Rundfunk in Stuttgart 1934 - Mediaculture online

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1,4 Millionen zahlende Teilnehmer 99 . Der Sendeleiter von Radio Stuttgart, Dr.

Peter Kehm, hat 1948 in einem Memorandum die Auswirkungen der

Finanzprobleme auf den Programmetat und damit auch auf die Höhe von

Honorare, die Radio Stuttgart im Vergleich zu den anderen Rundfunkstationen zu

zahlen in der Lage war, ausführlich beschrieben 100 .

Auch diese finanziellen Ausgangsbedingungen müssen berücksichtigt werden,

wenn man die Programmqualität von Radio Stuttgart zu beurteilen versucht.

Quantitativ gesehen lagen schon 1948 alle Sender ungefähr gleichauf mit einem

Angebot von ca. 16 bis 18 Stunden pro Tag. Aber es gab große Unterschiede bei

den Mitteln, die für Honorare zur Verfügung standen. Radio Stuttgart mußte hier

bescheidener sein: Das wirkte sich nicht nur auf die Möglichkeiten aus, neue

Sendereihen zu planen und zu finanzieren oder neue Sendeformen mit

aufwendiger Technik auszuprobieren, auch Autoren von Rang waren spätestens

nach der Währungsreform unter diesen Umständen sehr viel schwerer zu

bekommen, da sie bei anderen Sendern mehr verdienen konnten.

Sendestellen Heidelberg und Karlsruhe

Schon zur Zeit der Süddeutschen Rundfunk AG und des Reichssenders Stuttgart

hatte der nordbadische Bereich – von einer kurzen Episode 1933/34 abgesehen –

zum Versorgungsgebiet der Stuttgarter Rundfunkgesellschaft gehört. Die ersten

15 Jahre, also vom Programmbeginn in Stuttgart im Mai 1924 bis zur

weitgehenden Zentralisierung des Rundfunkprogramms bei Kriegsanfang 1939,

waren angefüllt mit Klagen der badischen Region über eine mangelnde

Repräsentanz im Stuttgarter Programm, obwohl 1925/26 Besprechungsstellen in

Freiburg, Mannheim und Karlsruhe eingerichtet worden waren.

99 Vier Jahre Radio Stuttgart, ebd.

100 Memorandum vom 13. 1. 1948 in SDR/HA, Historische Dokumentation 1945- 1986, Nr. 2357

(H).

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