Venedig_Oktober-2015

gerhard.hochl

VENEDIG

04.10.2015

© Bilder und Layout Gerhard Hochl@gmx.at

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Zur Feier von Annelieses Geburtstag hatten wir uns einen Besuch in der

„Stadt der Liebe“ ausgedacht. Wir buchten über das Internet für 2 Tage im

Hotel Carlton Capri ein Zimmer. Am ersten Tag machten wir die Runde

Santa Croce - San Polo. Die beiden Stadtteile sind vom großen Touristenstrom

verschont aber durchaus sehenswert.

Kleine Flohmärkte auf dem Weg von

einer Sehenswürdigkeit zur nächsten.

Das historische Zentrum von Venedig

liegt auf einigen größeren Inseln in der

Lagune. Die Fläche Venedigs beträgt

414,6 km², davon entfallen 257,7 km²

auf Wasserflächen.

Die Stadt zählt aktuell im historischen

Zentrum ca.59.000 Einwohner.

Die Lagune beheimatet 118 Inseln.

Der obligate Andenken-Einkauf ist

hier wesentlich günstiger als im Touristen

Hot Spot bei der Ponte di Rialto

oder am Piazza San Marco.

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Die ca. 11m langen Gondeln sind das traditionelle touristische Fortbewegungsmittel

in den schmalen Kanälen. Die älteste Gondelwerft, deren Ursprung

im 11.Jahrhundert liegt, befindet sich am Rio Trovaso. Die kleinen

Handwerker-Hütten scheinen Jahrhunderte unverändert überstanden zu

haben und sind ein interessanter Kontrast zu den großen Palastbauten.

Eine Gondel besteht aus neun verschiedenen Hölzern, die bestimmten Aufgaben dienen. Z.B. Eichenholz verwendet

man für die oberen Planken, Kiefer für den Boden, Lärche für die Seiten, Nussbaum für den Sitz und Kirsche

für die hintere Bank. Ulme, Tanne, Linde, Ramin und Linde werden ebenso verwendet wie Nussbaumholz für die

Riemengabel, Forcola genannt. Der Rumpf einer Gondel setzt sich aus 280 Teilen zusammen. Der Bau einer Gondel

benötigt etwa fünfhundert Stunden, und kostet ca. 25.000 Euro.

Am gegenüberliegenden Fondamenti

Nani gibt es die bei den Einheimischen

beliebte „Cantine del Vino già

Schiavi“ mit herzhaften Fuoripasti.

Am Fusine Kanal entstand aus den alten Lagerräumen das 5* Hilton Molino Hotel.

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Eine kurze Erholungspause und

dann mit dem Vaporetto über den

Fusine Kanal zur Chiesa di San Giorgio

auf der Insel San Giorgio.

Vom Vorplatz San Giorgio genießt man einen herrlichen Blick auf

den Piazza San Marco und den Campanile. Nach der Überfahrt mit

dem Vaporetto waren wir vom Touristentrubel umzingelt. Einmal mit

der Gondel unter der Seufzerbrücke, das asiatische Ziel!

San Giorgio San gehörte anfangs zu einem Benediktinerkloster und wurde

1610 fertiggestellt. In der Kirche gab es eine Ausstellung zeitgenössischer

Künstler mit riesigen Skulpturen.

Auf der Nordostseite befindet sich ein zentral gelegener Yachthafen mit wenig

Aussicht auf einen Liegeplatz für nicht Einheimische.

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Die tägliche Anzahl an „Selfis“ am

Markusplatz ist enorm, wenn auch

der fotografische Wert sehr umstritten

ist.

Auf dem Torre dell’ Orologia

(Glockenturm) schlagen die beiden

Bronzefiguren mit Hämmern die

Glocke jede volle Stunde.

Der bekannteste Weg zur Ponte di Rialto führt unter dem Glockenturm

durch enge Gasse und belebte Plätze. Ein Luxusgeschäft reiht sich an das

Andere.Die wenigsten Touristen riskieren dabei für die kleinen verborgenen

Schätze ein Auge und lassen sich von der Menge schieben.

Für die Besichtigung der Basilica di San Marco muss man sich stundenlang

anstellen. Ein guter Tipp verhalf uns zu den schönen Aufnahmen der

Ornamente in den Kuppeln. Beim Ausgang ist ein Andenkenshop und da

kann man einen kleinen Teil der Kirche betreten und erhält einen Eindruck

von der Pracht und der Ausstattung der Kirche.

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Seit 2 Jahren wird regelmäßig gegen das Befahren der Kanäle vor dem Markusplatz protestiert. Die Dimensionen

der riesigen Kreuzfahrtschiffe seien mit den engen Kanälen Venedigs unvereinbar, behaupten Mitglieder des Verbands

«No Grandi Navi», der für den Ausschluss der Kreuzfahrtschiffe aus Venedig kämpft.

1,8 Millionen Kreuzfahrttouristen besuchen jährlich die Lagunenstadt.

Im Juli 2015 sind wir auch mit einem Kreuzfahrtschiff

in Venedig eingelaufen. Der Anblick

war überwältigend. Starke Wellen

haben wir nicht beobachten können. Vaporettos

und Taxiboote machen mehr Wellen.

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Am nächsten Tag besuchten wir den Bezirk Cannaregio. In der Kirche San

Geremia fanden wir ein Turmuhrwerk aus dem 15. Jahrhundert. Die Uhr

war bis 1950 in Betrieb. Die zwei Gewichte hielten die Uhr in Gang. Sie

zeigte Sekunden, Minuten und Stunden an und betätigte auch einen Hammer,

der die Stunden auf zwei Glocken anschlug.

Das Judenviertel ist eine Insel und

die Häuser unterscheiden sich kaum

vom übrigen Venedig, sieht man von

der Synagoge ab.

Das Ghetto war seit dem 16. Jahrhundert

bis zu seiner Aufhebung

1796 das abgeschlossene Wohngebiet

für die jüdische Bevölkerung.

Seinerzeit durften sich die Juden tagsüber in ganz Venedig bewegen. Am

Abend mussten sie ins Ghetto zurück und die Eingangstore wurden verriegelt

und von bewaffneten Wächtern kontrolliert. Um 1500 lebten hier rund

700 Juden hier, heute nur noch wenige, darunter einige im Altenheim der

Casa Israelitica de Risposo.

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Der Platz DEI MORI ist nach den Skulpturen dreier Mohren benannt, die

drei Hausecken schmücken. Auf diesem häufig überfluteten Platz befindet

sich auch das Geburtshaus des Künstlers Tintoretto, dessen Werke an

zahlreichen Orten in Venedig zu bewundern sind.

Am Kanal Rio dei San Girolamo gab es eine notwendige Rastpause.

Paolo Sarpi war ein Ordensmann

und Historiker. Er verteidigte die

Freiheit der weltlichen Regierungen

gegen die päpstliche Gewalt.

Die Müllabfuhr ist in Venedig nicht

mit dem Wagen sondern mit dem

Müllboot unterwegs. Die Entleerung

erfolgt mit ausgefeilter Technik.

Maria dell‘Orto ist eine gotische Kirche. 1377 wurde sie mit Spendengeldern

errichtet. Anlass war die Überführung einer wundertätigen Madonnenstatue,

die in einem nahen Garten gefunden worden war. Die Kirche beherbergt

wichtige Werke von Tintoretto und Cima da Conegliano, daher wird

eine Eintrittsgebühr von 2 € verlangt.

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Seit 1835 ist die Insel San Michele die Friedhofsinsel von Venedig.

Vorher war hier auch ein Kloster vom dem noch der gotische Kreuzgang,

die Renaissancekirche San Michele, die sechseckige Capella und ein

Weingarten stammt.

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Mit dem Vaporetto 4.1 fuhren wir

Richtung Burano, im Nordwesten

der Lagune. Wir hatten eine 72

Stunden Karte gekauft.

In der Via Galuppi befindet sich das

Ristorante ai Pescatori. Wir speisten

ganz vorzüglich sogar mit Musikbegleitung.

Die Insel Burano ist ein beliebter Ausflugsort und mit dem Vaporetto in 40

Minuten erreichbar. Schon von weiter Ferne sieht man die bunten ein- bis

zweistöckigen bunten Häuser, die der Sage nach, den Fischern auch bei

schlechter Sicht den Weg nach Hause anzeigen.

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In den Geschäften gibt es die üblichen

Souvenirs. Einige Geschäfte

bieten aber hochwertige gestickte

Kleider, Schals und Stolas an.

In der Kirche San Martino mit ihrem

schiefen Turm findet sich eine

Bronzefigur vom polnischen Papst.

Die weltberühmte Burano Spitze hat eine besondere Beziehung zum Meer.

Die Stiche der Spitzennäherinnen sind der Fischernetztechnik abgeleitet.

Die komplizierten „Luftstiche“ werden seit dem 16. Jahrhundert von Generation

zur Generation weitergegeben.

Auf der Rückfahrt nach Venedig machten wir auf der der Glasbläserinsel

Murano einen Zwischenstopp. Im 16. Jahrhundert, zur Hochblüte der Glasindustrie

lebten 30.000 Einwohner hier. Damals war die Herstellung von

Glas ein gut gehütetes Geheimnis.

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