Auktion 58 9. - Zisska+Schauer

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Auktion 58 9. - Zisska+Schauer

ZISSKA & SCHAUER

BUCH- UND KUNSTAUKTIONSHAUS

Auktion 58

9. - 11. November 2011


ZISSKA & SCHAUER

BUCH- UND KUNSTAUKTIONSHAUS

Besichtigung:

Mittwoch, 2. November - Freitag, 4. November

und Montag, 7. November

jeweils von 9.00 - 13.00 Uhr und 14.00 - 18.00 Uhr

Samstag, 5., und Sonntag 6. November:

jeweils 10.00 - 14.00 Uhr

Ausnahmslos für ausländische Kunden:

Dienstag, 8. November: 9.00 - 13.00 Uhr und 14.00 - 18.00 Uhr

Auktion 58

Freiwillige Versteigerung

9. - 11. November 2011

Versteigerung:

Mittwoch, 9. November 11.00 Uhr Nr. 1 – 871

Donnerstag, 10. November 09.30 Uhr Nr. 872 – 1626

15.30 Uhr Nr. 1627 – 2241

Freitag, 11. November 09.00 Uhr Nr. 2242 – 2965

und Nr. 3000 – 3199


Katalog 58

Katalogpreis: 25 €

Wir bitten um Überweisung des Betrages an

Zisska, Schauer & Co. KG

Bankhaus Max Flessa KG, München,

Konto-Nr. 770 444 (BLZ 700 30111)

IBAN: DE72 7933 0111 0000 7704 44

BIC: FLESDEMM

Für Aufträge, die später als einen Tag vor oder erst

während der Versteigerung eingehen, übernehmen

wir keine Haftung.

Gebote, die unter der Hälfte des Schätzpreises

liegen, können nicht berücksichtigt werden.

Payments for auction goods can be made

in cash or wire-transfer.

We accept Visa or Diners Club International

credit cards for catalogue payment only.

The prices stated in the catalogue

are estimates (not reserves).

We do not accept bids of less than

50 per cent of the estimate.

Please visit www.zisska.de for full

bidder information.

Umschlag Titelseite: Tafel 3, 30 Hitopadesha, Indische Handschrift, um 1790

Umschlag Rückseite: Tafel 6, 53 Hanselmann, Stammbuch, 1787-94

ZISSKA & SCHAUER

B U C H - U N D K U N S T A U K T I O N S H A U S

Zisska, Schauer & Co. KG

Unterer Anger 15 · 80331 München

Telefon 089/263855 · Fax 089/269088

auctions@zisska.de · www.zisska.de

Katalogbearbeitung:

Jürgen Kaufmann, Frank Purrmann, Hilmar Schmuck,

Patricia Schulze, Sabine Zachmann

Sekretariat: Ursula Hahn, Ursula Roitzsch

Versandabteilung: Klaus Bayer


Inhalt

Handschriften

Bücher

Graphik

Handschriften................................................................. 1 – 50

Urkunden und Autographen .............................................. 51 – 111

Inkunabeln..................................................................... 112 – 155

Alte Drucke und alte Theologie .......................................... 156 – 359

Waldauf-Bibliothek ......................................................... 360 – 474

Kloster Michaelbeuern ..................................................... 475 – 685

Einzelblätter ................................................................... 686 – 705

Naturwissenschaften........................................................ 706 – 1065

– Varia ....................................................................... 706 – 760

– Alchemie – Chemie..................................................... 761 – 774

– Astrologie – Astronomie.............................................. 775 – 792

– Botanik.................................................................... 793 – 860

– Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau ............................ 861 – 871

– Mathematik – Physik .................................................. 872 – 920

– Medizin ................................................................... 921 – 1017

– Zoologie...................................................................1018 – 1065

Technik und Handwerk .....................................................1066 – 1140

Bibliographie ................................................................. 1141 – 1257

Kunstgeschichte..............................................................1258 – 1322

Literatur und illustrierte Bücher.........................................1323 – 1988

– Barock- und Emblembücher .........................................1323 – 1433

– Literatur bis 1900.......................................................1434 – 1585

– Kinderbücher – Pädagogik ...........................................1586 – 1626

– Philosophie – Nationalökonomie – Politik .......................1627 – 1738

– Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts ........................1739 – 1863

– Sammlung Brändel .....................................................1864 – 1988

Kulturgeschichte .............................................................1989 – 2241

– Varia .......................................................................1889 – 2032

– Gastronomie.............................................................2033 – 2044

– Jagd und Fischfang – Pferdebücher................................2045 – 2060

– Judaica ....................................................................2061 – 2082

– Kostüme – Mode – Uniformen .....................................2083 – 2101

– Linguistik – Lexika......................................................2102 – 2128

– Militaria ..................................................................2129 – 2147

– Musik – Tanz – Theater – Film.......................................2148 – 2172

– Numismatik..............................................................2173 – 2179

– Okkultismus – Freimaurerei ..........................................2180 – 2212

– Recht ......................................................................2213 – 2235

– Sport – Spiele............................................................2236 – 2241

Atlanten ........................................................................2242 – 2274

Geographie – Geschichte ..................................................2275 – 2582

Bibliotheca orientis..........................................................2583 – 2812

Deutschland ..................................................................2813 – 2965

Deutschland ...................................................................3000 – 3026

Ausland ........................................................................3027 – 3114

– Welt- und Spezialkarten ..............................................3027 – 3033

– Übersee....................................................................3034 – 3060

– Europa.....................................................................3061 – 3114

Souvenir-Rosen...............................................................3115 – 3138

Japanische Farbholzschnitte ..............................................3139 – 3150

Dekorative Graphik ..........................................................3151 – 3199


Versteigerungsbedingungen

1. Das Auktionshaus handelt als Kommissionär im eigenen

Namen und für Rechnung seiner Auftraggeber (Kommittenten),

die unbenannt bleiben. Zugrunde liegen die Aufträge

der Einlieferer. Die Auftragsverhältnisse ergeben

sich durch Angabe einer Kennzahl (Einlieferer-Nummer),

die in Klammern der Katalogaufnahme jeweils angefügt

ist. Eigenware ist gesondert gekennzeichnet (1). Die Versteigerung

ist freiwillig.

2. Die angegebenen Preise sind Schätzpreise, keine Limite.

3. Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des

Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge

anzubieten und zurückzuziehen. Er ist berechtigt,

Gebote zurückzuweisen, wenn nicht vor der Versteigerung

geeignete Sicherheiten geleistet oder Referenzen angegeben

wurden.

4. Sämtliche zur Versteigerung gelangenden Gegenstände

können vor der Versteigerung besichtigt und geprüft werden.

Die Sachen sind gebraucht und haben einen ihrem

Alter, ihrem Gebrauch und ihrer Provenienz entsprechenden

Erhaltungszustand; dieser wird im Katalog nicht

durchgängig erwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind

keine Garantien im Rechtssinne. Der Versteigerer übernimmt

keine Haftung für Mängel, soweit er die ihm obliegenden

Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Er verpflichtet sich

jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen

innerhalb der Verjährungsfrist von zwölf Monaten

seine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Einlieferer

gerichtlich geltend zu machen. Der Erwerber soll Beanstandungen

unverzüglich, spätestens aber innerhalb von

drei Wochen nach der Auktion, dem Versteigerer anzeigen.

Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers

erstattet der Versteigerer dem Erwerber den gezahlten

Kaufpreis (einschließlich Aufgeld) zurück; ein da rüber

hinausgehender Anspruch ist ausgeschlossen. Einzelstücke

aus Konvoluten, größere Zeitschriften reihen, Serienwerke,

mehrbändige Gesamtausgaben und Objekte, die den Vermerk

„nicht kollationiert“ oder „ohne Rückgabe recht“ tragen,

sind vom Reklamationsrecht ausgeschlossen.

5. Der Ausruf erfolgt in Euro und beginnt in der Regel mit

der Hälfte des Schätzpreises. Gesteigert wird jeweils um ca.

5–10%. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an

den Höchstbietenden. Der Versteigerer kann den Zuschlag

verweigern oder unter Vorbehalt erteilen. Wenn mehrere

Personen das gleiche Gebot abgeben und nach dreimaligem

Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los.

Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die

Sachen erneut anbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig

abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist oder

wenn der Höchstbietende sein Gebot nicht gelten lassen

will oder sonst Zweifel für den Zuschlag bestehen.

6. Kommissionäre haften für ihre Auftraggeber. Telefoni-

sche und Aufträge per E-Mail bedürfen der schriftlichen

Bestätigung spätestens 48 Stunden vor Beginn der Auktion.

Bestehen bei Abgabe des Gebotes Differenzen zwischen

Katalognummer und Kennwort, so ist das Kennwort

maßgebend. Folgen aus einer unrichtigen Übermittlung

gehen zu Lasten des Auftraggebers. Bei Nichterteilung

des Zuschlags trotz Gebots haftet der Versteigerer dem

Bieter nur bis zur Höhe des Schätzpreises, wenn ihm Vorsatz

oder grobe Fahrlässigkeit angelastet werden kann. Aufträge,

die später als einen Tag vor oder erst während

der Versteigerung eingehen, sind von jeder Haftung ausgeschlossen.

Die in den Verträgen genannten Preise gelten

als Zuschlagspreise, das Aufgeld und die Mehrwertsteuer

werden zusätzlich erhoben.

7. Mit der Erteilung des Zuschlages geht die Gefahr für nicht

zu vertretende Verluste und Beschädigungen auf den Ersteigerer

über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen

erwirbt der Ersteigerer erst mit dem vollständigen Zahlungseingang

beim Auktionshaus.

8. Auf den Zuschlagspreis werden ein Aufgeld von 17% und

die Mehrwertsteuer von 7% berechnet. Die Mehrwertsteuer

entfällt für Kunden aus Nicht-EU-Ländern, wenn der

Versand der ersteigerten Ware durch uns erfolgt oder der

amtliche Nachweis der Ausfuhr innerhalb von vier Wochen

erbracht wird. Händlern aus EU-Ländern kann die Mehrwertsteuer

nur dann erstattet werden, wenn sie ihre europäische

USt-IdNr. bei Auftragserteilung bekanntgeben. Bei

Auszahlungen erfolgt die Umrechnung des Rechnungsbetrages

zum Tageskurs. Die Kosten für Porto, Verpackung,

Versicherung und Bankspesen gehen zu Lasten des Käufers.

9. Auf alle Originalwerke der bildenden Kunst seit Entstehungszeit

1900 leistet das Auktionshaus eine Abgabe an

die Ausgleichsvereinigung Kunst, die damit die gesetzlichen

Ansprüche des Folgerechts aus § 26 UrhG ausgleicht.

Der Ersteigerer trägt von dieser Abgabe einen Anteil in

Höhe eines Drittels (z.Zt. 1% des Zuschlagspreises).

10. Der Gesamtbetrag ist mit dem Zuschlag fällig und zahlbar

in bar oder durch bankbestätigten Scheck. Zahlungen

auswärtiger Ersteigerer, die schriftlich oder telefonisch

geboten haben, sind binnen vierzehn Tagen nach Rechnungsdatum

fällig.

11. Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen in Höhe von

1% per Monat berechnet. Im übrigen kann das Auktionshaus

bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages

oder nach Fristsetzung Schadensersatz wegen

Nichterfüllung verlangen; der Schadensersatz kann in diesem

Falle auch so berechnet werden, daß die Sache in einer

neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige

Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen

Versteigerung und für die Kosten der wiederholten

Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses

aufzukommen hat.

12. Der Erwerber ist verpflichtet, die Gegenstände sofort nach

der Auktion in Empfang zu nehmen. Falls er Versendung

wünscht, erfolgt sie auf eigene Gefahr. Bei Versand von

Graphiken werden vorhandene Passepartouts und Rahmen

entfernt, es sei denn, Mitlieferung ist vom Erwerber bei

Abgabe seines Gebotes ausdrücklich verlangt.

13. Mit Erteilung eines schriftlichen Auftrages oder Abgabe

eines Gebotes erkennt der Ersteigerer diese Bedingungen

ausdrücklich an. Dies gilt auch für Verkäufe aus den Rückgängen.

14. Erfüllungsort und Gerichtsstand für den vollkaufmännischen

Verkehr ist München. Es gilt ausschließlich deutsches

Recht. Das UN-Abkommen über Verträge des internationalen

Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung.

15. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder

teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der

übrigen davon unberührt.

16. Die Versteigerungsbedingungen haben eine deutsche und

eine englische Version. In allen Streit- und Zweifelsfällen

ist die deutsche Fassung maßgebend; das gilt insbesonde-re

für die Auslegung von Rechtsbegriffen und Katalogangaben.

Die Versteigerer


Conditions of Sale

1. Zisska & Schauer acts as commission agent, in its own

name and for the account of its clients (sellers), whose

identity is not disclosed. The instructions of consignors,

who are numbered in brackets (consignor number) at the

end of each catalogue description, form the basis of sales.

Zisska & Schauer’s property is indicated separately (1). The

sale is voluntary.

2. The prices given after each lot are estimates, not reserves.

3. The auctioneer reserves the right to combine any two or

more lots, to divide any lot, to offer any lot for sale in an

order different from that given in the catalogue or to

with draw any lot or lots from the sale. The auctioneer

shall be entitled to refuse bids unless suitable proof of

identity, security or references shall have been provided

prior to the auction.

4. All lots up for sale may be viewed and inspected prior to

the auction. Lots auctioned are used goods. The descriptions

in the catalogue, which are given to the best of

Zisska & Schauer’s knowledge and belief, do not con stitute

guarantees in the legal sense. Zisska & Schauer does

not assume any liability for faults or defects, in so far as it

has fulfilled its duty of care, but will undertake to make judicial

claim on behalf of the buyer in respect of justified

complaints within the statutory warranty period of twelve

months against the seller who consigned the respective

item or items for sale. The buyer is required to give Zisska

& Schauer written notice of all complaints without delay;

at the latest, however, within three weeks of the date of

the auction. Should the demands be successful, Zisska &

Schauer will reimburse the buyer with the full purchase

price (including buyer’s premium); all further claims are

excluded. There is no right of complaint in the case of

individual items from combined lots, periodicals, serial

publications, complete editions in several volumes and any

lots with the indication nicht kollationiert [not collated] or

ohne Rückgaberecht [not subject to return].

5. Bids are executed in Euros and bidding generally starts

at 50% of the estimate unless competing bids have been received.

Bids are raised by increments of 5% to 10%. A lot

will be knocked down to the highest bidder after three

calls. The auctioneer may refuse any bids, or knock

down a lot subject to reservation. If two or more persons

bid the same amount simultaneously and no overbid has

been made after three calls, the successful bidder shall be

drawn by lot. The auctioneer may rescind a decision and

put the lot up again for sale if a higher bid made in time has

been inadvertently overlooked, or if the highest bidder

wishes to revoke his bid, or if the decision is open to

other doubt.

6. Agents acting on behalf of a third party assume full liability

for the fulfilment of contract on behalf of their principals.

All absentee bids submitted by email or telephone

are to be confirmed in writing. If the catalogue number

and the author/short title or reference for identification

differ, the short title will stand for the bid. All damages

and losses incurred by unclear bidding instructions are the

bidder’s responsibility. For bids duly received and not executed

due to obvious negligence on the auctioneers’ part,

the auctioneers’ liability is limited to the estimate amount.

The auctioneers accept no liability for the execution of absentee

bids sent in less than 24 hours before the auction

opens or during the auction itself. All bids are regarded as

the maximum hammer price. The buyer’s premium and

VAT are added to these prices separately.

7. From the fall of the hammer, every lot shall become the full

responsibility of and be at the sole risk of the buyer, while

ownership of the lot or lots shall not pass to the buyer

until full payment has been received by Zisska & Schauer.

8. A buyer’s premium of 17% is levied on the hammer price

plus VAT at the current rate of 7%. Buyers resident in third

(i. e. non-European Union) countries are exempted from

VAT if purchases are dispatched by the auction house to

their registered address or if official proof of export is received

by Zisska & Schauer within a period of four weeks.

Dealers whose business are registered in the EU are exempted

from VAT provided that they quote their VAT Registration

Number when submitting absentee or online bids,

or when registering to bid. Payments in foreign currency

will be converted at the rate of exchange prevailing on the

day of receipt. Costs of shipping, packing, insurance and

bank charges are at the buyer’s expense.

9. In order to satisfy all claims of the Droit de Suite [Artists’

Resale Right] (§ 26, German Copyright Law/UrhG), the

auctioneers shall pay a resale royalty to the Ausgleichs-

vereinigung Kunst, the copyright collecting society, on

all original works of art created after 1 January 1900. This

is based on a percentage of the hammer price. The buyer

shall bear one third of this payment which currently

amounts to 1% of the hammer price.

10. Immediately upon purchase the buyer shall pay the final

price in cash or by authorized bank cheque. Payments by

buyers who have submitted absentee bids or who have bid

by telephone shall be due within 14 days of the date of the

invoice.

11. In default of payment, Zisska & Schauer will charge interest

on the outstanding amount at the rate of 1% per month or

part month. Furthermore, if the buyer defaults in payment,

Zisska & Schauer may, at its discretion, insist on performance

of the contract or, if the buyer has not paid by the

date set, claim damages for non-performance; in the latter

case, Zisska & Schauer may claim the damages by putting

the lot or lots up again for auction and charging the defaulting

buyer with the difference between the price bid by

him/her and the price realized on the resale, if this is lower,

plus the cost of the resale, including Zisska & Schauer’s costs.

12. Buyers shall take charge of their lots immediately after the

auction. Shipping instructions shall be given in writing.

Shipping, if required, will be effected at the sole expense

and risk of the buyer. Prints will be shipped unmatted and

unframed, unless specifically requested by the buyer when

submitting his/her bid.

13. By placing a bid either in writing or in person, the buyer

agrees to be bound by these Conditions of Sale. This shall

also apply to after-auction purchase.

14. Place of performance and jurisdiction for registered trade

dealings is Munich. German law applies exclusively; the

UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded.

15. Should any provision herein be wholly or partly ineffective,

this shall not affect the validity of the remaining provisions.

16. These Conditions of Sale are available in both German and

English. The German-language version shall without

exception be the authoritative version, in particular with

regard to the interpretation of statutory terms and catalogue

descriptions.

Zisska, Schauer & Co. KG


Abkürzungen – Abbrevations

Abb. . . . . . . . . . . . . . . . Abbildung(en) - illustration(s)

Abt. . . . . . . . . . . . . . . . . Abteilung - section

Anm. . . . . . . . . . . . . . . . Anmerkung(en) - note(s)

Aufl. . . . . . . . . . . . . . . . Auflage - edition

Ausg. . . . . . . . . . . . . . . Ausgabe - edition, issue

Bd(e). . . . . . . . . . . . . . Band (Bände) - volume(s)

bearb. . . . . . . . . . . . . . bearbeitet - compiled

beigeb. . . . . . . . . . . . . beigebunden - bound with

beschäd. . . . . . . . . . . beschädigt - damaged

Bibl. . . . . . . . . . . . . . . . Bibliothek - library

Bl. . . . . . . . . . . . . . . . . . Blatt (Blätter) - leaf(-ves)

blattgr. . . . . . . . . . . . . blattgroß - full-page

blindgepr. . . . . . . . . . blindgeprägt - blind-tooled

Blindpr. . . . . . . . . . . . . Blindprägung - blind-tooling

Brosch. . . . . . . . . . . . . Broschur - wrappers

Dass. . . . . . . . . . . . . . . Dasselbe - the same

Ders. . . . . . . . . . . . . . . . Derselbe - the same

Dies. . . . . . . . . . . . . . . Dieselbe - the same

Dr. . . . . . . . . . . . . . . . . . Drucker - printer

dreiseit. . . . . . . . . . . . dreiseitig - (three) edges, margins

d. Zt. . . . . . . . . . . . . . . . der Zeit - contemporary

e. . . . . . . . . . . . . . . . . . . eigenhändig - autograph

EA . . . . . . . . . . . . . . . . . erste Ausgabe - first edition

Ebda. . . . . . . . . . . . . . . Ebenda - same place

eingeb. . . . . . . . . . . . . eingebunden - bound-in

etw. . . . . . . . . . . . . . . . etwas - somewhat, slightly

Ex. . . . . . . . . . . . . . . . . . Exemplar - copy

Faks. . . . . . . . . . . . . . . . Faksimile(s) - facsimile

farb. . . . . . . . . . . . . . . farbig – in colours

fl. . . . . . . . . . . . . . . . . . fleckig - spotted, (water-)stained, foxed

. . . . . . . . . . . . . . . . . (fingerfl., braunfl., wasserfl. etc)

flex. . . . . . . . . . . . . . . . flexibel- limp

Frontisp. . . . . . . . . . . . Frontispiz - frontispiece

ganzseit. . . . . . . . . . . . ganzseitig - full-page

geb. . . . . . . . . . . . . . . . . gebunden - bound

gefalt. . . . . . . . . . . . . . gefaltet - folded

gestoch. . . . . . . . . . . . gestochen - engraved

goldgepr. . . . . . . . . . . goldgeprägt - gilt-stamped

Goldpr. . . . . . . . . . . . . Goldprägung - gilt-stamped

Hrsg. . . . . . . . . . . . . . . Herausgeber - editor

hrsg. . . . . . . . . . . . . . . . herausgegeben - edited

Hldr. . . . . . . . . . . . . . . Halbleder - half leather

Hlwd. . . . . . . . . . . . . . Halbleinen - half cloth

Hmaroqin . . . . . . . . . . Halbmaroquin - half morocco

Hpgt. . . . . . . . . . . . . . . Halbpergament - half vellum

hs. . . . . . . . . . . . . . . . . . handschriftlich - manuscript

Illustr. . . . . . . . . . . . . . . Illustration(en) - illustration(s)

illustr. . . . . . . . . . . . . . illustriert - illustrated

Imp.-Fol. . . . . . . . . . . Imperial-Folio - imperial folio

Jg(e). . . . . . . . . . . . . . . . Jahrgang (-gänge) - volume(s)

Jhdt. . . . . . . . . . . . . . . . Jahrhundert - century

Kart. . . . . . . . . . . . . . . . Kartonage - boards

Kat. . . . . . . . . . . . . . . . Katalog - catalogue

kl. . . . . . . . . . . . . . . . . . klein - small

kolor. . . . . . . . . . . . . . . koloriert - (hand-)coloured

kplt. . . . . . . . . . . . . . . . komplett - complete

läd. . . . . . . . . . . . . . . . . lädiert - damaged

Ldr. . . . . . . . . . . . . . . . Leder - leather

Lief. . . . . . . . . . . . . . . . . Lieferung(en) - (serial) part(s)

Lithogr. . . . . . . . . . . . . Lithographie(n) - lithograph(s)

Lwd. . . . . . . . . . . . . . . Leinen (Leinwand) - cloth

mehrf. . . . . . . . . . . . . . mehrfach - several times

mod. . . . . . . . . . . . . . . modern

Monogr. . . . . . . . . . . . Monogramm - monogram

monogr. . . . . . . . . . . . monogrammiert - with monogram

mont. . . . . . . . . . . . . . . montiert - pastet, mounted

Ms. . . . . . . . . . . . . . . . . Manuskript - manuscript

nachgeb. . . . . . . . . . . nachgebunden - bound with

nn. . . . . . . . . . . . . . . . . nicht numeriert - unnumbered

Nr(n). . . . . . . . . . . . . . Nummer(n) - number(s)

num. . . . . . . . . . . . . . . . numeriert - numbered

o. Dr. . . . . . . . . . . . . . . ohne Drucker - no printer

OHldr. . . . . . . . . . . . . . . Original-Halbleder - original half leather

OHlwd. . . . . . . . . . . . . Original-Halbleinen - original half cloth

OHpgt. . . . . . . . . . . . . Original-Halbpergament -

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . original half vellum

OKart. . . . . . . . . . . . . . Original-Kartonage - original boards

OLdr. . . . . . . . . . . . . . . Original-Leder - original leather

OLwd. . . . . . . . . . . . . . Original-Leinen (Leinwand) - original cloth

O. O. . . . . . . . . . . . . . . ohne Ort - no place

O. O. u. J. . . . . . . . . . . ohne Ort und Jahr - no place, no date

OPgt. . . . . . . . . . . . . . . Original-Pergament - original vellum

OPp. . . . . . . . . . . . . . . Original-Pappe - original boards

orig. . . . . . . . . . . . . . . . original

Orig.-Brosch. . . . . . . . Originalbroschur - original wrappers

Orig.-Umschl. . . . . . . Originalumschlag - original cover

Pag. . . . . . . . . . . . . . . . Paginierung - pagination

pag. . . . . . . . . . . . . . . . paginiert - paginated

Pgt. . . . . . . . . . . . . . . . Pergament - vellum

Portr(s). . . . . . . . . . . . Porträt(s) - portrait(s)

Pp. . . . . . . . . . . . . . . . . Pappband - boards

Rsch. . . . . . . . . . . . . . . Rückenschild - lettering-piece on spine

Rtit. . . . . . . . . . . . . . . . Rückentitel - title on spine

Rvg. . . . . . . . . . . . . . . . Rückenvergoldung - gilt spine(s)

S. . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite(n) - page(s)

sign. . . . . . . . . . . . . . . signiert - signed

Slg. . . . . . . . . . . . . . . . . Sammlung - collection

Sp. . . . . . . . . . . . . . . . . Spalte(n) - column(s)

spät. . . . . . . . . . . . . . . . später(er) - late(r)

stellenw. . . . . . . . . . . . stellenweise – partly

stockfl. . . . . . . . . . . . . stockfleckig - foxed

teilw. . . . . . . . . . . . . . . teilweise - partly

Tl(e). . . . . . . . . . . . . . . . Teil(e) - part(s), section(s)

tls. . . . . . . . . . . . . . . . . . teils - partly

Tsd. . . . . . . . . . . . . . . . . Tausend - thousand

U. . . . . . . . . . . . . . . . . . Unterschrift - signature

übers. . . . . . . . . . . . . . . übersetzt - translated

Umschl. . . . . . . . . . . . Umschlag - cover

verb. . . . . . . . . . . . . . . . verbessert - improved

verm. . . . . . . . . . . . . . . vermehrt - enlarged

verschied. . . . . . . . . . . verschieden(e) - various

Vg. . . . . . . . . . . . . . . . . Vergoldung - gilt

vgl. . . . . . . . . . . . . . . . vergleiche - see, compare

Vign. . . . . . . . . . . . . . . Vignette - vignette

Vlg. . . . . . . . . . . . . . . . . Verlag - publisher

vorgeb. . . . . . . . . . . . . . vorgebunden - bound-in

wdh. . . . . . . . . . . . . . . wiederholt - repeated

zahlr. . . . . . . . . . . . . . . zahlreich(e) - numerous

Zl. . . . . . . . . . . . . . . . . . Zeile(n) - line(s)

zus. . . . . . . . . . . . . . . . . zusammen - together


2 Aus einem Brevier, um 1120 (Ausschnitt)

6 Epistulae, Handschrift, 1435 7 Lateinische Handschrift, um 1450

Tafel 1


Tafel 2

19 Lullius, Sammelhandschrift, 1657 20 Lateinische Handschrift, um 1700

23 Lateinische Handschrift, 1735 29 Italienische Handschrift, 1769


30 Hitopadesha, Indische Handschrift, um 1790

30

Tafel 3


Tafel 4

32 Arabische Handschrift, 1784

35 Persische Handschrift, um 1850

36 Arabische Handschrift, um 1830


49 Feldpostkarten, 1901

44 Deutsche Handschrift, um 1865 42 Türkische Handschrift, um 1850

Tafel 5


Tafel 6

53 Hanselmann, Stammbuch, 1787

52 Behrmann, Stammbuch, 1747


54 Tiebel, Stammbuch, 1795

88 Graf von Kaunitz, Stammbaum, 1782

Tafel 7


Tafel 8

82 Hesse, Gedichte, 1918

120 Biblia latina, 1493

70 Franz Joseph I., Adelsdiplom, 1852

68 Franz I., Adelsdiplom, 1749


Tafel 9

131 Gregor IX., Decretales, 1482 133 Hieronymus, Vitae sanctorum, 1483

143 Meffret, Sermones, 1485 144 Missale speciale, 1493


Tafel 10

138 Leonardus de Utino, Sermones, 1479 286 Martini, Ehrenkräntzlein, 1595

188 Biblia germanica, 1720 121 Bonifatius VIII., 1496


205 Biblia neerlandica, 1721

204 Biblia neerlandica, 1682

Tafel 11


Tafel 12

293 Missale, Fragment, um 1510 295 Münster, Cosmographey, 1588

291 Missale Romanum, 1635


325 Rüxner, Turnierbuch, 1532 326 Rüxner, Turnierbuch, 1532

341 Pfinzing, Theuerdanck, 1517 379 Directorium für Chur, 1520

Tafel 13


Tafel 14

3032 De Wit, Weltkarte, 1745

698 Galaktotrophousa, um 1800 784 Laplace, Système du monde, 1796


812 Hariot, Roses, 1903

801 Candolle, Plantes rares, 1825

Tafel 15

813 Herbarum imagines, 1546 819 Kerner, Ökonomische Pfanzen, 1786


Tafel 16

838 Reitter, Holz-Arten, 1790

842 Schmidt, Baumzucht, 1792

820 Kerner, Bäume und Gesträuche, 1783

835 Oelhafen von Schöllenbach, 1773


840 Roscoe, Monandrian Plants, 1824

833 Munting, Erdgewächse, 1696

822 Knoop, Äpfel und Birnen, 1760

860 Zorn, Icones plantarum, 1780

Tafel 17


Tafel 18

854 Weinmann, Pflanzen, 1735

1031 Cramer, Schmetterlinge, 1744

857 Winterschmidt, Naturprodukte, 1807

733 Méheut, La mer, 1913


1061 Domestic Pigeons, 1765

1035 Hay, Ornithological Works, 1881 1056 Schinz, Vögel, 1830

Tafel 19


Tafel 20

1127 Hoste, Armées navales, 1697

1121 Mosaiques Pompei, 1874

1113 Gleichen-Russworm, 1790


1310 Meißener Musterbuch, um 1920 1470 Roter Samteinband, um 1800

1471 Hellbrauner Maroquineinband, um 1860

1471

Tafel 21


Tafel 22

1617 Reinhardt, Verkehrte Welt, 1863

1610 Meggendorfer, Puppenhaus, um 1891

1588 ABC-Buch, um 1840


1609 Meggendorfer, Bubenstreiche, 1899 1609

1791 Eisler, Klimt, 1931 1853 Schwitters, Anna Blume, 1919

Tafel 23


Tafel 24

2053 La Guérinière, Cavalerie, 1733 2089 Hausleutner, Nationen, 1792

2267 Blaeu, Atlas maior, 1662


2094 Armée Napolitaine, um 1850

2098 La Sardaigne militaire, um 1860

Tafel 25


Tafel 26

2450 Alt, Österreich, um 1845

2378 Gottfried, Historische Chronik, 1745


2399 Happel, Thesaurus exoticorum, 1688 2681 Indien, Hinterglasbild, um 1900

2702 Korantasche, um 1750

Tafel 27


Tafel 28

2795 Tilke, Zeichnungen, 1915 2795

2842 Lipowsky, National-Kostüme, um 1828 2790 Martin, Oriental Carpets, 1906


3141 Harunobu, um 1765

Tafel 29


Tafel 30

3149 U. Toyokuni, um 1800

3146 Kunisada, um 1830 3150 Utamaro, um 1804


3148 Toyokuni III, um 1844 3143 Hiroshige, 1858

3147 Kuniyoshi, 1853

Tafel 31


Tafel 32

3046 Bornet, New York, 1854

3095 Thurner, Wien, 1812


3178 Wiener Aufschlag-Karten, um 1820

3156 Galanteriewarenhändler, um 1796

Tafel 33


Tafel 34

3152 Andachtsbild, um 1780


3152 3152

3154 Andachtsbild, um 1770

Tafel 35


Tafel 36

3175 Gabler, Vogelporträt, um 1790

3159 Bilderbogen, 1890


Nr. 41

1 EINZELBLATT aus einer lateinischen Handschrift

auf Pergament. Wohl Deutschland,12. Jhdt.

31 x 20 cm. (45) 500,-

Enthält das Kapitel XXXVI „De doctrina et exemplis

praepositorum“ aus dem dritten Buch der „Sententiae“ des

Isidor von Sevilla (Migne PL 83, 1850), mit dem bekannten

Leitsatz „Nam doctrina sine vita arrogantem reddit, vita sine

doctrina inutilem facit“. – Im folgenden Text Abweichungen

gegenüber der überlieferten Fassung (Migne PL 83, 1850). –

Abgefaßt in frühgotischer Minuskel. – Maku laturblatt mit

einigen Gebrauchsspuren (Falze, Abrieb, Beschriftung mit

Jahreszahl „1613“ sowie einigen Wurmlöchern mit wenig

Buchstabenverlust), Rückseite beklebt, oben mit anderem

Manuskript angerändert.

2 EINZELBLATT aus einem Brevier. Lateinische

Handschrift auf Pergament. Salzburg, wohl erste

Hälfte 12. Jh. 37,3 x 18 cm. Mit großer 8-zeiliger

Dracheninitiale in grüner, blauer und roter Deckfarbe

sowie 2 Initialen in Rot. Überschriften und

Hervorhebungen in Rot. 33 Zl. 2 Sp. (64) 6.000,-

Handschriften

Das aus einem Salzburger Skriptorium stammende Blatt

zeigt stilistische Nähe zu Handschriften des späten 12. Jahrhunderts

aus St. Peter und Kloster Nonnberg und vor allem

zu dem Brevier-Doppelblatt in unserer Auktion 55 (Nr. 3),

dessen Initialen sehr ähnlich sind. Die Besonderheit dieser

typischen spätromanischen „Spaltleisteninitiale“ aus fleischigen

Ranken, hier der Buchstabe Q, ist eine ausladende

Cauda in Form eines niedergeworfenen Drachen (das be -

siegte Böse) mit verschlungenem Schwanz. – Enthält Texte

der Osterliturgie (aus Markus, Kapitel 16) und einen Evangelienkommentar

Gregors des Großen (Homilie in evangelis

II, 29, das Incipit mit der Q-Initiale: „Quod resurrectionem

dominicam discipuli tarde crediderunt“). – Makulaturblatt

mit nur einer voll erhaltenen Textspalte (die zweite

Spalte nur zur Hälfe vorhanden) und späteren Beschriftungen

(Buchstaben in blasser hellbrauner Tinte); rückseitig

Montagespuren, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung

Tafel 1.

Single leaf from a breviary. Latin manuscript on vellum.

Salzburg, around 1200. With large eight-line dragon initial

in green, blue and red gouache as well as 2 initials in red.

Superscriptions and underlinings in red. – Waste sheet with

only one complete text column (only half of the second

column there) and later captions (letters in pale light brown

ink); mounting traces on verso, somewhat browned and

soiled. – See illustration on plate 1.

1


2

3 5 EINZELBLÄTTER aus lateinischen Handschriften

des späten Mittelalters auf Pergament.

Wohl meist aus Deutschland, 14./15. Jhdt. Fol.

(45) 400,-

Meist mit biblischen Texten bzw. liturgischen Inhalts. –

Initialen in Rot und Blau, einzelne mit Federwerk. – Makulaturblätter

mit entsprechenden Gebrauchsspuren, einige

Texte angeschnitten, Rückseiten meist überklebt. – Beiliegend

ein Doppelblatt aus einer Inkunabel.

4 EINZELBLATT aus einer lateinischen Missale-

Handschrift auf Pergament. Mitteleuropa, um

1400. Fol. (34,7 x 26,5 cm). Mit 8 zweizeiligen

Initialen in Gold vor blauem und roten Grund.

Hervorhebungen in Rot. Regliert. 2 Sp. 28 Zl. –

Minimal gebräunt, dekorativ. (82) 250,-

5 EINZELBLATT aus einer lateinischen Rechtshandschrift

des späten Mittelalters. Südeuropa,

15. Jhdt. Blattgr.: 39 x 26 cm). Mit 8 dreizeiligen

Initialen in Deckfarben und einzelnen Lombarden

in Rot und Blau. 65 Zl. 2 Sp. (110) 250,-

In der „Rotunda formata“, der gebräuchlichsten südeuropäischen

Schrift des späten Mittelalters, abgefaßtes Einzelblatt

aus einer kirchenrechtlichen Handschrift. Enthält u. a.

Vorschriften für Priester. – Dekoratives, unbeschnittenes

Blatt, am oberen Rand geringe Montagespuren.

6 HIERONYMUS – EPISTULAE. Lateinische

Handschrift auf Papier. Regensburg? 1435. Mit

einigen in Rot und Braun gezeichneten Hinweishänden

und einzelnen Lombarden in Rot. Überschriften

und Hervorhebungen in Rot. Durch -

gehend rubriziert und regliert. 216 nn. Bl. 20-24

Zl. Stark beschäd. rotes Ldr. d. Zt. über Holz -

deckeln. (16) 6.000,-

Die wohl in einem Regensburger Kloster abgefaßte Handschrift

enthält eine in 31 Kapitel eingeteilte Auswahl aus den

Briefen des Hieronymus, abgefaßt in sauberer, gleichmäßiger

Textura. Darunter: „De contemptu mundi“ (an Heliodorus),

„De institutione clericorum et monachorum“ (an

Paulinus von Nola, hier: „ad Paulinum Presbyterum“), „De

vita clericorum“ (an Oceanus), „De dormitione Blesillae“

(an Paulinus von Nola), „Epistula ad Pamachium et Oceanum“,

„Epistula contra vigilantium“, „De optimo genere“

(an Pamachius), die Streitschrift „Contra Helvidium de

Sancte Marie virginitate et castitate“, der „Liber vigiliarum“

etc. Der Text mit den Briefen des Hieronymus ist vollständig,

jedoch scheinen wenige Blätter der Vorstücke zu fehlen,

denn die Handschrift beginnt ohne besondere Auszeichnung

mit Zitaten aus Texten eines „Hugo de claust.“; verso

folgt bereits das Register der Hieronymus-Briefe (fol.

1v.-2r.), dann, auf fol. 2v., Notizen zur Vita Hieronymi. Der

Beginn des ersten Briefs („Ad Antonium Monachum“, auch

genannt „Rusticus“) auf fol. 3r. Die Briefe enden auf fol.

201r. Fol. 45v. und 46r. sind weiß, wohl für eine unterbliebene

Einfügung. Auf 201v.-212v. ein Sachregister zu den

Briefen. Am Ende (fol. 212v.-216r.) Kommentare zu diversen

Hieronymus-Briefen, beginnend mit „Ad Demetria de

virginitate“. Mit dem fragmentarischen fol. 216 endet die

Handschrift (verso weiß, Kolophon durch Ausriß unvoll-

Handschriften

ständig). – Der Schreiber nennt sich über dem Textanfang

„Johannes Tyrolf ipsa manus“ (fol. 3r.) und in einem Kolophon

mit Datierung 1435 (am Ende des Briefes „De viduitate

servanda“ an die Römerin Furia, fol. 177r.): „Explicit

p(er) manus d(omi)ni Johannis Tyrolf p(res)b(yte)ri“.

Johannes Tyrolf ist durch Kolophone in Handschriften des

Benediktinerstiftes Seitenstetten (Cod. 104, Rupert von

Deutz, datiert 1435/36) und der Bayerischen Staatsbibliothek

(clm 7451, Johannes Calderinus, datiert 1432), hier mit

Zusatz „Ratisponae“, als Schreiber nachweisbar. Er war

offenbar Mönch in einem Regensburger Kloster. Am Ende

des letzten Briefes („Ad Letam“) ein weiteres Kolophon mit

der geläufigen Schlußformel: „Explicit anno 1435. Hic locus

est mete liber explicit ergo valete ...“ – Fol. 1r. mit unvollständig

gelöschtem Stempel, die letzten drei Bl. stärker

gebräunt und mit großen Ein- und Ausrissen (Textverlust);

stellenw. wenige Wurmspuren im unteren Rand, etw.

gebräunt und fleckig. – Besitzvermerk auf vorderem Spiegel:

„Waldaufficae fundationis 1596“. – Siehe Abbildung

Tafel 1.

Latin manuscript on paper. – This manuscript probably

written in a Regensburg monastery contains a selection

divided into 31 chapters from the letters by Hieronymus,

in neat and regular characters. – The scribe calls himself

at the beginning of the text „Johannes Tyrolf ipsa manus“

(fol. 3r.) and in a colophon with date 1435 (at the end of the

letter „De viduitate servanda“ to the Roman Furia, fol.

177r.): „Explicit p(er) manibus d(omi)ni Johannis Tyrolf

p(res)b(yte)ri“. Johannes Tyrolf can be traced as scribe

through colophons in manuscripts of the Benedictine monastery

Seitenstetten (Cod. 104, Rupert von Deutz, dated

1435/36) and the Bavarian National Library (clm 7451,

Johannes Calderinus, dated 1432) here with the addition

„Ratisponae“. – Fol. 1r. with stamp not completely erased,

last three leaves stronger browned and with large tears and

tear-outs (loss of text); here and there some worming at

lower margin, some browning and soiling. – Ownership

entry on upper paste-down: „Waldauffiae fundationis 1596“.

– Contemporary heavily damaged red calf over wooden

boards. – See illustration on plate 1.

7 NIKOLAUS VON LYRA – „IN NO(MI)NE

DOMI(NI) AMEN. Incipit postilla edita a

vene(r)abili doctore Nicolao de Lira sup(er)

Matheum“. Lateinische Handschrift auf Papier.

Salzburg 1448 – ca. 1455. Fol. Mit schematischer

Federzeichnung sowie zahlr. Initialen, Überschriften

und Hervorhebungen in Rot. Durch -

gehend rubriziert und regliert. 313 nn. Bl. 2 Sp.

Stark beschäd. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln. (16)

10.000,-

Von einem Schreiber namens Otto Kröppfel abgefaßte

Handschrift mit dem gesamten Text der „Postilla litteralis

super quattuor Evangelistas“ und ausgewählten Predigten

des Nikolaus von Lyra. Insgesamt recht gleichmäßige, wohl

in einem Kloster des Erzbistums Salzburg entstandene

Gebrauchshandschrift, deren Schriftduktus nur in einem

Abschnitt wechselt. – Enthält die Auslegungen (Postillen)

zu Matthäus (fol. 1r-86r), Markus (fol. 86v-106r), Lukas

(fol. 106v-152v) und Johannes (fol. 153r-238r). Jeder der

Kommentare zu den einzelnen Evangelisten ist mit eigenem

Kolophon versehen, diejenigen zu Matthäus und Johannes

mit Datierung (1448 und 1449). Darauf ein Register (fol.

238v-242r) und die „Sermones festivales“ des Nikolaus von

Lyra (fol. 243r-300r), eine Auswahl von Festpredigten für

das Erzbistum Salzburg, ein „Sermo bonus de passione


domini Jesu“ (fol. 301r-310v) und „De sancta Maria Magda -

lena“ (fol. 311r-312v). Am Ende folgt auf fol. 313r noch eine

Spalte, überschrieben mit „Sig(ismundus) Episcopo(s) Salisburg(ensis)“

und Incipit „Hic est ordo ... Salisburg(ensis)“,

mit Regeln zur Feier des Gottesdienstes. Dieser Ordo, der

offenbar in der Amtszeit des Salzburger Erzbischofs Sigismund

I. von Volkersdorf, 1452-1461, geschrieben worden

ist, bricht unvermittelt ab. – Der neutestamentliche Teil der

berühmten Bibelauslegung des Nikolaus von Lyra (um

1270-1349), der „Postilla litteralis super totam bibliam“, ist

1322-31 entstanden. Nikolaus von Lyra, ein französischer

Franziskaner und Baccalaureus der Pariser Universität, gilt

als einer der bedeutendsten Exegeten des späten Mittel -

alters, die Bibelauslegung als sein Hauptwerk. „Die Bedeutung

der lyranischen Postille liegt darin, daß ihr Autor sich

auf den buchstäblichen Sinn der Bibel konzentriert, ohne

den geistlichen Sinn zu leugnen“ (BBKL VI, 910). – Auf

Papier mit dem im 15. Jahrhundert weit verbreiteten Wasserzeichen

eines Ochsenschädels mit einkonturigem Stab

zwischen den Hörnern, der von einer Blume bekrönt wird.

– Auf den Spiegeln teils freigelegte Pergament-Makulaturblätter,

wohl aus einem Brevier des 12. Jahrhunderts mit

Neumen-Notation; vor allem an den Rändern etw. ge -

bräunt, fleckig, wasserrandig und mit wenigen kleinen

Wurmlöchern. – Siehe Abbildung Tafel 1.

Latin manuscript on paper. – Manuscript by a scribe named

Otto Kröppfel with the complete text of „Postilla litteralis

super quattuor Evangelistas“ and selected sermons by

Nikolaus von Lyra. Generally a quite regular manuscript

for use probably written in a monastery of the Salzburg

archbishopric. – On paper with the watermark, widespread

in the 15th century, of a bullock's head with a stick between

the horns which is crowned by a flower. – On paste-downs

partly exposed vellum waste sheets, probably from a

breviary of the 12th century; mainly at margins a little

browned, soiled, with waterstains and some small worm -

holes. – Contemporary heavily damaged calf over wooden

boards. – See illustration on plate 1.

8 WILTEN – „INDULGENTIE MONASTERII

s(an)ctorum martirum Laurentii et Steffani et Stc.

ecclesie dive Virg(inis) Marie in Wiltin.“ Lateinisch-deutsche

Handschrift auf Papier. Kloster

Wilten 1510-12. 4°. Hervorhebungen und Überschriften

in Rot, durchgehend rubriziert. 21 Bl.

(das letzte weiß). Ohne Einband. (142) 800,-

Verzeichnis der umfangreichen Reliquiensammlung des

Prämonstratenserstifts und der Pfarrkirche von Wilten bei

Innsbruck sowie der durch diese gewährten Ablässe.

Gebrauchshandschrift mit etwas kalligraphischer Verzierung

der Initialen und Überschriften, abgefaßt in brauner

Tinte. Auf fol. 1r. ein kurzer Abschnitt mit der Legende des

wundertätigen Marienbilds von Wilten in schwarzer Tinte,

möglicherweise von einer anderen Hand, darunter der Vermerk:

„Anno 1120: Institutus e(st) Ordo Praemonstratensium“.

Auf fol. 1v.-5r. das Verzeichnis der Reliquien des

Klosters (jeweils mit Angabe der Ablaßjahre), auf fol.

7r.-11v. das Verzeichnis der Reliquien der Pfarrkirche

„Indulgentie p(a)rochialis ecclesie Sancte Marie virginis in

Wiltina“. Der letzte Teil in deutscher Sprache, mit einer

Auflistung der Heiltümer „von Gottlicher Wunder Würckhung“,

überschrieben: „De Misteriis Domini“, darunter

Reliquien von der Salbe Maria Magdalenas, vom Stein, auf

dem Christus kniete, ein Reihe von Marienreliquien und

zahlreiche von verschiedenen Heiligen. Am Ende ein Kolophon

mit dem Datum „Anno salutis MDXII“; eine weitere

Datierung „datum et actum in monasterio p(rae)dicto anno

Handschriften 3

a n(ativi)tate d(omi)ni mil(l)esimo quingentesimo deci(m)o

die quarta me(n)se septembris“, findet sich am Ende eines

Textabschnitts über die päpstlichen Bestätigungen auf

fol. 6. – Bindung gelöst, einzelne Bl. lose, etw. gebräunt

und fleckig.

9 PERCHTOLDSDORF – „THOMANSCHAR

unnd panngratzen Waytz als weylandt Wolfganngen

Rainpegkher Gerhaben Rayttung“. Deutsche

Handschrift auf Papier. 4 Bde. Perchtoldsdorf

1532-41. 4°. 22; 7; 12; 13 nn. Bl. Ohne Einband.

(35) 200,-

Rechnungsbuch über die Vormundschaft zweier Bürger aus

Perchtoldsdorf bei Wien für die verwaisten Kinder eines

Wolfgang Rainberger. – Unterschiedlich gebräunt, fleckig

und wasserrandig.

10 REZEPTBUCH. Deutsche Handschrift auf

Papier. Österreich oder Süddeutschland spätes

16. – Ende 18. Jhdt. 4°. Ca. 135 beschriebene nn.

Bl. (und zahlr. weiße). Ldr. um 1600 mit Deckelfileten

(Schließbänder fehlen, Rücken stellenw.

brüchig; beschabt und bestoßen). (42) 1.200,-

Über zwei Jahrhunderte fortgeführtes Rezeptbuch, das im

späten 16. Jahrhundert angelegt worden ist. Aufgrund der

Speisen kann es sich nur um einen Adelshaushalt handeln.

Beschrieben sind zahlreiche Fleisch- und Wildgerichte

sowie exquisite Süßspeisen, dagegen fällt das Kapitel über

Suppen sehr spärlich aus. An einer Stelle wird „venizianisches

Bleyweiß“ als Zutat einer medizinischen Rezeptur

genannt. Ein Rezept für „Gams Pastete“ läßt auf alpenländische

Provenienz schließen. Von der ersten Hand, die sehr

gleichmäßig schreibt (dem Duktus nach ein geübter Kanzleischreiber),

stammt die Einteilung in die acht Kapitel

Pasteten, Torten, Gebäck, Mus, Milchspeisen, Suppen und

Fleisch- und Fischgerichte. Unter den Gebäcken auch „Ain

Nürnberger Paches“. Die Einteilung war auf Fortführung

angelegt, da immer einige Blätter bis zum nächsten Kapitel

unbeschrieben sind. Eine zweite Hand hat die Niederschrift,

die teils im Satz abbricht, wohl erst im 17. Jahrhundert

weitergeführt. Dieser zweite Schriftduktus ist flüchtig.

Einige Kapitel sind sehr umfangreich, andere bestehen nur

aus wenigen Einträgen. Auf die acht Kapitel folgen einige

Blätter mit Eintragungen wohl aus dem 18. Jahrhundert

(dritte Hand) und schließlich ein umfangreiches, 107 Re -

zepte umfassendes „Zucker Backerey Buech“ mit Datum

„1774“ (vierte Hand). Am Ende von einer weiteren Hand

auf mehreren Blättern Rezepte für Kuchen und Torten. –

Auf Papier mit Wasserzeichen eines Turmes im Wappenschild,

wohl Süddeutschland oder Österreich, spätes

16. Jahrhundert (vgl. Piccard 106063-106065, Straubing

etc. um 1580). – Innengelenke gebrochen; etw. gebräunt und

fleckig.

Recipe book. German manuscript on paper. Austria or

Southern Germany late 16th – end 18th century. – Recipe

book continued over two centuries, started in the late 16th

century. It can only come from a noble household on account

of the dishes described there which were numerous meat and

game dishes as well as exquisite desserts. – On paper with

watermark of a tower in the armorial shield, probably South

Germany or Austria, late 16th century (compare Piccard

106063-106065, Straubing etc. around 1580). – Inner joints

broken; a little browned and soiled. – Calf around 1600 with

fillets on boards (clasp ribbons missing, spine here and there

cracked; scratched and scuffed).


4

11 JALAL AD-DIN AS-SUYUTI – „TARIKH

AL-KHULAFA“ („Geschichte der Kalifen“).

Persische Handschrift auf geglättetem Papier. Iran,

17. Jhdt.? Fol. Text von roten Rahmenlinien eingefaßt

(Textspiegel: 19,7 x 11,8 cm). Arabische

Verse in Rot eingefügt. 264 nn. Bl. Etw. Läd. Hldr.

d. Zt. (55) 800,-

In gleichmäßiger Kalligraphie abgefaßte Gebrauchshandschrift,

deren Illumination nicht ausgeführt worden ist. Da

der Schluß mit Kolophon nicht mehr vorhanden ist, fehlen

alle Angaben über Datierung und Schreiber. Nach Schriftduktus

und Papier ist eine Datierung in das 17. oder

18. Jahrhundert anzunehmen. – Die Geschichte der Kalifen

wurde von Jalal ad-Din as-Suyuti (1445 – 1505) verfaßt,

einem ägyptischen Gelehrten, der aufgrund seiner Bildung

auch „Ibn al-Kutub“ („Sohn der Bücher“) genannt worden

ist. Er ist Autor von über 500 Schriften, unter denen die

Geschichte der Kalifen zu seinen Hauptwerken zählt. –

Vorsätze erneuert, altes Vorsatzbl. mit Besitzvermerken mit

Klebstreifen mont., einige Bl. vor allem am Anfang mit großen

restaurierten Randausbrüchen und Eckabrissen, einige

kleinere restaurierte Papierdurchbrüche, meist mit nur

wenig Textverlust, stellenw. größere Wurmspuren im Rand,

einzelne Bl. lose, etw. fleckig und gebräunt.

Persian manuscript on polished paper. – Manuscript for use

written in regular and even calligraphy, illumination was

not carried out. – Endpapers renewed, old preliminary leaf

with ownership entries mounted with adhesive tape, some

leaves mainly at the beginning with large restored breaks in

margin and torn off corners, some smaller restored paper

perforations, mostly with minor loss of text, here and there

larger worm traces in margin, some leaves loose, a little

soiled and browned. – Contemporary, somewhat damaged

half calf.

12 SCHLESIEN – SCHWEIDNITZ UND JAUER

– „KURTZER EXTRACT und Außzugk aller

vornehmen Artickel auß den Privilegien der für -

stenthümber Schweidnitz und Jawer, von weyland

Hertzog Polcken angefangen, und bieß auff dieses

Nahmenß, regierenden Römischen Kayser ...

geendiget.“ Deutsche Handschrift auf Papier.

Böhmen, um 1605/10. 4°. 280 num., 5 nn. Bl. Ldr.

d. Zt. mit Monogramm „G. F. V.“ auf dem Vorderdeckel

und zwei intakten Schließen (stark

fleckig, beschabt und bestoßen). (144) 600,-

Die bis in die Zeit Kaiser Rudolfs II. (1552-1612) reichende

Zusammenstellung von Privilegien zugunsten des niederschlesischen

Herzogtums Schweidnitz-Jauer beginnt mit

einer Verordnung des Jahres 1347, erlassen von Herzog

Bolko II. Nach dessen Tod 1368 ist das Herzogtum an Böhmen

gefallen, weshalb die nachfolgenden Privilegien von

den böhmischen Königen und deutschen Kaisern stammen.

Die meisten Artikel datieren in das späte 16. Jahrhundert

und betreffen Landstände, Ritterschaft, Lehensgüter, Handel

und Gewerbe, die Geistlichkeit, Finanz- und Steuer -

wesen, Strafrecht und Polizeiordnung, den Landfrieden von

1594 (in 21 Artikeln) etc. Weiterhin ein Verzeichnis der im

Fürstentum gelegenen Dörfer und Städte sowie deren Lage

in den Weichbildern und ein Verzeichnis der Ritterdienste

der jeweiligen Weichbilder. Die Anordnung der Artikel

erfolgt thematisch, nicht chronologisch. – Wohl von einer

Hand in gleichmäßiger, gut lesbarer Kanzleischrift abgefaßt.

Die spätesten genannten Daten stammen aus den Jahren

1603/04. – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

Handschriften

13 MUHAMMAD AL SAJAWANDI – Al Sirajiyyah.

Arabisch-osmanische Handschrift auf

geglättetem Papier. Wohl westliches Kleinasien

1019 (= 1610). 19,4 x 11,7 cm. Mit Zierkopfstück

in Gold und Deckfarben sowie doppelten Schriftrahmen

in Rot. 1 nn., 108 num. Bl. Beschäd., tls.

alt restauriertes dunkelbraunes Ldr. d. Zt. mit

Deckellasche. (84) 500,-

Bedeutende, im 12. Jahrhundert entstandene Abhandlung

zum islamischen Erbrecht, hier in einer Gebrauchshandschrift

mit einfacher Kalligraphie. Der Haupttext ist von

breiten Rahmen eingefaßt, in die meist von derselben Hand

Randglossen eingetragen worden sind. Als Schreiber nennt

sich ein Ihsani ibn Abdülkâdir ibn Ihsani el-Aksehri, also

aus der Stadt Aksehir in Zentralanatolien stammend. – Das

Wasserzeichen eines Stabs mit Kleeblatt weist auf westliches

(italienisches?) Papier hin. – Ein fehlendes Bl. (fol. 3) in

jüngerer Zeit ersetzt, Vorsätze mit Index und einigen Vermerken;

etw. fleckig und gebräunt, Gebrauchsspuren.

Important treatise on Islamic law of succession from the

12th century, here in commercial handwriting with simple

calligraphy. The main text is bordered by wide frames in

which mostly the same hand has made marginal notes. The

writer is called Ihsani ibn Abdülkâdir ibn Ihsani el-Aksehri,

that is from the town Aksehir in central Anatolia. – The

watermark of a stick with cloverleaf points to Western

(Italian?) paper. – One missing leaf (fol. 3) replaced in a

more recent period, endpapers with index and some notes;

a little soiled and browned, signs of wear. – Contemporary

damaged, partly restored dark brown calf with strap on

cover.

14 „BEWIESE, GEWEHLTE KUNST unndt Artzneystück,

so offt probiert sein, Welche dann dem

Menschen sindt sehr Nützlich Zugebrauchen,

welche nicht alle Zeitt der Ertzte gebrauchen

können. Balthasar Beck A(nn)o 1623“. Deutsche

Handschrift auf Papier. Kursachsen 1623-39. 4°.

102 nn. Bl. Etw. läd. Pp. d. Zt. (26) 600,-

Von mehreren Händen zusammengestelltes Rezeptbuch für

allerlei Krankheiten und Gebrechen. Gebrauchshandschrift

ohne besondere Auszeichnung, bis auf wenige Überschriften

mit kalligraphischer Buchstabenauszierung. Die Eckdaten

der Entstehung sind dem Titel und dem hinteren Vorsatz

zu entnehmen, letzterer ebenfalls mit dem Namenszug

„Balthasar Beck“ und dem Datum 1639. Unter einigen der

Rezepturen sind die Namen ihrer Erfinder zu lesen, darunter

die kursächsischen Ärzte Blasius Grünewaldt und

Johann Leonhardt, zweier Mitglieder des sächsischen

Adelsgeschlechts von Schönburg, sowie eines Müllers und

Bäckers namens Abraham Lindener aus Sachsenfeld (heute

Ortsteil von Schwarzenberg im sächsischen Erzgebirge,

Einträge mit Datierungen 1623 und 1624). Unter den Re -

zepturen zur Behandlung unterschiedlichster Krank heiten

findet sich einiges Kuriose wie „Kayser Ferdinandi grüne

Salbe“. – Innengelenke gebrochen, Bindung ge lockert, fleckig

und stärker gebräunt.

15 PONTANUS – „Alphabetum historiale ex diversis

historicis a fre. Ambr. Pontano Can. Reg. cursim

perque transennam interea quo eos legebat

concinnatum. Anno Christi 1625.“ Lateinische

Handschrift auf Papier. Zevenborren (Brabant)


1625. 1 nn., 58 num., 1 nn. Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch.

und Rvg. (Rücken restauriert; beschabt und bestoßen).

(127) 1.200,-

Zusammenstellung von biographischen Notizen über be -

kannte Persönlichkeiten der jüngeren und älteren Ge schich -

te in alphabetischer Folge durch den Regularkanoniker

Ambrosius Pontanus, der dem Augustiner-Chorherrenstift

Zevenborren (Domus beatae Mariae ad septem fontes) in

Brabant angehörte (gestorben 1643). Pontanus ist vor allem

für seine große Chronik des Stiftes bekannt. Neben Herrschern

wie einigen römischen Kaisern, deutsch-römischen

Kaisern (darunter Karl V.), Königen von Frankreich und

Dauphins, den Herzögen von Burgund, Markgrafen und

Fürsten (darunter Alexander Farnese), Päpsten (ausführlich

über Sixtus V.), den legendären Gründern Roms, Romulus

und Remus, auch über Wissenschaftler, Gelehrte und

Künstler wie Abraham Ortelius, Erasmus von Rotterdam,

Theodorus Gaza und Thomas Morus sowie den Maler -

fürsten der Antike, Zeuxis. Weiterhin ein Abschnitt über

die Regenten von Belgien (unter G, S. 24 ff.). Am Ende jedes

Artikels die Angabe der Quellen. Wahrscheinlich von

Pontanus als historisches Kompendium für seine Arbeiten

angelegt. – Leicht gebräunt, ein wenig fleckig. – Mod.

Exlibris.

Latin manuscript on paper. – Compilation of biographic

notes on known personalities of the more recent and older

history in alphabetical order by the canon Ambrosius

Pontanus. Probably started by Pontanus as historical compendium

for his works. – Slightly browned, hardly soiled. –

Modern exlibris. – Contemporary calf with spine label and

gilt back (spine restored; scratched and scuffed).

16 MAILAND – FOSSATI – „COPIA D'UNA

LETTERA scritta ad un amico suo da Don Gio.

Francesco Fossati Milanese Abbate Olivetano

dell'ordine di San Benedetto Bianco.“ Italienische

Handschrift auf Papier. (Brief dat. Mailand, 25. 4.

1632, zeitgenössische Abschrift). 4°. 57 nn. Bl. 12

Zl. Pgt. d. Zt. mit Vg. (etw. fleckig, berieben und

bestoßen). (19) 500,-

An einen ungenannten Signore gerichteter Brief mit Ansichten

zur Geschichte Italiens und seiner Stellung unter den

europäischen Nationen (eine Antwort auf ein Schreiben

vom 12. desselben Monats). Der Verfasser verteidigt darin

die Bedeutung und Größe Italiens gegen gegenteilige Aussagen

der Navarrini (Spanier), denen er Mißgunst unterstellt.

Der Text ist offenbar niemals im Druck erschienen;

die vorliegende Handschrift könnte aber als Vorlage zu

einer Publikation gedacht gewesen sein. Der Autor Giovanni

Francesco Fossati (1591-1653) war von 1644 bis zu

seinem Tod Bischof von Tortona in Ligurien, zur Zeit der

Abfassung des Briefes aber noch Abt des Mailänder Klosters

der Olivetaner, einer Benediktiner-Kongregation. Als

Historiker ist er durch seine „Memorie historiche delle

guerre d'Italia del secolo presente“ (Mailand 1640) bekannt

geworden. – In gut lesbarer, gleichmäßiger Kursive abgefaßt.

– Die Bl. mit hs. Lagenbezeichnung A-G (Achter -

lagen) und ein unbezeichnetes Bl. (H1). – Leicht gebräunt

und fleckig.

17 PREDIGERBUCH. Lateinisch-deutsche Handschrift

auf Papier. Wohl Hall in Tirol, 1634/35.

246 nn. Bl. (und einige weiße). Pgt. d. Zt. unter

Handschriften 5

Verwendung eines Manuskriptes (lateinisches

Brevier) des 15. Jhdts. (Schließbänder abgerissen,

Rücken mit Etikett; mehrere kleine Wurmlöcher,

gebräunt, fleckig und berieben). (3) 600,-

Schlichte Gebrauchshandschrift, wohl von einem Kleriker

aus Hall in Tirol angelegt (auf fol. 89r nennt sich unter dem

Datum 1634 als Schreiber ein „Urbanus Merckh“ mit Ortsangabe

„Halensis“, vielleicht ein Franziskaner). Enthält

Predigten bzw. andächtige Betrachtungen zu verschiedenen

kirchlichen Feiertagen, darunter vor allem Marienfeste,

wechselnd in lateinischer und deutscher Sprache abgefaßt.

Als Marginalien sind Bibelstellen und andere Referenzen

angemerkt, auf die sich die Ausführungen beziehen. Die

Incipits nennen oft neben dem jeweiligen Fest auch eine

Jahreszahl. Der Aufbau folgt gewöhnlich dem Schema

barocker Predigten, beginnend mit Expositio bzw. Thema

und im Epilog schließend. Mehrere Predigten wurden

offenbar aus der 1611 in Augsburg erschienenen Predigtsammlung

von Georg Muntius übernommen. Am Ende,

von anderer Hand, „Zway fürneme Stuckl“, andächtige

Betrachtungen, bestehend aus Fragen und deren Beantwortung

für Lehrer und Schüler. – Erstes Bl. mit unvollständig

gelöschtem Stempel; kaum fleckig.

18 SPANIEN – FRAGMENT einer spanischen

Handschrift auf Pergament. Südspanien, um 1650?

Mit 16 großen fünfzeiligen Initialen in Gold vor

blauem und roten Grund in Deckfarben. Durchgehend

in Rot regliert. 20 Bl. (davon zwei nur

regliert, nicht beschrieben). 34 Zl. Schriftspiegel

ca. 23,5 x 13,3 cm. Lose Bl. ohne Einband. (110)

400,-

Einzelblätter aus einem Manuskript in sauberer Auszeichnungsschrift,

fast alle mit großer dekorativer goldfarbener

Initiale, diese meist vor rotem Grund und in blauem

Rahmen. Vorhanden nur jeweils der Anfang der einzelnen

Kapitel, die alle mit dem Namen eines Bürgers beginnen,

darunter auch Frauen, vor allem aus der Stadt Badajoz

(Extremadura). Darin werden deren Besitztümer erwähnt

und die „reine“ Abstammung bezeugt (keine Juden oder

Mauren, unter Nennung von Bürgen), offenbar aus bürgerrechtlichen

Gründen. Auf dem ersten vorhandenen Blatt

eine königliche Verfügung (ohne Nennung des konkreten

spanischen Königs). Dieses erste Blatt ist alt mit „2“ foliiert,

das letzte mit „100“. – Leicht gebräunt und wenig fleckig.

19 LULLIUS – SAMMELHANDSCHRIFT mit

deutschen Übersetzungen zahlreicher Werke des

Raimundus Lullius. Deutsche (tls. auch lateinische)

Handschrift auf Papier. 4 Bde. Norddeutschland?

„Anno Christi 1657“. 4°. Mit einigen

gezeichneten Diagrammen und Schemata.

Zus. ca. 1390 alt pag. S. Ldr. d. Zt. mit Rückenund

Deckelvg. sowie goldgepr. Initialen „L. S.“

und Datum 1660 bzw. 1661 auf den Vorder deckeln

(etw. beschabt und bestoßen). (50) 8.000,-

Umfangreiche, von mehreren Händen abgefaßte Sammlung

der bedeutendsten alchemistischen und naturphiloso -

phischen Schriften des Raimundus Lullius (Ramon Llull,

1232-1316) in deutschen Erstübersetzungen. – Enthält:

I. Das „Testament“, Teile I und II, auch „Theorica und

Practica“ genannt (1 Bl., 341 S.); II. den „Codicillus“, der


6

auch als dritter Teil des „Testaments“ oder „Vademecum

compendium“ (Handbuch) bezeichnet wird (150 S.) sowie

das „Testamentum novissimum“ (1 Bl., 71 S.), den „Liber

mercuriorum“ (48 S., Auszug), „Von den phi(losophi)schen

Elementen Arcamnes“ (Gedicht über den Stein der Weisen

und das Gold) sowie die „Axiometica introductio in cognitionem

materiae hermeticae philosophiae“ und ein Register

(zus. 31 S.); III. einen Auszug unter dem Titel „Ein notwendiger

Auszuch von allen Lullianischen wie auch anderen

wahren philosophischenn Schrifften“, darunter „De

quatuor elementis in genere“, mehrere Abhandlungen zum

Stein der Weisen, eine „Laus auri et argenti“, „De calore

naturali“, „De essentia quinta“, „Impotentia naturae“ und

weitere kurze Traktate, meist zur Lehre von den vier Elementen

(1 Bl., 405 S., 3 Bl.); IV. das „Apertorium“, die „Ars

intellectiva. Die verständliche Kunst Lullii“, die „Magia

naturalis“, das „Frage Buch“, den „Liber rotarum“ (mit

einigen teils farbigen Schemata und Tabellen), „Die Experimenten

Raymundi Lulli in kurtzere Rede v(er)faßet“, das

„Compendium animae transmutationis artis metallorum,

Ruperto regi Angliae gesand vom authore“, „De auro vulgare“

etc. (361 S.).

Band I und II mit Titelseiten in roter und schwarzer Tinte,

auf denen der Übersetzer als „Gottes u(nd) der Natur in

und zu Gott, Liebhaberenn“ genannt wird, dazu die Initialen

„I. T.“ und das Datum 1657. Die Leistung des Übersetzers

wird jeweils besonders betont: „Itzo aber nicht allein

verteutschet, besondern aus allen gedruckten Exemplaren

und untterschidlichen alten lateinischen Manuscriptis dergestalt

ersetzet und verbeßert, daß es alhie als neu gebohren

zuschatzen“, bzw. in Bd. II: „Nicht nur bloßer Weise, etwan

aus einem einigen gedruckten Exemplar verteutschet besondern

auß allen lateinisch gedruckten Exemplaren, und

unterschiedlichen alten lateinischen Manuscriptis dergestalt

ersetzet und verbeßert ...“ Die Übersetzungen dürften

somit von einem hervorragenden Kenner der Schriften des

Lullius stammen; tatsächlich sind sie weit vor den gedruckten

deutschen Ausgaben entstanden (z. B. der Codicillus,

dessen deutscher Erstdruck 1769 erschienen ist) . – Das

Papier mit einigen Wasserzeichen, darunter einem sehr markanten

eines Narrenkopfs mit zweischelliger Mütze und

fünfschelligem Kragen, das in mehreren Varianten vorkommt

und (in einer weiteren Variante) bei Piccard verzeichnet

ist (Nr. 21159, datiert Stade 1659). – Stellenw. einzelne

Bl. kleineren Formats in späterer Zeit (mittleres

18. Jhdt.?) eingeklebt, meist mit Anmerkungen und ge -

zeichneten Diagrammen und Schemata zur Erläuterung,

darunter einer großen Falttafel in Bd. II. – Ränder etw. fingerfl.

und gebräunt, stellenw. etw. wasserrandig, dort auch

mit kleinen Randschäden. – Siehe Abbildung Tafel 2.

Extensive collection of the most important alchemical and

natural philosophical treatises by Raimundus Lullius

(Ramon Llull, 1232-1316) written by several hands and

translated for the first time into German. – Here and there

some leaves of smaller size glued in later (mid 18th century

?), mostly with explanatory annotations, drawn graphs and

diagrams, among them a large folding plate in vol. II. –

Margins with some fingermarks and browning, here and

there a little waterstained and therefore with minor marginal

damages. – Contemporary calf with gilt back and gilt on

sides as well as gilt stamped initials „L. S.“, date 1660 and

1661 on front covers (some scratching and scuffing). – See

illustration on plate 2.

20 „HUNC LIBRUM cantus varia simisticus ornat.“

Lateinische Handschrift auf Papier. Südliches

Ungarn? um 1700. 4°. Mit Federzeichnung und

Handschriften

reichem Buchschmuck in Deckfarben. 4 Bl., 420

(recte 416) S. Ldr. d. Zt. mit Eisenbeschlägen und

-schließen (eine Schließe fehlt, Kapital beschäd.;

beschabt und bestoßen). (106) 800,-

Sammlung von Meßvertonungen in Choralnotation vom

„primo“ bis zum „octavo tono festivalis“, darunter auch

eine „Messa di Pastorella del Ssmo Natale composta del

P(ad)re Philippo di Capusvar“ (das südungarische Kaposvár,

südlich des Plattensees gelegen). Auch Totenmessen

finden sich darunter. Weiterhin sind zahlreiche Marienhymnen

und andere geistliche Meßhymnen in den verschiedenen

Kirchentonarten enthalten. Auf S. 104 findet

sich zudem ein fünfzehnstrophiger Hymnus in ungarischer

Sprache. Die Besonderheit der wohl für ein Kloster angefertigten

Handschrift ist ihre reiche Ausstattung mit Buchschmuck,

darunter große florale Vignetten, verzierte Ini -

tialen, ein doppelseitiger gemalter Titel und weitere Aus -

zierungen in der Art von „Bauerngebetbüchern“, also

volkskunsthaft, in einfachem buntfarbigen Malstil. Am

Anfang die Federzeichnung einer „Guidonischen Hand“

(eine Art Wegweiser für die Kirchentonarten). – Die Seiten

205-08 in der Zählung übersprungen. – Innengelenke und

Buchblock gebrochen, Bindung gelockert, Vorsätze und

erste bzw. letzte Bl. mit Wurmspuren, stellenw. etw. fleckig

und gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 2.

21 RÄTSELSAMMLUNG – Persische Handschrift

auf geglättetem Papier. Iran, 18. oder 19. Jhdt.

122 Bl. Rotes Ldr. d. Zt. (fleckig, beschabt und be -

stoßen). (55) 200,-

Im Nastaliq-Duktus abgefaßte Kompilation von Rätseln

mit ihren Lösungen. Schlichte Gebrauchshandschrift ohne

Buchschmuck, lediglich die Wörter „aqd“ (Rätsel) und

„hall“ (Lösung) sind in roter Tinte hervorgehoben. Ein

Kolophon fehlt, doch wird auf der ersten Seite der Name

des Baumeisters Husain b. Muhammad al-Hasani genannt,

der diese Sammlung wohl zusammengestellt hat. – Rätsel

sind ein eigenes Genre in der persischen Literatur

(Mu'ammâ), die in gereimter Form oder, wie vorliegend, in

Prosa vorkommen. – Gegen Ende geringe Randausbrüche;

leicht gebräunt, wenig fleckig.

22 ANTIPHONAR – „Antiphonale de Communi

Sanctorum. MDCCXXXIII.“ Lateinische Handschrift

auf Papier. Deutschland 1733. Gr.-Fol.

(Blattgr.: 42,2 x 27,6 cm, Schriftspiegel: 35,3 x

22,5 cm). Durchgehend regliert und rubriziert.

Choralnotation auf 4 roten Linien. Titel, Überschriften,

Kapitelanfänge und Hervorhebungen in

Rot. 6 Zl. 1 Bl., 78 S., 3 Bl. (letztes weiß). Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit

2 intakten Schließen (beschabt und bestoßen).

(63) 800,-

Schmuckloses Gebrauchsantiphonar zu den verschiedenen

Festen Mariens, der Evangelisten, der Märtyrer und Bekenner

etc., beginnend mit dem „Commune apostolorum“. Am

Ende ein Inhaltsverzeichnis, überschrieben „Index antiphonarum

super psalmos“. – Das Wasserzeichen eines nur

schwer zu erkennenden Wappens, bekrönt von Bischofsoder

Abtsmütze, Schwert und Krummstab, läßt auf ein

geistliches Fürstentum in Deutschland schließen (Fulda?).

Der Titel mit ligiertem Monogramm. – Innengelenke gebrochen;

leicht gebräunt und fleckig.


23 „HI QUATUOR LIBRI, usu, et vetustate attriti

sumptibus custodiae venerabilis capituli refecti,

novisque compacturis: ulteriori usui restituti

sunt. Quae reparatio constitit quinquaginta quinque

florenos. Anno. MDCCXXXV.“ Lateinische

Handschrift auf Pergament (Fragment). Regensburg?

1735. Gr.-Fol. Mit großer Zierseite in Deckfarben

und Gold. Schrift in Rot und Schwarz.

4 Bl. Ohne Einband. (119) 300,-

Das zwei Doppelblätter umfassende Fragment eines großformatigen

liturgischen Codexes enthält eine prachtvolle

Zierseite mit goldener Inschrift in einer mächtigen Volutenkartusche

und die erste Hälfte eines Kalendariums mit

Heiligenfesten (Januar bis Juni). Die Inschrift dokumentiert

stolz die Restaurierung eines alten abgenutzten vierbändigen

Werks durch das Kapitel eines Klosters im Jahre 1735

zum Preis von 55 Gulden. Auch das Kalendarium stammt

aus dieser Zeit. – Da der Heiligenkalender auch das Fest

des heiligen Bischofs Erhard von Regensburg vorsieht

(19. Januar), ist von einer dementsprechenden Lokalisierung

der Handschrift auszugehen (Abtei Niedermünster?). –

Zierseite mit Eckabriß und Einriß, Schrift des Kalenders an

einer Stelle verwischt; leicht gebräunt und fleckig. – Siehe

Abbildung Tafel 2.

24 ARIF EFENDI – „KITAB ÜL-MENAHIC“

(Buch der Methoden). Türkisch-arabische Handschrift

auf geglättetem Papier. Osmanisches Reich,

Juli des Jahres 1153 (= 1740). Mit Zierkopfstück

auf der Eröffnungsseite in Gold und Deckfarben.

Textblöcke aller Seiten von goldenen Zierleisten

gerahmt (Schriftspiegel: 14,3 x 7,4 cm). Hervor -

hebungen und Überschriften in Rot. 4 nn., 108

num. Bl. Weinrotes Ldr. d. Zt. mit goldgepr.

Deckelbordüren und intarsiertem Mittelstück aus

schwarzem Leder mit aufgemalter Ornamentik in

Gold (Rücken erneuert; etw. fleckig, berieben und

bestoßen). (55) 800,-

In arabischer Schrift im Rikat-Duktus abgefaßtes türkisches

Kalâm-Werk, d. i. eine Abhandlung, die sich mit den

Grundlagen und Methoden der islamischen Theologie

beschäftigt. Der vollständige Titel lautet „Menâhic ül-usûl

id-dînîye ala mevâkif il-makâsid il-aynîye“. Für eine

Gebrauchshandschrift dieser Gattung außergewöhnlich

schön gearbeitetes Kopfstück in zarten Farben auf der

Eröffnungszierseite, was auf eine hochstehende Persönlichkeit

als Auftraggeber schließen läßt. – Der islamische

Gelehrte, Dichter und Kalligraph Abdülbâkî Arif Efendi

(um 1633-1713) wirkte in Istanbul. – Vorderer Vorsatz mit

Besitzvermerk, hinterer Vorsatz erneuert, Tinte an wenigen

Stellen leicht verwischt, kaum fleckig und gebräunt.

Turkish Kalam work written in Arabic characters, i. e.

a treatise dealing with basics and methods of Islamic theology.

– As a manuscript of this kind for use it has a very

beautifully designed head piece in delicate colours on the

ornamental introductory page, this might suggest a high

personality as patron. – Upper endpaper with ownership

entry, lower endpaper renewed, ink slightly blurred at some

places, hardly soiled and browned. – Contemporary winered

calf with gilt stamped fillets on boards and inlaid centre

piece of black calf with painted ornamentation in gold (re -

backed; a little soiled, rubbed and scuffed).

Handschriften 7

25 REZEPTBUCH. Deutsche Handschrift auf Pa -

pier. Böhmen oder Schlesien, Mitte 18. Jhdt. 4°.

1 Bl., 107 (recte 108), 72 S., 11 Bl., S. 73-153 (recte

155), 1 Bl. Pgt. d. Zt. (Schließbänder fehlen, Be -

zugseinrisse, fleckig, beschabt und bestoßen). (62)

600,-

Umfangreiche Sammlung von Hausrezepturen für die

unterschiedlichsten Leiden und Krankheiten, darunter auch

einige für Pferde und das Hornvieh. Gebrauchshandschrift

ohne kalligraphische Verzierung und Buchschmuck, wohl

von mehreren Händen abgefaßt. Enthält u. a. Rezepturen

von Hieronymus Bock (lateinisch „Tragus“), der Herzogin

von Bayern, ein lateinisches Rezept für die „Pillula Urbani

VIII“ und „das Pulver des berühmten Philippi von Venedig“.

Die Datierung und Lokalisierung beruht auf zwei Einträgen

mit Rezepturen böhmischer bzw. schlesischer Persönlichkeiten,

die nur lokale Bekanntheit erlangt haben,

eines Grafen Carl aus dem alten böhmischen Adels -

geschlecht der Kolowrat und des schlesischen Mediziners

Johann Christoph Ettner von Eiteritz (1754-1724). Weiterhin

sind zwei Kupferstiche, die aus der Mitte des 18. Jahrhunderts

stammen und Szenen aus der Legende des

hl. Johannes von Nepomuk zeigen, davon einer nach dem

böhmischen Maler Wenzel Lorenz Reiner (1689-1743), auf

beigebundene weiße Blätter montiert. Das Trägerpapier

unterscheidet sich zwar vom Papier der Handschrift, doch

sind die Stiche sicherlich schon zur Entstehungszeit der

Handschrift eingefügt worden. – Vorderes Innengelenk ge -

brochen; gebräunt und fleckig.

26 ITALIEN – „MISCELLANEA“ – Sammelband

mit 3 Handschriften und 9 Drucken, darunter

mehrere über Oberitalien. Ca. 1750-80. 4°. Pp. d.

Zt. (stellenw. Wurmspuren, beschabt und bestoßen).

(31) 600,-

Kuriose Sammlung eines vielfältig interessierten Gelehrten

des späten 18. Jahrhunderts, wohl eines in den Habsburger

Erblanden tätigen Oberitalieners, der auch Deutsch und

Ungarisch gesprochen haben muß. – Enthält eine handschriftliche

Abhandlung „In interiore templi prope Januam.

Epitaphium alias in ecclesia veteri, ubi nunc est parlatorium

versus dictam ecclesiam“ (15 nn. Bl.), mit Abschriften nach

Grabinschriften verschiedener Kirchen, darunter S. Pietro

in Ciel d'Oro, S. Bartolomeo in Strada und S. Gervasio

e Protasio in Pavia. Es folgt eine weitere Handschrift in

italienischer Sprache über Landvermessung, wie sie im

Herzogtum von Mailand praktiziert wird (16 nn. Bl.). Als

letzte Handschrift eingebunden eine Sammlung von Sonetten

teils mit kuriosen, anzüglichen Titeln wie „Un inglese

capisce una monaca s'allude al catto d'Elena“ (9 nn. Bl.). –

Unter den eingebundenen Drucken in deutscher, italienischer

und ungarischer Sprache finden sich Doktoratsthesen

(darunter diejenigen der Reichsfürsten Aloysius und Friedrich

zu Öttingen, „Sätze aus der Geometrie“, Wien, Kurzböck,

1773) sowie diverse akademische Abhandlungen und

Kleinschriften, wie etwa eine „Risposta della città, e provincia

di Cremona“ (Cremona 1709) und ein „Progetto

d'un nuovo sistema di taglia da pratticarsi nello stato di

Milano“, „Eine kurze Anrede“ eines lutherischen Konvertiten

in der Jesuitenkirche in Preßburg (Preßburg, Landerer,

1761), die „Positiones litterariae“ des Grafen Franz Esterházy,

Wien, Kurzböck, 1752, eine „Explication de la carte

des nouvelles découvertes au nord del la Mer du Sud“ von

J. N. Delisle, Paris 1752, sowie am Schluß die seltene Schrift

des Freiherrn Joseph von Sonnenfels, betitelt „Das Gesicht

des Sohnes Sela Haschemesch, das er gesehen hat über Fran-


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Nr. 28

zen den Ersten, römischer Kaiser, gesegnetesten Gedächtnisses“,

Wien, Trattner, 1765 – Giese 735). – Erster Titel mit

Besitzvermerk eines Piaristenkollegs (Großwardein?) und

Bibliotheksstempel; einige Ecken geknickt, leicht gebräunt

und fleckig.

27 NÜRNBERG – „Sattler und Zaummacher-Ordnung“.

Deutsche Handschrift auf Papier. Ca. 1760.

Fol. 18 Bl. Leicht beschäd. Hpgt. d. Zt. (8) 300,-

Abschrift in recht flüchtiger Kopistenschrift, am Rand mit

Inhaltsangaben von anderer Hand in roter Tinte (hier findet

sich auch das einzige Datum: „Also abgeändert, den Aprilis

1763, vi Protocolli de eodem“). – Wenig fleckig.

28 ULLMANN – „Kurtzer Entwurff und Beschreibung

eines künstlichen, nützlichen, und wahrhafften

Hauß Bergwercks. Welches durch daß

Chymische Gezäh, oder werckzeich betrieben,

und mit denen Metallen alß: Kupffer, Eisen, Bley,

und Quecksilber in einen Veredlungs Stand ge -

setzet wird. Entworfen von Ant. Ullmann ... Ao.

1767.“ Deutsche Handschrift auf Papier. O. O.

1767. Kl.-4°. (Blattgr.: 19,7 x 16,2 cm). Mit kalligraphiertem

Titel in Rot und Schwarz und 4 gefalt.

Tafeln mit einigen aquarellierten Zeichnungen.

Alle Bl. mit Textrahmen. 23 Bl. Blindgepr. Ldr. d.

Zt. (Rücken und Schließbänder erneuert, berieben

und bestoßen). (129) 1.500,-

In gleichmäßiger Kurrentschrift abgefaßtes metallurgischalchemistisches

Handbuch über die Einrichtung von Apparaturen

und Laboratorien zur Metallveredelung und die

Handschriften

entsprechenden Verfahrensweisen. Im Mittelpunkt stehen

dabei die Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung, sogar

der wirtschaftliche Nutzen der Methoden wird kalkuliert.

Der Autor des unpublizierten Werks, Anton Ullmann,

erklärt sein Anliegen in der Vorrede: „Ich sage Hauß Bergwerck,

weilen man hier nicht in die Grube fahret, und mit

Schlägl, und Eißen arbeitet, sondern man hat seine fleissige

Arbeit, Aufsicht, und Treue zu Hauß in dem Laboratorio

bey dem Vulcano anzuwenden, wann man die Außbeuth

von den außgebragten Silber und Gold, nechst der Hülfe

Gottes genüssen will.“ Ullmann, über den sonst nichts

bekannt geworden ist, bezeichnet sich als ein „der Chymia,

Metallurgia und der Mathematic Beflissener“. Bei dem bei

Poggendorff (II, 73) erwähnten Johann Christoph Ullmann

(1771-1821, Professor der Berg- und Hüttenkunde) könnte

es sich um den Sohn des Verfassers handeln. Die sauber ausgeführten

Tafeln zeigen Einrichtungen des „Hausbergwerks“,

teils mit erläuterndem Text, darunter der Bauplan

eines Laboratoriums, mehrere Schmelzöfen und Risse und

Schnitte vom Aufbau „einer Limatur oder Feilmühl, so auf

Arth einer Sög Mühle zu erbauen wäre“. – Erste Bl. sauber

angefalzt; etw. gebräunt und gering fleckig. – Siehe Abbildung.

Metallurgial-alchemical manual on installation of equipment

and laboratories for metal processing and corresponding

procedures. – First leaf neatly mounted at joint;

somewhat browned and minimally soiled. – Contemporary

blind-pressed calf (rebacked and clasp ribbons renewed,

rubbed and scuffed). – See illustration.

29 MODENA – PIO DI SAVOIA – „MISURE E

MAPPE de' Beni dell' Eccellentissimo Signor

Principe Don Giberto Pii Nelle Giurisdizioni di

S. Felice, Formigine, Spezzano, Sassuolo, e Giulia,

Stato di Modena. Allivellati a diverse Persone


come avanti. Fatte da noi Girolamo Gibertini,

e Stefano Calderini Periti Agrimen(so)ri. Li 30.

del Mese d'Agosto nell'Anno 1769.“ Italienische

Handschrift auf Papier. Oberitalien, 1769-74. Gr.-

Fol. Mit tls. in Gold kalligraphiertem Titel mit

großer Wappendarstellung in lavierter Federzeichnung

und 30 meist doppelblattgr. aquarellierten

Plänen. Zus. 65 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt

und bestoßen). (19) 8.000,-

Verzeichnis der Landbesitzungen der Familie Pio di Savoia

in den zur Provinz von Modena gehörigen Bezirken um

S. Felice sul Panaro im Norden und Sassuolo im Süden der

Stadt Modena. Die topographisch präzise dargestellten Ländereien

– teils ganze Landgüter, teils vereinzelte Flurgrundstücke

von geringer Größe, wurden von den beiden

im Titel genannten Landvermessern erfaßt und in Begleittexten

unter Angabe der Vermessungsdaten beschrieben.

Genannt werden auch die Besitzer der angrenzenden

Grundstücke. – Sauber ausgeführte, detailreiche Pläne in

dezenter Farbigkeit; besonders schön die immer neu variierten

Darstellungen der Windrosen. Der Titel mit großem

Familienwappen in schwungvollem Rocaillerahmen. –

Giberto Pio di Savoia war der siebte Marchese von Castel

Rodrigo. Mit seinem Tod im Jahre 1776 erlosch der spanische

Zweig der sogenannten Gibertinischen Linie der Familie

Pio di Savoia. Das bedeutende lombardische Adels -

geschlecht der Pio führt sich auf den Reichsvikar in

Modena, Manfredo, im 14. Jahrhundert zurück. Manfredo

errichtete in Carpi bei Modena eine eigene Herrschaft. Im

Jahre 1418 erhielt die Familie das Privileg, sich „di Savoia“

zu nennen. Kaiser Karl V. und die Este beendeten die Herrschaft

in Carpi jedoch im Jahre 1525. Die Gibertinische

Linie der Familie begann in der Mitte des 16. Jahrhunderts

in Sassuolo, das ihr Begründer Gibert mit Herzog Ercole I.

von Ferrara gegen verbliebene Besitzungen in Carpi und

Soliera eingetauscht hatte. Die Güter in Carpi sind in einem

zwei Karten umfassenden Anhang verzeichnet (mit Daten

1771 und 1774, eingeleitet mit Titel in gemalter Kartusche:

„Livellarj dell'Ecc.ma Casa Pii nel Principato di Carpi“). –

Bindung gelockert, einzelne Bl. lose; stellenw. ein wenig

fingerfleckig. – Siehe Abbildung Tafel 2.

Land estate register of the family Pio di Savoia in the

districts around S. Felice sul Panaro in the north and

Sassuolo in the south belonging to the province of Modena.

– Neatly executed and detailed plans in soft colouring; very

attractive are the various illustrations of compass roses. Title

with large family arms in lively rocaille frame. – Binding

loosened, somes leaves loose; here and there with fingermarks.

– Contemporary half calf (scratched and scuffed). –

See illustration on plate 2.

30 HITOPADESHA – Indische Handschrift auf

Papier. Nordindien?, wohl spätes 18. Jhdt. Qu.-4°

(18,5 x 26 cm). Mit 324 (26 ganzseit.) Deckfarbenminiaturen

in rot-gelber Umrahmung. Hervor -

hebungen in Rot. Durchgehend mit roten Doppelstrichen

an den Rändern regliert. 258 tls. num.

Bl. (die letzten 15 weiß). Schlichte mod. Lwd.

(104) 15.000,-

Aus dem Sanskrit übersetzte Sammlung von Märchen und

Erzählungen, die überwiegend aus der Hitopadesha stammen.

Die mit sehr feinen Miniaturen illustrierte Prachthandschrift

dürfte für einen Fürstenhof im nordwest -

indischen Rajasthan (vielleicht Jodhpur) im späten 18. Jahr-

Handschriften 9

hundert entstanden sein. Die Hitopadesha ist eine Sammlung

von Erzählungen aus der indischen Mythologie,

die ursprünglich in Sanskrit überliefert worden ist, seit dem

8. Jahrhundert aber ins Persische, Arabische und einige

andere Sprachen übertragen worden ist. Die Sprache der

vorliegenden, sauber und gleichmäßig ausgeführten Handschrift

ist Rajasthani in Devanagari-Schrift, wie sie in Nordindien

etwa seit dem 12. Jahrhundert verwendet wird. Die

Handschrift läßt sich anhand des Miniaturenstils wohl noch

in die Zeit vor 1800 datieren. Die sehr sauber und fein gearbeiteten

Miniaturen zeigen viele höfische Szenen, teils mit

freizügigen erotischen Darstellungen, Kriegshandlungen,

prachtvolle Umzüge mit Sänften, daneben aber auch zahlreiche

Szenen aus der Mythologie mit unterschiedlichsten

Tieren. Die erste Miniatur stellt den Gott Shiva mit seiner

Frau Parvati, Ganga (als Fluß, der seinem Haar entspringt)

und dem Stier Nandi dar. – Bindung im 20. Jhdt. erneuert,

dabei sämtliche Bl. auf Bugstegen mont., einzelne Textbl.

von unkundiger Hand nachträglich auf dem Kopf stehend

eingeb.; tls. kleine Randschäden, Miniaturen mit vereinzelten

Farbabplatzungen, stellenw. ein wenig fleckig, gering

gebräunt. – Siehe Abbildungen Tafel 3.

Collection of fairytales and stories translated from Sanskrit,

originating mainly in the Hitopadesha. The magnificent

manuscript illustrated with very delicate miniatures was

probably made for a princely court in the northwestern

Indian region of Rajasthan (perhaps Jodhpur) in the late

18th century. The Hitopadesha is a collection of stories from

the Indian mythology, originally in Sanskrit, but since the

8th century translated into Persian, Arabic and some other

languages. The language of the present manuscript, very

clean and uniform, is Rajasthani in Devanagri characters as

used in North India since the 12th century. In the light of

the miniature style the manuscript can be dated more or less

in the period before 1800. The very finely carried out

illuminations show many courtly scenes, partly with explicit

erotic illustrations, battles, magnificent parades with sedan

chairs, but also numerous mythological scenes with various

animals. The first illumination represents the god Shiva with

his wife Parvati, Ganga (as river arising from his hair) and

the bull Nandi. – Binding renewed in the 20th century,

mounting at the same times all the leaves in the joint, some

text leaves bound-in afterwards upsidedown in an unskilled

way; partly small tears in margin, colour of illuminations occasionally

bursted, here and there some soiling, minor browning.

– Simple modern cloth. – See illustrations on plate 3.

31 „KOCH-BUCH worinn 481 Stücke vornehm

und gut zuzurichtende Speisen, dann 19 Stücke

bewährte Mittel für einige Krankheiten nach den

am Ende befindlich vollständigen Register zu

erfinden sind.“ Deutsche Handschrift auf Papier.

Barbing (bei Regensburg), spätes 18. Jhdt. 378 S.

(ohne S. 41/42 und 369-378), 21 Bl. Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. (stellenw. Wumspuren, etw.

fleckig, beschabt und bestoßen). (157) 400,-

Laut Vermerk auf dem Titel im Auftrag einer Theresia

Waldburga Brugger geschriebene Rezeptesammlung. Diese

war „Pflegerin zu Barbing“, die Gattin des 1820 im Alter

von 70 Jahren verstorbenen Matthias Brugger, nachweisbar

als Pfleger in Barbing bei Regensburg (siehe Regensburger

Wochenblatt, Bd. X, 1820, S. 788). Die „Schreibgebühr“

betrug 3 fl. 40 kr., einschließlich des Einbands. – Enthält

Rezepte zu allen Arten von Speisen, wie sie offenbar in dieser

Zeit im gehobenen Haushalt eines Staatsbediensteten

üblich waren. – Papier mit Wasserzeichen des Regensburger


10

Stadtwappens (gekreuzte Schlüssel im Rund, Umschrift

„Regensburg“). – Es fehlen elf Blätter. – Etw. gebräunt und

fleckig. – Beiliegend eine Urkunde der Familie Brugger

(Taufbestätigung der Tochter von Theresia und Matthias

Brugger, Elisabeth, geboren 1792, ausgestellt Barbing 1810).

Daraus geht hervor, daß die Eignerin des Kochbuchs die

Tochter eines Thurn und Taxisschen Hofrats gewesen ist,

was den kulinarischen Anspruch ihrer Küche erklärt. –

Weiterhin beiliegend ein hübsches Gebetbuch „Geistlicher

Seelen Trost“, deutsche Handschrift auf Papier, „Trebets“

(wohl ein Weiler oder Forstamtsbezirk in der Oberpfalz),

datiert 5. 5. 1785, abgefaßt von einem Johann Lorenz

Taucher.

32 MUHAMMAD AL-GAZULI – „DALA'IL AL-

HAIRAT“ („Die Beweise der Wohltaten“). Arabische

Handschrift auf geglättetem Papier. Wohl

Nordindien, 1198 (= 1784). Mit 6 'Unwan-Doppelseiten

in Gold und Deckfarben sowie doppelseit.

Miniatur. Textblöcke aller Seiten von breiten

Randleisten mit floralem Dekor eingefaßt (Schriftspiegel:

15,5 x 9,5 cm), breite Zeilenlinien in Gold.

83 nn. Bl. Rotes Ldr. d. Zt. mit geprägten Ornamentkartuschen

und reicher floraler Goldbemalung

(Rücken erneuert, eine Ecke mit Riß; etw.

beschabt und bestoßen). (1) 1.500,-

Das populärste der sunnitischen Gebetbücher, hier in

prachtvoller Ausstattung und in einem größeren als dem

sonst üblichen Taschenformat vorliegend. Geschaffen für

eine hochrangige Persönlichkeit, dem Schriftduktus nach

zu schließen wohl in Nordindien, vielleicht in der Region

Kaschmir. – Der Verfasser, Muhammad al-Gazuli (oder: Sidi

Mohammed bin Sulaiman al-Dschazuli, ca. 1390-1465),

wird als einer der „sieben Heiligen von Marrakesch“ verehrt.

Er war der Erneuerer der Schadhiliyya (des Sufi -

ordens) und gilt als einer der populärsten Heiligen des

Islam. Sein hier vorliegendes Hauptwerk ist ein Lobgesang

auf den Propheten. Die doppelseitige Miniatur mit einer

Ansicht der heiligen Stätten von Mekka, die prachtvollen

Eröffnungszierseiten der einzelnen Kapitel mit wiederholtem

Schema, aber vielfältig variierten Ornamentdetails. –

Am Ende hinzugefügt eine Konkordanz der Wochentage,

rückseitig Vermerke. – Erster 'Unwan mit kleinem restaurierten

Loch, Miniatur mit kleinem restaurierten Einriß,

vereinzelte Tintenverwischungen, Abklatsch und Verklebungsspuren;

leicht gebräunt, stellenw. wenig fleckig. –

Siehe Abbildung Tafel 4.

The most popular of Sunnite prayer books, here in magnificent

design and in a larger than usual pocket size. Made for

a high-ranking personality, after the handwriting probably

in Northern India, perhaps in the Kashmir region. – The

double page miniature with a view of the holy places of

Mekka, the splendid ornamental introductory pages of the

various chapters with repeated pattern, but many different

ornament details. – A concordance of the weekdays is added

at the end with notes on verso. – First 'Unwan with small

restored hole, miniature with small restored tear, isolated ink

blurring, offsetting and glue traces; slightly browned, here

and there a little soiled. – Contemporary red calf with tooled

ornament cartouches and rich floral gold painting (rebacked,

one corner with tear; a little scratched and scuffed). – See

illustration on plate 4.

Handschriften

33 OKKULTISTISCHE ARABISCHE HAND-

SCHRIFT auf geglättetem Papier. Orient, wohl

18. oder frühes 19. Jhdt. 4°. Mit zahlr. eingezeichneten

Zahlen- und Buchstabenquadraten. 167 nn.

Bl. Etw. läd. blindgepr. Ldr. d. Zt. mit Deckel -

lasche. (84) 300,-

Einfache Gebrauchshandschrift mit starken Benutzungsspuren,

teils bis in die neueste Zeit fortgeführt (mehrere

Zahlenquadrate in Kugelschreiber hinzugefügt). Vielerlei

Zusätze auf leeren Blättern am Anfang (7 Bl.) und Ende

(5 Bl.) sowie den Vorsätzen weisen vom Schriftduktus

(Maghribi) her auf eine nordafrikanische Provenienz hin,

doch entspricht dieser Duktus nicht dem Haupttext. Die

Handschrift weist über den gesamten Text verstreut magische

Quadrate auf, teils mit Zahlen, teils mit Wörtern (wie

„Allah“, „Licht“, „Erde“ etc.), manchmal auch beides in

Kombination. Immer wieder kommen Zitate aus dem

Koran oder islamischen Gelehrten vor. Am Schluß Fortführung

von anderen Händen, hier mit vielen Bittgebeten.

– Okkultistische Handschriften sind im Islam selten, weil

sie von offizieller Seite meist verboten wurden. – Unvollständig,

doch von alter Hand ergänzt. – Einzelne Bl. ge -

lockert, stark fingerfl. und gebräunt, viele Marginalien,

Ränder tls. mit Einrissen und Ausbrüchen.

34 PALMBLATTHANDSCHRIFT. Javanisch. 19.

Jhdt. 105 Bl. 425 x 35 mm. Aufgezogen auf Schnur

zwischen zwei rotbraun bemalten Holzstäben mit

ornamentalem Schnitzwerk. (8) 250,-

35 SAADI – „KULLIYAT-I SA'DI“ (Sämtliche

Werke Saadis). Persische Handschrift auf geglättetem

Papier. Iran, 19. Jhdt. Fol. Mit 'Unwan-

Doppelseite und 14 Kopfstücken in Gold und

Deckfarben. Innerer Textspiegel (16,5 x 9,2 cm)

von Rahmen aus goldenen und schwarzen Linien

eingefaßt, äußerer Schriftspiegel (25,2 x 14 cm) mit

schwarzer Rahmenlinie. Kapitelüberschriften in

Rot. 223 nn. Bl. (letztes weiß). Hldr. d. Zt. mit je

drei geprägten Kartuschen auf den Deckeln mit

floralen Motiven sowie Goldornamentik (be -

schabt und bestoßen). (55) 2.500,-

Im Iran entstandene Handschrift der Kadscharenzeit im

Nastalik-Duktus mit den Werken des Scheichs Saadi, beginnend

mit den persischen Kasiden (Elegien). Weiterhin enthalten

der berühmte Golestan (Rosengarten), der Bustan

(Obstgarten), die Ghazaliat (lyrische Gedichte), Mofradat,

Robaiat u. a. Alle Seiten aufgeteilt in ein inneres und ein

äußeres Schriftfeld (dieses mit querverlaufender Schrift), die

simultan zwei verschiedene Werke enthalten. Am Beginn

eines jeden Werks Kopfstücke in reicher floraler Ornamentik,

diejenigen in den inneren Schriftfeldern größer als die

äußeren. Die 'Unwan-Doppelseite mit großem Kopfstück

und friesartigen Textrahmen aus Rankenwerk. – Auf Papier

mit Wasserzeichen „Almasso“ und großem Wappenschild

(Italien, mittleres 19. Jahrhundert). – Charakteristischer

kadscharischer Lackeinband mit Blumen in den geprägten

Kartuschen und filigraner floraler Goldornamentik auf den

Deckeln. – Vorsätze mit Besitzvermerken und Notizen,

'Unwan-Seite mit 2 Randeinrissen; stellenw. ein wenig

gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 4.


Manuscript of the Qajar period made in Iran in Nastalik

characteristics with the works of sheik Saadi. All pages

divided in an inner and outer writing field (the latter with

transverse characters) containing at the same time two

different works. At the beginning of each work head pieces

with rich floral ornaments, larger in the inner writing areas.

The 'Unwan double-page with large head piece and text

framed by scroll-work. – Characteristic Qajar lacquer

binding with flowers in tooled cartouches and floral filigree

gold ornaments on sides. – Endpapers with ownership entries

and notes, 'Unwan page with 2 tears in margin; here and

there a little browned and soiled. – Contemporary half calf

with three tooled cartouches on each side with floral motives

and gold ornaments (scratched and scuffed). – See illustration

on plate 4.

36 „DU'A-I IHTIGAB Ganâb-i Amîr-al-Mu'minîn“

(Bittgebet für den „Fürsten der Gläubigen“). Arabische

Handschrift auf geglättetem Papier. Wohl

Iran, erste Hälfte 19. Jhdt. Mit halbseit. 'Unwan

in Gold und Deckfarben sowie 6 goldhinterlegten

Überschriften in Rot mit floralen Einfassungen in

Deckfarben. Textblöcke aller Seiten von goldenen

Zierleisten gerahmt (Schriftspiegel: 14,8 x 8,4 cm).

12 nn. Bl. Flex. weinrotes Ldr. d. Zt. (Rücken mit

Einrissen an den Kapitalen; beschabt und bestoßen).

(55) 800,-

Ein Gebetbuch schiitischer Sufis in der Tradition von Uwais

al-Quaranî, der als Begründer der schiitischen Sufitradition

gilt und ein Zeitgenosse des Propheten Mohammed gewesen

sein soll. „Fürst der Gläubigen“ war der Titel aller Kalifen,

jedoch ist hier der erste schiitische Imam Ali gemeint,

der gleichzeitig der vierte Kalif gewesen ist. – Geschrieben

in schwarzer Tinte im Naschi-Duktus, in durchschnittlicher

kalligraphischer Qualität. Das Kopfstück des 'Unwan

ist dagegen von außerordentlicher Feinheit und dürfte von

einem erstrangigen Illuminator stammen. – Bindung ge -

lockert und einzelne Blätter lose; leicht gebräunt, Ränder

tls. etw. fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 4.

Prayer book of Shiite Sufis in the tradition of Uwais al-Quarani,

considered to be the founder of Shiite Sufi tradition and

supposed to have been a contemporary of Mohamed. – Written

in black ink in Naschi, in an average calligraphic quality.

The head piece of Unwan however is extremely delicate and

is probably from a first-rate illuminator. – Binding loosened

and some leaves loose; slightly browned, margins partly a little

soiled. – Contemporary wine-red limp calf (spine with tears at

turn-ins; scratched and scuffed). – See illustration on plate 4.

37 „DU'A-I KUMAIL“ („Das Gebet Kumails“).

Arabische Handschrift auf geglättetem Papier.

Iran, wohl erste Hälfte 19. Jhdt. Qu.-8°. Mit halbseit.

'Unwan in Gold und Deckfarben, zahlr. goldhinterlegten

Überschriften mit floralen Einfassungen

in Deckfarben und Zeilentrennern in

Gold. Textblöcke aller Seiten von Zierleisten in

Blau, Gold und Rot gerahmt (Schriftspiegel: 10,5

x 5,3 cm). 157 nn. Bl. Flex. Ldr. d. Zt. (Rücken

erneuert; stark beschabt). (55) 500,-

Eines der populärsten schiitischen Gebetbücher, hier im

Taschenformat vorliegend (sogenanntes „Safîna“- oder

„Schiffchenformat“) und abgefaßt im Naschi-Duktus,

Handschriften 11

beginnend mit der Koransure 36 (Yâ-Sîn). Der arabische

Text teils mit persischer Interlinear-Übersetzung im Nastalik-Duktus,

diese in roter Tinte geschrieben. Da der Schluß

und damit auch das Kolophon fehlt, ist die Datierung nur

anhand des Papiers und der Farben möglich (Kadscharenzeit).

– Erstes Bl. mit restaurierten Ausbrüchen (florale

Goldmalerei ergänzt), 'Unwan tls. abgerieben; leicht ge -

bräunt, stellenw. etw. fleckig.

One of the most popular Shiite prayer books, here in pocket

size. – First leaf with restored breaks (floral gold painting

replaced), 'Unwan partly rubbed off; slightly browned, here

and there a little soiled. – Contemporary limp calf (re backed;

heavily scratched).

38 HAFIS – DIWAN-I HAFIZ. Persische Handschrift

der Kadscharenzeit auf geglättetem Papier.

Iran, 1. Hälfte 19. Jhdt. 202 nn. Bl. (erste und letzte

zwei weiß). Durchgehend blind regliert. Rotes

Ldr. um 1900 (Rücken etw. faltig, kaum berieben).

(55) 300,-

Der berühmte „Diwan“ des persischen Dichters Hafis (arabisch

Hafiz, Ehrentitel für jene, die den Koran auswendig

können), eine im 14. Jahrhundert entstandene, im Laufe der

Zeit um fremde Texte erweiterte Gedichtsammlung. – In

sehr feinem und eleganten Nastaliq-Duktus mit vielen Ligaturen

und Übergängen zum Shikasta-Duktus abgefaßtes

Manuskript. Illumination nicht ausgeführt. Auf dünnem,

feinen Papier mit starker Glättung. – Innengelenke brüchig,

zwei Bl. mit restauriertem Eckabriß; einzelne Tintenspuren,

wenig fleckig.

39 „RÄTSEL, Gedichte und Stellen gesammelt von

W. Lorsch“. Deutsche Handschrift auf Papier.

Deutschland, erste Hälfte 19. Jhdt. Schmal-8°. Mit

zahlr. Feder- und Bleistiftzeichnungen. 44 Bl. Eingetragen

in ein Notizbuch des 16. Jhts. Pgt. d. Zt.

unter Verwendung einer Antiphonarhandschrift

des späten Mittelalters (Rücken defekt; fleckig,

berieben und bestoßen). (5) 200,-

Sammlung humorvoller Rätselsprüche und Bilderrätsel

(Rebus). Am Anfang mehrere teils längere Texte, darunter

ein scherzhafter Lebenslauf, Grabinschriften, „Fragen und

Aufgaben“ mit ihren Lösungen, Scherzgedichte und Wortspiele.

Darauf folgen in dilettantischer, aber amüsanter Art

gezeichnete Bilderrätsel, darunter eines zum Schiller-Zitat

„Die Welt ist vollkommen überall“. – Eingetragen in ein

Notizbuch des 16. Jahrhunderts mit altem Papier (Wasserzeichen:

Narrenkopf), der Einband mit bereits zweitverwendetem

Pergamentmanuskript (ca. 14. Jht.). – Ein wenig

fleckig, leichte Gebrauchsspuren.

40 FIGARI – „Institutiones physico-matheseos

traditae a R. P. Figari, S. I. in Collegio Romano

1835/36.“ Lateinische Handschrift auf Papier.

Rom 1835/36. Mit 5 gefalt. Tafeln mit einigen

Schemazeichnungen (letzte außer Numerierung

weiß) und gezeichneter Vignette. 1 Bl., 172 S., 8 Bl.

(einige weiße zwischengeb.). In Bleistift regliert

(meist ausradiert). Pp. d. Zt. mit Buntpapierbezug

(etw. beschabt und bestoßen). (127) 600,-


12

Mathematische und physikalische Aufzeichnungen eines

gelehrten Jesuiten an der römischen Jesuitenuniversität,

dem Collegio Romano, über Mechanik, Kräfte, Dynamik,

Hydrostatik, Gravitationslehre und Astrophysik. Vom Verfasser

ist nichts bekannt geworden (nicht im IBI). Vielleicht

handelt es sich um ein Vorlesungsskript. Abgefaßt ist die

Handschrift in einem außerordentlich gleichmäßigen und

feinen Duktus. Auf S. 172 bricht sie bei der Mechanik der

Himmelskörper unvermittelt ab, das folgende Blatt ist noch

regliert. Auch die letzte Tafel zur Astronomie ist ohne

Zeichnungen geblieben. Nach mehreren leeren Blättern

folgt ein letzter Teil VI über die Optik. Am Ende Schlußvermerk

„A. M. D. G.“ („ad majorem dei gloriam“). Vorangestellt

ein deutsches Zitat aus Friedrich von Schillers „Spaziergang“:

„Aber im stillen Gemach entwirft bedeutende

Zirkel / sinnend der Weise ...“ – Fast fleckenfrei und mit

Ausnahme des Titels nur minimal gebräunt.

Latin manuscript on paper. – Notes on mathematics and

physics by an erudite Jesuit at the Roman Jesuit university,

the Collegio Romano, regarding mechanics, force, dynamics,

hydrostatics, gravitation and astrophysics. – Almost immaculate

and apart from title only minimally browned. – Contemporary

cardboard, coloured paper cover material (some

scratching and scuffing).

41 CAREW CASTLE – WAPPENBUCH – Englische

Handschrift auf Papier. England um 1837.

Mit 29 (18 aquarellierten) Federzeichnungen.

12 Bl. (und einige weiße). Buntpapier-Brosch. d.

Zt. (Rücken angeplatzt; lichtrandig, beschabt und

bestoßen). (100) 200,-

Von einer Dame aus dem Geschlecht der Carew of Carew

Castle angelegtes Album mit den Wappen bedeutender englischer

Adelsgeschlechter, angefangen mit den Dukes of

Somerset und Wellington. Das eigene Familienwappen mit

dem Motto „J'espère bien“ folgt erst in der Mitte des

Albums. Komplett aquarelliert sind nur wenige Wappen am

Anfang, die meisten teilkoloriert (einige auch vergoldet). –

Auf Papier mit Wasserzeichen „J Whatman 1836“, vorderer

Innendeckel mit Namenszug der Eignerin „Caroline Carew

1837“. – Stellenw. etw. fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung

Seite 1.

42 „ISA MESIHIN COBANLI HAVARLIGI“.

Osmanisch-türkische Handschrift in arabischer

Schrift. Osmanisches Reich, 2. Hälfte 19. Jhdt.

Text von blauen und goldenen Rahmenlinien eingefaßt

(Textspiegel: 15,5 x 8 cm). Überschriften

und Hervorhebungen in Rot. 46 nn. Bl. Hldr. d.

Zt. mit floralen Malereien auf den Deckeln

(Rücken erneuert, wenig beschabt und bestoßen).

(55) 600,-

Christliche Gebrauchshandschrift über Jesus Christus mit

Erzählungen aus dem Neuen Testament und Gebeten (Textbeginn:

„Bin sekiz yüz yil olur ki bir garib olan ...“) auf sehr

fein geglättetem Papier und in schöner Kalligraphie. – Der

überaus dekorative kadscharische Lackeinband aus Persien,

wohl ebenfalls aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

stammend, mit typischen Blumendarstellungen auf beiden

Deckeln sowie auf den Spiegeln, wohl nicht für diese Handschrift

geschaffen, sondern in Zweitverwendung. – Wenig fleckig,

gelegentlich Tintenabklatsch. – Siehe Abbildung Tafel 5.

Handschriften

Christian manuscript for use on Jesus Christ with stories

from the New Testament and prayers on finely polished

paper and in beautiful calligraphy. – The extremely deco -

rative Qajar lacquer binding from Persia, probably also

from the second half of the 19th century, with typical

illustrations of flowers on both sides and on paste-downs,

possibly not made or meant for this manuscript, but as

second use. – Hardly soiled, occasionally ink offsetting. –

Contemporary half calf with floral paintings on covers

(rebacked, hardly scratched and scuffed). – See illustration

on plate 5.

43 KORAN – Arabisch-osmanische Handschrift auf

geglättetem Papier. Wohl westliche Türkei, 1281

(= 1864). 17,5 x 11,5 cm. Mit doppelseit. 'Unwan

in Gold- und Deckfarben, Kolophon in Gold -

rahmung und floraler Bordüre, Surenüberschriften

und Schriftrahmen in Rot, Dschus-Zählung

mit einigen floralen Randmedaillons und zahlr.

Goldpunkten als Versteilern. 303 nn. Bl. Blindund

goldgepr. rotes Ldr. d. Zt. mit Deckellasche

(vorderes Gelenk gebrochen; beschabt und bestoßen)

in mod. Lwd.-Kassette (etw. berieben). (97)

200,-

In einfacher Kalligraphie abgefaßter Gebrauchskoran, laut

Kolophon im Ramadan 1281 von Hafiz Mehmed Lutfi, der

sich als Schüler eines Hafiz Mustafa Hilmi aus Ankara

bezeichnet, beendet. – Kustoden nur bis etw. zur Mitte der

Handschrift gesetzt, dann weggelassen. – Zwei Lagen lose,

mit Falt- und Knickspuren, einzelne Tintenverwischungen,

stellenw. fleckig und leicht gebräunt.

44 MEXIKO – „ARMEE MEXICAINE. 1“. (Deckel -

titel). Deutsche Handschrift auf Papier in Form

eines Leporellos mit 10 mont. aquarellierten Bleistiftzeichnungen.

Ca. 1865. Lwd. d. Zt. mit goldgepr.

Deckeltitel (Gelenke mit Einrissen; berieben

und bestoßen). (135) 800,-

Offenbar auf Erweiterung angelegtes Album mit den Uniformen

des österreichischen Freiwilligenkorps in Mexiko

unter Kaiser Maximilian I. von Habsburg (Amtszeit 1864-

67). Dargestellt sind Offiziere (darunter auch Husaren und

Ulanen), Sanitäter und Musiker, fast alle in den typischen

Uniformen mit roten Hosen und blauen Jacken. Unter jeder

Zeichnung eine kurze handschriftliche Bezeichnung der

militärischen Ränge. – Recht anspruchslose, doch durchaus

detailgetreue Zeichnungen. Die Landschaftskulissen nicht

aquarelliert. – Etw. fleckig. – Aus der Bibliothek von Schloß

Hachenburg im Westerwald. – Siehe Abbildung Tafel 5.

German manuscript on paper in form of leporello with

10 mounted pencil drawings coloured by hand. Ca. 1865. –

Album with uniforms of the Austrian volunteer corps in

Mexico under emperor Maximilian I of Habsburg (term in

office 1864-67). – Some soiling. – From the library of Castle

Hachenburg in the Westerwald. – Contemporary cloth with

gilt stamped title on board (joints with tears; rubbed and

scuffed). – See illustration on plate 5.


Dem König von Spanien gewidmet

45 „SOUVENIR DE LA MER. Varech de l'Océan

récolté et desséché en Bretagne. 30 Mars 1868 jour

del la St. Amédée de Savoie. A son Altesse Royale

le duc d'Aoste, Vice-Amiral“. Französische Handschrift

auf Papier. Frankreich 1868. Mit kalligraphiertem

Titel und 51 gepreßten botanischen Präparaten

(Exsikkaten). 53 Bl. (letztes weiß). Pp. d.

Zt. mit Buntpapierbezug und dreiseit. Goldschnitt

(wenig fleckig und berieben). (21) 800,-

Sammlung von getrockneten und gepreßten Seegras- und

Tangpräparaten in vielfältigen Formen und Farben von sehr

dekorativer, ästhetisch reizvoller Wirkung. Das Album muß

von einem Fachmann angelegt worden sein, da die Präparate

offenkundig professionell hergestellt worden sind und

jedes mit dem wissenschaftlichen Namen bezeichnet ist

(teils in Tinte, teils in Bleistift). Der nicht namentlich

genannte Widmungsträger ist der erste Herzog von Aosta,

Amadeus Ferdinand Maria von Savoyen (1845-1890), der

1870-73 König von Spanien gewesen ist (er dankte ab, nachdem

er nur knapp einem Mordanschlag entkommen war).

Amadeus war ein Sohn des italienischen Königs Viktor

Emanuel II. In seinen Jugendjahren hatte er eine militärische

Karriere bei der Marine eingeschlagen. Das vorliegende

Album stammt aus dieser Zeit und war wohl ein Geschenk

zu seinem Namenstag, dem 30. März. – Die Präparate in

bemerkenswert gutem Zustand, stellenw. geringe Abplatzungen

und kleinere Schäden, Trägerpapier leicht gebräunt

und fleckig. – Exlibris der Königin von Italien, Elena von

Montenegro (1873-1952), Gattin König Viktor Emanuels

III. – Siehe Abbildung.

Collection of dried and pressed eel grass and seaweed

preparations in multiple forms and colours with an aesthetically

charming effect. The album was probably designed by

an expert as the preparations were obviously made in a

professional way and each has a scientific name (partly in

ink, partly in pencil). The person to whom this collection is

dedicated is the first duke of Aosta, Amadeus Ferdinand

Maria of Savoyen (1845-1890), who has been king of Spain

1870-73 (he abdicated after an assassination attempt on

him). – The preparations in remarkably well condition,

here and there a little bursted and with some smaller damages,

supporting paper slightly browned and soiled. – Exlibris

of the queen of Italy, Elena of Montenegro (1873-1952), wife

of king Viktor Emanuel II. – Contemporary cardboard

covered with marbled paper and three-sided gilt edge

(hardly soiled and rubbed). – See illustration.

46 BREMEN – „KARTEN der öffentlichen Grundstücke

in der freien Hansestadt Bremen nebst Vermessungsregister

und Beschreibungen. Bearbeitet

im Jahre 1869 von G. H. Lindmeyer. Geometer.“

Deutsche Handschrift auf Papier. Bremen 1869.

Gr.-Fol. Mit 31 aquarellierten Plänen und Grundrißzeichnungen.

34 nn Bl. Hldr. d. Zt. mit goldgepr.

Deckelschild (stärker beschabt und bestoßen,

Gelenke angebrochen). (39) 1.500,-

Handschriften 13

Nr. 45

In verschiedenen Maßstäben im Verhältnis von 1:100 bis

1:1000 präzise gezeichnete und aquarellierte Pläne von

31 Grundstücken, die sich damals im Besitz der Stadt Bremen

befanden. Die einzelnen Objekte sind in einem dem

Titel nachgebundenen Inhaltsverzeichnis aufgeführt; dieses

ist in lateinischer Schreibschrift verfaßt. Es folgen jeweils

ein Blatt in deutscher, sauber geschriebener und gut les barer

Kurrentschrift mit Meßdaten (Längen und Flächen in Meter

oder Fuß), Angaben zur „Benachbarung“, gegebenenfalls

eine mehr oder minder ausführliche Beschreibung der Örtlichkeit

und eventuelle baurechtliche Bestimmungen. Diese

Textblätter sind meist einseitig, in wenigen Fällen auf beiden

Seiten beschriftet. Ihnen gegenüber ist die jeweilige Planzeichnung

auf stärkeren Zeichenkartonblättern eingebunden.

Die Zeichnung Nr. 31 ist nicht ausgeführt, Karton und

Textblatt sind weiß und weisen nur die Numerierung auf

und den Vermerk „ist augenblicklich nicht zu vermessen“;

vorgesehen war „Ein Hofplatz hinter dem öffentlichen

Brunnen im Rosenthale“. Unter den ausgeführten Darstellungen

befinden sich zahlreiche Wohnhäuser, Torhäuser,

Gemüselandflächen und Lagerplätze, ferner das Stadttheater

auf dem Walle, das ehemalige Torfmagazin im Werder,

das Sperrgeld-Erheberhaus am Hohentore, die Kaserne vor

dem Hohentore und die Stadtwaage an der Langenstraße. –

Über G. H. Lindmeyer ist nicht mehr bekannt, als daß er als

Geometer in Bremen gewirkt hat. – Titel mit Stempelrasur;

Kartonblätter etw. vergilbt und ganz leicht braunfleckig, das

Schreibpapier fast fleckfrei. – Historisches Quellenwerk in

regionalgeschichtlicher wie städtebaulicher Hinsicht.


14

47 „ST. MORITZ Juillet – Aout 1889“. Französische

Handschrift auf Papier. St. Moritz 1889. 4°. Mit

kalligraphiertem Titel und zahlr. mont. Trockenpflanzen.

30 Bl. Lwd. d. Zt. mit goldgepr. Deckeltitel

„Album“ (leicht berieben). (21) 350,-

Sammlung von sorgfältig hergestellten Trockenpflanzenpräparaten

(Exsikkaten), die im Engadin um St. Moritz

gesammelt worden sind. Die wissenschaftlichen Namen der

Pflanzen wurden zunächst auf den gegenüberliegenden Seiten

in sauberer, druckgleicher Schrift in schwarzer und roter

Tinte angelegt, später aber nur noch flüchtig mit Bleistift

eingetragen. Meist sind verschiedene Pflanzenarten stil -

lebenartig arrangiert und mittels dünner Papierstreifen

fixiert worden. – Präparate tls. mit kleinen Schäden,

Trägerpapier stellenw. ein wenig gebräunt.

48 KYOTO – VORLESUNGSMITSCHRIFTEN

eines Studenten an der 3. Oberschule (heutigen

Kaiserlichen Universität Kyoto). Japanische

Handschrift auf Papier. 4 Bde. Kyoto um 1900.

Mit einigen tls. farbigen Zeichnungen. Brosch. d.

Zt. in Blockbuchbindung mit Deckelsch. (wenig

beschabt). (101) 400,-

Mitschriften des Studenten Fujiki von medizinischen Vorlesungen

in klarer, sauberer Schrift, dazu einige Zeichnungen

(einige auch ganzseitig) mit anatomischen Details. –

Enthält: I. Medizinische Pflanzenlehre von Prof. Katahira.

– II. Anatomie von Gehirn, Nerven und Wirbeln von Prof.

Buntarô Adachi (1865-1945). – III. Anatomie der Blut -

gefäße von Prof. Adachi und Prof. Yoshi Sugano (1854-

1914). – IV. Über die fünf Sinnesorgane, mikroskopische

Untersuchungen u. a. von Prof. B. Adachi. – Teils auf vorgedrucktem

Buchpapier der Familie Fujiki. – Stellenw.

gering fleckig und gebräunt.

49 BOXERAUFSTAND – ZWEI FELDPOST-

KARTEN eines Soldaten der deutschen Truppen

beim zweiten internationalen Expeditionskorps in

Handschriften

China. Deutsche Handschrift auf Papier. China

12. 1. und 8. 4. 1901. Je 9,2 x 13,9 cm. Mit je einer

aquarellierten Zeichnung. – 2 S. (135) 200,-

Interessante Dokumente aus dem Chinafeldzug anläßlich

des Boxeraufstands. Der Verfasser berichtet darin seiner

Cousine in München vom Vorrücken der Truppen und

diversen Kampfhandlungen, insbesondere derjenigen bei

Tshang-Tschöng im März 1901 (mit Darstellung der

Schlacht im Gebirge nahe der Stadt). Die andere Karte zeigt

die Stadtmauer von Peking, dargestellt „von einem deutschen

Maler“. – Ein minimaler Eckausbruch, leichte Knickspuren,

etw. gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 5.

50 „LE LIVRE D'OR DU FOYER 1900-1920“.

Französische Handschrift auf Papier. Frankreich

(Paris?) 1920/22. 4°. Mit ca. 30 Aquarellen und

kalligraphischen Zierseiten. 78 nn. Bl. (einschließlich

zahlr. weißer). Ldr. d. Zt. mit reicher Vg.

(leicht berieben und bestoßen). (100) 300,-

Zusätzliche Abbildungen und

Volltextsuche in der Online-

Version des Katalogs.

Additional images and fulltext-search

on our website.

www.zisska.de

Zum zwanzigjährigen Jubiläum einer Wirtschaftsschule

angefertigtes Manuskript mit reizvollen eingemalten

Vignetten, Bordüren und Zierseiten. Die anmutigen Darstellungen,

die die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Schule

illustrieren, sind zwar in einem traditionellen realistischen

Stil gehalten, zeigen teils aber auch schon Einflüsse des Art

déco. Das Unterrichtsspektrum umfaßte die ganzen Bereiche

der traditionellen Hauswirtschaft bis hin zu verschiedenen

Handwerken (darunter die Buchbinderei). Daneben

gab man sogar eine eigene „Revue du Foyer“ heraus. Die

Kurse werden alle mit eigenen Zierseiten mit vignettenartiger

Darstellung vorgestellt; darunter einige Signaturen,

wahrscheinlich des Lehrpersonals und von Schülern. – Am

Ende, wohl als Nachtrag, der Eintrag „Académie Française,

Prix Mary Hyland, 7 décembre 1922“, eine Auszeichnung,

die an wohltätige Organisationen verliehen worden ist. Der

überaus dekorative Kalbledereinband mit reicher Vergoldung

im Stil des 18. Jahrhunderts sowie Seidenvorsätzen

wurde wohl von den Werkstätten des Hauses angefertigt. –

Kaum gebräunt.


Nr. 62

51 ADORNO, TH. W., Musikwissenschaftler

(1903-1969). 2 masch. Briefe mit e. U. Frankfurt,

31. 7. 1962 und 7. 10. 1964. Fol. (79) 150,-

An Robert Picht: „... ich hatte mehr akademischen Ärger,

als selbst ich gewohnt, und überdies noch die Grippe. Jetzt

aber bin ich wieder, wie man so sagt, aktiv, und ich möchte

Ihnen beiden von ganzem Herzen gratulieren, zugleich

auch im Namen von Muttersau und Jungschwein, von

Gretel ganz zu schweigen, die alle gemeinsam ein freundliches

Konzert für Rebekka veranstalten. Übrigens hatte ich,

was Sie in diesem Zusammenhang interessieren mag, Gelegenheit,

im Odenwald an einem höchst entlegenen Platz der

nachmittäglichen Fütterung von 300 (in Worten: drei -

hundert) Wildschweinen beizuwohnen, die sich ungemein

zivilisiert benahmen. An einem Baum war eine gedruckte

Verlautbarung angeheftet: 'Wir bitten um Ordnung und

Sauberkeit.' Wen?“ – Hinterlegter Einriß.

52 ALBUM AMICORUM – „VIRIS PRAENOBI-

LISSIMIS, amplissim(is), doctissimis“ (Widmung

an die Einträger). Stammbuch des Peter Heinrich

Behrmann mit ca. 70 Eintragungen überwiegend

Urkunden und Autographen

aus Rostock und Halle, 1747 – ca. 1755. Qu.-8°.

Mit Wappen- und Grisailleminiatur, mont. Kupferstich

sowie 23 aquarellierten Federzeichnungen

(wdh. Säulenmotiv). 1 Bl., 330 S. (ohne S. 42/43,

60-63, 96/97, 116/17, 122-125, 185-189 und

252/53), 11 Bl. Rot bemaltes Pgt. d. Zt. mit blindgepr.

Rücken, reicher Deckelvg. (monogrammiert:

„PHB“ und „1747“) sowie dreiseit. Goldschnitt

(stärker berieben, etw. bestoßen). (55) 1.200,-

Der Eigner des Albums, der studiosus linguarum Peter

Heinrich Behrmann (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen

Juristen, der erst um 1780 geboren ist), war späterer

Senator von Rostock und Mitbegründer sowie Orator

der Freimaurerloge „Zu den drei Sternen“ in Rostock. Seine

Studienjahre, aus denen das Album stammt, verbrachte er in

Rostock und Halle. Behrmann, der später zum Dr. jur. promoviert

wurde und Rostocker Ratsherr geworden ist, wird

in einer Widmung als „hochedelgeborener Besitzer dieses

Stammbuchs“ bezeichnet. Auffällig sind die vielen Beiträge

von Angehörigen des mecklenburgischen und pommerschen

Adels, darunter Carl Joachim Behr (Eques), Leopold

von Lamberg, Friedrich Wilhelm von Mecklenburg,

15


16

F. E. von Wachholtz und Christian Heinrich von Walzdorf,

des weiteren die beiden Ulmer Adeligen Albert Daniel von

Krafft und M. C. von Besserer. Daneben sind auch angesehene

Rostocker Patrizierfamilien vertreten, darunter zwei

Einträge der mecklenburgischen Kaufmannsfamilie Willebrandt

(einer von Tobias Willebrandt, dem Vater des

bekannten Juristen und Reiseschriftstellers Johann Peter

Willebrandt) und mehrere aus der Theologen- und

Pastorenfamilie Tarnow (darunter Julius Michael Tarnow,

„Meister am Heiligen-Geist-Hospital“ in Rostock). Von der

großen Zahl der Studenten und Gelehrten seien u. a. angeführt

der Superintendent und Schriftsteller Christian Friedrich

Wilisch (1684-1759), Dieterich Schröder (1670-1753),

Theologe und Historiker sowie Verfasser einiger bedeutender

Werke über Mecklenburg und die Stadt Wismar (ADB

XXXII, 504), der Jurist Johann Niemann (1723-?) sowie der

Wiener Gynäkologe Johann Michael Hoffinger (1723-

1756). Ob die Signatur „J. J. Fleischmann“ mit Ortsangabe

Leipzig von dem bekannten Nürnberger Verleger stammt,

sei dahingestellt. – Das Stammbuch wird mit einer Wappenminiatur

(Krone über Buchstabenligatur, eingefaßt von

Zweigen) des Besitzers eröffnet. Auf den freimaurerischen

Kontext verweist wohl eine weitere Miniatur, die zwei Kerzen

in Nischen vor einer sonst völlig leeren Wandfläche

zeigt. Einem Eintrag, der mit den Worten „Dem Leben

gleicht das Schiff“ beginnt, ist als Illustration ein eingeklebter

Kupferstich beigegeben, der mehrere Schiffe im

Sturm zeigt. Der Beitrag stammt von dem Rostocker Goldschmied

Daniel Halbeck (nachweisbar 1712-1757, Thieme-

Becker XV, 495). Weiterhin hat der Miniaturmaler Friedrich

Georg (Wilhelm) Zimmer (?-1768, Thieme-Becker

XXXVI, 504), „artis pingendi studiosus“, einen sauber kalligraphierten

Eintrag beigesteuert. Am Ende ein Register

mit 23 in roter Farbe quer eingemalten Säulen, die den je weiligen

Buchstaben anzeigen. – Die fehlenden Seiten zu mindest

teils entfernt (Ausrißspuren), teils wohl auch auf Sprünge in

der Paginierung zurückzuführen. – Stellenw. etw. fingerfl.,

leichte Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung Tafel 6.

53 – STAMMBUCH des Wilhelm Hanselmann aus

Öhringen mit ca. 120 Eintragungen aus Augsburg,

Öhringen, Ulm, Heilbronn, Schwabach, Weißenburg

u. a., 1787-94. Qu.-8°. Mit 20 (15 ganzseit.)

Miniaturen in Deckfarben und Aquarell (eine als

Ziehbild), 2 aquarellierten Blumenbordüren,

kolor. Kupferstich und 2 Schattenrissen. 212 Bl.

Ldr. d. Zt. (stark beschabt). (17) 800,-

Besonders reich ausgestattetes Freundschaftsalbum eines

Bürgers aus dem hohenlohischen Öhringen, der zeitweise

auch in Augsburg gelebt haben muß, denn von dort stammen

die meisten Einträge. Die Beiträger sind in der Regel

Handwerksmeister und Kaufleute, einzelne Einträge in

französischer Sprache lassen daneben auf höher Gebildete

schließen. Auch finden sich Apotheker und Musiker, von

denen einzelne im Dienste eines Fürstenhofes standen. Ein

Eintrag stammt von dem Ansbacher Porzellanhersteller

Friedrich Christoph Eberhardt. Der Stammbucheigner hat

sich am Anfang eingeschrieben, darauf folgen seine Eltern in

sehr ungelenker Schrift. Wahrscheinlich stammte Hanselmann

aus sehr einfachen Verhältnissen. Bemerkenswert sind

ferner zwei Einträge aus Schwabach, deren Texte auf Ein -

lageblättern in goldener Type gedruckt sind, dazu ein Ziehbild

mit Miniatur, die einen in Gold auf grüner Seide

gedruckten Sinnspruch verdeckt. Einzelne Miniaturen sind

von beachtlicher Qualität, darunter eine weite Donaulandschaft

und die allegorische Darstellung einer von einem

Urkunden und Autographen

Hummer getragenen Weltkugel mit der Aufschrift „Sic orbis

iter“. Der kolorierte Kupferstich zeigt eine Ansicht von Ulm.

– Einzelne Blätter lose, Ziehbild defekt, stellenw. etw. fleckig,

leichte Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung Tafel 6.

Mit sechsseitigem Eintrag von „Turnvater“ Jahn

54 – „DENKMAHL DER FREUNDSCHAFT“

(Rückentitel). Stammbuch des Superintendenten

Karl Friedrich Ferdinand Tiebel mit ca. 200 Eintragungen

aus Halle, Lenzen (Priegnitz), Magdeburg,

Kloster Berge bei Magdeburg, Hillersleben

u. a. 1795 – um 1800. Qu.-8°. Mit 9 tls. ganzseit.

aquarellierten Federzeichnungen, 6 (4 lavierten)

Federzeichnungen, Seidenstickerei und 2 Schattenrissen.

1 Bl., 229 (recte 219) S., 2 Bl. Ldr. d. Zt.

mit Rsch., Rücken- und Deckelvg. mit Monogramm

„K. F. F. T.“ auf dem Vorderdeckel und

„K 1795 B“ auf dem hinteren Deckel (Bezug ein

wenig rissig, etw. berieben und bestoßen) in Pp.-

Umschl. d. Zt. und Pp.-Schuber, beide mit Buntpapierbezug

(jeweils stark beschabt und lädiert).

(17) 3.000,-

Das mit schönen, teils auch künstlerisch und ikonographisch

bemerkenswerten Miniaturen ausgestattete Stammbuch

ist durch seine Provenienz aus dem Freundes- und

Bekanntenkreis des „Turnvaters“ Jahn von besonderer

Bedeutung, zumal es Einblicke in die bislang wenig

bekannte frühe Studienzeit Jahns gewährt. Der Stammbucheigner,

Karl Friedrich Ferdinand Tiebel (1778-1835),

Superintendent und Oberprediger in Nauen, gehörte zum

engen Freundeskreis des „Turnvaters“ Friedrich Ludwig

Jahn (1778-1852). Jahns Vater war Pfarrer in Lanz in der

Westpriegnitz, wo Jahn auch geboren wurde. Der Vater von

Tiebel, Christian Friedrich (1738-1809), war Prediger im

Nachbarort Lenzen. Er und seine Ehefrau sind am Anfang

des Stammbuchs in zwei Schattenrissen porträtiert (erst

nach dem Tod der Mutter 1831 hinzugefügt). Die Familien

Jahn und Tiebel verband offenbar eine lebenslange Freundschaft,

die Söhne sind miteinander aufgewachsen und

haben, wie aus Jahns Eintrag hervorgeht, die ersten Stu -

dienjahre miteinander verbracht. Offenbar waren beide

Familien sogar recht nah miteinander verwandt, was aus

einem Brief von Jahn (1816) hervorgeht: „... Superintendent

Tiebel von Nauen ist ein naher Anverwandter von mir, und

was mehr gilt als Blutsverwandtschaft, mein Jugendfreund

von hohen Schulen her“ (zitiert nach Meyer, Die Briefe

Friedrich Ludwig Jahns, Leipzig 1913, S. 86).

Der Beitrag Jahns gehört zu einer besonderen Abteilung des

Stammbuchs, in den sich mehrere Kommilitonen Tiebels

eingetragen haben (S. 16-29); vorangestellt sind ein Deckblatt

und eine Miniatur mit der Darstellung des „Schusters

Sauer in Halle“, der für den Verleih von Pferden in schlechtem

Zustand unrühmliche Bekanntheit erlangt hat. Offenbar

haben auch die Studenten um Tiebel und Jahn mit Sauer

schlechte Erfahrungen gemacht. Jahns Eintrag, datiert

„Halle d. 24ten des August 1798“ und mit einem Zitat von

Kosegarten eingeleitet, betont zunächst in üblicher Weise

die enge Freundschaft mit dem Stammbucheigner, fährt

dann aber mit einer „Erinnerung an unser akademisches

Leben“ fort, die im Juni 1797 einsetzt. Jahn berichtet über

gemeinsame Wanderungen um den Giebichenstein bei

Halle (dort sollte er sich später zeitweise in eine Höhle

zurückziehen, heute als „Jahnhöhle“ bekannt, von Jahn hier


„Kaninchenhöhle“ genannt). Auf zweieinhalb Seiten faßt

Jahn sodann gemeinsame Reiseerlebnisse zusammen, eine

„kleine Fahrt zum Petersberg“, eine Reise nach Thüringen

vom 20.-27. August 1797, einen Besuch in Eisleben mit

Besichtigung des Lutherhauses und eine Harz-Wanderung.

Im Bericht zur Thüringenreise wird auch Goethe in einem

kurzen Seitenhieb erwähnt: „Goethe spielt Großhaus Weimar“,

in Anspielung auf seine in diesem Jahr erfolgte

Anstellung als Bibliothekar an der Bibliothek der Herzogin

Anna Amalia. Der Eintrag schließt mit den Zeilen:

„In Wahrheit lieber Tiebel, wir können sagen, wir LEBTEN

in Halle. Ohne Reideburg, den Tempel der Roheit, und

hunnischer Sauffeste lebten wir glücklich, ohne verderbliche

Verbindungen hatten wir Freunde. – Wir lernten einsehen,

daß unser Glück nicht im Vielbesizzen besteht, sondern in

der Genügsamkeit, im weisen Gebrauch des Erworbenen,

und im frohen Streben nach erreichbaren Geistern. Ewig

dein Freund Jahn.“

Der Vater Jahns, Alexander Friedrich Jahn, seine Mutter,

Dorothea Sophie (geborene Schultze), und eine Cousine

Tiebels mit Namen M. E. Jahn haben sich ebenfalls eingetragen

(alle Lanz, 26. 4. 1798). – Die meisten der weiteren

Beiträge stammen von Hallenser Studenten. Bekannte Personen

sind u. a. Charlotte von Heyden, die spätere Frau des

Generalfeldmarschalls Wilhelm von Krauseneck, und der

Philhellene Wilhelm Boldemann. Die reizvollsten der

Miniaturen stammen von Carl Wilhelm Herschel, der seit

1795 „Universitätszeichenmeister“ in Halle war (Eintrag

vom 10. 9. 1798). – Die in der Paginierung fehlenden Seiten

87/88, 43-46, 187-190 und 223/224 wurden wohl übersprungen,

für fehlende Blätter gibt es keine Anhaltspunkte

(im Index der Einträger am Schluß sind diese Seiten nicht

aufgeführt). Eine Zeichnung lose beiliegend. – Stellenw.

ein wenig fingerfleckig, geringe Gebrauchsspuren. – Siehe

Abbildung Tafel 7.

The album amicorum designed with beautiful, partly

artistically and iconographically remarkable miniatures, is

of particular importance due to its provenance from the circle

of friends of „Turnvater“ Jahn, it gives an idea of the early

and so far hardly known student days of Jahn. The owner of

the album amicorum, Karl Friedrich Ferdinand Tiebel

(1778-1835), super intendant and senior preacher at Nauen,

belonged to the close friends of „Turnvater“ Friedrich Ludwig

Jahn (1778-1852). – The pages 87/88, 43-46, 187-190

and 223/224 missing in the pagination, were probably skipped,

there are no indications of the missing leaves (these

pages are not mentioned in the index at the end of the

entries). One drawing enclosed loosely. – Here and there

with some fingermarks, minor signs of wear. – Contemporary

calf with spine label, gilt back and gilt on sides with

monogram „K. F. F. T.“ on front cover and „K 1795 B“ on

rear cover (cover material a little torn, some rubbing and scuffing)

in contemporary cardboard wrappers and card board

slipcase, both with coloured paper cover material (each

heavily scratched and damaged). – See illustration on plate 7.

Eintrag von Johann Gottfried Neumeister

55 – „DENKMAL hochgeschätzter Gönner, Lehrer

und Freunde von E. L. Günzel errichtet.“ Freundschaftsalbum

mit ca. 45 Eintragungen u. a. aus

Breslau, Landeshut, Obersalzbrunn, Schmiedeberg

und Wernersdorf (alle Schlesien) 1795-97.

Qu.-8°. Mit aquarellierter Titelminiatur, einigen

einfachen Bleistift- bzw. Rötelzeichnungen und

einer Seidenstickerei. 49 beschriebene und einige

Urkunden und Autographen 17

weiße Bl. Pp. d. Zt. mit 2 kleinen roten Deckelschildern

„Günzel“ und „95“ (Rücken in Lwd.

erneuert, Deckel fleckig, beschabt und bestoßen).

(111) 600,-

Die Bedeutung des in seiner Ausstattung recht kargen

Albums liegt im Kreis der Einträger, die, obgleich weitgehend

unbekannt, meist als Lehrer oder Schüler der Musik

am Landschullehrer-Seminar bei St. Elisabeth in Breslau

wirkten. Dort wurden auch Kantoren (und Organisten?)

ausgebildet, wie der Eigner des Albums selbst, was aus

einem Eintrag hervorgeht: „Wenn Du als Cantor einst wirst

diese Zeilen lesen, / so sage Deiner Frau: – NB. wenn Du

eine hast – / ich sei Dein Freund gewesen.“ Beiträge finden

sich auch von dem Diakon von St. Elisabeth, Johann Gottfried

Reymann, und dem dortigen Kantor L. G. Herrmann.

An St. Elisabeth hatte sich im 18. Jahrhundert ein reiches

Musikleben entfaltet, und es war dort eine umfangreiche

Sammlung von Musikhandschriften angelegt worden. Aus

diesem Kontext könnte ursprünglich auch die 1985 entdeckte

Sammlung des Johann Gottfried Neumeister (1757-

1840) stammen, die neben vielen anderen Abschriften dreißig

bislang unbekannte Orgelchoräle Johann Sebastian

Bachs enthält (BWV 1090-1120, heute New Haven, Yale

University, Ms. LM 4708, sogenannte „Neumeister-Sammlung“).

Das vorliegende Album ist immerhin ein Indiz

dafür, daß Neumeister, der sich in Landeshut am 10. 1. 1796

als „wahrer Freund u. Bruder“ eingetragen hat, zum Breslauer

Musikleben in engem Kontakt stand. – Papier mit

Wasserzeichen „J Honig & Zoonen“. – Etw. fleckig und ge -

bräunt.

56 – „DENKMAL DER FREUNDSCHAFT“.

Stammbuch mit ca. 45 Eintragungen u. a. aus

Dresden, Wien und Paris 1812-27. Qu.-8°. Mit

2 Aquarellen, 3 Federzeichnungen (1 kolor., 1 la -

viert; Ruine, Banknote, Kutsche) und kolor. Kupferstich

nach Sprinck (Plauenscher Grund). Zus.

ca. 160 Bl. Rotes Ldr. d. Zt. mit reicher Vg. (ein

wenig beschabt). (17) 300,-

Hübsches Album mit sehr dekorativem Titel (Aquarell der

Freudschaftsquelle). Die Initialen des Eigners „C. F. S.“

(Rückenprägung) möglichweise aufzulösen in C. F. Simon,

da sich im Stammbuch einige Eintragungen aus der Familie

Simon finden, darunter auch ein Louis Simon, bei dem es

sich um den Architekten Friedrich Louis Simon (1800-

1877) handeln könnte. Sicher zu identifizieren ist Carl Gottlieb

Schrödel, Hofjuwelier in Dresden. – Die Darstellungen

zeigen eine Ruine, eine Banknote, eine Postkutsche und

Blumen. – Kaum fleckig und gebräunt.

57 – – Zwei Freundschaftsalben bürgerlicher Damen

mit Eintragungen aus Brandenburg, Sachsen und

Schlesien, begonnen 1823 bzw. 1825. Qu.-8°. Ldr.

d. Zt. mit Vg. (wenig berieben) in Pp.-Schuber

(beschabt) und lose Bl. in Pp.-Schuber d. Zt. (etw.

beschabt). (55) 200,-

Hübsche Damenalben des Biedermeier, die beide bis in die

1860er Jahre fortgesetzt worden sind.

I. Mit Eintragungen aus Rathenow, Neuruppin, Berlin,

Brandenburg an der Havel u. a. Städten sowie 9 kolorierten

Kupferstichen, montierter aquarellierter Zeichnung

(ausgeschnittene Rose) und einer Haarlocke.


18

Nr. 58

II. Mit Eintragungen u. a. aus Berlin, Dresden, Grimma,

Annaberg, Glogau und Priedemost (Niederschlesien). –

Einband bzw. Schuber jeweils mit goldgeprägtem Titel und

Datum. – Leichte Gebrauchsspuren.

58 – „SOUVENIR“ (Deckeltitel). Freundschafts -

album einer „Pauline“ mit Eintragungen aus

Temeswar, Kikinda, Beodra (Novo Milosevo) u. a.

1829-32. Qu.-8°. Mit Titel in aquarellierter Federzeichnung,

2 Federzeichnungen, 6 tls. ganzseit.

Gouachen und einer Stickerei mit Papierschneidearbeit.

16 beschriebene (und ca. 20 weiße) Bl.,

lose in reliefierter Pp.-Kassette d. Zt. mit Vg.

(Kanten etw. beschabt). (53) 250,-

Die Eignerin des dekorativen Albums gehörte wohl einer

Familie von Gutsbesitzern in der Vojvodina an. Drei der

sauber ausgeführten Miniaturen zeigen große Gutshöfe,

zwei davon dasselbe Gut in Kikinda, vielleicht den Heimathof

der Eignerin. Ein weiterer ist mit dem Namenszug

„Nicolaus Kiss“ versehen, der aus einer ungarischen Adelsfamilie

mit Großgrundbesitz im Banat stammte (Kiß von

Elemér und Ittebe, vgl. Wurzbach XI, 331). Nicolaus Kiß

wurde 1766 geboren. – Geringe Gebrauchsspuren. – Siehe

Abbildung.

59 – „DEM ANDENKEN HEILIG. Am 28. August

1836.“ (Deckeltitel). Gratulationsalbum für Prinz

Maximilian von Sachsen. Mit ca. 260 Eintragungen

aus Dresden, Pirna, Stolpen, Sebnitz u. a.,

Juli/August 1836. Qu.-8°. Mit kleiner aquarellierter

Zeichnung. 228 nn. Bl. Rotes Ldr. d. Zt. mit

reicher Vg. (leicht berieben und bestoßen) in Pp.-

Schuber d. Zt. (stark beschabt). (55) 1.500,-

Urkunden und Autographen

Zum Gedenken an ein nicht genanntes Jubiläum des Prinzen

Maximilian von Sachsen (1759-1838). Die Besonderheit

dieses Albums sind Eintragungen von Vertretern vieler

Berufs- und Gesellschaftsschichten, von Professoren, Richtern

und Gutsherren bis zu Gesellen, Schülern und Lehrlingen.

Den Hauptanteil machen Handwerkermeister aus,

darunter Schuhmacher, Schneider, Weber, Tischler, Zimmerer,

Glaser, Büchsenmacher, Schlosser, Schornsteinfeger etc.,

weiterhin Studierende der Theologie, der Rechte und der

Medizin, Apotheker, Lehrer, mehrere Leipziger Nicolai-

Schüler, Haus- und Gutsbesitzer, Militärangehörige verschiedener

Ränge sowie zahlreiche Musiker. Am Ende ein

eingeklebtes Blatt mit Namenszügen ohne weitere Angaben.

Die meisten Einträge, die alle eigenhändig von den

jeweiligen Personen geschrieben worden sind, beschränken

sich auf Namen, Berufsbezeichnung und Ort, manche sind

auch mit Datum versehen, wobei die frühesten Einträge

etwa einen Monat vor dem Tag der Feierlichkeit am Sonntag,

dem 28. August 1836 datieren. Ein einziger Beitrag

wurde mit einer kleinen Miniatur versehen. Diese zeigt zwei

turtelnde Tauben, auf einem Pfeilbogen sitzend. Lediglich

zwei Einträge enthalten einen längeren Text, der erste von

einem Christian Heinrich Traugott Voigt aus Stolpen, der

den Adressaten mit „Ihr gehorsamer Diener“ anspricht und

ihm ein Gedicht über „Glaube, Liebe und Hoffnung“ widmet,

der zweite, aufschlußreichere, von einem Carl Heinrich

Edler, der als einziger den Adressaten tatsächlich nennt

„S(ein)er fürstl(ich)en, S(eine)r königl(ichen) Hoheit Prinz

Max(iminilan)“ und ihn in den Grußworten als „meinen

ehemaligen Lehrer“ bezeichnet, den es mit „dankbarer

Freude“ zu begrüßen gelte, „ein Greis, der herrlichen

Saamen gesaet, erfreut sich der Frucht, die niemals vergeht“.

Dies könnte auf den Sohn von Prinz Maximilian anspielen,

der im Jahre 1838 als Friedrich August II. König von

Sachsen geworden ist (Maximilian hatte auf den Thron

verzichtet). Welches Jubiläum hier allerdings gemeint ist,

konnte nicht ermittelt werden. – Gering fleckig.


Nr. 60

60 AUGSBURG – KAUFBRIEF. Deutsche Ur kun -

de auf Pergament. Augsburg, Donnerstag nach

Ostern (= 10. 4.) 1466. Qu.-Fol. 24,5 x 37 cm

(Plica: 4,5 cm). 29 Zl. Mit angehängtem Wachs -

siegel. (29) 300,-

Verkauf eines in der Pfarrei St. Georg „zwischen des alten

Gässels und der Diettlin heuser“ gelegenen Anwesens. Der

Verkäufer ist ein Andreas Schweiger, der Käufer ein Heinrich

Zornlin, zwei Weber fungieren als Zeugen. – Rück seitig

zeitgenössisches Regest. – Etw. gebräunt und fleckig. –

Siehe Abbildung.

61 BAUM, MARIE, Sozialpolitikerin (1874-1964).

2 e. Briefe (einer tls. typographisch) mit U. und

3 e. Postkarten mit U. Dat. Heidelberg 1954-64.

Zus. ca. 6 S. – E. adressiertes Kuvert beiliegend.

(82) 120,-

An den Verleger Wilhelm Rühling aus Heidelberg, den

Gründer und Eigentümer des F. H. Kerle-Verlags. Meist in

Abrechnungsangelegenheiten, die übrigen Dankschreiben.

– Geringe Gebrauchsspuren.

62 BERNARDINUS CYRILLUS AQUILANUS,

Praeceptor und magister generalis des Ordens des

Hospitals von S. Spirito in Sassia in Rom. Ordensstatuten.

Lateinische Urkunde auf Pergament mit

e. U. Dat. Rom 20. 10. 1568 („indictione undecima“).

Blattgr.: ca. 43 x 65,3 cm. Mit breiter dreiseitiger

gouachierter und goldgehöhter floraler

Bordüre mit 5 Miniaturen in Tondi sowie Kopfzeile

in Gold. 38 Zl. (19) 1.800,-

Urkunden und Autographen

Urkunde für ein Männerkloster des Hospitalordens zum

heiligen Geist „extra muros oppidi Vallisoleti Palentin(a)

dioe(cesi)“, dem in der Nähe von Valladolid in Spanien

(Bistum Palencia) gelegenen, 1520 gegründeten „Convento

de Sancti Spiritu“ mit angeschlossenem Hospital. Der dem

römischen Mutterkloster Santo Spirito in Sassia und dessen

Praeceptor unterstellte Konvent erhält die erneuerten

Ordensstatuten, die nach Beendigung des Konzils von

Trient den Anforderungen der Gegenreformation angepaßt

worden sind: „... iuxta sacri Concilii Tridentini formam et

decreta eliquendam et per praeceptorem generalem pro

tempore existentem confirmandam perpetuam ...“ Der

„Praeceptor“ und Generalmagister (Vorsteher) des Ordens

vom heiligen Geist, Bernardinus Cyrillus Aquilanus (Bernardino

Cirillo; 1500-1575), hatte die „Regula Sacri Ordinis

Sancti Spiritus in Saxia“ selbst erneuert und 1564 in Rom

herausgegeben (vgl. Gerhartz, „Insuper promitto ...“, Rom

1966, S. 108). Diese erneuerte Regel wird nun auch für die

Ordensbrüder in Valladolid verbindlich. – Die buntfarbige

Bordüre mit feinem Akanthusrankenwerk. Eingefügt sind

fünf goldgerahmte Tondi mit Darstellungen der Geisttaube

über dem päpstlichen Doppelkreuz, von Maria mit Kind,

Johannes dem Täufer sowie Petrus und Paulus. – Falze mit

einzelnen kleinen Löchern und stellenw. wenig wasser -

randig (mit geringen Verwischungen) sowie vereinzelt ein

wenig abgerieben. – Siehe Abbildung Seite 15.

Document to the history of the monastery of Santo Spirito in

Valladolid (Spain) concerning the renewal of the order

statutes in the course of the counter reformation. – Folds

with some small holes, here and there a few waterstains

(minor blurring), occasionally a bit rubbed off. – Latin document

on vellum with personal signature. Dated Rome

20. 10. 1568 („indictione undecima“). With wide three-sided

floral ornamental border, in gouache and heightened in gold,

with 5 miniatures in tondi and heading in gold. – See illustration

on page 15.

19


20

63 BRAUN, F., Schriftsteller (1885-1973). 2 e. Postkarten

mit U. Dat. Stetten bei Rimsting 29. 8. 1921

und Wien 4. 2. 1922. (108) 120,-

An den Schriftsteller und Redakteur Franz Schönberner

(1892-1970), Lektor des Musarion-Verlags in München.

Entschuldigt sich dafür, von Schönberner erhaltene Bücher

bisher noch nicht bezahlt zu haben, und fragt im zweiten

Schreiben nach, ob der Betrag seitens der Bank schon ausgezahlt

worden sei. Läßt Hans Carossa einen Gruß ausrichten:

„Hofmannsthal sprach unlängst so ruhmvoll von

ihm: nur ihn und Mell läßt er von den jüngeren Dichtern

gelten.“ – Kleine Randläsur, gering geknickt.

64 DIETRICHSTEIN – GÄRTNERLEHRBRIEF.

Deutsche Urkunde auf Pergament. Libochowitz,

20. 5. 1806. 30 x 52 cm (Plica: 4 cm). Mit Wappendarstellung,

2 großen floral verzierten Initialen,

kalligraphischen Kopfzeilen und Rocaille-Bordüre

am rechten Rand, alles in Federzeichnung,

sowie kleinem angehängten Wachssiegel in Elfenbeinkapsel

an breitem Seidenband. 23 Zl. (59)

600,-

Durch den im Dienste des Fürsten Johann Karl zu

Dietrichstein (1728-1808) in Libochowitz (tschechisch:

Libochovice) tätigen Gärtner Johann Ziegler ausgestellter

Lehrbrief für den „ehrsamen und kunstliebenden Johann

John, des Herrn Joseph John Gärttner bey dem Reichs

Gräfflichen Clarischen Herrschaft Dobritschau im König

Reiche Böheim Eheleiblicher Sohn“. Die Ausbildung hatte

in den barocken Gartenanlagen des Dietrichsteinschen

Schlosses in Libochowitz stattgefunden. – Minimal fleckig,

kaum gebräunt.

65 EUGEN VON ÖSTERREICH-TESCHEN,

Erzherzog von Österreich (1863-1954). Postkartenalbum

für Alice Blakeley mit 196 Ansichtsund

Photopostkarten, meist mit e. Grußzeilen und

Signatur „E.“ Busau (Mähren), Innsbruck, Linz,

Wien u. a. 1904-11. 34,5 x 36 cm. Grünes Ldr. d.

Zt. mit goldgepr. Deckeltitel „Erzherzog Eugen“

(Kanten beschabt). (132) 600,-

Von der Adressatin Alice Blakeley (1888-1976), die aus

einer Wormser jüdischen Familie stammte, angelegtes

Album mit persönlichen Grußkarten des Erzherzogs an sie.

Erzherzog Eugen, der die militärische Laufbahn eingeschlagen

hatte, war seit 1894 auch Hochmeister des Deutschen

Ordens und residierte als solcher auf der mittelmährischen

Burg Busau (Bouzov im Drahaner Bergland). Als

Deutschordensmeister war der Erzherzog der Ehelosigkeit

verpflichtet. Zwar geht aus den Postkarten nicht hervor, daß

er und Blakeley ein Liebesverhältnis unterhielten, doch ist

die Annahme naheliegend. Die meisten Karten stammen aus

Österreich, wenige auch mit Ansichten aus Italien und

Deutschland. Etwa 30 Karten mit Aufnahmen der 1896-

1901 im Auftrag des Erzherzogs umgestalteten Burg Busau,

daneben einzelne private Porträts des Erzherzogs, so im

Café und bei einer Autofahrt. – Die Karten fast alle aus den

Jahren 1904/05 (eine von 1911). – Alice Blakeley hat 1909

den Rittmeister Hans Maximilian Emil von Hartlieb gen.

Walsporn (1871-1940) geheiratet und wohnte mit diesem

wohl in Riedisheim im Elsaß. – Trägerpapiere mit einigen

Schäden, Einrissen und Ausbrüchen, Karten meist nur mit

Urkunden und Autographen

leichten Gebrauchsspuren. – Beiliegend ein privates Photoalbum

der Alice von Hartlieb, geborener Blakeley, aus den

Jahren 1907-18 mit 194 montierten Photos, darunter auch

einem Porträt des Erzherzogs Eugen (Karlsbad um 1905)

neben dem Bildnis der jungen Alice Blakeley. Enthält

hauptsächlich Aufnahmen von Familienmitgliedern, darunter

einigen des Ehemanns Maximilian Emil von Hartlieb,

und Offizieren, sämtlich durch Beischriften benannt.

66 EVERSMANN – FREIMAURER-AUFNAH-

MEBRIEFE. 2 gestochene und hs. ausgefüllte

Urkunden auf Papier für A. F. A. Eversmann. Dat.

Berlin 24. 6. 1809 und Iserlohn 9. 6. 1810 sowie

St. Petersburg „am 16ten des VII. Monates im

Lichtjahr 5815“ (= 16. 9. 1815). Qu.-Fol. (Blattgr.:

30,3 x 46,5 cm und 35 x 45 cm). Mit einigen Unterschriften

und je einem Wachssiegel. (84) 200,-

Aufnahme des preußischen (später russischen) Staats -

bediensteten und Bergmannes August Friedrich Alexander

Eversmann (1759-1837; vgl. NDB IV, 692) in die „Loge zur

deutschen Redlichkeit“ in Iserlohn (Tochterloge der

„Großen National Mutter Loge zu den drei Weltkugeln“ in

Berlin) und in die deutschsprachige St. Petersburger Loge

„Peter zur Wahrheit“, die zur „Constitution des großen

Orients von Rußland“ gehörte. Die erste der Urkunden ist

am Rand von Eversmann selbst signiert, die zweite, recht

dekorative, ist mit reichem maurerischen Symbolschmuck

verziert. – Falze mit einzelnen kleinen Einrissen, stellenw.

ein wenig fleckig. – Beiliegend weitere Freimaurerdokumente

aus dem Besitz Eversmanns: Ein handschriftlicher

fünfseitiger Fragenkatalog über die freimaurerische Lehre

mit den entsprechenden Antworten (undatiert, ca. 1810/15),

eine Quittung der St. Petersburger Loge vom 16. 7. 1815 für

die Zahlung Eversmanns beim Eintritt in die Loge, die Entlassungsurkunde

Eversmanns vom 10. 4. 1821 („10. des

IIten mts. 5821“), signiert vom Sekretär Wilhelm Küster,

gesiegelt und mit gestochenem Ordenssymbol, sowie ein an

Eversmann adressierter Umschlag mit der Aufschrift:

„Maurerische Dokumente“.

67 FLAMMARION, C., Astronom (1842-1925).

E. Brief mit U. Dat. (Paris?) „Mardi 2 heures“

(27. 7.1880, laut altem Vermerk). 1 S. (108) 180,-

Berichtet einem „Monsieur Piédagrel“, er warte seit acht

Tagen auf günstigen Wind „pour un voyage aerien de sorte

que tout est 'en flaire' dans mon esprit.“ – Flammarion

betrieb eine Sternwarte in Juvisy bei Paris.

68 FRANZ I., römisch-deutscher Kaiser (1708-

1765). Adelsdiplom mit e. U. „Frantz“. Deutsche

Urkunde auf Pergament. Wien 30. 9. 1749.

(Blattgr.: ca. 32 x 24 cm). Mit Titelbordüre in reichem

Federwerk, kalligraphierten Kopfzeilen und

ganzseit. gouachierter Wappenminiatur in Gold

und Farben. 12 Bl. (erste beide weiß). Roter Samt

d. Zt. (Schließbänder fehlen, Deckel mit Archivsignatur,

verfärbt, berieben, Kanten abgeschabt)

mit angehängtem Siegel in ziselierter Messingkapsel,

zus. in Metallschatulle d. Zt. (oxydiert, berieben).

(63) 1.000,-


Erhebung des Frankfurter Bankiers und Mitglieds des Kollegiums

der Neuner, Johann Franck, in den erblichen

Reichsadel. – Kanzleiunterschriften des Grafen Colloredo

und des Reichshofratskanzleiregistrators Alpmanshoven. –

Siegel brüchig und mit Fehlstellen, etw. fleckig und

gebräunt (Vorsätze etw. stärker). – Mehrere Abschriften

anderer Familiendokumente der von Franck beiliegend. –

Siehe Abbildung Tafel 8.

69 – Lehensbrief. Deutsche Urkunde auf Pergament

mit e. U. Dat. Wien 13. 8. 1761. Blattgr.: ca. 44,5 x

77,6 cm (Plica 15,5 cm). 20 Zl. Mit kalligraphierter

Kopfzeile und angehängtem Wachssiegel (Durchmesser:

ca. 13,4 cm) in gedrechselter Hartholzbulle

(Deckel fehlt). (44) 400,-

In Sachen der Vormundschaft der Brüder Christan Christoph

und Joachim Christoph Gugel, deren Unterhalt aus

landwirtschaftlichen Lehensgütern, insgesamt acht Morgen

Feld, „hinter der Vesten zu Nürnberg gelegen“, bestritten

werden soll. Das bedeutende Nürnberger Patrizier -

geschlecht der Gugel von Brand und Diepoltsdorf wurde

1543 von Kaiser Karl V. in den Reichsadel erhoben. Die

Nürnberger Linie ist 1804 erloschen. – Mehrere Kanzleiunterschriften.

– Leicht (Außenseite stärker) gebräunt und

fleckig.

70 FRANZ JOSEPH I., österreichischer Kaiser

(1830-1916). Adelsdiplom mit e. U. Deutsche

Urkunde auf Pergament. Dat. Wien 18. 11. 1852.

Fol. (Blattgr.: 37,6 x 28,7 cm). Mit lithogr. Titelblatt

und lithogr. Bordüre auf jeder Seite, kalligraphierten

Überschriften mit Federwerk und ganzseit.

Deckfarben-Wappenminiatur. 4 Bl. Weinroter

Samt d. Zt. mit goldgepr. Doppeladler auf beiden

Deckeln, blindgepr. Ornamentbordüren, gelbschwarzen

Seidenschließbändern und Seidenvorsätzen

mit goldgepr. Bordüren (Samtbezug etw.

berieben) sowie angehängtem großen Wachssiegel

(Durchmesser 12 cm) in Messingkapsel. (84)

1.000,-

Erhebung des k. k. Majors Jakob Abdon Wolff (geb. 1801)

in den Adelsstand („Wolff von Wolffenberg“) nach dreißigjähriger

Dienstzeit. – Gegengezeichnet vom Innenminister

Alexander Freiherr vom Bach und Ministerialrat von

Rothenberg. – Beiliegend Photographie. – Leicht fleckig –

Siehe Abbildung Tafel 8.

71 – Adels diplom mit e. U. Vorgedruckte und handschriftlich

ausgefüllte Urkunde auf Pergament.

Wien 4. 1. 1907. Blattgr.: 37 x 27 cm. Mit Wappenminiatur

(20 x 16 cm). 4 Bl. Samt der Zeit mit

goldgepr. Reichsadler auf dem Vorderdeckel und

Siegel in Metall-Kapsel. (59) 600,-

Wappenbrief für Franz Hoffmann. – Sehr dekorative, vorzüglich

erhaltene Arbeit, aufwendig präsentiert in einer

Kassette mit Durchsichtfenster.

72 FRIEDRICH II., König von Preußen (1712-

1786). Brief mit e. U. Potsdam 29. 5. 1772. 1/2 S.

(148) 400,-

Urkunden und Autographen 21

An seinen Bruder, den Prinzen Ferdinand: „Mon très cher

Frere. Il Me suffit de voir par vôtre lettre du 23e de ce mois,

que le voiage, que Vous êtes intentioné de faire à Rheinsberg

lors du sejour de Ma Soeur la Reine de Suede, Vous

fasse plaisir pour Vous en laisser entièrement le Maitre, ne

souhaitant rien plus ardemment, que d'aller toujours au

devant de vos desirs, et Vous prouver par les effets les sentiments

de veritable estime et tendresse dans lesquels Je suis

malterablement, Mon très cher Frere, Vôtre fidele Frere

Federic.“ – Tadellos.

73 – Brief mit e. U. Potsdam 10. 2. 1785. 1/8 S. –

Doppelblatt mit Kuvert. (148) 300,-

An den Kammerassessor Karl Christoph Nencke in Stendal:

„Lieber Getreuer. Habt Ihr, nach Eurer Anzeige vom 3ten,

als Cammer-Assessor, kein Gehalt; so will Euch die sämtlichen

Gebühren dafür erlassen, Euer gnädiger König.“ – Zur

umfangreichen schriftstellerischen Produktion des späteren

Kriegs- und Domänenrates siehe Hamberger-M. V, 396-98.

– Tadellos.

74 FRY, CH., Dramatiker (1907-2005). E. Brief mit

U. Dat. Chichester 8. 9. 1975. 1 S. – Auf blauem

Papier, e. adressierter Umschlag beiliegend. – Enthält

Informationen über Ausgaben seiner Werke.

(108) 100,-

75 GANGHOFER, L., Schriftsteller (1855-1920).

E. Postkarte mit U. München 1911. (66) 60,-

An den „Localverband Cassel der Deutschen Bühnen -

genossenschaft“ mit dem Spruch „Schönheit und Lebenssegen

/ Blühen auf allen Wegen“.

76 HACKLÄNDER, F. W., Schriftsteller (1816-

1877). E. Brief mit U. Leoni 25. 8. 1866. 2 1/2 S. –

Doppelblatt mit Registraturvermerk. (66) 120,-

An Herrn Held, dessen Brief vom 23. August er beantwortet

und ihm seine zwei Theaterplätze bis zu seiner Rückkunft

nach Stuttgart überläßt, sofern seine Schwägerin

Auguste diese nicht beansprucht: „... Trotzdem wir hier

auch ziemlich viel schlechtes Wetter hatten, wars doch

schön, und heute bei herrlichem Sonnenschein ist es sehr

sehr schön u. schade daß Sie nie Lust fanden sich Starnberg

ein wenig anzusehen ...“ – Beiliegend ein Porträtstahlstich

und ein Billet in Bleistift von Friedrich Gerstäcker aus

Stuttgart.

77 HALBE, M., Schriftsteller (1865-1944). Masch.

Brief mit e. U. Dat. München 8. 12. 1941. Qu.-8°.

2 S. (108) 80,-

Begleitschreiben zu einem Widmungsexemplar an den Journalisten

Kurt Fried (1906-1981) aus Ulm. Nennt einige seiner

Werke aus den vergangenen Jahren.

78 HEIDEGGER, M., Philosoph (1889-1976).

E. Postkarte m. U. Fr[ei]b[ur]g 11. 6. 1956. (74)

250,-

An Hartmut Buchner in Zähringen mit der Bitte um Überbringung

des „Glocknerschen Hegellexikons Buchstabe

U“. – Beiliegt „Was heißt denken?“ (EA 1954).


22

79 HERBART, J. F., Philosoph (1776-1841). E.?

Ankündigungszettel zu seinen Vorlesungen mit

Namenszug. Wohl Göttingen, 1833/41. 21,5 x 18,9

cm. (119) 60,-

Kündigt an, im kommenden Semester seine am 4. Mai

beginnenden Vorlesungen aus dreien seiner Werke halten

zu wollen (mit Zeitangabe). – Wohl aus der Zeit als Professor

in Göttingen (1833-1841). – Ecken mit vier kleinen

Löchern für die Aufhängung, gebräunt.

80 HESSE, H., Schriftsteller (1877-1962). 3 Gedicht-

Typoskripte (2 mit e. U.). Dat. (Montagnola) 1934,

eines undat. (1937). Fol. Zus. 3 1/4 S. (112) 300,-

I. „Besinnung“, dat. 1. 1. 1934, mit Gruß und Signatur. –

Das Gedicht hatte Hesse am 20. 11. 1933 verfaßt, vorliegend

die erste Version, die später um wenige Verse gekürzt

worden ist (vgl. Mileck I, V-D 229). Das vorliegende Typoskript

sollte wohl veröffentlicht werden, denn es trägt rückseitig

einen eigenhändigen Adress-Vermerk: „Herrn O. M.

Fontana in Wien IX. Redaction des 'Tag', Canisiusgasse

10/12“ (der mit Hesse befreundete Schriftsteller Oskar

Maurus Fontana, 1889-1969). – Auf Papier mit blindgeprägtem

Briefkopf. – II. „Leben einer Blume“, dat. „Sommer

1934“, mit Signatur und Widmung „Gruß an O. M.

Fontana!“. Typoskriptdurchschlag auf dünnem Papier. Das

am 10. August 1934 entstandene Gedicht liegt in der Endfassung

vor (vgl. Mileck I, V-D 46). – III. Bericht über die

Korrespondenz mit Georg Reinhart in Winterthur, der hier

nur der „schwarze König der Morgenlandfahrt“ genannt

wird. Undatiert (Herbst 1937). Typoskriptdurchschlag auf

dünnem Papier. – Reinhart hatte Hesse ein in Tusche gemaltes

Blatt zugeschickt, auf das dieser mit dem Gedicht

„Bruchstück aus dem Sagenkreis vom schwarzen König“

(vgl. Mileck I, V-D 814) antwortete (Gedicht ist hier vollständig

zitiert). – Faltspuren, etw. gebräunt. – Beiliegend

kleiner kolor. Holzschnitt mit Ansicht wohl von Montagnola,

vielleicht von Hesse.

81 – 7 e. sign. bzw. monogrammierte Porträtpost -

karten, tls. auch mit e. Widmungen. Ca. 1950-60.

(112) 250,-

Darunter vier mit kurzen Grüßen ohne Nennung des

Adressaten. – Meist nicht datiert. – Geringe Gebrauchsspuren.

– Eine weitere nicht sign. Karte beiliegend.

Typoskript mit Originalaquarellen

82 HESSE – „EIN PAAR GEDICHTE von Hermann

Hesse“ (hs. Titel). O. O., (Selbstvlg.), hs.

dat. „1918“ und e. sign. Mit aquarellierter Titelbordüre

und 12 Aquarellen bzw. Buntstiftzeichnungen

(1 ganzseit.). 25 Bl. mit masch. Text. Orig.-

Umschl. mit aufgedrucktem kolor. Monogramm

HH in Blumengirlande (wenig fingerfleckig).

(112) 6.000,-

Vgl. Mileck I, V-C 8 und 63. – Die Herstellung von

Gedichtbänden in Eigenproduktion, illustriert mit Originalzeichnungen

und Aquarellen, begann Hermann Hesse

Urkunden und Autographen

1918, um damit die „Bücherei für Kriegsgefangene“ zu

unterstützen, die er selbst leitete. Wie der beiliegende Handzettel

verrät, der der Werbung für diese Produktionen

diente, gab es handgeschriebene und typographische Exemplare,

jedes allerdings mit individueller Text- und Bildgestaltung.

Dieser Werbezettel ist jedoch erst in Hesses Zeit in

Montagnola gedruckt worden, wo er ab 1919 wohnte, denn

Hesse hat auch in späterer Zeit solche Privatausgaben

(immer unter ähnlichen Titeln) für seinen Freundeskreis

hergestellt. Unser Exemplar stammt dagegen aus den

Anfängen von Hesses zeichnerischer Tätigkeit. Von diesen

frühen Exemplaren sind nur sehr wenige bekannt geworden

(je eines in der Hesse-Sammlung in Marbach und der

Zentralbibliothek Zürich). – Mit den maschinenschriftlich

abgefaßten Gedichten „Sommernacht“ (Mileck I, V-D 101),

„Berge in der Nacht“ (Mileck I, V-D 109), „Oft ist das

Leben“ (Mileck I, V-D 427), „Mond vom Fenster weckte

mich“, hier betitelt „Traumgeist“ (Mileck I, V-D 381),

„Abends gehn die Liebespaare“, hier betitelt „Heiterer

Abend“ (Mileck I, V-D 1), „Wenn auch“ (Mileck I, V-D

566), „Wipfel wehn mit dunklem Feuer“, hier betitelt:

„Frühling im Süden“ (Mileck I, V-D 612), „An die

Freunde“ (Mileck I, V-D 28), „Was Menschen wollen“

(Mileck I, V-D 556), hier betitelt „Natur“, „Rückkehr“

(Mileck I, V-D 468), „Wanderung“ (Mileck I, V-D 492) und

„Einsamer Abend“ (Mileck I, V-D 311). – Auf weichem,

fasrigen Bütten. – Stellenw. ein wenig stockfleckig. – Siehe

Abbildung Tafel 8.

83 HITLER, A., deutscher Reichskanzler (1889-

1945). E. U. auf einer Photopostkarte. Dat. Salzburg

1923. (3) 400,-

Die Photographie zeigt einen Aufmarsch der National -

sozialisten hinter dem Chor des Salzburger Doms (erkennbar

an den Fensterformen), die Rückseite ist beschriftet:

„Salzburg 1923. Unsere Führer“, darunter die Signaturen

Hitlers, Görings, des Ingenieurs und späteren SS-Gruppenführers

Rudolf Jung (1882-1945), eines früheren Mitstreiters

von Hitler (vgl. Klee, 292), und von Dr. Walter

Riehl (1881-1955), einem führenden Vertreter der sudetendeutschen

und österreichischen DNSAP. Die Aufnahme

entstand anläßlich des Parteitags der DNSAP im August

1923, der die Spaltung der Partei zur Folge hatte (Riehl

übernahm die Führung des Hitler nahestehenden Partei -

flügels, des „Deutschsozialen Vereins“). – Beiliegend eine

weitere Postkarte desselben Motivs, eine Porträtpostkarte

Hitlers, vier Photos mit uniformierten österreichischen

Nationalsozialisten (vor dem Café Glockenspiel in Salzburg)

und drei weitere Karten.

84 HOLZ, A., Schriftsteller (1863-1929). E. Postkarte

mit U. Berlin 19. 11. 1917. – An Paul Kersten

mit einer Empfangsbestätigung. (66) 80,-

85 JODL, F., Philosoph (1849-1914). E. Brief mit U.

Dat. Wien 10. 3. 1909. 3 S. – Doppelbatt. (108)

120,-

An einen Kollegen über die Gründung einer deutschen und

österreichischen Hochschullehrerorganisation. – Transkrip -

tion beiliegend.


86 KANTOROWICZ, H., Publizist und Rechtshistoriker

(1877-1940). E. Brief. mit U. Dat. Freiburg

13. 2. 1929. Fol. 3/4 S. (108) 80,-

An einen Redakteur des Berliner Tagblatts. Über Änderungen

in seinem Beitrag „Kriegsverbrechen“ und einen Aufsatz

mit dem Titel „Studenten“. Kantorowicz hatte 1929

sein Buch „Der Geist der englischen Politik“ über die

Kriegsschuldfrage veröffentlicht. – Wenig gebräunt und

fleckig.

87 KAULBACH, W., Maler (1805-1875). 6 e. Karten

mit 12 Karikaturzeichnungen und kurzen Begleittexten,

meist mit U. oder monogrammiert. München

1860-72. 10,8 x 16,6 cm. – Auf festem Karton.

(135) 250,-

Treffende, brillant gezeichnete Karikaturen des „Malerfürsten“,

der solche Arbeiten wohl nur für den Privatgebrauch

angefertigt hat, vielleicht als Grußkärtchen für den

Bekanntenkreis. Hauptsächlich antiklerikalen Inhalts. –

Leicht fleckig und gebräunt.

88 KAUNITZ – STAMMBAUM von Leopold

Michael Maria Joseph Graf von Kaunitz. Deutsche

Urkunde auf Pergament. Dat. „Prag den

Augusti 1782“. 69,5 x 76 cm. Mit gouachiertem

Stammbaum mit 31 Wappenminiaturen, 4 angehängten

Wachssiegeln in Hartholzkapseln und

4 Unterschriften. – In mod. Rahmenvitrine. (59)

800,-

Überaus dekorative und saubere Wappenstammtafel des aus

der böhmischen Linie stammenden Grafen Leopold

Michael Maria Joseph von Kaunitz (1779-1848), die dieser

im Alter von drei Jahren als „Maltheser Ordens Candidat“

erhalten hat. Später ist er zum Ritter des Ordens ernannt

worden und stieg zum Kämmerer und Hofrat der vereinigten

k.k. böhmischen Hofkanzlei auf (vgl. Wurzbach XI, 62).

Die mütterliche Seite der bis in die dritte Generation

zurückreichenden Stammtafel bildet das Geschlecht der

Grafen zu Salm und Reifferscheid. Zu den Ahnen des

Grafen zählen in mütterlicher Linie die berühmtesten österreichischen

und böhmischen Adelsgeschlechter wie die

Trautson, Dietrichstein und Starhemberg, väterlichseits die

Sternberg und Waldstein. Der Stammbaum wird durch vier

Unterschriften adeliger Bürgen in seiner Richtigkeit

bezeugt. – Einwandfrei erhalten. – Siehe Abbildung Tafel 7.

89 KEMPTEN – JOHANNES I. VON WERNAU,

Abt des Reichsstifts Kempten (Amtszeit 1460-

1481). Deutsche Urkunde auf Papier. Kempten,

Ostermontag (= 23. 3.) 1478. 35,5 x 30,8 cm. 39 Zl.

– Mit 2 papiergedeckten Siegeln. (29) 400,-

Der Abt entsendet den „lieben Getreüwen“ Johann Büchlin

als seinen Bevollmächtigten zur Wahl eines Nachfolgers

für den verstorbenen Ulrich Ehinger, der bisher das Reichsstift

Kempten in der Versammlung der „Sprüchlüte“ vertreten

hat. Diese war durch die Vermittlung der Stadt Ulm

1467 eingerichtet worden, um die „Irrungen, Zwiträchten

und Spannen“ zwischen der Abtei und der Stadt Kempten

beizulegen. Beteiligt waren daran außerdem Vertreter der

Stadträte von Memmingen und Ravensburg. – Rückseitig

Notiz mit falscher Datierung aus neuerer Zeit („1487“,

Urkunden und Autographen 23

Nr. 90

damit auch falsche Zuweisung der Urkunde an den Nachfolger

von Johannes I., Johannes II. von Rietheim) sowie

altes Regest. Ein Falz alt hinterlegt und mit Einriß, kleine

Randläsuren, ein wenig gebräunt und fleckig. – Beiliegend

Brieffragment des Kemptener Abtes Heinrich VIII. von

Ulm-Langenrhein (Amtszeit 1607-1617) mit eigenhändiger

Unterschrift und Wachssiegel, datiert Kempten, 5. 1. 1612,

eine Streitsache mit der Stadt Kempten betreffend und

eine Taufbestätigung (Frickenhausen bei Memmingen,

31. 10. 1651).

90 LASKER-SCHÜLER, ELSE, Schriftstellerin

(1869-1945). E. Brief mit U. und 2 kleinen Zeichnungen

(Feder, Bleistift). Dat. Berlin 29. 11.(?)

1931. Fol. 1 1/2 S. – 1 1/2 Bl. (108) 3.800,-

Das Schreiben an einen „hochzuverehrender Herr Ober -

regierungsrat“ genannten Adressaten richtete sich wohl an

den Ministerialrat im preußischen Kultusministerium Kurt

Zierold (1899-1989), an den Lasker-Schüler im selben Jahr

noch zwei weitere Briefe geschrieben hat. Sie berichtet von

einer schweren Krankheit, die sie gehindert hätte, ihm zu

antworten. Zierold hatte sich offenbar für die Aufführung

ihres (im selben Jahr 1931 entstandenden, noch unver öffentlichten)

Theaterstücks „Arthur Aronymus und seine Väter“

eingesetzt: „Ich freue mich, wenn Sie mein neues Theaterstück

sehen werden, schon [um] die Überzeugung zu

gewinnen, daß Sie für eine Dichterin sprachen, ein Wort

einlegten. Ich bin durch die ewigen Misèren, die immer wieder

kommen, sehr weltabgewandt und maßlos betrübt.“


24

Nr. 97

Die Uraufführung des Dramas wurde offenbar aus politischen

Gründen immer wieder verschoben, nach der Machtergreifung

der Nationalsozialisten endgültig abgesagt und

konnte erst 1936 in Zürich erfolgen. – Neben der Unterschrift

kleine Federzeichnung des „Prinzen Jussuf von Theben“

(als Kopf mit doppeltem Profil). – Rückseitig achtzeilige

Nachschrift in Bleistift mit einer Entschuldigung, durch

ihr Schauspiel verhindert gewesen zu sein, und kleine Bleistiftzeichnung

(Blumenstrauß). – Briefkopf mit der Berliner

Adresse Lasker-Schülers, Motzstr. 78, Hotel Sachsenhof,

wo sie von 1924-33 lebte (heute Nr. 7). – Auf Papier

mit Wasserzeichen „Pazifik“ mit Segelschiff. – Ränder tls.

mit restaurierten Läsuren, am Kopf leichte Klammerspuren.

– Siehe Abbildung.

91 LEOPOLD I., Fürst von Anhalt-Dessau (1676-

1747). Brief mit e. U. Dessau 11. 8. 1740. 4°. 1/2 S.

– Doppelblatt mit schwarzem Siegel. (148) 120,-

An den Amtmann Pföhl mit der Mitteilung, daß „Sie

Johann Paul Ebrhardten die Gnade erweisen, und Selbigen

verstattet haben sich wieder in deren Landen auffzuhalten“.

– Leicht gebräunt. – Beiliegt eine „Ordre de Bataille den

20ten Septembre 1771“.

92 LEVI, P., Schriftsteller (1919-1987). Masch. Brief

mit e. U. Turin 21. 3. 1964. Fol. 2 S. (79) 120,-

An seinen Übersetzer Robert Picht mit ausführlichen Kommentaren

zu einzelnen Wörtern und Stellen der „Atempause“.

– Fleckig und gewellt.

Urkunden und Autographen

93 LINDAU – BRIEF des Bürgermeisters und des

Rats der Stadt Lindau an den Bürgermeister und

den Rat der Stadt Überlingen. Lindau 20. 3. 1684.

Fol. 2 1/2 S. – Doppelblatt mit papiergedecktem

Siegel, rückseitig adressiert. (29) 200,-

Betreffend ein kaiserliches Embargo von Pferden, Nahrungsmitteln

und Waffen in die Schweiz, anläßlich des

Reunionskriegs König Ludwigs XIV. von Frankreich

(1683/84). Die Stadt Lindau hält das Verbot nicht für notwendig,

da das Getreide für die Franzosen zu teuer käme,

wenn sie es über den Bodensee beziehen müßten. – Rückseite

etw. fleckig.

94 – KAUFBRIEF. Deutsche Urkunde auf Pergament.

Lindau?, „Monntag nach Sannt Matheis

tag“ (= 25. 2.) 1527. Qu.-Fol. 25 x 49 cm (Plica:

5,2 cm). 23 Zl. Mit 2 angehängten Wachssiegeln.

(29) 200,-

Verkauf zweier Häuser in Lindau durch Wolfgang Pem,

Bürger zu Augsburg, an Hieronymus Furtembach, Bürger

zu Lindau. Erwähnt wird auch das Adelsgeschlecht Schellenberg-Hüfingen.

– Ein drittes Siegel fehlt, ein Siegel mit

Ausbruch, rückseitig zeitgenössisches Regest, ein wenig

gebräunt. – Beiliegend drei vorgedruckte und handschriftlich

ausgefüllte Formulare über Lieferungen mittels eines

Fuhrmanns, Lindau 1740. – Weitere Beilage.

95 LUDWIG I., König von Bayern (1786-1868).

Brief mit e. U. Salzburg 18. 8. 1809. 4°. 1 S. (91)

250,-

Aus dem Hauptquartier der 1. Armee an die Stadt-Commandantschaft

in München mit der Bitte um Entlassung

eines „Inntal-Cordonisten“, der „wahrscheinlich aus Mißverständiß

mit anderen oesterreichischen Gefangenen nach

München transportirt worden“. – Ehemals gerahmt, da -

durch stärker gebräunt.

96 – E. Brief mit U. München 4. 5. 1810. 1/2 S. (30)

300,-

„Mit Vergnügen erhielt ich soeben ihr Schreiben vom

27 April durch Kurier Witt, freue mich wenn ich bald sie

wiedersehen werde. Im eingeschlossenen treffen sie den

Wechsel für die beiden Rechnungen, zusammmen 780

Livres. Schicken Sie mir die Quittung darüber für die beiden

Kleider“. – Ehemals gerahmt, dadurch stärker gebräunt

(ebenso der beiliegende Wechsel).

97 LUDWIG GEORG, Markgraf von Baden, ge -

nannt „Jägerlouis“ (1702-1761). Deutsche Ur kun -

de auf Papier mit e. U. Rastatt 16. 9. 1757. Fol.

(29) 150,-

An eine „hochgelehrte liebe Getreue“, der ein Antrag stattgegeben

wird unter Verweis auf den Amtmann von Rehl,

Franz Carl Dürfeldt. – Gering gebräunt. – Siehe Abbildung.


Nr. 99

Die Rückgabe von Boulogne an Frankreich

98 MASON, J., britischer Diplomat (1503-1566).

E. Brief mit U. sowie U. von drei weiteren Vertretern

einer britischen Verhandlungsdelegation.

Dat. Calais, 20. 2. 1549. Fol. 1/2 S. – Doppelblatt,

rückseitig adressiert. (30) 800,-

Von den vier Vertretern der englischen Gesandtschaft, John

Mason (1503-1566), John Russel, First Earl of Bedford (um

1485-1555), William Petre (um 1505-1572) und William

Paget, First Baron Paget of Beaudesert (1506-1563), unterzeichnetes

Schreiben an eine französische Verhandlungs -

delegation (adressiert „A Mess[ieu]rs Mons[ieur] de la

Rochepot et les aultres depputés du Roy très chrestien“).

Alle vier waren bedeutende Staatsmänner bzw. Diplomaten

unter den Königen Heinrich VIII. und Edward VI. Sie

waren mit Handlungsvollmacht ausgestattet, um im Kampf

mit Frankreich um die strategisch wichtige Hafenstadt Boulogne-Sur-Mer,

die England 1544-1550 besetzt hielt, zu vermitteln.

Im Frieden von Boulogne 1550 wurde die Stadt

schließlich von Frankreich zurückgekauft. Der Brief enthält

eine Zusage, sich spätestens am Samstagabend in Boulogne

einzufinden. Der Ausstellungsort wurde von Boulogne

in Calais korrigiert. – Das Wasserzeichen einer Hand

mit fünfzackigem Stern verzeichnet bei Piccard (Nr. 155784,

Stockholm 1547). – Falz brüchig und hinterlegt; leicht

gebräunt und fleckig.

99 NORDAU, M., Schriftsteller und Zionist (1849-

1923). E. Billett mit U. Dat. Paris 15. 9. 1908. 9,2

x 11,2 cm. 3/4 S. (108) 250,-

Urkunden und Autographen 25

„Mein Wahlspruch ist: 'Was liegt daran!' Aber wenn ich ein

Teures verlor, konnte ich mich nie an ihn halten.“ – Nordau,

der führende Zionist neben Herzl, hatte sich 1876 in

Paris als Arzt niedergelassen. – Siehe Abbildung.

100 PANOFSKY, E., Kunsthistoriker (1892-1968).

E. Brief mit U. Freiburg i. Br. 29. 5. 1914 (Poststempel).

4°. 4 S. – Doppelblatt, e. adressiertes

Kuvert beiliegend. (108) 900,-

Inhaltsreicher Brief aus Panofskys wenig bekannten Studentenzeit

an den Schriftsteller und Redakteur Franz

Schönberner (1892-1970), der zu dieser Zeit noch Literatur

und Kunstgeschichte in München studiert hat. Panofsky hat

im Jahr 1914 bei Wilhelm Vöge in Freiburg promoviert. Die

interessantesten Passagen sind Kurzcharakterisierungen seiner

akademischen Lehrer. So bezeichnet er den großen Historiker

Heinrich Finke (1855-1938) als „armen Idiot“, der

ihn, den Kunsthistoriker, zunächst verachtet habe, nun aber

auf Grund seiner Lateinkenntnisse liebe. Der Philosoph

Heinrich Rickert (1883-1936) dagegen beeinflusse ihn ziemlich

stark. Seinen Doktorvater Vöge (1868-1952) beschreibt

er als „geistvoll, humorvoll, neurasthenisch, an- und auf -

regend, nach Frankfurt berufen, dennoch der anständigste

Mensch dieser Welt“. Max Friedländer (1867-1958) dagegen

hätte nicht „das an Vöges Witzigkeit haftende metaphysische

Etwas“. Er selbst wohne „im schönsten Zimmer

Freiburgs“, seine Wirtin sei eine verwitwete Dame namens

Elli Eckermann und sein Mitbewohner ein „sehr kluger

Nationalökonom“. Mit dessen Freund Hellmuth Falkenfeld

(1893-1954), dem Autor von „Wort und Seele“, hätten

sie „anregende Tischrunden“. Beim Thema „Frauen“ fällt

Panofskys Bericht allerdings recht knapp aus: „Keine“. –

Gefaltet.


26

Nr. 107

101 POESIEALBUM einer Dame in ungarischer

Sprache. Ungarn (wohl Pest) 1857. Mit 6 Stahl -

stichen und 6 auf Tafeln mont. Spitzenbildern.

1 Bl., 195 (recte 201) S., 15 Bl. (sowie einige

weiße). Hlwd. d. Zt. mit Pp.-Deckeln unter Verwendung

zweier großer kolor. Lithogr. (Gelenke

angeplatzt, Deckel ein wenig fleckig, leicht berieben).

(111) 200,-

In feiner Damenhandschrift abgefaßte Sammlung von

Gedichten, darunter viele religiösen Inhalts, von ungarischen

Dichtern, die in der Zeit sehr beliebt waren, wie

Sándor Petöfi (1823-1848) und János Garay (1812-1853).

Gegen Ende auch zwei Gedichte in deutsch-ungarischem

Paralleltext („Der Engel der Erde“ und „Der nächtliche

Besuch“), vielleicht von der Besitzerin des Albums selbst

übersetzt. Diese dürfte aus dem ungarischen Adel stammen

(jedes Blatt mit Blindprägung eines gräflichen Wappens). –

Vorsatz mit Widmung: „Zur Erinnerung von meinen lieben

Eltern zum Namenstage im Jahre 1874, dem 7ten Mai“,

darunter Namenszug in anderer Tinte „Marie Ulbert“. –

Die Deckel mit montierten Lithographien einer Frau mit

Tochter beim Friedhofsbesuch und einer Dame mit Klavier.

– Wenig fleckig und gebräunt. – Dekorativ.

102 RAVENSBURG – SCHULDSCHEIN. Deutsche

Urkunde auf Papier. Ravensburg?, „Samstag

nach Sant Lucie tag“ (= 14. 12.) 1499. Qu.-8°. 15 x

22,2 cm. 13 Zl. Mit 2 papiergedeckten Wachssiegeln.

(29) 200,-

Urkunden und Autographen

Schuldschein, ausgestellt von Jakob Schellang zugusten des

Bürgermeisters und des Rats der Stadt Überlingen. Jakob

Schellang war 1498-1505 Bürgermeister bzw. Stadtammann

der Stadt Ravensburg. – Rückseitig zeitgenössisches Regest,

ein wenig gebräunt.

103 RELLSTAB, L., Schriftsteller und Musiker (1799-

1860). E. Brief mit U. Berlin 29. 10. 1844. 1 S. (66)

120,-

An einen Herrn: „... Ich freue mich Ihnen anzeigen zu können,

daß ich das Quartett fertig, die Romanze fast fertig

habe, und jedenfalls bis Sonnabend noch ein Musikstück,

muthmaßlich das Duett vollenden werde. Sehr wünschte

ich ... diese Stücke persönlich, wenn auch abschriftlich

mitzutheilen, da wegen des fehlenden Dialogs doch einiges

zu erklären seyn wird. Gern arbeitete ich langsamer ...

doch die Eile ist ja einmal hier Bedingung ... (P. S. die

Geschwister Milanollo sind hier.)“ – Es handelt sich wahrscheinlich

um das Libretto zu der 1844 in Berlin uraufgeführten

Oper „Das Feldlager in Schlesien bei Vielka“ von

Giacomo Meyerbeer.

104 RINGELNATZ, J., Schriftsteller (1883-1934).

E. Brief mit U. Dat. Seeheim (bei Cuxhafen)

13. 11. 1918. 1 1/2 S. – Doppelbl., e. adressierter

Umschl. beiliegend. (89) 250,-

Vgl. Pape AR 41 (Abschrift aus der Sammlung Gescher-

Ringelnatz, Berlin). – Feldpostbrief aus seiner Zeit als Freiwilliger

bei der Marine in den Tagen der November-Revolution

an seine damalige Freundin, die Schauspielerin

Annemarie Ruland in Konstanz: „Du lebst in Bühnen -

räuschen und die Welt um uns brennt ... Wer weiß, ob wir

uns wiedersehen ... Sende mir ja nicht das Theaterstück

zurück. Es herrscht große Unsicherheit im Bezug auf den

Postverkehr.“ Mit dem Theaterstück ist wahrscheinlich sein

zweites Drama „Fleisch und Blut“ gemeint, das er am

3. Oktober 1918 an Ruland geschickt hatte. Ruland hat sich

vergeblich um die Aufführung seiner vier frühen Dramen

bemüht, von denen drei verlorengegangen sind. – Minimal

fleckig. – Beiliegend eine Postkarte (Vordruck Kestner-

Gesellschaft, Hannover) mit e.? Adreßnotiz (Kurt F.

Schmidt, Berlin) und der Münchener Adresse von Ringelnatz

auf der Rückseite.

105 – Masch. Brief mit e. U. Dat. München 17. 3. (19)

26. Fol. 3/4 S. (89) 100,-

An einen Herrn Zadek vom Berliner Tageblatt bezüglich

der Einsendung eines Chansons und ausstehenden Honorars.

– Nicht im Briefregister von Pape erfaßt, für ein weiteres

zeitnahes Schreiben an Zadek vgl. Pape VA 24. – Links

oben Adreßstempel, gelocht.

106 RINGELNATZ – BÖTTICHER, G., Schriftsteller

und Zeichner (1849-1918), Vater von Joachim

Ringelnatz. I. E. Brief mit U. Dat. Leipzig

28. 2. 1895. 1 S. – II. E. Postkarte mit U. Dat. ebda.

2. 11. (19)13. 1 1/4 S. (89) 100,-


I. An die Redaktion der Zeitschrift „Die Gegenwart“ in

Berlin (erschienen 1872-1931), der er anliegend ein Gedicht

zur Veröffentlichung übersendet. Erwähnt auch den

befreundeten Schriftsteller Edwin Bormann (1851-1912). –

II. An ein Fräulein Anna Marie Reinke, die den halben

Bogen eines ihm zugeschickten Manuskripts vermißte.

107 SCHOPENHAUER, A., Philosoph (1788-1860).

Porträt-Photographie (Albuminabzug nach Da -

guerreotyp) von J. Schäfer. Frankfurt, März 1859.

7,6 x 5,1 cm, Darstellungsgröße ca. 6,5 x 5,1 cm. –

Unter Glas gerahmt unter Verwendung eines alten

Metallpassepartouts mit ausgerundeten Ecken.

(108) 2.500,-

Hübscher, Schopenhauer-Bildnisse, 1968, Nr. 88, 1 (Anm.).

– Im Jahr vor Schopenhauers Tod fertigte der Photograph

Johannes Schäfer in Frankfurt ein Porträt (Kniebild), das

Schopenhauer für die beste Photographie von sich überhaupt

hielt. Sie diente später als Vorlage für mehrere Öl -

gemälde und hat das öffentliche Bild des Philosophen bis in

die heutige Zeit entscheidend geprägt. Schäfer, der noch

zwei weitere Aufnahmen Schopenhauers anfertigte, vermarktete

das Bild jedoch gegen den Willen Schopenhauers

und verkaufte unautorisierte Kopien, was zum Bruch mit

Schopenhauer führte. Das vorliegende Bildnis ist ein solcher

Abzug, und zwar der bei Hübscher erwähnte „Ausschnitt

als Brustbild“ (S. 153), der bis zur Breite der Schultern

beschnitten ist und an der linken unteren Ecke gerade

noch die vorgestreckte, ohne die Armbeuge isoliert wirkende

rechte Hand mit Brille zeigt. – Minimale Knickspuren

an der linken unteren Ecke. – Siehe Abbildung.

108 SERRE, J. F. A., Militär und Philanthrop (1789-

1864). E. Brief mit U. Dat. Berlin 25. 7.(?) 1813.

4°. 7 S. – 2 Doppelblätter. (109) 350,-

Urkunden und Autographen 27

Umfangreicher, eng geschriebener Brief an einen Freund

aus der Zeit der Befreiungskriege. Berichtet über seine

Lebenssituation, die im Jahr 1813 von den Kampfhandlungen

der Befreiungskriege geprägt war. Am 2. Mai hatte er

an der Schlacht von Großgörschen teilgenommen. Erwähnt

werden einige hochrangige Militärs und Politiker. Serre war

Hauptmann, später Major unter General von Gaudy in

Dresden. Nach seinem Abschied förderte er die Künste

sowie gemeinnützige Stiftungen und gründete die Schiller-

Lotterie, für die er vor allem bekannt geworden ist (vgl.

ADB XXXIV, 40). – Briefkopf mit kleinem Stempel

„Archiv Schöppl“.

109 VIKTOR EMANUEL I., König von Italien

(1820-1878). Urkunde mit e. U. Florenz 9. 11.

1868. Gr.-Fol. 3 S. – Gegenzeichnungen. – Unter

Glas gerahmt. (91) 300,-

110 WOLFF, J., Dichter (1834-1910). E. Brief mit U.

Charlottenburg 23. 4. 1893. – Doppelblatt. (66)

150,-

An die Buchhandlung Neubner in Köln mit einer Bestellung

aus dem übersandten Antiquariatskatalog Nr. 45 und

dem Versprechen, die „Bezahlung sofort nach Empfang der

Bücher durch Postanweisung erfolgen“ zu lassen (vorbildlich).

– Hübsches Stück.

111 SAMMLUNG – Ca. 40 kleinere Autographen,

meist von Schriftstellern. (80) 250,-

Zusätzliche Abbildungen und

Volltextsuche in der Online-

Version des Katalogs.

Additional images and fulltext-search

on our website.

www.zisska.de

Werner Fritsch – Franz Hodjak – Herbert Hupka – Ernst

Jandl – Wulf Kirsten – Alfred Kittner – Herta Müller –

Oskar Pastior – Theodor Plivier – Werner Söllner – Richard

Wagner – Josef Weinheber – Wolf Wondratschek. – Meist

jeweils mehrere Stücke.


28

Nr. 119


Nr. 153

112 (AESOPUS, Aesopus moralisatus. Mit Kommentar

Graecia diciplinarum mater und Interlinearglosse).

O. O. und Dr. (Augsburg, Johann Schönsperger),

1497. 4°. Got. Typ., 18-19 Zl. 39 (statt 40)

nn. Bl. Alte Pp. (fleckig, etw. berieben und bestoßen,

mit wenigen Wurmspuren). (142) 500,-

Hain-C. 316 = Hain 317. Proctor 1791. BMC II, 371. GKW

414. Goff A 139. BSB A-85. ISTC ia00139000 (3 Ex. in den

USA). – Lateinische Distichenversion des Anonymus

Neveletti (Gualtherus Anglicus?), soll erstmals 1476 er -

schienen sein. – Es fehlt das Titelblatt mit einer Schulszene

in Holzschnitt. Leicht gebräunt, wenig fleckig, in der zweiten

Hälfte mit Wurmspuren.

113 (ALANUS DE INSULIS, De maximis theologiae).

O. O., Dr. und J. (Basel, Jakob Wolff aus

Pforzheim, nicht nach 1492). 4°. Got. Typ., Zeilenzahl

wechselnd. 39 (statt 40) nn. Bl. Alte Pp.

(etw. fleckig, berieben und bestoßen, mit wenigen

Wurmspuren). (142) 1.500,-

Inkunabeln

Erste Ausgabe. – Hain-C. 389. Pellechet 244. Polain 58. IGI

128. Proctor 7624. BMC III, 776. GKW 510 (nennt als

Drucker Johann Amerbach). Goff A 181. Walsh 1230.

CIBN A-93. BSB A-90. Van der Haegen 23, 3. ISTC

ia00181000. – Verfaßt von Alanus de Insulis, geb. in Lille

um 1120, gest. in Cîteaux 1202. „Methodisch bahnbrechend

wirkte er durch seine Regulae od. Maximae theologiae, in

denen er aus obersten Maximen auf mathematisch deduktive

Weise die übrigen theologischen Wahrheiten herzu -

leiten und ein System des Glaubensinhaltes aufzubauen

versuchte“ (LThK I, 194). – Es fehlt das Titelblatt. Blatt a2

gestempelt. Leicht gebräunt, mit Wurmspuren, tls. etw.

fleckig. – Vorderer Innendeckel mit gestoch. Exlibris:

„Fundationis Baldauficae“.

First edition. – Lacks title-page. Leaf a2 stamped. Slightly

browned, with worming, partly a little soiled. – Upper inner

cover with engraved exlibris: „Fundationis Baldauficae“. –

Old cardboard (some soiling, rubbing and scuffing, with

minor worming).

29


30

114 ALEXANDER DE HALES, Summa universae

theologiae. Tl. II (von 4). Nürnberg, Anton

Koberger, 29. November. 1481. Fol. mit vielen rot

oder blau eingemalten Initialen. Got. Typ., 2 Sp.,

70-71 Zl. 334 (statt 340) nn. Bl. Etw. beschäd.

blindgepr. Ldr. d. Zt. (142) 1.500,-

Erste Gesamtausgabe. – Hain-C. 643. Pellechet 431. Polain

112. IGI 287. Proctor 2010. BMC II, 422. GKW 871. Goff

A 383. Walsh 686. CIBN A-210. BSB A-240. ISTC

ia00383000. LThK I, 249: „Die Summa des Alexander von

Hales wurde schon im 13. Jahrh. als die Summa der herkömmlichen

augustinischen Lehrrichtung betrachtet. Sie

überliefert denn auch die Lehre des hl. Augustin, Anselms

und der Viktoriner, ohne aber die aristotelischen Lehrsätze

ganz auszuschließen.“ – Es fehlen das erste und letzte weiße

Bl., ferner Bl. 11 (weiß), 12 und 2 weitere Bl., davon eines

aus der vorletzten Lage; da das Buch ohne Paginierung und

Lagebezeichnung und das vorliegende Exemplar eng

gebunden ist, können die fehlenden Bl. nicht genauer

bestimmt werden. Buchblock am Anfang gebrochen, erste

Lage stark gelockert. Erstes Blatt stärker fleckig und ge -

stempelt. Leicht gebräunt, tls. wasserrandig und etw.

fleckig, mit Wurmspuren. Außen und unten breitrandig. –

Vorderer Innendeckel mit gestoch. Exlibris und Besitzvermerk.

First complete edition. – Lacks the first and last blank leaf,

also leaf 11 (blank), 12 and 2 more leaves, one of them from

the penultimate quire; as the book has been bound without

pagination or quire specification and also very tight, the

missing leaves cannot be determined more exactly. Bookblock

at the beginning broken, first quire loosened. First leaf

stronger soiled and stamped. Slightly browned, partly with

waterstains and some soiling, with worming. Widemargined

outside and at bottom. – Upper inner cover with

engraved exlibris and ownership entry. – Contemporary,

somewhat damaged blind-pressed calf.

115 ANGELUS DE CLAVASIO, Summa angelica de

casibus conscientiae. Mit Beigabe von Hieronymus

Tornielli. Straßburg, Martin Flach, (26. März)

1495. Fol. Got. Typ., 2 Sp., 54 Zl. 16 nn.,

CCCXLII num. Bl. (= 358 Bl.). Blindgepr. Ldr. d.

Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen (fleckig,

berieben und bestoßen). (142) 3.000,-

Hain-C. 5397. Pellechet 3827. Polain 214. IGI 567. Proctor

701. BMC I, 153. GKW 1938. Goff A 725. BSB A-533.

ISTC ia00725000. – Verfaßt von dem Minoriten Angelus de

Clavasio (1411-1495), mehrmaligem Generalvikar der

cismontanen Observanten, apostolischem Nuntius und

Kommissar für den Türkenkreuzzug. Sein hier vorliegendes

Hauptwerk ist „eine äußerst praktische, gedrängte

alphabetische Anweisung für Beichtväter, mit einem Beichtspiegel

(Interrogationes), das von 1476-1520 etwa 31mal

aufgelegt und von Luther 1520 als 'mehr als teuflisch' mitverbrannt

wurde“ (LThK I, 432). Die Hauptquelle für sein

Werk war die „Summa Pisana“ des Dominikaners Bartholomäus

von Pisa. – Titel mit Besitzvermerk des Pfarrers

J. Stadler aus Greding und rasiertem Stempel. Etw. gebräunt

und fleckig, teilw. wasserrandig und mit hs. Marginalien,

gegen Ende mit Wurmspuren.

Inkunabeln

Major work by the Friar Minor Angelus de Clavasio. – Title

with ownership entry of the parish priest J. Stadler from

Greding, erased stamp. Some browning and soiling, partly

with waterstains and with ms. marginalia, towards the end

with worming. – Contemporary blind-pressed calf over

wooden boards with 2 metal clasps (soiled, rubbed and

scuffed).

116 BARTOLUS DE SAXOFERRATO, Super

prima parte Infortiati cum additionibus Alexandri

Tartagni. Venedig, Bernardinus Stagninus (in der

Werkstatt das Andreas Torresanus), 10. Oktober

1492. Gr.-Fol. Got. Typ., 2 Sp., 65 Zl. 235 (recte

233) num. Bl. (ohne das letzte weiße Bl. = 233 statt

234 Bl.). Holzdeckelbd. d. Zt. mit breitem blindgepr.

Ldr.-Rücken und 2 von 4 Schließen, Vorderdeckel

mit kalligraphischem Titelfragment und

großem aufgemalten Wappen (berieben und be -

stoßen, Vorderdeckel mit restauriertem vertikalen

Durchbruch, tls. mit kleinen Wurmlöchern). (4)

2.500,-

Hain-R. 2600. Pellechet 1937. Polain 4192. IGI 1376. GKW

3624. BSB B-186. ISTC ib00236300 (nur 12 Ex., keines in

Amerika). – Bartolus de Saxoferrato wurde 1313 in Venatura

(heute Ortsteil von Sassoferrato) geboren und starb

1357 in Perugia. Er hinterließ ein umfangreiches Werk, das

nicht nur Kommentare zu allen Teilen des Corpus Iuris

Civilis außer den Institutionen umfaßt, sondern auch viele

Traktate zu Einzelfragen und über 300 Gutachten. Beachtlich

sind auch die Ansätze zu einem internationalen Privatund

Strafrecht. – Titel stärker fleckig, in den Ecken z. Tl.

breit angerändert, verso mit umfangreichen hs. Eintragungen.

Leicht gebräunt, tls. wasserrandig und stärker fleckig,

vereinzelt mit hs. Marginalien und Textanstreichungen. –

Breitrandig.

Title stronger soiled, partly with wide paper slips mounted at

corners, verso with extensive ms. annotations. Slightly

browned, partly waterstained and with stronger soiling,

occasionally with ms. marginalia and text underlinings. –

Wide-margined. – Contemporary wooden boards with wide

blind-pressed leather spine and 2 of 4 clasps, front cover with

calligraphic title fragment and large painted coat of arms

(rubbing and scuffing, front cover with restored vertical perforation,

partly with small wormholes).

117 BIBLIA LATINA – BIBLIA cum postillis Nicolai

de Lyra et expositionibus Guillelmi Britonis in

omnes prologos S. Hieronymi et additionibus

Pauli Burgensis replicisque Matthiae Doering.

Tl. I ([von 4]. Nürnberg, Anton Koberger, 7. Mai

1485). Fol. Mit rot und blau eingemalter Initiale,

zahlr. rot oder blau eingemalten Initialen und 28

(4 ganzseit.) Textholzschnitten, durchgehend

rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., Text vom Kommentar

umgeben, 56 bzw. 73 Zl. 468 nn. Bl. (erstes Bl.

weiß). Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit

4 Metallbuckeln auf dem Hinterdeckel (Kapital

läd., Rückenbezug eingerissen und aufgeplatzt,

untere Ecke des Hinterdeckels ausgebessert, etw.

beschabt und bestoßen, Schließen fehlen, Be -

schläge des Vorderdeckels entfernt). (35) 4.000,-


Nr. 117

Hain-C. 3166. Pellechet 2345. Polain 675. Schreiber 3472.

Schramm XVII, S. 8. Proctor 2041. BMC II, 427. GKW

4288. Goff B 613. BSB B-453. Bibelslg. Württ. LB, D 115.

– Der seltene erste Teil dieser im Handel fast nie komplett

vorkommenden Kobergerbibel. – Die Holzschnitte entstammen

der „Postilla“ vom 22. Januar 1481 und sind die

ältesten Kobergerschen Illustrationen; sie wirkten lange

nach, vor allem in der Lutherzeit. Dargestellt sind die Arche

Noah, die Bundeslade, der große Leuchter, die Gesetzes -

tafeln, der Tempel Salomonis, der Hohepriester, astronomische

Diagramme etc. – Die ersten beiden Bl. gestempelt,

mit Besitzvermerk und hs. Eintragungem. Vor allem die

letzten Bl. mit stärkeren Randschäden, das letzte Blatt mit

hinterlegter Papierfehlstelle (geringer Buchstabenverlust).

Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, mit hs. Marginalien, stärker

wasserrandig, mit Feuchtigkeitsspuren und leichten

Sporflecken. – Siehe Abbildung.

Rare first part of the Koberger Bible hardly ever found complete

on the market. – The first two leaves stamped, with

ownership entry and ms. annotations. Mainly the last leaves

with stronger marginal damages, last leaf with backed paper

defect (minor loss of letters). Slightly browned, partly a little

soiled, with ms. marginalia, stronger waterstains, with

dampstains and light moulding. – Contemporary blindpressed

calf over wooden boards with 4 brass bosses on rear

cover (turn-in damaged, cover material of spine torn and

bursted, lower corner of rear cover repaired, some scratching

and scuffing, clasps missing, metal fittings of front cover

removed). – See illustration.

Inkunabeln 31

Nr. 120

118 – BIBLIA cum postillis Nicolai de Lyra et expo -

sitionibus Guillelmi Britonis in omnes prologos

S. Hieronymi et additionibus Pauli Burgensis

replicisque Matthiae Doering. Tl. IV (von 4).

Nürnberg, Anton Koberger, (7. Mai) 1485. Fol.

Mit zahlr. rot oder blau, teilw. auch rot und blau

eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert.

Got. Typ., 2 Sp., Text vom Kommentar umgeben,

56 bzw. 73 Zl. 378 (statt 386) Bl. (ohne Bl. 379-384

mit dem Anhang „Contra perfidiam Iudaeorum“;

es fehlen das erste weiße und die beiden letzten

weißen Bl.). Schafldr. d. 17. Jhdts. auf Holzdeckeln

mit 2 Me tallschließen (fleckig, beschabt und

bestoßen, neu aufgebunden, Schließenbefestigungen

erneuert). (176) 1.500,-

Hain-C. 3166. Pellechet 2345. Polain 675. Proctor 2041.

BMC II, 427. GKW 4288. Goff B 613. BSB B-453. ISTC

ib00613000. Bibelslg. Württ. LB D 115. – Enthält das Neue

Testament mit den Postillen und Kommentaren des Nicolaus

de Lyra. – Erstes Blatt mehrf. gestempelt und mit hinterlegtem

Ausschnitt (Verlust von Text und einer Zier -

initiale). Erste und letzte Lage neu angefalzt. Bl. (n4) unten

eingerissen. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig,

vereinzelt mit kleinen Wurmlöchern, vor allem der

Teil der Apostelbriefe mit z. Tl. umfangreichen Marginalien

von alter Hand in kleiner Schrift. Knapp beschnitten, Kopfleisten

öfter angeschnitten. – Aus der Ritter-Waldauf-

Bibliothek in Hall bei Innsbruck.


32

Contains the commentaries to the New Testament by Nicolaus

de Lyra. – Lacking the appendix fol. 378-384. – First

leaf with multiple stamps and backed cut-out (loss of text

and one ornamental initial). First and last quire newly

mounted at joint. Leaf (n4) torn at bottom. Slightly

browned, partly a little soiled and waterstained, occasionally

with small wormholes, mainly the part with the letters of the

Apostles with partly extensive marginalia by contemporary

hand in small handwriting. Closely trimmed, head-pieces

frequently cut. – From the Ritter Waldauf Library at Hall

near Innsbruck. – Sheepskin of the 17th century over

wooden boards with 2 metal clasps (soiled, scratched and

scuffed, rebound, clasp fittings renewed).

119 – BIBLIA cum postilla Nicolai de Lyra et expo -

sitionibus Guillelmi Britonis in omnes prologos

S. Hieronymi et additionibus Pauli Burgensis

replicisque Matthiae Doering. Bd. I (von 4).

(Straßburg, Johann Grüninger, 3. November

1492). Fol. Mit 26 (4 ganzseit.) Textholzschnitten.

Got. Typ., 2 Sp., Text vom Kommentar umgeben,

52-53 bzw. 66 Zl. 466 (statt 468) nn. Bl. Blindgepr.

Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, berieben und

bestoßen, mit zahlr. Wurmlöchern, eine Schließe

fehlt). (142) 1.500,-

Hain-C. 3169. Schreiber 3474. Schramm XX, S. 3, 22 und

Abb. 128 ff. Pellechet 2348. Polain 678. IGI 1689. Proctor

462. BMC I, 108. GKW 4292. Goff B 617. CIBN B-432.

BSB B-468. ISTC ib00617000. – Der seltene erste Teil dieser

im Handel fast nie komplett vorkommenden Bibel. –

Die Holzschnitte sind zum größten Teil seitenverkehrte

und verkleinerte Kopien nach denen der Kobergerschen

Ausgaben. „Dargestellt sind dieselben Gegenstände wie in

den anderen Drucken dieser Bibel in der Frühdruckzeit“

(Schramm). – Es fehlen die Bl. (H4+7. – Titel und Bl. (OO7

in den unteren Ecken angerändert. Titel angestaubt und mit

2 Stempeln. Unterschiedlich gebräunt und fleckig, tls. etw.

wasserrandig und mit Wurmspuren, gegen Ende im Außenrand

mit Brandschaden. – Vorsatz mit gestoch. Exlibris und

Besitzvermerk: „Waldaufficae fundationis Ao 1596“. – Siehe

Abbildung Seite 28.

Rare first part of this Bible hardly ever found in the trade.

– The woodcuts are for the most part inverted and reduced

copies after the Koberger editions. „Illustrated are the same

objects as in the other issues of this Bible in the early printing

period“ (Schramm). – Lacks leaves (H4+7). – Title and leaf

(OO7) restored at lower corners. Title dust soiled and with

2 stamps. Variable browning and soiling, partly with some

waterstains and worming, towards the end with buring

marks at outer margin. – Endpaper with engraved exlibris

and ownership entry: „Waldaufficae fundationis Ao 1596“.

– Contemporary blind-pressed calf over wooden boards

(soiling, rubbing and scuffing, with numerous wormholes,

one clasp missing). – See illustration on page 28.

120 – BIBLIA cum postilla Nicolai de Lyra et expo -

sitionibus Guillelmi Britonis in omnes prologos

S. Hieronymi et additionibus Pauli Burgensis

replicisque Matthiae Doering. Bde. I-III (von 4)

in 3 Bdn. (Nürnberg, Anton Koberger, 12. April

1493). Fol. Mit mehrfarb. eingemalter Initiale auf

gepunztem Goldgrund auf Bl. Aa 2, im unteren

Rand des selben Blattes mehrfarb. eingemalter

Zierleiste aus Blatt- und Blütenwerk sowie zahlr.

Inkunabeln

rot oder blau eingemalten Initialen und 44 (8 ganzseit.)

Textholzschnitten. Got. Typ., 2 Sp., Text

vom Kommentar umgeben, 57-58 bzw. 70-72 Zl.

424; 338; 318 nn. Bl. (letztes Bl. weiß). Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit je 2 Me -

tallschließen (fleckig, berieben und bestoßen, mit

zahlr. Wurmlöchern, Vorderdeckel von Bd. I

unten mit kleinem Eckausbruch, Vorderdeckel

von Bd. III in der unteren Ecke mit abgelöstem

Bezug). (142) 10.000,-

Hain-C. 3170. Schreiber 3470. Schramm XVII, S. 9. Pellechet

2349. Polain 679. IGI 1690. Proctor 2083. BMC II, 436.

GKW 4293. Goff B 618. Walsh 725. CIBN B-433. BSB

B-469. ISTC ib00618000. – Die seltenen ersten 3 Teile dieser

im Handel fast nie komplett vorkommenden Kobergerbibel.

– Die Holzschnitte entstammen der „Postilla“ vom

22. Januar 1481 und sind die ältesten Kobergerschen Illustrationen;

sie wirkten lange nach, vor allem in der Lutherzeit.

Dargestellt sind u. a. die Arche Noah, die Bundeslade,

der große Leuchter, die Gesetzestafeln, der Tempel Salomonis,

der Hohepriester und astronomische Diagramme. –

Unterschiedlich gebräunt und fleckig. Vor allem am Anfang

und Ende der einzelnen Bände zahlr. Wurmspuren. Tls. mit

hs. Marginalien und kleinen Randschäden durch verlorene

oder läd. Blattweiser. Innendeckel mit gestoch. Exlibris und

Besitzvermerk (dieser in Bd. I auf dem Titel): „Waldaufficae

fundationis Ao 1596“. – Siehe Abbildungen Tafel 8.

First 3 rare parts of the Koberger Bible hardly ever complete

in the trade. – The woodcuts are from the „Postilla“ of

January 22, 1481 and are the oldest Koberger illustrations,

they have a lasting effect, mainly in the time of Luther. The

illustrations are as follows: Noah's ark, the Ark of the

Covenant, the large candlestick, the tables of stone, the temple

of Salomonis, the high priest, astronomical graphs etc. –

Variable browning and soiling. Numerous worm traces

mainly at the beginning and the end of the volumes. Partly

with ms. marginalia and small marginal damages due to

lost or damaged bookmarks. Inner cover with engraved

exlibris and ownership entry (the latter in vol. I on title):

„Waldaufficae fundationis Ao 1596“. – Contemporary

blind-pressed pigskin over wooden boards with 2 metal

clasps each (soiled, rubbed and scuffed, numerous worm -

holes, front cover of vol. I with small break at lower corner,

front cover of vol. III with detached cover material at lower

corner). – See illustrations on plate 8.

121 BONIFATIUS VIII., Liber sextus Decretalium. –

CLEMENS V., Constitutiones. Mit der Glosse

des Johannes Andreae und den Summaria und

Divisiones des Johannes Andreae, Dominicus de

Sancto Geminiano u. a. Am Anfang: JOHAN-

NES ANDREAE, Super arboribus consangui -

nitatis et affinitatis. Am Ende: DECRETALES

extravagantes communes selectae. Mit Additiones

hrsg. von Hieronymus Clarius. 2 Tle. in 1 Bd.

Venedig, Baptista de Tortis, 2. und 9. Mai 1496.

Fol. Mit Druckermarke am Ende in Rotdruck,

zahlr. blau oder rot eingemalten Initialen,

gedruckt in Rot und Schwarz. Got. Typ., 2 Sp.,

Text vom Kommentar umgeben, 71 bzw. 82 Zl.

104, 57 num., 1 weißes Bl. (= 104, 58 Bl.). Braunes

Ldr. um 1900 im Stil der Grolier-Einbände mit


Nr. 122

mehrfarb. Intarsien, reicher Vg., je 4 silbernen

Eckbeschlägen und silbernem Wappen (von Papst

Leo X.) als Mittelstück auf den Deckeln, breiter

Silberschließe und Schnittbemalung in Rot, Blau

und Gold (von „Hague“; Rückenbezug stellenw.

abgeplatzt, Gelenke teilw. erneuert, etw. berieben

und bestoßen). (4) 4.000,-

Hain 3621. Polain 4238. 2758. IGI 1986. BMC V, 329. GKW

4895. Goff B 1009 (nur 2 Ex. in Amerika) – Druckermarke

bei Husung 232 oder 233. – Nicht in der BSB und der BN

Paris. – Vorsätze stärker leimfleckig und mit Randschäden.

Vereinzelt kleine Randschäden. Schöner Druck in Rot und

Schwarz, außen und unten breitrandig. Laut Vorbesitzer

wird der Einband „Hague“ zugeschrieben. – Siehe Ab bil -

dung Tafel 10.

Endpapers with stronger glue traces and with marginal damages.

Occasionally minor tears in margin. Beautifully printed in

red and black, wide-margined outside and at bottom. According

to the previous owner the binding is ascribed to

„Hague“. – Brown calf around 1900 in the style of the Grolier

bindings with multi-coloured inlays, richly gilt, 4 silver metal

corner fittings and silver coat of arms (of pope Leo X) as centre

piece on sides, wide silver clasp, combed edges in red, blue and

gold (by „Hague“; cover material of spine here and there

bursted, joints partly re newed, some rubbing and scuffing). –

See illustration on plate 10.

122 CARACCIOLUS, ROBERTUS, Opera varia.

Tle. I und III (von 3) in 1 Bd. Venedig, Franz Renner

aus Heilbronn, 1479. 4°. Mit wenigen rot und

blau eingemalten Initialen, teilw. rubriziert, Textbeginn

gedruckt in Rot. Got. Typ., 2 Sp., 48 Zl.

Inkunabeln 33

Nr. 125

216 (statt 240; erstes Bl. weiß), 76 nn. Bl. (letztes

Bl. weiß). Altes Pgt. d. Zt. (Rücken erneuert, etw.

fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder fehlen).

(82) 1.200,-

Erste Ausgabe dieser ersten Zusammenstellung der „Sermones“.

– Hain-C. 4462. Pellechet 3272. Polain 990. IGI

2447. Proctor 4176. BMC V, 195. GKW 6039. Goff C 131.

Walsh 1616 f. BSB C-103. ISTC ic00131000. – Caracciolus

wurde 1425 in Lecce geboren (gest. 1495). Er war Minorit,

wurde als „Licht des Ordens“ gepriesen und „galt so sehr

als Muster des Predigers, daß alle Kanzelredner seiner Zeit

sich bemühten, ihn nicht nur in Disposition und Einleitungsweise,

sondern auch in Aussprache und Gesticulation

nachzuahmen“ (Wetzer-Welte). – In unserem Exemplar ist

Tl. III vor Tl. I eingebunden, das erste Bl. ist unten mit

einem großen Ausschnitt versehen und aufgezogen. Es fehlen

im Tl. I am Ende die letzten 4 Lagen (= 5/8 – 8/8). Leicht

gebräunt, tls. etw. fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien

und Textanstreichungen, etw. knapp beschnitten. – Siehe

Abbildung.

First edition of this first compilation of „Sermones“. – In our

copy part III is bound-in before part I, the first leaf is provided

with a large cut-out at bottom and mounted. Lacks

in part I at the end the last 3 quires (= 5/8 – 8/8). Slightly

browned, partly a little soiled, occasionally with ms. marginalia

and text underlinings, somewhat closely trimmed. –

Contemporary old vellum (rebacked, some soiling, rubbing

and scuffing, clasp ribbons missing). – See illustration.

123 CLEMENS V., Constitutiones (cum apparatu

Joannis Andreae). Speyer, Peter Drach, 21. September

1481. Fol. Mit rot oder blau eingemalten

Initialen, durchgehend rubriziert, Überschriften


34

teilw. in Rotdruck. Got. Typ., 2 Sp., Text vom

Kommentar umgeben, 49-51 bzw. 65 Zl. 77 (statt

78) nn. Bl. (ohne das letzte weiße Bl.; das erste und

vorletzte Bl. weiß). Stark beschäd. blindgepr. Ldr.

d. Zt. auf Holzdeckeln (Buchblock vom Einband

gelöst). (142) 2.000,-

Hain-C. 5425 = 5439(?). Pellechet 2745 (II). Proctor 2340.

BMC II, 491. GKW 7094. Goff C 724. Walsh 844. BSB

C-443. ISTC ic00724000. – „Seine 'Constitutiones', meist

als 'Clementinae' zitiert, eine um eigene Dekretalen vermehrte

Sammlung der Dekrete des Konzils von Vienne,

wurden erst von seinem Nachfolger Johann XXII. mit der

Bulle 'Quoniam nulla' in Kraft gesetzt. Sämtliche Aus gaben

enthalten die Glosse des Johannes Andreae“ (GKW VI,

Sp. 701). – Erstes Textblatt gestempelt. Lagen B und C in

sich verbunden. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit

Wurmspuren. – Vorletztes weißes Bl. verso mit umfangreicher

hs. Eintragung über die Synode von Lausanne des Jahres

1449 (Rumpf des Konzils von Basel), wohl der Bericht

eines Teilnehmers („N. de Langaliis“). – Vorderer Innen -

deckel mit gestoch. Exlibris und hs. Besitzvermerk.

First text leaf stamped. Quires B and C misbound. Slightly

browned, partly a little soiled and with worming. – Penulti

mate blank leaf verso with extensive ms. inscription about

the synod of Lausanne (part of the council of Basle), with

date 1449. – Upper inner cover with engraved exlibris and

ms. ownership entry. – Contemporary, heavily damaged

blind-pressed calf over wooden boards (book-block unstuck

from binding).

124 CORPUS IURIS CIVILIS – JUSTINIANUS,

Digestum vetus. Mit der Glossa ordinaria von

Accursius Florentinus. Nürnberg, Anton Koberger,

21. November 1482. Fol. Got. Typ., 2 Sp., Text

vom Kommentar umgeben, 57 bzw. 78-79 Zl.,

teilw. in Rotdruck. 402 (statt 404) nn. Bl. (ohne das

erste und letzte weiße Bl.). Blindgepr. Ldr. d. Zt.

auf Holzdeckeln mit 10 buckligen Beschlägen auf

den Deckeln (beschabt und bestoßen, mit Wurmlöchern,

Schließen fehlen). (142) 8.000,-

Hain-C. 9550. Copinger 3396. Pellechet 6768. Polain 2363.

Proctor 2026. BMC II, 423. GKW 7662. Goff J 549. Walsh

691. BSB C-602. ISTC ij00549000. – Erstes Blatt stärker

fleckig, mit Besitzvermerk und 2 Stempeln. Am Anfang und

Ende mit einigen Wurmlöchern und schwach wasserrandig,

sonst insgesamt sauber. – Vorderer Innendeckel mit gestoch.

Exlibris und Besitzvermerk „Waldaufficae fundationis

Ao 1596“.

First leaf stronger soiled, with ownership entry and 2 stamps.

At the beginning and the end with some wormholes and

light waterstains, otherwise generally clean. – Upper inner

cover with engraved exlibris and ownership entry: „Waldaufficae

fundationis Ao 1596“. – Contemporary blindpressed

calf over wooden boards with 10 bossed metal

fittings on sides (scratched and scuffed, with wormholes,

clasps missing).

125 – – Codex. Liber 1-9. Mit der Glossa ordinaria von

Accursius Florentinus. Nürnberg, Anton Koberger,

30. Januar 1488. Fol. Mit 9 (statt 10) Textholzschnitten

vom Meister des Ulmer Terenz(?),

durchgehend gedruckt in Rot und Schwarz. Got.

Inkunabeln

Typ., 2 Sp., Text vom Kommentar umgeben, 59-

61 bzw. 70 Zl. 3 (statt 4) nn. (ohne das erste weiße

Bl.), CCCCII num. Bl. (= 405 statt 406 Bl.). Blindgepr.

Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen,

buckligem Mittelstück und 4 buckligen

Eckstücken auf jedem Deckel (beschabt und be -

stoßen, mit zahlr. Wurmlöchern, Gelenke teilw.

eingerissen). (142) 3.000,-

Vierzehnte Inkunabelausgabe des Codex mit der Glossa

ordinaria des Accursius allein. – Hain-C. 9609. Schreiber

4407. Schramm XVII. 8. Polain 2381. IGI 5438. Proctor

2061. BMC II, 432. GKW 7735. Goff J 581. Walsh 710. BSB

C-568. „Nur Buch I-IX (ohne die griechisch abgefassten

Konstitutionen) mit ständiger Einschaltung der sog.

Authentiken (d. i. zahlreicher Auszüge aus den Novellen

und einiger Verordnungen der Kaiser Friedrich I. und II.

zu Stellen, die nach diesen abzuändern sind) nach der

Redaktion des Accursius“ (GKW VII, Sp. 142). – Blatt

Nr. I innen mit großem hinterlegten Ausschnitt (Bild- und

Textverlust). Die beiden letzten Blätter in der unteren Ecke

angerändert (das letzte mit geringem Buchstabenverlust).

Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, durchgehend unten tls.

stärker wasserrandig und mit Feuchtigkeitsspuren, vor

allem zu Beginn und gegen Ende mit zahlr. Wurmspuren. –

Vorderer Innendeckel mit gestoch. Exlibris „Fundationis

Baldauficae“. – Siehe Abbildung.

Fourteenth incunable edition of the codex with glossa ordinaria

by Accursius alone. – Inside of leaf no. I with large

backed cut-out (loss of illustration and text). The last two

leaves restored at lower corner (the last one with minor loss

of letters). Slightly browned, partly a little soiled, at bottom

throughout with stronger waterstains and dampstains,

with numerous worm traces mainly at the beginning and

towards the end. – Upper inner cover with engraved ex libris

„Fundationis Baldauficae“. – Contemporary blind-pressed

calf over wooden boards with 2 metal clasps, bossed centre

piece and 4 bossed corner pieces on each cover (scratched and

scuffed, with numerous wormholes, joints partly torn). – See

illustration.

126 DANTE ALIGHIERI, La Commedia. Mit Kommentar,

Einführung und Vorrede von Christophorus

Landinus. Mit Würdigung Dantes von

Marsilius Ficinus. 4 Tle. in 1 Bd. Florenz, Nicolaus

Laurentii, 30. August 1481. Fol. Rom. Typ.,

Text vom Kommentar umgeben, 45-48 bzw. 57-

60 Zl. 11 (statt 14), 153 (statt 154), 107 (statt 108),

94 (statt 96) nn. Bl. Ldr. des 17. Jhdts. mit reicher

Rvg. und großem goldgepr. Monogramm als Mittelstück

auf den Deckeln (beschabt, bekratzt und

bestoßen, Rücken im 19. Jhdt. erneuert, Ecken

und Kanten ausgebessert). (4) 3.000,-

Erste von Landinus kommentierte Ausgabe, zugleich die

erste in Florenz gedruckte, hier ohne die Illustrationen. –

Hain-C. 5946. Pellechet 4114 und 4114 A. Polain 1223. IGI

360. Proctor 6120. BMC VI, 628. GKW 7966. Goff D 29.

Walsh 2851 ff. CIBN D-13. BSB D-9. ISTC id00029000. –

Der Dantekommentar von Cristoforo Landino blieb bis

zum Erscheinen von Bembos Ausgabe maßgeblich. Wie die

beim Umbruch freigestellten Räume zeigen, waren bis zu

100 Abbildungen geplant, ausgeführt wurden allerdings nur

die ersten 19 Kupfer, von denen meist nur 2 oder 3 abgedruckt

wurden, die restlichen Kupfer wurden separat ge -

druckt und nur in einem kleinen Teil der Auflage einge-


klebt. – Es fehlen im ersten Teil die Bl. 1, 13 und 14 (davon

1 und 14 weiß), im zweiten und dritten Teil jeweils die Bl.

1 (beide weiß) sowie im vierten Teil die 2 letzten weißen

Blätter. Im Tl. I sind die Bl. a1, b1 und c1 bis zum Satzrand

beschnitten und mit meist größeren Ausschnitten versehen

(diese hinterlegt, passepartoutartig angerändert und auf das

Format des Buchblocks gebracht; größerer Textverlust hs.

ergänzt). Bl. aa10 im Teil II mit ausgebessertem Papierschaden

(geringer Textverlust). Leicht gebräunt, etw., teilw.

auch stark fleckig.; vor allem unten sehr breitrandig.

First edition with commentaries by Landinus, at the same

time first one printed at Florence, here without illustrations.

– Lacks in the first part leaves 1, 13 and 14 (1 and 14 blank),

in the second and third part leaf 1 (blank) and in the fourth

part the last 2 blank leaves. In part I the leaves a1, b1 and

c1 are cut up to plateline and for the most part with larger

cut-outs (the latter backed, mounted with paper slips in the

form of passe-partout and adapted to book-block size; loss of

text replaced by hand). Leaf aa10 in part II with repaired

paper damage (minor loss of text). Slightly browned, a little,

partly also heavily soiled, wide-margined mainly at bottom.

– Calf of the 17th century, richly gilt and with large gilt

stamped monogram as centre piece on sides (scratched and

scuffed, rebacked in the 19th century, corners and edges

repaired).

127 (FERRERIUS, VINCENTIUS, Sermones de

tempore et de sanctis). Tle. I und III (von 3) in

1 Bd. Straßburg, o. Dr. (Drucker des Jordanus

von Quedlinburg = Georg Husner) 1493 und

31. Januar 1494. Fol. Got. Typ., 2 Sp., 52 Zl. 207

(statt 210), 134 (statt 136) nn. Bl. Blindgepr. Ldr. d.

Zt. auf Holzdeckeln (Kapitale leicht läd., beschabt

und bestoßen, mit zahlr. Wurmlöchern, eine

Schließe fehlt). (62) 800,-

Siebte Ausgabe mit dem Winter- und Heiligenteil der mit

allen 3 Teilen fast nie vorkommenden Inkunabel. – Hain

7009. Polain 3956. IGI 10291 und 10281. GKW 9841. Goff

F 136. BSB F-90. – Vinzenz Ferrer (ca. 1357-1419) gilt als

der größte Wanderapostel und Bußprediger des 15. Jhdts.

„Vinzenz war der geborene Volksredner, der größte unter

den großen des 15. Jahrhunderts“ (Wetzer-W. XII, 980). –

Die Drucke seiner Predigten gehen alle auf einheitliche hs.

Vorlagen zurück (wohl Aufzeichnungen der Predigten von

fremder Hand). – Es fehlen die beiden Drucktitel sowie

3 weiße Bl. [G8, (1-5)1 und v8]. – Etw. gebräunt und fleckig,

tls. stärker wasserrandig, mit hs. Marginalien und Federproben

sowie mit vielen Wurmspuren, einzelne Bl. mit Eckausrissen

und Randausschnitten, Blatt v4 im Tl. III außen

angerändert.

Seventh edition of this incunabulum with the winter part

and the section on saints, a complete edition with all three

parts is hardly ever to be found. – Vinzenz Ferrer (ca. 1357-

1419) was thought to be one of the greatest itinerant apostles

and repetance preachers of 15th century. – The publications

of his sermons are all based on texts in the same handwriting

(the sermons were probably written down by someone else).

– Lacks the two printed titles as well as 3 blank leaves [G8,

(1-5)1 and V8]. – Some browning and soiling, partly stronger

waterstained, with ms. marginalia, ink probes and quite

some worming, some leaves with torn off corners and

marginal cut-outs, leaf v4 in part III restored outside. –

Contemporary blind-pressed calf over wooden boards (turnins

slightly damaged, scratched and scuffed, with numerous

wormholes, one clasp missing).

Inkunabeln 35

128 GAMBILIONIBUS, ANGELUS DE, Lectura

super Institutionibus. 2 Tle. in 1 Bd. O. O., Dr.

und J. (Lyon, Johann Silber, um 1485). Fol. Mit

3 großen blau und rot und einigen rot eingemalten

Initialen. Got. Typ., 2 Sp., 69-71 Zl. 175 (statt

176; das letzte Bl. weiß, ohne das erste weiße Bl.),

180 nn. Bl. (erstes und letztes Bl. weiß). Beschäd.

Schafldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (sehr stark be -

schabt und fleckig). (4) 4.000,-

Copinger 598. Pellechet 1140. GKW 10504. ISTC

ig00051700: Nur 5 Ex. in Frankreich (Lyon BM ohne Tl. I,

Metz BM), Deutschland (Göttingen, Wolfenbüttel) und der

Schweiz (Zürich ZB). – Angelus de Gambilionibus stammte

aus Arezzo und florierte in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts

u. a. als Jurist und Lehrer in Bologna und Ferrara;

die meisten seiner Schriften behandeln das Zivilrecht (vgl.

Schulte II, 170). – Makulatur des vorderen Innendeckels aus

einem alten Manuskript des 14. Jahrhunderts. – Gering

gebräunt, teilw. mit hs. Marginalien und Textanstreichungen,

vereinzelt etw. fleckig oder angeschmutzt sowie mit

Randschäden, gegen Ende mit Wurmspuren.

Waste sheet of upper inner cover from an old manuscript of

the 14th century. – Minor browning, partly with ms. marginalia

and text underlinings, occasionally some soiling, marginal

damages, towards the end with worming. – Contemporary,

damaged sheepskin over wooden boards (very strong

scratching and soiling).

129 GERSON, J., Opera. Bde. I und II (von 4) in

1 Bd. Basel, Nikolaus Kessler, 12. März und

21. März 1489. Fol. Mit wdh. Textholzschnitt,

wenigen rot eingemalten Initialen, etw. rubriziert.

Got. Typ., 2 Sp., 57 Zl. 188, 229 (statt 230) nn.

Bl. (ohne das letzte weiße Bl.). Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen

(fleckig, etw. berieben und bestoßen).

(4) 4.000,-

Hain-C. 7624. Schreiber 4102. Schramm XXI, S. 28. Pellechet

5127. Polain 1591. IGI 1988. Proctor 7672. BMC III,

767. GKW 10715. Goff G 187. BSB G-184. Hieronymus

97. Van der Haegen 18, 19. ISTC ig00187000. – Dritte Ausgabe,

besorgt von Johann Geiler von Kaysersberg und Peter

Schott. – Der schöne blattgroße Holzschnitt zeigt den

Autor als Pilger mit Stab und Hund vor einem Landschaftshintergrund.

Er ist eine seitenverkehrte und freie

Kopie nach dem der Straßburger Ausgabe von 1488. – Vorsatz

mit Exlibris. Die Dächer der Häuser im Hintergrund

auf der Rückseite des Titels von Bd. I leicht ankoloriert.

Leicht gebräunt, meist stärker wasserrandig, tls. etw. fleckig

und mit hs. Marginalien. – Titel mit Besitzvermerk des

Klosters Kaisheim (Bezirk Donauwörth), einer ehemaligen

Zisterzienzerabtei (1133-1803; vgl. Zimmermann 96). –

Siehe Abbildung.

Third edition, published by Johann Geiler von Kaysersberg

and Peter Schott. – Endpaper with exlibris. The roofs of the

houses in the background of title verso of vol. I are slightly

coloured. Slightly browned, mostly with stronger water -

stains, partly a little soiled and with ms. marginalia. – Title

with ownership entry of the monastery of Kaisheim (district

Donauwörth), a former Cistercian abbey (1133-1803; compare

Zimmermann 96). – Contemporary blind-pressed pig -

skin over wooden boards with 2 metal clasps (soiled, a little

rubbed and scuffed). – See illustration.


36

Nr. 129

130 GREGOR I., PAPST, Moralia, sive expositio in

Job. Basel, Nicolaus Kesler, 1496. Fol. Mit Holzschnitt-Titel,

Druckermarke auf Blatt 347 verso

und zahlr. rot eingemalten Initialen, durchgehend

rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 55 Zl. 364 Bl. (Bl. 18,

19 und 348 weiß). Blindgepr. Kalbldr. d. Zt. auf

Holzdeckeln mit lederumflochtenen Kapitalen,

schmalen Eckbeschlägen, 2 Metallschließen, zahlr.

Blattweisern und Pgt.-Spiegel auf den Innen -

deckeln (Hinterdeckel mit Spuren einer Kettenbefestigung,

etw. berieben und bestoßen, mit

wenigen Wurmlöchern, Gelenke und Rücken

teilw. restauriert). (4) 4.000,-

Hain 7934. Pellechet 5381. Polain 1717. Proctor 7690. BMC

III, 772. GKW 11434. Goff G 432. Walsh 1218. BSB G-320.

Van der Haegen 18, 38. ISTC ig00432000. – Gregor der

Große lebte von ca. 540 bis 604. Sein hier vorliegendes

moraltheologisches Werk war im Mittelalter von großem

Einfluß auf das Mönchtum und erlangte durch Abschriften

und viele Druckausgaben große Verbreitung. – Vorderer

Innendeckel mit mod. Exlibris. Bl. a6 mit oberem Eckausriß,

Bl. N3 in der unteren Ecke hinterlegt und Bl. CC6 mit

hinterlegtem Papierdurchbruch. Zu Beginn in den Rändern

etw. fleckig, sonst meist sauber, vereinzelt im Initialschmuck

mit Rotverwischungen sowie mit wenigen hs. Marginalien.

– Schöner westfälischer Einband, auf dessen vorderem

Innendeckel sich ein interessanter Besitzvermerk mit

testamentarischer Verfügung befindet. Demnach überläßt

Hermann Engelbert von Warburg, Propst an St. Egidii in

Münster (von 1487-1512) einem Bruder Arnold das Buch

zu dessen Lebzeiten. Nach Bruder Arnolds Tod soll das

Buch an Hermann Engelbert von Warburg zurückgegeben

Inkunabeln

Nr. 130

werden, um nach dessen Tod den Franziskanerobservanten

in Hamm vermacht zu werden. Derartige Besitzeinträge

westfälischer Herkunft sind selten, nicht zuletzt bedingt

durch die Tatsache, daß große Bestände an Büchern während

der Herrschaft der Wiedertäufer in Münster vernichtet

wurden. – Siehe Abbildung.

Upper inner cover with modern exlibris. Leaf a6 with corner

tear-out at top, leaf N3 backed at lower corner and leaf

CC6 with backed paper perforation. Some soiling to margins

at the beginning, otherwise mostly clean, occasionally

some blurring of red colour in initial decoration, a few ms.

marginalia. – A beautiful Westphalian binding with an interesting

ownership entry on upper inner cover with testamentary

instruction. – Contemporary blind-pressed calf over

wooden boards with leather covered turn-ins, thin metal

corner fittings, 2 metal clasps, numerous bookmarks and

vellum paste-down on inner covers (rear cover with traces of

chain fixing, some rubbing and scuffing, some wormholes,

joints and spine partly restored). – See illustration.

131 GREGOR IX., PAPST, Decretales. Mit der

Glosse des Bernardus Parmensis. Basel, Michael

Wenssler, 15. März 1482. Fol. Mit 5 kleinen, mehrfarb.

eingemalten und goldgehöhten Portr.-Miniaturen

in kräftigen Deckfarben mit meist weit in

den Rand auslaufendem Blatt- und Rankenwerk

mit Blüten oder Früchten und zahlr. rot oder blau

eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert, mit

Druckermarke in Rotdruck auf dem letzten Bl.,

teilw. gedruckt in Rot. Got. Typ., 2 Sp., Text vom

Kommentar umgeben, 59 bzw. 76 Zl. 304 (statt


305) nn. Bl. (ohne das erste weiße Bl.). Blindgepr.

Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Kapitale etw. läd.,

Gelenke brüchig, berieben und bestoßen, neu aufgebunden,

Beschläge und Schließen entfernt). (4)

8.000,-

Hain 8012. Proctor 7496. BMC III, 728. GKW 11463. Goff

G 454. Walsh 1129. BSB G-341. Van der Haegen 5, 42. –

Druckermarke bei Weil 37 b. – Gregor IX. ließ durch Raimund

von Peñaforte diese bekannte Dekretalensammlung

anfertigen und erklärte sie als offizielles Gesetzbuch. – Die

Porträt-Miniaturen zeigen auf Bl. 2 (a1) Papst Gregor IX.

an einem Schreibpult, auf Bl. l1 einen Bischof mit dem Hirtenstab,

auf Bl. t1 einen wandernden Pilger, links davon ein

Schriftband, auf Bl. A2 eine Bürgersfrau, links davon ein

Schriftband, und auf Bl. D2 den segnenden Papst. – Die ersten

Bl. stark angestaubt und fleckig. Wenige Bl. mit roten

Farbflecken (wohl vom Rubrikator). Leicht gebräunt, tls.

etw. fleckig, das Papier mit den eingemalten Miniaturen und

Ranken teilw. verfärbt, tls. mit meist nur kleineren Randschäden,

einzelne davon ausgebessert, das letzte Bl. verso

mit Schriftabklatschen. – Siehe Abbildung Tafel 9.

First leaves heavily dust soiled and stained. Some leaves with

red colour stains (probably by rubricator). Slightly browned,

partly a little soiled, paper with illuminations and scrollwork

partly somewhat discoloured, here and there smaller

tears in margin, some of them repaired, last leaf verso with

offsetting of letters. – Contemporary blind-pressed calf over

wooden boards (turn-ins a little damaged, joints cracked,

rubbed and scuffed, rebound, metal fittings and clasps re -

moved). – See illustration on plate 9.

132 HEROLT, JOHANNES, Sermones Discipuli de

tempore et de sanctis cum promptuario exemplorum

et miraculis Beatae Mariae virginis. O. O., Dr.

und J. (Lyon, Jean Du Pré, um 1490-93). 4°. Mit

rot oder blau eingemalten Initialen, etw. rubriziert.

Got. Typ., 2 Sp., 46-50 Zl. 448 (statt 454) nn. Bl.

Mod. blindgepr. Ldr. im Stil d. Zt. auf Holz -

deckeln mit 2 Metallschließen. (54) 1.500,-

Spätere, aber sehr seltene Inkunabelausgabe der Predigt -

zyklen. – Buffévent 251. IGI 4711. GKW 12376. ISTC

ih00116200 (nur 4 Ex. bekannt). – Hauptwerk Herolts, das

als Handbuch für Prediger weite Verbreitung gefunden hat.

– Es fehlen die Bl. á1-2, á7-8, HH1 und HH6 (weiß). – Vereinzelt

mit Hinterlegungen und restauriert (Bl. á3-4 und

EE8 mit wenig Textverlust). Etw. gebräunt und fleckig, stärker

wasserrandig (blau eingemalte Initiale teilw. verwaschen),

tls. mit kleineren Randschäden, mit wenigen, aber

z. Tl. umfangreichen hs. Marginalien.

Later, but very rare incunable edition of the sermon series.

– Occasionally backed and restored (leaves á3-4 and EE8

with minor loss of text). Some browning and soiling, stronger

waterstains (blue illuminated initial partly faded), partly

with smaller marginal damages, a few extensive ms. marginalia.

– Modern blind-pressed calf in the style of the epoch

over wooden boards with 2 metal clasps.

133 HIERONYMUS, SOPHRONIUS EUSEBIUS

(PSEUDO-), Vitae sanctorum patrum, sive Vitas

patrum. – DARAN: De laude et effectu virtutum.

PSEUDO-MACARIUS, AEGYPTUS, Epistola

ad monachos. Nürnberg, Anton Koberger,

5. April 1483. Fol. Mit großer mehrfarb. einge-

Inkunabeln 37

malter Initiale „B“ mit in den Rand auslaufendem

Federwerk, zahlr. rot oder blau eingemalten Initialen,

teilw. in den Rand auslaufend, durchgehend

rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 61 Zl. 163 (statt 164)

nn. Bl. (Bl. 158 weiß; ohne das erste weiße Bl.).

Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 8 buckligen

Eckbeschlägen und 2 buckligen Mittel -

stücken auf den Deckeln (Vordergelenk angebrochen,

beschabt und bestoßen, mit einigen

Wurmlöchern, eine Schließe fehlt). (142) 6.000,-

Hain-C. 8598. Pellechet 11714. Polain 3994. IGI 4755.

Proctor 2032. BMC II, 425. GKW M 50877. Goff H 205.

CIBN H-127. BSB V-255. ISTC ih00205000. – Berühmte

Patrologie des Heiligen Hieronymus, die um 395 nach dem

Vorbild der Kaiserviten Suetons verfaßt wurde und erstmals

1476 in Brüssel und dann um 1477 in Köln gedruckt worden

war. – Buchblock gebrochen. Erstes Blatt in den Rändern

stärker fleckig und mit Stempelrasur. Leicht gebräunt,

tls. etw. fleckig, mit schmalen Wasserrändern und vereinzelt

tls. umfangreichen Marginalien von alter Hand. – Insgesamt

schöner Druck in dekorativem zeitgenössischen

Einband. – Siehe Abbildung Tafel 9.

Famous patrology of St Hieronymus written around 395

after the example of Sueton's emperor vitae, first published

at Brussels in 1476 and then at Cologne in 1477. – Bookblock

broken. First leaf stronger soiled in margins and with

erased stamp. Slightly browned, partly a little soiled, with

faint waterstains and occasionally extensive marginalia by

contemporary hand. – Altogether a beautiful printing in a

decorative contemporary binding. – Contemporary blindpressed

calf over wooden boards with 8 bossed metal corner

fittings and 2 bossed centre pieces on sides (upper joint

bursted, scratched and scuffed, with some wormholes, one

clasp missing). – See illustration on plate 9.

134 (HUGO DE SANCTO CARO, Postilla super

psalterium). Nürnberg, Anton Koberger, 31. Ja -

nuar 1498. Fol. Rom. Typ., 2 Sp., 72 Zl. 15 (statt

16) nn., CCCXXXVII num., 1 weißes Bl. (= 353

statt 354 Bl.). Lose Bogen, ohne Einband. (8)

500,-

Zweite Ausgabe, erstmals mit der Zuweisung an Hugo von

St. Cher. – Hain-C. 8973. Pellechet 6140. Polain 2028. IGI

4928. BMC II, 444. GKW n0227. Goff H 531. Walsh 756.

CIBN H-313. BSB H-432. ISTC ih00531000. – Hugo von

St. Cher wurde durch seine Verbal-Bibelkonkordanz, Vorbild

für alle späteren Konkordanzen, berühmt. Vorliegend

ein Auszug aus seiner „Postilla in universa Biblia“, die er in

seiner Pariser Zeit verfaßte. – Es fehlt am Anfang das Titelblatt.

Erstes und letztes Bl. gestempelt. Die erste Lage in

den Rändern stark beschäd. und angestaubt (die ersten 3 Bl.

mit Textverlust). Im ersten Viertel Ecken und Außenränder

läd., oben auch angenagt, einzelne Bl. und die letzte Lage

teilw. mit Randschäden. Letztes weißes Bl. mit starken

Papierschäden. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig.

– Ohne Rückgaberecht.

135 JOHANNES VERCELLENSIS, Sermones vademecum

de tempore et de sanctis. O. O., Dr. und J.

(Straßburg, Johann Prüss, nicht nach 1492). 4°.

Mit 2 größeren und wenigen kleineren rot eingemalten

Initialen, durchgehend rubriziert. Got.

Typ., 40 Zl. 229 (statt 230) nn. Bl. (ohne Bl. H2).


38

Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit

2 Schließen (Vorderdeckel vertikal durchgebrochen,

beschabt und bestoßen). (142) 1.500,-

Wohl Druckvariante der zweiten Ausgabe. – Hain-C. 9432.

Pellechet 6702. Polain 2321. Proctor 577. BMC I, 128 Goff

J 442. CIBN J-294. BSB J-608. ISTC ij00442000. – In unserem

Exemplar sind die Bl. der Lage x3-(4) irrtümlich

„v III“-(4) bezeichnet und nach v6 eingebunden. – Titel mit

Stempelrasur. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig.

– Vorsatz mit gestoch. Exlibris, Bl. 2 mit Besitzvermerk

„Waldaufficae fundationis Ao 1596“. – Siehe Abbildung.

Probably issue of the second edition. – In our copy the leaves

of quire x3-(4) are erroneously called „v III“-(4) and boundin

after v6. – Title with erased stamp. Slightly browned,

partly a little soiled and with waterstains. – Endpaper with

engraved exlibris, leaf 2 with ownership entry „Waldauf ficae

fundationis Ao 1596“. – Contemporary blind-pressed calf

over wooden boards with 2 clasps (front cover vertically

broken, scratched and scuffed). – See illustration.

136 JOSEPHUS, FLAVIUS, De bello Judaico.

(Übers. von Rufinus Aquileiensis und hrsg. von

Ludovicus Cendrata). Verona, Petrus Maufer,

25. Dezember 1480 (oder 1479?). Fol. Rom. Typ.,

36 Zl. 213 Bl. (ohne das weiße erste Bl. der Lage a).

Pgt. d. 18. Jhdts. mit Rsch. (leicht fleckig, berieben

und bestoßen). (153) 6.000,-

Hain-C. 9452. Pellechet 6716. Polain 2334. IGI 5388. Proctor

6918. BMC VII, 951. GKW M 15185. Goff J 484. Walsh

3373. CIBN J-313. BSB I-621. ISTC IJ00484000. – Einer

der wenigen Drucke bei Petrus Maufer in Verona, zugleich

der einzige mit Kolophon, laut BMC nur 3 weitere Drucke

bekannt. – Die Datierung ist im Kolophon mit „Anno

salutis MCCCCLXXX octavo kalendas Ianuarii“, also dem

25. Dezember 1479, angegeben. Wahrscheinlich ist dies fehlerhaft

und meint eigentlich den 25. 12. 1480, denn das Vorwort

nennt am Schluß das Datum „Verona pridie Kalendas

decembris MCCCLXXX“, also den 30. November 1480. –

Vorsatz mit Besitzvermerk von 1779, erste und letzte beide

Bl. im Bug unauffällig restauriert, zwei Bl. lose (a4 und a5),

das freie Feld der ersten Initiale mit unvollständig getilgtem

Besitzeintrag des 18. Jhdts.; zahlr. alte Marginalien in druckgleicher

Schrift, einzelne Wurmlöcher, leicht gebräunt und

fleckig.

Fourth edition of the latin version of Josephus's works by

Rufinus Aquileiensis, the first printed at Verona. – Missing the

blank third leave. Two leaves (a4 and a5) loose, some brow -

ning and thumbing, several old marginal annotations, few

minor wormholes, small restaurations to first and last leave.

137 LEONARDUS DE UTINO, Sermones quadragesimales

de legibus dicti. Paris, Michael Friburger,

Ulrich Gering und Martin Crantz, 31. Oktober

(1477). Got. Typ., 2 Sp., 60 Zl. 1 weißes, 303

(recte 304) num., 1 nn. Bl. (= 306 statt 312 Bl.).

Mod. Holzdeckelbd. im Stil d. Zt. unter Verwendung

alten Materials mit breitem Ldr.-Rücken

(Deckel mit vielen Wurmspuren). (4) 3.000,-

Dritte Ausgabe. – Hain-C. 16118. Pellechet 7076. Proctor

7849. BMC VIII, 9 (inkplt.). GKW M 17918. Goff L 145.

CIBN L-137. ISTC il00145000. – Eine der beliebten Predigtsammlungen

des Dominikaners Leonardus von Udine.

Inkunabeln

– Sehr seltene Ausgabe: In Deutschland nur ein Exemplar in

Konstanz und ein einzelnes Blatt in Mainz. In den USA 3,

in Italien 1 und in Österreich 2 Exemplare. – Aus der ersten

eigenen Offizin der drei Pariser Prototypographen, die aus

Kolmar, Konstanz und Straßburg stammten. Es ist zugleich

der letzte und einer der umfangreichsten Drucke aus ihrer

Offizin (vgl. Geldner II, 190 ff.). – Es fehlen die letzten

6 Bl., davon das letzte weiß). – Das Bl. Nr. 1 unten mit ausgebessertem

Einriß, Bl. 244 unten eingerissen. Leicht

gebräunt, tls. etw. fleckig und mit teilw. ausgebesserten kleinen

Randschäden.

Third edition, very rare. – Lacks last 6 leaves, the last one

blank. – Leaf no. 1 with repaired tear at bottom, leaf 244

torn at bottom. Slightly browned, partly a little soiled and

with small marginal damages repaired here and there. –

Modern wooden boards in the style of the epoch by using old

material with wide leather spine (covers with many worm

traces).

138 – Sermones quadragesimales de legibus dicti.

Speyer, Peter Drach, 23. Juni 1479. Fol. Mit

Druckermarke am Ende, vielen großen rot eingemalten

Initialen, teilw. mit in den Rand ausgreifendem

Federwerk und ornamentalen Federzeichnungen

in brauner Tusche sowie mit vielen

kleinen, rot eingemaltem Initialen, durchgehend

rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 62 Zl. 348 (statt 350)

nn. Bl. (ohne das erste und letzte Bl., beide weiß).

Stark beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holz -

deckeln. (142) 5.000,-

Fünfte Ausgabe. – Hain 16120. Pellechet 7077. Polain 2475.

Proctor 2333. BMC II, 490. GKW M 17919. Goff L 147.

Walsh 838 f. CIBN L-139. BSB L-123. ISTC il00147000. –

Druckermarke bei Weil 95. – Eine der beliebtesten Predigtsammlungen

des Dominikaners Leonardus von Udine.

Felix Fabri verfertigte das umfangreiche Register, das die

Predigten als Materialsammlung für künftige Prediger

erschließen sollte. – Erstes Blatt gestempelt und im oberen

Rand hinterlegt. In der Mitte ca. 8 Bl. lose oder gelockert.

Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit hs. Marginalien. –

Vorderer Innendeckel mit gestoch. Exlibris und Besitzvermerk:

„Bibliothecae & fundationis Waldaufficae Ao 1596“.

– Siehe Abbildung Tafel 10.

One of the most popular collections of sermons by the Dominican

Leonardus of Udine. – First leaf stamped and backed

at upper margin. About 8 leaves in the middle loose or loosened.

Slightly browned, partly a little soiled and with ms.

marginalia. – Upper inner cover with engraved exlibris and

ownership entry: „Bibliothecae & fundationis Waldaufficae

Ao 1596“. – Contemporary, heavily damaged blind-pressed

calf over wooden boards. – See illustration on plate 10.

139 LOCHMAIER, MICHAEL, Sermones de sanctis

cum vigintibus Pauli Wann sermonibus. O. O., Dr.

und J. (Passau, Johann Petri, 1490-91). Kl.-Fol. Mit

größerer eingemalter Initiale in Rot, Blau und Sepia

sowie einigen rot eingemalten Initialen, durchgehend

rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 42 Zl. 402 nn. Bl.

(Bl. a1 und rrr10 weiß). Holzdeckelbd. d. Zt. mit

breitem blindgepr. Ldr.-Rücken (Rücken stärker

läd., mit einigen Bezugsfehlstellen, wenigen Wurmlöchern,

Schließen fehlen). (142) 4.000,-


Nr. 135

Erste Ausgabe. – Hain-C. 10172. Polain 2510. IGI 5791

(+ Taf. LI; Variante). Proctor 2845. BMC II, 617. GKW M

18683. Goff L 270. BSB L-216. – Michael Lochmaier von

Haideck war „eines der ausgezeichneteren Mitglieder der

Wiener Universität aus der rheinischen Nation. Seit 1488

scheint er Canonicus, Doctor der Theologie und des canonischen

Rechts und Magister der freien Künste ... in Passau

geworden zu sein“ (ADB XIX, 64). – Wann war Professor

für Theologie in Wien, wo er die Bursa Pauli gründete,

Domherr in Passau und Propst von Schliersee (gest. 1489 in

Passau). Seine zahlr. Predigten, die großen Anklang fanden,

sind zum größten Teil noch ungedruckt. – Aus der zweiten

Offizin in Passau, Johann Petri ist aber mit dem Basler

Drucker gleichen Namens wohl nicht identisch (vgl. Geldner

I, 233). – Titel unten mit sehr großem Ausriß (geringer

Textverlust). Die ersten 2 Blätter stark angestaubt. Etw.

gebräunt und fleckig, vereinzelt mit hs. Marginalien, Wurmspuren

und kleinen Randschäden. – Einbandmakulatur mit

liturgischen Texten in frühmittelalterlicher Minuskelschrift.

– Siehe Abbildung.

First edition. – Title with large tear-out at bottom (minor

loss of text). The first 2 leaves heavily dust soiled. Some

browning and soiling, occasionally with ms. marginalia,

worming and small tears in margin. – Contemporary wooden

boards with wide blind-pressed leather spine (spine

stronger damaged, with some defects in cover material, some

wormholes, clasps missing). – See illustration.

140 MARTINUS STRZEPSKI POLONUS, Sermones

de tempore et de sanctis cum promptuario

exemplorum. O. O. und Dr. (Straßburg, Drucker

des Jordanus von Quedlinburg, d. i. Georg

Husner), 1484. Fol. Mit rot und braun eingemalter

Titelbordüre, großer mehrfarb. eingemalter

Inkunabeln 39

Nr. 139

Initiale „S“ mit in den Rand auslaufendem Blütenund

Rankenwerk am Textbeginn, Einfassung des

Kolophons am Ende in Rot und zahlr. rot oder

blau eingemalten Initialen, tls. mit in den Rand

auslaufendem Federwerk, durchgehend rubriziert.

Got. Typ., 2 Sp., 46 Zl. 255 nn. Bl. (letztes Bl.

weiß). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holz -

deckeln mit 2 Metallschließen (fleckig, beschabt

und bestoßen, Hinterdeckel mit Bezugsfehlstelle,

mit zahlr. Wurmlöchern, alle Deckelbeschläge fehlen).

(142) 6.000,-

Hain 10854 Pellechet 7628. IGI 6245. Proctor 591. BMC I,

132. GKW M 21433. Goff M 329. Walsh 221. CIBN M-184.

BSB M-238. ISTC im00329000. Wierzbowski III, 2013.

Estreicher XXII, 201. – Eine Sammlung homiletischer

Musterstücke von Martin von Troppau (gest. nach dem

22. Juni 1278 in Bologna). – Titel mehrf. gestempelt. Ca.

6 Blätter unten angerändert, 2 weitere Bl. mit unteren Eckausrissen.

Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit hs. Marginalien,

vor allem am Anfang und Ende mit zahlr. Wurmspuren,

im letzten Drittel eine größere Wurmspur im Text. –

Vorderer Innendeckel mit mehrfarb. Exlibris (Wappen -

miniatur) von Wolfgang Crener, einem Geistlichen in Hall

in Tirol um 1510, außerdem mit gestoch. Exlibris und hs.

Besitzvermerk „Waldaufficae fundationis Ao 1596“. – Siehe

Abbildung.

Collection of homily samples by Martin von Troppau (died

at Bologna after June 22, 1278). – Title with multiple stamps.

About 6 leaves restored at bottom, 2 leaves with tear-outs

at lower corners. Somewhat browned and soiled, partly with

ms. marginalia, mainly at the beginning and the end with

numerous worm traces, major worming to the text in the last

third. – Upper inner cover with multi-coloured exlibris


40

Nr. 140

(arms miniature) of Wolfgang Crener, clergyman at Hall in

Tyrol around 1510, also with engraved exlibris and ms.

ownership entry „Waldaufficae fundationis Ao 1596“. –

Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards

with 2 metal clasps (soiled, scratched and scuffed, rear cover

with defect in cover material, numerous wormholes, all

metal fittings missing). – See illustration.

141 MAYNO, JASON DE, Lectura super titulo institutionum

„De actionibus“. (Pavia, Christophorus

de Canibus, 28. September 1490). Fol. Got. Typ.,

2 Sp., 70 Zl. 40 (statt 130) nn. Bl. (das erste Bl.

weiß; ohne die letzten 90 Bl., davon das letzte

weiß). Altes Hldr. (Rücken erneuert, beschabt und

bestoßen). (4) 600,-

Hain 10964. IGI 6020. GKW M 22286. BSB M-55. ISTC

im00416400 (nur 6 Exemplare in München, Nürnberg,

Stuttgart, Mantua, Segovia und Basel; kein Ex. in Amerika).

– Erstmals 1483 in Pavia erschienen und oft aufgelegt. –

Jason de Mayno (1435-1519), einer der angesehensten Juristen

seiner Zeit, war Senator von Mailand und herzoglicher

Gesandter in Deutschland. – Letztes Bl. unten mit Randschäden,

stärker fleckig und im Text mit kleinen Papierschäden

(geringer Buchstabenverlust). Leicht gebräunt,

wenig fleckig, tls. mit Marginalien von alter Hand.

142 MEFFRET, Sermones de tempore et de sanctis,

sive hortulus reginae. Tle. I (pars Hyemalis) und

III (Sermones de sanctis) [von 3] in 1 Bd. Basel,

Nicolaus Kessler, 24. Mai 1488. Fol. Mit Druckermarke

am Textende und einigen rot eingemalten

Initialen. Got. Typ., 2 Sp., 57 Zl. 216 (letztes Bl.

weiß), 186 nn. Bl. (letztes Bl. weiß). Blindgepr.

Inkunabeln

Schweinsldr. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen,

monogr. und dat.: „AMAIT 1592“ (etw.

fleckig, berieben und bestoßen). (4) 3.000,-

Hain 11000 und 11006. Polain (+ Suppl.) 2658. IGI 6335.

BMC III, 766 (ohne Tl. I). GKW 22652. Goff M 446 und

439. BSB S-307. ISTC im00444500. Van der Haegen 18, 13.

– Vgl. Jöcher III, 353. – Frühe Ausgabe der Predigtsammlung,

verfaßt von einem Priester in Meißen, der noch 1476

lebte. Weil er Maria nicht von der Erbsünde befreit hielt,

wollte ihn Johann de Lapide der Ketzerei beschuldigen. –

Titel mit teilw. gelöschten Besitzvermerken (mit kleinen

Papierdurchbrüchen durch Tintenfraß) und unten hinterlegt.

Folgendes Bl. mit hinterlegtem Ausschnitt (Verlust

einer Zierinitiale und von Text, dieser hs. ergänzt), im unteren

Rand mit mehrfarb. eingemaltem Rankenwerk, durch

Stempelrasur die rechte Rankenseite verloren. Lage a in sich

verbunden (Bl. 3-6 folgen nach Bl. 8, hier auch 4 weiße Bl.

zwischengebunden). Das zweite Blatt im Tl. III mit hinterlegtem

Ausschnitt (etw. Textverlust). Leicht gebräunt,

tls. etw. fleckig und schwach wasserrandig, durchgehend

hs. foliiert.

Early edition of the collection of sermons, written by a priest

in Meissen who still lived in 1476. – Title with partly erased

ownership entries (with small paper perforations due to ink

oxidation) backed at bottom. The following leaf with backed

cut-out (loss of an ornamental initial and text, the latter

replaced by hand), at lower margin with multi-coloured

painted scroll-work, the one on the right lost due to stamp

erasure. Quire a misbound (leaves 3-6 following after leaf 8,

here 4 blank leaves bound in-between). The second leaf in

part III with backed cut-out (affecting somewhat text).

Slightly browned, partly a little soiled and with light water -

stains, foliated throughout by hand. – Blind-pressed pigskin

over wooden boards with 2 metal clasps, with monogram and

dated: „AMAIT 1592“ (a little soiled, rubbed and scuffed).

143 – Sermones de tempore et de sanctis, sive hortulus

reginae. Tl. II (von 3): Pars Estivalis. O. O., Dr.

und J. (Basel, Nicolaus Kessler, nicht nach 1485).

Fol. Mit mehrfarb. eingemalter Initiale „E“ auf

gepunztem Goldgrund mit in den Rand auslaufendem

Blattwerk und einigen rot eingemalten

Initialen, teilw. rubriziert (bis zur Lage Zz). Got.

Typ., 2 Sp., 55 Zl. 316 nn. Bl. (letztes Bl. weiß).

Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Schließen

erneuert, beschabt und bestoßen, mit Wurmspuren,

Bezug teilw. etw. abgeplatzt). (4) 3.000,-

Hain 10999. Pellechet 7743. Polain 2655. IGI 6332. Proctor

7656. BMC III, 764. GKW M 22648. Goff M 441. CIBN

M-274. BSB S-304. ISTC im00441000. Van der Haegen 18,

2. – Buchblock gebrochen. Zwei Blätter (Pp2+7) doppelt

eingebunden. Bl. JJ4-7 in sich verbunden. Letztes weißes

Bl. oben mit großem Ausriß. Unterschiedlich gebräunt und

fleckig, tls. mit hs. Marginalien, stärker wasserrandig und

vor allem am Anfang und Ende mit zahlr. Wurmspuren. –

Auf Blatt 2 ein hs. Besitzvermerk des Klosters Steingaden,

dat. 1649. – Siehe Abbildung Tafel 9.

Book-block broken. Two leaves (Pp2+7) bound-in twice.

Leaves JJ4-7 misbound. Last blank leaf with large tear-out

at top. Variable browning and soiling, partly with ms. marginalia,

stronger waterstains and with numerous worm traces

mainly at the beginning and the end. – Ms. ownership entry

on leaf 2 of the monastery of Steingaden, dated 1649. – Contemporary

blind-pressed calf over wooden boards (clasps re -

newed, scratched and scuffed, with worming, cover material

here and there a little bursted). – See illustration on plate 9.


144 MISSALE SPECIALE. O. O. und Dr. (Straßburg,

Johann Grüninger), 13. November 1493.

Fol. Mit 2 großen goldgehöhten und gepunzten,

mehrfarb. eingemalten Zierinitialen mit mehrfarb.

eingemaltem Blatt- und Blütenwerk im unteren

bzw. oberen Rand, altkolor. kleinem Textholzschnitt

und einigen, meist blau eingemalten Initialen,

durchgehend gedruckt in Rot und Schwarz.

Got. Typ., 2 Sp., 31 Zl. 10 nn., XCIIII num., 7

(statt 8) nn. (zwischengeb. nach Bl. Nr. LXVII),

CXXVI (recte 106) num. Bl. (= 217 statt 218 Bl.).

Blindgepr. Kalbldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 6

(von 8) buckligen Eckbeschlägen und 2 buckligen

Mittelstücken auf den Deckeln sowie zahlr. mont.

Blattweisern (etw. beschabt und bestoßen, Schließen

fehlen). (142) 20.000,-

Hain 11250 = Hain-C. 11251 = Hain 11403. Weale-B. 1468.

Pellechet 8048. GKW (Nachtr.) 234 und M 24878. CIBN

M-486. BSB M-489 (ohne den Kanonholzschnitt). ISTC

im00732800: 2 Ex. in London BL (nicht im BMC) und UL

(unvollständig); in Amerika nur ein Fragment und 2(?) Einzelblätter.

– Es fehlt das erste Blatt zum Kanonteil mit dem

Holzschnitt von Albrecht Dürer. Im 2. Teil Blatt Nr. 74

unten mit hinterlegtem Einriß. Leicht gebräunt, tls. etw.

fleckig und leicht wasserrandig, am Anfang und Ende im

Rand mit Wurmspuren, wenige Blattweiser ausgebrochen.

Unten und außen breitrandig. Schöner zeitgenössischer

Einband. – Vorderer fliegender Vorsatz, Bl. 44v und 45r

(in Tl. I), 22v und 23r (in Tl. II), letztes Bl.v und hinterer

fliegender Vorsatz mit meist umfangreichen und sauberen

Eintragungen von zeitgenössischer Hand mit roter und

brauner Tinte. – Vorderer Innendeckel mit Besitzvermerk

von alter Hand: „Justius Caspar wiselpurg dehirsaw est

liber iste missaru(m)“. – Siehe Abbildung Tafel 9.

Lacks first leaf to canon part with the woodcut by Albrecht

Dürer. In the second part leaf no. 74 with backed tear at

bottom. Slightly browned, partly a little soiled and with light

waterstains, at the beginning and the end with worming in

margin, some bookmarks broken. Wide-margined outside

and at bottom. A beautiful contemporary binding. – Upper

fly-leaf, leaves 44v and 45r (in part I), 22v and 23r (in part

II), last leaf v and lower fly-leaf with mostly extensive and

neat annotations by contemporary hand in red and brown

ink. – Upper inner cover with ownership entry by contemporary

hand: „Justius Caspar wiselpurg dehirsaw est liber

iste missaru(m)“. – Contemporary blind-pressed calf over

wooden boards with 6 (of 8) bossed metal corner fittings and

2 bossed centre pieces on sides as well as numerous mounted

bookmarks (some scratching and scuffing, clasps missing). –

See illustration on plate 9.

145 NATALIBUS, PETRUS DE, Catalogus sanctorum

et gestorum eorum. Mit Vorrede hrsg. von

Antonius Verlus. Vicenza, Henricus de Sancto

Ursio, 12. Dezember 1493. Fol. Mit Druckermarke

am Ende von Bl. R8 und zahlr. schwarzgrundigen

Holzschnitt-Initialen. Rom. Typ., 2 Sp.,

57 Zl. 331 (statt 332) nn. Bl. (es fehlt das letzte

weiße Bl.). Mod. Pgt. unter Verwendung eines

alten Pergamentmanuskriptes. (4) 800,-

Erste Ausgabe. – Hain-C. 11676. Pellechet 8209. Polain

2796. IGI 6769. Proctor 7173. BMC VII, 1047. GKW M

25858. Goff N 6. Walsh 3510. CIBN N-4. BSB N-4 (Kollation

ungenau). ISTC in00006000. – Über den Verfasser

Inkunabeln 41

(gest. zwischen 1400 und 1406), der als Bischof von Equilio

wirkte, ist nichts weiter bekannt. Seine Legende der Heiligen

in 12 Büchern liegt hier erstmals gedruckt vor. – Titel

und folgendes Bl. gestempelt, tls. stärker fleckig und mit

Randschäden (Titel breit hinterlegt; beide Bl. mit Textverlust).

Am Ende die 3 letzten Bl. mit unterem Eckausriß

(ebenfalls Textverlust). Einzelne Initialen ankoloriert.

Leicht gebräunt, tls. etw. wasserrandig, vor allem am

Anfang und Ende stärker fleckig, mit wenigen kleinen

Randschäden.

146 NIDER, JOHANNES, Praeceptorium divinae

legis, sive expositio decalogi. Augsburg, Johann

Wiener, 1479. Fol. Vor allem im Register mit rot

eingemalten Initialen und rubriziert, im Text mit

wenigen rot eingemalten Initialen und einigen

Holzschnitt-Initialen. Got. Typ., 2 Sp., 37 Zl. 360

(statt 362) nn. Bl. (das erste Bl. weiß). Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 defekten

Schließen (fleckig, beschabt und bestoßen, mit

zahlr. Wurmlöchern). (142) 3.000,-

Hain 11792. IGI 6896. Proctor 1732. BMC II, 357. GKW M

26909. Goff N 202. BSB N-165. – Seltener Druck dieser

berühmten, außerordentlich umfangreichen moraltheologischen

Erklärung der Zehn Gebote. – Von Johann Wiener,

der in Augsburg zwischen 1475 und 1479 tätig war, sind nur

ca. 20 Drucke bekannt. Als Schmuck verwendete er ca.

17 mm hohe Kontur-Buchstaben, seine Schrifttypen sind

von Günther Zainer beeinflußt (vgl. Geldner I, 142 f.). – Es

fehlen 2 Bl. im Text; da der Druck weder Paginierung noch

Lagenbezeichnungen besitzt und das vorliegende Exemplar

sehr eng gebunden ist, lassen sich für uns die 2 fehlenden

Blätter nicht feststellen. Etw. unterschiedlich gebräunt und

fleckig, durchgehend mit z. Tl. größeren Wurmspuren. –

Vorderer Innendeckel mit gestoch. Exlibris und Besitzvermerk:

„Waldaufficae fundationis Ao 1596“.

Rare issue of this famous, very extensive moral-theological

explanation of the Ten Commandments. – Lacks 2 leaves in

the text, as the issue has no pagination or quire specifications

and the leaves in the present book are bound very tight, we

are unable to specify the 2 missing leaves. Some variable

browning and soiling, partly with larger worm traces

throughout. – Upper inner cover with engraved exlibris and

ownership entry: „Waldaufficae fundationis Ao 1596“. –

Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards

with 2 defective clasps (soiling, scratching and scuffing, with

numerous wormholes).

147 PETRUS COMESTOR, Historia scholastica. O.

O., Dr. und Jahr (Straßburg, Drucker des Jordanus,

d. i. Georg Husner, nach dem 24. Februar

1485). Fol. Got. Typ., 2 Sp., 47 Zl. 165 (statt 232)

nn. Bl. Beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

(Vorderdeckel lose). (142) 600,-

Hain 5533. Pellechet 3881. Polain 3092. IGI 7626. Proctor

593. BMC I, 132 (ohne Titel). GKW M 32176. Walsh 224.

CIBN P-225. BSB P-305. ISTC ip00463000. – „Eine populärtheologisch

gehaltene, mit vielseitigem Wissen erarbeitete

Darstellung der gesamten bibl. Offenbarung, im ganzen

Mittelalter das Hauptwerk der bibl. Geschichte, weit

verbreitet, mehrfach übersetzt, um 1250 schon teilweise

deutsch“ (LThK VIII, 156). – Es fehlen am Ende die Bl. 166-

232, wovon Bl. 166 und 232 weiß sind. Titel stärker fleckig,

mit Stempel, längerer Anmerkung von alter Hand und

Federprobe (hs. Exlibris?). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig,


42

Nr. 150

wasserrandig, mit hs. Marginalien und Textanstreichungen

sowie wenigen Wurmspuren. – Vorderer Innendeckel mit

gestoch. Exlibris und Besitzvermerk „Waldaufficae fundationis

Ao 1596“.

148 PLINIUS SECUNDUS, GAIUS, Historia naturalis.

Hrsg. Philippus Beroaldus. Parma, Andreas

Portilia, 8. Juli 1481. Fol. Rom. Typ., 58 Zl. 264

(statt 268) nn. Bl. Mod. Hldr. (4) 800,-

Hain-C. 13094. Klebs 786.8. Pellechet 9361. Proctor 6851.

BMC VII, 937. GKW M 34304. Goff P 793. Walsh 3348.

CIBN P-464. BSB P-604. ISTC ip00793000. – Es fehlen die

Bl. a1 (weiß), ee1, ee5 und ee6 (weiß). – Das erste Blatt stärker

läd. (etw. Textverlust). Leicht gebräunt, etw. fleckig, mit

starken Feuchtigkeitsspuren und Sporflecken, restauriert

und mit einigen Wurmlöchern.

149 POMPONIUS LAETUS, (J.), Romanae historiae

compendium ab interitu Gordiani iunioris usque

ad Iustinum III. O. O., Dr. und J. (Venedig, Bernardinus

Venetus de Vitalibus, nach 1500). 4°.

Rom. Typ., 28 Zl. 60 nn. Bl. Alte Pp. (fleckig,

berieben und bestoßen, mit Wurmspuren). (142)

800,-

Hain 9829?. IGI IV, S. 309. GKW M 16689. Goff L 26 (nur

1 Ex. in Washington-DC LC). ISTC il00026000 (nur noch

2 weitere Ex. in Brescia und im Vatikan). – Ab 1499 bei Bernardinus

de Vitalibus mehrf. gedruckt. – Nachgebunden:

4 Bl. aus C. Nepos, Vita M. Catonis. Straßburg, Prüss und

Schürer, 1505. – VD 16 N 522 oder 523. – Etw. gebräunt,

wenig fleckig, mit kleinen Wurmspuren.

Inkunabeln

150 RAINERIUS DE PISIS, Pantheologia, sive

Summa universae theologiae. Hrsg. Jacobus

Florentinus. 2 in 3 Bdn. O. O., Dr. und J. (Basel,

Berthold Ruppel, nicht nach 1476). Fol. Mit vielen

eingemalten Initialen in Rot und Blau oder auch

nur in Rot, durchgehend rubriziert. Got. Typ.,

2 Sp., 60 Zl. 270 (Bl. 1 und 31 weiß); 162, 139 (statt

140; ohne das erste weiße Bl.); 280 nn. Bl. (das

letzte Bl. weiß). Blindgepr. Schweinsldr. um 1600,

Deckel mit Antiphonarpgt.-Bezug aus dem

15. Jhdt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (4)

5.000,-

Hain 13014. Pellechet 10003-10004. IGI 8270. Proctor 7457.

BMC III, 716. GKW M 36924. Goff R 9. Walsh 1105.

CIBN R-7. BSB R-4. Van der Haegen 1, 7. ISTC

ir00009000. – Datierung nach einem Kaufvermerk in einem

Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek. – Rainerius

de Pisis wurde in Rivalto geboren und starb 1348 in Pisa.

„Er verfaßte eine 'Summa universae theologiae', auch

'Pantheologia' genannt, in der auch seltene ungedruckte

Autoren und die Theologen der Franziskanerschule

berücksichtigt sind“ (LThK VIII, 622). – Aus der Offizin

des Basler Erstdruckers. „Berthold Ruppel war einer der

ältesten Gesellen Gutenbergs und stand auf der Seite des

Erfinders, als es zum großen Streit zwischen ihm und Fust

kam“ (Geldner I, 111). – Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls.

stark wasserrandig, mit hs. Marginalien, wenigen Wurmspuren

und vereinzelten Randschäden. – Vorsätze mit Ex -

libris u. a. aus der Bibliothek des Lateran-Kollegiums von

St. Nikolaus in Passau (Augustiner-Chorherrenstift; vgl.

Zimmermann 117). – Siehe Abbildung.

Slightly browned, hardly soiled, partly with strong water -

stains, with ms. marginalia, minor worming and isolated

marginal damages. – Endpapers with exlibris, a. o. from the

library of the Lateran College of St Nikolaus at Passau

(Augustinian monastery; compare Zimmermann 117). –

Blind-pressed pigskin around 1600, boards covered with

antiphonary vellum from the 15th century (some soiling,

rubbing and scuffing). – See illustration.

151 SABELLICUS, MARCUS ANTONIUS, Decades

rerum Venetarum. Venedig, Andreas Torresanus

de Asula, 21. Mai 1487. Fol. Rom. Typ., 48 Zl.

240 nn. Bl. Mod. weinroter Samt mit dreiseit.

Goldschnitt (gering berieben und bestoßen). (4)

4.000,-

Erste Ausgabe. – Hain-C. 14053. Pellechet 10293. Polain

3414. IGI 8487. Proctor 4713. BMC V, 308 und XII, 22.

GKW M 39264. Goff S 5. Walsh 1887 ff. CIBN S-1. BSB

S-4. ISTC is00005000. Harrisse 53. Cicogna 567 (Titel

abweichend). Dibdin, Bibl. Spenceriana III, 500: „If the

lover of fine and legible printing wishes for a specimen of

one of the choicest productions of the 15th century, let him

lose no opportunity of obtaining the present impression ...

A nobler book can not grace the shelves of any collection.“

– Erstes Blatt stärker fleckig, erste Lage im Bug neu angefalzt.

Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt kleine

Wurmlöcher. Breitrandig. – Siehe Abbildung.

Stronger soiling to first leaf, first quire newly mounted at

joint. Slightly browned, hardly soiled, occasionally with

small wormholes. Wide-margined. – Modern wine-red velvet

with three-sided gilt edge (minor rubbing and scuffing).

– See illustration.


Nr. 151

152 (TUDESCHIS, NICOLAUS DE, Lectura super

quinque libros Decretalium. Bd. I [von 5]). Basel,

(Michael Wenssler, Berthold Ruppel und Bernhard

Richel), 1477. Fol. Got. Typ., 2 Sp., 60 Zl. 313

(statt 316) nn. Bl. (ohne erstes weißes und letztes

weißes Bl. sowie den Textanfang). Blindgepr. Ldr.

d. Zt. auf Holzdeckeln mit breitem spät. blindgepr.

Schweinsldr.-Rücken und 2 mod. Metallschließen

(beschabt und bestoßen, mit Wurm -

löchern, Gelenke brüchig). (4) 2.000,-

Hain-C. 12309. Pellechet 8338. Polain 3843. IGI 9751.

Proctor 7482. BMC III, 723. GKW M 47806. Goff P45.

Walsh 1119. CIBN T-349. BSB T-511. Van der Haegen 4, 2

(nur 2 gemeinsame Drucke bekannt). ISTC ip00045000. –

Das Werk umfaßt insgesamt 5 Bände, wobei der 2. Band

3 Teile enthält. – Verfaßt von Nicolaus de Tudeschis, ge -

nannt auch Panormitanus oder Abbas Siculus (1386-1445).

Er war in Folge Rechtsgelehrter zu Parma, Siena und

Bologna, Abt von Maniacum bei Messina, Auditor der Rota

Romana und Erzbischof von Palermo und zählt zu den

bedeutendsten Kanonisten des Mittelalters; seine Schriften

wurden von den späteren Kommentatoren eher ausgebeutet

als erweitert. „Seine spätere Stellung zum Papsttum vermochte

den Ruhm seiner frühen juristischen Werke, welche

die Grenzmarke für die Entwicklung der scholastischen

Methode bilden, nicht zu schmälern“ (Wetzer-W. IX, 340).

– Das fehlende erste Textblatt mit einem Titelholzschnitt.

Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, mit hs. Marginalien und

Wurmspuren sowie wenigen Randschäden.

The missing first text leaf with woodcut. Slightly browned,

partly a little soiled, with ms. marginalia and worming as

well as some marginal damages. – Contemporary blindpressed

calf over wooden boards with a later, wide blindpressed

pigskin spine and 2 modern metal clasps (scratched

and scuffed, with wormholes, joints cracked).

Inkunabeln 43

Nr. 154

153 – Lectura super quinque libros Decretalium. Bde.

I, II/1-2 (von 3) und III (von 5) in 4 Bdn. Basel,

Johann Amerbach, 1487-88. Fol. Mit einigen rot

eingemalten Initialen. Got. Typ., 2 Sp., 60 Zl. 354,

264, 176 (erstes Bl. weiß), 268 nn. Bl. Blindgepr.

Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit buckligen Eckbeschlägen,

buckligen Mittelstücken und Schließen

(beschabt, bestoßen, mit Wurmlöchern, teilw. fehlen

Beschläge und Schließen). (142) 6.000,-

Hain-C. 12315. Polain 3848. IGI 9782. Proctor 7573. BMC

III, 749. GKW M 47787. Goff P 51. Walsh 1163. BSB T-517.

Van der Haegen 16, 30. ISTC ip00051000. – Jeweils die

zweiten Blätter mit teilw. gelöschten Stempeln. Leicht

gebräunt, wenig fleckig, mit z. Tl. größeren Wurmspuren,

teilw. wasserrandig, vereinzelt mit leichten Spor flecken

und hs. Marginalien. – Vordere Innendeckel mit gestoch.

Exlibris und Besitzvermerk: „Waldaufficae fundationis Ao

1596“. – Siehe Abbildung Seite 29.

Always the second leaves with partly erased stamps. Slightly

browned, hardly soiled, with larger worm traces here and

there, partly with waterstains, occasionally light moulding

and ms. marginalia. – Upper inner covers with engraved

exlibris and ownership entry: „Waldaufficae fundationis Ao

1596“. – Contemporary blind-pressed calf over wooden

boards with bossed metal corner fittings, bossed centre pieces

and clasps (scratched, scuffed, with wormholes, lacks partly

fittings and clasps). – See illustration on page 29.

154 UBALDIS, ANGELUS DE, Super secundo

usque ad nonum librum codicis. O. O., Dr. und J.

(Lyon, Martin Huss, um 1478-79). Fol. Mit 5 großen

rot und blau eingemalten Initialen mit tls. in

den Rand auslaufendem Federwerk und zahlr. rot


44

Nr. 155

eingemalten Initialen, durchgehend rubriziert.

Got. Typ., 2 Sp., 58 Zl. 336 (statt 339?) nn. Bl.

(davon 5 Bl. weiß). Restaurierter Holzdeckelbd.

d. Zt. mit breitem blindgepr. Schweinsldr.-

Rücken, Vorderdeckel mit hs. Titel (etw. fleckig,

berieben und bestoßen, mit Wurmlöchern, beide

Deckel mit ausgebesserten vertikalen Durchbrüchen,

Schließen entfernt). (4) 10.000,-

Seltene, wohl einzige Inkunabelausgabe. – Hain 15870. Pellechet

11292. Proctor 8534 A. BMC VIII, 248 (nennt nur 4

weiße Blätter). GKW M 48379. Goff U 2. ISTC iu00002000

(nur 15 Exemplare). – Vgl. Jöcher IV, 1478. – Angelus de

Ubaldis (um 1348/49-1423/24) war wie seine Brüder ein

bekannter Jurist und in Perugia, Bologna, Florenz und

Padua tätig. – Bekannte Exemplare in Großbritannien

(London BL), Spanien (Segovia), USA (San Marino Huntington

Library), Schweiz (2: Basel UB und Zürich ZB) und

Deutschland (10; nicht in der BSB). – Zur Kollation: in

unserem Exemplar sind die Blätter 1, 43, 121 (BMC unbekannt),

284 und 336 weiß, es dürften somit 3 oder 4 Textbl.

fehlen, davon wahrscheinlich 2 nach Bl. 89. Da das Buch

ohne Paginierung und Lagebezeichnung gedruckt und eng

gebunden ist, läßt sich die Kollation nicht genauer bestimmen.

– Blatt 276 mit Papierdurchbruch. Vorderer Innen -

deckel mit aufgeklebtem Katalogausschnitt und Exlibris,

das erste weiße Bl. mit kleinem Besitzvermerk und Bibl.-

Nummer. Gering gebräunt und fleckig, teilw. mit hs. Marginalien,

vor allem am Anfang und Ende mit einigen Wurmspuren.

– Erstes Textbl. mit großem hs. Besitzvermerk des

Klosters St. Petri in Straßburg. – Siehe Abbildung.

Rare, probably sole incunable edition. – Re collation: in our

copy the leaves 1, 43, 121 (BMC unknown), 284 and 225 are

blank, 3 or 4 text leaves are therefore possibly missing, pro

Inkunabeln

bably 2 after leaf 89. As the book has been printed and

bound tightly without pagination and quire specification,

the collation cannot be determined more exactly. – Leaf 276

with paper perforation. Upper inner cover with glued-on

catalogue cutting and exlibris, first blank leaf with small

ownership entry and library number. Minor browning and

soiling, partly with ms. marginalia, some worming mainly

at the beginning and the end. – First text leaf with large ms.

ownership entry of the monastery St Petri at Strasbourg. –

Contemporary restored wooden boards with wide blindpressed

pigskin spine, front cover with ms. title (some soiling,

rubbing and scuffing, wormholes, both covers with repaired

vertical perforations, clasps removed). – See illustration.

155 VINCENTIUS BELLOVACENSIS, Speculum

historiale. Tl. II (von 3). O. O., Dr. und J. (Augsburg,

Klosterdruckerei St. Ulrich und Afra, 1474).

Fol. Mit zahlr. rot eingemalten Initialen, etw.

rubriziert. Got. Typ., 2 Sp., 52 Zl. 331 nn. Bl.

Beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

(Hinterdeckel unten mit Eckausbruch). (142)

6.000,-

Copinger 6247. Pellechet 11558. Polain 3942. IGI 10314.

Proctor 1639. BMC II, 339. GKW M 50570. Goff V 284.

Walsh 553. CIBN V-188. BSB V-203. ISTC iv00284000. –

Der Verfasser, Vinzenz von Beauvais, geb. zwischen 1184

und 1194, gest. 1264, war ein französischer Gelehrter, Pädagoge

und Dominikaner. Es handelt sich bei vorliegendem

Werk um den 4. Teil der ersten und umfassendsten Enzyklopädie

des Mittelalters, der die Universalgeschichte enthält.

Der zweite Teil dieser Weltgeschichte enthält die

Bücher 11-21, die mit der Zeit Valerians (256) beginnen und

mit dem Tod Sigberts I. enden. – Gedruckt im Augsburger

Reichskloster St. Ulrich und Afra, von dem nur wenig mehr

als 10 Drucke nachgewiesen sind. „Abt Melchior von Stamhaim

erwarb von Johann Schüßler fünf Pressen und ließ

durch den Augsburger Meister Sixtus Saurloch eine komplette

Druckerei einrichten. Mit der Type 1 Anton Sorgs

wurde das 'Speculum historiale' gedruckt“ (Geldner I, 138).

– Bemerkenswert ist auf Bl. (p5r) oben eine kleine Federzeichnung,

die das Brustbild des Heiligen Hieronymus

zeigt, rechts daneben ein Kruzifix. – Das normalerweise am

Anfang enthaltene Register ist hier am Ende eingebunden.

Wie üblich ist das weiße 2. Bl. des Registers entfernt, da

Papier seinerzeit wertvoll war. Blatt (f1) mit kleinem Papierschaden

im weißen Rand. Blätter (i9-10) außen schmalrandig.

Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, wasserrandig und mit

Sporflecken, vor allem am Anfang und Ende in den Ecken

etw. angemodert, teilw. mit größeren Wurmspuren, vereinzelt

hs. Marginalien und Textanstreichungen. Insgesamt

außen und unten breitrandig. – Vorderer Innendeckel mit

gestoch. Exlibris und Besitzvermerk. – Siehe Abbildung.

Fourth part of the first and most comprehensive encyclopedia

of the Middle Ages that contains the universal history. –

The register which is normally included at the beginning is

bound-in here at the end. As usual the blank, second leaf of

the register, is removed, as paper was valuable at that time.

Leaf (f1) with minor paper damage at blank margin. Leaves

(i9-10) with narrow margin outside. Slightly browned,

partly a little soiled, with waterstains and moulding, mostly

mouldy at corners at the beginning and the end, partly with

larger worm traces, isolated ms. marginalia and text underlinings.

Altogether wide-margined outside and at bottom. –

Upper inner cover with engraved exlibris and ownership

entry. – Contemporary, damaged blind-pressed calf over

wooden boards (rear cover with break at lower corner). –

See illustration.


Nr. 217

156 AGRICOLA, D., Passio domini nostri Jesu

Christi s(ecundu)m serie(m) q(ua)ttuor eva(n)gelistaru(m).

(Basel, A. Petri de Langendorff, 1513).

4°. Mit großem Titelholzschnitt und 20 kleinen

Textholzschnitten von Urs Graf. 39 num., 1 nn.

Bl. Mod. Pgt. (133) 1.200,-

IA 101.505. VD 16 E 4385. – Vgl. zum seitengleichen Nachdruck

ebda. 1514: Hieronymus 67 a. Rowlands 124-143. –

Der separate Anhang zur von Agricola hrsg. Postilla des

Guillermus Parisiensis, in dieser Form erstmals 1509 bei

Petri erschienen. Die kleinen Textholzschnitte mit Darstellungen

aus dem Leben Christi. Der große Titelholzschnitt

zeigt Christus, lehrend in offener Landschaft inmitten von

Volk und Jüngern. – Titel mit Randausriß durch Verlust

Alte Drucke und alte Theologie

eines Blattweisers und mit Federproben. Letztes Bl. aufgezogen,

mit größerem Tintenfleck und Federproben. Leicht

gebräunt, tls. etw. fleckig, mit Wurmspuren, durchgehend

mit kleineren Randschäden durch Nagelspur und knapp

beschnitten (die in den Rand gedruckten Marginalien öfter

angeschnitten, tls. mit geringem Buchstabenverlust).

157 AGRIPPA, H. C., De incertitudine & vanitate

scientiarum declamatio invectiva, denuo ab autore

recognita, & marginalibus annotationibus aucta.

O. O. und Dr. (Köln) 1539. Mit Holzschnittportr.

auf dem Titel und 2 schwarzgrundigen Holzschnitt-Initialen.

208 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf

45


46

Nr. 161

Holzdeckeln, Vorderdeckel monogr. „I. A. R.“

(etw. berieben und bestoßen, Ecken alt erneuert,

Schließbänder entfernt). (50) 1.000,-

STC 11. IA 101.867. VD 16 A 1160. Coumont A 15.25. –

Nach dem VD 16 die 9. in Deutschland gedruckte Ausgabe

des zuerst 1530 in Antwerpen erschienenen Hauptwerkes

„Von der Eitelkeit und Unsicherheit der Wissenschaften“.

Ein großer Teil ist den okkulten Wissenschaften gewidmet,

erregte großes Aufsehen und geriet auf den Index (Reusch

264). – Das Porträt Agrippas (Brustbild nach links) stammt

von Anton Woensam von Worms (Merlo 1089) und ist eine

Kopie seines früheren Porträts (Merlo 994, 120 a). – Vorderer

Innendeckel mit Eintragungen von alter Hand. Titel

unten mit Tektur. Lage i irrtümlich vor Lage h eingebunden.

Bl. r6 außen eingerissen. Leicht gebräunt, tls. etw.

fleckig, wasserrandig, mit hs. Marginalien und Textanstreichungen,

zu Beginn mit Wurmspuren, nahezu durchgehend

hs. paginiert.

According to VD 16 this is the 9th edition printed in Germany

of the main work which first appeared in Antwerp in

1530. A large part is dedicated to the occult sciences, it created

enormous interest and was immediately put on the index

of prohibited books (Reusch 264). – Front paste-down with

annotations by contemporary hand. Title at bottom covered

with paper slip. Quire i erroneously bound-in before quire h.

Leaf r6 torn outside. Slightly browned, partly a little soiled,

with waterstains, ms. marginalia and text underlinings, some

worming at the beginning, with ms. pagination almost

throughout. – Contemporary blind-pressed calf over

wooden boards, front cover with monogram „I. A. R.“

(some rubbing and scuffing, corners renewed in former

times, clasp ribbons removed).

Alte Drucke und alte Theologie

158 ALCIATI, A., (Commentaria. Bde. I und II [von

6]): In digestorum titulos aliquot commentaria.

2 in 1 Bd. Lyon, P. Fradin (für die Compagnie des

libraires, 1559)-60. Fol. Mit wdh. großer Ver legermarke

auf den Titeln. 6 nn., 126, 245 num. Bl.

(ohne die Bl. Nr. 217-240). Beschäd. flex. altes Pgt.

(Buchblock vom Einband gelöst). (55) 200,-

Seltene Ausgabe. – STC 8 (nennt insgesamt 8 Bde.). IA

102.998: „Sammlung von Werken in 6 Bänden, ohne Haupttitel.“

– Nicht bei Adams und Baudrier. – Alciatis Schwerpunkt

im Bereich der Rechtswissenschaften lag in der Ausformung

einer neuen, humanistischen Arbeitsmethode der

Jurisprudenz, weshalb ihn J. U. Zasius 1519 den „Reformator

der Rechtswissenschaft“ genannt hat (HDR I, 88). –

Es fehlen im Bd. II die Lagen eE-gG. – Titel mit Besitzvermerken

und hs. Eintragungen (etw. tintenfleckig). Erste

Lage lose. Leicht, tls. auch stärker gebräunt und fleckig,

teilw. mit Wurmspuren (tls. geringer Textverlust), hs. Marginalien

und Textanstreichungen.

159 – Tractatus de praesumptionibus, cum annotationibus,

& argumentis Io. Nicolai Arelatani. Köln,

J. Gymnich, 1580. Mit Druckermarke auf dem

Titel und großer figürlicher Holzschnitt-Initiale.

4 Bl., 584 S., 47 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (Rücken fehlt).

(100) 350,-

Einer von 2 Drucken im Jahr der ersten in Deutschland

gedruckten Ausgabe. – IA 103.031. VD 16 A 1679. – Nicht

im STC und bei Adams. – Digestensammlung. – Titel mit

Besitzvermerk, leicht fleckig.

160 ALEXANDRE, N., Historia ecclesiastica Veteris

Novique Testamenti. 8 in 7 Bdn. Paris, A. Dezallier,

1699. Fol. Ldr. d. Zt. mit reicher Vergoldung

(leichte Gebrauchsspuren). (6) 400,-

Goldsmith A 269. Ebert 418: „Ehemals mehr geschätzt als

jetzt.“ Brunet I, 169: „Ouvrage favorable aux libertés de

l'Église gallicane, et cependant moins recherché en France

que dans l'Italie et l'Allemagne.“ – Die voluminöse Kirchengeschichte

war erstmals 1676-89 in 36 Oktavbänden

erschienen. Die zahlreichen, bei Brunet aufgeführten Neudrucke

beweisen ihre Wertschätzung im 18. Jahrhundert. –

Leichte Gebrauchsspuren, insgesamt schöne, dekorative

Reihe. – Ohne Rückgaberecht.

161 ANTONINUS FLORENTINUS, Tertia pars

summe (= Tl. III von 4). Basel, J. Amerbach, (A.)

Petri und (J.) Froben, 1511. Fol. Mit großer Druckermarke

auf dem Titel. 304 Bl. Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Kopf mit

geklebtem Einriß, fleckig, berieben und bestoßen,

mit Wurmlöchern, Schließen fehlen). (63) 600,-

Adams A 1215. VD 16 A 2959. – Die prachtvolle Druckermarke

vom Monogrammisten „DS“ für die Basler Druckergemeinschaft

von Amerbach, Petri und Froben. –

Leicht gebräunt, etw. fleckig, vor allem am Ende mit einigen

Wurmlöchern (gelegentlich Verlust einzelner Buchstaben).

– Duplum der Münchner Königlichen Bibliothek (heutigen

Bayrischen Staatsbibliothek) mit entsprechendem hs. Vermerk

in Tinte von alter Hand auf dem mit Inkunabelpapier

bezogenen Spiegel, darunter das fein gearbeitete gestoch.


Exlibris der Bibliothek des Klosters in Dießen, dat. 1755 –

ein beredtes buchgeschichtliches Zeugnis der Säkularisation

in Altbayern. – Siehe Abbildung.

162 APULEIUS, L., Metamorphoseon sive de asino

aureo. Libri XI. Floridorum. Libri IIII. De deo

Socratis libellus. Apologiae. Libri II. Trismegisti

dialogus. De mundo sive de cosmographia liber.

Florenz, F. Giuntas Erben, 1522. Mit Druckermarke.

7 nn. (letztes weiß), 273 (recte 255) num.,

1 nn. Bl. Mod. Ldr. unter Verwendung alten Materials.

(153) 400,-

IA 106.613. Adams A 1376. Bandini II, 182. Panzer VII, 38,

203. Brunet I, 362. Ebert 859. Schweiger II, 9: „Von B. Philomathes

besorgt. Nach Oudendorp, welcher diese Ausgabe

sehr schätzte, benutzte der Herausgeber gute Manuskripte

und berichtigte scharfsinnig den Text.“ – Gegenüber der

ersten Giunta-Ausgabe von 1512 entscheidend verbessert

(der Unterschied der Ausgaben von Brunet, der beiden keinen

Wert zuerkennt, nicht erkannt, was jedoch von Ebert,

der ansonsten Brunets Wertungen kritiklos übernimmt,

nobel-stillschweigend korrigiert wird). – Titel ausgeschnitten

und auf den Vorsatz geklebt, das dritte Blatt angerändert,

sonst nur stellenw. ganz unbedeutend fleckig.

163 ARIOSTO, L., Orlando Furioso. Tutto ricorretto,

& di nuove figure adornato. 2 Tle. in 1 Bd.

Venedig, V. Valgrisis Erben, 1580. Mit architektonischer

Titelholzschnittbordüre, Holzschnitt-

Druckermarke auf dem Zwischentitel und 51

ganzseit. Textholzschnitten in Holzschnittbordüren.

8 nn. Bl., 654 S., 16 nn. Bl. Mod. Pgt. (leicht

fleckig). (100) 300,-

STC 40. Adams A 1676. IA 107.552. – Oft aufgelegtes Werk

mit den schönen Holzschnitten, die erstmals bei Valgrisi

1556 erschienen waren, vgl. Gamba 56. – Mit Kommentaren

von G. Ruscelli u. a. – Titel mit hs. Vermerken und knapp

beschnitten, tls. mit Randläsuren, durchgehend wasser -

randig, vereinzelt mit Wurmspuren, etw. gebräunt und tls.

stärker fleckig.

164 ARISTOTELES, Opera (graece), quaecumq(ue)

impressa hactenus extiterunt omnia, summa cum

vigilantia excusa. Per Des. Eras. Roterodamum.

2 Tle. in 1 Bd. Basel, J. Bebel, 1531. Fol. Mit 4 (je

2 wdh.) Druckermarken, Holzschnitt-Diagramm

und zahlr. figürlichen Holzschnitt-Initialen. 8 nn.,

335 num., 1 nn., 253 (recte 251) num., 1 nn. Bl.

Stark beschäd. altes Ldr. auf Holzdeckeln (Rücken

fehlt). (144) 2.000,-

Zweite griechische Ausgabe der Werke des Aristoteles. –

STC 40. Adams A 1730. IA 107.928. VD 16 A 3279 (Kollation

ungenau). Hieronymus, Griech. Geist, 112. Hoffmann

I, 288. Schweiger I, 50. Ebert 1531. Van der Haeghen II, 10.

– Mit einem Vorwort von Erasmus von Rotterdam, Text

bearbeitet von Grynaeus. – Zur Kollation von Tl. II: 116

num. Bl., S. 117-120, num. Bl. 121-253, 1 nn. Bl. – Buchblock

gelockert. Titel mit 2 hinterlegten Ausschnitten und

angestaubt. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, mit zahlr. kleinen

Quetschfalten in den Ecken.

Alte Drucke und alte Theologie 47

Second Greek edition of the works by Aristoteles. – Bookblock

loosened. Title with 2 backed cut-outs, dust soiled.

Slightly browned, here and there a little soiled, with numerous

small vertical creases at corners. – Old, heavily damaged

calf over wooden boards (spine missing).

165 – Ethicorum, sive de moribus, ad Nicomachum

libri decem. Studio et opera M. Bergii. Editio

altera. Frankfurt, Wechels Erben, 1596. Mit Druckermarke

auf dem Titel. 496 S. Pgt. d. Zt. (etw.

fleckig, Vordergelenk mit kleinem Einriß). (100)

200,-

VD 16 A 3411. IA 108.743. Adams A 1818. Jöcher I, 991.

Hoffmann I, 310. – Griechisch-lateinischer Paralleltext, mit

Lesarten im Anhang. – Titel mit Besitzvermerk von 1605,

Druckermarke ankoloriert, Vorsätze mit Notizen aus Theognis

und lateinischen Klassikern von derselben Hand in

Tinte; gebräunt, gelegentlich Marginalien.

166 – Politikon bib(lia okto). (Graece). Politicorum

libri VIII. Cum perpetua Danielis Heinsii in

omnes libros paraphrasi. Leiden, Elzevir, 1621.

Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 1045 S.,

21 Bl. Pgt. d. Zt. (gering bestoßen). (53) 200,-

CLC A 1126. Willems 180. Schweiger I, 55. Ebert 1168:

„Die Anmerkungen sind von geringem Gehalt und die

Paraphrasen untreu.“ – Erste Elzevir-Ausgabe. – Stellenw.

leicht wasserrandig, wenig fleckig.

167 ARISTOTELES – CANONICI, J., Q(uesti)ones

super. VIII. lib. phy. Aristo. perutiles: nu(nc)

prime correcte & eme(n)date: additis textibus

co(m)mentor(um) in margine: una cu(m) utili

repertorio cunctorum auctoris notabilium indice.

Venedig, O. Scoto, 1520. Fol. Mit Druckermarke

am Ende. 8, 65 num. Bl. Mod. Hpgt. (63) 800,-

Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Gering fleckig,

gewaschen, einzelne Blätter restauriert, teilw. unbeschnitten.

168 – LANDI, G., Le attioni morali; nelle quali, oltra

la facile e spedita introduttione all'Ethica d'Aristotele,

si discorre molto risolutamente intro al

duello. Venedig, Giolito de' Ferrari, 1564. 4°. Mit

Druckermarke. 16 Bl., 512 S. Pgt. des 18. Jhdts.

(153) 500,-

Erste Ausgabe. – STC 368. Adams L 112. Levi-G. 137.

Bongi II, 198-200. – Über die „Nikomachische Ethik“ des

Aristoteles, mit ausführlicher Behandlung von Ehre und

Duell. Eine Fortsetzung des Werkes erschien 1575. – Titel

aufgezogen, etw. fleckig.

169 AUGUSTINUS, A., Preclarissima & inestimabilis

doctrine atq(ue) utilitatis sermonu(m) opera.

(Hrsg. von J. Badius Ascensius). Paris, B. Rembolt

(für J. Badius Ascensius und J. Petit), 1520. Fol.

Mit Druckermarke und Holzschnittbordüre auf

dem Titel sowie großem Holzschnitt auf dem Titel


48

Nr. 172

verso. 44 nn., CCCLXXIX num., 4 nn. Bl.

Beschäd. blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

(mit Bezugsfehlstellen und Feuchtigkeitsspuren).

(66) 600,-

Zweite(?) von Badius Ascensius besorgte Ausgabe. – IA

110.155 (Kollation falsch). Moreau 2243. – Nicht bei

Renouard, Adams und im STC. – Der Holzschnitt zeigt

Augustinus in der Studierstube, im Hintergrund je ein

Bischof, Kardinal und Papst, dahinter einige Schüler,

umrahmt von Porträts der Apostel und Propheten. – Buchblock

mehrf. gebrochen und gelockert. Bl. Nr. 245 mit unterem

Eckausriß (Textverlust). Viele Bl. mit Rand- und

Papierschäden, teilw. ausgebessert oder hinterlegt, vereinzelt

auch tief eingerissen. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig –

Ohne Rückgaberecht.

170 – (Opera). 11 in 8 Bdn. Paris, Muguet, 1679-1700.

Fol. Mit gestoch. Portr. und 2 gestoch. Kopf-Vign.

Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (professionell restauriert).

(63) 2.000,-

Zweiter Druck der ersten Ausgabe. Graesse I, 253. Ebert

1361. Brunet I, 557: „Bonne édition.“ – Kritische Ausgabe

der Mauriner. – Zur Publikationsgeschichte vgl. die Ausführungen

bei Brunet (danach tragen die ersten beiden

Bände zwar die Jahreszahl „1679“ auf dem Titel, sind in

Wahrheit aber 1689 erschienen). – Titel gestempelt, sonst

recht gutes Exemplar. – Ohne Rückgaberecht.

Second issue of first edition. – Title stamped, otherwise a

quite good copy. – Not subject to return. – Contemporary

calf with spine label and gilt back (skilfully restored).

Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 174

171 – De civitate dei. Basel, A. Petri für J. Koberger in

Nürnberg, 1515. Fol. Mit vierteiliger Titelbordüre

von Urs Graf, kleiner Druckermarke auf dem

Titel und blattgr. Holzschnitt auf der Titelrückseite.

362 Bl. – BEIGEB.: DERS., De summa

trinitate. Ebda. 1515. Mit Titelbordüre und Druckermarke.

116 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und

bestoßen, Rücken gekalkt, Deckel mit Lwd. bezogen).

(6) 800,-

IA 110.124. VD 16 A 4180. Adams A 2192. Hase 204 und

455. – Nicht im STC. – Kommentiert von Valois, Trivet,

Passavant und Maron. Die schöne Titelbordüre (Hieronymus

601,1. Lüthi 50, i) mit Porträtmedaillons von König

und Königin. Der große Holzschnitt auf der Titelrückseite

(nicht bei Hieronymus) zeigt oben Augustinus am Pult,

unten Zion und Babylon im Streit. Der Künstler dieses

zuerst in der Basler Ausgabe von 1489 verwendeten Holzschnittes

ist der zweite Hauptillustrator des Narrenschiffs.

– II. IA 110.125. VD 16 A 4245. Adams A 2208. Hase 455.

– Erste und letzte Bl. mit Wurmgängen, einige alte Anmerkungen,

stellenw. wenig fleckig, Vorsätze erneuert. – Vorsatz

mit Dublettenvermerk der BSB, Titel mit Besitzvermerk

des Marienklosters in Fürstenfeldbruck.

172 – De summa trinitate. Basel, A. Petri für J. Koberger

in Nürnberg, 1515. Fol. Mit vierteiliger Titelbordüre

von Urs Graf. 116 Bl. Hldr. d. 18. Jhdts.

mit Rsch. (etw. beschabt und bestoßen). (6) 400,-


IA 110.125. VD 16 A 4245. Adams A 2208. Hase 455. – Die

schöne Titelbordüre (Hieronymus 601,1. Lüthi 50, i) mit

Porträtmedaillons von König und Königin. – Breitrandig

und nur stellenw. ganz unbedeutend fleckig. – Siehe Abbildung.

173 BALDESANO, G., La sacra historia Thebea.

Divisa in due libri. Turin, N. Bevilacquas Erben,

1589. Mit Holzschnitt-Wappen auf dem Titel.

12 Bl., 325 S., 11 Bl. Läd. flex. Pgt. d. Zt. (Rücken

mit Pp. überklebt). (100) 300,-

Erste Ausgabe. – STC, Suppl., 17. EDIT 16 CNCE 3962. –

Jöcher III, 2130. Melzi I, 109 (Ausg. 1604). Libreria Vinciana

4673 Anm. (alle 3 schreiben das Werk Bernardino

Rosignolo zu). De Backer-S. VII, 163, 7 (unter Rosignolo,

bezeichnen ihn als Rektor von Turin, der die Approbation

für diesen Druck erteilt hat). – Titel unten angerändert.

Gering gebräunt und fleckig, am Ende wasserrandig und

mit leichten Sporflecken.

174 BARBO, P., Questiones metaphysicales acutissime

novissime revise atq(ue) emendate. Venedig,

O. Scotos Erben, 1526. Fol. Mit Verlegermarke am

Ende und einigen Holzschnitt-Initialen. 16 nn.,

193 num., 1 weißes Bl. – BEIGEB.: BONETUS,

N., Habes quattuor volumina: Metaphysicam

videl(icet) naturale(m) phylosophia(m) p(rae)di ca -

me(n)ta necnon theologia(m) naturale(m) ... Recognita

nuper per Laurentium Venerium. Venedig,

B. Locatellus für O. Scoto, 1505. Mit Verlegermarke

am Ende und einigen Holzschnitt-Initialen.

134 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit.

(fleckig, berieben und bestoßen, stark wellig,

Schließbänder fehlen). (73) 1.500,-

I. EDIT 16 CNCE 4171. Wetzer-W. I, 1986. – Diese Ausgabe

nicht im Index Aureliensis, STC, bei Adams etc. –

Paolo Barbo, auch Paulus Soncinas genannt, war ein Dominikaner

und Magister der Philosophie, der in der zweiten

Hälfte des 15. Jahrhunderts u. a. in Mailand, Siena, Ferrara

und Bologna wirkte. Er war ein außerordentlich frucht barer

Schriftsteller, die Mehrzahl seiner Schriften ist jedoch verloren.

– Zu Beginn mit feuchtigkeitsbedingten kleinen

Randschäden.

II. Einzige Ausgabe im 16. Jahrhundert. – STC 119. Adams

B 2414. IA 121.918. EDIT 16 CNCE 6951. LThK II, 450. –

Nicolaus Bonetus (gest. 1360) war Minorit und lehrte in

Paris Theologie. Seine Schrift ist ein Kommentar zur Metaphysik

des Aristoteles. – Gegen Ende wasserrandig und mit

Randschäden. – I und II: Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig.

– Siehe Abbildung.

I. This edition not at Index Aureliensis, STC, at Adams etc.

– At the beginning with small marginal damages due to

dampstaining. – II. Sole edition in the 16th century. –

Towards the end with waterstains and marginal damages. –

I and II: Slightly browned, partly a little soiled. – Contemporary

limp vellum with ms. spine title (soiled, rubbed and

scuffed, quite undulated, clasp ribbons missing). – See illustration.

Alte Drucke und alte Theologie 49

Nr. 176

175 BASEL – SAMMLUNG von 9 Dissertationsankündigungen.

Basel 1580-1683. Einblattdrucke im

Folio-Format mit hübschen Bordüren. (76) 200,-

Repetenten: J. Bauhin (1580), J. Burckhard (1659; sehr

schöne florale Bordüre), J. L. Iselin (1664; florale Bordüre),

N. Harder (1664; identische florale Bordüre), F. Stern (1664;

sehr schöne florale Bordüre, nicht identisch mit den beiden

anderen aus demselben Jahr), J. G. Mangold (1683).

176 BAYERN – BÜECH DER GEMEINEN LAND-

POT, DAS. Landsordnüng. Satzüng. und Ge -

breüch. des Fürstenn-thumbs in Obern- und

Nidern Bairn. Im fünftzehnhündert und Secht -

zehendem Jar aüfgericht. O. O., Dr. u. J. (München,

H. Schobser, 1520). Fol. Mit Titelholzschnitt,

Titel gedruckt in Rot. 12 nn., LXVII (recte

69) num. Bl. Ldr. d. Zt. mit blindgepr. Wappensupralibros

auf den Deckeln (etw. beschabt und

bestoßen, Rücken, Kanten und Vorsätze erneuert).

(127) 1.000,-

Dritte Ausgabe. – VD 16 B 966. Schottenloher (Schobser)

167. – In dieser Ausgabe ist die „Vischerey“ nicht mehr enthalten.

Der Index endet auf Bl. 11r: „Hye enndet sich das

Register“. – Der Titelholzschnitt zeigt die beiden Herzöge

Wilhelm und Ludwig als Wappenhalter. Der Text ist durchweg

in Rot und Schwarz gedruckt. – Gering gebräunt, tls.

leicht fleckig, in der zweiten Hälfte im unteren Innensteg

mit restauriertem Wurmloch. Bis auf den Titel breitrandig.

– Siehe Abbildung.


50

177 BAYERN – LÖBLICHEN HAUSS und Fürstenthumbs

Obern unnd Niedern Bayren Freyheiten,

Des. Jetzt gemehrt und widerumb getruckt.

München, A. Berg, 1568. Fol. Mit Titelholzschnitt.

2 Bl., 237 S., 7 Bl. Läd. spät. Pp. (65) 400,-

VD 16 B 954. Maillinger I, 271. Pfister I, 4282. Lentner

3181: „Selten. Inhaltlich und drucktechnisch wertvoll!“ –

Die landesherrlichen Privilegien für die Landstände,

niedergelegt in 64 Freibriefen von 1311 bis 1565. Das

dauerndste und wichtigste Recht daraus war das der Steuer

bewilligung, Steuererhebung und Steuerverwaltung (vgl.

Spindler II, 577). – Titel leicht angeschmutzt.

178 BERNARDI, A., Disputationes. Basel, H. Petri

und N. Bryling, 1562. Fol. 10 Bl. (letztes weiß),

694 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

mit intakten Schließen (beschabt und bestoßen,

Bezug stellenw. mit Fehlstellen). (83) 500,-

Adams B 739. VD 16 B 1906. – Philosophisch-theologische

Abhandlung über sogenannte Duelle und Ehrenhändel

sowie über verschiedene Streitfragen, besonders die

Unsterblichkeit der Seele und die Befähigung der Astrologie,

die Zukunft vorauszusagen. – Titel verso mit Du -

blettenstempel der Münchner UB, nur stellenw. ganz wenig

fleckig.

179 BERNARDUS CLARAVALLENSIS, Opera

omnia. Paris, N. Bruslé für S. Nivelle, 1572 (Kolophon

1571). Fol. Mit Verlegermarke auf dem Titel.

8 nn., 410 (recte 414) num. Bl. (Bl. CCXXXIX

und CCXL zwischengeb.), 71 num., 36 nn. Bl.

(1. und 4. falsch num. 258 und 162), 1 weißes Bl.,

70 nn. Bl. Stark beschäd. blindgepr. Schweinsldr. d.

Zt. auf Holzdeckeln. (6) 300,-

IA 117.582. Adams B 711. Graesse I, 343. Januschek 610. –

Nicht im STC. – Auf dem Titel die schöne Marke Nivelles

(Renouard 833). – Etw. knapp beschnitten, wenig fleckig.

180 BEROALDUS, PH., Symbola Pythagorae moraliter

explicata. Paris, N. des Prez für J. Petit, 1510.

4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 18 Bl. Mod.

Pp. (153) 500,-

Moreau 1510, 26. Apponyi 76. – Vgl. STC 50 (Ausg. 1505).

– Nicht bei Adams und Renouard. – „Eine jener zahlreichen

in Italien und in Paris häufig nachgedruckten Schriften

des Beroaldus, die er seinen deutschen, ungarischen, polnischen

und böhmischen Gönnern zu widmen pflegte. Die

Dedication ist sehr interessant. Beroaldus gratuliert dem

Kirchenfürsten zu der jüngst erhaltenen Kardinalswürde

und gedenkt der hohen Stellung, die er im Königreiche einnimmt“

(Apponyi 66). – Recht sauber.

181 BIBLIA ARABICA – NEUES TESTAMENT

(arabice). Hrsg. von Salomon Negri. London

1727. 4°. 232, 2 weiße Bl. Ldr. d. Zt. mit neuerem

Rsch. (beschabt, etw. bestoßen). (55) 500,-

Darlow-M. 1655. Balagna 142 und 103. – Nicht bei Smitskamp.

– Nach Darlow-Moule in 10000 Exemplaren erschienen,

soll jedoch laut Balagna in Europa sehr selten sein. –

Alte Drucke und alte Theologie

Zur Entstehungsgeschichte vgl. Darlow-M. 1654 Anm. –

Vorsätze mit hs. Eintragungen. Leicht gebräunt, wenig

fleckig, innen gut erhalten.

Widmungsexemplar für den Grafen Schack

182 – KITAB AL-'AHD AL-GADID ya'ni al-Ingil

al-Muqaddas li-Rabbina Yasu' al-Masih. London,

W. Watts, 1821. 2 Bl., 352 S. Etw. läd. Ldr. d. Zt.

(55) 300,-

Darlow-M. 1667. – Das Neue Testament in arabischer Sprache,

gedruckt nach der für die Kirchen des Orients geschaffenen

Ausgabe Rom 1671 (Darlow-Moule 1652), deren

Textfassung unter den arabischsprechenden Christen allgemeine

Akzeptanz gefunden hatte. – Titel mit Bibliotheksstempel;

stellenw. etw. gebräunt und fleckig. – Widmung auf

dem vorderen Vorsatz: „Le Baron de Schack. Presented by

Asaad Y Kayat M. D. Jaffa, Jan. 14th 1849“. Gemeint ist

Adolf Friedrich von Schack (1815-1894), der Gründer der

Münchener „Schack-Galerie“, der ein bedeutender Orientalist

gewesen ist. Von Schack stammt auch ein Gedicht mit

dem Titel „Jaffa“. Asaad Y Kayat war ein Gelehrter und

Schriftsteller, der u. a. das Werk „A Voice from Lebanon“,

London 1847, und ein Werk über Jaffa verfaßt hat.

183 BIBLIA GERMANICA – (BIBLIA, Das ist Die

gantze heilige Schrifft. Deudsch. Auffs new zugericht.

D. Mart. Luth. Wittenberg, H. Lufft, ca.

1550). Fol. Fragment mit zahlr. Textholzschnitten

von G. Lemberger und H. Brosamer. Beschäd.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (125) 500,-

Vgl. Bibelslg. Württ. LB E 373-376. – Aufgrund der fehlenden

Titelei und des Zwischentitels vor den Propheten ist

die Ausgabe nur nach der Kollation bestimmbar; es dürfte

sich um eine der drei in der Bibelsammlung der Württembergischen

Landesbibliothek geführten Ausgaben handeln,

alles Drucke des Jahres 1550 von Lufft in Wittenberg mit

den Holzschnitten Georg Lembergers und Hans Brosamers

aus der Cranach-Schule. – Vorderer Spiegel mit einem Bl.

aus der Schedelschen Weltchronik; durchgehend wasserrandig,

fleckig und gebräunt, mit Gebrauchsspuren. – Ohne

Rückgaberecht.

184 – BIBELL. Das ist, Alle Bücher Alts und News

Testaments ... trewlich verteutscht, und mit vielen

heilsamen Annotaten erleucht, durch D. Johan

Dietenberger. 2 Tle. in 1 Bd. Köln, G. Calenius

und J. Quentels Erben, 1590. Fol. Mit wdh. breiter

figürlicher Titel-Bordüre und zahlr. Textholzschnitten,

teilw. monogr. „HE“ und „SHF“. 6 nn.,

449 num., 1 nn., 138 (recte 139) num., 1 nn. Bl.

Mod. Hldr. (leicht beschabt und bestoßen). (138)

1.000,-

VD 16 B 2812. Bibelslg. Württ. LB E 550. – Vgl. STC 90.

Darlow-M. 4211 (andere Ausgaben). – Die Holzschnitte

wurden schon z. Tl. in den Ausgaben von 1572 und 1567

verwendet. – Die Titeleinfassung zeigt oben die Trinität,

links und rechts Evangelistensymbole, unten die Apostel in

architektonischem Rahmen; die Textholzschnitte tls. nach

J. M. Bocksberger und Jost Amman. – Titel mit Einträgen

von alter Hand in Tinte, erste Blätter angefalzt und mit hinterlegten

Läsuren, fleckig, gebräunt und tls. wasserrandig.


Nr. 185

185 – BIBLIA, Das ist, Die gantze H(eilige) Schrifft,

Altes und Newes Testaments Teutsch, D. Martin

Luthers. (N)ürnberg, W. Endter, 1652. Fol. Mit

gestoch. Titel, 6 gestoch. Zwischentiteln, 2 ge -

stoch. Portr.-Tafeln, ganzseit. gestoch. Wappen,

11 ganzseit. gestoch. Porträts, doppelblattgr. ge -

stoch. Tabelle (Kalender), 4 doppelblattgr. Kupferstichkarten

und 14 (statt 16; 4 doppelblattgr.)

Kupfertafeln. 17 (statt 19) nn., 11 num., 32 nn. Bl.,

1118, 416 S., 9 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt.

auf Holzdeckeln mit 2 breiten Metallschließen

und 8 buckligen Eckbeschlägen (Rücken mit Pgt.

erneuert, fleckig, etw. berieben und bestoßen).

(144) 600,-

Vierte Ausgabe der Endterschen Kurfürstenbibel. –

Bibelslg. Württ. LB E 822. Jahn 55 ff. – Es fehlen am Anfang

2 Bl. Widmung des Buchdruckers Endter, ferner die Tafeln

„Erster Abriß der Stadt Jerusalem“ und der „Ketzerbaum“.

– Gestoch. und gedruckter Titel mit Fehlstellen (Bild- und

Textverlust) aufgezogen, Drucktitel verso mit Exlibris. Das

Bildnis von Königin Christine von Schweden mit geringem

Bildverlust aufgezogen. Die ersten Blätter tls. mit hinterlegten

Papierschäden. Der „Andere Abriß der Stadt Jerusalem“

auf der rechten Seite mit hinterlegtem Papierschaden

(geringer Bildverlust). Die Karten z. Tl. sehr knapp be -

schnitten, die verso gedruckten Erläuterungen teilw. mit

geringem Textverlust angeschnitten. Leicht gebräunt, tls.

etw. fleckig. Gegen Ende mit kleinen Wurmlöchern. – Siehe

Abbildung.

Alte Drucke und alte Theologie 51

Nr. 186

186 – BIBLIA, das ist die gantze Heilige Schrifft Alten

und Neuen Testaments verteutscht durch D. Martin

Luther. Frankfurt, J. Ph. Andreä für M. Merians

Erben, 1704. Fol. Mit gestoch. Titel, 2 gestoch.

Zwischentiteln (in Pag.) und 232 Textkupfern von

Merian. 22 Bl., 675, 264, 182, 328 S. Ldr. d. Zt. auf

Holzdeckeln mit vergoldetem Rahmen, an dessen

Außenkanten in Dreiecksform barockes Blattwerk;

auf beiden Deckeln aus gegossenem Messing

ein zentrales Medaillon mit blankem Schild

und Puttenköpfen, in gleicher Art vier Eckbeschläge

und zwei Schließen (Rücken unter Verwendung

des Originalbezuges erneuert, die Vergoldung

überwiegend abgerieben). (59) 3.000,-

Zweite Ausgabe der Merianbibel (EA 1630). – Wüthrich III,

18. Bibelslg. Württ. LB E 1043. – Die berühmte Merian bibel

in einem kompletten Exemplar. Die lebenden Darstellungen

Merians, „dessen künstlerische Leistung als Vermittler

der Kenntnis und Anschauung der biblischen Geschichte

wohl durch keinen späteren Illustrator übertroffen wurde“,

meist in kräftigen Abdrucken. – Gering gebräunt, stellenweise

wasserrandig und fingerfleckig. – Sehr schöne grüne

Goldbrokatpapiervorsätze. – Siehe Abbildung.

Second edition of the famous Merian Bible (first edition

1630) in a complete copy. – Minor browning, here and there

with waterstains and thumbing. – Very beautiful green

fly-leaves of gold brocade paper. – Contemporary calf over

wooden boards with gilt framework and triangular baroque

foliage at fore-edges; on both sides a central brass

medallion with shining shield and putto heads, four metal

corner fittings and two clasps (rebacked by using the original

cover material, gilt mostly rubbed off). – See illustration.


52

187 BIBLIA GERMANICA – BIBLIA, Das ist: Die

gantze Heilige Schrifft, deß Alten und Neuen Testaments.

Wie solche von Martin Luther 1534 zu

End gebracht. Samt einer Vorrede J. M. Dilherrns.

Nürnberg, Endter, 1710. Fol. Mit gestoch. Titel

(statt 2), 6 (statt 7) ganzseit. Textkupfern sowie

144 Textholzschnitten. 34 Bl., 1181 S., 11 Bl.,

8 (statt 10) Bl. zwischengeb. Blindgepr. Schweins -

ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen

und 7 (statt 8) buckligen Eckbeschlägen (fleckig,

etw. berieben und bestoßen, Hinterdeckel mit

kleinen Wurmlöchern). (59) 600,-

Bibelslg. Württ. LB E 1097. Jahn 117. – Mit der 15. Ausgabe

„erhält die Dilherr-Bibel eine umfassend neue Ausstattung

und gewinnt 'Eigengewicht und Rang' zurück“

(Jahn). – Es fehlen der gestoch. Titel zum Neuen Testament

und eines der 6 ganzseit. Textkupfer mit den Abbildungen

und Lebensbeschreibungen der berühmten Personen, die in

der Heiligen Schrift figurieren. – Vorhandem sind die Kupfer

zu den Büchern Moses, den Historischen Büchern, den

Propheten, den Evangelisten und der Apostelgeschichte.

Insgesamt 5 Bl. tief eingerissen, etw. gebräunt und fleckig,

tls. mit kleinen Randschäden und Verklebungsspuren

(letztere tls. mit geringem Buchstaben- oder Bildverlust).

Vordere fliegende Vorsätze mit umfangreichen hs. Eintragungen

von verschied. Händen, u. a. mit Besitz- und Ge -

schenkvermerken.

188 – BIBLIA, Das ist: Die gantze Heilige Schrift,

Altes und Neues Testaments. Verteutscht von

Herrn Doctor Martin Luther. 2 Tle. in 1 Bd.

Nürnberg, Endter, 1720. Fol. Mit gestoch. Titel,

gestoch. Widmung, 12 gestoch. Portrs. und 35

(7 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 23 nn., 11 num.,

32 nn. Bl., 664, 904 S., 8 Bl. Blindgepr. Schweinsldr.

d. Zt. auf Holz deckeln mit 8 Eckbeschlägen und

2 Schließen aus Messing (Vorderdeckel mit kleinen

Wurmlöchern, gering angestaubt). (59)

2.000,-

Jahn 79. Bibelslg. Württ. LB. E 1198. – Vgl. Schmidt 383. –

Zwölfte, prächtig ausgestatte Ausgabe der bei Endter

erschienenen „Weimarer Kurfürstenbibel“ mit den Porträts

der sächsischen Kurfürsten von Friedrich dem Weisen bis

Bernhard dem Großen und Martin Luthers, mehreren Karten

Palästinas und des Vorderen Orients, Plänen der Stadt

Jerusalem, zahlreichen Illustrationen zum Alten und Neuen

Testament sowie einer Reihe von Propheten- und Evangelistendarstellungen.

– Zu Beginn etw. fingerfl., Kupfertitel

mit Knitter- und Quetschfalten sowie kleinen Einrissen,

angefalzt und an einer Ecke verstärkt, einige Schabstellen

(mit minimalem Bildverlust), verso mit Exlibris. Drucktitel

ebenfalls mit Quetschfalten und hinterlegtem Einriß, erste

Lage lose und mit kleinen Läsuren im Bug. Die 3 Karten

zusätzlich gefaltet, die doppelblattgr. Kupfer angefalzt und

teils mit kleinen Einrissen. Der erste Plan von Jerusalem

und die Augsburger Konfession mit hinterlegten großen

Einrissen. Vorderer Spiegel mit Vermerken von alter Hand.

– Außergewöhnlich schwerer, dekorativer Einband mit

mächtigen Beschlägen. – Siehe Abbildung Tafel 10.

Twelfth, magnificently designed edition of the „Weimar

Kurfürstenbibel“ published by Endter with the portraits of

the Saxon prince electors starting with Frederick the Wise till

Bernhard the Great and of Martin Luther, several maps of

Palestine and the Middle East, plans of Jerusalem, nume-

Alte Drucke und alte Theologie

rous illustrations to the Old and New Testament as well as

a series of prophet and evangelist illustrations. – At the

beginning with thumbing, engraved title with vertical creases

and small tears, mounted at joint and reinforced at one

corner, some scratching (minor loss of illustration), verso

with exlibris. Printed title also with vertical creases and

backed tear, first quire loose and with small damages at

joint. The 3 maps folded in addition, the double-page copperplates

mounted at joint, partly with small tears. The first

plan of Jerusalem and the Augsburg confession with large

backed tears. Upper paste-down with notes by contemporary

hand. – Extremely heavy, decorative binding with massive

metal fittings. – Contemporary blind-pressed pigskin

over wooden boards with 8 metal corner fittings and 2 brass

clasps (front cover with small wormholes, minimally dust

soiled). – See illustration on plate 10.

189 – CATHOLISCHE BIBEL, Das ist die ganze

Heilige Schrift alten und neuen Testaments. 4 Tle.

in 1 Bd. Nürnberg, Fleischmann (und de Launoy),

1763. Fol. Mit gestoch. Titel, gestoch. Portr., Textholzschnitt

und 212 Textkupfern. 16 Bl., 664, 272,

315 S., 19 Bl., 98 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt.

auf Holzdeckeln (fleckig, etw. berieben und bestoßen,

Schließenbefestigungen defekt). (75) 400,-

Darlow-M. 4248. Bibelslg. Württ. LB E 1517. – Reich illustrierte

Bibel, auch als „Lotterie-Bibel“ bekannt, weil sie

angeblich für eine Lotterie hergestellt wurde. – Der allegorische

gestoch. Titel zeigt unten eine Ansicht von Schillingsfürst.

Mit dem Porträt von Fürst Karl Albert von

Hohenlohe und Waldenburg Schillingsfürst, auf dessen Veranlassung

hin die Bibel herausgegeben wurde. – Einige

Lagen am Anfang gelockert oder größtenteils lose. Auf

Grund der schlechten Papierqualität etw. gebräunt, fleckig,

tls. mit starken Quetschfalten und besonders am Anfang

mit vielen Randschäden (tls. geringer Textverlust). – Ohne

Rückgaberecht.

190 – BIBLIA, Das ist: Die gantze Heilige Schrifft,

deß Alten und Neuen Testaments. Samt einer Vorrede

Herrn Johann Michael Dilherrns. Nürnberg,

Endter, 1765. Fol. Mit 2 gestoch. Frontisp.,

12 ganzseit. gestoch. Portrs., 6 ganzseit. Textkupfern

und zahlr. Textholzschnitten von J. J. Sandrart.

48 Bl., 1181 S., 10 Bl. zwischengeb., 11 Bl.

Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

mit 8 buckeligen Eckbeschlägen und 2 Schließen

(davon 1 Schließe läd., etw. fleckig, berieben und

bestoßen). (55) 1.000,-

Jahn 134. – Nicht bei Darlow-Moule und in der Württ. LB.

– 28. Auflage der Endter-Bibel mit den Kurfürstenporträts

(erstmalig nachgestoch. von J. C. Claußner) und den schon

in den vorangegangenen Bibel-Ausgaben mehrf. verwendeten

Sandrart-Holzschnitten. – Etw. gebräunt, wenig fleckig,

vereinzelt mit kleinen Randschäden. – Insgesamt schönes

Exemplar. – Siehe Abbildung.

28th issue of the Endter Bible with the prince elector portraits

(first reproduced engraving by J. C. Claußner) and

with the Sandrart woodcuts already used several times in

previous Bible editions. – Some browning, minor soiling,

occasionally with small marginal damages. – Altogether a

beautiful copy. – Contemporary blind-pressed pigskin over

wooden boards with 8 bossed metal corner fittings and

2 clasps (1 clasp damaged, a little soiled, rubbed and scuffed).

– See illustration.


191 – HERBORNER BIBEL – Das erste (ander)

Thäil des Newen Testaments. 2 in 1 Bd. Herborn,

o. Dr. (Ch. Corvinus), 1619. 4°. Mit Druckermarke

auf den Titeln. 532, 456 S. Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (beschabt,

bestoßen, kleinere Fehlstellen, stärker gedunkelt).

(99) 400,-

Zweite Ausgabe des Neuen Testaments in der von Piscator

herausgegebenen Fassung. – Bibelslg. Württ. LB E 699.

Darlow-M. 4215: „In 1602 there began to appear at Herborn

in parts a new version of the Bible, edited, with expositions,

by Johann Piscator. The translation strives after

literal exactness, and its frequent Latinisms betray Piscator's

use of the version of Junius and Tremellius. A second

edition was issued in 1617-9, and many others followed.“ –

Die Piscator-Bibel ist allgemein bekannt als „Herborner

Bibel“ nach ihrem Druckort Herborn, an dem der akademische

Buchdrucker Christoph Rab, latinisiert Corvinus,

von 1585 bis 1620 tätig war (Reske 371). – Stärker gebräunt,

etw. wasserrandig, erste und letzte Bl. mit kleineren Randläsuren.

– Beiliegt der 3. und 4. Teil des Alten Testaments

und der Apokryphen-Anhang aus der Herborner Bibel -

edition, erschienen 1606-23, zusammen in einem identisch

gebundenen Band von ähnlichem Erhaltungszustand.

192 – DAS NEUE TESTAMENT nach der Ubersetzung

M. Luthers. Mit ausführlichen Summarien ...

und von vielen eingeschlichenen Fehlern gebessert

von J. R. Hedinger. Dritte Ausfertigung mit

grösseren Typen. Bremen, Saurmann, 1711. 16 Bl.,

992 S. Ldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen, Rvg. oxydiert).

(99) 250,-

Bibelslg. Württ. LB E 1107. Mälzer 1100. – Nicht bei Darlow-M.

– Hauptwerk des württembergischen Hofpredigers

Johann Reinhard Hedinger (1664-1704) „ist eine Übersetzung

des Neuen Testaments, die oftmals aufgelegt wurde

und besonders dadurch Aufsehen erregte, daß der Verf. da

und dort der lutherischen Übersetzung zu widersprechen

wagte“ (Herzog-Hauck VII, 514); die Tübinger Ortho doxie

sah dadurch gar die Inspirationslehre in Gefahr und griff

deswegen Hedinger heftig an (NDB VIII, 188). – Fliegender

Vorsatz mit sachkundigen Notizen zum Werk, dat.

1783. Gebräunt.

193 BIBLIA GERMANICO-LATINA – BIBLIA

SACRA vulgatae editionis jussu Sixti Quinti re -

cognita. Una cum nova versione Germanica sub

directione P. Germani Cartier. 4 Bde. Konstanz,

Bez, 1751. Fol. Mit 65 Kupfertafeln nach Scheuchzer

(ohne 2 Karten und 3 Falttafeln). Hldr. d. Zt.

(mit Fehlstellen, tls. stärker beschabt und bestoßen).

(100) 300,-

Erste Ausgabe der zweispaltig gedruckten deutsch-lateinischen

Parallelausgabe. – Bibelslg. Württ. LB D 1545. Slg.

Lüthi 80. Darlow-M. 4245 Anm. – Mit umfangreichen lateinischen

Fußnoten und den schönen Kupfern aus Scheuchzers

berühmter „Physica Sacra“ von 1731. – Etw. gebräunt

und fleckig.

Alte Drucke und alte Theologie 53

Nr. 190

194 BIBLIA GRAECA – VETUS TESTAMENTUM

ex versione septuaginta interpretum (graece).

Secundum exemplar Vaticanum Romae editum ...

summa cura edidit Lambertus Bos. Franeker,

F. Halma, 1709. 4°. Mit gestoch. Frontisp., ge -

stoch. Titelvign., 2 gefalt. Kupfertafeln und 4 ge -

falt. Kupferstichkarten. 21 Bl., 1326 S. Ldr. d. Zt.

(Kapitale eingerissen, be schabt und bestoßen).

(165) 600,-

Darlow-M. 4726: „This reprint of the Sixtine text served as

a copy for many later editions. The editor, Lambert Bos,

was Professor of Greek at the University of Franeker, in

Holland.“ Brunet I, 864: „Édition très-estimée.“ – Vorsatz

leimschattig, gestempelt und mit hs. Besitzvermerk, Vor titel

im Bug leicht gelockert; wenig fleckig. – Mod. Exlibris.

195 BIBLIA GRAECO-LATINA – PSALTERION

prophetou kai basileos tou Dabid (graece). Davidis

regis ac prophetae psalmorum liber. Ad exemplar

Complutense. 1584. 16°. Mit Druckermarke

auf dem Titel. 267 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. auf Holz -

deckeln (Rücken und eine Ecke erneuert, Deckel

stark beschabt, etw. bestoßen). (100) 300,-


54

Nr. 201

STC 26. Degeorge 112. Ruelens-de Backer 262, 5. Voet 671.

Bibelslg. Württ. LB C 132. Sorgeloos 135: „Greek edition of

the 150 Psalms with Latin translation.“ – Titel mit gelöschtem

Besitzvermerk und stärker fleckig. Leicht gebräunt, tls.

etw. fleckig und wasserrandig.

196 BIBLIA HEBRAICA – BIBLIA HEBRAICA ...

NOVUM TESTAMENTUM GRAECUM.

B. Ariae Montani ... studio. 2 Tle. mit zus. 7 Abt.

in 1 Bd. (Genf), P. de La Rovière, (1618)-19. Fol.

Mit 2 wdh. Druckermarken auf den Titeln. 11 Bl.,

183, 283, 84, 203 S., 4 Bl., 271 S., 19, 2 Bl., 70,

167 S. Läd. Pgt. d. Zt. (55) 250,-

Brunet I, 857. Steinschneider 419. Darlow-M. 5117 und

4667. Bibelslg. Württ. LB C 215. – Altes Testament hebräisch,

Apokryphen und Neues Testament griechisch, jeweils

mit lateinischer Interlinearübersetzung. Nachdruck der

1584 bei Plantin in Antwerpen erschienenen Ausgabe, die

ihrerseits auf Bd. VII der sog. „Antwerpener Polyglotte“

(1572 ebenfalls bei Plantin) basiert. – Beide Titel verso ge -

stempelt, leicht gebräunt, gelegentlich etw. fleckig, Kopfsteg

mit kleinem Wasserrand.

197 – SEFER HA-MAGID. Im perusch Raschi welaschon

aschkenas agudat Schemuel. Tl. IV (von

4). Amsterdam, Steen, (1699). 16°. 346 hebr. num.,

2 nn. Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig). 100) 400,-

Steinschneider 703a. Roest 190. – Nicht bei Darlow-Moule.

– Enthält die Bücher Esra und Nehemia, die zwölf kleinen

Propheten und die beiden Chronikbücher; mit dem Raschi-

Kommentar und der altjiddischen Übersetzung von Jakob

Alte Drucke und alte Theologie

ben Isaak Aschkenasi (1550-1628). – Auf Papier in kräftigem

Blau gedruckt; recht selten. – Titel mit Besitzvermerk,

tls. stärker braunfleckig. – Exlibris.

198 – BIBLIA HEBRAICA cum optimis impressis &

manuscriptis collata. Studio H. Opitii. Kiel, Reuther,

1709. 4°. Mit gestoch. Titel. 15 nn., 739 hebr.

num. Bl. Ldr. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt,

monogr. „GCC 1715“ (minimal beschabt). (55)

400,-

Darlow-M. 5142: „The editor, H. Opitz, professor in Kiel,

took extraordinary care in the preparation and editing of

this Bible.“ – Sehr gut erhalten und dekorativ gebunden.

199 – BIBLIA HEBRAICA ex aliquot manuscriptis

... diligenter recensita cura ac studio J. H. Michaelis.

3 Tle. in 1 Bd. Halle, Waisenhaus, 1720. 4°. Mit

gestoch. Titel und gestoch. Titelvign. Läd. Ldr. d.

Zt. (55) 250,-

Ebert 2243: „Erste kritische Ausgabe mit Varianten.“ ADB

XXI, 681: „Die wertvollste Arbeit von Michaelis ... ein kritischer

Apparat, beruhend auf der Vergleichung von 19 ge -

druckten Ausgaben und 5 Erfurtischen Handschriften, im

Ganzen also 24 Zeugen, welche der Verfasser namhaft

macht. Das Variantenverzeichniß ist noch jetzt von Werth.“

– Wenig fleckig.

200 BIBLIA HEBRAICO-LATINA – EPISTOLA

AD EBRAEOS ex Graeco in purum idioma

Ebraeum verbotenus & accurate translatum a F. A.

Christiano ... Accessit autoris vita cum praecipuis

momentis conversionis. Leipzig, Köhler für

Lankischs Erben, 1676. 4°. Mit typographischer

Titelbordüre. 10 Bl., 70 S., 1 Bl. Pgt. d. Zt. mit

schmaler goldgepr. Bordüre, kleinen Eck- und

Mittelstücken auf den Deckeln sowie dreiseit.

Goldschnitt (etw. fleckig, berieben und bestoßen,

Deckel leicht aufgewellt). (55)

300,-

VD 17 1:053120E (Kollation ungenau). Darlow-M. 5137. –

Nicht bei Fürst. – Teils mit hebräisch-lateinischem Pa ralleltext

und längeren Einschüben in deutscher Sprache: auf

S. (43-48) ein Nachwort „Dem Christlichen Leser“ von

J. B. Carpzov und ab S. (49) „Lebens-Lauff Eines bekehrten

Jüden, darinnen seine Ankunfft, bishero geführtes

Leben und Wandel, auch die Ursach seiner Bekehrung enthalten“,

die Vita des Verfassers. – Fliegender Vorsatz mit

umfangreichem Schenkungsvermerk in hebräischer und

lateinischer Sprache. – Etw. gebräunt und fleckig.

201 BIBLIA LATINA – BIBLIA cu(m) concordantijs

Veteris & Novi Testamenti. Lyon, J. Sacon für

A. Koberger in Nürnberg, 1521. Fol. Mit figürlicher

Titelbordüre und Titelholzschnitt, 2 ganzseit.,

2 halbseit. und 136 kleinen Textholzschnitten

von Hans Springinklee, Erhard Schoen u. a.

sowie zahlr. figürlichen Holzschnitt-Initialen,

die meisten Holzschnitte und Initialen in Rötel


teilw. kolor. bzw. teilkolor. 14 nn., CCCXVII

num., 26 nn. Bl. (das erste Bl. weiß). Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen;

die Rollenstempel zeigen Blüten und

Trauben etc. (fleckig, etw. berieben und bestoßen).

(59) 3.000,-

STC 53. Adams B 1001. VD 16 ZV 26610. Baudrier XII,

357. (mit 3 großen Abb.). Muther 1136. Von Gültlingen I,

258, 220. Darlow-M. 6101. Bibelslg. Württ. LB D 294. Mortimer

63 Anm. – Eine der seit 1512 fast jährlich erschienenen

prächtigen Sacon-Bibeln für Koberger, hier erstmals mit

Springinklees zusätzlichem Holzschnitt „Erschaffung der

Eva“ auf Fol. I. Auf Bl. bb6v eine ältere Darstellung der

Schöpfung in 6 Einzelbildern; Bl. CLIr zeigt König Salomo

(halbseit.), ganzseit. die Geburt Christi auf Bl. CCXLIIIIv,

eine der bedeutendsten Arbeiten Springinklees. – Text des

Titels in Rotdruck, ebenso der Kanon vor den Evangelien.

– Vorderes Innengelenk aufgeplatzt, leicht gebräunt, tls. mit

Textanstreichungen in Rötel, vereinzelt etw. fleckig und mit

kleinen Wurmspuren. Vorsätze, Titel und letztes Bl. mit

teilw. gelöschten hs. Besitvermerken und Eintragungen von

verschiedenen Händen des 16. und 17. Jahrhunderts, darunter

eine Notiz über die Schlacht bei Sievershausen am 9. Juli

1553, ein Vermerk des Hildesheimer Vikars Georg Bayer

von 1600, der Besitzvermerk eines Jesuitenkollegs von 1654

etc. – Siehe Abbildung.

One of the magnificent Sacon Bibles for Koberger published

since 1512 almost every year, here for the first time with the

additional woodcut „Erschaffung der Eva“ by Springinklee

on fol. I. – Text of title printed in red, also the canon before

the Gospels. – Upper inner joint bursted, slightly browned,

partly with text underlinings in red chalk, occasionally a

little soiled and with some worming. Endpapers, title and

last leaf with partly erased ms. ownership entries and annotations

by several hands of the 16th and 17th century. –

Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards

with 2 metal clasps, the roll-stamps show blossoms and grapes

etc. (soiled, a little rubbed and scuffed). – See illustration.

202 – BIBLIA Quid in haec editione praestitum sit,

vide in ea quam operi praeposuimus, ad lectorem

epistola. Tle. I-III (von 5) in 1 Bd. Paris,

R. Estienne, 1545. Mit Titelbordüre und Druckermarke

auf dem Titel. 12 nn., 156, 172, 116 num.

Bl. Etw. läd. flex. Pgt. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt

(Buchblock stark verzogen). (100) 200,-

Zweite Oktav-Ausgabe von Estienne. – STC 54. Adams B

1036. Renouard 62, 2. Darlow-M. 6127. Bibelslg. Württ. LB

D 549. Schreiber 83: „Estienne's second 8vo edition of the

Latin Bible (first in 1534), and one of which was felt to challenge

conservatisme more blatantly than any of his previous

editions. Robert here prints the Vulgate in parallel columns

with an alternative translation: the Zürich version. This presentation

of an alternative was considered an attack on the

authority of the Vulgate. Furthermore, the two versions are

flanked by columns of notes which, it was felt, betrayed

Estienne's own religious opinions, even though he claimed

to have drawn them from lectures by the respected François

Vatable. Both text and notes are printed in Estienne's

smallest type. This edition is very rare, and copies are practically

never found in good condition.“ – Zu Beginn schwach

wasserrandig. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

Alte Drucke und alte Theologie 55

203 – BIBLIA SACRA vulgatae editionis. Una cum

nova versione germanica sub directione P. Germani

Cartier. 4 Tle. in 2 Bdn. Konstanz, Bez, 1751.

Fol. (Ohne Tafeln). Leicht beschäd. Ldr. d. Zt. auf

Holzdeckeln mit intakten Schließen. – Slg. Lüthi

80. Darlow-M. 4245 Anm. – Wenig fleckig. (17)

300,-

Fürstenkolorit

204 BIBLIA NEERLANDICA – BIBLIA, dat is de

gantsche H. Schrifture. – De boecken genaemt

Apocryphe. 4 Tle. in 1 Bd. Dordrecht und Amsterdam,

Keur und Doornick, 1682. Gr.-Fol. Mit

altkolor. und goldgehöhten gestoch. Titel (in Pag.),

5 doppelblattgr. altkolor. und goldgehöhten

Kupferstichkarten und 7 doppelblattgr. altkolor.

und goldgehöhten Kupfer tafeln. 20 nn., 302 num.,

2 nn., 134 num., 12 nn., 164 num., 2 nn., 66 num.

Bl. Ldr. d. Zt. auf schweren Holzdeckeln mit

Deckelvg. und spät. Messing-Eckbeschlägen (etw.

berieben und bestoßen, eine Schließe fehlt). (127)

15.000,-

Vgl. Darlow-M. 3337 (seitengleiche Ausg. von 1714). –

Bibeltext der niederländischen Generalstaaten-Version von

1618-19. – Unter den Karten östliches Mittelmeer, Palästina

und eine Weltkarte in zwei Hemisphären. 6 doppelblattgr.

Tafeln mit je 16 Abbildungen aus der Heiligen Schrift, eine

weitere doppelblattgr. Tafel mit einem Plan von Jerusalem

und 12 Randbildern. Alle Karten und Tafeln sowie der

gestochene Titel in kräftigem und leuchtenden Kolorit mit

Goldhöhung. – In Teil II Blätter Nr. 15, 84 und 85 mit Verklebungsspuren

durch ausgebesserte Papierdurchbrüche

(geringer Textverlust). Einzelne Tafeln mit tls. ausgebesserten

Randeinrissen sowie Quetschfalten. Der gestoch. Titel

unten und innen angerändert. Etw. gebräunt und fleckig,

tls. schwach wasserrandig und mit kleinen Randschäden. –

Siehe Abbildung Tafel 11.

Bible text of the Dutch version of 1618-19. – Among the

maps the Eastern Mediterranean, Palestine and a world map

in two hemispheres. 6 double-page plates with 16 illustrations

each from the Bible, another double-page plate with a

plan of Jerusalem and 12 side illustrations. All the maps and

plates as well as the engraved title in strong and brilliant

colouring heightened in gold. – In part II leaves no. 15,

84 and 85 with glue traces due to repaired paper perforations

(minor loss of text). Some plates with partly repaired

tears in margin and vertical creases. Engraved title restored

inside and at lower margin. Somewhat browned and soiled,

here and there with light waterstains and minor marginal

damages. – Contemporary calf over heavy wooden boards,

gilt on sides and later metal corner fittings (some rubbing and

scuffing, one clasp missing). – See illustration on plate 11.

205 – BIBLIA dat is De gantsche Heylige Schriftuure

vervattende alle de boeken des Ouden en Nieuwen

Testaments, naar het exemplaar van Nicolaas

Biestkens. Amsterdam, van der Sys, 1721. Fol. Mit

4 altkolor. doppelblattgr. und gefalt. Kupferstichkarten

und altkolor. doppelblattgr. und gefalt.


56

Nr. 207

Kupfertafel. 21 nn., 448 num., 2 nn., 146 (recte

144) num. Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. mit 2 Metallschließen

sowie 4 Eckbeschlägen und 3 Metall -

buckeln auf jedem Deckel (Kapitale läd., Rückenbezug

mehrf. eingerissen bzw. aufgeplatzt, etw.

berieben und bestoßen). (66) 2.000,-

WorldCat OCLC: 66928786. – Mit einer Weltkarte (lose),

Karten vom Mittelmeerraum, Kleinasien und Palästina; die

Tafel zeigt u. a. einen Plan und 2 Ansichten aus Jerusalem,

ferner Gerätschaften für den Gottesdienst. – Titel mit

Quetschfalten, die folgenden 3 Blätter lose, Blatt 23 am

Anfang angerändert. Karten und Tafel in den Falzen teilw.

etw. eingerissen. Etw. gebräunt und fleckig, teilw. wasserrandig

und mit Randschäden. – Womöglich fehlen weitere

Karten und Tafeln. – Ohne Rückgaberecht. – Siehe Abbildung

Tafel 11.

With a world map (loose), maps of the Mediterranean

region, Asia Minor and Palestine, the plate shows a. o. a plan

and 2 views of Jerusalem, furthermore equipment for the

church service. – Title with vertical creases, the following

3 leaves loose, leaf 23 restored at the beginning. Maps and

plate partly a little torn at folds. Some browning and soiling,

here and there with waterstains and marginal damages. –

Lacks probably more maps and plates. – Not subject to

return. – Contemporary blind-pressed calf with 2 metal

clasps, 4 metal corner fittings and 3 brass bosses on each

board (turn-ins damaged, spine cover material with multiple

tears or bursted, some rubbing and scuffing). – See illustration

on plate 11.

Alte Drucke und alte Theologie

206 BIBLIA POLYGLOTTA – BIBLIA SACRA

quadrilinguia Novi Testamenti Graeci. Cum versionibus

Syriaca, Graeca vulgari, Latina et Germanica.

Adiectis variantibus lectionibus ... accurante

Ch. Reineccio. Leipzig, Lanckisch, 1713.

Fol. Mit gestoch. Titel und 2 ge stoch. Kopfvign.

11 Bl., 968 (recte 966) S. Ldr. um 1880, sign.

„B. Aug. Schulze, Leisnig“ (berieben, bestoßen,

Kopf und Schwanz eingerissen). (55) 300,-

Erste Ausgabe. – Herzog-H. XV, 534. Darlow-M. 1451 und

8970. – Das griechische Neue Testament mit Versionen in

Syrisch, Neugriechisch, Lateinisch und Deutsch im Pa ralleldruck,

mit sachlichen Anmerkungen und einigen textkritischen

Bemerkungen, bearbeitet von Christian Reineccius

(1668-1752), Dozent in Leipzig und später Gymnasial -

direktor in Weißenfels und lebenslang mit Bibelstudien

befaßt. Die erst 1750/51 mit der Polyglottausgabe des

Alten Testaments abgeschlossene Edition – „important

eighteenth-century Bible“ (Darlow-M.) – ist allgemein als

„Leipziger Polyglotte“ bekannt. – Gestoch. Titel gelockert,

durchgehend gleichmäßig gebräunt.

207 BIBLIA SYRIACA – LIBER SACROSANCTI

EVANGELII de Iesu Christo Domino & Deo

nostro. Wien, M. Zimmermann, 1562. 4°. Mit

Druckermarke auf dem Titel verso, Holzschnittvign.

am Schluß und 16 nahezu ganzseit. Textholzschnitten,

vereinzelt gedruckt in Rot und

Schwarz. 27 nn., 129 num., 3 nn., 38 num., 2 nn.,

LXXX num., 2 nn., 11 num., 28 nn. Bl. Pgt. des

17. Jhdts. (fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder

fehlen). (55) 12.000,-

Titelauflage der Erstausgabe von 1555, sehr viel seltener als

diese. – STC 113. Adams B 1800. Darlow-M. 8948. Denis,

Bibl. Garelli, 164 Anm. Mayer I, 70. – Vgl. VD 16 B 4584

(nur der Erstdruck von 1555). – „Michael Zimmermann

wurde insofern zu einem Bahnbrecher des Fremdsprachensatzes

in Österreich, als er neben guten griechischen und

hebräischen Typen 1554 zum ersten Mal im gesamten deutschen

Sprachgebiet mit arabischen Lettern setzte ... 1555

kamen syrische Typen hinzu, wie sie dem Gebrauch der

maronitischen, d. h. mit Rom unierten Christen entsprachen.

Die Formen schnitt ihm der befreundete Kaspar Kraft

aus Elwangen; die beiden sind daher auch als Pioniere der

Schriftgießerei in Österreich anzusehen. Zimmermanns

Hauptwerk, das syrische 'Liber Sacrosancti Evangelii'

(1555, eine gleichartige Ausführung mit einem unterschiedlichen

Titelblatt von 1562), wurde von Johann Albrecht

Widmanstadt herausgegeben, einem Reuchlin-Schüler, der

sich dem Studium der orientalischen Sprachen gewidmet

hatte, später zum Kanzler der niederösterreichischen Lande

ernannt worden war, in Wien 1554 die Reform der Universität

durchführte, nach dem Tod seiner Gattin aber in den

geistlichen Stand trat und wenige Jahre später starb (1558).

Der nachmalige Kaiser Ferdinand I. persönlich finanzierte

den Druck dieses Buches. Es ist das erste derartige Werk in

der gesamten orientalischen Literatur Europas“ (Durstmüller

I, 49). – Mit einigen schönen allegorischen Holzschnitten.

– Fliegende Vorsätze und letztes Bl. verso gestempelt.

Vereinzelt mit hs. Eintragungen. Leicht gebräunt,

wenig fleckig. – Nur 1 Exemplar im Jahrbuch. – Siehe

Abbildung.


Re-issue of the first edition of 1555, much rarer than the

latter. – Fly-leaves and last leaf verso stamped. Occasionally

with ms. annotations. Slightly browned, hardly soiled. –

Only 1 copy in „Jahrbuch“. – Vellum of the 17th century

(soiled, rubbed and scuffed, clasp ribbons missing). – See

illustration.

208 – NOVUM TESTAMENTUM SYRIACUM,

cum versione Latina, cura & studio Johannis

Leusden et Caroli Schaaf. – SCHAAF, C., Lexicon

Syriacum concordantiale, Syriaco & Latino.

2 in 1 Bd. Leiden, Luchtmans und Muller, 1708.

4°. Mit wdh. gestoch. Titelvign. 5 Bl., 749 S., 5 Bl.,

644 S., 64 Bl. Hpgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben

und bestoßen, neu aufgebunden). (55) 400,-

Erste Ausgabe dieser Bearbeitung mit syrisch-lateinischem

Paralleltext und dem „Lexicon Syriacum“ im zweiten Teil.

– Ebert 22698 Anm. Brunet V, 745 Anm. Graesse VI/2, 104

Anm. Vater 387 (nur die Ausg. von 1717). Darlow-M. 8969:

„A critical edition of the N. T., undertaken by J. Leusden,

of Utrecht, and C. Schaaf, of Leyden. This edition has disagreed

about the system of pointing to be adopted. The

Latin version is C. Schaaf's revision of Tremellius' trans -

lation. This is said to be the first book printed from stereotype.“

– Etw. gebräunt, wenig fleckig.

209 BIBLIA – BIBELKONKORDANZ – (CON-

RADUS VON HALBERSTADT D. J.), Concordantiae

maiores, cum declinabilium utriusque

instrumenti, tum indeclinabilium dictionum.

2 Tle. in 1 Bd. Basel, J. Froben, 1523. Fol. Mit

wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende.

352, 92 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

mit Rsch., Rvg. und 2 Metallschließen (etw. be -

schabt und be stoßen, mit kleinen Wurmlöchern).

(100) 300,-

STC 122. Adams B 1958. VD 16 C 4901. – Vgl. ADB XVI,

641. – Die Bedeutung der Conradschen Bibelkonkordanz

liegt darin, daß er sie um die Aufnahme der Partikeln bereicherte.

– Blätter T2-3 mit Tintenfleck. Die letzten 2 Lagen

in den Rändern etw. ausgebessert oder hinterlegt (tls. mit

geringem Buchstabenverlust). Leicht gebräunt, tls. etw.

fleckig und wasserrandig. Titel und folgendes Bl. mit Besitzvermerken

des Klosters St. Urban, ehemaliger Zisterzienserabtei

in Pfaffnau/Kanton Luzern.

210 – – LANCKISCH, F., Concordantiae bibliorum

Hebraico & Graeco-Germanicae. Leipzig und

Frankfurt, Lanckisch, 1680. 4°. 8 Bl., 414 S., 1 Bl.,

768 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (Vorder -

gelenk oben eingerissen). (55) 300,-

ADB XVII, 696. – Zweite Ausgabe der erschöpfenden Konkordanz,

erstmals 1677 erschienen. – Ganz unbedeutend

fleckig.

211 – – – Concordantiae bibliorum Germanico-Hebraico-Graecae.

4. verm. und verb. Aufl. Leipzig

und Frankfurt, Richter für Lanckisch, 1705. Gr.-

Fol. Mit gestoch. Titel und 2 gestoch Portrs. 911

Alte Drucke und alte Theologie 57

Bl. Ldr. d. Zt. (mit Einrissen, Fehlstellen und

Wurmlöchern, stark beschabt und bestoßen).

(100) 120,-

Jöcher VII, 1144. ADB XVII, 696. – „Die beste und

gebräuchlichste (Konkordanz) ist die von Fr. Lanckisch“

(Herzog-H. III, 60). – Vorsätze und letztes Bl. lose, stellenweise

wasserrandig, stärker gebräunt, etw. fleckig.

212 – – MANDELKERN, S., Veteris Testamenti concordantiae

Hebraicae atque Chaldaicae. Leipzig

1896. 4°. XIV S., 1 Bl., 1532 S. Läd. Ldr. d. Zt. (55)

150,-

213 – – REPERTORIUM Biblicum, seu concordantiae.

2 in 3 Bdn. Augsburg und Graz, Veith und

Wolff, 1751. Fol. Mit gestoch. Frontisp. von J. G.

Haid und G. W. Baumgartner. Stark läd. Ldr. d.

Zt. mit Rsch. und Rvg. (100) 150,-

Erste Ausgabe. – Wetzer-W. XII, 1386. – Berühmte Bibelkonkordanz,

gefertigt im Kloster Wessobrunn. – Stark fleckig.

214 BIBLIOTHEK DER KIRCHENVÄTER. Eine

Auswahl patristischer Werke in deutscher Übersetzung.

Hrsg. von O. Bardenhewer, Th. Schermann

u. a. 83 in 82 Bdn. (alles Erschienene).

Kempten und München, Kösel, 1911-38. OHpgt.

(leichte Gebrauchsspuren). (6) 800,-

MNE, Nachtr. 1995, 27. – Die beiden kompletten Reihen

der wichtigen Ausgabe der Kirchenvätertexte mit dem

Registerband zur ersten Reihe. Die zweite Reihe wurde

nach dem zwanzigsten Band abgebrochen. – Gut erhalten

und dekorativ gebunden.

215 BILDERBIBELN – „BIBLISCHE KUPFER-

SAMMLUNG“ (Rückentitel). Album mit ca. 200

mont. Kupferstichen (und einigen Bl. in anderen

Techniken) zur Illustration der Bibel, gesammelt

1830-49. Fol. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen).

(100) 200,-

Enthält Kupferstiche des 17.-19. Jahrhunderts, meist aus

größeren Folgen und barocken Bilderbibeln. Am Anfang

der gestochene Titel der „Picturae chalcographicae“ von

Philipp Andreas Kilian. Aus den beiden Teilen dieses Werks

stammen auch zahlreiche Einzelblätter. Ferner bemerkenswert

der lithographierte Broschurtitel zu Mendelssohn

Bartholdys Oratorium Elias (1847). – Dem Alten und

Neuen Testament je ein handschriftlicher Titel mit Namen

des Eigners, eines Jakob Ludwig Linder, und Datierung

vorangesetzt. – Auf festem Trägerpapier, einzelne Graphiken

fehlen (Ausrißspuren), leichte Gebrauchsspuren.

216 – GIRARD, A., Les peintures sacrees sur la bible.

Seconde ed. Paris, Sommaville, 1656. Fol. Mit

gestoch. Titel und 68 gestoch. Kopfvign. 21 Bl.,

592 S. Ldr. d. Zt. mit Rvg. (stark beschabt und

bestoßen, Rücken defekt). (10) 300,-


58

Nr. 219

Vgl. Cioranescu 33076 (EA). – Schöne Kupferillustrationen

zur Bibel von der Erschaffung Adams bis zum Weltgericht.

Unter jeder Illustration eine kurze Erklärung der dargestellten

Bibelszenen sowie mehrseitige Beschreibungen. –

Drucktitel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, wenig

fleckig und an den Rändern tls. leicht wurmstichig.

217 – MEYER, C., Des Newen Testaments Unsers

Herren Jesu Christi Fornembste Historien und

Offenbarungen. – Über Unsers Herrn Jesu Christi

Leiden, Tod, und Aufferstehung. Geschichtmässige

Figuren. – Fier und Zwentzig Lehren Unsers

Herren Jesu Christi, Zu Erbauung. 3 Tle. in 1 Bd.

Zürich, Selbstvlg., o. J. (um 1636-66). Qu.-4°. Mit

3 gestoch. Titeln und 66 (mit 68 Abb.), 33 und 21

(= zus. 120) Kupfertafeln von Conrad Meyer. Pp.

d. Zt. (stark beschabt und bestoßen, Bezug teilw.

abgeplatzt). (100) 1.200,-

Wohl einzige Ausgabe. – Brun II, 382 (nur II: „Christi Leiden“,

dat. 1646). – Vgl. Koegler, „Der Malerradierer Conad

Meyer in Zürich“, in: „Die Garbe“, Bd. V, Hefte 9 und 10,

Basel 1922, S. 265-270 und 297-304. – Sehr seltene Stichfolge,

als Vorbild diente wohl die Meriansche Kupferbibel.

Der Druck zog sich über Jahrzehnte hin, spätere Nachdrucke

sind nicht bekannt. Wenige Tafeln dat.: 1636, 1646,

1656, 1662 und 1666. – Conrad Meyer (1618-1689) war

Maler, aber auch als Stecher in Matthäus Merians Werkstatt

tätig. – Erster Titel oben innen eingerissen. Leicht gebräunt,

vor allem in den breiten weißen Rändern etw. fleckig. –

Siehe Abbildung Seite 45.

Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 221

Presumedly sole edition. – Very rare series of engravings,

probably made after the example of the Merian copperplate

Bible. – First title torn at inner top margin. Slightly

browned, a little soiled mainly at wide blank margins. –

Contemporary cardboard (heavily scratched and scuffed,

cover material partly bursted). – See illustration on page 45.

218 – PRECEPTIVE ILLUSTRATIONS of the

Bible; a series of fifty-two coloured prints, designed

to aid scriptural instruction in schools, and as

a help to home education. London, Varty und

Cox, o. J. (um 1850). Fol. Mit 52 getönten und beikolor.

lithogr. Tafeln von S. D. Bendixen. 1 Bl.

Restaurierte Lwd. d. Zt. (100) 120,-

Zum Künstler: Thieme-B. III, 302. – Darstellungen zum

Alten und Neuen Testament. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

219 – (SAURIN, J.), Figures de la Bible. (Den Haag),

P. de Hondt, 1728. Fol. Mit 2 gestoch. Titeln und

211 (statt 212; 29 doppelblattgr.) Kupfertafeln

nach G. Hoet u. a. Ldr. d. Zt. mit Rsch. Rvg.,

reicher Deckelvg. und dreiseit. Goldschnitt

(Schwanz etw. läd., Vordergelenk unten eingerissen,

etw. beschabt und bestoßen). (94) 1.000,-

Sander 1807. Cohen-R. 940 f. Lewine 498. – Tafelsammlung

zum monumentalen Bibelkommentar von Saurin. Hauptentwerfer

der Kompositionen war G. Hoet. Unter den

Stechern finden wir die besten holländischen Künstler der


Zeit: Bleisweik, J. van Vianen, Folkema etc. – Die Bild unterschriften

sind in sechs Sprachen abgefaßt: Hebräisch, Englisch,

Deutsch, Lateinisch, Französisch und Niederländisch.

– Eine der Tafeln im Bug aufgeplatzt. Einige Tafeln mit

teilw. hinterlegten kleinen Randeinrissen. Leicht gebräunt,

tls. etw. fleckig. Die Kupfer in guten und kräftigen Ab -

drucken. – Siehe Abbildung.

Plate collection to the monumental Bible commentary by

Saurin. – One of the plates bursted at joint. Some plates with

partly small backed tears in margin. Slightly browned, here

and there a little soiled. Copperplates in good and strong

impressions. – Contemporary calf with spine label, gilt back,

richly gilt on sides and three-sided gilt edge (bottom turn-in

a little damaged, front joint torn at bottom, some scratching

and scuffing). – See illustration.

220 – SCHÖNBERG, M. VON, Kurzgefaßte sämtliche

biblische Geschichten zum gemeinnützlichern

Gebrauche. München 1784. Mit gestoch. Frontisp.

und 48 Kupfertafeln von Johann Michael Söckler.

8 Bl., 288 S., 3 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg.

(Kapital und Rsch. etw. beschäd., wenig berieb.

und bestoßen). (100) 120,-

Seitengleicher Nachdruck der Erstausgabe von 1780. – Vgl.

Baader I/2, 216, 25. De Backer-S. VII, 845, 24. – Vermutlich

bei M. Hagen in Landshut gedruckt. – Mit einzelnen

kleineren Randschäden. Gering gebräunt, etw. fleckig.

221 – WEIGEL, CH., Historiae celebriores Veteris

(et Novi) Testamenti iconibus repraesentatae. 2 in

1 Bd. Nürnberg, Endter, o. J. (um 1785). Fol. 2 ge -

stoch. Titel und 259 Kupfertafeln von Jan und

Caspar Luyken, F. A. Meloni und P. Decker. Ldr.

d. Zt. (bestoßen und stark beschabt). (138) 1.500,-

Bauer 4.4.9. – Vgl. FdF 1843. Jantz 933a. De Backer-S. IV,

78, 3. – Vierte und letzte Ausgabe der prachtvollen Bilderbibel,

die überarbeiteten Kupfer in kräftigen Abdrucken. –

Unter jedem Kupfer vierzeilige lateinische und deutsche

Verse; die lateinischen entstammen der Feder von Paul Hansiz,

einem Wiener Jesuiten, die deutsche Nachdichtung

besorgte Samuel Faber. – Fliegender Vorsatz mit großem

hinterlegten Abriß, Titel tls. angerändert und mit Besitzvermerk

in Tinte, mit zahlr. hinterlegten Randläsuren, fleckig. –

Siehe Abbildung.

222 BOETHIUS, (A. M. S.), De consolatione philosophie

liber cu(m) optimo commento beati

Thome. Deventer, J. de Breda, 1506. 4°. Mit teilkolor.

schwarzgrundigem Titelholzschnitt. 157 Bl.

Mod. Ldr. im Stil d. Zt. auf Holzdeckeln. (100)

600,-

Adams B 2285. IA 121.032 (beide Kollationen ungenau). –

Den „Trost der Philosophie“ verfaßte Boethius im Gefängnis

von Pavia, wo er sein Todesurteil erwartete. Das Werk

war in der Inkunabelzeit eines der erfolgreichsten, es erlebte

damals schon 73 bekannte Ausgaben und Übersetzungen,

tls. kommentiert oder mit Zugaben versehen. – Titel und

wenige Seiten rubriziert. – Titel mit Besitzvermerk und

unten angerändert, einzelne Bl. etw. restauriert. Leicht

gebräunt, tls. etw. fleckig und mit hs. Marginalien. Alter fliegender

Vorsatz mit hs. Eintragungen und Federproben. –

Siehe Abbildung.

Alte Drucke und alte Theologie 59

Nr. 222

223 – De consolacion. Traduzido y comentado por el

Padre Fray Augustin Lopez. Valladolid, J. de

Bostillo, 1604. Fol. Mit Holzschnittwappen auf

dem Titel. 14 Bl., 362 S., 16 Bl. Mod. rehbraunes

Maroquin mit Rtit., Blindpr. im Stil d. Zt. auf den

Deckeln, reicher Innenkantenvg. und dreiseit.

Goldschnitt, sign.: „A. Palomino Olalla“. (127)

4.000,-

Erste Ausgabe dieser spanischen Übersetzung. – Goldsmith

B 261. Palau 31224. – Den „Trost der Philosophie“ verfaßte

Boethius im Gefängnis von Pavia, wo er sein Todesurteil

erwartete. Das Werk war in der Inkunabelzeit eines der

erfolgreichsten, es erlebte damals schon 73 bekannte Ausgaben

und Übersetzungen, tls. kommentiert oder mit Zugaben

versehen. – Etw. unterschiedlich gebräunt und fleckig.

– Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung.

First edition of this Spanish translation. – Some variable

browning and soiling. Decorative binding. – Modern brown

morocco with spine title, blind tooling on boards in the style

of the epoch, richly gilt interior edges and three-sided gilt

edge, signed: „A. Palomino Olalla“. – See illustration.

224 BRUNNER, J., Professio catholica. Ingolstadt,

W. Eder, 1582. 4°. Mit Druckermarke auf dem

Titel. 1 Bl., 57 S. Stärker beschäd. Kalbldr. d. Zt.

(26) 600,-

Einzige Ausgabe. – Adams B 2933. IA 125.863. VD 16 B

8627. Schottenloher 45165. Stalla 870. – Nicht im STC. –

Von dem Verfasser ist nur noch eine weitere selbständige

Schrift bekannt. – Johannes Brunner, geb. in Hemberg/


60

Nr. 223

Schweiz, gest. nach 1587, war ein reformierter Theologe

und Konvertit. 1573 wechselte er zum katholischen Glauben

und wurde Professor für Aristotelische Ethik an der

Universität in Ingolstadt, 1578 ging er an die Universität

in Freiburg/Breisgau, wo er Griechisch und Hebräisch

unterrichtete (vgl. BBKL XXI, 155-158). – In vorliegender

Schrift begründet er seine Konversion. – Etw. gebräunt,

wenig fleckig.

VORGEB.: GRETSER, J., Responsum ad theses Aegidii

Hunnii de colloquio cum pontificiis ineundo, in quo non

pauca de proxima disputatione Ratisbonensi, deque controversiarum

norma & iudice. Ingolstadt, A. Sartorius,

1602. Mit Titelvign. 12 Bl., 262 S. – Erste Ausgabe. – De

Backer-S. III, 1766, 74. Stalla 8. Dünnhaupt 48.1: „Polemik

gegen Aegidius Hunnius.“ – Leicht gebräunt, wenig fleckig,

vereinzelt mit kleiner Wurmspur.

TANNER, A., Apologeticus. Adversus calumnias, mendacia,

caeteraque errata, quibus Aegidius Hunnius suum examen

praefationis, colloquio Ratisbonensi Monachij recuso

praefixae, exornare voluit. München, Heinrich, 1603. Mit

Titelvign. 9 Bl., 204 S. – Erste Ausgabe. – De Backer-S. VII,

1844, 10. – Eine weitere Polemik gegen Aegidius Hunnius,

ebenfalls von einem Jesuiten. – Hunnius, der Begründer der

lutherischen Orthodoxie in Wittenberg, hatte an den

Regensburger Religionsgesprächen teilgenommen, wo er

sich mit den beiden Jesuiten Gretser und Tanner auseinandergesetzt

hatte.

Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Vorderer Innendeckel mit

gestoch. Wappenexlibris des Juristen und Historikers

Johann Peter Ludewig (1668-1743), Titel verso mit seinem

e. Besitzvermerk, datiert 1711. – Siehe Abbildung.

Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 224

225 (BURLEY, W.), Vita philosophoru(m) et poe -

tarum cu(m) auctoritatibus et sententiis aureis

eorundem annexis. O. O., Dr. und J. (Paris,

J. Petit, um 1510). 4°. Mit Verlegermarke auf dem

Titel. 60 nn. Bl. Mod. dunkelgrünes Maroquin mit

intarsiertem roten Löwen und fahlgelbem Autorennamen

auf den Deckeln. (31) 350,-

Moreau (1510) 44 [nur 4 Ex. in Paris, Lyon und St. Gallen

(2)]. Copinger 1391. Pellechet 3093. GKW V, Sp. 688:

„Nach der Verlegermarke (Haebler V) etwa 1510 gedruckt.“

– Dieser Druck nicht im Index Aureliensis. – Seinerzeit oft

aufgelegt. – Titel mit Besitzvermerken (und teilw. etw. Tintenfraß).

Die ersten 2 Bl. unten angerändert (Bl. 2 mit geringem

Textverlust). Etw. gebräunt und fleckig, oben knapp

beschnitten.

226 CAESAR, C. J., Commentarii tradotti di Latino

in volgare lingua: per Agostino Ortica de la Porta.

O. O. u. J. (Toscolano), A. dei Paganini, (um 1527-

33). Mit doppelblattgr. Holzschnittkarte und

5 ganzseit. Textholzschnitten. 8 nn., 262 num.,

1 nn. Bl. Hldr. des 19. Jhdts. mit Rsch. (Rücken

beschabt, etw. berieben und bestoßen). (111)

500,-

STC 135 (dat. ca. 1525). IA 128.674 (dat. ca. 1525). Lechi

106. Sander 1505 (dat. ca. 1516). EDIT 16 CNCE 8159.

Karte von Spanien mit Portugal; die Holzschnitte zeigen

Befestigungsanlagen. – Gedruckt mit einer italienischen

Type, die Paganini als erster in Italien benutzte (vgl. Cat.

PMM II, 62). – Titel mit kleinem Exlibris. Gering gebräunt,

tls. etw. stockfl. und schwach wasserrandig.


227 CALVIN, J., Epistolae et responsa. Quibus

interiectae sunt insignium in ecclesia dei virorum

aliquot etiam epistolae. Editio secunda. J. Calvini

vita a Theodoro Beza accurate descripta. Genf,

P. de Saint-André, 1576. Fol. Mit Druckermarke

auf dem Titel. 20 Bl., 428 (recte 424) S., 6 Bl. –

VORGEB.: DERS., Institutio Christianae religionis.

Genf, J. Le Preux, 1592. Mit Druckermarke

auf dem Titel. 54 nn., 312 num. Bl. Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (fleckig, etw.

berieben und bestoßen, Bezug an den Ecken etw.

aufgeplatzt, Schließen fehlen, eine davon liegt lose

bei). (144) 500,-

I. Adams C 388. IA 130.144. Moeckli 86. – Diese Ausgabe

nicht im STC. – War erstmals 1575 erschienen. – II. STC,

Suppl., 20. Adams C 367. IA 130.245. Moeckli 132. – Späte

Ausgabe. – Titel mit Quetschfalte, Besitzvermerk und verso

Exlibris. – Vorsätze mit hs. Eintragungen, stärker fleckig

und mit aufgezogenem gestoch. Porträt Calvins. Etw. ge -

bräunt, wenig fleckig. – Insgesamt gutes Exemplar.

228 CANISIUS, P., De Maria virgine incomparabili,

et Dei genitrice sacrosancta, libri quinque. Ingolstadt,

D. Sartorius, 1577. Fol. Mit Titelbordüre

und 13 (12 ganzseit.) Textholzschnitten. 18 Bl., 780

S., 17 Bl. Hpgt. d. 19. Jhdts. (leicht berieben und

bestoßen). (100) 1.000,-

Erste Ausgabe. – STC 684. Adams C 521. IA 131.154. VD

16 C 710. Stalla 1344. De Backer-S. VII, 169. – Mariologisches

Großwerk, verfaßt zur Widerlegung der protestantischen

Magdeburger Centurien. – Die großen Holzschnitte

im Stil von Matthias Gerung. – Gelockert, Name auf Titel

gelöscht, vereinzelt mit kleinen Einrissen und wasserrandig,

leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

First edition. – Major work on the Virgin Mary written in

order to contest the Protestant „Magdeburg Centuries“. –

The large woodcuts in the style of Matthias Gerung. –

Loosened, name on title erased, occasionally with small tears

and waterstains, slightly browned and soiled. – Half vellum

of the 19th century (slightly rubbed and scuffed). – See illustration.

229 CARION – PEUCER, C., Der Dritte Teil der

Chronica Carionis, Von Keiser Carl dem grossen

an, da es der Herr Philippus Melanthon wenden

lassen, bis auff Fridrichen den andern. Verdeutscht

durch Eusebium Menium M. Wittenberg, G. Rhaus

Erben, 1564. 4°. Mit kleinem schwarzgrundigen

Holzschnittportr. auf dem Titel und großer Holzschnitt-Initiale

am Textbeginn. 14 nn., 348 num.

Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

(fleckig, berieben und bestoßen, Schließen fehlen).

(144) 200,-

Erste deutsche Ausgabe des dritten Teiles der Carionschen

Chronik. – VD 16 P 1966. – Die Carionsche Chronik war

erstmals in lateinischer Sprache 1532 erschienen, es folgte

ein zweiter von Melanchthon verfaßter Band, an den sich

der dritte Band, der von Melanchthons Schwiegersohn

Caspar Peucer bearbeitet wurde, anschließt. – Vorsatz und

Titel (verso mit Exlibris) mit hs. Besitzvermerken und

Notizen. Die ersten Lagen gelockert. Etw. gebräunt, teilw.

fleckig und schwach wasserrandig.

Alte Drucke und alte Theologie 61

Nr. 228

230 CASAUBON, I., Epistolae, insertis ad easdem

responsionibus. (3. Ausg.). 4 Tle. in 1 Bd. Rotterdam,

Fritsch und Böhm, 1709. Fol. Mit 2 gestoch.

Portrs. und gestoch. Textvign. Hldr. d. Zt.

(Rücken lichtrandig, stärker beschabt und bestoßen).

(100) 300,-

Graesse II, 61. Ebert 3629. – Der Theologe und Altphilologe

Isaac Casaubon (1559-1614) kommentierte eine Reihe

griechischer Klassiker und das Neue Testament. – Mit dem

Fragment „De libertate ecclesiastica“, dessen Druck Heinrich

IV. verhinderte. – Die Porträts zeigen Isaac und Méric

Casaubon. – Unbeschnitten, Vorsatz mit hs. Vermerken,

etw. gebräunt und fleckig.

231 CATECHISMUS, ex decreto Concilii Tridentini.

Ingolstadt, D. Sartorius, 1577. 4°. Mit Druckermarke

auf dem Titel. 4 Bl., 550 S., 11 Bl. Beschäd.

blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

(Vorderdeckel lose, Schließen fehlen). (100) 350,-

STC 868. VD 16 K 2057. Stalla 1346. – Der 1566 in Rom

gedruckte „Catechismus Romanus“ war das erste im Auftrag

des Trienter Konzils (1545-63) herausgegebene Werk.

Er bildet zusammen mit dem „Breviarium Romanum“

(1568) und dem „Missale Romanum“ (1570) die Essenz der

Beschlüsse des Konzils, das den Erneuerungsprozeß der

katholischen Kirche im 16. Jhdt. einleitete. Zur schnellen

Verbreitung der Regeln wurde das Werk mehrfach übersetzt

und überall in Europa verbreitet. Die erste in Deutschland

gedruckte Ausgabe datiert 1567, vorliegt die fünfte. – Vorsätze

mit umfangreichen hs. Eintragungen und Stempeln.

Titel mit gelöschtem Besitzvermerk sowie Stempel verso.

Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und mit umfangreichen hs.

Marginalien.


62

Nr. 233

232 CICERO, M. T., Pro M. Caelio oratio. Paris,

J. Roigny, 1544. 4°. 46 Bl. Pgt. d. 19. Jhdts. (100)

200,-

IA 138.332. – Nicht im STC und bei Adams. – Mit den

Kommentaren von J. Tislin, B. Latomus und Ph. Melanch -

thon. – Unten wasserfleckig.

233 COGLER (KÖGELER), J., Imagines elegantissimae

quae multum lucis ad intelligendos doctrinae

Christianae locos adferre possunt, collectae,

partim ex praelectionibus Domini Philippi Me -

lanchtonis, partim ex scriptis patrum. Cum praefatione

D. Georgij Maioris. Wittenberg, J. Krafft,

1558. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und am

Ende sowie 24 Textholzschnitten. 55 Bl. Mod.

Lwd. (100) 800,-

STC 215. IA 142.562. VD 16 K 1694. Kuczynski 3053. –

Vgl. Jöcher I, 1997. – Hübsch illustriertes Büchlein mit Szenen

zum Alten und Neuen Testament, zum Katechismus

etc.; die Holzschnitte werden teilw. Brosamer zugeschrieben.

– Johannes Cogler war Pastor primarius und Super -

intendent zu Stettin. – Titel im Innensteg und unten hinterlegt

(geringer Buchstabenverlust). Leicht gebräunt, tls. etw.

fleckig. – Siehe Abbildung.

Alte Drucke und alte Theologie

234 (CORPUS JURIS CANONICI). Decretum

Gratiani. – Decretales Gregorii Papae IX. 2 Bde.

Venedig, Giuntas Erben, 1605. 4°. Mit gestoch.

kolor. Titel, 3 gleichen Druckermarken und

2 ganzseit. Textholzschnitten. 44 Bl., 1020 S.;

32 Bl., 1388 (recte 1378) S., 1 Bl., 48, 48 (statt 53)

S. Pgt. d. Zt. mit Rvg. und Rsch. (gering fleckig).

(100) 400,-

Seltene Ausgabe des Corpus juris canonici. – Nicht im STC.

– Die ganzseit. Textholzschnitte zeigen den Arbor consanguinitatis

und den Arbor affinitatis; der gestoch. Titel mit

dem thronenden Papst, umgeben von Beratern und eingefaßt

von den vier Evangelisten, den Kirchenvätern Ambrosius,

Augustinus, Gregor und Hieronymus und einigen

namhaften Kirchenrechtsgelehrten. – Im selben Jahr er -

schien noch ein weiterer Teil mit dem „Liber sextus decretalium

Bonifacii VIII.“ und den „Clementinae constitutiones“.

– Titel mit gelöschten Besitzvermerken; gebräunt,

fleckig, mit einigen Marginalien von alter Hand in Tinte. –

Es fehlen die letzten 5 Seiten der „Margarita decretalium“.

235 CRESCENTIIS, P. DE, Opera di agricoltura.

Novame(n)te con grandissima fatica alla sua

pristina forma restituita: e con diligenza stampata.

Venedig, B. Vercellensis, 1536. Mit Titelbordüre

und ganzseit. Textholzschnitt. 391 Bl. Pgt. d.

18. Jhdts. (etw. fleckig). (63) 1.200,-

STC 203. Adams C 2931. IA 146.769. Ceresoli 184. Sander

2240: „Page du titre, encadrement orné à la grotesque; dans

le haut, le chat des Sessa. Bois de page, portrait de l'auteur

assis in cathedra.“ – Diese Ausgabe nicht bei Simon und

Souhart. – Über de Crescentiis und seine Ausgaben siehe

die ausführlichen Erläuterungen bei Lindner, Das Jagdbuch

des Peter de Crescentiis. – „Stärker als durch Albertus Magnus

wurde das Gesicht des jagdlichen Schrifttums durch den

in Bologna beheimateten Italiener Petrus de Crescentiis

(ca. 1233 bis ca. 1320) geprägt, der mit seinem um 1305 in

lateinischer Sprache geschriebenen 'Opus ruralium commodorum'

einen Buchtyp schuf, der unter der Bezeichnung

'Hausväterliteratur' von der Mitte des 16. bis weit ins

18. Jahrhundert hinein dem haus- und landwirtschaftlichen

Schrifttum der europäischen Völker das Gepräge gab. Ihre

Vertreter versuchten enzyklopädisch das vorzugsweise für

einen Landedelmann notwendige Wissen in einem Sammelwerk

zu erfassen und bezogen in dieses auch Jagd und

Fischerei, vor allem das dem niederen Adel verbliebene

kleine Waidwerk, die Beize und den Vogelfang ein. Während

Petrus de Crescentiis in den der Landwirtschaft gewidmeten

Teilen seines Werkes stark von antiken Quellen

abhängig ist, verfaßte er das zehnte, der Jagd gewidmete

Buch ohne Benutzung fremder Vorlagen“ (Lindner,

Anfänge der deutschen Jagdliteratur, 47). – Es fehlt das

weiße Bl. BBB8. – „Bologna“ auf dem Titel durchgestrichen;

Textblätter mit hs. Zählung in verblaßter Tinte von

älterer Hand. Tls. stärker gebräunt, etw. fleckig, einige Bl.

mit minimalen Wurmspuren.

Lacks blank leaf BBB8. – „Bologna“ on title cancelled; text

leaves with ms. numbering in faded ink by older hand.

Partly stronger browned, a little soiled, some leaves with

minor worming. – Vellum of the 18th century (some soiling).


236 CRUSIUS, M., Germano-Graeciae libri sex:

In quorum prioribus tribus, orationes: in reliquis

carmina, Graeca & Latina, continentur. Basel,

J. Ostenius für S. Henricpetri, (1585). Fol. Mit

Druckermarke, kleinem Wappen und Portr. des

Verf. im Text. 8 Bl., 355 S., 5 Bl. Hldr. d. 18. Jhdts.

(brüchig, Ecken gestaucht, lichtrandig, stärker

berieben und bestoßen). (100) 300,-

Erste Ausgabe. – VD 16 C 6110. STC 230. Adams C 3009.

Ebert 5488. – Über Crusius (Kraus), der in Tübingen Griechisch

lehrte, vgl. ADB IV, 633. – Titel angerändert, tls. stärker

gebräunt und etw. fleckig.

237 DENYSE, N., Opus super sente(n)cias valde

egregiu(m) in disciplina theologie. Rouen, M.

Morin, 1506. Mit großer Druckermarke am Ende.

Titel gedruckt in Rot und Schwarz. 420 Bl. Blindgepr.

Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (Kapitale läd.,

beschabt und bestoßen, Schließe entfernt). (66)

1.000,-

Zweite Ausgabe. – Adams D 312. IA 151.430. Aquilon

(Normande – Morin) 13. – Nicht im STC. – Denyse stand

den französischen Minoriten vor. Seine theologischen Lehrmeinungen

sind stark scotistisch beeinflußt; sie erschienen

erstmals 1504. – Schöner gotischer Holzdeckelband mit

Rautenmustern, die gefüllt sind mit Lilien- und Rosettenstempeln.

– Makulatur der Innendeckel aus einer alten

Handschrift in Rot und Schwarz auf Pergament. – Titel mit

altem Besitzvermerk und im Rand restauriert. Etw.

gebräunt und fleckig, durchgehend mit Feuchtigkeitsspuren

und Randschäden.

Second edition. – Beautiful Gothic wooden boards with

lozenge patterns filled with ornamental stamps resembling

lilies and roses. – Waste sheet of inner covers from an old

manuscript in red and black on vellum. – Title with contemporary

ownership entry, restored at margin. Some

browning and soiling, with dampstains and marginal

damages throughout. – Contemporary blind-pressed calf

over wooden boards (turn-ins damaged, scratched and

scuffed, clasp removed).

238 DEUTSCHLAND – HEYLIGEN RÖMISCHEN

REICHS ORDNUNGEN, DES. Die Gulden

Bulla sampt aller gehaltner Reichßtäg Abschieden

... Jetzt auffs new alle zusamen gedruckt und

an tag geben ... Erklärung des Landtfridens, so

zu Nürnberg, im jar 1522. auffgericht. Mainz,

I. Schöffer, 1552. Fol. Mit Holzschnittwappen auf

dem Titel, Druckermarke am Ende und Textholzschnitt

auf Bl. I. 22 nn. (Bl. 22 weiß), CCCXXVII

num., 1 nn. Bl. Hldr. des 18. Jhdts. (etw. berieben

und bestoßen). (100) 600,-

Vierte Ausgabe bei Schöffer, mit den erstmals 1545 zur

zweiten Schöffer-Ausgabe erschienenen Ergänzungen bis

zum Jahre 1544. – VD 16 D 703. Pütter II, 438. – Titel etw.

fleckig und mit hs. Besitzvermerken, u. a. von 1588. Zu

Beginn mit wenigen kleinen Wurmlöchern. Etw. gebräunt,

wenig fleckig.

Alte Drucke und alte Theologie 63

239 DIOGENES LAERTIUS, De vita et moribus

philosophorum libri X. Lyon, S. Gryph(ius')

Erben, 1559. Mit Druckermarke auf dem Titel.

468 S., 10 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt.,

monogr. und dat. „BBF 1562“ (fleckig, berieben

und bestoßen, Deckel etw. aufgewellt, Hinter -

deckel in der oberen Ecke mit Bezugsfehlstelle).

(41) 1.200,-

STC 135. IA 153.821. Baudrier VIII, 292. Von Gültlingen V,

1405. Hoffmann II, 77. – Vorsatz mit Tektur. Titel unten mit

hinterlegtem Eckausschnitt (etw. Buchstabenverlust), Bibl.-

Nr. und Besitzvermerk. Etw. gebräunt, wenig fleckig.

BEIGEB.: RAMUS, P., Oratio initio suae professionis

habita, an. 1551. octavo calend. Septemb. Ad Carolum

Lotharingum Cardinalem. Paris, A. Wechel, 1557. Mit

Druckermarke auf dem Titel. 16 num. Bl. – Vermutlich

zweite Ausgabe. – STC 253.

DERS., Oratio de legatione. Ebda. 1557. Mit Druckermarke

auf dem Titel. 15 num. Bl. – Erste Ausgabe. – Adams R 109.

– Nicht im STC.

Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Der dekorative zeitgenössische

Einband mit jeweils einem großen Plattenstempel in

der Deckelmitte und hübscher ornamentaler Bordüre.

Endpaper covered with paper slip. Title with backed corner

cut-out at bottom (some loss of letters), library no. and

ownership entry. Some browning, minor soiling. – Contemporary

decorative binding with large medallion stamp in the

centre of the covers and nice ornamental border. – Contemporary

blind-pressed pigskin, with monogram and dated

„BBF 1562“ (soiled, rubbed and scuffed, boards a little bent,

rear cover with defect in cover material at upper corner).

240 (DIVIZIO) DA BIBBIENA, B., Calandra.

Comedia. Nuovamente ristampata, & corretta. Florenz,

(Giunti), 1558 (1559). Mit wdh. Drucker -

marke auf Titel und vorletztem Bl. 42 num., 2 nn.

Bl. (das letzte weiß). Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig).

(100) 400,-

STC 219. Adams D 702. IA 145.442. Haym 294, 3. Gamba

1353. Graesse II, 412. Allacci, Drammaturgia (1755), 155.

Soleinne 4070. Olschki, Kat. 141 „Théâtre italien“, 137. –

Kindler II, 657: „Die Aufführung in Urbino (erstmals am

6. 2. 1513) im Rahmen eines höfischen Festes wurde zu

einem Meilenstein in der europäischen Theatergeschichte

und der Text zu einem der erfolgreichsten Stücke seiner

Zeit, das die nachfolgenden Autoren inspirierte. Im Unterschied

zu Ludovico Ariosto, der bei seiner Cassaria, 1508,

der ersten volkssprachlichen Komödie der Neuzeit, ganz

der antiken Tradition verhaftet blieb, gelang es Bibbiena, ein

zukunftsträchtiges neues Modell für die Komödie zu schaffen,

indem er den 'Mechanismus' der Plautus-Komödie

übernahm, ja ihn verbesserte und gleichzeitig seinen Text

durch sprachliche und inhaltliche Entlehnungen aus

Boccaccios Decamerone wirklichkeitsnäher gestaltete.“ Das

Werk ist eine Sittensatire, in der erotische Sujets ungeschminkt

und mit offensichtlichem Vergnügen behandelt

werden. „Wüßte man nicht, welche Sittenfreiheit an den

Höfen des 16. Jahrhunderts herrschte, so wäre es sehr zu

verwundern, daß dergleichen von einem Manne geschrieben

wurde, der wenige Jahre später den Kardinalshut bekam

... während der Donner der Reformation im Vaterlande des

Arminius grollte (1518)“ (Wiese-P. 307 f.). – Leicht gebräunt,

Kopfsteg knapp beschnitten (kein Textverlust).


64

241 DRUCKERMARKEN – Sammlung von ca. 60

Druckermarken des 16.-18. Jhdts., die meisten in

Holzschnitt, einzelne Kupferstiche. Verschied.

Formate. (45) 200,-

Außergewöhnliche Sammlung, von besonderem Interesse

wegen einigen Basler Druckern des 16. Jahrhunderts,

darunter Henricus Petri (in vielen verschiedenen Marken),

Frobenius und Episcopius, daneben bedeutende Drucker

der anderen großen deutschen Verlagsorte wie Frankfurt,

Leipzig, Köln, Wittenberg und Nürnberg. Unter den vielen

deutschen Druckern finden sich u. a. Michael Endter in

Nürnberg, Christoph Froschauer in Zürich sowie Johannes

Gymnicus und Mauritius Georg Weidmann (Kupferstich

mit Erd- und Himmelsglobus) in Köln. Von den Verlegern

außerhalb des deutschen Sprachraums sind nur wenige vertreten,

darunter Jean und Alfred Petit in Paris (Metallschnitte),

die Officina Plantiniana in Antwerpen und die

Aldus-Presse in Venedig. – Auf festes Trägerpapier mont.,

tls. gelöst, wenige Gebrauchsspuren.

242 DURANDUS DE SANCTO PORCIANO, In

sententias theologicas Petri Lombardi commentariorum

libri quatuor ... Una cum autoris vita, &

copiosissimo decisionum omnium indice. Lyon,

B. Frain (Rapallus) für G. de Portonaris, 1556. Fol.

Mit Verlegermarke auf dem Titel und vielen Holzschnitt-Initialen.

30 nn., 364 (recte 366) num.,

3 nn. Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

mit 2 Metallschließen (Kapitale läd., 3 von 8 Eckbeschlägen

fehlen, Vordergelenk gebrochen, etw.

berieben und bestoßen). (123) 1.000,-

Seltene Ausgabe. – STC 146. Baudrier V, 389. – Nicht bei

Adams. – Durandus wurde um 1275 in St.-Pourçain (Allier)

geboren und starb 1334 in Meaux. „Sein antithomistischer

Sentenzenkommentar (um 1308 vollendet) brachte ihn in

Konflikt mit seinem Orden“ (LThK III, 496). Das Werk

wurde erstmals 1508 gedruckt. – Vorsatz mit Besitzvermerk

und Exlibris. Titel mit durchschlagend gelöschtem Eintrag

und 2 Stempeln. Zu Beginn mit großem Fleck. Leicht

gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit Randschäden.

Rare edition. – Endpaper with ownership entry and exlibris.

Title with erased entry showing through and 2 stamps. With

large stain at the beginning. Slightly browned, hardly soiled,

occasionally with marginal damages. – Contemporary

blind-pressed calf over wooden boards with 2 metal clasps

(turn-ins damaged, 3 of 8 metal corner fittings missing, front

joint broken, some rubbing and scuffing).

243 EMMERICH VON ROSBACH, J., Practica

civilis seu processus iudiciarius, ad usum et consuetudinem

iudiciorum in Germania tempore

frequentiorem, maxime vero ad stylum iudicii

Camerae Imperialis accommodatus. Frankfurt,

S. Latomus, 1599. Mit Druckermarke auf dem

Titel. 8 Bl. (letztes Bl. weiß), 630 S., 23 Bl. – BEI-

GEB.: KARL V., Nemesis Karulina. Ordinum

leges capitales. A Georgio Remo paraphrasi expositae,

& scholiis auctae. Herborn (und Frankfurt),

Ch. Corvinus, 1594. Mit Druckermarke auf dem

Titel. 10 Bl., 199 S., 4 Bl. Pgt. d. Zt. (fleckig, berie-

Alte Drucke und alte Theologie

ben und bestoßen, Schließbänder fehlen, Deckel

etw. aufgewellt). (100) 500,-

Erste Ausgaben. – I. VD 16 E 1075. – Vgl. Jöcher III, 2220.

– Der Verfasser stammte aus Meißen und war als Jurist in

Leipzig tätig. – II. Adams R 347. VD 16 D 1103. Stintzing-

L. I, 636. Von der Linde 915. Lipenius I, 361. – Der lateinische

Text der Karolina mit dem geschätzten Kommentar

von Georg Rem, geb. in Augsburg 1561, gest. in Altdorf

1625. – Beide Drucke etw. gebräunt und fleckig, tls. etw.

wasserrandig, mit einzelnen kleinen Randschäden, hs. Marginalien

und Textanstreichungen.

244 EPISTOLAE obscurorum virorum ad M. Ort -

vinum Gratium. 2 in 1 Bd. Rom (d. i. Frankfurt,

D. Zöpfel) 1556. 12°. 99 (recte 101) num., 3 weiße,

112 nn. Bl. Hldr. d. 18. Jhdts. mit reicher Rvg.

(leicht beschabt und bestoßen). (100) 500,-

Erste von zwei Druckvarianten aus demselben Jahr, kenntlich

an der Abfolge der Teile: das alterum volumen ist der

eigentliche erste Band. – VD 16 ZV 5122. Adams E 285.

Benzing, Hutten, 246. – Nicht im STC. – Die berühmteste

Satire der frühen Neuzeit, erstmals in den Jahren 1515-17

erschienen, in wesentlichen Teilen von Crotus Rubeanus

und Ulrich von Hutten verfaßt.

NACHGEB.: EOBANUS, H., De generibus ebriosorum,

et ebrietate vitanda. Cui adiecimus De meretricum in suos

amatores, & concubinarum in sacerdotes fide. (Frankfurt,

D. Zöpfel), 1557. 12°. 93 nn. Bl. – VD 16 E 1501. Simon,

Bacchica, II, 294. – Vgl. Oberlé 1019. – Texte über das Trinken,

verfaßt von Studenten der Erfurter Universität, redigiert

von Helius Eobanus Hessus, und zwei Humanistentraktate

über die käufliche und freie Liebe. – Alle Vorsätze

und das letzte weiße Blatt des nachgebundenen Werkes von

mehreren alten Händen mit Notizen versehen; leicht ge -

bräunt, etw. fleckig, tls. ein wenig wasserrandig.

245 EPISTOLAE obscurorum virorum aliaque aevi

decimi sexti monimenta rarissima. Die Briefe der

Finsterlinge. Hrsg. durch E. Münch. Leipzig, Hinrichs,

1827. VI, 554 S. Pp. d. Zt. (beschabt, bestoßen).

(99) 150,-

Erste Ausgabe dieser Edition. – ADB XXII, 715. – Die

Dunkelmännerbriefe mit ausführlicher Erläuterung durch

den Schweizer Historiker Ernst Münch (1798-1841). – Stärker

braunfleckig.

246 ERASMUS VON ROTTERDAM, D., Adagiorum

chiliades iuxta locos communes digestae.

Frankfurt, Wechel, de Marne und Aubry, 1599.

Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel. 6 Bl., 1984

Sp., 102 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig und berieben).

(100) 600,-

Adams E 466. STC 277. Van der Haeghen I, 6. Bezzel 102.

VD 16 E 1951. – Stark erweiterte, auf der Basler Episcopius-Ausgabe

von 1574 beruhende Ausgabe der berühmten,

erstmals 1500 erschienenen Sprichwörtersammlung,

besorgt von J. Grynaeus, die erste, in der die Sprichwörter

themenbezogen alphabetisch geordnet sind. – Titel und

erstes Blatt am Rand unten knittrig, anfangs schwache

Wasserspur unten.


247 – Ecclesiastae sive de ratione concionandi libri

quatuor. Basel, H. Froben und N. Episcopius,

1535. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und

letzten Bl. und einigen figürlichen Holzschnitt-

Initialen. 940 S., 30 Bl. Mod. Pp. (47) 400,-

Zweite Ausgabe im Jahr der ersten, zugleich erste Oktavausgabe.

– VD 16 E 2721. Bezzel 821. – Diese Ausgabe nicht

im Index Aureliensis. – Ursprünglich wollte Erasmus dieses

Spätwerk John Fisher, dem Bischof von Rochester, widmen;

kurz vor der Drucklegung erfuhr Erasmus jedoch von der

Hinrichtung seiner Freunde Fisher und Thomas Morus.

Nun widmete er das Buch Christoph von Stadion; in seiner

Vorrede ging er auf die Hinrichtungen ein, was das Interesse

der Öffentlichkeit natürlich erhöhte. Die erste Auflage

von 2000 Exemplaren war schnell vergriffen, so daß

noch im selben Jahr eine zweite Auflage nötig wurde. – „Bei

der Schilderung der Eigenschaften eines wahren Predigers

schweift Erasmus ab. Sein Augenmerk gilt den neuentdeckten

Ländern. Er mißbilligt die Kriegführung der Conquistadoren

in Amerika, appelliert an das Verantwortungsbewußtsein

der christlichen Fürsten und lobt den

Missionseifer“ (Eckert 489). – Titel mit hs. Bibl.-Nr. und

Besitzvermerken. S. 433/34 mit Randausriß. Leicht ge -

bräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig, vereinzelt kurze

hs. Marginalien.

248 – Epitome adagiorum Erasmi, Iunii, Cognati, et

aliorum. O. O. (Genf), J. Chouet, 1593. Mit

Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 912 S., 53 Bl.

An den Außenkanten überlappendes Pgt. d. Zt.

(etw. fleckig, berieben und bestoßen). (100) 250,-

Spätere Ausgabe. – IA 163.896. Bibl. Belgica II, 344, E 181.

Moeckli 137. Bezzel 129. Van der Haeghen I, 6. – Vorderer

Vorsatz mit Exlibris. Hintere fliegende Vorsätze mit

umfangreichen hs. Eintragungen. Titel mit 2 Ausschnitten

(Verlust eines Besitzvermerks). Leicht gebräunt, wenig

fleckig, vereinzelt kleine Randschäden.

249 – Familiarium colloquiorum opus ... Nunc denuo

recognitum & summo studio excusum. Straßburg,

Ledertz, 1628. Mit Druckermarke auf dem Titel.

4 Bl., 709 (recte 701) S., 3 Bl. Beschäd. Pgt. d. Zt.

(100) 150,-

VD 17 23:284904K (nur 1 Ex. in Wolfenbüttel). – Diese

Ausgabe nicht bei van der Haeghen. – Später Druck des in

zahlr. Ausgaben verbreiteten Werkes. – Vorsatz mit Ex libris.

Titel unten mit großem Randausriß (ohne Textverlust).

Hintere Vorsätze mit hs. Eintragungen. Etw. gebräunt und

fleckig, zu Beginn etw. wasserrandig, vereinzelt mit Text -

anstreichungen und Marginalien von alter Hand.

250 – Habes iterum Moriae encomium, pro castigatissimo

castigatius, una cum Listrij commentarijs, &

alijs complusculis libellis, non minus eruditis.

Basel, J. Froben, 1521. Mit Titelbordüre, 2 Textbordüren,

großer Druckermarke am Ende und

einigen Holzschnitt-Initialen. 419 (recte 423)

S. Pp. des 19. Jhdts. (etw. berieben und bestoßen).

(62) 400,-

Alte Drucke und alte Theologie 65

Nr. 251

VD 16 E 3191. Bezzel 1311. Van der Haeghen I, 123. –

Schöner Frobendruck, der Text vom Kommentar umgeben,

der Gerhard Lister zugeschrieben wird (einem Korrektor

bei Froben), der aber teilweise wohl das Werk von Erasmus

selber ist. – Titel oben breit angerändert (Bildverlust der

Bordüre auf der Vorderseite sowie Textverlust recto und

verso sorgfältig ergänzt; jedoch Bildverlust bei der Bordüre

verso). S. 3/4 teilw. lose. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig

und mit z. Tl. umfangreichen hs. Marginalien, vor allem am

Anfang und Ende mit Wurmspuren.

251 – Paraphrases in aliquot Pauli apostoli epistolas.

(Ad Ephesios, ad Philippenses, ad Colossenses).

Basel, J. Froben, 1523. Mit figürlicher Titelbordüre,

15 Textbordüren und zahlr. Zierleisten und

Initialen, alles in Holzschnitt und meist von Hans

Holbein. 267 (statt 268) Bl. Braunes Ldr. des

19. Jhdts. auf 5 erhabenen Bünden mit Rtit., ornamentaler

Blindpr. auf den Deckeln, Steh- und reicher

Innenkantenvg. sowie dreiseit. Goldschnitt

(gering berieben). (100) 500,-

(Tomus secundus Paraphraseon D. Erasmi Rot. in Novum

Testamentum. Tl. II). – Adams E 799. VD 16 E 3351. Bezzel

1499 (VD 16 und Bezzel nennen irrtümlich 272 Bl.;

tatsächlich hat die Lage Nn nur 4 statt 8 Bl., so daß sich

rechnerisch 272 Bl. ergeben). Van der Haeghen I, 145. –

„Aus der intensiven Beschäftigung des Erasmus mit dem

Neuen Testament entstanden die Paraphrasen zu den einzelnen

Büchern des Neuen Testaments, zunächst zu den

paulinischen Briefen. ... Als Einführung in die Bibellektüre

gewannen die Paraphrasen, die – den Text frei umschrei-


66

Nr. 253

bend – den oft schwierigen Sinngehalt der Schrift kurz

erläutern, bald große Bedeutung. Bis zur Jahrhundertmitte

wurden sie in zahlreichen Ausgaben verbreitet“ (Bezzel,

Deutsche Übersetzungen, S. 20). – Leicht gebräunt, wenig

fleckig. – Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung.

252 – Paraphrasis in Evangelium secundum Ioannem.

Basel, H. Froben, 1534. Mit 2 Druckermarken auf

dem Titel und am Ende. 399 S. – NACHGEB:,

DERS., In Acta apostolorum paraphrasis. Ebda.

1534. Mit 2 Druckermarken auf dem Titel und am

Ende. 255 S. Ldr. d. Zt. (Vordergelenk angebrochen,

beschabt und bestoßen). (50) 400,-

(Tomus primus Paraphraseon Des. Erasmi Rot. in Novum

Testamentum. Tle. IV und V). – VD 16 E 3356. Bezzel 1506

c und d. Van der Haeghen I, 147 und 142. – Zwei der be -

rühmten Paraphrasen des Erasmus, mit denen er das Neue

Testament auch weniger Gebildeten nahebringen wollte. –

Beide Werke mit eigenem Titelblatt. – Innendeckel mit

Katalogausschnitt. Fliegender Vorsatz und letztes Bl. verso

mit Eintragungen von alter Hand. Erster Titel stark angestaubt,

mit gelöschtem Besitzvermerk und unterem Eckausschnitt.

Buchblock gebrochen. Gering gebräunt und

fleckig, tls. schwach wasserrandig.

Alte Drucke und alte Theologie

253 ESTIENNE, CH., UND J. LIEBAULT, XV.

Bücher Von dem Feldbaw und recht vollkommener

Wolbestellung eines Landsitzes, Meierhofs

oder Landguts. (Übers. von) M. Sebizius. Straßburg,

B. Jobin, 1582. Fol. Mit Titelbordüre und

zahlr. Textholzschnitten. 8 Bl., 773 (recte 763) S.,

19 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holz -

deckeln mit 2 Metallschließen, Vorderdeckel mit

gepr. Titel „Feldt Baw“ (fleckig, etw. berieben und

bestoßen, Bezug an den Kanten teilw. aufgeplatzt).

(123) 1.800,-

VD 16 E 4003. Ritter 1357. Ders., Catalogue, 1379. Muller

597, 224. Schwerdt I, 167. Lindner 563.05. – Bekanntes

Kompendium der Landwirtschaft und Viehzucht, des

Gewürz-, Kräuter- und Obstgartenbaus sowie der Jagdund

Forstwirtschaft. Ferner Kapitel über Meierei, Pferdezucht,

Imkerei, Hausmedizin, Jagd- und Fischfang, Feldmessen,

Wein (Schoene 1681), Falknerei (Harting 95) und

Tabak (vgl. Arents 28). – Besonders bemerkenswert die

schönen Holzschnitte nach Tobias Stimmer, J. Amman u. a.,

wohl meist von dem Drucker Bernhard Jobin selbst

geschnitten, darunter die 14 Holzschnitte zur Wolfsjagd. –

Die Erweiterung von ursprünglich sieben auf fünfzehn

Bücher führte zu einer Neugliederung des jagdlichen Teils,

der sich auf den S. 655-773 befindet. – Vorsatz (mit Datum)

und Titel mit Monogrammstempel. Seiten 623/624 mit ausgebesserten

Papierfehlstellen (etw. Bild- und Textverlust).

Etw. gebräunt, tls. stärker fleckig, mit z. Tl. ausgebesserten

Papierschäden (Randeinrissen, Papierdurchbrüchen etc.)

und Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung.

Known compendium of agriculture and cattle breeding, of

horticulture, fruit growing, spices and herbs as well as

hunting and forestry. Furthermore chapters on horse breeding,

bee-keeping, traditional medicine, hunting and fishing,

camp services, wine (Schoene 1681), falconry (Harting 95),

tobacco (compare Arents 28). – Endpaper (with date) and

title with monogram stamp. Pp. 623/624 with repaired paper

defects (some loss of illustration and text). A little browned,

partly stronger soiled, with repaired paper damages here and

there (tears in margin, paper perforations etc.) and signs of

wear. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden

boards with 2 metal clasps, front cover with tooled title

„Feldt Baw“ (soiled, a little rubbed and scuffed, cover material

partly bursted at edges). – See illustration.

254 FEUCHT, J., Postilla catholica evangeliorum de

sanctis totius anni. Das ist: Catholische Außlegung

aller Fest und Feyertäglichen Evangelien durch

das gantze Jar. Bd. II (von 2). 3 Tle. in 1 Bd. Köln,

G. Calenius und J. Quentel, 1585. Fol. Mit 3 wdh.

Holzschnittwappen auf den Titeln, Holzschnittportr.

und 72 Textholzschnitten (inkl. Wdh.) von

Hans Brosamer u. a. 10 Bl., 424, 390, 176 S., 3 Bl.

Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln

(Schließen fehlen, Bezugsschäden, gebräunt, be -

schabt und bestoßen). (3) 200,-

Dritte Ausgabe der „Großen Postill“ mit den Predigten „de

sanctis“. – Vgl. VD 16 F 848. Wetzer-W. IV, 1468. LThK III,

1021. – Nicht im STC und bei Adams. – Erstmals 1578

erschienene, in der Zeit sehr beliebte Sammlung von Pre-


digten. – Zahlreiche Holzschnitte tragen das Monogramm

Hans Brosamers, doch stammen vermutlich auch mehrere

nicht bezeichnete Schnitte von ihm. Der Porträtholzschnitt

zeigt den Verfasser, den Bamberger Weihbischof Jakob

Feucht (1540-1580). – Innengelenke gebrochen, erste Lagen

lose, mehrere Eckausrisse, Einrisse und Löcher (tls. mit etw.

Textverlust), gebräunt, fleckig und wasserrandig; stärkere

Gebrauchsspuren. – Titel mit Besitzvermerk eines Kar -

melitenkonvents und einer Familie Merkle aus Ochsen -

hausen (umfangreiche Eintragungen auf den Vorsätzen, dat.

1796-1827).

255 FISCHART – (MARNIX, PH. VAN), Binenkorb.

Des Heyl. Römischen Imenschwarms, seiner

Hum(m)elszellen [oder Him(m)elszellen]

Hurnaußnäster, Brämengeschwürm und Wäspengetöß.

(Übers. von J. Fischart). „Christlingen, bey

Ursino Gottgwinn“ (d. i. Straßburg, B. Jobin),

1581. Mit Titelholzschnitt und 2 Textholzschnitten.

245 (recte 246) num., 17 nn. Bl. Spät. Pgt.

(gering fleckig, berieben und bestoßen). (100)

500,-

VD 16 M 1049 (nennt am Ende 19 Bl.). Ritter 856 (nennt

am Ende 17 Bl.). Weller, Druckorte I, 6. Goed. II. 499, 37 c.

– Erst Fischarts Übersetzung machte die Satire auf die

katholische Hierarchie des Niederländers Philips van

Marnix (1540-1598) wirklich berühmt und sorgte für deren

Verbreitung in zahlreichen Ausgaben. – Titel gedruckt in

Rot und Schwarz. – Vorsatz mit hs. Eintragungen. Etw.

gebräunt und fleckig.

256 FONTANUS, J., De bello Rhodio. Adiuncta est

insulae Melitae descriptio. His praemissus est

commentarius de insula Rhodo. Paris, Ch. Wechel,

1540. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel

und am Ende und Textholzschnitt. 10 Bl., S. 13-

118, 1 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig, berieben und

bestoßen, Schließbänder fehlen). (100) 2.000,-

Dritte lateinische Ausgabe, erstmals mit den Anhängen über

Malta, die Malteser und dem kleinen Traktat über die Schiffahrt

(mit Abbildung der Bussole). – Adams F 720. Göllner

662. – „Fontanus (or Fonteyn) was attaché to Giles Caoursin

the vice-chancellor of Rhodes. Fontanus lived through

the siege and capitulation (in Dec. 1522), and was an eyewitness

of such important events as the audience of the

Sultan with the Grand Master of the Knights of Rhodes on

the 26th and 29th of December. This valuable account is

comparable to that of Jacques de Bourbon“ (Navari 613). –

Titel mit Textanstreichungen und Besitzvermerk von 1755.

Buchblock vom Einband teilw. gelöst. Leicht gebräunt,

wenig fleckig, tls. mit Marginalien von alter Hand.

Third Latin edition, for the first time with the appendices

on Malta, the Maltese and the small treatise on navigation

(with illustration of compass). – Title with text underlinings

and ownership entry of 1755. Book-block partly unstuck

from binding. Slightly browned, hardly soiled, partly with

marginalia by contemporary hand. – Contemporary limp

vellum (soiled, rubbed and scuffed, clasp ribbons missing).

Alte Drucke und alte Theologie 67

257 FROISSART, J., Le premier (-quart) volume de

l'histoire et chronique. Reveu et corrigé sus divers

exemplaires, & suyvant les bons auteurs, par

D. Sauvage. 4 in 2 Bdn. Lyon, I. de Tournes, 1559-

61. Fol. Mit 4 wdh. Druckermarken und zahlr.

Criblé-Initialen. Ldr. um 1700 (stärker beschabt

und bestoßen, mit kleineren Fehlstellen, Gelenke

angebrochen). (63) 1.600,-

Einzige Ausgabe bei de Tournes. – STC 189. Adams F 1066.

Mortimer 239. Brunet II, 1405: „Cette édition, devenue peu

commune, est très-belle, et elle mérite d'être recherchée.“ –

Lebendig geschriebene Geschichte Frankreichs für die Jahre

1325-1400 in der ersten von Denis Sauvage, dem Hofhistoriographen

Heinrichs II., besorgten Ausgabe. – Etw. ge -

bräunt, tls. leicht fleckig, Bde. III/IV oben mit Wasserrand.

Spiegel von Bd. I/II mit älterem Besitzvermerk „Jaques de

Crebillon Seigneur de Chastelneuf“.

Sole edition by de Tournes. – Vividly written story of France

for the years 1325-1400 in the first edition published by

Denis Sauvage, the court historiographer of Henry II. –

Some browning, partly light soiling, vols. III/IV with

waterstains at top. Paste-down of vol. I/II with older

ownership entry „Jaques de Crebillon Seigneur de Chastelneuf“.

– Calf around 1700 (stronger scratched and scuffed,

with minor defects, joints bursted).

258 FRONSPERGER, L., Kriegßbuch. Von Kayserlichem

Kriegßrechten Malefitz und Schuldhändlen,

Ordnung und Regiment. 3 in 1 Bd. Frankfurt,

(J. Schmidt bzw. M. Lechler für S. Feyerabend),

(1573)-78. Fol. Mit 4 Titelholzschnitten, 20 (statt

22; 5 gefalt., 15 doppelblattgr.) radierten Tafeln,

2 gefalt. Holzschnitt-Tafeln (in Pag.) und zahlr.

Textholzschnitten von J. Amman. 4 nn., CCVI

num., 6 (das letzte weiß), 6 nn., CCXXVII num.,

7 (das erste weiß), 4 nn., CCCLXII num. (ohne

Bl. 133-138), 7 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr.

d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen

(fleckig, berieben und bestoßen, Bezug mit Wurmlöchern,

restauriert). (59) 800,-

VD 16 F 3124, 3122 und 3123. Lipperheide 2049 = Qb 6 (Tl.

I in der Ausg. von 1565). Cockle 531 Anm., 543 und 544.

Becker 32-40, 4e und f. – Vgl. Jähns 550. – Der erste Band

in der Titelauflage der Ausgabe von 1571 (das Kolophon am

Ende noch mit dieser Datierung). – Frühe Ausgabe dieser

klassischen Enzyklopädie des Kriegswesens auf dem Höhepunkt

des Landsknechtswesens mit den bekannten

Ammanschen Illustrationen. – Erstrangiges Quellenwerk

auch für die gesamte Kulturgeschichte des 16. Jahrhunderts,

da Fronsperger aus allen erreichbaren Quellen kompilierte,

was nur irgend in sein Thema einschlägig war. – Es fehlt in

Tl. I u. a. die Tafel zu Bl. 47. – Die Tafeln zu den Bl. 50, 157

und 167 mit Randausrissen (Bildverlust, zur letzten Tafel

mehr als die Hälfte). Im Tl. II Bl. 4 und 82 mit großen Ausrissen

(ca. die Hälfte bzw. mehr als 2/3 Textverlust). Alle

Tafeln sehr knapp beschnitten, Bildränder außen oft angeschnitten.

Etw. gebräunt und fleckig, tls. schwach wasserrandig

und mit Wurmlöchern. – Ohne Rückgaberecht.


68

Nr. 260

259 GEILER VON KAYSERSBERG, J., Das buch

Granatapfel. im latin genant Malogranatus. (Straßburg,

J. Knobloch, 1511). Kl.-Fol. Fragment. Mit

großem Textholzschnitt nach Hans Burgkmair

von Hans Baldung Grien sowie 3 großen schwarzgrundigen

Holzschnitt-Initialen. 43 (statt 164) Bl.

Pp. des 19. Jhdts. (Kapitale leicht läd., etw. berieben

und bestoßen). (8) 200,-

Zweite Ausgabe. – STC 335. Adams G 310. VD 16 G 721.

Ritter 957. Ders., Catalogue, 1081. Ders. (IV) 1837. Schmidt

(Knobloch) 74. Muller 124, 100. – Vorhanden die ersten

43 Blatt. – Die von einem unbekannten Herausgeber

besorgte Sammlung von Abhandlungen und Predigten

erschien wenige Monate nach Geilers Tod. – Der schöne

Holzschnitt von Hans Baldung Grien nach Burgkmair zeigt

Christus mit Lazarus, Martha und Magdalena. – Titel mit

hinterlegtem Einriß. Bl. 8 mit oberem Eckausriß (geringer

Textverlust). Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit hs. Marginalien

und Textanstreichungen, oben knapp beschnitten

(öfter unter Verlust der Kopfleiste).

260 – Das buch Granatapfel. im latein genant Malogranatus.

Straßburg, J. Knobloch, 1516. Fol. Mit

Titelholzschnitt und 6 großen Textholzschnitten

nach Hans Burgkmair von Hans Baldung Grien

sowie einigen großen schwarzgrundigen Holzschnitt-Initialen.

162 Bl. (ohne die weißen Bl. G6

und m6). Mod. Maroquin auf schweren Holz -

deckeln. (133) 3.000,-

Alte Drucke und alte Theologie

Dritte Ausgabe. – VD 16 G 722. Ritter 973. Ders. (IV),

1081. Ders. (IV) 1838. Schmidt (Knobloch) 116. Muller 132,

168. Muther 1395. Oldenbourg L 79. – Die von einem unbekannten

Herausgeber besorgte Sammlung von Abhandlungen

und Predigten erschien erstmals wenige Monate nach

Geilers Tod (1510). – Unter den schönen Holzschnitten

nach Burgkmair besonders bemerkenswert die Darstellung

des einen Hasen ausweidenden Kochs. – Die Kopien der

6 Textholzschnitte wurden von Hans Baldung Grien

geschaffen. Der Titelholzschnitt stammt von einem anonymen

Meister. – Titel unten etw. knapper beschnitten sowie

mit kleineren Randschäden. – Das Blatt L1 verso mit der

spinnenden Jungfrau Elsbet, deren Gesicht hier rasiert ist

(mit kleinem Loch und Bildverlust). Darunter ein 8zeiliges

hs. Widmungsgedicht „Nimm an das Buch ohn allen Spott

/ Ehre und preise den Lieben Gott ...“, etwa um 1600. –

Etw. gebräunt, tls. stärker fleckig und wasserrandig, mit Ge -

brauchsspuren und kleinen Randschäden. Am Ende mehrere

hs. Einträge des 19. Jahrhunderts. – Siehe Abbildung.

261 – Das irrig Schafe. Straßburg, J. Grüninger, 1514.

Fol. Mit Titelholzschnitt und 7 Textholzschnitten.

XCII num. Bl. Pp. um 1900 mit Rsch. (133)

4.000,-

Druckvariante der ersten Ausgabe. – Ritter 967. – Vgl.

Schmidt, Grüninger, 136. VD 16 G 724-25. Proctor 9931.

Dacheux 48 (alle ohne Variantenunterscheidung). – Schönes

Straßburger Holzschnittbuch mit sieben moralischen

Traktaten, welche nach Dacheux auf Gerson zurückgehen

und von Geiler verdeutscht wurden. – Erschien am selben

Tag wie der erste Druck, jedoch mit anderen Typen. Die

Fehler der EA sind meist verbessert, außerdem ist der Titel

rot und schwarz gedruckt. Die Holzschnitte sind die gleichen

mit Ausnahme desjenigen vom Höllischen Löwen auf

Bl. 20 verso, der ein Monogramm aufweist; außerdem ist

dieser Druck mit Holzschnitt-Initialen ausgestattet. – Die

ersten beiden Blätter teilw. lose. Leicht gebräunt, tls. etw.

fleckig, restauriert und mit kleinen Wurmlöchern. – Siehe

Abbildung.

Reissue of first edition. – Beautiful Strasbourg woodcut book

with seven moral treatises. – First two leaves partly loose.

Slightly browned, partly a little soiled, restored and with

small wormholes. – Cardboard around 1900 with spine

label. – See illustration.

262 – Navicula penitentie. A Jacobo Otthero collecta.

Augsburg, J. Otmar für G. Diemar, 1511. Fol. Mit

großem Titelholzschnitt von Hans Burgkmair

d. Ä. 6 nn., 80 num. Bl. Hldr. um 1900 (berieben

und bestoßen). (133) 2.000,-

Erste lateinische Ausgabe der von Geilers Sekretär J. Otther

gesammelten und übersetzten Predigten. – STC 335. Adams

G 318. VD 16 G 772. Goed. I, 401. Dacheux 52. Hausberger-B.

68. – Der prächtige, fast ganzseit. Holzschnitt (etw.

ankolor.) zeigt Geiler, auf dem Heck des Büßerschiffes

stehend, den Bußwilligen predigend. – Titel in den Rändern

breit hinterlegt und stärker fleckig. Letztes Bl. aufgezogen.

Blatt 2 mit hinterlegter Fehlstelle im unteren Rand. Etw.

gebräunt und fleckig, mit einigen Wurmspuren, vereinzelt

mit hs. Marginalien. – Siehe Abbildung.

First Latin edition of the sermons collected and translated by

Geiler's secretary J. Otther. – Title widely backed at margins,

stronger soiled. Last leaf mounted. Leaf 2 with backed defect

at lower margin. Some browning and soiling, here and there

with worming, occasionally with ms. marginalia. – Half calf

around 1900 (rubbed and scuffed). – See illustration.


Nr. 261

263 (GERMBERG, H.), Carminum proverbialium,

totius humanae vitae statum breviter delineantium,

loci communes. Basel, Oporinus, 1582. 8 Bl.,

623 S., 4 Bl. Pgt. d. Zt. (100) 400,-

VD 16 G 1583 (Ex. der UB München inkomplett). – Zweite

Ausgabe der Sammlung lateinischer Sprichwörter (EA

1576) mit deutschen und griechischen Parallelstellen. Enthält

auch die „Sententiae proverbiales de moribus“ des

Bruno Seidel. – Gutes Exemplar.

264 GESNER, C., Bibliotheca. Instituta et collecta

primum a Conrado Gesnero, deinde in epitome

redacta per J. Simlerum. Zürich, C. Froschauer,

1574. Fol. 6 Bl. (letztes weiß), 691 S., 20 Bl. Restauriertes

Pgt. d. Zt. (Remboîtage). (138) 2.000,-

VD 16 G 1704 und S 6503 (identisch). Adams G 514. Wellisch

A 16.5. Breslauer-F. 14 Anm. – Von Simler besorgte

und stark erweiterte Ausgabe von Gesners bibliographischem

Hauptwerk, der Bibliotheca universalis. Gesners Ziel

war es, alle lateinischen, griechischen und hebräischen

Bücher aus allen Wissensgebieten zu erfassen. Er begnügte

sich nicht mit der reinen Aufzählung von Titeln, sondern

verfaßte ein Autorenverzeichnis mit Biographien, brachte

erstmals eine Editionsgeschichte und versah die Einträge

mit kritischen Kommentaren. Auch unvollständige Werke

oder Manuskripte fanden Aufnahme. – Titel und die ersten

5 Blätter in der rechten unteren Ecke hinterlegt, manchmal

schmale Wasserränder.

Alte Drucke und alte Theologie 69

Nr. 262

Quite enlarged edition of Gesner's major bibliographical

work, the Bibliotheca universalis, published by Simler. –

Title and first 5 leaves backed at right lower corner, here and

there some waterstains. – Contemporary restored vellum

(remboîtage).

265 GREGOR I., PAPST, Opera. Paris, F. Regnault,

1521. Fol. Mit breiter Titelbordüre mit integrierter

Druckermarke. 22 nn., CCCCL num., 8 nn.

Bl. Läd. Hldr. um 1880. (6) 600,-

Moreau 1521/119. – Nicht bei Adams und im STC. – Sehr

seltene Ausgabe der Werke des bedeutenden Papstes, der

die Bindung des Frankenreiches an Rom festigte. – Laut

Moreau in Rouen von „Maître J. G.“ gedruckt. – Die

dekorative Titelbordüre verwendet Material von Pierre

Gromors, ist aber „F R“ signiert. Die Druckermarke bei

Renouard 940 abgebildet. – Fleckig, einige Randschäden. –

Sehr selten.

266 GUIDO VON SUZZARA, Von Peinliche Fragen

wie ein Richter, Vogt, Schulthaiß, oder andere

Amptspersonen, darinnen verfaren sollen, damit

man ime nicht zuvil oder zu wenig thut, verdeutscht

durch Georgium Lauterbecken. Nürnberg,

D. Gerlach, 1574. Fol. Mit ganzseit. Holzschnittwappen

auf dem Titel verso. 4 nn. (Bl. 4

weiß), XXXV num. Bl. Läd. Hldr. d. Zt. (62)

800,-


70

Nr. 266

Bibliographisch von uns nicht nachweisbare Ausgabe (im

KVK nur ein Exemplar in Augsburg). – Übersetzung einer

Abhandlung von Guido von Suzzara (um 1270) über die

Folter (eigentlich ein Kapitel aus „De ordine maleficiorum“,

vgl. Savigny V, 396, der die Autorschaft Guidos bezweifelt)

und Auszüge aus einem Werk von Paolo Grillandi (Ende

16. Jhdt.) zum selben Thema. Georg Lauterbeck übersetzte

diese Texte und gab sie zusammen mit einer Einleitung

heraus. Ab 1576 erschienen sie auch als Teil in Lauterbecks

„Regentenbuch“. – Blatt Nr. VI mit Randausriß. Etw. ge -

bräunt und fleckig, tls. mit Feuchtigkeitsspuren und Sporflecken,

die beiden letzten Bl. mit teilw. hinterlegten Randschäden.

VORGEB.: MEURER, N., Wasser Recht. Frankfurt,

(N. Basse für S. Feyerabend), 1570. 6 (statt 7) nn., LXVI

num., 4 nn. Bl. – Erste Ausgabe. – VD 16 M 5018. – Nicht

im STC und bei Adams. – Die erste Monographie zum Wasserrecht

in deutscher Sprache, im ersten Teil mit der Übersetzung

der „Tyberiade“ des Bartolo de Sasso Ferrato

(1314-1357), daran schließt sich Meurers Kommentierung

und ein Traktat über die besonderen Verhältnisse am Rhein

an. – Titel mit hs. Bibl.-Nummer, stärker fleckig und mit

Randschäden aufgezogen. – Es fehlt Bl. 3. – Bl. 6 und 7 in

den Rändern breit angerändert oder hinterlegt (Bl. 6 mit

etw. Textverlust). Zu Beginn vor allem im Innensteg verstärkt.

Etw. gebräunt und fleckig, tls. mit Wurmspuren. –

Siehe Abbildung.

267 HERODIANUS (HISTORICUS), De Romanorum

imperatorum vita ac rebus gestis libri VIII.

Graece & Latine ... Angelo Politiano interprete.

Basel, H. Petri, 1563. Mit Druckermarke auf dem

Titel. 8 Bl., 697 S., 9 Bl. Ldr. d. Zt. (Kapitale läd.,

etw. berieben und bestoßen). (100) 250,-

Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 269

Adams H 386. VD 16 H 2499. Schweiger I, 136. Hoffmann

II, 363. – Mit griechisch-lateinischem Paralleltext. – Der

letzte Widmungsbrief des Angelus Politianus am Ende der

Vorstücke irrtümlich „M.D.XCIII.“ datiert. – Leicht ge -

bräunt, wenig fleckig, zu Beginn mit kleinen Tinten -

flecken.

268 HESSELS, J., Probatio corporalis praesentiae corporis

et sanguinis Dominici in Eucharistia ... in hac

secunda editione praeter caetera adiectus est etiam

copiosus et varius index. Löwen, J. Bogard, 1564.

1 nn., 222 (recte 223) num., 13 nn. Bl. Restauriertes

Ldr. des 18. Jhdts. (66) 200,-

Adams H 500. – Vgl. STC 94 (Ausg. 1568). – „Sein Name ist

unzertrennlich verknüpft mit dem seines Amtsgenossen

Michael Baius, des berühmten Vorläufers des Jansenius. Um

der von Deutschland her andringenden Reformation mit

wirksamen Wassern zu begegnen, versuchten beide als

junge Professoren, im Gegensatz gegen die herrschende

Scholastik, die Theologie wieder mehr auf das Studium der

heiligen Schrift und der Kirchenväter zu basieren“ (ADB

XII, 313). – Mit wenigen Marginalien von alter Hand in

Tinte, wenig fleckig.

269 HIERONYMUS, S. E., (Opera omnia. Kommentiert

von Erasmus von Rotterdam. Hrsg. von

Bruno Amerbach). Bde. I und II (von 9) in 1 Bd.

Basel, J. Froben, 1516. Fol. Mit Druckermarke auf

dem Titel verso, 2 schwarzgrundigen Holzschnitt-

Bordüren im Text und einigen schwarzgrundigen

Holzschnitt-Initialen. 28 nn., 141 num. Bl. (Bl. 118


weiß), 1 nn., 238 num. Bl. Blindgepr. Schweinsldr.

d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen

(fleckig, beschabt und bestoßen). (1) 500,-

Erste von Erasmus von Rotterdam besorgte Ausgabe. –

STC 440. Adams J 113. VD 16 H 3482. Van der Haeghen II,

29. – Vorliegende Bde. I und II der „Opera“ enthalten 131

kleinere Schriften des Hieronymus. – Blatt 24 am Anfang

gestempelt. Leicht gebräunt, wenig fleckig, vereinzelt mit

Wurmspuren und hs. Marginalien. – Schöner Froben-

Druck. – Siehe Abbildung.

270 HUGWALD, U., Ad sanctam Tigurinam ecclesiam

epistola. Revelata est iniquitas Effraim &

malicia Samariae, quia operati sunt mendacium.

(Hrsg. von J. Peterus). O. O., Dr. und J. (Basel,

A. Petri, 1521). 4°. Mit 2 schwarzgrundigen Holzschnitt-Initialen.

10 Bl. Mod. Hpgt. (100) 600,-

Einzige Ausgabe. – STC 639 (unter Mutius). VD 16 H 5858.

Köhler 1650. – Verfaßt von dem Schweizer Chronisten und

Frühreformator Ulrich Hugwald. Laut HBLS (IV, 317) war

er ursprünglich Wiedertäufer, Hillerbrand ist er jedoch

nicht bekannt. Sein hier vorliegender Brief an die Zürcher

Kirche ist heftig antipapistisch. – Gering gebräunt, sauber,

mit wenigen Textanstreichungen.

271 ISOCRATES, Scripta, quae quidem nunc extant,

omnia, Graecolatina recognita: Hieronymo Wolfio

interprete. Basel, Oporinus' Erben, 1571. Mit

Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 1121 S., 31 Bl.

Holzdeckelbd. d. Zt. (beschabt, Schließen fehlen).

(100) 400,-

STC 432. Adams I 216 (2 inkplt. Ex.). VD 16 I 404. Schweiger

I, 181. Ebert 10590: „Handausgabe ohne Noten.“ Hoffmann

II, 618: „In hac editione versio latina est nova, atque

ab ea, quae in prioribus Wolfii editionibus legitur, diversa.“

– Vgl. Hieronymus, Griech. Geist, 218. – Mit griechischlateinischem

Paralleltext. Enthält die Reden und Briefe des

Isokrates. Die Übersetzung Wolffs war erstmals 1548 bei

Oporinus erschienen. – Vorderdeckel mit quadratischem

Ausschnitt, Titel beschädigt und mit Besitzvermerken,

einige alte Unterstreichungen, wenig fleckig.

272 – Orationes partim doctorum virorum opera,

partim meliorum exemplarium collatione, nunc

demum multò quàm antea emendatiores excusae.

Basel, Isengrin, 1550. 24 Bl. (letztes weiß), 563

(recte 583) S. Blindgepr. Schweinsldr. auf Holz -

deckeln, dat. „1552“ (Kapital leicht läd., fleckig,

berieben und bestoßen, Vorderdeckel mit unterem

Eckausbruch, Schließen fehlen). (100) 600,-

VD 16 I 392. Schweiger I, 181. Ebert 10587. Hieronymus,

Griech. Geist, 217: „Neu sind in ihm Konjekturenvorschläge

ad margines zum Isokratestext und zu den Viten; da

sie in der folgenden Ausgabe von Hieronymus Wolf von

1553, die er aber schon 1550 vorbereitet hatte, weitgehend

in den Text aufgenommen sind, könnten sie schon hier von

ihm herrühren.“ – Ausgabe in griechischer Sprache. – Vorsatz

und Titel (mit unterem Randausschnitt) mit Besitzvermerken

und Federproben. Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig,

schwach wasserrandig und mit hs. Marginalien, letzte Lage

mit Randschäden.

Alte Drucke und alte Theologie 71

Nr. 277

273 (JACOBUS DE GRUYTRODE), Lavacrum

conscientie ex verissimis sancto(rum) patru(m)

scriptis fideliter co(m)pilatum. Köln, H. Quentels

Erben, 1506. 4°. Mit einigen Holzschnitt-Initialen.

1 nn., LVII num., 1 nn. Bl. Mod. Pp. (6) 400,-

STC 489. VD 16 J 106. – Diese Ausgabe nicht bei Adams. –

Heute wird das Werk allgemein dem Kartäusermönch deutscher

Herkunft, Jacob von Gruytrode, zugeschrieben. Er

war Prior des Kartäuser-Konvents bei Lüttich und starb

1482 (vgl. ADB X, 71). In diesem Werk versucht er, in zahlreichen

moralischen und belehrenden Geschichten die

Nichtigkeit der weltlichen Freuden zu beweisen. – Bereits

in der Inkunabelzeit mehrfach erschienen. – Leicht (Titel

stärker) gebräunt, wenig fleckig, tls. etw. wasserrandig und

mit hs. Marginalien.

274 JUSTINUS MARTYR, Operum, quae extant,

omnium per Ioannem Langum Silesium, e(x)

Graeco in Latinum sermonem versorum, et sententijs

priscorum sanctorum Patrum illustratorum,

Tomi III. 3 in 1 Bd. Basel, A. und A. Froben,

1565. Fol. Mit Druckermarken auf dem Titel und

am Schluß sowie einigen Holzschnittinitialen im

Text. 348, 279, 190 S., 35 Bl. Holzdeckelbd. d. Zt.

(eine Schließe fehlt). (100) 500,-

Erste Ausgabe der Übersetzung Johann Langes. – VD 16 J

1174. Adams J 497. Hoffmann II, 651. Hieronymus, Griech.

Geist, 465. – Die Übersetzung des schlesischen kaiserlichen

Rats und Philologen Johann Lange (1503-1567) ist insgesamt

die dritte lateinische Ausgabe der gesamten Werke (erste lateinische

Gesamtausgabe: Paris 1551). – Titel mit Besitzvermerk,

sonst schönes, dekorativ gebundenes Exemplar.


72

275 KROESEL, J., Oratio, de Augustissimo et sanctissimo

incarnati verbi mysterio. Ingolstadt, Eder,

1583. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel und

Wappen-Holzschnitt im Text. 3 nn., 8 num. Bl.

Pp. um 1900 (Deckel mit Schabspur). (66) 100,-

VD 16 K 2402. Stalla 901. – Nicht bei Adams und im STC.

– Wappen-Holzschnitt von alter Hand in Tinte ergänzt:

„Sigmaringen. Virtus virum nobilitat.“ – Fliegender Vorsatz

gestempelt, Titel mit alt hinterlegtem Ausriß, leicht wasserrandig,

gering fleckig. – Aus der Hofbibliothek Donaueschingen.

276 KÜBLIN, M., Vom heiligen Ehstandt, Catholische

Antwort und kurtzer bericht, ob derselb zu

diesen zeiten der Gnaden, oder newen Testaments,

auch ein heilig Sacrament seye? Freiburg, M.

Böckler, 1597. 8 Bl., 110 (recte 120) S. Mod. Broschur.

(10) 200,-

Wohl einzige Ausgabe. – VD 16 K 2489. – Nicht bei Adams

und im STC. – Der Verfasser war laut Titel Baccalaureus

der Heiligen Schrift sowie Priester und Kaplan im „Thumstifft“

Basel, weiter ist über ihn biographisch nichts bekannt.

– Etw. gebräunt und stockfleckig.

277 LIVIUS, T., UND L. FLORUS, Von Ankunfft

und Ursprung des Römischen Reichs biß auff

der ersten Römischen Keyser Regierung. Jetzund

auff daß newe auß dem Latein verteutscht (von

Z. Müntzer). Straßburg, Th. Rihel, 1598. Fol. Mit

breiter figürlicher Titelbordüre, Druckermarke am

Ende und 131 Textholzschnitten von J. Amman

und T. Stimmer. 14 Bl., 878 (recte 887) S., 11 Bl.

Hpgt. des 18. Jhdts. mit Rsch. (beschabt und be -

stoßen). (133) 1.800,-

VD 16 L 2124. Ritter 1381. Muller 553, 115. – Vgl. Andresen

I, 201 und III, 156. Becker 59. – Noch frühe Ausgabe

des durch seinen reichen Holzschnittschmuck berühmten

deutschen Livius, der erstmals 1568 bei Rihel erschien. Mit

der langen Vorrede des Druckers vom März 1574 an Kaiser

Maximilian II. Die hier vorliegende Übersetzung des

Zacharias Müntzer ist gegenüber den früheren Ausgaben

des 16. Jahrhunderts bedeutend verbessert. – Vorsatz mit

Exlibris. Leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

278 LOOS, C., Duellum fidei et rationis: si in eucharistiae

sacramento, vere sit corpus Christi. Editum

adversus sex paradoxa, quibus de bestialissima

idololatria, Christianos Catholicos falso insimulat,

& calumniose traducit Christianus Francken,

apostata. Mainz, C. Behem, 1581. 120 nn. Bl. Pgt.

d. Zt. (ohne die Schließbänder, Deckel gewellt,

fleckig und beschabt). (66) 200,-

Erste Ausgabe. – VD 16 L 2476. Adams L 1462. – Cornelis

Loos (1546-1595), Theologe in Mainz und später in Trier,

war ein entschiedener Gegner der Reformation, seine „hohe

historische Bedeutung liegt darin, daß er als der erste literarische

Bekämpfer des Hexenwahns und der Hexemprozesse

gepriesen werden darf“ (ADB LII, 68). – Vorderer

Spiegel aufgeplatzt, Titel am unteren Seitenrand ergänzt, mit

alten Besitzvermerken und Tintenspuren; etw. fleckig.

Alte Drucke und alte Theologie

279 LUCANUS, M. A., De bello civili libri decem.

Lyon, S. Gryphius, 1561. 269 S. Mod. Pgt. (153)

200,-

Adams L 1580. Schweiger I, 562. Baudrier VIII, 302. Von

Gültlingen 1457. – Nicht im STC. – Auf den ersten Seiten

eine kurze Biographie des Lucanus aus Petrus Crinitus'

„De poëtis Latinis“. – Stellenw. leicht gebräunt und wenig

fleckig.

280 LUTHER, M., Colloquia oder Tischreden. An -

fenglichs von Anthonio Lauterbach zusammen

getragen. Hernacher in gewisse Locos Communes

verfasset und auß viel anderer Gelehrter Leute

Collectaneis gemehret. Frankfurt, o. Dr. (P. Schmid

und S. Feyerabend), 1571. Fol. Mit Titel- und

Textholzschnitt. 10 nn., 446 num., 37 nn. Bl. Stark

läd. Schweinsldr. d. Zt. (144) 400,-

VD 16 L 6758. Schottenloher 14022 b. – Nicht bei Kind. –

Erstes Drittel durchgehend mit Wurmloch, Bl. 218 und 219

mit tls. hinterlegtem Einriß, Bl. 325 mit Eckausriß, letzte

Bl. mit Randläsuren.

281 – Vermanu(n)g an die geistlichen versamlet auff

dem Reichstag zu Augsburg, Anno. 1531. Wittenberg,

J. Klug, 1531. 4°. Mit figürlicher Titelbordüre.

28 Bl. Mod. Pgt. mit 2 Schließen (eine

Schließe mit fehlendem Zuhaltemechanismus).

(136) 600,-

Achte Ausgabe, ein Jahr nach der der ersten. – Benzing 2787.

STC 571. VD 16 L 6922. WA 50, 2, 240 H. Knaake I, 653:

„Mit prächtiger Titelbordüre von Lucas Cranach.“ Pegg

2718. Ders., Swiss libraries, 3592. – Titelbordüre bei Luther,

Titeleinfassungen, 44. – Eindringlicher Aufruf Luthers für

den Augsburger Reichstag, auf dem er als Geächteter nicht

erscheinen durfte. Er suchte damit die Geistlichen im Sinne

der Reformation zu beeinflussen, indem er seine Kritik an

den Mißständen der Kirche zusammenfaßt und die rechte

christliche Kirche gegenüberstellt. – Titel unten knapp be -

schnitten. Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

282 LUTHER – COCHLÄUS, J., Historia de actis et

scriptis Martini Lutheri. Köln, Th. Baum, 1568.

Mit Druckermarke auf dem Titel. 24 nn. Bl., 48 S.,

num. Bl. 49-363, 1 nn. Bl. Pgt. des 18. Jhdts. mit

Rsch. (etw. fleckig, wenig berieben und bestoßen).

(10) 250,-

IA 142.250. STC 247. VD 16 C 4279. Spahn S. 238: „Wenig

verarbeitete, unvollständige Notizenkompilation, in der

man nicht vermuten darf, was ihr Name verheisst. Ein

unförmliches Werk, das weder eine erschöpfende

Geschichte Luthers, noch eine ausreichende Übersicht über

die Abwehrversuche der Katholiken, noch eine Selbstbiographie

seines Verfassers ist. Es ist vielmehr ein Gemisch

aus allen dreien.“ – Fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk.

Etw. gebräunt, wenig fleckig.

283 (MAIR, P. H.), Bericht und antzaigen, der lob -

lichen Statt Augspurg. (Augsburg, Kriegstein),

1550. Fol. Mit 157 ganzseit. Holzschnitten von

Christoph Weiditz. 1 Bl., 163 S., 6 Bl. Mod. Pgt.

(144) 800,-


Nr. 281

VD 16 M 365. STC 588. Lipperheide Rc 6. Bartsch IX, 164.

Weigel 12864. Hollstein XV, 245. Thieme-B. XIX, 514

(Kandel) und XXXV, 269 (Weiditz). – Vgl. Becker, Amman,

105. – Zweite Ausgabe des berühmten Augsburger

Geschlechterbuches (EA 1538) „mit lebhaft bewegten und

phantastisch gerüsteten Wappenhaltern“ (Thieme-Becker)

in jeweils ganzer Figur. Ob Christoph Weiditz seine Entwürfe

auch selbst in Holz schnitt, ist nicht bekannt, möglicherweise

ist David Kandel der Holzschneider (zur Aus -

einandersetzung darüber vgl. Hollstein). Wie die Holz -

stöcke der Straßburger Erstausgabe von 1538 nach Augsburg

kamen, ist nicht bekannt. In der vorliegenden Zweitverwendung

ließen sie jedenfalls noch sehr gute Abdrucke

zu, während die dritte Ausgabe 1580 bei Feyerabend in

Frankfurt schon deutlich schwächere Abzüge zeigt. – Titel

angeschmutzt und mit kleineren hinterlegten Fehlstellen,

sonst nur stellenw. wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

284 MARCOS DE LISBOA, Der Cronicken der eingesetzten

Orden deß heyligen Vatters Francisci

der erste (der ander) Theil. In Portugalischer

Sprach beschriben, volgens in die Italianische

transferiert durch Horatium Diolam, und an ietzo

in unser Teütsche Sprach gebracht durch Carl

Kurtzen von Senfftnaw. 2 Tle. in 1 Bd. Konstanz,

N. Kalt, 1604. Mit gestoch. Titel, ganzseit. Textholzschnitt

und großer Wappen-Druckermarke

auf dem letzten Bl. 25 Bl., 672 S., 1, 1 Bl., 520 S.,

1 Bl. Blindgepr. Pgt. d. Zt. (beschabt, fleckig, Stehkanten

durchgescheuert). (100) 500,-

Alte Drucke und alte Theologie 73

Nr. 283

Einzige deutsche Ausgabe, selten. – LThK VI, 959: „Mehr

erbauliche als historische Ordenschronik.“ – Verfaßt vom

portugiesischen Franziskaner Marcos de Lisboa (1511-1591),

von 1581 bis zu seinem Tode Bischof von Porto. – Erste Lage

mit kleinen Randläsuren, tls. stärker gebräunt, fleckig.

285 MARTIALIS, M. V., Epigrammaton libri XII.

Opera Hadriani Iunii. Antwerpen, Ch. Plantin,

1579. Mit kleiner Druckermarke auf dem Titel.

360 S., 3 Bl. Maroquin um 1800 mit reicher Vg.

(etw. bestoßen, leicht verfärbt). (161) 300,-

STC 129. Schweiger II, 596. Voet 1638: „Reprint of the

1568-edition, but with additional marginal notes and a

section 'Annotationes et castigationes omissae suo quaeque

loco reponendae'.“ – Titel mit Besitzvermerken (tls. kaum

sichtbar rasiert), leicht gebräunt, etw. fleckig; durchgehend

regliert. – Hübsches Bändchen.

Unbekannte Ausgabe

286 MARTINI, L., Der Christlichen Jungkfrauen

Ehrenkräntzlein. Darinnen alle ihre Tugenden

durch die gemeine Kräntzblümlein abgebildet

und erklärt werden. Mit einer Vorrede Doctor:

Ioannis Avenarii (J. Habermann). Prag, W. Ma -

rino, 1595. 12°. Mit altkolor. Titelholzschnitt und

32 (mehreren wdh.) altkolor. Textholzschnitten.

131 nn. Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. (Schließen defekt,

Kapitale leicht beschäd.; beschabt und bestoßen).

(22) 3.000,-


74

Vgl. Repertorium deutschsprachiger Ehelehren der frühen

Neuzeit I/1, 126 (verzeichnet acht weitere Ausgaben). VD

17 12:104219N (Ausgabe Prag, Marino, 1602). Hayn-G. IV,

429 (drei Ausgaben). Jöcher-A. IV, 861. – Diese Ausgabe,

wahrscheinlich die erste bei Marino in Prag erschienene, ist

weder über den KVK noch bibliographisch nachweisbar.

Die Erstausgabe des in einigen Auflagen gedruckten, wiewohl

dennoch sehr seltenen Werkes, ist 1580 bei Michael

Peterle in Prag erschienen und wurde mehreren Damen aus

dem Braunschweig-Lüneburger Herzoghaus gewidmet. –

Die hübschen altkolorierten Textholzschnitte zeigen überwiegend

Blumen als Symbole weiblicher bzw. jungfräulicher

Tugenden, ebenso die „Gold- und Silberschnürlein“

sowie Seidenstränge in verschiedenen Farben. – Titel und

erste Bl. mit Randausbrüchen und Wurmspuren, einzelne

Bl. mit Einrissen, stellenw. wasserrandig; gebräunt und

fleckig. – Siehe Abbildung Tafel 10.

This edition, probably the first one published by Marino at

Prague, cannot be located at KVK or bibliographically. –

The charming text woodcuts in contemporary hand colouring

show mostly flowers as symbols of feminine or virginal

virtues. – Title and first leaf with breaks in margin and worming,

some leaves with tears, here and there waterstains;

browning and soiling. – Contemporary blind-pressed calf

(clasps defective, turn-ins slightly damaged; scratched and

scuffed). – See illustration on plate 10.

287 MARULIC, M., Evangelistarium. Venedig,

M. Sessa, 1516. 4°. Mit großer schwarzgrundiger

Initiale. 6 nn., 150 (recte 151) num. Bl., 1 weißes

Bl., 3 (statt 4) nn. Bl. Mod. Pgt. (153) 600,-

Erste Ausgabe. – EDIT 16 24989. – Vgl. Adams M 809

(Ausg. 1519). – Nicht im STC. – Sehr seltenes Werk des

kroatischen Nationalpoeten. – Das fehlende letzte Errata-

Blatt in Faksimile eingebunden.

288 MAXIMILIAN II. – GIUSTINIANI, G., Brevis

commentariolus memorabilis facti Serenissimi

Principis Maximiliani Bohemiae Regis. Padua,

J. Fabriani, 1550. 4°. Mit Wappenholzschnitt auf

dem Titel. 4 Bl. Mod. Heftstreifen. (66) 250,-

STC 307. – Nicht bei Adams. – Schilderung eines vermeintlichen

Abenteuers des Kaisers Maximilian II. – Giovanni

Giustiniani (Johannes Justinianus; circa 1513-1556)

schildert plastisch und spannend, wie der junge Regent einmal

auf der Jagd sein Gefolge verloren hatte und in einer

Hütte bei einer Familie zunächst gastfreundlich aufgenommen

wurde, dann aber fast einem Raubmord zum Opfer fiel

und sich nur mit Glück ud Geistesgegenwart aus der Bedrohung

retten konnte. – Die Geschichte ist dem jungen Grafen

Andrea Matteo Aquivivo zur Mahnung zugeeignet. –

Erstes Blatt mit Knick, letztes Blatt mit kleinem Einriß im

Bug und Blattweiser, vereinzelt minimale Wurmlöcher.

289 MEIJER, M., Miscellanea ex omni iure collecta.

Praeside Casparo Hell. Ingolstadt, W. Eder, 1593.

4°. Mit Titel- und Textbordüre. 1 Bl., 5 S. Ohne

Einband. (62) 150,-

Wohl einzige Ausgabe. – VD 16 M 2238. Stalla 1145. – Thesenpapier

zu verschiedenen juristischen Kontroversen. –

Leicht gebräunt, wenig fleckig.

Alte Drucke und alte Theologie

290 MIRAEUS, A., Origines coenobiorum Benedictinorum

in Belgio: Quibus antiquae religionis

ortus progressusque deducitur. Antwerpen,

H. Verdussen, 1606. 10 Bl., 199 S., 4 Bl. Pgt. d. Zt.

(stark gebräunt, Rückseite mit Messerschlitzen,

ohne die Schließbänder). (165) 120,-

CLC L 654. – Vgl. zum Verfasser Jöcher III, 549. – Etw.

gebräunt und stellenw. wasserrandig, Titel unterlegt, verso

mit hs. Besitzvermerk, fliegender Vorsatz mit gelöschtem

hs. Besitzvermerk. – BEIGEB.: CULENS, H., Spiritualium

strenarum ac variarum concionum ad diversos hominum

status manipulus. Antwerpen, Plantin-Moretus, 1613. –

Jöcher I, 2245.

291 MISSALE ROMANUM, ex decreto sacrosancti

Concilij Tridentini restitutum, Pii V. Pont. Max.

iussu editum, et Clementis VIII. auctoritate recognitum.

Lyon, Rigauds Witwe und Borde, 1635.

Fol. Mit Titelkupfer und 4 ganzseit. Textkupfern

meist von W. D. Haen, mit in den Text gedruckten

Musiknoten, durchgehend gedruckt in Rot und

Schwarz. 32 Bl., 649, CCXXIV S., 1 Bl., 47 S.

Kalbldr. d. Zt. mit reicher Rücken- und Deckelvg.

(Lyoneser Fächereinband) sowie dreiseit. Goldschnitt

(etw. berieben ud bestoßen, Kapital und

Stehkanten leicht lädiert). (10) 600,-

Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Die Kupfer

in guten und kräftigen Abdrucken. – Titel in der unteren

Ecke angerändert. Letztes Bl. mit starken Quetschfalten.

Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig, vereinzelt kleine Wurmspuren.

– Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung Tafel 12.

292 – ex decreto sacrosancti Concilii Tridentini restitutum,

S. Pii V. Pontif. Maximi jussu editum, et

Clementis VIII. et Urbani VIII. auctoritate recognitum.

Augsburg, Rieger, 1784. Fol. Mit gestoch.

Titelvign. und 12 ganzseit. Kupfern im Text und

auf 2 Tafelseiten, meist von Johann Rudolf Störcklin.

22 Bl., 542 S., CXXII, 12, 8 S. Ldr. d. Zt. mit

reicher Vg. (eine Schließe defekt, Vergoldung tls.

verblaßt, beschabt und etw. bestoßen). (138) 300,-

Vgl. zum Künstler Thieme-B. XXXII, 95. – Die Kupfer in

guten und kräftigen Abdrucken. – Tadellos.

293 MISSALE – Fragment eines Missales, gedruckt

vermutlich in Köln, um 1510/20. 4°. Mit zahlr.

figürlichen Holzschnitt-Initialen (1 große altkolor.)

und ganzseit. altkolor. Kanonholzschnitt. Vorhanden:

Bl. 2-254. Druck in Rot und Schwarz.

2 Sp. Etw. läd. Hldr. d. 18. Jhdts. (53) 300,-

Wohl in Köln oder am Niederrhein gedrucktes Missale, dessen

Titelblatt und Schluß fehlen. Für Köln sprechen die

roten Kolumnentitel, die langgezogenen Initialen und die

Art der Choralnotation. – Einzelne restaurierte Ausrisse

(auch am Rand des Kanonholzschnitts); wasserrandig,

fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung Tafel 12.


294 (MÜNSTER, S., Cosmographiae universalis lib.

VI.) Basel, H. Petri, 1552. Fol. Mit Druckermarke

auf dem letzten Bl. verso und zahlr. (7 doppelblattgr.)

Textholzschnitten (ohne die 14 doppelblattgr.

Karten). 11 (statt 12) Bl., 1162 S. (es fehlen

dazwischen ca. 115 Bl.), 1 Bl. Spät. Ldr. auf Holzdeckeln

mit 2 Metallschließen (beschabt, etw. be -

stoßen). (126) 2.000,-

Zweite lateinische Ausgabe. – Adams M 1909. VD 16 M

6715 = 6716 (?). Oehme XVIII und XXVI. Hantzsch 77.30.

Burmeister 88. Dekesel M 73. Sabin 51380. Alden 552/34. –

Es fehlen das Titelblatt und u. a. die meisten der doppelblattgr.

Ansichten; unter den vorhandenen noch erwähnenswert

die Ansichten von Frankfurt/Oder, Genf, Konstantinopel

und Paris; die Ansicht von Frankfurt/Main

unten mit Eckausriß (etw. Bild- und Textverlust). Ca. 10 Bl.

mit teilw. ausgebesserten oder hinterlegten Randausrissen

(tls. mit etw. Bild- oder Textverlust). Einige Holzschnitte

ankoloriert. Die ersten 2 Lagen lose. Leicht gebräunt, tls.

etw. fleckig und mit hs. Marginalien, gegen Ende stärker

wasserrandig. – Ohne Rückgaberecht.

Second Latin edition. – Lacks title-page and also most of the

double-page views, worth mentioning are the views of

Frankfurt/Oder, Geneva, Constantinople and Paris; the

view of Frankfurt/Main with tear-out at lower corner

(affecting a little illustration and text). Ca. 10 leaves with

partly repaired or backed tears in margin (partly with some

loss of illustration and text). Some woodcuts partly coloured.

First 2 quires loose. Slightly browned, here and there a

little soiled and with ms. marginalia, towards the end with

stronger waterstains. – Not subject to return. – Later calf

over wooden boards with 2 metal clasps (scratched, a little

scuffed).

295 – Cosmographey. Oder beschreibung Aller Länder

herrschafften und fürnemesten Stetten des

gantzen Erdbodens. Basel, (S. Henricpetri, 1588).

Fol. Mit Holzschnittportr. auf dem Titel, 9 (statt

26) doppelblattgr. kolor. Holzschnittkarten und

über 1000 meist kolor. Textholzschnitten, davon

mehr als 40 doppelblattgr. 14 Bl., MCCCCXX S.

(es fehlen dazwischen 89 Bl.), 1 (statt 2) Bl., teilw.

rubriziert, auch viele Initialen rot koloriert. Läd.

blindgepr. Ldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (126)

8.000,-

Sechzehnte deutsche Ausgabe. – STC 632. VD 16 M 6704.

Sabin 51393. Alden 588/63. Burmeister 81. Dekesel M 99.

Unter den doppelblattgr. Holzschnitten Ansichten von

Amberg, Basel, Bern, Colmar, Florenz, Frankfurt/Oder,

Freiberg, Freiburg, Genf, Genua, Jerusalem, Koblenz,

Köln, Konstantinopel, Landau, Lindau, Lübeck, Lüneburg,

Parma, Speyer, Straßburg, Trier, Würzburg etc. – Die

Ansichten von Rom und Worms (letztere stark läd. und

teilw. aufgezogen) nicht koloriert. Vorhanden sind die

Karten Nr. 4, 9, 10, 12 und 14-18. Es fehlen die S. 99-102,

109-116, 205-208, 255-258, 301-304, 345-350, 367, 368, 389,

390, 497-500, 521-524, 533, 534, 567-570, 753-756, 815-832,

839, 840, 853-874, 877-880, 895-916, 937-940, 947-950, 967,

968, 971-974, 1095-1098, 1101, 1102, 1113, 1114, 1123, 1124,

1127-1130, 1141, 1142, 1151-1158, 1161, 1162, 1171-1176,

1193, 1194, 1213-1218, 1267, 1268, 1283, 1284, 1287 und

1288. Es fehlt ferner das letzte Blatt mit Druckvermerk und

Druckermarke. Die letzten 3 vorhandenen Blätter oben mit

großem Randausriß (geringer Textverlust). Etw. gebräunt

Alte Drucke und alte Theologie 75

und fleckig, tls. mit hinterlegten Randschäden und Ge -

brauchsspuren. – Die Holzschnitte in kräftigem Kolorit. –

Siehe Abbildung Tafel 12.

Sixteenth German edition. – The views of Rome and Worms

(the latter heavily damaged and partly mounted) not coloured.

Maps no. 4, 9, 10, 12 and 14-18 are there. Lacks 89 text

leaves, furthermore the last leaf with imprint and printer's

mark. The last 3 existing leaves with large tear-out at upper

margin (minor loss of text). Somewhat browned and soiled,

here and there with partly backed marginal damages and

signs of wear. – Woodcuts in strong colouring. – Contemporary

damaged blind-pressed calf over wooden boards. – See

illustration on plate 12.

296 MUZIO, G., Le Vergeriane, discorso se si convenga

ragunar Concilio. Trattato della comunione

de' laici; & delle mogli de' Chierici. Venedig,

Giolito de' Ferrari, 1551. Mit 2 Druckermarken

und vielen Initialen. 214 Bl. Pgt. des 18. Jhdts.

(stark fleckig). (153) 350,-

Adams M 2096. Bongi I, 326. – Zweite Ausgabe. – Splendider

Druck mit ausnehmend hübschen Initialen. – Nur stellenw.

wenig fleckig.

297 NICEPHORUS CALLISTUS, Ecclesiasticae

historiae libri decem et octo. Basel, J. Oporinus,

1553. Fol. Mit 2 Druckermarken. 956 S., 26 Bl.

Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit Rollenund

Plattenstempelprägung (beschabt, fleckig und

bestoßen, Schließen fehlen). (59) 400,-

VD 16 N 1436. Adams N 216. – Erste lateinische Einzelausgabe,

Hauptwerk von Nicephorus, „dem einzigen

eigentlichen Kirchenhistoriker der byzantinischen Zeit“

(Wetzer-W. IX, 259). – Gering gebräunt, teilw. schwacher

Wasserrand. Erste Bl. stärker gebräunt und gering wurmstichig,

Titel gereinigt und mit hinterlegtem Eckabriß,

S. 725/26 mit Einriß im Rand.

298 NIZOLIUS, (M.), Thesaurus Ciceronianus,

omnia Ciceronis verba ... complexus. Basel, Episcopius

für Herwagen, 1568. Fol. Mit Druckermarke

auf dem Titel und dem letzten Blatt. 6 Bl.,

3094 (recte 3092) Sp., 8 Bl. Restauriertes Ldr. des

19. Jhdts. (21) 300,-

STC 654. Adams N 303. – Vgl. VD 16 N 1791. Schweiger II,

269. Zaunmüller 244 (andere Ausgaben). – Das Cicero-

Wörterbuch erschien erstmals 1535 unter dem Titel

„Observationum in M. Tullium Ciceronem prima (secunda)

pars“. – Titel mit stärkeren Gebrauchsspuren, ansonsten tls.

leicht wasserrandig und gering fleckig.

299 NOSTREDAME, J. DE, Le vite delli piu celebri

et antichi primi poeti provenzali. (Trad.) G. Giudici.

Lyon, A. Marsilii, 1575. 254 S., 8 Bl. (erstes

Bl. weiß). Flex. altes Pgt. (etw. fleckig, berieben

und bestoßen, mit mehreren Bezugsdurchbrüchen

und 2 Wurmspuren). (63) 1.200,-

Erste Ausgabe der italienischen Übersetzung. – STC 327.

Adams N 348. Baudrier II, 164. EDIT 16 CNCE 29386. –

Die französische Ausgabe erschien nahezu gleichzeitig. –


76

Nr. 300

Blumenlese der alten provenzalischen Poesie mit kurzer

Auskunft über die Verfasser. – Fliegender Vorsatz mit hs.

Eintragungen. Titel mit verwaschener Bibl.-Nummer.

Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. schwach wasserrandig,

vereinzelt kleine Randschäden.

First edition of the Italian translation. – Anthology of old

Provence poetry with short information on authors. – Flyleaf

with ms. annotations. Title with faded library number.

Slightly browned, hardly soiled, here and there with light

waterstains, isolated marginal damages. – Old limp vellum

(some soiling, rubbing and scuffing, with several perforations

in cover material and 2 worm traces).

300 OLDENBURG – HAMELMANN, H., Oldenburgisch

Chronicon. Das ist, Beschreibung Der

Löblichen Uhralten Grafen zu Oldenburg und

Delmenhorst. (Oldenburg, W. Berendts Erben),

1599. Fol. Mit breiter figürlicher gestoch. Titelbordüre,

ganzseit. Kupferstichportr., 3 doppelblattgr.

genealogischen Tabellen, 62 (4 ganzseit.)

Textkupfern, doppelblattgr. Kupfertafel und 44

(2 ganzseit.) Textholzschnitten (ohne die Karte).

43 Bl., 494 S. (ohne die letzten 8 nn. Bl.). Mod. Pgt.

unter Verwendung alten Materials auf Holz -

deckeln mit 2 Metallschließen. (59) 2.500,-

Erste Ausgabe, zugleich der erste von 2 Drucken der einzigen

Oldenburger Offizin im 16. Jahrhundert. – STC 381.

Adams H 30. VD 16 H 407. Schottenloher 31933 a. Lipperheide

Da 10. – Die schönen Kupfer mit dem Porträt

Hamelmanns, einer Darstellung des Oldenburger Horns

und den Porträts der Oldenburger Fürsten mit ihren

Gemahlinnen und Wappen. Mit der schönen doppelblattgr.

Vogelschauansicht Oldenburgs (seitlicher Bildrand angeschnitten).

Unter den Holzschnitten Siegel, Münzen,

Kriegsereignisse etc., eine ganzseit. Ansicht Oldenburgs

sowie die älteste gedruckte Ansicht Kopenhagens (S. 337),

Alte Drucke und alte Theologie

die während der Belagerung der Stadt in der Grafenfehde

(1536/1537) gezeichnet wurde. – Es fehlen die 8 Schlußblätter

und die Karte. Leicht gebräunt, wenig fleckig.

BEIGEB.: DRESSER, M., Sächsische Chronicon. Auffs

newe zugerichtet, gebessert und continuirt. Wittenberg,

J. Krafft für J. Franck, 1596. Mit Titelholzschnitt, doppelblattgr.

Holzschnitt-Tafel (statt 2) und vielen Textholzschnitten.

6 Bl. (letztes Bl. weiß), 788 S., 12 Bl. – Erste Ausgabe.

– STC 779. IA 122.756. VD 16 B 6797. – Reich

illustrierte Bearbeitung und Aktualisierung von Botes Sachsenchronik

und deren Fortführung durch J. Pomarius; auf

S. 484 werden die Entdeckungen des Kolumbus erwähnt.

Mit einer schönen Ansicht Magdeburgs (außen sehr knapp

beschnitten). – Ohne die zweite Tafel mit dem Denkmal für

Kaiser Otto I. – Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

301 PANVINIO, O., Epitome pontificum Romanorum

a S. Petro usque ad Paulum III. Venedig,

J. Strada, 1557. Fol. Mit großer Druckermarke

auf dem Titel und vielen Wappenholzschnitten

im Text. 4 Bl., 428 S., 16 Bl. Flex. Pgt. d. Zt.

(etw. fleckig, berieben und bestoßen, aufgewellt,

Schließbänder fehlen). (10) 600,-

Erste Ausgabe. – STC 488. Adams P 194. EDIT 16 CNCE

34274 (nennt am Ende irrtümlich 20 Bl.). Cerroti 1406 (dat.

irrtümlich 1551). – Erste Personalgeschichte der Kurie, ein

reiches Quellenwerk von großer Bedeutung. „Den Ehrennamen

'Pater omnis historiae' (Scaliger) verdiente (Pan -

vinio) nicht bloß durch die Vielseitigkeit seiner Studien,

sondern durch ganz moderne kritische Fragestellung und

Auffassung, er ist originell und echter Historiker, sieht die

Lücken und Probleme und dient unbestechlich der Wahrheit.

Sein Stil ist einfach, aber sorgfältig und angenehm“

(LThK VII, 923). – Erstes und letztes Bl. etw. angeschmutzt,

zu Beginn und am Ende leicht wasserrandig, sonst nur

gering gebräunt und fleckig, in den Ecken z. Tl. kleine

Quetschfalten. – Siehe Abbildung.


Nr. 301

302 PELBARTUS (AUS TEMESVAR), Stellarium

corone benedicte virginis Mariae in laudem eius.

Hagenau, H. Gran für J. Rymman (in Augsburg),

1505. Fol. 167 nn. Bl. Stark beschäd. Schweinsldr.

d. Zt. auf Holzdeckeln. (6) 300,-

STC 598. VD 16 P 1211. Ritter 1827. Benzing, Hagenau, 43.

Burg 357. – Nicht bei Borda. – Seltene Ausgabe der Marienpredigten

(erstmals 1497 erschienen). – Starke Alters- und

Gebrauchsspuren. – Ohne Rückgaberecht.

303 PETRARCA, F., Il Petrarcha con l'espositione

d'Alessandro Vellutello, e con piu utili cose in

diversi luoghi di quella novißimamente da lui

aggiunte. Venedig, Comin da Trino, 1547. Mit

wdh. Druckermarke auf dem Titel und am Ende.

278 num., 2 nn. Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, ohne

Schließbänder). (87) 400,-

Einer von mindestens 3 verschied. venezianischen Drucken

aus demselben Jahr. – STC 504. Speck-N. 249. – Leicht

fleckig, Spiegel teilw. abgelöst, darunter Inkunabelmaku -

latur.

304 – Il Petrarcha con l'espositione di M. Giovanni

Andrea Gesualdo. Venedig, D. Giglio, 1553. 4°.

Mit 2 Titelbordüren und 6 Textholzschnitten zu

den „Trionfi“. 22 nn., 346 num., 72 nn. Bl. Leicht

läd. Pgt. d. Zt. (126) 400,-

Fiske-F. 103. Hortis 97. Ley 217. Marsand 64. Speck 273

(inkomplett; ohne die Babylon-Sonette): „Enthält den Titelholzschnitt

mit architektonischem Rahmen und integrierten

Porträts von Petrarca und Laura und die Holzschnitte zu

den Trionfi der Ausgabe, die Fratelli Nicolini da Sabio 1549

besorgten. Für den Titel der Trionfi wird hier erstmals der

Alte Drucke und alte Theologie 77

Nr. 306

Rahmen des Haupttitels wieder verwendet. Die Ausgabe

sollte mit jener von Giolito aus dem gleichen Jahr rivalisieren.

Der Einleitung von Gesualdo ist ein Brief des Druckers

an Bernardo Priuli vorangestellt. In der Ausgabe fehlen

Gesualdos Widmung, der Index zum Kommentar und der

Anhang (giunta).“ – Vorsatz erneuert, wenig fleckig.

305 (PICCOLOMINI, A. P.), Rituum ecclesiasticorum

sive sacrarum cerimoniarum S. S. Romanae

ecclesiae libri tres non ante impressi. (Hrsg. von

Ch. Marcellus). Venedig, G. de Gregoriis, 1516.

Fol. Mit 3 großen Textholzschnitten. 6 nn., 143

num., 1 weißes Bl. Pgt. des 18. Jhdts. (Rücken

oben eingerissen). (153) 1.200,-

Zweiter Druck der ersten Ausgabe mit der Variante „excussere“

im Kolophon. – Die Holzschnitte wurden eigens für

dieses Werk geschaffen. – STC 383. Adams L 976. De Marinis

I, 52, 523. Essling 1905 (mit Abb. der 3 Holzschnitte).

Sander 5662. – Die etwas statuarischen Holzschnitte zeigen

jeweils den Papst mit Entourage. – Vorsatz mit langem

hs. Vermerk (auf den Titel leicht durchschlagend), wenig

fleckig.

Second issue of first edition. – Endpaper with long ms. note

(slightly showing shrow on title), hardly soiled. – Vellum of

the 18th century (spine torn at top).

306 PIUS V. – PONTIFICALE ROMANUM ad

omnes pontificias caeremonias. Venedig, Giunta,

1572. Fol. Mit wdh. Druckermarke auf dem Titel

und letzten Bl., kleinem Titelholzschnitt und 161

(1 ganzseit. und 4 größeren) Textholzschnitten

(inkl. Wdh.). 4 nn., 243 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt.

(fleckig, berieben und bestoßen, mit wenigen

Wurmspuren). (144) 800,-


78

Nr. 312

Nr. 314

Alte Drucke und alte Theologie

Fünfte Ausgabe bei Giunta, ein seitengleicher Nachdruck der

Ausgabe von 1561. – STC 387. Mortimer 383 Anm. – Prachtvoller

zweispaltiger Druck in Rot und Schwarz. – „There are

two small blocks and one cut of the Entry into Jerusalem.

The other blocks are scenes of the various ceremonies in

which the bishop participates. Part 2 is concerned with the

consecration of churches. Woodcut Greek and Latin alphabets

on leaf O5r with directions for the ceremony of marking

the alphabets on the floor, a part of the consecration

rite“ (Mortimer). Die Textholzschnitte, darunter 24 Wiederholungen,

wurden offensichtlich eigens für die Ausgabe von

1561 geschaffen und hier wieder verwendet, der blattgr.

Kreuzigungsholzschnitt wurde von Giunta be reits ein Jahr

zuvor in einem Missale verwendet (vgl. Mortimer Abb.

S. 444). – Titel mit Besitzvermerk und Exlibris, verso mit

Tektur und Stempel. Letztes Blatt mit teilw. hinterlegten

Randschäden und stärker fleckig. Bl. 210 mit Randausriß.

Leicht gebräunt, meist stark wasserrandig, vor allem am

Anfang und Ende in den Rändern fleckig und mit Läsuren,

die letzten Blätter mit Wurmspuren. – Siehe Abbildung.

307 PLATINA, B., De vitis maxi(morum) ponti -

(ficum) (etc.). Venedig, G. de Fontaneto, 1518. Fol.

Mit Titelholzschnitt. 225 (recte 223) num. Bl.,

1 weißes Bl. Flex. Interims-Einband (leichte Ge -

brauchsspuren). (126) 600,-

Adams P 1415. Proctor 13230. Essling 141. Sander 5745. –

Die Papstgeschichte des Humanisten Platina erschien erstmals

1479 und „ist ausgezeichnet durch die elegante

Schreibweise. Sein Urtheil ist nicht immer unparteiisch, bei

Paul II. aber geradezu ungerecht und von persönlichem

Hasse beeinflußt“ (Wetzer-Welte). – Der Holzschnitt zeigt,

wie Platina sein Werk Papst Pius IV. präsentiert. – Einige

alte Anmerkungen, wenig fleckig.

308 – De vitis ac gestis summorum pontificum, ad sua

usque tempora, liber unus. Köln, J. von Gennep,

1551. Fol. Mit Druckermarke auf dem Titel und

einigen figürlichen Holzschnittinitialen. 6 Bl.,

320 S., 2 Bl., 19 (recte 92) S., 6 Bl. (das letzte weiß).

Pgt. d. Zt. (tls. stärker fleckig, brüchig, etw. berieben

und bestoßen). (100) 120,-

Adams P 1419. VD 16 P 3262. – Nicht im STC. – Mit

Beiträgen von Johannes Trithemius, Carlo Berardi und

Giovanni Battista Almadiani. – Vorsätze erneuert, Titel mit

hs. Besitzvermerk, vereinzelt wasserrandig, leicht gebräunt

und fleckig.

309 PLATON, La republica. Tradotta dall'eccellente

phisico Pamphilo Fiorimbene. Venedig, G. Giolito

de' Ferrari, 1564. Mit Druckermarke auf dem

Titel und vielen figürlichen Initialen. 16 Bl., 451

(recte 469) S. Pgt. d. 19. Jhdts. (Gelenke angebrochen,

mit wenigen Wurmlöchern). (100) 600,-

Erste Ausgabe der ersten Übersetzung von Platons „Staat“

ins Italienische. – Bongi I, 454. Haym 508, 4. STC 524.

Adams P 1468. Ebert 17142. Hoffmann III, 312. Schweiger

252. – Die Übersetzung stammt vom Arzt Pamphilo

Fiorimbene aus Fossombrone. „Come egli riuscisse nella

difficil prova di tradurre per il primo l'opera maggiore di

Platone non troviamo scritto“ (Bongi). – Leicht gebräunt,

tls. mit schwachem Wasserrand und gelegentlichen Anstreichungen

am Seitensteg.


310 PLAUTUS, (T.) M., (Comoediae) ex fide, atque

auctoritate librorum manuscriptorum opera Dionys

Lambini emendatus: ab eodemque commentariis

explicatus. Genf, Vignon, 1605. 4°. Mit Titelbordüre

und einigen Holzschnitt-Initialen. 4 Bl.,

920 S., 26 Bl. Wildldr. d. Zt. (fleckig, berieben und

bestoßen, mit 2 kleinen Bezugsfehlstellen). (100)

150,-

Schweiger II, 764. Ebert 17188 Anm. – Späterer Druck der

von Denys Lambin besorgten Ausgabe, die erstmals 1576

erschienen ist. – Als Lambin 1572 starb, hatte er erst die

Kommentare zu den ersten 12 Komödien beendet, die Fortführung

besorgte dann Jacobus Elias. – Vordere Vorsätze

unschön erneuert. Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt,

tls. etw. fleckig, mit Wurmspuren und kleinem Wasserrand.

311 – Comoediae XX superstites. J. Ph. Pareus restituit.

Frankfurt, J. Rhode, 1610. Mit gestoch. Titelvign.

und gestoch. Portr. auf dem Titel verso.

24 Bl., 899 S., 1 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt.,

Vorderdeckel mit Aufdruck „SSW 1612“ (be -

schabt, fleckig und bestoßen). (126) 120,-

Schweiger II, 764. – Gebräunt und mit Anstreichungen mit

roter Tinte von alter Hand. Titel mit zwei alten Besitzvermerken,

2 cm vom unteren Rand mit dem Erscheinungsjahr

in Photokopie ergänzt.

312 – Aulularia Plautina, comoediarum lepidissima.

Straßburg, M. Schürer, 1517. 4°. Mit Titelbordüre.

31 num., 1 nn. Bl. Kalbldr. des 19. Jhdts. (153)

800,-

VD 16 P 3419. Muller 200, 236. Benzing, Straßburg, 1493.

Ritter IV, 2941. – Nicht bei Adams und im STC. – Mit

Einleitungsgedichten von Johannes Hiso Badensis und

R. Philesius. – Titel mit schöner Narrenbordüre. – Titel

angestaubt, ganz leicht gebräunt und etw. fleckig. – Siehe

Abbildung.

313 PLINIUS SECUNDUS, C., Historiae mundi

libri triginta septem. Annexae sunt operis castigationes

Sigismundi Gelenij. Lyon, G. und M. Beringen,

1548. Fol. Mit 3 (1 wdh.) Druckermarken auf

dem Titel, Zwischentitel und am Ende. 16 nn. Bl.,

976 Sp., 18 (das letzte weiß), 64 nn. Bl. Beschäd.

Hldr. d. Zt. (100) 250,-

STC 357. Adams P 1571. Baudrier III, 46. – Nicht bei van

der Haeghen. – Mit einer Vorrede von Erasmus von Rotterdam.

– Titel gestempelt und mit hs. Vermerken, durchgehend

mit Wurmspuren (ohne Textverlust), letzte Lagen

mit Wasserspuren; etw. gebräunt und fleckig.

314 PLUTARCH, Von den herrlichsten thaten der

mannlichsten Helden, jetzt erstmals auß Griechi -

scher Sprach in die Hochteutsche Zungen tranß -

feriert durch G. Xylandrum (d. i. W. Holzmann)

und J. Löchinger. Frankfurt, P. Schmid für S. Feyerabend,

1580. Fol. Mit 50 Textholzschnitten von

J. Amman und T. Stimmer sowie großer Drucker-

Alte Drucke und alte Theologie 79

marke am Schluß. 4 nn. (das letzte weiß), 495

num., 12 nn. Bl. Beschäd. blindgepr. Schweinsldr.

d. Zt. auf Holzdeckeln. (3) 800,-

Erste Ausgabe dieser schön illustrierten Übersetzung der

„Vitae parallelae“. – STC 707. VD 16 P 3771. Becker,

Amman, 28. Schweiger I, 265. – Nicht bei Adams. – Die

meisten Holzschnitte (45) sind von Jost Amman und wurden

schon in der Livius-Ausgabe von 1568 verwendet. –

Etw. gebräunt und fleckig, zu Beginn mit hs. Marginalien

und Textanstreichungen, gegen Ende mit Wurmlöchern, tls.

mit Quetschfalten. – Siehe Abbildung.

First edition of this beautifully illustrated translation of

„Vitae parallelae“. – Most woodcuts (45) are by Jost Amman

and had already been used in the Livius edition of 1568. –

Some browning and soiling, at the beginning with ms. marginalia

and text underlinings, towards the end with wormholes,

partly with vertical creases. – Contemporary, damaged

blind-pressed pigskin over wooden boards. – See

illustration.

315 POMPONIUS LAETUS, (J.), De Romanis

magistratibus, sacerdotiis, iurisperitis, et legibus,

ad M. Pantagathum libellus. Paris, (M. de) Vascosan,

1550. 4°. 18 num. Bl. Mod. Pp. (Kanten berieben

und etw. bestoßen). (66) 200,-

Bibliographisch von uns nicht nachweisbare Ausgabe, auch

nicht im STC und bei Adams. – Seinerzeit oft aufgelegte

Schrift, „welche als ein erster Versuch rechtsgeschichtlicher

Zusammenstellungen gesehen werden kann“ (Savigny VI,

448). Beschreibt die politischen, religiösen und juristischen

Strukturen im alten Rom. – Hinterer Vorsatz gestempelt,

anfangs gering wurmlöchrig, etw. fleckig. – Exlibris.

316 PORTA, G. B. DELLA, Villae libri XII. Frankfurt,

Wechels Erben, C. Marne und J. Aubry, 1592.

4°. Mit kleiner Druckermarke. 4 Bl., 914 (recte

896) S., 24 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (21)

2.000,-

Erste Ausgabe. – VD 16 P 4332. Adams P 1942. Simon II,

550. Güntz I, 78. – Bedeutendes agronomisches Lehrwerk

der italienischen Renaissance. „Tout le Livre VII et la plus

grande partie du Livre VIII sont consacrés à la vigne et au

vin“ (Simon). – Titel mit hinterlegtem Loch (wenige Buchstaben

Text hs. ergänzt), wenig fleckig.

First edition. – Important text on agronomics of the Italian

Renaissance. – Title with backed hole (a few letters in the

text replaced by hand), hardly soiled. – Contemporary

restored calf.

317 QUINTILIANUS, M. F., Institutionum oratoriarum

libri duodecim. – Declamationes undeviginti.

2 Tle. in 1 Bd. (Genf) und Lyon, J. Stoer und

(L. Cloquemin, 1578)-80. Mit 2 Verlegermarken

auf den Titeln. 16, 734 S., 33 nn. (letztes Bl. weiß),

107 num. Bl. Blindgepr. flex. Schweinsldr. mit

gepunztem Schnitt, auf dem Vorderdeckel Wappensupralibros,

monogr. und dat.: „E(rnst) G(raf)

U(nd) H(err) Z(u) M(ansfeld) 1580“ (Buchblock

vom Einband gelöst, fleckig, berieben und bestoßen).

(26) 300,-


80

Nr. 322

STC 369. Baudrier IV, 58 und 55 (beide Drucke mit der

Adresse von Cloquemin). Moeckli 99 (mit beiden Adressen).

Ebert 18460: „Die Declamatt. haben einen besondren

Titel von 1579.“ – Titel mit Stempel und teilw. gelöschten

Besitzvermerken. Leicht gebräunt, wenig fleckig, tls. mit

hs. Marginalien, Textanstreichungen und kleineren Randschäden.

318 REINEKE FUCHS – ANDER TEYL DES

BUCHS Schimpff un(d) Ernst Welches nit weniger

kurtzweillig denn Centum Novella ... (ins

Hochdeutsche übers. von Michael Beuther).

Frankfurt, C. Jacob, 1544. Fol. Mit figürlicher

Titelbordüre und ganzseit. Textholzschnitt vom

Monogrammisten „IK“. 4 nn., CXV num. Bl.

Mod. Ldr. (50) 800,-

Erste deutsche Ausgabe. – STC 735. VD 16 R 999. Menke

317, 1. Heitz-R. 163. – Die klassische Geschichte des Reineke

Fuchs, des wegen seiner Schlauheit Unüberwindlichen.

„Diese Frankfurter Ausgabe des Sujets kann als kommerzialisiertes,

in den Geschäftsinteressen cleverer Verleger

verankertes Produkt aufgefaßt werden; dies weist bereits

der Titel dieser Version als 'Ander Teyl' von Johann Paulis

volkstümlicher Schwanksammlung 'Schimpf und Ernst'

aus, ohne Zweifel ein erfolgreicher, verkaufssteigernder Verlegertrick

mit der Absicht, im Schlepptau der noch breitere

Leserschichten erfassenden Buhl-, Lust- und Volksbücher

zu fahren. Erst in der 2. Auflage von 1545 taucht auch der

Name 'Reinicke Fuchs' im Titel auf“ (H. Kokott). – Der

Alte Drucke und alte Theologie

Holzschnitt eines Fahnenschwingers stammt von dem

Straßburger Meister IK, der auch die Fahnenschwinger in

Köbels Wappenbuch von 1545 schuf. – Hinterer fliegender

Vorsatz mit hs. Eintragungen. Leicht gebräunt, tls. etw.

fingerfl., letztes Bl. mit kleinem Stempel. – Exlibris der

Biblio theca Tiliana.

319 REUBER, J., Veterum scriptorum, qui caesarum

et imperatorum Germanicorum res per aliquot

secula gestas, literis mandarunt. Frankfurt, A.

Wechels Erben, 1584. Fol. Mit 2 wdh. Druckermarken.

6 Bl., 734 S., 21 Bl. Ldr. des 17. Jhdts. mit

reicher Rvg. (leicht beschabt und bestoßen). (10)

400,-

VD 16 R 1230. Adams R 376. Wegele 366. – Erste Ausgabe

der wertvollen Quellensammlung. – Wenig fleckig. – Dekorativ

gebunden.

320 REUSNER, E., Septem illustrium quaestionum

historicarum enucleatio. 2 in 1 Bd. Jena, Lippold,

1609. 4°. Mit 2 Titel-Holzschnittbordüren und

2 Druckermarken. 1 Bl., 100 S., 1, 3 Bl., 57 S. Mod.

Pp. (66) 200,-

Erste Ausgaben. – STC R 505 und R 504. CLC R 317 und

R 316. Jöcher III, 2032. – Sammlung von 7 Aufsätzen zu

historischen Themen, darunter der Frage, ob die Konstantinische

Schenkung eine Fälschung und wann die Welt ge -

gründet worden sei. – Mit dem separat erschienenen Nachtrag

zur Zeitrechnung „Isagoges historicae appendix: Com -

mentariolum continens de vera annorum mundi ad natum

Christum supputatione“. – Elias Reusner (1555-1612) war

Professor der Medizin in Jena. – Schöner Druck, die Bordüren

mit 4 Wappen, die hübsche Druckermarke zeigt Justitia.

– Beide Werke mit zeitgenössischem Besitzvermerk

des böhmischen Bibliophilen und Politikers Franciscus

Godofredus Troilo de Lessoth.

321 (RICCHIERI), L. C., Lectionum antiquarum

libri XXX. Bde. I und II (von 3) in 2 Bdn. Lyon,

(J. Faure für) J. Giuntas Erben, 1560. Mit wdh.

Verlegermarken auf den Titeln. 32 Bl., 748 S., 73;

24 Bl., 779 S., 82 Bl. Kalbldr. d. Zt. mit Rvg., goldgepr.

Filete und ovalem Mittelstück auf den

Deckeln (etw. fleckig, berieben und bestoßen, mit

kleinen Wurmspuren). (100) 300,-

Von Gültlingen IV, 71, 562 (ohne Kollation und Standortnachweis,

mit Hinweis auf den Drucker Jacques Faure). –

Diese Ausgabe nicht im STC, bei Adams und Baudrier. –

„A collection of notes on the classics and on general topics“

(Bietenholz-D. III, 155). – Das interessante Werk war ur -

sprünglich in 16 Büchern erschienen und liegt in der erweiterten

Ausgabe in 30 Büchern vor; die hier vorhandenen

2 Bände enthalten die Bücher I-XX, jeder Band ist mit

einem eigenen umfangreichen Register in sich abgeschlossen.

Mit Beiträgen über griechische und römische Musik

und Theater, ferner über Medizin (Augen- und Ohrenkrankheiten,

Stumme, etc.), Mathematik, Astronomie,

Naturwissenschaften und sehr viel über Sprichwörter. Vermutlich

wurde Ricchieri von den „Adagia“ des Erasmus

beeinflußt. – Titel mit Besitzvermerk. Leicht gebräunt, tls.

wenig fleckig, schwach wasserrandig und mit kleinen

Wurmspuren.


Nr. 324

322 (RICHENTHAL, U. VON), Das Concilium.

So zu Constantz gehalten ist worden. Augsburg,

H. Steiner, 1536. Fol. Mit Titelholzschnitt, 44

(41 ganzseit.) Textholzschnitten, ca. 1150 Holzschnittwappen

und 20 Holzschnittvign. im Text.

215 num. Bl. Pgt. des 18. Jhdts. (fleckig, etw. berieben

und bestoßen). (133) 5.000,-

Zweite Ausgabe. – STC 729. VD 16 R 2202 (Ex. in Wolfenbüttel

unvollständig). Muther 1109. Lipperheide Cg 26.

Dodgson II, 110, 8. Thieme-B. IV, 595. – Prachtvolles, in

historischer wie heraldischer Hinsicht wichtiges Werk. –

Die schönen Holzschnitte sind größtenteils nach der ersten

Ausgabe (1483) von Jörg Breu neu bearbeitet worden, lediglich

der Schlußholzschnitt scheint der Erstausgabe unmittelbar

entnommen zu sein. Dargestellt sind die Ereignisse

des Konzils: Verurteilung und Hinrichtung von Johannes

Hus, Turniere, Kaiser, Papst, Kardinäle und deren Gefolge.

Einige Wappenschilde wurden nicht ausgefüllt. – Titel mit

Besitzvermerken und Federproben.

BEIGEB.: EPPENDORFF, H. VON, Römischer Historien

Bekürtzung. 3 Tle. in 1 Bd. Straßburg, J. Schott, 1536.

Mit Holzschnittportr. auf dem Titel, Holzschnittbordüre

zu Beginn des ersten Teiles, 4 figürlichen Holzschnitt-Zier

leisten (meist von Hans Baldung Grien) und einigen großen

figürlichen Holzschnitt-Initialen. 4 Bl., XLVI S., 1 Bl.,

XC S., 2 Bl. (ohne das 3. weiße Bl.), (CXXX) S., 2 Bl. – Erste

Ausgabe dieser deutschen Bearbeitung. – STC 274. VD 16

E 1848. Ritter 703. Ders., Catalogue, 889. Schmidt (Schott)

135. Muller 95, 221. Oldenbourg (Baldung Grien) L 233.

Kat. Karlsruhe XLVIII. ADB VI, 158: „Aus lateinischen

Alte Drucke und alte Theologie 81

und italienischen Compendien stellt er eine populäre römische

Geschichte von Romulus bis auf Karl V. zusammen

(die Consuln heißen ohne weiteres Bürgermeister, die Tribunen

Zunftmeister, die Gallier Franzosen): den Kern bildet

die italienische Zeitgeschichte nach Galeazzo Capella.“

– Ferner mit Beiträgen aus L. Florus, S. Rufus, Eutropius

und B. Egnazio.

Titel mit dem Porträt von Karl V. – Beide Drucke leicht ge -

bräunt, tls. etw. fleckig und stärker wasserrandig, mit einzelnen

Randschäden. Nahezu durchgehend im oberen Rand

hinterlegt (tls. mit Verlusten vom Text der Kopfleiste sowie

der Paginierung). – Siehe Abbildung.

Second edition. – Magnificent and important work both historically

as well as regards heraldry. The beautiful woodcuts

have been newly cut to a large extent after the first edition

(1483) by Jörg Breu, only the last woodcut seems to have

been taken directly from the first edition. – Title with

ownership entries and ink probes. – Vellum of the 18th century

(soiled, a little rubbed and scuffed). – See illustration.

323 (ROLLENHAGEN, G.), Froschmeuseler. Der

Frösch und Meuse wunderbare Hoffhaltunge.

Magdeburg, A. Duncker, 1600. Mit Titelholzschnitt

in Rot und Schwarz und 16 (1 ganzseit.)

Textholzschnitten. 396 (statt 398) Bl. Läd. Hldr. d.

Zt. (87) 300,-

VD 16 R 2965. Dünnhaupt 13.3. – Rollenhagens berühmtestes

Werk, das mit zahlr. Auflagen seine Beliebtheit bis in

die Goethezeit behielt. – Hier in dritter Ausgabe, textgleich

mit der EA von 1595, lediglich die 3 Seiten Berichtigungen

wurden hier in den Text eingearbeitet (daher kleine Kollationsabweichung).

– Es fehlen die Bl. Ddd1 und Ddd2 des

Registers. – Titel teilw. hinterlegt, letztes Bl. alt aufgezogen;

durchgehend Verszählung in margine mit Bleistift, stark

gebräunt. – Mod. Exlibris.

Das einzige bekannte Exemplar

324 ROSARIUM B. M. V. – ROSARIO DELLA

GL(OR)IOSA V(IR)GINE MARIA. Venedig,

G. Varisco, 1569. Mit Titelholzschnitt, Druckermarke

am Ende, 188 (187 nahezu ganzseit.) Textholzschnitten

(inkl. Wdh.) und vielen Holzschnitt-Initialen,

nahezu jede Seite von fünfteiliger

Holzschnitt-Bordüre eingefaßt. 252 num. (es fehlt

dazwischen Bl. Nr. 137), 4 nn. Bl. Beschäd. Ldr.

des 19. Jhdts. mit dreiseit. Goldschnitt (Hinter -

deckel lose, Rücken mit Papierstreifen überklebt).

(63) 1.500,-

Vgl. Edit 16 CNCE 758 (Ausg. Venedig, P. Liechtenstein,

1569. – Nur 1 Ex. in Ferrara). Bohatta, Rosarium, 35 (Ausg.

ebda. 1561). Essling 2123 Anm. (Ausg. ebda 1559 und 1566):

„Toutes ces éditions sont identiques, sauf quelques légers

changements dans l'impression de texte et dans les bor dures

des pages.“ – Späte Auflage des erstmals 1521 erschienenen

Andachtsbuches. Als Bearbeiter oder Verfasser wird teilw.

Alberto da Castello genannt. – Die Holzschnitte im Stil der

Hochrenaissance zeigen Marienleben, Passion etc. – Die

schwarze Randleiste des Titelholzschnittes mit mehreren

Ausbrüchen, die Bordüren zu den Holzschnitten teilw.

abweichend von denen zu früheren Ausgaben. Bei Essling

sind der Titelholzschnitt und 3 Textholzschnitte abgebildet.

– Das fehlende Bl. Nr 137 mit einem weiteren Holzschnitt.


82

Nr. 327

– Leicht gebräunt. tls. etw. fleckig. – Letztes Blatt gestempelt,

vordere Vorsätze mit Exlibris: ein Geschenk für die

Public Library in Richmond (Surrey). – Siehe Abbildung.

The sole known copy. – Late issue of the devotion book first

published in 1521. – Black ornamental border of title woodcut

with several perforations, ornamental borders to woodcuts

partly different from those of earlier editions. Title

woodcut and 3 text woodcuts shown by Essling. – Missing

leaf no 137 with another woodcut. – Slightly browned,

partly a little soiled. – Last leaf stamped, upper endpapers

with exlibris: a gift for the Public Library in Richmond (Surrey).

– Damaged calf of the 19th century with three-sided

gilt edge (rear cover loose, spine stuck over with paper strips).

– See illustration.

325 (RÜXNER, G.), Anfang, ursprung und herkommen

des Thurniers inn Teutscher nation. (Simmern,

H. Rodler, 1532). Fol. Mit doppelblattgr.

Holzschnitt-Tafel, 40 figürlichen Textholzschnitten

und zahlr. (2 ganzseit.) Wappenholzschnitten.

CCXIII (recte 214) num., 4 nn. Bl. Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln, Vorderdeckel

mit geprägtem Titel und Besitzvermerk: „Thurnir

Buch – F Höttel“ (Vordergelenkbezug unten aufgeplatzt,

fleckig, berieben, etw. bestoßen, Metallschließen

erneuert). (141) 2.500,-

Zweite Ausgabe des berühmten Turnierbuches. – VD 16 R

3542 (Kollation ungenau). STC 761. Bonnemann, Rodler,

4. Nagler, Monogrammisten III, 1039. Lipperheide Tb 10. –

Vgl. Muther 1783. – Beschrieben werden 36 Turniere, abgehalten

in verschiedenen Städten Deutschlands und der

Schweiz, mit Nennung aller daran beteiligten Personen, was

Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 328

für die Genealogie des deutschen Adels und für die

Heraldik von größter Bedeutung ist. Als geistiger Urheber

des Werkes wird nach neuerer Forschung der regierende

Fürst von Simmern im Hunsrück, Herzog Johann, angesehen.

Gedruckt in der Neudörfferschen „Dürer-Fraktur“,

einer der ersten deutschen Frakturtypen. – Einer der blattgroßen

Wappenholzschnitte monogr. „HH“ von einem

unbekannten Formschneider, der der fränkischen Schule

angehörte. Seine Holzschnitte erinnern an die Burgkmairs

und Schäufeleins. – Die doppelblattgr. Tafel stammt aus

einem anderen Exemplar. – Vorsatz mit Exlibris. Titel mit

längeren Anmerkungen von alter Hand. Leicht gebräunt,

tls. etw. fleckig und schwach wasserrandig, am Anfang und

Ende mit Wurmspuren im Rand, vereinzelt mit hs. Marginalien

und Textanstreichungen. – Vorderer fliegender Vorsatz

mit ausgeschnittener und aufgeklebter großer mehrfarb.

Wappenminiatur, oben kalligraphisch dat. „1555“.

Dargestellt ist ein Helm, auf dem ein Junker thront, in der

rechten Hand einen Fisch, darunter von Lorbeerblättern

eingefaßt 2 Wappenschilde, links 2 gekreuzte Fische und

rechts ein Widderkopf. – Siehe Abbildung Tafel 13.

Second edition of the famous tournament book. – Description

of 36 tournaments held in different cities in Germany

and Switzerland and mentioning all the persons involved. –

The double-page plate is from another copy. – Endpaper

with exlibris. – Title with longer annotations by contemporary

hand. Slightly browned, here and there a little soiled

and with light waterstains, at the beginning and the end

with worming in margin, occasionally with ms. marginalia

and text underlinings. – Upper fly-leaf with cut-out and

large glued multi-coloured heraldic miniature, at top calligraphic

date „1555“. Illustration of a helmet with a young

nobleman, holding a fish in the right hand, below 2 shields

framed by bay leaves, to the left 2 crossed fish and to the

right a ram head. – Contemporary blind-pressed pigskin


over wooden boards, front cover with tooled title and

ownership entry: „Thurnir Buch – F Höttel“ (front joint

cover material bursted at bottom, soiled, rubbed, a little

scuffed, metal clasps renewed). – See illustration on plate 13.

326 – DASS. Num. Bl. II-CCXIII (recte 214), 4 nn. Bl.

Mod. Pergamin. (59) 1.500,-

Zweite Ausgabe des berühmten Turnierbuches. – Es fehlt

der Titel. – Das letzte Bl. mit Druckvermerk und Wappenholzschnitt

(beide bis zum Schrift- bzw. Bildrand beschnitten

und aufgezogen) irrtümlich an den Anfang verbunden.

Das vorletzte Bl. mit großem Ausschnitt (Textverlust recto

und verso Verlust eines Wappens, dieses in Federzeichnung

ergänzt). Die ersten 3 Bl. in den unteren Ecken angerändert.

Etw. gebräunt und fleckig, tls. etw. wasserrandig und mit

Feuchtigkeitsspuren. – Zwischengeb. nach Bl. 39 das Bl. 54

„Das Ander Thurnir Zu Rotenburg gehalten“ mit ganzseit.

altkolor. und goldgehöhten Holzschnitt aus der ersten Ausgabe

von 1530. – In prachtvollem Fürstenkolorit. – Siehe

Abbildung Tafel 13.

327 – Thurnier Buch. Alles jetzunder von neuwem

zusammen getragen. 3 Tle. in 1 Bd. Frankfurt,

G. Rab für S. Feyerabend und S. Hüter, 1566. Fol.

Mit Titelholzschnitt, Druckermarke am Ende, ca.

120 Textholzschnitten von Jost Amman und zahlr.

Holzschnittwappen (ohne die 2 Tafeln). 6 nn.,

CCXLIII num., 3, 4 nn., LXXXI num. Bl. Mod.

Ldr. (133) 2.000,-

Erste von Amman illustrierte Ausgabe. – STC 760. Adams

R 877. VD 16 R 3544. Fairfax Murray 374. Becker 8 a. –

Feyerabend verband in seiner Ausgabe Rüxners Beschreibung

der 36 Turniere mit H. Francolins Beschreibung des

Wiener Turniers, das der spätere Kaiser Maximilian II. veranstaltete,

mit eigenem Titel und separater Blattzählung. Ab

Bl. 65 folgt mit Zwischentitel Francolins Beschreibung der

Ankunft Karls V. in Bintz mit den dazugehörenden Festlichkeiten.

Die tls. wdh. Holzschnitte zeigen Turniere,

Kämpfe und Feste etc. – Die fehlenden Tafeln in Kopie beigebunden

(von der ersten Tafel ist noch die rechte Hälfte

erhalten). Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und wasserrandig.

– Letztes Bl. verso mit hs. Besitzvermerk eines Jesuitenkollegs

von 1655. – Siehe Abbildung.

First edition illustrated by Amman. – Feyerabend combined

in his edition Rüxner's description of the 36 tournaments

with H. Francolin's account of the Viennese tournament

organised by the emperor-to-be Maximilian II, with own

title and separate pagination. Starting from page 65, with

subsidiary title, follows Francolin's description of the arrival

of Charles V in Bintz and the accompanying festivities. The

woodcuts, partly re-used, show tournaments, sporting fights

and feasts etc. – Missing plates bound-in in copy (the right

half of the first plate is still preserved). Slightly browned,

partly a little soiled and with waterstains. – Last leaf verso

with ms. ownership entry of a Jesuit college of 1655. –

Modern calf. – See illustration.

328 SACHSENSPIEGEL. Auffs newe ubersehen

durch Ch. Zobel. Leipzig, (E. Vögelin), 1569. 4°.

Mit Verlegermarke auf Titel und letztem Blatt

sowie ganzseit. Wappenholzschnitt. 6 nn.,

DXXVIII (recte 544) num., 43 nn. Bl. Läd. Pgt. d.

Zt. unter Verwendung eines spätmittelalterlichen

Manuskripts. (100) 1.000,-

Alte Drucke und alte Theologie 83

VD 16 D 752. STC 343. Adams 46. Ebert 19711b. – Dritte

Zobelsche Ausgabe des Sachsenspiegels mit Gregors Bulle.

– Für alle Zobelschen Ausgaben ist charakteristisch, daß sie

neben dem Text auch Ergänzungswerke, Glossen, Remissorien,

Vokabularien und andere Erschließungsmittel enthalten

(vgl. Kaspers 37). – Innendeckel gestempelt, Eckausriß

des Titels hinterlegt, stellenweise mit Unterstreichungen

und mit Wurmspuren, leicht gebräunt und fleckig. – Siehe

Abbildung

329 SANDERS, N., De visibili monarchia ecclesiae,

libri VIII. Accesserunt de clave David seu de

regno Christi, libri VI. 2 Tle. in 1 Bd. Würzburg,

Heinrich von Aachens Witwe, 1592. Fol. Mit ders.

Druckermarke auf beiden Titeln. 6 Bl., 808 S.,

6 Bl., 153 S., 3 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (6) 300,-

VD 16 S 1600 = 1609. Adams S 290. – Erstmals 1571 erschienene

Apologie der katholischen Kirche. – Titel gestempelt,

wenig fleckig.

330 SARAYNA, T., Le historie e fatti de Veronesi nelli

tempi d'il popolo et Signori Scaligeri. Verona,

A. Portese, 1542. 4°. Mit Druckermarke. 54 num.,

1 nn. Bl. Hpgt. d. 18. Jhdts. (153) 500,-

Erste italienische Ausgabe. – Adams S 394. Lozzi 6322.

Maffei, Verona illustrata II, 197. Carpanè-M. 47. – Vgl.

Cicognara 4089. – Gesuchtes Werk über die Geschichte und

Architektur Veronas, ohne die Illustrationen der lateinischen

Originalausgabe (Verona 1540). – Titel mit Spuren

eines entfernten Stempels, etw. fleckig.

331 SIGONIO, C., Historiarum de Occidentali

Imperio, libri XX. Basel, Th. Guarini, 1579. 4°.

Mit Druckermarke. 524 S., Sp. 527-664, 34 Bl. Pgt.

des 19. Jhdts. (153) 300,-

VD 16 S 6437. STC 815. Adams S 1118. – Die Geschichte

des spätrömischen Reiches (von 284 bis 565) war erstmals

1577 in Bologna erschienen. Fueter kritisiert Sigonius mit

einem durchaus wohlwollenden Unterton: „Sigonius ist

dadurch merkwürdig, daß er die gelehrte Methode mit der

humanistischen Form zu verbinden suchte. Der durchweg

zu konstatierende Mangel an selbständigem Urteil ist freilich

nicht in jeder Beziehung auf den Autor selbst zurückzuführen.

Sein historisches Urteil mußte sich nach den

Anforderungen der geistlichen Zensur richten (131).“ –

Einige alte Anmerkungen, wasserfleckig.

332 SLEIDAN, J., Commentariorum de statu religionis

& reipublicae, Carolo Quinto Caesare, libri

XXVI. Straßburg, Th. Rihel, o. J. (1560 oder später).

8 Bl., 872 S., 10 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d.

Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen, Schließbänder

fehlen). (144) 300,-

Van der Vekene E/a 020.C. – Ohne Variantenunterscheidung:

VD 16 S 6680 (dat. um 1558). Ritter 2133. Muller 540,

1. – Die klassische Reformationsgeschichte aus protestantischer

Sicht erschien erstmals 1555. – Laut van der Vekene

sind mindestens 6 Varianten dieses Drucks bekannt. „Eine

Reihe von typographischen Vergleichen haben ergeben, daß

dieses Werk sowohl mehrfach neugesetzt als auch im Text

verbessert wurde, wir erheben keinen Anspruch darauf, alle

Varianten ausfindig gemacht zu haben“ (van der Vekene). –


84

Nr. 336

Zur Datierung: Laut Muller druckte Theodosius Rihel erst

um 1560 selbständig, nachdem er sich von seinem Bruder

Josias getrennt hatte; Reske (892-93) nennt als ersten sicher

datierten Druck das Dictionarium des Dasypodius von

1564. – Vorderer Innendeckel mit hs. Eintragung. Etw.

gebräunt, wenig fleckig, tls. schwach wasserrandig und mit

Quetschfalten in den Ecken.

333 SORANZO, L., L'Ottomanno. Quarta editione.

Neapel, C. Vitale, 1600. 4°. 10 Bl., 202 S., 9 Bl.

Flex. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen).

(100) 500,-

EDIT 16 CNCE 53796 (nur 5 Ex. in Italien). Göllner 2452.

Riant 3516. Apponyi 1955. Atabey 1157 Anm. – Erschien

erstmals 1598 und wurde mehrf. nachgedruckt und übersetzt.

– „This is an important work describing the structures

of the Ottoman administration which it is thought must

have been based on personal observation“ (Atabey). –

Leicht gebräunt und fleckig, am Anfang etw. wasserrandig,

tls. mit Quetschfalten in den Ecken.

334 SPANGENBERG, C., Hennebergische Chronica.

Der Uralten Löblichen Graven und Fürste(n)

zu Henneberg, Genealogia, Stammenbaum und

Historia. Straßburg, (B. Jobin), 1599. Fol. Mit

2 Holzschnittwappen, Druckermarke und zahlr.

Holzschnittinitialen. 4 Bl., 287 S., 9 Bl. Pp. des

späten 19. Jhdts. (Kanten leicht berieben, Rückenbezug

tls. aufgeplatzt). (146) 500,-

Alte Drucke und alte Theologie

Nr. 337

Erste Ausgabe. – STC 823. VD 16 S 7587. Ritter 2173.

Muller 604, 40. Pfeiffer 20549. – Wichtiges Quellenwerk zur

Geschichte des fränkisch-thüringischen Raumes, entstanden

unter dem Patronat Ernsts von Mansfeld. – Titel mit

Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, wenige Blätter

anfangs angefalzt, stellenw. Zeilen geschwärzt, mehrf. ge -

stempelt, gebräunt und fleckig.

335 STRADA, J. DE, Epitome thesauri antiquitatum,

hoc est, imp(eratorum) Rom(anorum) iconum.

Lyon, J. de Tournes für den Autor und T. Guerin,

1553. 4°. Mit Druckermarke, ganzseit. Wappenholzschnitt

und zahlr. Münzholzschnitten im

Text. 44 Bl., 339 S., 1 Bl. Mod. Ldr. (66) 1.000,-

Erste Ausgabe. – Adams S 1916. Mortimer 502. Dekesel S

70. Lipsius 383. Baudrier X, 363. – Vgl. Fairfax Murray 517.

– Berühmtes Münzwerk mit 191 schwarzgrundigen Münzholzschnitten

mit Porträts und weiteren 97 nur mit Schrift.

– Tadelloses Exemplar. – Mit Exlibris des Schauspielers

Rudolph Valentino (1895-1926), nach einem Entwurf von

William Menzies.

First edition. – Famous work on coins with 191 coin woodcuts

on black background with portraits and some 97 only

with text. – Perfect copy. – With exlibris of the actor Rudolph

Valentino (1895-1926), after a design by William Menzies. –

Modern calf.

336 STUMPF, J., Gemeiner loblicher Eydgenoschafft

Stetten, Landen und Völckeren Chronick wirdiger

thaaten beschreybung. 13 Tle. in 1 Bd. Zürich,


Ch. Froschauer, 1548. Fol. Mit Druckermarke auf

dem Titel, 5 doppelblattgr. Holzschnittkarten und

ca. 4000 Textholzschnitten. 5 nn., 332 num., 9 nn.,

467 num., 10 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt.

auf Holzdeckeln (etw. fleckig, berieben und bestoßen,

eine Schließe und 4 bucklige Deckelbeschläge

fehlen). (59) 8.000,-

VD 16 S 9864. Vischer C 396. Lonchamp 2819. Haller IV,

396. Rudolphi 333 (unter 1546!). Blumer 43. Leemann-van

Elck, Froschauer 106 und (Zürcherische Buchillustr.) 52:

„Johannes Stumpfs Schweizerchronik lag bereits im Spätherbst

1547 gedruckt vor, wurde aber mit Ausnahme einiger

Dedikationsexemplare, auf 1548 datiert. Dieses Monumentalwerk

entsprach einem wirklichen Bedürfnis der Zeit.

Es sollte bezüglich seinem nie dagewesenen Aufwand an

Abbildungen zu einem eigentlichen Volksbuch werden.

Schon der Titel wirkt imponierend. Gegen 4000 teilweise

künstlerisch hochwertige Holzschnitte schmücken das

Prachtwerk. Es überbietet selbst die berühmte, 1493 in

Nürnberg gedruckte Weltchronik von Hartmann Schedel.“

– Die für das damalige historische Wissen repräsentative

Chronik galt bis ins 18. Jhdt. hinein als Autorität. Die

bedeutenden Holzschnitte mit z. T. erstmalig wieder -

gegebenen Städteansichten stammen von den Gebrüdern

Wyssenbach nach H. Vogtherr d. Ä., A. Asper und H. Holbein.

– Mit den doppelblattgr. Karten von Europa (im Bug

tief eingerissen), Deutschland, Frankreich und der Schweiz

(2 – Blumer 39 und 42). – Titel (stärker fleckig und mit

Randschäden aufgezogen) und folgendes Bl. lose. Bl. Nr.

368 in der oberen Ecke breit angerändert (Textverlust).

Einige Bl. mit teilw. ausgebesserten oder hinterlegten

Papierschäden, die auch z. Tl. in den Text reichen. Leicht

gebräunt, etw. fleckig und mit Gebrauchsspuren. – Hinterer

fliegender Vorsatz mit hs. Eintragungen von 2 alten

Händen. – Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung.

“The Swiss chronicle by Johannes Stumpf with 4000 partly

artistically high-quality woodcuts“. – With the double-page

maps of Europe (deeply torn at fold), Germany, France and

Switzerland (2 – Blumer 39 and 42). – Title (stronger soiled,

mounted with marginal damages) and following leaf loose.

Leaf no 368 mounted with wide paper slips at upper corner

(loss of text). Some leaves with partly repaired or backed

paper damages reaching sometimes into the text. Slightly

browned, a little soiled and with signs of wear. – Lower flyleaf

with ms. annotations by 2 contemporary hands. – Decorative

binding. – Contemporary blind-pressed pigskin over

wooden boards (some soiling, rubbing and scuffing, one clasp

and 4 bossed metal fittings missing). – See illustration.

337 – Keyser Heinrychs des vierdten Hertzogen zu

Francken und am Rhyn etc. fünnfzigjärige Historia.

Zürich, Ch. Froschauer, 1556. Fol. Mit

Druckermarke und 104 Textholzschnitten. 10 nn.,

CXXXVII num. Bl. Pp. des 19. Jhdts. (etw. berieben

und bestoßen). (100) 2.000,-

Erste und einzige Ausgabe. – VD 16 S 9869. STC 839. Leemann

van Elck, Froschauer, S. 122 und Abb. 73. Vischer C

524. Rudolphi 472. – Nicht bei Adams. – Seltene Monographie,

die die Schädlichkeit des Papsttums erweisen sollte,

basierend auf der Materialsammlung von Vadian. – Die

104 Buchholzschnitte hatten bereits in der großen Schweizer-Chronik

von 1548 Verwendung gefunden, lediglich ein

Holzschnitt von Jost Murer kam neu hinzu. Die bekannten

und schönen Schnitte zeigen historische Szenen, Kämpfe,

Ratsversammlungen, Porträts etc. – Leicht gebräunt, tls.

Alte Drucke und alte Theologie 85

etw. fleckig und schwach wasserrandig. Einige Holzschnitte

in roter Tinte dilettantisch beikolor., einzelne Marginalien

und Textanstreichungen in roter Tinte. Etw. knapp be -

schnitten. – Siehe Abbildung.

First and sole edition. – Rare monograph which was meant

to prove the harmfulness of popery, based on a collection of

documentary sources by Vadian. – The 104 book woodcuts

had already been used in the large Swiss chronicle of 1548,

only one woodcut by Jost Murer was newly added. – Slightly

browned, partly a little soiled and with light waterstains.

Some woodcuts partly coloured amteurishly in red ink, some

marginalia and text underlinings in red ink as well.

Somewhat closely trimmed. – Cardboard of the 19th century

(some rubbing and scuffing). – See illustration.

338 SUAREZ, F., Tractatus de legibus ac deo legis -

latore. Lyon, H. Cardon, 1619. Fol. Mit Druckermarke

auf dem Titel. 2 Bl., 747 S., 10 Bl. Stark

beschäd. Pgt. d. Zt. (6) 200,-

Vgl. De Backer-S. VII, 1672, 11 (Ausg. ebda. 1618). – Nicht

bei Goldsmith. – Titel mit Besitzerstempel und aufgezogen,

fleckig.

339 THEODORETUS VON CYRUS, Opera. Nunc

iterum excusa et locupletata. 2 in 1 Bd. Köln,

J. Birckmann, 1573. Fol. Mit 4 Holzschnitt-Druckermarken.

16 Bl., 791 S., 14 Bl., 634 S. Blindgepr.

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Schließen,

dat. 1586 (etw. fleckig, beschabt und bestoßen).

(100) 200,-

Adams T 480. Graesse VI/2, 118. – 2. Ausgabe der 1. lateinischen

Gesamtausgabe mit dogmatisch-polemischen, apologetischen

und exegetischen Schriften des griechischen

Kirchenvaters. – Leicht gebräunt, gering fleckig und wasserrandig.

340 – Dialogus primus (-tertius). Cum versione Victorini

Strigelii. Ed. M. Beumler. 3 Tle. in 1 Bd.

Zürich, J. Wolf, 1593-94. 12 nn. (letztes weiß),

136 num., 12 nn., 179 num., 1, 8, 4 nn., 168 num.

Bl. Pgt. d. Zt. (angestaubt). (165) 250,-

VD 16 T 771-73. Adams T 496-498. – Jeder Teil in sich

abgeschlossen. Griechisch-lateinische Parallelausgabe. –

Vorderes Innengelenk etw. brüchig, fliegender Vorsatz ge -

stempelt und mit altem, hs. Besitzvermerk. – Gebräunt, tls.

schwach wasserrandig und stellenw. mit Unterstreichungen

und Anmerkungen in roter Tinte.

341 THEUERDANCK – (PFINZING, M.), Die geuerlicheiten

vnd einsteils der geschichten des lob -

lichen streytparen und hochberümbten helds und

Ritters herr Tewrdanncks. [Nürnberg (d. i. Augsburg),

J. Schönsperger d. Ä., 1517]. Fol. Mit 118

(109 kolor.) Holzschnitten von L. Beck (77), H. L.

Schäufelein (20), H. Burgkmair (13), J. Breu,

W. Traut u. a. 281 (statt 290) Bl. Blindgepr. Ldr.

d. Zt. auf Holzdeckeln mit 2 Metallschließen

(Rücken erneuert, etw. beschabt und bestoßen,

Vorsätze erneuert). (59) 8.000,-


86

Nr. 343

Erste Ausgabe. – VD 16 M 1649. Adams P 962. Proctor

11180. Fairfax Murray 329. Muther 845. Dodgson I, 254,

419, 504 und II, 7, 58, 109, 123, 147 und 198. – Das wohl

schönste deutsche Holzschnittbuch vom Beginn des

16. Jhdts. Unter Mitwirkung der bedeutendsten Künstler

der Zeit und mit einer eigens geschaffenen Type diente die

gesamte erste Auflage als Privatdruck zu Dedikations -

zwecken. Dargestellt wird die Brautwerbung Kaiser Maximilians

I. um Maria von Burgund (1477), stilisiert zu einem

allegorischen Heldenroman. Der Text entstand nach Entwürfen

Maximilians und wurde von Pfinzing in Zusammenarbeit

mit den kaiserlichen Sekretären Max Treitzsauerwein

und Siegmund von Dietrichstein abgefaßt. – Neben

der prachtvollen künstlerischen Ausstattung macht die Einführung

der Fraktur den „Theuerdank“ zu einem wichtigen

Dokument der Druckgeschichte. – Es fehlen Bl. P5

(weiß) und die letzten 8 Bl. (mit Dedikation, Registern und

Druckvermerk). – Der gestempelte Titel stammt vermutlich

aus einem anderen Exemplar. Ebenfalls aus einem anderen,

nicht kolor. und schmalrandigen Exemplar 14 breit angeränderte

Bl. (die in den Rand auslaufenden Schnörkel teilw.

abgeschnitten): k4-5, l7, m2, m6, s5-7, y5-7, z6, B2 und G2.

Bl. N4 stark angeschmutzt, ca. 10 Bl. mit teilw. ausgebesserten

größeren Randdefekten, davon einige bis in die

Schriftausläufer reichend, teilw. angerändert oder hinterlegt.

Gering gebräunt, vor allem im unteren Rand stärker

fingerfl. und mit leichten Feuchtigkeits- und Gebrauchsspuren.

– Beiliegt die Faksimile-Ausgabe. – Siehe Abbildung

Tafel 13.

Alte Drucke und alte Theologie

First edition. – Probably the most beautiful German book

with woodcuts from the beginning of the 16th century. The

entire first edition was made for dedication use and not for

sale with the participation of the most distinguished contemporary

artists and with a specially created type. – Lacks

leaves P5 (blank) and the last 8 leaves (with dedication,

registers and imprint). – The stamped title is probably from

another copy. Also from another copy, with narrow margins

and without colouring, are 14 leaves mounted with wide

paper slips (the parts going beyond margin partly cut away):

k4-5, 17, m2, m6, s5-7, y5-7, z6, B2 and G2. Leaf N4 heavily

soiled, ca. 10 leaves with partly larger, repaired defects in

margin, some of them affecting the text, partly restored or

backed. Minor browning, stronger fingermarks mainly in

lower margin and with slight dampstains and signs of wear.

– Facsimile edition enclosed. – Contemporary blind-pressed

calf over wooden boards with 2 metal clasps (rebacked, a

little scratched and scuffed, endpapers renewed). – See illustration

on plate 13.

342 – – Gedenckwürdige Historia: Des Edlen

Streytbaren Helden und sieghafften Ritters

Theuwrdancks. Frankfurt, Egenolffs Erben, 1589.

Fol. Mit Titelholzschnitt und 118 Textholzschnitten

von L. Beck, H. Burgkmair, H. Schäufelein

(20) u. a. 4 nn., 124 num. Bl. Mod. Hldr. unter Verwendung

alten Materials (beschabt). (160) 1.500,-

VD 16 M 1655. Richter 553. – Vgl. Oldenbourg, Schäufelein,

L 125. – Sechste Ausgabe, die dritte der Bearbeitung

durch Burkard Waldis und die zweite bei Egenolffs Erben.

– Enthält die 118 Holzschnitte der Originalausgabe. Der

Titelholzschnitt ist ein verkleinerter Nachschnitt des Holzschnitts

auf Bl. 82 verso. – Leicht gebräunt und etw. fleckig,

letztes Blatt aufgezogen, vorne eine nicht zugehörige

Druckermarke eingebunden.

343 – – Der Aller-Durchleuchtigste Ritter, oder

Theur-Danck. 2 Tle. in 1 Bd. Augsburg, Schultes

für Görlin in Ulm, (ca. 1680). Fol. Mit gestoch.

Frontisp. und 123 Textholzschnitten von Leonhard

Beck, Hans Burgkmair, Hans Schäufelein

u. a. 128 Bl., 58 S. Mod. grünes Maroquin mit

Rsch. (59) 1.500,-

Oldenbourg, Schäufelein, L 128. Muther 853. – Spätere

Ausgabe des prächtigen, erstmals 1517 erschienenen Holzschnittbuches.

– Enthält im Anhang 6 weitere Theuerdanck-Stöcke,

die in den früheren Ausgaben nicht abgedruckt

waren, sowie am Ende eine Lebensbeschreibung von

Kaiser Maximilian. – Fliegender Vorsatz mit hs. Anmerkung.

Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

344 TOSTADO, A., Explanatio in primum librum

Paralipomenon. Venedig, B. Vercellensis, 1507.

Fol. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel und

Textholzschnitt. 407 num., 1 weißes Bl. Restauriertes

Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln. (153)

1.500,-

Palau 146.771. Sander 7308. Essling 1562. – Nicht im STC

und bei Adams. – Im Oberfeld des Titels großer Holzschnitt

mit Darstellung des Reichsadlers, auf Blatt 2 das schöne Bild

des Autors in seiner Studierstube. – Vorsätze erneuert, Titel

mit Besitzvermerk des Jesuitenkollegs in Toulouse.


Large woodcut at upper part of title illustrating the imperial

eagle, on leaf 2 the beautiful picture of the author in his

study. – Endpapers renewed, title with ownership entry of

the Toulouse Jesuit college. – Contemporary restored pig skin

over wooden boards.

345 TRIDENTINUM – BRUGORA, G., Oratio,

habita Tridenti in concilio patrum. Riva, o. Dr.

(B. Bozoba), 1562. 4°. Mit Holzschnitt-Wappen

auf dem Titel und schwarzgrundiger Holzschnitt-

Initiale Q. 4 Bl. Pp. des 20. Jhdts. (111) 200,-

STC, Suppl., 24. Adams B 2910. IA 125.542. EDIT 16

CNCE 7641 (nennt wie STC Giacobbe Marcaria als Ver -

leger). – Im Namen des Marchese di Pescara vor dem

Tridentiner Konzil gehaltene Rede. Der Verfasser war ein

Mailänder Patrizier und Finanzverwalter der damals in der

Lombardei herrschenden spanischen Regierung. – Vermutlich

aus der zweiten Druckerei in Riva am Gardasee. Laut

Deschamps war dort nur eine Offizin für hebräische

Drucke seit 1558 bekannt. – Gering gebräunt und fleckig.

346 – MORCATI, P., Sermo habitus Tridenti dominica

quarta post pentecostem. Riva, B. Bozoba,

1562. 4°. Mit Holzschnitt-Wappen auf dem Titel

und schwarzgrundiger Holzschnitt-Initiale D.

8 Bl. Brosch. um 1900 (leichte Gebrauchsspuren).

(111) 200,-

Wohl einzige Ausgabe. – STC, Suppl., 57. Adams M 1746.

EDIT 16 CNCE 27136. – Vermutlich aus der zweiten Druckerei

in Riva am Gardasee. Laut Deschamps war dort nur

eine Offizin für hebräische Drucke seit 1558 bekannt. –

Leicht gebräunt und braunfleckig.

347 – PALLAVICINO, S., Vera concilii tridentini historia.

Latinè reddita à J. B. Giattino. 3 in 1 Bd.

Antwerpen, o. Dr., 1673. Fol. Mit gestoch. Titel

mit Vign. von Ph. Kilian und 3 wdh. Holzschnitt-

Titelvign. 4 Bl., 296 S., 11, 2 Bl., 297 S., 13, 2 Bl.,

326 S., 11 Bl. Beschäd. Ldr. d. Zt. (6) 250,-

De Backer-S. III, 1398, 39. – Zweite Ausgabe (erstmals

1670) der „traduction recherchée“ (Brunet IV, 326) des erstmals

1656/57 in italienischer Sprache erschienenen berühmten

Werkes. – Titel gestempelt, wenig fleckig.

348 TRYPHIODORUS, Liber de Ilii excidio: Cum

duplici interpretatione, & notis ad Graecum

textum: Auctore Nicodemo Frischlino. Frankfurt,

J. Wechel für W. Humm, 1588. 4°. 4 Bl., 79 S. Altes

Manuskript-Pgt. (fleckig, berieben und bestoßen,

Schließbänder fehlen). (100) 400,-

Erste Ausgabe der Bearbeitung Frischlins mit griechischlateinischem

Paralleltext. – VD 16 T 2140. Hoffmann III,

765. Schweiger I, 332. Ebert 23136: „Geschätzte Ausgabe;

aber incorrect gedruckt.“ – Nicht im STC und bei Adams.

– Tryphiodorus war ein griechischer Epiker im 5. Jahrhundert

n. Chr. Sein einziges erhaltenes Werk ist „Ilions Fall“.

– Titel mit Besitzvermerken. Leicht gebräunt, tls. etw.

fleckig, gegen Ende wasserrandig.

Alte Drucke und alte Theologie 87

Nr. 351

349 VALERIUS (WOUTERS), C., Ethicae, seu de

moribus philosophiae brevis et perspicua descriptio.

Antwerpen, Plantin, 1567. Mit Druckermarke

auf dem Titel. 95 S. Mod. Brosch. (Deckelbezug

gewellt). (66) 200,-

Adams V 62. Voet 2367. Ruelens-de Backer 73, 18. De -

george 69. – Nicht im STC. – Nachdruck der 1566 erstmals

in Basel erschienenen Moralphilosophie des bedeutenden

holländischen Humanisten Kornelis Wouters (1512-1578).

– Tls. wasserrandig und mit Anstreichungen (Bleistift), ge -

ring fleckig.

350 VERGIL – URSINUS (ORSINI), F., Virgilius

collatione scriptorum Graecorum illustratus.

Antwerpen, Plantin, 1568. Mit Druckermarke auf

dem Titel. 8 Bl., 473 S., 2 Bl. Hldr. des 19. Jhdts.

(beschabt und etw. bestoßen). (53) 150,-

Adams U 76. CLC U 51. Voet 2348. Ruelens-de Backer 80,

11. Degeorge 71. – Im Kolophon datiert 1567. – Vorsatz und

Titel mit Besitzvermerk von alter Hand in Tinte, Titel mit

kleinen hinterlegten Wurmlöchern, die S. 13 und 15 mit

geringfügigen restaurierten Randeinrissen; leicht wasserrandig

und stellenw. wenig fleckig.


88

Nr. 352

Erste Ausgabe in einer Volkssprache

351 VITRUVIUS POLLIO, M., De architectura libri

dece traducti de latino in vulgare affigurati (von

Caesare Caesarino ... Como, G. da Ponte, 1521).

Fol. Mit 2 Druckermarken, mehr als 115 (10 ganzseit.)

Textholzschnitten (Leonardo da Vinci zugeschrieben)

und zahlr., teilw. größeren schwarzgrundigen

Initialen. 8 nn., CLXXXIII num., 1 nn.

Bl. Interims-Pp. d. Zt. (fleckig, etw. berieben und

bestoßen). (158) 35.000,-

Seltener erster Druck der ersten italienischen Ausgabe mit

den unkorrigierten Lagebezeichnungen „M I“ statt „N I“,

„O III“ statt „P III“ und der fehlerhaften Schreibweise des

Wortes in der Kopfzeile auf Bl. Z 8 „tuta“ statt „tutta“. –

STC 735. Adams V 914. Sander 7696. Cicognara 698.

Ebert 23838. Ebhardt 68. Ornamentstichslg. Berlin 1802.

Mortimer 544. Norman 2158. Fowler 395. Millard IV, 158.

Graesse VII, 379: „Cette première version italienne a été

collationée sur plusieurs mss.; restée inachevée elle a été terminée

par Bono Mauro et Benedetto Jovio, Comasco.“ –

Mortimer 544: „The influence of Leonardo on these illustrations

has been generally noted, and E. Weil made some

specific suggestions for comparison of technical cuts with

Leonardo drawings in a 1950 catalogue description ... First

Cesarino edition, the first printing of Vitruvius in Italian ...

The contract for the edition called for thirteen hundred

copies.“ – Laut Kristeller (Lomb. Graphik, 59-61 und 168)

sind die schönen großen Initialen in Mailänder Technik

gefertigt. „Von den Illustrationen verdienen besonderes

Interesse die beiden großen anatomischen Proportionsdarstellungen,

die Abbildungen über den Ofenbau, landwirtschaftliche

Maschinen, Wasserräder, Kriegsmaschinen sowie

die Darstellung einer Frisierstube. Das Buch enthält die

Alte Drucke und alte Theologie

erste getreue Abbild. des Mailänder Doms“ (Sander). –

Leicht gebräunt, ein wenig fleckig, Kopfsteg und obere Zeilen

tls. mit leichtem hellbraunen Wasserrand. – Gestoch.

Exlibris „Charles Otway Esq. of Romden, Kent“. – Siehe

Abbildung.

Rare first issue of the first Italian edition with uncorrected

quire signatures „M I“ instead of „N I“, „O III“ instead of

„P III“ and faulty spelling of the first word in the top line of

leaf Z 8 „tuta“ instead of „tutta“. – Slightly browned, a little

soiled, upper margin and top lines partly with light pale

brown waterstain. – Engraved exlibris „Charles Otway Esq.

of Romden, Kent“. – Contemporary interim cardboard

(soiled, a little rubbed and scuffed). – See illustration.

352 – Architettura. Con il suo co(m)mento et figure.

In volgare lingua raportato per M. Gianbatista

Caporali. Perugia, G. Bigazzini, 1536. Fol. Mit

Holzschnitt-Titel und 83 (5 ganzseit.) Textholzschnitten.

3 nn., 131 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt.

(fleckig, berieben und bestoßen, Schließbänder

fehlen). (158) 6.000,-

Erste Ausgabe dieser italienischen Übersetzung. – STC 735.

Cicognara 706. Ornamentstichslg. Berlin 1805. Fowler 400.

Millard IV, 159. Mortimer 546: „First edition of Caporali's

translation, comprising the first five of the ten books of

Vitruvius.“ – „The text, commentary and illustrations are

arranged as in the 1521 Como edition“ (Fowler). – Die

Holzschnitte zeigen u. a. Säulenordnungen, Tempel und

Maschinen. – Blatt 113 unten mit schmalem Randausriß.

Titel verso mit kleinem Stempel. Tls. etw. gebräunt und

fleckig. – Siehe Abbildung.

First edition of this Italian translation. – Leaf 113 with small

tear-out at lower margin. Title verso with small stamp. Here

and there a little browned and soiled. – Contemporary limp

vellum (soiled, rubbed and scuffed, clasp ribbons missing). –

See illustration.

353 – Zehen Bücher von der Architectur und künstlichem

Bawen ... Erstmals verteutscht, und in Truck

verordnet Durch D. Gualtheru(m) H. Rivium

(W. H. Ryff). Nürnberg, J. Petreius, 1548. Fol. Mit

190 tls. nahezu ganzseit. Textholzschnitten von

G. Pencz, P. Flötner, V. Solis und H. Brosamer.

18 nn., CCCXX num. Bl. Altes Hpgt. unter Verwendung

eines Manuskript-Pgts. (etw. berieben

und bestoßen, Vorsätze erneuert). (66) 8.000,-

Erste deutsche Ausgabe. – STC 898. Adams V 913. VD 16

V 1765. Benzing, Ryff, 185. Ebhardt, Vitruv, 70. Ornamentstichslg.

Berlin 1810. Fowler 404. Libri rari 292. Jähns

451. Riccardi I/2, 613, 1/15. Dodgson I, 528, 3. Kruft 187

und Abb. 34. Millard III, 133. – Das berühmteste Architekturbuch

des Altertums behandelt neben der eigentlichen

Baukunst auch Gegenstände der Technik: die sog. Eimerkunst,

das „Tympanon“ (zur Wasserbeförderung), Getreidemühlen,

eine Wasserorgel, Thermalquellen, Sonnen uhren,

bautechnische Hilfsmittel, Gefäße und Röhren zur Verstärkung

der Schauspielerstimmen u. v. m. – Etw. knapp

beschnitten (Titel oben und außen leicht angeschnitten, bei

wenigen Textblättern die Paginierung außen angeschnitten).

Etw. gebräunt, fleckig und wasserrandig. – Siehe Abbildung.


Nr. 353

First German edition. – The most famous book on architecture

of antiquity. – Somewhat closely trimmed (title at

top and outside a little cut, pagination of a few text leaves cut

outside). Some browning, soiling and waterstains. – Old half

vellum by using a manuscript vellum (some rubbing and

scuffing, endpapers renewed). – See illustration.

354 WEIDNER, P., Loca praecipua fidei Christianae,

collecta, & explicata. Wien, (R. Hofhalter, 1559).

4°. Mit architektonischer altkolor. Titelbordüre

und ganzseit. (statt 2) altkolor. Textholzschnitt.

7 (statt 8) Bl., 411 S., 8 (statt 9) Bl. Ldr. d. Zt. mit

Rvg. und gepunztem Goldschnitt (beschabt,

bestoßen, Rücken mit Fehlstellen, Gelenke brüchig).

(100) 800,-

Seltene erste Ausgabe. – VD 16 W 1478. Denis 583, 615.

Mayer I, 88. Haas, Wien (Ausst.-Kat.) 188. Fürst III, 498.

Steinschneider 7361, 1. Wurzbach LIII, 275. – Der jüdische

Arzt Paul Weidner war zum Christentum übergetreten und

beschreibt hier mit vielen Zitaten aus Talmud und Kabbala

seine Bekehrung. Weidner war Leibarzt der Kaiser Ferdinand

(dem das Werk gewidmet ist), Maximilian II. und

Rudolf II. und dreimal Rektor der Universität Wien. – Es

fehlen das 2. Bl. mit dem Holzschnitt von Christus am

Kreuz und das Kolophon mit der Druckermarke. – Der

vorhandene Holzschnitt zeigt das Wappen von Kaiser Ferdinand.

– Ganz leicht gebräunt.

355 WEISSKUNIG – TREITZSAURWEIN, M.,

Der Weiß Kunig. Eine Erzehlung von den Thaten

Kaiser Maximilian des Ersten. Wien, Kurzböck,

1775. Fol. Mit 237 Holzschnitt-Tafeln von Hans

Burgkmair, Hans Schäufelein, H. Springinklee und

L. Beck. 8 Bl., 307 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und

Rvg. (beschabt, etw. bestoßen). (59) 12.000,-

Alte Drucke und alte Theologie 89

Nr. 355

Erste Ausgabe. – Fairfax Murray 416. Lipperheide Dd 10.

Muther 854. Geissler (Burgkmair) 202. Oldenbourg (Schäufelein)

L 246. Mayer II, 50. – Ursprünglich als einheitliches

Werk mit dem Theurdank geplant, war der Weißkunig

darauf angelegt, die kriegerischen Heldentaten des Kaisers

zu verherrlichen. Das Werk besteht im wesentlichen aus

Diktaten des Kaisers an seine Schreiber, die Treitzsaurwein

auf Befehl des Kaisers redigierte. Behandelt werden die

Geschichte der Vorfahren Maximilians, dann die Geburt

und Erziehung Maximilians sowie seine Vermählung mit

Maria von Burgund und schließlich seine Kriegstaten vom

französischen Krieg 1478 bis zu den italienisch-französischen

Kriegen von 1513. Krönender Abschluß sollte die

Besiegung der Türken bilden, doch starb Maximilian vorher.

– Von 237 Holzschnitten stammen 117 von Hans

Burgkmair d. Ä., die übrigen sind größtenteils von Beck,

Schäufelein und Springinklee. „Es gibt in der dt. Graphik

des 16. Jhs. kein zweites Werk, in dem rein stofflich eine

ähnliche Vielfältigkeit des Illustrativen zutage tritt. So ziemlich

alles, was im Darstellungsbereich der damaligen Zeit

gelegen ist, hat hier seinen zeichnerischen Niederschlag

gefunden: das höfische, gesellschaftliche, militärische und

bürgerlich-handwerkliche Leben mit seinen verschiedenen

Schauplätzen. (Es) wechseln in bunter Folge: Jagdbilder,

Schlachtenszenen ... Botschaften in höfischem Zeremoniell

... Gerichtssitzungen, Verbriefungen, Weiheakte und festliche

Repräsentation ... daneben auch viele Illustrationen aus

dem Alltagsleben, die Werkstatt des Künstlers, des Büchsenmachers

u. a.“ (Burkhard, Burgkmair, 105). – Leicht

gebräunt, tls. etw. fleckig, Tafeln teilw. stärker gebräunt und

stockfleckig. – Insgsamt schönes Exemplar. – Siehe Abbildung.

First edition. – Originally planned as homogeneous work

with the Theurdank, the Weißkunig was made to glorify the

belligerent heroic deeds of the emperor. – Slightly browned,

partly a little soiled, plates here and there stronger browned

and foxed. – Generally a beautiful copy. – Contemporary

calf with spine label and gilt back (scratched, a little scuffed).

– See illustration.


90

Nr. 357

356 WIETROWSKI, M., Historia de magno schismate

occidentis in compendium reducta. 2 Tle. in

1 Bd. Prag, Hraba, 1724. 4°. 5 Bl., 142 (recte 156)

S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rücken etw. läd.,

leicht aufgebogen, mit Wurmspuren, tls. stärker

fleckig, berieben und bestoßen). (100) 150,-

Erste Ausgabe. – De Backer-S. VIII, 1132, 11. – Behandelt

das große abendländische Schisma von Avignon bis zu seinem

Ende im Konzil von Konstanz. – Mehrfach gestempelt,

Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, etw. gebräunt und fleckig.

357 WILD, J., Wintertheyl der Postill uber die Evangelien,

so vom Advent ahn, biß auff Ostern gelesen

werden. – Wintertheil der Postill, De Sanctis.

Auff die Fest der Heiligen vom Advent an biß auff

Ostern. 2 in 1 Bd. Mainz, F. Behem, (1559)-61.

Fol. Mit 2 Druckermarken und 3 großen Textholzschnitten

(Kreuzigung und 2 Wappen). 4 nn.,

CCCCXXII (recte 440) num., 4 nn., XCV num.

Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln

(Kapital etw. läd., beschabt und bestoßen, mit

Feuchtigkeitsspuren, eine Schließe fehlt). (35)

800,-

VD 16 W 2996 (Kollation ungenau) und 2994. – Wild,

Domprediger zu Mainz, gehörte zu den besten Kanzel -

rednern. Hrsg. wurden seine Predigten von Phil. Agricola,

Dompfarrer und Rektor der Universität Mainz. „Seine

Ausg. der Predigten Wilds kam auf den Index ... wegen seiner

Namensgleichheit mit Reformator Joh. Agricola“

(NDB). – Laut VD 16 wirkten an dem Winterteil der Post-

Alte Drucke und alte Theologie

ill als Verlagsgemeinschaft der Mainzer Th. Spengel und die

Kölner A. Birckmann und J. Quentel mit. Bei der Foliierung

sind die Nummern 255-274 doppelt benutzt sowie die

Nummern 376-377 ausgelassen. – Titel innen tief eingerissen.

Die ersten Bl. mit stärkeren Quetschfalten. Hinterer

Innendeckel mit umfangreichen hs. Eintragungen und

Federproben. Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

358 SAMMELBAND – 23 meist kleinere Schriften.

1576-86. 4°. Altes Manuskript-Pgt. aus einem

Antiphonar (fleckig, berieben und bestoßen, Vordergelenk

aufgeplatzt und gebrochen, Schließbänder

fehlen). (108) 1.200,-

BEUMLER, M., Falco emissus, ad capiendum, deplumandum

& dilacerandum audaciorem illum cuculum uniquitatium,

qui nuper ex Iacobi Andreae, mali corvi, malo ovo, ab

Holdero, simplicissima curruca exclusus, & a daemonoco

Bavio Fescennio varij coloris plumis instructus, impetum in

Philomelas innocentes facere coeperta. Neustadt/Haardt,

M. Harnisch, (1585). Mit Druckermarke auf dem Titel. –

8 Bl., 92 S. – Wohl einzige Ausgabe. – Adams B 856.

IA 118.308. VD 16 B 2333. Schottenloher 522.

ORATIONES QUATUOR, dum aperietur schola Corbachiana.

O. O. und Dr. (1579). Mit typographischer Titeleinfassung.

38 Bl. – VD 16 ZV 12000.

LIEBLER, G., Oratio de causis corruptae iuventutis.

Tübingen, o. Dr. (G. Gruppenbach), 1576. 15 S. – VD 16 L

1649.

SOLDAN, J., Disputatio de praedestinatione sanctorum, et

de reprobis, extructa ex primo capite epistolae D. Pauli ad

Ephesios. Ebda. 1583. Mit Druckermarke auf dem Titel.

29 S. – VD 16 S 6934.

KNICHEN, A., Sacrosanctae triadis implorato praesidio

disputatio de beneficio et remedio in integrum restitutionis,

quo aetate, metu, dolo, et absentia laesis succurritur. Heidelberg,

J. Müller, 1585. Mit großer Druckermarke auf dem

letzten Bl. 6 Bl. – VD 16 ZV 9021.

HUNNIUS, AE., Gründtlicher Bericht von den Altarn, ob

dieselbige Heutiges Tages in den Reformirten Kirchen

sollen abgeschafft werden. Oberursel, N. Henricus, 1584.

47 Bl. – Nicht im VD 16.

WINCKLER, N., Bedencken Von künfftiger Verenderung

Weltlicher Policey, und Ende der Welt. Augsburg, M. Manger,

(1583). 26 S. – VD 16 W 3441.

Beigebunden sind weitere 17 Kleinschriften mit unterschiedlichem

Inhalt: Predigten zur Hochzeit und Beerdigung,

juristische und theologische Dissertationen etc. –

Unterschiedlich gebräunt und fleckig, tls. schwach wasserrandig

und unbeschnitten.

359 KONVOLUT – Ca. 40 Werke, meist Textausgaben
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