Kirchenzeitung Nr 14 2020

webdiol

Nr. 14 I 2. April 2020 I Tel. 0732 76 10-39 44 I www.kirchenzeitung.at

Einzelpreis: € 1,40 I 4020 Linz, Kapuzinerstraße 84 I Jg. 75

FOTO: FRANZ LITZLBAUER

Hoffnung

trägt

Unsicherheit verspüren viele in diesen Tagen. Wie

wird es weitergehen – mit uns, mit dieser Welt?

Die Hoffnung, dass alles gut wird, trägt uns durch

diese Zeit. Wie eng Freud und Leid, Leben und

Tod beieinanderliegen, daran erinnert die Karwoche.

Christinnen und Christen sind eingeladen,

als Hauskirche und via TV diese Zeit bewusst zu

erleben. Mehr dazu auf den Seiten 2 bis 5.


2 Meinung 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

KOMMENTAR

Ausharren und Liebe

Digital Life

Die Kirchenzeitungen könnten,

wie andere Medien auch,

unter den strengen Anti-Corona-Auflagen

kaum erscheinen,

wenn es kein Internet

gäbe. Informationen, Zitate,

Interviews, Bilder, Diskussionen

etc. werden von zuhause

aus aufbereitet. Schon bisher

geschah ein guter Teil der Arbeit

im digitalen Raum, jetzt

sind es, notgedrungen, an die

100 Prozent. Dasselbe gilt für

Am Palmsonntag wird das Leiden Jesu

Christi im Gottesdienst gelesen (siehe Seite

16). Der Evangeliumsabschnitt bietet uns

die Dramatik der Karwoche in einer Vorausschau,

aber ohne den entscheidenden

Punkt: die Auferstehung. Jene, die diese Leseordnung

ausgetüftelt haben, wollten vermutlich

alles offen halten für die Karwoche,

insbesondere die Zeit zwischen Gründonnerstag

und der Osternacht. Die Nachricht

der Auferstehung trifft dann auf Menschen,

die den Weg Jesu vom „Hosianna“ über die

Kreuzigung bis zum „Ich habe den Herrn

gesehen“ mitgegangen sind. Die Karwoche

verlangt vor allem das gläubige Ausharren.

Heuer hat die Karwoche die Chance, nicht

allein wegen der liturgischen Besonderheiten

(Hauskirche und Kleinstgruppen in den

Pfarren, siehe Seite 3) in die Geschichte einzugehen.

Vor allem sollte sie in Erinnerung

bleiben, weil sich die Situation des vertrauenden

Ausharrens in der gemeinsamen Realität

wiederfindet. Wir vertrauen darauf,

dass es ein Ende der Krise geben wird. Wir

haben gute Gründe für dieses Vertrauen,

auch wenn wir nicht wissen, wann und wie

es sich verwirklicht. Wir harren zuversichtlich

aus. Das ist die Haltung der Christinnen

und Christen. Wie Paulus schreibt: „Für

jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese

drei; doch am größten unter ihnen ist die

Liebe.“ (1 Kor 13,13) Ja, es ist eine besondere

Zeit für (Gottes- und Nächsten-)Liebe.

HEINZ NIEDERLEITNER

geschäftsführender

Chefredakteur

heinz.niederleitner

@kirchenzeitung.at

MONIKA SLOUK

monika.slouk@

koopredaktion.at

andere Lebensbereiche und

Branchen, für verschiedene

Altersstufen und Berufe: Ohne

Web würde vieles stillstehen.

Während Hotels und Cafés,

Fachgeschäfte und Handwerker

und viele mehr ins Minus

geraten, überschlagen sich die

Gewinne im Online-Handel.

Es ist kein neuer Trend. Auch

vor Corona verlagerte sich

mehr und mehr Leben ins

Netz. Im Ausnahmezustand

wächst das digitale Leben exponentiell.

Die Freude an den

Möglichkeiten lässt auf hin

und wieder zaghaft vorgetragene

Gefahren vergessen: Körperliche

wie Kurzsichtigkeit,

geistige wie schwindende Unterscheidungsfähigkeit,

soziale

wie schlechte Arbeitsbedingungen

in Online-Konzernen,

gesellschaftliche wie die Möglichkeit

zur Personenüberwachung.

Bei aller Liebe zu den

technischen Möglichkeiten:

Es lebe die Freiheit, sich zwischen

online und offline entscheiden

zu können.

WORT DER WOCHE: DON-BOSCO-SCHWESTER MARIA ROHRER

Was ist eigentlich wichtig?

„Viele meiner Denkweisen

und Prioritäten sind im

Umbruch. Wir alle haben

noch nie eine solche

Erfahrung gemacht. Pest,

Spanische Grippe, Cholera

waren Geschichte, Ebola

weit weg. Was ist eigentlich

wichtig im Leben?“

Don-Bosco-Schwester Maria Rohrer in einem Brief aus Tunis an Jugend Eine Welt JUGEND EINE WELT


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Gottesdienst 3

Gottesdienst-Informationen

Karwoche und Ostern

verlaufen heuer anders

Hauskirche, Teilnahme über die Medien

und pfarrliche Feiern in Kleinstgruppen

prägen die Gottesdienste der Karwoche

2020. Die Bestimmungen der Österreichischen

Bischofskonferenz und der Diözese

Linz sehen im Detail so aus:

Hauskirche. Für die Feier der österlichen

Tage zu Hause stehen Vorschläge zur Verfügung:

Für Palmsonntag finden Sie einen

Impuls und weitere Informationen auf Seite

5 dieser KirchenZeitung. Für die Zeit

von Gründonnerstag bis Ostern enthält die

nächste Ausgabe der KirchenZeitung die

Beilage „inpuncto – trotzdem Ostern“ mit

konkreten liturgischen Feiern (siehe Kasten

unten). Diese Beilage wird auch über die

Pfarren verteilt.

Gottesdienste in den Medien. Verschiedenste

Radio- und Fernsehsender bieten in

der Karwoche und zu Ostern Gottesdienstübertragungen

an (siehe dazu auch die ausgewählten

Hinweise auf Seite 26 dieser

KirchenZeitung). Die Gottesdienste mit Bischof

Manfred Scheuer können über LT1

oder über die diözesane Homepage mitgefeiert

werden (siehe Kasten rechts).

In den Pfarren. Unter sehr genauen Richtlinien

sollen Priester, die gesund sind, einer

Gemeinde vorstehen und einen geeigneten

Kirchenraum zur Verfügung haben, die Gottesdienste

des Palmsonntags und der „Drei

Österlichen Tage“ mit vier eingeladenen

Gläubigen feiern. Diese vier Gläubigen leisten

einen Dienst, indem sie die gesamte Gemeinde

repräsentieren. Sie sind keine „Auserwählten“

und kein „heiliger Rest“. Die in

der Kirche teilnehmenden Personen müssen

gesund sein und dürfen keiner Risikogruppe

angehören. Die Gottesdienste sind nicht öffentlich

zugänglich. Über die Termine kann

informiert werden, damit Menschen in der

Hauskirche zur selben Zeit im Gebet mit der

Feier in der Kirche verbunden sind. Priester,

die mehr als eine Gemeinde betreuen, sollen

jeweils nur einen Gottesdienst feiern,

dazu aber Repräsentant/innen aus den verschiedenen

Gemeinden einladen. Außer am

Gründonnerstag können in Pfarren, wo keine

ausreichend repräsentative Teilnahme an

Eucharistiefeiern möglich ist oder ohnehin

Wort-Gottes-Feiern stattgefunden hätten,

unter denselben Bedingungen wie für Messen

auch Wort-Gottes-Feiern stattfinden. Die

Taufwasserweihe wird auf die Zeit nach den

Beschränkungen verschoben.

TV-Gottesdienste mit

Bischof Scheuer

Der Fernsehsender LT1 überträgt ab Palmsonntag

sechs Gottesdienste mit Bischof

Manfred Scheuer aus der Linzer Priesterseminarkirche.

Die Termine sind:

• Palmsonntag, 5. April: 10.00 Uhr

• Gründonnerstag, 9. April: 19.00 Uhr

• Karfreitag, 10. April: 15.00 Uhr

• Osternacht, 11. April: 20.00 Uhr

• Ostersonntag, 12. April: 10.00 Uhr

• Ostermontag, 13. April: 10.00 Uhr

LT1 ist via Satellit, Kabel, A1 TV, DVB-T

und online unter www.lt1.at zu empfangen.

Via Satellit (ASTRA 19,2°) ist LT1 nur

mittels HD-Receiver in Kombination mit

einem HD-fähigen TV-Gerät empfangbar.

Details zum Empfang: www.lt1.at

Die Gottesdienste werden auch auf der

Homepage der Diözese gestreamt:

www.dioezese-linz.at DIÖZESE LINZ/WAKOLBINGER

Beichte. Derzeit dürfen keine allgemeinen

Beichtzeiten bekanntgegeben werden.

Die österreichischen Bischöfe haben von

der Empfehlung der Beichte vor Ostern entbunden.

Wer einen dringenden Grund für

die Beichte hat, solle sich telefonisch an einen

Priester wenden, der mit der betreffenden

Person „einen Weg dafür suchen wird“.

Die Apostolische Pönitentiarie in Rom hat

in Erinnerung gerufen, dass die vollkommene

Reue, die der Liebe zu Gott enstpringt,

die Vergebung der Sünden, auch der Todsünden,

bewirken kann, wenn sie eine aufrichtige

Bitte um Vergebung ausdrückt und

begleitet wird vom festen Entschluss, das sakramentale

Bekenntnis nachzuholen. (Katechismus

Nr. 1452) Die aufrichtige Bitte um

Vergebung kann etwa nach einen Akt der

Einkehr und Besinnung in einem persönlichen

Gebet formuliert werden.

Verschiebungen. Bis zum Schulende wird

es in der Diözese Linz aufgrund der Situation

keine Firmungen geben. Sobald dies möglich

ist, werden die Firmtermine neu festgesetzt.

Die Feier der Erstkommunion soll

in den Pfarren in diesem Jahr stattfinden,

wenn es von den staatlichen Vorgaben her

möglich ist. «


4 Gottesdienst 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

Gedanken

Unsichere Wasser,

nichts, was hält,

nichts, was trägt!

Trudeln und sinken,

kämpfen und schrei’n.

Streck aus deine Angst!

Streck aus die Verzweiflung!

Streck aus deine Sehnsucht!

Über Todesgrund

kommt der Ausgestreckte

Dir entgegen!

Marianne Pachler

(...) „Am Ende ist alles gut und

wenn es nicht gut ist, dann ist

es nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)

Als Katholik bedeutet Psalm

27 sehr viel: „Der Herr ist mein

Licht und mein Heil, vor wem

(was) sollte ich mich fürchten?“

Auch im Diözesanbuch

2020 heißt es: „Liebt einander!“

Ja, diese gelebte Lebensliebe

braucht beides, Nähe und Distanz,

diese globale Krise ist auch

eine Chance, sie bringt in der

„Corona-Auszeit“ neue Nachdenkphasen


Margarete Sickinger

Nach Corona-Beschränkungen kommen auf die Pfarren viele nachgeholte Begräbnismessen zu

Begräbnisse in Corona-Zeiten

Völlig anders als gewohnt ist die derzeitige

Form der Begräbnisse, aber sie erleben die

Feiern als sehr würdig und innig, sagen die

Seelsorger/innen, die die KiZ befragt hat.

Zwölf Begräbnisse hat Pfarrer Ernst Wageneder

aus Mondsee bereits in den Corona-Zeiten

gehalten: „Auch wenn nur fünf Leute

vor der Einsegnungshalle stehen, feiere ich

einen festlichen Gottesdienst.“ Für jedes Begräbnis

gestaltet er ein eigenes Feier- und

Liederheft. So begegnet er der im Vorfeld oft

geäußerten Sorge der Angehörigen, dass es

bloß eine schnelle Beerdigung wird. Die Sorge

ist unbegründet, wie die Rückmeldungen

zeigen. Auch die Zeichen wie Weihwasser,

Weihrauch und Erde, deren Verwendung zur

Zeit nur dem Begräbnisleiter vorbehalten ist,

beginnen auf neue Weise zu sprechen: „Die

Leute merken, wie Rituale bergen und etwas

Heiliges sind.“

Stefan Grandy, Pfarrassistent von Garsten,

hat ebenfalls bereits Erfahrung mit den neuen

Begräbnis-Bedingungen. Mit bewusst

schlichten Feiern setzt er einen anderen Akzent

als Pfarrer Wageneder, kommt aber zum

selben Ergebnis: „Die Begräbnisse sind sehr

würdig, auf ihre Weise sehr schön.“ Dem

stimmt Irmgard Sternbauer, Seelsorgerin in

Freistadt, zu: „Man muss sich auf die Herausforderungen

einlassen, aber dann wird ein

Begräbnis sehr intensiv.“ Das ist auch das

Echo, das Martin Dobretsberger, Landesinnungsmeister

der OÖ. Bestatter, erhält: „Die

Trauerfeiern werden als sehr intim erlebt, die

Die Corona-Pandemie greift tief in

die Begräbnis-Bräuche ein. kiz/jw

Sprache der Begräbnisleiter ist zumeist ganz

anders, viel persönlicher.“ Für ihn haben die

derzeitigen Begräbnissse, bei denen die üblichen

Konventionen außer Kraft sind, eine

„eigene, besondere Qualität“.

Totensonntag. Viele Trauerfamilien betonen,

dass sie nach der Aufhebung der Corona-Beschränkungen

gerne einen Gedenk-

Gottesdienst feiern möchten. Um das würdig

zelebrieren zu können, bringt Bestatter Dobretsberger

einen Totensonntag ins Gespräch,

der gleichzeitig in allen Pfarren der Diözese

begangen wird. josef wallner

Aufgeschobene Begräbnisse:

schwierig für Trauerprozess

Das helle Kreuz im Mittelpunkt

ist umgeben von Lichtstrahlen,

die immer mehr ins Rot übergehen

und so die Liebe des Herrn

am Kreuz ausdrücken. Die Strahlen

sind spürbare Kraft für das

Leben mit Jesus. Zur Stärkung

auf dem Weg der Liebe, des Friedens

und der Freiheit.

Das Kreuz ist eine Wachsbatik von

Sr. Anakleta Ecker, Franziskanerinnen

von Vöcklabruck

Die verordneten Einschränkungen

bei Begräbnissen führen

manche Familien zu der Entscheidung,

mit dem Begräbnis

ihres verstorbenen Angehörigen

zu warten, bis wieder

eine traditionelle Feier möglich

ist. Das Vorgehen schaut

dann etwa so aus: Man lässt

den Leichnam zur Kremation

bringen und bittet den Bestatter,

dass er die Urne aufbewahrt.

Eine wie immer geartete

Form der Verabschiedung findet

in dieser Phase nicht statt.

Martin

Dobretsberger

privat

Der Landesinnungsmeister der

Bestatter, Martin Dobretsberger,

hält dieses Vorgehen für keine

gute Idee: „Denn der Schmerz

über den Verlust eines Angehörigen

kann nicht mit einer rituellen

Handlung einmal vorläufig

abgeschlossen werden. Nach

diesem ersten Schritt kann

dann die Trauerarbeit und die

Wunde zu heilen beginnen.“

Vorsichtig geschätzt stellen derzeit

15 bis zwanzig Prozent das

Begräbnis der Urne zurück. Der

Innungsmeister gibt zu bedenken,

dass der Zeitraum bis zu

einer Feier vermutlich doch

länger werden könnte, als die

Angehörigen jetzt annehmen.

Das könne zur Belastung werden,

meint Dobretsberger. Es

werde auch nicht einfach, für

die nachzuholenden Feiern Termine

zu finden. josef wallner


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Gottesdienst 5

Zur Geschichte

Palmsonntag &

Palmbuschen

Alles vorbereitet für die Feier zuhause. Die Zweige werden mit einem Kreuzzeichen gesegnet.

Palmsonntag zuhause feiern

Für viele Katholik/innen wird es eine

Herausforderung: Der Palmsonntag wird

mit Familie in den eigenen vier Wänden

gefeiert. Was dabei hilfreich ist, haben wir

hier zusammengefasst.

Elisabeth Leitner

• Was Sie vorbereiten können:

• Wenn möglich, sammeln Sie in den Tagen

davor auf Spaziergängen diverse Zweige

für den Palmbuschen oder schneiden Sie

Buchsbaumzweige z. B. im Garten ab.

• Suchen Sie sich in Ihrem Zuhause einen

Platz zum Feiern des Haus-Gottesdienstes,

wo sie sich wohlfühlen: beim Esstisch, im

Wohnzimmer, auf Ihrem Lieblingsplatz.

• Zünden Sie bei der Feier eine Kerze an.

• Legen Sie sich Symbole zurecht, die Ihnen

helfen, vor Gott zu sein und zu beten,

etwa ein Kreuz oder ein Bild, eine Bibel.

• Wenn Sie etwas singen möchten, legen

Sie sich vorab ein Gotteslob bereit.

• Wenn Sie mehrere Personen sind, teilen

Sie sich die Aufgaben im Gottesdienst vorher

auf.

Die Aufteilung könnte sein:

V: Der Vorbeter/die Vorbeterin führt durch

den Gottesdienst.

L: Der Lektor/die Lektorin trägt Lesungen

und Texte vor.

A: Alle sprechen und beten gemeinsam.

• Segnung der Palmzweige: Segnen

kann jede/r Getaufte und Gefirmte. Im Leben

der Familie segnen im Allgemeinen die

Eltern. In dieser Feier spricht die Leiterin

oder der Leiter der Feier das Segensgebet.

• Für die Segnung der Palmzweige: Die

Zweige liegen auf dem Tisch. Der Vorbeter/

die Vorbeterin gibt allen Mitfeiernden einen

Zweig. Sie halten den Zweig während des

Segensgebets in der Hand.

V: Die grünen Zweige sind ein Zeichen des

Lebens. Wir wissen dieses Zeichen des Lebens

in diesem Jahr noch mehr zu schätzen

als sonst. Gemeinsam bitten wir Gott, diese

Zweige zu segnen.

V: Guter Gott. Mit einem Palmzweig kündigte

eine Taube dem Noah das Ende der

großen Flut an. Diese Zweige seien uns ein

Zeichen der Hoffnung. Wir loben dich.

A: Wir preisen dich.

V: Von Palmen umstandene Oasen gewährten

dem Volk Israel Ruhe auf dem langen

Weg durch die Wüste. Diese Zweige mögen

uns erinnern an die Ruheorte, die Gott uns

schenkt. Wir loben dich.

A: Wir preisen dich.

V: Mit Palmzweigen geleitet kommt Jesus

nach Jerusalem. Diese Zweige seien uns

ein Zeichen, dass er auch zu uns kommt

und Hilfe bringt. Darum bitten wir: Gott,

segne (jetzt ein Kreuz zeichnen) diese Zweige.

Schütze uns und alle, die uns anvertraut

sind. (Falls Weihwasser zuhause vorrätig ist,

dann können die Zweige auch besprengt

werden). A: Amen.

XX

Weitere Feiervorschläge für den Palmsonntag

vom „Netzwerk-Gottesdienst“ finden

Sie auf www.kirchenzeitung.at

• Beginn der Karwoche. Die

Heilige Woche – die Karwoche

– beginnt mit dem Palmsonntag,

an dem bereits der Spannungsbogen

und die Botschaft

der folgenden Woche in der

Liturgie dargestellt wird. Am

Palmsonntag wird mit Palmbuschen

und einer Prozession

an den von seinen Anhängerinnen

und Anhängern bejubelten

Einzug Jesu in Jerusalem

gedacht. In Corona-Zeiten

entfallen Prozessionen im Freien,

dafür gibt es Feier-Vorschläge

für zuhause (siehe Text). Der

Jubel steht in bitterem Kontrast

zu den dramatischen Geschehnissen

– Verhaftung, Leiden

und Tod Jesu am Kreuz –,

derer am Karfreitag gedacht

wird.

• Palmbuschen. Die Palmen

wurden bereits im Altertum als

heilige Bäume verehrt, im Orient

ehrte man siegreiche Personen

damit. In Mittel- und

Nordeuropa werden die Palmzweige

durch Palmkätzchen,

Ahorn-, Buchen-, Birken-, Weide-,

Haselnuss-, Stachelbeerund

Wacholderzweige ersetzt.

Buchsbaum und Weide galten

bereits bei den alten Römern

als heilkräftige Pflanzen. Bei

uns werden Palmkätzchen mit

Buchsbaum und anderen grünen

Zweigen zu Buschen gebunden.

Die gesegneten Palmbuschen

sollen ein Zeichen des

Lebens und der Erinnerung an

Christus sein.

Vom Buchsbaum schneiden auf

der Terrasse: Heuer wird beim

Palmbuschen improvisiert. kiz/elle (2)


6 Oberösterreich 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

Lebensmittelhelfer/innen

Österreichs Landwirtschaft

sucht helfende Hände

Welches Aufatmen ging durchs

Land, als klar war, dass in der

Coronakrise die Lebensmittelversorgung

gesichert ist. Jetzt

brauchen die Bauern, aber auch

Fleischereibetriebe, viele eifrige

Hände.

Heinz Niederleitner

„Man spürt, dass viel Energie

im Boden ist“, sagt Alfred Holzer.

Er ist Biobauer in der Gemüse-Hochburg

des Eferdinger Beckens

und steht am Beginn einer

arbeitsreichen Zeit: Das Frühgemüse

ist zu pflanzen und zu

pflegen, der Spargel schon zu

ernten, ebenso die Radieschen,

der Salat und der Spinat in den

Gewächshäusern. Wintergemüse

wie Knoblauch oder Zwiebeln

gilt es vom Unkraut zu befreien.

Die Energie im Boden, sie ist bereit

dazu, Menschen zu ernähren

– wenn es die notwendigen

Arbeitskräfte dafür gibt, diese

Energie „abzuholen“.

Plattform. Die Coronakrise

macht das heuer zur Herausforderung:

Die vielen Erntehelfer/

innen und Saisonarbeiter/innen

aus dem Ausland können derzeit

großteils nicht kommen. Das

Alfred Holzer betreibt eine

biologische Landwirtschaft samt

Hofladen in Eferding. privat

Viel Arbeit: In den Gewächshäusern steht die Ernte bevor, auf den Feldern das Pflanzen und Pflegen. kiz/nie

Landwirtschaftsministerium hat

reagiert und eine Plattform eingerichtet:

Mithilfewillige können

sich über Arbeit und Entlohnung

informieren, Betriebe nach Helfer/innen

suchen (siehe unten).

Arbeit. „Bis jetzt musste ich

noch nicht auf die Plattform zurückgreifen“,

sagt Alfred Holzer.

„Freunde, Bekannte und

Kunden haben sich zur Mithilfe

angeboten. Aber es wird wohl

auch für uns erforderlich sein,

die Plattform zu nutzen.“ Viel

Arbeit stehe jetzt zumindest bis

Juli an, erzählt der Landwirt.

Arbeiter/innen aus der Ukraine,

die er erwartet hatte, werden

nicht ausreisen können, ebenso

aus Polen. Die kalte Witterung

zuletzt hat zwar etwas Zeit verschafft,

aber: „Wenn die Vegetation

so richtig anspringt, ist Not

am Mann oder an der Frau.“

Für die Landwirtschaft ist Corona

alles andere als die erste Herausforderung:

Hagel, Trockenheit,

Hochwasser, Engerlinge.

Auch die Corona-Herausforderung

kann überwunden werden,

ist Biobauer Holzer überzeugt:

„Wenn wir zusammenstehen

und die Situation gemeinsam

meistern.“

Umdenken. Ein gewisses Umdenken

in der Gesellschaft sei

durchaus schon zu bemerken.

„Ich hoffe, dass sich die Akzeptanz

für die Arbeit der Landwirte

verbessert“, sagt Holzer. Die

Wertschätzung für diese Arbeit

sei zuletzt nicht immer zu spüren

gewesen. Ein weiterer Punkt

ist für ihn das ständige Verfügbarhalten

aller Produkte. „In“

sind Fruchtgemüse wie Tomaten

oder Zucchini. „Manche meiner

Kollegen haben schon überlegt,

aus der Produktion von Lagergemüse

wie Kraut oder Rote Rüben

auszusteigen. Man bekommt im

Winter nicht mehr dafür als zur

Haupterntezeit, obwohl die Aufbereitung

und die Lagerung dazukommen.

Ein Umdenken

würde bedeuten, für diese Gemüsesorten

im Winter ein kleines

bisschen mehr zu zahlen.“

Zwar könne man die

Gesellschaft schwer verändern,

aber eine moderne, nachhaltigere

und regionalere Küche würde

sinnvoller mit Lebensmitteln

umgehen, als das bisher der

Fall war, sagt Holzer. Das wäre

jedenfalls eine Perspektive für

die Zukunft.

XX

Informationen zu denLebensmittelhelfer/innen

finden Sie auf:

www.dielebensmittelhelfer.at

XX

Hinweise zu Direktvermarktern:

www.gutesvombauernhof.at


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Gesellschaft & Soziales 7

kiz-helpline

Johann Kalliauer

hofft auf mehr Wertschätzung

und finanzielle

Ausstattung in

den Berufen, in denen

Menschen derzeit sehr

gefordert sind. Fotokerschi.at/apa/picturedesc.com

AK-Präsident Kalliauer zur Coronakrise

Hilfe für Arbeitslose

Zehntausende Menschen verlieren ihren

Job, in systemrelevanten Bereichen wird

viel mehr gearbeitet. Welche Herausforderungen

die Coronakrise in der Arbeitswelt

mit sich bringt, erklärt Oberösterreichs

Arbeiterkammer-Präsident und ÖGB-Vorsitzender

Johann Kalliauer im Interview.

Zugesagte Milliardenhilfen für Unternehmen, flexible

Kurzarbeit – werden die derzeit fixierten

Maßnahmen ausreichen, um die Auswirkungen

der Coronakrise zu bekämpfen?

Johann Kalliauer: Ich gehe davon aus, dass

die Maßnahmen grundsätzlich richtig waren.

Aber die Probleme werden uns einige

Zeit begleiten. Zu meinen großen Sorgen gehören

die fast 20.000 neuen Arbeitslosen in

Oberösterreich (Stand letzte Woche, Anm.).

Was kann den Arbeitslosen helfen?

Kalliauer: Das ist eine Gruppe mit starken

Einbußen beim Einkommen. Dauert die Krise

länger, muss man entweder das Arbeitslosengeld

aufstocken oder eine Einmalzahlung

als Überbrückungshilfe leisten. Vor allem: Es

ist nicht davon auszugehen, dass am Ende

der Krise ein Schalter umgelegt wird und alles

wie vorher läuft. Angesichts der neuen

Arbeitslosen werden die bisher Betroffenen

länger auf Arbeitslosengeld angewiesen sein.

Sehen Sie Verbesserungsbedarf bei der aktuellen

Kurzarbeitsregelung?

Kalliauer: Auch wenn man das eine oder andere

wird korrigieren müssen, ist die Regelung

sehr detailliert und der Krise angepasst.

Aber man muss ehrlich sagen: Dieses Instrument

verursacht enorme Kosten. Wir haben

die Sorge, dass das nach der Krise über

Sparpakete, die Arbeitnehmer/innen treffen,

wieder hereingebracht werden soll.

Wird die Krise Arbeitsverhältnisse verändern?

Kalliauer: Das ist schwer vorherzusagen. Neben

dem Problem der Arbeitslosigkeit sind

derzeit andere Menschen in ihren Berufen

besonders gefordert und erbringen eine tolle

Leistung: in der Pflege, im Gesundheitswesen,

aber auch im Transport, im Handel und

anderen Bereichen. Ich hoffe, dass nicht nur

das gesellschaftliche Ansehen dieser Berufe

steigt, sondern auch die finanzielle Ausstattung.

Denn auch wenn wir personell hier

besser aufgestellt sind als andere europäische

Länder, brauchen wir auch in Zukunft

das notwendige Personal.

Die Sozialpartnerschaft wird in der Krise als besonders

wertvoll erlebt. Wird sie gestärkt daraus

hervorgehen?

Kalliauer: Ich denke schon, dass wir derzeit

den Beweis erbringen, wie gut die Sozialpartnerschaft

auf überbetrieblicher Ebene, aber

auch in den Betrieben, funktioniert. In der

Beratung sehen wir die Vorteile jener Betriebe,

die eine Arbeitnehmervertretung haben:

Da gibt es jemanden, der in der kritischen

Phase etwas an Unsicherheit nehmen kann

und auch für den Unternehmer Ansprechpartner

ist. « Interview: Heinz Niederleitner

Die Zusammenstellung von

Telefonnummern, E-Mail- und

Internetadressen, die in Zeiten

von Corona Hilfestellungen

anbieten, wird auf www.

kirchenzeitung.at laufend

überarbeitet.

• Katholische Jungschar.

Ideen, Tipps für Kinder, Gruppenleiter/innen

und Eltern

XX

www.dioezese-linz.at/site/kjs

• Telefonseelsorge. Anonyme

und kostenlose 24-Stunden-

Beratung am Telefon und online

XX

Hotline 142,

www.telefonseelsorge.at

• Caritas. Das #TeamNächstenliebe

ruft ab sofort alle Österreicherinnen

und Österreicher

dazu auf, Menschen in ihrer

Nachbarschaft zu unterstützen.

XX

www.teamnaechstenliebe.at

• SelbA. „SelbA – Aktiv für

ALLE zuhause“ ist eine Initaitive

mit motivierenden und hilfreichen

Anregungen und Angeboten,

die laufend erweitert

werden.

XX

www.dioezese-linz.at/selba

• BEZIEHUNGLEBEN.AT. Familienberatung

am Telefon, über

Skype, im Chat oder online

XX

Tel. 0732 777 36 76, E-Mail:

beziehungleben@dioezese-linz.at,

www.beziehungleben.at/beratung/

online-beratung

• Team Familie. Über 100

Mitmach-Tipps zum Basteln,

Kochen und Bewegen bietet das

Institut für Soziale Kompetenz.

XX

www.isk-austria.at

• MAS-Alzheimerhilfe. Notfalls-Initiative

für Angehörige

von Menschen mit Demenz

XX

www.alzheimerhilfe.at

• Chronisch krank. Sammlung

von Experten-Antworten

zum Coronavirus speziell für

chronisch Kranke und Menschen

aus der Risikogruppe

XX

ww.selpers.at


8 Interview 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

Interview zum Begriff „Hölle“ anlässlich der Fastenzeit

Keine Furcht vor der ewigen Hölle

Der Theologe Andreas Krenn hat sich auf

Grundlage der biblischen Texte intensiv mit

dem Begriff „Hölle“ beschäftigt. Wieso das

ewige Feuer eigentlich eine hoffnungsvolle

Botschaft ist, erklärt er im KirchenZeitungs-

Interview anlässlich der Fastenzeit.

Kann man überhaupt sagen, wie die Hölle ausschaut?

Andreas Krenn: Die Bibel – sowohl das Alte

wie auch das Neue Testament – erzählt in teils

sehr drastischen Bildern und öfter, als uns lieb

ist, von „Hölle“ oder von „ewiger Verdammnis“

oder vom „ewigen Feuer“. Das hat die

Fantasie von Ängstlichen und Angstmachern

schon immer angeregt und viel Leid über viele

Menschen gebracht. So kann es wohl nicht

im Sinne einer Heiligen Schrift, im Sinn eines

liebenden Vaters sein.

Was kann man unter der Hölle verstehen?

Krenn: Hölle ist laut Bibel der „Ort“ der Toten.

– Tot allerdings ist nach biblischem Verständnis

der Mensch nicht erst nach dem Tod. Tot

bin ich vielmehr bereits, wenn ich keine Verbindung

mehr zu meiner Quelle erlebe, wenn

mir die Lebendigkeit abhanden gekommen

ist. Oder biblisch gesprochen: Es ist die Hölle,

wenn ich den Atem Gottes in mir, wenn ich

mein Innerstes nicht mehr spüre. Wenn ich

also ein Leben lebe, das nicht meinem Wesen

entspricht; wenn ich – manchmal trotz aller

Fülle im Außen – innerlich leer bin.

Der Theologe

Andreas Krenn

arbeitet als Richter

am Diözesangericht

Linz. Er ist Experte für

hebräische Sprache

und jüdische Mystik.

diözese linz/appenzeller

Ist die Hölle dann nicht automatisch eine Strafe?

Krenn: Es scheint so zu sein, dass Hölle nicht

einfach eine Strafe für böse Menschen ist.

Hölle geschieht ja auch mitten im Leben

hier, sie geschieht ja auch dann, wenn ich

gar nichts Böses wollte, unbewusst – allzu oft

auch, ohne dass ich etwas dafür kann. Und

sie geschieht auch den „Guten“.

Offensichtlich ist das nicht allein eine Frage

meiner Anstrengung, eine Frage des Erfüllens

von Gesetzen. Die entscheidende Frage

ist vielmehr: Wie komme ich da wieder

raus? Wie werde ich wieder lebendig? Davon

erzählt die Bibel in vielen Geschichten. Ein

Ansatz findet sich sowohl im Alten wie auch

im Neuen Testament: Das „Wort Gottes“ ist

demnach nämlich nicht weit weg, sondern es

ist in meinem Herzen und in meinem Mund.

Das „Wort Gottes“, das sind – im jüdischen

Verständnis zumindest – die „Gesetze“ Gottes,

die Gesetzmäßigkeiten des Lebens. Die

Grundstrukturen des Lebens – so wie das Leben

gut „funktioniert“.

Und diese Worte, diese „Gesetze“ trage ich

in mir. Es geht also nicht um eine Methode,

die ich mühsam erlernen muss, sondern

um einen Zugang, der sich mir – meist überraschend

– eröffnet, der sich schenkt. Es ist

ein Durchbruch, was das Wort „Passah“, also

„Ostern“, eigentlich bedeutet.

Sie sprechen von der Hölle im Leben, was ist mit

der Hölle nach dem Tod?

Krenn: Das Leben hört ja mit dem Tod nicht

auf – so das selbstverständliche Wissen schon

der jüdischen Überlieferungen. Alles, was zu

meinem Leben gehört – also auch alle meine

Schattenseiten – nehme ich mit. Das ewige

Feuer, von dem jüdisch–christliche Texte

immer wieder sprechen, meint dabei jene

Realität, durch welche die gewaltige, all unsere

Vorstellungen übersteigende Wandlung

unserer Existenz passiert. Eine Ahnung davon

könnten wir bekommen, wenn wir uns

die Wandlung der Raupe in den Schmetterling

vor Augen führen. Unvorstellbar – und

unvorstellbar schön. Das ist der eigentliche

Sinn des „ewigen Feuers“!

Und nach dem Reinigungsprozess geht es in den

Himmel?

Krenn: Der hebräischen Sprache zufolge ist

der Himmel die Vereinigung der Gegensätze

und nicht Ausgrenzung oder Vernichtung

einer Seite. „Gut“ und „böse“ finden sozusagen

wieder zusammen, werden wieder eins,

so wie es im Anfang war. Es wäre demnach

kein Heil, kein Ganzes, wenn eine Seite des

Lebens fehlen würde. Das ist für uns eigentlich

nicht vorstellbar – aber das dürfen wir

getrost Gott überlassen.

Andreas Krenn: „Eine immerwährende Hölle braucht der Mensch, solange er ehrlich sucht,

nicht zu fürchten.“ adobe/Animaflora PicsStock

Über die Hölle wird in den Kirchen mittlerweile

wenig gepredigt. Sollte das anders sein?

Krenn: Naja – ich denk, wir als Kirche täten

gut daran, die Menschen und auch uns selbst

mit unseren jeweiligen „Hölle“-Erfahrungen

ernst zu nehmen. Es gibt sie – auch dann,

wenn wir uns nur zu gern darüber hinwegschwindeln.

Schön und gesund wäre es, einen

großen, sinnhaften Zusammenhang erleben

zu können und damit meine „Hölle“

– wie heutige Psychologie es auch einmahnt –

ins Ganze meines Lebens integrieren zu können.

Eine immerwährende Hölle braucht der

Mensch, solange er ehrlich sucht, nicht zu

fürchten. « Interview: Paul Stütz


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Pfarren & Regionen 9

momente

Geistliche Angebote

im Netz

Abendsegen, Erklärung zum

Sonntagsevangelium, Anleitungen

zum Gebet – kaum überschaubar

sind die spirituellen

Impulse, die Pfarren setzen. Die

KiZ kann nur bespielspielhaft

auf einige hinweisen.

Dornenkrone in der Basilika

Mondsee de Forestier

Das Kreuz vor dem Eingang der

Kirche Heilige Familie (Linz) Seiwald

Vom Kirchturm in Obernberg

am Inn erklingt Musik. Pfarre

Die kreative Kraft der Pfarren

Wenn schon in den Corona-Wochen das

gemeinsame Feiern des Glaubens nicht

erlaubt ist, so setzen Pfarren zumindest

Zeichen, die auf den Glauben verweisen.

Unübersehbar ist das mächtige Kreuz, das

vor dem Haupteingang der Kirche zur Heiligen

Familie in Linz lehnt. Pfarrer Christian

Zoidl hat es aus alten Balken gezimmert.

Er hat das Kreuz vor die Kirche gestellt,

um deutlich zu machen, dass zur Zeit kein

Mensch dem Kreuz ausweichen kann. Jeder

Mensch sei auf seine eigene Kreuzbewältigung

zurückgeworfen, erklärt Zoidl: „Doch

vielleicht kann das Kreuz Jesu, das Markenzeichen

der Christen, helfen, dass Menschen

mit dem aktuellen Kreuz besser zurechtkommen,

und ein Angebot sein, Antwort im

Glauben zu suchen.“

Mondsee. Nicht eigens für die aktuelle Situation

gemacht, sondern bereits das zweite

Jahr in der Fastenzeit in der Basilika Mondsee

zu sehen, ist eine Installation mit Dornen

von Andrea Winkler. Aber im heurigen

Jahr ist die Arbeit ein Meditationsimpuls,

der besonders gut passt, meint Pfarrer Ernst

Wageneder.

Obernberg am Inn. Vom Kirchturm in

Obernberg am Inn ist seit den Ausgangsbeschränkungen

täglich Musik zu hören. Pfarrer

Alfred Wiesinger, der selbst ein guter Musiker

ist, spielt über Lautsprecher um 18.30

Uhr für rund zehn Minuten Stücke, die ihm

Musiker zur Verfügung stellen. Der Klang ist

in einem Umkreis bis zu 850 Meter zu hören.

Pfarrer Wiesinger freut sich über diese klingende

Brücke zu den Menschen. wallner

Braunau. Aus der Stadtpfarrkirche

Braunau-St. Stephan

wird täglich die heilige Messe

im „Stadtkanal“ von „Kabel

Braunau“-TV übertragen:

von Montag bis Samstag jeweils

um 7.30 Uhr und am Sonntag

um 9.30 Uhr. Auch die Eucharistiefeiern

aus der Kapelle des

Krankenhauses St. Josef werden

übetragen: Montag, Dienstag,

Donnerstag und Samstag

um 6.30 Uhr, Mittwoch, Freitag

und Sonntag um 18 Uhr.

„Wir Braunauer und Braunauerinnen

haben also täglich zwei

Auswahlmöglichkeiten in dieser

schwierigen Zeit im eigenen

Wohnzimmer den Gottesdienst

mitzufeiern“, sagt Pfarrgemeinderatsobfrau

Inge Fink.

Peuerbach. Pfarrer Hans Padinger

veröffentlicht zum Sonntag

in schriftlicher Form eine Kurzpredigt

auf der Homepage der

Pfarre: www.dioezese-linz.at/

peuerbach

Kampf um jüdische Kinder

Karmeliten Linz. Die französische

Provinz der „Unbeschuhten

Karmeliten“ produziert

einen einstündigen Dokumentarfilm

über ihren Mitbruder P.

Jaques Bunel, der vor 75 Jahren

am 2. Juni 1945 an den Folgen

der KZ-Haft in Gusen im

Krankenhaus der Elisabethinen

in Linz verstorben ist. P.

Jaques hatte in der Internatsschule,

die er sehr erfolgreich

leitete, jüdische Kinder versteckt.

Die Buben wurden entdeckt und

deportiert, ebenso P. Jaques.

P. Roberto Maria Pirastu (im Bild)

vom Linzer Karmel hat das Kamerateam

bei den Dreharbeiten

vor Ort begleitet. Wenn möglich

soll der Film neben Französisch

auch auf Deutsch produziert werden,

erklärt P. Roberto Maria. Für

P. Jaques wurde ein Seligsprechungsverfahren

eingeleitet.


10 Lebendige Kirche 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

momente

• Vöcklamarkt. Die Pfarre

Vöcklamarkt begleitet seit 2015

die aus der Ostukraine stammende

Familie Shpahniev, die

von der Abschiebung bedroht

ist (die KirchenZeitung berichtete).

Eigentlich wäre die Familie

nun mit Ende März freiwillig

ausgereist, um in der Ukraine

die Rot-Weiß-Rot-Karte zu beantragen.

Damit hätte sie die

Chance auf eine Aufenthaltsbewilligung

für Österreich gehabt.

Doch nun ist alles anders

gekommen. Durch die Corona-

Krise wurde der Flug in die Ukraine

storniert. „Sie sind nicht

mehr in der Grundversorgung

drinnen und werden durch

Spenden finanziert. Sie hängen

jetzt in der Luft und hoffen,

dass sie die Rot-Weiß-Rot-Card

von Österreich aus beantragen

können“, schildert Unterstützer

Franz Gebetsberger.

Jugendarbeit in Zeiten von Corona

Jugendliche vernetzen sich

bei Online-Spieleabenden

Gerade in der kirchlichen Jugendarbeit

wird in der Corona-Krise vermehrt auf das

Internet gesetzt. Die Katholische Jugend

im Dekanat Wels-Land bietet nun zweimal

in der Woche Online-Spieleabende an.

Klassiker wie Activity oder Stadt-Land-Fluss

werden dabei mittels Videokonferenz am

Bildschirm gemeinsam gespielt.

Jugendliche, die plötzlich vom Au-pair-Auslandsaufenthalt

heimbeordert wurden, Maturant/innen,

die um ihren Schulabschluss

bangen oder junge Berufseinsteiger/innen,

die nicht wissen, wann sich das Arbeitsleben

wieder normalisiert. Daniela Klein weiß, wie

Corona das Leben der jungen Bevölkerung

durcheinandergewirbelt hat. Sie ist Jugendbeauftragte

für das Dekanat Wels-Land und mit

dutzenden Jugendlichen ständig in Kontakt.

„Die Krise hat bei vielen Ängste ausgelöst.“

Ihr war es deshalb besonders wichtig, in der

schwierigen Zeit positive Impulse zu geben.

Bleibt wegen Corona nun

doch in Österreich: die Familie

Shpahniev. pfarre vöcklamarkt

• Lembach. Wie so vieles derzeit,

ist auch der Antritt von

Nicki Leitenmüller als Bürgermeisterin

in der Mühlviertler

Gemeinde Lembach verschoben.

Eigentlich hätte die Referentin

der Katholischen Jugend

mit Anfang April das Amt übernommen

(die KirchenZeitung

berichtete). Corona hat diesem

Plan einen Strich durch die

Rechnung gemacht: „Es dürfen

ja keine Versammlungen abgehalten

werden und für die Bürgermeisterübergabe

bedarf es

einer Sondersitzung des Gemeinderates“,

berichtet Leitenmüller.

Erst wenn sich das Leben

wieder normalisiert hat,

kann der Amtsantritt, in dessen

Rahmen auch ein Gottesdienst

geplant ist, erfolgen.

Activity online spielen. Gemeinsam

mit mehreren Ehrenamtlichen – dem „KJ

in Action“-Team – hat sie eine eigene Programmschiene

für Online-Spieleabende ins

Leben gerufen. Zweimal in der Woche finden

die zweistündigen Treffen statt, die über Videokonferenz

ablaufen. Maximal zehn Teilnehmer/innen

können sich an diesen Abenden

gleichzeitig einloggen. Es gebe einige

Spiele, die sehr geeignet seien für diese Plattform,

meint Daniela Klein. Dazu zählt sie Actitvity,

bei dem es darum geht, Begriffe zu erraten,

die eine Person mittels Pantomine oder

Erklärungen zu vermitteln versucht (weitere

Beispiele siehe Kasten). „Es tut uns allen gut,

wenn man Spaß hat und lachen kann. Einer

der Jugendlichen hat beim Spielen gemeint,

dass er froh ist, endlich wen anderen zu sehen

als seine Familie“, sagt Daniela Klein.

Erfahrungen mit Quarantäne. Sie hat bereits

eine weitere Idee zur virtuellen Beziehungspflege

umgesetzt: Die „talk time“, bei

der einmal in der Woche ein Gast zur Videokonferenz

eingeladen wird. In der ersten

Woche erzählte dabei ein Seelsorger über seine

Erfahrungen mit zwei Wochen Quarantäne.

Die frohe Botschaft: Auch das lässt sich

gut überstehen.

Paul Stütz

Spaß beim Online-Spieleabend. (Bild

oben) Daniela Klein ist Jugendbeauftragte

im Dekanat Wels-Land. KJ

Gegen Langeweile

Online-Spielideen

Tipps. Zu den Spieletipps des „KJ in

Action“-Teams zählen: „Ich packe meinen

Koffer“, „Stadt-Land-Fluss“, „Activity“ und

„Tabu“. Auch eine Möglichkeit ist, eine

Geschichte weiterzuerzählen. Die Spielleitung

schreibt die Namen der Mitspieler/innen

untereinander auf einen Zettel und daneben

ein Wort (diese können gemeinsam

gesammelt werden). Die Spielleitung beginnt

mit dem ersten Satz einer Geschichte.

Jede und jeder soll nun in der vorgegebenen

Reihenfolge einen Satz mit dem

Wort neben dem Namen bilden, der zum

Geschichtenanfang passt.


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Oberösterreich 11

Vom Medizinstudium direkt zum Coronaeinsatz

„Kriseneinsätze liegen mir im Blut“

Medizinstudent Philipp Bogner aus

Wilhering hat sich freiwillig zum außerordentlichen

Zivildienst gemeldet. Seine

ersten Erfahrungen mit Kriseneinsätzen hat

er beim Hochwasser im Jahr 2013 gemacht.

Paul Stütz

Ob er sich als Held fühlt? „Nein, ich habe

ja keine Superkräfte“, sagt Philipp Bogner.

„Das ist einfach der Beitrag für die Gesellschaft,

den ich leisten kann.“ Der 24-Jährige

hat sich beim Samariterbund für den Zivildienst

registrieren lassen, um in der Corona-

Krise mit anzupacken. Eigentlich habe er zuerst

damit gerechnet, dass er als ehemaliger

Zivildiener sowieso verpflichtet würde. „Als

ich dann gehört habe, dass es die Regierung

über die freiwillige Schiene versucht, habe

ich mich gleich am ersten Tag gemeldet“,

sagt Philipp Bogner.

Ein Einsatz im Notkrankenhaus

gehört zum möglichen Einsatzgebiet

von Philipp Bogner. adobe /Halfpoint

Der Medizinstudent Philipp Bogner

startet nach der Quarantäne in den

freiwilligen Zivildienst. privat

Vielfältig einsetzbar. Er studiert in Innsbruck

im 7. Semester Medizin, ist ausgebildeter

Notfallsanitäter und ist somit hoch qualifiziert

für die Aufgabe, in die er Anfang April

starten wird. „Ich gehe von einem dreimonatigen

Einsatz aus. Es ist noch offen, wo ich

überall eingesetzt werde. Möglich ist das im

Rettungswagen, in einem Notkrankenhaus

oder bei der 1450er-Hotline.“ Angst vor einer

möglichen Ansteckung mit Corona verspüre

er im Übrigen kaum. „Es ist wichtig,

sehr vorsichtig zu sein und sich an alle Vorschriften

zu halten. Sollte ich mich aber infizieren,

gehe ich davon aus, dass ich keinen

allzu schweren Verlauf habe.“

Arbeit bei der Corona-Hotline. In der Corona-Krise

hat der Medizinstudent seinen

ersten Kurzeinsatz im Dienst bei der Hotline

1450 bereits hinter sich. Es brauche bei

diesem Telefondienst viel Fingerspitzengefühl,

um zu entscheiden, ob ein Verdachtsfall

auf das Coronavirus vorliegt oder nicht,

meint Bogner. Die Entscheidungen laufen

entlang bestimmter Parameter ab, sind aber

trotzdem immer individuell und vor allem

rasch zu treffen. „Das Telefon klingelt pausenlos,

an einem Tag hat man bei diesem

Dienst hunderte Gespräche“, erzählt er. Gefreut

und motiviert habe ihn, dass sich viele

Anrufer/innen für die Auskunft an der Hotline

bedankt haben.

14 Tage Quarantäne. Dabei hat Philipp

Bogners erster Dienst bei der Hotline nur wenige

Stunden gedauert. Schon am selben Tag

wurde bekannt, dass Heimkehrer aus dem

Hochrisikogebiet Tirol in 14-tägige Quarantäne

gehen sollen. Durch sein Studium in

Innsbruck war auch er von der Regelung betroffen,

was ihm eine zweiwöchige Zwangspause

in seinem Elternhaus in Wilhering bescherte.

Mittlerweile ist diese Selbstisolation

wieder beendet, womit Philipp Bogner bald

an seinen Zivildienst vor knapp fünf Jahren

anknüpfen kann. Er hat damals als Sanitäter

beim Samariterbund gearbeitet, was seine

Lebensplanung in positiver Weise umgekrempelt

hat. „Der Zivildienst hat mir so gut

gefallen, dass ich Medizin inskribiert habe.

Obwohl ich mir nach der Matura zuerst gedacht

habe, dass ich nie wieder etwas lernen

will und ganz sicher nichts studieren mag.“

Der Unibetrieb liegt für Bogner während des

Zivildienstes nun auf Eis, wobei es eine Regelung

geben soll, dass der Einsatz für das Studium

angerechnet wird.

Hilfe für Hochwasseropfer. Was es heißt

,in Notzeiten zu helfen, weiß Philipp Bogner

von seiner Zeit bei der freiwilligen Feuerwehr.

Bei dem verheerenden Hochwasser

im Jahr 2013 half Bogner, der damals noch

zur Schule ging, beim Auspumpen der Keller

in den besonders betroffenen Gebieten

entlang der Donau. In dem Katastrophengebiet

habe er beobachtet, wie unterschiedlich

Menschen auf solche Extremsituationen reagieren.

„Manche Hochwasseropfer haben,

während wir da waren, ein Bier getrunken

und gesagt, dass es eh nix hilft, sich aufzuregen.

Andere dafür waren psychisch stark

gezeichnet und sind neben sich gestanden.

Die Menschen sind sehr unterschiedlich

gestrickt“, erzählt Philipp Bogner. Er selbst

habe jedenfalls gemerkt, dass er mit solchen

Situationen relativ gut umgehen kann. „Irgendwie

würde ich sagen, dass mir solche

Kriseneinsätze im Blut liegen.“

Zivildiener

Freiwillig melden

Ehemalige Zivildiener wurden öffentlich

dazu aufgerufen, sich freiwillig für den außerordentlichen

Zivildienst zu melden.

Außerdem werden jene Männer, die ihren

Zivildienst in den vergangenen fünf Jahren

absolviert haben (insbesondere jene, die in

den Bereichen tätig waren, in denen nun

spezieller Bedarf herrscht), nun auch aktiv

vom zuständigen Ministerium angeschrieben.

Bis dato haben sich über 2.000 Zivildiener

freiwillig gemeldet. Sie werden im

April ihre Tätigkeit aufnehmen.


12 Thema 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

„Die Schande Europas“

Über den gesamten Globus breitet sich das Coronavirus aus. Zum Schutz der Menschen werden Maßnahmen

gesetzt, um die Verbreitung einzudämmen. Für die Flüchtlinge, die auf den griechischen Inseln in überfüllten

Lagern festsitzen, wird die Situation unter den aktuellen Umständen noch schwieriger. Der Soziologe Jean Ziegler

berichtet in seinem neuen Buch „Die Schande Europas“ über die katastrophalen Bedingungen der Geflüchteten

auf Lesbos. Sein Appell: Die Lager müssen geschlossen und die Flüchtlingspolitik radikal geändert werden.

interview: susanne huber

Im Mai 2019 besuchten Sie das Flüchtlingslager

Moria auf Lesbos. Wie waren Ihre Eindrücke?

Jean Ziegler: So ein Elend, so eine Verzweiflung

wie in Moria habe ich noch nie erlebt,

auch nicht während meiner achtjährigen

Zeit als UN-Sonderberichterstatter für das

Recht auf Nahrung, in der ich wirklich viel

fürchterliches Leid gesehen habe. Ursprünglich

wurde dieses Areal, eine ehemalige Kaserne,

für 3000 Soldaten errichtet; jetzt leben

dort 24.000 Menschen zusammengepfercht

und warten verzweifelt darauf, ob ihr Asylbescheid

abgelehnt oder angenommen wird

– viele schon seit drei oder vier Jahren. Die

hygienischen Bedingungen im Lager sind katastrophal.

Es gibt viel zu wenig Duschen und

Toiletten; so müssen sich 100 Personen ein

WC teilen – das sind Metallkabinen, die man

von innen nicht abschließen kann. Die meisten

davon sind ständig verstopft und verbreiten

einen fürchterlichen Gestank über das

ganze mit Stacheldraht umgebene Lager.

Was war für Sie das Erdrückendste, das Sie dort

erlebt haben?

Ziegler: Die Tausenden von unbegleiteten

schutzlosen Kindern – letzte Überlebende

von Bombardements oder von Schiffbrüchen,

bei denen sie ihre Eltern und Geschwister

verloren haben. Die Organisation

„Ärzte ohne Grenzen“ betreibt ein Lazarett

außerhalb des Lagers. Mediziner/innen und

Psychiater/innen kämpfen dort gegen die

Selbstmordversuche und Selbstverstümmelungen

der Kinder. Die jungen Menschen

nehmen ein Messer und stechen sich in die

Arme und Beine – als letzter verzweifelter

Hilfeschrei. Das hat mich schwer erschüttert.

Es gibt keine Hoffnung. Die Nahrung

für diese Menschen ist ungenügend und

häufig ungenießbar. Abfallberge türmen sich

auf. Ratten vermehren sich und immer wieder

werden kleine Kinder von ihnen gebissen.

Warum gibt es in Europa solche Zustände?

Ziegler: Das Problem ist, dass die EU die

Flüchtlinge als Gefahr für Europa sieht. Die

fatalen Bedingungen in diesen Lagern auf

Jean Ziegler ist Soziologe und Autor zahlreicher

Bücher. Der Schweizer war von 2000 bis

2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht

auf Nahrung und von 2009 bis 2019 Vizepräsident

des Beratenden Ausschusses des UN-

Menschenrechtsrates. In dieser Funktion ist er

immer noch als Berater tätig. c. Bertelsmann

-nsgesamt fünf griechischen Inseln sind gewollt,

damit Flüchtlinge aus Syrien, aus dem

Jemen, aus dem Irak oder aus Afghanistan

nicht mehr kommen und darauf verzichten,

die Flucht zu ergreifen, wenn sie solche

Nachrichten aus Lesbos, Samos, Kos,

Leros und Chios hören. Aber solche Strategien

sind politisch unwirksam, denn wenn

Menschen bombardiert werden wie jetzt im

syrischen Idlib, dann gehen sie weg – wie

auch immer die Nachrichten aus den Lagern

sind. Solange diese Mentalität in Brüssel

regiert, dass Flüchtlinge keine gepeinigten

Menschen sind, die das Recht auf Schutz

haben, sondern dass sie Feinde Europas sind,

die man fernhalten muss um jeden Preis, solange

ist die EU total unglaubwürdig. Sie liquidiert

damit das Asylrecht und zerstört das

moralische Fundament, auf dem sie selbst

aufgebaut ist.

Menschenrechte werden mit Füßen getreten ...

Ziegler: Genau – das Recht auf Nahrung,

das Recht auf Behausung, das Recht auf

medizinische Versorgung. Es gibt in Moria

nur einen einzigen Militärarzt für die 24.000

Menschen. Und wenn dort jetzt noch das

Coronavirus ausbricht, was so gut wie

sicher ist, dann gibt es eine menschliche

Katastrophe.

Was müsste jetzt Ihrer Meinung nach passieren?

Ziegler: Diese Aufnahmegefängnisse müssen

sofort geschlossen und alle Flüchtlinge auf

die 27 Mitgliedstaaten der EU verteilt werden.

Es gibt ja einen von der EU ausgehandelten

so genannten Relokalisierungsplan,


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Thema 13

Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind die Lebensbedingungen für die Menschen hart.

ELIAS MARCOU/REUTERS/picturedesk.com; Valery Sharifulin/Tass/picturedesk.com

welcher die Kontingente für jedes Land festlegt.

Das Problem ist, dass acht osteuropäische

Staaten, darunter Polen und Ungarn,

jede Aufnahme von Flüchtlingen ablehnen.

Der polnische Ministerpräsident sagt,

das Land müsse seine „ethnische Reinheit“

bewahren. Das ist Nazivokabular. Für Länder,

die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen,

braucht es Sanktionen. Das sind vor allem

Bettelstaaten, die zu 80 Prozent von den

Subventionen aus Brüssel leben. Vergangenes

Jahr sind diese Länder in den Genuss

des so genannten Kohäsionsfonds gekommen,

der insgesamt 63,4 Milliarden Euro zur

Verfügung gestellt hat. Diese Subventionen

müssen sofort suspendiert werden, bis diese

Länder dem Verteilungsplan zustimmen.

Haben Sie Hoffnung, dass sich nun im Zuge dieser

Situation im Hinblick auf das Coronavirus etwas

bewegt und es zu einem Umdenken hinsichtlich

der Flüchtlinge kommen könnte?

Ziegler: Nein. Leider passiert jetzt das

Gegenteil, nämlich die Schließung aller Grenzen,

der Rückfall in den Kollektivegoismus.

Nach meiner Mission auf Lesbos – ich war

dort 2019 in meiner Funktion als Vizepräsident

des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrates

der UN – bin ich so bestürzt

gewesen über die katastrophale Situation in

Moria, dass ich nicht mehr schlafen konnte.

Und so habe ich ein Buch geschrieben –

als Weckruf, als Waffe im Kampf gegen diese

unmenschliche EU-Bürokratie. Moria ist das

größte Flüchtlingslager auf europäischem Boden.

All dieses Leid dort geschieht im Namen

einer europäischen Abschreckungs politik.

Und verantwortlich dafür ist die Europäische

Kommission ...

Ziegler: Ja. Und das Absurde dabei ist, dass

sie es in unserem Namen tut. Der Stacheldraht,

die Kriegsschiffe von FRONTEX, die

griechische Spezialpolizei mit Panzern – all

das wird finanziert von unseren Steuergeldern.

Das dient einer Politik, die von einer

großen Mehrheit der Europäer aber abgelehnt

wird.

„Moria ist das größte

Flüchtlingslager auf

europäischem Boden. All

dieses Leid dort geschieht im

Namen einer europäischen

Abschreckungspolitik.“

jean ziegler

Was könnten die Menschen tun?

Ziegler: Die starken demokratischen EU-Mitgliedstaaten

wie Österreich, Deutschland,

Frankreich müssten aufstehen. Es gibt keine

Ohnmacht in der Demokratie. Wir haben

alle Bürgerrechte, Menschenrechte, die

es erlauben würden, diesen Aufstand durchzusetzen

und unsere Regierungen zu zwingen,

die Flüchtlingspolitik radikal zu ändern

und im Flüchtling nicht mehr eine Gefahr

zu sehen, sondern einen Menschen, der

Schutz sucht und der völkerrechtlich auch

das Recht auf Schutz hat. Es gibt für verfolgte,

gefolterte Flüchtlinge keine illegalen

Grenzübertritte. Sie haben das Recht, eine

Grenze zu überschreiten und in einem anderen

Staat ein Asylgesuch zu deponieren. Ob

der Staat das dann ablehnt oder annimmt,

ist wieder eine andere Problematik. Aber zu

verhindern, dass jemand ein Schutzgesuch

einreichen kann, wie das die europäische

Grenz- und Küstenwache FRONTEX und die

griechische Polizei jetzt tun, wenn sie mit

Eisenstangen auf Flüchtlingsboote einschlagen

oder sie auf Flüchtlinge schießen, das ist

ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Das Asylrecht muss respektiert werden. Deshalb

braucht es diesen Aufstand des Gewissens.

Die Kirchen haben da auch eine große,

wichtige Aufgabe, um den moralischen

Anspruch wieder herzustellen, denn sie sind

die Hüter der öffentlichen Moral.

Was erwarten Sie sich konkret von der Kirche?

Ziegler: Ich schätze Papst Franziskus sehr. Er

war 2016 auf Lesbos; und 2017 sagte er bei einer

Gedenkfeier, was er auf der Insel gesehen

hat, erinnert an Zustände in Konzentrationslagern.

Diese klaren Worte sollten in den Kirchen

und darüber hinaus jeden Tag wiederholt

werden. Es geht darum, ein Alarmsignal

zu setzen und zu sagen, die Flüchtlinge sind

Menschen wie du und ich, sie sind unsere

Brüder und Schwestern. Was uns von ihnen

trennt ist nur der Zufall des Geburtsortes. Alle

Menschen sind Kinder des einzigen Gottes. «

u Buchtipp: Jean Ziegler: Die Schande Europas.

Von Flüchtlingen und Menschenrechten.

C. Bertelsmann Verlag, 2020, 143 Seiten, € 15,50.


14 Panorama 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

kurz berichtet

• Sterbende trotzdem begleiten.

Wegen der Corona-

Schutzmaßnahmen ist es zur

Zeit nicht erlaubt, Angehörige

in einer Hospiz- oder Palliativeinrichtung

zu besuchen.

Auch ohne körperlichen Kontakt

sei es aber möglich, Sterbenden

ihre Verbundenheit auszudrücken,

so Waltraud Klasnic,

Präsidentin des Dachverbandes

„Hospiz Österreich“. Angehörige

sollen „aktiv, regelmäßig und

verlässlich in persönliche Beziehung“

treten, per Telefon, SMS

oder E-Mail sowie Handy-Apps.

• Liegestütz und Abfahrtshocke.

Einfache Tipps für Bewegung

zuhause gibt die Diözesansportgemeinschaft

Österreichs (DSGÖ) angesichts

der Pandemie-bedingten Ausgangsbeschränkungen.

Die Vorschläge

reichen von Übungen

für Gelenke und Wirbelsäule bis

hin zum Beckenboden. Auch

auf Hals und Nacken sowie Venen

wird Rücksicht genommen.

Seniorentrainerin Helga Edtbrustner

stellte die Anregungen

zusammen. „Bereits kleine

Übungen haben große Wirkung,

wenn man sie regelmäßig in

den Alltag einbaut.“ dsg.or.at

Bischöfe unterstützen Caritas

Eine Million Euro für Corona-Nothilfefonds

Die Kirche unterstützt den Corona-Nothilfefonds

der Caritas mit einer Million Euro.

Das hat die Bischofskonferenz beschlossen.

„In der Krise dürfen wir auf die Schwächsten

nicht vergessen“, begründete Kardinal

Christoph Schönborn die Entscheidung.

Die Diözesen stellen das Geld anteilsmäßig

der jeweiligen diözesanen Caritas zur Verfügung.

Die Zahl der Hilfesuchenden stieg

bereits in den vergangenen Wochen und

Corona verändert die Osterfeiern.

„Besondere Zeiten erfordern

besondere Lösungen“, heißt es

in den Handlungsempfehlungen

der Bischofskonferenz. Katholikinnen

und Katholiken sollen

das zentrale christliche Fest

als Hauskirche oder unter Nutzung

von Medien und Internet

feiern. Jeder gesunde Pfarrer solle

vier Gläubige bitten, mit ihm

die Osterwoche liturgisch zu begehen.

Idealerweise soll diese

Gemeinschaft für alle Feiern ab

dem Palmsonntag dieselbe bleiben,

raten die Bischöfe.

werde sich in den nächsten Monaten vervielfachen,

warnte Caritas-Präsident Michael

Landau. Die Caritas steht denen bei, die

sich bereits vor der Pandemie in einer Krise

befanden und hilft gleichzeitig den Menschen,

die durch das Corona-Virus in Not

geraten sind. „Wir müssen verhindern, dass

die Gesundheitskrise von heute zur sozialen

Krise von morgen wird“, betont Kardinal

Schönborn. www.caritas.at/corona-nothilfe

Bischofskonferenz erlässt Richtlinien zu Osterfeiern unter Pandemie-Bedingungen

Besondere Lösungen

Ostern anders ist eine Herausforderung für alle

Christinnen und Christen. ludek perina/ctk/picturedesk

• Sex im Paradies. Die jüngste

Ausgabe des Jahrbuchs für

biblische Theologie ist dem

Thema Sexualität in der Bibel

gewidmet. Die Bibelwissenschaftlerinnen

Irmtraud Fischer

und Uta Poplutz tragen damit

zur „Sprachbefähigung auf diesem

oft verdrängten und dennoch

so zentralen menschlichen

Gebiet“ bei. 16 Beiträge

gehen verschiedenen Rezeptionssträngen

nach. Irmtraud Fischer

und Konrad Schmid interpretieren

die Paradieserzählung.

Schmid vertritt die These „no

sex in paradise“ und sieht vollzogene

Geschlechtlichkeit erst

nach dem Sündenfall gegeben;

anders Fischer, die von einer

„ungestörten, egalitär gelebten

Geschlechtlichkeit“ im Paradies

ausgeht.

Spendenausfälle

durch die Corona-Krise

bringen Hilfsorganisationen

in Bedrängnis.

kfb

Spendenausfälle und andere Fragen beschäftigen NGO‘s

Hilfsorganisationen am Limit

Viele Fastensuppenessen in Pfarren

entfielen heuer wegen der

Anti-Corona-Maßnahmen. Die

Katholische Frauenbewegung reagierte

schnell und eröffnete die

Facebook-Aktion „Daheim Suppe

essen“. Rezepte gibt es online,

gegessen wird zuhause, gespendet

wieder online. So hofft

die Aktion Familienfasttag, ein

wenig der Spendeneinbußen

gutmachen zu können. Denn

für die über 100 Partnerprojekte

in aller Welt ist Verlässlichkeit

enorm wichtig. Wie der Aktion

Familienfasttag geht es auch anderen

spendensammelnden Organisationen.

Firmen streichen

Sponsoring, Fundraising-Veranstaltungen

entfallen, Spenden

bleiben aus. Der Dachverband

Globale Verantwortung hofft

auf die Unterstützung der Bundesregierung,

die auch gemeinnützigen

Organisationen zugute

kommen soll. „Es braucht

Krisenfonds zur Abdeckung

existenzbedrohender Einnahmenverluste,

Stundungen, Möglichkeiten

zu Ratenzahlungen,

Flexibilität bei Fördergebern etc.

und Zugang zu den Unterstützungsmaßnahmen,

die zurzeit

nur für Unternehmen konzipiert

sind“, so Geschäftsführerin Annelies

Vilim.


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Panorama 15

Am Freitagabend betete Papst Franziskus am Vorplatz des Petersdoms in einer Feier für das Ende der Corona-Pandemie und erteilte zum Schluss den Segen

„Urbi et Orbi“. Für Gläubige war der Platz gesperrt. kna

Eine historische Geste des Papstes

Mit eindringlichen Appellen wandte sich

Papst Franziskus in der Corona-Pandemie

an die Weltöffentlichkeit und die Katholiken.

Beim Angelusgebet im Vatikan bat

er Konfliktparteien weltweit um eine sofortige

Waffenruhe, damit die internationale

Gemeinschaft geeint gegen das Virus

vorgehen könne. Franziskus stellte sich

damit ausdrücklich hinter einen entsprechenden

Aufruf von UN-Generalsekretär

Antonio Guterres. Vor dem Angelusgebet

rief der Papst in der Frühmesse am Sonntag

katholische Christen dazu auf, die von

der Pandemie Betroffenen in ihrem Leiden

nicht allein zu lassen und erinnerte

an Menschen in Quarantäne, einsame Alte

und Patienten, aber auch an Eltern, die

nicht mehr das Geld für die Ernährung ihrer

Kinder hätten. Wörtlich sprach er von

einem „Sonntag der Tränen“.

In einer einzigartigen, historisch beispiellosen

Geste hatte Franziskus bereits am

Freitagabend den Segen „Urbi et Orbi“ erteilt

und um ein Ende der Corona-Pandemie

gebetet. Bei der Feier auf den Stufen

des Petersdoms rief er die Hilfe Gottes

in der Notlage und seinen Trost für Kranke

und Sterbende an. Der Petersplatz blieb

wegen der Ausgangsbeschränkungen für

Gläubige gesperrt. Der Vatikan gab bekannt,

dass weder der 83-jährige Papst

noch seine engsten Mitarbeiter von den

Ansteckungen betroffen seien.

Evakuierungs-Appell

der Flüchtlingslager

Der Appell zur Evakuierung der

Flüchtlingslager in Griechenland

(siehe auch Themenseite) stößt

auf breite Unterstützung. Dazu

haben vergangene Woche 200

zivilgesellschaftliche und kirchliche

Organisationen aus Österreich

und Europa in einem

offenen Brief aufgefordert. Erfreulich

sei, dass auch hohe kirchliche

Würdenträger wie Hermann

Glettler, Bischof der Diözese Innsbruck,

hinter dem Appell stehen,

sagt Lukas Gahleitner-Gertz von

der Asylkoordination Österreich,

die den Appell koordinierte.

u Unterzeichnet werden kann der

Appell unter: www.urgentletter.at

Ungewöhnliches

Osterfest im Vatikan

Ostern, das höchste Fest der

Christenheit, wird wegen des Coronavirus

in Rom ohne Versammlungen,

ohne öffentliche Messen

mit dem Papst, stattfinden. Das

gab es nicht seit Ende der Christenverfolgung

in der Antike. Entsprechend

schwer tat sich der

Vatikan mit dem Entschluss. So

wird Franziskus heuer alle zentralen

Gottesdienste von Palmsonntag

bis Ostersonntag am Altar des

Petersdoms und ohne physische

Anwesenheit von Gläubigen feiern.

Katholiken in aller Welt können

die Liturgien mit dem Papst

via Internet, Fernsehen und Radio

mitfeiern.

weltkirche

• Versorgung von Obdachlosen. Der Kölner Kardinal

Rainer Maria Woelki öffnet in der Corona-Krise das

Priesterseminar für die Versorgung von Obdachlosen. Seit

Montag könnten sie dort ein warmes Essen bekommen

und duschen, sagte Woelki in einem Gottesdienst. Außerdem

rief er in einem Interview dazu auf, in der Corona-

Krise auch mit Kriegsflüchtlingen solidarisch zu sein.

• Osterkonzert. Trotz der Viruskrise

wird der italienische

Startenor Andrea Bocelli zu Ostern

ein Konzert im Mailänder

Dom geben. Das Solo-Konzert

mit geistlichen Stücken findet

ohne Publikum statt und

werde laut dem Bürgermeister

der Stadt, Giuseppe Sala, als

Livestream übertragen.

Andrea Bocelli kna


Sonntag

Palmsonntag – Lesejahr A, 5. April 2020

Wahrhaftig,

Gottes Sohn

Die Leidensgeschichte endet damit, dass Jesus als Sohn

Gottes erkannt wird. Für Christinnen und Christen ist

diese Erkenntnis ein Anfang.

Evangelium

Matthäus 27,11–54 (Kurzfassung)

Als Jesus vor dem Statthalter stand, fragte

ihn dieser: Bist du der König der Juden? Jesus

antwortete: Du sagst es. Als aber die Hohepriester

und die Ältesten ihn anklagten,

gab er keine Antwort. Da sagte Pilatus zu

ihm: Hörst du nicht, was sie dir alles vorwerfen?

Er aber antwortete ihm auf keine einzige

Frage, sodass der Statthalter sehr verwundert

war.

Jeweils zum Fest pflegte der Statthalter einen

Gefangenen freizulassen, den das Volk

verlangte. Damals war gerade ein berüchtigter

Mann namens Jesus Barabbas im Gefängnis.

Pilatus fragte nun die Menge, die

zusammengekommen war: Was wollt ihr?

Wen soll ich freilassen, Jesus Barabbas oder

Jesus, den man den Christus nennt? Er wusste

nämlich, dass man Jesus nur aus Neid an

ihn ausgeliefert hatte. Während Pilatus auf

dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu

ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts

zu schaffen mit jenem Gerechten! Ich habe

heute seinetwegen im Traum viel gelitten.

Inzwischen überredeten die Hohepriester

und die Ältesten die Menge, die Freilassung

des Barabbas zu fordern, Jesus aber hinrichten

zu lassen. Der Statthalter fragte sie: Wen

von beiden soll ich freilassen? Sie riefen: Barabbas!

Pilatus sagte zu ihnen: Was soll ich

dann mit Jesus tun, den man den Christus

nennt? Da antworteten sie alle: Ans Kreuz

mit ihm! Er erwiderte: Was für ein Verbrechen

hat er denn begangen? Sie aber schrien

noch lauter: Ans Kreuz mit ihm! Als Pilatus

sah, dass er nichts erreichte, sondern

dass der Tumult immer größer wurde, ließ er

Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten

die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am

Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! Da

rief das ganze Volk: Sein Blut – über uns und

unsere Kinder! Darauf ließ er Barabbas frei,

Jesus aber ließ er geißeln und lieferte ihn aus

zur Kreuzigung.

Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus,

führten ihn in das Prätorium und versammelten

die ganze Kohorte um ihn. Sie

zogen ihn aus und legten ihm einen purpurroten

Mantel um. Dann flochten sie einen

Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm

auf das Haupt und gaben ihm einen Stock in

die rechte Hand. Sie fielen vor ihm auf die

Knie und verhöhnten ihn, indem sie riefen:

Sei gegrüßt, König der Juden! Und sie spuckten

ihn an, nahmen ihm den Stock wieder

weg und schlugen damit auf seinen Kopf.

Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben

hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab

und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder

an. Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn

zu kreuzigen.

Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Kyrene

namens Simon; ihn zwangen sie, sein

Kreuz zu tragen. So kamen sie an den Ort,

der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe.

Und sie gaben ihm Wein zu trinken,

der mit Galle vermischt war; als er aber

davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht

trinken. Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten,

verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los

über sie warfen. Dann setzten sie sich nieder

und bewachten ihn dort. Über seinem

Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht,

die seine Schuld angab: Das ist Jesus, der König

der Juden. Zusammen mit ihm wurden

zwei Räuber gekreuzigt, der eine rechts von

ihm, der andere links. Die Leute, die vorbeikamen,

verhöhnten ihn, schüttelten den

Kopf und riefen: Du willst den Tempel niederreißen

und in drei Tagen wieder aufbauen?

Wenn du Gottes Sohn bist, rette dich

selbst und steig herab vom Kreuz! Ebenso

verhöhnten ihn auch die Hohepriester, die

Schriftgelehrten und die Ältesten und sagten:

Andere hat er gerettet, sich selbst kann

er nicht retten. Er ist doch der König von Israel!

Er soll jetzt vom Kreuz herabsteigen,

dann werden wir an ihn glauben. Er hat auf

Gott vertraut, der soll ihn jetzt retten, wenn

er an ihm Gefallen hat; er hat doch gesagt:

Ich bin Gottes Sohn. Ebenso beschimpften

ihn die beiden Räuber, die mit ihm zusammen

gekreuzigt wurden.

Von der sechsten Stunde an war Finsternis

über dem ganzen Land bis zur neunten

Stunde. Um die neunte Stunde schrie Jesus

mit lauter Stimme: Eli, Eli, lema sabachtani?,

das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum

hast du mich verlassen? Einige von denen,

die dabeistanden und es hörten, sagten: Er

ruft nach Elija. Sogleich lief einer von ihnen

hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte

ihn auf ein Rohr und gab Jesus zu trinken.

Die anderen aber sagten: Lass, wir wollen

sehen, ob Elija kommt und ihm hilft. Jesus

aber schrie noch einmal mit lauter Stimme.

Dann hauchte er den Geist aus. Und siehe,

der Vorhang riss im Tempel von oben bis

unten entzwei. Die Erde bebte und die Felsen

spalteten sich. Die Gräber öffneten sich

und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen

waren, wurden auferweckt. Nach der

Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber,

kamen in die Heilige Stadt und erschienen

vielen. Als der Hauptmann und die Männer,

die mit ihm zusammen Jesus bewachten,

das Erdbeben bemerkten und sahen,

was geschah, erschraken sie sehr und sagten:

Wahrhaftig, Gottes Sohn war dieser!

Langfassung des Evangeliums

Mt 26,14–27,66

Erste Lesung

Jes 50,4–7

Zweite Lesung

Phil 2,6–11

Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig

durchgesehene und überarbeitete Ausgabe

© 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart


Wort zum Sonntag

Verantwortung

Beate-Helena / photocase.de

Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:

„Wälze die Last auf den HERRN! Er soll ihn befreien, er reiße ihn heraus,

wenn er an ihm Gefallen hat!“

Denn Hunde haben mich umlagert, eine Rotte von Bösen hat mich umkreist.

Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.

Ich kann all meine Knochen zählen; sie gaffen und starren mich an.

Sie verteilen unter sich meine Kleider

und werfen das Los um mein Gewand.

Du aber, HERR, halte dich nicht fern! Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe!

Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden,

inmitten der Versammlung dich loben.

Die ihr den HERRN fürchtet, lobt ihn; all ihr Nachkommen Jakobs,

rühmt ihn; erschauert vor ihm, all ihr Nachkommen Israels!

Antwortpsalm (aus Psalm 22)

Das Evangelium vom Palmsonntag enthält

gleich mehrere Passagen, die eine traurige Wirkungsgeschichte

entfaltet haben. Das trifft vor

allem auf den folgenden Vers zu: „Da rief das

ganze Volk: Sein Blut – über uns und unsere

Kinder!“ Der römische Statthalter Pilatus, so

berichtet es der Evangelist Matthäus, hätte die

Möglichkeit gehabt, Jesus freizulassen, doch

die versammelte Menschenmenge habe dessen

Kreuzigung verlangt. Der genannte Vers

wurde zu einem der Kernsätze des christlichen

Antijudaismus: Schon in der Antike warfen

christliche Theologen „den Juden“ pauschal

vor, „Gottesmörder“ oder „Christusmörder“

zu sein. In der Folge solcher Stereotype kam es

seit dem Mittelalter immer wieder zu Verfolgungen

und Pogromen an Juden. Aus der Ablehnung

Jesu durch bestimmte Gruppen wurden

Vorbehalte gegen „die Juden“ in späteren

Zeiten. Mit dem Aufkommen des rassistischen

Antisemitismus im 19. Jahrhundert war ein

neues Ausmaß an Judenfeindschaft erreicht,

für das der religiös motivierte Antijudaismus

den Nährboden gelegt hatte.

Leider erleben wir derzeit wieder, wie Mitmenschen

– darunter auch Jüdinnen und Juden –

aufgrund ihrer Religion, ihrer Herkunft oder

ihres Aussehens diskriminiert und ausgegrenzt

werden. Wir sind also nicht vor Vorurteilen

und Ressentiments gegenüber anderen gefeit.

Als Christ/innen haben wir auch angesichts

unserer eigenen antijüdischen Tradition, von

der sich erst das Zweite Vatikanische Konzil

abgewendet hat, die Verantwortung, solchen

Entwicklungen entgegenzutreten – zumal Jesus

von Nazareth, auf den wir uns in unserem

Glauben berufen, selbst Jude war.

Zum Weiterdenken

Was empfinde ich, wenn ich Menschen begegne,

die anders aussehen oder eine andere Herkunft

haben als die Mehrheit? Neugier? Angst?

Befremden? Oder sind diese Menschen für

mich einfach ganz „normal“?

Joachim Jakob

leitet die Hochschulseelsorge

der Diözese Linz.

Den Autor erreichen Sie unter:

u sonntag@koopredaktion.at


18 Fastenzeit 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

In Schuld

verstrickt sein

Es gibt Erzählungen

in der Heiligen Schrift,

die mich besonders

bewegen. Sie sind für mich

sozusagen kostbare Perlen.

Wie oft habe ich mir

gedacht: Sie allein wäre für

mich Grund genug,

diesem Jesus nachzufolgen.

Eine solche Erzählung ist die

von Zachäus (Lk 19,1–10).

Jesus kommt nach Jericho. Dort ist dieser

Zachäus daheim. Von ihm erfahren wir mit

wenigen Worten einiges: Er ist der Chef der

Zöllner – also nicht nur ein von der damaligen

Gesellschaft Verachteter, sondern der

Chef der Verachteten. Diese Stellung führte

dazu, dass er sehr reich ist. Er ist von kleiner

Gestalt. Er hat schon einiges von Jesus gehört

und dass dieser durch die Stadt laufe.

Den will er unbedingt einmal sehen.

Zachäus ist für mich ein großartiges Bild für

die Pilgerinnen und Pilger, die nach Einsiedeln

kommen. Darunter sind Arme und Reiche,

Große und Kleine, Konservative und

Progressive, Gesunde und Kranke, Menschen,

die in der Kirche daheim sind und

solche, die sich von ihr verabschiedet haben,

Getaufte und Menschen aus anderen Religionsgemeinschaften,

Fromme und Atheisten,

Bejubelte und Ausgestoßene. Wie oft treffen

wir gerade hier Menschen, von denen wir

nie erwartet hätten, dass auch sie nach Einsiedeln

kommen! Eines verbindet uns wohl

alle: In meinem Leben, da muss doch noch

etwas mehr dahinter sein. Uns verbindet

eine Neugier oder Sehnsucht, mehr zu entdecken.

Wir wollen diesen Jesus kennenlernen,

der hier vorbeikommen soll.

Die Mühe des Zusammenlebens. Zachäus

hat da ein großes Problem. Er ist klein. Die anderen

stehen ihm im Weg. Die anderen machen

uns das Leben manchmal tatsächlich

schwer. Wir kennen das alle aus eigener Erfahrung.

Ein schlagfertiger Mitbruder meinte

einmal: „Das Klosterleben wäre schon etwas

Großartiges, wenn nur die mühseligen

Mitbrüder nicht wären!“ Ja, Mühe machen

uns nicht die Fernen, Mühe machen uns diejenigen,

mit denen wir zusammenleben. Im

Wege stehen können uns auch Erfahrungen,

Schicksalsschläge, das Älterwerden. Zachäus

zieht sich nicht enttäuscht zurück. Er lässt es

nicht beim Ärger stehen. Er boxt sich auch

nicht einfach durch oder schafft sich den Zugang

mit etwas Geld, an dem es ihm nicht

Durchkreuzt

Über den Umgang

mit durchkreuzten

Lebensplanungen

Teil 6 von 7

VON PATER MARTIN

WERLEN OSB

KLOSTER EINSIEDELN

mangelt. Er läuft voraus an eine Stelle, wo

Jesus vorbeikommen muss und steigt auf einen

Baum. Von oben herab muss er diesen

Jesus doch sehen können. So kommen Pilgerinnen

und Pilger aus ihrem Alltag heraus

auch herauf nach Einsiedeln. Sie sind sich

gewiss: Hier muss Jesus vorbeikommen. Von

hier aus muss man doch wenigstens einen

Blick auf ihn werfen können.

Auch ein Kind Abrahams. Und tatsächlich

kommt Jesus hier vorbei. Er schaut hinauf

und sagt zu dem auf dem Baum: „Zachäus,

komm schnell herunter! Denn ich muss

heute in deinem Haus bleiben.“ Zachäus

steigt herunter und nimmt Jesus mit Freude

bei sich auf. Jesus will auch uns von unseren

Maulbeerfeigenbäumen herunterholen,

auf die wir gestiegen sind. Bei Zachäus will

Jesus bleiben – bei mir und bei dir will Jesus

bleiben. Diejenigen, die Zachäus vorher im

Wege gestanden sind, wollen ihm auch jetzt

im Wege stehen. Sie beginnen zu nörgeln:

„Zu diesem Chef-Sünder unserer Stadt geht

er.“ Aber er ist ihnen nicht mehr ausgeliefert.

Da ist einer, der größer ist. Zachäus, berührt

von dieser großen Liebe, will alles gutmachen,

was er in seinem Leben verbrochen

hat. Und das Wort Jesu: „Heute ist diesem

Haus Heil geschenkt worden, weil auch dieser

Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der

Menschensohn ist gekommen, um zu suchen

und zu retten, was verloren ist.“

FRANZ KÄLIN


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Fastenzeit 19

Jesus und Zachäus:

Gemälde von P.

Karl Stadler OSB

im St. Josefshaus in

Engelberg (Schweiz)

WWW.PATERKARLSTADLER.COM

„Jesus kehrt beim

Super-Sünder ein.

Welche Hoffnung

leuchtet hier für uns

alle auf!“

Jesus ist bei Zachäus zu Gast. Die Begegnung

verändert das Leben von Zachäus. Jesus

kehrt bei uns ein, wenn wir in Stille oder

in Gemeinschaft beten. Er kehrt bei uns

ein, wenn wir auf sein Wort hören. Er kehrt

bei uns ein, wenn wir Eucharistie feiern. Er

kehrt bei uns ein, wenn wir das Sakrament

der Versöhnung empfangen. Er kehrt bei uns

ein, wenn wir durch die Stadt laufen.

So denke ich kurz vor der Kommunion jeweils

an Zachäus. Er hat mir ein Gebet neu

erschlossen. Ich Sünder sitze zusammen mit

anderen Menschen auf dem Maulbeerfeigenbaum

unserer Stadt und unserer Zeit, „damit

wir voll Zuversicht das Kommen unseres Erlösers

Jesus Christus erwarten“.

Gottes Blick. Damit ist Zachäus für mich

auch zum adventlichen Menschen geworden:

„Darum lief er voraus und stieg auf einen

Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen,

der dort vorbeikommen musste.“ Jesus

kehrt beim Super-Sünder ein. Welche Hoffnung

leuchtet hier für uns alle auf! Wie viel

erfahren wir in dieser Begebenheit über unseren

Gott! „Jesus ist das menschliche Antlitz

Gottes!“ (Benedikt XVI.) Gott schaut

nicht böse auf den Super-Sünder herab, wie

dies oft verkündet wurde. Im Gegenteil. Gott

schaut in Liebe zum Sünder hinauf. Das bewegt!

«

Nächster Teil der Serie: „Mit

Christus, dem Meister des Tanzes“


20 Bewusst leben

2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

Autist/innen leben in einer eigenen Welt. Mit

einer speziellen Begleitung können sie dennoch

ins Arbeitsleben eingegliedert werden.

freshidea - adobestock.com

Autist/innen sehen die Welt anders, auch wenn ihre Behinderung

nicht immer gleich erkennbar ist. Der Weltautismustag am 2. April

wirbt für mehr Akzeptanz und möchte auf die besondere Situation

Spinat-Quiche, eine familientaugliche

Alternative zum üblichen Cremespinat.

Nelea Reazanteva – adobestock.com

Gründonnerstagsküche:

Quiche mit Spinat

quiche mit Spinat

200 g Mehl

90 g Butter (in Würfel geschnitten)

1 Eigelb

1–2 EL Eiswasser

1 Bund Blattspinat

3 Zehen Knoblauch

∙∙4 gehackte Frühlingszwiebeln (ersatzweise

rote Zwiebeln oder Lauch)

250 g Ricottakäse

50 g Emmentaler, gerieben

3 Eier, verquirlt

80 g Crème fraîche oder Rahm

4 EL Milch

Pfeffer, Muskatnuss

∙∙1 EL Pinienkerne (oder gehackte Nüsse

nach Geschmack)

Zubereitung

Aus Mehl, Butter, Eigelb und Eiswasser

rasch einen Mürbteig herstellen, zu

einer Kugel formen, in Frischhaltefolie

einschlagen und im Kühlschrank etwa

20 Minuten kaltstellen.

Den Blattspinat im Topf erhitzen bis

er „zusammenfällt“, mit Knoblauch

würzen. Die Zwiebeln kurz dazugeben

und weiterdünsten (bis keine Flüssigkeit

mehr im Topf ist). Danach abkühlen

und mit den restlichen Zutaten

vermischen. Gut würzen.

Quiche-Form mit Öl ausstreichen,

Teig ausrollen und hineinlegen. Etwa

10 Minuten bei 210 °C „blindbacken“

(Backpapier auf den Teig legen, mit Reis

oder trockenen Bohnen bestreuen und

so in den Ofen schieben). Dann kommt

statt Papier und Reis die Fülle auf den

Teig. Fertiggebacken wird bei 180 °C

etwa 35 Minuten lang.

von Autist/innen und ihren Familien hinweisen. Das Projekt

WORK_aut der Barmherzigen Brüder in Linz hat es sich zur Aufgabe

gemacht, junge Autist/innen auf die Arbeitswelt vorzubereiten.

brigitta hasch und Victoria Kautz

Trotz Autismus fit für

Stefan K. hatte keine schöne Schulzeit, denn

schon früh war klar, dass er anders ist als seine

Klassenkamerad/innen. Oft benötigte der

heute 19-Jährige mehr Zeit, um scheinbar

simple Zusammenhänge zu erkennen, oder

war mit neuen Anweisungen überfordert. In

der Schule wurde Stefan so stark gemobbt,

dass er in Folge starke soziale Ängste entwickelte

und sich immer mehr zurückzog.

Nach der Polytechnischen Schule konnten

sich weder Stefan noch seine Mutter vorstellen,

dass er dem Druck in der Arbeitswelt

gewachsen ist. In Praktika hat er negative

Erfahrungen gemacht, denn Stefans nicht

immer oder kaum nachvollziehbare Verhaltensweisen

überforderten die Vorgesetzten,

auch er selbst konnte mit den neuen Situationen

schwer umgehen.

Diagnose brachte Klarheit. Von einem

Arzt zum anderen ging Stefans Mutter mit

ihm, bis die Diagnose feststand: Autismus-

Spektrum-Störung, Asperger-Syndrom. Endlich

eine Erklärung dafür, warum er sich oft

eigenartig verhielt oder Dinge anders verstand.

Stefans Familie beschreibt die Diagnosestellung

als Erlösung: Dadurch wurde

ein bewussterer Umgang möglich, den Fragen

nach dem Grund für die Probleme war

ein Ende bereitet.

Schnell wandten sich Stefan und seine Mutter

an WORK_aut, ein Arbeitsintegrationsprojekt

für Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung

der Barmherzigen Brüder Linz.

Da Stefan aufgrund seiner negativen Erfahrungen

unter einem sehr niedrigen Selbstbewusstsein

litt und viele Ängste hatte,

war vorerst kein direkter Weg in eine Lehre

denkbar.

Spezial-Training. Gemeinsam mit Jugendlichen

mit derselben Diagnose startete Stefan

2019 mit dem Trainingsprogramm von

WORK_aut: Speziell auf die besonderen Bedürfnisse

von Autist/innen abgestimmt,

werden hier gezielt Kompetenzen eingeübt,

die für die Erlangung und den Erhalt eines

Jobs wichtig sind.

Für Werner Holmes-Ulrich, administrativer

Leiter des Projekts, ist „der Aspekt der Gemeinschaft

in der Kleingruppe wesentlich

für unsere erfolgreiche Arbeit, denn viele

Klient/innen sammeln hier erstmals positive

Gruppenerfahrungen.“ Auch auf der

Vermittlung sozialer Kompetenzen liegt ein

Schwerpunkt, wie Katja Scheibler, pädagogische

Leiterin, erklärt: „Neue Fähigkeiten im

Umgang miteinander zu erarbeiten, sich zu

bewegen und stressreduzierende Übungen

zu lernen ist maßgeblich für die Gesundheit


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020 Bewusst leben 21

Corona-Einschränkungen sind eine besondere Herausforderung

24/7 mit einem

Autisten

die Arbeitswelt

und Arbeitsfähigkeit unserer Teilnehmer/innen.“

Die Familie atmet auf. Für Stefans Mutter

ist das Training eine riesige Erleichterung:

„Er ist ein völlig anderer Mensch, man spürt

seine Lebensfreude.“ Stefan macht große

Fortschritte bei WORK_aut, der erste Arbeitsmarkt

als Perspektive scheint immer realistischer.

Schon in Schnupperpraktika wurde

Stefan für seine außerordentliche Genauigkeit,

Zuverlässigkeit und sein Regelbewusstsein

gelobt. «

WORK_aut Autismus + Arbeit,

Rudigierstraße 10, Linz,

WORK_aut@bblinz, Tel.: 0732

78 97 249 56

Begleitung von Menschen im

Alter von 15–35 Jahren mit einer

Autismus-Spektrum-Diagnose

WORK_aut-Team LUIF W.

beim Weg in den Arbeitsmarkt,

Unterstützung bei der Ausbildung,

Förderung der Arbeitsplatzerhaltung, Firmenberatungen.

WORK_aut Autismus + Bildung, Martin-Luther-Platz 3, Linz,

WORK_aut@bblinz, Tel.: 0664 88 28 16 47

Perspektivenplanung für Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Diagnose

bzw. starkem Verdacht dahingehend, ab 15 Jahren.

Unser 15-jähriger Sohn Max ist

Autist, ein atypischer Autist.

Max ist offen, kommunikativ,

er geht auf Leute zu und fragt

ihnen „Löcher in den Bauch“.

Birgit kubik

Max braucht viel Struktur, am

besten ist, wenn wir viel unterwegs

sind, viel los ist. Er kann

sich nicht alleine beschäftigen.

Gar nicht. Er braucht rund um

die Uhr Unterstützung, Aufmerksamkeit

und Antworten auf seine

gezählten 700 Fragen pro

Tag. Und nun? Keine Schule,

kein Hort, keine Therapie, kein

Kinderhotel der Caritas, kein

Kirchengang, kein Besuch, keine

Struktur, keine anderen Leute,

an die er seine Fragen richten

kann, keine Verschnaufpause für

uns.

Familie im Stress. Mein Mann

und ich wechseln uns ab, wobei

Michael mehr Zeit mit Max verbringt.

Möchten sich Michael

und ich mal austauschen, werden

wir von Max‘ Gewürge unterbrochen.

Er mag es nicht,

wenn wir uns unterhalten. Mein

Handy muss immer gut sichtbar

sein. Wenn Max es nicht findet,

fängt er an zu schreien und

zu zwicken. Hat jemand angerufen,

muss ich sofort zurückrufen.

Selbst wenn ich grad beim

Teigkneten bin, möchte er das.

Er macht viel Stress, er fordert

uns. Tagtäglich, stündlich.

Mehrmals am Tag meint er, das

Corona-Virus solle endlich gehen

und schlägt sich dabei wild

auf den Kopf. „Ich hüpf mal,

dann geht das Virus weg.“ Aber

es hilft nicht.

Wenn er keine Fragen stellt, ist

es verdächtig. Er klettert auf das

Fensterbrett, weil wir vergessen

haben, das Fenster abzusperren.

Er nimmt ein viel zu heißes Vollbad

und verstreut das neu gekaufte

Badesalz zur Gänze und

überall. Laute Musik den ganzen

Tag, die Kontrolle, ob eh alle da

sind, ist groß.

Fragen Fragen, Fragen. Es ist

21.30 Uhr. Bald ist wieder ein

Tag zuhause geschafft. Noch einmal

die gleichen Fragen: „Was

machen wir morgen?“ – „Gemütlich.“

– „Kommt jemand zu

Besuch?“ – „Nein.“ – „Warum

nicht?“ – „Du weißt es.“ – „Wegen

dem Corona-Virus.“ – „Genau.“

– „Wann sagt der Rudi

(Anmerk: Anschober), dass alles

vorbei ist?“ – „Das dauert noch.“

„Wann sagt der Herr Faßmann,

dass ich wieder in die Schule

gehen kann?“ – „Das dauert

auch noch.“ – „Wie lange?“ –

„Bis mindestens Mai.“ – „Ist das

lang?“ – „Ja, Max, das ist lang“.

Sehr lang. «

Die Beschränkungen durch die

Corona-Pandemie sind für den

Alltag von Max Kubik und seine

Familie besonders schwierig. privat


22 Familie & Unterhaltung 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

Gesund essen und Abwehrkräfte stärken

Nach Möglichkeit regional und bio, auf

jeden Fall aber saisonal zu kochen und zu

essen, das ist grundsätzlich immer richtig.

Ganz besonders gilt das in einer Zeit, in der

das Immunsystem funktionieren muss.

Obst und Gemüse enthalten viele Vitamine

und Spurenelemente. Davon kann man

gar nicht genug kriegen. Das Angebot beim

Obst wird wöchentlich größer, da heißt es

zugreifen. Am besten verzehrt man die Äpfel,

Birnen und hoffentlich bald auch die

Erdbeeren und weitere Obstsorten ungekocht.

Einfach reinbeißen oder als bunte

Mischung im Obstsalat, ganz nach Belieben.

Gemüse. Im Gemüseregal tummeln sich

nach der langen Winterpause ebenso wieder

heimische Sorten, etwa die Radieschen.

Das sogenannte Wintergemüse, wie der Sellerie,

sollte man aber auch nicht unterschätzen.

Diese unscheinbar wirkende Knolle liefert

Unmengen an Vitamin B1, B2, B6 und

C. Und auch Kalzium und Kalium bringt

Frischer Vogerlsalat, das schmeckt

nach Frühling. Simone - adoberstock.com

sie reichlich mit. Sellerie wirkt blutreinigend,

harntreibend und kreislaufstärkend.

Der Stangensellerie steht der Knolle im Übrigen

um nichts nach. Er sollte beim Kauf

schön knackig sein. Fein würfelig geschnitten

gibt er vielen Schmorgerichten einen

feinen Geschmack (siehe Rezept „Nudeln

Napolitana“der letzten Woche).

Heimischer Frühlingszwiebel ist bald im Anmarsch.

Er wirkt antibakteriell und enthält

die gleichen gesunden Inhaltsstoffe wie große

Zwiebeln, vor allem Vitamin B, C und E,

Kalium und Kalzium, Eisen und Beta-Carotin.

Nicht vergessen darf man in den nächsten

Wochen den herrlichen, leicht nussig

schmeckenden Vogerlsalat (oder Feldsalat).

Er liefert die Vitamine C und A sowie Phosphor,

Calcium und Folsäure.

Hülsenfrüchte. Verschiedene Erbsen, Linsen,

Bohnen oder Kichererbsen sind allesamt

in getrockneter Form erhältlich und

daher gut zu lagern. Weil sie reich an Eiweiß

sind, sind sie auch ein sehr guter Fleischersatz.

Gewürze wie Kümmel, Anis und

Majoran machen die Hülsenfrüchte leichter

bekömmlich. Damit sie gut aufquellen

können, sollte man sie ohne Salz und bei

mäßiger Hitze kochen. « brigitta hasch

XX

Von der Ernährungsexpertin Elisabeth

Rabeder erfahren Sie nächste Woche viel Wissenswertes

über die heilsame Kraft von Kräutern.

kiz mit witz

• Führerscheinprüfung. Der

Prüfer fragt: „Was machen Sie,

wenn Sie nach 10 Minuten feststellen,

dass Sie Ihren Zündschlüssel

zu Hause vergessen

haben?“ – „Ich steige aus und

bedanke mich bei dem, der die

ganze Zeit über angeschoben

hat!“

• Wie heißt die Mehrzahl von

Schwein? – Meerschweinchen!

SuchMal

Gesucht: Versteckt sind Wörter zu Palmsonntag

und Osterzeit: Abendmahl, Auferstehung,

Brot brechen, Christus, Emmaus,

Eselin, Fohlen, Glocken, Grab, Halleluja,

Hosanna, Jerusalem, Kleider, Koenig, Lumen

Christi, Osterei, Osterfeuer, Osterkerze,

Palmzweige, Sohn Davids, Steine, Zion.

Sie finden diese, indem Sie die Buchstaben

von links oder von rechts, von oben, von

unten oder auch diagonal durchsuchen. Die

Wörter können sich überschneiden.

Kleiner Tipp: Mit einem Lineal suchen.

• Der Führer zeigt den Besuchern

die Bilder des Metropolitan

Museum in New York. Alles

lauscht aufmerksam. „Nun“,

schließt er den Rundgang, „hat

noch jemand eine Frage?“ –

„Ja“, sagt eine ältere Dame, „wie

bringen Sie die Fußböden so

schön zum Glänzen?“

1 5 2 5 2 6 3 3

2

5

6

3

4

1

5

1

• Franz sieht, dass des Lehrers

Rockkragen nicht in Ordnung

ist. Er läuft ihm hinterher

und fragt schüchtern: „Herr

Lehrer, darf ich Ihnen den Kragen

umdrehen?“

A

B

Auflösung zur

letzten Woche

© Dir. Ernst Hausner


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Familie & Unterhaltung 23

Heute ist Uschi besonders schnell fertig mit

den Übungsblättern. Rasch macht sie auf

ihrem Schreibtisch noch etwas Ordnung

und schleicht hinüber ins Wohnzimmer, wo

Mama bei ihrem Computer sitzt.

„Hast du mich jetzt aber erschreckt“, lacht

Mama, als sie kurz von der Arbeit aufblickt.

Am anderen Ende des Tisches sitzt Uschi,

das Gesicht in die Hände aufgestützt und

beobachtet sie. „Bist du denn heute mit deinen

Übungen schon fertig?“ Uschi nickt

nur. Sie möchte ihrer Mama weiter dabei zusehen,

wie sie mit ihren Fingern flink auf der

Tastatur tippt, als ob sie darauf tanzen würden.

„Ich bin auch gleich fertig, zwei Anfragen

noch und dann habe ich wieder Zeit für

dich!“, sagt sie nur und schreibt weiter.

Darauf hat sich Uschi schon seit gestern gefreut.

Mama hat ihr nämlich versprochen,

dass sie heute gemeinsam Ostereier bemalen.

Eigentlich war das ja ganz anders geplant.

So wie jedes Jahr sollte Omi kommen.

Aber Uschi versteht auch, dass es eben heuer

so nicht möglich ist. Dafür hat sie sich aber

eine Überraschung ausgedacht.

BALDUIN BAUM

Uschis

herziges

Osterei

Wenig später ist Mama fertig, die Eier werden

vorbereitet und Uschi holt ihre rote Schürze

aus dem Schrank. „Ich bin so weit!“, verkündet

sie. „Dann leg doch bitte über den Tisch

ganz viel altes Zeitungspapier. Und hol Farben

und Pinsel aus deinem Zimmer!“, sagt

Mama. Zunächst kommen die Eier ins Farbbad

und dann pinselt Uschi drauflos. Punkte,

Linien, Wellen – Uschi stellt sich sehr geschickt

an. Und dann nimmt sie sich ein Ei

und malt ein ganz großes Herz darauf. „Ist

das, damit dir der Osterhase besonders viele

Süßigkeiten bringt?“, lacht Mama. „I wo!

Das ist doch für die Omi. Nicht wahr, wir legen

ihr doch ein Osternest vor die Türe? Das

hast du versprochen. Und da kommt mein

Ei mit dem Herzen hinein. Statt einem Bussi

halt“, meint Uschi ein wenig verlegen. „Das

ist eine sehr liebe Idee von dir. Das wird die

Omi sicher freuen.“

Zwei Tage später legen die beiden auch wirklich

ein wunderschönes Osternest vor die

Tür der Großmutter. Am Telefon meint die

Omi sogar, dass sie noch nie ein schöneres

Osterei gesehen hat als das von Uschi, mit

dem großen Herzen.« BRIGITTA HASCH

Frau Noahs Mantel

Es ist eine fantastische

Geschichte, die uns dieses Buch

über Frau Noah erzählt. Ob sie

wirklich so stattgefunden hat?

Gott will eine große Flut über

die Erde schicken und nur

Noah, seine Familie und die Tiere

auf der Arche bewahren. Als

Herr Noah den Auftrag erhält,

fängt er erst einmal an, zwei Listen

zu schreiben: eine für all die

Tiere, die an Bord kommen sollen

und eine für die – wie er sie

nennt – lästigen Wesen, die er

unbedingt zurücklassen will.

In der Zwischenzeit packt Frau

Noah ihre Nähmaschine aus

und fängt an zu nähen. Sie näht

einen großen Mantel mit vielen,

vielen Taschen, und als

der Mantel fertig ist, zieht sie

ihn an und geht hinaus in den

Wald, bevor sie sich auf die Arche

begibt. Die Tiere kommen

an Bord und die Arche segelt

los. Als die Arche endlich wieder

Land findet, zieht Frau Noah

wieder ihren Mantel an. Und –

o Wunder – aus seinen Taschen

schlüpfen Drachen und Einhörner,

Greife und all die fantastischen

Tiere, die Herr Noah so

gern losgeworden wäre.

Jackie Morris: Frau Noahs

Mantel. Mit Illustrationen von

James Mayhew, ab 4 Jahren,

14,40. ISBN 978-3-579-07157-2

KIKI-KONTAKT

• Hast du Fragen oder lustige

Witze? Suchst du eine Brieffreundin

oder einen Brieffreund?

Schreib mir, ich freu

mich auf deine Post! kiki@

kirchenzeitung.at, KiKi, Kapuzinerstraße

84, 4020 Linz.

DEINE GITTI


24 Namenstag & Angebot 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

NAMENSTAG

Richard Gresak ist Leiter des

Helpdesk-Teams der diözesanen

EDV- und IT-Abteilung. PRIVAT

Richard (3. April)

Ich muss gestehen, dass ich die

Geschichte des Richard von

Chichester nicht präsent im

Kopf hatte, aber dank des Internets

konnte ich einiges an Hintergrundmaterial

zu seinem Leben

recherchieren. Für mich

bemerkenswert war die Tatsache,

dass der zum Bischof geweihte

Richard trotz der Weigerung

des englischen Königs,

ihm den Zugang zu seinem

Amtssitz zu ermöglichen, nicht

den Mut verlor und von unterwegs

sein Bistum führte. Dies

eröffnete ihm viele Möglichkeiten,

ein einfaches Leben und

viel Bürgernähe. Ich denke, dass

wir auch in der heutigen Zeit

trotz vieler formeller und offizieller

Hindernisse unsere Aufgaben

erfüllen und unsere Ideen

verwirklichen können. Ob

Richard für diese vorbildhafte

Vorgangsweise heiliggesprochen

wurde, bin ich mir allerdings

nicht sicher. Es könnte auch

sein vehementes Werben für die

Kreuzzüge gewesen sein.

AUSSAATTAGE

6. 4.: Frucht bis 13, ab 14

Wurzel

7. 4.: Wurzel bis 8 ---

8. 4.: --- Wurzel ab 10

9. 4.: Wurzel bis 13, ab 14 bis

24 Blüte

10. 4.: ---

11. 4.: ---

12. 4.: Blatt ab Sonnenaufgang

bis 24

Aus: Aussaattage 2020, M. Thun.

TERMINABSAGEN

Aufgrund der offiziellen

Vorgaben gibt es derzeit

auch in der Kirche keine

öffentlichen Veranstaltungen.

Daher finden Sie in dieser

Ausgabe keine Termine.

Vielen Dank für Ihr

Verständnis.

IMPRESSUM

KirchenZeitung Diözese Linz

Medieninhaberin: Diözese Linz.

Herausgeber: Willi Vieböck.

Geschäftsführender Chefredakteur:

Heinz Niederleitner.

Redaktion: Brigitta Hasch, Elisabeth Leitner,

Paul Stütz, Josef Wallner.

Geschäftsführer: Reinhold Hofstetter.

Marketing: Birgit Kubik, Eugenie Neumüller.

Anzeigen: Sigi Hafner.

E-Mail: anzeigen@kirchenzeitung.at

Sekretariat: Irmgard Draxler-Freudenstein,

Alexandra Kaiser, Kerstin Robitschko, Anita

Taferner.

Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz.

Tel. 0732 76 10-39 44, Fax: 0732 76 10-39 39.

E-Mail: office@kirchenzeitung.at

Leserbriefe an: leserbriefe@kirchenzeitung.at

DVR: 0029874/10770

Kooperationsredaktion der Kirchenzeitungen

OÖ, Tirol, Vorarlberg und Burgenland:

Monika Slouk (Leiterin), Susanne Huber.

Werbung: Walter Achleitner, Bergstraße 12,

5020 Salz burg, Tel. 0662 88 44 52,

Fax: 0662 88 44 52-4.

Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH &

Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching.

Verlagsort: Linz.

Jahresabonnement: Inland € 55,60

(Abo dauer mindestens ein Jahr und danach bis

auf Widerruf, Kündigung zum Halbjahr, schriftlich

mit 14-tägiger Kündigungsfrist).

ART COPYRIGHT ©BILDRECHT, WIEN

KiZ-Angebot

Goldfäden zwischen

Himmel und Erde

Glauben in dunklen Stunden

Schwester Silke Mallmann vom

Kloster Wernberg ist Ordensfrau

an der Seite der Hilflosen:

Zu den Menschen, für die

sie da ist, gehören Prostituierte,

Flüchtlinge, HIV-Kranke.

Eine Krebsdiagnose macht aus

der Seelsorgerin für Menschen

am Rand selbst jemanden, dessen

Existenz am Abgrund steht.

LITURGIE

Lesejahr A

Lesereihe II

SONNTAG, 5. APRIL

Palmsonntag.

L1: Jes 50,4–7, L2: Phil 2,6–11

Ev: Mt 26,14–27,66

MONTAG, 6. APRIL

L: Jes 42,5a.1–7, Ev: Joh 12,1–11

DIENSTAG, 7. APRIL

L: Jes 49,1–6

Ev: Joh 13,21–33.36–38

MITTWOCH, 8. APRIL

L: Jes 50,4–9a

Ev: Mt 26,14–25

Chrisam-Messe

L1: Jes 61,1–3a.6a.8b–9

L2: Offb 1,5–8

Ev: Lk 4,16–21

DONNERSTAG, 9. APRIL

Gründonnerstag oder Hoher

Donnerstag.

Vom Letzten Abendmahl:

L1: Ex 12,1–8.11–14

L2: 1 Kor 11,23–26

Ev: Joh 13,1–15

Gut gemeinte Ratschläge und

billige Vertröstungen helfen da

nicht, auch kein naives Gottvertrauen.

Doch in der Erschütterung

erfährt Schwester Silke,

dass Gottes Gegenwart nicht

nur an glücklichen Tagen zu

spüren ist. Ihr Bericht ist ein

berührendes Buch, das uns am

ehrlichen, glaubwürdigen Ringen

einer Ordensfrau mit ihrem

Gott teilhaben lässt.

FREITAG, 10. APRIL

Karfreitag.

L1: Jes 52,13–53,12

L2: Hebr 4,14–16; 5,7–9

Ev: Joh 18,1–19,42

SAMSTAG, 11. APRIL

Karsamstag.

Die Feier der Osternacht:

L1: Gen 1,1–2,2

L2: Gen 22,1–18

L3: Ex 14,15–15,1

L4: Jes 54,5–14

L5: Jes 55,1–11

L6: Bar 3,9–15.32–4,4

L7: Ez 36,16–17a.18–28

Epistel: Röm 6,3–11

Ev: Mt 28,1–10

SONNTAG, 12. APRIL

Ostersonntag.

L1: Apg 10,34a.37–43

L2: Kol 3,1–4 oder 1 Kor 5,6b–8

Ev: Joh 20,1–9 oder

Joh 20,1–18 oder Mt 28,1–10

abends: wie tags oder

Lk 24,13–35

SENIORENRADIO

Michi Haunold, die Leiterin

der Abt. Beratung u. Hilfe der

Caritas OÖ ist am Do., 2. 4, von

9 bis 10 Uhr im Gespräch mit

Ernst Gansinger. Seniorenradio,

Radio FRO (Raum Linz auf

105 MHz, westlich von Linz -

Sender Goldwörth - auf 102.4

MHz, und über Internet:

www.fro at/livestream).

BEHELFSDIENST

240 Seiten, gebunden, Herder

Verlag 2020

Bestellen Sie das Buch zum

Preis von € 22,70 im Behelfsdienst

der Diözese Linz, die

Zusendung erfolgt portofrei.

Mail: behelfsdienst@dioezeselinz.at

Tel: 0732 76 10-3813

www.behelfsdienst.at


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Anzeigen 25

TT

Entgeltliche Einschaltung

Ihre Rechte in der Corona-Krise

Die häufigsten Fragen an die AK

Die Telefone in der AK-Rechtsberatung

laufen heiß wie noch

nie: Pro Tag gehen rund 5.000

An fragen ein – das sind rund

sechs Mal so viele wie an durchschnittlichen

Tagen. Dabei haben

sich die häufigsten Fragen rund

um Coronavirus und Job herauskristallisiert.

Muss ich derzeit in den Betrieb

kommen? Unaufschiebbare Berufsarbeit

ist als Ausnahme der Ausgangsbeschränkung

definiert. Ob eine Berufsarbeit

aufschiebbar ist oder nicht,

entscheidet der Arbeitgeber. Die AK

empfiehlt Home Office.

Kann im Betrieb Kurzarbeit vereinbart

werden? Ja. Die Sozialpartner

haben zur Bewältigung der aktuellen

Krise ein besonderes Kurzarbeitsmodell

ausverhandelt. Damit ist es möglich,

die Arbeitszeit vorübergehend

auf bis zu null Stunden zu reduzieren

und dennoch in Beschäftigung zu

bleiben.

Darf oder muss ich Home Office

machen? Ja, dazu bedarf es einer Vereinbarung

zwischen Arbeitnehmer/-in

und Arbeitgeber. Die Firma sollte dafür

sorgen, dass die nötige Technik zur

Verfügung steht.

Bekomme ich bei einer Betriebsschließung

das Entgelt fortgezahlt?

Wird der Betrieb auf behördliche

Anweisung geschlossen, haben

Arbeitnehmer/-innen Anspruch auf ihr

Entgelt nach dem Epidemiegesetz.

Habe ich Anspruch auf Betreuungsfreistellung

für meine Kinder,

wenn die Schule oder der Kindergarten

geschlossen haben? Ja.

Wenn die Schule oder der Kindergarten

geschlossen haben und keine Betreuungsmöglichkeit

gegeben ist, liegt

vorerst ein Anspruch auf eine einwöchige

Dienstverhinderung mit Entgeltfortzahlung

vor. Darüber hinaus können

mit dem Arbeitgeber drei Wochen

bezahlte Sonderbetreuungszeit vereinbart

werden.

Muss ich mir Urlaub nehmen bzw.

kann mein Chef Urlaub anordnen?

Urlaub ist Vereinbarungssache. Wenn

die Beschäftigten keinen Urlaub verbrauchen

wollen, kann der Arbeitgeber

sie nicht einseitig auf Urlaub schicken.

Alle weiteren Infos zu Job und Corona

unter ooe.arbeiterkammer.at

Beratung:

AK-Rechtsschutz-Hotline 050/6906-1

AK-Konsumentenschutz 050/6906-2

ANSCHRIFT Volksgartenstraße 40

4020 Linz

TEL +43 (0)50 6906

WEBSITE ooe.arbeiterkammer.at

Kleinanzeigen

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Familie Fröhlich kauft hoch wertige

Pelze, Porzellan, Blei kristall, Streichinstrumente,

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URNEN-Friedhöfe

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Verschiedenes / Rosenkranz

Altbauer, alleinstehend, sucht in dieser

schweren Zeit Rosenkranzgebet

über Telefon, 0664 73 05 76 81.

XX

Wortanzeigen bitte an:

anzeigen@kirchenzeitung.at

TT

Entgeltliche Einschaltung

Augenlicht für Afrika

Blinde trotz Corona nicht vergessen

ANZEIGE

Voll Neugier und unbändiger Freude

lugt Marietta, 4, unter der weißen

Augenbinde hervor. Sie hat viel

durchgemacht in den vergangenen

Tagen. Jetzt wird hoffentlich alles gut.

JULIA WEISS

Eine Augenklinik in Mosambik: Ein paar Tage zuvor

steht Maria mit ihrer Tochter Marietta vor

den Toren, verzweifelt nach Hilfe suchend. Das

Mädchen hat sich schwer am Auge verletzt,

ohne augen ärztliche Behandlung wird es erblinden.

Mutter Maria hat kein Geld, nur Hoffnung.

Ein freundlicher Augenarzt beruhigt die beiden.

Marietta wird dank Spenden aus Österreich

operiert, ihr Augenlicht ist gerettet.

„Licht für die Welt“ in Mosambik

Marietta hatte Glück im Unglück – das Provinzspital

in der Hafenstadt Beira wird schon seit

Jahrzehnten von „Licht für die Welt“ gefördert.

Hier finden auch die Ärmsten der Armen

Hilfe. Marietta wurde vor dem Ausbruch des

Die vierjährige Marietta kann wieder

sehen. © LICHT FÜR DIE WELT

Coronavirus behandelt, als es noch Medikamente

und Desinfektionsmittel gab.

Wenn es kein sauberes Wasser gibt ...

Corona betrifft uns alle, ob Reich oder Arm, ob im

Norden oder im Süden. Arme afrikanische Länder

ohne ausreichende medizinische Versorgung stehen

vor einer Katastrophe. Viele Menschen sind

durch Krankheiten, Mangelernährung oder

Behinderung geschwächt.

Wir von „Licht für die Welt“ erreichen

jährlich Hunderttausende Betroffene mit

Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten.

Wir haben Erfahrung im Eindämmen

von hochansteckenden Krankheiten und

können daher den Menschen in unseren

Projektländern gerade jetzt in der Coronakrise

wirkungsvoll helfen, mit Informationen,

medizinischer Versorgung, sauberem Wasser

und Desinfektionsmitteln.

Bitte helfen Sie mit

Dieser Ausgabe liegt ein Spendenaufruf bei.

Bitte schenken Sie Menschen in Afrika ein

Stückchen Hoffnung in diesen schweren Zeiten.

www.licht-fuer-die-welt.at

info@licht-fuer-die-welt.at

Tel. 01 810 13 00


teletipps der

österreichischen Kirchenzeitungen

5. bis 11. April 2020

palmSonntag

5. april

9.30 Katholischer Gottesdienst

aus dem Wiener Stephansdom.

ORF 2

9.55 Palmsonntag in Rom. Mit

Papst Franziskus. BR

radiophon

Morgengedanken

von Sr. Pallotti

Findenig, Kloster

Wernberg. So 6.05,

Mo–Sa 5.40, Ö2.

10.30 Das Grabtuch von Turin

(Dokumentation). Der Provinzial

der Jesuiten in Österreich, Bernhard

Bürgler, macht sich auf den

Weg nach Turin, um mehr über das

Grabtuch zu erfahren. ORF 2

12.15 Zeit und Ewigkeit. Gedanken

zur Karwoche von Johannes

Eckert, OSB., Abt der Benediktinerabtei

Sankt Bonifaz. BR

12.30 Orientierung. Das Religionsmagazin

berichtet über aktuelle

Ereignisse im Leben der Religionen,

national und internationl. ORF 2

16.00 Magische Ostern im

Pielachtal (Dokumentation). Die

Karwoche hat ihre eigenen Traditionen,

die von Generation zu Generation

weitergegeben werden. Eine

davon ist das Gründonnerstagsoder

Karfreitagsei. ORF 2

17.05 „Oster-Reich“ – Osterbräuche

in Österreich (Dokumentation).

Palmbuschen binden, Kinder,

die mit Ratschen gehen, Speisensegnung,

Osterfeuer, „Gükalar ufhänga“

oder die Wache am Heiligen

Grab – es gibt einen bunten

Strauß voll Osterbräuche in Österreich.

ORF 2

20.15 Erlebnis Bühne. Aus der

Volksoper Wien: Der Zigeunerbaron.

Aus der Volksoper Wien, 2020.

ORF III

Montag

6. april

19.40 Re: Alles retour (Reportage).

Die Kehrseite des Online-

Handels. Jedes sechste online

bestellte Paket geht retour. Kostenlose

Rücksendung, der Werbegag

von einst, ist für Online- Händler

mittlerweile eine Plage. arte

Entgeltliche Einschaltung

ORIENTIERUNG

JEDEN SONNTAG

12.30 UHR

Do 20.15 Die Zehn Gebote. Das

Leben des Propheten Moses, Israels

Befreiung aus ägyptischer

Knechtschaft, der Zug durchs Rote

Meer und Gottes Gesetzgebung

auf dem Berge Sinai als Stoff für

den letzten Film des US-Regisseurs

DeMille – in Breitwandformat und

über dreieinhalb Stunden lang. Ein

Klassiker des Hollywood-Monumentalfilms.

ORF III


Foto: ORF/Paramount Pictures

23.15 Raffael – Ein sterblicher

Gott (Dokumentation). Raphael

Santi da Urbino, kurz Raffael, bildete

Ende des 15. Jahrhunderts mit

Leonardo da Vinci und Michelangelo

Buonarroti das Triumvirat der italienischen

Renaissance. ORF 2

Dienstag

7. april

18.15 Magische Ostern (Dokumentation).

Zwischen Gletschereis

und Kirschblüten im Sellraintal.

ORF III

22.35 kreuz und quer (Dokumentation).

Mein Stephansdom. Der

Film begleitet Persönlichkeiten, die

mit je anderen existenziellen Anliegen

in den Dom kommen. ORF 2

Mittwoch

8. april

19.00 Stationen (Religionsmagazin).

Die große Passion – mehr als

ein frommes Spiel? BR

23.50 Silence (Drama, USA/Taiwan/Mex,

2016). Im Jahr 1640

werden zwei portugiesische Priester

nach Japan geschickt, um einen

Missionar zu suchen, der dem

christlichen Glauben abgeschworen

haben soll. Verfilmung des Romans

von Shusaku Endo, mit der Martin

Scorsese Fragen um Glauben und

Zweifel diskutiert. ORF 2

gründonnerstag 9. april

16.30 Bibelrätsel: Der Mann aus

Nazaret (Dokumentation). Ist die

Bibel ein Bericht oder ein Produkt

schöpferischer Phantasie? Wer hat

die Berichte verfasst? ORF III

karFreitag

10. april

8.45 Erlebnis Bühne. Giuseppe

Verdi: Messa Da Requiem. ORF III

Fr 22.25 Via Dolorosa – Der

letzte Weg Jesu. Für Benediktinerpater

Nikodemus Schnabel ist

die Via Dolorosa ein „durchbeteter

Kraft-Ort des Glaubens“. Er

führt zu den 14 Kreuzwegstationen,

erklärt die Hintergründe

und verrät, welche Orte abseits

der gewöhnlichen Pilgerpfade liegen.

Außerdem erzählt er, wie es

für ihn ganz persönlich ist, in Jerusalem

zu leben. BR BR/Goldgraber

9.30 Evangelischer Gottesdienst

aus der Kapelle des Salzkammergut-

Klinikums in Vöcklabruck. ORF 2

17.20 Papst Franziskus – Ein

Mann seines Wortes (Dokumentarfilm).

Im Zentrum dieses Porträts

stehen die Gedanken des Papstes,

alle ihm wichtigen Themen. ORF 2

18.45 Heilige Gräber (Dokumentation).

Am Anfang der Karwoche

wird fast in allen Dorfkirchen des

Pustertals das Heilige Grab aufgebaut.

BR

20.00 FeierAbend (Religion). Leben

nach der Lawine. ORF 2

21.10 Papst Franziskus betet

den Kreuzweg. Aus dem Kolosseum

in Rom. BR

karSamstag

11. april

20.15 Der Messias. 2020 eröffnete

die Mozartwoche der Stiftung Mozarteum

in Salzburg mit der Premiere

von Händels „Der Messias“ in der

Bearbeitung von W. A. Mozart. 3sat

22.00 Evangelischer Gottesdienst

aus Bad Reichenhall. BR

23.05 Das Heilige Grab Jesu

Christi (Dokumentation). Der Film

führt hinter die Kulissen der Grabeskirche

(Auferstehungskirche in Jerusalem

und zu den Menschen, die

dort leben. Sechs christliche Glaubensgemeinschaften

leben und beten

hier. arte

Zum Nachhören und

zum Nachsehen: Die „Morgengedanken“

und andere Religionssendungen

können Sie unter

religion.orf.at/radio/ bzw. unter

religion.orf.at/tv/ nachhören bzw.

nachsehen.

Zwischenruf. Geschichten zur Zeit.

So 6.55, Ö1.

Religion auf Ö3. So zwischen 6.30

und 7.00, Ö3.

Lebenskunst. „Kreuzige ihn!“ Die

Matthäus-Passion und ihre Folgen.

– Filmische Privataudienz.

Wim Wenders‘ Film über Papst

Franziskus. So 7.05, Ö1.

Katholischer

Gottesdienst

aus der Pfarre

Wängle, Tirol.

So 10.00, Ö2.

Foto: cc/ Klaus Graf

Einfach zum Nachdenken. So–Fr

21.57, Ö3.

Gedanken für den Tag. „Aus

Asche erstanden.“ Gedanken von

Anton Faber, Dompfarrer, Dechant

und Domkapitular zu St.

Stephan. Mo–Sa 6.56, Ö1.

Religion aktuell. Mo–Fr 18.55, Ö1.

Dimensionen. 10 Mal weniger. Wie

viel wir verbrauchen dürfen, um

klimagerecht zu leben. Di 19.05,

Ö1.

Praxis – Religion und Gesellschaft.

Stephansdom: Ein Dom

für alle Österreicherinnen und Österreicher.

Mi 16.05, Ö1.

Betrifft: Ostern. Das christliche Osterfest

und seine jüdischen Wurzeln.

Do 18.50, Ö1.

Katholische Gottesdienste am

Gründonnerstag und Karfreitag

aus der Pfarre Jois, Burgenland.

Do, Fr 19.00, Ö2.

Dimensionen. 3000 Jahre Geschichte.

Der Zionsberg in Jerusalem.

Do 19.05, Ö1.

Das Ö1 Konzert. Das VII. Gebot

„Ich kenne diesen Menschen

nicht!“. J. J. Fux: Gesù Cristo negato

da Pietro. Do 19.30, Ö1.

Karfreitagsgottesdienst aus Gallneukirchen.

Fr 10.05, Ö1.

Das Ö1 Konzert. J. S. Bach: Johannes-Passion.

Fr 19.30, Ö1.

Apropos Klassik. Passionsvertonungen

nach dem Evangelisten

Matthäus. Sa 15.05, Ö1.

Logos. Bachs Matthäus-Passion theologisch

gedeutet. Sa 19.05, Ö1.

Katholischer Gottesdienst am

Karsamstag aus der Pfarre St. Margarethen,

Burgenland. Sa 21.05,

Ö2.

Vatican News

Täglich 20.20 Uhr.

Sonntag: Raffael – Maler der Verklärung.


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Kunst & Kultur 27

Neue Langspielplatte

Bruckner auf Vinyl

Für Sammler/innen und Liebhaber/innen:

Bruckners Achte

Symphonie in einer exklusiven

Edition auf Langspielplatte.

Bruckners Achte ist die letzte

vollendet vorliegende Symphonie

des Meisters aus Ansfelden,

ein Werk, das besonders durch

sein rasantes Scherzo (hier, wie

sonst nur in der ersten Fassung

der Zweiten Symphonie, der

zweite Satz) und ein herrliches

Adagio besticht. Das Brucknerorchester

Linz (BOL) und Chefdirigent

Markus Poschner haben

nun eine limitierte Sonderedition

vorgelegt: die Achte in der

zweiten Fassung von 1890. Poschners

Vorgänger Dennis Russel

Davis hat zwei Aufnahmen

Die LP ist in einer ansprechenden

Verpackung erhältlich. Landestheater

des BOL in der Erstfassung hinterlassen,

ein Vergleich ist daher

von vorne herein nicht möglich.

Das besondere an der neuen

Ausgabe: Die neue Ausgabe

erschien bislang ausschließlich

auf Vinyl (Schallplatte).

Interpretation. Freilich zählt

nicht das Äußere der Edition,

auch nicht die künstlerische

Gestaltung der Verpackung,

sondern die musikalische Interpretation.

Die Qualität des

Brucknerorchesters ist gewohnt

hoch. Für das Finale, insbesondere

aber für den entscheidenden

Satz, das Adagio, lässt sich

Poschner leider etwas wenig

Zeit, was schade ist, weil das den

an sich sehr günstigen Gesamteindruck

leicht trübt. Man muss

es nicht wie Sergiu Celibidache

übertreiben, bei dem das Adagio

dieser Fassung schon mal 35

Minuten dauert. Aber zwei, drei

Minuten mehr als die rund 24,5

Minuten bei Poscher hätten es

schon sein dürfen. H. Niederleitner

XX

Die LP ist um € 50,– über

das Landestheater erhältlich,

derzeit sind die Kassen nur

per E-Mail erreichbar: kassa@

landestheater-linz.at

Entwürfe des Kreuzwegs für die Pfarre Linz-Hl. Geist Appenzeller

Kreuzweg in Stille

Während der Fastenzeit werden im interreligiösen „Raum der

Stille“ an der Universität (KHG) 14 Betonreliefs zum Kreuzweg

des international renommierten Bildhauers Sepp Auer gezeigt.

Der Künstler, der mit seinen Arbeiten in internationalen Museen

und Sammlungen ebenso wie im öffentlichen Raum und in

zahlreichen Sakralräumen vertreten ist, fertigte die 14 Betonreliefs

im Jahr 1995 als Kreuzwegentwürfe für die Pfarrkirche Heiliger

Geist in Linz-Dornach an. Die 46 x 27 cm großen Betonreliefs

mit Metallrahmen sollten türgroß realisiert werden. Der Auftrag

der Pfarre zur Realisierung in der Kirche erfolgte nicht. Die Entwürfe

befinden sich seither in der wissenschaftlichen Studiensammlung

der Diözese Linz. – In einer eigens dafür geschaffenen

Form werden sie liegend in fortlaufender Reihe präsentiert und

sind nach 25 Jahren erstmals wieder öffentlich zu sehen. elle

XX

Aufgrund der Corona-Bestimmungen ist noch unklar, ab

wann der RAum der Stille wieder öffentlich zugänglich ist.

Entgeltliche Einschaltung

Sicher versorgt

Sich in den eigenen vier Wänden geborgen zu fühlen und dabei zu wissen,

dass man sich keine Sorgen machen muss – dafür sorgt die LINZ AG.

www.linzag.at


28 Kultur 2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

Zur Sache

Glocken in Rom

und Hubai

Künstlerische Gestaltung der Glocken für Perg und Rainbach kurz vor Fertigstellung

Begleiterinnen für die Seele

Ab dem Gloria des Abendgottesdienstes

am Gründonnerstag

schweigen die Glocken und

die Orgel. Der Verzicht auf Glocken

und Orgel wird als „Fasten

der Ohren“ bezeichnet. Dem

Volksglauben zufolge fliegen die

Glocken nach Rom und kehren

erst zur Auferstehungsfeier in

der Osternacht zurück. Ob wegen

des päpstlichen Segens, der

Beichte, einer Mahlzeit im Vatikan

oder um Kraft zu tanken,

darüber ist sich der Volksglaube

uneinig. Für die Menschen

des Mittelalters war das Schweigen

der Glocken besonders auffällig,

denn das Stundengeläut

der Kirchen bestimmte ihren Tages-

und Arbeitsablauf. Deswegen

behalf man sich damit, dass

Jugendliche mit Holzinstrumenten,

den Ratschen, die Stunden

signalisierten. Auch heute ist

es noch mancherorts Tradition,

Ratschen zu verwenden.

Musikinstrument. Glocken

laden nicht nur zum Gottesdienst

ein, sie sind ein Zeichen

der Verbundenheit, der Erinnerung,

des Aufrufs und bilden

einen Teil der kulturellen

Identität. Glocken sind Musikinstrumente.

Besonders jetzt

fehlt vielen das Glockengeläut

zur üblichen Zeit. In manchen

Gegenden werden nun abends

um 20 Uhr die Glocken geläutet,

um Christ/innen im Gebet

zu vereinen.

Glockenspiel in China. Das

vermutlich älteste Glockenspiel

wurde übrigens nicht in Europa

gefunden, sondern in der Provinz

Hubai. Noch vor einigen

Wochen hätten wohl nur wenige

gewusst, wo diese chinesische

Provinz liegt. Hier wird

nicht nur der Ursprung des Corona-Virus

vermutet: Dort wurde

1978 ein Glockenspiel als

Grabbeigabe gefunden, das ca.

3.500 Jahre alt ist.

Heiligenfiguren oder ihre Botschaft finden

sich auf den neuen Glocken für Rainbach

und Perg. Die künstlerische Gestaltung ist

so unterschiedlich wie die Künstler/innen

selbst. „Keine Glocke gleicht der anderen“,

erzählt Glockengießer Rudolf Perner.

Elisabeth Leitner

Für die Kalvarienbergkirche in Perg hat Manfred

Wakolbinger zwei Glocken gestaltet.

Eine Glocke ist für ihn „eine Begleiterin der

Seele“. Zwei Sätze aus dem Sonnengesang

des Franz von Assisi zum Thema Schöpfung

und Vollendung hat er künstlerisch umgesetzt.

Die Form der Sätze ist nach oben strebend

und aufsteigend. – Die Glockengestaltungen

in der Pfarrkirche Rainbach tragen

die Handschrift von Irene und Christine

Hohenbüchler. Stifter der Glocke „Ton e2“

sind die Feuerwehren aus sieben benachbarten

Gemeinden. Deshalb findet sich auch

der Hl. Florian auf dieser Glocke. Die kleinere

„cis3“-Glocke wird von der Goldhaubengruppe

Rainbach gestiftet und zeigt die Hl.

Notburga und Hl. Barbara. „Auf die Kostbarkeit

des Dienstes von Frauen wird mit den

Heiligen, die die Goldhaube tragen, verwiesen“,

erklären dazu die Künstlerinnen Irene

und Christine Hohenbüchler.

Eine Glocke für Perg. Manfred Wakolbinger orientierte sich

am Sonnengesang des Hl. Franz von Assisi. Privat

Entwurf der

künstlerischen

Gestaltung

für die Glocke

„Ton e2“ in

Rainbach mit

dem Hl. Florian.

Die Künstlerinnen

Irene und

Christine Hohenbüchler

sind noch

in der Feinabstimmung.

privat

Unverwechselbar. Glockengießer Rudolf

Perner von der gleichnamigen Glockengießerei

in Passau arbeitet schon seit über 30

Jahren mit Künstler/innen zusammen. Es

gilt, das künstlerische Konzept glockengerecht

umzusetzen: Form, Inhalt und Technik

müssen zusammenpassen. An der Zusammenarbeit

mit Künstler/innen schätzt er

ihre unkonventionellen Ideen. „Keine Glocke

gleicht der anderen“, erzählt er aus seiner

beruflichen Praxis. Die Proportionen

einer Glocke, bei der – vereinfacht gesagt –

„alles windschief“ ist, müssen erst einmal

erfasst werden. Zahlreiche Glockengestaltungen

hat er mit Künstler/innen bereits

umgesetzt und erinnert sich: „Die Glockengestaltungen

von Kollerschlag und Altmünster

sind wunderschön geworden.“ An die 100

Glocken gießt er jährlich. Zur Zeit arbeitet er

an den Glocken für Perg und Rainbach.

Geschichte. Inschriften auf Glocken sind

schon früh belegt. Im 11. Jahrhundert weisen

Inschriften im christlichen Kontext zumeist

auf die Gießer bzw. den Auftraggeber,

die Funktion der Glocke und ihr Gussjahr

hin. Nach der Änderung des Glockenherstellverfahrens

konnten im Mittelalter Glocken

viel aufwändiger gestaltet werden. Oftmals

bildeten Glockengießer damals schon

Heilige auf den Glocken ab, in der Hoffnung,

dass sich ihr Schutz über die gesamte

Hörweite der Glocke erstrecke. Manche

nehmen jetzt das Glockenläuten bewusster

wahr: „Besonders jetzt haben Glocken wieder

eine wichtige Funktion. Sie laden zum

Innehalten und zur Wachheit ein: Wohin

geht unser Weg mit Gott?“, fragt Glockengießer

Perner. Der Klang der Glocke vermittelt

ein Stück Normalität und Sicherheit,

während die Welt stillzustehen scheint. «


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Kunst & Kultur 29

Architekt Rafael

Hintersteiner besucht

täglich seine Kapelle

und entzündet

dort eine Kerze.

Der Standort des

Bauwerkes befindet

sich auf einem privaten

Grundstück in der

Nähe der Pfarrkirche

Arbing, westlich

des Friedhofs. Eine

Besonderheit der

„Franziskuskapelle“,

die aus dunkelgrau

gefärbtem Beton

gefertigt wurde, ist

das fehlende Dach. Es

lenkt den Blick nach

oben, der Himmel

bleibt immer sichtbar.

Der Architekt und seine Kapelle

In seiner Kapelle entzündet Rafael Hintersteiner

täglich eine Kerze und fühlt sich

im Gebet mit Menschen von fern und nah

verbunden. Mit der kleinen Glocke wird

das Gebet auch für die Nachbarn hörbar.

Elisabeth Leitner

Täglich geht ein junger Mann in die kleine

Franziskuskapelle beim Friedhof in Arbing.

Er zündet eine Kerze an, verweilt an diesem

stillen Ort, spricht ein Gebet. An diesem Ort

findet er Ruhe. Er denkt auch an alle, die

jetzt gerade keinen kirchlichen Raum betreten

können. Danach greift er zum Handzug

der kleine Glocke und zieht ein paar Mal

daran. Ein einsames Glockengeläut durchdringt

die Stille des Friedhofs.

Ort des Verweilens. „Warum hört man da

jetzt täglich die Glocke läuten?“ – Das wurde

anfangs auch der junge Mann von Nachbarn

gefragt: Ob er wisse, was da los sei?

Rafael Hintersteiner hat eine Erklärung dafür

und erzählt: „In Zeiten wie diesen bin

ich froh, dass ich mir damals eine Kapelle

Rafael Hintersteiner

sucht die

Stille und findet sie

auch in seiner selbst

gestalteten Kapelle

am Friedhof in

Arbing. Hintersteiner

gebaut habe und diese nun bewusst als Ort

des Verweilens verwenden kann.“ Er ist der

junge Mann, der jeden Morgen seine Kapelle

aufsucht und die Glocke läutet. Er hat die

Kapelle selbst entworfen, 2011 wurde sie fertiggestellt.

Sie trägt den franziskanischen

Gruß „pax et bonum“ (Friede und Heil). Das

wünscht er auch allen Nachbar/innen. „Die

Glocken sind gut hörbar. Und wenn die Glocken

läuten, wissen die Nachbarn, dass jemand

für sie betet. Ich nehme auch Gebetsanliegen

mit in die Kapelle.“

Vielseitig. Hintersteiner ist ein vielseitig

Begabter: Er hat an der Kunstuniversität Linz

Architektur studiert, an der Anton-Bruckner-Universität

Gesang. Jetzt ist er Abteilungsleiter

für Marketing und Presse im Linzer

Design Center. Bereits 2010 hat er in der

hauseigenen Tischlerei einen Holzsarg entworfen.

Ausgehend von der oft üblichen Liegeposition

mit erhöhtem Kopfteil, gestaltete

er mit seinem Kollegen Johannes Wolfsteiner

den Holzsarg „Kopf hoch“ – nachhaltig,

ohne Nägel und ohne Plastik.

Inspiriert. Seit Beginn der Corona-Krise hat

der Architekt und Sänger wieder begonnen

„Miniaturen“ zu entwerfen: Es sind Bilder in

20 x 20 mm Größe, die zur Zeit seinen Alltag

prägen. Berichte aus Medien, Orten, die

er gerne einmal besuchen würde und Ereignisse,

die ihn erfreuen, zeichnet er und stellt

diese ins Internet. Auf Facebook und Instagram

kann man diese nun betrachten. – Das

gilt auch für die kleine Kapelle in Arbing.

Diese kann man aber nicht nur virtuell besuchen.

Da sie nur für wenige Besucher/innen

Platz bietet, ist eine Besichtigung erst

nach der Corona-Zeit empfehlenswert. Bis

es so weit ist, wird Rafael Hintersteiner täglich

dort anzutreffen sein: „Im Gebet sind

wir alle miteinander verbunden“, sagt Hintersteiner.

„Das ist ein schöner Gedanke.“


30 Personen & Dank

2. April 2020 KirchenZeitung Diözese Linz

Dank

Ehrenamtliche

Seelsorge beendet

Die Krankenhauspastoral

dankt im Namen der gesamten

Diözese Linz Anna Sonnleitner

aus Linz und Werner Boissl aus

Seitenstetten für ihren Einsatz

als ehrenamtliche Krankenhausseelsorgende.

Beide haben

ihr Engagement nun beendet.

„Ich bin jetzt 80 Jahre alt und

blicke auf 30 Jahre seelsorgliche

Tätigkeit zurück“, sagt Anna

Sonnleitner, die im Ordensklinikum

der Barmherzigen

Schwestern Linz tätig war: „Ich

glaube, es war meine Begabung

und meine Berufung und hat

mich immer sehr bereichert.“

Da sie selbst viel krank war und

sich mehreren Operationen

unterziehen musste, konnte sie

sich gut in die Lage von Patient/

innen einfühlen. Vor den Besuchen

in den Zimmern habe sie

immer gebetet, erzählt sie und

weist auf ein besonderes Ergebnis

ihres Engagements hin: Aus

einem Gespräch am Krankenbett

ist ein langjähriger Kontakt

mit einer Frau, die aus der Türkei

stammte, entstanden.

Dank

• Landwirtschaftliche Berufs- und

Fachschule Kleinraming. Im November

2019 haben Lehrkräfte und Schüler/innen

ein Projekt mit dem Titel „Spring ein

für andere“ gestartet. Die 2C-Klasse hat Körperpflegeprodukte

für Bewohner/innen des

Wohnheimes „WOST/B29“ (Verein zur Unterstützung

Obdachloser bzw. von Wohnungslosigkeit

bedrohter Menschen) in

Steyr gesammelt und unmittelbar vor Weihnachten

persönlich übergeben. Die beiden

ersten Klassen sammeln aber weiter: Intakte

oder sogar ungetragene Kleidung, Kleidung

mit kleinen Fehlern wird im Praxisunterricht

aufbereitet. Da wird genäht, geflickt

und Knöpfe werden angenäht. In Zusammenarbeit

mit der „Hilfsgemeinschaft SSTA-

Osthilfe“ (Sierning-Schiedlberg-Ternberg-

Aschach) werden diese Kleidungsstücke an

bedürftige Menschen in Rumänien verteilt.

Damit schafft die Schule einen zweifachen

Nutzen: Sie unterstützt die Menschen, die

Hilfe brauchen, und handelt im Blick auf

die Umwelt, indem die Kleidung ein zweites

Mal verwendet wird. fs Kleinraming

Im gedenken

• Am 21. März 2020 ist kurz

vor ihrem 98. Geburtstag die

Pädagogin und Autorin Prof.

Elisabeth Sefcik-Arnreiter in

Wien verstorben. Gmunden war

1946 ihre erste berufliche Station als Lehrerin, nach

Studien in England (Bewegungspädagogik) und Bern

(Psychologie) war sie ab 1967 in Wien an einer Bildungsanstalt

für Kindergartenpädagogik tätig. Bekannt

wurde sie vor allem durch ihre Seminare für Ausdruckstanz

im gesamten deutschen Sprachraum, auch biblische

Geschichten hat sie in Szene gesetzt. Einer großen

Öffentlichkeit geläufig wurde sie durch eine Tanzeinlage,

die sie mit Jugendlichen zum Abschluss des Gottesdienstes

mit Papst Johannes Paul II. 1998 in Lorch

einstudiert hatte. „Das war ein Sprechen mit Leib und

Seele“, sagte der sichtlich beeindruckte Papst.

• Am 28. März 2020 ist nur zwei Monate nach ihrem

Ausscheiden aus dem Oberösterreichischen Landtag

Annemarie Brunner aus Ried/Rmk. im 63. Lebenjahr

verstorben. Sie war 17 Jahre lang Landesbäurin und

Landtagsabgeordnete.

WeiheTage

• Am 2. April 2020 begeht KonsR Mag. Franz Langeder,

Ständiger Diakon und Pastoralassistent in der Pfarre

Grieskirchen, das 25-Jahr-Jubiläum seiner Weihe

zum Diakon.

Mag. theol. Dr. med. Werner

Boissl war ehrenamtlicher

Krankenhausseelsorger im

MedCampus III (ehemaliges

AKH). Beruflich war er als Neurologe

und Psychotherapeut in

NÖ tätig. Neben seinem Beruf

hat er Musik und Theologie

studiert. Das Theologiestudium

schloss er im Oktober 2000 ab,

in dem Monat, in dem er auch

in Pension ging. Anschließend

begann er ehrenamtlich in der

KH-Seelsorge zu arbeiten. Ein

Einsatz in NÖ kam wegen des

damaligen Bischofs Kurt Krenn

für Dr. Boissl nicht in Frage:

„Ich bin jetzt 76 Jahre und

blicke zurück auf 20 Jahre

Ehrenamt im KH. Es war eine

gute Art, in der Pension die

Woche zu strukturieren. Diese

Tätigkeit hat mich immer

bereichert. Ich habe viel

gegeben und viel bekommen.“

Geburtstage

• Am 25. März 2020 feierte Maria Obermayr,

Mitarbeiterin in der Verwaltung der

KirchenZeitung, ihren 100. Geburtstag. Sie

war von 1946 bis 1961 als Sekretärin für

Prälat Franz Vieböck tätig, danach war sie

für Prälat Johann Weidinger Pfarrsekretärin

in Bad Ischl. Seit 1982 lebt Maria Obermayr

wieder in Linz. Im Telefonat mit der KiZ

sagte sie: „Ich bin für jeden Tag dankbar.

Ich stehe um sechs Uhr auf, höre die Morgenbetrachtung

und bin dann den ganzen

Tag auf den Füßen.“ Nach den „Corona-Zeiten“

– wenn wieder ein Besuch möglich ist

– wird die KiZ ausführlicher berichten.

• Am 4. April 2020 wird KonsR Anton

Stellnberger 70 Jahre alt. Er stammt aus St.

• Am 3. April 2020 begeht OSTR KonsR P. Pius Reindl

OCist, Zisterzienser des Stiftes Schlierbach und Professor

in Ruhe, den 60. Jahrestag seiner Priesterweihe.

Leonhard bei Freistadt und empfing 1975

die Priesterweihe. Seit 1985 ist Stellnberger

Pfarrer in Rainbach im Mühlkreis, zugleich

ist er seit 1996 Pfarrprovisor von Leopoldschlag

und seit 2013 zusätzlich Pfarrprovisor

von Sandl.

• Am 6. April 2020 vollendet KonsR Dr. P.

Robert Huber OSB, Professor in Ruhe, sein

80. Lebensjahr. Er stammt aus Braunau am

Inn, trat 1958 in das Stift Kremsmünster ein

und wurde 1964 zum Priester geweiht. Von

1971 bis 2005 war P. Robert Huber Professor

für Englisch und Geografie am Stiftsgymnasium

Kremsmünster. Er ist ein begehrter

Reisebegleiter und hält Führungen für Stiftsgäste.

Er wirkt noch als Aushilfspriester.


KirchenZeitung Diözese Linz 2. April 2020

Leser/innen am Wort 31

Coronavirus

Was für ein Albtraum. Haben

unsere Kinder noch eine Chance

mit unserem Schuldenberg?

Die Superreichen kaufen Aktien

im Sonderangebot. Junge hoffnungsvolle

Unternehmen sind

ruiniert. Die Pharmaindustrie

verliert nicht ihre besten Kunden,

im Gegenteil. Und noch

vieles mehr. Und wir sind gezwungen

es zu tun, und haben

keine andere Wahl. Was müssen

wir tun, damit jenes nie mehr

geschehen kann? Ich befürchte,

dass – anstatt gemeinsam Lösungen

zu finden – wieder gestritten

wird und es nur zu halbherzigen

Entscheidungen kommt.

FRANZ DANEK, PER E-MAIL

An vorderster Front

Weil sie ihrer Arbeit nachgeh‘n,

Allen Gefahren widersteh‘n;

Sich nicht schonen, alles geben,

Bleibt erträglich unser Leben.

Fleißige Ärzte und Schwestern,

Die Leute von Bus und Bahn,

In Gewerbe und Handel;

Die Damen vom Discounter,

In Apotheke und Bank;

Ihnen allen gilt unser Dank!

RAINER KIRMSE, ALTENBURG

Urbi et orbi

Dass der Sondersegen Urbi et

orbi eine „historische Geste des

Papstes“ war, mag schon stimmen.

Für mich ist das Bild gespenstisch

und traurig zugleich.

Jahrzehntelange Bemühungen,

Gottesdienst als Gemeinschaft

und nicht als Huldigungsfeier

für den Zelebranten zu sehen,

sind umsonst. Es ist einfach nur

schräg. Bin ich froh, dass uns in

unserer Pfarre so eine One-Man-

Show erspart bleibt. (...)

In dieser Ausnahmesituation

wünsche ich mir für die Kirche

(mir ist sie nämlich noch nicht

egal) ein Reset. In Zeiten wie diesen

ist nichts mehr so wie gewohnt.

Das eröffnet die Möglichkeit,

für alte Probleme neue

Lösungen zu finden. Die Texte

der Bibel, besonders der Bergpredigt

geben mir Mut. Gerechte

Güterverteilung, eine gemeinsame

Feierkultur und Geschlechtergerechtigkeit

sind nicht mehr

undenkbar, sondern in unserer

heutigen Gesellschaft längst notwendig.

(...)

WALTRAUD BACHINGER, SCHÖRFLING

Flüchtlinge

Durch die Corona-Krise rückt

die Tatsache immer mehr in den

Hintergrund, dass in den Flüchtlingslagern

auf den griechischen

Inseln über 42.000 Menschen,

darunter 1.800 unbegleitete

Minderjährige ohne Eltern, unter

katastrophalen hygienischen

Bedingungen leben müssen. Natürlich,

wir haben jetzt andere

Sorgen. (...) Aber wir sollten uns

bewusst machen, dass das Corona-Virus

möglicherweise auch

vor den Flüchtlingslagern nicht

Halt macht. (...)

Wenn wir in Österreich im Zuge

der Corona-Krise 38 Milliarden

für die Wirtschaft locker machen

können, hätten wir vielleicht

auch das Geld, zumindest 150

unbegleitete und kranke Kinder

aus den Lagern herauszuholen

und einen finanziellen Beitrag

für den Bau kleinerer und menschenwürdiger

Lager in Griechenland

zu leisten. (...)

DR. EDUARD WAIDHOFER, PER E-MAIL

Mundkommunion

Die Abschaffung der Mundkommunion

ist ein Gebot der Stunde

und es geht dabei nicht nur

um Corona. Wir alle wissen, dass

eine Berührung von Mund und/

oder Zunge nicht auszuschließen

ist. Die Hände des Priesters

oder Kommunionsausteilers

spielen ebenfalls eine Rolle (Husten,

Schnäuzen). Dadurch kann

es zur Weiterverbreitung von

Krankheitserregern kommen.

Gerade ältere Menschen sind wegen

ihrer Abwehrschwäche empfänglicher

für Infektionen. (...)

ELISABETH NEULINGER,

HYGIENEFACHKRAFT AUS WAXENBERG

Veröffentlichungen von

Leserbriefen bedeuten keine

Zustimmung. Kürzungen

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84, 4020 Linz; E-Mail: leserbriefe@

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Fotos: Ana Kontoulis, Adobe.Stock.com/kieferpix


unter uns

Denkmal

Unter Quarantäne

Die Zeit wird zeigen, ob dieses Wort zum

(Un-)Wort des Jahres 2020 gewählt wird.

Interessant ist, woher der Ausdruck stammt.

brigitta Hasch

Was gemeint ist, ist allseits bekannt: Unter

Quarantäne versteht man die zeitlich begrenzt

Absonderung von Menschen oder

Tieren, die möglicherweise eine ansteckende

Krankheit in sich tragen und daher

Überträger sein könnten.

Oft waren Schiffspassagiere von dieser vorgeschriebenen

Wartezeit betroffen. So auch

im 14. Jahrhundert. Damals wütete die Pest

und im Hafen von Venedig war daher für

einlaufende Schiffe eine Wartezeit von 30

Tagen vorgeschrieben. Die Vorsicht gebot

bald, diese Dauer auf 40 Tage zu erhöhen.

Als weithin begreifliches Argument nutzte

man eine religiöse Tradition: 40 Tage sind

ein Zeitraum, der in der Bibel immer wieder

zu finden ist.

Domspatz

Das gab es schon lange nicht mehr: Der

Luftraum über Europa gehört wieder uns

Vögeln.

Mit dem Coronavirus ist auch im Hafen von Venedig Ruhe

eingekehrt. Die Umwelt freut sich. spuno -adobestock.com

Die Zahl „40“ ist es schließlich auch, die die

Wurzel des Wortes Quarantäne bildet: Lateinisch

„quadraginta“, italienisch „quaranta“,

französisch „quarante“.

Machen Sie mit! Nennen Sie uns Stellen

in oder Erzählungen aus der Bibel, bei

denen die Zahl 40 eine bedeutende Rolle

spielt.

Einsendungen bis Fr., 10. April 2020 an:

KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz,

E-Mail: gewinnen@kirchenzeitung.at

merk-würdig

Geht doch!

Ein weiteres Mal wollen wir

hier einen Blick darauf werfen,

welche positiven Auswirkungen

unser Arbeiten im

Home-Office und das damit

verbundene, fast ständige Zu-

Hause-Sein haben kann. In

meinem Fall ist es kein Hund,

sondern meine Pflanzen, die

mir die aktuell besonders sorgund

aufmerksame Pflege und

regelmäßige Bewässerung mit

besonderer Blütenpracht danken.

Ich hab ja nicht so unbedingt

den grünen Daumen.

Nicht umsonst stehen auf den

Fensterbänken nur sehr genügsame

und ausdauernde Pflanzen.

Alle anderen haben sich

immer rasch in die ewige Dürre

verabschiedet. Oder besser

gesagt, ich habe sie ohne böse

Absicht dorthin geschickt.

Jetzt scheint alles anders. Meine

drei Orchideen haben insgesamt

über dreißig Blüten,

die Zyklame zeigt an die zwanzigmal

in leuchtendem Rot

auf, wie schön sie blühen

kann. Und mein weißer Weihnachtsstern

blüht seit Mitte

Dezember ohne Unterbrechung.

Kein Einknicken, keine

trockenen Blätter. Dank meiner

Pflege wird er demnächst

sogar eine neue Bekanntschaft

schließen. In ein paar

Tagen wird neben ihm der Osterstrauch

mit vielen bunten

Eiern stehen. Das wird wohl

ein höchst seltsames Paar.

brigitta hasch

brigitta.hasch@kirchenzeitung.at

„Das Schöne an den modernen Medien ist, dass sie uns

ein Stück Alltag ermöglichen, wir können voneinander

hören und uns verbunden fühlen.“

Sr. Brigitte Thalhammer, Salvatorianerin, derzeit Rom

Österreichische Post AG WZ 02Z031277 W – Nicht retournieren

KirchenZeitung Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz

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