch Haus geöffnet haben!

Im Hilde Umdasch Haus der Malteser Kinderhilfe erhalten

Kinder und Jugendliche mit schweren Erkrankungen

oder lebensverkürzenden Diagnosen außergewöhnliche

Unterstützung. Rund um die Uhr werden sie von professionellem

Personal und kompetenten, freiwilligen Helfern

betreut und optimal versorgt. Damit das so bleiben

kann, braucht es finanzielle Mittel, die dank der Großzügigkeit

vieler Spender immer wieder im Rahmen von karitativen

Aktionen gesammelt werden. Hier ein paar der

Highlights von 2019 im Rückblick.

Von Petra Hellmich

Die Politikerin kam als Privatperson, um sich eingehend

über das Haus und seine Bewohner zu informieren. Sie

zeigte sich tief beeindruckt von der Arbeit und Organisation

im Haus und stellte interessiert Fragen. Vor allem

nahm sie Anteil am Schicksal der Kinder, zu denen

sie sich ganz ungezwungen dazusetzte, um mit ihnen zu

spielen – eine echte „Landesmutter“ eben.

Musik aus Neuhofen

Jedes zweite Jahr veranstaltet die Musikschule Neuhofen

ein Weihnachtskonzert. 2019 wurde anstelle

von Eintrittskarten um eine Spende für die Malteser

Kinderhilfe ersucht. Diese Beträge sowie der Erlös aus

dem Buffetverkauf in Höhe von insgesamt 715,50 Euro

kamen der Kinderhilfe zugute. Persönlich überreicht

wurde das Geldgeschenk von Zoltan Pito, dem Leiter

der Musikschule.

Das Runde muss ins Runde …

… hieß es bei einem sommerlichen Benefiz-Fußballgolf-

Turnier des Clubs Niederösterreich. Zahlreiche Mitglieder

waren im Diamond Country Club Atzenbrugg angetreten,

um für den guten Zweck zu spielen.

Besuch von der „Landesmutter“

Hohen Besuch im Hilde Umdasch Haus mit wunderbaren

Geschenken zum Spielen gab es von Johanna Mikl-

Leitner, Niederösterreichs beliebter Landeshauptfrau.

46

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

Das Engagement der Gäste zahlte sich aus. Ein Teil des

Erlöses – nämlich ganze 5.000 Euro – konnten von Club-

Niederösterreich-Geschäftsführerin Theres Friewald-

Hofbauer gemeinsam mit Fußballlegende Anton „Toni“

Pfeffer und dem Bundesinnungsmeister der Rauchfangkehrer,

Peter Engelbrechtsmüller, in feierlichem Rahmen

dem Hilde Umdasch Haus übergeben werden.

Pädagogische Förderung vom Sportklub Ertl Glas

Ein vorweihnachtliches Geschenk für die Malteser

Kinderhilfe gab es Anfang Dezember 2019 vom Sportklub

Union Ertl Glas Amstetten. Teammanager Thomas

Hinterndorfer überreichte eine Spende von 350 Euro.

Diese Summe war im Zuge der Klubweihnachtsfeier gesammelt

worden. Mit dieser Spende konnte bereits ein

spezielles Therapiegerät zur pädagogischen Förderung der

Bewohner des Hilde Umdasch Hauses angeschafft werden.

„Jeder Euro hilft“

Unter diesem Motto stand ein Werbeartikel-Flohmarkt,

den die Belegschaft des renommierten Stahlproduktionsunternehmens

voestalpine Böhler Profil zugunsten der

Malteser Kinderhilfe veranstaltet hat. Insgesamt wurden

1.500 Euro erlöst. Dieser Betrag wurde Anfang Dezember

in Form eines Schecks im Hilde Umdasch Haus übergeben.

Auch er trägt dazu bei, wichtige Therapiebehelfe

anzuschaffen und dadurch schwer kranken Kindern und

Jugendlichen wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Zum dritten Mal „Laufend geholfen“

Der mittlerweile schon traditionelle Kinderhilfelauf in

Amstetten trug auch 2019 wieder entscheidend dazu bei,

den finanziellen Aktionsradius der Malteser Kinderhilfe

zu erweitern. Egal, ob laufend, walkend oder spazierend:

Ganz Amstetten war auf den Beinen, um mit dem Startgeld,

den Mitteln der Sponsoren vorab und den freiwilligen

Spenden vor Ort schwerkranken Kindern sowie Jugendlichen

und deren betroffenen Familien zu helfen.

Diesmal kamen mehr als 28.000 Euro zusammen – eine

rekordverdächtige Summe.

Ertragreicher Kekserlmarkt

Auch 2019 fand in bewährter Manier der Kekserlmarkt

im Hilde Umdasch Haus der Malteser Kinderhilfe statt –

DIE MALTESER 1/2020 47


MALTESERÖSTERREICH

Mit Vollgas gespendet

Außergewöhnliche Unterstützung kam im vergangenen

Jahr durch den österreichischen Bergmeister im Motorradrennen

Andreas Gangl. Nach mehreren Stürzen mit

heftigen Verletzungen postete er auf Facebook: „Nach

meinen Crashes heuer in Hengelo und Isola del Liri hab’

ich mich als ärmsten Menschen der Welt gefühlt … schwer

verletzt und enttäuscht, Motorrad zerstört … einfach am

Boden. Hatte viel Zeit zum Nachdenken …

zum ersten Mal in einem wohlig beheizten Zelt im Garten.

Viele Schulen aus der Umgebung beteiligten sich an dieser

Benefizveranstaltung: Die BafEP Amstetten und die

Musikschule Amstetten gestalteten das weihnachtliche

Musikprogramm. Die HLW verwöhnte die Besucher mit

köstlicher Gulasch- und Linsensuppe sowie dem selbstgebrauten

HLW-Bier, und das Pädagogenteam des Hilde

Umdasch Hauses betrieb eine Kinderbackstube. Weitere

Schulen wie die FS, ALW und HLW der Franziskanerinnen,

die HAS/HAK Amstetten, die LFS Gießhübel, die

NMS Amstetten und die NMS Mauer verkauften selbstgemachte

Weihnachtskekse zugunsten des Hauses. Das

Ostarrichi-Gymnasium hatte seine Weihnachtskekse

bereits am Elternsprechtag für die Malteser Kinderhilfe

verkauft und den Erlös dieses Projektes von 1.130 Euro

als Spende übergeben, der Kekserlmarkt konnte einen

Reinerlös von rund 3.800 Euro erzielen. Ein großartiges

Ergebnis! Das beste Vanillekipferl wurde dieses Jahr von

der HAS/HAK Amstetten gebacken und durch die prominent

besetzte Jury – KR Hilde Umdasch, Bürgermeisterin

Puchebner, Geschäftsführer Olivier Loudon und Leiterin

Petra Hellmich – gekürt.

Es gibt Menschen mit ‚echten‘ Sorgen und die aus gesundheitlichen

Gründen unsere Hilfe brauchen!“ Gangl

startete unter dem Titel „Rennlederverkauf“ eine Charity-Aktion

zur „Unterstützung der Kids im Hilde Umdasch

Haus Amstetten – tolle Einrichtung mit einfühlsamen

Menschen“. Die Aktion ergab stattliche 1.500 Euro.

Backzutaten und Rezepte

Mit einer Geldspende von 5.000 Euro sowie einem riesigen

Geschenkkorb mit Backzutaten für köstliche Weihnachtskekse

überraschte die Geschäftsführung von

Interspar anlässlich der Eröffnung einer neuen Filiale Anfang

Dezember die Bewohner des Hilde Umdasch Hauses.

Mit der Spende wurden bereits wichtige Behelfsmittel

und spezielle Spielzeuge angekauft, die den Kindern ihren

Lebensalltag erleichtern sollen.

48

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERÖSTERREICH

Frisch vom „Naschmarkt“

Sehr beeindruckt von der „Normalität

des Alltags“ und dem „würdevollen und

achtsamen Umgang“ mit den Bewohnern

des Hilde Umdasch Hauses zeigten

sich die Schülerinnen und Schüler

der Klasse 3C des Stiftgymnasiums

Melk bei ihrem Besuch Ende Jänner.

Bereits im Dezember davor hatte

die Klasse im Rahmen ihres „Naschmarkts“

Geld für die Malteser

Kinderhilfe gesammelt. Die beachtliche

Summe von 620 Euro wurde nun

nach einer ausgiebigen Führung durch

das Hilde Umdasch Haus im Beisein

von Klassenlehrerin Karin Lödl feierlich

überreicht.

Im Namen der Malteser Kinderhilfe

sagen wir allen Spendern, Sponsoren,

Förderern und Unterstützern

ein herzliches „Vergelt’s Gott“! Mit

Ihren Ideen und Ihrem Engagement

tragen Sie dazu bei, kranken Kindern

und Jugendlichen ihr nicht einfaches

Alltagsleben ein Stückchen zu

erleichtern.

www.malteser-kinderhilfe.at

GEMEINSAM FEIERN

IM HAUS MALTA

Sie haben eine lange Tradition und sind etwas ganz Besonderes: die

Hausfeste anlässlich der katholischen Feiertage im Haus Malta. Wir

freuen uns schon auf das nächste Mal!

Von Ulrich Glaunach

Die Bewohner des Hauses Malta wissen die kirchlichen Höhepunkte des

Jahreskreises zu feiern – vor allem Weihnachten ist jedes Jahr ein besonderer

Moment. Zum Fest der Liebe soll schließlich niemand einsam sein,

sondern sich im Kreise Gleichgesinnter geborgen fühlen.

Umso schöner ist es, dass sich über die Jahre spezielle Traditionen etabliert

haben. So gehört zu einem Fest im Haus Malta beispielsweise ein Vortrag

von Abt Gregor Henckel Donnersmarck dazu, oder das auswendig rezitierte

Weihnachtsevangelium durch Frau Botschafterin Uta Mayer-Schalburg,

oder das besondere Essen, das Küchenchefin Andrijana F endrych mit ihrem

Team jedes Mal auf den Tisch zaubert.

Und immer wieder gibt es auch außergewöhnliche Highlights – zum Beispiel

ein spontanes Klavierkonzert von Matthew Emanuel Hentosz, dem

aus Kanada stammenden Zivildiener im Haus Malta. Für all diese wunderbaren

Feiern sagen wir herzlich danke und freuen uns schon auf das

gemeinsame Osterfest!

www.hausmalta.at, www.ordenshaus.at

DIE MALTESER 1/2020 49


Die Malteser-Zeitung 2_2019_ok.indd 1 21.06.19 16:49

Die Malteser-Zeitung 1_2019_End-ok.indd 1 19.03.19 16:27

MalteserZeitung 3_2019 ok.indd 1 19.11.19 15:27

RUNDSCHAU

Falls Sie, Ihre

Freunde oder Ihre

Familie über unsere Arbeit

informiert werden wollen,

senden wir Ihnen die Zeitung

gerne regelmäßig zu.

Senden Sie einfach eine

E-Mail an:

zeitung@malteser.at

GRATIS,

aber leider nicht

kostenlos.

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 1/2019

EIN STANDORT MIT

Ausgabe 2/2019

CARAVAGGIO & BERNINI

CARAVAGGIO & BERNINI

MALTESER Private Preview

12. Oktober 2019, 19 Uhr

Kunsthistorisches Museum Wien

MALTESER Private Preview

12. Oktober 2019, 19 Uhr

Kunsthistorisches Museum Wien

Die

MALTESER

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich

Ausgabe 3-4/2019

MALTESER-Pilgerfahrt ins Heilige Land

Christliche Werte in der Politik

Welttag der Armen

Rom: Neue Ordensregierung

Integration durch Empowerment

Neu: Zentrum für Menschen im Alter

Liebe Leserinnen und Leser,

Die MALTESER“ ist traditionell gratis und

soll es auch bleiben.

Denn es ist uns ein Anliegen, Sie über unsere

Arbeit umfassend zu informieren. Doch die

Produktion und der Versand sind leider nicht

kostenlos. Bitte unterstützen Sie uns.

Konto lautend auf

MALTESER Hospitaldienst Austria,

Kennwort „Zeitung

AT65 2011 1800 8087 0800

50

EMT-Training und Bundesübung in Steyregg

30 Jahre Mauerfall Berlin: Festakt für die Freiheit

Hochschule Heiligenkreuz: Gelebter Glaube

Spenden an den MALTESER Hospitaldienst sind von

der Steuer absetzbar!

DIE MALTESER 3-4/2019

Wien Mitte, Landstraßer Hauptstraße 4a, ein geschichtsträchtiger

Standort. Die Elisabethinen Linz-Wien entwickeln

hier gemeinsam mit dem Souveränen Malteser-

Ritter-Orden und dem Franziskus Spital ein vielfältiges

Angebot für Menschen im Alter.

Von Michaela Vogl

Die Elisabethinen besiedeln die Ungargasse

Im Jahre 1709 kommen drei Elisabethinen aus Graz in

der Wiener Vorstadt an. Ihr Auftrag: Die Gründung des

Wiener Konvents. Und so stärken sie sich zunächst unter

dem Maulbeerbaum, der auch heute noch als Wiener Naturdenkmal

Nr. 4 sein grünes Dach im Innenhof ausbreitet,

um die nächsten Schritte zu setzen. Die Elisabethinen

besiedeln zunächst ein Haus in der Ungargasse, ehe die

Fürstin Montecuccoli Gründe in der Landstraße erwirbt,

die den Ordensschwestern bis heute als Zuhause dienen.

Der Orden wächst, Gründe werden zugekauft, Wiens


RUNDSCHAU

GESCHICHTE

Menschen eingeht und in einem „Haus“ flexibel verschiedenste

Unterstützungsleistungen anbietet.

Der Standort „Franziskus Spital“ vereint

Die älteste Institution des Hauses, das „Franziskus Spital“,

vereint interne und Palliativmedizin sowie eine akutgeriatrische

Station. Die „Rehab Wien Mitte“ ist auf physikalische

Therapien spezialisiert und ab 2021 wird das Angebot

durch die neue Übergangspflege „St. Elisabeth“ und

das „Malteser Ordenshaus“ komplett.

erstes Frauenspital wird errichtet. Erst die Flutkatastrophe

im Jahr 1741 stellt die „Lieserl’n“ vor die nächste

große Aufgabe. Das Gebäude ist in Mitleidenschaft gezogen

und muss erneuert werden. Franz Anton Pilgram erhält

den Auftrag Kloster, Kirche und Spital neu zu errichten.

Die Wiener Elisabethinen pflegen auch eine herzliche

Beziehung zum Kaiserhof: Es ist Maria Theresia, die den

Bau großzügig unterstützt und das Erz für die Glocken,

den barocken Kachelofen für das Refektorium oder die

heute noch im Originalzustand erhaltene Apotheke stiftet.

Das neue Malteser Ordenshaus befindet sich derzeit noch

im Bau und wird künftig mit 80 Betten ein Leistungsspektrum

vom Senioren-Wohnen bis hin zur 24-Stunden-Pflege

bieten. Im Zuge der Bauarbeiten war auch die

Geschichte präsent. So musste der historische Spitalsfriedhof

freigelegt werden, der sich um einiges größer

als in den historischen Karten verzeichnet entpuppte.

Rund 300 vollständig erhaltene Bestattungen von Patientinnen

aus dem ersten Wiener Frauenspital konnten

von den ArchäologInnen dokumentiert und fachgerecht

geborgen werden. Historisch gesehen eine Sensation: So

bieten die Funde eine einzigartige Chance die Lebenswelt

der einfachen Frauen im Wiener Barock zu erkunden und

so eine große Lücke in der Wiener Geschichtsschreibung

zu schließen.

Zentrum für Menschen im Alter

Kloster, Kirche und Spital haben bis heute überdauert

und werden zurzeit unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes

behutsam saniert, moderne Zubauten im Innenhof

schaffen Platz für neue Ideen. Heute entsteht hier das

„Zentrum für Menschen im Alter“. Ein Vorzeigeprojekt

im Herzen Wiens, das mit Hilfe aller am Standort vertretenen

Partner auf die individuellen Bedürfnisse älterer

LEBEN • WOHNEN • PFLEGE

Informationen und Anmeldung unter:

www.ordenshaus.at

Eröffnung 2021

1

DIE MALTESER 1/2020 51


RUNDSCHAU

EHRENAMT ALS SYNONYM FÜR

BARMHERZIGKEIT

Bartolomäus Khevenhüller-Metsch ist der neue Hospitalier des Großpriorats Österreich des SMRO. Er tritt die Nachfolge des

nach Rom berufenen Fra’ Gottfried Kühnelt-Leddihn an. Ein Gespräch über Verantwortung, Ehrenamt und die Zukunft der

Hilfswerke des Ordens.

Von Katharina Stögner

Wie und seit wann besteht Deine Verbindung zum

Orden und den Werken der MALTESER?

Mit dem Hospitaldienst und dem Orden kam ich das

erste Mal 1979 zu Beginn meines Jusstudiums in Salzburg

in Kontakt. Damals bildete sich um die Familie

Meran im Nonntal eine motivierte, junge und sehr aktive

Truppe von Hospitaldienstmitgliedern, mit der wir

regelmäßige Dienste in Spitälern, Behinderten- und Altersheimen

absolvierten. Als stellvertretender Bereichsleiter

war ich mitverantwortlich für die Durchführung

der Wochenenddienste, die Veranstaltung der Erste-

Hilfe-Kurse für Fahrschulen, Wallfahrten, Pilgerreisen

und die erste Katastrophenübung des Hospitaldienstes

am Salzburger Truppenübungsplatz.

Stichwort Katastrophe: Wann und wo war Dein

erster „echter“ Katastropheneinsatz?

Das war 1980. Da waren wir maßgeblich an der großen

Hilfsaktion für die Erdbebenopfer in Süditalien beteiligt.

Ich erinnere mich gut an die intensive Arbeit der

MUSIKVEREIN BRAHMS-SAAL | 17. SEPT. 2020, 19.30 UHR

Foto Musikverein: Clemens Pfeiffer | commons.wikimedia.org

BENEFIZKONZERT

GEMEINSCHAFT LEBEN.

REINECKE | TAKTAKISHVILI | BACH | PROKOFIEFF

TEMO KHARSHILADZE, Flöte | KETEVAN SEPASHVILI, Klavier

Moderation: URSULA MAGNES

52

Tickets: benefizkonzert@malteser.at oder www.musikverein.at

Der Reinerlös kommt DIE der MALTESER Errichtung 1/2020 des MALTESER Ordenshauses zugute – Gemeinschaft leben. Für ein würdevolles Leben im Alter. www.ordenshaus.at

www.malteserorden.at


RUNDSCHAU

Berufliches und Privates

Bartolomäus Khevenhüller-Metsch ist 1958 in der

Schweiz geboren, in Madrid aufgewachsen und lebt

heute in Niederösterreich, er ist verheiratet und

hat vier Kinder. Beruflich war der studierte Jurist

unter anderem Ende der 1980er-Jahre für ein

österreichisches Engineeringunternehmen in Spanien

tätig, anschließend seit 1993 als General Manager

für das Hongkonger Handels- und Logistikunternehmen

Jebsen & Co, und schließlich seit 2004

Geschäftsführer der Gutsverwaltung Pellendorf und

zusätzlich seit 2010 Geschäftsführer des Windparkbetreibers

Gugelwind GesmbH.

logistischen Zusammenstellung, Begleitung und Vor-

Ort-Verteilung der Hilfsgüter eines 600 Meter langen

Güterzuges in Battipaglia, südlich von Salerno.

Seit wann bist Du Ordensmitglied?

Ich wurde 1983 Ordensmitglied und diente dann im Salzburger

Hospitaldienst über mein Studienende hinaus, bis

ich 1987 von meinem ersten Arbeitgeber nach Spanien

versetzt wurde.

Wir wird man Hospitalier? Wurdest Du nominiert

oder von einem Gremium gewählt?

Nach etwa 20 Jahren arbeitsbedingten Auslandsaufenthalten

kam ich nach Österreich zurück und nahm wieder

mit dem Orden Verbindung auf. Meine Bereitschaft,

mich aktiv einzubringen, war in den vergangenen zwölf

Jahren durch eine nicht einfache Übernahme eines Familienbetriebs

eingeschränkt. Nach einer gewissen Stabilisierung

der Situation trat der Prokurator mit der Frage

an mich heran, ob ich bereit wäre, das Amt des Hospitaliers

zu übernehmen. Der bisherige Hospitalier, Fra’

Gottfried Kühnelt-Leddihn, war in die Ordensregierung

nach Rom berufen worden, und diese neue Aufgabe war

mit der bisherigen nicht vereinbar. Nach reiflicher Überlegung

und im Bewusstsein der großen Aufgabenstellung

bin ich der Berufung nachgekommen und habe das Amt

angenommen.

Was sind die Aufgaben und Zuständigkeiten eines

Hospitaliers?

Der Hospitalier ist für die Hilfswerke verantwortlich. Es

ist seine Aufgabe, den Betrieb der Hilfswerke zu kennen,

die jeweiligen Leiter unterstützend zu beraten und bei

Handlungsbedarf die entsprechende Verbindung mit der

Ordensleitung herzustellen.

Wolltest Du dieses Amt immer schon bekleiden?

Nein, ich fühlte mich jedoch als Ordensmitglied verpflichtet,

der Berufung zu folgen und mich mit der neuen

Aufgabe aktiv im Orden einzubringen.

Was sind die Kriterien, die man erfüllen muss, um

Hospitalier werden zu können?

Man muss Ordensritter sein und sich der Verpflichtung

bewusst sein, gemäß dem bei Ordenseintritt abgegebenen

Versprechen zu handeln und zu leben. Eine gewisse

Erfahrung in Führungspositionen und eine ausgeprägte

Kommunikationsfähigkeit sind natürlich auch sehr hilfreich

und notwendig, um die Verbindung zwischen den

Hilfswerken und dem Orden herzustellen …

DIE MALTESER 1/2020 53


RUNDSCHAU

... und zu den vielen Ehrenamtlichen. Worin siehst

Du die Stärken des ehrenamtlichen Engagements

der MALTESER in Österreich?

Ich denke, als Malteser haben wir besonders in der heutigen

Zeit eine große Herausforderung im Bereich der

Alten- und Behindertenbetreuung vor uns. Diese Aufgabe

ist aktueller denn je, und der Bedarf an qualitativer

Pflegeleistung u nd i ntelligenten B etreuungskonzepten

wird sich in Österreich in den kommenden Jahren weiter

verstärken.

Entsprechen die ehrenamtlichen Projekte und

Dienste der MALTESER den sozialen Anforderungen

und Bedürfnissen der Zeit oder gilt es, hier

den Fokus anzupassen?

Eine Fokussierung ist immer gut, aber das muss nicht automatisch

Hauptamtlichkeit heißen. Für manche Schlüsselpositionen

braucht es hauptamtliche, professionelle

Mitarbeitende. Eine verlässliche ehrenamtliche Dienstleistung

der Malteser lässt sich aber durch eine gute Motivation

und entsprechende Begeisterung erreichen und

sicherstellen.

Welche Chancen bringt das Zusammenlegen der

Werke im Hinblick auf ein bereichsübergreifendes

Sozialengagement und gemeinsame Hilfsprojekte?

Zusammenlegungen, um Synergien zu nutzen, sind gut

und ergeben Sinn. Man darf dabei aber die Eigendynamik

der jeweiligen Hilfswerke nicht bremsen, da sie

durch das Eigene viel Positives bewirken.

Hast Du Pläne zu einer verstärkten Zusammenarbeit

mit den Werken mit hauptamtlichen Mitarbeitern

wie MALTESER Care, der MALTESER

Kinderhilfe, dem Haus Malta und dem MALTESER

Ordenshaus?

Im Hinblick auf die Themen A dministration, F ührung

und Logistik ja, vom Inhalt her wird eine Zusammenlegung

aber nicht immer zielführend sein. Ich bin überzeugt,

dass eine Zusammenführung im neuen Malteser

Ordenshaus für die Motivation und das Gemeinschaftsgefühl

aller Mitglieder dienlich sein wird und neue Begeisterung

auslösen wird.

Was sind für Dich die wesentlichen Themen, die Du

als neuer Hospitalier in Angriff nehmen möchtest?

Wir haben in den Hilfswerken sehr fähige Manager, und

ich werde nicht in deren Führungsaufgabe eingreifen.

Ich werde mich darauf beschränken, bei Bedarf oder

bei Problemen mit Lösungsansätzen zur Verfügung zu

stehen und jeweils die Meinung der Ordensregierung

einzubringen.

Der neue Hospitalier

im Wordrap

Der emotionalste Moment im Zuge Deiner Tätigkeit

bei den MALTESERN?

Die Dankbarkeit im Gesicht von betreuten Menschen.

Wenn Du ausreichend Ressourcen hättest: Was

würdest Du sofort ins Leben rufen oder ausbauen?

Ein dichtes Netz von hochwertigen Betreuungseinrichtungen.

Wie wird sich das Ehrenamt in Österreich in den

kommenden Jahren entwickeln?

Es wird als Synonym für Barmherzigkeit stehen.

Welchen Stellenwert hat das Ehrenamt in der Gesellschaft?

Hilfebedürftigen Menschen zu helfen und Barmherzigkeit

zu schenken, gibt einem selbst sehr viel Kraft.

Worauf freust Du Dich in diesem Jahr am meisten?

Wenn es mir gelingt, mit meinem Beitrag Dinge zu verbessern.

54

DIE MALTESER 1/2020


RUNDSCHAU

Unusual.

OUR BUSINESS:

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Salzburg | Eberhard-Fugger-Straße 3/1, A-5020 Salzburg | Alois-Lidauer-Straße 11, A-5026 Salzburg

Wien | Pötzleinsdorferstraße 99, A-1180 Wien

DIE MALTESER 1/2020 55


RUNDSCHAU

GUTES ZEUGNIS FÜR ENGAGIERTE

MENSCHEN

Der erste Integrationslehrgang für junge Christen mit Migrationshintergrund zum Thema Mitreden und Mitgestalten in

Österreich in Kooperation mit den MALTESERN ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Wir gratulieren den Absolventen

sehr herzlich!

Von Caroline Hungerländer und Jan Ledóchowski

Besonders – aber nicht erst – seit der Migrationswelle

2015 sind viele Tausend Christen nach Wien gezogen, um

hier ein neues Leben zu beginnen. Im Rahmen unserer

Besuche der unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden

haben wir großartige, motivierte und wertvolle Menschen

kennengelernt, gläubige Christen unterschiedlicher

Konfessionen, die eine Beobachtung eint: ihr Engagement

und öffentliches Leben konzentrierte sich nur

auf ihre Gemeinden.

Wien braucht, so meinen wir, engagierte und gefestigte

Christen, die sich im öffentlichen Leben einsetzen, die

untereinander gut vernetzt und auch fachlich geschult

sind, die ihre neue Heimat aktiv mitgestalten wollen.

Aus diesem Grund haben wir Anfang 2019 den Integrationslehrgang

„Empowerment für junge Christen mit

Migrationshintergrund. Mitreden und Mitgestalten in

Österreich“ ins Leben gerufen.

Wissensvermittlung und Vernetzung

Für die Teilnehme am Lehrgang konnten sich 16 heraus-

ragende junge Menschen qualifizieren, die hinsichtlich

ihrer Herkunft – etwa aus dem Iran, Syrien, Rumänien,

Ghana, Polen und Ägypten –, Ausbildung und Konfession

sehr divers waren. Sie verbindet ihr christlicher Glaube,

Wien als ihre Heimat und die Motivation zum Engagement.

An sieben Wochenenden wurden essenzielle Themen

von hochkarätigen Vortragenden behandelt. Dabei

stand neben der Wissensvermittlung der Aufbau eines

Netzwerks im Fokus.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung stellten die

Teilnehmenden Projekte für Christen und Migranten

in Wien vor. Dabei wurden großartige Ideen für unsere

weitere Arbeit gesammelt. Die Absolventen werden nun

aktiv in die Tätigkeiten der Plattform Christdemokratie

eingebunden, manche haben sich schon konkret für ein

politisches oder gesellschaftliches Engagement entschieden.

Seit März 2020 läuft bereits der zweite Lehrgang.

Nähere Informationen: christdemokratie.at

56

DIE MALTESER 1/2020


MEDIZINAKTUELL

ASIA PACIFIC YOUTH CAMP –

EIN GANZ BESONDERES ERLEBNIS

„Herzlich willkommen!“ hieß es für 110 junge Menschen mit Behinderung sowie Freiwillige aus 13 verschiedenen Ländern

in Hongkong. Dort fand vom 23. bis 26. Oktober 2019 das dritte Jugendcamp der asiatisch-pazifischen Gliederung des

SMRO statt.

Trotz der aktuell schwierigen politischen Situation vor

Ort konnten die Jugendlichen und ihre Betreuer die Tage

im PHAB Camp des Hong Kong Jockey Club in Pokfulam

genießen. Neben jeder Menge Spaß bei gemeinsamen Aktivitäten,

wie dem Besuch des berühmten Ocean Parks,

einer Schifffahrt mit dem Schrottboot oder einer Fahrt

mit der ehrwürdigen Peak Tram, konnten die jungen

Menschen neue Freundschaften schließen und besondere

Momente erleben, die ihnen noch lange in Erinnerung

bleiben werden.

Der Souveräne Malteser-Ritter-Orden ist seit 2007 in

Hongkong tätig und war bis zum 17. Oktober 2018 Teil

der Malteser-Organisation in Australien. Mittlerweile

ist der Orden in Hongkong selbstständig und veranstaltet

seit drei Jahren – nach dem Vorbild der Internationalen

Summer-Camps in Europa – die Asia Pacific Youth

Camps.

Next stop: Australien

Organisiert wurde das dritte Asia Pacific Youth Camp

von Sophie und Alfons Mensdorff-Pouilly. Ein herzliches

Danke für diesen ehrenamtlichen Einsatz! Das nächste

Camp geht im September 2020 über die Bühne. Da führt

die Reise an die Gold Coast in Australien.

Hong Kong 2019: bit.ly/3bN2TOR

Australien 2020: bit.ly/3a4vpK0

DIE MALTESER 1/2020 57


MALTESERWELTWEIT

MALTESERORDEN

IM ZEICHEN DER

GEMEINSAMEN WERTE

Anlässlich des Neujahrsempfangs für das Diplomatische Korps des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens zeigte

Großmeister Fra’ Giacomo Dalla Torre eindrucksvoll auf, wie wichtig die diplomatische und humanitäre Arbeit des

Ordens ist.

Von Marianna Balfour

„2019 war ein überaus schwieriges Jahr“, so der Großmeister

in seiner Einleitung: Die humanitären Krisen in

Syrien, aber auch die im Jemen und in Venezuela oder

das Drama der Rohingya in Myanmar führten zu einer

immer größeren Zahl von Vertriebenen und Flüchtlingen.

Zu den großen, bekannten Krisen kam eine Reihe

von stilleren dazu, die sich fernab der Zeitungsseiten

und des Rampenlichts abspielten – etwa die festgefahrenen

Krisen und Konflikte auf dem westlichen Balkan

und im Südkaukasus, in Afrika, in Zentralamerika, auf

Haiti und in der philippinischen Region Mindanao.

2019 war weiters geprägt von einem dramatischen Negativrekord

der Zahl an Menschen, die gezwungen waren,

humanitären Schutz in Anspruch zu nehmen: mehr

als 130 Millionen Menschen in rund 42 Ländern. Am

schlimmsten trifft es die Kinder. Jüngsten UN-Berichten

zufolge lebt jedes vierte Kind in einem von Gewalt oder

Terrorismus betroffenen Staat. Kinder sind die Schwächsten,

wenn ein Konflikt oder eine Naturkatastrophe den

Zusammenbruch lebensnotwendiger Dienste verursacht.

Der Klimawandel als eine Ursache von Migration

Das Jahr 2020 begann mit nicht weniger dramatischen

Bildern aus Australien. „Der Kontinent wird seit Monaten

von verheerenden Bränden heimgesucht, die

Dutzende von Menschen getötet und Millionen Hektar

Land vernichtet haben sowie das Überleben vieler einheimischer

Tierarten bedrohen“, sagte der Großmeister.

Der Notstand im Bereich des Klimas und der Umwelt,

der jahrelang vernachlässigt oder sogar geleugnet

wurde, zeigt seine zerstörerischen Auswirkungen und

verursacht überall auf der Welt Stürme, Überschwemmungen,

Dürren und Taifune. Die Steigerung heftiger

58

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERWELTWEIT

meteorologischer Phänomene ist einer der Gründe für

das Phänomen der Migration.

Die Rolle der humanitären Organisationen, die sich für

die Linderung von Leiden und für das Gemeinwohl der

Menschheit einsetzen, wird angesichts dieser Entwicklungen

immer wichtiger. Hinzu kommt ein weiterer

Aspekt. „Wir erleben einen historischen Moment, in

dem die den Demokratien zugrunde liegenden Prinzipien

und Werte wie Solidarität, Gleichheit, Achtung der

Menschen- und Bürgerrechte manchmal infrage gestellt

werden“, zeigte sich Fra’ Giacomo Dalla Torre besorgt.

Dies gelte auch teilweise für die Europäische Union, die

aus den Trümmern der beiden großen Weltkriege hervorgegangen

ist. „Sie ist in Schwierigkeiten, und es gibt

eine wachsende Zahl von Bewegungen, die Gefühle von

Abschottung und Unverständnis hervorrufen und dabei

Mauern und Barrieren aufrichten“, so der Großmeister.

Die Mission als wirksames Gegenmittel

Die Mission des Malteserordens versucht als Gegenmittel

gegen die Verachtung der „Anderen“, gegen die

Gleichgültigkeit gegenüber dem Schmerz der anderen,

gegen die Bejahung des Individualismus zu wirken. Mit

80.000 ehrenamtlichen Mitarbeitenden in 120 Ländern

der Welt und einem einzigartigen diplomatischen Netzwerk,

das sich über 109 Staaten und die wichtigsten internationalen

Gremien erstreckt, arbeiten 13.500 Mitglieder

und 42.000 Hauptamtliche täglich daran, den

Menschen, die unter Alter, Behinderung, Krankheit oder

Armut leiden, Hoffnung und Linderung zu schenken.

Ihnen allen reicht der Malteserorden die Hand: in den

westlichen Städten, wo Mahlzeiten an Obdachlose verteilt

werden, in Afrika und Asien, wo zwischen Kriegen und

Dürreperioden Krankenhäuser und medizinische Hilfsprogramme

betrieben werden, entlang der Hauptmigrationsrouten,

wo die Flüchtenden Schutz und Erste Hilfe finden.

Förderung religiöser humanitärer Einrichtungen

2020 hält ähnliche Herausforderungen wie 2019 bereit,

bietet aber auch Anlass zu Hoffnung. Dieses Jahr begeht

der Malteserorden den 900. Todestag seines Gründers,

des seligen Gerhard. Zu diesem besonderen Jubiläum

organisiert der Malteserorden im November 2020 eine

internationale Wallfahrt ins Heilige Land – eine Gelegenheit,

die starke Verbindung der Malteser zu dieser

Region zu bekräftigen.

Darüber hinaus steht ein weiteres wichtiges Projekt des

Malteserordens auf dem Programm. Fra’ Giacomo Della

Torre: „Seit langer Zeit schon setzt sich der Malteserorden

für die Förderung religiöser humanitärer Einrichtungen

ein. Kürzlich wurde ein Dokument verfasst, das

die wichtigsten Grundsätze, die die monotheistischen

Religionen teilen, wie die Heiligkeit des menschlichen

Lebens und den Schutz von Kultstätten, zusammenführt.“

Dieses Dokument – der „Religiöse Pakt“ –, der

unter Mitwirkung von Vertretern der katholischen und

islamischen Religionen erstellt wurde, wird in den kommenden

Monaten präsentiert.

Wichtiger Beitrag zum interreligiösen Dialog

Das Dokument enthält Grundsätze und Leitlinien über

die Rolle, die Religionsgemeinschaften und religiöse

Institutionen spielen können, um zur Lösung von Krisensituationen

beizutragen, deren Auswirkungen auf

die betroffene Bevölkerung zu mildern und die Bereitstellung

und Verteilung humanitärer Hilfe zu verbessern.

Das Religiöse sollte nicht als Problem oder Ursache

von Konflikten gesehen werden, sondern als Chance

zur Überwindung solcher Krisen.

„Ich bin davon überzeugt, dass dieses Dokument einen

wichtigen Beitrag zum interreligiösen Dialog leisten

kann, um – im Zeichen der gemeinsamen Werte aller

Religionen – die Folgen von Konfliktsituationen für die

betroffene Bevölkerung besser zu bewältigen und zu lindern“,

so der Großmeister in seinen Schlussworten.

DIE MALTESER 1/2020 59


MALTESERWELTWEIT

© Malaika Media/Malteser International

Malteser International im Arua-Distrikt: Hier erklärt Julius Kijali, wie man die Bäume beschneidet, damit ihr Wachstum

gefördert wird.

LASS HOFFNUNG WACHSEN: BÄUME FÜR

EINE BESSERE ZUKUNFT IN UGANDA

Für die Menschen in Norduganda ist der Klimawandel Realität: Regenzeiten schwanken oder fallen ganz aus. Der

hohe Bedarf an natürlichen Ressourcen wie Holz belastet das Ökosystem zusätzlich. Malteser International geht

dieses Problem an und hat im Arua-Distrikt 101.000 Bäume gepflanzt. Jetzt sollen weitere neunzig Hektar Wald

wieder aufgeforstet werden.

Von Anne Hensel

Julius Kijali, Projektmanager von Malteser International

in Uganda und Experte für Aufforstung, erklärt uns im

Interview, wie wichtig der Schutz der natürlichen Ressourcen

für Mensch und Umwelt ist.

Wie steht es um das Ökosystem im Norden Ugandas?

Das Ökosystem im Arua-Distrikt ist in hohem Maße gefährdet.

Wenn ich mit den Bewohnern hier spreche, erzählen

sie mir, dass es früher nicht so trocken war, wie es

jetzt ist. Für die Menschen ist es also keine Frage, ob der

Klimawandel existiert. Sie erleben seine Auswirkungen

tagtäglich. Früher gab es in der Region außerdem viele

Bäume. Das ist heute nicht mehr so. Durch Buschbrände

und Abholzung schwinden die für die Umwelt und das

Klima so wichtigen Waldflächen immer mehr. Sowohl die

Geflüchteten, die hier leben, als auch die ugandische Bevölkerung

sind auf Holz und landwirtschaftliche Fläche

zum Überleben angewiesen. Sie brauchen das Holz zum

Kochen und für ihre Häuser. Wenn jedoch so weitergemacht

wird, besteht die Gefahr, dass das Ökosystem auf

nicht allzu lange Sicht kollabiert. Das hätte auch verheerende

Folgen für die Menschen.

Wie kann Malteser International diesen

Problemen entgegenwirken?

Auf den ersten Blick könnte man denken, dass wir uns

in einer Zwickmühle befinden: Wie können wir die Umwelt

und natürlichen Ressourcen schützen und gleichzeitig

den Menschen, die von den Ressourcen abhängig

sind, helfen? Schließlich haben wir ja einen humanitären

Auftrag. Auf den zweiten Blick wird jedoch deutlich,

dass nur, wenn Mensch und Umwelt im Einklang leben

und die Ressourcen nachhaltig verbraucht werden, das

Ökosystem erhalten werden kann. Und nur dann hat

auch der Mensch eine Chance auf eine langfristig bessere

Zukunft. Der Schutz der Ressourcen und die Verbesserung

der Perspektiven für die Menschen gehen also

Hand in Hand.

Welche Maßnahmen werden konkret ergriffen,

um dies zu verwirklichen?

Unser Ziel ist es, neunzig Hektar Waldfläche wieder

aufzuforsten. Dafür arbeiten wir eng mit unseren Partnern

und den Menschen vor Ort zusammen. Wir bilden

Kleinbauern in nachhaltiger Forstwirtschaft und Land-

60

DIE MALTESER 1/2020


MALTESERWELTWEIT

wirtschaft weiter. Außerdem schulen wir Jugendliche im

Betrieb von Baumschulen und stellen ihnen die nötigen

Werkzeuge bereit. So können sie die Bäume für die Aufforstung

der abgeholzten Gebiete aufziehen und gleichzeitig

damit ihren Lebensunterhalt verdienen.

Im Sinne der Nachhaltigkeit wollen wir noch mehr

Menschen dafür sensibilisieren, wie wichtig der Schutz

und die Erhaltung der Umwelt sind. Die Zukunft des

Planeten liegt in der Hand der jungen Generationen:

Daher bilden wir Jugendliche zu Umweltschutz-Multiplikatoren

aus und arbeiten mit Umweltclubs an Schulen

zusammen. Andere Menschen erreichen wir über

Radio-Talkshows.

Wir haben zudem auch die Ernährung der Menschen im

Blick und werden 4.000 Obstbäume an Familien geben.

Warum ist das Pflanzen von Bäumen so wichtig?

Bäume sind ein Wunderwerk. Die Aufforstung des Waldes

wird so viel bewirken: Das Ökosystem als Gesamtes

wird sich in der Region verbessern. Das bedeutet, dass

wir hier bessere Luft haben werden. Die Bäume wirken

sich ebenso positiv auf den Grundwasserspiegel aus. Sie

spenden Schatten für die Menschen. Bodenerosionen

werden reduziert und gleichzeitig schaffen wir ein gutes

Mikroklima für Pflanzen, sodass sie besser gedeihen

können. So verbessert sich auch die Lebensgrundlage

der Menschen.

Was bedeutet für Sie persönlich das Projekt?

Natur und Umwelt sind meine Leidenschaft. Wir alle sind

abhängig von der Umwelt und leben von ihr. Für mich

als Projektmanager und Forstwirt liegt mir der Schutz

der Umwelt sehr am Herzen und ich freue mich, mit diesem

Projekt dazu beitragen zu können, dass es Natur und

Mensch hier im Arua-Distrikt bessergeht. Wenn wir die

Umwelt nicht schützen, bedeutet das, dass wir uns selbst

schaden. Daher liebe ich meinen Job und bin dankbar,

wenn wir Unterstützung von den Menschen in Europa erhalten.

Letztendlich gehört alles zusammen. Ein in Uganda

gepflanzter Baum ist genauso wichtig für die Menschen,

die sich auf der anderen Erdhalbkugel befinden.

Mehr zu unseren internationalen Projekten:

www.malteser-international.org

© Malaika Media/Malteser International © Malaika Media/Malteser International

Julius Kijali, Projektmanager von Malteser International,

besichtigt das Projektgebiet, in dem schon Bäume

gepflanzt wurden. Die Zusammenarbeit und Austausch

mit den Bewohnern vor Ort ist dabei eine wichtige

Komponente.

Lillian Candiru, eine Bewohnerin des Dorfes Wanyange

im Arua-Distrikt, gießt ihren noch wachsenden Mangobaum,

den sie von Malteser International erhalten hat.

Bald wird er ihre Familie mit Früchten versorgen und

Schatten spenden.

Fastenzeit 2020

Lass Hoffnung wachsen: Pflanzen Sie mit

Ihrer Spende Bäume in Uganda

Im Norden Ugandas ist das Ökosystem überlastet:

In den vergangenen Jahren wurden mehr Bäume gefällt,

als nachwachsen konnten. Die Menschen sind

zum Kochen und für den Bau ihrer Häuser auf das

Holz angewiesen. Damit die Umwelt geschützt wird

und die Menschen das Holz nachhaltig und langfristig

nutzen können, hat Malteser International ein

großes Ziel: Sie wollen 90 Hektar Wald wieder aufforsten!

Und Sie können dabei helfen: Spenden Sie

in der Fastenzeit für Bäume in Uganda und lassen

Sie Hoffnung wachsen:

https://mint.ngo/Bäume-Uganda

DIE MALTESER 1/2020 61


MEDIZINAKTUELL

HOFFNUNG DURCH NEUE

BEHANDLUNGSMETHODE BEI COPD

Mit rund 400.000 Patienten allein in Österreich hat sich die chronische Lungenerkrankung COPD zur Volkskrankheit

entwickelt. Jetzt können Betroffene dank neuester Forschungsergebnisse wieder aufatmen – im wahrsten

Sinn des Wortes.

COPD gilt weltweit bereits als die dritthäufigste Todesursache,

Hauptgrund ist das Rauchen. Allerdings fehlt bis

heute das Bewusstsein über diese Krankheit. COPD bleibt

daher oft ein unbekannter und unerkannter Wegbegleiter.

„COPD ist in den Köpfen der Menschen viel zu wenig verankert“,

bestätigt Alex Pizzini, Facharzt an der Innsbrucker

Universitätsklinik für Innere Medizin II.

Eine Untersuchung zum öffentlichen Interesse an COPD

mittels der Applikation „Google Trends“ durch ein Forschungsteam

der Medizinischen Universität Innsbruck

bestätigt diesen Befund. Beim Vergleich der Suchanfragen

unter den zehn nach WHO-Klassifikation häufigsten Todesursachen

rangiert COPD bei Google nur auf Platz acht.

Dieses mangelnde Bewusstsein hat fatale Folgen. Zum einen

wird in der Diagnose zu wenig darauf geachtet, zum

anderen wurde den Behandlungsmöglichkeiten bislang

zu wenig Augenmerk geschenkt. Zumindest Letzteres ändert

sich gerade dank jüngster Forschungsergebnisse im

Bereich Therapie.

Gezielte Steuerung der Lungentätigkeit

Die Kombination aus Training und einer neuartigen Ventilimplantation

gibt COPD-Patienten wieder neue Hoffnung.

Bei der Ventilimplantation handelt es sich um eine

innovative Methode, welche die Luftzufuhr von COPD-

Patienten deutlich verbessert. Dabei wird das Lungenvolumen

gezielt verkleinert, indem von einem Emphysem betroffene

Lungenteile abgesperrt werden. Zu diesem Zweck

werden die Lungenventile minimalinvasiv mittels eines

Bronchoskops in die Atemwege eingesetzt. Sie verschließen

sich beim Einatmen, um sich beim Ausatmen wieder

zu öffnen. So kann keine neue Luft einströmen und die alte

Luft entweicht langsam.

v.l.: Eberhard Jordan und Martin Gütlbauer (Physiotherapeut)

Eberhard Jordan, COPD-Patient und Gründer der Initiative

COPDAktiv, ließ selbst im Jahr 2016 eine Ventilimplantation

vornehmen: „Eine Ventilimplantation hilft gewaltig,

allerdings benötigt man bestimmte körperliche Voraussetzungen.

Und man muss den Willen haben, etwas in seinem

Leben zu verändern und zu trainieren. Außerdem braucht

62

DIE MALTESER 1/2020


MEDIZINAKTUELL

man die innere Überzeugung, trotz der Erkrankung seinem

Leben eine Perspektive zu geben.“

Spezielles Reha-Programm

Ebenfalls eine große Hilfe ist gezieltes Training, etwa in

Form einer speziellen Rehabilitation, welche Ausdauer,

Kraft und Atemmuskulatur verbessert. Dazu Milos

Petrovic, stellvertretender ärztlicher Leiter der Ambulanten

Pneumologischen Rehabilitation in der Therme Wien

Med: „Die medizinische Rehabilitation umfasst alle Maßnahmen,

um eine Besserung des Gesundheitszustandes

der Betroffenen zu erreichen oder das Fortschreiten der

Krankheit aufzuhalten. Die Patienten lernen dabei auch

mit ihrer Krankheit adäquat umzugehen, um den Alltag

möglichst problemlos zu bewältigen.“

Angeboten wird eine solche Rehabilitation neben der Therme

Wien Med in Oberlaa österreichweit in verschiedenen

Einrichtungen, etwa in der Reha Innsbruck. In den beiden

genannten Einrichtungen wird die Rehabilitation auch

ambulant angeboten – ein großer Vorteil für all jene, die

im Berufsleben stehen oder eine stationäre Rehabilitation

scheuen. „Im gewohnten Umfeld verbleiben zu können,

um sich während der Therapie selbstbestimmt, wohl und

sicher zu fühlen, ist ein wesentlicher Bestandteil einer

wirksamen Rehabilitation“, erklärt Christoph Puelacher,

Ärztlicher Leiter der Reha Innsbruck.

Neuer Lebensmut dank Operation und Training

Welche Ziele mit COPD durch Training, eine Änderung

des Lebensstils und – im konkreten Fall – eine Ventilimplantation

erreichbar sind, zeigte die myCOPD-Challenge.

Eberhard Jordan, der aufgrund der Schwere seiner

Erkrankung bereits zweimal im Koma lag, hatte sich

zum Ziel gesetzt, am 20. November 2019 die 779 Stufen

des Donauturms zu erklimmen. Zeitgleich bestieg die

COPD-Patientin Monika Oberdorfer den Sprungturm

der Innsbrucker Bergiselschanze mit 283 Stufen.

Die persönliche Herausforderung, diese großen Ziele

trotz unserer Lungenkrankheit zu erreichen, ist natürlich

eine Riesenmotivation. Viel wichtiger ist jedoch zu zeigen,

was mit und trotz COPD alles möglich ist. COPD-Erkrankte

sollen durch unsere Aktion neuen Lebensmut schöpfen“,

so Eberhard Jordan. Begleitet wurde Jordan bei seiner

Challenge am Donauturm von einem medizinischen

Team. Nach etwa 50 Minuten hatte er sein Ziel – die

Aussichts terrasse in 160 Metern Höhe – erreicht.

Quellen:

https://www.mycopd-challenge.com

https://www.i-med.ac.at/pr/presse/2019/25.html

(Medizinische Universität Innsbruck, Weltnichtrauchertag

am 31. Mai 2019, COPD: hohe Sterblichkeit und

fehlendes Krankheits-Bewusstsein)

Salzburger Benefizball

VERSCHOBEN auf 31. Juli 2021

des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens zugunsten von Menschen mit Beeinträchtigungen

31. JULI 2021, ALTE RESIDENZ ZU SALZBURG

mit Dinner, Künstlerauftritten, Tanz, Roulette, ...

benefizball@salzburg.malteser.at • www.malteser.at

DIE MALTESER 1/2020 63


GELESENEMPFOHLEN

MUT ZUM NÄCHSTEN SCHRITT

Gehen als Lebensnotwendigkeit? Gisbert Greshake zeigt in seinem neuesten Buch auf, wie wichtig das Unterwegssein für

den Menschen ist – vor allem für die persönliche Entwicklung.

Von Richard Mischak

Wer erinnert sich nicht an Spaziergänge durch duftende

Wiesen, am Waldrand oder im Winter durch den Schnee?

Die körperliche Anstrengung lässt bald die Sorgen des

Alltags vergessen, und die Natur, die Schöpfung, erfreuen

unseren Geist.

In „Gehen: Wege – Umwege – Kreuzwege“ versucht

Gisbert Greshake, Theologe und passionierter Wanderer,

eine ganzheitliche Betrachtung. So ist Gehen nicht nur für

die körperliche Gesundheit wichtig, sondern es ist noch

viel mehr. Diesem „Mehr“ geht der Autor intensiv nach

und fordert uns mit spannenden Fragestellungen heraus:

Was geschieht mit Körper und

Seele beim Gehen? Können

psychische Probleme entstehen

aus Mangel an regelmäßigem

Gehen? Kann es sein,

dass viele Probleme des modernen

Lebensstils damit zu

tun haben, dass man nicht

mehr zu Fuß geht?

Der Weg zu Gott

Greshake zeigt, dass Umwege

und Kreuzwege ebenfalls

zum menschlichen Leben gehören. In diesem Sinne

hatte das Gehen bereits eine besondere Bedeutung für

die frühe Christenheit. Pilgern bedeutet seit jeher für viele

Menschen eine Freiheit von dieser Welt und Freiheit

für die Verheißungen Gottes, zu denen man leibhaftig

unterwegs ist.

INDIVIDUELLE PFLEGE

UND BETREUUNG

IM EIGENEN ZUHAUSE

MALTESER Care ist seit vielen Jahren als kompetenter

Partner für Familien in ganz Österreich, tätig. Wir

bieten bestmögliche Pflege- und Betreuungsleistungen

zu Hause an. Unsere diplomierten Gesundheits- und

Krankenpflegepersonen beraten Sie gerne.

64

Details zu unseren Leistungen unter

+43 1 361 97 88 • office@malteser.care

www.malteser.care

DIE MALTESER 1/2020

„Was Weg und was Umweg ist, lässt sich nicht säuberlich

und schon gar nicht a priori unterscheiden. Diese Charakteristika

finden sich auf allen Lebenswegen wieder“,

meint Greshake. So wie im berühmten Zitat von Luther

ist das Leben für ihn „nicht ein Frommsein, sondern ein

Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern ein Gesundwerden,

überhaupt nicht ein Wesen, sondern ein

Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine Übung“. Der Weg

zu Gott sehe, so der Autor, für jeden anders aus, nämlich

abhängig von den individuellen Berufungen und Begabungen

und den persönlich sehr unterschiedlichen Reaktionen

auf die Fragen zur Freiheit. Das Buch lädt den

Leser auf kraftvolle, sympathische Weise ein, über den

eigenen Lebensweg nachzudenken und macht Mut zum

Gehen, zum nächsten Schritt.

Gisbert Greshake, Gehen: Wege – Umwege – Kreuzwege, Patmos-

Verlag 2018, 128 Seiten, ISBN: 978-3-8436-1041-4, 14 Euro


TAGEBUCH

NATURKUNDEMUSEUM FÜR DEN

ZUKUNFTSRAUM MARIAZELL

Mit der Fertigstellung des von Professor Günther Granser

geförderten Naturkundemuseums im Oktober 2019 in

Mariazell ist ein weiterer kultureller Höhepunkt für die

Region entstanden.

Schon seit vielen Jahren unterstützt Granser, der als

Botschafter bei den Vereinten Nationen und bei verschiedenen

internationalen Organisationen als Vorsitzender

tätig ist, die heimische Volkskultur sowie

Brauchtum, Musikantenwahlfahrten, Sport und ehrenamtliche

Vereine.

Unter anderem initiierte er 2010 ein Natur- und Jagdmuseum

im Mariazeller Heimathaus unter dem Titel

„Vom Ötscher zum Hochschwab“. Mit großem persönlichem

und finanziellem Einsatz des Professors wurde das

Museum im Herbst 2013 im Beisein vieler Repräsentanten

aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien eröffnet.

Im Oktober 2019 erfolgte nun die Fertigstellung des

neuen Naturkundemuseums.

Von den Römern bis zur Jetztzeit

Das aufwendig gestaltete Museum stellt die vielfältige

Geschichte des Wallfahrtsortes und seiner Umgebung

vor. Ur- und frühgeschichtliche Exponate, wie römische

Münzen und Gegenstände aus der Keltenzeit, zeugen

von der anfänglichen Besiedlung des Gebiets. Das neue

Ständiger Beobachter des Souveräner Malteser-Ritter-Orden

bei den Vereinten Nationen in Wien Botschafter Günther

Granser mit Präsident Franz Harnoncourt-Unverzagt bei der

Eröffnung

Museum beherbergt zudem geologische Exponate und

Höhlenfunde und bietet den Besuchern zahlreiche interaktive

Anwendungen: angefangen beim Vogelquiz bis hin

zu den Duftstationen des Waldes. In Xylotheken – auch

Holzbibliotheken genannt – können Interessierte heimische

Holzarten vom Samen bis zur Frucht erkunden. Aus

Kunstharz gefertigte Blumenmodelle veranschaulichen

die Vielfalt der Flora der Region.

Nähere Informationen:

www.mariazeller-heimathaus.at/heimathaus/natur/

+ 09.11.2019

Dr. Imre Keszléri

Betreuter in Tirol

+ 30.12.2019

Graf Johann Emmerich

Ceschi a Santa Croce

Ehren- und Devotionsritter

+ 14.12.2019

Dr. Lucie Mühlberger

Bewohnerin Haus Malta

+ 30.12.2019

ÖkR. Dr. Karl Graf

Draskovich von Trakostjan

Ehren- und Devotionsritter

WIR TRAUERN UM


+ 08.03.2020

Gabriel Maria Hofstätter

Magistralritter, Mitglied des MALTESER

Hospitaldienst Austria, Träger des Goldenen

Verdienstzeichens der Republik Österreich

DIE MALTESER 1/2020 65


Termine 2020

TERMINE

JUNI 2020

5 Lange Nacht der Kirchen SMOM

5 - 7 Straßensammlung Tirol MHDA

24 Hl. Johannes der Täufer SMOM

27 Aufnahme; 50 Jahre

Jubiläum Bereich Tirol

MHDA

JULI 2020

19 Wallfahrt nach Altötting MHDA

30.7 - 2.8. Wildwassercamp MHDA

31 Benefizball Residenz Salzburg Del. Slbg.

SEPTEMBER 2020

17 Benefizkonzert Musikverein SMOM/MHDA

OKTOBER 2020

4 4. Kinderhilfelauf Amstetten MKH

13 Sel. Gerhard, Ordensgründer SMOM

24 - 31 Wallfahrt nach Rom MHDA

NOVEMBER 2020

7 - 16 Pilgerfahrt in das Heilige Land SMOM

17 Welttag der Armen SMOM/MHDA

AUGUST 2020

1 - 8 Internationales MALTESER

Sommerlager Rom

MHDA

DEZEMBER 2020

5 - 8 Straßensammlung Wien MHDA

24 - 25 Weihnachtssammlung Salzburg MHDA

Wir bedauern sehr, dass einige Termine wie das Benefizkonzert im Musikverein, die traditionelle Malteser Lourdes Wallfahrt

oder die Ausstellung zum Turiner Grabtuch, um nur drei Beispiele zu nennen, abgesagt werden mussten. Die Gesundheit steht

für uns an erster Stelle, daher haben wir den Maßnahmen zur Coronavirus-Infektion (COVID-2019) folgend, alle entsprechenden

Veranstaltungen bis Ostern abgesagt. Die Kirchen des Ordens bleiben aber natürlich geöffnet und wir hoffen auf ihr Gebet

für die Erkrankten und für alle, die Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen haben.

Wiederkehrende Termine

Malteserkirche, Kärntner Straße 37, 1010 Wien

„Montag bei den Maltesern“ Heilige Messe, Predigt, Musik, Stille im Zentrum der Stadt, 12.00 Uhr

Heilge Messe mit Orgelmusik und Predigt Jeden ersten Sonntag im Monat, 10.00 Uhr

Feierliche Vesper mit Eucharistischem Segen Jeden Sonntag, 16.00 Uhr

Ab 16. März 2020 wird der Kirchenrektor wie vorgesehen täglich die Heilige Messe, jedoch im Stillen, nicht im Beisein der

Gemeinde, lesen. Die Kirche bleibt geöffnet, sodass jederzeit die Möglichkeit für das Gebet gegeben ist. Schließen wir alle die

helfen das System zu erhalten, die in diesen Zeiten Dienst machen, insbesondere Ärzte, Pflegekräfte, Rettung, Feuerwehr,

Sicherheitskräfte, aber auch die Menschen die im Handel tätig sind, sowie unsere Lieben in unsere Gebete ein.

KONTAKT

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Dipl.-Ing. Richard Steeb

T: +43 1 512 72 44

E: smom@malteser.at

I: www.malteserorden.at

MALTESER Austria

Bundeszentrale

Mag. Manuel Weinberger

T: +43 1 512 53 95

E: zentrale@malteser.at

I: www.malteser.at

66

DIE MALTESER 1/2020

Malteser International

Dipl.-Ing. Richard Steeb

T: +43 1 512 72 44

E: smom@malteser.at

I: www.malteser-international.org

MALTESER Care

Helmut Lutz

T: +43 1 361 97 88 Fax 50

Kostenlose Pflegehotline: 0800 201 800

(Mo–So 8.00–20.00 Uhr)

E: office@mcr.or.at

I: www.malteser.care

MALTESER Kinderhilfe

Olivier Loudon

Mag. Petra Hellmich, MA

T: +43 7472 98201

E: office@malteser-kinderhilfe.at

I: www.malteser-kinderhilfe.at

Haus Malta

Dir. Bogdan Norbert Bercal

T: +43 1 597 59 91

E: hausmalta@malteser.at

I: www.hausmalta.at

Johannesgemeinschaft

Oktavian Eiselsberg

T: +43 1 512 72 44

E: info@jg-online.at

I: www.jg-online.at


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und Viel-Fahrer!

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DIE MALTESER 1/2020 67

HEUTE. FÜR MORGEN. FÜR UNS.


REISEN MIT GOTT

Die einzigartige Pilgerfahrt

in die Ewige Stadt

IN ROM

24.– 31. Oktober 2020

• Generalaudienz beim Hl. Vater

• Besichtigungen

• Gemeinschaftserlebnis

• Unvergessliche Erinnerungen

Kostenbeitrag pro Person: 1.250 €

Nähere Informationen & Anmeldung: zentrale@malteser.at | 01 512 53 95 | www.malteser.at

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Großpriorat von Österreich

Johannesgasse 2, 1010 Wien

Katharina Stögner

T: +43 1 512 72 44, F: +43 1 513 92 90

presse@malteser.at

www.malteserorden.at

MALTESER Austria

Bundeszentrale

Johannesgasse 2, 1010 Wien

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T: +43 1 512 53 95, F: +43 1 512 84 78

zentrale@malteser.at

www.malteser.at

Österreichische Post AG

MZ 11Z038858M

Souveräner Malteser-Ritter-Orden

Johannesgasse 2, 1010 Wien

68

DIE MALTESER 1/2020

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