ocean7 3/2020

Ocean7

Bei Gott: Wein, Kultur und Meer auf der kroatischen Insel Krk erfahren, z. B. ab der Marina Punat.
Krk und Cres natürlich: Wo sich Kolkrabe und Gänsegeier gute Nacht sagen.
Istrien, Nationalpark Brijuni: Segelnd zu den wohl österreichischsten Inseln Kroatiens.
Dani u Vali: Feste feiern im UNESCO-geadelten Stari Grad auf der Insel Hvar.
Nautitech 46 open: Die große Schwester des erfolgreichen 40er-Kats gibt’s auch als Fly-Version.
Marex 360 CC. Norwegischer Cruiser mit viel Cabrio-Feeling.
Wing of Change: Lothar Weber über das Leichtwindsegeln mit dem Wingaker.

YACHTING, REISEN UND MEER

3/2020 Mai/Juni

www.ocean7.at

BEI GOTT

Auf der kroatischen Insel Krk grüßen sich Weltliche und Geistliche

einfach nur mit „Bog“ (Gott). Der vielen Kirchen wegen? Ein Streifzug

rund um das gelobte Eiland für kultivierte Yachties.

KUPELWIESER

Nationalpark

Brijuni-Inseln

Das große Vermächtnis

eines Österreichers.

CABRIOLET

Marex

360 CC

Ein norwegischer

Cruiser für alle Fjorde.

KATAMARAN

Nautitech

46 Open

Französischer Charme,

mit und ohne Flybridge.

Mit News der österreichischen

Verbände YCA, MSVÖ und Sail Austria


Yachtverkauf · Kaufcharter

Neu- und Gebrauchtyachten: offi ce@trend-travel-yachting.com

Kraft tanken nach Corona auf

unseren Yachten in Kroatien.

• 2 Charterbasen: Pula/Marina Veruda

und Split/Marina Kaštela

• 42 Charteryachten: Monohulls,

Katamarane, Neel 45-Trimaran

• One-Way-Törns zwischen Pula und Split möglich

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FOTO: SHUTTERSTOCK

Editorial

Social Distancing? Auf einer Yacht

in den Weiten Dalmatiens sehr gerne!

Kroatien, wir kommen!

Das bestimmt noch in diesem Jahr. Und selbstverständlich mit dem eigenen Auto.

Die Frage ist nur, ob wir dann noch die kurze Hose einpacken können.

Um mögliche Antworten zu

finden, muss man schon

sehr gut im noch trüben

Kaffesud des EU-Mitgliedslandes

Kroatien lesen können. Warum

Kroatien? Das liegt auf der Hand:

Individualtourismus geht vor Pauschalreisen.

Bevor Flughäfen und

Airlines den Betrieb wieder uneingeschränkt

aufnehmen können,

wird man eher noch mit dem eigenen

Auto unabhängig verreisen

können und wollen. Dann zieht es

uns aber nicht in allzu weite Ferne

und siehe da: Das Lieblingsrevier

der Österreicher erstrahlt im

neuen alten Glanz!

Nicht wirklich realistisch erscheint

jedoch das noch zu Redaktionsschluss

unter der Hand

kursierende Gerücht, dass die

kroatischen Behörden schon zu

Pfingsten Landesgrenzen und

Marinas öffnen lassen wollen:

„Um die Lage in Kroatien einzuschätzen,

kann man sich derzeit

weitest gehend genauso gut an den

geltenden Bestimmungen in Österreich

orientieren, wo allein schon

bis Ende Juni keine Veranstaltungen

stattfinden dürfen – das

schließt die Pfingstferien ja leider

FOTO: PRIVAT

mit ein“, sagt Branimir Tončinić,

Direktor der kroatischen Zentrale

für Tourismus in Wien.

Und die Sommerferien?

„Niemand kann zum aktuellen

Zeitpunkt für zwei Monate in die

Zukunft blicken. Nur so viel: Das

wird stark von den Entwicklungen

in den nächsten Wochen entlang

der Achse Deutschland-Österreich-

Slowenien-Kroatien abhängig sein.

Gelingt es, überall die Kurve auf

ein möglichst sicheres Mindestmaß

abzuflachen und werden dann

auch noch die wechselseitig relevanten

Entscheidungen getroffen,

wäre eine Lockerung der Reisebeschränkungen

wohl die logische

Folge“, so Tončinić.

Sich auf einen Sommerurlaub

in Österreich einzustellen, ist also

allein schon aufgrund des Seenreichtums

der Heimat ein gutes

Backup. Tief im Herzen aber weiß

ich: Wir werden 2020 auch nach

Kroatien fahren. Wir werden entlang

der dalmatinischen Küste

segeln. Mit Badesachen und ganz

viel Sonnencreme im Gepäck.

Zur Inspiration haben wir Ihnen

viele spannende Reviertipps –

vor allem rund Istrien und dem

Kvarner, die 2020 Süddalmatien

als Hotspot ablösen dürften –

gepackt. Viel Spaß beim Lesen!

Offizielle Informationen zu den

geltenden kroatischen Einreisebestimmungen

finden Sie hier:

è www.croatia.hr/en-GB/

coronavirus-2019-ncov-q-and-a

„Wir hoffen auf den Sommer.“

Branimir Tončinić, Direktor der kroatischen

Zentrale für Tourismus in Wien

TAHSIN ÖZEN

Journalist, Segler und

Liebhaber aller Reviere

und Yachten, Skipper,

Chefredakteur.

redaktion@ocean7.at

FOTO: HARRI SKRACH

3/2020 3


Cartoon

ILLUSTRATION: INGA BEITZ, WWW.INGABEITZ.JIMDO.COM

3/2020 5


Inhalt 3/2020

BRIJUNI BILDSCHÖN. Die wechselvolle Geschichte der wohl

28österreichischsten aller kroatischen Inselgruppen (im Bild Otok Gaž).

FOTOS: SHUTTERSTOCK, MAREX, NAUTITECH

49

NORWEGIAN GOOD. Mit der Marex 360 CC hat die norwegische Werft einen überraschend

luftigen Family-Cruiser auf den Markt gebracht.

42

DIE GROSSE SCHWESTER. Die erfolgreiche Nautitech 40 open wurde auf 46 Fuß

vergrößert, im Upgrade ist der Segelkatamaran auch mit Flybridge zu haben.


Mit News der österreichischen

Verbände YCA, MSVÖ und Sail Austria

Österreichische Post AG

MZ 12Z039473 M

ocean7, Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt

9 190001 019703

Rubrik

8 SCHAUFENSTER

Morgendämmerung in Rovinj.

61 IMPRESSUM

Kolumnen

10 BOBBY SCHENK

Der Sextant als Statussymbol

in Zeiten von GPS & Co.

14 OCEAN WOMAN

Guter Vorrat ist teuer, auch an

Bord einer Langfahrtyacht.

37 GOTTFRIED RIESER

Klar denken, klar kommunizieren.

52 SKIPPER’S DIARIES

Keine Blüten in Panama!

62 SAILING POETRY

Thomas Mann auf Brioni.

Reisen

16 WEIN, KULTUR UND MEER

Segeln mit Genuss auf der

Goldenen Insel Krk.

22 RABENINSEL, GEIER-EILAND

Auf den Spuren der Naturjuwele

der größten adriatischen Inseln.

28 REICH UND SCHÖN

Wie das Brijuni-Archipel die

exklusivste Urlaubsdestination

der Habs burgermonarchie wurde.

34 TAGE IN DER BUCHT

Die Alte, die Ruhige, die Schöne:

UNESCO-Weltkulturerbe Stari

Grad auf der Insel Hvar.

Features

38 EU-FÖRDERUNWESEN

Friedrich Schöchl: Du sollst

nicht Euros nach Athen tragen!

40 LEICHTWIND-SEGELN

Interview mit Händler Lothar

Weber: So geht Wingaker, das

Vorwindsegel mit Auftriebselement.

48 BOOT AN LAND!

Keine Nutzung, kein Risiko? Ein

Irrtum, weiß Cornelia Schifter.

Yachten

42 NAUTITECH 46 OPEN

Sicher segeln und luftig leben

im neuen Segelkatamaran aus

La Rochelle.

49 MAREX 360 CABRIOLET CRUISER

Die frisch gekürte Best of Boat-

Siegerin auf großer Fahrt auf

dem Zernsee.

Sport

53 TOKIO 2020

Die Olympischen Spiele wurden

um ein Jahr verschoben. Mögliche

Auswirkungen auf Österreichs

Nationalteam.

Im Verband

54 MOTORBOOTSPORT UND

SEEFAHRTS VERBAND

ÖSTERREICH

56 YACHT CLUB AUSTRIA

60 SAIL AUSTRIA

YACHTCHARTER

und Segelkreuzfahrten

1 500 professionelle

Vercharterer

15 000 Boote in über

180 Revieren

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Schaufenster

Vor Sonnena

Text TAHSIN ÖZEN

Ziemlich genau vor einem

Jahr hatte die nagelneue

ACI Marina Rovinj feierlich

ihre Pforten geöffnet. An ihrem

ersten Geburtstag aber wird es

recht still um die erste Marina der

5-Anker-Kategorie im ACI-Netzwerk

sein. Obwohl am Vorabend

schon auf Hochglanz poliert,

werden kurz nach Mitternacht

keine Sektkorken knallen, keine

Feuer werke erhellen den Himmel.

Doch der Moment der Einsamkeit

währt nur kurz – zu beein -

druckend die plötzlich spürbare

Stille der Nacht, zu überwältigend

der erstmals bewusst auf

die in Bronze gegossene Euphemia

fallende Blick auf dem Kirchturm

gegenüber in der Altstadt.

Wurde die Heilige in der schweren

Zeit unter Diokletian nicht den

Löwen zum Fraß vorgeworfen,

doch kein Wildtier tat ihr etwas

zuleide?

Ein Blinzeln nur, und der am

Ho rizont dämmernde Morgen bläst

federleichte Gedanken in den neuge

borenen Tag. Happy birthday …

è www.aci-marinas.com

8 3/2020


ufgang

FOTOS: ACI MARINAS

„Unser Ziel ist es, nicht nur die

Erwar tungen unserer Gäste zu

erfüllen, sondern sie zu übertreffen!“

kristijan pavić, CEO ACI Marinas

3/2020 9


In den Wind gesprochen

Rolex für

Hochseesegler

„Ein Sextant in der

Hand schlägt jede

Rolex am Arm!“

Segler-Funkrunde im Gebiet um Trinidad in Chacuaramas:

Bootsfahrer 1: „Habt ihr schon gehört, heute Nachmittag soll GPS

wegen Service-Arbeiten für ein paar Stunden

abgeschaltet werden?“

Bootsfahrer 2: „Oje, was soll ich machen, ich möchte nach Trinidad segeln?“

Bootsfahrer 3: „Wie weit ist es denn dorthin?“

Bootsfahrer 2: „So um die 60 Seemeilen.“

Bootsfahrer 4: „Sagt einmal, wie lang ist denn eine Seemeile?“

Ehrenwort, die Geschichte ist

nicht erfunden, ich habe sie

mitgehört. Da die Herrschaften

dem Akzent nach sicher keine

Einheimischen waren, liegt einem

die Frage auf der Zunge, wie sie, jedenfalls

Bootsfahrer, es bis dorthin

auf dem Seeweg geschafft hatten?

Ohne lang nachzudenken behaupte

ich: mit dem Kartenplotter. Und

wenn wir ganz ehrlich zu uns und

unseren Kameraden sind: Solche

Gespräche könnten heute, nach

Erfindung von GPS und Plotter, in

jedem Hafen der Welt stattfinden.

So erreichen wir immerhin das Orientierungsniveau

von Autofahrern

mit Navi am/im Armaturenbrett.

Schade! Zuviel Häme ist aber nicht

angebracht, denn im professionellen

„Ocean-Race“-Bereich ist es auch

schon vorgekommen, dass der Navigator

einen ganzen Landstrich auf

dem Plotter „auszoomt“ und dann

auf diesen mit Rennspeed aufbrummt.

Nein, der Kartenplotter, der offensichtlich

die obigen Funkbrüder erfolgreich

nach Westindien oder den

Ocean Racer aufs Riff geführt hat, ist

per se ja nichts Schlechtes, sondern

eine tolle Erfindung. Und das GPS,

dem Autofahrer, Piloten und Segler

ihr Schicksal anvertrauen, gehört zu

den großen technischen Errungenschaften

der Menschheit. Und um

die Frage nach der Länge einer Seemeile

zu beantworten, hier die Antwort

für Autofahrer: „Einskommaachtfünf

Kilometer.“ Und für

Bootsfahrer: „Exakt eine Breitenminute!“

Alles klar? Denkste!

Nun gibt es nicht ohne Grund –

seemannschaftlich, also handwerklich

gesehen – das ungeschriebene

Gesetz, dass für jedes System, von

dem die Schiffssicherheit abhängt,

ein Reservesystem (englisch: „Backup-system“)

vorhanden sein muss.

Aber gilt das auch für Plotter und

AIS? Das ist wie immer eine Frage

der Risikoabwägung. Gerade auf

Hochseeyachten auf großer Fahrt,

wo die Mannschaft im Notfall ja auf

sich allein gestellt ist, sind die Ansprüche

an die Sicherheit sehr hoch.

Also ja, weil es doch selbstverständlich

ist, dass man mehrere,

wenn nicht sogar viele GPS-Geräte

dabei hat, im Plotter, im AIS und im

Snartphone auch noch? So sind wir

vielfach abgesichert?

Nein! Noch vor kurzem neigte ich

zu der Ansicht, dass heute GPS,

Galileo und Glonass so zuverlässig

sind, dass man sich da keine Ge -

danken zu machen braucht. Jetzt

nicht mehr – nachdem mich unter

anderem ein sachkundiger Besucher

meiner Webseite auf eine Menge

Schwachstellen in den Satelliten -

systemen aufmerksam gemacht hat.

Die Quellen: Videos, die das Unglaubliche

zeigen, die amerikanische

Verwaltung selbst, Astronomen, die

vor geomagnetischen Stürmen warnen,

die so ziemlich die gesamte

Elektronik stören können.

Da ist von Ausfällen des ganzen

Systems auf hoher See nicht nur für

Minuten, sondern für lange Zeit die

Rede. Und wer gesehen hat, dass auf

dem AIS, das ja vom GPS „gespeist“

wird, die Positionen von zahlreichen

Schiffen in China offensichtlich von

Menschenhand beliebig großräumig

verändert werden können, fällt

schon vom Glauben ab.

UNZERSTÖRBARE NAVIGATION

Wer sich also über Notfälle auf Yachten

Gedanken macht, sollte sich auch

auf einen Notfall in der Navigation

vorbereiten. Auf hoher See heißt das

dann, die Position auch mit Hilfe der

Gestirne und der Papierseekarte bestimmen

zu können. Denn trotz der

vielen wunderbaren elektronischen

Navigations-Erfindungen ist auf

hoher See die Astro-Navigation per

Sextant das einzige unstörbare, unzerstörbare

Navigationssystem.

Unentbehrlich für die Positionsbestimmung

auch in der terrestrischen

Navigation, aber vor allem mit Sonne,

Mond oder Sternen. Und nebenbei

das Statussymbol für den echten

Hochseesegler schlechthin.

Das ist für einige Hochseesegler

garantiert nicht in den Wind gesprochen.


Bobby Schenk ist Weltumsegler,

Navigations-

Experte und Buchautor.

kolumne@ocean7.at

10 3/2020


Beim Crewed Charter ist der

Skipper auch Entertainer.

Mitsegeln bei

Freunden

KABINENCHARTER. Die Online-Charteragentur

GlobeSailor setzt schon seit

Jahren auch auf Kabinencharter und hat

dafür sieben sehr gute Gründe: 1. Gulets

und Katamarane sind klar umweltschonender

als Kreuzfahrtschiffe.

2. Keine Segelkenntnisse erforderlich,

man darf aber gerne mit anpacken.

3. Persönliche Versorgung (Halb-/Vollpension).

4. Kleine Crew von 8 bis 16

Mitreisenden mit ähnlichen Interessen.

5. Segeln ohne Verantwortung. 6. Themen-Kreuzfahrten

(Sport, Geschichte,

Kulinarik …). 7. Für Paare, Familien

und Kleingruppen ist es die günstigere

Alternative zu einem Privatcharter.

Beispiel: Acht Tage ab Trogir/Kroatien

mit Unterbringung in einer Doppelkabine

inkl. HP ab € 1.570,– p. P.

è www.globesailor.de

The new Generation of Daysailers .

Attersee

Das Revier auf Papier

KÜSTENHANDBÜCHER KROATIEN.

Mit A4 ein ideales Format, nicht zu viel

und keinesfalls zu wenig Informationen,

tolle Detailpläne und ausklappbare Seekartenausschnitte

im WGS 84-System –

das sind die Vorteile der beliebten Küstenhandbücher

für die kroatische Adria,

die auch von den Behörden als nautisches

Kartenmaterial anerkannt werden.

Aufgeteilt ist das Revier in zwei Bände:

Von Koper/Slowenien bis Split (6. Auflage

im letzten Jahr) und von Split bis

Ulcinj/Montenegro (4. Auflage, erscheint

Anfang Mai).

Küstenhandbuch Slowenien und

Kroatien und Küstenhandbuch Kroatien

und Montenegro. Von Bodo Müller

und Jürgen Strassburger. Verlag Delius

Klasing, je € 29,90.

è www.delius-klasing.de

Küstenhandbücher

Kroatien.

The new Generation of Daysailers

verlost unter allen Teilnehmern

zwei Sets der Küstenhandbücher Kroatien.

Einfach eine E-Mail mit Betreffzeile „Küsten -

handbücher Kroatien“ an gewinnen@

ocean7.at senden und mit etwas Glück ge -

winnen! Teil nahme schluss: 28. 5. 2020, die

Ge winner werden per E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme

erklären Sie sich einverstanden,

den

- Newsletter

(jederzeit kündbar) per E-Mail zu er -

halten. Ihre Daten werden in keiner Form an

Dritte weiter gegeben. Eine Bar ablöse des

Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen.

Vereinbaren Sie einen

Termin zum Testsegeln

und besuchen Sie

uns am Attersee im

Salzkammergut!

Follow us:

ayachtsdaysailer/

a_yachts_daysailers/

www.a-yachts.info


PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

Kulturhauptstadt 2020

Tito-Yacht

in Rijeka.

RIJEKA. Unter dem Motto „Hafen der

Vielfalt“ begeht Rijeka das denkwürdige

Jahr 2020 als Kulturhauptstadt Europas.

Entsprechend viel hatte man sich vorgenommen,

was aber mit hoher Wahrscheinlichkeit

auch klappen dürfte (weil

erst für Dezember angesetzt): die Eröffnung

der ehemaligen Tito-Yacht als

Schiffsmuseum. Der 1980 verstorbene

Präsident des damaligen Yugoslawiens soll

aus Flugangst mit der über 100 Meter langen

Galeb („Möwe“) viele Staatsbesuche

auf dem Seeweg gemacht haben. An Bord

empfing er unter anderem die Queen,

Gandi, Sophia Loren … Lange rostete das

ehemalige Marineschiff im Hafen vor sich

hin, bald soll sie wieder glänzen.

è www.rijeka2020.eu

FOTO: SHUTTERSTOCK

„Wer sich der Praxis hingibt ohne Wissenschaft, ist wie der Steuermann,

der ein Schiff ohne Ruder und Kompass besteigt und nie

weiß, wohin er fährt.“ Leonardo da Vinci (1452–1519), italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister und Naturforscher.

FOTO: GERNOT WEILER

Kompetenz mal drei:

Familie Palmetshofer.

Sonnige Aussichten

PALMETSHOFER NAUTIC. Familie Palmetshofer

hat den Vertrieb der Energiesysteme

von WhisperPower übernommen – und

das heißt bei Familie Palmetshofer neben

Verkauf auch Beratung und Installation.

Ganz neu im Programm der Niederländer

ist der WP-Suntrack Duo,

ein Ladegerät, das die

Batterie entweder über

die Lichtmaschine oder

via Solarenergie mit

Energie versorgt. Der

Prozess zur Auswahl zwischen

Motor oder Solar

ist vollauto matisch, und

beide Funktionen werden

von der Einheit selbst gesteuert,

ohne dass externe

Relais erforderlich sind.

è www.palmetshofer-nautic.at

Ein 58er Coupé

SIRENA YACHTS. Während sich

das 2019 in Cannes vorgestellte

Flaggschiff Sirena 88 schon

fünf mal verkauft hat (was für

eine 27-Meter-Luxusmotor -

yacht sehr beachtlich ist), hat

die türkische Werft schon das

nächste Modell auf dem Band:

Die Sirena 58 Coupé ist sozusagen

eine Sirena 58 (dem bislang

erfolgreichsten Modell) ohne

Flybridge. Vorteile des Coupés:

Mehr Platz auf dem Hauptdeck

(der Aufgang zur Fly bridge fällt

ja weg), der in eine größere Küche

und weiträumigeren Salon

investiert wurde sowie die Möglichkeit,

zwei Schiebedächer

einbauen zu lassen. Zu bestellen

mit zwei Volvo D11 (1.340 PS)

oder zwei Volvo D13 (1.800 PS).

è www.sirenayachts.com

Ganz frisch:

das Sirena 58 Coupé.

12 3/2020


Virtuelle

Verbindung

Es kam aus

dem Nichts…

Marina Punat.

MARINA PUNAT. Weil

derzeit die Eigner aufgrund

der Reisebeschränkungen

nicht zu ihren

Yachten nach Krk kommen

können, bietet die

erste Marina Kroatiens

eine Reihe von Maßnahmen

an, die die Sicherheit

und Instandhaltung der

Boote sicherstellen. So

können Bootseigner

z. B. dank kostenloser

Marina-Punat-App auf

dem Smartphone die Aktivitäten

der Marineros an

Bord in Echtzeit ver folgen.

Zudem wird der Service

„Anschluss des Bootes am

Stromnetz“ zum Aufladen

der Bordbatterien unter

Aufsicht gratis angeboten.

Ebenfalls neu ist der Parkraum

auf dem Gelände

unterhalb des Hotels

„Kanajt“, der Parkautomat

im nördlichen Teil der

Marina sowie die Lade -

station für zwei E-Autos.

è www.marina-punat.hr

Mit dem Strom schwimmen

E-MOTOR. Das Angebot an nautischen

Elektromotoren wächst erfreulich

rasch. Allroundmarin

hat beispielsweise die aus Hongkong

stammenden Motoren von ePropulsion

im Programm, die gut zu den

Schlauchbooten der Niederösterreicher

passen. Bestseller ist der Spirit

1.0, der für Boote bis 1.500 kg konzipiert

wurde und in der Schubkraft mit

einem 3-PS-Benzin-Außenborder vergleichbar

ist. Besonders smart präsentiert

sich der Akku, der zum Laden

abgenommen werden kann und

schwimmfähig ist. Das Sortiment umfasst

auch stärkere Elektromotoren wie

den Navy 3.0 (6 PS) und 6.0 (9,9 PS).

è www.allroundmarin.at

10-kg-Motor mit 3 PS.

AUT 20053 / 0420

Mit den Handgelenken denken

GARMIN QUATIX 6. Eine Smartwatch,

auf die selbst Q (der aus den James Bond-

Filmen) stolz wäre! Die neue, extra

für den Wassersport konzipierte

quatix 6 von Garmin kann sich

mit kompatiblen Kartenplottern

verbinden, Seekarten anzeigen,

das Audiosystem an Bord bespielen

und sogar mittels kompatiblem

Autopiloten die ganze Yacht

steuern. Als Smartwatch verbindet sich

die quatix 6 mit dem Smartphone und

dient zudem als einfacher Musikplayer.

Eine GPS-Multisportuhr ist das gute

Stück natürlich auch und misst als solche

die Herzfrequenz genauso wie die jeweilige

Position. Preis: € 699,99.

è www.ascherl.at

Zugegeben, damit haben auch wir nicht

gerechnet. Manche Gefahren lassen

sich jedoch nur schwer voraussehen.

Umso wichtiger ist es, im Ernstfall

den richtigen Versicherungspartner

an seiner Seite zu haben.

Wien · Tel. +43 1 710 92 22 · pantaenius.at


Ocean Woman

Guter Vorrat ist teuer

Einfach ums Eck gehen, Brot und Milch holen? Geht nicht. Gemütlich auf dem Markt

flanieren und da und dort Kleinigkeiten verkosten? Nicht möglich. Langsam durch die Gänge

im Supermarkt spazieren und gustieren, was man am Abend kochen wird? Leider nein.

In der Hoffnung, dass, wenn Sie diese Zeilen lesen, die Krise gebannt ist, möchte ich

dennoch das Thema „Vorrat“ aufgreifen.

Was krisenbedingte Einschränkungen

an Land

bedeuten, ist auf dem

Ozean zu manchen Zeiten Normalität.

Es bedeutet z. B. einfach, dass

man auf Langfahrt ist – über den

Atlantik, den Pazifik, den Indischen

Ozean oder sonst wohin. Das Pro -

viantieren, das Vorsorgen für den

Notfall, dieses Nicht-wegkönnen

erinnert mich tatsächlich hie und

da an das Leben auf dem Segelboot.

Nur: Daheim ist das Wetter egal

und der Kühlschrank riesengroß

und richtig kalt!

Wir sitzen zu dritt in der Wohnung

„im selben Boot“ und ge -

denken der vielen Wochen und

Stunden, in dene diese Dreisamkeit

zum großen Traum dazugehörte.

Dennoch, dieses auf Vorratkaufen

war mir schon damals keine

Freude. Vorausschauend zu bunkern,

zu organisieren, wo man was

verstaut oder wie man frisches Gemüse

und Obst an den unmöglichsten

Orten an Bord unterbringt.

Kürzlich las ich von einer Seglerin,

die Computerlisten anlegt, in

die sie eintippt, was es noch Essbares

an Bord gibt – und daraus ergibt

sich das Rezept fürs Abendessen.

Etwa so: eine Paprika, eine halbe

Gurke, zwei Tomaten, eine Packung

Schafkäse = griechischer Salat.

Wäre vielleicht auch an Land

keine schlechte Idee!

THEMA NOTPROVIANT

Der Skipper ist an Bord für die

SOS-Box verantwortlich. Ein wasserdichter

Plastikbehälter gefüllt mit

Dingen, die das Überleben in der

Rettungsinsel sichern. Also z. B.

Schokolade. Bei einer spontanen

Überprüfung dieser Box stellte ich

fest, dass abseits von Angelzeug,

Mini-Wassermacher, Medikamenten

und Leuchtraketen nur mehr

leeres Schokoladenpapier und eine

halbe Packung ranziges Studentenfutter

darin war. Der Skipper meinte,

er wollte das gerade nachfüllen.

Einmal fand ich beim Osterputz

auf dem Schiff (heuer ist er coronischerweise

ausgefallen) zwei Dosen

Bohnen. Ablaufdatum 2011. Nach

einer genaueren Durchsicht des Gewürzregals,

entdeckte ich Curry aus

Sri Lanka. Ablaufdatum 2009. Ich

verzichtete auf Bohnencurry …

Sicher, im Notfall wäre ich glücklich

gewesen über die gelungene Proviantierung,

aber damals aßen wir

dann doch lieber den frischen Pe -

corino und süße Kirschtomaten vom

italienischen Markt. Und auf das

freuen wir uns jetzt auch schon sehr!

Ihre Ocean Woman wird hier in

nächster Zeit übrigens Inspirierendes

aus der Küche von interessanten

Seefrauen aus der ganzen Welt berichten.

Gedanken und Gerichte

von Seglerinnen, die aus ihren

Küchenfenstern die schönsten

Plätze der Welt betrachten dürfen!

Inklusive einfacher Rezeptideen,

die – egal, ob an Land oder auf See

– mit einem kleinen Vorrat immer

funktionieren. Auch in der Krise.

PS: Ein Gedanke fliegt jetzt zu

unseren Freunden und allen anderen,

die rund um die Erde auf ihren

Segelbooten in Quarantäne hocken.

Sicher gut proviantiert – aber eben

nicht freiwillig! Fair Winds – bis

ganz bald hoffentlich!

ALEXANDRA SCHÖLER – Weltumseglerin, Sängerin, Regisseurin, Buchautorin

und seit 2010 Ocean Woman – in der Puppen küche der Risho Maru.

è kolumne@ocean7.at

Alexandras Sturm-Spaghetti

Zutaten

4 EL Olivenöl, 1 große Zwiebel, 1–3 Knoblauchzehen, 1 kleine

Sardine in Öl (nur für den salzigen Geschmack), 2 Dosen

Tomaten (in Stücken), 1 EL Kapern, 1 EL Oliven (entkernt,

in Scheiben), Salz, Pfeffer, Oregano

Zubereitung

Topf mit Wasser zum Kochen bringen (halb Salz-, halb

Süßwasser). Zwiebel und Knoblauch kleinschneiden, in Öl

anbraten, alle weiteren Zutaten dazugeben, zuletzt die

Tomaten. 15 Minuten köcheln lassen.

Parmesan reiben. Spaghetti oder Penne

bissfest kochen. Spaghetti und Tomatensauce

mischen, noch einmal mit

Salz und Pfeffer abschmecken, mit

Parmesan bestreuen.

Luxus

Käse ist in den Tropen schwer zu bekommen.

Eingeführten amerikanischen Parmesan

gibt es jedoch überall – und diesen bereits

gerieben. Ist zwar besser als kein

Käse, aber der erste Parmigiano vom Farmers

Market in Neuseeland nach drei Jahren

war einfach ein Genuss! Mit frischer Petersilie

bestreuen – frische Kräuter sind auf

See ebenfalls ein rares Gut!

Tipp

Mind. 1/3 des Kochwassers kann

man auf See durch Meerwasser

ersetzen und so kostbares

Süßwasser (und

Salz) an Bord sparen.

14 3/2020


Frische Flotten

TREND TRAVEL YACHTING. Das

Tiroler Charterunternehmen hat sich

bereits auf seinen kroatischen Stützpunkten

Pula (Marina Veruda) und

Split (Marina Kaštela) auf einen (verspäteten)

Saisonbeginn vorbereitet.

Alle Schiffe sind vom Service zurück,

viele Yachten wurden mit neuen Segeln

bestückt und alle Kabinen mit

neuer Baumwoll-Bettwäsche ausgestattet.

„Wir möchten einfach, dass

sich unsere Kunden wohlfühlen und

in der Zeit nach der Krise wieder Kraft

und Freude beim Segeln tanken können“,

sagt Klara Grassl. Die Charterflotte

2020 ist jedenfalls schon im

Wasser: 32 Monohulls von 32 bis 56

Fuß (da runter mit einer Dufour 455,

drei Sun Odyssey 440 und einer Dufour

410 auch erlesene Eignerver -

sionen), neun Katamarane und ein

FOTO: SHUTTERSTOCK

REVIER

Tipps, Trends & Neuheiten

Trimaran (Neel 45) können gebucht

werden. „Wann die Grenzen wieder

geöffnet sind, wissen wir leider nicht“,

sagt Hannes Grassl, „jedoch stehen

unsere Mitarbeiter und Boote bereit,

um sofort loslegen zu können.“

è www.trend-travel-yachting.com

Segeln ab Pula oder

Split (Foto), mit Mono

(Sun Odyssey 410),

Kat (Lucia 40) oder

Trimaran (Neel 45).

Überall in den Kabinen:

Bettwäsche aus reiner

Baumwolle.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Von Dubronik aus die Elaphiten entdecken.

Auf den

Hirschinseln

ARGOS YACHTCHARTER. Schon einmal

etwas von Koločep, Crkvine oder Jakljan

gehört? Die drei Inseln gehören zum

Archipel der Elaphiten („Hirschinseln“

vom griechischen „Elaphos“), ganz im Süden

Kroatiens. Von den 13 vom Massentourismus

bislang übersehenen Inseln

sind nur drei bewohnt. Es locken eine

mediterrane bis subtropische Vegetation,

zahlreiche zum Teil ausgezeichnete Restaurants

und Cafés sowie kleinere Lebensmittel

geschäfte. Ausgangshafen ist Dubrovnik,

von wo es zu den bekannten

Inseln Mljet, Korčula und Lastovo auch

nicht weit ist. Buchbar bei Argos Yachtcharter

z. B. mit einer Hanse 445 ab

€ 2.485,– im Sommer.

è www.argos-yachtcharter.de

FOTO: SHUTTERSTOCK

Kummer bei der Überstellung

PITTER YACHTCHARTER. Kopfschmerzen

bereitete die Pandemie

natürlich auch den Verchartern. Beispielsweise

bei der Überstellung von

neuen Yachten. So ist ab März der

von La Rochelle kommende Skipper

Sebastian Kummer mit einem für die

Pitter-Basis in Göcek/Türkei bestimmten

Lagoon-Katamaran auf See zwischen

griechischem und türkischem

Festland festgesessen (ein Video von

ihm finden Sie auf unserer Website).

Mehr Glück hatten die drei neuen

Pitter in der Marina Kornati/Biograd ist um

drei neue Bavaria-Yachten gewachsen.

Bavaria-Yachten, vorgesehen für den

Standort in Biograd/Kroatien. Die

Cruiser 34, die C42 (Weltneuheit!)

und die C45 sind wohlbehalten in

Biograd eingetroffen und durften nach

gesetzlich vorgeschriebener Desinfektion

an ihre Liegeplätze. „Erst danach

kann das Klarieren der Yachten für

die Saison beginnen, aber mit eigener

Werkstatt und als offizieller Ersatzteilhändler

für Bavaria sind wir hier bestens

aufgestellt“, so Chef Klaus Pitter.

è www.pitter-yachting.com

Bavaria Cruiser 34 Bavaria C45 Bavaria C42

3/2020 15


Insel Krk

Auf der größten Insel der Adria grüßen sich Weltliche und Geistliche

einfach nur mit „Bog“ (Gott). Wohl der vielen prägenden Kirchen

wegen – und vielleicht auch, weil man in der mittelalterlichen

Weinstadt Vrbnik dem Himmel so nah ist? Ein Streifzug rund

um das hochgelobte Eiland für kultivierte Yachties.

Text und Fotos TAHSIN ÖZEN

Wein, Kultur

FOTO: SHUTTERSTOCK

16 3/2020


und Meer

Um 1100 erstmals urkundlich erwähnt,

ist das im Norden steil abfallende Vrbnik

Heimat der autochtonen Rebsorte Žlahtina.

3/2020 17


Insel Krk

Oben: Krk. Weil es schon 1866 die

ersten Ansichtskarten der Stadt gab,

gilt dieses Jahr als Beginn der touristischen

Zeitrechnung auf der Insel.

Rechts: Punat ist Heimat der ersten

Marina Kroatiens und die beste

Adresse für Yachties, um sich eine

Auszeit an Land zu gönnen – nicht

nur des auch per Bummelzug leicht

erreichbaren weitläufigen Strandes

wegen (Bild unten).

So sehr der sonnige Süden

Kroatiens in den letzten

Jahren auch geboomt haben

mag – Istrien und der

Kvarner haben sich zu den angesagtesten

Hotspots für Genießer

gemausert. Was nicht weiter überrascht,

wenn man bedenkt, dass die

Geschichte dieser Region schon

auch ein bissl in einem von den

Römern, den Venezianern und den

k. u. k. Monarchen fleißig gerührten

Kupferkessel der Kulturen

steckt.

So wird das Segeln in dieser Region

nur dann zum vollkommenen

Glück, wenn man Kulturgenuss

und Genusskultur bei der Törnplanung

mit einschließt – und dazu

gehören auch ein paar Tage an

Land. Besonders geschmackvoll

gelingt dies auf der Insel Krk.

FOTOS: MARINA PUNAT (1), SHUTTERSTOCK (2), WEINGUT IVAN KATUNAR (3)

18 3/2020


urlaub hat durchaus auch seine

schönen Seiten – zumindest für einen

Nachmittag. Verpasst man den

Bummelzug, kann man den Rückweg

auch zu Fuß antreten.

Der Spazierweg führt am Wasser

entlang durch den Ort und weiter

durch die wohl bedeutendste, aber

weniger bekannte Institution Punats:

der Schiffswerft. „Dieser Werft

erteilte der Kalifornier William Nesher

den Auftrag für den Bau dreier

Holzschiffe, die William als Ausländer

auch hier behalten wollte. So

war im Jahr 1964 der Grundstein

für den ersten Yachthafen Kroatiens

– der heutigen Marina Punat – gelegt“,

erzählt uns Renata Marević,

Direktorin der Marina Punat, auf

der anderen Seite der Werft.

Oben: Panoramablick

von der Kirche Sveti

Ivan aus rd. 350 Metern

Seehöhe auf den Hafen

von Baška. Mitte links:

das geschützte Hochplateau

vor Vrbnik, auf

dem die autochtone

Rebsorte Žlahtina

prächtig gedeiht. Das

Weingut Katunar ist

Aushängeschild und

untrennbar mit der

vinophilen Geschichte

Vrbniks verbunden. Verkostungen

auf Anfrage:

è ivankatunar.com

Wir reisen dafür mit dem Auto

über die Brücke im Norden der Insel

an, übernehmen die gecharterte

46-Fuß-Yacht in der Marina Punat

und erkunden die größte Insel der

Adria zunächst auf dem Seeweg.

Da wir für ausgedehnte Landgänge

im Anschluss an den Törn auch einen

Bungalow in der Marina Punat

gebucht haben, geben wir uns voll

dem Buchtenbummeln hin, wobei

die schönsten Ankerplätze und

Strände entlang der West- (Sveti

Juraj) und der Südküste (Vela Luka)

zu finden sind.

Wieder zurück in Punat, wird die

Yacht ordnungsgemäß übergeben

und der Schlüssel für das Holiday

Home übernommen. Der abendliche

Blick von der Steinterrasse des

Bungalows über die gesamte Bucht

harmoniert perfekt mit einem Glas

Biser Žlahtine – dem Perlwein

der Insel – und dem blubbernden

Jacuzzi, in dem wir gemütlich sitzen.

STRANDURLAUB

Zwar verfügt jedes Holiday Home

über eine komplette Kochecke, doch

nach der Zeit an Bord bevorzugen

wir das Frühstücksbuffet im Hotel

Kanajt, das reichlich mit regionalen

Delikatessen gedeckt ist.

Die Kalorien verbrennen wir zu

einem guten Teil im recht frischen

Wasser am weitläufigen Strand von

Punat, vergraben die Füße im kieseligen

Sand und lassen uns die Sonne

auf den Bauch scheinen. Strand-

CITYTRIP

Wer auf Krk etwas Stadtluft (mit einer

Brise Fischmarkt) schnuppern

möchte, muss in die gleichnamige

Hauptstadt der Insel. Parkplätze

sind rar, jedoch westlich der Hafenpromenade

gegen Entgelt zu finden.

Die Sightseeing-Tour führt über

den Marktplatz vorbei an der Kathedrale

und dem Bistum bis zu einer

Ruine, die auch vom Wasser

aus gut zu sehen ist: die Festung

der kroatischen Fürstenfamilie

Frankopan – Herrscher über Krk

seit dem 12. Jahrhundert. 1671 jedoch

fand das Adelsgeschlecht ein

jähes Ende: Als sich Fran Krsto

Frankopan gegen den Habsburger

Kaiser Leopold I. erhob, wurde er

in Wiener Neustadt hingerichtet.

WANDERUNG

So schön der Hafen des malerischen

Baška und sein fast zwei Kilometer

langer natürlicher Kieselstrand auch

sein mögen – die wahre Pracht der

Kvarner Bucht eröffnet sich dem

Betrachter hier nicht vom Boot aus,

sondern von der Friedhofsmauer

„ Der Blick über die Bucht harmoniert

perfekt mit einem Glas Biser Žlahtine.“

3/2020 19


Insel Krk

Blick vom Hafen auf das in den Fels gehauene Vrbnik. Die mittelalterliche „Hochburg“ ist voller faszinierender kleiner Steinhäuser und Winkel. Vorsicht in der Gasse Klancic – mit nur 40 Zentimetern Breite

wird sie auch als „engste Gasse der Welt“ bezeichnet. Auf der Felsenterrasse neben dem Restaurant Nada kann man nicht nur einen fantastischen Ausblick, sondern auch ein Achterl Žlahtina genießen.

Die Klosterinsel Košljun

inmitten der Bucht von Punat.

Orte der Kontemplation sind

auf Košljun reichlich zu finden.

Die ethnografische Sammlung ist ein

Teil des Museums in der Klosteranlage.

Die Olivenzucht hat bei den

Mönchen eine lange Tradition.

Pater Klement im

Arkadenhof des Klosters.

FOTOS: MARINA PUNAT (3), SHUTTERSTOCK (6)

20 3/2020


„ Bog heißt Gott, wir verwenden das Wort

hier als einfachen Gruß – in Österreich

würde man ,Grüß Gott‘ sagen.“

Renata Marević, Ratsmitglied des Tourismusverbandes, Direktorin der Marina Punat.

Krk

KRK

VRBNIK

PUNAT

BAŠKA

STARA BAŠKA

der Kirche Sveti Juraj auf rund 350

Metern Seehöhe. Ein gekennzeichneter

Wanderweg führt direkt vom

Ortszentrum auf die Anhöhe – und

weiter bis auf den Gipfel des Veli

Hlam (484 Meter). Die Kirche ist

alternativ auch über eine schmale

asphaltierte Straße erreichbar.

WEINVERKOSTUNG

Nicht viel breiter ist die Straße von

Punat nach Vrbnik, die sich durch

überraschend viel dunklen Wald in

den Norden schraubt. Rund einen

Kilometer vor dem Ziel öffnet sich

der natürliche „Schutzwall“ plötzlich

und man findet sich auf einem satt

im Lichte der Sonne stehenden

Hochplateau voller Weingärten wieder.

Das ist die Wiege des Žlahtina,

jener autochtonen Weißweinsorte,

die durch die vielen Sonnenstunden

auf der „Goldenen Insel“ – wie Krk

auch genannt wird – und die kühlen

Nächte ihre unvergleichliche Charakteristik

erhält.

Wie das schmeckt, kann man im

Rahmen einer Degustation auf dem

traditonsreichen Weingut Katunar

im Ort kurz vor der Altstadt herausfinden,

wobei Rotwein-Liebhabern

die ebenfalls autochtone Sorte Sansigot

wärmstens zu empfehlen ist.

Ein anschließender Spaziergang

durch das märchenhaft mittelalterliche

Vrbnik ist Pflicht und könnte

einen krönenden Abschluss bei

Šurlice (traditionell gerollte Teigware

der Insel) mit Meeresfrüchten im

Restaurant Konoba Nada finden.

MUSEUMSBESUCH

Als letztes Abenteuer erwartet uns

die Insel Košljun, das geistige Zen -

trum inmitten der Bucht von Punat.

Vor dem Kloster begrüßt uns Franziskanermönch

Klement freundlich

mit „Bog“ – das hören wir nicht

zum ersten Mal auf Krk. „Bog heißt

Gott, wir verwenden das Wort hier

als einfachen Gruß – in Österreich

würde man ,Grüß Gott‘ sagen“, erklärt

uns Renata Marević später.

So entpuppt sich die Klosterinsel

mit seinen vielen kontemplativen

Plätzen, Kunst- und Kulturschätzen

und den rundum im Wasser tänzelnden

Booten als als Abbild der

großen Mutterinsel selbst: als himmlisches

Refugium für Yachties mit

Wein, Kultur und Meer.


Naherfahrungen rund um die Insel Krk

Anreise. Über Slowenien z. B. ab Grenzübergang Spielberg (270 Kilometer/3 Fahrstunden)

oder ab dem Karawankentunnel (220 Kilometer/2,45 Fahrstunden). Krk ist seit 1980 über

eine mautpflichtige Stahlbetonbrücke (1.450 Meter lang, 67 Meter hoch) mit dem Festland

verbunden. Die Insel Krk selbst ist mit 405,78 km² exakt gleich groß wie die westliche

Nachbarinsel Cres. Beide Inseln teilen sich den Titel „größte Insel der Adria“.

è www.krk.hr/de

Segelrevier. Die West- und Südküste der Insel Krk sind ein gut erschlossenes Segel -

revier mit sicheren Häfen und Buchten. Der Osten und Norden entlang des Velebit-Kanals

hat nicht nur wegen der schroffen Felsküste, sondern auch wegen der großen Bora-Gefahr

wenig Reiz. Revierführer: „Kroatische Küste – Kvarner Bucht“ von Bodo Müller, erschienen

im Verlag Delius Klasing, rd. € 20,– zzgl. Versandkosten.

è www.delius-klasing.de

Yachtcharter. 15 Segelyachten von 37 bis 31 Fuß sind über den Pitter Charter-Partner

in der Marina Punat buchbar, z. B. eine Bavaria Cruiser 46, Basispreis ab € 1.500,–/Woche.

è www.pitter-yachting.com

Gäste der Marina Punat …

Marina Punat. Platz für rund 850 Boote und Yachten bis

40 Meter Länge und 3 Meter Tiefgang. Neben zwei Restaurants

zählen auch das Hotel Kanajt, ein „Floating Holiday

Home“ am Steg und die „Holiday Homes“ am Olivenhain

mit Blick über die gesamte Bucht zur weitläufigen Anlage.

è www.marina-punat.hr/de

Buch-Tipp. „Krk – 50 Köstlichkeiten der Goldenen

Insel“ ist eine Rezeptsammlung, zusammengetragen

aus Krks besten Hotels und Restaurants. Erhältlich für

ca. € 12,– nur über das Torusimusbüro in Krk.

è www.krk.hr/de

… wissen auch den Komfort an Land

sehr zu schätzen, zum Beispiel …

… die „Holiday Homes“, luxuriöse Steinhäuser

mit Blick über die gesamte Bucht.

3/2020 21


FOTO: WIKIPEDIA

Der bussardgroße Kolkrabe, Corvus corax, ruft tief und sonor „krrk, krrk“.

Im Flug ist er von Krähen durch seine Größe und den keilförmigen Schwanz

zu unterscheiden.

Die kroatischen Inseln Krk und Cres sind die größten Inseln

der Adria. Im Lauf ihrer Geschichte wurden sie von unter ­

schiedlichen Besatzungsmächten okkupiert und damit änderten

sich auch immer wieder ihre Namen. Der heutige Name

der Insel Cres leitet sich wahrscheinlich vom spätantiken

„Crespa“ her. Die Insel Krk wurde von den Römern wegen ihres

Naturreichtums „Insula aurea“ (goldene Insel) genannt.

Der gegenwärtige Name Krk geht vermutlich auf die illyrische

Bezeichnung „Kurik“ zurück. Die passendsten Namensgeber

sind jedoch Inselbewohner, die noch heute dort leben und den

Namen der Insel laut und deutlich rufen: die Kolkraben mit

ihrem sonoren Ruf „krrk, krrk“.

Text und Fotos REINHARD KIKINGER

Rabeninsel,

Geier-Eiland


Wegen ihrer guten

Erreichbarkeit und

wegen der großen

Marina in Punat ist

die Insel Krk ein beliebtes Ziel vieler

Segler und Yachtbesitzer. Schon

in den Häfen begegnet man den allgegenwärtigen

und nicht immer geschätzten

Möwen, entlang der Küste

sind auch Seeschwalben und

Kormorane zu entdecken.

Verlässt man jedoch die Küste

und wandert in das Inselinnere,

dann ändern sich naturgemäß die

Lebensbedingungen für Flora und

Fauna und wir betreten eine andere

Welt.

Durch enge Täler und steile Pfade

geht es auf einige hundert Meter

über dem Meeresspiegel. Die strahlend

weißen, vegetationslosen Kalkfelsen

der Berghänge kontrastieren

mit einem strahlend blauen Himmel.

Auf Hochebenen fallen kilometerlange,

mühsam aufgeschichtete

Steinmauern auf. Sie dienten und

dienen zum Teil immer noch einem

der ehemals wichtigsten Wirtschaftszweige

der Insel, der Schafhaltung.

Die Mauern fungierten als

Weidebegrenzungen, Schafpferche

und Grundstücksgrenzen. Der Duft

von Thymian, Salbei und vieler

anderer Kräuter liegt in der Luft

und immer wieder wird man

erinnert, auf welcher Insel man

sich befindet … „krrk, krrk“.

HIMMLISCHE SEGLER

Wie jeder Segler weiß, ist diese

Form der Fortbewegung eine Kunst,

die gelernt sein will. Das gilt sowohl

auf dem Wasser wie in der Luft.

Und es gilt auch für den Vogelflug.

Das Segeln ohne Flügelschlag ist an

mehrere Vorbedingungen geknüpft.

Entscheidend ist die Größe. Kleine

Vögel benötigen wiederholten Flügelschlag

für Vor- und Auftrieb.

Ab der Größe unserer Alpendohlen

wird Segelflug möglich, aber auch

nur, wenn die Bedingungen stimmen.

Die wichtigste dieser Bedingungen

ist Wind, der entweder stetig

bläst, Berghänge hochstreicht oder

als thermischer Aufwind für entsprechend

Auftrieb sorgt. All das

ist auf Inseln wie Krk oft der Fall.

Für Freunde der Vogelwelt empfiehlt

sich daher ab und zu der Blick

in den Himmel. Dort kann man

Kolkraben beobachten, die sowohl

die Kunst des Segelflugs als auch

akrobatische Flugspiele beherrschen.

Selbst wenn die Bora über die Hänge

pfeift, sind Kolkraben in der Luft.

Man erkennt sie am charakteristischen

Ruf, an ihrer Größe, Farbe

und der Form der Schwanzfedern.

Ihr Gefieder ist metallisch schwarz

glänzend, sie erreichen Bussard -

größe und ihr Schwanz ist keilförmig

ausgeprägt. Diese Merkmale

unterscheiden sie von allen anderen

Krähen- und Rabenvögeln.

GESCHICHTE ZU UNSEREN FÜSSEN

Nicht nur am Himmel, sondern

auch auf dem Boden wird man bei

aufmerksamer Betrachtung fantastische

Details entdecken. Die Insel

Krk besteht aus unterschiedlichen

Kalkgesteinen und einige davon

führen herrliche Fossilien.

Diese finden wir zum Beispiel

im Karstmarmor. Er enthält Bruch -

stücke oder ganze Schalen von

großen, ausgestorbenen Muscheln,

den Rudisten. Sie lebten vor etwa

80 Millionen Jahren in sehr seichtem

Wasser, eine ihrer beiden Schalen

war am Untergrund festgewachsen.

Durch ihre exponierte Position im

Flachwasser wurden sie von Wellen

oft zerstört. Die Bruchstücke wurden

von Schlamm bedeckt und ver festigten

sich zu diesem Karstmarmor-

Typ.

Leichter zu entdecken als diese

Rudistenkalke ist der sogenannte

Nummuliten-Marmor. Er entstand

vor etwa 50 Millionen Jahren aus

den bis zu fünf Zentimeter großen

Kalkgehäusen der Nummuliten. Das

waren besonders große Einzeller,

deren Schalen ebenfalls an seichten

Meeresstellen aufgearbeitet wurden.

Ein prüfender Blick auf das Gestein

unter unseren Füßen ist bei Wanderungen

durch kroatische Inseln immer

lohnenswert, oft findet man

schöne Stücke mit charakteristischen

Fossilien.

Die Wespenspinne,

Argiope bruennichi,

ist bei Wanderungen im

Hinterland von Krk leicht

zu entdecken. Ihr Netz

ist mit einem auffälligen

Zickzackband versehen.

Auf den Hochebenen von

Krk finden sich zahlreiche

trockenheitsliebende

Heuschreckenarten, die

an die steinigen, vegetationsarmen

Trockenrasen

angepasst sind.

Aus 390 Meter Höhe öffnet

sich der Blick auf Baška

mit dem breiten Talgrund,

der Bucht und dem dahinter

liegenden Festland der

dalmatinischen Küste.

Zeugen der Vergangenheit. Es sind Nummuliten,

gehäusetragende Einzeller aus der Gruppe der

Foraminiferen. Sie lebten vor rund 50 Millionen

Jahren. Ihre Kalkschalen versteinerten und

bildeten sogenannte Nummulitenkalke.

23


Krk und Cres

„ Die kroatischen Inseln Krk und Cres

sind die größten Inseln der Adria.“

Kleine Buchten, große

Erwartungen. Klares

Wasser, ruhiges Meer

und strahlender Sonnenschein

wecken Freude

auf den bevorstehenden

Schnorchelgang.

BIZARRE UNTERWELT

Im nördlichen Teil der Insel Krk

befindet sich in der Nähe der Ortschaft

Rudine die Tropfsteinhöhle

Biserujka. Für sie gilt: klein, aber

fein. Sie bietet auf einer Länge von

110 Metern eine Galerie von Stalaktiten,

Stalagmiten und Kalksäulen.

Auf befestigten Wegen kann

man bei künstlicher Beleuchtung

durch diese bizarre Welt wandern.

Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, die

Temperatur beträgt ganzjährig

zwischen 13 und 15 Grad Celsius.

Das sind Bedingungen, die von

speziellen Höhlenbewohnern geschätzt

werden. Dazu zählen hier

Vertreter der Pseudoskorpione,

Tausendfüßer und Käfer. Einige davon

sind endemisch, kommen also

nur hier vor. Fledermäuse nützen

die Höhle als Schlaf- und Überwinterungsplatz.

Dasselbe tat vor Jahrtausenden

ein Riese, dessen Skelett

in der Höhle entdeckt wurde. Ein

Höhlenbär fand hier seine letzte

Ruhestätte. Dieser gewaltige Bär

lebte hier zu einer Zeit, als die Insel

bei niedrigem Meeresspiegel wahrscheinlich

mit dem Festland verbunden

war.

HEILENDER SCHLAMM

Die Bucht von Soline befindet sich

an der Ostküste von Krk, gegenüber

der Küstenstadt Crikvenica.

Der Name Soline ist ein Hinweis

auf die Salinen, welche hier schon

von den Römern und später von

der Fürstenfamilie Frankopan betrieben

wurden. Heute bietet die

Bucht nicht Salz, sondern Peloide.

Dieser spezielle Schlamm entsteht

an Stellen, an denen kleinkörniges

Material aus Fließgewässern ins

Meer gelangt und sich Süß-und

Salzwasser vermischen. In dieser

Mischungszone erfolgt der natürliche

Reifungsprozess des Peloids.

Auf die Haut aufgetragen, hilft

dieser Schlamm angeblich gegen

Rheumaerkrankungen, Arthrose,

Ischias, Hautkrankheiten und gegen

andere Erkrankungen.

Ein Arzt aus Crikvenica begann

1965 mit dieser Form der Thalassotherapie

mit den Peloiden der Soline-Bucht

und erzielte positive Resultate.

Heute verwenden Besucher

den Schlamm, indem sie bei Niedrigwasser

den trockengefallenen

Buchtboden als Therapieraum nützen

und ihren Körper mit Schlamm

einreiben. Ob das hilft oder nicht –

in jedem Fall macht es Spaß.

VERHEISSUNGSVOLLE BUCHTEN

UND SINNLOSE DISKUSSIONEN

Die Kulisse ist perfekt: wunderschöne

Felsküste mit vielen Buchten,

glasklares Wasser, ruhiges

Meer. Mit unserem Kanu fahren

24 3/2020


FOTO: SHUTTERSTOCK

OPATIJA

Kvarner

Bucht

RIJEKA

RUDINE

CRIKVENICA

RABAC

BELI

Krk

SOLINE

PUNAT

STARA BAŠKA

BAŠKA

Cres

Biserujka-Höhle. Sichere Pfade führen durch ein

Labyrinth von Stalaktiten, Stalagmiten und Kalkspat Säulen.

Diese interessante Bauruine

steht in der Nähe

der Biserujka-Höhle

in einer malerischen

Bucht und damit in einem

Naturschutzgebiet.

Da der Bau ohne Genehmigung

errichtet wurde,

blieb er unvollendet.

wir die Küste in der Region Stara

Baška entlang und machen in kleinen

Buchten halt, um dort zu

schnorcheln.

Die Erwartungen werden

enttäuscht, die Unterwasserwelt

präsentiert sich öd und leer. Außer

ocean7 210x665 20180803dp_Layout 1 06.08.2018 16:55 Seite 1

Die Bucht von Soline. Bei Niedrigwasser fallen weite

Bereiche des flachen Sedimentbodens trocken.

Dem Schlamm wird heilende Wirkung nach -

gesagt, die Therapie erfolgt in Eigenregie.

Seeigeln und Seegurken ist nicht

viel zu sehen. Wo sind die Cysto -

seira-Wälder (Braunalgen), die früher

solche Felsküsten säumten? Wo

sind die Posidonia-Wiesen, die auf

Sandböden wachsen? Dieses Phytal

ist Lebensraum für artenreiche Ge-

sellschaften und Kinderstube für

viele Fischarten. Das Verschwinden

dieser Lebensräume und die gnadenlose

Überfischung sind mitverantwortlich

für den Niedergang

des Artenreichtums im Mittelmeer.

Umso ärgerlicher ist es, dass

Touristen nach wie vor Schalen

von Muscheln, Schnecken und

auch ausgestopfte Fische angeboten

werden. Nachdem das Mittelmeer

diesbezüglich nicht mehr viel zu

bieten hat, stammen diese Leichenteile

bevorzugt aus Raubzügen in

den tropischen Korallenriffen der

Philippinen und Malaysias. Gespräche

mit Ladeninhabern, die solche

Ware anbieten, verlaufen meistens

ergebnislos. Das skurrilste Argument

einer Ladenbesitzerin in

Baška war ihre Frage „Essen Sie

DIE RICHTIGEN CHARTER-VERSICHERUNGEN

Gute Agenturen empfehlen YACHT-POOL Charterversicherungen, weil Sie von der Praxisnähe der Deckungskonzepte

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Krk und Cres

eigentlich etwas?“. Nachdem ich mit

„Ja“ geantwortet hatte, meinte sie:

„Na also, Sie töten Lebewesen, dann

kann ich diese Fische, Schnecken,

Muscheln auch verkaufen.“ Gut,

manche wollen halt nicht verstehen.

EIN TEEBRETT AM HIMMEL

Mit diesem Vergleich wird das

Flugbild eines der größten Vögel

beschrieben, des Gänsegeiers Gyps

fulvus. Er hat breite runde Flügel mit

weit gefingerten Handschwingen

und einen kurzen, rechteckig abgeschnittenen

Schwanz. Dieser Geier

ist Symbol der Insel Cres. Die Insel

ist eines der letzten Habitate in Europa,

wo es noch eine freilebende

Population dieser großen Geier gibt.

Er nistet in Felsbändern – diese

hochgelegenen Nistplätze sind

wichtig für den erfolgreichen Abflug

der Jungvögel, um genügend Höhe

zu gewinnen. Geht das schief und

endet in einer Bruchlandung, dann

bietet das „Rescue Centre for

Griffon Vultures“ Hilfe an. Diese

Auffangstation liegt außerhalb der

malerischen Altstadt von Beli im

nördlichen Teil der Insel. Dort werden

junge, verletzte oder kranke

Geier gepflegt und nach Möglichkeit

wieder ausgewildert. Dem Zentrum

sind sehr informative Schauräume

angeschlossen und in der

großen Freilandvoliere sind die

Pfleglinge gut zu beobachten.

Am eindrucksvollsten ist es aber,

diese Vögel mit einer Spannweite

Gähnende Leere, kaum Fische größer als wenige

Zentimeter, kein Phytal, nur Seeigel und

Seegurken in großer Zahl. Wo ist die Pracht

früherer mediterraner Felsküsten geblieben?

bis zu 280 Zentimeter im blauen

Himmel über Cres oder Krk kreisen

zu sehen. Ohne einen einzigen

Flügelschlag werden Kreise gezogen,

die in immer größere Höhen

führen – das ist Segeln in höchster

Perfektion.


Weiterführende Links

è www.belivisitorcentre.eu › rescue-centre-for-griffon-vultures

è www.zobodat.at › pdf › VNHM_NF_008_0040-0051

„ Der Gänsegeier ist

Symbol von Cres,

die Insel gilt als

eines der letzten

Habitate seiner Art.“

Man muss den Unterwasserfels

schon sehr genau

absuchen, um noch solche

Juwelen zu finden. Es

ist die koloniale Ascidie

Aplidium elegans.

Am Ortsrand von Beli

befindet sich das „Rescue

Centre for Griffon Vultures“,

eine Auffang- und Pflege -

station für Gänsegeier.

Flugun fähige, kranke oder

verletzte Geier werden hier

gepflegt und nach Möglichkeit

wieder ausgewildert.

Eine schmale Küstenstraße mit dem berühmten Namen „Route 66“

führt zum pittoresken Städtchen Beli an der Nordostküste von Cres.

26 3/2020


Solar

bestückt

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

BAOTIĆ YACHTING. Erfreuliches für

Kunden und die Umwelt gibt es von

der Marina Baotić in Seget Donji /

Trogir zu berichten. Die gesamten

Dachflächen der Gebäude in der Marina

wurden mit Solarpanelen ausgestattet,

die jetzt insgesamt 360 kW

leisten – mehr als genug, um den gesamten

eigenen Strombedarf zu decken.

Zudem wurden sämtliche Plastiksackerln

in der Marina abgeschafft

und eine moderne Abfallkompressionsanlage

installiert. Ebenfalls ganz

neu in der Marina sind ein 640 Meter

langer, fester sowie mit Wasser- und

Stromanschlüssen ausgestatteter

Wellenbrecher. Hinzu kommt ein

Fountain Pajot 44-Motorkat, der ab

sofort die Multihull-Charterflotte der

Marina bereichert.

è www.marinabaotic.com

Die Marina Baotić in

Seget Donji bei Trogir.

Kalt + Warm = Strom

ZEUS200. Bei Gaspipelines oder

Satelliten z. B. werden Thermoelektrische

Generatoren eingesetzt.

Für den nautischen Bereich

produziert das italienische Unternehmen

Mobil Tech solche unabhängigen

und sehr leisen Stromerzeuger,

die auf der einen Seite die Verbrennungstem

peratur des Diesels und

auf der anderen Seite die

Kühlung des Meerwassers

nutzen.

Der Zeus200

erzeugt z. B.

200 W – genug,

um den Ladezustand

der Batterien

ohne Motor aufrecht

zu erhalten.

è www.mobiltech.it

Erzeugt Strom durch

Temperaturdifferenz.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Mein Boot, mein Haus

LE BOAT. Der Experte für Törns

mit Hausbooten hat seinen

Deutschland-Katalog neu aufgelegt.

Der Online-Katalog rund

um das Naturjuwel Mecklenburgische

Seenplatte und

die Brandenburger Gewässer

enthält neben Ausflugs- und

Restaurant tipps auch Routenvorschläge

ab den drei Abfahrtsbasen

Marina Wolfsbruch, Potsdam

und Jabel mit Infos zur

Länge, Fahrstunden und Schleusenanzahl.

Top: Jede Buchung

mit Abfahrts datum bis 30. Juni

2020 kann bis zu 48 Stunden vor

Abreise storniert werden.

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Schwimmendes

Feriendomizil.

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• Wetter, Rigging

FB2-Theorie als Online-Kurs

FB2-Theorie bequem von zu Hause aus. Wir senden

euch die interaktiven Unterlagen mit den Karten zu

und dann geht es los. Praxiskurse ab September auf

unseren Schiffen.


Nationalpark Brijuni

Paul Kupelwieser und

die Brionischen Inseln

Es ist ein Stück österreichischer Kultur- und Gesellschaftsgeschichte: Der Direktor des größten Eisenwerkes

der Monarchie kündigt 1893 seine hochdotierte Stelle und erwirbt eine Inselgruppe, die vor dem k. u. k.

Kriegsmarinehafen Pola liegt. Die 14 Inseln sind mit Macchia zugewachsen und Malaria verseucht. Paul

Kupel wieser schreckt das nicht ab. Er will gestalten, und das macht er mit gewaltigem finanziellem Einsatz

und visionärem Gedankengut. Die exklusivste Urlaubsdestination der Habsburgermonarchie entsteht. Die

Verwirklichung dieses Projekts und die wechselvolle Geschichte von Brioni/Brijuni faszinieren bis heute.

Text und Fotos REINHARD KIKINGER

PAUL KUPELWIESER

1. 2. 1843 – 20. 3. 1919

Der Ursprung der Familie

Kupelwieser scheint in

Südtirol zu liegen. Dort

bezeichnete man ein Anwesen

als „Chupelwiese“, bei dem

mehrere Personen als gemeinsame

Eigentümer „gekoppelt“ waren.

Einer davon war der Bauer Hans

Kupelwieser, der Mitte des 16. Jh.

starb. Einige seiner Nachkommen

siedelten sich in Wien an. Dazu gehörte

Leopold Kupelwieser (1796–

1862), der ein berühmter Maler war

und zum Professor für Historienmalerei

ernannt wurde. Er porträtierte

auch Franz Schubert, der

sich mit einem Kupelwieser-Walzer

bedankte.

Leopold Kupelwieser hatte mit

seiner Frau Johanna Luz acht Kinder.

Zwei seiner Söhne, Karl und

Paul, waren beruflich besonders

erfolgreich. Karl (1841–1925)

studierte in Wien Jus, betrieb eine

Anwaltskanzlei und heiratete Berta

Wittgenstein. Im Lauf seines Lebens

erwarb er ein großes Vermögen, besaß

Ländereien und Güter im Voralpengebiet

und kaufte das Schloss

Seehof in Lunz am See. Unsterblich

machte er sich durch zukunftsweisende

Stiftungen wie die Errichtung

des „Institutes für Radiumfor-

FOTO: SHUTTERSTOCK

Brijuni Archipel, Istrien, 5 nm nordwestlich von

Pula. Im Hintergrund das Fischerstädtchen Fažana

mit Fährverbindung zur Hauptinsel mit Marina.


Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand verbrachte mit Familie viel

Zeit auf Brioni. Die Insel gefiel ihm so gut, dass er sie kaufen wollte.

Mehrere dieser von Kupelwieser errichteten Gebäude wurden

durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Das Fährschiff Brioni wurde als erstes Passagierschiff

der Welt von einem Dieselmotor angetrieben.

schung“ an der Universität Wien

und der „Biologischen Anstalt“

in Lunz am See. Seine Frau Berta

finanzierte den Bau des Krankenhauses

Scheibbs und unterstützte

karitative Institutionen.

In der Zeit der Inflation nach dem

Ersten Weltkrieg verlor die Familie

große Teile ihres Vermögens und

während der nationalsozialistischen

Herrschaft litt sie aus „rassischen“

Gründen.

DER AUFSTIEG DES

PAUL KUPELWIESER

Paul studierte an der „Bergakademie

Leoben“, wo sein Bruder Franz

als Professor tätig war. Paul war sehr

begabt und machte nach Abschluss

seines Studiums rasch Karriere in

der Eisen- und Stahlindus trie der

Monarchie. Er wurde Generaldirektor

der Eisen- und Stahlwerke in

Ternitz (Niederösterreich) und in

Teplitz (Böhmen). Für eine neue

Methode der Stahlerzeugung baute

er das erste Bessemer Stahlwerk der

Monarchie. Schließlich übernahm

er 1876 das große Eisenwerk der Familien

Rothschild und Gutmann in

Witkowitz (Mähren), das unter seinem

Direktorium einen ungeheuren

Aufschwung erfuhr. Durch Aktienbeteiligungen,

kluge Investitionen

und Ankäufe erlangten Paul, sein

Bruder Karl und dessen Schwager

Karl Wittgenstein innerhalb weniger

Jahre großen Reichtum. Diese

finanzielle Unabhängigkeit nützte

Paul Kupelwieser und kündigte im

Alter von 50 Jahren seine Anstellung,

um sich einen Traum zu erfüllen:

den Erwerb von Land, um

es nach seinen Wünschen gestalten

zu können und seinen Kindern eine

ertragreiche Arbeitsgelegenheit zu

vererben.

DER TRAUM EINES AUSSTEIGERS

Auf der Suche nach geeignetem

Land studierte Paul Kupelwieser

nun die Karten des österreichischen

Südens. Zitat aus seinen Erinnerungen:

„Irgend ein Stückchen dieses

Südens wollte ich erwerben und den

Nachweis liefern, dass dort anderes

und viel Besseres zu schaffen wäre,

als es derzeit der Fall war.“

Seine Wahl fiel auf die Brionischen

Inseln, die rund siebenhundert

Hektar Landfläche umfassen

und vor der Südwestküste Istriens

liegen. Sie waren ursprünglich im

Besitz einer portugiesischen Familie

und wurden von einem Triestiner

gekauft, der sie am 15. August 1893

an Kupelwieser um 75.000 Gul den

weiterverkaufte.

Dieser

Kaufpreis entspricht

etwa

700.000 Euro.

Gaz

Die Inseln

waren verwahrlost

und

von Steinbruch-

Schutt übersät, da

sich Venedig mit

Galija

Grunj

Baumaterial von diesen

Inseln versorgt hatte. Die

Inselvegetation wurde als

Brennholzquelle verwendet und ein

nicht weit zurückliegender Waldbrand

hatte den kärglichen Baumbestand

weiter dezimiert. Nur wenige

Menschen lebten auf der Hauptinsel

Brioni, da der Aufenthalt im

versumpften, Malaria-verseuchten

Gebiet als äußerst gefährlich galt.

All das schreckte Kupelwieser

nicht ab. Zitat: „Ich hatte durchaus

den Eindruck, es könnte bei Aufwand

von ein wenig Verstand, Geduld,

natürlich auch von immerhin

größeren Geldmitteln gelingen,

diese Erdscholle gesund, fruchtbar

und in seiner Vegetation auch sehr

schön zu gestalten.“ Er sollte recht

behalten. Die benötigten „immerhin

größeren Geldmittel“ überstiegen

seine ursprüngliche Schätzung

jedoch beträchtlich. Tatsächlich

war der Kaufpreis der Inseln

bescheiden im Vergleich zu

den Investitionen, die danach

erforderlich waren.

EIN MIKROBIOLOGE

Vanga

Mali Brijun

Vrsar

SAFARI PARK

BESIEGT DIE MALARIA

Das größte Hindernis bei der Gestaltung

des Inseltraums war die

permanente Malariagefahr. Auch

Kupelwieser infizierte sich bereits

Adriatisches

Meer

Madona

Veliki Brijun

Sv. Jeolim Kozada

FAŽANA

3/2020 29


Nationalpark Brijuni

Das Bootshaus. Im Untergeschoß parkten Boote, im Obergeschoß ordinierte ab 1903 der Kurarzt Dr. Lenz aus Wien. In diesem

Gebäude richtete sich auch das Team von Prof. Robert Koch zur Malariabekämpfung ein. Die originelle Form und die liebevolle

Gestaltung des Gebäudes gehen auf den Architekten und Otto-Wagner-Schüler Eduard Kramer zurück.

bei seinem ersten Brioni-Besuch

und überlebte nur knapp. Durch

eine Zeitungsnotiz wurde er auf

Prof. Robert Koch aufmerksam,

einen Pionier mikrobiologischer

Techniken zur Seuchenbekämpfung

und späteren Nobelpreisträger.

Kupelwieser kontaktierte Prof. Koch

in Berlin und bot ihm Brioni zur

Erforschung der Malaria an.

Bereits acht Tage später kamen

Kochs Mitarbeiter Prof. Frosch und

Dr. Elsner auf Brioni an. Gepäckträgern

und Oberkellnern wurden

gleich bei der Ankunft von Frosch

und seinem Assistenten mit einer

kleinen Stahlfeder Blutproben aus

den Fingerkuppen entnommen und

mikroskopisch untersucht. Die Wissenschaftler

erkannten rasch, dass

die Anopheles-Mücke der Überträger

der Krankheit war.

Um die Mückenlarven zu vernichten,

wurden Wasseroberflächen

mit Petroleum besprüht und abgebrannt.

Tümpel und Sümpfe wurden

trockengelegt, infizierte Personen

mit Chinin behandelt. Durch

diese konsequente Vorgangsweise

war Brioni ab 1902 Malaria-frei. Die

größte Hürde zur weiteren Entwicklung

der Inseln war genommen.

EIN INSELPARADIES ENTSTEHT

Ein entscheidender Schritt zur Gestaltung

der Inseln war die Anstellung

von Alois Zuffar, der bereits

1894 als Güterdirektor seine Arbeit

auf Brioni aufgenommen hatte.

Er war Forstmann, Geometer,

Baumeister und Straßeningenieur

in einer Person.

Man pflanzte rund 10.000 Bäume,

gestaltete sanfte Waldlandschaften,

geschwungene Wiesenflächen, Promenadenwege

und stimmungsvolle

Alleen. Der Schutt der Steinbrüche

wurde abtransportiert, stattdessen

wurde fruchtbarer Boden für Viehzucht,

Feldbau, Wein- und Obstgärten

aufgebaut. Neben den Wohnund

Wirtschaftsgebäuden für die

Angestellten entstand die nötige

Infrastruktur für die touristische

Nutzung der Hauptinsel. Die Bauprojekte

waren derart umfangreich,

dass sie nur stichwortartig angeführt

werden können: Anlage eines

großzügigen Hafens, unterseeische

Wasserleitung vom Festland auf

die Insel, Elektrifizierung der Insel,

Errichtung mehrerer Hotels nach

den Plänen Eduard Kramers (Schüler

Otto Wagners) mit insgesamt

320 Zimmern, nebenbei zehn Villen

für die Elite Europas (selbstverständlich

mit Bädern, Strom und Telefon),

Tennisplätze, Tierpark, Straußenzucht,

Ambulanz mit Kurarzt samt

chirurgischen Instrumenten und

Apotheke.

Das erste Hotel-Hallenbad Europas

entstand, gefüllt mit beheiztem

Meerwasser. Für die Anreise auf die

Insel wurde der Bau eines Schiffes

in Auftrag gegeben, das mit einem

Dieselmotor angetrieben werden

sollte, eine absolute Weltneuheit!

Die Brioni versah ihren Dienst

zuverlässig für viele Jahrzehnte,

überlebte beide Weltkriege und war

bis in die 1960er-Jahre im Einsatz.

TREFFPUNKT DER HAUTE VOLÉE

Die Insel Brioni entwickelte sich

zum Anziehungspunkt für gekrönte

Häupter und namhafte Größen aus

Bild oben: Die Hotels

„Neptun“ und „Istra“

erstrahlen in abendlicher

Beleuchtung.

Davor die Fähre, die

zwischen Brijuni und

der istrianischen Küste

verkehrt.

Bild unten: Gedenken an

Prof. Robert Koch. Zitat

von Paul Kupelwieser:

„Eine Büste dieses

großen Wohltäters

der Menschheit, von

einer jugendlichen

Mädchengestalt,

Brioni darstellend,

mit Lorbeer bekränzt,

schmückt die Felswand

eines nahe gelegenen

Steinbruchs“. Die Büste

wurde vom Wiener Bildhauer

Josef Engelhart

angefertigt.

„ Um die Anopheles-Mückenlarven zu vernichten, wurden Wasser -

ober flächen mit Petroleum besprüht und abgebrannt. Tümpel

und Sümpfe wurden trockengelegt, mit Malaria infizierte Personen

mit Chinin behandelt.“

30 3/2020


FOTOS: SHUTTERSTOCK (4)

Adel, Politik, Industrie, Kunst und

Kultur. Ein kleiner Auszug der

Gästeliste: Sachsens König Friedrich

August, Kaiser Wilhelm II und

Vertreter des österreichischen

Kaiser hauses wie z. B. Thronfolger

Franz Ferdinand. Er wollte Kupelwieser

die Insel Brioni gegen dessen

Willen abkaufen, dazu kam es

aber nach den Schüssen von Sarajevo

nicht.

Weiters weilten Mitglieder der

Familien Wittgenstein, Mautner-

Markhof und Windisch-Graetz,

Künstler wie Thomas Mann, G.B.

Shaw, James Joyce, Max Reinhardt,

Gustav Klimt, Richard Strauss,

Hermann Bahr oder Arthur

Schnitzler auf Brioni.

Von Wien aus konnten Gäste im

Eisenbahn-Schlafwaggon direkt

nach Pola fahren, von dieser Möglichkeit

kann man heute nur träumen.

Die regelmäßig erscheinende

Inselzeitung liest sich wie ein „Who

is who“ der k. u. k. Monarchie.

Auch internationales Publikum

selbst aus Japan kam zur Sommerfrische

auf diese außergewöhnliche

Privatinsel.

DER NIEDERGANG

Der frühe Tod des unersetzlichen

Güterdirektors Alois Zuffar und

der Ausbruch des Ersten Weltkriegs

hinterließen schmerzliche

Spuren auf Brioni. Statt Touristen

Üppiges Grün. Dem grünen Daumen des Landschaftsgestalters Alois Zuffar und dem Willen seines

Chefs Paul Kupelwieser, „etwas Schönes zu gestalten“, verdanken wir diese Inseljuwelen in der Adria.

Topografie und Küstenformen der Insel

sind sehr abwechslungsreich.

Bei Wanderungen beeindruckt die Kombination

von Stille und der Schönheit historischer Gebäude.

Byzantinisches Castrum – bei Erdarbeiten stieß man auf antike Mauerreste, die Anton Gnirs, ein Fachmann für Archäologie und Denkmalpflege,

mit Eifer erforschte. In der Bucht Dobrika an der Westküste Brionis sind eindrucksvolle Ausgrabungen zu sehen. Die Funde aus der Zeit der

Römischen Republik und des Kaiserreiches, der Spätantike, der Ostgoten, von Byzanz, der Zeit der Karolinger und Venedigs zeugen von lang -

jähriger Besiedlung. Für die kultischen Bedürfnisse der zahlreichen Bewohner des Castrums wurde in unmittelbarer Nähe die dreischiffige

Basilika der Heiligen Maria errichtet (Bild rechts).

Segelauszeit

Es wird schöner sein als je zuvor!

Ihr Kroatien

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Die Vorfreude wächst!


Nationalpark Brijuni

zog die k.u.k. Kriegsmarine in die

Hotels ein und die Insel wurde zu

einem U-Boot-Stützpunkt. Nach

Kriegsende war Brioni italienisches

Staatsgebiet. Paul Kupelwieser verstarb

1919 76-jährig in Wien und

wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof

beerdigt. Sohn Karl, der

sich nun Carlo nannte, übernahm

die Leitung des Unternehmens, das

in eine Aktiengesellschaft umgewandelt

war.

Er versuchte, die Insel für eine

internationale Klientel neu zu positionieren.

Für den Gästetransfer

wurde ein Wasserflugzeug angeschafft,

der erste 18-Loch-Golfplatz

Europas errichtet, ein Casino gebaut

und Pferde wurden für Poloturniere

gehalten. Das sorgte zwar

für noble Gäste, aber auch für neue

Schulden.

Der Zusammenbruch der New

Yorker Börse am „Schwarzen Freitag“

im Herbst 1929 war der endgültige

Todesstoß für das Unternehmen

Brioni. Carl sah keinen

Ausweg mehr und nahm sich 1930

das Leben. Er und seine Mutter

Marie sind in einem Mausoleum

auf Brioni begraben.

Das Alter dieses Olivenbaumes wurde mit der C14-Methode

auf etwa 1.600 Jahre geschätzt. Damit ist er wahrscheinlich

einer der ältesten Oliven-Bäume des Mittelmeerraumes.

Felsengarten. Die natürliche Schichtung des Kalkgesteins

bildet Nischen und Mikrohabitate für Flora und Fauna.

An mehreren Stellen der Insel finden sich gut erhaltene Fußabdrücke von

eindrucksvoller Größe. Es waren Dinosaurier, die vor etwa 100 Millionen

Jahren hier auf großem Fuß über weiches Substrat wanderten.

AUS BRIONI WIRD BRIJUNI

Von 1918 bis 1943 gehörten die

Brionischen Inseln zu Italien. 1936

wurden sie in italienisches Staatseigentum

übergeführt und 1938 zur

militärischen Sperrzone erklärt. Im

Zweiten Weltkrieg besetzten deutsche

Truppen die Inseln, sie wurden

von den Alliierten mehrmals

bombardiert. Viele Gebäude und

die Hafenanlagen wurden schwer

beschädigt bzw. völlig zerstört.

Nach Kriegsende waren die Inseln

verlassen und fielen nach 1945

an Jugoslawien. Der Staats- und

Par teichef Josip Broz Tito besuchte

die Inseln 1947 und kürte sie 1953

zu seinem bevorzugten Aufent -

haltsort – die neue „Weiße Villa“

wurde seine offizielle Residenz.

Für die Öffentlichkeit waren die Inseln

gesperrt, nur Staatsgäste und

internationale Stars wurden empfangen.

Als Gastgeschenke wurden

oft wilde Tiere mitgebracht, so kam

Tito in den Genuss eines eigenen

Safariparks. 1956 unterzeichneten

Tito, Ägyptens Staatschef Nasser

und der indische Premier Nehru

die Brioni-Deklaration, das Abkommen

zur Gründung der „Bewegung

der Block freien Staaten“.

Über 60 Staats oberhäupter und

zahlreiche Filmstars wurden von

Tito auf Brijuni willkommen

geheißen.

VOM PRÄSIDENTENSITZ

ZUM NATIONALPARK

Nach Titos Tod 1980 wurde die

Hauptinsel der Bevölkerung

zugänglich gemacht. Eine Personenfähre

verkehrt mehrmals

täglich zwischen dem der Insel

gegenüber liegendem Fažana und

Veli Brijun.

Heute ist die Inselgruppe ein Nationalpark

unter strengem Naturschutz

mit beeindruckender Vielfalt

von Flora und Fauna. Besucher

können zu Fuß, per Rad, mit Elektro-Buggys

oder per Bummelzug die

Haupt insel erkunden. Neben parkartig

gepflegten Wiesen, Gärten und

Alleen gibt es Wald gebiete ohne

menschlichen Eingriff, wo sich die

Natur frei entwickeln kann.

Diese Kontraste und die Reste historischer

Siedlungen, die bis in die

Römerzeit zurückreichen, verleihen

der autofreien Insel einen unvergleichlichen

Reiz. Als österreichischer

Besucher verfällt man in dieser

ruhigen und friedlichen Atmo -

sphäre leicht in nostalgische Träu-

Exotische Geschenke. Staatsgäste von Marschall

Tito brachten lebende Geschenke mit,

die noch heute in einem neun Hektar großen

Safaripark leben.

Heute, 127 Jahre nach

dem Kauf und dem

Beginn der Pflanzungen,

sind die Inseln

schöner als je zuvor.

Der Österreicher Paul

Kupelwieser, Schöpfer

dieses Paradieses,

verstarb bereits 1919

und konnte sein Werk

in dieser vollkommenen

Schönheit nie sehen.

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mereien und gedenkt mit Ehrfurcht

des Schöpfers dieser Landschaft.

Paul Kupelwieser wollte mit Brioni

etwas wirtschaftlich Erfolgreiches

und Schönes gestalten – zumindest

Letzteres ist ihm gelungen. Die von

ihm beauftragte und von Alois

Zuffar gestaltete Insellandschaft ist

jetzt, gut 120 Jahre nach der Pflanzung

von tausenden Bäumen, wohl

schöner als je zuvor. Ein Geschenk

Kupelwiesers an uns alle.

FOTO: SHUTTERSTOCK

Brijuni, eine Annäherung für

Segler und Motorbootfahrer

Die wortwörtlich naheliegendste

Art und Weise, den Nationalpark

Brijuni im Süden Istriens auf

eigenem Kiel zu erkunden, ist die

per Charteryacht ab Pula (die Alternative

wäre das Passagierschiff ab

Fažana). „Nur sechs Seemeilen von

unserer Basis in der Marina Veruda

entfernt, bietet sich der Nationalpark

Brijuni hervorragend als abwechslungsreiches

Etappenziel für die

ganze Familie am Ende eines Törns

an“, sagt Klaus Pitter von Pitter

Yachtcharter.

Am Ende, weil der aufgestaute Bewegungsdrang

von größtem Vorteil

auf der weitläufigen Hauptinsel mit

exzellentem Jurassic-Park-Flair ist.

Ob im Safaripark auf der Fährte der

Dinosaurier oder im Museum

auf den Spuren des Insel-Vaters Paul

Kupelwieser und des Ex-Yugoslawien-Präsidenten

Josip Broz Tito (und

seines Cadillac Bj. 1953): Das in Relation

zu anderen Nationalparken

doch eher kleine Naturjuwel bietet

eine erstaunliche Fülle an verschiedenen

Aktivitäten an. „Gewöhnlich

bleiben die meisten Yachties für einige

Tage auf den Inseln, um sich

zu entspannen und das reichhaltige

Angebot zu genießen, das ihnen zur

Verfügung steht“, weiß Reanna Relić

vom Nationalpark Brijuni zu berichten.

Da mehr als 1.100 Yachten pro

Jahr dem Nationalpark Brijuni die

Aufwartung machen, empfielt sich

die Nachsaison als beste „Reisezeit“.

Nationalpark Brijuni, nautisch

Pula. Pitter Yachtcharter mit Sitz in Hartberg betreibt in der Marina Veruda eine

Charterflotte mit mehr als 50 Segel- und Motor yachten. Uns wurde für die Recherchefahrt

die Morellina, eine Bavaria Cruiser 41 mit drei Kabinen zur Verfügung gestellt.

Preis: ab € 1.290,– pro Woche.

Auch Trend Travel & Yachting mit Sitz in Kirchbichl hat eine Basis mit über

20 Segelyachten in der Marina Veruda. Darunter ein Neel 45-Trimaran,

Preis ab € 2.300,– pro Woche.

Brijuni. Der Nationalpark verfügt über zwei Liegeplätze für den nautischen Tourismus.

Der moderne Hafen der Hauptinsel Veliki Brijun (Strom, Wasser, WC, Duschen)

bietet Muringplätze für Yachten bis 55 Meter Länge. Alternativ (und etwas abgeschiedener)

kann man in der Uvala Sveti Nikola am Südufer der Insel Mali Brijun festmachen.

Der (Eintritts-)Preis bleibt gleich wie im Hafen, in unserem Fall 950 Kuna/rd.

125 Euro (für 36 bis 58 Fuß in der Nebensaison). Vorreservierung in der Hauptsaison

(ab Juni bis inkl. September) ist zu empfehlen, die Anmeldung an der Rezeption

des Hotels „Neptun“ im Hafen Veliki Brijun ist in jedem Fall Pflicht.

è www.www.pitter-yachting.com

è www.trend-travel-yachting.com

è www.np-brijuni.hr/de/nautik

Stets ein freundliches Lächeln:

Pitter-Yachtcharter-Basis Pula,

Marina Veruda.

Die Morellina, eine Bavaria

Cruiser 41, segelte uns zu den

Abenteuerinseln von Brijuni.

Paul Kupelwieser / Nationalpark Brijuni

Literatur und Links. Kupelwieser, P. (2014). Aus den

Erinnerungen eines alten Österreichers. Verlag der Wissenschaften,

260 Seiten. ISBN 978-3-95700-067-5 (unveränderter

Nachdruck der Originalausgabe von 1918).

Gruber, V. (2012). Die Familie Kupelwieser und Lunz am

See. Diplomarbeit Universität Wien, 114 Seiten.

è www.np-brijuni.hr

è www.dynastiemautnermarkhof.com/

familienchronik/brioni/brionis-geschichte/

FOTOS: KURT PINTER PHOTOGRAPHY

Im mondänen Hafen des Nationalparks Brijuni findet

man in der Nebensaison immer ein freies Platzerl.

3/2020 33


Tage in der Bu

Hvar/Stari Grad

Stari Grad auf der Insel Hvar ist mit über 2.400 Jahren eine der ältesten Städte Europas. Bis heute sind

die Architektur und das Land, auf dem seit Menschengedenken Wein und Oliven kultiviert werden,

wohlbehütet und zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dem maritimen Erbe anzurechnen ist das

seit 2016 gefeierte „Dani u Vali“ – das Festival der Schiffe, des Meeres und der Seeleute.

Text und Fotos CATHARINA PICHLER

Das einstige Zentrum der Insel

liegt in einer tiefen, geschützten

Bucht auf der

nordwestlichen Seite der langgezogenen

Insel Hvar. Von Griechen

aus Paros 384 v. Chr. gegründet,

bietet Stari Grad bis heute einen

sicheren Hafen. Angelegt wird entlang

eines Beckens, dessen Form

an die eines Hasen erinnert.

Ein Spaziergang durch die alten

Gassen ist ein Wandel durch die

Zeit und die abwechslungsreiche

Geschichte dieser Stadt. Uns fasziniert

vor allem das von außen recht

unscheinbare Kastel Tvrdalj des Poe -

ten Petar Hektorović (1487–1572).

Gut vorstellbar, warum der Dichter

sein einer Festung gleichendes Refugium

nur wenige Male verlassen

hat – auch wir spüren die Ruhe in

diesem Mikrokosmos mit eigenem

plätschernden Fischteich, und umrahmt

von eingemeißelten Inschriften

genießen wir diese fremde, jedoch

gutbehütete Welt.

DANI U VALI – EIN FEST!

Auf der Promenade treffen wir auf

Antun, einen Bootsbauer. Über 80

Holzboote hat der 90-Jährige in seinem

Leben gebaut, dazu unzählige

restauriert – und noch heute geht er

jeden Tag in seine kleine Werkstatt,

wo er Schiffsmodelle zimmert und

gelegentlich den Blick über den Hafen

schweifen lässt.

Dieser kann meist auch in der

Hochsaison mit freien Liegeplätzen

für Gäste aufwarten. Nur während

34 3/2020


FOTO: SHUTTERSTOCK

Das Schloss Tvrdalj ist ein steinernes Buch mit eingemeißelten

Inschriften. Dichter Hektorović wohl wichtigste: „Fede e realtà o

quanto è bella!“ (Oh, wie schön ist der Glaube und die Wirklichkeit).

Augenschmaus: Über 50 traditionelle Boote aus Kroatien, Italien,

Slowenien und Montenegro nehmen am Festival Dani u Vali teil.

Ohrenschmaus: Ein abwechslungsreiches

Musikprogramm an jedem Abend des Festivals.

cht

Brauchtum und Kulinarik: Regionale Küche, zubereitet auf

die gute alte Weise, gibt es in Stari Grad das ganze Jahr.

Lebendiges Mittelalter: viele intakte

Häuser mit uralten Natursteinfassaden.

des Festivals „Dani u Vali“ im September

wird es schon eng im Hafenbecken,

es herrscht reges Treiben an

und auf den traditionellen Holzbooten

aus Kroatien, Italien, Slowenien

und Montenegro. Pino aus Vis,

Skipper eines Gajeta Falkuša-

Repliks, erzählt uns die Geschichte

des traditionellen dalmatinischen

Fischerbootes. Der dem Revier perfekt

angepasste kiellose Kutter ist

ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Anblick so vieler Segelboote

– über 50 traditionelle Schiffe haben

im Hafen ihre Segel gesetzt – vermittelt

ein ganz besonderes Flair.

Selbst bei den jugendlichen Gästen:

Ob Kleinkinder, die mit aufgeklebten

grauen Augenbrauen bei folklo-

ristischen Darbietungen so manches

Lächeln auf die Gesichter der

zahlreichen Besucher zaubern, oder

die beiden Jungs im Ruderboot, die

eifrig versuchen, das Boot des Vaters

zu überholen – überall ist Kinderlachen

zu hören. „Es ist uns

wichtig, die alten Traditionen an die

Jugend weiterzugeben“ – diesen

Satz werden wir noch sehr oft in

diesen Tagen auf Hvar hören.

Jung ist auch die aufgemascherlte

Kroatin, die am Abend mit dem Zigarre

rauchenden gut 80-Jährigen

zum abwechslungsreichen Musikprogramm

tanzt. Oder der Bub, der

mit einem Kochlöffel, größer

als er selbst,

Zwiebel in einer

HVAR

riesigen Pfannen anzurösten versucht.

Es raucht und riecht überall

auf den Gassen und Plätzen und es

ist ein Hochgenuss, sich durch die

regionalen Schmankerln zu kosten.

Der Tanz der Segel und des

Lichts ist Höhepunkt des Festivals

„Dani u Vali“. Der spektakulär

inszenierte Piratenangriff mit

Kanonenböllern und eine nächt -

liche Bootsparade mit in Lichtkegel

getauchten Booten, die zu Walzerklängen

im Hafenbecken tanzen,

bringen nicht nur Kinderaugen

zum Leuchten.

STARI GRAD

VRBANJ VRBOSKA

JELSA

Hvar

Šćedro

Adriatisches Meer

3/2020 35


Hvar/Stari Grad

„Motar – Meerfenchel, eingelegt in Essig und wie Salat zubereitet.“

Miki Bratanić über die historisch bedeutende Vitamin-C-Versorgung der Seeleute Süddalmatiens.

Ein bisschen Wein wie

den ausgezeichneten

Mali Plavac findet sich

immer in der Konoba

Bratanić. Namensgeber

für die geschützte

Sorte war der Anführer

der Rebellion gegen die

Venezianer.

Wir besuchen die Konoba Bratanić

in Vrbanj, einem kleinen Dorf im

Landesinneren. Inhaber Miki

Bratanić ist dank der seit vielen Generationen

familiengeführten Konoba

Herr über ein reiches kulinarisches

Erbe. Seine beherzten Aktivitäten

motivierten das Kulturministerium,

die beeindruckende Konoba-Sammlung

seiner Familie als „geschütztes

kulturelles Erbe der Republik Kroa -

tien“ zu proklamieren.

Im kühlen, authentischen Weinkeller

lauschen wir Mikis Konoba-

Geschichten, ganz nebenbei stellt er

die vor allem von Seeleuten mitge-

führte Nahrung für die Vitamin-C-

Versorgung auf den Tisch: Motar –

Meerfenchel, eingelegt in Essig und

wie Salat zubereitet. Miki veröffentlichte

u. a. auch „Geschichten aus

der Konoba für Kinder“ – ein Dialog

zwischen Großvater und Kindern

mit dem Ziel, das Erbe weiterzugeben.

Tradition ist auch, ein Fässchen

im Geburtsjahr einer Tochter mit

süßem Prošek (dalmatinischer

Dessertwein – nicht zu verwechseln

mit italienischem Prosecco!) abzufüllen

und erst an ihrem Hochzeitstag

zu öffnen.

Namensgeber des geschützten

Markenzeichens für den hausgemachten

Wein und einst Nachbar

der Familie Bratanić war Matij

Ivanić, Anführer der Rebellion auf

Hvar gegen die Venezianische Republik

1510–1514. Die Erinnerung

an ihn und an den historischen Moment

der Befreiung bleibt auf dem

Etikett gewahrt.

GESTERN UND MORGEN

„Das Leben, wie wir es kennen, wird

morgen nicht mehr so sein“, sagt

Miki Bratanić und erhebt sein Glas

auf die Vergangenheit und die Zukunft.

Wir stoßen an und nehmen

uns vor, schon bald wieder diesen

magischen Ort auf dieser zauberhaften

Insel anzusteuern. Spätestens,

wenn es im September 2021 wieder

heißt: „Dani u Vali“ – Tage in der

Bucht. Denn es liegt auch an uns,

dieses Weltkulturerbe nicht in Vergessenheit

geraten zu lassen!

FOTO: BRATANIĆ

Historische Regatta in Stari Grad.

Nicht versäumen: Dani u vali 2021!

Stari Grad/Insel Hvar

Verband Cronaves (dient der Bewahrung des maritimen

kroatischen Erbes). è www.cronaves.com

Tourismusverband der Stadt Stari Grad:

è www.stari-grad-faros.hr

Ankommen. Der Hafen von Stari Grad bietet 40 Muring-

Plätze für Segelyachten bis 30 Meter auf 2,9 bis 5 Meter

Wassertiefe. An den 18 Bojen können bis zu drei Yachten

festmachen. Boote legen im Stadtzentrum vor dem Rathaus

an. Hafenamt Stari Grad Tel. +385 21 76 50 60,

Auskunft freie Liegeplätze Tel. +385 91 515 47 45.

Genießen. Kod barba Luke – Meeresfrüchtesalat, hausgemachte

Teigtaschen in liebevollem Ambiente mitten in

der Altstadt. è www.kodbarbaluke.com

Bar Bon Vivant – leckere Cocktails mit Blick auf das Hafenbecken.

è www.facebook.com/bonvivantcroatia/

Konoba Antika – Tintenfisch-Risotto im schönen

Obergeschoss mit Terrasse. è www.facebook.com/

antikabarandrestaurant/

Erleben. Konoba Bratanić. Die Sammlung der Familie ist

„geschütztes kulturelles Erbe der Republik Kroatien“. Ein

einzigartiger Ort und auf jeden Fall sehenswert. Organisierte

Besuche nur mit Voranmeldung (kein Restaurant,

keine Menügerichte): Vrbanj 35, Tel. +385 91 146 00 95

è www.konoba-bratanic.com

Nicht versäumen. Festival „Dani u Vali“ – Tage in

der Bucht. September 2021.

è www.croatia.hr

36 3/2020


Praxis-Tipps

für Charter-Skipper

FOTO: SHUTTERSTOCK

Eines ist amtlich: Es ist bis dato kein Meister vom Himmel gefallen. Und ich gebe

offen zu, ich habe in meiner fast 40-jährigen Segellaufbahn schon einiges erlebt.

Allerdings zeigt mir meine Erfahrung: Je klarer ich mit der Crew kommuniziere,

desto weniger troubles gibt es.

Wenn Probleme auftauchen

– Ruhe bewahren! Probleme

tauchen immer im

ungünstigsten Augenblick auf: Die

Genua lässt sich nicht einrollen, die

Ankerwinsch gibt beim Aufholen

der Kette den Geist auf, der Motor

springt in der Hafeneinfahrt nicht

an, in einer Legerwall-Situation

blockiert die Ruderanlage.

Es nützt nix, wenn der Skipper zu

brüllen beginnt, einen Schuldigen

sucht oder sich unten in seiner Kabine

einsperrt. Er muss handeln,

Punkt. Oft hilft, nach der Schrecksekunde

kurz durchschnaufen und sich

sein Lösungsschema in Erinnerung

rufen. Welche Mechanismen treten

in Kraft, wenn troubles auftauchen?

Mir hilft da ein Schema, das ich

nicht nur im Beruf, sondern auch an

Bord gut einsetzen kann:

Problem benennen (Was ist passiert?

Welche Gefahren kommen da

auf uns zu? Was könnte eintreten?) –

Lösungen suchen (Welche Lösungen

gibt es? Welche Alternativen sehe

GOTTFRIED

TITZL RIESER

ist Ausbildungs referent

des Yacht Club Austria,

dem größten Yachtclub

Österreichs. Er ist passionierter

Fahrtensegler

und hat insgesamt so

um die 20.000 See -

meilen in seinen Log -

büchern dokumentiert.

Sein Motto: „Die See ist

der beste Lehrmeister!“

kolumne@ocean7.at

Lassen Sie die Crew

ans Ruder, lassen

Sie navigieren – Sie

müssen nicht alles

selbst machen!

ich?) – Entscheidungen treffen –

Maßnahmen planen (Crew einteilen,

Leinen parat legen, Fender ausbringen)

– Plan ausführen.

Konflikte an Bord – aktiv werden!

Natürlich passieren immer wieder

Fehler. Einmal wird der Wind

und der Strom in der Schleuse falsch

eingeschätzt, dann wiederum fährt

der Rudergänger die Welle nicht optimal

an, ein anderes Mal wird ein

Boxentango aufgeführt – ja, die Liste

ist lang. Für den Skipper kann hier

nun eine fatale Situation entstehen.

Hat er das Manöver nicht ausreichend

erklärt? Die Crew überfordert?

Die Situation falsch eingeschätzt?

Jede Konfliktlösung

erfordert Mut und Klarheit. Es hilft

nicht, wenn sich der Skipper drüberschwindelt

und glaubt, die Crew

merkt das nicht. Zuerst ist es hilfreich,

das Manöver mit der Crew zu

besprechen. Nach der Analyse (so

und so war das, das und das ist passiert)

sollte der Blick in die Zukunft

gerichtet werden (Was kann beim

nächsten Mal besser laufen?). Am

aller wenigsten hilfreich ist eine

Pauschalbeschimpfung …

Teilhaben am Wissen! Segeln ist

keine Geheimwissenschaft, obwohl

manches dafür spricht: Es gibt eine

eigene Sprache, zum Eimer sagt man

Pütz und der Tampen ist das Ende

eines Taus, wobei das Ende selbst

eine Leine ist. Gerade die Navigation

auf der Karte ruft oft Verständnis -

losigkeit hervor und die Technik an

Bord ist auch nicht ohne. Wenn ich

beispielsweise erzähle, dass der Motor

nicht über das Zündschloss, sondern

mittels „Dieselzufuhr stoppen“

abgestellt wird, ernte ich immer

wieder große Augen. Erklären Sie

während des Törns Radeffekte,

Funktions weisen des Segels, wie das

Ruder funktioniert. Lassen Sie das

von der Crew ausprobieren, lassen

Sie die Crew teilhaben am Wissen.

Hilfreich ist, wenn Sie sich bei den

Crewmitgliedern erkundigt haben,

welche Erfahrungen sie mitbringen

und welche Erwartungen sie an diesen

Törn stellen. So können Sie sich

gut an der Crew orientieren. Natürlich

müssen Sie aufpassen, dass Sie

dabei nicht zu viel des Guten auf die

Crew niederlassen. Auch hier gilt,

immer wieder reflektiert zu agieren

und zu überprüfen, ob das Gesagte

ankommt – und auch gewünscht ist.

Die Crew fordern – Segeln ist

Teamarbeit! Der Skipper ist kein

Wunderwuzzi. Wenn Flaute und

herrliches Sommerwetter herrscht,

kann jeder das Schiff alleine steuern

und handeln. Sobald es aber zur Sache

geht, muss sich der Skipper auf

die Crew und auch umgekehrt verlassen

können. Das setzt natürlich

Vertrauen voraus – dieses muss man

sich aber erarbeiten, es entsteht nicht

von selbst. Lassen Sie die Crew ans

Ruder, lassen Sie navigieren – Sie

müssen nicht alles selbst machen.

Reden Sie beim Frühstück, wo es

heute hingeht, wie sich die Wetterlage

darstellt, informieren Sie über den

geplanten Kurs, die Wegpunkte, die

Kaps. Gehen Sie die Segelmanöver

durch, Wenden, Halsen, BOB-Manöver.

All das schweißt die Crew zusammen,

es entsteht ein „Wir-Gefühl“

– und das ist die halbe Miete.

Die Rolle des Charter-Skippers

ist nicht leicht und erfordert eine

ganze Bandbreite an Fähigkeiten und

Knowhow. Es genügt nicht, gern auf

dem Wasser und technisch versiert

zu sein. Man muss auch gern mit anderen

Menschen zusammen sein.

Last but not least: Man muss die

Menschen mögen, Geduld haben,

auf sie eingehen – und zudem imstande

sein, schnelle und begründbare

Entscheidungen zu fällen.

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Förderunwesen

EU, was tust du?

Fordern und Fördern ist ein gutes Konzept, auch in der Politik. Doch manche Förderpraktiken der Europäischen

Union sind durchaus kritisch zu hinterfragen – wie jene zur Förderung der griechischen Charterbranche, derzufolge

neue Yachten mit bis zu 50 % subventioniert werden sollen. Ein Gastkommentar von Friedrich Schöchl.

Du sollst nicht Euros nach

Athen tragen! Das würde

der griechische Dichter

Aristophanes sagen, wenn

er nicht schon vor 2.400 Jahren gestorben

wäre. Damals meinte er

Eulen, das Wappentier auf der Drachme

bis ins 21. Jahrhundert. Die Eule

war das Sinnbild für Klugheit und

Weisheit. Und davon gab es damals

offensichtlich von beidem genug.

Aber inzwischen ist nicht nur die

Drachme, sondern offenbar auch die

Weisheit und Klugheit weg. Zumindest

scheint dies in Brüssel der Fall zu

sein, wo in Bezug auf die neue Hilfs -

initiative, die dort zur Unterstützung

der griechischen Charterbranche

ausgearbeitet wurde, mancher, wenn

schon keine Eule, dann zumindest

einen Vogel hat.

Und zu dieser Meinung könnte man

kommen, nachdem publik wurde,

dass durch einen besonderen Fonds

der Kauf von Segelyachten zum Zwecke

der Vercharterung mit bis zu 50 %

des Kaufpreises subventioniert werden

sollten. Die Haltepflicht dieser

Yachten beträgt fünf Jahre, danach

können sie verkauft werden. Natürlich

gibt es auch scharfe Auflagen.

Diese Yachten sind nur förderungswürdig,

wenn sie mindestens sechs

Seemeilen außerhalb der Küste verchartert

werden.

Wir von Yacht-Pool beobachten

den Chartermarkt seit über 20 Jahren

aus Eigeninteresse sehr genau.

Denn seit dieser Zeit sichern wir die

Anzahlungen der Charterer gegen

den Verlust aus Zahlungsunfähigkeit

und damit Leistungsunfähigkeit der

Vercharterer ab. Um in den Genuss

einer solchen Absicherung gegenüber

den Charterern zu kommen,

haben Vercharterer, die diese Garantie

bieten wollen, jährlich ihre Bilanz

zur Überprüfung ihrer Bonität bei

uns einzureichen. Als Ergebnis dieser

permanenten Prüfung des größten

Teils des Marktes wagen wir zu

sagen, dass der weitaus überwiegende

Teil der griechischen Charterfirmen

über entsprechende Bonitäten

verfügt, für die wir mit unserem

Label Checked & Trusted auch die

selbstschuldnerische Bürgschaft in

Bezug auf die Kundenanzahlungen

übernehmen. Und dies ganz im

Gegenteil zu anderen Bereichen

der EU, wo die Marktverhältnisse

schwieriger sind. Insgesamt sehen

wir in unseren laufenden Beobachtungen

des gesamten europäischen

Chartermarktes, dass griechische

Firmen im Ländervergleich zu den

am besten aufgestellten zählen.

STARTHILFE FÜR EINEN

LAUFENDEN MOTOR?

Ein derartiger Markteingriff von

außen ist trefflich geeignet, gut ausbalancierte

Marktverhältnisse aus

dem Gleichgewicht von Angebot

und Nachfrage zu bringen. Es ist uns

deshalb auch bisher nicht gelungen,

bei unseren guten Partnern Stimmen

zu finden, die diese von der

Branche unerwünschte „Hilfsaktion“

befürworteten. Vielmehr wird von

vielen (zu Recht) eine desaströse

Marktverwerfung befürchtet.

Einen Turboeffekt bekommt die

ganze Aktion noch dadurch, dass bei

einem Eigenanteil von 50 % (fast)

jede Bank auch bereit ist, die restlichen

50 % zu finanzieren. Zu Recht

38 3/2020


ist deshalb davon auszugehen, dass

nicht nur Charterunternehmer, die

in ihrer Vision die Entwicklung der

Charterbranche aus der Vergangenheit

einfach in die Zukunft projizieren,

sondern eben auch Menschen,

die mit dem Charterbusiness nichts

am Hut haben, aber sich mit einem

Schiff, das sie zum halben Preis und

einer Finanzierung zu heutigen

Zinskonditionen bekommen, sich

allein schon mit dem Verkauf des

Schiffes nach fünf Jahren eine Top-

Marge ausrechnen oder selbst Eigner

zum Spottpreis werden.

Kenner des Marktes wissen zudem

auch, dass bereits heute die

Marinas einen entscheidenden Engpass

der Erweiterung des Chartergeschäftes

darstellen. Gefördert werden

durch diese Aktion auf alle Fälle

die Hersteller von Charter yachten.

Die sitzen aber nicht in Griechenland

und sind – mitunter dank

Hurrikan „Irma“, der 2017 in der

Karibik einen beachtlichen Teil der

Charter yachten zerstört hat – mehr

als ausgelastet. Im Übrigen ist mit

einer Zunahme von Charteryachten,

die von Kroatien nach Griechenland

verlegt werden sollen, zu rechnen –

denn da gibt es bereits ein massives

Überangebot. Ein Ungleichgewicht,

mit dem sich dort bereits eine bedenkliche

Marktentwicklung abzeichnet.

ZUM NACHTEIL ALLER

Es gibt vielleicht nicht genug Euros

in Athen, aber auf alle Fälle genug

Yachten in Griechenland. Als überzeugter

Europäer wünsche ich mir

sehr, dass „Hilfsaktionen“ dieser Art

einer profunden Prüfung unterzogen

werden, damit zumindest den

vermeintlich zu Helfenden nicht geschadet

wird. Denn die bestehenden

Charterfirmen und deren Investoren

haben ihre Schiffe ohne Subvention

angeschafft und haben diesen

Anschaffungspreis über entsprechende

Einnahmen zu amortisieren.

Subventionierte Yachten erscheinen

nun auf dem Markt mit der

Härte des Amortisationsbedarfs und

drücken damit das gesamte (noch)

zufriedenstellende Preis- und

Ertrags niveau. Das Endergebnis

wird bei einer künstlichen, nicht

nachfrage orientierten Investition zu

einem unnatürlichen Überangebot

führen – zum Nachteil aller.

Die Ironie besteht übrigens darin,

dass es bereits jetzt einen Engpass

an Liegeplätzen in Griechenland

gibt, über diese Aktion aber hauptsächlich

Katamarane geordert

werden, die per se den doppelten

Liegeplatzbedarf haben. Ein Engpass,

der auch sein Gutes hatte.

Denn so konnte zwangsweise ein

Überangebot wie in Kroatien nicht

entstehen.

Angeblich sollen bereits 500 Yachten

bestellt sein und 50 dieses Jahr

sowie weitere 200 nächstes Jahr ausgeliefert

werden – insgesamt soll das

Förderprogramm bis zu 1.200 Yachten

vorsehen. Trifft dies zu, dann ist

zu erwarten, dass sowohl die Branche

als auch die Investoren empfindlichen

Schaden erleiden.

Die Branche, weil ein Überangebot

die Preise drückt, worüber sich

der Charterer nur kurzfristig freuen

kann, denn auf kurz oder lang wirken

sich Dumping-Preise auch auf

den Instandhaltungszustand der

Yachten aus, wie wir das bei manchen

Charterbetreibern bereits

deutlich feststellen können. Und

sollte die Aktion Erfolg haben,

würden natürlich die Liegeplatzgebühren

entsprechend ansteigen,

was sich letztlich wieder auf die

Charterpreise auswirken muss.

Die Investoren werden feststellen,

dass auch eine „günstig“ erworbene

Charteryacht jährliche Kosten verursacht.

In der Praxis kann das Schiff

sinnvollerweise nur über einen bestehenden,

gut eingeführten Charterbetreiber

vermarktet werden. Nur

er hat den entsprechenden Marktzugang

und ist in der Lage, das Schiff

auch technisch korrekt zu warten.

Kosten die die Einnahmen des Eigners

deutlich schmälern.

DIE LETZTEN BEISSEN

DIE HUNDE

Ob und wieviel mit einer Investition

in eine Charteryacht verdient

werden kann, lässt sich seriös erst

nach Ablauf der Investitionsperiode,

also nach Verkauf des Schiffes und

des dabei erzielten Restwertes, ermitteln.

Es ist zu erwarten, dass es

nach der praktischen Erfahrung der

i. d. R. (noch) branchenfremden

Investoren zu vorzeitigen Verkäufen

kommt – und die Letzten beißen

bekanntlich die Hunde.

Wenn ich auf der anderen Seite

die Flüchtlingskinder im Schlamm

der griechischen Flüchtlingslager

sehe, wo dieses Geld bitter nötig

wäre, fällt es mir schwer, nicht in

heiligen Zorn zu verfallen!

TROJANISCHES PFERD

Meine oben ausgeführten Gedanken

entstammen übrigens noch aus der

Zeit vor Corona. Verschärft durch

die Pandemie entpuppt sich diese

ökonomische Fehlkonstruktion jetzt

schon als Trojanisches Pferd für

Griechenland: Kaum ins Land gelassen,

liegt die Charterbranche brach.

Die Investoren aber haben sich teilweise

bereits hoch verschuldet, und

die Kosten laufen …

Die Hunde werden somit nicht

nur die Letzten, sondern schon die

Ersten beißen. Für die betroffenen

Spieler mit dem schnellen Geld eine

wahrlich griechische Tragödie.

FRIEDRICH SCHÖCHL

ist Skipper aus Leidenschaft,

Erfinder der

Skipper-Haftpflichtversicherung

und

Gründer der Versicherungsgesellschaft

Yacht-Pool.

kolumne@ocean7.at

FOTO: GERNOT WEILER

„ Wenn ich auf der anderen Seite die Flüchtlingskinder im Schlamm

der griechischen Flüchtlingslager sehe, wo dieses Geld bitter nötig

wäre, fällt es mir schwer, nicht in heiligen Zorn zu verfallen!“

3/2020 39


Vorwindkurs

Wing of Change

Vorwindsegel sind unter Regatta-Sportlern ein ebenso heißes Thema wie unter Blauwasserseglern.

Produkte gibt es viele – und einige heben sich deutlich von den anderen ab. So auch der Wingaker,

wie Händler Lothar Weber aus Grödig bei Salzburg im Interview erklärt.

Lieber Lothar, was ist der Unterschied

zwischen dem Wingaker und anderen

aerodynamischen Vorwindsegeln?

Der Wingaker ist das optimierte

Vorwindsegel mit Auftriebselement,

entstanden aus einer ganzen Reihe

von Entwicklungsschritten.

Ein Segel mit Flügel, wer kam

denn auf diese Idee?

Die Idee hatte in den 1990er-Jahren

Hartmut Schädlich, ein Berufsskipper.

Aus der bloßen Idee entwickelte

der diplomierte Luftfahrzeugtechniker

Manfred Kistler mit Hilfe aufwändiger

Windkanalversuche bei

Daimler Benz das Parasail.

Welches Prinzip steckt dahinter?

Während beim frei umströmten

Flügel des Parasails ein guter Teil

der anströmenden Luft durch die

Öffnungen im Segel verloren geht,

leitet das Auftriebselement im

Wingaker die anströmende Luft in

idealer Weise nach unten um und

erzeugt damit Auftrieb. Dieses Prinzip

eines Flügels, der zum Vortrieb

eines Spin nakers auch noch eine

Auftriebskomponente beisteuert,

wurde im Wingaker optimiert.

Die Vorteile?

Windkanalversuche bestätigten die

überlegene Wirkungsweise dieser

Idee mit einem verbesserten Luftwiderstandsbeiwert

und damit besserer

Performance. Ein weiterer

Vorteil liegt in der sogenannten

„single skin“-Bauform, also die

Gestaltung des Auftriebselements

aus nur einer Tuchlage: Beim

Bergevorgang muss keine Luft

entweichen, ein Win gaker lässt

sich ebenso gut bergen wie ein

herkömmlicher Spinnaker.

Idealer Einsatzbereich?

Gerade im Leichtwindbereich, also

der Domäne des Spinnakersegelns,

setzt der Wingaker neue Maßstäbe.

Welche Referenzen …

Die überlegene Leistung des Wingaker-Prinzips

wurde schon bei

diversen Wettfahrten unter Beweis

gestellt, z. B.: Gesamtsiege MOCRA

Kornati Cup 2019, 2018, 2016, 2015,

2014; ARC Transat lantik Regatta

2019 1. und 2. Platz Mul tihull B,

3. Platz Multihull A.

Segeln mit Auftrieb vor dem Wind

„ Der Wingaker ist

das optimierte

Vorwindsegel mit

Auftriebselement.“

Lothar Weber, Händler weltweit.

Wie nutzt du selbst Wingaker?

Immer! Egal ob Urlaubsstörn, Überstellung

oder Regatta: Ohne Wing -

aker geht nix. Die Gutmütigkeit sowie

die einfache Handhabung beim

Setzen und Bergen mit dem Bergeschlauch

ermöglicht mir den Einsatz

auch bei unerfahrener Crew

und selbst einhand.

Der Wingaker ist erhältlich als „Performance“-Version für den ambitionierten Fahrten segler

und in der „Performance Sport“-Version z. B. für den Regattasport. Bergeschlauch ist Option.

è www.wingaker.com

Die Kappe des Wingaker

steuert zum Vortrieb auch eine

Auftriebskomponente bei.

40 3/2020


SEGELYACHTEN

Tipps, Trends & Neuheiten

Elans Porsche

ELAN GT6. Für

sein neues Flaggschiff

hat sich Elan Unterstützung

aus Österreich geholt: Das

Außen- und Innendesign der GT6

stammt vom in Zell am See ansässigen

Studio F. A. Porsche, das für die

Slowenen auch schon Ski gestaltet

hat. Die 49 Fuß lange GT6 ist neben

der sechs Fuß kürzeren GT5 das

zweite Modell der Gran Turismo-

Reihe, die für komfortabel ausgestattetes

Cruisen in sportlich-eleganter

Ausformung steht. Standardmäßig

wird das neue Modell mit zwei Doppelkabinen

und Nasszellen ausgeliefert.

Das sehr aufgeräumt wirkende

Deck (Schoten und Fallen laufen

weitestgehend unter Deck) besitzt

zahlreiche Stauräume, darunter eine

begehbare Segellast im Bug und eine

Dingi-Garage im Heck.

è www.elan-yachts.com

Attraktives vom Attersee

A-YACHTS. Neben der bewährten

a33 und der Konzeptstudie a39 hat

A-Yachts auf der Boot Tulln auch die

neue a27 vorgestellt. Bei den innovativen

Daysailern werden hervorragende

Segeleigenschaften und einfache

Handhabung durch das italienische

Styling sowie die Verwendung edler

Baumaterialien wie Carbon ergänzt.

Nach Ende der aktuellen Ausgangsbeschränkungen

sind Probefahrten mit

der a27 und a33 auf dem Attersee

möglich. Bis dahin kann auf der Website

der Werft schon einmal ein virtueller

Rundgang gemacht werden.

è www.a-yachts.info

a33 im Heimatrevier.

So fliegt der Kat.

Günstig fliegen

BEFOIL 16 SPORT. Mit der vor zwei

Jahren erschienenen Befoil 16 setzte

die in der Bretagne beheimatete Werft

auf einen kleinen, foilenden Kat, der

nicht auf Hochgeschwindigkeit, sondern

auf einfaches Handling getrimmt

ist. Nun wurde die Sportversion des

fliegenden Zwergs vorgestellt. Leichtere

Materialien sowie sportlichere

Linien und Ausstattung sorgen dafür,

dass sich beide Rümpfe ab einer

Wind stärke von acht Knoten auf die

Foils stellen. Der Basispreis ab Werft

beträgt € 20.825,– netto, einen Händler

in Österreich gibt es noch nicht.

è www.befoil.com

Großes Vorbild

HYLAS H60. Hylas feierte auf der

Miami Boat Show die Weltpremiere

seiner H60, die für Taiwans Pre -

mium werft die Mittelklasse markiert.

Die Langfahrt-taugliche und von

zwei Personen leicht zu bedienende

Segelyacht wurde von der argentinischen

Design-Legende Germán Frers

entworfen und soll als Vorlage für

Hylas’ neue Modelle in den nächsten

Jahren glänzen. Die sehr luxuriöse

Innenausstattung gestaltete das Mailänder

Studio Hot Lab. Erhältlich ist

die 18-Meter-Yacht mit drei oder vier

Gästekabinen, dank Semi-custom-

Bauweise kann gezielt auf Kundenwünsche

eingegangen werden.

è www.hylasyachts.com

H60 rockt!

FOTO: BILLY BLACK

3/2020 41


Nautitech 46 Open

42 3/2020


High Fly

Der Katamaran-Markt konnte in den letzten Jahren enorme Zuwächse

verbuchen, auch bei Nautitech in La Rochelle sind die Auftragsbücher voll.

Die Franzosen verfügen über eine gute Modellbasis, auf der sie ihre neuen

Yachten aufbauen und ständig verbessern können. In Cannes nahmen wir

die neue Nautitech 46 Open unter die Lupe.

Text STEFAN DETJEN | Fotos WERFT

Kat-Spezialist Marc Lombard

hat mit der Nautitech-

Linie einen guten Wurf gelandet,

der sich auf dem

Meer und in der Verkaufsstatistik

hundertfach bewährte. Die erfolgreichen

40er wurden auf 46 Fuß

vergrößert und sind als Open- und

als Fly-Variante erhältlich.

Mit neuem (alten) Namen und

neuem Logo haben sich die französischen

Bootsbauer Nautitech

Catamarans frisch aufgestellt und

treten wieder als eigenständiges

Unternehmen auf, das aber immer

noch mit den Kollegen aus Giebelstadt

zusammenarbeitet. Mit der

Rückbesinnung wurden auch die

Modelle nochmals überarbeitet.

Wir segelten einen Probeschlag auf

der 46 Open Fly durch die Bucht

vor der Croisette in Cannes.

Eine größere Yacht zu testen

macht immer Spaß, hier ist der erste

Eindruck beim Betreten übers Heck

zusätzlich noch mit den guten Er -

innerungen an die kleinere Schwester

geprägt. Jetzt gibt es noch mehr

Platz, noch mehr Open-Lebensraum.

Was geblieben ist, ist die

Verbindung oder besser gesagt Verschmelzung

von innen und außen,

wobei dem Cockpit fast mehr Platz

als dem Salon eingeräumt wird.

Und das ist gut so – das Leben

auf dem Wasser soll ja möglichst

draußen stattfinden.

Wie bei der kleineren Open-

Version finden sich auch hier die

Steuerstände in den Hecks. Die Sitze

fallen jetzt etwas bequemer aus, auf

der 40er waren sie etwas knapp bemessen,

neu finden auch zwei Personen

darauf Platz. Die weit achterliche

Position der Steuerstände ist

ideal zum Segeln, bei Hafenmanövern

braucht es etwas Übung, die

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Nautitech 46 Open

Augenfällig die charakteristische

Formgebung

der Nautitech 46. Kat-

Designer Marc Lombard

hebt sich mit seinen

präg nanten Linien von

den eher rundlichen

Formen der Konkurrenz

deutlich ab.

Distanzen in der Diagonale gut einzuschätzen.

Dann ist der Arbeitsort

auf der Flybridge ideal, wo man

einen perfekten Rundumblick hat.

Doch damit klettert auch der Großbaum

weiter den Mast hinauf und

verringert die Segelfläche. Man

kann eben nicht alles haben im

Leben!

Bei der Fly-Version entfallen die

beiden Steuerstände im Heck, somit

steht noch mehr Freiraum für den

bequemen Abstieg zu den Badehecks

zur Ver fügung.

FORMSACHE

Augenfällig ist die charakteristische

Formgebung der Nautitech 46.

Schon länger hat sich Marc Lombard

mit seinen prägnanten Linien

von den eher rundlichen Formen

der Kat-Konkurrenz abgehoben.

Mit markanten Knicks und Kanten

macht dieser Kat eine sportlichdynamisch

gute Figur. Bei der Konstruktion

erlauben diese Formen

eine höhere Steifigkeit der Rümpfe

und eine höhere Raumausnützung.

Der Lombard-Trick: Auf Höhe

der Wasserlinie werden die Rümpfe

sichtlich schmäler. Der benetzte Teil

verringert sich dadurch beträchtlich,

die Hydrodynamik kann gesteigert

werden. Das erklärt auch,

wieso die Nautitech-Kats trotz vergleichsweise

kleiner Segelfläche

trotzdem eine sehr gute Performance

im Segel modus haben.

Bereits wenig Wind reicht fürs

Vorwärtskommen, sehr schön

auch das sensible Steuerfeeling

selbst bei niedrigen Beaufortzahlen.

Das Salonlayout wurde gegenüber

den Vorgängermodellen optimiert.

Neu schaut man beim Arbeiten in

der vergrößerten Pantry nach

achtern, aber das ist durchaus sympathisch

und gewollt, da man dadurch

mit den Leuten im Cockpit

in regem Kontakt bleibt und das

Auf- und Ab decken sich auf kürzeste

Wege beschränkt. Auch bei

der Einrichtung wurde nicht gegeizt

und nur hochwertige Küchengeräte

eingebaut.

Die Navi-Ecke hat die Seite gewechselt

und befindet sich jetzt an

Steuerbord, optisch und praktisch

schön gestaltet und sofamäßig mit

einer Kurve um den Mast in den

Sitzteil integriert. Von hier aus

kann man auch gleich einen prüfenden

Blick aufs Groß werfen,

was den Lukenfenstern im Dach -

teil zu verdanken ist.

Hier kommt hochwertiges

Wohnfeeling auf, elegante Chromstahllehnen

an den Sofas und formschöne

Schränke mit praktischen

Fächern passen perfekt ins gepflegte

Ambiente. Die Holzarbeiten profilieren

sich mit runden Kanten,

sehr schön passt der eher dunkel

gehaltene Holzton zu den beigen

Polster bezügen. Der ausklappbare

44 3/2020


„ Auf Höhe der Wasserlinie werden die Rümpfe sichtlich

schmäler. Der benetzte Teil verringert sich dadurch

beträchtlich, die Hydrodynamik kann gesteigert werden.“

Die Nautitech 46 Open

in der Fly-Version steht

für Open-Air-Abenteuer

auf vielen Ebenen.

Salontisch ist höhenverstellbar,

dient also wahlweise als Coffee

Table oder als Esstisch.

Doch erst wenn man die Stufen

zu den Lebensräumen in den beiden

Kufen hinuntersteigt, erhöht

sich die Achtung vor den Innengestaltern

von Reseo Design. Kaum

zu glauben, wie geschickt hier

Raum geschaffen und ausgenützt

wurde. Kein Engegefühl in den

Doppelkabinen dank luftiger Seitenfenstern,

sogar auf der Kopfseite

bringt ein Lukenfenster noch mehr

natürliches Licht in die Gemächer.

Die Eignerkabine setzt sich in eine

Art Homeoffice fort.

Das Bad ist unterteilt durch eine

Glasfront in Bad und Dusche, das

Design glänzt hier mit zwei stylischen

ovalen Waschbecken auf

dunklen Holzmöbeln. Hohe Spiegelkästen

verdoppeln effektvoll

den Raumeindruck und die vielen

Schränke und Ablageflächen lassen

auch für die Damen an Bord keine

Wünsche offen.

ERFAHRUNGSSACHE

Beim folgenden Rundgang wird

fast überall klar, dass die Feedbacks

aus der Praxis umgesetzt wurden.

Über 200 Nautitech-Kats wurden

bereits ausgeliefert, das ergibt einen

respektablen Erfahrungspool, der

den Bootsbauern in La Rochelle

wichtige Verbesserungshinweise

liefert. Insgesamt macht die 46er

einen sehr ausgereiften Eindruck,

auch das Bewegen an Bord ist eine

„runde“ Sache, es gibt keine Engpässe

oder kritischen Passagen zu

meistern. Auch die Treppenstufen

auf das Roof-Dach wurden verbessert,

diese waren bei den alten

Modellen noch etwas tricky.

Das überdachte Cockpit (oder

soll man sagen Wohnzimmer?)

eröffnet Sitzplätze in Hülle und

Fülle. Über den Daumen gepeilt

können sich hier locker zwölf

Personen niederlassen, mit Klappstühlen

noch eine Handvoll mehr.

Dementsprechend großzügig

dimensioniert ist der Outdoor-

Kühlschrank.

Genauso souverän wurden auch

die Relax-Zonen verfeinert. Der

schöne Rundumblick aus dem

Salon ist geblieben, das Switchen

von außen und innen geschieht fast

übergangslos. Die Genießer zone

auf dem Vorschiff wurde mit zusätzlichen

Polstern, Abstellfäche

und Gläserhalter in einen einladenden

Lounge-Teil verwandelt. Wer

sich hier einmal niedergelassen hat,

steht so schnell nicht mehr auf …

KOMMANDOSACHE

Auch dem arbeitenden Teil der

Crew wird der Job nicht allzu

3/2020 45


xxxxx xxxx

Der schöne Rundumblick

aus dem Salon

ist geblieben, die

Eignerkabine setzt

sich in eine Art Homeoffice

fort, das Bad ist

unterteilt durch eine

Glasfront in Bad und

Dusche.

schwer gemacht. Wie erwähnt ist

die Steuerposition perfekt platziert

und der Sitz höchst komfortabel.

Da die Motorhebel nur auf der

Steuerbordseite platziert sind, gilt

es, diese Tatsache bei Hafenmanövern

einzubeziehen. Bekanntlich

steuert sich ein Kat am besten mit

den beiden Motoren. Die zwei

Volvo-Aggregate mit jeweils 40 PS

haben kein Problem, die Nautitech

auf ihren schnittigen Kufen in

Schwung zu bringen und bei munteren

sieben Knoten übers Wasser

zu pushen. Wer mehr Power möchte,

kann die 2 x 50 PS-Version ordern,

aber dieses Geld kann man

sich getrost sparen.

Die Saildrive-Konfiguration

glänzt beim Segeln mit wenig

Widerstand. Der Zugang zu den

Mo toren geht über das Achterdeck.

Das ausgestellte Groß ist ein

Fullbatten-Modell und steht perfekt.

Das Handling des laufenden

Gutes ist logisch, absolut sinnvoll

und frei von jeglichem Schnickschnack.

Wenden und Halsen sind

dank Selbstwendefock ein Kinderspiel

und können vom Steuermann

oder der Steuerfrau im Alleingang

absolviert werden.

Rollt man jetzt noch den Gennaker

am Bugspriet aus, kommt

Leben ins Haus. Bei acht Knoten

Wind und etwas Abfallen leuchten

formidable sechs Knoten auf dem

Anzeigendisplay auf.

Nautitech 46 Open

Länge ü. a.

Länge Wasserlinie

Breite

Tiefgang

Gewicht

Motor


Treibstoff

Wasser

13,79 m

13,71 m

7,54 m

1,45 m

ca. 10,8 t

Diesel, Saildrive

2 x 40 PS Volvo Penta

2 x 300 l

2 x 300 l

Kabinen 3/4–2

Kojen 6–8

Groß Fullbatten 76 m²

Selbstwendefock 38 m²

Architekt

Innendesign

Marc Lombard

Roseo Design

Nettopreis 46 Open ab € 455.000,–

Nettopreis 46 Open Fly ab € 465.000,–

Nautitech Catamarans, 17300 Rochefort (FR)

è www.nautitechcatamarans.com

Händler: Yachten Meltl, 83233 Bernau am Chiemsee (D)

è www.yachten-meltl.de

DIE PREISFRAGE

Nautitech hat das Open-Konzept

bei den Katamaranen erfolgreich

initiiert und perfektioniert. Und

La Rochelle ist traditionell die erste

Adresse für alle, die sich rassige,

schnelle und trotzdem komfortable

Kats zu fairen Preisen wünschen.

455.000 Euro plus Steuer werden

für die Open-Version fällig. Für

nur 10.000 Euro mehr darf man die

Fly-Ausführung sein Eigen nennen,

mit dem Genuss einer zusätzlichen

Relaxzone (u-förmiger Sitzbereich

mit Tisch) hoch über dem Wasser –

und unendlichem Hochgefühl.

„ Zwei Volvo-Aggregate mit jeweils

40 PS haben kein Problem, die

Nautitech in Schwung zu bringen.“

46 3/2020


Die 1017 GT kann in Port

Grimaud getestet werden.

Vom Traunsee an die Côte d’Azur

FRAUSCHER. Vom Salzkammergut

über Mallorca an die französische

Riveria: Nach den Standorten am

Traunsee und in Port Adriano hat die

Frauscher Bootswerft nun in Port

Grimaud eine dritte Niederlassung

eröffnet. Der in der Nähe von Saint-

Tropez gelegene Hafenort ist nicht nur

ein beliebter Touristenmagnet, sondern

auch Treffpunkt für Bootslieb -

haber aus aller Welt. Stefan Frauscher,

in der Geschäftsführung zuständig für

den Verkauf, betreut die französische

Niederlassung und erklärt: „Wir wollen

noch näher an die internationalen

Kunden, die ein sportliches Boot mit

herausragendem Design gepaart mit

erstklassigem Service suchen. Den

Wunsch vieler Interessenten, spontan

mit dem Boot an die Strände vor

Saint-Tropez oder nach Cannes zu

cruisen, können wir mit dem Standort

in Port Grimaud optimal bedienen.“

è www.frauscherboats.com

Genießen Sie Bootstouren ohne Summen und

Surren. Der Spirit 1.0 mit abnehmbarer

Lithium Polymer Batterie ist mit einem 3 PS

Benzin-Außenborder vergleichbar.

C:95 M:60 Y:0 K:0 R:0 G:102 B:204

ab € 1.699

empf. VK inkl. Ust

Kroatische

Tochter

BOOTE RIEDL. Unter dem Firmennamen

Nautika Riedl d.o.o. betreibt

der Klagenfurter Motorboot-Spezialist

Boote Riedl schon seit neun Jahren

drei Stützpunkte in Kroatien – in

der Marina Nautica in Novigrad, der

D-Marina Dalmacija in Sukošan (beide

Verkauf und Service) und in der

SCT Marina in Trogir (nur Service).

Die Zentrale liegt in Novigrad, wo

praktisch sämt liche Arbeiten rund

ums Schiff (Holz, GFK, Tapezierung,

Elektronik, Umbauten, Antifouling

…) angeboten werden.

è www.boote-riedl.at

Alex und Conny

Riedl sowie Nautika

Riedl d.o.o.-

Geschäftsführer

Danijel Tunjic.

Elektro-Außenborder Navy 3.0 und Navy 6.0.

Wählen Sie zwischen Pinnensteuerung und

Fernschaltung. Vergleichbar mit 6 PS und 9,9PS

Benzin Außenborder.

Ein RIB für alle Fälle

ONDA 341P. Basierend auf einen

Rumpf, der für militärische Zwecke

eingesetzt wurde, hat die griechische

Werft Onda Tenders mit der Onda

341 einen Allwetter-Allzweck-RIB

für den Freizeitbereich entworfen.

Die Kunden können zwischen einer

Vielzahl von Layouts und Motorisierungen

(bis 2 x 400 PS) wählen.

è www.ondatenders.com

341P: Mit oder ohne

Hardtop erhältlich.

ab € 2.499,-

empf. VK inkl. Ust

Alltechnik Handelsges.m.b.H

Rheinboldtstrasse 11-13, A-2362 Biedermannsdorf bei Wien

+43 (0)2236 64676 -0 +43 (0)2236 64676-76

@office@allroundmarin.at www.allroundmarin.com


Sicher an Land

Aus dem Wasser,

aus dem Sinn?

FOTO: SHUTTERSTOCK

Eine längere Auszeit, ein umfangreicher Umbau der Yacht oder gar geltende

Einschränkungen zur Bekämpfung einer Pandemie: Gründe, das eigene Boot

für eine gewisse Zeit an Land zu lassen, kann es viele geben. Doch bedeutet

keine Nutzung auch kein Risiko? Ein häufiger Irrtum, weiß Cornelia Schifter

von Pantaenius Yachtversicherungen. Sie zeigt auf, warum gerade an Land

probater Versicherungsschutz wichtig ist.

CORNELIA SCHIFTER

Geschäftsführerin

Pantaenius Österreich

è www.pantaenius.at

Auch, wenn Sie die Yacht nicht

nutzen können, sollte eine

Kasko- und eine Haftpflichtversicherung

aktiv sein. Die meisten

und vor allem die großen Schäden

haben erfahrungsgemäß nichts mit

der Nutzung der Yacht zu tun. Feuer,

höhere Gewalt oder auch Einbruch/

Diebstahl/Vandalismus sind Risiken,

denen man ganz besonders an Land

– egal, ob in der Halle, im Freilager

oder am Liegeplatz im Wasser – ausgesetzt

ist.

An Land stehen Yachten zudem

meist dicht an dicht. Fällt eine benachbarte

Yacht infolge einer starken

Böe um oder geht von dieser

ein Feuer aus und man erleidet dadurch

Schaden, möchte man meinen,

dass der Schaden am eigenen

Boot durch die Haftpflichtversicherung

des Nachbarliegers gedeckt ist.

Das gilt aber nur, wenn der Yachteigner

als geschädigter Anspruchsteller

das Verschulden seines Nachbarn

nachweisen kann. Bei Feuer

kann es sich um Brandstiftung handeln,

Yachten kippen oft auch durch

höhere Gewalt um. Da hilft nur die

eigene Kaskoversicherung.

Für Schäden an benachbarten

Schiffen sieht der Gesetzgeber eine

sogenannte „Verschuldungshaftung“

vor. Demnach muss zunächst geklärt

werden, ob dem Schadenereignis ein

schuldhaftes Verhalten vorausging,

ob der Bootseigner also aufgrund gesetzlicher

Haftpflichtbestimmungen

in die Verantwortung genommen

werden kann oder nicht. Handelt es

sich bei der wahren Schadens ursache

um einen Sturm oder eine Naturkatas

trophe, kann der Geschädigte

die Haftpflichtversicherung des

Nachbarn also gar nicht in Anspruch

nehmen. Sicherheit bietet da nur die

eigene Kaskoversicherung.

Der Abschluss einer solchen auch

über die Saison hinaus ist daher

dringend ratsam. Natürlich gilt das

Schadensrisiko umgekehrt genauso,

neben der Kaskoversicherung gehört

deshalb auch eine eigene Haftpflichtversicherung

ins Portfolio.

LIEGEND AN LAND

Es gibt die Möglichkeit, die Kaskoversicherung

einzuschränken. Z. B.

als „Stilllieger“, wenn das Boot über

ein paar Jahre nicht genutzt wird.

Die „Stillliegedeckung“ gilt jedoch

nur an Land und muss für mindestens

zwölf Monate umgestellt sein

(auf die Haftpflichtver sicherung hat

das keinen Einfluss). Doch Vorsicht:

„Stillgelegt ist still gelegt! Bei einer

Pandemie beispielsweise weiß man

nie, wie lange sie anhält. Wurde die

Yacht aber schon zu Wasser gelassen,

dürfen weder Eigner an Bord noch

gilt der Kaskoversicherungsschutz.

Auch Eigner, die ihre Yacht verkaufen

wollen und daher über die

Einschränkung ihrer Kaskoversicherung

nachdenken, sollten bedenken,

dass ein potenzieller Käufer das

Schiff wohl probesegeln möchte.

Wer zeitaufwändige Arbeiten an

seiner Yacht plant, dem wäre eine

Einschränkung auf das Aus- und

Kasko- und Haftpflichtversicherung dienen ganz

besonders auch der Absicherung der Yacht an Land.

Umbauen zu empfehlen. Hierbei

handelt es sich ähnlich wie bei Stillliegern

um eine Kaskovariante mit

eingeschränkter Deckung, bei der

aber der Versicherungswert nicht als

feste Taxe fixiert wird. Das ist bei

steigendem Wert in der Bau- oder

Restaurierphase sinnvoll. Bei privat

vorgenommenen Arbeiten können

außerdem auch Einbaumaterialien

und Werkzeug mitversichert werden.

Ob Stilllegung oder umfangreiche

Aus- und Umbauarbeiten: Wer seine

Yacht für längere Zeit an Land hat,

sollte auch seine Haftpflichtdeckung

aufrechterhalten. Besonders wenn

die Yacht im Umfeld Dritter steht, ist

diese Versicherung von Bedeutung.

Nicht nur, um im Schadensfall etwaige

Fremdforderungen zu befriedigen,

sondern auch, um ungerechtfertigte

Ansprüche Dritter abzuwehren.

Wir von Pantaenius bearbeiten übrigens

jedes Jahr mehr als 6.000 Schadensfälle.

Ein beträchtlicher Teil der

Schäden wäre bereits mit einfachsten

Präventionsmaßnahmen vermeidbar

gewesen. Detaillierte Präventionstipps

haben wir online aufbereitet:

è www.pantaenius.at/praevention

48 3/2020


Marex 360 Cabriolet Cruiser

Offen

Legung

Ein großes Cockpit, viel Cabrio-Feeling, hohe Seetüchtigkeit, pfiffige Innovationen und

maßgeschneiderte Details: Bei den Testfahrten auf dem Zernsee bewies die Marex 360 CC

(Cabriolet Cruiser), dass sie aus sehr guten Gründen zur Siegerin des

Best of Boats Awards 2019 in der Kategorie Familienboote gekürt wurde.

Text STEFAN GERHARD | Fotos KERSTIN ZILLMER, WERFT

3/2020 49


Marex 360 Cabriolet Cruiser

FOTO: KERSTIN ZILLMER

Marex Open: Das Softtop-Dach

lässt sich auch ganz entfernen.

Offene Wohnlandschaft mit freiem

Rundumblick auf dem Wasser.

Mare Rex, also „König der

Meere“ nennt sich die in

Südnorwegen beheimatete

Werft recht selbstbewusst und zumindest

bei der Marex 360 CC trifft

der Name sehr ins Schwarze. Das

neueste Modell der Norweger gewann

letzten Oktober den Best of

Boats Awards bei den Familienbooten,

ist also so etwas wie der offiziell

gekrönte König der Family-Cruiser.

Gefallen hat der Jury vor allem

das Deckkonzept: Da auf einen

Salon verzichtet wurde, bietet das

Boot ein für die 12-Meter-Klasse

riesiges Cockpit. Ansprechend ist

neben der Größe auch die Einrichtung,

etwa die runden Hecksitzbänke,

in deren Ecken man sich schön

hineinkuscheln kann. Eine stabile,

mit Holz belegte Reling macht den

Unterschied zu anderen Herstellern

augenfällig: Alles ist solide, schön

und seetauglich.

So geht es weiter: Die Norweger

haben ihr Flaggschiff mit raffinierten

Detaillösungen gespickt, an denen

man seine Freude hat. Zum

Beispiel in der Küche. Direkt hinter

dem klassisch an Steuerbord gelegenen

Fahrstand sind unter der

großen Arbeitsplatte der riesige

Kühlschrank und ein separater

Weinkühler platziert. Die eigentliche

Pantry befindet sich an Backbord.

Verbinden lassen sich die

beiden Küchenbereiche durch ein

klappbares Brett, das den Salon vom

Steuerstand trennt und als Verlängerung

der Arbeitsfläche genutzt

werden kann.

„Die Marex-Boote sind quasi handgemacht, daher kann

auch die Anordnung der Instrumente zusammen mit

der Werft vor dem Kauf festgelegt werden.“

Ein klappbares Brett ver bindet

die beiden Küchenbereiche.

Eignerkabine mit

gepflegter Lektüre.

PFIFFIG ÜBER UND UNTER DECK

Als echtes Cabrio hat die Marex 360

CC ein Softtop-Dach, das auf ganzer

Deckshaus-Breite komplett

nach hinten gefahren werden kann.

So wird aus der geschlossenen

Motor yacht ein offenes Boot mit

Nah kontakt zu Wind und Sonne.

Sehr pfiffig auch die Gestaltung

der Mittschiffskajüte, die ja leider

in dieser Klasse allzu oft Platzangst

auslöst. Bei der Marex 360 CC ist

das anders: Zum einen lässt sich

aufrechten Hauptes durch die Tür

schreiten, zum anderen wirkt der

Raum durch einen Spiegel (der an

der hinteren Wand fast über die gesamte

Breite des Schotts angebracht

ist) und die große Matratze extrem

weitläufig. An Steuerbord und

Backbord sind jeweils Fenster,

Die Materialien sind

edel, auch im Bad.

50 3/2020


Marex 360 CC

Länge ü. a.

11,49 m

Die Frontscheibe als

Tür zum Vordeck.

Gerundete Sitzbank

mit schöner Holzreeling.

Große Liegefläche auch

in der Mittschiffskajüte.

Breite

Tiefgang

3,49 m

0,97 m

Motorisierung

Volvo Penta D6-400 mit 400 PS

Gewicht

6,5 t

Dieseltank

750 l

Wassertank

350 l

Maximale Passagierzahl

12 Personen

CE-Kategorie

B

Preis netto ab Werft € 290.100,–

Das Gangboard wird von

einem Seepferd bewacht.

Die Marex 360 CC geschlossen

im abendlichen Kuschel-Modus.

Testboot netto ab Werft € 344.765,–

Händler: aqua marin Boote & Yachten, D-14542 Werder

è www.aquamarin-boote.de

die auf der richtigen Höhe Licht

ins Boot hineinlassen. Da stört

es kaum, dass die mit Alcantara

belegte Zimmerdecke kaum

mehr als 60 Zentimeter von der

Matratzenoberseite entfernt ist.

Alles ist hell, nichts bedrängt.

BAU DIR DEIN BOOT

Zurück zum Steuerstand. Die Gestaltung

des Armaturenbretts ist

frei, fast wie bei einem virtuellen

Dashboard. Bei einer Serie von

derzeit rund 120 pro Jahr gebauten

Booten kann die Werft solchen

Individualservice anbieten – die

Marex-Boote sind quasi handgemacht,

daher kann auch die

Anordnung der Instrumente zusammen

mit der Werft vor dem

Kauf festgelegt werden.

Massivholz und andere hochwertige

Materialien machen die Marex

beim Antritt gewichtiger, vulgo

schwerfälliger. Vom Start bei Null

bis zur Gleitfahrt vergehen zwölf

Sekunden. Bis zum Maximum sind

es 26 Sekunden aus dem Stillstand.

Dann ist die Marex 360 CC mit

29 Knoten bei 3.500 U/min unterwegs.

Die optimale Reisegeschwindigkeit

liegt bei 2.800 U/min und

22 Knoten.

Alle Manöver, auch bei Fahrt

achteraus, absolviert das Boot direkt,

präzise und ohne erkennbaren

Kraftaufwand. Die Maschine,

ein Volvo Penta des Typs D6, ist

ausreichend stark für das Binnen -

revier, in dem wir unterwegs sind.

Alle Marex-Modelle lassen sich

unterschiedlich konfigurieren.

Man kann zwischen Z- und Wellenantrieb

wählen, nimmt nur einen

Motor oder zwei – je nachdem,

in welchem Gebiet das Boot läuft.

Die Wahl des Antriebs hängt natürlich

auch vom jeweiligen Kontostand

ab.

Wobei: Eine Marex ist sehr wertstabil.

Händler nehmen sie in aller

Regel gerne wieder zurück und

verkaufen sie innerhalb kürzester

Zeit weiter.


3/2020 51


Skipper‘s Diaries

Nur Bares ist Wahres?

Noch ein easy Tag in Panama

City, morgen soll es zurück

nach Europa gehen. Schon

gestern sind wir (ja, manchmal kann

mich die beste aller Ehefrauen, wie

schon Kishon sagte, bei meiner Arbeit

begleiten) von der Shelter Bay

Marina an der Nordküste mit dem

Leihwagen hierhergefahren,

um dem Flughafen näher zu sein.

Als Mitbringsel beschließen wir,

eine Mola zu kaufen. Diese traditionellen

Nähkunstwerke werden an

den Marktständen nahe dem Paseo

de Las Bóvedas angeboten. Weil ich

kein besonderer Freund von Plastikgeld

bin, hatte ich vor der Abreise bei

der Bank meines Misstrauens noch

Dollar gewechselt.

Bargeld braucht keinen Strom,

funktioniert überall, kann zwar gestohlen

werden, aber das gilt für Kreditkarten

ja auch. Jedenfalls habe ich

drei druckfrische 100-Dollarnoten

bei mir und gehe davon aus, dass ein

100-Dollarschein auf einem Markt

eher ein Problem sein könnte.

Wir schlendern durch manchmal

wirklich enge Gässchen und Straßen,

besuchen die eine oder andere Kirche,

bestaunen die renovierten Stadthäuser

und versuchen uns vorzustellen,

wie denn manch verfallener

Bau zu Glanzzeiten wohl ausgesehen

haben mag. Unten am Stadtstrand

beschließen wir, in einem Lokal unseren

Durst zu stillen und bei der

Gelegenheit auch gleich Wechselgeld

für den Marktbesuch zu bekommen.

Ich winke die Kellnerin heran und

gebe ihr zum Begleichen der Rechnung

einen der 100-Dollarscheine.

Nach kurzer Zeit steht sie wieder an

unserem Tisch, meint trotz gut besuchtem

Lokal, dass sie kein Wechselgeld

hat und fragt nach Kleingeld.

Vier Dollar krame ich noch aus

meinen Hosensäcken und erhalte

daraufhin die durchaus freundliche

Mitteilung, dass das nichts ausmacht

und wir eingeladen sind. Diese Situation

bei kleinen Beträgen kenne ich

schon im Süden und daher ist das

für mich nicht ungewöhnlich. Ich

hinterlasse die paar Münzen, die ich

habe, auf dem Tisch und wir spazieren

vorbei am Denkmal von Fernando

Maria Vizconte de Lesseps zu den

Mola-Verkäufern. Die können wider

Erwarten 100 Dollar wechseln. Auf

dem Rückweg kommen wir zufällig

wieder in der Nähe unseres Restaurants

vorbei und schmunzeln noch

über das – wegen der engen Gassen

– winzige Polizei-Golfcart vor dem

Lokal.

Vorne links und dann rechts, dort

sollte der Taxistandplatz sein, als

wir von dem Polizeifahrzeug überholt

werden und zwei Beamte herausspringen.

„Pasaporte“ ist das einzige

Wort, das ich verstehe, da beide

Polizisten nur Spanisch sprechen.

Nachdem wir unsere Pässe hergezeigt

haben, geben uns die beiden

mit einem „Go with us“ und „No

problem“ bestimmt und unmissverständlich

zu verstehen, dass wir

sie auf das Kommissariat der Policia

de Turismo begleiten sollen.

FALSCHER HUNDERTER

Ich bin zum Unterschied zu meiner

Frau gefasster, überlege aber schon,

ob ich irgendwo auf dem Smart -

phone die Telefonnummer einer

diplomatischen Vertretung gespeichert

habe. Streng bewacht betreten

wir die Amtsstube, wo der dienst -

habende Kommissario von einem

erhöhten Sitzplatz aus abwechselnd

uns und die für uns überraschenderweise

anwesende Kellnerin des

Restaurants vernimmt.

Im ersten Moment befürchte ich,

dass wir ein Problem wegen der

nicht beglichenen Rechnung haben,

verstehe aber mehr und mehr in der

spanischen Wortkaskade, dass das

Thema meine neuen Dollarscheine

FOTO: SHUTTERSTOCK

THOMAS PERNSTEINER

ist Skipper, allgemein

beeideter und gerichtlich

zertifizierter

Sachverständiger für

Schifffahrt und Wasserfahrzeuge.

kolumne@ocean7.at

Mola-Verkäuferin an

einem Marktstand nahe

dem Paseo de Las Bóvedas

in Panama City.

sind und die Serviererin tatsächlich

der Meinung ist, dass wir ihr Falschgeld

unterjubeln wollten.

Die weitere Befragung, woher ich

die Scheine habe und ob ich dafür

eine Bestätigung vorweisen kann,

findet mit mir glücklicherweise auf

Englisch statt. Die babylonische

Sprachverwirrung, bei der unsere

Gegnerin mit vollem, typisch südländischem

Temperament auftritt,

wird immer emotionaler.

Nachdem ich aber noch zwei der

100-Dollarscheine besitze und diese

einer eingehenden Prüfung durch

mehrere Polizeibeamte standhalten,

entspannen sich alle Mienen bis auf

die der Kellnerin und der Fall wird

als völlig haltlos abgetan. Natürlich

regiert auch in Panama die Bürokratie,

wir können aber, während das

Protokoll ausgefertigt wird, vor dem

Kommissariat in der Sonne warten.

Nach den entsprechenden Unterschriften

reicht uns Kommissario

Rodriguez freundlich lächelnd die

Hand und wir besteigen nach zwei

Stunden unfreiwilligem Aufenthalt

das Taxi zu unserem Hotel.

Im Zeitalter der Behördenver -

netzung und möglicher Fehler entspannen

wir uns aber erst völlig, als

am nächsten Tag KL758 nach dem

Take-off in den blauen Himmel

Richtung Amsterdam steigt.

52 3/2020


Olympische Spiele

Olympia –

muss warten

Verschoben – um ein Jahr. Das hochkomprimierte

sportliche Abbild einer weltweiten Krise.

Text ROLAND REGNEMER | Foto ÖOC/GEPA PICTURES

Alles war auf Schiene: Sportstätten

fertig, Test- und Vorbewerbe

absolviert und nach

und nach hatten immer mehr rotweiß-rote

Athletinnen und Athleten

ihre Tickets für die Olympischen

Spiele in Tokio in der Tasche. Zuletzt

kehrten noch Tanja Frank und

Lorena Abicht von den Weltmeisterschaften

in „Down Under“ zurück

und wurden im Rahmen einer gemeinsamen

Pressekonferenz von

ÖOC und Österreichischem Segel-

Verband Anfang März offiziell

nominiert. Doch dann kam Corona

– von China aus über Italien und

nach ganz Europa. Regatta um Regatta,

Event um Event wurden abgesagt

und verschoben. Aufgrund der

Dimensionen – 11.000 Sportlerinnen

und Sportler aus über 200 Nationen

treten in 33 Sportarten und

über 300 Bewerben an, unterstützt

von knapp 80.000 Freiwilligen –

waren die Olympischen Spiele der

letzte Dominostein, der dem unsäglichen

Virus zum Opfer fiel.

HISTORISCHES EREIGNIS

Erstmals in der Neuzeit der Geschichte

der Olympischen Spiele

kommt es zu einer Verschiebung.

Was Mitte März als vierwöchiger

Prozess seitens des Internationalen

Olympischen Comités angesetzt

wurde, war dann binnen weniger

Tage erledigt: die Entscheidung

über die Verschiebung und die

neue Terminfindung.

Von 23. Juli bis 8. August 2021

werden die Medaillen in Tokio vergeben,

364 Tage später also. „Eine

Verschiebung von Olympischen

Spielen passiert nicht grundlos! Wir

müssen uns jetzt mit der neuen Situation

zurechtfinden. Aber man kann

in allem auch etwas Positives sehen,

z. B. mehr Vorbereitungszeit. Man

weiß natürlich noch nicht wann,

wo und wie wir wieder zu segeln

beginnen können, aber das wird

sich auch hoffentlich bald herausstellen“,

erklärt Bronzemedaillen-

Gewinnerin von Rio Tanja Frank.

Auch ihr damaliger Steuermann,

Thomas Zajac, bläst ins selbe Horn:

„Die Verschiebung der Tokio-Spiele

ist in Anbetracht der Umstände das

einzig Richtige, wir haben im Moment

ganz andere Sorgen, die Gesundheit

steht im Vordergrund.

Keiner weiß, wann wieder Normalität

einkehrt, wann wir wieder unserer

Arbeit nachgehen können und

ob – wie in unserem Fall – unsere

Partner den Weg mit uns auch weiterhin

mitgehen. Unsere Pläne und

Budgets liegen bis August 2020 auf

dem Tisch, wir können aktuell nicht

beurteilen, wie das kommende Jahr

aussieht – weder wirtschaftlich noch

sportlich.“

GEDANKENSPIELE

Österreichs Nationalteam ist sozusagen

„grounded“. Sie sind daheim

und betreiben so gut wie möglich

Trockentraining. Neben der Unsicherheit

ob der eigenen Rückkehr

aufs Wasser stellt sich hier auch die

Frage, was denn die anderen Nationen

tun (dürfen). Was die – logische

– Verschiebung aus logistischer und

organisatorischer Sicht bedeutet,

lässt sich erst abschätzen, sobald

wieder Normalität einkehrt.

Eines bleibt jedoch wie geplant:

Auch im Jahr 2021 werden wir die

Wettkämpfe um Medaillen im Rahmen

von „Tokio 2020“ verfolgen.

„Als Reminiszenz an den Veranstalter

und seine Anstrengungen in der

Vorbereitung“, wie World Sailing-

Präsident Kim Andersen in einer

Telefonkonferenz mitteilte.

Vielleicht auch, um ein Zunichte -

machen von hunderttausenden

Werbemitteln, Merchandising-

Artikeln und Logo-Applikationen

möglichst zu verhindern.

Olympische Spiele „Tokio 2020

23. Juli bis 8. August 2021

Qualifizierte Teams aus Österreich:

- Thomas Zajac / Barbara Matz (Nacra 17)

- Benjamin Bildstein / David Hussl (49er)

- Tanja Frank / Lorena Abicht (49er-FX)

è www.olympia.at

è www.segelverband.at

3/2020 53


M

V

S

Ö

MOTORBOOTSPORT UND SEEFAHRTS VERBAND ÖSTERREICH

News Mai/Juni 2020

Was bringt die neue

Jachtverordnung?

Heuer wird die Jachtverordnung („JachtVO“) in Kraft treten. Sie regelt

das Prüfungswesen für die österreichischen Bootsführerscheine neu.

Text und Fotos HARALD MELWISCH

Zwei maßgebliche Gründe haben

zu den nötigen Änderungen geführt:

a) Schon seit Jahren ist offensichtlich,

dass die „JachtPrO“ von 2015

nicht zielführend für die österreichische

Freizeitschifffahrt ist. Die

sinkende Zahl von österreichischen

„International Certificates“

deutet auf eine steigende Zahl von

Österreichern, die einen anderen

Befähigungsausweis erwerben.

b) Die bisherigen Bestimmungen

waren in der „Jachtführung-Prüfungsordnung“,

der „Jachtzulassungsverordnung“

und in Teilen

der „Seeschifffahrts-Verordnung“

sehr unübersichtlich verteilt. Die

neue „JachtVO“ fasst die Bestimmungen

betreffend Jachten und

Prüfungen für die Freizeitschifffahrt

in einer Verordnung zusammen.

Die Bestimmungen bezüglich

Prüfungen werden aber

nicht nur zusammengefasst, sondern

auch „repariert“. Folgendes

ändert sich:

• Ab heuer wird die Praxisprüfung

zu den Bootsführerscheinen

für die Kategorie „M“

(Motor) nicht nur auf einem

Motorboot möglich sein, sondern

auch auf motorisierten Segelbooten.

„M“ wird nämlich

nicht mehr als „Motorjacht“

interpretiert, sondern als

„Motorantrieb“ und der ist auf

diesen Segelbooten vorhanden.

„S“ wird analog nicht mehr als

„Segeljacht“, sondern als

„Segelantrieb“ interpretiert.

• Erfahrungsnachweise in Form

von „Seemeilen“ können für die

Kategorie „M“ ebenfalls auf

beiden Bootstypen erbracht

werden. Eine Mindestanzahl

von „Bordtagen“ muss dabei

nicht mehr nachgewiesen

werden.

• Das Beibringen von Logbüchern

zu den Seemeilennachweisen

ist nur mehr für die für

FB3 und FB4 erforderlichen

eigenen Skippermeilen nötig.

• Der maximale zeitliche Abstand

zwischen Theoriep- und

Praxisprüfung wird von zwei

Jahre auf drei Jahre verlängert.

• Teile der Theorieprüfung für

„Fahrtbereich 2“ werden auf

„Fahrtbereich 3“ verschoben.

GUTE NACHRICHTEN

All diese Punkte kommen den

österreichischen Freizeitskippern

entgegen und könnten sie ermutigen,

doch wieder einen österreichischen

„International Certificate“

zu erwerben.

Insbesondere ist der erste und

zweite Punkt wichtig, nämlich dass

eine Praxisprüfung auf einem motorisierten

Segelboot auch zum Boots-

führerschein der Kategorie „M“ führen

kann. Die „JachtVO“ von 2015

hat nämlich, obwohl das vorher nicht

so war, gefordert, dass eine Praxisprüfung

auf einem Segelboot nur zur

Führerscheinkategorie „S“ führen

kann. Das „S“ wird in der „JachtVO“

von 2015 mit „Segeljacht“ interpretiert,

„M“ mit „Motorjacht“.

Wer einen Bootsführerschein mit

der Kategorie „M & S“ haben wollte,

der musste demgemäß eine zusätzliche,

ebenso umfangreiche Praxisprüfung

auf einem Motorboot machen.

Das hat viele Freizeitskipper dazu

verleitet, nur die Prüfung für die Befähigung

„S“ zu machen.

Das zeigt die Statistik: 2014 wurden

715 österreichische International

Certificates mit der Befähigung

„M & S“ aus gestellt und nur 28 mit

nur „S“. 2018 hatten 320 ICs ein

„M & S“ und 371 nur ein „S“.

Die Sichtweise der JachtVO von

2015, das „M“ mit „Motorjacht“ und

das „S“ mit „Segeljacht“ zu interpretieren

ist, deckt sich leider nicht

mit der Sichtweise der Mehrzahl der

europäischen Staaten am Meer. Die

meisten Meeresstaaten verlangen eine

Befähigung „M“ für Boote mit Motorantrieb

über einer bestimmten

Motorstärke, eine Extra-Befähigung

„S“ ist bei einigen eventuell für Segel-

DI HARALD MELWISCH

Präsident des „King

Yachting Club“,

Prüfungsreferent des

MSVÖ – Motorbootsport

und Seefahrts Verband

Österreich und langjähriger

Experte auf dem

Gebiet der Berufs- und

Freizeitschifffahrt.

kolumne@ocean7.at

„Segel- oder Motoryacht? Nicht auf den Bootstyp,

sondern auf die Art des Antriebs kommt es an!“

54 3/2020


antrieb gefordert. In Italien liegt die

PS-Grenze für Führerscheinpflicht

beispielsweise bei 40 PS, in Kroatien

beginnt sie bei Null. Ob das Boot

auch mit Segeln ausgerüstet ist oder

nicht, ist dabei egal.

Diese andere Sichtweise der

JachtVO bewirkte, dass österreichische

Charterkunden, welche nur

„S“ auf ihrem Bootsführerschein

haben, in Italien ein Segelboot mit

mehr als 40 PS nicht chartern konnten.

Das betrifft aktuell weit mehr

als tausend österreichische Freizeitskipper,

die dadurch einen nur

bedingt verwendbaren Befähigungsausweis

haben.

WIE KONNTE ES ZU DIESER

ABWEICHENDEN SICHTWEISE

IN ÖSTERREICH KOMMEN?

Als die „JachtPrO“ von 2015 formuliert

wurde, hat der Österreichische

Segelverband (OeSV) diese Sichtweise

gutgeheißen. Der damalige

Prüfungsreferent des OeSV hat sogar

persönlich an der Formulierung

von Teilen der Verordnung mitgewirkt.

Der Österreichische Motorboot

und Seefahrtsverband

(MSVÖ) hat sofort vor dieser Sichtweise

gewarnt. Als die Verordnung

trotzdem in Kraft trat, habe ich als

Prüfungsreferent des MSVÖ im

November 2015 einen offenen Brief

an den österreichischen Verkehrsminister

veröffentlicht, in dem ich

den Irrtum direkt ansprach:

„Zu dem Thema Trennung von Motor-

und Segelbooten muss ich Sie auf

einen prinzipiellen Fehler in Ihren

Verordnungen hinweisen: Der ,International

Certificate‘ wird ausgestellt

für ,M‘ = ,motorized craft‘ und ,S‘ =

,sailing craft‘.

Ich darf das der Deutlichkeit halber

kurz übersetzen: ,M‘ = ,motorisiertes

Fahrzeug‘ und ,S‘ = ,segelndes Fahrzeug‘.

Es ist also nicht die Rede von Boots ­

typen wie ,Segeljacht‘ oder ,Motorjacht‘

wie das in Ihrer Verordnung

der Fall ist, sondern davon, wie ein

Fahrzeug angetrieben wird, also der

Antriebsart.“

Deutlicher geht es nicht. Trotzdem

zunächst keine Reaktion vom

Herrn Minister.

2017 zeichneten sich die Auswirkungen

der sonderbaren Sichtweise

der JachtVO deutlich ab. Die Gesamtanzahl

ausgestellter österreichischer

ICs sank von 1.749 in

2014 auf 1.139 in 2017.

Im März 2017 zog das Verkehrs -

ministerium die Notbremse: Die

Prüfungsorganisationen wurden gefragt,

eine Liste von nötigen Änderungen

zur Rettung der verunglückten

Verordnung zu erstellen.

Der OeSV hatte damals seinen

Prüfungsreferenten schon entlassen

und einen neuen bestellt. Es bestand

also tatsächlich die leise Hoffnung,

dass sich dort eine Einsicht

durchsetzt.

Doch weit gefehlt. Am 11. Juli

2017 schreibt der neue Prüfungsreferent

an das Verkehrsministerium:

„Zusammenfassend strebt der OeSV

eine Beibehaltung der theoretischen

und praktischen Prüfung und der

Trennung Motorjacht/Segeljacht sowie

keine wesentlichen Änderungen

bzw. Reduktion der Lernziele an.“

Glücklicherweise gelingt es dem

MSVÖ zusammen mit der Mehrheit

der Prüfungsorganisationen,

eine Liste der nötigen Änderungen

zu erstellen und diese dem Verkehrsministerium

im November

2017 zu übermitteln. Darin steht

unter anderem:

„Praxisprüfung Motorantrieb auch

auf motorisiertem Segelboot.

Anerkennung von Seemeilen auf

einer Segelyacht mit Motor- und

Segelantrieb für Erfahrung Motorund

Segelantrieb.“

Trotzdem soll es bis Oktober

2019 dauern, bis eine reparierte

Verordnung in Begutachtung geht.

Darin ist in den Erläute r un gen zu

lesen:

„Wechsel der Differenzierung

zwischen ,Motorjacht‘ und ,Segeljacht‘

auf die praxisnähere Differenzierung

zwischen ,Jacht mit Motorantrieb‘

und ,Jacht mit Motor- und

Segelantrieb‘.“

Schiffstyp: Segelyacht

Antriebsart: Segel oder(!) Motor

Schiffstyp: Motoryacht

Antriebsart: Motor

Woran erinnert mich das?

An meinen offenen Brief vom

November 2015!

Die Prüfungsorganisation des

MSVÖ hat jedenfalls schon immer

– auch in den Jahren 2015 bis 2020

– dafür gesorgt, dass in seinen Theorieprüfungen

stets das „Motormodul“

mitgeprüft wird und bei

den Praxisprüfungen auf Segelbooten

auch die Motormanöver inklusive

„Boje über Bord“ mit Motorantrieb

geprüft werden. So wurde

sichergestellt, dass Freizeitskipper

den Befähigungsausweis des

MSVÖ durchgehend mit den Befähigungen

„M“ oder „M & S“ erwerben

konnten.

Mit Inkrafttreten der „JachtVO“

werden dann endlich wieder auch

die „International Certificates“ mit

„M“ oder „M & S“ ausgestellt.

Schraube

Schraube

Ruder

Ruder

3/2020 55


xxxxx xxxx YACHT CLUB AUSTRIA

News Mai/Juni 2020

Olivers

Bordelektronik-Features

Die Boot Tulln hat sich mittlerweile zu einem wahren Primus im „Yachtkalender“ entwickelt. Die

Aussteller scheuen keinen Aufwand, ihre neuesten Entwicklungen bestmöglich zu präsentieren.

Text OLIVER HRAZDERA | Foto YCA-ARCHIV

Oliver Hrazdera (rechts)

ist gerichtlich beeideter

Sachverständiger.

è office@OH-electric.com

ELEKTROANTRIEB SETZT

SIEGESZUG FORT

Der Trend hin zum Elektroantrieb

war stark ausgeprägt, geringe Wartungskosten

und hohe Wirkungsgrade

überzeugten, die optimale

Lösung für unsere Seen. Selbst

größere Motorschiffe wie z. B. die

Energy 28 (3,5 t) wurden mittlerweile

rein elektrisch angeboten.

Im Außenborderbereich gab es

bei Aquamot den bisher stärksten

E-Antrieb (1.800 W – vergleichbar

mit 5,5 PS-Motoren) mit integrierter

Lithium-Batterie. Perfekt für den

Abtrieb von Segelbooten mit 2 t.

LITHIUM ERSETZT BLEI

Waren die Endkunden bisher noch

skeptisch in Bezug auf Lithium-

Batterien, gab es nun einen massiven

Meinungsumschwung. 50 %

Gewichtsersparnis bei gleicher

Energiemenge, wesentlich längere

Lebensdauer und der spürbar

gesunkene Preis bewirken den

Wandel. Dazu kommen nützliche

Features wie Handy-Apps zur Abfrage

des Ladezustandes. Liontron

präsentierte mehrere Batteriesysteme

und bot einen Einblick

in das sauber aufgebaute Batterie-

Innenleben. MEC Energietechnik

aus Kärnten überraschte mit Entwicklungs-

und Fertigungsmöglichkeiten

kundenspezifischer Batteriesysteme.

LED IM VORMARSCH

Wurden LED in den letzten Jahren

hauptsächlich für die Lichterführung

verwendet, gab es nun beeindruckende

Lichtakzente in den

Salons zu bewundern. Modernes

Lichtdesign ist einer der absoluten

Trends.

PLOTTER MIT ENORMEM

FUNKTIONSUMFANG

Die Geräte bieten eine enorme

Funktionspalette und lassen sich

auch im Sonnenlicht gut ablesen.

Eine ausgiebige Beratung von Endkunden

ist zwingend, diese sind

aufgrund der Funktionsvielfalt

häufig überfordert. Der Fokus

sollte auf einfache Bedienung gelegt

werden – weniger ist oft mehr.

KAMERASYSTEME

Analog der Automobilindustrie

werden bei schlechter Sicht nun

bildstabilisierte Wärmebildkameras

eingesetzt. Hochwertige Systeme

bieten auch „Augmented reality“,

darunter versteht man die optische

Erkennung von Objekten wie z. B.

treibende Container; definitiv ein

neues Sicher heitsfeature für den

Yachtsport.

ELEKTRIK FÜR MEHR KOMFORT

Der Komfort in unseren Schiffen

steigt rapide an. Die Eigner möchten

mehr und mehr 230-Volt-Um -

richter-Systeme auch außerhalb des

Landstroms in der Marina. Hauptargument

ist hier immer die berühmte

Kaffeemaschine, die an

Bord betrieben werden soll. Die dafür

benötigten Leistungen be wegen

sich dann schon bei ca. 2.000 W.

Diese Umrichter bein halten dann

auch häufig gleich ein Batterieladegerät

und Anschlüsse für die Fotovoltaik

und werden damit zu einer

smarten „Energieversorgungszentrale“.

56 3/2020


YCA-NEXT GENERATION

Jugend Sail Days 2020

Text ROTINA MIHAI, TIL ULBRICHT, PHILIPP ECKERSTORFER

Fotos PHILIPP ECKERSTORFER, YCA-ARCHIV

Unser YCA Next Generation-

Team lädt Kinder und Jugend -

liche zwischen 12 bis 26 Jahren zur

sportlichen Seite des Segelns ein. An

den Neusiedler See nach Breitenbrunn

am Samstag, 27. Juni, bzw. in

Wien auf die Alte Donau am Samstag,

18. Juli, sowie auf den Attersee

am 26. Juli und 12. September. Kostenlos

für alle Teilnehmer! Begleitet

werden die Jugendlichen von erfahrenen

YCA-Guides. Zahlreiche Boote

sowie eine Badeplattform stehen zur

Verfügung. Top aktuelle Details sind

bitte den Veranstaltungsseiten unserer

Homepage zu entnehmen.

Im Rahmen eines Gewinnspiels

wird auch ein Platz auf einem der

nächsten YCA-Jugendtörns in

Kroatien verlost. Wir freuen uns be-

YCA-AUSBILDUNG

Competent Crew

Die beste Versicherung für die

Crew ist der Skipper. Nur:

Welche Versicherung hat der

Skipper? Seine Crew, auf die er

sich verlassen kann! Speziell für

Mitsegler, Familienmitglieder und

Einsteiger geeignet, die auch die

Möglichkeit haben, einen Schein

zu machen! Gleich vorweg: Praxis

oder Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Die Ausbildung zur „Competent

Crew“ orientiert sich vor allem

an der Praxis. Im Vordergrund

steht dabei das Training von Seemannschaft,

Yachtführung und Ankern,

Leinenführung und Knotenkunde,

Bordtechnik und Sicherheit,

Wetter, Funkgerät bis Navigation.

reits jetzt auf euer Kommen! Kurzfristige

Änderungen wegen Corona-

Krise vorbehalten, siehe

è www.yca.at

Das neue Ausbildungsformat des Yacht Club Austria.

Es stehen im Moment zwei

Ausbildungsformate zur Wahl:

• Eine Woche in Izola/Slowenien

auf dem Schiff von 8.

bis 15. August.

• Theorie in Wien und Praxis

auf dem Neusiedler See, aufgeteilt

auf drei Wochenenden

vom 1. bis 16. August.

Jugend Sail Day für alle Interessenten

zwischen 12 und 26 Jahren.

Weiterer Plan-Termin:

Anfang Oktober in Punat in

Kroatien.

Anmeldungen: Bitte tagesaktuelle

Veranstaltungsseiten

unserer Homepage beachten.

Nur eure prompte Anmeldung

sichert eine fixe Teilnahme!

èwww.yca.at

Kompetenz durch

„Erfahrung“.

FOTO: SHUTTERSTOCK

YCA-Services

und -Leistungen

Wir bauen laufend unser

Netzwerk zu starken Partnern

aus. Damit können wir

unseren YCA-Mitgliedern attraktivste

Konditionen in vielen

Bereichen an bieten – wie

auch auf unserer Homepage

è www.yca.at ersichtlich:

Partner-Marinas: Sondertarif

für Tages- bzw. Jahres-

Liegeplätze.

Italien: Marina Certosa

(Venedig), Agenzia Adria -

nautica und Agenzia

Immobiliare-Nautica &

Yachting San Marco in

der Marina Aprilia Marittima

(Lignano). Kroa tien:

Marina Vrsar, Marina Funtana,

Marina Punat, Marina

Frapa und Marina Rogoznica,

Dubrovnik.

Charter: Müller Yachtcharter,

Phoenix Yachting, Offshore

Boote (Kroatien), Bav

Adria Charter (Kroatien), My

SeaTime Yachtcharter d.o.o.

(Kroatien), Ionian Charter

(Griechenland).

Service: ocean7-Magazin,

Seahelp GmbH, Seemannsladen.at.

Versicherung: Pantaenius

YCA-Stützpunkte: Marina

Vrsar, Marina Funtana, Marina

Punat, Marina Frapa,

Ionian Charter, Partner in

Marina Aprilia Marittima

(Lignano).

Interessierten Sponsoren

und Partnern bieten wir gerne

attraktive Kooperationsformen

und Möglich keiten

für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

an! Auf Ihre

Anfragen und Vor schläge an

unser Marketing-Team freuen

wir uns:

è marketing@yca.at

3/2020 57


YACHT CLUB AUSTRIA

News Mai/Juni 2020

YCA-RÜCKBLICK

YCA auf der Messe Tulln

Boot Tulln 2020: Kurz vor dem Coronavirus-Debakel fand sie doch noch statt. 33.000 Besucher wurden gezählt.

An unserem Stand in Halle 5 konnten wir wieder vorbildlich das weite Spektrum der YCA-Leistungen für alle

an Bord präsentieren, eine tolle Stimmung und ein dickes Plus an neuen Mitgliedern zeichnete die Show aus.

Text und Fotos JOSEF WAGNER

Publikumsmagnet waren wieder

die täglichen YCA-Expertenrunden

zu den Themen Langfahrt,

Yachteigner, Regatta und Technik.

So standen u. a. die Blauwassersegler

Jürgen und Claudia Kirchberger,

die Yachteigner Markus Silbergasser,

Klaus Czap und Josef

„Sepp“ Höller, die YCA-Regatta-

Organisatoren Mike Hecker und

Fritz Abl genauso wie der Elektronik-Spezialist

DI Oliver Hrazdera

mit Rat und Tat zur Verfügung.

Ein Frühschoppen mit echten steirischen

Schmankerln beflügelte den

Start des sonntäglichen Messetages.

Rechtliche Aspekte, nautische

Schadensfälle und Risiken eines

Skippers auf hoher See wurden von

Dr. Erich Bernögger ausführlich

und eindringlich erläutert.

Zum neuen Ausbildungsformat

„Competent Crew“ für Neulinge

und Mitsegler fand ein tägliches

Gewinnspiel unter den anwesenden

Interessenten statt.

Besonderen Beifall und Applaus

fand die Präsentation des jüngsten

Vorteilspartners in Italien, der

Agenzia San Marco zur Marina

Circolo Nautico Aprilia Marittima

bei Lignano, wo nicht nur Liegeplätze,

sondern auch Bungalows zu

äußerst günstigen Konditionen angeboten

werden. Siehe dazu auch

unsere Vorteilspartner auf der

YCA-Homepage.

Wir haben uns über jedes YCA-

Mitglied und über jeden Besucherkontakt

auf der Boot Tulln gefreut.

Und freuen uns natürlich auch

weiterhin über Anfragen und Vorschläge

von interessierten Sponsoren,

die immer ganz besonders

herzlich willkommen bei uns sind:

è marketing@yca.at

Save the date – die nächste Boot

Tulln: 4. bis 7. März 2021!

Die Messe-Crew des YCA bot auf der

Boot Tulln eine grandiose Show.

Hahn im Korb: YCA-

Commodore Christian Schifter.

Katharina Haase (YCA Marketing, rechts)

mit Competent-Crew-Gewinnern.

Ausbildung und Clubabende Mai/Juni 2020 – kurzfristige Änderungen wegen Corona-Krise vorbehalten!

Aus- und Weiterbildung

9. Mai Izola, Slowenien (8 Tage) FB2-Trainingstörn mit ABGESAGT!

Rupert Hutterer

16. Mai Izola, Slowenien (8 Tage) FB2-Trainingstörn mit ABGESAGT!

Gerald Truttenberger

23. Mai Punat, Kroatien (8 Tage) AASW 2020 Regatta VERSCHOBEN!

5. Juni Tromsø (8 Tage) Norwegen-Segeln Spezial

5. Juni Ollersdorf (3 Tage) Family Crew-Challenge

13. Juni Azoren–Madeira (11 Tage) Atlantik-Törn mit Erich Kruiss

19. Juni Graz PRAXISfunk-Workshop

20. Juni Sizilien (8 Tage) Clubtörn: Äolische Inseln

23. Juni Madeira–Azoren (12 Tage) Atlantik-Törn mit Wolfgang Hurch

27. Juni Breitenbrunn Jugend Sail Days mit Til Ulbricht

Siehe auch è www.yca.at/aktivitaeten

Clubabende

Gäste und Freunde sind immer herzlichst willkommen!

12. Mai Wien 11, Pistauer 4 Meere in 7 Tagen

12. Mai Linz-Süd Stammtisch

13. Mai Innsbruck, St.Bartimä 5 Irrfahrten des Odysseus Teil 1

14. Mai Graz, Brucknerstraße 30 Ab in die Karibik mit Günter Kaineder

14. Mai Salzburg-Wals Erste Hilfe am Schiff

26. Mai Linz-Dornach Der Solent mit Fritz Malek

9. Juni Wien Sommerfest an der Alten Donau

9. Juni Linz-Süd Stammtisch

18. Juni Salzburg-Wals Korallenriffe mit Reinhard Kikinger

19. Juni Innsbruck, St. Bartimä 5 Grillen in die Sommerpause

è www.yca.at/vereinonline

Crew Kärnten: Clubabende 14-tägig, siehe è www.yca-crew-ktn.at

58 3/2020


YACHT CLUB AUSTRIA

GENERALSEKRETARIAT

Estermannstraße 6, 4020 Linz

+43(0)732 781086, office@yca.at

www.yca.at

COMMODORE

Christian Schifter

+43(0)664 5315353

cschifter@yca.at

CREW WIEN, NÖ, BURGENLAND

Crew-Commander

Günther Holzinger

+43(0)664 2108020

guenther.holzinger@yca.at

YCA-WEBINARE

Beflügelt Segler in der Krise

In kürzester Zeit hat sich alles geändert. Kaum von der Messe Tulln zurückgekehrt,

hieß es gleich: „Keine Treffen, keine Versammlungen, keiner verlässt mehr das Haus.“

„Wenn Stürme der Veränderung toben, bauen die einen Mauern und die anderen

Windräder“ Dieser Spruch des Tages war das Leitmotiv bei der Entwicklung

unserer beliebten YCA-Webinare.

Text GOTTFRIED TITZL RIESER | Fotos WOLFGANG HURCH

Fassungslos reagieren Segler und

Motorbootfahrer auf die Corona-

Krise. Zu Beginn der Saison 2020 ist

alles anders: Unsere SY Isabell steht

noch immer aufgebockt im Winterlager,

die MS Esperanza liegt verwaist

im Winterhafen in Linz. Egal,

mit wem wir reden – von allen Seiten

hören wir ähnliches. Die Schiffseigner

drehen Däumchen, die Charterskipper

wissen nicht, wie sie zu

ihren Törns kommen sollen. Die

Vercharterer wiederum haben alle

Hände voll zu tun mit Umbuchungen,

Gutscheine ausstellen etc.

Die Marinas sind wie leergefegt,

Res taurants, Firmen, Betriebe und

Geschäfte haben geschlossen. Das

soziale Leben ist praktisch auf Null

gestellt.

AUF NULL GESTELLT?

So ganz stimmt das nun nicht: Der

Yacht Club Austria macht das Beste

daraus und bietet seinen Mitgliedern

kostenlose Webinare an – der Erfolg

Wir bleiben trotz aller Widrigkeiten mit kostenlosen Webinaren mit unseren

Mitgliedern in Kontakt – Vorträge oder Präsentationen, die einfach über Video -

plattformen wie Skype oder Zoom organisiert werden.

gibt ihm Recht. Die Online-Seminare

werden laufend wiederholt und solange

die Mitglieder sie buchen, werden

sie auch angeboten.

Die Seminare finden live statt und

sind interaktiv. Das heißt, die Teilnehmer

können sich im Vortrag zu Wort

melden, Fragen stellen und eigene Erfahrungen

einbringen. Die Themen

werden von den Trainern aufbereitet

und präsentiert. Dabei geht es um die

ganze Bandbreite des Segelsports, angefangen

von Navigation über Rechtskunde,

Kollisionsverhütungsregeln,

Gezeitenkunde – und natürlich auch

um den YCA selbst.

Positive Nebenwirkung: Wir lernen

Mitglieder aus ganz Österreich kennen.

Mitglieder, die wir so gut wie nie

oder nur äußerst selten zu Gesicht bekommen,

finden nun über diesen Weg

zu uns. In der ersten Woche hatten wir

über 60 Teilnehmer, inzwischen bietet

der YCA weit über 14 Webinare pro

Woche an. Weitere Infos:

è www.yca.at

CREW SALZBURG

Crew-Commander

Hubert Kraft

+43(0)664 9645011

hubert.kraft@yca.at

CREW OBERÖSTERREICH

Crew-Commander,

Generalsekretär

Thomas Hickersberger

+43(0)676 3067224

thomas.hickersberger@yca.at

CREW TIROL UND VORARLBERG

Crew-Commander

Johannes Lindig

+43(0)660 5208136

j.lindig@tsn.at

CREW KÄRNTEN

Crew-Commander

Fritz Abl

+43(0)664 2436871

office@yca-crew-ktn.at

www.yca-crew-ktn.at

CREW STEIERMARK

Crew-Commander

Mike Hecker

+43/(0)676 86643046

mike.hecker@yca.at

CREW JUGEND

Jugendbeauftragter

Matthias Eckerstorfer

+43(0)650 5583470

matthias.eckerstorfer@gmail.com

AUSBILDUNG

YCA-Ausbildungsleiter

Gottfried „Titzl“ Rieser

+43(0)664 3706027

gottfried.rieser@yca.at

NAUTISCHES

KOMPETENZ-ZENTRUM

Wolfgang Hurch

+43 (0)732 781086

wolfgang.hurch@yca.at

3/2020 59


SAIL AUSTRIA

News Mai/Juni 2020

Guter Stoff für Segler

Der Verein Sail Austria hat sich die Förderung des Segelsports zum Ziel gesetzt. Auf professionelle Ausbildung

in unseren Partnerschulen wird daher größter Wert gelegt. Aktuell freuen wir uns, dass nun mit Alex Bayr von

der Seefahrtschule b3-onwater einer der erfahrensten Ausbildner mit „Skippertraining“ und „Seefahrt FB2“

zwei Fachbücher zum Segelsport veröffentlicht hat. Wir baten den Skipper und Autor zum Interview.

Lieber Alex, wie sieht deine

seglerische Vita aus?

Ich segle seit 1980, mein Kontostand

liegt bei rund 70.000 Seemeilen.

Neben dem FB4 habe ich den

RYA-Yachtmaster offshore in der

Tasche. Seit zehn Jahren arbeite ich

professionell als Segelinstruktor,

mein Spezialgebiet: Einhandsegeln.

Wie kamst du auf die Idee zu

schreiben und warum gleich

zwei (getrennte) Bücher?

Nach hunderten Trainings mit

über 2.000 Schülern hat sich mir

das Buch für Skippertrainings

förmlich aufgedrängt. Jetzt haben

wir eine genau darauf abgestimmte

Lernunterlage.

Geneinsam mit deinem Sohn

Klemens betreibt ihr die Seefahrt -

schule b3-onwater. Inwiefern hat

das deine Herangehensweise an die

Bücher beeinflusst?

Wir haben über die Jahre hinweg

festgestellt, dass die Kombination

SAIL AUSTRIA

VEREIN ZUR FÖRDERUNG DES SEGELSPORTES

Lagerstraße 1–5, 2103 Langenzersdorf, +43(0)664/88254204, office@sailaustria.at

www.sailaustria.at

OBMANN

Alexander Bayr

PRÜFUNGSREFERENT

Bernhard Fischer

STV. OBMANN

Klemens Bayr

MEDIENREFERENT

Richard Gansterer

von Theorie und Praxis „am

Schiff “ den größten Lernfortschritt

bringt. Diese Methode haben wir

über die Jahre hinweg immer weiter

verfeinert. Wir sehen, dass wir

mit diesem praxisorientierten Ansatz

sehr gute SkipperInnen aus -

bilden. Unsere Erfahrungen als

Instruktoren spiegeln sich sowohl

im Aufbau der Skripten als auch

in den klaren und verständlichen

Erklärungen wieder.

Ist dein Buch Seefahrt – Fahrtbereich 2

auch als „Schulbuch“ für b3-onwater

gedacht?

Ja, einerseits ist dieses Buch auf unsere

FB2-Kurse genau zugeschnitten.

Andererseits ist es auch als

kompaktes Nachschlagewerk für

jeden Skipper und jede Skipperin

gedacht.

Was liegt dir beim Skippertraining

besonders am Herzen?

Der Schwerpunkt liegt ganz klar

bei Hafenmanövern. Deswegen

kommen fast alle zu uns. Wir

schauen uns aber auch an, ob sich

„Fehler“ bei den Segelmanövern

eingeschlichen haben. Ankern,

Anlegen an die Boje, beides auch

unter Segel, und Safety-Themen

runden unsere Trainings ab.

Was bevorzugst du privat,

Mono oder Kat?

Eindeutig Mono! Erstens, weil

ich bewusste Reduktion auf dem

Schiff als philosophischen Grundsatz

meiner Segelleidenschaft sehe.

Zweitens sind mir die Schiffsbewegungen

einer Mono lieber

und drittens macht mir Monosegeln

einfach mehr Spaß!

Neue Bücher von b3-onwater

Seefahrt FB2

Das bekannte Kompendium

„Seefahrt FB2“ von b3onwater

wurde neu aufgelegt, erweitert

und die Zeichnungen mit Grafikerin

Sophie Hatos digitalisiert.

Ein ideales Nachschlagewerk

für jeden Skipper und unverzichtbar

als Ausbildungsunterlage.

€ 29,–

Skippertraining

für Kat und Mono

Das neue Buch „Skippertraining

für Kat und

Mono“ bietet das Wissen

und Können aus

zehn Jahren Skippertraining

und ist mit

über 140 Einzelbildern

eines der kompetentesten

und praxisnächsten

Fachbücher

für Hafenmanöver auf

dem Markt. € 19,–

Preise exkl. Versand

(AT € 2,90; D/CH € 5,80).

Tipp: Im Buch „Seefahrt FB2” sind viele Inhalte des Buches

„Skippertraining“ enthalten. Wer bereits im Besitz des FB2

ist, aber mehr über Hafenmanöver erfahren will, wird mit dem

Buch „Skippertraining“ sein Auslangen finden. Wir freuen uns

über jede Bestellung, jedes Buch wird von uns handsigniert!

verlost unter allen Teilnehmern

drei Exemplare „Seefahrt FB2“.

Einfach eine E-Mail mit Betreffzeile

„FB2 b3onwater“ an gewinnen@

ocean7.at senden und mit etwas Glück

gewinnen! Teil nahmeschluss ist der

25. Mai 2020, der Gewinner wird per

E-Mail verständigt.

Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich

einverstanden, den

-Newsletter

(jederzeit kündbar) per E-Mail zu

erhalten. Ihre Daten werden nicht an

Dritte weitergegeben. Keine Bar ablöse.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

60 3/2020


Seglein, roll dich!

PANORAMA

Tipps, Trends & Neuheiten

SELDÉN SMF. Der schwedische

Hersteller hat mit seinem

Synchronized Main

Furling System (SMF)

ein Nachrüstset vorgestellt,

mit dem sich ein manueller

Rollmast in einen

elektrisch angetriebenen

mit synchronisierter Ausholerfunktion

umwandeln lässt! Benötigt

werden dazu die elektrische

Winsch E40i und ein elektrischer

Rollmastantrieb – bei

beiden sind die E-Motoren

in der Winsch bzw. im Mast

integriert. Ein SEL-Bus-System

sorgt dafür, dass beide

Motoren synchron zusammenarbeiten:

per Knopfdruck zieht

die E40i-Winsch die Ausholerleine,

während der E-Furlin-Motor das

Segel ausdreht.

è www.seldenmast.com

SEL: elektrischer

Rollmast-Antrieb, Bus-

System, E40i-Winsch.

Klang von Rang

Simon Drake von

JL-Audio Europe (li.)

und Manfred Ober.

JL-AUDIO BEI OBER. JL-Audio ist jener

Hersteller von Sound-Systemen, bei deren

Lautsprechern Klang-Enthusiasten große

Ohren und leuchtende Augen bekommen.

Die Distribution der edlen Produkte aus

Florida für Österreich, Ungarn, Tschechien

und die Slowakei hat jetzt der Vorarlberger

Spezialist Ober Yachtelektronik

übernommen. Gute Wahl der

Amerikaner: Zum einen beliefert

Ober die vier Märkte auch mit

Produkten von Raymarine, Flir

und anderen Top-Herstellern,

zum anderen finden sich bei den Lustenauern

auch eine ganze Reihe von Verstärkern,

die mit den Lautsprechern von

JL-Audio harmonieren.

è www.yachtelektronik.at

Edles fürs Ohr

von JL-Audio.

Gesunder Diesel

DIESELSCHUTZ. Der deutsche Additivhersteller

Liqui Moly bietet sein Mittel

gegen Dieselpest nun auch in einem kleineren

Gebinde an. Die 200-ml-Dose

„Liqui Moly Dieselschutz“ reicht für den

Schutz von bis zu 200 Liter Treibstoff und

ist nicht nur eine effektive Hilfe gegen

Bakterien, Hefen und Schimmelpilze,

sondern reinigt auch das

Kraftstoffsystem. Das Produkt

fällt nicht unter die EU-Chemikalienverbotsverordnung

und

ist im Fachhandel frei erhältlich!

è www.liqui-moly.de

Dieselpest, Ade!

IMPRESSUM

MEDIENINHABER: Satz- und Druck-Team GmbH,

Feschnigstraße 232, 9020 Klagenfurt, +43 463/461 90 25,

www.ocean7.at, redaktion@ocean7.at, office@ocean7.at,

Firmenbuchnummer 105347 y, Landes gericht Klagenfurt,

UID ATU 25773801 · ANWENDBARE VOR-

SCHRIFT: Österreichische Gewerbeordnung, Mediengesetz

(www.ris.bka.gv.at) · GESCHÄFTSFÜHRER: Wolfgang

Forobosko · CHEF REDAKTION: Tahsin Özen,

Witthauergasse 31, 1180 Wien, redaktion@ocean7.at ·

ART-DIREKTION: Catharina Pichler · GRAFISCHES

KONZEPT: Thomas Frik, www.viertelbogen.at ·

MIT ARBEITER DIESER AUSGABE: Inga Beitz, Stefan

Detjen/wave-mag.ch, Mag. Wolfgang Gemünd, Stefan

Gerhard, Bernd Hofstätter, Dr. Reinhard Kikinger,

Thomas Pernsteiner, Kurt Pinter, Roland Regnemer,

Gottfried Titzl Rieser, Dr. Bobby Schenk, Cornelia Schifter,

Dr. Friedrich Schöchl, Alexandra Schöler-Haring,

Dr. Alfred Zellinger, Kerstin Zillmer/floatmagazin.de ·

PRODUKTION UND DRUCK: Satz- und Druck-Team

GmbH · ANZEIGEN: Bernd Hofstätter +43 664/552 09 32,

b.hof staetter@ocean7.at · EINZELVERKAUFSPREIS:

Österreich € 4,90 · ABO-PREISE: Bezugs preis Inland für

sechs Ausgaben: € 29,– · ABO- BESTELLUNG: abo@ocean7.at,

www.ocean7.at · VERTRIEB: Presse Großvertrieb

Austria Trunk GmbH, St. Leonharder Straße 10,

5081 Anif/Salzburg · Diese Zeitschrift und alle in ihr

enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich

geschützt. Jede Verwertung außerhalb der

engen Grenzen des Urheberrechts gesetzes bedarf der

Zustimmung des Herausgebers. Die Ver wendung von

Zitaten aus Berichten für Anzeigen ist möglich. Durch

Annahme eines Manuskripts erwirbt der Herausgeber

das ausschließliche Recht zur Veröffent lichung. Für

unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird

keine Haftung übernommen. Alle Rechte, auch die

Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 u. 2 Urheberschutzgesetz,

sind durch den Herausgeber genehmigungspflichtig.

Bei Nichtbelieferung ohne Heraus geber-

Verschulden oder wegen Störungen des Arbeitsfriedens

bestehen keine Ansprüche gegenüber dem Herausgeber.

Verantwortlich für die Mitteilungen des Sail Aus tria:

Verein Sail Austria, Lagerstraße 1–5, 2103 Langenzers -

dorf, www.sailaustria.at

Verantwortlich für die Mitteilungen des YCA: Yacht

Club Austria, Generalsekretariat 4020 Linz, Lederer -

gasse 88, www.yca.at

Verantwortlich für die Mitteilungen des MSVÖ:

Motor bootsport und Seefahrts Verband Österreich,

Forchheimergasse 34/118, 1230 Wien, www.msvoe.at

Jury-Mitglied

3/2020 61


Sailing Poetry

Thomas Mann auf Brioni

Wir laufen Brioni an, die exklusive k.u.k. Sommerresidenz, treffen dort Katja und

Thomas Mann und werden von einer altösterreichischen Erzherzogin genervt.

Westlich von Pula liegt die

Inselgruppe des Brioni-

Archipels, die Hauptinsel

war einst eine exklusive Sommerdestination

der Monarchie, geschaffen

vom österreichischen Indus -

triellen Paul Kupelwieser. Der hatte

Brioni 1893 von einem Venezianer

günstig erworben, der damit nichts

anzufangen wusste als die Bäume

zu fällen. Kupelwieser ließ Sümpfe

trockenlegen, die Malaria ausrotten,

Promenaden bauen, ein

Strandbad, ein Winterschwimmbad,

Hotels und einen Hafen. Die

Hauptinsel wurde zu einem modischen

Kurort, Treffpunkt für Adel,

Industrielle, Künstler und gehobenes

Bürgertum.

Heute ist Brioni ein Naturschutzgebiet

mit eingeschränkter Besuchsmöglichkeit,

geführten Ausflugstouren

und hohen Preisen,

besonders für Bootsfahrer.

Wir laufen ein in den Hafen von

Veliki Brijuni, legen uns frech an

den Kai, der für die Fähre reserviert

ist. Während ich versuche, die

Marineros zu beruhigen, läuft ein

Crewmitglied zum Hotel Neptun,

dessen Rezeption für Bootsanmeldungen

zuständig ist, und erlegt

die Gebühr für eine Nacht: ungefähr

das Doppelte dessen, was die

Marinas hier sonst nehmen. Knapp

bevor die Fähre aus Fažana einläuft,

ist unser Mann zurück, wir

legen ab, segeln um die Insel herum

zur Bucht Sv Nikola auf Mali

Brijuni. Wir sind das einzige Boot

im Bojenfeld dieser schönen Badebucht.

Kein Internet hier draußen,

also Badetag.

Abends beim Dinner, es ist das

Jahr 1911, wieder im Hotel Neptun,

stoßen wir auf Katja und Thomas

Mann. Wir kamen gestern mit

dem Schiff von Pola, erzählt Katja

und haben hier einiges zu bemängeln:

Es gibt auf der ganzen Insel

keinen Sandstrand!

Und offenbar hat jetzt auch das

Kaiserhaus die Insel entdeckt; Marie

Valerie und Elisabeth Windisch-Graetz

sind hier; und diese

Erzherzogin Maria Josepha nervt

alle, weil sie immer genau zwei

Minuten, nachdem alle sich zum

Essen hingesetzt haben, erscheint

und alle sich wieder von ihren

Sitzen erheben müssen, dasselbe

Theater bei Beendigung des Essens.

Ist angeblich Vorschrift in dieser

wackeligen Monarchie.

ALFRED ZELLINGER

ist Schriftsteller und

erlernte das Segeln in

der O-Jolle des Vaters

auf dem Traunsee. Dort

segelt er heute einen

30er-Schärenkreuzer,

auf dem Meer eine 46er

Grand Soleil.

kolumne@ocean7.at

Im Hafen des Nationalparks

Brijuni, ausführlicher

Bericht ab Seite 28.

Ach, ich fühle mich ganz wohl,

sagt Thomas Mann, unter der laxen

Herrschaft dieses Kaisers, in diesem

wackeligen Reich, das ohnehin

nicht mehr lange Bestand haben

wird. Ach, wie leicht ist es doch

zu prophezeien – im Nachhinein.

Da draußen, vom Kanal von

Fažana, erinnere ich, ist Tegetthoff

mit seiner Flotte einst rasch entschlossen

nach Lissa ausgelaufen.

Thomas Mann lacht, ja, und gewann

die Seeschlacht, indem er

die Schiffe der technisch und zahlenmäßig

überlegenen Italiener

gezielt rammen ließ.

Die Blätter berichten heute vom

Tod Gustav Mahlers, sagt Thomas

Mann; habe ihn bei der Uraufführung

seiner 8. Symphonie in

München kennengelernt, ich

schätzte ihn sehr. Werden uns

morgen nach Venedig einschiffen

und im Grand Hotel des Bains

Quartier nehmen. Will dort eine

kleine Novelle schreiben, die ich

„Tod in Venedig“ nennen werde –

mit dem alternden Schriftsteller

Aschenbach als Hauptfigur, der

Mahlers Züge trägt. Im Ohr habe

ich dabei das Misterioso aus dessen

3. Symphonie: „O Mensch!

Gib acht!/Was spricht die tiefe

Mitternacht?/Ich schlief, ich

schlief/aus tiefem Traum bin ich

erwacht/die Welt ist tief/und tiefer

als der Tag gedacht/tief ist ihr

Weh/Lust – tiefer noch als Herzeleid/Weh

spricht: Vergeh!/Doch

alle Lust will Ewigkeit/will tiefe,

tiefe Ewigkeit!“


Im nächsten Sailing Poetry,

meine Damen und Herren, laufen

wir Triest an und treffen dort im

Caffè degli Specchi auf Giacomo

Casanova, der eine Bilanz seiner

Jugend und Verbannung zieht.

62 3/2020


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