25.06.2026 Aufrufe

Wirtschaftsforum

MIT Wirtschaftsforum - Stimme des Mittelstandes in Baden-Württemberg Magazin von Unternehmern für Unternehmer der Mittelstandsunion Baden-Württemberg

MIT Wirtschaftsforum - Stimme des Mittelstandes in Baden-Württemberg
Magazin von Unternehmern für Unternehmer der Mittelstandsunion Baden-Württemberg

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Nr. 4 | Juli/August/September 2026 42. Jahrgang | E 5529

MITTELSTANDS- UND

WIRTSCHAFTSUNION

BADEN-WÜRTTEMBERG

Stimme des Mittelstandes in Baden-Württemberg

„Wir müssen

wieder lernen,

anzupacken!“

BADEN-

WÜRTTEMBERG

international

Dr.-Ing.

Martin Herrenknecht

Herrenknecht AG / Philipp von Ditfurth

Schwerpunkt – Seite 6

Baden-Württemberg erfolgreich halten

Schwerpunkt – Seite 16

Deutschland braucht mehr Lust auf Leistung

MIT Kreise und Bezirke – Seite 18

MIT Wü-Ho stellt Weichen neu

Financial Wellbeing – Seite 40

Klarheit über private Finanzen


Inhalt

Aus den Kreisen & Bezirken

18 Aktuelles aus Baden-Württemberg

MIT Land

33 „Ich bin neu in der MIT, weil …

34 Ihre Ideen. Ihre Themen. Ihre MIT.

35 MIT Baden-Württemberg kritisiert Gebäudemodernisierungsgesetz:

Vermieter werden zu Zahlmeistern politischer Fehler

MIT konkret

36 EU-Handelsabkommen und Lieferkettenpflichten –

Chancen und Zielkonflikte

10

Maschinenbau unter Druck – Baden-Württemberg im

globalen Wettbewerb

Warum Exportmärkte, Standortbedingungen und Zukunftstechnologien

jetzt entscheidend sind

Wirtschaft

38 Was Unternehmen vom Cracker-Barrel-Debakel

lernen können

40 Financial Wellbeing: Klarheit über private Finanzen

42 Messen sind Marktplätze für Menschen

3 Vorwort

Schwerpunkt

4 Wir müssen wieder lernen, anzupacken

6 Baden-Württemberg international erfolgreich halten

8 Baden-Württemberg im globalen Wettbewerb

10 Maschinenbau unter Druck –

Baden-Württemberg im globalen Wettbewerb

12 Deutschland braucht wieder mehr Lust auf Leistung

14 Baden-Württembergs Wirtschaftsvertretung in der Welt

17 Es reicht nicht mehr, den Mittelstand nur zu loben

MIT Land

20

Starke Wirtschaft, sichere Zukunft

Christina Stumpp zu Gast beim 46. Kurpfälzer Frühschoppen

auf dem Mannheimer Maimarkt

„Ich bin neu in der MIT, weil …

… die MIT mich tatkräftig im

Kampf gegen eine existenzbedrohende

Vergnügungssteuer für

mein Unternehmen unterstützt

hat.“

… weil Wirtschaft, Unternehmertum

und gesellschaftliche

Verantwortung für mich untrennbar

zusammengehören.“

…ich der Meinung bin, dass

der Mittelstand der Motor von

Deutschland ist und gestärkt

werden muss.“

45 Inserentenverzeichnis / Marktplatz

46 MIT vor Ort / Impressum

47 Mitglied werden

33

Stefan Martin Bauer

Dipl.-Kfm., Geschäftsführer

Game-Line-Automaten GmbH

MIT Sigmaringen

Jessica Göthel

Geschäftsführende Gesellschafterin

MIT Esslingen

„Ich bin neu in der MIT, weil …

Stefan Martin Bauer wurde am 22.07.1970 Jessica Göthel verbindet Erfahrung aus

in Ulm geboren und hat nach dem Abitur der internationalen Automobil- und Eventbranche

mit ihrer Leidenschaft für Gastro-

und der Bundeswehr in Tübingen Betriebswirtschaftslehre

studiert.

nomie und Gastgeberkultur.

Bereits studienbegleitend war er in der Nach dem Studium der Medienwirtschaft

Unterhaltungsautomatenbranche selb-

und des Innovationsmanagements war sie

ständig tätig und hat nach Zwischenstationen

in der Halbleiterbranche und Nr. 4 | 2 2026

viele Jahre bei Mercedes-Benz im Sportmarketing,

Motorsport und Eventbereich

der Arbeitnehmerüberlassung seine tätig und verantwortete internationale Projekte

sowie exklusive Veranstaltungen.

Leidenschaft wieder der Unterhaltungsautomatenbranche

gewidmet. Zuerst bei

Frank Sommerfeld

Geschäftsführer

MIT Göppingen

Frank Sommerfeld stieg 1993 in den Bereich

der Telekommunikation ein und arbeitet 10

Jahre als Kundendienstingenieur und Projektleiter

für die Firma Alcatel.

Im Zuge dessen hat er in Ländern wie Kambodscha

und Laos das „Internet“ mit aufgebaut

und in Betrieb genommen. Ähnlich gelagerte

Aufgaben folgten danach in Asien, Afrika,

dem mittleren Osten und Südamerika, sowie

komplett Europa.

2018 gründete er die Netcom-Tec Gmbh in

Dürnau, um mit marktführenden Herstellern


Vorwort

Liebe Mitglieder,

liebe Leser,

Dr. Bastian Atzger

Landesvorsitzender der MIT Baden-Württemberg

Sie halten gerade ein Magazin in Händen,

das nicht nur parteiintern, sondern

auch öffentlich große Aufmerksamkeit

erfährt. So zeigt nicht zuletzt die neuerliche

mediale Welle, die bundesweit wahrgenommen

wurde, dass die MIT gehört,

wahrgenommen und trotz oder vielleicht

auch gerade wegen ihrer offenen internen

Diskussionskultur ernst genommen wird.

Auch haben wir bewiesen, dass wir für

Klarheit, für Fakten und für wirtschaftliche

Vernunft stehen und damit zu Recht

eine relevante und lautstarke politische

Stimme des Mittelstands sind. Genau

dieses Profil müssen wir jetzt weiter

schärfen. Der Landesvorstand hat dazu

auf seiner Sitzung in Rottenburg am Neckar

zentrale wirtschaftspolitische Stoßrichtungen

definiert. Diese werden wir in

den kommenden Wochen mit Nachdruck

in die politische Debatte einbringen.

Dabei gilt wie immer: Wir setzen auf die

Stärke unserer Basis. Denn eines ist unübersehbar:

Dem Mittelstand geht es

nicht gut. Täglich erleben wir, wie Betriebe

aufgeben, Investitionen verschoben oder

ganz gestrichen werden und Fachkräfte

Deutschland den Rücken kehren. Bürokratie,

Steuern und Abgaben sowie politische

Unzuverlässigkeit sind der Bremsklotz

für Wachstum und Innovation. Wer

heute mit Unternehmern spricht, hört

sehr klare Erwartungen an die Politik, die

auch meist sehr deutlich formuliert sind.

Genau hier setzt dieses Heft an. Unter dem

Titel „Baden-Württemberg international“

werfen wir diesmal den Blick bewusst über

die Landesgrenzen hinaus. Denn Internationalität

bedeutet heute weit mehr als

Absatzmärkte oder Fachkräftegewinnung.

Es geht um Partnerschaften, um technologische

Kooperationen, um geopolitische

Rahmenbedingungen und um die Frage,

wie sich ein starker Industriestandort wie

Baden-Württemberg in einer zunehmend

fragmentierten Welt behauptet.

Unser Mittelstand ist das Rückgrat dieser

Stärke. Seine Exportorientierung, seine

Innovationskraft, seine Unternehmerpersönlichkeiten

und seine internationale

Vernetzung waren und sind die Grundlage

unseres Wohlstands. Doch genau diese

Stärke steht zunehmend unter Druck,

nicht zuletzt weil sowohl auf Bundes- als

auch auf europäischer Ebene politische

Rahmenbedingungen geschaffen wurden,

die häufig jene belasten, die leisten, und

jene begünstigen, die ohnehin bereits von

staatlichen Systemen profitieren.

Auch die aktuelle Diskussion um die

Gesundheitsreform geht in diese Richtung.

Im Mittelpunkt stehen nahezu ausschließlich

zusätzliche Belastungen für

Beitragszahler sowie Einschnitte bei Kliniken

und Ärzten. Zu selten wird hingegen

offen benannt, wer von diesem System

profitiert, ohne im gleichen Maße Verantwortung

zu tragen. Nachbesserungen

an dieser Stelle werden mittlerweile von

vielen Seiten gefordert.

Es lässt sich also sagen: International

erfolgreich ist am Ende nur, wer auch

national auf stabile und verlässliche

Rahmenbedingungen bauen kann. Ein

wettbewerbsfähiger Standort benötigt

hierzu jedoch ökonomische Kompetenz,

politische Vernunft und Verlässlichkeit

sowie den Rückhalt eines Staates, der

versteht, wie Wertschöpfung entsteht.

Genau hier ist die CDU jetzt gefordert,

endlich das umzusetzen, was sie in ihren

Wahlprogrammen versprochen hat.

Wenn es unserer Partei nicht gelingt, verlorenes

Vertrauen zurückzugewinnen,

könnte uns nach der wirtschaftlichen

Realität ab Herbst auch die politische einholen.

Es soll niemand sagen, wir hätten

nicht gewarnt.

Lassen Sie uns daher unser Momentum

nutzen. Jetzt ist die Zeit, klar und laut Position

zu beziehen und an allen Stellen eine

Wirtschaftspolitik einzufordern, die den

Mittelstand nicht nur in Sonntagsreden erwähnt,

sondern ihn spürbar entlastet und

langfristig befreit. Diesen Mut gegenüber

den politisch Handelnden sind wir unseren

Mitgliedern und jedem einzelnen Mittelständler

in Baden-Württemberg schuldig.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr

Bastian Atzger

Nr. 4 | 2026

3


Wir müssen wieder

lernen, anzupacken

Martin Herrenknecht über Tempo, Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich

Herrenknecht AG / Philipp von Ditfurth

Herrenknecht AG / Philipp von Ditfurth

Baden-Württemberg ist erfolgreich

– noch

Baden-Württemberg ist weltweit erfolgreich

– noch. Denn wer international

unterwegs ist, sieht: Andere werden

schneller, entschlossener und effizienter.

Unternehmer Martin Herrenknecht

fordert: Wir müssen wieder lernen, anzupacken

– sonst verlieren wir wirtschaftlich

dauerhaft an Boden.

Seit mehr als 50 Jahren bin ich Unternehmer.

Krisen und Herausforderungen

habe ich schon viele erlebt. Aber die aktuelle

wirtschaftliche Entwicklung bereitet

mir ernsthafte Sorgen. Mit unseren Tunnelbohrmaschinen

gibt es im Berg immer nur

eine Richtung: vorwärts. Genau diesen

Drang nach vorn müssen wir wiederfinden –

Dr. Martin Herrenknecht

sonst droht Deutschlands Wirtschaft der

Abstieg in die zweite oder dritte Liga.

Egal, wo ich in der Welt unterwegs bin – in

Indien, in China, in den USA oder in Australien:

Überall wird mir vorgeführt, wie

schnell Entscheidungen getroffen und

Projekte umgesetzt werden. Im indischen

Chennai dauerte die Genehmigung für

unsere neue Produktionshalle drei Monate.

Zuhause in Baden-Württemberg haben

wir dreieinhalb Jahre gewartet, bis wir mit

dem Bau eines Logistikzentrums loslegen

durften. Überbordende Bürokratie kostet

uns Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze

– besonders im Mittelstand, dem

Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Viele

Unternehmerinnen und Unternehmer, mit

denen ich spreche, wollen investieren, fühlen

sich aber durch langwierige Verfahren

und unflexible Vorgaben ausgebremst.

Reformen anschieben, nicht

aufschieben

Gerade angesichts zahlreicher Krisen und

geopolitischer Spannungen müssen wir

jetzt bei Strukturreformen aufs Gaspedal

treten. Sonst überrunden uns andere auf

dem Highway der Weltwirtschaft, während

wir uns im Klein-Klein endloser Debatten

verlieren.

4 Nr. 4 | 2026


Besonders nachdenklich gemacht hat mich

jüngst die Frage des Verkehrsministers

von Oman: „Könnt ihr überhaupt noch

Maschinen liefern – bei 4-Tage-Woche und

Homeoffice?“ Unfassbar, wie ramponiert

Deutschlands Ruf inzwischen in Teilen ist!

Ja, wir können noch Maschinen liefern –

aber es wird nicht einfacher.

Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen,

müssen wir alle wieder länger und

härter arbeiten. Wir müssen zurück auf 40

Stunden Regelarbeitszeit. Außerdem sollten

die ersten fünf Überstunden je Woche

steuerlich begünstigt und sozialabgabenfrei

sein. Das würde uns helfen – gerade

den Menschen mit geringeren Löhnen.

Für die unteren Lohngruppen muss netto

wieder deutlich mehr herauskommen. Ich

wäre auch bereit, mehr Steuern zu zahlen,

wenn ich wüsste: Das kommt bei den Egon

und Fritz an, die morgens um sechs Uhr bei

mir im Werk anfangen.

Wettbewerb ja – aber fair

Als Unternehmer ist es für mich selbstverständlich,

dass wir uns dem Wettbewerb

stellen. Nur: Wie viele andere deutsche und

europäische Unternehmen stehen auch wir

einer zunehmend verzerrten Wettbewerbssituation

gegenüber. Internationale Wettbewerber

– insbesondere aus China – treten

mit deutlich niedrigeren Kosten und

staatlicher Unterstützung auf.

Hier ist vor allem die EU gefordert, den

Zugang zum europäischen Markt so zu

gestalten, dass wieder faire Bedingungen

entstehen. Dann können wir unsere

Stärken in Technologie und Innovation

in die Waagschale werfen. Andernfalls

drohen Verdrängungsprozesse, an deren

Ende Abhängigkeiten und monopolartige

Strukturen stehen – verbunden mit

einem massiven Verlust an Wertschöpfung

in Europa: Know-how, Arbeitsplätze und

Steuereinnahmen.

Süddeutschland stellen uns vor unüberwindbare

Herausforderungen?

Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz der

Bundesregierung muss schnell in Kraft

treten und vor allem mit Tempo umgesetzt

werden, damit es nicht zu einem

Infrastruktur-Vergangenheitsgesetz verkümmert.

Was dem absolut zuwiderläuft,

sind die exorbitanten Steigerungen des

Sozialetats aus dem Arbeitsministerium

von Frau Bas. Auch mit der neuen Grundsicherung

und ineffektiven Sprachkursen

für arbeitslose Migranten werden weiterhin

Gelder gebunden, die wir viel dringender

für Zukunftsinvestitionen benötigen.

Deutschland muss sich der Welt

anpassen

Deutschland hat nach wie vor enorme

Stärken. Unsere Ingenieure, Facharbeiter

und mittelständischen Unternehmen – all

das ist weltweit einzigartig. Darauf können

wir aufbauen. Aber diese Stärken entfalten

wir nur, wenn die Rahmenbedingungen

stimmen. Dazu gehört, dass wir uns auch

unbequemen Fragen stellen und bereit

sind, uns an die Veränderungen der Welt

anzupassen.

Wir haben uns mit reduzierten Wochenarbeitszeiten,

vorgezogenen Renteneintrittsaltern

und einem unflexiblen

Kündigungsschutz in Strukturen eingerichtet,

die uns im Wettbewerb mit

aufstrebenden und hungrigen Volkswirtschaften

zunehmend ins Hintertreffen

bringen. Wenn wir so weitermachen, werden

wir nicht mehr Gestalter von Wachstum

sein, sondern Zuschauer.

Deshalb gilt: Wir müssen wieder lernen,

anzupacken – schneller, entschlossener

und mit höherer Leistungsbereitschaft.

Nur so sichern wir unseren Wohlstand

auch für die Zukunft.

Dr. Martin Herrenknecht

herrenknecht.com

Herrenknecht AG / Philipp von Ditfurth

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Infrastruktur mit Tempo umsetzen

Ebenso dringend müssen wir die

Leistungsfähigkeit unserer deutschen

und europäischen Infrastruktur erhöhen.

Es kann nicht sein, dass die Schweiz seit

Jahren den Gotthard-Basistunnel betreibt,

während bei uns zentrale Projekte

im Rheintal oder am Brenner-Zulauf

nur schleppend vorankommen. Den

harten Fels der Alpen können wir bezwingen,

aber die Flachlandstrecken in

Kolumbusstr. 13 · 71063 Sindelfingen

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Nr. 4 | 2026

5


Baden-Württemberg international

erfolgreich halten

Wie Mittelstand, Hightech und starke Rahmenbedingungen

unseren Standort sichern

Foto: Katja Bartolec

Baden-Württemberg ist eine der erfolgreichsten

Wirtschaftsregionen Europas

– doch diese Stärke ist kein Selbstläufer.

Damit unser Land auch künftig

international wettbewerbsfähig bleibt,

braucht es einen starken Mittelstand,

eine ambitionierte Hightech-Strategie

und politische Rahmenbedingungen,

die Investitionen, Innovationen und

Wachstum ermöglichen.

Mittelstand als Fundament unseres

Erfolgs

Baden-Württemberg gehört zu den erfolgreichsten

Wirtschaftsregionen Europas.

Unsere Unternehmen entwickeln Spitzentechnologien,

erschließen internationale

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QUALITÄT UND PRÄZISION

vom Kleinsten

Märkte und schaffen Wohlstand weit über

die Landesgrenzen hinaus. Die Grundlage

dieses Erfolgs ist unser Mittelstand. Er

steht für Innovationskraft, Unternehmergeist

und Verantwortung.

Mit mehr als 99 Prozent aller Unternehmen,

rund zwei Dritteln der sozialversicherungspflichtigen

Arbeitsplätze

und einem Jahresumsatz von nahezu

600 Milliarden Euro ist der Mittelstand

das Rückgrat unserer Wirtschaft und das

Fundament unseres Wohlstands.

Präzisionsdrehteile von ø 0,1 bis

12,0 mm, aus hochwertigen

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Genauigkeit und erstklassiger

Verarbeitung in Klein-, Mittel- und

Großserien.

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Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, ist seit Mai

2016 Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus

Baden-Württemberg

Wettbewerbsfähigkeit in unruhigen

Zeiten

Gerade in einer Zeit tiefgreifender geopolitischer

und wirtschaftlicher Veränderungen

zeigt sich, wie wichtig ein

starker Wirtschaftsstandort ist. Die vergangenen

Jahre waren geprägt von Pandemie,

Energiekrise, gestörten Lieferketten

und internationalen Konflikten.

Dennoch haben viele Unternehmen in

Baden-Württemberg ihre Wettbewerbsfähigkeit

behauptet. Sie haben investiert,

neue Märkte erschlossen, ihre

Produktion modernisiert und digitale

Geschäftsmodelle aufgebaut. Diese Anpassungsfähigkeit

ist eine besondere

Stärke unseres Landes.

Exportregion unter globalem Druck

Baden-Württemberg ist traditionell eine

Exportregion. Unsere Unternehmen sind

weltweit erfolgreich, viele von ihnen als

Weltmarktführer in ihren jeweiligen

Nischen. Doch der internationale Wettbewerb

wird härter.

Staaten investieren massiv in Zukunftstechnologien,

sichern strategische

Wertschöpfungsketten und schaffen attraktive

Rahmenbedingungen für Innovationen.

Wenn Deutschland und Europa

6 Nr. 4 | 2026


im globalen Wettbewerb bestehen wollen,

müssen wir entschlossener handeln.

Hightech als Schlüssel zur Zukunft

Deshalb setzen wir in Baden-Württemberg

auf eine aktive Wirtschafts- und

Innovationspolitik. Ein zentraler Baustein

ist unsere Hightech-Strategie. Sie

verfolgt das Ziel, Baden-Württemberg

als führenden Innovationsstandort Europas

weiter auszubauen.

Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien,

Mikroelektronik, Robotik, nachhaltige

Mobilität, Luft- und Raumfahrt,

Cybersicherheit sowie Gesundheits- und

Biotechnologien werden entscheidend

für die künftige Wettbewerbsfähigkeit

sein. In all diesen Bereichen verfügt Baden-Württemberg

über herausragende

Forschungseinrichtungen, innovative

Unternehmen und hochqualifizierte

Fachkräfte.

Innovation braucht passende

Rahmenbedingungen

Mit Programmen wie Invest BW fördern

wir Innovationen und Technologietransfer

gezielt. Gleichzeitig stärken wir mit

Start-up BW die Gründungskultur und

unterstützen mit Nachfolge BW die Sicherung

bestehender Unternehmen.

Denn wirtschaftliche Dynamik entsteht

dort, wo neue Ideen wachsen können und

erfolgreiche Betriebe auch in der nächsten

Generation fortgeführt werden.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die

Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen

entscheidet sich nicht allein

in den Betrieben. Sie hängt

maßgeblich von den politischen

Rahmenbedingungen ab. Deshalb brauchen

wir einen entschlossenen Kurswechsel

in der Wirtschafts- und Standortpolitik.

Unternehmen benötigen

verlässliche Energiepreise, schnellere

Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie

und eine Regulierung, die Innovation

ermöglicht statt verhindert. Wer

Investitionen in Deutschland will, muss

Investitionen einfacher machen.

Bürokratie bremst den Mittelstand

Besonders der Mittelstand leidet unter

einer immer größeren Regulierungsdichte.

Viele Unternehmerinnen und

Unternehmer verbringen inzwischen zu

viel Zeit mit Dokumentations- und Berichtspflichten

und zu wenig Zeit mit Innovationen

und Kunden.

Deshalb setzen wir uns für einen konsequenten

Bürokratieabbau ein. Die Entlastungsallianz

Baden-Württemberg hat

hierfür wichtige Impulse gesetzt. Die

neue Landesregierung geht diesen Weg

konsequent weiter. Bund und Europäische

Union müssen ebenso entschlossen

handeln.

Neue Märkte, neue Geschäftsmodelle

Gleichzeitig verändert sich die Weltwirtschaft

grundlegend. Neben dem

klassischen Warenhandel gewinnen

Dienstleistungen und digitale Geschäftsmodelle

zunehmend an Bedeutung.

Softwarelösungen, Ingenieurleistungen,

Entwicklungsdienstleistungen und

datenbasierte Angebote werden künftig

einen immer größeren Anteil der internationalen

Wertschöpfung ausmachen.

Baden-Württemberg verfügt bereits

heute über zahlreiche erfolgreiche Unternehmen

in diesen Bereichen. Unser Ziel

muss sein, diese Stärken weiter auszubauen

und neue Wachstumspotenziale

zu erschließen.

Außenwirtschaftsförderung gezielt

stärken

Dazu gehört auch eine starke Außenwirtschaftsförderung.

Gerade kleine

und mittlere Unternehmen benötigen

Unterstützung beim Zugang zu internationalen

Märkten. Unsere Wirtschaftsrepräsentanzen

im Ausland, Delegationsreisen

und Messeprogramme leisten

hierzu einen wichtigen Beitrag und helfen

Unternehmen, Chancen in strategisch

wichtigen Märkten zu nutzen.

Den Wandel aktiv gestalten

Der Erfolg Baden-Württembergs war nie

selbstverständlich. Er ist das Ergebnis

von Innovationskraft, Fleiß und unternehmerischem

Mut. Damit das auch

künftig so bleibt, müssen wir die Wettbewerbsfähigkeit

unseres Standorts konsequent

in den Mittelpunkt stellen.

Mit einem starken Mittelstand, einer

ambitionierten Hightech-Strategie und

verlässlichen wirtschaftspolitischen

Rah men bedingungen hat Baden-Württemberg

beste Voraussetzungen, auch in

Zukunft international erfolgreich zu

sein. Unser Anspruch muss sein, den

Wandel aktiv zu gestalten – als führender

Innovations- und Wirtschaftsstandort

im Herzen Europas.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL

Nicole.Hoffmeister-Kraut@cdu.landtag-bw.de

hoffmeister-kraut.de

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Nr. 4 | 2026

7


Baden-Württemberg im globalen

Wettbewerb

Aus wenig sehr viel gemacht – und jetzt vor

neuen internationalen Herausforderungen

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Stefan Buhmann

Mitglied MIT-Landesvorstand und MIT-Kreisvorsitzender Zollernalb

Im Herzen Europas gelegen, mit wenigen Rohstoffen, kargen

Böden, schwieriger Topografie und Landesteilen, die nicht immer

selbstverständlich zusammenpassten: Herzlich willkommen zur

Erfolgsgeschichte Baden-Württembergs.

breinlinger.de

Foto: Nikolai Benner

Foto: 365° freiraum + umwelt Foto: Haffa

Ein Team.

Mit Leidenschaft.

Bauen.

Kanalstraße 1-4 - 78532 Tuttlingen - office@breinlinger.de

Vom armen Landstrich zum Industriestandort

Wäre unser Bundesland eine Insel, wären wir mit Sicherheit weniger

erfolgreich. Doch als Zentrum Europas und als Knotenpunkt

für Verkehr, Handel und Menschen ist unser Land aufgeblüht.

Aus kargen Böden und Schafweiden entstanden Weltkonzerne

des Maschinenbaus. Fehlende Rohstoffe wurden durch Innovation

und Erfindungsreichtum ausgeglichen, und die Globalisierung

wurde mit einem erfreulichen Umsatzplus angenommen.

Weltkonzerne und Hidden Champions finden sich hier in einer

beispiellosen Dichte.

Doch wie lange wird dieses Erfolgsmodell noch tragen?

Wenn Standortstärke zur Verwundbarkeit wird

Was früher eine Stärke war, wird zunehmend zur Gefahr. Die

Randlage droht zum Abwanderungsmagneten zu werden. Wenn

im Hochlohnland Schweiz Kettensägen günstiger produziert werden

können als hier, dann sollten bei uns die Alarmglocken läuten.

Auch zahlreiche Ideen der grünen Regierungspartner verursachen

erhebliche Kosten. Der Kampf gegen das Auto wurde

8 Nr. 4 | 2026


zwar nie offen ausgerufen, seine Auswirkungen sind jedoch spürbar.

Man kann dabei leicht mit dem Finger nach Berlin zeigen,

doch auch ein ehemaliger Verkehrsminister des Landes hat nie

wirklich ein Herz für unsere Schlüsselindustrie erkennen lassen.

Neue Abhängigkeiten, neue Konkurrenz

Ebenso zeigt das Beispiel der seltenen Erden und Schwermetalle,

wie abhängig wir geworden sind. Ganze Industriezweige ächzen

derzeit unter chinesischen Exportbeschränkungen, während

die heimische Industrie in China gezielt unterstützt

wird. Allzu bereitwillig wurden in der Vergangenheit Bau- und

Konstruktionspläne für den Zugang zu Märkten weitergegeben.

Heute laufen wir Gefahr, bestenfalls noch Juniorpartner zu sein.

So richtig haben wir unseren Platz in der neuen Weltwirtschaft

noch nicht gefunden. Die wichtigen Initiativen des Wirtschaftsministeriums

in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Luft- und

Raumfahrt sowie Zukunftstechnologien sind ein guter und

notwendiger Ansatz. Doch mit wirtschafts- und fortschrittsskeptischen

Partnern in der Regierung bleiben selbst diese Projekte

oft harte Kämpfe für „The Länd“.

Innovation braucht wieder Begeisterung

Die kommenden Monate und Jahre werden anspruchsvoll. Die

wirtschaftlichen Herausforderungen rücken näher, die Anforderungen

wachsen, und manchmal entsteht der Eindruck, für

viele junge Menschen führe der einzige sichere Weg in staatliche

Beschäftigungsverhältnisse. Doch solche Situationen haben wir

nicht zum ersten Mal erlebt.

Es muss uns wieder gelingen, die klügsten Köpfe für Ingenieur-,

Naturwissenschafts- und Wirtschaftsstudiengänge zu begeistern.

Innovation muss wieder als das verstanden werden,

was sie ist: ein Motor für Wohlstand und Fortschritt für Land

und Menschen. Zu lange wurden Verbote als nahezu einziges

politisches Instrument betrachtet.

Chancen im Herzen Europas nutzen

Es gilt, den Blick wieder auf die Chancen zu richten, die sich aus

unserer Lage im Herzen Europas ergeben. Als Mittelpunkt eines

der größten Binnenmärkte der Welt verfügt Baden-Württemberg

über enorme Potenziale. Noch ist nichts verloren. Patente fühlen

sich zwischen Mannheim und Konstanz nach wie vor besonders

wohl, ebenso wie viele talentierte Menschen aus aller Welt.

Die Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg waren selten

besser als heute. Wir müssen lediglich mit Zuversicht aus der

Selbstverzwergung ausbrechen und selbstbewusst unseren Platz

behaupten.

Freiräume statt Kleinstaaterei

Das gelingt jedoch nur, wenn man Unternehmern Freiräume lässt

und die Rahmenbedingungen verbessert. Mit Sorge beobachten

wir, wenn Ministerpräsidenten aus dem Norden mit wenig durchdachten

Vorschlägen zu Energiezonen und ähnlichen Konzepten

vor allem die eigenen Standortvorteile ausbauen wollen.

Kleinstaaterei in einem vereinten Europa oder Wirtschaftspolitik

nach dem Prinzip „jeder für sich“ dürfen nicht die Antwort sein.

Hier müssen wir als MIT und Union selbstbewusst Position beziehen

und die Interessen unseres Landes vertreten.

Aufbruch für den Industriestandort

Damit Baden-Württemberg auch künftig Industriestandort

bleibt, braucht es jetzt einen klaren Aufbruch – mit verlässlichen

Rahmenbedingungen und Investitionen in die Zukunft:

• Investitionen in moderne Infrastruktur – von

leistungsfähigen Verkehrswegen bis zu schnellen

Genehmigungsverfahren.

• Konsequenter Glasfaserausbau, damit digitale Geschäftsmodelle,

Industrie 4.0 und Künstliche Intelligenz auch in der

Fläche möglich werden.

• Strategische Rohstoffallianzen, um Abhängigkeiten zu reduzieren

und industrielle Wertschöpfung in Europa zu sichern.

• Mehr Investitionen in Forschung und Bildung, damit aus

Ideen schneller marktfähige Innovationen werden.

• Ein klares Bekenntnis zu Industrie und Mittelstand – politisch,

gesellschaftlich und wirtschaftlich.

Baden-Württemberg hat aus wenig schon einmal sehr viel gemacht.

Jetzt kommt es darauf an, diese Stärke mit Mut, Tempo

und Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit in die Zukunft zu

führen.

Stefan Buhmann

stefan.buhmann@gmx.de

mit-zollernalb.de

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Nr. 4 | 2026

9


Maschinenbau unter Druck –

Baden-Württemberg im

globalen Wettbewerb

Warum Exportmärkte, Standortbedingungen und

Zukunftstechnologien jetzt entscheidend sind

Industrielle Stärke mit internationaler

Reichweite

Baden-Württemberg gilt als eine der

weltweit führenden Industrieregionen

und weist mit knapp 35 Prozent einen

außergewöhnlich hohen Anteil des

Produzierenden Gewerbes auf. Der

Südwesten steht für Erfindergeist,

unternehmerischen Mut und eine

starke mittelständische Struktur mit

zahlreichen „Hidden Champions“, die

mit ihren Produkten weltweit Spitzenpositionen

einnehmen. Der Erfolg dieses

Modells basiert nicht zuletzt auf klassischen

Tugenden wie Verlässlichkeit,

Fleiß und Innovationskraft.

Für diese Stärken steht auch der Maschinen-

und Anlagenbau als eine der

industriellen Leitbranchen des Landes.

Mit über 323.000 Beschäftigten ist er

der größte industrielle Arbeitgeber in

Dr. Dietrich Birk

Geschäftsführer VDMA Baden-Württemberg

Baden-Württemberg und erwirtschaftet

mit 83,1 Milliarden Euro rund ein Fünftel

des Industrieumsatzes. Gleichzeitig

zeichnet sich die Branche durch eine

hohe technologische Breite über viele

Fachzweige hinweg aus.

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So ist der nominale Umsatz der Branche

zuletzt zwei Jahre in Folge gesunken. Das

macht sich auch am Arbeitsmarkt be-

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Krisenjahre hinterlassen Spuren

Die vergangenen Krisenjahre haben

jedoch deutliche Spuren hinterlassen.

Nicht nur die schwächelnde Konjunktur,

sondern auch geopolitische Konflikte,

protektionistische Tendenzen im globalen

Handel und gestörte Lieferketten

belasten die Entwicklung. Hinzu kommen

strukturelle Standortprobleme wie

Überregulierung, zu hohe Kostenbelastungen

und ein massiver Investitionsstau

bei der Infrastruktur.

10 Nr. 4 | 2026


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merkbar: Allein 2025 gingen rund 10.000

Arbeitsplätze verloren, und diese Entwicklung

dürfte sich weiter fortsetzen.

Exportmärkte im Wandel

Als exportorientierte Branche ist der

Maschinenbau besonders von globalen

Entwicklungen abhängig. Das Exportvolumen

ist aufgrund der schwierigen

Rahmenbedingungen spürbar zurückgegangen,

besonders in die USA als

wichtigsten Absatzmarkt mit einem Anteil

von rund 15 Prozent der Maschinenausfuhren.

Die Unsicherheiten infolge

der unberechenbaren Zollpolitik der

Trump-Administration haben dem transatlantischen

Handel massiv geschadet.

Dennoch eröffnet die dort eingeleitete

Reindustrialisierung weiterhin Chancen,

da viele Industrien vor Ort auf hochwertige

Investitionsgüter aus Europa

angewiesen sind, weil sie ihre Nachfrage

in vielen Bereichen nur unzureichend

selbst decken können.

China, Abhängigkeiten und neue

Perspektiven

Auch nach China, dem bisher zweitwichtigsten

Markt, sind die Ausfuhren

gesunken. Ursache ist unter anderem

ein unfairer Wettbewerb durch staatlich

geförderte Überkapazitäten in zentralen

Industriezweigen. Diese Wettbewerbsverzerrungen

wirken zunehmend auch in

Drittstaaten und erhöhen den Preisdruck

auf international tätige Unternehmen.

Die Entwicklung in den beiden wichtigsten

Absatzmärkten zeigt, wie risikobehaftet

einseitige Abhängigkeiten sind.

Umso wichtiger ist eine strategische

Diversifizierung. Freihandelsabkommen,

etwa mit Indien und den Mercosur-

Staaten, eröffnen durch den Abbau von

Handelshemmnissen neue Wachstumsperspektiven.

Gerade Indien entwickelt

sich dynamisch zu einem verlässlichen

Markt mit großem Potenzial.

Reformbedarf am Standort

Deutschland

Die Standortbedingungen in Deutschland

haben sich im internationalen

Vergleich spürbar verschlechtert. Ein

nachhaltiger Aufschwung kann nur mit

strukturellen Reformen gelingen. Der

Abbau bürokratischer Berichtspflichten

sowie eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren

sind längst überfällig.

Dies gilt auch für eine Senkung der

Unternehmensbesteuerung.

Auf Bundesebene bleiben viele Ankündigungen

bislang ohne ausreichende

Umsetzung. Notwendig sind insbesondere

Reformen bei Arbeitszeit und

Sozialabgaben, um die Wettbewerbsfähigkeit

zu verbessern. Auf Landesebene

setzt der neue Koalitionsvertrag

wichtige Impulse, etwa beim Bürokratieabbau

und bei der Förderung von

Zukunftstechnologien. Entscheidend ist

jedoch die konsequente Umsetzung.

Zukunftstechnologien als Chance

Neben der Politik sind auch die Unternehmen

selbst gefordert. Effiziente

Prozesse, resiliente Lieferketten und

eine strategische Weiterentwicklung

der Geschäftsmodelle gewinnen weiter

an Bedeutung. Digitalisierung, der

Einsatz von Künstlicher Intelligenz und

kontinuierliche Innovation sind zentrale

Voraussetzungen, um im internationalen

Wettbewerb erfolgreich zu bleiben.

Gleichzeitig ist es wichtig, neue Zukunftsmärkte

frühzeitig zu erschließen.

Große Chancen bietet beispielsweise

die humanoide Robotik. Der Maschinen-

und Anlagenbau kann hier entlang

der gesamten Wertschöpfungskette –

von Antrieben über Sensorik bis hin zu

Software und Integration – eine zentrale

Rolle spielen und so neue industrielle

Wertschöpfung, hochwertige Arbeitsplätze

und technologische Souveränität

sichern.

Gemeinsamer Kraftakt für die

Zukunft

Mit einem gemeinsamen Kraftakt von

Wirtschaft und Politik wird der Maschinen-

und Anlagenbau in Baden-Württemberg

seiner Rolle als Innovationsmotor

gerecht bleiben und seine starke

Position im globalen Wettbewerb weiter

ausbauen. Entscheidend wird sein, das

vorhandene Potenzial konsequent zu

nutzen.

Dr. Dietrich Birk

dietrich.birk@vdma.eu

vdma.eu/baden-wuerttemberg

Nr. 4 | 2026

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11


Deutschland braucht wieder

mehr Lust auf Leistung

Roland Mack über Unternehmergeist, Verantwortung und

die internationale Stärke Baden-Württembergs

Baden-Württemberg steht weltweit für

Tüftlergeist, Familienunternehmen und

Qualität. Doch Wettbewerbsfähigkeit

entsteht nicht von selbst: Sie braucht

Leistungsbereitschaft, Vertrauen in

Unternehmer und politische Rahmenbedingungen,

die Gestaltung ermöglichen

statt Fortschritt auszubremsen.

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Ein Land der Tüftler und Familienbe

triebe

Baden-Württemberg ist seit Jahrzehnten

ein Land der Tüftler, Unternehmer und

Familienbetriebe. Ein Land, das durch

Ideen, Fleiß, Präzision und den Mut, Dinge

besser machen zu wollen als andere, besticht.

Genau diese Haltung hat unser

Land stark gemacht – und sie ist bis heute

die Grundlage unseres Wohlstands.

Auch der Europa-Park ist aus diesem

Geist entstanden. Mein Vater war Wagenbauer,

wir kommen aus einem klassischen

Handwerksbetrieb. Niemand hätte in den

1970er-Jahren geglaubt, dass aus einer

Idee in Rust einmal eines der erfolgreichsten

Tourismusunternehmen Europas

werden könnte. Aber wir hatten den

Mut, Verantwortung zu übernehmen, Risiken

einzugehen und jeden Tag mit Leidenschaft

an einer Vision zu arbeiten.

Deshalb empfinde ich große Dankbarkeit

gegenüber diesem Land und insbesondere

gegenüber Baden-Württemberg. Gleichzeitig

sehe ich es als Pflicht an, offen über

Entwicklungen zu sprechen, die mir Sorgen

machen. Zuspitzungen wie „Abstieg

eines Stars“ nehme ich sehr bewusst wahr

– nicht, weil ich Deutschland schlechtreden

will. Im Gegenteil: Ich habe diesem

Land unglaublich viel zu verdanken. Aber

gerade deshalb dürfen wir Probleme nicht

verdrängen.

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Roland Mack

Gründer des Europa-Park

Erfolg braucht Verantwortung

Deutschland hat über Jahrzehnte von Tugenden

gelebt, die uns weltweit Respekt

eingebracht haben: Verlässlichkeit, Qualität,

Innovationskraft und vor allem eine

enorme Leistungsbereitschaft. Wir waren

erfolgreich, weil Menschen bereit waren,

Verantwortung zu übernehmen und

mehr zu leisten als andere. Weil Unternehmer

investiert haben, obwohl Risiken

da waren. Weil Familienunternehmen

langfristig gedacht haben – nicht bis zum

nächsten Quartal, sondern oft über Generationen

hinweg.

Ich habe manchmal den Eindruck, dass

wir genau diese Eigenschaften ein Stück

weit verlieren. Wenn ich heute viele Diskussionen

verfolge, geht es oft um Begrenzung,

um Absicherung und darum,

Risiken möglichst zu vermeiden. Natürlich

braucht ein sozialer Rechtsstaat Sicherheit

und Stabilität. Aber ein Land kann

nicht erfolgreich bleiben, wenn es nur

noch verwaltet statt gestaltet.

Gerade wir Familienunternehmer wissen

doch: Fortschritt entsteht niemals in der

Komfortzone. Fortschritt entsteht durch

12 Nr. 4 | 2026


Mut, durch Einsatz und durch Menschen,

die bereit sind, Verantwortung zu tragen.

Familienunternehmen denken in

Generationen

Im Europa-Park investieren wir seit Jahrzehnten

jeden erwirtschafteten Euro

wieder in die Zukunft. Wir denken nicht

in kurzfristigen Renditen, sondern in Generationen.

Genau das ist die Stärke vieler

mittelständischer Unternehmen in Baden-

Württemberg. Familienunternehmen handeln

oft nachhaltiger, näher an den Menschen

und mit größerer Verantwortung

für Mitarbeiter und Region.

Aber genau diese Unternehmen geraten

zunehmend unter Druck. Die Bürokratie

wächst in einem Ausmaß, das

viele Unternehmer inzwischen lähmt.

Entscheidungen dauern zu lange, Genehmigungen

ziehen sich über Jahre, und

immer neue Regelungen erschweren Investitionen.

Ich erlebe das in vielen Gesprächen

mit Unternehmerinnen und

Unternehmern im ganzen Land.

Wir brauchen deshalb dringend wieder

mehr Vertrauen in unternehmerische Verantwortung

und vor allem mehr Tempo

im Handeln. Deutschland war einmal

bekannt für Effizienz und Pragmatismus.

Heute verlieren wir uns zu oft in Verfahren,

Zuständigkeiten und endlosen

Debatten.

nie als Angriff verstanden, sondern als

Zeichen von Respekt. Wer jemanden fordert,

traut ihm etwas zu.

Arbeit kann Sinn stiften

Deshalb halte ich auch die Diskussion über

Arbeit oft für falsch geführt. Arbeit ist weit

mehr als bloße Pflichterfüllung. Arbeit kann

Sinn stiften, Identität geben und Freude

machen. Wer mit Leidenschaft arbeitet,

Verantwortung übernimmt und sich wirklich

einbringt, hat heute größere Chancen

denn je – gerade weil viele diesen Einsatz

nicht mehr selbstverständlich leisten.

Ich will das ausdrücklich nicht pauschalisieren.

Es gibt in Deutschland unglaublich

viele engagierte, kreative und

fleißige Menschen. Gerade junge Unternehmerinnen

und Unternehmer beeindrucken

mich immer wieder mit ihrer

Energie und ihren Ideen. Aber wir dürfen

uns als Gesellschaft nicht in einer

Komfortzone einrichten. Wir müssen wieder

den Anspruch haben, besser zu sein.

Nicht der Größte, sondern der Beste.

Wettbewerbsfähigkeit muss täglich

erarbeitet werden

Dazu gehört auch, wieder stärker an die

eigene Stärke zu glauben. Deutschland

hat hervorragende Ingenieure, starke

Familienunternehmen, innovative Mittelständler

und eine hohe internationale

Reputation. Baden-Württemberg steht

weltweit für Qualität und Verlässlichkeit.

Darauf können wir stolz sein.

Aber Wettbewerbsfähigkeit entsteht

nicht automatisch. Sie muss jeden Tag

neu erarbeitet werden. In einer Welt

voller geopolitischer Krisen, wachsender

internationaler Konkurrenz und technologischer

Umbrüche können wir uns Stillstand

nicht leisten.

Wir brauchen deshalb mehr Unternehmergeist,

mehr Offenheit für Innovation

und mehr Vertrauen in diejenigen, die

Verantwortung übernehmen. Vor allem

aber brauchen wir wieder mehr Lust auf

Leistung.

Mehr Leistung wagen

Für mich ist die zentrale Botschaft deshalb

ganz einfach: Mehr Leistung wagen.

Mehr Verantwortung übernehmen. Mehr

Diskussion zulassen. Und vor allem nicht

auf andere warten.

Jeder Einzelne kann etwas bewegen – im

Kleinen wie im Großen.

Deutschland ist ein Land, das sich entscheiden

muss, ob es wieder mit Selbstvertrauen,

Mut und Leistungswillen auf

die große Bühne zurückkehren will.

Roland Mack

europapark.de

Leistung entsteht aus innerer

Motivation

Dabei geht es nicht nur um wirtschaftliche

Kennzahlen. Was mich fast noch

mehr beschäftigt, ist die Haltung dahinter.

Erfolg entsteht nicht durch Druck von

außen, sondern durch eine innere Motivation

– durch Freude an Leistung. Ich habe

früh gelernt: Wenn man jung ist und die

Energie hat, dann muss man sie nutzen.

Niemand kommt von allein und bringt

dich nach vorne. Du musst selbst gehen,

selbst arbeiten, selbst besser werden.

Mein Vater Franz hat immer gesagt: „Du

musch net schwätze, sondern mache.“

Dieser Satz begleitet mich bis heute.

Ich sehe aber auch, dass sich unsere Gesellschaft

verändert hat. Viele suchen

heute eher Bestätigung als echte Weiterentwicklung.

Dabei entsteht Fortschritt

immer durch Reibung – durch Menschen,

die einem sagen: Das war noch nicht gut

genug. Ich habe Kritik in meinem Leben

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Nr. 4 | 2026

13


Baden-Württembergs

Wirtschaftsvertretung

in der Welt

Foto: Tobias Koch

Warum Außenwirtschaftsförderung,

Diversifizierung und starke Netzwerke

für unseren Standort entscheidend sind

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Thomas Bareiß MdB

Parlamentarischer Staatssekretär a.D.

Baden-Württemberg lebt von internationalem Handel. Gerade

für den Mittelstand sind offene Märkte, verlässliche Partner

und professionelle Unterstützung vor Ort entscheidend,

um neue Chancen zu nutzen und Risiken in einer unsicheren

Weltwirtschaft zu begrenzen.

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Außenwirtschaft als Standortfaktor

Baden-Württemberg ist eine der exportstärksten Regionen Europas.

Wohlstand, Innovationskraft und hunderttausende Arbeitsplätze

hängen unmittelbar von erfolgreichen internationalen

Wirtschaftsbeziehungen ab. Jeder zweite Euro wird in unserem

Land im Export erwirtschaftet. Für viele Unternehmen – vom

global agierenden Industriekonzern bis zum familiengeführten

Mittelständler – sind internationale Märkte unverzichtbar.

Deshalb kommt der Außenwirtschaftspolitik und der internationalen

Wirtschaftsvertretung Deutschlands eine zentrale

Bedeutung zu. Wer die Interessen unseres Landes erfolgreich

vertreten will, muss dort präsent sein, wo die Märkte der Zukunft

entstehen. Gerade die dynamischen Wachstumsregionen Asiens

gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.

Instrumente, die Unternehmen konkret helfen

Im Deutschen Bundestag beraten wir regelmäßig über Instrumente

der Außenwirtschaftspolitik im Haushalt des Bundesministeriums

für Wirtschaft und Energie. Dazu gehören die Fi-

14 Nr. 4 | 2026


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nanzierung der deutschen Auslandshandelskammern, die Arbeit

von Germany Trade & Invest, Programme zur Exportförderung,

Unternehmensdelegationen sowie Maßnahmen zur Unterstützung

deutscher Unternehmen auf internationalen Märkten.

Diese Mittel sind keine abstrakten Haushaltspositionen. Sie

schaffen konkreten Mehrwert für unsere Unternehmen. Gerade

kleine und mittelständische Betriebe profitieren von Unterstützung

beim Markteintritt, bei Investitionsentscheidungen und

bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Internationale Wettbewerbsfähigkeit

beginnt häufig mit genau diesen Instrumenten

der Außenwirtschaftsförderung.

Südostasien im Fokus

Wie diese Arbeit vor Ort ankommt, habe ich mir Ende April

im Rahmen einer Reise nach Singapur und Indonesien als zuständiger

Hauptberichterstatter im Haushaltsausschuss angeschaut.

Ziel war es, die wirtschaftlichen und geopolitischen

Entwicklungen in Südostasien besser zu verstehen, bestehende

Partnerschaften zu vertiefen und neue Impulse für die Zusammenarbeit

mit dieser dynamischen Region zu setzen.

Bereits in Singapur wurde deutlich, welche strategische Bedeutung

der Stadtstaat in einer zunehmend multipolaren Weltordnung

einnimmt. In Gesprächen mit Vertretern von Enterprise

Singapore, der Deutschen Botschaft und der Auslandshandelskammer

stand insbesondere die Positionierung Singapurs zwischen

den wirtschaftlichen Interessen der USA und Chinas im

Mittelpunkt. Stabilität, Innovationsfähigkeit und offene Handelsbeziehungen

sind dort keine Schlagworte, sondern Grundlage

wirtschaftlichen Erfolgs.

Halbleiter, Logistik und Mittelstand

Besonders eindrucksvoll waren die Unternehmensbesuche bei

deutschen Firmen vor Ort. Bei Infineon Technologies wurde

sichtbar, welche zentrale Rolle moderne Halbleitertechnologien

für globale Lieferketten, Digitalisierung und technologische

Souveränität spielen. Gerade für Baden-Württemberg mit seiner

starken Automobil-, Maschinenbau- und Elektronikindustrie sind

resiliente Halbleiterlieferketten von entscheidender Bedeutung.

Auch der Besuch bei Jungheinrich zeigte, wie erfolgreich deutsche

Unternehmen in Logistik, Automatisierung und Industrie

4.0 auf internationalen Märkten agieren. Viele dieser Technologien

werden in Baden-Württemberg entwickelt oder eingesetzt

und bilden die Grundlage unserer industriellen Wettbewerbsfähigkeit.

Für den Mittelstand sind dabei verlässliche Ansprechpartner

vor Ort besonders wichtig. Die Arbeit der Auslandshandelskammern,

von Germany Trade & Invest und des German

Center Singapore wurde in zahlreichen Gesprächen als unverzichtbarer

Baustein erfolgreicher Internationalisierung bestätigt.

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aus örtlichen Architekten und die Ausführung 100% made

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Indonesien als Wachstumsmarkt

Anschließend führte die Reise nach Jakarta. Mit mehr als 280 Millionen

Einwohnern entwickelt sich Indonesien zu einem der bedeutendsten

Wachstumsmärkte der Welt. Das Land verfügt über

Rohstoffvorkommen, eine junge Bevölkerung und einen steigenden

Investitionsbedarf in nahezu allen Wirtschaftsbereichen.

In Gesprächen mit Investitionsminister Rosan Roeslani standen

Investitionen, industrielle Wertschöpfung, Rohstoffpartner-

Nr. 4 | 2026

15


schaften und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt.

Gerade für die exportorientierte Wirtschaft Baden-Württembergs

ergeben sich hier langfristige Chancen. Auch bei Gesprächen

mit Unternehmen wie BASF, thyssenkrupp, GEA oder

Giesecke+Devrient wurde deutlich, welches Potenzial Südostasien

für deutsche Unternehmen bietet. Energieversorgung,

Gesundheitswirtschaft, Digitalisierung, Infrastruktur und Rohstoffverarbeitung

werden die Zusammenarbeit in den kommenden

Jahren prägen.

China bleibt wichtig – aber nicht allein

Neben Südostasien bleibt auch China für die deutsche und

insbesondere die baden-württembergische Wirtschaft von

herausragender Bedeutung. Trotz geopolitischer Spannungen,

wachsender Wettbewerbsintensität und notwendiger Diversifizierungsstrategien

ist China weiterhin einer der wichtigsten

Absatz-, Beschaffungs- und Innovationsmärkte der Welt. Für

exportorientierte Unternehmen aus Baden-Württemberg ist

Präsenz vor Ort häufig ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

Die Gespräche mit deutschen Mittelständlern in China haben gezeigt,

dass das Land nicht nur Absatzmarkt, sondern zunehmend

auch Innovationsstandort ist. Entwicklungen in Künstlicher Intelligenz,

Batterietechnologie, autonomem Fahren, Robotik

und moderner Fertigung setzen weltweit Maßstäbe. Für unsere

Unternehmen bedeutet dies Herausforderung und Chance

zugleich.

Diversifizierung statt Rückzug

Die Beispiele aus Südostasien und China verdeutlichen die Notwendigkeit

einer ausgewogenen wirtschaftspolitischen Strategie.

Deutschland muss seine wirtschaftlichen Beziehungen zu China

weiterhin aktiv gestalten und gleichzeitig neue Partnerschaften in

Wachstumsregionen wie Südostasien aufbauen. Resiliente Lieferketten

entstehen nicht durch Rückzug aus internationalen Märkten,

sondern durch breitere Aufstellung und stärkere Diversifizierung.

Für Baden-Württemberg mit seiner starken Automobilindustrie,

seinem Maschinenbau, seiner Chemieindustrie und seinen zahlreichen

Weltmarktführern im Mittelstand gilt dies in besonderem

Maße. Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes wird auch künftig

davon abhängen, wie erfolgreich unsere Unternehmen auf

internationalen Märkten präsent sind und wie gut wir wirtschaftliche

Chancen weltweit nutzen.

Starke Vertretung in der Welt

Die Reise nach Singapur, Indonesien und China hat eindrucksvoll

bestätigt: Investitionen in Außenwirtschaftsförderung sind

Investitionen in Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand in

Deutschland. Unsere Unternehmen sind Botschafter unseres

Landes in aller Welt. Aufgabe der Politik ist es, ihnen die bestmöglichen

Rahmenbedingungen zu bieten.

Baden-Württembergs wirtschaftlicher Erfolg wird auch künftig

maßgeblich davon abhängen, wie gut wir auf den Weltmärkten vertreten

sind. Deshalb bleibt eine starke Wirtschaftsvertretung in der

Welt ein zentraler Baustein für die Zukunft unseres Landes.

Thomas Bareiß MdB

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16 Nr. 4 | 2026


Es reicht nicht

mehr, den

Mittelstand

nur zu loben

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Warum jetzt wirtschaftspolitische

Klarheit gefragt ist

Marcel Bonnet

Landesgeschäftsführer der MIT Baden-Württemberg

Seit einigen Monaten darf ich als Landesgeschäftsführer der MIT

Baden-Württemberg arbeiten. Es ist eine Aufgabe, die mir große

Freude macht – aber sie macht mir auch jeden Tag deutlicher, wie

ernst die Lage für viele Betriebe in unserem Land geworden ist.

Denn wer mit Unternehmerinnen und Unternehmern spricht,

hört derzeit selten Klagen aus Gewohnheit. Man hört Sorge.

Man hört Frust. Und man hört immer öfter die Frage, ob sich

Leistung, Risiko und Verantwortung in Deutschland überhaupt

noch lohnen.

Der Mittelstand wird in Sonntagsreden gerne als Rückgrat der

Wirtschaft bezeichnet. Das klingt gut, ist aber inzwischen zu

wenig. Ein Rückgrat muss man stärken – nicht zusätzlich belasten.

Wer Betriebe mit Bürokratie, hohen Energiekosten, immer

neuen Nachweispflichten und politischen Unsicherheiten überzieht,

darf sich nicht wundern, wenn Investitionen ausbleiben,

Nachfolger fehlen und Arbeitsplätze unter Druck geraten.

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Baden-Württemberg lebt von Menschen, die anpacken. Von

Familienunternehmen, Handwerksbetrieben, Dienstleistern,

Händlern, Freiberuflern und industriellen Weltmarktführern. Sie

alle schaffen Wohlstand nicht durch politische Programme, sondern

durch Arbeit, Mut und unternehmerische Verantwortung.

Genau diese Haltung hat unser Land stark gemacht.

Doch wir sind dabei, diese Stärke zu verspielen. Nicht, weil es an

Ideen fehlt. Nicht, weil unsere Betriebe nicht wettbewerbsfähig

sein wollen. Sondern weil Politik zu oft bremst, statt zu ermöglichen.

Weil Genehmigungen zu lange dauern. Weil Infrastrukturprojekte

verschleppt werden. Weil Leistung zu hoch belastet und

Risiko zu wenig honoriert wird.

Wer Baden-Württemberg international erfolgreich halten will,

muss zu Hause anfangen. Wir brauchen leistungsfähige Straßen

und Schienen, schnellen Glasfaserausbau, bezahlbare Energie,

sichere Rohstoffzugänge und eine Bildungspolitik, die junge

Menschen wieder für Technik, Handwerk, Unternehmertum und

Leistung begeistert. Vor allem aber brauchen wir ein klares Bekenntnis

zu Industrie und Mittelstand.

Die MIT Baden-Württemberg wird genau dafür stehen: für klare

Worte, für wirtschaftliche Vernunft und für eine Politik, die denjenigen

den Rücken stärkt, die unser Land jeden Tag am Laufen

halten. Wir werden unbequem sein, wenn es sein muss. Denn

unsere Aufgabe ist nicht, politische Beschlüsse schönzureden.

Unsere Aufgabe ist es, die Realität des Mittelstands in die politische

Debatte zu tragen.

Baden-Württemberg kann Zukunft. Aber Zukunft entsteht

nicht durch Verwaltung. Sie entsteht dort, wo Menschen Verantwortung

übernehmen, investieren, ausbilden und etwas

wagen.

Deshalb reicht es nicht mehr, den Mittelstand nur zu loben. Jetzt

muss Politik endlich beweisen, dass sie ihn verstanden hat.

Marcel Bonnet

bonnet@mit-bw.de

mit-bw.de

Nr. 4 | 2026

17


Aus den Kreisen & Bezirken

MIT Württemberg-Hohenzollern stellt

Weichen für die kommenden Jahre

Bezirksmittelstandstag in Reutlingen bestätigt Joachim Fauser im Amt und diskutiert

Reformen, Wirtschaft und Zukunft der Union

Der Bezirksmittelstandstag der MIT

Württemberg-Hohenzollern stand im

Zeichen von Kontinuität, wirtschaftspolitischem

Profil und offener Diskussion.

Rund 25 stimmberechtigte Mitglieder

kamen in Reutlingen zusammen,

bestätigten Joachim Fauser als Bezirksvorsitzenden

und machten deutlich: Der

Mittelstand braucht eine starke Stimme

– gerade in Zeiten wirtschaftlicher und

gesellschaftlicher Herausforderungen.

Kontinuität und klare mittelständische

Stimme

Der Bezirksmittelstandstag der Mittelstands-

und Wirtschaftsunion (MIT)

Württemberg-Hohenzollern stand in diesem

Jahr ganz im Zeichen von Kontinuität,

politischem Austausch und dem klaren

Bekenntnis zu einer starken Stimme des

Mittelstands. Rund 25 stimmberechtigte

Mitglieder kamen am 8. Juni in Reutlingen

zusammen, um die Weichen für die kommenden

Jahre zu stellen.

Bereits zur Eröffnung machte der Bezirksvorsitzende

Joachim Fauser deutlich,

welche Bedeutung der Mittelstand für die

Region besitzt. Er bezeichnete die mittelständischen

Unternehmen als „Rückgrat

unserer Wirtschaft“ und dankte den Mitgliedern

für ihr ehrenamtliches Engagement

innerhalb der MIT.

Reformen tun weh – sind aber

notwendig

In den anschließenden politischen Grußworten

standen die aktuellen Herausforderungen

für Wirtschaft und Gesellschaft

im Mittelpunkt. Dr. Max Menton

MdL, weiterhin als Arzt an der Universitätsfrauenklinik

Tübingen tätig

und selbst aus einem mittelständischen

Familienbetrieb stammend, betonte

die besondere Rolle der MIT innerhalb

der CDU. Die Vereinigung müsse die

Anliegen der Unternehmerinnen und

Unternehmer weiterhin mit Nachdruck

vertreten und auch unbequeme Themen

offen ansprechen.

Aus seiner Tätigkeit als praktizierender Arzt

berichtete Menton von Fehlentwicklungen

und einem aus seiner Sicht stark gestiegenen

Anspruchsdenken. Es könne nicht

der Normalfall sein, sich wegen einer Grippe

am Wochenende per Rettungswagen in die

Notaufnahme fahren zu lassen, um Taxikosten

zu sparen oder weil sonntags kein

Hausarzt verfügbar sei. Dadurch würden

Mittel gebunden, die andernorts sinnvoller

eingesetzt werden könnten.

18 Nr. 4 | 2026


Eine qualitativ hochwertige Versorgung

könne langfristig nur durch eine mutige,

aber ausgewogene Gesundheitsreform

gesichert werden, die allen Beteiligten

auf der einen oder anderen Seite Opfer

abverlange. Ein funktionierendes Gesundheitssystem

könne nicht Versorgung der

allerbesten Güteklasse bieten, ohne dass

hierfür auch entsprechende Beiträge geleistet

werden.

Mittelstand im Mittelpunkt der

politischen Debatte

Manuel Hailfinger MdL hob in seinem

Grußwort die Bedeutung des Mittelstands

als tragende Säule der deutschen Wirtschaft

hervor. Nach den abgeschlossenen

politischen Weichenstellungen gelte es

nun, die parlamentarische Sacharbeit in

den Mittelpunkt zu rücken. Trotz aller

Herausforderungen sprach er von einer

spürbaren Aufbruchsstimmung und zeigte

sich optimistisch für die kommenden

Monate.

Die anschließende Fragerunde nutzten die

Mitglieder für einen offenen Austausch

mit den anwesenden Abgeordneten. Diskutiert

wurden unter anderem die Auswirkungen

geplanter Gesetzesvorhaben,

Erwartungen an die politische Verlässlichkeit

der Union sowie die Frage, wie

wirtschaftspolitische Themen künftig

noch stärker in den Fokus rücken können.

Einigkeit bestand darüber, dass die Politik

die Realität in den Unternehmen stärker

berücksichtigen müsse.

Wirtschaftspolitik bleibt Kernthema

In seiner kurzen Ansprache an die anwesenden

Mittelständler berichtete der

kürzlich in den Bundestag nachgerückte

Abgeordnete Christoph Naser über seine

ersten Erfahrungen in Berlin und warb

für die Bereitschaft zu notwendigen Reformen.

Entscheidend sei ein klares Zukunftsbild:

ein wirtschaftlich handlungsfähiger

Staat, verbunden mit einem

verantwortungsvollen Sozialstaat.

Auch in der abschließenden Aussprache

wurde deutlich, dass die wirtschaftspolitische

Ausrichtung eine zentrale Aufgabe

der Regierungen im Land und im

Bund werden muss. Die Mitglieder waren

sich einig, den Dialog mit Nachdruck zu

führen und die Anliegen des Mittelstands

noch entschlossener in politische Entscheidungsprozesse

einzubringen.

Vorstand einstimmig entlastet

Im Rahmen der Rechenschaftsberichte

zog Joachim Fauser eine positive Bilanz

der vergangenen beiden Jahre. Neben

zwei Klausurtagungen und sieben Vorstandssitzungen

verwies er auf zahlreiche

Veranstaltungen in den Kreisverbänden,

die den direkten Austausch mit

Mitgliedern und Unternehmen ermöglicht

hätten.

Schatzmeister Andreas Hintz stellte die

Finanzentwicklung der Jahre 2024 und

2025 vor. Die Kassenprüfung bestätigte

eine ordnungsgemäße Buchführung. Im

Anschluss wurde die gesamte Vorstandschaft

einstimmig entlastet.

Joachim Fauser im Amt bestätigt

Bei den turnusgemäßen Wahlen erhielt

Joachim Fauser erneut das Vertrauen der

Delegierten und wurde mit großer Mehrheit

als Bezirksvorsitzender bestätigt.

Zu seinen Stellvertretern wurden Stefan

Buhmann, Dr. Gerd Gaiser und

Achim Rieger gewählt. Andreas Benz

übernimmt künftig das Amt des Schatzmeisters,

von dem sich Andreas Hintz

nach langjähriger Tätigkeit nun trennt.

Komplettiert wird der Vorstand durch

weitere Funktionsträger und Beisitzer,

die die Arbeit der MIT in den kommenden

Jahren mitgestalten werden. Darüber

hinaus wählte die Versammlung

ihre Delegierten für den Landes- und

Bundesmittelstandstag.

Besondere Ehrung für langjähriges

Engagement

Einen emotionalen Höhepunkt erlebte die

Versammlung zum Abschluss: Auf Vorschlag

von Joachim Fauser wurde Andreas

Hintz in Anerkennung seines langjährigen

und engagierten Wirkens einstimmig zum

Ehrenmitglied der MIT Württemberg-

Hohenzollern ernannt. Die Delegierten

würdigten diese Entscheidung mit langanhaltendem

Applaus.

Geschlossenheit und klares Profil

Mit dem Bezirksmittelstandstag sendete

die MIT Württemberg-Hohenzollern ein

deutliches Signal: Der Mittelstand braucht

eine starke politische Stimme. Die MIT

muss diese Rolle weiterhin engagiert,

konstruktiv und mit klarem wirtschaftspolitischem

Profil einfordern.

Janina Rieger (Pressesprecherin)

janina.rieger@mit-sigmaringen.de

mit-wueho.de

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Nr. 4 | 2026

19


Starke Wirtschaft,

sichere Zukunft

Christina Stumpp zu Gast beim 46. Kurpfälzer Frühschoppen auf dem Mannheimer Maimarkt

Volles Festzelt auf dem

Mannheimer Maimarkt

Der 46. Kurpfälzer Frühschoppen des

Mittelstandes brachte rund 1.000

Gäste auf dem Mannheimer Maimarkt

zusammen. Im Mittelpunkt standen die

Festrede von Christina Stumpp, klare

wirtschaftspolitische Forderungen und

ein starkes Signal für Mittelstand, Handwerk

und Landwirtschaft in der Region.

Erste Festrednerin beim Kurpfälzer

Frühschoppen

„Was Sie geschafft haben, hat noch nicht

einmal Mutti Merkel geschafft“, begrüßte

der Mannheimer MIT-Kreisvorsitzende

und Stadtrat Alexander Fleck die diesjährige

Festrednerin im mit 1.000 Gästen

sehr gut besuchten Festzelt auf dem

Mannheimer Maimarkt. „Sie sind die erste

Frau, die hier bei uns die Festrede hält.“

Der Kurpfälzer Frühschoppen des Mittelstandes

wird von der MIT Mannheim

organisiert und vom BDS, der MIT Bergstraße,

der Kreishandwerkskammer und

dem Kreisbauernverband mitgetragen.

Mittelstand im Zeichen globaler

Herausforderungen

Neben der Begrüßung zahlreicher Ehrengäste

aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft

– unter ihnen die beiden CDU-

Oberbürgermeister der Schwesterstädte

Mannheim und Ludwigshafen, Christian

Specht und Prof. Dr. Klaus Blettner, sowie

Fußball-Legende Klaus Schlappner alias

Schlappi – ging Fleck auf einige Punkte

der aktuellen Wirtschaftslage ein.

Spritztour mit dem Benz Patent-Motorwagen

Nummer 1

20 Nr. 4 | 2026


Bürokratieabbau, Reformen und mehr

Netto vom Brutto

Beim Thema Entlastungsprämie wies

Stumpp darauf hin, dass sie diese ebenfalls

nicht überzeugt habe. In einer Koalition

müsse man aber manchmal Kompromisse

eingehen.

Auch bekannte Forderungen wie Bürokratieabbau

und Reformen, Technologieoffenheit

statt Verbrenner-Aus, eine

Absage an das Heizungsgesetz sowie Änderungen

beim Bürgergeldbezug trafen

den Nerv der Anwesenden. Auch die Forderung

nach einer Erhöhung der Ehrenamtspauschale

und einer Steuerreform

im Sinne von „mehr Netto vom Brutto“

sorgte für Zustimmung.

Angesichts der Gesamtsituation der

Wirtschaft forderte Stumpp zudem mehr

Tempo und Mut. Die Gäste zollten ihrer

Rede stehenden Beifall.

Stumpp mit dem Mannheimer MIT-Kreisvorstand

Spargelkorb, Badenerlied und

Einladung für 2027

Traditionell erhält die Festrednerin am

Ende der Veranstaltung einen Korb mit

frisch gestochenem Mannheimer Spargel,

ehe die Nationalhymne sowie das

Badenerlied erklingen.

Fleck lud bereits jetzt zum 47. Frühschoppen

am 2. Mai 2027 ein, bevor Christina

Stumpp gemeinsam mit den Gastgebern

zu einem ausführlichen Rundgang

durch die Hallen des Maimarktes aufbrach.

Alexander Fleck beschwört den Mittelstand

So thematisierte er die Fragmentierung

des Welthandels und die geopolitischen

Spannungen, die den Zugang zu Rohstoffen

und Absatzmärkten gefährden.

Auch den völkerrechtswidrigen Krieg

der USA gegen den Iran und die damit

verbundene Sperrung der Straße von

Hormus sparte Fleck nicht aus. Zudem

prangerte er die derzeitige Neiddebatte

an, die Deutschland spalte und damit

schwäche.

Als Fleck der MIT zum 70. Geburtstag gratulierte,

stimmten Kapelle und Gäste ein

Geburtstagsständchen an.

Ein Prost auf den Kurpfälzer Mittelstand

Alexander Fleck (Kreisvorsitzender)

alexander-fleck@t-online.de

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Mehr Mannheim für Deutschland

Danach folgte die mit Spannung erwartete

Festrede von Christina Stumpp,

der stellvertretenden Generalsekretärin

der CDU Deutschlands. Sie zeigte sich begeistert

vom Mannheimer Maimarkt, den

sie zuvor noch nie besucht hatte.

Mannheim sei eine Stadt der Innovationen

und Ideen. Als Stumpp vor diesem

Hintergrund ausrief, dass man in Deutschland

mehr Mannheim brauche, waren die

Gäste des Festzeltes begeistert und quittierten

dies mit lautem Applaus.

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Nr. 4 | 2026

21


MIT Hohenlohe

stellt sich neu auf

Kreismittelstandstag bestätigt Roland Rüdinger und ehrt Meinhard von Eyb für 30 Jahre Engagement

Vorstand mit Beirat: v.l.n.r. Knogl, Pawlak-Uhlemann, Frank, Rüdinger, Weibler, Häring, Kufner, von Eyb, Volk, Graser

Beim Kreismittelstandstag der MIT

Hohenlohe standen Vorstandswahlen,

ein Rückblick auf ein aktives Jahr und

eine besondere Ehrung im Mittelpunkt.

Roland Rüdinger bleibt Vorsitzender,

während Meinhard von Eyb nach drei

Jahrzehnten als Schatzmeister gewürdigt

wurde.

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WELTNEUHEIT

Rückblick auf ein aktives Jahr

Am 8. Juni 2026 lud die MIT Hohenlohe

zu ihrem Kreismittelstandstag ein. Vor 21

Mitgliedern und drei Gästen blickte der

Vorsitzende Roland Rüdinger auf ein bewegtes

Jahr mit zahlreichen Betriebsbesichtigungen

und hochkarätigen Gästen

zurück – darunter Wirtschaftsministerin

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Auch das kommende Programm verspricht

spannende Begegnungen: Mit Steffen Bilger

MdB und Prof. Dr. Andrea Wechsler

MdEP sind bereits weitere prominente

Gäste angedacht. Geplant sind zudem

weitere Betriebsbesichtigungen sowie

ein Besuch beim ehemaligen Hohenloher

Landrat und heutigen Sparkassenpräsidenten

in Stuttgart, verbunden mit

einer Führung durch den Landtag.

30 Jahre Schatzmeister – Meinhard von

Eyb verabschiedet sich

Nach 30 Jahren im Amt legte Meinhard

von Eyb zum letzten Mal seinen Bericht

als Schatzmeister vor. Kassenprüfer Stefan

Häring bestätigte, dass die MIT Hohenlohe

wirtschaftlich hervorragend aufgestellt und

voll leistungsfähig sei. Er dankte ausdrücklich

für die korrekte Kassenführung und die

übersichtliche Darstellung der Zahlen über

drei Jahrzehnte – eine Leistung, die höchste

Anerkennung verdiene.

Ebenfalls wurde der bisherige Pressereferent

Werner Koch für sein fünfjähriges

Engagement gewürdigt.

Der ehemalige Landtagsabgeordnete

Arnulf von Eyb, frisch im politischen

Ruhestand, regte an, einen Teil des Über-

22 Nr. 4 | 2026


Ehrung Schatzmeister Meinhard von Eyb (Mitte). V.l.n.r. Roland Rüdinger, Meinhard von Eyb, Konrad Weibler

schusses gezielt für hochkarätige Fachveranstaltungen

einzusetzen. Da im Laufe

des Abends auch die Debatte um die

Brandmauer zur AfD aufkam, könnte eine

Podiumsdiskussion mit Befürwortern und

Kritikern eine lohnende Investition sein.

Vorstandswahlen: Kontinuität und

frische Kräfte

Nach der Entlastung des bisherigen Vorstands

und der Ehrung von Meinhard von

Eyb für sein 30-jähriges Engagement leitete

MIT-Landesgeschäftsführer Marcel

Bonnet die Neuwahlen.

Roland Rüdinger bleibt Vorsitzender, Konrad

Weibler sein Stellvertreter – beide

wurden einstimmig im Amt bestätigt.

Neuer Schatzmeister ist Stefan Häring,

Schriftführer und Pressereferent Alexander

F. Kufner.

Bericht aus Stuttgart

Im Anschluss berichtete der neu gewählte

Landtagsabgeordnete Dr. Tim Breitkreuz

aus den Koalitionsverhandlungen, von

der Wahl der Minister und seiner Arbeit

in Stuttgart. Zunächst dankte er für

die Unterstützung und das Vertrauen.

Sein starkes Mandat – 38,8 Prozent der

Erststimmen und 32 Prozent der Zweitstimmen

– verstehe er nicht als persönlichen

Erfolg, sondern als gemeinsame

Leistung, als „unser Wahlergebnis“.

Sein Bericht über die mit den Grünen

vereinbarten Vorhaben machte den Mitgliedern

Mut: Zumindest auf Landesebene

werde künftig weniger im Weg

stehen, was Wirtschaft, Landwirtschaft

und Handwerk spürbar entlasten könne.

Die Umsetzung, so Breitkreuz, werde in

den nächsten fünf Jahren allerdings ein

„täglicher Kampf“.

Austausch und Ausblick

Im offenen Austausch nahm Dr. Tim Breitkreuz

zahlreiche Anregungen aus den

Reihen der MIT mit. Der Vorstand zeigte

sich dankbar, mit einem starken Team und

einem engagierten Landtagsabgeordneten,

der ein offenes Ohr für die Wirtschaft hat,

in die kommenden Jahre zu gehen.

Veranstaltungstipp

Arnulf von Eyb lädt am 22. Juli zu einer Veranstaltung

der Konrad-Adenauer-Stiftung

nach Dörzbach ein. Ein General wird unter

anderem über die Auswirkungen eines etwaigen

Bündnisfalles auf die Personallage

in Unternehmen sprechen.

Alexander F. Kufner (Pressesprecher)

info@mit-hohenlohe.de

mit-hohenlohe.de

Dr. Tim Breitkreuz bei seinem Bericht

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Nr. 4 | 2026

23


MIT Heilbronn

diskutiert globale

Machtverschiebungen

Michael Georg Link spricht

bei der ZEAG über Handel,

Geopolitik und Folgen für den

Mittelstand

Die MIT Heilbronn hat bei einer wirtschafts-

und geopolitischen Veranstaltung

in den Räumen der ZEAG

zentrale Fragen der internationalen

Ordnung diskutiert. Im Mittelpunkt

standen die Folgen globaler Handelskonflikte,

protektionistischer Politik

und wachsender Unsicherheiten für

Europa und den deutschen Mittelstand.

Christiane Paroch und Staatsminister a.D. Michael Georg Link

Internationale Handelskonflikte im

Fokus

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion

(MIT) Kreisverband Heilbronn begrüßte

zahlreiche Gäste zu einer hochaktuellen

wirtschafts- und geopolitischen Veranstaltung

in den Räumen der ZEAG

Heilbronn. Im Mittelpunkt des Abends

stand der Vortrag von Staatsminister

a. D. Michael Georg Link zum Thema

internationaler Handelskonflikte, geopolitischer

Machtverschiebungen und

deren Auswirkungen auf Europa und den

deutschen Mittelstand.

24 Nr. 4 | 2026


Orientierung für Unternehmerinnen

und Unternehmer

Die Vorsitzende der MIT Heilbronn,

Christiane Paroch, zog im Anschluss ein

positives Fazit der Veranstaltung: „Der

große Zuspruch zeigt, wie sehr unsere

Unternehmerinnen und Unternehmer

die aktuellen geopolitischen Entwicklungen

beschäftigen. Gerade der

Mittelstand braucht Orientierung, offene

Diskussionen und verlässliche wirtschaftspolitische

Rahmenbedingungen.

Mit Veranstaltungen wie dieser wollen

wir den Austausch fördern und

wichtige Zukunftsfragen gemeinsam

diskutieren.“

Die Veranstaltung griff zentrale Entwicklungen

der internationalen Politik auf:

die zunehmenden Spannungen zwischen

den USA und China, die Auswirkungen

protektionistischer Handelspolitik, geopolitische

Unsicherheiten sowie die Frage

nach der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit

Europas. Besonders intensiv diskutiert

wurden die Folgen der aktuellen

US-Zollpolitik für exportorientierte

Unternehmen und Lieferketten.

Europa muss handlungsfähiger werden

Michael Georg Link machte deutlich, dass

Europa künftig stärker eigene wirtschaftliche

und strategische Handlungsfähigkeit

entwickeln müsse. Gleichzeitig warnte er

davor, transatlantische Partnerschaften

vorschnell infrage zu stellen.

Europa müsse seine wirtschaftliche Stärke

ausbauen, internationale Partnerschaften

vertiefen und den Binnenmarkt konsequent

stärken.

Wirtschaftliche Souveränität als

Zukunftsfrage

Die MIT Heilbronn sieht in der Debatte

um wirtschaftliche Souveränität Europas,

resiliente Lieferketten und internationale

Wettbewerbsfähigkeit eine der zentralen

Herausforderungen der kommenden

Jahre. Gleichzeitig biete die aktuelle Situation

auch Chancen für neue Partnerschaften,

Innovationen und eine stärkere

europäische Zusammenarbeit.

Mit der Veranstaltung setzte die MIT Heilbronn

ihre Reihe wirtschaftspolitischer

Dialogformate fort und bot Unternehmerinnen

und Unternehmern aus der

Region erneut eine Plattform für Austausch

und Vernetzung.

MIT Heilbronn

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Nr. 4 | 2026

25


Heilbronn zwischen

Boomtown und

Innenstadtwandel

MIT Heilbronn diskutiert Zukunft von Handel, Aufenthaltsqualität und lebendiger Innenstadt

Mit der Veranstaltung „Heilbronn:

Boomtown oder Einzelhandelswüste?“

hat die MIT Heilbronn einen wichtigen

Impuls zur Zukunft der Innenstadt gesetzt.

Im Mittelpunkt standen die Frage,

wie Heilbronn den Wandel zur Wissensund

Technologiestadt gestaltet, und

welche Rolle Handel, Gastronomie,

Kultur und Aufenthaltsqualität künftig

spielen.

Impuls zur Zukunft der Innenstadt

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion

(MIT) Heilbronn hat mit ihrer Veranstaltung

„Heilbronn: Boomtown oder

Einzelhandelswüste?“ einen wichtigen

Impuls zur Zukunft der Heilbronner

Innenstadt gesetzt. Zahlreiche Gäste aus

Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Wissenschaft

und Bürgerschaft kamen im ZE-

AG-Gebäude zusammen, um über die

Herausforderungen und Chancen der

Innenstadtentwicklung zu diskutieren.

Nach der Begrüßung durch die MIT-Kreisvorsitzende

Christiane Paroch führte Moderator

Matthias Leers durch den Abend.

Den Auftakt bildete ein Zukunftsimpuls

von Thomas Anderer, TomorrowCoach

und Experte für Transformation, Stadtentwicklung

und Zukunftsstrategien. Dabei

stellte er insbesondere den von ihm be-

26 Nr. 4 | 2026


Kreisvorsitzende Christiane Paroch mit den Gästen

schriebenen „Reality Gap“ zwischen ambitionierten

Zukunftsvisionen und der

tatsächlichen Wahrnehmung vieler Bürgerinnen

und Bürger in den Mittelpunkt.

Breit besetztes Podium

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten

Amos Heuss, Leiter Kompetenzzentrum

Innenstadt Heilbronn, Christoph

Troßbach, Stadtrat (CDU), Gottfried Friz,

Stadtrat (FDP) und Unternehmer, Ergjan

Terzici von der Stadtinitiative Heilbronn,

Nathalie Alischer vom Fraunhofer IAO /

Urban Innovation Hub sowie Lorenz Kopp,

Gründer von „Heilbronn lebt!“.

Im Fokus der Diskussion standen unter

anderem die Wahrnehmung der Heilbronner

Innenstadt, die Wirkung bereits

angestoßener Maßnahmen, Sicherheitsund

Aufenthaltsfragen, die Rolle von

Handel, Gastronomie und Kultur, die Bedeutung

von Multifunktionalität sowie

neue Konzepte für eine lebendige Innenstadt

der Zukunft.

Innenstadt im tiefgreifenden Wandel

Die Diskussion machte deutlich, dass

Heilbronn sich in einem tiefgreifenden

Wandel befindet. Einerseits entwickelt

sich die Stadt mit Innovationscampus, KI-

Kompetenz und wachsender Hochschullandschaft

zunehmend zur Wissens- und

Technologiestadt. Andererseits bestehen

weiterhin Herausforderungen hinsichtlich

Aufenthaltsqualität, Handelsstruktur

und öffentlicher Wahrnehmung der

Innenstadt.

Ein zentrales Ergebnis des Abends war die

Erkenntnis, dass die Innenstadt der Zukunft

weit über klassischen Einzelhandel

hinausgedacht werden muss. Erfolgreiche

Innenstädte entstehen dort, wo Handel,

Gastronomie, Wohnen, Kultur, Bildung und

Erlebnisangebote intelligent miteinander

verbunden werden. Die reine „Verkaufslogik“

müsse durch eine multifunktionale

Innenstadtstrategie ergänzt werden.

Gemeinschaftsaufgabe für Stadt und

Wirtschaft

Die MIT Heilbronn sieht die Veranstaltung

als wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen

Dialog über die Zukunft

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der Stadt. „Die Transformation unserer

Innenstadt ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Entscheidend wird sein, dass Politik,

Verwaltung, Handel, Wissenschaft

und Bürgerschaft gemeinsam an Lösungen

arbeiten und den Wandel sichtbar

machen“, betonte die MIT Heilbronn im

Anschluss an die Veranstaltung.

Besonders positiv bewertet wurde der

offene Austausch mit dem Publikum, das

sich aktiv mit Fragen, Anregungen und

Kritik in die Diskussion einbrachte. Beim

anschließenden Get-together wurden die

Gespräche in persönlicher Atmosphäre

fortgeführt.

Die MIT Heilbronn kündigte an, den begonnenen

Dialog auch künftig fortsetzen

zu wollen, um konstruktive Impulse für

eine starke und lebenswerte Innenstadt

zu setzen.

Christiane Paroch (Kreisvorsitzende)

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Nr. 4 | 2026

27


Vom 3-Mann-Betrieb

zum Global Player

MIT Main-Tauber besucht die Systemair GmbH in Boxberg-Windischbuch

Aus einer 80-Quadratmeter-Wohnung

mit drei Mitarbeitern ist ein international

erfolgreiches Unternehmen

mit mehr als 500 Beschäftigten geworden.

Beim Besuch der Systemair

GmbH erhielt die MIT Main-Tauber Einblicke

in eine mittelständische Erfolgsstory

mit globaler Ausrichtung.

Einblicke in eine beeindruckende

Entwicklung

Von drei Mitarbeitern in einer

80-Quadratmeter-Wohnung zu einem

weltweit erfolgreichen Unternehmen mit

mehr als 500 Beschäftigten: Von dieser

beeindruckenden Entwicklung konnten

sich die Vertreter der MIT Main-Tauber

bei einem Betriebsbesuch der Systemair

GmbH in Boxberg-Windischbuch persönlich

überzeugen.

Produktcompliance-Direktor Harald Rudelgass

und Betriebsleiter Peter Dörzbacher

begrüßten die Gäste um den

MIT-Kreisvorsitzenden und Landtagsabgeordneten

Prof. Dr. Wolfgang Reinhart

sowie weitere Mitglieder der Mittelstands-

und Wirtschaftsunion. In einem

kurzweiligen Rückblick zeichneten sie

die Entwicklung des Unternehmens in

den vergangenen Jahrzehnten nach und

stellten die breite Produktpalette sowie

die vielfältigen Einsatzbereiche der in

Boxberg gefertigten Produkte vor.

28 Nr. 4 | 2026


Internationale Expansion aus

Boxberg-Windischbuch

Das Unternehmen, das 1994 als „LTi

Lüftungstechnik“ gegründet wurde, beschäftigte

bereits im zweiten Jahr seines

Bestehens rund 20 Mitarbeiter und verlegte

1996 seinen Standort von Ingelfingen

im Kochertal auf das heutige,

mittlerweile über 20.000 Quadratmeter

umfassende Firmengelände im Boxberger

Gewerbegebiet „Seehof“.

Mit der Eingliederung in die schwedische

Systemair-Gruppe im Jahr 1998 wurde der

Grundstein für die weitere internationale

Expansion gelegt.

Spezialtechnik für weltweite

Anwendungen

Aktuell umfasst das Betriebsportfolio

ein hochspezialisiertes Spektrum an Lüftungs-,

Klima- und Entrauchungssystemen.

Die Anlagen kommen unter anderem

in U-Bahn- und Autobahntunneln,

Großparkhäusern sowie modernen Wohnund

Bürogebäudekomplexen zum Einsatz.

Insbesondere im Bereich der energieeffizienten

Wohnraumlüftung sieht das

Unternehmen auch vor dem Hintergrund

des Klimawandels und steigender Anforderungen

an nachhaltiges Bauen erhebliche

Zukunftspotenziale.

Wirtschaftspolitischer Impuls

Im Rahmen eines wirtschaftspolitischen

Impulses ging der stellvertretende MIT-

Kreisvorsitzende Dominik Martin auf

die aktuellen Konjunkturprognosen ein.

Zugleich verwies er auf die anhaltenden

Herausforderungen für die deutsche

Wirtschaft.

Vor allem der im Land heimische und fest

verwurzelte Maschinenbau sowie die

Automobilindustrie sähen sich weiterhin

erheblichen Unsicherheiten gegenüber –

nicht zuletzt aufgrund der veränderten

US-Zollpolitik.

Produktion mit globaler Reichweite

Beim anschließenden Rundgang durch

die Produktionsstätten erhielten die Besucher

einen umfassenden Einblick in die

verschiedenen Fertigungsbereiche. Betriebsleiter

Peter Dörzbacher erläuterte

deren Bedeutung für den internationalen

Markt und verdeutlichte die globale Ausrichtung

des Unternehmens.

Besonders eindrucksvoll zeigte sich dies

in der Verpackungshalle, wo die Versandetiketten

Lieferziele auf allen fünf Kontinenten

rund um den Globus dokumentierten.

Ein besonderes Augenmerk galt

zudem dem firmeneigenen Prüfzentrum,

das zu den größten lufttechnischen Testlaboren

in ganz Europa zählt.

Mittelstand als Wachstumsmotor der

Region

Kreisvorsitzender Wolfgang Reinhart, der

bereits im Jahr 2024 beim 30-jährigen

Firmenjubiläum sowie bei der Einweihung

der neuen Produktionshalle als Festredner

zu Gast war, würdigte den Werdegang

des Unternehmens als „mittelständische

Erfolgsstory par excellence“.

„Mit Ihrer dreißigjährigen Basis der

strategisch klugen Unternehmensentwicklung

und Expansion haben Sie allen

Grund dazu, auch in wirtschaftlich herausfordernden

und weltpolitisch unsicheren

Zeiten der Zukunft mit Mut und Zuversicht

entgegenzusehen. Systemair ist

zugleich aber auch ein mustergültiger

Repräsentant dafür, dass unsere ländliche

Heimat dank unseres Mittelstands

keine abgehängte Provinz, sondern eine

Region der Weltmarktführer und damit im

Grunde ein wirtschaftliches Kraftzentrum

und Wachstumsmotor ist“, resümierte

Reinhart.

Abschließend bedankte er sich stellvertretend

bei Harald Rudelgass und Peter

Dörzbacher für die Standorttreue zu

Windischbuch und die damit verbundenen

mehr als 500 Arbeitsplätze im heimischen

Main-Tauber-Kreis.

Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL

(Kreisvorsitzender)

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Nr. 4 | 2026

29


MIT Sigmaringen

hat neu gewählt

Kreismittelstandstag wählt neuen Vorstand und würdigt Margarethe Reiser

Der neue Vorstand der MIT-Sigmaringen

Die MIT Sigmaringen hat bei ihrer

Jahreshauptversammlung in Inzigkofen

die Weichen für die kommenden

Jahre gestellt. Achim Rieger wurde einstimmig

zum neuen Kreisvorsitzenden

gewählt, während die bisherige Vorsitzende

Margarethe Reiser für ihr langjähriges

Engagement geehrt wurde.

Rückblick und Dank an die bisherige

Vorsitzende

Sigmaringen/Inzigkofen. Bei der Jahreshauptversammlung

der Mittelstandsunion

im Kreisverband Sigmaringen ist

Achim Rieger einstimmig zum neuen

Kreisvorsitzenden gewählt worden. Die

Mitglieder blickten auf die Arbeit der

vergangenen Jahre zurück, wählten einen

neuen Vorstand und würdigten das langjährige

Engagement der bisherigen Vorsitzenden

Margarethe Reiser.

Zur Versammlung kamen insgesamt

13 Mitglieder und Gäste zusammen, darunter

Marcel Bonnet, Geschäftsführer

der MIT Baden-Württemberg, und Thomas

Hummel, stellvertretender Kreisvorsitzender

der CDU. Margarethe Reiser

eröffnete die Sitzung und begrüßte die

Anwesenden herzlich. Im Anschluss gedachten

die Teilnehmer in einer Schweigeminute

der verstorbenen Mitglieder.

Solide Finanzen und klare

Mittelstandsperspektive

In ihrem Bericht ließ Reiser die vergangenen

beiden Jahre Revue passieren.

Sie gab einen Überblick über Termine und

Veranstaltungen, an denen Vertreter des

Kreisverbandes auf Bezirks-, Landes- und

Bundesebene teilgenommen hatten.

Kassier Patrick Braun stellte anschließend

die finanzielle Situation des Kreisver-

30 Nr. 4 | 2026


Neuer Vorstand gewählt

Nach der Wahl von Marcel Bonnet zum

Versammlungsleiter wurde die fristgerechte

Einladung festgestellt. Die Vorstandschaft

wurde einstimmig entlastet.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen

wurde Achim Rieger zum neuen Kreisvorsitzenden

gewählt.

Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden

Matthias Bohner, Margarethe Reiser

und Frederic Betremieux gewählt. Patrick

Braun wurde erneut als Schatzmeister bestätigt.

Janina Rieger übernimmt künftig

sowohl das Amt der Schriftführerin als

auch die Aufgabe der Pressereferentin.

Als Beisitzer gehören dem neuen Vorstand

Petra Schlageter, Stefan Bauer,

Adolf Knoll, Sarjoscha Marquart, Dr. Stefanie

Ullrich-Colaiacomo und Dietmar

Graf an.

Nach der anstrengenden Sitzung im Gespräch

bandes dar. Die Kassenprüfer Dr. Helmut

Stiegler und Bernd Single bestätigten

eine tadellose Kassenführung ohne

Beanstandungen.

Dr. Helmut Stiegler nutzte seinen Bericht

auch für grundsätzliche Anmerkungen zur

Lage des Mittelstands. Er kritisierte eine

aus seiner Sicht zunehmende Belastung

durch politische Vorgaben und regte an,

kleinere Unternehmen, Einzelunternehmer

und Betriebe mit wenigen Beschäftigten

stärker in den Blick zu nehmen.

Bericht aus dem CDU-Kreisverband

Thomas Hummel, stellvertretender Kreisvorsitzender

der CDU, berichtete in Vertretung

von Ilona Boos über aktuelle

Entwicklungen im CDU-Kreisverband

und die politische Arbeit auf Kreisebene.

Zudem informierte er über die Tätigkeit

von Ilona Boos als neu gewählte Landtagsabgeordnete

und verwies auf eine

Online-Informationsveranstaltung zum

neuen Koalitionsvertrag.

Hummel dankte Margarethe Reiser ausdrücklich

für ihre langjährige Arbeit als

MIT-Kreisvorsitzende.

Austausch mit den Nachbarkreisen

stärken

In seinem Schlusswort gab der neue Kreisvorsitzende

Achim Rieger einen Ausblick

auf kommende Veranstaltungen. Geplant

ist unter anderem eine Betriebsbesichtigung

mit anschließendem Grillfest

in Zusammenarbeit mit der MIT Zollernalbkreis

sowie ein Abend mit der MIT

Bodenseekreis.

Ziel soll es sein, sich mit den umliegenden

Kreisen auszutauschen und sich besser

kennenzulernen. Rieger bedankte sich bei

allen Anwesenden für das Vertrauen und

die Unterstützung.

Ehrenvorsitz für Margarethe Reiser

Zum Abschluss stellte Achim Rieger den

Antrag, Margarethe Reiser zur Ehrenvorsitzenden

des Kreisverbandes zu ernennen.

Die Versammlung stimmte diesem

Vorschlag einstimmig per Hand-

​zeichen zu und setzte damit ein Zeichen

der Anerkennung für ihre langjährige und

engagierte Arbeit.

Janina Rieger (Pressesprecherin)

janina.rieger@mit-sigmaringen.de

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Nr. 4 | 2026

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32 Nr. 4 | 2026


MIT Land

„Ich bin neu in der MIT, weil …

… die MIT mich tatkräftig im

Kampf gegen eine existenzbedrohende

Vergnügungssteuer für

mein Unternehmen unterstützt

hat.“

… weil Wirtschaft, Unternehmertum

und gesellschaftliche

Verantwortung für mich untrennbar

zusammengehören.“

…ich der Meinung bin, dass

der Mittelstand der Motor von

Deutschland ist und gestärkt

werden muss.“

Stefan Martin Bauer

Dipl.-Kfm., Geschäftsführer

Game-Line-Automaten GmbH

MIT Sigmaringen

Jessica Göthel

Geschäftsführende Gesellschafterin

MIT Esslingen

Frank Sommerfeld

Geschäftsführer

MIT Göppingen

Stefan Martin Bauer wurde am 22.07.1970

in Ulm geboren und hat nach dem Abitur

und der Bundeswehr in Tübingen Betriebswirtschaftslehre

studiert.

Bereits studienbegleitend war er in der

Unterhaltungsautomatenbranche selbständig

tätig und hat nach Zwischenstationen

in der Halbleiterbranche und

der Arbeitnehmerüberlassung seine

Leidenschaft wieder der Unterhaltungsautomatenbranche

gewidmet. Zuerst bei

der deutschen Gauselmann AG und dann

bei der österreichischen Novomatic AG.

Seit 2022 ist er selbständig und geschäftsführender

Gesellschafter.

Seine Freizeit verbringt er mit seiner Familie,

treibt sehr gerne Sport und ist

jederzeit für einen gastronomischen Genuss

zu haben.

Jessica Göthel verbindet Erfahrung aus

der internationalen Automobil- und Eventbranche

mit ihrer Leidenschaft für Gastronomie

und Gastgeberkultur.

Nach dem Studium der Medienwirtschaft

und des Innovationsmanagements war sie

viele Jahre bei Mercedes-Benz im Sportmarketing,

Motorsport und Eventbereich

tätig und verantwortete internationale Projekte

sowie exklusive Veranstaltungen.

Seit fünf Jahren ist sie geschäftsführende

Gesellschafterin der Event- und Gastronomielocations

Schmellbachtal und Mäulesmühle

in Leinfelden-Echterdingen sowie

Betreiberin eines Kletterparks mit rund 60

Mitarbeitenden.

Politisch engagiert sie sich als stellvertretende

Vorsitzende des CDU-Stadtverbands

sowie als Beisitzerin im Kreisvorstand

Esslingen.

Frank Sommerfeld stieg 1993 in den Bereich

der Telekommunikation ein und arbeitet 10

Jahre als Kundendienstingenieur und Projektleiter

für die Firma Alcatel.

Im Zuge dessen hat er in Ländern wie Kambodscha

und Laos das „Internet“ mit aufgebaut

und in Betrieb genommen. Ähnlich gelagerte

Aufgaben folgten danach in Asien, Afrika,

dem mittleren Osten und Südamerika, sowie

komplett Europa.

2018 gründete er die Netcom-Tec Gmbh in

Dürnau, um mit marktführenden Herstellern

den Glasfaserausbau weiter voranzutreiben.

Mit einem rasanten Wachstum und mittlerweile

27 Angestellten stärkt die Netcom-Tec

GmbH den Wirtschaftsstandort Göppingen

und stellt maßgeblichen Netzausrüstern,

Stadtwerken und Generalunternehmern das

Material bei, um die Glasfaseranschlüsse

bundesweit ins Feld zu bringen. Für einen

tiefergreifenden Einblick empfiehlt sich folgendes

Video auf der Homepage:

Netcom-Tec | Über uns.

Stefan Martin Bauer

game-line-automaten@gmx.de

Jessica Göthel

event@schmellbachtal.info

schmellbachtal.info

mäulesmühle.com

Frank Sommerfeld

frank.sommerfeld@netcom-tec.de

netcom-tec.de

Nr. 4 | 2026

33


Ihre Ideen.

Ihre Themen.

Ihre MIT.

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion

Baden-Württemberg lebt von den Erfahrungen,

Ideen und Impulsen ihrer Mitglieder.

Wer täglich unternehmerische

Verantwortung trägt, kennt die Herausforderungen

des Mittelstands oft besser

als jede politische Analyse. Genau deshalb

möchten wir Ihre Vorschläge hören.

Sie haben ein inhaltliches Thema, das

Sie gerne voranbringen möchten? Einen

konkreten Vorschlag, den die MIT Baden-

Württemberg diskutieren und politisch

vertreten sollte? Dann nutzen Sie unsere

Beteiligungsplattform und bringen Sie

Ihre Ideen direkt in die Arbeit der MIT ein.

Alle eingehenden Vorschläge, Anträge

und Themen werden gesammelt und dem

Landesvorstand regelmäßig zur Beratung

vorgelegt. Finden die Anregungen dort

Zustimmung, werden sie in die politische

Arbeit der MIT eingebracht und an die

zuständigen Gremien und Entscheidungsträger

weitergeleitet.

Damit schaffen wir einen direkten Weg

von der betrieblichen Praxis in die politische

Diskussion. Denn eine starke

Interessenvertretung lebt nicht nur von

Positionen auf dem Papier, sondern von

den Erfahrungen der Menschen, die tagtäglich

Verantwortung übernehmen,

Arbeitsplätze schaffen und wirtschaftlichen

Erfolg ermöglichen.

Ob Bürokratieabbau, Steuerpolitik, Energieversorgung,

Fachkräftesicherung oder neue

Ideen für einen starken Wirtschaftsstandort

Baden-Württemberg – Ihre Perspektive

ist wichtig. Nutzen Sie die Möglichkeit, die

inhaltliche Arbeit der MIT Baden-Württemberg

aktiv mitzugestalten und Impulse für

zukünftige politische Forderungen zu setzen.

Die Plattform dient dabei als direkter

Kanal für Anregungen aus der Praxis.

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34 Nr. 4 | 2026


MIT Baden-Württemberg kritisiert

Gebäudemodernisierungsgesetz:

Vermieter werden zu Zahlmeistern

politischer Fehler

Rottenburg am Neckar – Der Landesvorstand

der Mittelstands- und Wirtschaftsunion

(MIT) Baden-Württemberg

hat sich im Rahmen einer Vorstandssitzung

in Rottenburg am Neckar intensiv

mit aktuellen wirtschaftspolitischen Entwicklungen

befasst und dabei unter anderem

eine klare Position zum geplanten

Gebäudemodernisierungsgesetz bezogen.

Die MIT begrüßt ausdrücklich, dass in

der Neufassung die Technologieoffenheit

bei der Wahl von Heizsystemen wieder

gestärkt wird und ideologisch geprägte

Vorgaben zurückgenommen werden.

Gleichzeitig sieht der Landesvorstand

die geplante pauschale Aufteilung von

Kostenbestandteilen zwischen Vermietern

und Mietern mit großer Sorge.

Die vorgesehene Regelung würde dazu

führen, dass Vermieter Kosten tragen müssen,

deren Entstehung und Höhe sie weder

verursachen noch beeinflussen können.

Damit wird das bewährte Verursacherprinzip

aufgeweicht und wirtschaftliche

Verantwortung von denen entkoppelt, die

sie tatsächlich steuern können. Besonders

betroffen sind dabei private Vermieter

und mittelständisch geprägte Eigentümerstrukturen,

die einen wesentlichen Teil des

Wohnungsangebots in Deutschland sichern.

Gerade sie geraten zunehmend in eine Situation,

in der Investitionen in Modernisierung

und Bestandserhalt an Attraktivität

verlieren, weil politische Eingriffe die

wirtschaftliche Kalkulierbarkeit zunehmend

einschränken.

Der Landesvorsitzende der MIT Baden-

Württemberg, Bastian Atzger, erklärte

dazu: „Wenn Verbrauchskosten politisch

umverteilt werden, ohne dass Einflussmöglichkeiten

bestehen, entsteht ein

dauerhaftes Risiko für Investitionen. Das

trifft nicht große Konzerne, sondern vor

allem den mittelständischen Eigentümer,

der Wohnraum schafft und erhält. Wer

hier falsch steuert, gefährdet am Ende das

gesamte System von Angebot, Investition

und Modernisierung.“

Vor diesem Hintergrund fordert die

MIT Baden-Württemberg, die geplante

Kostenregelung im parlamentarischen

Verfahren grundlegend zu überarbeiten

und sicherzustellen, dass wirtschaftliche

Verantwortung und Entscheidungsbefugnis

wieder in Einklang gebracht werden.

Nur so kann gewährleistet werden, dass

Investitionen in den Wohnungsbestand

nicht weiter zurückgehen und dringend

notwendige Modernisierungen nicht aus

wirtschaftlichen Gründen unterbleiben.

Am Rande der Sitzung befasste sich der

Landesvorstand auch mit der medialen Diskussion

um die Wahlkampfanalyse Atzgers.

Dabei trug das Gremium die inhaltlichen

Punkte der Analyse mit, während persönliche

über die Medien geäußerte Kritik

keine Unterstützung fand. Daher wird die

von einzelnen Kreisverbänden angestoßene

Initiative, daraus personelle Konsequenzen

abzuleiten, nicht weiterverfolgt. In ähnlicher

Weise hatten sich bereits zuvor mehrere

Bezirksverbände positioniert.

Bastian Atzger erklärte dazu: „Der Mittelstand

steht massiv unter Druck – Betriebe

machen zu, Investitionen bleiben aus und

immer mehr dringend benötigte Fachkräfte

verlassen das Land. Hier liegt unsere

gemeinsame Verantwortung und dafür

werden wir nun noch geschlossener, noch

klarer und vor allem noch inhaltlich fokussierter

kämpfen.“

Dr. Madline Gund (Pressesprecherin)

info@mit-bw.de

mit-bw.de

Nr. 4 | 2026

35


MIT konkret

EU-Handelsabkommen und

Lieferkettenpflichten –

Chancen und Zielkonflikte

Warum neue Märkte Wachstum bringen,

aber die Regulierung den Mittelstand überfordert

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Energie ist zu teuer

für schlechte Lüftung.

Rainer Eschbach

Schatzmeister MIT Baden-Württemberg und Kreisvorsitzender MIT Waldshut

Neue Handelsabkommen in unsicheren Zeiten

Die selbstbewusst auftretende Volksrepublik China und die

zunehmend aggressive und schwer kalkulierbare Zollpolitik

der USA setzen die europäische Exportwirtschaft unter Druck.

Die bekannten Rahmenbedingungen der Vergangenheit gelten

nicht mehr.

Jetzt Heizkosten

um bis zu 35 %

senken.

Zusätzlich führen geopolitische Verschiebungen – etwa der

Ukrainekrieg und jüngste Konflikte im Nahen Osten – zu weiterer

Unsicherheit und steigenden Belastungen. Vor diesem Hintergrund

ist die Suche nach neuen, verlässlichen Handelspartnern

für Europa zwingend notwendig.

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stehen seit Jahrzehnten für Qualität und Effizienz – entwickelt für

Industrieunternehmen, die auf nachhaltige Technik und klare

Wirtschaftlichkeit setzen.

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EU baut globale Partnerschaften aus

Die Europäische Union hat in kurzer Zeit mehrere neue Freihandelsabkommen

abgeschlossen. Ende 2025 wurde das Abkommen

mit dem Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay

und Uruguay) besiegelt, das zum 1. Mai 2026 in Kraft tritt.

Kurz darauf folgten Vereinbarungen mit Indien sowie im März

2026 ein weiteres Abkommen mit Australien. Für Letzteres wird

in den kommenden zehn Jahren ein Anstieg des bilateralen Handels

um rund ein Drittel erwartet.

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36 Nr. 4 | 2026


Zugleich verbessert sich der Zugang zu strategisch wichtigen

Rohstoffen wie seltenen Erden und Lithium. Weitere Abkommen

mit Malaysia, den Philippinen und Thailand befinden sich in Vorbereitung,

während das Abkommen mit Mexiko kurz vor der Ratifizierung

steht.

Die Kehrseite: steigende Anforderungen in der Lieferkette

Diese positive Entwicklung bringt für Unternehmen jedoch

erhebliche Herausforderungen mit sich. Insbesondere die Einhaltung

der Vorgaben entlang der Lieferketten wird zunehmend

komplex.

Unternehmen – vor allem mittelständische Betriebe – stoßen

bei der Umsetzung der Anforderungen aus dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

sowie der Corporate Sustainability Due

Diligence Directive (CSDDD) an ihre Grenzen.

Überforderung des Mittelstands

Die umfassende Prüfung von Menschenrechten, Sozial- und

Umweltstandards entlang der gesamten Lieferkette – vom Rohstoff

bis zum fertigen Produkt – ist für viele Unternehmen organisatorisch

und wirtschaftlich kaum leistbar.

Nur Waren, die diese Anforderungen erfüllen, sollten Zugang

zum europäischen Binnenmarkt erhalten. Unternehmen könnten

sich dann darauf beschränken, ausschließlich entsprechend geprüfte

Produkte zu verwenden.

Klare Regeln statt Überforderung

Ein solches System würde die Verantwortung neu verteilen und

den Mittelstand deutlich entlasten. Gleichzeitig würde es die

Durchsetzung europäischer Standards effektiver und glaubwürdiger

machen.

Ziel muss es sein, Handelspolitik und Regulierung so auszubalancieren,

dass neue Marktchancen genutzt werden können,

ohne Unternehmen durch übermäßige Bürokratie zu überfordern.

Rainer Eschbach

Rainer.eschbach@restb.de

Die Verantwortung wird derzeit weitgehend auf die Unternehmen

übertragen, obwohl diese häufig keinen direkten Einfluss

auf vorgelagerte Produktionsstufen haben.

Verantwortung der EU neu denken

Vor diesem Hintergrund wird eine grundlegende Neuordnung

gefordert: Die Europäische Union sollte nicht nur Handelsabkommen

abschließen, sondern auch die Einhaltung der von

ihr festgelegten Standards selbst kontrollieren und überwachen.

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Die MIT Baden-Württemberg hat bereits 2025 über den MIT-

Bundesvorstand die Bundesregierung und den Bundestag aufgefordert,

die CSDDD als EU-Verordnung auszugestalten und die

Kontrolle als hoheitliche Gemeinschaftsaufgabe zu definieren.

Kontrolle an den Außengrenzen

Ein zentraler Ansatzpunkt liegt an den Außengrenzen der EU. Die

Einhaltung von Menschenrechts-, Sozial- und Umweltstandards

sollte direkt bei der Einfuhr – etwa an See- und Flughäfen – überprüft

werden.

Nr. 4 | 2026

37


Wirtschaft

Was Unternehmen vom

Cracker-Barrel-Debakel

lernen können

Warum Markenführung im digitalen Kulturkampf

krisenfester werden muss

Das gescheiterte Rebranding von

Cracker Barrel zeigt, wie schnell Marken

im digitalen Raum die Kontrolle über ihr

eigenes Narrativ verlieren können. Für

Unternehmen und politische Akteure

wird strategisches Risikomanagement

damit zu einer zentralen Voraussetzung

moderner Kommunikation.

Das Ende des klassischen

Branding-Lehrbuchs?

Es klang nach einem klassischen Marken-

Transformationsprojekt: Die US-amerikanische

Restaurant- und Souvenirladenkette

Cracker Barrel Old Country

Store, Inc., bekannt für ihr rustikales Südstaaten-Erlebnis-Ambiente,

kämpfte mit

stagnierenden Zahlen und einer alternden

Kundschaft. Um die Marke ins digitale

Zeitalter zu führen, holte das Management

die global agierende PR- und

Wachstumsberatung Prophet an Bord.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit in den

Jahren 2024 und 2025 war eine optische

Radikalkur. Das detailreiche, nostalgische

Dr. Bastian Atzger

Landesvorsitzender der MIT Baden-Württemberg

Logo rund um die Gründerfigur „Uncle

Herschel“, Schaukelstuhl und Holzfass

wurde durch einen minimalistischen, flachen

Schriftzug auf abstrahiertem gelbem

Hintergrund ersetzt. Modern, funktional,

digital optimiert – so erschien es zumindest

auf dem Papier. Doch was dann

folgte, war kein erfolgreiches Rebranding,

sondern ein beispielloser, politisch aufgeladener

Rückschlag.

Wenn Algorithmen und Aktivisten das

Narrativ kapern

Das Rebranding basierte auf umfangreichen

Marktstudien, intensiven Befragungen

der Kernzielgruppe sowie

einer PR-Kampagne. Doch das klassische

Marketing-Lehrbuch versagte in der Praxis

offenbar vollständig. Kurz nach der Veröffentlichung

des neuen Designs wurde

die optische Modernisierung von Influencern

und Bot-Netzwerken gekapert.

Der Vorwurf aus der digitalisierten und

kulturkampferprobten Ecke war eindeutig:

Die Marke verleugne ihre traditionellen,

ländlichen US-Wurzeln zugunsten eines

seelenlosen, globalisierten Mainstreams.

38 Nr. 4 | 2026


Aus der rein ästhetischen Diskussion um

ein Logo wurde innerhalb weniger Tage

eine existenzbedrohende Boykottwelle.

Die geschäftlichen Konsequenzen ließen

nicht lange auf sich warten. Um den Schaden

zu begrenzen, zog das Management

von Cracker Barrel die Notbremse, stoppte

die Modernisierungspläne und kehrte

zum alten Markenauftritt und Image

zurück.

Der Vorfall hinterließ jedoch tiefe Spuren

in der Bilanz: Angesichts des strategischen

Zickzackkurses und des Vertrauensverlusts

am Markt geriet der Aktienkurs

(NASDAQ: CBRL) massiv unter Druck.

Schließlich trennte sich das Unternehmen

von der betreuenden Beratungsfirma.

Neue Maximen moderner

Markenführung

Aus diesem Desaster lassen sich für

Unternehmen mit ähnlichen Ambitionen

drei fundamentale Lehren für das Risikomanagement

im Marketing ableiten,

die weit über die Restaurantbranche

hinausgehen. Die American Marketing

Association (AMA) fasst diese wie folgt

zusammen:

Den „360-Grad-Konsumenten“

antizipieren

Es reicht im Jahr 2026 nicht mehr aus, nur

die Präferenzen und das Kaufverhalten

der eigenen Kunden zu analysieren.

Unternehmen müssen im Vorfeld systematisch

prüfen, wie Strategie- und

Markenänderungen von gesellschaftlichen

Randgruppen oder politischen Akteuren

absichtlich missverstanden, verzerrt

oder gezielt als ideologische Waffe

instrumentalisiert werden können.

Narrative proaktiv und angriffsfest

schützen

Marken haben nicht mehr den Luxus, ihre

Geschichte im eigenen Tempo zu erzählen.

Das Internet verändert Narrative in

Echtzeit. Wer eine Transformation plant,

muss die strategischen Argumente und

die Markenerzählung vorab intern wie

extern so präzise testen und absichern,

dass externen Störfeuern von Beginn an

die Angriffsfläche genommen wird.

Führung als krisenfeste Stimme der

Marke

Der CEO, CMO beziehungsweise Geschäftsführer

ist in Zeiten digitaler

Polarisierung das ultimative Gesicht der

Marke. Die Chefetage darf bei einem Relaunch

nicht nur die finanzielle Brille aufhaben.

Das Führungsteam muss die kulturelle

und strategische Dimension der

Veränderung perfekt beherrschen, um in

einem unvorhergesehenen Krisenszenario

standhaft argumentieren zu können, statt

panisch einzubrechen.

Das Phänomen ist übertragbar

Stillstand ist im modernen Wettbewerb

um Wahrnehmung und Relevanz längst

keine Option mehr. Doch wer den Weg

zu einer neuen und starken Marke sucht,

muss das strategische Risikomanagement

radikal neu denken – egal in welcher

Branche. Die Mechanismen, die Cracker

Barrel zum Verhängnis wurden, gelten

längst nicht nur für Restaurants oder

Konsumgüter.

Sie lassen sich auch eins zu eins auf die

politische Arena übertragen. Wer heute

eine politische Kampagne konzipiert, muss

die psychologische Beschaffenheit seiner

Wählerbasis bis ins Detail durchdringen.

In einem hochgradig polarisierten Umfeld

reicht es nicht mehr, nur Inhalte zu kommunizieren.

Die Kernnarrative müssen im

Vorfeld wie eine Festung gegen gezielte

Desinformation und digitale Kaperungsversuche

abgesichert werden.

Schließlich zeigt jedes Branding-Desaster

vor allem eines: Wenn Marken – egal ob

generische oder Personenmarken – im

Kreuzfeuer der Kritik nicht absolut krisenfest

und authentisch ihre strategische

Identität vertreten und bei Gegenwind ins

Schwanken geraten, ist der fundamentale

Vertrauensverlust beim Kunden kaum

noch aufzuhalten.

Dr. Bastian Atzger

atzger@mit-lvbw.de

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Nr. 4 | 2026

39


Financial Wellbeing:

Klarheit über private

Finanzen

Finanzbildung als Corporate Benefit für Beschäftigte

Private Finanzsorgen belasten viele

Beschäftigte – oft auch während der

Arbeitszeit. Financial Wellbeing setzt

genau hier an: Mit einer neutralen,

normbasierten Finanzanalyse können

Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden

Orientierung bieten und zugleich

Produktivität, Resilienz und Bindung

stärken.

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Dr. Klaus Möller

Vorstand DEFINO Institut für Finanznorm AG

Finanzsorgen wirken bis in den

Arbeitsalltag

Studien belegen, dass Arbeitnehmer

durchschnittlich acht Stunden pro Woche

an ihre Finanzen denken, davon vier

Stunden am Arbeitsplatz. Bei Menschen

mit geringer Finanzkompetenz steigt die

Zeit auf zwölf Stunden pro Woche, davon

sieben Stunden am Arbeitsplatz. Bei höherer

Finanzbildung und einem klaren

Blick auf die eigene finanzielle Situation

sinkt sie auf vier Stunden pro Woche und

eine Stunde am Arbeitsplatz.

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Private Finanzen sind komplex

Sich Klarheit über die eigenen privaten

Finanzen zu verschaffen, ist allerdings

alles andere als trivial. Dazu gehört,

die regelmäßigen und unregelmäßigen

Ausgaben vollständig im Blick zu haben

und korrekt den Einnahmen gegenüberzustellen.

Ebenso wichtig ist es, in einer

Vermögensbilanz ungeschönt Soll und

Haben aufzurechnen – vieles, was wir

besitzen, etwa Kleidung oder Hausrat,

zählt nicht als Vermögen. Hinzu kommt,

finanzielle Risiken aus der individuellen

Lebensführung klar zu erkennen und die

notwendige Vorsorge für die Zukunft zu

treffen.

Die meisten Menschen sind allein damit

überfordert, kein Absicherungs-, Vor-

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40 Nr. 4 | 2026


Beschäftigten zur Verfügung gestellt

werden, weil sie mit Förderung des

Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz

entwickelt wurde. Sie

ist frei von Vertriebsinteressen, und ihre

Nutzbarmachung stellt keinen Aufwand

für Arbeitgeber dar.

sorge- oder Vermögensbildungsthema

zu übersehen und die relevanten Themen

richtig zu priorisieren. Die Hilfe, die es

bei Banken, Versicherungen und Finanzvertrieben

gibt, genießt allerdings wenig

Vertrauen – und das mit gutem Grund:

Das „finanzielle Blutbild“ sieht, in der

Medizin unvorstellbar, für dieselbe Person

je nach Anbieter häufig ganz unterschiedlich

aus. Das verunsichert die

Menschen.

Applikation „Fin-Twin – Dein digitaler

Zwilling“, mit deren Hilfe jede Frau und

jeder Mann sich leicht nach Norm Klarheit

über die eigene finanzielle Situation

verschaffen kann.

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Arbeitgeber

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Plattform kann Arbeitgebern

kostenlos als Corporate Benefit für ihre

Mehr Resilienz und Bindung

Nach Erfahrungen aus den USA, wo Financial-Wellbeing-Angebote

gängige

Praxis sind, profitieren Arbeitgeber durch

bessere „Mental Health“, durch das „financially

de-stressed“-Sein ihrer Beschäftigten,

durch geringere Fehlzeiten,

höhere Produktivität und am Ende durch

eine gesteigerte Mitarbeiterbindung. Financial

Wellbeing macht Mitarbeitende

krisenfester und resilienter gegen extreme

politische Positionen – ein echter

Mehrwert, gerade in Zeiten wirtschaftlicher

und politischer Unsicherheit.

Financial Wellbeing ist damit weit mehr

als „nur“ ein zusätzlicher Benefit. Bei Interesse

und Fragen stehen wir gerne zur

Verfügung.

Dr. Klaus Möller

k.moeller@defino.de

defino.de

DIN-Norm schafft Verlässlichkeit

Deshalb haben vor rund fünf Jahren

Vertreter der größten Banken, Versicherungen,

Vertriebe und Verbände

gemeinsam mit Verbraucherschützern

und Wissenschaftlern im Hause DIN im

Konsens die DIN-Norm 77230 für die

Erstellung objektiver, neutraler und vertrauenswürdiger

„Finanzanalysen für

Privathaushalte“ erarbeitet. Eine Analyse

nach Norm ist verlässlich und individuell

– für eine Person aber immer gleich, unabhängig

davon, wer sie erstellt.

Fin-Twin als digitaler Zugang

Aus dieser Norm hat ein vom Heidelberger

DEFINO Institut angeführtes

Expertenkonsortium eine Finanzbildungsplattform

erarbeitet: „Financial

Wellbeing – Finanzbildung von Arbeitgebern

für Arbeitnehmer auf Grundlage

der DIN 77230“. Im Zentrum steht

die bunte und spielerisch handhabbare

Unabhängige

und inspirierende

Finanzbildung auf

Basis der DIN

77230

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Nr. 4 | 2026

41


Messen sind Marktplätze

Foto: Messe Freiburg, fwtm, Bender

für Menschen

Baden-Württembergs Messegesellschaften

setzen auf Begegnung, neue Themen und

regionale Wertschöpfung

Viel Kultur, Jobbörsen oder moderne Energiekonzepte

in der Messe Freiburg.

Ob Stuttgart, Karlsruhe, Friedrichshafen

oder Freiburg: Messen sind für

Baden-Württemberg weit mehr als

Ausstellungsflächen. Sie verbinden

Menschen, Branchen und Regionen,

schaffen wirtschaftliche Impulse und

bleiben trotz digitaler Alternativen

wichtige Orte für Austausch, Innovation

und Geschäft.

Begegnung als Kerngeschäft

Die Landesmesse Stuttgart konzentriere

sich auf ihr Kerngeschäft, betonte Messechef

Roland Bleinroth im Januar beim

Neujahrsempfang (NJE) der Landesmesse

in Stuttgart. Für ihn sei das vor allem die

Begegnung von Menschen. In den Stuttgarter

Messehallen auf den Fildern sind

sowohl Publikumsmessen wie die CMT

im Januar als auch Industriemessen wie

die LogiMAT im März 2026 erfolgreich

und gut gebucht. Bei der CMT waren in

diesem Jahr wieder alle Hallen und möglichen

Flächen ausgebucht.

Aufschwung und neue Themenfelder

Stuttgarts Messe-Co-Chef Stefan Lohnert

machte deutlich, dass auch Mut und neue

Ideen gefragt seien. In Themenfeldern wie

Bildung, Gesundheit und Verteidigung

sähen er und das Messeteam neue Chancen.

Dabei stünden eher Unterstützungsdienste

als militärische Rüstungsgüter im

Vordergrund. Möglicherweise sei bereits

ab diesem Sommer Neues zu erwarten.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut

teilte diesen positiven Ausblick

beim NJE und gab ihrer Freude Ausdruck,

die CMT-Eröffnung als persönliches

Highlight zu erleben. Nach dem dritten

Jahr mit Rezession und Stagnation auch

in Baden-Württemberg sehe sie trotz

herausfordernder Zeiten Zeichen der

Besserung. Bürokratieabbau sei wichtig,

und der Schwerpunkt Künstliche Intelligenz

im Land werde eine Wende zum

Positiven bewirken, machte sie deutlich.

Beim Spatenstich zum neuen KI-Campus

in Heilbronn sei ihr dies nochmals sehr

bewusst geworden. Auch der Erfolg der

42 Nr. 4 | 2026


Foto: AERO Friedrichshafen

Die jährlich stattfindende Messe AERO in Friedrichshafen profitiert von der direkten Nachbarschaft des Flughafens und des Messegeländes direkt am Bodensee.

jährlichen Fachmesse Quantum Effects im

Herbst und der zweite Quantencomputer

von IBM in Ehningen seien Zeichen dieser

Aufbruchsstimmung im Land.

Messen als Wirtschaftsfaktor

Im Dezember 2025 hatte die Messe Karlsruhe

eine Studie vorgelegt, wonach sie

ihre gesamtwirtschaftliche und regionalwirtschaftliche

Bedeutung in den vergangenen

Jahren deutlich steigern konnte.

Sie sei damit ein wichtiger wirtschaftlicher

Motor für Stadt und Region, hieß

es dazu in einer Pressemitteilung. Für

das Jahr 2024 wurden die gesamt- und

regionalökonomischen Ausgabenimpulse

sowie die daraus resultierenden Wertschöpfungs-

und Arbeitsplatzeffekte ermittelt

und mit einer Datenerhebung aus

dem Jahr 2015 verglichen. Ergebnis: 28

Prozent höhere Impulse für die Wirtschaft

und 18 Prozent mehr messebezogene

Arbeitsplätze.

Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe

Karlsruhe, betont: „Messen und Kongresse

entfalten bedeutende Strahlkraft aus

und für die gesamte Region – inhaltlich,

wirtschaftlich, kulturell und gesellschaftlich.

Dass wir solche Effekte erzielen,

verdanken wir dem Engagement unserer

Gesellschafterin Stadt Karlsruhe, unseren

Kunden aus der ganzen Welt sowie den

Menschen hinter den Kulissen der Messe

Karlsruhe: einem engagierten Team, das

mit hoher Fachkompetenz, Leidenschaft

und Teamgeist Tag für Tag Außergewöhnliches

leistet.“

Ähnliche Effekte dürften auch im Umfeld

der anderen drei Messegesellschaften

entstehen, wobei die Größe der Landesmesse

Stuttgart und die Zahl der Veranstaltungen

dort einen besonders großen

Effekt haben könnten.

Friedrichshafen zwischen AERO und

Eurobike

Auch die Messe Friedrichshafen hatte im

Sommer 2025 ein positives Jahresergebnis

für ihr Geschäftsjahr 2024 verkündet.

Der Umsatz lag bei 22 Millionen Euro,

nach 20,4 Millionen Euro im Jahr 2023.

Die Luftfahrtmesse AERO war auch 2025

ein Erfolg in Friedrichshafen.

Die vom Bodensee nach Frankfurt umgezogene

Eurobike ist inzwischen, wie

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Nr. 4 | 2026

43


Foto: Frank Eppler/Messe Stuttgart

Beim Neujahrsempfang der Messe Stuttgart v.l.n.r. die beiden Geschäftsführer des Messebetriebs Stefan Lohnert und Roland Bleinroth, Wirtschaftsministerin

Nicole Hoffmeister-Kraut und Unternehmenssprecherin Stefanie Kromer als Moderatorin.

Unterstützt wird die Plattform von der

AOK Südlicher Oberrhein, der Arbeitsagentur

Freiburg, BZ.medien, der Handwerkskammer

Freiburg, der Industrie- und

Handelskammer Südlicher Oberrhein

und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher

Breisgau.

Karlsruhes Messechefin Britta Wirtz freut sich über deutliche Zuwächse: 28 Prozent höhere Impulse für die

Wirtschaft und 18 Prozent mehr messebezogene Arbeitsplätze von 2015 bis 2024, wie eine Studie ergab.

auch die AERO, eine Veranstaltung der

Fairnamic, an der die Messe Friedrichshafen

und die Messe Frankfurt beteiligt

sind. Im November 2025 haben zwei

große Branchenverbände ihre Zusammenarbeit

mit der Eurobike beendet, nachdem

die Messe im vergangenen Sommer 30

Prozent weniger Besucher als im Vorjahr

verzeichnet hatte. Pressesprecher Frank

Gauß erklärte auf Nachfrage, dass es

weiter Gespräche gebe und keine eigene

Foto: Messe Karlsruhe, Andrea Fabry

Messe der Verbände in Konkurrenz zur

Eurobike geplant sei.

Freiburg setzt auf Publikumsmessen

Bei der Messe Freiburg dominieren die

Publikumsmessen. Ende Januar beginnt

das Messejahr dort traditionell mit der

dreitägigen Internationalen Kulturbörse.

Anfang Februar riefen die Job-Start-Börse

sowie die Jobmesse Gesundheit & Pflege

wieder in die Freiburger Messehallen.

Die Jobmesse Gesundheit & Pflege wird

von der Bundesagentur für Arbeit unterstützt,

die Schirmherrschaft hat die Fachkräfteallianz

Südlicher Oberrhein. Ende

Februar fand wieder die Messe Gebäude

Energie Technik (GETEC) in Freiburg

statt; 2025 kamen dazu 7.500 Besucher

zu rund 140 Ausstellern in die Freiburger

Messehallen.

Hallen, Tagungen und neue Formate

Alle vier Messegesellschaften bieten ihre

Hallen und Räumlichkeiten auch für Veranstaltungen

an. Ob Aktionärsversammlung,

Hausmesse, Neuheitenpräsentation,

Jubiläum oder Konferenz: Sie

bieten Platz dafür und freuen sich über

entsprechende Anfragen.

Gundo Sanders

gsanders@mm-sanders.de

mm-sanders.com

messe-stuttgart.de

messe-karlsruhe.de

messe-friedrichshafen.de

messe.freiburg.de

44 Nr. 4 | 2026


Inserentenverzeichnis

Unternehmen in alphabetischer Reihenfolge

1A Autenrieth GmbH & Co. KG

autenrieth-kunststofftechnik.de

Breinlinger Ingenieure Hoch- und Tiefbau

GmbH

breinlinger.de

Lothar Bix GmbH

bix-lackierungen.de

Burger Karl Maschinenbau GmbH & Co.

burger-maschinenbau.de

Claus Gebäudereinigung GmbH & Co. KG

claus-gebaeudereinigung.de

DEFINO Institut für Finanznorm AG

defino.de

Derichsweiler Umzüge Lagerung Service

GmbH & Co. KG

derichsweiler.com

DIENER & RAPP GmbH & Co. KG

Eloxalbetrieb

dienerrapp.de

Artur Farr GmbH & Co. KG

farr-feinmechanik.de

Martin Fink GmbH & Co. KG

fink-plexiglas.de

Erwin Friedmann Kunststoffwerk GmbH

friedmann-formteile.de

Genthner GmbH System Technologie

genthner.com

GFD Gesellschaft für Dichtungstechnik GmbH

gfd-dichtungen.de

GMT Gummi-Metall-Technik GmbH

gmt-gmbh.de

Grünemay & Abt KG

gruenemay-abt.de

GUK-Falzmaschinen GmbH & Co. KG

guk-falzmaschinen.de

Heim Infrastrukturbau GmbH

heim-live.de

Helios Ventilatoren GmbH + Co KG

heliosventilatoren.de

Kammerer Gewindetechnik GmbH

kammerer-gewinde.com

Kärcher Tresorbau GmbH + Co. KG

kaercher-tresorbau.de

Herbert Kaut GmbH & Co.KG

kaut.info

Kierdorf & Söhne GmbH

kierdorf-soehne.de

Prinzing Elektrotechnik GmbH

prinzing-elektro.de

Probst - Speditions GmbH

spedition-probst.de

Gebrüder Rückert GmbH & Co. KG

gebrueder-rueckert.de

SchwörerHaus KG

schwoererhaus.de

Sixt GmbH Werkzeugbau u. Stanzerei

sixt-gmbh.de

Südpack Verpackungen SE & Co. KG

suedpack.com

Ueberschär GmbH & Co. KG

bueromoebel.de

Wiesbauer GmbH & Co. KG

wiesbauer.de

Gebr. Zimmermann GmbH

felswerk.de

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von und nach Bayern.

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Nr. 4 | 2026

45


MIT vor Ort / Impressum

MIT vor Ort

MIT Alb-Donau/Ulm

www.mit-alb-donau-ulm.de

MIT Baden-Baden/Rastatt

www.mittelstand-bad-ra.de

MIT Biberach

www.mit-bc.de

MIT Böblingen

www.mit-boeblingen.de

MIT Bodenseekreis

www.mit-bodenseekreis.de

MIT Breisgau-Hochschwarzwald

www.mit-breisgau-hochschwarzwald.de

MIT Calw/Freudenstadt

www.mit-cw-fds.de

MIT Emmendingen

www.mit-emmendingen.de

MIT Esslingen

www.mit-esslingen.de

MIT Freiburg

www.mit-freiburg.de

MIT Göppingen

www.mit-gp.de

MIT Heidelberg

www.mit-heidelberg.de

MIT Heidenheim

MIT Heilbronn

www.mit-heilbronn.de

MIT Hohenlohe

www.mit-hohenlohe.de

MIT Karlsruhe

www.mit-karlsruhe.de

MIT Karlsruhe Land

www.mit-karlsruhe-land.de

MIT Konstanz

www.mit-konstanz.de

MIT Lörrach

MIT Ludwigsburg

www.mit-ludwigsburg.de

MIT Main-Tauber-Kreis

www.mit-main-tauber.de

MIT Mannheim

www.mit-mannheim.de

MIT Neckar-Odenwald

www.mit-neckar-odenwald.de

MIT Ortenau

www.mit-ortenau.de

MIT Ostalb

www.mit-ostalb.de

MIT Pforzheim

www.mit-pforzheim.de

MIT Ravensburg

www.mit-ravensburg.de

MIT Rems-Murr

www.mit-remsmurr.de

MIT Reutlingen

www.cdu-kreis-reutlingen.de/vereinigungen

MIT Rhein-Neckar

www.mit-rhein-neckar.de

MIT Rottweil

www.mit-rottweil.de

MIT Schwarzwald-Baar

www.mitsbk.de

MIT Schwäbisch Hall

MIT Sigmaringen

www.mit-sigmaringen.de

MIT Stuttgart

www.mit-stuttgart.de

MIT Tübingen

MIT Tuttlingen

MIT Waldshut

MIT Zollernalb

www.mit-zollernalb.de

MIT Nordbaden

www.mit-nordbaden.de

MIT Nordwürttemberg

www.mit-nordwuerttemberg.de

MIT Südbaden

www.mit-suedbaden.de

MIT Württemberg-Hohenzollern

www.mit-wueho.de

MIT Baden-Württemberg

www.mit-bw.de

MIT Bund

www.mit-bund.de

Impressum

Wirtschaftsforum – das Magazin der Mittelstandsund

Wirtschaftsunion Baden-Württemberg erscheint

zehnmal im Jahr im Rahmen der Mitgliedschaft.

Ist der Verlag durch höhere Gewalt, Streik

und dergleichen an seiner Leistung verhindert, so

be steht keine Ersatzpflicht für das Wirtschaftsforum.

Herausgegeben von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion

Baden-Württemberg in Zusammenarbeit

mit der Kaan Verlag GmbH.

Mittelstands- und Wirtschaftsunion

Baden-Württemberg (MIT)

Stammheimer Straße 10, 70806 Kornwestheim

Telefon 07154 8025 140,

wifo@mit-lvbw.de,

www.mit-bw.de

Auflage: 5.000 Exemplare für Mitglieder und

Interessenten

Landesgeschäftsführung:

Marcel Bonnet

bonnet@mit-bw.de

07154 8025 140

Redaktion Wirtschaftsforum:

verantwortlich im Sinne des Presserechts

Dr. Bastian Atzger (MIT BW)

wifo@mit-lvbw.de

Verantwortlicher Redakteur:

Achim Rieger (Kaan Verlag GmbH)

Verlag und Vertrieb:

Kaan Verlag GmbH

Klosterstraße 12, 72514 Inzigkofen

Telefon 07571 7404 0

wifo@kaanmedia.de,

www.kaanmedia.de

Bildnachweise:

Diese Ausgabe verwendet Bilder von Pixabay,

Shutterstock, Adobe Stock und MIT Bund.

Mitglieder- und Officemanagement:

Martina Kuttner

kuttner@mit-bw.de

07154 8025 144

Marketing und Administration:

Carolin Göggelmann

goeggelmann@mit-bw.de

07154 8025 145

Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit:

Dieter Becker

becker@mit-bw.de

07256 944645 • 0172 7161020

Andreas Hanker-Latzko

hanker-latzko@mit-bw.de

0163 8633908

Manfred Nagel

nagel@mit-lvbw.de

0711 3412726 • 0170 3369229

Gundo Sanders

sanders@mit-lvbw.de

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46 Nr. 4 | 2026


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