Rundfunk in Stuttgart 1934 - Mediaculture online

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Rundfunk in Stuttgart 1934 - Mediaculture online

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Der Programmablauf von Radio Stuttgart stand am Samstagnachmittag seit dem

23. November 1946 im Zeichen des "Bunten Nachmittag", der wechselweise von

einer der fünf Rundfunkanstalten der amerikanischen Besatzungszone –

München, Frankfurt, Bremen, RIAS-Berlin und Stuttgart – als öffentliche

Veranstaltung durchgeführt und bei Radio Stuttgart jeweils von 16.00 bis 17.45

Uhr ausgestrahlt wurde. Am Sonntagmorgen kam seit dem 10. November 1946

neben die Gottesdienste, den "Besinnlichen Morgen" – einmal monatlich auch als

"Kunstkalender" mit den Gedenktagen des Monats gestaltet – und das

Morgenkonzert die "Universitätsstunde" der von der badischen Sendestelle

Heidelberg betreute wissenschaftliche Vortrag, neu ins Programm.

Im Juli 1947 und am 1. Februar 1948 änderte sich das Programmschema

erheblich: es gab zeitliche Umstellungen und Verschiebungen, Sendereihen

wurden eingestellt, neue kamen hinzu, ohne daß sich aber die Grundstruktur

geändert hätte. Im Sommer 1947 wurde mit der Kabarettsendung "Allerlei in Wort

und Ton" – montags von 20.00 bis 21.00 Uhr abwechselnd mit der "Stuttgarter

Wellenschaukel" eine neue unterhaltende Sendereihe eingeführt. "Allerlei in Wort

und Ton" wurde übrigens bekannter unter dem Namen "Amtsschimmelsendung",

da in ihr Erfahrungen der Bevölkerung mit der Bürokratie in der

zwangsverwalteten Mangelwirtschaft aufs Korn genommen wurden. Hin und

wieder gab es nach einer Sendung auch Probleme mit staatlichen und städtischen

Ämtern: sie waren solche Kritik nicht gewohnt und nutzten jede Gelegenheit,

nicht genau recherchierte Beiträge als grundlose Verdächtigung der Behörden zu

brandmarken.

Seit dem 31. Oktober 1947 gab freitags um 22.00 Uhr Dieter Zimmerle eine

Viertelstunde lang unter dem Titel "Keine Angst vor Jazz" erstmals eine

Einführung in eine Musikgattung, die der Mehrheit der Hörer kaum vertraut war

und von ihr insgesamt auch wenig geschätzt wurde. Schon im Sendetitel suchte

man also, etwas von der Ablehnung aufzufangen, die durch die

Nationalsozialisten propagiert und betrieben worden war. Im Februar 1948 wurde

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