Rundfunk in Stuttgart 1934 - Mediaculture online

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c) Kritiken enthalten, weiche gegen Entscheidungen der Konferenzen der

Alliierten Mächte bezüglich Deutschland oder gegen Entscheidungen des

Kontrollrats gerichtet sind;

d) die Deutschen zur Auflehnung gegen demokratische Maßnahmen, die die

Zonenbefehlshaber in ihren Zonen treffen, aufzureizen." 5

Entsprechend diesen Bestimmungen war Rundfunkkontrolle also auch Teil der

alliierten Besatzungspropaganda und alliierter Deutschlandpolitik. Aber es gab

auch positive Demokratisierungsrichtlinien, die der Verankerung allgemeiner

Rechtsprinzipien im deutschen Bewußtsein dienen sollten. Aus den verschiedenen

dazu verfaßten Dokumenten faßt die Historikerin Barbara Mettler diese

Zielvorstellungen so zusammen:

"Dem Feldzug gegen Nazismus und Militarismus entsprach die Forderung nach

Toleranz und Pflichterfüllung gegenüber anderen Völkern ebenso wie die

Betonung individueller Freiheiten und Rechte gegenüber dem Staat. Der

Verurteilung von Nazismus und Rassismus entsprach auch weiterhin die

Forderung nach rechtsstaatlichen Prinzipien und dem Respekt nationaler, sozialer

und ethnischer Minderheiten. So standen negative und positive Aspekte in einem

Wechselverhältnis, wobei die positiven Aspekte dem entsprachen, was im Sinne

eines bürgerlich- liberalen Demokratieverständnisses am Nationalsozialismus als

negativ beurteilt wurde" 6 . Diesen positiven Zielsetzungen dienten, wie im

einzelnen noch zu zeigen sein wird, verschiedene Sendereihen im

Programmangebot der von den Militärregierungen kontrollierten Sender in der

amerikanischen Besatzungszone.

Als sich die machtpolitischen Interessen zwischen den alliierten Kriegsparteien in

West und Ost im Laufe des Jahres 1947 nicht mehr in eine einheitliche

Besatzungspolitik umsetzen ließen, wurde dies auch auf der Ebene der von den

5 Mettler, Demokratisierung, S. 55.

6 Mettler, Demokratisierung, S. 52, sowie ihre Ausführung zum ganzen angesprochenen

Themenkomplex S. 51 ff.

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