der gemeinderat_Ausgabe 04_2020

pVSpro360

In Zeiten von COVID 19 aber müssen sich die Städte und Gemeinden um Ausgangsbeschränkungen kümmern. Die Bürgermeister sind Krisenmanager, informieren die Bürger und sorgen für die Aufrechterhaltung der Verwaltung. Und bei aller erforderlichen Konzentration auf den Infektionsschutz der Bevölkerung und die Sicherung der medizinischen Versorgung dürfen die an-deren Aufgaben der Daseinsvorsorge, zum Beispiel die Abwasserentsorgung, nicht vernachlässigt werden. Weitere Themen: Mobilität, Umweltschutz, Extra Blau-grüne Infrastruktur.

Nr. 4/2020

1957–2020

8,50 Euro

63. Jahrgang

Das unabhängige Magazin für die kommunale Praxis

www.treffpunkt-kommune.de

Die Stadt blüht auf

Kommunale Leistungen im Umweltschutz

verbessern die Lebensqualität der Bürger

Kühlung

Biodiversität

Luftverbesserung

VERTIKALE BEGRÜNUNG

IST AKTIVER UMWELTSCHUTZ

Mehr dazu auf S. 46/47


Editorial

Lösungen für eine klimagerechte Stadt

Expertenwissen zu Entwässerung und Verdunstung aus einer Hand

Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts

Reduzierung urbaner Hitzeinseln

Expertenwissen zu Entwässerung und Verdunstung aus einer Hand

Schutz vor Überflutung

Kühlung durch Verdunstung

Klimagerechte Stadtplanung

Gemeinsam für ein lebenswertes Stadtklima.

Weitere Informationen

finden Sie unter:

www.fraenkische.com/

fraenkischeundoptigruen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

unter normalen Umständen wären Städte und Gemeinden nun, wenige

Monate vor einer Fußballeuropameisterschaft, mit der Organisation von

Public Viewing befasst und mit der Genehmigung von Lärmschutz-

Ausnahmeregelungen. In Zeiten von COVID 19 aber müssen sie sich um

Ausgangsbeschränkungen kümmern. Die Bürgermeister sind Krisenmanager,

informieren die Bürger und sorgen für die Aufrechterhaltung der Verwaltung.

Und bei aller erforderlichen Konzentration auf den Infektionsschutz der

Bevölkerung und die Sicherung der medizinischen Versorgung dürfen die anderen

Aufgaben der Daseinsvorsorge, zum Beispiel die Abwasserentsorgung,

nicht vernachlässigt werden.

Welche – positiven – Folgen die krisenbedingte Einschränkung der Mobilität

und Industrie hat, zeigen eindrücklich die Satellitenaufnahmen von Metropolen:

Der Feinstaubnebel lichtet sich. Die plötzlich in Venedigs Kanälen

wieder sichtbaren Fische sind eine Nachricht nicht nur im Kinderfernsehen.

Zwar wurde auch die geplante Weltklimakonferenz COP 26 in Glasgow verschoben.

Aber dass der vorbereitende Petersberger Klimadialog Ende April

als Videokonferenz stattfindet, ist ein wichtiges Signal: Die Bemühungen um

die Reduktion der Treibhausgase müssen weitergehen.

Herausforderungen und Best Practise der Städte und Gemeinden im

Umweltschutz stellen wir in dieser Ausgabe ausführlich vor (Titel, ab S. 20).

Der eben wiedergewählte Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigt in

seinem Beitrag die Erfolge und Pläne seiner Stadt in den Bereichen Luftreinhaltung,

Mobilität und Klimaschutz auf. Hinweisen wollen wir Sie außerdem

auf unser EXTRA Blau-grüne Infrastruktur (ab S. 53). Die Vorsorge vor Hitzeperioden

und Starkregen betrifft jede Kommune. Wir stellen vorbildliche

Projekte im Regenwassermanagement und der Stadtbegrünung vor.

Auch und gerade in der aktuellen Situation wollen wir Ihnen im Fachmagazin

der gemeinderat und auf www.treffpunkt-kommune.de nutzwerte

Informationen bieten über Lösungen im Umgang mit der Pandemie. Wir

berichten über Herausforderungen und Lösungen. Teilen Sie uns mit, welche

wegweisenden, mutmachenden Aktivitäten es in Ihrer Gemeinde, in Ihrem

Unternehmen gibt – wir sagen es weiter!

Wir wünschen Ihnen alles Gute!

Herzlich, Ihr

Jörg Benzing, Redaktion

Unser

CORONA

Spezial

News und Fakten

aus Kommunen, Politik

und Wirtschaft

www.treffpunkt-kommune.de

> Online-Spezial > Corona

KONTAKT

Sie haben Anmerkungen,

Wünsche oder Fragen?

Schreiben Sie mir!

joerg.benzing@pro-vs.de


Inhalt

Inhalt

In diesem Heft:

Energieversorgung: Verteilnetz bedarfsgerecht

und integriert steuern 36

Titel

Umweltschutz: Der Münchner OB Dieter Reiter

über Luftreinhaltung und Klimaschutz 20

Ressourcen: Kläranlage in Schönebeck (Elbe)

gewinnt Phosphor zurück 22

Kommunalfahrzeuge: Stadt Gaggenau setzt

umgerüsteten E-Transporter ein 39

Mobility-on-Demand: Mit digitalen Lösungen

das ÖPNV-Angebot erweitern 40

Öffentlicher Raum: Stadt Augsburg sorgt für

Sicherheit im ÖPNV 42

Abwasserwirtschaft: Notfallpläne für den

Betrieb im Krisenmodus gefordert 23

Lärmschutz: Stadt Karlsruhe weist

Tempo-30-Zonen aus 24

Motorradlärm: Initiative in Baden-Württemberg

dringt auf schärfere Gesetze 26

Rattenbekämpfung: Kommunen benötigen

rechtssichere Strategien 28

Neues aus der Wirtschaft: Qualitätssicherung

in Kanalbau und -sanierung 30

Politik & Gesellschaft

Corona: Die Kommunen kämpfen engagiert

für die lokale Wirtschaft 8

Krisenmanagement: Apps, Plattformen und

Netzwerke fördern den Wissenstransfer 10

Planen & Bauen

Städtebau: Die Bauland-Offensive Hessen

unterstützt kommunalen Wohnungsbau 12

Quartiersentwicklung: Deutscher Verband

startet neue Initiative 14

Öffentlicher Raum: Innovative Stützmauerfertigung

im Straßenbau 16

Neues aus der Wirtschaft: Temporäre

Krankenstationen schnell errichtet 18

Umwelt & Verkehr

Mobilität: Die Rolle der Kommunen beim

Aufbau der E-Ladeinfrastruktur 32

Die Stunde der Wirtschaftsförderer

Dienstleister, Gastronomen und lokale Händler erleiden massive Umsatzverluste.

Sie sind jetzt auf die Solidarität ihrer Kommunalverwaltungen und die der Bürger

angewiesen. Bürgermeister und Wirtschaftsförderer kämpfen gegen die negativen

Folgen des „Shutdowns“ für die Wirtschaft an.

Kommunaler Wohnungsbau in Hessen 12

Die Bauland-Offensive Hessen unterstützt Kommunen bei ihrer Baulandentwicklung.

Im Fokus steht die Wiedernutzbarmachung von brachliegenden oder ungenutzten

Flächen. Für 15 200 neue Wohnungen wurden bereits Machbarkeitsstudien

erstellt, 5000 davon gehen in die konkrete Planungsphase.

Umweltschutz steht in München obenan 20

Der eben im Amt bestätigte Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter sieht den

Erhalt einer intakten Umwelt als Grundlage für eine lebenswerte Stadt und gesellschaftlichen

Wohlstand. In seinem Beitrag für diese Ausgabe stellt er die Ziele der

nachhaltigen Entwicklung vor und erläutert die Maßnahmen zur Luftreinhaltung.

32

Foto: Stockwerk-Fotodesign/Adobe Stock

8

Strom macht mobil

Wenn Elektromobilität eine Klimaschutzwirkung

haben soll, muss die elektrische

Energie durch erneuerbare Energien bereitgestellt

werden. Beim Aufbau der öffentlichen

Ladeinfrastruktur muss die Kommune

darauf achten, dass alles zusammenpasst:

Standort der Ladesäulen und -kapazität,

Netzversorgung und Abrechnungstechnologie.

Foto: Thodonal/Adobe Stock

Fotos Titelseite: Helix Pflanzensysteme, Ralf Grömminger

Foto: gpointstudio/Adobe Stock Foto: Helix

EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

Pflanzen übernehmen in der Stadt wichtige Funktionen wie Luftverbesserung,

Verdunstung und Temperaturausgleich. Stadtplaner suchen daher nach Möglichkeiten,

klimaangepasste Grünflächen zu entwickeln. Genauso wichtig ist es, die

Regenwasserbewirtschaftung im öffentlichen Raum zu verbessern.

Wertschätzende Kommunikation zählt

46

57

Der Arbeitsmarkt ist heute in vielen Branchen ein Bewerbermarkt. Die Kandidaten

können sich die beste Position aussuchen. In dieser Situation sollte das kommunale

Personalmanagement von Beginn an punkten mit einer werbenden und wertschätzenden

Kommunikation. Bummelei kommt gar nicht gut an.

Job-Interview: DWA-Präsident Uli Paetzel 60

Die Wasserwirtschaft rechnet für die kommenden Jahre im technischen Bereich

mit dem größten Bedarf an Fachkräften. Die Branche intensiviert daher ihre Ausbildungsaktivität.

Prof. Dr. Uli Paetzel, Präsident des Branchenverbands DWA,

benennt im Interview die Argumente für Berufe im Wassersektor.

Blau-grüne Infrastruktur

Stadtgrün: Multifunktionale Lösungen beleben

die Stadt 46

Starkregen: Kommunales Risikomanagement

zeigt Gefahren auf 52

Regenwasserbewirtschaftung: Vielfältige

Ansätze zur Entlastung des Kanalsystems 53

Planung: Hydrologische Starkregenmodellierung

verbessert die Informationslage 54

Parlament & Verwaltung

IT-Sicherheit: Stadtverwaltung Dresden

recherchiert gefahrlos im Internet 56

Personalmanagement: Wertschätzende

Kommunikation zählt 57

Job-Interview: DWA-Präsident Uli Paetzel nennt

Argumente für Berufe im Wassersektor 60

Rubriken

Editorial 3

Panorama 6

TOP Stellenmarkt 58

Produkte & Dienstleistungen 62

Vorschau / Impressum 66

Der Gesamtauflage dieser Ausgabe liegen

Prospekte der Bernd Fischer GmbH & Co. KG,

Bad Rappenau, und der M2 Europe Limited,

Berlin, bei.

4 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20

5


Panorama

NEUES AUS DEUTSCHLAND

KURZ GEMELDET

Messetermine

Die Weltleitmesse für Umwelttechnologien,

die IFAT in München, soll in

diesem Jahr vom 7. bis 11. September

stattfinden. Die Messe informiert umfassend

über Lösungen und Innovationen

für die Wasser-, Abwasser-, Abfallund

Rohstoffwirtschaft (www.ifat.de).

Für die zunächst im März angesetzte

Bildungsmesse Didacta hat der Veranstalter

nun den neuen Termin bekannt

gegeben: 23. bis 27. März 2021 in

Stuttgart. Ein Termin noch im Sommer

2020 sei für die Mehrheit der Aussteller

keine Option, sagte Stefan Lohnert, Geschäftsführer

der Messe Stuttgart

(www.messe-stuttgart.de/didacta).

Wahlen in

Kommunen

Bürgermeisterwahlen und Bürgerentscheide

in Baden-Württemberg sind

auch in Corona-Zeiten grundsätzlich

möglich, aber der Infektionsschutz muss

bei der Abwägung Vorrang haben. Das

hat das Innenministerium in einem Erlass

festgestellt und einen Leitfaden an

die Regierungspräsidien und Landratsämter

zur Durchführung von kommunalen

Wahlen herausgegeben.

Bemerkenswert, vorbildlich, innovativ?

Teilen Sie der Redaktion mit,

was Ihre Kommune bewegt:

wolfram.markus@pro-vs.de

Leere Münchner Innenstadtstraße: Die Kommunen werben um Verständnis für Ausgangsbeschränkungen

und setzen auf eine gute Kommunikation politischer Entscheidungen.

Corona-Krise

Gesundheit geht vor

Die Städte werben in der Corona-Krise

bei den Bürgern um Geduld und

unterstützen die Linie von Bund und

Ländern. Die Beschränkungen dürften

nicht zu früh gelockert werden.

Die deutschen Städte halten es für

angebracht, die Beschränkungen

in der Corona-Krise nicht zu früh

zu lockern. Sie unterstützen damit die

Position von Bund und Ländern. Der Präsident

des Deutschen Städtetages (DST),

Burkhard Jung, erklärte Anfang April: „Die

Gesundheit der Menschen muss höchste

Priorität haben. Es darf erst dann Lockerungen

geben, wenn sich ein Erfolg der

Maßnahmen einstellt. Wir spüren, dass die

Beschränkungen bei der großen Mehrheit

der Bürger auf Verständnis stoßen.“

Genauso wichtig sei es, sagte Jung,

rechtzeitig Antworten darauf zu finden,

„wie lange die Maßnahmen dauern und

wie wir zur Normalität zurückkehren können“.

Dafür sollte jetzt eine Strategie erarbeitet

werden, so der DST. Die Städte

stünden bereit, dabei zu unterstützen.

Der Städtetag fordert den Bund auf, die

flächendeckende Versorgung mit Beatmungsgeräten,

Schutzkleidung und Atemschutzmasken

sicherzustellen. Versorgt

werden müssten Krankenhäuser, Gesundheitsämter,

Rettungsdienste, Pflegeeinrichtungen

und -dienste sowie niedergelassene

Ärzte. Auch auf andere infektionsrelevante

Arbeitsfelder müsse geachtet werden,

etwa die kommunale Jugendhilfe oder

Dienste im Umgang mit obdachlosen und

wohnungslosen Menschen. Dringenden

Handlungsbedarf sehen die Städte für Alten-

und Pflegeeinrichtungen. Jung sagte,

es sei besonders bedrückend, dass die Zahl

von Corona-Infektionen in Alten- und Pflegeheimen

steige.

Weitere Berichte zum Umgang der Kommunen

mit der Corona-Krise finden Sie in

dieser Ausgabe auf den Seiten 8, 10 sowie

in den Themenstrecken.

6 der gemeinderat 4/20

Foto: Eichhammer/Adobe Stock

52 %

Strom aus erneuerbaren Energien

Zuwachs im ersten Quartal

Im ersten Quartal 2020 haben die erneuerbaren Energien erstmals

mehr als die Hälfte (rund 52 Prozent) des Bruttoinlandstromverbrauchs

gedeckt. Das teilt der Bundesverband der

Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mit und verweist auf

mehrere Sondereffekte: Auf den „Windrekord“ im Februar

folgte ein außergewöhnlich sonniger März. Hinzu kam ein

Rückgang des Stromverbrauchs um ein Prozent gegenüber

dem Vorjahreszeitraum. Dies wurde ausgelöst durch eine vergleichsweise

schwache Konjunktur.

Medizinische Modulgebäude

Der Bundesverband Bausysteme hat Anfang April den Gesundheitsministern

der Länder schnelle Unterstützung bei der

Bereitstellung von Interimslösungen für die medizinische Versorgung

von Corona-Patienten angeboten. 120 fertig ausgestattete

Einheiten könnten demnach sofort in den Einsatz.

Der Verband (www.fv-raumsysteme.de) vertritt zahlreiche

Anbieter von Container- und Modulgebäuden. Diese Gebäude

bestehen aus mehreren im Werk konfektionierten Raumsystemen.

Vor Ort werden sie in kurzer Zeit zu einem Gebäude

oder einer Gebäudeerweiterung zusammengefügt. Raumsysteme,

die Ausweichflächen für Krankenhäuser bieten, enthalten

bereits alle benötigten Einbauten.

Kommunalwahlen in Bayern

Der SPD-Politiker Dieter Reiter bleibt Oberbügermeister der

Landeshauptstadt München. In der Stichwahl am 30. März

setzte sich Reiter klar gegen die OB-Kandidatin der CSU, Kristina

Frank, durch. Im Münchner Stadtrat stellen künftig die

Grünen vor CSU und SPD die größe Fraktion.

Neuer Oberbürgermeister von Nürnberg ist Marcus König

von der CSU. Er löst Ulrich Maly (SPD) ab, der 18 Jahre lang

an der Spitze der zweitgrößten bayerischen Stadt stand und

sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. In Ingolstadt hingegen

geht der OB-Posten nach Jahrzehnten von der CSU an die

SPD. Christoph Scharpf ist der neue Oberbürgermeister.

Wegen der Corona-Pandemie wurden die Stichwahlen erstmals

nur per Briefwahl durchgeführt. – Mehr zur bayerischen

Kommunalwahl: www.treffpunkt-kommune.de > News >

„Bewegung in den Gremien der Städte und Gemeinden“.

der gemeinderat 4/20

DIE All-in-One-

Lösung für Ihre

Personalarbeit

Testen Sie 4 Wochen kostenlos:

www.haufe.de/tvoed-premium

Tel. 0800 72 34 248 (kostenlos)

Laut Umfrage

Forschungswerk

2017

Marktführer

F o r s c h u n g w e r k 2 0 1 7

Jetzt

4 Wochen

kostenlos

testen

Wissen, Werkzeuge, Weiterbildung

Die Online-Lösung unterstützt Sie in allen

Bereichen der Personalarbeit.

Kommentare und Praxisbeiträge zu Tarif-

recht, Arbeitsrecht, Personal vertretungs- und

Sozialrecht, Entgeltabrechnung und Personalmanagement

praktische Arbeitshilfen wie Checklisten,

Rechner und einem Zeugnisgenerator

Weiterbildung direkt am Arbeitsplatz mit

Online- Seminaren und eTrainings


Corona

Politik & Gesellschaft

Nichts geht mehr wegen Corona: Die erzwungene Betriebsruhe bedeutet für den örtlichen Handel, für Dienstleister, Gastronomen und Gewerbe massive

Umsatzverluste. Sie sind jetzt auf die Solidarität ihrer Kommunalverwaltungen und die der Bürger angewiesen.

Solidarität

Die Stunde der Helden schlägt

Ob in Freiberg in Sachsen, im westfälischen Münster oder im schwäbischen

Murrhardt: Die Bürgermeister und Wirtschaftsförderer dieser Kommunen

müssen wie ihre Amtskollegen in Deutschland mit großem Engagement gegen

die negativen Folgen des „Shutdowns“ für die lokale Wirtschaft ankämpfen.

Mit dem Slogan „It‘s the economy,

stupid!“ gewann Bill Clinton

1992 die US-Präsidentschaftswahlen.

Frei übersetzt lautet die seinerzeit

von seinem Wahlkampfstrategen James

Carville geprägte Botschaft: Auf die Wirtschaft

kommt es an. Sie gilt heute genauso

wie damals, 2020 allerdings geht es nicht

um den Sieg eines Politikers, sondern um

die vitalen Interessen der Kommunen und

damit die des ganzen Landes. Der „Shutdown“

als politisch verfügtes Mittel, um

die weitere Ausbreitung des Corona-Virus

einzudämmen, erweist sich als zweischneidiges

Schwert: Was die Überlastung

des Gesundheitssystems ebenso verhindern

soll wie den Ausfall vieler Beschäftigter,

vor allem auch in den sogenannten

systemrelevanten Branchen Deutschlands

mit dann dramatischen Folgen für die Daseinsvorsorge,

verletzt den Lebensnerv der

Gesellschaft. Die Wirtschaft liegt wegen

unterbrochener Lieferketten und fehlender

Absatzmöglichkeiten der Unternehmen

darnieder, Existenzen von Einzelselbstständigen,

kleinen Betrieben in Handel,

Dienstleistung und Gastronomie sind bedroht,

mittelständische Betriebe ohne stabiles

finanzielles Fundament müssen die

Insolvenz fürchten. Und es steht dem Land

eine tiefe Rezession bevor.

In den Zentren der Kommunen zeigt

sich der erzwungene wirtschaftliche Stillstand

in augenfälliger Weise: Quirliges

Leben dort ist geisterhafter Leere gewichen,

Handel und Wandel mit den Benefits

lokaler Wertschöpfung wurden abgelöst

durch Online-Shopping auf E-Commerce-Plattformen.

Für den Organismus

Stadt werden die wirtschaftlichen Folgen

des „Shutdown“ nachhaltige Auswirkungen

haben.

RÜCKLÄUFIGE STEUEREINNAHMEN

„Das Bild der Innenstadt kann sich dramatisch

verändern. Wer online einkauft, geht

nicht mehr auf den Stadtplatz“, sagte

jüngst der Bürgermeister der niederbayerischen

Stadt Eggenfelden, Wolfgang Grubwinkler,

im Interview mit unserer Redaktion

(s. Treffpunkt-Kommune.de, Kurzlink:

ogy.de/cc8t).

Für die Kommunen steht viel auf dem

Spiel. Denn ohne reges lokales Wirtschaftsleben

in Handel, Handwerk, Dienst-

Foto: Animaflora PicsStock/Adobe Stock

leistungsbranchen, Gastronomie und produzierendem

Gewerbe gehen die Steuereinnahmen

zurück. Und kommt es gar zu

Betriebsstilllegungen und Entlassungen,

steigen die Sozialausgaben. Da die Gewerbesteuer

bis zu einem Drittel der kommunalen

Haushaltseinnahmen ausmacht,

werden die durch die Corona-Pandemie

ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen

mit zeitlicher Verzögerung auch die

Kämmerer zu spüren bekommen.

KAMPF AN ZWEI FRONTEN

Die Rathausshefs kämpfen zurzeit an zwei

Fronten. Zum einen müssen sie in ihren

Gemeinden das „Social Distancing“ zur

Unterbrechung der Infektionsketten durchsetzen,

zum anderen braucht die Wirtschaft

vor Ort alle erdenkliche Unterstützung.

Es geht, so Dr. Thomas Robbers,

Chef der Wirtschaftsförderung im nordrhein-westfälischen

Münster, im Gespräch

mit der gemeinderat (s. Treffpunkt-Kommune.de,

Kurzlink: ogy.de/8dtu), um

schnelle, umfassende und kompetente Beratung

– zum Beispiel, wo und wie Kurzarbeitergeld

beantragt werden kann, wie

die Unternehmen an staatliche Unterstützungsmittel

von Bund und Land herankommen,

was im Zusammenhang mit

Steuerstundungen zu beachten ist.

Münster setzt allein für die Betreuung

seiner lokalen Unternehmen zu diesen Aspekten

vier Mitarbeiter ein, die ein Telefonat

nach dem anderen führen. Man bietet

außerdem tagesaktuelle Newsletter zu

den jetzt wichtigen Themen sowie Webinare

an. Mit beidem können besonders

viele Firmen auf einmal erreicht werden.

Was den Unternehmen jetzt zusätzlich

hilft, neben der Anpassung der Kurzarbeiterregelung,

steuerlichen Entlastungen

und direkten Finanzhilfen durch den

Bund, sind Maßnahmen vonseiten der

Kommunen, mit denen die ohnehin kritische

Liquiditätslage entlastet wird. Die

zinsfreie Stundung von Gewerbesteuer

KOMMUNALWAHL 2020

zfm berät an die 500 Kommunen in ganz Deutschland bei der Besetzung von

Top-Führungspositionen und zählt zu den führenden Beratungen in diesem Umfeld.

Unser Netzwerk ist exzellent.

Wir unterstützen Sie vertraulich bei der Suche und Auswahl engagierter und

souveräner Kandidaten (m/w/d) als...

und Grundsteuer, aber auch ein Entgegenkommen

bei der Miete gehören dazu. Die

Stadt Eggenfelden beispielsweise hilft als

Vermieter, indem sie für die Gastronomiebetriebe

in den städtischen Immobilien die

Mietzahlung aussetzt.

Und geholfen werden kann auch mit

pfiffigen Ideen zur Aktivierung des Geschäftslebens

trotz zwangsweise geschlossener

Einzelhandelsbetriebe und Gaststätten.

Was über Amazon & Co. funktioniert,

lässt sich auch auf die Kunden-Lieferanten-Beziehung

auf lokaler Ebene anwenden.

Davon zeigen sich Bürgermeister und

Wirtschaftsförderer überzeugt und initiieren

entsprechende Online-Marktplätze in

ihren Kommunen oder unterstützen entsprechende

Initiativen der örtlichen Gewerbevereine.

In Münster beispielsweise gibt es die

Plattform „Münster bringt´s“ der örtlichen

Innenstadtinitiative, bei der nicht nur der

Einzelhandel mitmacht, sondern auch

Gastronomen. Waren können online bei

den Händlern bestellt werden, die Auslieferung

erfolgt vornehmlich mit Lastenrädern.

Den Händlern und Gastronomen

ermöglicht das, Alltagsgüter und Speisen

trotz Schließung ihrer Betriebe für den

Kundenverkehr zu verkaufen.

Im schwäbischen Murrhardt, unweit

von Stuttgart gelegen, wurde von der kommunalen

Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit

mit einem Spezialisten für städtische

Marktplätze eine lokale Plattform

etabliert, über die örtliche Einzelhändler,

Gewerbetreibende, Dienstleister und Gastronomie

ihre Kunden versorgen. Insgesamt

mehr als eine Million Produkte können

hier geordert werden – darunter Bücher,

Medien, Haushaltswaren, Stoffe,

Lebensmittel, Geschenkartikel, Schreibwaren

und Elektrogeräte. Sogar Sicherheitsanlagen

lassen sich über den Dienst bestellen.

Ausgeliefert wird von einem örtlichen

Taxiunternehmen, das bis in die

Teilorte der Stadt fährt.

Neben Lieferservices sind auch von örtlichen

Gewerbetreibenden angebotene

Haben Sie schon Ihren Kandidaten?

digitale Beratungen sowie die Möglichkeit,

jetzt Gutscheine für später zu bestellende

Waren zu erwerben, gute Möglichkeiten,

den örtlichen Handel trotz der aktuell geltenden

Corona-Verordnungen am Laufen

zu halten. Weil viele Bürger um solche Angebote

gar nicht wissen, kommt es jetzt in

den Kommunen darauf an, sie weithin

publik zu machen.

Mit diesem Gedanken starteten in Baden-Württemberg

Gemeindetag und Handelsverband

das Online-Schaufenster

www.lokalhelden-bw.de, das lokale Online-Marktplätze

vorstellt. Man will den

jetzt erforderlichen Pakt der Solidarität

zwischen Kommunen, Handel, Gastronomie

und Bürgern auf diese Weise unterstützen.

„Die lokale Gemeinschaft muss

nun zusammenrücken und sich gegenseitig

unterstützen“, nennt Sabine Hagmann,

die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands

Baden-Württemberg (HBW), den

Hauptbeweggrund für die Initiative in Zusammenarbeit

mit dem kommunalen Spitzenverband

im Land.

STÄDTISCHE HOTLINE IN FREIBERG

Im sächsischen Freiberg wird Solidarität in

der Corona-Krise ebenfalls gelebt. Nicht

nur, dass das Citymanagement der Stadt

auf der Webseite der Kommune (www.freiberg.de)

eine Seite einrichtete, die über

den lokalen Online-Handel und den Holund

Bringdienst informiert – man schaltete

für die Bürger auch eine städtische Hotline

für alle Anliegen, die sich in der besonderen

Zeit ergeben. Die Themen der Anfragen

und Hinweise reichen von der Kita-Betreuung

bis zur Einkaufshilfe. Das Besondere:

Über 20 Mitarbeiter der Stadtverwaltung

meldeten sich freiwillig, Botengänge,

etwa zur Apotheke, zu übernehmen und

Einkäufe zu erledigen. Für Freibergs Oberbürgermeister

Sven Krüger ist das ein Beweis

für die Solidarität und das gute Vertrauensverhältnis

in der Stadt.


Wolfram Markus

Oberbürgermeister (m/w/d)

Bürgermeister (m/w/d)

Landrat (m/w/d)

8 der gemeinderat 4/20

Vereinbaren Sie noch heute einen Gesprächstermin mit zfm-Geschäftsführer Edmund Mastiaux.

Wir beraten Sie gerne!

Weitere Informationen

finden Sie unter

www.zfm-bonn.de


Politik & Gesellschaft

Corona

Anzeige

Advertorial

Krisenmanagement

Hilfe von allen Seiten

Zur Bewältigung der Corona-Krise ist die Kommunalverwaltung auf vielfältige

Unterstützung angewiesen. Diese wird inzwischen von ganz verschiedenen

Seiten angeboten. Hilfe kommt selbst von Unternehmen. Diese stellen nützliche

Lösungen und Leistungen nun vorübergehend kostenlos zur Verfügung.

Was kann den Rathäusern beim

Krisenmanagement helfen?

Wer bietet gesicherte Informationen

etwa zum Gesundheitsschutz, gibt

schnelle Antworten auf drängende Fragen

oder bietet technische Unterstützungslösungen?

Die Redaktion hat sich umgeschaut

und greift einige Beispiele heraus.

KRISENMANAGEMENT

In der Krise lohnt es sich, die Möglichkeiten

des Wissenstransfers zu nutzen. Vor

diesem Hintergrund hat der Deutsche

Städte- und Gemeindebund (DStGB) eine

kommunale Austauschplattform zum

Thema Corona gestartet. Über diese können

sich Städte und Gemeinden vernetzen

und Wissen zur Bewältigung der Krisenfolgen

weitergeben. Infos unter: https://

bit.ly/2ULeqYr (Kurzlink).

Alle Maßnahmen, die die Bundesregierung

zur Eindämmung der Corona-Pandemie

ergreift, wichtige Telefonnummern,

Ansprechpartner in Bund und Ländern

finden sich zielgruppenspezifisch aufbereitet

auf einer neuen Sonderseite im Internetauftritt

des Bundes: www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus.

Um die richtigen Entscheidungen gegen

die Ausbreitung des Coronavirus zu treffen,

sind aktuelle Covid-19-Karten ein

wichtiges Werkzeug. Das Münsteraner

Unternehmen Con Terra schafft hier ein

Stück weit Transparenz, nutzt dazu unter

anderem öffentlich zugängliche Daten

von Gesundheitsbehörden. Mehr: https://

corona.conterra.de.

Die Warn-App „NINA“ (Notfall-Informations-

und Nachrichten-App) des Bundesamtes

für Bevölkerungsschutz und

Katastrophenhilfe (BBK) liefert aktuelle

Warnungen und Handlungsempfehlungen

zur Corona-Lage. Für „iOS“-Geräte gibt es

sie im App-Store, für Android-Geräte im

Google Play Store.

NOTHELFER

Fujitsu stellt allen Schulen den Zugang zu

seiner Online-Plattform Securon for

Schools kostenlos zur Verfügung. Lehrkräfte

und Schüler werden mit der einfach

zu bedienenden Plattform in die Lage versetzt,

mit Medien, Apps, Verlagen und

weiteren Lerninhalten in einer zentralen

Lernplattform zu arbeiten. Der unentgeltliche

Zugriff ist für 120 Tage möglich. Der

Weg zur Plattform: www.securon.eu.

Der Geschäftsführer des Heidelberger

Ökostromanbieters Stromdao, Thorsten

Zoerner, hat vor Monaten eine intuitiv zu

bedienende Video- und Telefonkonferenzplattform

zur einfachen Kommunikation

für seine Unternehmen programmiert.

Weil er als Ehrenamtlicher im medizinischen

Hilfsdienst um die Gefahr aggressiver

Viren bei fehlender physischer Distanz

weiß, öffnet er die digitale Konferenzplattform

zur kostenlosen Nutzung durch die

Allgemeinheit. Zugang über: https://

stromdao.de/videokonferenz.

Damit Gesundheitsorganisationen rasch

Notfallpläne einführen und betriebliche

Prozesse als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie

optimieren können, stellt der Business-Transformation-Spezialist

Signavio

sein Covid-19-Response-Package mit kostenlosem

90-tägigen Zugriff auf seine Business

Transformation Suite zur Verfügung.

Infos: www.signavio.com/covid19.

IT-SICHERHEIT

Cyber-Kriminelle nutzen die Coronakrise

aus, um an sensible Daten im Bereich der

öffentliche Verwaltung heranzukommen

und kommunale IT-Netze lahmzulegen.

Die Initiative Deutschland sicher im Netz

(DsiN) gibt auf ihrer Internetseite Hinweise,

wie sich Angriffsversuche erkennen

lassen, die häufig über gefälschte Mails

gestartet werden. Der Link: www.sicherim-netz.de.

TIPPS FÜR HOMEOFFICE

Arbeit „am Küchentisch“ wird für die

meisten Beschäftigten der Kommunalverwaltungen

wohl noch mehrere Wochen

erforderlich sein. Schwierig ist es, wenn

(kleine) Kinder zur Familie gehören, für

die zurzeit die Kita-Betreuung oder der

Schulunterricht ausfällt. Die Zeitschrift

„Eltern“ gibt Tipps, wie Job und Beschäftigung

des Nachwuchses unter einen Hut

zu bekommen sind. Der Kurz-Link zur

Webseite: https://bit.ly/2yCO 4 PO.

Für viele Führungskräfte ist das Steuern

von Homeoffice-Teams ungewohnt. Die

Coaching-Expertin Caroline Wienholt von

Coaching & Development hat Ratschläge

parat, wie es möglich wird, dass die Mitarbeiter

Kontakt zueinander pflegen und

sich im Bewusstsein der Aufgaben und der

gemeinsamen Ziele eng zusammenschließen.

Die Tipps finden sich unter: www.

coaching-development.de/artikel.

GESUNDHEITSSCHUTZ

Die Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung (BZgA) hält auf ihren Webseiten

aktuelle und fachlich gesicherte Informationen

rund um das Corona-Virus und

die Lungenerkrankung Covid-19 bereit.

Außerdem gibt es wichtige Hygiene- und

Verhaltensregeln zur Vorbeugung von Infektionen.

Der Link zur Webseite: www.

infektionsschutz.de/coronavirus/.

Die Stadt Essen hat auf ihrer Homepage

eine Näh- und Pflegeanleitung für behelfsmäßige

Atemschutzmasken eingestellt.

Der Kurz-Link: https://bit.ly/39KR6hP.

Trinkwasserinstallationen in Schulen,

Kindergärten und Verwaltungsgebäuden

sind über mehrere Wochen ungenutzt geblieben.

Um dennoch die Trinkwasserqualität

zu erhalten, sollte die Empfehlung

„Erhaltung der Trinkwassergüte im Falle

von Betriebsstilllegungen und Quarantäne“

des Bundesindustrieverbandes Technische

Gebäudeausrüstung (BTGA), der

Bundesvereinigung der Firmen im Gasund

Wasserfach (Figawa) und des Zentralverbandes

Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)

beachtet werden. Mehr: https://bit.

ly/2x5AELJ (Kurz-Link).

Ströer aus Köln, Spezialist für die Vermarktung

von Online- und Außenwerbung,

unterstützt die Verbreitung wichtiger

offizieller Informationen des Bundesgesundheitsministeriums

(BMG) in den

Städten. Die Mitteilungen sind auf den

rund 5000 aufgestellten digitalen Screens

des Unternehmens zu sehen. Red.

Foto: Diskurs Communication GmbH

Bürgerbeteiligung als Chance in Zeiten von Corona

Kommunen können ihre Bürger über moderierte, digitale Dialogplattformen informieren und an

Entscheidungsprozessen beteiligen.

Die direktzu® Dialogplattform ist ein wertvolles Tool für die Umsetzung zielgerichteter kommunaler

Bürgerbeteiligung. Rahmen, Abläufe und Themen werden von der Verwaltung gesteuert.

Die Welt erlebt durch die Corona-Pandemie derzeit

Einschränkungen des gesellschaftlichen

Miteinanders, wie sie vor Kurzem undenkbar gewesen

wären. Das soziale Leben wird für unbestimmte

Zeit auf ein Minimum reduziert. Damit

kommunale Diskussions- und Entscheidungsprozesse

nicht ganz zum Stillstand kommen,

können digitale, moderierte Dialogplattformen

eine entscheidende Rolle dabei spielen, demokratische

Abläufe weiterhin zu gewährleisten.

Digitaler Bürgerdialog mit direktzu® public

Selbst politikverdrossene Menschen interessieren

sich für Veränderungen, die das direkte

Wohnumfeld betreffen. Viele kommunalpolitische

Projekte in den Bereichen Stadtentwicklung,

Infrastruktur oder Industrieansiedlung

erzeugen Nachfragen, nicht selten Unsicherheit

oder Widerstand. Mit direktzu® public setzt die

Kommunikationsagentur Diskurs Communication

GmbH intelligente digitale Dialogplattformen

ein, durch die mit wenig Aufwand Many-to-

One® Kommunikation mit einer breiten Öffentlichkeit

ermöglicht wird. Über die moderierten

direktzu® Dialogplattformen können Interessen

thematisiert, Hintergründe diskutiert und Argumente

ausgetauscht werden für ein besseres

Verständnis aller Beteiligten füreinander.

Digitale Bürgerversammlung

Die Aufgabe von Bürgerversammlungen ist es,

aktuelle Anfragen, Anträge oder Anregungen für

Angelegenheiten der Kommune zu erörtern.

Über eine digitale moderierte Dialogplattform

können die BürgerInnen ebenfalls Anliegen einbringen

und diese zur Diskussion oder Abstimmung

stellen. Je nach Intention können eine

Vielzahl von Ideen zu einem Thema aufgenommen

und priorisiert, Anträge oder Projektkonzepte

zur Abstimmung gebracht sowie Fragen

gesammelt und durch die Verwaltung beantwortet

werden. Rahmen, Abläufe und Themen auf

der direktzu® Dialogplattform werden von der

Verwaltung gesteuert, sodass sie ein wertvolles

Tool für die Umsetzung zielgerichteter Bürgerbeteiligung

wird.

Die Vorteile einer digitalen Bürgerversammlung

liegen auf der Hand. Jeder kann sich beteiligen,

unabhängig von Sprechstunden, Versammlungsterminen

und Ort. Über die Moderation

der Plattform durch die Diskurs Communication

wird garantiert, dass nur konstruktive,

themenspezifische Beiträge veröffentlicht

werden. Die Plattformen können für jedermann

zugängig sein oder nur für einen eingeschränkten

Personenkreis. Dialogplattformen

können permanent geöffnet sein für unterschiedlichste

Fragen und Beiträge oder nur

für einen eingeschränkten Zeitraum, wie innerhalb

der ersten Planungsphase von Projekten.

Online-Bürgerbeteiligung ist einfach,

schnell und sicher

direktzu® wird in Deutschland nach europäischen

Datenschutzvorgaben gehostet, betrieben

und weiterentwickelt. Die Einrichtung einer

digitalen direktzu® Plattform dauert

oft nur wenige Stunden. Das Design

und die Grundfunktionen lassen sich

einfach anpassen. Eine Kommune

geht kein Investitionsrisiko in ein langfristiges

Entwicklungsprojekt ein, sondern greift

auf ein bewährtes Produkt zurück, dessen erste

Version bereits 2006 für Bundeskanzlerin Angela

Merkel eingesetzt wurde.

Ihr Ansprechpartner:

Der Kommunalexperte Mag. rer. publ. Jürgen

Scheurer berät Sie gerne. Der Soziologe und

Verwaltungswissenschaftler hat Verwaltungsinformatik

studiert, war beruflich im kommunalen

Umfeld tätig und lange Jahre selbst kommunalpolitisch

aktiv. Er ist Geschäftsführer der Diskurs

Communication GmbH.

Diskurs Communication GmbH

Rankestraße 32, 10789 Berlin

Postanschrift: Schlossstr. 7, 68753 Waghäusel

Tel. 0 30/2 02 35 36-10

info@direktzu.de

www.direktzu.de

10 der gemeinderat 4/20


Städtebau

Planen & Bauen

Junge Familie: Bezahlbaren Wohnraum in Kooperation mit Kommunen zu schaffen, ist das Ziel der Bauland-Offensive Hessen.

BAULAND-OFFENSIVE HESSEN

Die Bauland-Offensive Hessen (BOH)

ist eine Initiative der Hessischen

Landesregierung, der Hessischen Landgesellschaft

und der Nassauischen

Heimstätte, um Kommunen bei ihrer

Baulandentwicklung zu unterstützen. Im

Fokus steht die Wiedernutzbarmachung

von brachliegenden oder ungenutzten

Flächen.

www.bauland-offensive-hessen.de

DER AUTOR

Robert Schmauß, Wiesbaden, ist freier

Journalist (robertschmauss@gmx.de)

Wohnungsbau

Hessen zündet Stufe 2

Die Bauland-Offensive Hessen (BOH) unterstützt Kommunen seit zwei Jahren

bei der Flächenentwicklung. Für potenziell 15 200 neue Wohnungen wurden

Machbarkeitsstudien erstellt, 5000 davon gehen in die konkrete Planungsphase.

Die Städte und Gemeinden bleiben dabei Herren des Verfahrens.

Betonträger, die ins Nirgendwo ragen,

bröckelige Wände, alle Stadien des

Verfalls sind sichtbar: Die Industriebrache

im Südhessischen ist ein Projekt,

das der Bauland-Offensive Hessen (BOH),

Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe

Nassauische Heimstätte – Wohnstadt

(NHW, www.naheimst.de), zur Begutachtung

vorlag. Vordringliche Aufgabe

der BOH ist es, Kommunen bei der Flächenentwicklung

zu unterstützen. Dabei

geht sie nach einem Zweistufenplan vor:

Am Anfang steht eine Machbarkeitsstudie,

für die Städte und Gemeinden einen Eigenanteil

von 8900 Euro aufbringen müssen,

den Rest finanziert das Land Hessen (s.

auch „der gemeinderat“, 4/2019).

Die hessenweite Akquisition von Flächen

ist erfolgreich. Gregor Voss, Leiter

Fachbereich Stadtentwicklung Süd bei der

NHW und verantwortlich für die BOH,

zieht Bilanz: „Nach zwei Jahren haben wir

Foto: Kneschke/Adobe Stock

Flächen mit der Größe von 433 Hektar begutachtet,

das entspricht 272 Hektar Nettobauland

und rund 15 200 Wohnungen.“

Ein Ende ist nicht abzusehen. „Mit der

Idee des ,Großen Frankfurter Bogens‘ –

einer besonderen Förderung der Baulandentwicklung

in Kommunen, die innerhalb

eines Radius von 30 Bahnminuten um

Frankfurt liegen – verzeichnen wir deutlich

gestiegene Anfragen“, sagt Voss.

Nach der Machbarkeitsstudie folgt die

eigentliche Entwicklung des Geländes, die

sogenannte Phase 2. 13 aussichtsreiche

Baugebiete stehen hier unmittelbar vor

dem Start, ein Potenzial von rund 5000

neuen Wohnungen. Voss erläutert: „Wenn

die Kommune die Flächen mit uns entwickeln

und dort bezahlbaren Wohnraum

schaffen will, erwirbt sie zunächst Gesellschaftsanteile

an der Bauland-Offensive

Hessen, sie wird Miteigentümerin.“ Dadurch

kann die Kommune auf eine europaweite

Ausschreibung für die Entwicklung

der Fläche verzichten. Das erspart ihr viel

Zeit, Kosten und personellen Aufwand.

Im nächsten Schritt schließt das Gemeinwesen

einen Entwicklungsträgervertrag

mit der Bauland-Offensive Hessen. Sie

ist der Treugeber, die BOH Treunehmerin.

Die Vorteile sind laut Voss immens: „Wir

agieren als eine Art ,Bauamt auf Zeit‘, die

Stadt oder die Gemeinde bleibt jederzeit

Herrin des Verfahrens, muss aber keine

neuen Mitarbeiter einstellen. Die komplette

Finanzierung der Baulandentwicklung

findet außerhalb des kommunalen

Haushalts statt.“ Denn das Land kauft mit

der BOH als Treuhänderin die potenziellen

ALHO Modulbau

STARTEN SIE MIT UNS

IHR BAUVORHABEN!

Modulbau – die Geschwindigkeit spricht

dafür. Ob Schule, Kindergarten oder

Kita: Dank der Modulbauweise können

Sie Ihr Gebäude wesentlich früher

nutzen:

▪ Effiziente, integrale Planung

▪ Verkürzte Genehmigungsphasen

▪ Industrielle, kontrollierte Vorfertigung

▪ Witterungsunabhängiges Bauen

▪ 70% kürzere Bauzeit vor Ort

Fixe Kosten. Fixe Termine. Fix fertig.

www.alho.com

Baugebiete und finanziert das gesamte

Verfahren vor. Der Etat der Kommune wird

bis zur Vermarktung nicht belastet. Hessen

stellt sogar in Einzelfällen für defizitäre

Flächen die notwendige Bürgschaft.

Die Spezialisten der BOH erstellen dann

ein Bodenordnungskonzept und steigen in

die Bauleitplanung ein. Für diese Dienstleistungen

hat die BOH kürzlich ein europaweites

Ausschreibungsverfahren abgeschlossen.

Vier große Unternehmen der

Bereiche Vermessung, Bodenordnung,

Geografie, Statistik, Erschließung und Ingenieurswesen

sind jetzt im Boot. Voss:

„Wir versuchen natürlich, ein kooperatives

Bodenordnungsmodell zu schaffen.

Gleichzeitig wollen wir möglichst viele

Flächen in das Treuhandvermögen aufnehmen.

Den Ankauf der Flächen und die

spätere Vermarktung geben wir nicht aus

der Hand.“ Obwohl günstiger Wohnraum

natürlich der Hauptfokus ist, achten die

Stadtentwickler bei der Bauland-Offensive

auch auf die Einbindung des neuen Geländes

in vorhandene Strukturen.

Sollte die Analyse ergeben, dass ein Projekt

mit einem Defizit abschließen wird,

ist das kein zwingender Hinderungsgrund.

Bestes Beispiel ist die erwähnte Industriebrache

in Südhessen. Die Machbarkeitsstudie

sagt: „Die Konversion ist wirtschaftlich

nicht darstellbar.“ Dennoch geht die

Gemeinde das Projekt an. Die Kosten kann

die BOH durch die Akquisition von Fördermitteln

zumindest zum Teil abfedern. Voss

erläutert: „Wir bringen hier Flächen wieder

in Wert, die anderweitig für den Markt

verloren wären.“ Robert Schmauß

GROSSE CHANCE

FÜR BÜRSTADT

Statement von

Barbara Schader,

Bürgermeisterin

der Stadt Bürstadt,

zur Bauland-Offensive

Hessen:

„Die Stadt Bürstadt

hat sich

entschlossen, die Beseitigung eines

städtebaulichen Missstandes mithilfe

der Bauland-Offensive Hessen (BOH)

anzugehen. Das zentrumsnah gelegene

Gelände bietet die große Chance, einen

hochwertigen und verdichteten

Wohnungsbau entstehen zu lassen, um

auf diese Weise dem knappen Angebot

an Wohnraum entgegenzutreten. Ein

städtebaulich und sozial tragfähiges

Konzept wurde bereits im Rahmen der

ersten Phase der BOH erstellt, ein

Bebauungsplan zur Planungsrechtschaffung

befindet sich im Aufstellungsverfahren.

Nächste Schritte werden der

Ankauf von Anteilen an der BOH und der

Abschluss entsprechender Verträge sein.

Auf diese Weise kann Bürstadt eine

nachhaltige Stadtentwicklung betreiben

und dem Wohnraumbedarf und den

Wohnbedürfnissen seiner Bürgerinnen

und Bürger gerecht werden.“

SCHNELLER

BAUEN Mit der ALHO

MODULBAUWEISE


Planen & Bauen

Städtebau

akteursübergreifendes Engagement für lebenswerte,

sozial stabile und zukunftsfähige

Quartiere entwickeln. Der Bund unterstützt

die Initiative im Rahmen der nationalen

Stadtentwicklungspolitik. Die

Ziele der Vernetzungsinitiative sind:

• Stärkung einer aktivierenden, kooperativen

und gemeinwesenorientierten

Stadt- und Quartiersentwicklung,

Noch keine Container,

echt jetzt?

• Zusammenbringen von etablierten Playern

wie Immobilien- und Wohnungswirtschaft

mit zivilgesellschaftlichen

Initiativen und der kreativen Szene,

Stadtplan: Im Zentrum einer gemeinwesenorientierten Stadtentwicklung steht die Förderung von

Vielfalt und Miteinander sowie die Entfaltung urbaner Milieus, Lebensstile und Arbeitsformen.

Quartiersentwicklung

Breite Vernetzung –

neue Denkanstöße

Die Stadt lebt von der Kraft ihrer Quartiere. Die Stadtviertel auf der Basis

breiter Beteiligung zu entwickeln, ist das Ziel einer neuen Initiative. Zivilgesellschaftliche

Akteure, Stadtplaner, Kultur- und Kreativschaffende sowie

kulturelle Einrichtungen können neue Allianzen bilden und Impulse geben.

Die Zukunft der europäischen Stadt

liegt in der Entwicklung lebendiger,

vielfältiger und stabiler Quartiere.

Dafür braucht es verlässliche Allianzen

zwischen der Stadtentwicklungspolitik

und privaten Eigentümern, der Immobilien-

und Wohnungswirtschaft sowie

weiteren Akteuren. Jeder für sich und vor

allem in der Zusammenarbeit tragen sie

zu einer nachhaltigen Quartiersentwicklung

bei. Dies ist das Fazit des Auftakts der

Vernetzungsinitiative „Gemeinsam für das

Quartier“ am 20. Februar 2020 in Berlin.

Mit diesem Projekt will der Deutsche

Verband für Wohnungswesen, Städtebau

und Raumordnung (DV, www.deutscherverband.org)

gemeinsam mit der Initiative

„Stadt als Campus“ etablierte Akteure der

Immobilienwirtschaft, aus Kommunen

und Wohlfahrtsorganisationen mit zivilgesellschaftlichen

Initiativen sowie engagierten

Akteuren aus den Bereichen Bildung,

Kreativwirtschaft und Kultur zusammenbringen.

Bis zum Bundeskongress Nationale

Stadtentwicklungspolitik am 2. Dezember

2020 in Leipzig wollen die Initiatoren gemeinsame

Orientierungen verabschieden.

Zudem wollen die Partner innovative

Handlungsansätze und Projekte für ein

Foto: Popov/AdobeStock

• Voranbringen eines integrierten Quartiersmanagements,

• Experimentelle Projekte für aktivierende,

kooperative und gemeinwesenorientierte

Ansätze zur Quartiersentwicklung

auf den Weg bringen.

Zum Auftakt diskutierten die Teilnehmer

über die Herausforderungen, Qualitätsmaßstäbe

und Gelingensbedingungen der

Quartiersentwicklung. Beteiligt waren 25

Partner aus Immobilien- und Wohnungswirtschaft,

Planung, Kultur, Soziokultur,

Kreativwirtschaft, freien Initiativen, Stiftungen

und Wohlfahrtsverbänden. Christian

Huttenloher, Generalsekretär des DV,

betonte die hohe gesellschaftspolitische

Bedeutung neuer, auch ungewöhnlicher

Allianzen für die Stadtentwicklung. Im

Zentrum müsse das Bemühen stehen, die

Vielfalt, das Miteinander und die Entfaltung

urbaner Milieus, Lebensstile, Arbeitsformen

und Kulturen zu befördern und

dafür Entfaltungsräume zu fördern.

Für die zivilgesellschaftlichen Akteure

sei eine verlässliche Verankerung solcher

Allianzen im Stadtentwicklungsgeschehen

notwendig. Im Ergebnis dürfe es weder um

unverbindliche Spielwiesen noch um unreflektierte

Aufwertungs- und Verdrängungsstrategien

gehen.

Die Kunst bestehe darin, im Rahmen der

neuen Allianzen Impulse zu entwickeln,

die an den lokalen Besonderheiten und an

den angestammten Milieus anknüpfen. Zu

berücksichtigen seien dabei auch die

Nachfragesituation und Preisentwicklung

am Wohnungsmarkt, die sozioökonomische

Situation der Bewohnerschaft und die

lokalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen,

aber auch die räumliche Lage und

die Stadtgröße.

Red.

14 der gemeinderat 4/20

Container mieten

Für Baustelle, Handwerk und Gewerbe.

Schnelle und verlässliche Container-Lösungen –

weil das auf der Baustelle zählt.

Schneller. Flexibler. Verlässlicher.

www.algeco.de

Liefertreue

Inklusive


Öffentlicher Raum

Planen & Bauen

Foto: Glatthaar

Diese ließen sich je nach Baufortschritt

und Verkehrsführung flexibel und abschnittsweise

montieren – „just in time“

sozusagen.

Nach den Planungen von Heinz Necker,

Inhaber des Ingenieurbüros Kronenbitter

aus Horb a. N., wurde in zwei Werken

gefertigt und vor Ort gebaut. Die konventionelle

Lösung in Ortbeton müsste dagegen,

um qualitativ gleichwertig zu sein, in

einem Zuge hergestellt werden. Das würde

den anderen Gewerken den Takt vorgeben,

mehr Zeit kosten und wäre zudem abhängig

von der Witterung. Die Ansichtsflächen,

ursprünglich als strukturierte Sichtbetonoberfläche

geplant, sind nun durch

die Fertigteilbauweise trotz deutlich geringerer

Kosten mit edlem Naturstein belegt.

Für die „Höhenfreimachung südlich

Hepberg“, so die offizielle Bezeichnung

der Baustelle, wählte das Staatliche Bauamt

Ingolstadt den regional typischen Dolomitstein

aus. Er stammt aus den Steinund

Schotterwerken Geiger und ist beständig

gegen Frost und Tausalz. Im Prozess

der Fertigteilherstellung verband er sich

unlösbar mit Stahlbewehrung und Beton.

kehrsführung und die Belastung der Anwohner.

Die Baukosten für das Gesamtprojekt

betrugen rund elf Millionen Euro.

Die Fertigstellung ist für Mitte 2020 geplant.

Zeitgleich mit der Herstellung der Wandelemente

in den beiden Werken der Hersteller

ließ der Generalunternehmer vor

Ort das Fundament vorbereiten. Das Verfahren

hierzu ist wie die Fertigung der

Wände patentiert. Es gewährleistet eine

zügige und vor allem exakte Montage der

Fertigteile.

GEGENÜBER GABIONEN IM VORTEIL

Im 30-Minuten-Takt brachten Tieflader die

mit Naturstein gebundenen Elemente zum

Versetzen. Beim Anhängen an den Kran

wurde jedes Fertigteil zentimetergenau so

justiert und in die Horizontale gebracht,

dass es beim Absetzen exakt und schnell

auf der Vorderkante des vorbereiteten Fundaments

fixiert werden konnte. Danach

folgte das Verbinden der Anschlussbewehrung

der Wandelemente mit der Fundamentbewehrung

und abschließend das

Füllen des Fundamentkastens mit Ortbeton.

Die Auflast der nachträglichen Arbeitsraumverfüllung

über dem Fundament

garantiert die dauerhafte Standfestigkeit

der so vor Ort entstandenen Winkelstützwände.

Nach Auskunft der verantwortlichen

Projektleiterin Elena Merk vom Staatlichen

Bauamt Ingolstadt gibt es als Alternative

zu Ortbeton bei der Böschungssicherung

im Straßenbau eine weitere Technik mit

vorgefertigten Elementen: die Gabionen

(Drahtgitterkörbe mit Steinfüllung). „Im

Vergleich zur gewählten Lösung der Betonfertigteile

mit Natursteinvorsatz ist bei

Gabionen der Aufwand für Überwachung

und Unterhalt deutlich höher“, stellt sie

fest. Für jedes Gabionenbauwerk ist ein

Prüfhandbuch anzufertigen, in dem der

dafür nötige Prüfzyklus definiert wird. In

der Verantwortung des Staatsbauamtes

Ingolstadt gibt es Gabionen, die jährlich,

und solche, die in größeren Abständen geprüft

werden.

Zur üblichen Bewertung hinsichtlich der

Standsicherheit, Verkehrssicherheit und

Dauerhaftigkeit kommen bei Gabionen

laut Merk noch regelmäßige Deformationsvermessungen

hinzu. Nach ihrer Einschätzung

wären für den laufenden Unterhalt

und die Überwachung einer solchen Alternative

über viele Jahrzehnte deutlich höhere

Kosten als beim gewählten System der

Winkelstützwände anzusetzen. Nach der

Ablösungsbeträge-Berechnungsverordnung

(ABBV) beträgt die theoretische

Nutzungsdauer der Drahtgitterkörbe mit

Steinfüllung 50 Jahre, diejenige der Stützbauwerke

aus Beton/Stahlbeton hingegen

110 Jahre. Klaus W. König

DER AUTOR

Klaus W. König, Überlingen, ist Fachjournalist

und Buchautor, Schwerpunkte seiner Arbeit

sind Vorträge und Veröffentlichungen über

kostensparende und umweltschonende

Bautechnik (www.klauswkoenig.com)

Böschungssicherung: Die vorgefertigten Mauerelemente werden per Lkw geliefert und beim Absetzen

exakt auf dem vorbereiteten Fundament fixiert.

POSITIVE RÜCKMELDUNGEN

Verkehrsinfrastruktur

Win-win-Situation

im Straßenbau

Bei der Höhenfreimachung an einer Straßenkreuzung bei Ingolstadt erga ben

sich durch das Verwenden von Stützwänden aus Fertigteilen mit Natursteinvorsatz

gegenüber Ortbeton ein Zeitgewinn und eine erhebliche Kostenersparnis.

Davon profitieren Bauleitung und Bauherrschaft gleichermaßen.

Seit Juni 2018 läuft die Baumaßnahme zur

Entflechtung eines Staatsknotenpunkts bei

Ingolstadt (Bayern). Wo zuvor das überdurchschnittlich

hohe Verkehrsaufkommen

durch Ampeln geregelt wurde und

regelmäßig durch Staus zum Erliegen kam,

rollen nun die Fahrzeuge kreuzungsfrei an

der Gemeinde Hepberg vorbei. Möglich ist

das durch Absenken der Staatsstraße 2335

zwischen A9 und Audiwerk um sechs Meter.

Quer dazu entstand eine Brücke zur

Überführung der Verbindung von Hepberg

nach Lenting auf dem Niveau der bestehenden

St 2229. Die Baustrecke mit Stützwänden

beträgt 321 Meter.

Die ARGE Berger Bau & Richard Schulz

als Auftragnehmer vergab die Hangstützkonstruktionen

an Glatthaar-Technology

aus Schramberg im Schwarzwald, Spezialist

für Fertigteile mit Natursteinvorsatz.

Die letzten der insgesamt 150 Stützwände

wurden Ende 2019 im südlichen Bauabschnitt

montiert. Die für die komplette

Straßenbaumaßnahme verantwortliche

Baurätin Elena Merk stellte fest: „Die Qualität

der Wandelemente, die auch optisch

überzeugen, ist sehr gut. Sowohl unsere

Mitarbeiter als auch Anwohner haben dem

Staatlichen Bauamt durchweg positive

Rückmeldungen gegeben.“

Die Kosten, die laut Regelpreis des Bayerischen

Staatsministeriums für Wohnen,

Bau und Verkehr für vergleichbare Stützwände

herkömmlicher Bauart 2750 Euro

pro Quadratmeter Ansichtsfläche betragen,

bezifferte Merk auf 1500 Euro. Das

bedeutet eine Einsparung von 45 Prozent.

Die Regelpreise dienen als Hilfestellung für

die Kostenschätzung im Zuge der Planung.

Sie werden aus durchschnittlichen Maßnahmen

in Bayern regelmäßig ermittelt

und veröffentlicht. Umgerechnet auf die

nach Fertigstellung vorhandenen 2320

Quadratmeter Sichtfläche mit Naturstein

beträgt die Kostenersparnis rund 2,9 Millionen

Euro – und dies bei schnellerem

Bauverlauf, einem weiteren Vorteil in Bezug

auf die Dauer der behelfsmäßigen Ver-

16 der gemeinderat 4/20

TRIMAX®

bauaufsichtlich

bauaufsichtlich

zugelassenes

zugelassenes

verrottungsfestes,

verrottungsfestes,

holzfreies,

rutschhemmendes holzfreies, und

glasfaserverstärktes

rutschfestes und

Kunststoff-Baumaterial

glasfaserverstärktes

Kunststoff-Baumaterial

TEPRO

Kunststoff-Recycling GmbH & Co. KG

Kunststoff-Recycling Industriestraße 17 GmbH & Co. KG

Industriestraße 29389 Bad Bodenteich 17

29389 Bad Bodenteich

Tel.: +49 (0) 24 / 96 36-24

Tel.: Fax: +49 +49 (0) (0) 58 5824 / 96 9636-24

36-23

Fax: E-Mail: +49 info@tepro.de

(0) 58 24 / 96 36-23

E-Mail: Web: www.tepro-trimax.de

info@tepro.de

Web: www.tepro-trimax.de


Planen & Bauen

Sanitätsstationen

Flexible

Lösungen

Die Ausbreitung des Coronavirus

erfordert schnelle Reaktionen und

Flexibilität. Mobile Sanitätsstationen

können für einen begrenzten Zeitraum

zusätzliche Kapazitäten schaffen.

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Schnelle und flexible Alternative zum Zelt: Innerhalb weniger Tage können mit mobilen Santitätsstationen

die Kapazitäten und Räumlichkeiten medizinischer Einrichtungen erweitert werden.

Foto: Algeco/Schmidt

UNTERSCHIEDLICHE

ANFORDERUNGEN –

EINE INTELLIGENTE

LÖSUNG.

Erste Kliniken haben bereits begonnen,

neben den Hauptgebäuden

Zelte als separate Anlaufstellen für

Verdachtsfälle und Coronavirus-Tests aufzustellen.

Eine Alternative sind die mobilen

Sanitätsstationen von Algeco, einem

bundesweit tätigen Unternehmen für modulare

Raumlösungen. Die Einsatzmöglichkeiten

sind vielfältig. Sie reichen von

Infektionsschleusen und Wartebereichen

für mutmaßlich mit dem Coronavirus infizierte

Personen über Untersuchungszentren,

Drive-in-Testzentren und Corona-Abstrichzentren

bis hin zu separaten Diagnostikräumen

und Isolierstationen. Selbst

komplette Klinikgebäude können vergleichsweise

kurzfristig in modularer Bauweise

errichtet werden. Modulare Gebäude

helfen, medizinische Versorgungswege

klar zu strukturieren und die Ansteckungsgefahr

durch das Coronavirus zu

minimieren. Weitere Vorteile: Die Einheiten

sind innerhalb weniger Tage errichtet,

bieten vergleichbaren Komfort wie ein

konventionelles Gebäude und wenn sie

nicht mehr benötigt werden, sind sie auch

schnell wieder abgebaut.

www.algeco.de

Schwimmende Häuser

Modulare Corona-Intensivstationen

Am Bärwalder See in der Oberlausitz entsteht

aktuell eine Anlage für 26 schwimmende

Häuser, mit denen der Tourismus

in der Region weiterentwickelt werden

soll. Der mittlerweile größte See Sachsens

entstand durch die Flutung eines ehemaligen

Braunkohletagebaus. Am Projekt beteiligt

sind die Untere Wasserbehörde des

Landratsamtes Görlitz, die Gemeinde Boxberg

und die Lausitzer und Mitteldeutsche

Bergbau-Verwaltungsgesellschaft. Der Architektur-

und Ingenieurdienstleister

Sweco ist für die Planung der Steganlagen

in Form von schwimmenden Pontons, die

äußere Erschließung und die Anbindung

an die bereits vorhandenen öffentlichen

Steganlagen der Kommune zuständig. Ein

Musterhaus ist bereits vor Ort, die ersten

schwimmenden Ferienhäuser sollen in den

nächsten Wochen am Ufer vormontiert

und dann mit einem Kran ins Wasser gehoben

werden. Wenn alles nach Plan verläuft,

soll der Testbetrieb im Mai starten.

www.sweco-gmbh.de

Intensivmedizinische Kapazitäten zur Behandlung

schwer erkrankter Patienten

schnell und unkompliziert zu erweitern,

ist im Augenblick eine große Herausforderung

im Gesundheitswesen. Zur Unterstützung

medizinischer Einrichtungen im

Kampf gegen das Coronavirus bietet Kleusberg

als Hersteller von modularen Gebäuden

schlüsselfertige Intensivstationen. Das

Unternehmen realisiert seit über 20 Jahren

Klinikgebäude, Betten- und Intensivstationen,

Labore und weitere medizinische Einrichtungen

schlüsselfertig in solider modularer

Bauweise. Kleusberg hat nun eine

Komplettlösung konzipiert, die sich an

eine bereits realisierte und erprobte intensivmedizinische

Station anlehnt, und die

dank komplett vorliegender Statik, Baubeschreibung

sowie haus- und medizintechnischer

Einrichtung mit einem Zeitvorteil

von über zwei Monaten realisiert

werden kann. Die Module werden mit

Medizintechnikkomponenten und der erforderlichen

Infrastruktur vorgerüstet.

Durch diesen Grad der Vorfertigung kann

anschließend ein Gebäude in Modulbauweise

wesentlich schneller als etwa ein

Massivgebäude errichtet werden. Die medizinischen

Modulgebäude erfüllen sämtliche

gesetzlichen Vorgaben und spezifischen

Richtlinien im Pflege- und Gesundheitswesen

sowie alle brandschutztechnischen

Anforderungen. Nach der Krise

können die Corona-Intensivstationen ohne

großen Aufwand einer neuen Nutzung zugeführt,

komplett umgesetzt oder zurückgebaut

werden.

www.kleusberg.de

Corona-Intensivstationen in Modulbauweise

erhöhen die Behandlungskapazitäten.

Foto: Kleusberg

ÜBER

JAHRE

HUSQVARNA RIDER

HUSQVARNA P500 SERIE

Dank des frontmontierten Mähdecks und der Knicklenkung bieten Husqvarna

Rider eine optimale Manövrierbarkeit. Das Mähen um Bäume, Sträucher oder

unter Bänken ist sehr einfach. Husqvarna Rider vereinen hohe Leistung und

extreme Vielseitigkeit im kompakten, robusten Format. Damit werden unter-

schiedlichste Anforderungen mit nur einer einzigen, intelligenten Lösung

gemeistert.

Überzeugen Sie sich selbst und besuchen Sie unseren Fachhändler!

Weitere Informationen finden Sie auf www.husqvarna.de

18 der gemeinderat 4/20

Copyright © 2020 Husqvarna AB (publ). Alle Rechte vorbehalten.


Titel

UMWELTSCHUTZ

Titel

Umweltschutz

Vorsorge strategisch ausrichten

Die Landeshauptstadt München hat sich zu den Zielen der nachhaltigen

Entwicklung bekannt. Oberbürgermeister Dieter Reiter erläutert in seinem

Beitrag die strategische Ausrichtung der Umweltvorsorge. Die Maßnahmen zur

Luftreinhaltung sind Teil eines umfassenden Mobilitätsplans.

Umweltschutz hat in München seit

vielen Jahren einen hohen Stellenwert.

Denn Münchens weltberühmter

Flair lebt von einer intakten Umwelt.

Die Mischung aus Urbanität und sehr

viel Grün bestimmen das Münchner Stadtbild.

Was viele Menschen gar nicht wissen:

München ist mit über 9000 Arten auch ein

besonderer Hotspot der Artenvielfalt. Diesen

Schatz zu pflegen und auch den Umweltschutz

nachhaltig auszubauen, ist der

Landeshauptstadt ein zentrales Anliegen.

So sehr wir auf der einen Seite von Münchens

Attraktivität und Wirtschaftskraft

profitieren, ist das Stadtwachstum auf der

anderen Seite auch eine Herausforderung

für Mensch und Umwelt. München ist seit

1990 um über 25 Prozent auf über 1,5 Millionen

Einwohner gewachsen. Nicht nur

im Wohnungsbau und in der Nachverdichtung,

sondern auch auf Straße und Schiene

merken wir tagtäglich die Auswirkungen

unseres Wachstums.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns

längst daran gemacht, die Umweltvorsorge

strategisch neu auf das Stadtwachstum

ausgerichtet aufzustellen. So haben wir

2016 eine Klimaanpassungsstrategie verabschiedet,

mit der wir zum Beispiel den

Baumbestand im Straßenbild mit klimaresilienten

Baumarten kontinuierlich ersetzen

und generell die Entsiegelung und

Verschattung im Stadtgebiet durch Baumpflanzungen

forcieren. Gleichzeitig haben

wir uns dazu bekannt, die UN-Ziele zur

nachhaltigen Entwicklung (Sustainable

Development Goals) zu verwirklichen.

Auch haben wir uns selbst als Verwaltung

die verstärkte Beschaffung von bio-regionalen

Lebensmitteln zur Pflicht gemacht.

Schon 2017 haben wir uns als Stadt dem

Ziel der Klimaneutralität verpflichtet und

die Stadtverwaltung mit der Weiterentwicklung

unseres Klimaprogramms und

Neuausrichtung auf dieses Ziel hin beauftragt.

2018 haben wir einen Masterplan zur

Luftreinhaltung als Stadt entwickelt, der

bereits zu einer wesentlichen Luftentlastung

und damit zum Gesundheitsschutz

der Bevölkerung geführt hat.

Parallel dazu haben wir 2018 zum Artenschutz

eine Biodiversitätsstrategie entwickelt.

Zudem ist eine Konzeption zur

Stärkung der nachhaltigen Bildung erstellt

und beschlossen worden. Im vergangenen

Jahr haben wir uns intensiv mit dem Klimaschutz

befasst und zwei Ziele beschlossen:

Bereits 2030 wollen wir als Stadtverwaltung

klimaneutral sein. Im Jahr 2035

wollen wir die Klimaneutralität im gesamten

Stadtgebiet erreichen.

Als Oberbürgermeister bin ich sehr froh

darüber, dass wir diese strategischen Weichenstellungen

im engen Schulterschluss

der gesamten Stadtverwaltung unter Federführung

des Referats für Gesundheit

und Umwelt erstellen und in großem Konsens

parteiübergreifend im Münchner

Stadtrat beschließen konnten. Damit ist

die Umweltvorsorge bestmöglich aufgestellt.

Ich will an dieser Stelle zwei Themen

herausgreifen, die zuletzt im Fokus

der Medien und Öffentlichkeit standen:

Luftreinhaltung und Klimaschutz.

MÜNCHENS LUFT IST GUT

Der für die Luftreinhaltung zuständige

Freistaat veröffentlichte im Jahr 2017 eine

Karte Münchens. Sie wies auf 123(!) Kilometern

des Straßennetzes NO 2 -Grenzwertüberschreitungen

aus. Wir haben als Stadt

sofort gehandelt, ein Projektteam Luftreinhaltung

eingerichtet und mit dem Masterplan

zur Luftreinhaltung einen Mobilitätsplan

mit 127 Maßnahmen für die Stadt

aufgestellt. Parallel dazu haben wir ein

ergänzendes Messnetz im Stadtgebiet eingerichtet,

um ein besseres Bild

von der Situation zu bekommen.

Dank des Messnetzes

wissen wir heute: Münchens

Luft wird kontinuierlich besser

und ist dort, wo sich die

Foto: Bernd Schmidt/stock.adobe.com

Menschen dauerhaft aufhalten, gut und

unbedenklich. Der Freistaat selbst kommt

nach einer neusten Prognose in der siebten

Fortschreibung seines Luftreinhalteplans

zum Ergebnis, dass nur noch an 6,1 Streckenkilometern

mit Überschreitungen des

gesetzlichen NO 2 -Grenzwerts von 40 Mikrogramm

pro Kubikmeter (µg/m 3 ) Luft zu

rechnen ist. An 98,8 Prozent des Straßennetzes

ist die Luft folglich in Ordnung.

Bis 2023 soll nach Einschätzung des

Freistaats auch an den verbleibenden Streckenabschnitten

der gesetzliche Grenzwert

eingehalten werden können. Ausnahme

ist die vielbefahrene Landshuter

Allee, dort ist die Einhaltung bis 2026 prognostiziert.

Die Grenzwerte für Feinstaub

halten wir im Übrigen seit 2012 dank unserer

erfolgreichen Umweltzone ein. Münchens

Stadtbevölkerung kann aufatmen.

Insbesondere unsere städtischen Maßnahmen

zur Nachrüstung, Erneuerung

und vor allem Elektrifizierung unserer

städtischen Busflotte sowie des städtischen

Fahrzeugbestands haben einen Beitrag

zu dieser Verbesserung geleistet. Teil

des Masterplans ist auch ein Ausbau des

ÖPNV-Angebots und vor allem die massive

Förderung der Elektromobilität. Im Jahr

2017 haben wir das seit 2015 bestehende

Handlungsprogramm zur Förderung des

Markthochlaufs der Elektromobilität deutlich

auf insgesamt 65 Millionen Euro aufgestockt.

Wir haben damit das deutschlandweit

umfangreichste kommunale Förderprogramm

und sind inzwischen mit

1100 Ladepunkten im öffentlichen Raum

deutschlandweit an Platz eins.

Unser Masterplan zur Luftreinhaltung

ist ein umfassender Mobilitätsplan, der

alle Verkehrsarten in einem Gesamtkonzept

berücksichtigt und die kurz-, mittelund

langfristigen notwendigen Maßnahmen

zu einer Verkehrswende hin zu nachhaltiger,

emissionsfreier Mobilität bündelt.

Ich bin überzeugt davon, dass wir uns als

Stadt noch besser für diese Mammutaufgabe

aufstellen müssen. Im vergangenen

Jahr habe ich mich entschieden, ein Mobilitätsreferat

einzurichten und die Vorbereitung

beauftragt. Dieses neue Referat

kann 2021 mit seiner Arbeit beginnen.

KLIMASCHUTZ

Seit vielen Jahren nimmt die Landeshauptstadt

München den Klimaschutz ernst und

hat bereits seit 2008 ein sich alle drei Jahre

fortschreibendes Klimaschutzprogramm

aufgelegt. Wir haben in fast allen städtischen

Referaten Klimaschutzmanager sowie

im federführenden Referat für Gesundheit

und Umwelt eine eigene Abteilung mit

rund 40 Mitarbeitenden eingerichtet. Aktuell

investieren wir durchschnittlich rund

80 Millionen Euro jährlich in Klimaschutzmaßnahmen.

Wir setzen unter anderem

auf eine Energieversorgung aus erneuerbaren

Energien, auf den Ausbau der Geothermie,

auf eine Mobilitätswende mit

starkem ÖPNV, mehr Radverkehr und die

Förderung der emissionsfreien Elektromobilität,

auf den Neubau in Niedrigstenergiestandard

mit Fotovoltaikanlagen und

Dach- sowie Fassadenbegrünung, auf die

Förderung der energetischen Sanierung

des Bestandsbaus und auf bio-regionale

Lebensmittelversorgung.

Münchens Engagement für den Klimaschutz

zeigt sich deutlich in den aktuellsten

Bilanzzahlen für das Jahr 2017. Wir

konnten den durchschnittlichen CO 2 -Ausstoß

auf 5,9 Tonnen CO 2 -Äquivalente pro

Kopf reduzieren. Ein schöner Zwischenerfolg,

der aber auch zeigt, dass wir weiterhin

arbeiten und unsere Anstrengungen

verstärken müssen. Dieter Reiter

TITEL UMWELTSCHUTZ

Die weltweite Corona-Krise überlagert

auch die Diskussion über den

Umweltschutz. Anfang April wurde die

für November 2020 geplante Weltklimakonferenz

COP 26 in Glasgow auf

das kommende Jahr verschoben. Der

den Gipfel vorbereitende Petersberger

Klimadialog soll am 27. und 28. April

als Videokonferenz stattfinden.

In der Titelstrecke dieser Ausgabe beleuchten

wir Leistungen und Erfolge im

kommunalen Umweltschutz am Beispiel

der Landeshauptstadt München, stellen

ein innovatives Verfahren der Phosphorrückgewinnung

auf Kläranlagen vor sowie

Lärmschutzmaßnahmen im Verkehr

in Karlsruhe. Außerdem berichten wir

über neue Produkte und die umweltverträgliche

Rattenbekämpfung.

DER AUTOR

Dieter Reiter ist Oberbürgermeister

der Landeshauptstadt München

(Kontakt über: petra.leimer-kastan@

muenchen.de

München: Für Oberbürgermeister

Dieter Reiter ist der Erhalt einer

intakten Umwelt die Grundlage für

eine lebenswerte Stadt und

gesellschaftlichen Wohlstand.


Umweltschutz

Titel

Kläranlage Schönebeck (Elbe): Mit der Phosforce-Technologie kann Phosphor vor Ort aus dem Abwasser

zurückgewonnen werden.

Phosphorrückgewinnung

Wertstoffquelle

Kläranlage

Die Kommunen und die Kläranlagenbetreiber stehen vor der Herausforderung,

die Rückgewinnung von wertvollem Phosphor umzusetzen. In Schönebeck (Elbe)

zum Beispiel ist ein Verfahren erprobt worden, das bereits den Abwasserstrom

behandelt. Nun soll eine große Anlage gebaut werden.

Deutschlandweit siehr das Umweltbundesamt

einen jährlichen Bedarf

von 500 000 Tonnen Phosphor, von

denen etwa 80 Prozent als Dünger eingesetzt

werden. Doch Deutschland und Europa

verfügen selbst über keine nennenswerten

Phosphorvorkommen. Also müsste

der Rohstoff importiert werden. Oder er

wird dank des technologischen Fortschritts

zurückgewonnen.

Die novellierte Klärschlammverordnung

(AbfKlärV) 2017 untersagt die direkte

landwirtschaftliche Nutzung von Klärschlamm

aus mittleren und großen Kläranlagen.

Da auf diese Weise aber Phosphor

verloren ginge, schreibt sie gleichzeitig

die Rückgewinnung des Rohstoffes

vor. Anlagen mit einer Kapazität von mehr

als 100 000 Einwohnerwerten müssen ab

2029 nachweisen, dass sie Phosphor in

Größenordnungen zurückgewinnen. Für

Anlagen größer als 50 000 Einwohnerwerte

besteht bis 2032 Handlungsbedarf.

Erstmals gibt es mit der Einführung der

novellierten Klärschlammverordnung umfassende

Vorgaben zur Rückgewinnung

von Phosphor. Konzepte sind gefragt.

Denn der Gesetzgeber lässt den Verantwortlichen

bei der Wahl der Methoden

freie Hand. Das Ergebnis zählt.

Der Umweltdienstleister Veolia beschreitet

mit dem Phosforce-Verfahren auf

der Kläranlage in Schönebeck (Elbe) in

Sachsen-Anhalt unter anderem einen Weg,

den Rohstoff wirtschaftlich und mit geringem

Aufwand bereits im Klärwerk aus

dem Abwasser zu extrahieren. Andere

Technologien konzentrieren sich auf die

Rückgewinnung aus dem Faulschlamm

oder nach der thermischen Verwertung des

entsorgten Schlamms aus dessen Asche.

Die Kläranlage in Schönebeck verfügt

über eine Kapazität von 90 000 Einwohnerwerten.

Veolia betreibt die Anlage im Auftrag

der sachsen-anhaltischen Stadt und

plant, im zweiten Halbjahr 2020 eine großmaßstäbliche

Anlage zur Phosphorrückgewinnung

zu bauen. Die Abwasserentsorgung

Schönebeck, gemeinsame Kooperationsgesellschaft

zwischen der Elbestadt

Foto: Veolia

und ihrem Dienstleister, investiert rund

anderthalb Millionen Euro, um zukunftsfähig

und nachhaltig agieren zu können.

In den vergangenen Monaten sind, auch

in Kooperation mit Universitäten und Forschungseinrichtungen

in anderen Ländern,

umfangreiche Tests erfolgt. Zu diesem

Zweck war auf dem Gelände der Kläranlage

eine Pilotanlage installiert worden.

Nun peilt Veolia die Realisierung an.

Phosforce bezeichnet zum einen ein

internationales, durch den EU-Partner EIT

Raw Materials gefördertes Projekt, zum

anderen steht der Name für eine im Hause

Veolia entwickelte Technologie. Sie versetzt

Kläranlagenbetreiber in die Lage,

mehr als die Hälfte des im Abwasserstrom

enthaltenen Phosphors direkt auf der Anlage

zurückzugewinnen. Das geschieht in

Form von Struvit oder Brushit. Der Vorteil

dieses Verfahrens besteht zum Beispiel

darin, dass nur eine geringe Menge Chemikalien

eingesetzt werden muss. Außerdem

dient es dazu, die Abläufe auf einer

Kläranlage insgesamt zu optimieren. Das

führt dazu, dass Entsorgungskosten reduziert

werden können. Die Technologie lässt

sich den Rahmenbedingungen anpassen

und ist damit für viele Anlagen geeignet.

Im Verfahren wird der Nassschlamm

noch vor dem Faulungsprozess einer biologischen

Versäuerung zugeführt. Dabei

sinkt der ph-Wert in einen Bereich zwischen

5,5 und 4. Im Anschluss wird der

Schlamm entwässert. Ein Großteil des

Phosphors ist in gelöster Form im Zentrat

enthalten. In einem Struvia-Reaktor erfolgt

schließlich die Ausfällung der Phosphationen.

Ein pflanzenverfügbarer Dünger in

Form von Struvit (Magnesium-basiert)

oder Brushit (Calzium-basiert) entsteht.

Der entwässerte Schlamm sowie das Zentrat

werden nach der Ausfällung vermischt

und der anaeroben Schlammstabilisierung

zugeführt. Bei Bedarf kann nach Abschluss

des Faulungsprozesses zusätzlich Phosphat

aus dem Zentrat zurückgewonnen

werden.

Paul-Antonio Lardon

DER AUTOR

Paul-Antonio Lardon ist Phosphor-Projektmanager

bei Veolia Wasser Deutschland in Leipzig

(paul.lardon@veolia.com)

Abwasserwirtschaft

Der Betrieb muss weitergehen

Kommunale Kläranlagenbetreiber

sollen sich mit Notfallplänen auf

mögliche Personalengpässe wegen

der Corona-Pandemie vorbereiten,

rät das baden-württembergische

Umweltministerium.

Um die Abwasserableitung und -reinigung

auch während der Corona-Pandemie

flächendeckend aufrechtzuerhalten,

hat das Umweltministerium

den Regierungspräsidien im Land

verschiedene Handlungsempfehlungen für

die Betreiber kommunaler Kläranlagen zur

Verfügung gestellt. „Wir wollen unseren

hohen Standard bei der Abwasserbeseitigung

auch in dieser außergewöhnlichen

Zeit beibehalten“, sagte Umweltminister

Wasser. Partner. Zukunft.

Klimaschutz, Klärschlammverwertung, Effizienz,

Digitalisierungsdruck, Fachkräftemangel …

Die Herausforderungen im Wassermanagement für

Kommunen, Verbände und Industrie sind komplex.

Wir entwickeln gemeinsam maßgeschneiderte

Lösungen, die dabei helfen, Prozesse zu verbessern,

Energie effizienter zu nutzen, Ressourcen zu schonen

und zu erneuern.

Wir sind Veolia. Ihr Partner in der Wasserwirtschaft.

www.veolia.de

Franz Untersteller Ende März. Damit es

durch akute Erkrankung oder Quarantäne

möglichst nicht zu Personalengpässen bei

den Kläranlagen komme, appellierte Untersteller

an die Eigenverantwortung der

Betreiber. Es gelte wie in allen Bereichen

des öffentlichen Lebens derzeit eine besondere

Sorgfaltspflicht für die persönliche

Hygiene und es gelte das Gebot des Abstandhaltens.

Selbstverständlich müssten

auch die einschlägigen Regelungen zum

Arbeits- und Gesundheitsschutz weiterhin

und gerade jetzt konsequent umgesetzt

werden.

Das Umweltministerium empfiehlt den

Betreibern kommunaler Kläranlagen darüber

hinaus, sich frühzeitig auf mögliche

Notbetriebe einzustellen. Dazu gehören

unter anderem die Erstellung von Notfallplänen,

der Aufbau von Notfallteams, die

Planung einer Vorsorgequarantäne. Für

den Fall eines Notbetriebs kann in Abstimmung

mit der zuständigen Wasserbehörde

der Aufwand für die Eigenüberwachung

der Reinigungsqualität minimiert werden,

beispielswiese durch Beschränkung auf

die wichtigsten Parameter.

Die Stadt Stuttgart bitte derweil ihre

Bürger darum, Küchenkrepp, Papiertaschentücher

oder gar Zeitungspapier nicht

über die Toilette zu entsorgen. Wenn diese

Stoffe als Ersatz für Toilettenpapier ins Kanalnetz

gelangen, können sie beim Abwassertransport

und bei der Abwasserbehandlung

zu Verstopfungen in den Leitungen

führen. Diese Stoffe sind in nassem Zustand

deutlich fester und überstehen sogar

teilweise einen Waschgang. Red.

22 der gemeinderat 4/20


Titel

Umweltschutz

Titel

Lärmschutz

Runter vom Gas

Die Stadt Karlsruhe sorgt mit der Ausweisung von Tempo-30-Zonen für mehr

Lärmschutz. Die Maßnahme steht im Einklang mit den Zielen der Grünen Stadt,

einem Leitthema der Stadtentwicklung. Rückenwind gibt ein wegweisendes

Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Mannheim zur Lärmaktionsplanung.

wie ruhige Gebiete vor Lärmzunahmen zu

schützen. Die Ausweisung der ruhigen Gebiete

entspricht konsequent der Grünen

Stadt Karlsruhe. Dieses neben weiteren

Entwicklungszielen vom Gemeinderat beschlossene

Leitthema der Kommunalpolitik

verfolgt das Ziel, eine hohe Lebensqualität

in der Stadt langfristig zu erhalten und

die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.

Dazu ist es erforderlich, Regenerations-

und Erholungsräume bereitzustellen,

die dem Menschen unter anderem Schutz

vor Lärmbelastung bieten.

reduzierung auf 30 km/h anzuordnen, wo

es rechtlich zulässig ist.

Seit Veröffentlichung des „Kooperationserlasses-Lärmaktionsplanung“

hat sich

viel bewegt. Zuletzt hat der Verwaltungsgerichtshof

(VGH) Mannheim mit seinem

Urteil vom 17. Juli 2018 (AZ: 10 S 2449/17)

zur Festlegung von Tempo-30-Zonen und

der Bindungswirkung von Lärmaktionsplänen

zumindest für Baden-Württemberg

diesen häufigen Streitpunkt bei der Umsetzung

von Maßnahmen geklärt.

Das aktuelle Gerichtsurteil fordert die

Gemeinden auf, im Rahmen einer Gesamtwirkungsanalyse

Maßnahmen festzulegen,

mit denen die größtmögliche Lärmentlastung

erreicht werden kann. Die Verkehrsfunktion

einer Straße spielt dabei nur

eine Rolle neben vielen anderen. Lärmaktionspläne,

die diese Anforderungen beachten,

sind nach dem nun vorliegenden

Urteil des VGH für die Verwaltungsbehörden

verbindlich. Die Festsetzung straßenverkehrsrechtlicher

Maßnahmen, wie beispielsweise

Geschwindigkeitsbeschränkungen,

wird somit erleichtert.

Die Stadt Karlsruhe hat bereits in ihrer

Fortschreibung des Lärmaktionsplans 2016

vielzählige Minderungsmaßnahmen für

Straßen ergriffen, die Lärmwerte zwischen

60 Dezibel und 55 Dezibel nachts aufweisen.

Sie kommt damit einem großen

Wunsch aus der Bevölkerung entgegen.

Viele Bürger fühlen sich besonders durch

Straßenverkehrslärm in ihrer Lebensqualität

beeinträchtigt. Die Stadt Karlsruhe will

deshalb weiterhin alle Möglichkeiten nutzen,

die der Verwaltung zur Verfügung

stehen, um die Lärmbelastung zu senken.

Die nächste reguläre Fortschreibung des

Lärmaktionsplanes für den Ballungsraum

Karlsruhe ist eigentlich erst für 2023 vorgesehen.

Die Stadtverwaltung hat jedoch

diese neue Option durch das VGH-Urteil

vorzeitig aufgegriffen und überprüft, für

welche Straßenabschnitte nunmehr Tempolimits

vorgeschlagen werden könnten.

Es liegt im Ermessen der planaufstellenden

Gemeinden, auch unterhalb der

Schwelle von 70 Dezibel am Tag und 60

Dezibel in der Nacht Geschwindigkeitsbeschränkungen

vorzusehen. Laut VGH liegt

auch der Bereich mit Werten ab 65 Dezibel

am Tag und 55 Dezibel in der Nacht im

gesundheitskritischen Bereich und ist daher

von besonderer Bedeutung.

Die Herabsenkung der Werte um 5 Dezibel

für eine Geschwindigkeitsreduzierung

nutzt nun auch die Stadt Karlsruhe, um bei

ihren Lärmschwerpunkten gezielt durch

Tempolimit auf 30 km/h den Lärm zu mindern.

Denn das menschliche Ohr nimmt

die Reduzierung von 50 km/h auf 30 km/h

wie eine Halbierung des Verkehrsaufkommens

wahr.

So wurden auf den Kreis- und Landesstraßen

der stark belasteten Ortsdurchfahrten

nahe der Bundesautobahn die bestehenden

nächtlichen Geschwindigkeitsbeschränkungen

von 30 km/h auf den

ganzen Tag erweitert. Dabei wurde die

Möglichkeit des Lückenschlusses zur Vermeidung

häufiger Wechsel der zulässigen

Höchstgeschwindigkeit genutzt.

Stadtweit wurden insgesamt 19 neue

Straßenabschnitte festgelegt, in denen ein

Tempolimit durch die Herabsenkung der

Lärmwerte möglich ist. Besonders die

Hauptzufahrtstraßen der einzelnen Stadtgebiete

im Ballungsraum werden eine

deutlich spürbare Lärmminderung erfahren.

Somit kommt die Stadt Karlsruhe ihrem

Ziel, die Stadt leiser zu gestalten, deutlich

näher.

Norbert Hacker

GANZHEITLICHER ANSATZ

Lkw in der Stadt: Die Reduzierung von 50 auf 30 km/h nimmt das menschliche Ohr wie eine Halbierung

des Verkehrsaufkommens wahr.

DER AUTOR

Norbert Hacker ist Amtsleiter

Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt

Karlsruhe (umwelt-arbeitsschutz@

karlsruhe.de)

Die Stadt soll leiser werden. Das ist

das Ziel der Fortschreibung des

Lärmaktionsplanes der Stadt Karlsruhe

(rund 313 000 Einwohner, Baden-

Württemberg). Ballungsräume mit mehr

als 250 000 Einwohnern haben einen

Lärmaktionsplan aufzustellen, so sieht es

das Bundesimmissionsschutzgesetz (§ 47d

BImSchG) vor. Ziele und Aufgaben des

Planes sind, Strategien und Maßnahmen

zur Lärmminderung und -vermeidung

hochbelasteter Bereiche zu entwickeln so-

Foto: Fränkle/Presseamt Stadt Karlsruhe

Eine Maßnahme zur Lärmminderung kann

die streckenbezogene Reduzierung der zulässigen

Höchstgeschwindigkeit sein. Die

Kriterien zur Ausweisung von Tempo- 30-

Straßen regeln die Straßenverkehrsordnung

und die zugehörige Verwaltungsvorschrift

für das gesamte Bundesgebiet.

Demnach dürfen Beschränkungen und

Verbote des fließenden Verkehrs nur angeordnet

werden, wenn aufgrund der besonderen

örtlichen Verhältnisse eine das

allgemeine Risiko erheblich übersteigende

Gefahrenlage besteht.

Daneben versucht die Stadt Karlsruhe

mit einer ganzheitlichen Lärmminderung

den Verkehrslärm einzudämmen. Dies gelingt

durch die Verknüpfung mit der städtischen

Verkehrsplanung. Der Wegfall von

einzelnen Fahrspuren oder die Errichtung

von Kreisverkehren anstelle von Ampeln

an Kreuzungen tragen ebenfalls zu einer

Lärmminderung bei.

Gleiches gilt für die neuen Tempo-30-Bereiche

vor Schulen, Pflegeeinrichtungen

oder Kindergärten, die für das gesamte

Stadtgebiet in Karlsruhe ausgewiesen werden.

Die Stadt Karlsruhe verfolgt dabei das

Ziel, überall dort eine Geschwindigkeits-

24 der gemeinderat 4/20

AirClean ®

Dicke Luft in Ihrer Stadt?

Muss nicht sein!

Die neueste Entwicklung ist AirClean ® -Granulat, ein

photo katalytisch aktiver Abstreusplitt zur Reduzierung der

NO 2 -Belastung. AirClean ® -Granulat kann bei

Sanierung und Neubau in die Asphaltschicht eingebaut

werden.

F. C. Nüdling Betonelemente GmbH + Co. KG · Ruprechtstraße 24 · 36037 Fulda · Telefon 0661 8387-0

E-Mail info@airclean-inside.de · www.airclean-inside.de

LÄRMSCHUTZ

EINE AUFGABE UNSERER ZEIT

// Lärmschutzwände aus Naturgestein //

// freie Gestaltung der Oberfläche //

// Sie planen die Profilierung //

// wir garantieren die Hochabsorption //

www.fcn-laermschutz.de


DE-92533

Daimlerstraße

Titel

Umweltschutz

Titel

Motiorradfahrer auf Spritztour: Das

Lärmpotenzial von Motorrädern hängt

nicht nur von der Bauart, sondern auch

maßgeblich von der Fahrweise ab.

Starkes Beschleunigen und hochtouriges

Fahren erzeugen unnötigen Lärm.

Kommunaltechnik

Einsatz im grünen Bereich

INITIATIVE MOTORRADLÄRM

Der Initiative Motorradlärm in Baden-Württemberg

erfährt großen Zuspruch

unter den Städten und Gemeinden.

Bis Mitte März 2020 haben sich

ihr 83 Kommunen und acht Landkreise

aus dem Südwesten Baden-Württemberg

angeschlossen. Sie repräsentiert

inzwischen etwa zwei Millionen Einwohner

von Baden-Württemberg. Zu den

zentralen Forderungen an Bundesregierung

und Europäische Union zählen die

Überarbeitung der Zulassungsregelungen

für Motorräder und die Anpassung der

Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), damit

gegen zu laute Motorräder vorgegangen

werden kann. Auf der Internetseite des

Ministeriums für Verkehr Baden-Württembergs

sind die wichtigsten Informationen

zur Initiative und die zehn Forderungen

abrufbar (https://vm.baden-wuerttemberg.de/initiativemotorradlaerm/).

ONLINE

Mehr zum Thema sowie die Langfassung

des Beitrags finden Sie

auf www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Umwelt & Verkehr

DER AUTOR

Thomas Marwein ist Lärmschutzbeauftragter

der Landesregierung von

Baden-Württemberg und Mitglied im

Verkehrs-, Umwelt- und Wissenschaftsausschuss

des Landtags (thomas.

marwein@gruene.landtag-bw.de)

Initiativen

Gesetzgeber gefordert

Die Initiative Motorradlärm verlangt gesetzliche Regelungen, um diese für die

Sommermonate typische Lärmart reduzieren zu können. Thomas Marwein,

Lärmschutzbeauftragter der Landesregierung von Baden-Württemberg, stellt in

seinem Beitrag das Aktionsbündnis vor. Viele Kommunen unterstützen die Ziele.

Lärm nervt nicht nur, sondern kann

auf Dauer zu Gesundheitsschäden

führen. In Baden-Württemberg fühlen

sich mehr als 250 000 Menschen durch

Straßenverkehrslärm stark belastet.

Motorräder haben bauart- und nutzungsbedingt

ein erhebliches Potenzial,

Lärm zu entwickeln. Das ist insbesondere

an landschaftlich reizvollen und kurvigen

Strecken ein Problem für Anwohner. Der

Lärm tritt vor allem dann auf, wenn sich

viele Menschen Ruhe und Erholung wünschen:

Im Sommerhalbjahr nach dem Feierabend,

an Wochenenden und Feiertagen.

Dies stellt einen besonderen Konflikt dar.

An die Rücksicht der Biker appellieren

daher Motorradlärm-Displays. Ist ein Motorrad

sehr laut, wird der Fahrer darauf

hingewiesen, „LEISER“ zu fahren. Die

Lärmdisplays wurden vom Ministerium

für Verkehr initiiert und bis zur Serienreife

mit entwickelt. Ihre Wirksamkeit wurde in

Praxistests nachgewiesen.

Doch es ist mehr nötig, wenn Motorradlärm

wirksam reduziert werden soll. Daher

habe ich 2019 mit der Bürgermeisterin von

Sasbachwalden, Sonja Schuchter, eine gemeinsame

Initiative von Land und Kommunen

gegen Motorradlärm ins Leben

gerufen. Unter Federführung des Ministeriums

für Verkehr Baden-Württemberg hat

die Initiative einen gemeinsamen Forderungskatalog

zur Reduzierung von Motorradlärm

erarbeitet.

Forderungen gegenüber dem Bund und

der Europäischen Union sind insbesondere

die Überarbeitung der Zulassungsregelungen

für Motorräder und die Anpassung der

Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), sodass

gezielt gegen zu laute Motorräder vorgegangen

werden kann. Mit vereinfachten

und transparenten Prüf- und Zulassungsverfahren

von Motorrädern, bei dem ein

Grenzwert von maximal 80 dB(A) für alle

Neufahrzeuge über alle Betriebszustände

einzuhalten ist, könnten unnötige Geräuschemissionen

verhindert werden.

Zudem muss ein Umdenken stattfinden.

Hersteller und Händler werden aufgefordert,

leise Motorräder herzustellen und

anzubieten. Motorradfahrende sollen auf

leise Antriebe umsteigen und etwa Elektromotorräder

nutzen. Außerdem sollen sie

rücksichtsvoll fahren. Das reduziert nicht

nur die Lärmbelastung, sondern dient

auch der Sicherheit. Thomas Marwein

Foto: Alexander/Adobe Stock

Gepflegte Grünflächen schmücken jede Stadt und Gemeinde. Der Bauhof

kümmert sich um regelmäßigen Rasenschnitt, die Regulierung von

unerwünschtem Wildkraut und die Reinigung von Wegen und Plätzen.

Besonderes Augenmerk gilt der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Parks, Alleebäume, Grünflächen beleben

den öffentlichen Raum von

Städten und Gemeinden. Zugleich

erfüllen die Pflanzen, ob groß oder klein,

wichtige ökologische Funktionen. Sie unterstützen

die Regulierung des Wasserhaushalts,

binden Staub und Schadstoffe

in der Luft und wirken temperaturausgleichend.

Zur fachgerechten Pflege des Stadtgrüns

wie überhaupt zur Aufgabenerfüllung

in der Stadtreinigung und im kommunalen

Umweltschutz benötigt der Bauhof

professionelle Technik.

Die Grünpflege umfasst neben der Förderung

„erwünschter“ Pflanzen die Regulierung

von störendem Wildkraut zum

Beispiel zwischen Gehwegplatten, Pflastersteinen

und Rinnen am Bordstein. Neben

mechanischen Verfahren hat sich die

Anwendung von Heißwasser als umweltfreundliche

Unkrautbekämpfung bewährt.

Auf diesem Prinzip basieren beispielsweise

die Systemkomponenten des Spezialmaschinenherstellers

Dynajet (www.

www.buchermunicipal.com/winter

Neu: 7. - 11.9. 2020

Besuchen Sie uns

in München:

C6.328 und 329

sowie C4.205/304

dynajet.de). Während der Anwendung

dringt auf 95 Grad Celsius erhitztes Wasser

in den Boden ein. Dadurch wird das Eiweiß

in den Pflanzenzellen zerstört. Je

weiter das heiße Wasser in die Wurzel vordringt,

desto nachhaltiger ist die Wirkung.

Das mobil im Trailer erzeugte Heißwasser

wird mit dem 500 Millimeter breiten Düsenbalken

DUV 500 ausgebracht. Der

drucklose Wasseraustritt eignet sich für

Verwendung auf allen Untergründen. Das

Fahrwerk mit leichtlaufenden Rädern sorgt

für ermüdungsfreies Arbeiten auch bei

großen Flächen.

Der Einsatz von Heißwasser eignet sich

auch für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Diese Insekten stellen in

jeder Saison eine ernste Gefahr für Mensch

und Tier dar. Die Brennhaare der Raupen

können die Haut und die Augen reizen,

Juckreiz, Schwellungen und Schwindelgefühl

auslösen. Die Population in Mitteleuropa

wächst und ist zu einer Plage geworden.

Der niederländische Sprühgerätehersteller

Empas (www.empas.nl/de)

führt Maschinen in seinem Sortiment zur

Behandlung der Spinner mittels Heißwasser

von konstant 99 Grad Celsius. Bereits

ab einer Temperatur von 50 Grad geht das

Eiweiß in den Zellen der Raupen in einen

festen Zustand über, sodass diese erstarren.

Zusätzlich verliert das Brennhaar sofort

seine reizende Wirkung. Der Anbieter

rät dazu, nicht nur die Raupen, sondern

zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr auch

die Eier zu behandeln. Das hat zur Folge,

dass die Insekten nicht wieder ganze Eichen

in Beschlag nehmen.

Multifunktionale Maschinen und Geräte

sind ein Trumpf in der Kommunaltechnik.

So hat Egolm (www.egholm.de.) seinen

neuen Geräteträger City Ranger 3070 mit

einem Schnellwechselsystem ausgestattet,

das den Austausch der Anbaugeräte innerhalb

einer Minute ermöglicht. Hierzu muss

der Bediener lediglich das Anbaugerät mit

dem Kuppeldreieck anheben und am Griff

drehen. Sämtliche mechanischen, hydraulischen,

Wasser- und Stromsysteme werden

dadurch verbunden. Der Hersteller hat

angekündigt, im Laufe dieses Jahres eine

Reihe von Anbaugeräten für Winterdienst

und Grünpflege sowie für Kehrarbeiten

einzuführen.

Red.

ECO-Feuchtsalztechnologie

Feuchtsalzstreuung mit erhöhtem Soleanteil

Die neue ECO-Feuchtsalztechnologie von Bucher Municipal schafft deutliche

Vorteile hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, indem Trockensalz eingespart und

die Liegedauer des ausgebrachten Materials signifikant erhöht wird.

Lieferbar in den Varianten:

• ECO FS 50 mit 8 m und 12 m Streubreite

• ECO FS 100 mit 6 m, 8 m und 12 m Sprühbreite

• Präzise Verteilung mittels Standard-Streuteller

• ECO FS 100 / 12 m mittels Sprüheinheit BrineStar ®

• Innenliegender ECO-Zusatztank aus Edelstahl für viele Modelle

• ECO FS 50 / 8 m mit BAST-Prüfung nach DIN EN 15597-1/2

Die hohe Präzision der ECO FS 100 Feuchtsalztechnologie wurde zudem von

der Winterdienst-Prüfstelle WINDIP in Bezug auf Normverteilung und maximale

Wurfweite in Anlehnung an die DIN EN 15597-1/2 bestätigt.

ECO-Zusatztank

Standard-Streuteileinheit

Sprüheinheit BrineStar

26 der gemeinderat 4/20

● ●

Bucher Municipal – Gmeiner GmbH Wernberg-Köblitz 18

● Telefon +49 9604 93 26 7-0 gmeiner@buchermunicipal.com


Titel

TREFFPUNKT KOMMUNE

Auf www.treffpunkt-kommune.de >

Themern > Umwelt & Verkehr bieten

wir Ihnen viele weitere Grundlagenund

Praxisbeiträge rund um den

Umweltschutz: Das Themenspektrum:

Wasserversorgung, Bodenschutz, Abwasserentsorgung,

Kanalbewirtschaftung,

Lärmschutz, Luftreinhaltung, Mobilität

DER AUTOR

Tillmann Braun, Haiterbach, ist freier

Journalist mit Schwerpunkt auf technischen

Themen (braun@tbraun.com)

Rattenbekämpfung

Auf Nummer sicher

Die Regulierung der Rattenpopulation in der Kanalisation zählt zu den

Daueraufgaben der Kommunen. Bei der Platzierung derder ist Vorsicht

geboten, denn die enthaltenen Giftstoffe dürfen nicht in die Umwelt gelangen.

Durch die Verwendung spezieller Boxen lässt sich das verhindern.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde

hat Rattengifte in Fischen

nachgewiesen. Die Proben stammten

aus deutschen Flüssen. Hauptursache

ist laut dem Umweltbundesamt der ungeschützte

Einsatz von Giftködern bei der

professionellen Rattenbekämpfung in der

Kanalisation. In über 80 Prozent der untersuchten

Fischleberproben wurden im Rahmen

der Studie Rückstände von hochgiftigen

Rodentiziden nachwiesen. Auch in

den Lebern von Karpfen aus Bioakkumulationsteichen,

die ausschließlich gereinigtem

Abwasser ausgesetzt waren, fanden

die Forscher Antikoagulanzien der zweiten

Generation, wie sie in gängigen Rodentizidprodukten

enthalten sind.

Nur weil sich die Rattenpopulation und

damit unter anderem auch die Verbreitung

von Krankheiten ansonsten nicht kontrollieren

ließen, ist professionellen Rattenbekämpfern

unter strengen Auflagen der

Ratte im Anmarsch: Die giftigen Köder, die in den Kommunen gegen die Schadnager ausgebracht

werden, dürfen nicht ins Wasser gelangen.

Foto: Sandoy/Adobe Stock

Umweltschutz

Einsatz von Antikoagulanzien der zweiten

Generation erlaubt. Der Kontakt zwischen

der und Wasser ist dabei unter allen

Umständen auszuschließen.

Obwohl mittlerweile Bußgelder von bis

zu 50 000 Euro drohen, wird in vielen Städten,

Gemeinden und Betrieben offenbar so

beködert, dass die Köder einfach oberhalb

der Hochwassermarke eingehängt werden.

Der Kontakt mit Wasser wird auf diese

Weise allerdings nicht sicher vermieden.

„Es ist in der Realität nicht machbar, dass

alle am Draht ausgebrachten Formköder

rechtzeitig vor dem Auftreten beispielsweise

von Starkregenereignissen aus der

Kanalisation entfernt werden“, sagt Julia

Regnery von der Bundesanstalt für Gewässerkunde.

Um Mensch und Natur bestmöglich vor

Rattengiften zu schützen, führt kein Weg

an einer effektiven Vorsorge vorbei. Es

muss sichergestellt werden, dass die Rattenköder

nicht in Kontakt mit Wasser kommen

können. Möglich ist das beispielsweise

mithilfe von Köderschutzboxen wie

dem „ToxProtect“-System vom Nürnberger

Unternehmen Ball-b. Das System nutzt

mechanische Verschlussklappen an der

Unterseite der Boxen. Steigt das Wasser im

Kanal oder in Wassernähe bis zur Box, verschließt

sich diese und schützt den Köder

im Innern. Sobald das Wasser zurückgegangen

ist, öffnet sich die Box wieder

automatisch. Hersteller Unitechnics aus

Schwerin bietet ebenfalls eine Köderbox

an. Diese treibt bei Hochwasser an die

Oberfläche. Ein Verheddern im Kanal wird

laut Anbieter durch die Form der Boxen

verhindert.

Es gibt also durchaus längst Möglichkeiten,

den Eintrag von hochgefährlichen

Rattengiften zu verhindern. Die irreversible

Vergiftung von Gewässern, Fischen

und anderen Lebewesen ließe sich also

leicht verhindern. Tillmann Braun

28 der gemeinderat 4/20

Unkrautvernichtung mit DYNAJET

ökologisch,

wirtschaftlich, effizient

n Unkraut umwelt-

freundlich entfernen

Ohne Einsatz von Chemie zuverlässig

gegen jeden Unkrautbewuchs

n Flexibles System

für jede Fläche

Für jede Situation das richtige Werkzeug:

von großen Flächen über Treppen bis hin

zu Pflanzflächen

n Multifunktionstalent

für Kommunen

Mit nur einem DYNAJET Hochdruck-

rei niger lassen sich zahlreiche

kommunale Aufgaben erledigen:

Flächenreinigung, Kaugummi-,

Graffiti- oder Unkraut-Entfernung

Jetzt neu und sicher –

wir bieten eine individuelle

Produktvorführung per

Videokonferenz

Jetzt mehr erfahren

und kostenlosen Vorführtermin vereinbaren

Tel: +49 7022 30411-30

www.dynajet.de

Wasserhochdruckreiniger bis 3.000 bar


Titel

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

Titel

Kanalbau

Schlauchlining

Vorrang für

Qualität

Das RAL-Gütezeichen Kanalbau belegt

die Fachkunde von Ingenieurbüros.

Der Qualifikationsnachweis hilft

Auftraggebern, die Eignung des

Planers im Vorfeld zu prüfen.

Fachgerechte Planung: Fragen zum Procedere oder Informationen zu den Anforderungen der

RAL-Gütesicherung gehören zum Gespräch zwischen Prüfingenieur, Auftraggebern und Planern.

Foto: Güteschutz Kanalbau

Schicht im

Schacht

Für die Schachtsanierung in einem

Pumpwerk setzte D&S Rohrsanierung

das Schachtliner-System Vertiliner ein.

Die Maßnahme war in dieser

Größenordnung ein Pilotprojekt.

Foto: Diringer & Scheidel Rohrsanierung

Qualitätskontrolle: Niederlassungsleiter Hergen Schütt überzeugt sich nach Auskleidung des

Schachts von dem Einbauergebnis.

Ingenieurbüros für Planung, Ausschreibung

und Bauüberwachung von Bauleistungen

müssen qualifiziert sein. Erforderlich

sind dem Stand der Technik entsprechende

Kenntnisse über das einzusetzende

Bauverfahren, um Projekte fachgerecht

vorzubereiten und in der Ausführung zu

überwachen. Es ist daher sinnvoll, die Eignung

des Planers ebenso wie die des Ausführenden

vor Beauftragung zu prüfen.

Die Gütesicherung Kanalbau RAL-GZ 961

definiert Kriterien für die Bewertung der

fachtechnischen Eignung bei Leistungen

der Ausschreibung und Bauüberwachung

von Kanalbau in offener Bauweise (Gruppe

ABAK), Vortrieb (ABV) und Sanierung

(ABS). Die Erfüllung der Anforderungen

wird durch Verleihung des RAL-Gütezeichen

Kanalbau der entsprechenden Beurteilungsgruppe

dokumentiert.

Das Gütezeichen Kanalbau ermöglicht Ingenieurbüros,

ihre Qualifikation gegenüber

Auftraggebern zu belegen. Auf der

anderen Seite bietet es Auftraggebern

Orientierung, welches Büro in Bezug auf

welche Verfahrenstechnik im Kanalbau

über qualifiziertes Personal verfügt.

www.kanalbau.com

Die Rahmendaten der Sanierungsmaßnahme

waren rekordverdächtig.

Sechs Meter tief war das Pumpwerk

DN 2000 im bayerischen Gochsheim,

das die Diringer & Scheidel Rohrsanierung

im September 2019 mit einem Vertiliner

ausgekleidet hat. Es war die erste Pumpschachtsanierung

mit einem Schachtliner-System,

die in dieser Größenordungung

in Deutschland durchgeführt wurde.

Davon sind jedenfalls Hergen Schütt, Niederlassungsleiter

D&S Rohrsanierung Oldenburg,

und Dipl.-Ing. (FH) Peter Eschenbrenner,

Inhaber von Vertiliner, überzeugt.

Vertiliner ist ein Schachtliner-System für

die professionelle Auskleidung von vertikalen

Schächten. Hierbei wird zunächst

ein nahtloser, glasfaserverstärkter (GFK),

mit Harz imprägnierter Schlauch eingebracht

und anschließend mit UV-Licht ausgehärtet.

Das Verfahren verspricht Vorteile

gegenüber einer Beschichtung oder einer

Auskleidung des Schachtes: Unter anderem

erfolgt der Einbau witterungs- und

untergrundunabhängig. Das Produkt ist

chemisch beständig, druckwasserdicht

und der Einbau schnell ausführbar.

www.dus-rohr.de

Neutralisiert Gerüche

Ratten professionell und rechtssicher bekämpfen

Neue Verwertungschancen für Recycler und Biomasseaufbereiter

Ein Dreifach-Hybridfilter, den Fritzmeier

Umwelttechnik für passive oder aktive

Entlüftungen entwickelt hat, neutralisiert

Gerüche aus Prozessen und Kläranlagen.

Es gibt ihn für Straßenkanäle, als Rohreinsatz

und als Standgerät für Großvolumen.

Wechselbare Mattenmodule filtern auf

physikalische, chemische und biologische

Weise. Organismen verstoffwechseln typische

Geruchsbildner wie Schwefelwasserstoff

und Ammoniak. Für die chemische

Filterung ist Aktivkohle zuständig. Sie

wirkt katalytisch und neutralisiert dadurch

viele Geruchsbestandteile. Je nach Anwendung

sei ein praktisch vollständiger Geruchsrückhalt

möglich. Reicht ein Filtermodul

nicht, können mehrere seriell oder

parallel betrieben werden. Der Gasdurchsatz

ist laut Hersteller kaum beeinträchtigt.

Die Filtermatte werde vollflächig durchströmt.

Sie sei weder human-, pflanzennoch

tierpathogen und damit gesundheitlich

unbedenklich.

www.coalsi.com

Mit Inkrafttreten der Biozidverordnung

528/2012 wurde der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln

gegen Schadnager

(Rodentiziden) – sie enthalten blutgerinnungshemmende

Wirkstoffe, sogenannte

Antikoagulanzien – neu geregelt.

Die konkrete Handhabung wird durch die

Risikominderungsmaßnahmen (RMM)

festgelegt. Die vielfach noch gängige Praxis,

den Köder zum Beispiel an einem

Draht in einen Kanalschacht zu hängen,

ist in den RMM nicht vorgesehen. Insbesondere

bei Starkregenereignissen und den

damit verbundenen Überflutungen und

Rückstauereignissen in Abwasserkanälen

und -schächten werden „ausgehängte“

der mitgerissen oder die Gifte ausgewaschen.

Die giftigen Substanzen verunreinigen

das Abwasser und stellen die Umwelt

vor große Probleme.

Mit einer neu entwickelten Köderstation

bringt Funke-Kunststoffe ein professionelles

und im Einsatz rechtssicheres Produkt

auf den Markt, mit dem sich Schadnager

in Abwasserkanälen und -schächten wirkungsvoll

bekämpfen lassen. Die Köderstation

ist so konstruiert, dass Giftstoffe

selbst bei Rückstausituationen und steigendem

Wasserstand nicht ausgewaschen

werden können.

Es gibt sie in zwei Ausführungen: Typ 1

wird fest mit der Berme im Schacht verbunden.

Typ 2 wird mit einem Zuganker

an der Leiter oder in den Schmutzfänger

eingehängt. Weder für die Montage noch

für das Nachfüllen derderstation muss

man in den Schacht einsteigen.

www.funkegruppe.de

Neu von Funke-Kunststoffe: Köderstationen für

Ratten zur Platzierung in der Kanalisation.

Foto: Funke-Gruppe

Der Begriff 3D ist beim Recycling aktuell

in aller Munde. Dabei geht es um das äußerst

präzise Sieben und Aufbereiten von

Wertstoffen. Die Siebmaschine vom Typ

„3D Combi“ des Siebmaschinenherstellers

Spaleck verspricht eine neue Klasse der

Siebschnittqualität. Bei der Klassierung

von siebschwierigen, klebrigen und feuchten

Materialien bietet sie für Recycler neue

Verwertungsprodukte mit Siebschnitten

von 0,2 bis 120 Millimeter. Die neueste

Entwicklung ist dabei das „3D Combi

Kompost Sieb“ speziell für Biomasse.

Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit

mit dem Biomasseaufbereiter Olde

Bolhaar. Dank der exakten Siebschnitte

und konstanten Siebqualitäten könne er

nun selbst bei unterschiedlichen Ausgangsmaterialen

seinen industriellen Kompostkunden

eine Qualitätsgarantie bieten.

Zudem steigere die Siebmaschine seine

Nutzungsquote des wertvollen Kompostanteils

um mehr als 20 Prozent, bei deutlich

geringerer Maschinenwartung. Auch

die Feuchtigkeits- und Langkornprobleme

seien gelöst, da sich die Siebmaschine flexibel

an das Siebmaterial anpassen lasse.

www.spaleck.de

30 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20

31


Mobilität

Umwelt & Verkehr

Hier gibt’s Strom fürs Auto:

Beim Aufbau eines Ladestandortes

gilt es die technischen

Bedingungen wie

etwa den Netzanschluss zu

klären. Weitere Faktoren

sind ausreichende Raumverhältnisse,

bauliche Barrierefreiheit,

Beleuchtung.

ONLINE

Mehr zum Thema sowie die Langfassung

des Beitrags finden Sie

auf www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Umwelt & Verkehr

DER AUTOR

Philipp Hillebrand ist Projektleiter im

Bereich Verkehrsplanung beim

Unternehmen Brenner Bernard

Ingenieure (p.hillebrand@

brenner-bernard.com)

Elektromobilität

Auf ganzer Linie

Beim Aufbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur muss alles zusammenpassen –

Standort der Ladesäulen und -kapazität, Netzversorgung und Abrechnungstechnologie.

Zu den Aufgaben der Kommune zählt die Integration der beteiligten

Akteure wie etwa Investoren, Stromanbieter oder Carsharing-Dienstleister.

Die Elektromobilität kann Autofahrten

künftig klimaschonender und

umweltverträglicher machen. Eine

Reduktion der negativen Umweltauswirkungen

des motorisierten Straßenverkehrs

ist dringend geboten. Dies zeigt nicht nur

die Entwicklung der verkehrsbedingten

CO 2 -Emissionen, sondern auch die Tatsache,

dass in vielen Städten aufgrund des

wiederholten Überschreitens der zulässigen

Stickoxid-Grenzwerte Fahrverbote für

Dieselfahrzeuge drohen. Zwar ist die Zahl

der E-Fahrzeuge in Deutschland in den

letzten Jahren deutlich gestiegen, ihr Anteil

an der gesamten Fahrzeugflotte ist jedoch

nach wie vor gering.

Eine gute Ladeinfrastruktur ist Voraussetzung,

um elektrisch unterwegs sein zu

können. Dabei muss die elektrische Energie

durch erneuerbare Energien bereitge-

Foto: Stockwerk-Fotodesign/Adobe Stock

stellt werden, wenn Elektromobilität eine

Klimaschutzwirkung haben soll. Im Folgenden

werden zentrale Aspekte des Aufbaus

der Ladeinfrastruktur erläutert.

LADETECHNIK

Geladen wird meist am Wohnort und am

Arbeitsplatz. Kann eine Garage genutzt

werden, so wird das Fahrzeug in der Regel

zuhause geladen. Doch viele Autofahrende,

die elektrisch unterwegs sein möchten,

leben in verdichteten Innenstädten

und besitzen keinen festen Stellplatz. Für

diese Menschen sind öffentliche nutzbare

Lademöglichkeiten von Bedeutung, wenn

es um die Anschaffung eines E-Autos geht.

Zusätzlich tragen öffentliche Ladesäulen,

bei denen die Batterien zwischengeladen

werden können, dazu bei, das Vertrauen

in die Elektromobilität zu erhöhen und die

Reichweitenangst zu reduzieren.

Grundsätzlich zu differenzieren sind

zwei Typen von Ladesäulen: Bei der

AC-Ladetechnologie wird Energie per

Wechselstrom übertragen, bei der DC-Technologie

per Gleichstrom. Der Ladevorgang

der Batterie im Fahrzeug erfordert Gleichstrom,

wobei die Energieübertragung im

Stromnetz auf Wechselstrom basiert. Das

nötige Gleichrichten führt die im Fahrzeug

verbaute AC-Ladetechnologie durch.

AC-Systeme liefern Leistungen bis etwa

43 Kilowatt (kW).

Dagegen erreichen DC-Systeme durch

den in der Ladesäule verbauten leistungsfähigeren,

aber auch deutlich teureren

Gleichrichter Ladekapazitäten bis 450 kW.

Es ist zu beachten, dass nicht für jedes am

Markt verfügbare E-Fahrzeug eine Schnellladung

möglich ist. Leistungen ab 300 kW

sind nur für Oberklassefahrzeuge sowie an

Autobahnraststätten relevant.

In Gemeinden genügen üblicherweise

Ladeleistungen von 22 und 50 kW, die in

der Niederspannungs- und Mittelspannungsebene

installiert werden. Die Ladezeiten

reichen von etwa 60 Minuten an

22-kW-AC-Ladesäulen bis hin zu 10 bis 30

Minuten an DC-Ladestationen mit 50 kW

(und mehr) Leistung. Der Ladestandort

sollte so geplant werden, dass die Ladezeit

für Erledigungen genutzt werden kann.

IDENTIFIZIERUNG GEEIGNETER FLÄCHEN

Bei der Realisierung der Ladeinfrastruktur

sind öffentliche und private Flächen zu

unterscheiden, denn diese Kategorien bestimmen

die kommunalen Instrumente

und die Handlungserfordernisse weiterer

Akteure. Zum Beispiel ist es aussichtsreich,

Ladeinfrastruktur auf privaten Kundenparkplätzen

zu realisieren. Die eher

halböffentlich einzustufenden Räume obliegen

nicht dem Gemeingebrauch und es

entstehen weniger Nutzungskonflikte, als

wenn Raum in Innenstädten für Parkplätze

wegfällt. Die Standorte sollten zeitlich

ohne Einschränkung erreichbar sein. Bauordnungsrechtliche

Vorgaben sind zu beachten.

Der Aufbau der Anlagen bedarf in

der Regel keiner Baugenehmigung.

Ist eine geeignete Fläche im halböffentlichen

Raum gefunden, so ist es Aufgabe

der Kommune, Kooperationen mit Grundstückseigentümern

und lokalen Unternehmen

zu schließen. Hierbei geht es darum,

Anreize zu schaffen, die diese motivieren,

Lademöglichkeiten aufzubauen, am besten

gemeinsam mit dem lokalen Stromanbieter.

So können etwa Supermärkte, in

denen während des Ladens Erledigungen

getätigt werden, wichtige Standorte zur

Entwicklung von Ladeinfrastruktur sein.

Kommunen können Ladesäulen zudem

auf öffentlichen Flächen realisieren. Zur

Realisierung von Ladesäulen im öffentlichen

Straßenraum muss die Kommune

eine straßenverkehrsrechtliche Sondernutzungserlaubnis

erteilen. In geplanten Neubaugebieten

können im Bebauungsplan

Verkehrsflächen mit besonderer Zweckbestimmung

festgesetzt werden, etwa als

Sonderparkzonen für E-Fahrzeuge.

Generell sind für den Aufbau eines Ladestandortes

ausreichende Raumverhältnisse

und die Erweiterbarkeit der Anlage

genauso von Bedeutung wie bauliche Barrierefreiheit

und ausreichende Beleuchtung.

Technische Bedingungen müssen

geklärt werden. Das sind vor allem die

Verfügbarkeit eines Netzanschlusspunktes,

der AC-/DC-Laden an zumindest zwei

Ladepunkten ermöglicht, sowie die Verfügbarkeit

eines geeigneten Kabelstranges

zur Installation. Der Netzanschluss sollte

keine zusätzlichen Ausbau- oder Puffermaßnahmen

erfordern, um eine hohe

Gleichzeitigkeit der Ladevorgänge abzudecken.

Denn neben den Kosten für die

Hardware fallen Aufwendungen zur Anbindung

der Ladeinfrastruktur an das

Stromnetz ins Gewicht.

Wichtig ist zudem, dass der Betreiber

jeden Ladevorgang detailliert für die Kundschaft

nachvollziehbar halten kann. An

den Säulen muss zudem die Voraussetzung

geschaffen sein, auch per Roaming

zu bezahlen. Philipp Hillebrand

AUFGABEN DER KOMMUNEN

Städte und Gemeinden nehmen in der

Förderung der Elektromobilität eine

Schlüsselrolle ein. Als Querschnittsthema

für Kommunen berührt die

Elektromobilität die Zuständigkeiten

verschiedener Fachplanungen sowie

lokaler und regionaler Akteure. Zu den

vielfältigen Einflussmöglichkeiten einer

Kommune gehört die Integration von

E-Fahrzeugen in kommunale Fuhrparks

oder auch die Schaffung günstiger Bedingungen

im Rahmen der Lokalpolitik,

welche die Nutzung von E-Fahrzeugen

erleichtern, wie zum Beispiel die Förderung

des Ausbaus öffentlich nutzbarer

Ladeinfrastruktur.

Aufgabe der Kommune ist es auch,

umsetzungsrelevante Akteure außerhalb

der Kommune einzubinden, zum Beispiel

private Investoren, Stromanbieter,

Carsharing-Dienstleister oder den

Handel. Nicht zuletzt entscheidend für

die Akzeptanz der Konzepte und Maßnahmen

ist die Bürgerbeteiligung.

Alle Maßnahmen sollten sich auf übergeordnete

Ziele der Kommune beziehen

und in Strategien und Plänen, wie etwa

dem Verkehrsentwicklungsplan, oder

im kommunalen Klimaschutzkonzept

integriert werden.

Obgleich hierzulande noch viel

unternommen werden muss, um ein

flächendeckendes Netz an öffentlich

nutzbarer Ladeinfrastruktur aufzubauen,

sollte beim Aufbau stets geprüft werden,

inwiefern Ladebedarfe noch bestehen.

Denn die durchschnittlichen Distanzen,

die Autofahrende in Deutschland pro

Tag zurücklegen, sind heute schon mit

den meisten Elektrofahrzeugen mit einer

Batterieladung und ohne Reichweitenangst

möglich. Und es ist wahrscheinlich,

dass die technische Innovation

in den nächsten Jahren noch weitere

Potenziale ausschöpfen wird.

32 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20

33


Umwelt & Verkehr

DER AUTOR

Constantin Schwaab ist Geschäftsführer

von Wirelane, einem Anbieter von

Elektromobilitätskonzepten und

Ladelösungen mit Sitz in München

(constantin.schwaab@wirelane.com)

Ladestecker: Verbraucher müssen

sich darauf verlassen können,

dass die Strommenge aus

geeichten Anlagen abgegeben

und transparent abgerechnet wird.

Ladeinfrastruktur

Strom laden nach

Recht und Gesetz

Die Errichtung der öffentlichen Ladeinfrastruktur erfordert die Abstimmung der

Akteure aus Energieversorgung, Ladesäulenbetrieb und Dienstleistung.

Grundlegend gilt es zum Beispiel zu überlegen, an welchem Standort Normaloder

Schnellladestationen platziert werden sollen.

Mobilität

Die Elektromobilität in Deutschland

nimmt Fahrt auf. Auch die Autohersteller

haben verstanden, dass

die Verkehrswende nur in Kombination

mit erschwinglichen E-Autos möglich ist.

Immer mehr Bürger denken darüber nach,

sich als Zweitwagen oder sogar als Hauptfahrzeug

ein Elektroauto anzuschaffen.

Die Kommunen müssen reagieren und

sind dazu angehalten, öffentliche Ladeinfrastruktur

zur Verfügung zu stellen. Sie

sollen damit den Bürgern den Umstieg auf

die Elektromobilität erleichtern.

Die Ladeinfrastruktur zu errichten, erweist

sich als äußerst komplex. Städte und

Gemeinden stehen vor der Herausforderung,

die Netzbetreiber, Ladestationshersteller

und Servicedienstleister zusammenzubringen

und zu koordinieren. Nur

durch das Zusammenspiel dieser verschiedenen

Parteien wird es möglich sein, dass

das Laden von Elektroautos so selbstverständlich

wird wie Benzintanken. Was ist

bei Planung und Umsetzung zu beachten?

STANDORTWAHL UND LEISTUNGSKLASSEN

Eine zentrale Rolle bei der Planung der

Ladeinfrastruktur spielt die Standortwahl.

Grundlegend ist zu klären, welche wirtschaftlich

sinnvollen Leistungsklassen eingesetzt

werden sollen. Wechselstrom

(AC)-Ladestationen mit einer Ladeleistung

bis zu 22 Kilowatt (kW) und Gleichstrom (DC)-Schnellladestationen

mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW unterscheiden

sich vor allem in Bezug auf den Installationsaufwand

und die damit verbundenen Kosten stark.

An Orten mit Parkdauer von mehr als 30 Minuten kann es

besser sein, eine höhere Anzahl an AC-Ladestationen für

gleichzeitiges Laden anzubieten, anstatt nur eine Schnellladestation.

An einem Bahnhof zum Beispiel stellen Pendler ihre

Autos für mehrere Stunden ab und können während der Parkdauer

laden und zugleich die Netzbelastung gering halten. In

zentral gelegenen Einkaufsstraßen hingehen, wo eine hohe

Parkplatzfluktuation herrscht, ist es sinnvoll, eine Gleichstromladesäule

zu installieren, an der E-Fahrzeuge auch bei

kurzer Verweildauer nachgeladen werden können.

NUTZERFREUNDLICHKEIT

Anders als bei Benzintankstellen findet der Bezahlprozess für

das Laden von Elektrostrom direkt an der Ladestation statt.

Die Ladesäule sollte barrierefrei zugänglich und der Zahlungsprozess

so nutzerfreundlich wie möglich sein.

Je nach Unterstützung der Hardware gibt es unterschiedliche

Zahlungsprinzipien. Beispielsweise kann man sich mit

einer RFID-Karte authentifizieren. Abgerechnet wird dann

direkt über das dazugehörige Kundenkonto. Ein ähnliches

Prinzip gilt für das Starten und Beenden des Ladevorgangs

über eine App. Diese hat ebenfalls Kundendaten hinterlegt

und die Abrechnung erfolgt automatisch. Darüber hinaus gibt

es die Möglichkeit der Ad-hoc-Bezahlung, die nach der Ladesäulenverordnung

(§ 4 „Punktuelles Laden“) immer gegeben

sein muss. Hier wird der Ladevorgang über Kreditkartenzahlung,

Paypal oder andere Zahlungsdienstleister abgewickelt.

EICHRECHT

Frei zugängliche Ladestationen müssen über eine Baumusterprüfbescheinigung

verfügen. Das fordern das Mess- und

Eichgesetz (MessEG) und die Mess- und Eichverordnung

(MessEV). Dies bedeutet, dass der gesamte Fertigungsprozess

einer öffentlichen Ladestation von der Physikalisch-Technischen

Bundesanstalt geprüft und abgenommen sein muss. So

wird sichergestellt, dass die Ladestation einen Energiezähler

enthält, der die Zählerwerte kryptografisch verschlüsselt überträgt.

Auch die Verwendung dieser Daten für die darauffolgende

Abrechnung an den Bürger muss jederzeit auf Korrektheit

und Ursprünglichkeit überprüfbar sein. Elektroautokunden

müssen darauf vertrauen können, dass die Messwerte

von einem geeichten Gerät stammen.

Geben Sie

der Zukunft

Raum »

Windkraft auf kommunalen Flächen: Eine

nachhaltige Zukunftschance – für die Energiewende,

für regionalen Klimaschutz und für die

Stärkung der Wirtschaft vor Ort. Lassen Sie

uns gemeinsam Großes bewegen!

Informieren Sie sich jetzt:

EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Telefon 0711 289-48787

windkraft@enbw.com

www.enbw.com/windkraft

Planung.

Umsetzung.

Betrieb.

Foto: Eisenhans

BETRIEB, WARTUNG, SERVICE

Häufig geben Städte und Gemeinden den Betrieb und die

Wartung der Ladestationen an die Stadtwerke ab, um freier

und wirtschaftlicher handeln zu können. Da das Betreiben

von Ladeinfrastruktur nicht das Kerngeschäft von Kommunen

oder Stadtwerken ist, gibt es Dienstleister, die diese Aufgaben

in unterschiedlichen Tiefen übernehmen. Einige Unternehmen

bieten eine Kombination aus Hardware und Software an,

die nach Errichtung vom Betreiber selbst verwaltet werden

muss. Full-Service-Anbieter übernehmen den Betrieb als

Dienstleister und bieten auch Kundenhotline, Wartung und

Reparatur als Servicepaket an. Constantin Schwaab

34 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20


Mobilität

Umwelt & Verkehr

E-Fahrzeug: Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur arbeiten Ladepunktbetreiber, Stromlieferanten und Verteilnetzbetreiber zusammen.

Energieversorgung

Netz intelligent steuern

Foto: Telent

Durch die zunehmende Dichte an elektrischen

Fahrzeugen und die damit einhergehende

steigende Zahl an privaten Ladepunkten

erhöht sich die Last im Niederspannungsbereich.

Derzeit ist die Ladepunktdichte

noch gering und kann gut von

den Netzreserven abgefedert werden. Mit

der Zunahme von Elektromobilität wird

zukünftig die Last erheblich steigen, insbesondere

durch unkontrollierte Ladespitzen.

Die heutige Verteilnetzinfrastruktur

ist für diese Anforderungen aller Voraussicht

nach nicht ausgelegt.

Eine Maßnahme, mit der dieser Herausforderung

begegnet wird, ist der Ausbau

der Energieverteilnetze. Fast wichtiger

noch wird aber das Zusammenspiel von

(dezentraler) Stromerzeugung und -speicherung,

Verteilung und Stromverbrauchern

mit der Prozesssteuerung sein. Damit

einher gehen neue Anforderungen an

die Wartung und Entstörung dieser zunehmend

komplexen Systeme.

Um die Energieversorgungsanlagen und

Ladeinfrastruktur zu steuern und zu verwalten,

braucht es bedarfsgerechte Lösungen

für das Energiemanagement. Sie sind

die Grundlage für eine zuverlässige Ladenetzinfrastruktur.

Mithilfe von modernen

IP-Infrastrukturen und dem Internet der

Dinge (Internet of Things, IoT) stimmen

intelligente Stromnetze (Smart Grids) Erzeugung,

Speicherung und Verbrauch von

Energie automatisch aufeinander ab. Miteinander

vernetzte Sensoren und Aktoren

kommunizieren über verschiedenste Netztopologien.

Dieses Zusammenspiel unterschiedlicher

Infrastrukturen wird es möglich

machen, die Ladepunkte nach Angebot

und Bedarf zu steuern.

KNOW-HOW HINZUZIEHEN

Der dafür unabdingbare Netzausbau sollte

mit der zunehmenden Zahl an Fahrzeugen

und deren steigender Nutzung Schritt halten.

Verteilnetzbetreiber, wie beispielsweise

kommunale Stromversorger, müssen

beim Aufbau der Infrastruktur entsprechend

dafür sorgen, dass die Fahrzeuge in

der Nähe ihres Standortes „intelligent“ geladen

werden können durch Lösungen, die

die Verteilung der Last entsprechend der

Kapazität des jeweiligen Niederspannungsnetzes

regeln können.

Kommunale Verteilnetzbetreiber sollten

beim Aufbau dieser hybriden Infrastruktur

aus Energieverteilnetzen und IT-Netzen

projektspezifische technische Konzepte für

Ladeinfrastrukturen entwickeln. Da erfahrungsgemäß

kleine und mittlere Unternehmen

oft über begrenzte Ressourcen auf

dem neu hinzugekommenen Gebiet der

IT-Netzwerke verfügen, sollten sie mit

Dienstleistern für Engineering, Projekt, Betriebs-

und Wartungsdienstleistungen im

Bereich Elektromobilität zusammenarbeiten.

Diese können bei der Auswahl herstellerunabhängiger

Systemtechnik unterstützen

und bei Bedarf einen Komplettservice

für Installation und Inbetriebnahme der

Ladeinfrastruktur übernehmen. Das erstreckt

sich von Lieferung, Montage und

Konfiguration vorbestückter Ladesäulen

bis zur Abnahme nach den gängigen elektrotechnischen

Sicherheitsvorschriften.

Solche Dienstleister können auch den

Betrieb des Ladesäulennetzes und alle betrieblichen

Belange einschließlich von Service

und Wartung übernehmen. Dazu gehören

auch die Überwachung aller Vorgänge

im Ladesäulennetz und Fehlerbehebung

vor Ort.

Carsten Smago

DER AUTOR

Carsten Smago ist Business Development

Director bein Netzwerktechnikdienstleister

Telent in Backnang

(info.germany@telent.de)

Verteilnetzbetreiber, kommunale Energieversorger, Systemintegratoren und

Servicedienstleister stehen vor der Aufgabe, den Wandel zur

Elektroenergiegesellschaft zu gestalten. Ein wesentlicher Schritt hierzu ist der

Aufbau und Betrieb der Infrastruktur für die Elektromobilität.

Die Elektromobilität entwickelt sich

zu einer ernsthaften Alternative zu

Verbrennungsmotoren, besonders

im Nahverkehr. Alternative Antriebstechnologien

werden dabei allgemein als das

Mittel der Wahl angesehen, um die politisch

beschlossene starke Schadstoffreduktion

im Straßenverkehr (minus 40 Prozent

bis 2030) umzusetzen. Elektroantriebe

sind zuletzt kompakter, leistungsfähiger

und effizienter geworden. Zugleich sind

die Energiedichte und Kapazität bei den

Batterien praxistauglich geworden. Auch

wenn weiterhin offen ist, wie diese Entwicklung

weitergeht, kristallisiert sich heraus:

Das Zeitalter des Verbrennungsmotors

hat seinen Zenit überschritten. Ob sich die

Batterie als primärer Energieträger behaupten

wird, ist noch offen. Derzeit steht

sie im technologischen, ökologischen und

ökonomischen Wettkampf mit konkurrierenden

Ideen, wie zum Beispiel Wasserstoff

im Zusammenspiel mit neuen Brennstoffzellentechnologien.

Bleiben wird aber

der Elektroantrieb und damit die Elektromobilität.

Aktuell diskutieren Experten und Interessierte

über Reichweite, Auswahl und

Verfügbarkeit von Elektromodellen. Bald

schon wird es viel mehr um Energiebereitstellung,

-speicherung und -verteilung gehen.

Denn die Infrastruktur, wie zum Beispiel

Verfügbarkeit und zuverlässige Funktion

von Schnellladesäulen, ist ein zentraler

Faktor für die Durchsetzung der Elektromobilität.

Worauf kommt es hier im

Einzelnen an?

36 der gemeinderat 4/20

„Ich bin zwar Einzelgänger.

Aber ich will nicht

der Einzige sein.“

Hilf dem Schneeleoparden mit deiner Spende:

wwf.de/wilderei

Die letzten Schneeleoparden werden aus ihrem Lebensraum vertrieben und für ihr Fell

getötet. Der WWF schlichtet Konflikte und bekämpft Wilderei. Hilf mit deiner Spende.

WWF-Spendenkonto: IBAN DE06 5502 0500 0222 2222 22, Bank für

Sozialwirtschaft.

Einmal grüntanken, bitte!

Jetzt als Tankstellen-Betreiber von Erdgas auf Biomethan

umsteigen und die Verkehrswende mitgestalten!

Ihr Vorteil:

Positives Image

Gemeinsam handeln

für eine grüne Zukunft.

Machen Sie mit!

Biomethan

1

Ihr Vorteil:

Günstige EK-Preise

Wir liefern Ihnen Biomethan zu gesicherten

Preisen, Sie müssen nichts weiter tun.


3

Wir beraten Sie gerne.

+49 (0) 89 309 05 87 - 410

sales@bmp-greengas.de

www.bmp-greengas.de

5

7


Umwelt & Verkehr

Mobilität

Umwelt & Verkehr

E-Kommunalfahrzeuge

Umbau nach Maß

Strom laden: Intelligente grabenlose Verlegetechniken bieten wirtschaftliche Lösungen für den effizienten Ausbau der E-Ladeinfrastruktur.

Netzausbau

Grabenlos ans Ziel

Bei der Verkabelung der Ladeinfrastruktur sind grabenlose Bauverfahren eine

wirtschaftliche Alternative zum klassischen offenen Tiefbau. So entfällt zum

Beispiel das Aufbaggern der Oberfläche entlang der kompletten Leitungstrasse.

Der Ausbau der E-Mobilität stellt die

Energieversorger und Hersteller

von Ladetechnik wie auch die

öffentliche Hand sowie die Verbraucher

vor enorm große Herausforderungen. Der

schnelle Ausbau des flächendeckenden

Netzes an Ladestationen für E-Autos und

E-Bikes ist dabei eine der vordringlichsten

Aufgaben. Zur Beschleunigung des Ausbaus

und zur Reduzierung von Kosten und

Ressourcenverbrauch kann die unterirdische

Verlegung der Rohre und Kabel entscheidend

beitragen.

Die zentralen Vorteile der grabenlosen

Technik gegenüber der offenen Bauweise

sind offensichtlich: Oberflächen und Ressourcen

werden geschont, weil Aushubund

Wiederherstellungsarbeiten entfallen.

Der Verkehr wird kaum behindert und

Folgeschäden am Straßenbelag werden

vermieden. Die kurzen Bau- und Rüstzeiten

sowie die schnelle Bauausführung tragen

zur Minderung der direkten und indirekten

Kosten gegenüber der offenen

Bauweise bei. Die grabenlose Technik ist

zudem sozial verträglich, weil der Aufwand

für die angrenzende Infrastruktur

mit Absperrungen, schweren Maschinen

und hohen Emissionen entfällt.

Laut Bundesverkehrsministerium sollen

allein in den nächsten zwei Jahren insgesamt

50 000 öffentliche Ladepunkte geschaffen

werden, um die von der Bundesregierung

angestrebten sieben bis zehn

Millionen E-Mobile (E-Pkw, E-Bikes,

E-Scooter) mit Strom zu versorgen. Die

Akzeptanz der E-Mobilität in der Bevölkerung

wird sehr stark von der Flächendeckung

und Schnelligkeit beim Ausbau des

Ladesäulennetzes abhängen.

Wenn man berücksichtigt, dass beim

konventionellen, offenen Leitungsbau

80 Prozent der Investitionskosten auf den

Tiefbau entfallen, kann man sich gut vorstellen,

was zu sparen ist, wenn Oberflächen

und Ressourcen durch die unterirdi-

sche Verlegetechnik mit „minimalinvasiven

Eingriffen“ geschont werden können.

Intelligente grabenlose Lösungen sind

nicht nur für die serielle Installation von

Ladesäulen wirtschaftlich, sondern auch

beim Bau einzelner Ladesäulen, je nach

Art und Länge der einzelnen Anbindungen

an das Verteilnetz im privaten, halböffentlichen

und öffentlichen Bereich. Das Einsatzspektrum

reicht von der Stromversorgung

der Wallbox zu Hause, von Ladesäulen

an Hotels, Einkaufszentren oder an der

Straße bis hin zu Leitungen für große

Triple-Charger zum Beispiel an Autobahnraststätten.

Je nach Kapazität und auch

Anzahl der Ladesäulen können unterschiedliche

Systeme und Verfahren zur

Anwendung kommen.

Zum Spektrum der Systemtechnik von

Tracto-Technik zählt zum Beispiel das ungesteuerte

Bodenverdrängungsverfahren

mit Grundomat-Erdraketen. Sie werden für

die zielgenaue unterirdische Verlegung

von Kurz- und Langrohren bis DN 160 Millimeter

sowie Kabeln entlang kurzer, gerader

Trassen bis 25 Meter Länge eingesetzt.

Beim Vortrieb des pneumatisch angetriebenen

Verdrängungshammers entsteht

ein unterirdischer Hohlraum, in den die

Rohre und Kabel sofort oder nachträglich

eingezogen werden. Die Erdraketen eignen

sich auch optimal für die Herstellung von

Stromhausanschlüssen für Ladesäulen,

weil sie ohne Kopfloch vor dem Gebäude

direkt aus dem Versorgungsraum starten

können.

Red.

Foto: Tracto-Technik

Foto: GVI

Die Stadt Gaggenau hat einen Kleintransporter für die Reinigung von Straßen

und Parks auf elektrischen Antrieb umrüsten lassen. Leise und ohne Abgase

verrichtet er seinen Dienst. Oberbürgermeister Florus erklärt: „Wir wollen im

Umweltschutz ein Vorbild für die Menschen sein.“

Autos in der Innenstadt sind vielen

Bürgern ein Dorn im Auge. Dazu

zählen auch die Kommunalfahrzeuge,

die eigentlich im Sinne sauberer

Straßen im Einsatz sind. Immer mehr Gemeinden

setzen deswegen auf Elektromobilität,

um Abgase zu vermeiden und Lärm

zu reduzieren.

Als Beispiele dafür dienen unter anderem

die Gemeinde Karlsbad sowie die

Stadt Gaggenau (beide Baden-Württemberg).

Sie erhielten von der König Metall

Group und deren Divisionen KM-Conversion

und GVI jeweils ein auf die E-Technologie

umgerüstetes kommunales Kleinfahrzeug

für die Reinigung von Straßen

und Parks. „Klimaschutz ist für die Stadtverwaltung

ein ganz großes Thema“, erläutert

der Gaggenauer Oberbürgermeister

Christof Florus den Beweggrund der Stadt.

„Wir wollen auch Vorbild sein und hoffen,

dass noch mehr Menschen auf umweltfreundlichere

Technologien umsteigen.“

In Abstimmung mit den Betriebshofleitern

beschafft KM-Conversion zunächst konventionelle

Kommunalfahrzeuge, entkernt

diese und stattet sie mit modernster Elektronik

sowie den erforderlichen Batterien

aus. Je nach Anforderung können zudem

An- oder Umbauten vorgenommen werden,

damit das Fahrzeug zum Beispiel als

Kipper für Grünabfälle und Schüttgut, als

Pritsche oder auch mit einem Mülltonnenaufbau

eingesetzt werden kann. Der großzügige

Platz im Innenraum sowie die Motorleistung

entsprechen dem gewohnten

Niveau.

Zusätzliche Sicherheit sowie eine größere

Reichweite ohne Ladepausen erzielt

GVI mit einem multifunktionalen Batteriegehäuse.

Es ist aus Edelstahl gefertigt und

greift auf eine patentierte Technologie zurück,

die dem Prinzip der Thermoskanne

ähnelt. Eventuelle Beschädigungen der

Batterien sind damit nach Angaben des

Herstellers nahezu ausgeschlossen. Red.

Elektrotransporter: Die Kfz-Techniker von KM-Conversion und GVI rüsten im kommunalen Auftrag

Nutzfahrzeuge auf Batterietechnik um.

RADFAHREN WÄHREND DER

CORONA-PANDEMIE

Das Fahrrad erlebt in der Corona-Krise

ungeahnte Wertschätzung. Bundesgesundheitsminister

Spahn, Bundesarbeitsminister

Heil und renommierte

Virologen empfehlen das Radfahren als

gesündeste Alternative für notwendige

Alltagsfahrten. Der Fahrradclub ADFC

freut sich über den politischen Schub,

weist aber darauf hin, dass die Radwegenetze

und das Verkehrsklima in

Deutschland noch nicht für starken und

sicheren Radverkehr ausgelegt sind.

Der ADFC appelliert an die Bundesregierung,

das Radfahren auf Alltagswegen

unter allen Umständen weiterhin

zu erlauben. Bundesgeschäftsführer

Burkhard Stork erklärte im März: „Viele

Menschen in systemrelevanten Berufen

sind auf das Rad angewiesen.

Außerdem brauchen die Menschen Fortbewegungsmittel,

um zur Apotheke oder

zum Einkaufen zu kommen.“ Deshalb

müssten auch Fahrradwerkstätten für

Notfälle offen bleiben.

An die Kommunen richtet der Verband

die Forderung, jetzt kreativ zu werden

und den Menschen den Umstieg auf

das Rad zu erleichtern. Die kolumbianische

Hauptstadt Bogotá beispielsweise

widme hunderte Kilometer Autospuren

in temporäre Radspuren um und

schaffe dadurch attraktive Räume zum

Radfahren. Stork: „Auch Berlin hatte

eine sehr gute Idee: Die städtischen

Leihräder sind jetzt mehrfach am Tag

30 Minuten gratis nutzbar. Solche Initiativen

können die Menschen wirklich zum

Umstieg auf das Rad motivieren!“

www.adfc.de

38 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20

39


Umwelt & Verkehr

Mobilität

DIE AUTORIN

Dr. Isabella Geis ist Mobilitätsexpertin

beim Beratungshaus Q-Perior in

München (info@q-perior.de)

Mobility-on-Demand

Optimale Verbindung

Nachfrageorientierte Mobilitätsangebote lassen sich mit dem Slogan „Weniger

Fahrplan, mehr Flexibilität“ umschreiben. Die Idee, mit diesem Modell den

Öffentlichen Personennahverkehr zu ergänzen, ist zwar nicht neu, aber die

Digitalisierung hat die Planung des Mobility-on-Demand erheblich vereinfacht.

Fahrpläne, Liniennetzpläne, Tarifzonenpläne

und Haltestellenpläne prägen

den Öffentlichen Personennahverkehr.

Für den ÖPNV sind sie zentraler

Baustein, wenn nicht sogar wichtigster

Erfolgsfaktor, denn sie bündeln die Nachfrage

zeitlich, streckenweise sowie in

Großfahrzeugen und machen ein öffentliches

Nahverkehrsangebot überhaupt erst

rentabel.

Gleichzeitig wird der ÖPNV durch diese

Pläne zu einem starren Angebot, das weder

zeitlich, geografisch noch hinsichtlich

der Kapazität flexibel auf Nachfrage reagieren

kann. Die Pläne sind somit größte

Stärke und Schwäche zugleich. Denn Mobilitätsnutzer

sind anspruchsvoll – und

das nicht erst seit heute. Bedient das Mobilitätsangebot

nicht die individuellen Bedürfnisse,

steigen viele auf den Pkw um

und der ÖPNV ist keine Alternative mehr.

Das betrifft insbesondere ländliche Räume,

aber auch Stadtrandlagen und zu gewissen

Tageszeiten sogar Stadtzentren.

Anschluss gesucht? Flexible Mobilitätsangebote ergänzen den Nahverkehr. Was früher der Rufbus war, ist heute das per App bestellte Shuttle.

40 der gemeinderat 4/20

Foto: Antonioguillem/Adobe Stock

Was wäre also, wenn man auf Fahr- und

Haltestellenpläne verzichten würde?

Wenn es gelingen würde, ein spontanes

ÖPNV-Angebot bereitzustellen, das

kurzfristig Mobilitätsanfragen optimal

bündelt und sich nicht an einen Linienplan

halten muss? Klingt wie Zukunftsmusik?

Ist es aber nicht.

Mobility-on-Demand lautet das Patentrezept

für mehr Flexibilität und weniger

Fahrpläne im ÖPNV. Neu ist die

Idee allerdings nicht. In Prä-Digitalisierungszeiten

war sie als Rufbus oder Anrufsammeltaxi

bekannt und hatte einen

simplen Ansatz: In Zeiten, in denen kein

ÖPNV-Angebot bereitgestellt werden

konnte, wurden auf Nachfrage kleinere

Busse oder größere Taxis zur Verfügung

gestellt. Die Angebotsdisposition, das

heißt das Bündeln der verschiedenen

Nachfragen, fand auf dem Papier statt.

Für den Nutzer hatte das lange Wartezeiten,

für den Disponenten enormen

Aufwand zur Folge. Zudem waren keine

kurzfristigen Anpassungen möglich.

Heute funktioniert Mobility-on-Demand

in kürzester Zeit und ohne großen

Planungsaufwand. Über eine App gibt

der Fahrgast den Fahrtenwunsch bekannt,

im Hintergrund kombiniert und

bündelt ein Algorithmus die aktuellen

Anfragen, sodass der Fahrgast sich die

Fahrt mit weiteren Personen teilt. Diese

sitzen vielleicht schon im Fahrzeug, steigen

noch während der Fahrt zu oder aus.

Der On-Demand-Bus fährt daher nicht

den kürzesten, sondern den optimalen

Weg aus Gesamtnachfrageperspektive.

Zu unterscheiden ist zwischen privatwirtschaftlichen

und öffentlichen Betreibermodellen

(und allen Variationen dazwischen)

sowie zwischen temporärer

Ergänzung (zu bestimmten Tageszeiten)

und ständigem Komplement (in weniger

dicht besiedelten Räumen mit niedrigem

traditionellem ÖPNV-Angebot).

Das bekannteste Beispiel für Mobilityon-Demand

ist wohl MOIA in Hamburg.

Es ist ein Angebot neben dem ÖPNV,

aber nicht in diesen integriert. Ebenfalls

in Hamburg zeigt der Hamburger Verkehrsverbund

(HVV) gemeinsam mit der

DB-Tochter Ioki ein alternatives Betreibermodell

auf. Die Berliner Verkehrsbetriebe

(BVG) fahren in Kooperation mit

Viavan ein ähnliches Modell mit dem

Berlkönig. Auch hier ist das Verkehrsunternehmen

selbst Anbieter, statt das

Feld privaten Anbietern zu überlassen.

der gemeinderat 4/20

Welches Angebot im direkten Vergleich

überzeugt, kann erst mit etwas zeitlichem

Abstand beurteilt werden. Studien

zur Mobility-on-Demand-Nutzung in

den USA zeigen jedoch, dass nicht-integrierte

Angebote häufig zu einer Konkurrenz

des ÖPNV werden. Die Nutzung

bestehender Angebote wie Bus und Bahn

geht zurück, die Auswirkungen auf Autofahrer

sind hingegen gering. Soll jedoch

das Verkehrssystem einer Region

als Gesamtes verändert und die Mobilitätswende

vorangetrieben werden, ist es

nachteilig, wenn die Verkehrsverlagerung

(Modal Shift) vom ÖPNV wegführt.

Mobility-on-Demand ist kein Konzept,

das nur für Großstädte geeignet ist. Auch

für Kommunen im ländlichen Raum und

Kleinstädte kann so die Versorgung der

Region mit Mobilität sichergestellt werden.

Im rheinland-pfälzischen Wittlich

verkehren seit 2018 Shuttles, die das

ÖPNV-Angebot ergänzen. Aber: Je kleiner

eine Stadt, desto wichtiger wird es,

das Angebot nicht sich selbst zu überlassen.

Mobilität funktioniert als Gesamtkonzept,

das eingebettet ist in kommunale

Strategien und regionale Besonderheiten

berücksichtigt.

WERBETROMMEL RÜHREN

Für die Mobility-on-Demand gibt es kein

Standardmodell. Verkehrsunternehmen

und Kommunen sollten im Planungsprozess

einige wichtige Aspekte beachten.

Um die notwendige Unterstützung zu

sichern, sollten durchgängig die relevanten

Akteure der Region einbezogen werden.

Das sind auf jeden Fall die Kommune

und das Verkehrsunternehmen.

Darüber hinaus können das Stadtwerke

oder Taxiunternehmen sein. Selbstverständlich

sollten auch die Bedürfnisse

der Bürger, die das Angebot nutzen sollen,

erfragt werden. Denn nur wer die

Nachfrage kennt, kann ein nachfrageorientiertes

Angebot schaffen.

Außerdem gilt es zu klären, wo oder

wann ein Shuttleservice eine sinnvolle

Ergänzung zum ÖPNV ist, ohne diesen

zu kannibalisieren. Dazu gehört auch die

tarifliche Integration des Angebots in den

ÖPNV. Die Bereitstellung des Angebots

allein reicht aber nicht. Wer das neue

Angebot zum Erfolg führen möchte,

muss die Werbetrommel rühren, muss

die Bürger mitnehmen. Isabella Geis

Parkraum-Management

leicht gemacht.

Unsere Lösungen aus den Bereichen

VERWALTEN, AUTORISIEREN,

BEZAHLEN und ÜBERWACHEN

decken das gesamte Spektrum ab

und lassen sich flexibel und individuell

kombinieren, integrieren und

skalieren.

Sprechen Sie uns gerne an:

Hectronic GmbH | Allmendstraße 15

D-79848 Bonndorf | Tel. +49 7703 9388-0

mail@hectronic.com

www.hectronic.com


Umwelt & Verkehr Mobilität Anzeige

Advertorial

Öffentlicher Raum

Ruhe, bitte!

Stadtwerke Düsseldorf und CleverShuttle gründen

Joint-Venture – ein Modell für die Zukunft

In Augsburg arbeiten Polizei, Stadt und Bürger zusammen, um für gegenseitige

Rücksichtnahme im Nahverkehr und auf Plätzen zu werben. Der Ordnungsreferent

der Stadt, Dirk Wurm, schildert die Maßnahmen und Erfahrungen.

Augsburg: Auf dem Rathausplatz

wachen Kaiser Augustus − und die

Nachtmanager.

DER AUTOR

Dirk Wurm ist Referent für

Ordnung, Gesundheit und Sport

der Stadt Augsburg

(ordnungsreferat@augsburg.de)

Die Herstellung von Ordnung und

Sicherheit im öffentlichen Raum ist

eine der vordringlichsten Aufgaben

von Politik und Verwaltung auf allen

Ebenen, handelt es sich dabei doch um ein

menschliches Grundbedürfnis – sich sicher

fühlen. In Augsburg wird dieses Ziel

durch eine konstruktive Zusammenarbeit

von Polizei und Stadt sowie einer Vielzahl

von gesellschaftlichen Akteuren erreicht.

Im Nahverkehr der Stadt Augsburg sorgen

beispielweise die Coolrider für ein

gutes und sicheres Gefühl bei den Fahrgästen,

insbesondere in den Abendstunden.

Das mehrfach ausgezeichnete Projekt

arbeitet mit einem „Pear-to-pear“-Ansatz.

Jugendliche werden von der Polizei oder

von einer Organisation, die Erfahrung im

Umgang mit Konflikten hat, geschult. Die

Jugendlichen gehen dann aktiv auf Störer

im Nahverkehr zu, sensibilisieren für

Rücksichtnahme und sorgen für Deeskalation.

Gelebte und gelernte Zivilcourage.

Überhaupt ist das Erlernen und Praktizieren

von Zivilcourage ein entscheidender

Foto: Myfoto7/Adobe Stock

Baustein der Gewalt- und Konfliktprävention,

welchen wir in der Stadt Augsburg

seit Jahren zusammen mit dem Polizeipräsidium

Schwaben Nord sehr ernst nehmen

und stetig auszubauen versuchen.

Im Nahverkehr ist der Einsatz von Videoaufzeichnungen

zur Herstellung von

Sicherheit ein wichtiger Faktor. Der Einsatz

stärkt tendenziell das subjektive Sicherheitsempfinden

vieler ÖPNV-Kunden.

Videokameras stellen jedoch meiner Auffassung

nach einen nicht unerheblichen

Eingriff in die persönliche Freiheit des Einzelnen

dar, und ihr Einsatz darf daher

nicht standardisiert erfolgen, sondern stets

nur im Einzelfall nach kritischer Abwägung.

NACHTMANAGER IM EINSATZ

Auf den städtischen Plätzen, in den Parks

und Grünanlagen agieren wir seit Juli 2019

mit den Nachtmanagern, wenn es um

Emissionen im Zusammenhang mit feiernden

Jugendlichen und jungen Erwachsenen

geht. Seit ich zwei Nachtmanager von

Donnerstag bis Sonntag von 20 bis 2 Uhr

im Einsatz habe, läuft es viel besser. Die

Beschwerdelage ist deutlich zurückgegangen,

die Anwohner haben direkte Ansprechpartner,

und durch längere Präsenz

vor Ort können die Nachtmanager ganz

anders auf die Nutzergruppen einwirken.

An einem Stadtteilbahnhof, dessen Vorplatz

Treffpunkt von Menschen mit Suchterkrankungen

ist, wurde ein niederschwelliges

Aufenthaltsangebot geschaffen, der

„betreff“. Ein Café, betrieben von der Drogenhilfe

Schwaben und dem Sozialdienst

Katholischer Männer, die sich um Bürger

mit Drogen- und Alkoholsucht kümmern.

Dies hilft den Betroffenen, entzerrt die

Szene auf dem Bahnhofsvorplatz und verstärkt

das subjektive Sicherheitsgefühl der

Bürger im Stadtteil. Dirk Wurm

Foto: Stadtwerke Düsseldorf

E-Auto von CleverShuttle: Der Mobilitätsdienstleister kooperiert mit den Stadtwerken Düsseldorf.

Der RidePooling-Anbieter CleverShuttle und die Stadtwerke Düsseldorf haben den offiziellen

Start ihres Joint-Ventures CleverShuttle Düsseldorf verkündet. In Düsseldorf arbeitet

CleverShuttle erstmals mit einem kommunalen Unternehmen zusammen und positioniert sich als

Kandidat für weitere Kooperationen.

Mitte März verkündeten CleverShuttle und die

Stadtwerke Düsseldorf den offiziellen Start ihres

Joint-Ventures CleverShuttle Düsseldorf. Gemeinsam

wollen der kommunale Versorger und

die Bahntochter emissionsfreies RidePooling in

der Landeshauptstadt etablieren. Dafür arbeitet

der Berliner Fahrdienstleister erstmals mit einem

kommunalen Unternehmen zusammen.

Führender Anbieter in Deutschland

CleverShuttle ist eigenen Angaben zufolge

Deutschlands führender Anbieter für emissionsfreie

Mobilität und betreibt in mehreren Städten

RidePooling. RidePooling bedeutet, dass ein

Algorithmus unabhängige Fahrtanfragen mit

ähnlichen Routen zu Fahrgemeinschaften bündelt.

Dadurch könne man laut Unternehmensangaben

den motorisierten Individualverkehr

reduzieren und die Straßen entlasten. Zudem

sind die Fahrten mit CleverShuttle dank einer

Flotte, die ausschließlich aus Wasserstoff- und

Elektrofahrzeugen besteht, stets geräuscharm

und emissionsfrei. Gebucht werden können die

Fahrten über die gleichnamige App.

Die Kooperation birgt für beide Parteien zahlreiche

Vorteile. CleverShuttle bietet von der Entwicklung

der notwendigen Apps über Flottenund

Fahrermanagement bis hin zur Disposition

des laufenden Betriebs alles aus einer Hand,

was für den Aufbau und Betrieb von RidePooling

erforderlich ist. Als das Unternehmen 2014 an

den Start ging, war es der erste behördlich genehmigte

RidePooling-Fahrdienst in Deutschland.

Seither haben die Berliner insgesamt über

vier Millionen Fahrgäste befördert, Erfahrungen

gesammelt und Betriebsabläufe verbessert. CleverShuttle

kann daher und nicht zuletzt dank

präziser Nachfrageprognosen Lücken in urbanen

und ruralen Verkehrskonzepten passgenau

schließen und Gruppen die Teilhabe ermöglichen,

die nicht nur von der Mobilität, sondern

auch vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen

waren.

Die Stadtwerke Düsseldorf sind ihrerseits ein

starker Partner, der aufgrund seiner Verwurzelung

in Düsseldorf und Umgebung über die lokale

Expertise verfügt, die zur Etablierung eines

passgenauen Mobilitätsangebots notwendig ist.

Die Zusammenarbeit der Stadtwerke mit CleverShuttle

gewährleistet, dass es in Düsseldorf

auch weiterhin die lokale Expertise kommunaler

Akteure ist, die die Mobilität vor Ort bestimmt.

GHT Mobility GmbH

Hallesches Ufer 60

10963 Berlin

partner@clevershuttle.de

www.clevershuttle.de

42 der gemeinderat 4/20


Umwelt & Verkehr

NEUES AUS DER WIRTSCHAFT

E-Mobilität als Service

Leistungen rund um E-Mobilität halten

immer mehr Einzug in das Portfolio von

Stadtwerken. Um Stadtwerke bei Aufbau

und Umsetzung neuer Produkte zu unterstützen,

hat die Arbeitsgemeinschaft für

sparsame Energie- und Wasserverwendung

(ASEW) eine Kooperation mit der

Frequentum GmbH geschlossen.

Mit der Kooperation erhalten ASEW-Mitglieder

vergünstigten Zugang zum Frequentum-Angebot,

speziell den Dienstleistungen

Produktentwicklung sowie Vertrieb

und Umsetzung zum Thema E-Mobilitäts-Ladelösungen.

„Gerade Netzwerke wie die ASEW bieten

viele Möglichkeiten, die Dienstleistungen

der Frequentum noch bekannter zu

machen – und so der E-Mobilität, aber

auch Themen wie etwa Fotovoltaiklösungen,

zusätzlichen Schub zu verleihen“,

sagt Frequentum-Geschäftsführer Michael

König. Zunächst steht das Thema Elektromobilität

in der Wohnungswirtschaft

(Wohnungseigentümergemeinschaften

und Mietshäuser) im Fokus.

Die ASEW erweitert mit der Kooperation

das Angebot zum Thema E-Mobilität für

die Mitglieder um eine weitere Komponente.

„E-Mobilität ist immer mehr dabei,

einer der zentralen Bausteine der zukünftigen

Energiewelt zu werden“, ist Christoph

Landeck, Abteilungsleiter im Bereich

Geschäftsfeldentwicklung, überzeugt.

www.asew.de

Verkehrssicherheit

Augen rundum

LkW-Ultraschallsensoren von Brigade

Elektronik erkennen auch seitliche

Hindernisse bis zu einer Entfernung

von 2,50 Meter und warnen aktiv vor

Gefahren.

In engen Straßen und beim Rangieren

mit niedrigen Geschwindigkeiten verlieren

LKW-Fahrer oftmals den Überblick

und können die Seitenbereiche ihrer

sperrigen Fahrzeuge nicht ausreichend im

Abstandswarnsensoren: Brigade Elektronik hat

sein Modell Ultrasonic Obstacle Detection mit

dem Sidescan-Flex-System weiter verbessert.

Foto: Brigade Elektronik

Blick behalten. Gerade für ungeschützte

Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder

Fahrradfahrer stellt dies ein großes Unfallrisiko

dar. Abhilfe bieten Lösungen wie die

Abstandswarnsensoren des Modells Ultrasonic

Obstacle Detection von Brigade Elektronik.

Die Detektionsreichweite des Systems

wurde mit dem Sidescan-Flex-Feature

auf 2,50 Meter erhöht. Die Ultraschallsensoren

sind außerdem Teil eines

BMVI-konformen Abbiegeassistenten.

Die Sensoren werden an der Unterseite

des Fahrzeugs angebracht und warnen den

Fahrer aktiv mit einem individuell einstellbaren

akustischen oder optischen Warnhinweis.

Dabei informiert das System über

den Abstand zu einem Hindernis, erfüllt

sämtliche Anforderungen von CLOC sowie

FORS und entspricht den Sicherheitsanforderungen

von Baufirmen für Nutzfahrzeuge.

„Mit dem Sidescan Flex kann jeder Fahrer

sicherstellen, dass er auf kritische Bereiche

an der Fahrzeugseite aufmerksam

gemacht wird und frühzeitig reagieren

kann“, erklärt John Osmant, Managing

Director bei der Brigade Elektronik GmbH.

www.brigade-electronics.com/de

E X T R A

BLAU-GRÜNE

INFRASTRUKTUR

INTELLIGENTE

E-MOBILITÄT

trenchless technology – simple & easy

STADTENTWICKLUNG

Pflanzen beleben den

öffentlichen Raum

GRÜNE GEBÄUDE

Lösungen für Fassaden

und Dächer

VORSICHT, STARKREGEN

Risiken analysieren und

Maßnahmen planen

KABELNEUVERLEGUNG HAUSANSCHLUSSTECHNIK LADESÄULENVERKABELUNGG

TRACTO-TECHNIK GmbH & Co. KG 57368 Lennestadt | Germany | Tel. +49 2723 808-0 | www.TRACTO-TECHNIK.de


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

Lärmschutzwand mit Mehrwert:

Entsprechend konzipiert, können

Schallschutzwände das Dachwasser

umliegender Gebäude verdunsten

und die Luftqualität verbessern.

Stadtgrün

Multifunktionale Lösungen

Angesichts wachsender Verdichtung von Siedlungsräumen suchen Stadtplaner

nach Möglichkeiten, Grünflächen zu entwickeln. Denn Pflanzen übernehmen im

Stadtraum unersetzliche Funktionen wie Luftverbesserung, Verdunstung und

Temperaturausgleich. Außerdem schaffen sie Lebensraum für Insekten.

Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert

der Städte sein – die Stadtbevölkerung

könnte sich bis 2050

weltweit von heute knapp vier Milliarden

auf dann 6,5 Milliarden Menschen vergrößern

– und mit ihr die urbanen Infrastrukturen.“

So beginnt das Hauptgutachten des

Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung

Globale Umweltveränderungen

(WBGU) mit dem Titel „Der Umzug der

Menschheit: Die transformative Kraft der

Städte.“ Schon heute finden viele öffentliche

Debatten statt, die sich mit den Themen

urbane Lebensqualität und Gesundheit

ebenso wie Integration, sozialer Friede

und Gerechtigkeit in Städten befassen.

Zugleich werden vielerorts Konzepte zur

ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklung

gesucht. Wenngleich Städte alles andere

als natürliche Lebensräume sind – weder

für Menschen noch für Tiere oder Pflanzen

– ist der Trend zur Urbanisierung ungebrochen.

Mehr und mehr Menschen leben

weltweit in Städten.

Je dichter ein Bereich bebaut ist, desto

seltener begegnet uns lebendiges Grün.

Abgesehen von Straßenbäumen oder blühenden

Kübeln vor Geschäften, ist es meist

grau in den Innenstädten. Dabei übernehmen

Pflanzen verschiedene wichtige

Funktionen und sind daher im urbanen

Raum unverzichtbar. So filtern sie Schadstoffe

wie Abgase aus der Luft, produzieren

Sauerstoff und schlucken Verkehrslärm.

Im Sommer schaffen sie ein angenehmes

Klima, indem sie die Luft kühlen

und Schatten geben. Darüber hinaus bieten

sie verschiedenen Tieren und Insekten

Rückzugsorte und Nahrung. Zahlreiche

Studien ergaben zudem, dass uns Menschen

allein schon der Blick auf Pflanzen

guttut.

Einer, der sich schon länger mit der

Stadtbegrünung beschäftigt und nach intelligenten

Lösungen sucht, ist Hans Müller.

Mit seinem Unternehmen Helix Pflanzensysteme

(www.helix-pflanzen.de) hat

er sich auf anspruchsvolle und kreative

Grünkonzepte konzentriert. Sein Schwerpunkt

ist die platzsparende und flexible

Begrünung von vertikalen Flächen.

„Es geht immer häufiger um Systeme zur

Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung“,

betont Müller mit Blick auf die

wachsenden Aufgaben in Kommunen. Gefragt

seien beispielsweise neue Nutzungskonzepte

für bisher ungenutzte städtische

Brachen oder Randgebiete, aber vor allem

ausgefeilte technische Lösungen an Gebäuden

und städtischen Infrastrukturen.

So entwickelt und installiert Helix zum

Beispiel smarte Kombinationen wie Schallschutzwände,

die gleichzeitig klimawirksam

sind, indem sie das Dachwasser umliegender

Gebäude verdunsten und die

Luftqualität verbessern.

SOFORTLÖSUNGEN FÜR DIE STADT

Foto: Grömminger

Müller: „Kommunen interessieren sich für

naturbasierte Konzepte, weil sie eine Vielzahl

weiterer Zusatznutzen mitbringen.

Sie sind nicht nur attraktiver, sondern kosteneffizient

und häufig billiger als rein

technische Maßnahmen.“ Smarte Pflanzensysteme

kombinieren Leistungen wie

die Verbesserung der Luftqualität, Schattierung

und Absenkung von Temperaturspitzen

und die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit

mit ästhetischen Ansprüchen an

den urbanen Freiraum. Sie schaffen zudem

soziale Treffpunkte und bieten nebenbei

Lebensraum für Insekten und Vögel.

Das Thema urbanes Grün findet in den

Medien, der Politik und den Kommunen

wachsende Beachtung. Die Städte müssen

grüner werden, das ist allen klar. Zugleich

wirft diese Forderung aber auch die Frage

auf, wie man ihr überhaupt nachkommen

kann, wenn in den Innenstädten einfach

kein Platz zur Verfügung steht? „Wir haben

uns darauf spezialisiert, moderne,

technische Installationen mit robuster, anspruchsloser

Vegetation zu kombinieren“,

erklärt Hans Müller. „Dafür wurden wir

bereits mit dem TOP 100 Award als eines

der innovativsten deutschen Mittelstandsunternehmen

ausgezeichnet.“

PROJEKTE AUF EU-EBENE

Der 2016 veröffentlichte dritte Bericht „Naturkapital

Deutschland – TEEB DE“ zeigt,

dass sich die Erhaltung von Stadtnatur mit

ihren vielen naturnahen und kulturell geprägten

Bestandteilen auf öffentlichen und

privaten Flächen lohnt, weil sie zum Gesundheitsschutz

beiträgt und den sozialen

Zusammenhalt fördert. Es geht darum, die

vielfältigen Leistungen der Natur zu erkennen

und ihren Wert und ihre Bedeutung

zu erfassen und dies in privaten und

öffentlichen Entscheidungen über Flächennutzungen

zu verankern.

Das EU-Projekt TURAS (Transitioning

towards Urban Resilience and Sustainability)

beschäftigte sich mit der Frage, was

Städte gegen Klimawandel und Umweltbelastungen

stark machen kann. Seit Juni

2017 läuft das auf fünf Jahre angelegte

EU-Folgeprogramm „Connecting Nature“

(www.connectingnature.eu). Ziel dieser

Projekte ist es, Europa als eine globale

Führungskraft für naturbasierten Lösungen

zu positionieren. Hans Müller engagiert

sich seit vielen Jahren in diesen

EU-Programmen.

Infolge der zunehmenden Flächennot

und des anhaltenden Drucks zur Nachverdichtung

sind Kommunalverantwortliche

und auch die Bauwirtschaft immer häufiger

an kreativen Konzepten für die Dachund

Fassadenbegrünung interessiert. Müller:

„Die Teilnahme am EU-Programm bot

uns die Möglichkeit, mit unserem Mobilen

Grünen Zimmer (MGZ) in zehn europäischen

Metropolen aufzutreten. Red.

Foto: HfWU/Renner

MOBILES STADTGRÜN

Als Botschafter für Klimaanpassungsstrategien

macht das Mobile Grüne Zimmer

des Pflanzensystemanbieters Helix

die Wohlfahrtswirkung von lebendigem

Grün auf kleinstem Raum erlebbar. Das

Zimmer besteht aus einer etwa

15 Quadratmeter großen Grundfläche,

die zu allen Seiten bepflanzt ist. Eine

Bank lädt Passanten zu einer Atempause

zwischen Erdbeeren und Kräutern

ein. Die grünen Wände mindern den

Lärm, filtern Staub, speichern Wasser

und bieten Lebensraum für Tiere. Von

oben gewährt ein Blätterdach Schatten.

Ein Wechselladekipper bringt die ganze

Konstruktion an Ort und Stelle.

Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts

ist die Mobilität. Ohne langfristige Vorbereitungen

kann es zum Beispiel in der

Fußgängerzone oder einem großflächig

versiegelten Platz in der Innenstadt

einen temporären Naturerfahrungsraum

schaffen. Dieser Aspekt hat Verantwortliche

in vielen Städten Europas und

in Deutschland überzeugt. Auch in

diesem Sommer soll die kleine Oase an

verschiedenen Standorten wieder ein

Naturerlebnis in der Stadt bieten. Immer

ist damit eine erhöhte Aufmerksamkeit

der Bürger und auch ein Staunen

verbunden. Wenngleich Bürger meist

große Stadtparks besonders loben,

wird als bevorzugte und meistbesuchte

Grünfläche meist diejenige genannt,

die fußläufig zum Wohnort liegt. Das ist

besonders wichtig für Menschen, die

keinen privaten Garten haben – sie sind

auf frei zugängliches öffentliches Grün

angewiesen.

Das Grüne Zimmer: Die Besucher können

im Schatten zur Ruhe kommen.

46 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20

47


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

• Ökologischer Teilausgleich. Anerkannte

Minderungsmaßnahme bei der Eingriffsausgleichsregelung,

das heißt, damit

können andere Ausgleichsmaßnahmen

eingespart werden.

WELTKONGRESS

GEBÄUDEGRÜN

REGENWASSERAGENTUR IN

BERLIN BERÄT DIE BÜRGER

Die Berliner Regenwasseragentur macht

zwar keinen Regen, aber die Experten

wissen alles über den Umgang mit

Niederschlag in einer Stadt, die zuweilen

mit Starkregen zu kämpfen hat.

Im Sommer regnet es an der Spree oft

wochenlang gar nicht. Wenn sich der

Himmel aber öffnet, dann schüttet es

gern wie aus Kannen, was in einer so

dicht besiedelten wie versiegelten Großstadt

immer mehr Probleme für Mensch

und Umwelt macht.

„Dezentral statt zentral“, sagt Dr. Darla

Nickel, die Chefin der Agentur. „Auf jedem

Grundstück, jedem Haus kann viel

dafür getan werden, die Stadt widerstandsfähiger

und damit lebenswerter

und gesünder und schöner zu machen“,

erläutert Nickel.

Lesen Sie den Beitrag „Blick nach

oben“ von Stephan Natz (Berliner Wasserbetriebe)

über die Bürgerberatung

der Agentur und die vielfältigen Möglichkeiten

der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

– übrigens nicht nur

in Berlin – auf unserem Serviceportal

www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Umwelt & Verkehr

Sportplatz im Grünen: Beim Neubau der Turnhalle der Kleinfeld-Grundschule in Germering bei

München wurde die 50-Meter-Sprintbahn auf das Hallendach gelegt.

Gebäudebegrünung

Das Dach lebt

Grüne Dächer und Fassaden bringen mehr Leben in die Stadt. Als Maßnahme

der kommunalen Klimaanpassung gewinnt die Bepflanzung zunehmend an

Bedeutung. Sie puffert Temperaturspitzen ab und leistet einen Beitrag zur

Aufrechterhaltung des natürlichen Wasserhaushalts.

Gebäudebegrünungen vereinen eine

Vielzahl an positiven Wirkungen

und sind ein einfacher, wirkungsvoller

und notwendiger Baustein des nachhaltigen

Bauens. Dachbegrünungen dienen

unter anderem als Klimaanpassungsmaßnahme,

zur Erhaltung und Förderung

der Artenvielfalt, als Baustein der Regenwasserbewirtschaftung

oder auch als

Lärm- und Feinstaubschutz. Mit jedem

eingebauten Quadratmeter Gründach wird

eine ganze Palette an positiven Wirkungen

„eingekauft“ und umgesetzt:

• Schutz der Dachabdichtung und Fassade

vor Extrembeanspruchung durch Tem-

Foto: BuGG

peraturen im Sommer und im Winter.

Schutz vor Wind- und Witterungseinflüssen

wie Sturm, Hagel, UV-Strahlung.

Verlängerung der Lebensdauer der

Dachabdichtung gegenüber der unbegrünten

Variante.

• Wärmedämmleistungen im Winter und

Hitzeschild im Sommer sparen Energie.

Erhöhung des Wirkungsgrades von Fotovoltaikanlagen

bei der Kombination mit

Dach- oder Fassadenbegrünung aufgrund

der Verdunstungskühlung.

• Wasserrückhaltung (je nach Begrünungsart

jährlich 30 bis 99 Prozent des

Niederschlags) und Minderung der Spitzenabflüsse

(je nach Begrünungsart bis

zu 100 %). Entlastung der Kanalisation

(Einsparungspotenziale bei der Rohrund

Kanaldimensionierung, Einsparung

von Regenrückhaltebecken) und mögliche

Gebührenminderung bei Städten

mit gesplitteter Abwassersatzung.

• Kühlung und Luftbefeuchtung. Verbesserung

des Umgebungsklimas durch die

Verdunstung des gespeicherten Wassers.

In vielen Großstädten werden mittlerweile

Dach- und Fassadenbegrünungen gefördert.

Bei den direkten Förderungen gibt es

finanzielle Zuschüsse an den Bauherren,

wenn er bestimmte, von der Stadt festgelegte

Kriterien erfüllt. Indirekt gefördert

werden Dachbegrünungen bei gesplitteten

Abwassersatzungen, indem es bei der Niederschlagswassergebühr

einen Nachlass

gibt, wenn das Dach begrünt ist. Eine Art

von Förderung liegt auch vor, wenn Dachbegrünungen

in Bebauungsplänen und

Gründachsatzungen festgelegt und gefordert

werden.

Zwei Beispiele aus Bayern zeigen, wie

Dach- und Fassadenbegrünungen auch in

kommunalen Bauwerken eingesetzt werden

können. Beim Neubau der Turnhalle

der Kleinfeld-Grundschule in Germering

bei München wurde aus Platzgründen die

50-Meter-Sprintbahn auf das Hallendach

gelegt und von einer Dachbegrünung eingerahmt.

So kann das Dach mehrfach genutzt

und Pausenfläche für die Kinder eingespart

werden.

In der Ortsmitte von Neubiberg, ebenfalls

bei München, ziert eine sogenannte

„Living Wall“ die dortige Bushaltestelle.

Sie sieht nicht nur schön aus, sondern

mindert Lärm, Hitze und Schadstoffbelastungen.

Die wandgebundene Fassadenbegrünung

wird automatisiert mit Wasser

und Nährstoffen versorgt. Gunter Mann

Ob der für 16. bis 18. Juni 2020 in

Berlin angesetzte Weltkongress Gebäudegrün

stattfinden kann, ist noch

ungewiss. Der Veranstalter, der Bundesverband

Gebäudegrün, teilt mit, man

hoffe „eine endgültige Entscheidung

Anfang Mai 2020“ treffen zu können.

Neben dem Wissenstransfer und

dem Aufzeigen von Best-Practice-Beispielen

durch Spezialisten aus dem

In- und Ausland will der Kongress den

Erfahrungsaustausch und die Netzwerkbildung

anregen zwischen den Teilnehmern

aus Planung, Politik, Städten,

Siedlungswasserwirtschaft, Industrie,

Immobilienbranche und Verbänden. Die

Schirmherrschaft haben Bundesinnen-

und -bauminister Horst Seehofer,

Bundesumweltministerin Svenja

Schulze und die Berliner Senatorin für

Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin

Lompscher.

www.bugg-congress2020.com

DER AUTOR

Dr. Gunter Mann ist Präsident des

Bundesverbands Gebäudegrün (BuGG)

in Berlin (info@bugg.de)

... DIE EXPERTEN FÜR WASSER, VERKEHR, STADT- UND UMWELTPLANUNG

Wasser

Verkehr Stadt-/Umweltplanung

www.bit-ingenieure.de

STUTTGART KARLSRUHE FREIBURG HEILBRONN VILLINGEN-SCHWENNINGEN ÖHRINGEN DONAUESCHINGEN

+49 711 995991-10 +49 721 96232-10 +49 761 29657-0 +49 7131 9165-0 +49 7721 2026-0

+49 7941 9241-0 +49 771 83261-0

• Erschließungsträgerschaft

• Bauleitplanung

• Stadt- und Umweltplanung

• Erschließung

• Verkehrsplanung

• Straßenplanung

• Lärmuntersuchungen

• Wasserversorgung

• Entwässerung

• Kläranlagen

• Wasserbau und Hydrologie

• Regenerative Energien

• Vermessung

• SiGeko

• 3-D-Visualisierung


Anzeige

Advertorial

Das innovative Flachdach entfaltet Zusatznutzen als

Energielieferant, Dachgarten und Wohnzimmer im Freien

Johann-Pachelbel-Realschule in Nürnberg: Auf dem Dach der Schulanlage im Passivhausstandard erzeugt eine Photovoltaikanlage Strom. Unter der

Begrünung sorgt eine hochwertige FPO-Kunststoffabdichtungsbahn für dauerhaften und sicheren Schutz.

Fotos: Bauder

chenentwässerung könnte angepasst, Versickerungseinrichtungen

könnten entsprechend kleiner

ausgeführt oder mehr Flächen an die vorhandene

Kanalisation angeschlossen werden.

Bauder als führender Hersteller von Dachsystemen

bietet zahlreiche Varianten an Begrünungsmöglichkeiten

– extensiv oder intensiv.

Ertragreiche Photovoltaikanlagen

Millionen Quadratmeter Flachdachflächen

könnten viele Millionen Kilowattstunden Strom

produzieren. Die Flachdächer von Gewerbe- und

Wohngebäuden, aber auch Sport- und Gemeindehallen

sind geradezu prädestiniert für die

Energiegewinnung mit Photovoltaikanlagen. Dabei

ist nicht nur der Eigenverbrauch interessant,

sondern auch die Überlassung der Dachflächen

an einen Betreiber kann ein lohnendes Modell

sein. Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende ist

es in jedem Fall.

Photovoltaik auf Gründächern –

eine ideale Kombination

Wer eine Photovoltaikanlage haben möchte,

muss auf die Dachbegrünung mit ihren vielen

Vorteilen nicht verzichten. BauderSOLAR UK

Gründach ist die ideale Kombination von Photovoltaik

und Dachbegrünung.

Da ein begrüntes Dach für wesentlich niedrigere

Umgebungstemperaturen sorgt als vergleichbare

Kies- oder Nacktdächer, bleibt auch

die Temperatur der Photovoltaikmodule geringer,

was zu einem Mehrertrag führt. Für beste Stromausbeute

sind Modulneigungen von 10° und

15° möglich.

Objektbeispiele für Nutzdächer

Viele Dachflächen werden heute leider noch viel

zu oft „verschenkt“. Die folgenden Projekte zeigen

beispielhaft, wie Dachflächen sinnvoll bei

entsprechender Gestaltung genutzt werden

können:


Stadtwohnung mit Dachgarten

Ein Schritt aus der Terrassentür und man steht

mitten im Grünen. Der Garten auf der Dachterrasse

ist ein wesentlicher Bestandteil des gehobenen

Lebensgefühls von zwei exklusiven

Wohnungen im obersten Geschoss eines Wohnund

Geschäftshauses. Eine vielseitige Bepflanzung

in Kombination mit natürlichen Materialien

wie Holz und Stein steigert den Erholungs- und

Erlebniswert auf dem Dach. Ein Dachgarten

schafft eben nicht nur Lebensraum für Tiere und

Pflanzen, sondern bietet in Form eines zusätzlichen

„Wohn-Zimmers“ Erholungsraum mitten in

der Stadt.


Bank mit Japandachgarten

Auf dem Zwischendach eines Sparkassenneubaus

wurde auf nur 170 Quadratmetern ein

künstlerisch und technisch anspruchsvoller Japangarten

angelegt. Leitgedanke für die Planung

dieses Themengartens war „Der Pfad des

Lebens“. Er wird durch einen Fußweg auf dem

Dach symbolisiert, der teils ruhig und eben, teils

unruhig und beschwerlich verläuft – Breite,

Struktur und Material wechseln ständig.

Im Zentrum des Gartens steht das Yin-und-

Yang-Symbol (chinesische Philosophie: Yang =

Sonne, Yin = Schatten). Der Übergang ist fließend)

aus schwarzem und weißem Marmorkies.

Das Gegensatzpaar wird durch einen Steg verbunden,

über den hinweg der Weg läuft. Die Einbeziehung

von Pflanzen und symbolischen Motiven

macht den Pfad zu einem abstrakten und

doch natürlichen Gesamtkunstwerk.


Bildungszentrum unter grünen Dächern

Das Haus Sennfeld präsentiert sich als Komplex

aus miteinander verbundenen Gebäudeteilen,

der sich in seiner Kleinräumigkeit wie ein Dorf

harmonisch in die Landschaft fügt. Die begrünten

Dachflächen waren ein fester Bestandteil

der Planung und unterstreichen diesen Eindruck.

Extensiv- und Intensivbegrünungen ergeben

eine abwechslungsreiche Dachlandschaft.

Ein besonders beliebter Aufenthaltsort ist die

Dachterrasse der Cafeteria. Sonnenhut, Lavendel,

Schmuckgräser und einige Sommerflieder

bilden als Grünfläche in einem Hochbeet einen

attraktiven Rahmen für den Terrassenbereich.


Sonnenstrom vom grünen Schuldach

Die Nürnberger Johann-Pachelbel-Realschule ist

ein Musterbeispiel einer öffentlich-privaten Partnerschaft:

eine Schulanlage im Passivhausstandard,

auf deren Dach eine durchdringungsfrei

montierte Photovoltaikanlage mit einer Begrünung

natürlich Strom erzeugt. Darunter sorgt

eine hochwertige FPO-Kunststoffabdichtungsbahn

für dauerhaften und sicheren Schutz. Ein

vorbildlich ökologisches Projekt, das zudem besonders

wirtschaftlich ist.

Fazit: Grenzenloser Ideenreichtum

Ungenutzte Dachflächen sind zumindest in dicht

bebauten innerstädtischen Bereichen nicht

mehr zeitgemäß. Dachbegrünungssysteme auch

in Kombination mit Photovoltaikanlagen eröffnen

zahlreiche Möglichkeiten einer sinnvollen

Nutzung der Flachdachflächen. Bei rechtzeitiger

Planung sind dem Ideenreichtum kaum Grenzen

gesetzt. Und die Kosten werden in vielen Fällen

durch den zusätzlichen Nutzen ausgeglichen.

Die verstärkte Nutzung der Flachdächer von Gewerbe- und Verwaltungsgebäuden, sowie von

Wohnanlagen und Sporteinrichtungen, könnte vor allem in Ballungsgebieten eine sinnvolle

und ertragreiche Herausforderung werden. Denn Flachdächer lassen sich vielfältig nutzen. Ob

intensiv oder extensiv begrünt, als Freiluftwohnbereich, Biotop oder als Energielieferant. Das

sollte bei der Planung nicht vernachlässigt werden – vielleicht auch aus der Verpflichtung heraus

gegenüber Natur und Energiewende?

Grüne Dachlandschaften für mehr

Lebensqualität und Immobilienwert

Ob Dachgarten oder pflegearmer Sedumteppich

ist eine Sache der Statik, der Pflege und der

Zielsetzung. Im Neubau kann eine Zusatzbelastung

eingeplant werden, bei Bestandsbauten

müssen die nutzbaren Reserven der Tragfähigkeit

geprüft werden. Auf der durchwurzelungsfesten

Abdichtungsoberlage lassen sich mit entsprechenden

Gründachsystemen, Dachentwässerung

und Vegetation attraktive Dachbegrünungen

für Massiv- und Leichtdächer, für große und

kleine Flächen dauerhaft sicher umsetzen. Die

negativen Auswirkungen der Flächenversiegelung

lassen sich mit einer Dachbegrünung als

Ausgleichsmaßnahme deutlich mindern. Sie

schafft zusätzlichen Lebensraum für Mensch

und Tier, entlastet als Wasserspeicher die Entwässerungssysteme,

bindet Staub, heizt sich

auch bei extremen Temperaturen kaum auf, verbraucht

CO 2 und sorgt als Sauerstoffproduzent

für ein besseres Klima.

Doch trotz der positiven Eigenschaften werden

immer noch viele Dachflächen verschenkt.

Hier bestehen ein großer Nachholbedarf und

viele Chancen in der Stadtplanung. Gebiete mit

begrünten Dachflächen ergäben beachtliche

Regenwasserspeicher, die Planung der Oberflä-

Japandachgarten auf dem Zwischendach eines Sparkassenneubaus: Die Einbeziehung von Pflanzen

macht den Pfad im Themengarten zu einem Gesamtkunstwerk.

Paul Bauder GmbH & Co. KG

Korntaler Landstraße 63

70499 Stuttgart

Tel. 07 11/88 07–2 89

info@bauder.de

www.bauder.de


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

Überflutung: Im Rahmen des Generalentwässerungsplans überprüfen die Kommune und Fachplaner,

ob die Kanalisation ausreichend dimensioniert ist, um das Niederschlagswasser abzuleiten.

Starkregenrisikomanagement

Gefahren aufzeigen

Eine lokale Sturzflut kann jeden Ort treffen. Im kommunalen Starkregenrisikomanagement

werden die Folgen von Überflutungen simuliert. Dazu

werden die Gefahren analysiert und kartiert. Die Erkenntnisse bilden die Basis

eines Handlungskonzepts zur Vermeidung oder Minderung von Schäden.

Von Starkregen kann prinzipiell jede

Gemeinde betroffen sein – auch

eine, für die Überflutung bisher ein

unbekanntes Phänomen war. Hohe Fließgeschwindigkeiten

und Wassertiefen sowie

mitgeführtes Geröll und Treibgut führen

dazu, dass ein erhebliches Schadenspotenzial

entsteht. Straßenzüge werden verwüstet,

Keller laufen voll.

Im Rahmen des Starkregenrisikomanagements

(SRRM) werden die Auswirkungen

von solchen Szenarien simuliert.

Kommunen können gezielte Vorsorgemaßnahmen

ergreifen, um das Wasser im

Ernstfall möglichst gefahrlos aus dem Siedlungsbereich

abzuleiten und das Schadenspotenzial

zu reduzieren.

Die erste Säule der Überflutungsvorsorge

sind die Hochwassergefahrenkarten.

Sie veranschaulichen, wo an Fließgewässern

infolge von langanhaltenden Landregen

(Dauerregen) mit einem Hochwasser

zu rechnen ist. Auf Grundlage der Hochwassergefahrenkarten

werden Maßnahmen

zum Hochwasserschutz abgeleitet,

die in der Regel auf ein 100-jährliches

Hochwasser (HQ100) ausgelegt sind.

Der Generalentwässerungsplan bildet

die zweite Säule. Häufig auftretende Regenereignisse

müssen gemäß den Vorgaben

in den technischen Regelwerken

schadlos über die öffentliche Kanalisation

abgeleitet werden. Im Rahmen des Generalentwässerungsplans

wird überprüft, ob

die bestehende Kanalisation ausreichend

dimensioniert ist, um das anfallende Niederschlagswasser

abzuleiten, ohne dass es

dabei zu einem Wasseraustritt aus der Kanalisation

(Überstau) kommt.

Das Starkregenrisikomanagement bildet

die dritte Säule der Überflutungsvorsorge,

um Siedlungsgebiete auch vor den Folgen

von Starkregenereignissen zu schützen. Im

ersten Schritt des kommunalen SRRM wird

die potenzielle Überflutungsgefahr analysiert

und in Form einer Starkregengefahrenkarte

dargestellt. Mithilfe eines numerischen

Simulationsmodells werden dazu

Foto: Comofoto/Adobe Stock

Abflussbildung und -wege, Wasserspiegellagen

und Fließgeschwindigkeiten im Falle

eines Starkregenereignisses ermittelt. Die

wesentlichen Eingangsgrößen sind dabei

neben dem Niederschlag die Oberflächenund

Bodeneigenschaften des Einzugsgebiets

sowie ein Geländemodell.

Im zweiten Schritt erfolgt die Risikoanalyse.

Dabei werden besonders gefährdete

Infrastruktureinrichtungen und kritische

Objekte (zum Beispiel Unterführungen,

Krankenhäuser, Schulen, Betriebe) identifiziert.

Das Überflutungsrisiko ergibt sich

durch Verschneidung dieser Informationen

mit der Starkregengefahrenkarte.

Dies ermöglicht im dritten Schritt die

Entwicklung eines Handlungskonzepts zur

Vermeidung oder Minderung von Schäden.

Um die Risiken durch Starkregen nachhaltig

zu reduzieren, existiert eine Vielzahl

von sowohl baulichen, technischen als

auch organisatorischen Möglichkeiten.

Zur Finanzierung des SRRM stellen die

Länder Fördermittel bereit. Baden-Württemberg

fördert die Grundlagenermittlung

zur Starkregenvorsorge von der Erstellung

der Gefahrenkarte bis zum Handlungskonzept

mit einem Fördersatz von 70 Prozent.

In Rheinland-Pfalz ist ein Zuschuss von

bis zu 90 Prozent möglich.

Die BIT Ingenieure AG, Ingenieurbüro

für Wasserwirtschaft und Infrastruktur, ist

an Forschungsprojekten zur Entwicklung

von Niederschlagsabflussmodellen beteiligt

und hat bereits viele Kommunen bei

der Erstellung von Hochwassergefahrenkarten

beraten. Dazu gehört neben der

Stadt Bonndorf, dem Pilotprojekt des Landes

Baden-Württemberg, auch die Stadt

Künzelsau (s. der gemeinderat 10/2019,

S. 47). Im Zusammenwirken aller Akteure

wurde ein Katalog von Schutzmaßnahmen

entwickelt. So konnte das Schadenspotenzial

insbesondere durch die Installation

von Rechen und Geröllfängen reduziert

werden. Doris Meyer / Peter Neff

DIE AUTOREN

Doris Meyer (doris.meyer@bitarchitekten.de)

gehört zur BIT Architekten GmbH mit Sitz in

Karlsruhe (100-prozentige Tochter der BIT Ingenieure

AG), Peter Neff gehört zur BIT Ingenieure

AG und arbeitet am Standort Karlsruhe

Regenwasserbewirtschaftung

Nach Vorbild eines

Schwamms

Extremwetter fordert die kommunale Wasserwirtschaft heraus. Um das

Kanalnetz zu entlasten und Gewässer zu schützen, sollten Niederschläge so

weit wie möglich vor Ort belassen werden. Die daraus resultierende dezentrale

Regenwasser bewirtschaftung bewährt sich, wie der Blick nach Berlin zeigt.

Die Klimaprognosen für Deutschland

lassen erwarten, dass Extremereignisse

– Trockenperioden und

Starkregen – zukünftig verstärkt und häufiger

auftreten werden. Beide Effekte sind

neue Herausforderungen für die Wasserwirtschaft,

vor allem in Ballungsräumen.

Während früher die Ableitung über Kanalisationen

im Vordergrund stand, wird

heute zunehmend dezentrale Bewirtschaftung

des Regenwassers angestrebt. Hauptgrund

für diesen Paradigmenwechsel im

Umgang mit Regenwasser ist die Reduzierung

der Belastung unserer Gewässer,

denn die Ableitung von Niederschlagsabflüssen

hat zu Problemen geführt.

Zum einen werden durch technisch nicht

beherrschbare Überläufe der Mischwasserkanalisation

und durch die direkte Einleitung

unbehandelter Niederschlagsabflüsse

erhebliche Mengen an Schadstoffe in die

Gewässer eingetragen. So kommt es in

Berlin nach Regenfällen immer wieder zu

Fischsterben in der Spree oder dem Landwehrkanal.

Zum anderen führt die schnelle Ableitung

zu einer Verschärfung der Abflüsse

bei Starkniederschlägen – bei gleichzeitiger

Verringerung der Wasserstände in Trockenzeiten.

In Berlin beispielsweise ist

dieser Effekt vor allem an den kleineren

Gewässern wie der Panke oder der Wuhle

sowie an vielen Teichen und Pfuhlen zu

beobachten. Im Frühsommer 2017 und

auch im Jahr 2018 waren zahlreiche Gewässer

in Berlin ausgetrocknet. Und dass

es dann bei starken Niederschlägen zu

Problemen kommt, haben die Ereignisse

im vergangenen Sommer nur zu deutlich

gezeigt.

Mit der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung

werden Gewässerbelastungen

dagegen auf ein Minimum reduziert.

Abflüsse werden reduziert, zurückgehalten

und gereinigt. Der in China gebräuchliche

Begriff „Sponge-City“ beschreibt den

Ansatz anschaulich. Wie ein Schwamm

wird das Regenwasser bei Starkregen in

den Städten gespeichert und dann in der

nachfolgenden Trockenzeit langsam an die

Umgebung abgegeben. Dies begünstigt

eine erhöhte Verdunstung, was wiederum

zur Kühlung der Innenstädte beiträgt.

In Berlin gibt es mittlerweile zahlreiche

Regenwasserbewirtschaftungsanlagen. Bereits

vor über 20 Jahren wurde in den großen

Entwicklungsgebieten der Stadt wie

der Rummelsburger Bucht und Adlershof

eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung

praktiziert. Viele Gebäude verfügen

hier über Gründächer und Versickerungsanlagen.

Auf Regenwasserkanäle in den

Straßen wurde verzichtet, stattdessen finden

sich Versickerungsmulden und Mulden-Rigolen-Systeme.

Auch auf zahlreichen

Berliner Privat- und Gewerbegrundstücken

wird Regenwasser vor Ort bewirtschaftet.

Die Erfahrungen mit dezentralen

Systemen sind in Berlin durchweg positiv.

Selbst bei Extremniederschlägen haben die

Anlagen beispielsweise in Adlershof sehr

gut funktioniert. Heiko Sieker

DER AUTOR

Prof. Dr.-Ing. Heiko Sieker ist Geschäftsführer

der Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker in

Hoppegarten und Honorarprofessor für Urbane

Hydrologie an der TU Berlin (h.sieker@sieker.de)

Gießzeit sparen

für jeden Stammumfang

52 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20


EXTRA Blau-grüne Infrastruktur

Anzeige

Advertorial

Starkregenmodellierung

Mit allem rechnen

Das kommunale Starkregenrisikomanagement kombiniert eine Analyse der

Gefährdung mit vorbeugenden technischen Maßnahmen und der Information

der Bürger. Mit zuverlässigen Informationen aus hydrologischen Modellierungen

lassen sich Schäden aus Starkregenereignissen vermeiden oder vermindern.

Schlamm im Garten: Bürger über

mögliche Fließwege des Wassers

nach einer Sturzflut zu informieren,

ist ein Bestandteil der kommunalen

Starkegenvorsorge.

DER AUTOR

Dr.-Ing. Oliver Buchholz ist geschäftsführender

Gesellschafter der Hydrotec

Ingenieurgesellschaft für Wasser und

Umwelt in Aachen (www.hydrotec.de)

Starkregenvorsorge ist ein elementarer

Baustein kommunaler Klimaanpassungskonzepte.

Diese ermöglichen

eine umfassende Vorsorge für die zu erwartenden

Klimaveränderungen und zeigen

Handlungsoptionen für eine zukunftssichere

Stadtplanung. Kommunale Klimaanpassungskonzepte

versetzen Städte und

Gemeinden in die Lage, sich auf die zu

erwartenden Wetterextrema vorzubereiten

mit dem Ziel, die Bevölkerung und die Infrastruktur

vor Schäden zu schützen. Sie

behandeln die Problemfelder Hitzebelastung,

Sturm, Starkregen und Trockenperioden,

analysieren die daraus entstehenden

Risiken und definieren Maßnahmen,

die zu einer Verringerung der Gefährdung

führen.

Ein Klimaanpassungskonzept umfasst

die Handlungsfelder Bauleitplanung,

Starkregenvorsorge, Stadtplanung- und

-entwicklung, Niederschlagswasserbewirtschaftung,

Grün- und Freiraumplanung,

Foto: Hydrotec

Informations- und Verhaltensvorsorge.

Deshalb ist für seine Erstellung interdisziplinäre

Zusammenarbeit aus verschiedenen

Fachbereichen erforderlich.

Im Blick auf die Starkregengefährdung

unterstützt zum Beispiel die auf Umwelt

und Wasser spezialisierte Hydrotec Ingenieurgesellschaft

die Kommunen mit einem

vierstufigen Verfahren zur Analyse

und Modellierung. Das Instrument liefert

Informationen über die Gefährdungslage

und zeigt Maßnahmen zur Vorsorge auf.

Es umfasst die GIS-Analyse der Topografie

und der Bodenverhältnisse, die hydronumerische

Modellierung des Gebiets als

Überblicks- und als Feinmodell (mit HY-

DRO_AS-2D), die Erarbeitung von Starkregengefahren-

und Risikokarten und darauf

aufbauend die Entwicklung eines Katalogs

von Vorsorgemaßnahmen. Kommunen

sind mit diesen Informationen in der

Lage, wirksame Maßnahmen zu ergreifen

und Haushaltsmittel effizient einzusetzen.

Damit schützen sie Bewohner und Infrastruktur

und ermöglichen eine optimale

private Vorsorge.

Ein wichtiges Element der Schadensminderung

ist die Information der Bürger,

damit sie eventuelle Gefährdungen erkennen

und private Vorsorgemaßnahmen ergreifen

können. Die Internet-Kartenanwendung

Starkregen-Webviewer zum Beispiel

zeigt anhand einer Animation in der

Karte den Verlauf der Überflutungen, wie

sie etwa nach einem 100-jährlichen Regenereignis

auftreten. Realisiert wurde die Anwendung

bereits für die nordhrein-westfälische

Gemeinde Wachtberg. Sie ist öffentlich

verfügbar unter http://wachtberg-starkregen.de.

Weiterführende Informationen

wie Kontaktdaten der kommunalen

Ansprechpartner oder Hinweise zur

privaten Starkregenvorsorge sind leicht in

den Starkregen-Webviewer integrierbar.


Oliver Buchholz

Foto: flor-design

Vertikale Begrünung: Mit greencityWALL bepflanzte Wände bieten wirtschaftliche, ökologische und ästhetische Vorteile in urbanen Bereichen.

greencityWALL – mehr Grün in

Städten und Gemeinden

Graue und eintönige Fassaden gehören der Vergangenheit an. Vertikale Begrünung hält Einzug in

den Städten und Gemeinden und schafft auf engem Raum Platz für begrünte Fassaden, Lärmund

Sichtschutz, Biotope, Insektenhotels und Eidechsenhabitate. Alles ist möglich mit nur einem

Produkt: der greencityWALL.

Dachbegrünungen sind bereits in den Köpfen

der meisten Entscheider verankert, jedoch sind

sie nur ein Teil der Zukunft für eine klimafreundlichere

Umgebung in urbanen Bereichen. Dachbegrünungen

sind ökologisch sehr wertvoll und

sind in der Gebäudebegrünung nicht mehr wegzudenken.

Jedoch sind sie in der Regel nicht

sichtbar und können dadurch nicht wahrgenommen

werden. Die vertikale Begrünung schafft

hier vielfältige Möglichkeiten für unsere Umwelt:

wirtschaftlich, ökologisch aber auch aus ästhetischer

Sicht kann die Begrünung von Gebäuden,

Fassaden, Mauern, Lärmschutzwänden und

vielem anderem ihren Beitrag leisten. Die Auswirkungen

von Hitzerekorden im Sommer sowie

enorme Regenmengen können durch bepflanzte

Wände eingedämmt werden. Neben dem klimatischen

Nutzen zeigen sich dabei auch ein deutlicher

Mehrwert für die Ästhetik und neue Möglichkeiten

für die Architektur.

Seit mehr als 25 Jahren stellt sich die Firma

flor-design aus Freiburg i.Br. den wachsenden

Herausforderungen im Garten- und Landschaftsbau.

Aus einer Vision des Inhabers Klaus

Wegenast entstand nach über zehn Jahren

durch kreatives und fortschrittliches Denken ein

vielversprechendes Produkt, das die vertikale

Begrünung in einem simplen und effektiven

System umsetzt. Durch konstante Forschung

konnte 2016 die erste greencityWALL realisiert

werden. Seitdem wird die greencityWALL stetig

weiterentwickelt und für jedes Anliegen eines

Kunden modifiziert, um optimale Lösungen anbieten

zu können.

Das Produkt greencityWALL

Die greencityWALL vereint alle Möglichkeiten

einer vertikalen Begrünung in nur einem Produkt.

Ob im Innen- oder Außenbereich, ob fas-

sadengebunden oder freistehend, ob komplett

begrünt oder mit weiteren Gestaltungs- und Verblendungselementen

– die greencityWALL hat

die Lösung für Sie parat. Verbessern Sie das

Raumklima und den Lärmpegel im Büro durch

mobile begrünte Sichtschutzeinheiten. Oder

nutzen Sie die greencityWALL als Heckenersatz,

der neben Sicht- auch Lärm- und Windschutz

bietet. Die greencityWALL bietet eine Vielfalt an

Möglichkeiten und kann darüber hinaus als Ausgleichsfläche

Ökopunkte generieren.

Dieses neuartige Produkt aus der GreenCity

Freiburg schafft mit nur einem System, eine freistehende

begrünte Wand in bis zu acht Meter

Höhe oder fassadengebunden in unbegrenzter

Höhe zu erstellen. Die Marke für die vertikale

Begrünung der Zukunft – greencityWALL.

flor-design Wand GmbH

In den Brechtern 3a

79111 Freiburg i. Br.

Tel. 07 61/7 03 15-0

info@greencity-wall.de

www.greencitywall.de

54 der gemeinderat 4/20


Parlament & Verwaltung

Internetbrowser

Gefahrlose Recherche

Die Stadt Dresden schützt ihre Internetzugänge mit einem virtueller Browser.

Er ermöglicht den Mitarbeitern die Onlinerecherche, ohne dass Schadcodes die

sensiblen Daten im Behördennetzwerk bedrohen können.

Browser sind das häufigste Einfallstor

für Cyberangriffe auf die Endpunkte

und Netzwerke von Behörden und

Unternehmen. Die Nutzung von Applikationen,

Collaboration-Tools, E-Mails und

Downloads über den Browser können zur

Einschleusung von Schadprogrammen

führen. Wenn sensible Daten verarbeitet

werden und gleichzeitig ungeschützt im

Netz gesurft wird, kann das fatale Folgen

haben. Allerdings erleichtern digitale Anwendungen

den Zugang zu Informationen

für Mitarbeiter erheblich. Die sächsische

Landeshauptstadt Dresden wollte sich dieser

Herausforderung stellen. Das Ziel war,

den Mitarbeitern den Zugang zum Internet

zu ermöglichen und gleichzeitig höchsten

Schutz zu bieten.

Schloss: Die Datenverarbeitung in kommunalen

Behörden und Einrichtungen erfordert

besonderen Schutz. Das betrifft vor allem

auch den PC-Arbeitsplatz der Mitarbeiter.

Das Problem: Gegen die neuesten Bedrohungen

wie Zero Day Exploits oder

Advanced Persistant Threats bieten die

herkömmlichen Schutzmechanismen von

Browsern und Betriebssystemen keinen

Schutz. Auch traditionelle Schadsoftware-

Erkennung und Antiviren-Software können

keine hinreichende Sicherheit bieten.

Auf der Suche nach einer Lösung wurde

Kay Hirschfeld, Teamleiter IT-Sicherheit

des Eigenbetriebs IT-Dienstleistungen

Dresden, auf den „R&S-Browser in the

Box“ des IT-Sicherheitsexperten Rohde &

Schwarz Cybersecurity (www.rohdeschwarz.com)

aufmerksam. Der voll virtualisierte

Browser bietet eine mehrstufige

Arbeitsplatzsicherheit. Statt eines separaten

PCs für den Webzugriff erzeugt das

IT-Sicherheit

System eine virtuelle Umgebung auf dem

Arbeitsplatz-PC. Betriebssystem und

Browser haben keinen direkten Zugriff auf

die Hardware, sondern lediglich auf die

virtuelle Umgebung, die wie eine zusätzliche

Schutzmauer agiert.

„Die mehrstufige Kapselung im Bereich

der Arbeitsplatzsicherheit ist hervorragend

geeignet, um die behördlichen und

gesetzlichen Sicherheitsanforderungen zu

erfüllen“, so Hirschfeld. Die Netzwerke

werden mit dem „Browser in the Box“ getrennt,

und der Aufbau einer unbekannten

und möglicherweise gefährlichen Internetverbindung

zum „Nachladen“ von Schadcode

wird verhindert.

Durch eine Isolation des Intranets kann

Schadcode selbst im Falle eines Angriffes

nicht ins interne Netz vordringen. Gleichzeitig

kann die Schadsoftware keine Verbindung

zum Internet herstellen, um die

eigentlichen Schädlinge herunterzuladen.

Die Stadt Dresden nutzt den Sicherheitsbrowser

als zentral gemanagte Lösung für

so genannte Fat-Clients – also vollwertig

ausgestattete und leistungsfähige Desktop-Computer.

Der Fat-Client nimmt dabei

Verbindung zum Management-Server auf,

und diesem wird daraufhin bei einer berechtigten

Anfrage der Zugang zum Internet

gewährt.

Red.

Foto: Dietrich/Adobe Stock

Foto: Gpointstudio/Adobe Stock

Wir sind die Richtigen

Der Arbeitsmarkt ist heute in vielen Branchen ein Bewerbermarkt. Die Kandidaten

können sich die beste Position aussuchen. In dieser Situation sollte

das Personalmanagement von Beginn an punkten mit einer werbenden und

wert schätzenden Kommunikation. Bummelei kommt gar nicht gut an.

Die Arbeitswelt befindet sich im

Wandel. Das betrifft Arbeitsweisen

oder -methoden wie auch die Bedingungen

auf dem Arbeitsmarkt. Die

Nachfrage ist aktuell in vielen Berufsgruppen

höher als das Angebot. Exemplarisch

seien hierfür Informatiker oder Ingenieure

im Hoch- oder Tiefbau genannt. Diese Situation

kennzeichnet auch den Arbeitsmarkt

von Führungskräften. Mit diesen

Veränderungen müssen Verwaltungen bei

der Personalauswahl umgehen.

Im Kern bedeutet das, dass sich Verwaltungen

auf die Bedürfnisse und Wünsche

von Kandidaten einstellen müssen. Sie

müssen den Kandidaten bezüglich der

Rahmenbedingungen mehr entgegenkommen,

als sie dies bislang gewohnt waren,

und zum Beispiel flexiblere Arbeitszeiten

oder das mobile Arbeiten (Homeoffice) anbieten.

Diese Rahmenbedingungen werden

von den meisten Kandidaten mittlerweile

vorausgesetzt. Daher kann eine

Kommune als Arbeitgeber sich hierdurch

im Bewerbungsprozess keinen Vorteil

JOB-TIPP

powered by zfm

Bewerbungsgespräch: Mit einer wertschätzenden Kommunikation kann der Arbeitgeber für sich

werben. Darauf kommt es an in einer Zeit, da Kandidaten viele andere Türen offenstehen.

mehr verschaffen. Die wohl größte Bedeutung

kommt der Kommunikation zu. Sie

sollte im Bewerbungsprozess zeitnah, werbend

und wertschätzend sein.

Ein entscheidender Faktor auf einem

knappen Arbeitsmarkt ist der Faktor Zeit.

So kann ein zu großer Zeitraum zwischen

abgegebener Bewerbung und erstem Kontakt

zum Kandidaten bereits dazu führen,

dass dieser in der Zwischenzeit eine andere

Anstellung gefunden hat.

Der Kontakt zum Kandidaten sollte von

Beginn an wertschätzend und werbend

sein. Das bezieht sich sowohl auf den telefonischen

als auch schriftlichen Erstkontakt

und umfasst zum Beispiel das Beantworten

von Rückfragen oder eine transparente

Information bezüglich des weiteren

Bewerbungsprozesses.

Diese Transparenz sollte auch für den

nächsten Auswahlschritt gelten, das Vorstellungsgespräch.

Hierzu gehört, dass

Kandidaten rechtzeitig über den Ablauf

und die Teilnehmer des Gesprächs informiert

werden. Zudem sollten sich Verwaltungen

flexibel bei der Terminfindung

zeigen und Kandidaten gegebenenfalls

hierbei entgegenkommen.

Auch während der Vorstellungsgespräche

kann der Arbeitgeber seine Aufmerksamkeit

demonstrieren und durch aktives

Zuhören für eine wertschätzende Atmosphäre

sorgen. Dazu zählt das Abschalten

mobiler Geräte für die Dauer des Gesprächs.

Abgerundet werden sollte die aufmerksame

Kommunikation idealerweise

durch individuelle Nachfragen an die Kandidaten

sowie das Anbieten der Beantwortung

von Fragen des Kandidaten an das

Auswahlgremium.

AUFMERKSAMKEIT KOMMT AN

Das Personalmanagement von Kommunalverwaltungen

steht in diesem Zusammenhang

vor mehreren Herausforderungen.

Die Auswahlgremien bestehen aus einer

großen Anzahl von Personen. Hierzu gehören

neben Repräsentanten des Personalund

jeweiligen Fachbereichs auch Vertreter

des Personalrates, die Gleichstellungsbeauftragte

und die Schwerbehindertenvertretung.

Bei der Personalauswahl von

Wahlbeamten sind zumeist viele Kommunalpolitiker

beteiligt. Auch und gerade in

einer solchen großen Runde ist es daher

wichtig, dass die Mitglieder des Auswahlgremiums

den Kandidaten mit einer werbenden

und wertschätzenden Kommunikation

begegnen. Die Bewerber könnten

sonst den Eindruck gewinnen, nicht vor

einem möglichen Arbeitgeber zu sitzen,

sondern vor einer Casting-Jury.

Hinzu kommt, dass die Kommunen

nicht in der Lage sind, finanziell attraktivere

Gehälter zu zahlen als Unternehmen

in der Privatwirtschaft. Um so wichtiger

ist es für Verwaltungen, eine zeitnahe,

werbende und wertschätzende Kommunikation

zu pflegen. Roland Matuszewski

DER AUTOR

TOP Stellenmarkt

Roland Matuszewski ist Projektleiter

Personalberatung beim Zentrum für

Management- und Personalberatung Edmund

Mastiaux & Partner in Bonn (matuszewski@

zfm-bonn.de)

56 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20

57


TOP Stellenmarkt für kommunale

Das Karriereportal für den öffentlichen Dienst

Fach- und Führungskräfte

In Kooperation mit

Gestalten Sie unsere Schullandschaft maßgeblich mit!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Stadtdienstleitung Schulverwaltung (m/w/d)

Sie managen die Finanzen und Beteiligungen unseres Kreises!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein

Kreiskämmerer (m/w/d)

Beraten Sie die Stadt Wuppertal mit Ihrer juristischen Expertise!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung der Rechtsabteilung und

stellv. Amtsleitung (m/w/d)

Mit Ihrer Fachexpertise ermöglichen Sie die gesamtstädtische

Entwicklung unserer Stadt!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung der Abteilung Stadtplanung (m/w/d)

Managen Sie unsere Finanzen umsichtig und verantwortungsvoll!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein

Kämmerer sowie Leiter des Fachbereiches

Finanzen (m/w/d)

Komplexe Projekte sind Ihre Leidenschaft?

Genau dafür brauchen wir Sie.

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Projektleitung Bildungsimmobilien (m/w/d)

Unsere Infrastruktur baut auf Sie! Legen Sie mit Ihrer fachlichen Expertise die Basis für morgen.

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt für eine Stadt mit über 40.000 Einwohnern am Niederrhein ein

Bauingenieur für den Betriebsbereich Tiefbau (m/w/d)

Gestaltung und Moderation – Finden Sie den Spagat zwischen

Großinfrastruktur und Mobilität!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung des Amtes für Verkehr und Straßenbau (m/w/d)

Als Finanzexperte setzen Sie bei uns die richtigen Impulse!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt für eine Stadt am Niederrhein ein

Kämmerer (m/w/d)

Technisches Know-how ist Ihre Stärke,

Gebäudemanagement Ihre Leidenschaft!

Gesucht wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine

Leitung der Abteilung Objektmanagement

und Instandhaltung (m/w/d)

Interessiert?

Bewerben Sie sich direkt bei der Beratungsgesellschaft zfm. Für einen ersten vertraulichen

Kontakt stehen Ihnen dort unter der Rufnummer 0228/265004 unsere Berater Julia

Schwick, Roland Matuszewski und Sebastian Stiewe gerne zur Verfügung.

Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter: www.treffpunkt-kommune.de/top-stellenmarkt

Human Kapital

als Erfolgsfaktor

Weitere Informationen

finden Sie unter:

www.zfm-bonn.de


TOP Stellenmarkt

TOP Stellenmarkt

JOB

INTERVIEW

Meister und Lehrling: Die Wasserwirtschaft rechnet für die kommenden Jahre im technischen Bereich mit dem größten Bedarf an Fachkräften. Die

Branche intensiviert daher ihre Ausbildungsaktivität und wirbt mit der Bedeutung von Wasser im Rahmen der Daseinsvorsorge.

Fotos: EG/LV, Baumers, Kzenon/Adobe Stock

werbe, die zum Beispiel auf der IFAT in

München ausgerichtet werden. Zusätzlich

bringt die DWA eine Reihe einschlägiger

Veröffentlichungen heraus. Letztlich ausschlaggebend

bleibt die Initiative eines

jeden Wasserwirtschaftsunternehmens vor

Ort, wenn es erfolgreich fachlichen Nachwuchs

oder erfahrene Kräfte anwerben

möchte.

Im Zuge der Digitalisierung verändern sich

Arbeitsabläufe und Leistungsanforderungen

in den Betrieben. Sind die öffentlichen

Unternehmen der Wasserversorgung und

Abwasserentsorgung darauf vorbereitet,

diesen Wandel zu gestalten?

Paetzel: Die Digitalisierung wird in den

nächsten Jahren weitergehen und neue

Lösungen bereitstellen, von der auch die

Wasserwirtschaft profitieren wird. Wichtig

ist, dass dies in den Unternehmen keine

Lippenbekenntnisse sind, sondern entsprechend

hohe Priorität bekommt. Damit

kein Versorger bei diesem Prozess zurückbleibt,

müssen wir uns innerhalb der Branche

intensiv austauschen und voneinander

lernen. Dazu können wir als DWA einen

wichtigen Beitrag leisten.

Wird die Digitalisierung Ihrer Ansicht nach

den Erhalt kleiner, dezentraler Betriebsgrößen

und Versorgungsgebiete eher unterstützen

oder die Schaffung größerer Einheiten

fördern?

Paetzel: Wie sich die Digitalisierung auf die

Struktur in der Wasserwirtschaft auswirkt,

ist aktuell wahrscheinlich nicht seriös vorherzusagen.

Wir haben viele leistungsstarke

kleinere Anbieter, die eine digitale

Transformation schultern können. Auf der

anderen Seite warne ich allerdings davor,

Kooperationen per se als etwas Schlechtes

und Bedrohliches zu diskutieren. Das führt

zu einer falschen Debatte. Aus nordrhein-westfälischer

Perspektive würde ich

sogar sagen, dass wir sehr zufrieden sind

mit der regionalen Organisationsform der

Wasserwirtschaft und eine flussgebietsweite

Bewirtschaftung aus einer Hand

sinnvoll ist. Interview: Jörg Benzing

ZUR PERSON

Prof. Dr. Uli

Paetzel, (Jg.

1971) ist Vorstandsvorsitzender

der Wasserwirtschaftsunternehmen

Emschergenossenschaft

und Lippeverband

sowie Präsident der Deutschen Vereinigung

für Wasserwirtschaft, Abwasser

und Abfall (DWA, www.dwa.de)

ONLINE

Die Langfassung des Interviews:

www.treffpunkt-kommune.de >

Themen > Parlament & Verwaltung

„Gute und sichere Arbeitsplätze“

Viele Wasserverbände haben ihre Ausbildungszahlen erhöht, um dem Fach -

kräftemangel entgegenzuwirken. Prof. Dr. Uli Paetzel, Präsident des Branchenverbands

DWA, benennt im Interview die Argumente für Berufe im Wassersektor

und sagt, was von der Digitalisierung zu erwarten ist.

Herr Prof. Paetzel, in welchen Bereichen der

Wasserwirtschaft herrscht der größte Bedarf

an Fachkräften?

Paetzel: Mir ist wichtig, dass wir, bei all den

Debatten im akademischen Bereich, das

nicht-akademische, technische Qualifikationsniveau

nicht vergessen. Hier werden

wir den quantitativ höchsten Bedarf haben.

Daher haben viele Wasserverbände

ihre Ausbildungszahlen kräftig erhöht und

bilden teils deutlich über den eigenen Bedarf

aus, um das Fachkräftereservoir insgesamt

zu stärken. Ein wichtiger Schritt!

Gibt es Aufgabenbereiche und Berufsbilder,

die an Bedeutung gewinnen werden?

Paetzel: Neben den klassischen Bereichen

der Abwassertechnik, des Wasserbaus und

der Siedlungswasserwirtschaft wird sich

die zunehmende Digitalisierung auch im

Fachkräftebedarf niederschlagen. Hier

müssen wir künftig einen weiteren Schwerpunkt

setzen und für Informatiker attraktive

Arbeitsbedingungen bieten.

Sie stehen der Emschergenossenschaft und

dem Lippeverband vor. Mit welchen Argumenten

werben Ihre Unternehmen um Auszubildende

und neue Mitarbeiter – knapp

gesagt: Was spricht für Wasser?

Paetzel: Ich glaube, für die Wasserbranche

spricht die hohe Sinnhaftigkeit unseres

Tuns. Wir leisten jeden Tag einen konkreten

Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt

und der natürlichen Ressourcen. Darüber

hinaus bieten wir unseren Beschäftigten

gute und sichere Arbeitsplätze und attraktive

Karriereperspektiven in einer echten

Hightech-Branche. Die Wasserwirtschaft

hat somit mehr zu bieten, als vielen vielleicht

bekannt ist. Dies gilt es künftig stärker

nach außen zu tragen.

Mit welchen Angeboten unterstützt die

DWA ihre Mitglieder im fachlichen Personalmanagement?

Paetzel: Die DWA ist Marktführer in der

Aus- und Weiterbildung von Fachkräften

auf allen Qualifikationsebenen. Sie bietet

hierzu zahlreiche Veranstaltungen in unterschiedlichen

Formaten an. Ein Anliegen

ist es ihr, die Berufe und Ausbildungen

attraktiver zu machen. Hierzu dienen auch

die von der DWA initiierten Berufswettbe-

60 der gemeinderat 4/20

TOP Stellenmarkt

für kommunale Fach- und Führungskräfte

Unser Angebot für Sie:

Veröffentlichung Ihrer Stellenanzeige

im Magazin „der gemeinderat“ sowie online

auf www.treffpunkt-kommune.de

1/4 Seite + Online: 490 Euro

1/2 Seite + Online: 690 Euro

1/1 Seite + Online: 990 Euro

Sprechen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne:

Michael Wilhelm Blaser

Leitung Sales Management

Telefon: 0791 95061-8337

michael.blaser@pro-vs.de

Kai-Christian Gaaz

Sales Manager

Telefon: 0791 95061-8322

kai-christian.gaaz@pro-vs.de


Produkte & Dienstleistungen

MARKT

Produkte & Dienstleistungen

KURZ GEMELDET

Miniradlader

Die belgischen Knikmops-Miniradlader

des Herstellers Gebr. Geens werden

über einen hydrostatischen Antrieb und

vier Radmotoren angetrieben. Dadurch

verlagere sich der Schwerpunkt der

Maschine weiter nach unten, was sich

positiv auf die Standsicherheit der

Maschine auswirke. Die Laderbaureihe

überzeuge durch massive Bauart und

einfache Bedienbarkeit. Als Handelspartner

der Hesse Maschinen- und

Gerätevertriebs GmbH vertreiben NB

Baumaschinen und „Brimm² Service“

die Miniradlader in Südostbayern und

im Raum Hamburg.

www.hessemaschinen.de

Minibagger

Der vollelektrische, akkubetriebene

Minibagger EZ17e von Wacker Neuson

wurde ausgezeichnet für seine Effizienz,

eine optimale Integration des elektrischen

Antriebs sowie für seine Leistung,

die der des dieselbetriebenen Modells

entspricht. Die Jury des „SaMoTer

Innovation Awards 2020“ in Verona

verlieh ihm den Innovation Award in der

Kategorie hydraulische Minibagger. Der

Bagger kann dank eines intelligenten

Lademanagements batteriebetrieben

eingesetzt oder am Netz angeschlossen

betrieben und währenddessen sogar

geladen werden. Er eignet sich für Umgebungen,

in denen Abgase und Lärm

vermieden werden sollen. Der Minibagger

ist ein Zero-Tail-Bagger ohne Hecküberstand.

– www.wackerneuson.de

E-Autos einfach an der Laterne aufladen: Im niedersächsischen Langenhagen ist das möglich.

E-Ladeinfrastruktur

Strom aus der Laterne

Die Stadt Langenhagen und der

Energiedienstleister Enercity haben

mit der „Lade-Laterne“ ein Projekt für

Menschen umgesetzt, die ihr E-Auto

nicht zu Hause laden können.

Das Besondere an den Ladestationen

ist die innovative Technik: Die Ladeboxen

werden an bestehende

Straßenlaternen montiert und der vorhandene

Zugang zum Niederspannungsnetz

wird für die Ladefunktion genutzt – somit

wird auf bestehende Infrastruktur aufgebaut,

was Aufwand und Kosten mindert.

Bau und Anschluss einer herkömmlichen

Ladesäule mit zwei Ladepunkten

kosten rund 10.000 Euro, also rund 5.000

Euro pro Ladepunkt. Die Nachrüstung einer

Straßenlaterne mit einem Ladepunkt

hingegen kostet mit rund 2.500 Euro nur

die Hälfte. Die kompakte Ladebox an der

Laterne spart außerdem Platz im öffentlichen

Raum: So lassen sich viele Ladepunkte

auf wenig Fläche installieren.

Die Ladeleistung liegt bei maximal 4,6

Kilowatt und damit unter der Ladeleistung

der meisten herkömmlichen Ladesäulen

(üblicherweise 22 Kilowatt). Die Ladeplätze

sind daher insbesondere für Anwohner

interessant, die ihr E-Auto etwa

über Nacht laden möchten. Insgesamt fünf

Ladepunkte, die Enercity betreibt, stellt

Langenhagen E-Autofahrern zur Verfügung.

Kunden können Ladevorgänge bargeldlos

über das europaweit verbreitete

Bezahlsystem Plugsurfing abrechnen.

Künftig wird in Langenhagen außerdem

das Konzept des Ladesäulen-Sharings erprobt:

Dabei sollen sich mehrere Anwohner

eine Ladesäule teilen, an der sie ihr

E-Fahrzeug zu einem günstigen Tarif laden

können.

www.enercity.de

Foto: Enercity

Foto: M-Net

Gewerbemeldungen

Digitaler Zugang

Das Onlinezugangsgesetz (OZG) fordert

die Umsetzung digitaler Meldeprozesse bis

2022. Gewerbean-, Um- und Abmeldungen

zählen zu den priorisierten Leistungen des

OZG-Leistungskataloges. Aufgrund der

bundeseinheitlichen Regelungen kann die

Masse der Standardfälle online abgewickelt

werden. Die notwendigen Angaben

können Gewerbetreibende via GEVE 4-Online

von EDV Ermtraud auf der Webseite

der zuständigen Kommune tätigen. Die

Sachbearbeiter können die Meldungen

sichten, Rückmeldung geben und auf

Knopfdruck freigeben.

www.edv-ermtraud.de

Glasfaserausbau

In Weißenbach

Der Glasfaseranbieter M-Net hat den Ortsteil

Weißenbach in der Gemeinde Neunkirchen

am Sand (Bayern) ans Netz genommen.

Die Gemeinde profitiert nun von

schnellem Internet mit Bandbreiten bis zu

300 Mbit/s. Der Ausbau wurde mit Mitteln

im Rahmen des bayerischen Förderprogramms

unterstützt. Das neue Netz führt

mit Glasfaserleitungen direkt bis in die

Häuser oder in die Wohnungen und ist

dadurch besonders schnell und sicher.

www.m-net.de

Die Glasfaser ist da: Bürgermeisterin Martina

Baumann (links) mit M-Net-Regionalmanagerin

Melanie Hundt (rechts).

Foto: Rehau

Schacht „Rausikko C3 Typ X“: Neue Komponente

der Rehau-Systemlösung zur Bewirtschaftung

von Regenwasser.

Regenwassermanagement

Smarte Lösungen

Der nachhaltige Umgang mit Regenwasser

ist eine Herausforderung. Das flexible

Komplettsystem „Rausikko Solution“ von

Rehau eignet sich dank des modularen

Systembausatzes und einer überarbeiteten,

intuitiven Bemessungssoftware für

alle Bereiche des Regenwassermanagements,

indem es die Sammlung, Reinigung

und Versickerung von Regenwasser leistet.

Zentrales Element der Gesamtlösung ist

die „Rausikko Box“, ein unterirdischer,

hochbelastbarer Zwischenspeicher von

Regenwasser mit integriertem Reinigungskanal.

Der neue Systemschacht „Rausikko

C3 Typ X“ ergänzt das Komplettsystem

und ermöglicht eine Inspektion und Reinigung

des Systems.

Im Bereich Drosseltechnik bietet Rehau

einen Drosselschacht mit integrierter

Rückstauklappe. So kann Regenwasser

kontrolliert abgeleitet und das Abwassersystem

entlastet werden, gleichzeitig wird

ein Rückfluss in den Speicher bei einer

Überlastung des Kanals sicher verhindert.

Dass Regenwassermanagement auch

smart sein kann, beweist die „Rausikko

smartRigole“. Sie informiert dank integrierter

Echtzeit-Sensorik über ihren Betriebszustand

und ermöglicht das mobile

Abrufen von Einstauvolumen oder Niederschlag

mittels App auf dem Smartphone

oder Tablet. Sollte eine Abweichung vom

Regelbetrieb erkannt werden, warnt sie

selbstständig und alarmiert bei Gefahr

einen vorher festgelegten Verteilerkreis per

E-Mail, SMS oder Voicecall.

www.rehau.com

Foto: Siemens

Energiedatenanalyse

Monitoringsoftware

für Gebäude

Siemens Smart Infrastructure hat eine Lösung

für das Energiemanagement entwickelt,

mit der sich Energiedaten im Gebäude

ohne zusätzlichen Platz- und Verdrahtungsaufwand

durchgängig bis zum

Endstromkreis erfassen lassen. Alle elektrischen

Werte von der Stromeinspeisung

bis zur Steckdose können nahtlos in Gebäudemanagementsysteme

eingebunden

und über Cloud-Applikationen analysiert

werden.

Die elektrische Infrastruktur wird damit

integraler Bestandteil intelligenter und

über das Internet der Dinge vernetzter Gebäude.

Betreiber und Nutzer erhalten

Transparenz über ihre Energieflüsse und

profitieren von einer durchgängigen Digitalisierungslandschaft.

Mit dem Update der Energiemonitoringsoftware

„Sentron powermanager“ verbindet

Siemens Gebäude- und Energiemanagement

auf einer Plattform. Die Version

4.x lässt sich stand-alone nutzen sowie in

das Gebäudemanagementsystem „Desigo

CC“ einbinden. Alle Anlagen zur Energieverteilung

und Gebäudeautomatisierung

können so in einem System verwaltet werden.

„Sentron powermanager“ ermöglicht

die Auswertung elektrischer Kenngrößen,

etwa Energie, Leistung und Netzqualität.

www.siemens.de/smart-infrastructure

Monitoringsoftware „Sentron powermanager“:

Mit dem Update verbindet Siemens Gebäudeund

Energiemanagement.

62 der gemeinderat 4/20

der gemeinderat 4/20

63


Anbieter

BREITBANDAUSBAU

Glasfasernetze

Eppinger Verlag OHG

Frau Fantz

BUCHVERLAGE

Fachbücher

62

LANGER s. Public-Design/

Außenmöblierung

Anzeigenauftrag für alle Ausgaben

bis einschließlich Februar 2010

zum Preis von 65,--..

Motiv bitte ab sofort einsetzen.

Bitte Auftragsbestätigung.

EINRICHTUNG

Hallenboden-Schutzbeläge

Tel. 09232 - 991546

GARTENBAU

Baumschulen

Hallenboden-Schutzbeläge

Eisstadienbeläge

Sportbeläge

Absprungbalken

www.schutzbelag.de

Für Rückfragen:

Markus Morgenroth

Tel. 09232-991546

Fax 09232-991523

88499 Riedlingen

Tel. (07371) 9318-0

markus@morgenroth.eu

Fax (07371) 9318-10

84094 Elsendorf

Tel. (08753) 1516

Fax (08753) 776

www.karl-schlegel.de

Baumschutzgitter

INFORMATIONSTECHNIK

Kommunale Software

Musterfirma

Musterstraße 55

00000 Musterstadt

Tel. 0000/0000-00

Fax 0000/0000-01

www.musterfirma.de

info(at)musterfirma.de

Tel. 02635 9224-90

INGENIEUR-DIENSTLEISTUNGEN

Tiefbauplanung

Gewerbebau

Kommunalbau

Aufstockungen

Wilhelm Nusser GmbH Systembau

Telefon +49 (0)7195/693-0

ANBIETER

Planungskompetenz seit 1968+++>250 Mitarbeiter+++8 Standorte+++ISO/SCC-zertifiziert

LINDSCHULTE

Ingenieure + Architekten

www.lindschulte.de

Unsere Kompetenz für Ihre kommunalen Pflichtaufgaben

KOMMUNALBAU

Systembau

KOMMUNALTECHNIK

Winterdienstgeräte

und -technik

www.buchermunicipal.com/winter

Hocheffiziente

Winterdienst-Technik

Der Schneepflug Gmeiner Ramox

mit Streuautomat Gmeiner Yeti

Präzise und

komfortabel

www.rauch.de

Grünflächenpflege mit System

Für den Profieinsatz

Schneepflügeund

-fräsen,

Mäh- und Absaugtechnik Streugeräte,

Vertikutieren, Mähen, Kehrmaschinen

Absaugen

– leistungsstark

– verschiedene Größen und Typen

Infos anfordern!

Infrastruktur und Umwelt

Brückenbau Ingenieurbau

Hochbau Industriebau

Energy Services

Technische Ausrüstung

Infos anfordern!

STOLL GmbH

STOLL GmbH

Maschinenbau

Maschinenbau

Raiffeisenstr. 29

Raiffeisenstr. 74592 Kirchberg 29

74592 Tel. 07954 Kirchberg 9880-0

Tel. Fax 07954/9880-0

9880-30

Tel.

info@stoll-landschaftspflege.de

07954/9880-30

stoll-landschaftspflege.de

der gemeinderat 2/17

Produkte & Dienstleistungen

AUSSENANLAGEN

Bodengitter

BREITBANDAUSBAU

Glasfasernetze

GARTENBAU

Baumschulen

Top-

Anbieter

ANBIETER

Außenmöblierung

Wartehallen

Produkte & Dienstleistungen

SPORT UND SPIEL

Spielplatzgeräte

®

Belastbare Flächen

ohne Versiegelung!

» Parklätze

» Feuerwehrflächen

» Wege

» Bankette uvm.

BELEUCHTUNG

ecoraster.de

Prüfung und Messung von

Masten

Wir prüfen für Ihre Sicherheit!

Standsicherheitsprüfungen

an Beleuchtungsmasten aller Art

Nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert

und DIN ISO 9001:2015 TÜV-zertifiziert

REI – LUX Prüf-, Mess-,

Verfahrenstechnik GmbH & Co. KG

Bernhard-Hahn-Straße 30a, 41812 Erkelenz

www.rei-lux.de, Tel. 02431 8051-85, Fax -89

ENERGIEVERSORGUNG

Solarenergie

SOLARPARK AUF IHRER FLÄCHE

Wir bieten attraktive Pachteinnahmen

für zusammenhängende

Acker- & Wiesenflächen von

mindestens sieben Hektar.

Ihr Kontakt zu uns:

Thomas Bozyk, 06732/9657-9035,

energieprojekte@juwi.de

juwi AG

www.juwi.de

88499 Riedlingen

Tel. (07371) 9318-0

Fax (07371) 9318-10

84094 Elsendorf

Tel. (08753) 1516

Fax (08753) 776

www.karl-schlegel.de

KOMMUNALTECHNIK

Kanalgeräte und

Schachtregulierungen

Obere Mühle 11 • 74906 Bad Rappenau

Tel. 07066 9920-0

Internet: www.beck-tec.de

KLEINES BUDGET – GROSSE WIRKUNG

Sichern Sie sich Ihren Auftritt im Print-Anbieterverzeichnis und Sie erhalten

Ihren Online-Eintrag für nur 50 Euro im Monat zusätzlich!

PREMIUM-EINTRAG PRINT

Format: 1-spaltig (43 mm)

Preis: 5 Euro/mm/Ausgabe

Laufzeit: 1 Jahr (10 Ausgaben)

n u s s e r. d e

Top-

Anbieter

WINTERDIENST

Musterfirma

Musterstraße 55

00000 Musterstadt

Tel. 0000/0000-00

Fax 0000/0000-01

www.musterfirma.de

info(at)musterfirma.de

&

PREMIUM-EINTRAG ONLINE

Kehrfahrzeuge

Winterdienstgeräte und -technik

DAMIT SIE

DER WINTER

NICHT AUFS GLATTEIS FÜHRT.

Format: Text, Logo, Kontaktdaten

Preis (im Paket mit Print): nur 50 Euro/Monat

Laufzeit: 1 Jahr

Musterfirma

Reni nihitia sperum ne cor autatia veleseq

uidus. Agnatis ea conseque que nit eium fuga.

Icillam idi volorum faccab ipiet volorem quaectibusda

voluptati arumqua ecabo. Haritem quistiati nus dolor

aspis parunt, imus nobis plautatus expliquam qui at. Ci dolupta ni

cusdant dolorem sit in perem faccupit fugiant es volent.

Musterfirma · Musterstraße 55 · 00000 Musterstadt ·

Tel. 0000/0000-00 · Fax 0000/0000-01

www.musterfirma.de · info(at)musterfirma.de

IHR ONLINE-EINTRAG AUF

TREFFPUNKT-KOMMUNE.DE

www.rauch.de

ÖFFENTLICHER RAUM

Vogelabwehr/-schutz

www.vogelabwehr.de

Nachhaltige Vogelabwehr

Bundesweit tätig

Tel. 0800 866 4000

PERSONAL

Zeitwirtschaft,

Zutrittsberechtigung

AIDA ORGA GMBH

Gültlinger Straße 3/1

75391 Gechingen

Telefon 07056 9295-0

Fax 07056 9295-29

www.aida-orga.de

info@aida-orga.de

AIDA bietet

umfangreiches Know-how

aus über

45 Jahren Erfahrung

und über

9.000 Kunden.

PUBLIC DESIGN

Absperrpoller/-pfosten

www.knoedler.de

Fahnenmasten

Hugo

Knödler GmbH

Weinstadt

Heinkelstrasse 44

71384 Weinstadt

Tel. 07151 / 99 51 60

Fax. 07151/ 99 51 66

www.fahnenmast.com

www.knoedler.de

Fahnenmasten, Absperrpfosten,

Fahrradständer, Alu-Leitern,

Reparatur von Fahnenmasten

Fahrradständer

Fahrradständer

Stadtmobiliar

Überdachungen

Johannes Teeken GmbH

Postfach 1307 • 29447 Dannenberg

T 05861 8440 • www.teeken.de

www.knoedler.de

Gewerbliche Leitsysteme

RAUMSYSTEME

Container

Mobile Räume mieten.

Flexible Raumlösungen

für jede Branche.

www.container.de

SOFTWARE

Kommunale Softwarelösungen

Spielplatzgeräte

der besonderen Art

SPOGG Sport-Güter GmbH

Schulstraße 27 · D-35614 Asslar-Berghausen

Tel. 06 44 3/81 12 62 · Fax 0 64 43/81 12 69

www.hally-gally-spielplatzgeraete.de

TELEKOMMUNIKATION

Customer Relationship

Management (CRM)

Anwenderfreundliches

CRM mit allem, was Sie

für Ihr Kabelnetz

brauchen.

www.crm-now.de/kabelnetz

VERKEHRSWESEN

Beratung und Gutachten

BERNARD

GRUPPE

Unsere Fachbereiche im

Verkehr sind:

n Verkehrsplanung

n Verkehrstechnik

n Verkehrsanlagen

n Immissionsschutz

www.bernard-gruppe.com

brenner BERNARD ingenieure GmbH

Josef-Felder-Straße 53, 81241 München

T +49-89-2000149-0, info@brenner-bernard.com

Ingenieure mit Verantwortung

MEHR REICHWEITE – NACHHALTIGE PRÄSENZ – DIREKTE KUNDENANSPRACHE

64

der gemeinderat 4/20

INTERESSE? Dann wenden Sie sich gerne an: Kai-Christian Gaaz, Telefon: 0791/9506 183-22, E-Mail: kai-christian.gaaz@pro-vs.de

der gemeinderat 4/20

65


Vorschau der gemeinderat 5/20

VORSCHAU

Anzeige

Advertorial

Die nächste

Ausgabe

erscheint ab

25. Mai

Verwaltung bleibt im Ausnahmezustand aktiv

Die Corona-Pandemie fordert die Rathäuser und Ämter in ungekannter Weise. Wie die

kommunale Familie ihren veränderten Arbeitsalltag meistert und was die Kommunen

voneinander lernen können, schildern wir in der Mai-Ausgabe. Ein Thema unter anderen:

Bürgernähe wahren ohne direkten Kontakt.

Personalmanagement:

Was jetzt zählt

Der öffentliche Dienst gehört nach wie vor

zu den krisenfesten Branchen, auch wenn

hier ebenfalls Kurzarbeit Thema ist. Die

Corona-Krise wird für die Kommunen zum

Prüfstein. Wir zeigen auf, welche Kompetenzen

Führungskräfte und Teams brauchen

und welche Rolle Recruiting-IT spielt.

Foto: Fotobieshutterb/Adobe Stock

Neues Licht in der Stadt

Clevere Beleuchtungslösungen schonen

nachhaltig den Kommunalhaushalt. Innovative

LED-Systemanlagen bieten zudem

die Möglichkeit, innerhalb von Smart-

City-Projekten wichtige Zusatzfunktionen

zu übernehmen, zum Beispiel in der Erfassung

von Umweltdaten. Wir berichten

aus der Praxis der Außen- und Innenbeleuchtung

und stellen neue Produkte vor.

Foto: Pixel-Shot/Adobe Stock

Foto: Jo Panuwat D/Adobe Stock

IMPRESSUM

der gemeinderat

Das unabhängige Magazin für

die kommunale Praxis

Herausgeber

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG

Geschäftsführer Marcus Baumann,

Tilmann Distelbarth

Leitung Produkt- und Projektmanagement

Beate Semmler

Chefredakteur Wolfram Markus

Redaktion Jörg Benzing

Leitung Sales Management

Michael Wilhelm Blaser

Sales Management Kai-Christian Gaaz

Vertrieb Natalie Toth

(natalie.toth@pro-vs.de)

Layout und Grafik

Heilbronner Stimme Medienproduktion

Erscheinungsweise monatlich

Bezugsbedingungen

Der Einzelpreis beträgt 8,50 Euro

zzgl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Jah res abonnement: 95,50 Euro

inkl. 7 % MwSt., Porto und Verpackung

Es gelten die Mediadaten Nr. 43

vom 1. Januar 2020

Verlags- und Redaktions an schrift

pVS - pro Verlag und Service

GmbH & Co. KG

Stauffenbergstraße 18

74523 Schwäbisch Hall

Tel. 0791 95061-8300

info@pro-vs.de

Konto

Sparkasse Schwäbisch Hall–Crailsheim,

IBAN DE91 6225 0030 0005 2553 00

Druck und Herstellung

Möller Druck und Verlag GmbH

Zeppelinstraße 6, 16356 Ahrensfelde

Tel. 030 41909-0, Fax 030 41909-299

Nachdruck und Vervielfältigung –

auch auszugsweise – nur mit

Genehmigung des Verlages.

Gedruckt auf umweltfreundlichem

UltraMag Plus Silk-Recyclingpapier

aus 100% Altpapier, zertifiziert mit den

Umweltsiegeln „Der Blaue Engel“, „EU-

Ecolabel“ sowie FSC- und PEFC-Siegel.

ISSN 0723-8274

Fotos: Fachvereinigung Extruderschaum e.V

Dass Flachdächer sogar zum Regenrückhalt genutzt werden können, liegt an modernen Baustoffen und neuen Technologien wie dem Umkehrdach.

Mit Gründächern das Klima in der Stadt verbessern

Jedes Jahr wird in Deutschland eine Fläche in der Größe von 100 Fußballfeldern betoniert,

asphaltiert oder zugebaut. Aufheizungen und Überschwemmungen sind die Folge, weil besonders

in Großstädten zu wenig Grünflächen vorhanden sind. Dadurch rücken ungenutzte Dachflächen

stärker in den Fokus. Als Gründach umgebaut, können sie das Mikroklima erheblich verbessern.

Über 90 Prozent der deutschen Kommunen mit

über 100.000 Einwohnern haben Gründächer in

ihre Satzung aufgenommen, sei es durch Bauvorschriften,

Förderprogramme, Gründachstrategien

oder Gründachkataster. Das Interesse

kommt nicht von ungefähr: Laut Deutschem

Dachgärtner Verband werden je nach Bauart

des Gründachs 50 bis 90 Prozent des Regenwassers

zurückgehalten und auf diese Weise die

Kanalisation entlastet. Größtenteils verdunstet

das Wasser und gelangt so zurück in seinen natürlichen

Kreislauf; der Rest fließt zeitverzögert

ab. Die Pflanzen des Gründachs binden darüber

hinaus pro Quadratmeter Grünfläche bis zu

0,2 Kilogramm Staub und Schadstoffpartikel

und werden zur grünen Lunge auf dem Dach.

Bei Nutzung spezieller Pflanzenfamilien

beträgt dieser Verdunstungseffekt bei einem

Sonninquartier: Die Dachflächen im Innenhof

sind nach dem Umkehrdach-Prinzip gedämmt.

Foto: JACKON Insulation GmbH und Gregor

100 Quadratmeter großen, extensiv bepflanzten

Gründach 700 bis 1.000 Liter Wasser pro

Tag. Zum Vergleich: Ein ausgewachsener Stadtbaum

verdunstet ungefähr die Hälfte dieser

Wassermenge.

Neue Technologie – das Umkehrdach

Bei Flachdächern machen sich viele Hausbesitzer

Sorgen um Undichtigkeiten und Feuchtigkeitsschäden.

Gründe sind meist nicht ausreichende

bzw. in die Jahre gekommene Dachabdichtungen.

Zudem entspricht die Wärmedämmung

älterer Gebäude nicht mehr heutigen

energetischen Standards.

Dass Flachdächer heutzutage sogar zum Regenrückhalt

genutzt werden können, liegt an

den enorm verbesserten Baustoffen und neuen

Technologien wie dem Umkehrdach. Nach dem

Prinzip „Erst abdichten, dann dämmen“ wird ein

hochwertiger, wasserresistenter Spezialdämmstoff

– Extruderschaum (XPS) – genutzt, der die

Abdichtung schützt und kostspielige Energieverluste

über das Obergeschoss vermeidet.

Wichtig dabei: Nicht jedes Material ist für

diesen Zweck geeignet und hält den speziellen

Belastungen wie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen

stand. Daher dürfen für Umkehrdächer

nur geeignete Dämmstoffe wie zum

Beispiel XPS verwendet werden. Diese werden

zu einer geschlossenen Fläche verlegt und mit

einem Vlies als Rieselschutz abgedeckt. Darauf

folgen Kies, Granulat für eine Begrünung

oder auch Terrassenplatten. Sind die statischen

Voraussetzungen gegeben, kann die Dachfläche

auch als Garten genutzt werden. Anwender,

Planer und Bauherren finden unter www.xpsspezialdaemmstoff.de

mehr Informationen.

Verbesserte Energieeffizienz

Das Prinzip des Umkehrdachs ist gleichermaßen

für den Neubau wie für die Sanierung geeignet.

Ein begrüntes Dach senkt die Temperaturschwankungen

für eine Dachabdichtung um

ca. 30 Kelvin ab, so dass sie sich nur wenig

ausdehnt und zusammenzieht und Schädigungen

verringert werden.

Und selbst wenn die Flachdach-Abdichtung

nicht defekt ist – nach Angaben des Verbraucherportals

Ratgeberzentrale.de kann sich eine

Modernisierung schon deshalb lohnen, um

durch die Erhöhung des Dämmstandards bei

vergleichsweise geringen Investitionskosten die

laufenden Heizkosten zu senken. Nach Prüfung

und ggf. Ausbesserung der Abdichtung werden

dann wie bei einem normalen Umkehrdach

Dämmplatten verlegt, abgedeckt und beispielsweise

durch eine Kiesschicht beschwert.

Fachvereinigung Extruderschaum e.V. (FPX)

Friedrichstraße 95

10117 Berlin (Mitte)

Tel. 0 30 / 52 68 72 09

http://xps-spezialdaemmstoff.de

66 der gemeinderat 4/20


ALLES IM

GRÜNEN

BEREICH.

WUSSTEN SIE SCHON? RENAULT TRUCKS PRODUZIERT AB 2020

VOLLELEKTRISCHE FAHRZEUGE BIS 26 T IN SERIE!

Bereits seit 2010 produzieren wir rein elektrisch angetriebene Lkw und bieten

damit emissionsfreie Mobilitätslösungen für den städtischen Lieferverkehr.

Die zweite Generation der vollelektrischen Fahrzeuge von Renault Trucks

geht ab sofort in die Serienproduktion und wurde im Februar 2020 mit dem

Award „Umwelt – Hersteller“ der VerkehrsRundschau ausgezeichnet.

Mehr Informationen zum Thema Elektromobilität erfahren Sie unter:

renault-trucks.de/elektro-lkw

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine