2020-04-19 Bayreuther Sonntagszeitung

inbayreuth

2 19. April 2020 Aktuell Bayreuther Sonntagszeitung

Ihr RechtamSonntag

Bedeutung vonCorona für den Umgang mit Kindern in Trennungsfamilien

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Grundsätzlich gilt: Die rechtliche

Lage verbietet den Umgangzwischen

Eltern und Kindern

nicht.

Der regelmäßige Umgang eines

Kindes mit beiden Elternteilen

dient dem Kindeswohl

und kann vom anderen Elternteil

nicht einfach „wegen Corona“

abgelehnt werden.

Die Empfehlung,soziale Kontakte

möglichst zu vermeiden,

bezieht sich nicht auf den Umgang

zwischen Eltern und Kindern,

auch wenn die Eltern nach

einer Trennung in zwei getrenntenHaushalten

leben. Einschränkungen

können sich zum Beispiel

dann ergeben, wenn ein Kind im

anderen Elternhaus Kontakt zu

einer positiv getesteten Person

zu erwarten hat oder wenn das

Kind, ein Elternteil oder eine andere

dem Haushalt eines Elternteils

angehörige Person zu einer

Risikogruppe gehört. Hieraus

folgt, dass es dem Kindeswohl

auch entsprechen kann, dass

ein Kind vorübergehend inden

Haushalt des anderen Elternteiles,

bei dem es nicht lebt, wechselt.Dies

kann dann der Fall sein,

wenn beispielsweise der betreuende

Elternteil positiv getestet

wurde oder einer Risikogruppe

angehört.

Ist der Umgangsberechtigte

oder eine Person, mit der dieser

zusammenlebt, positiv getestet

oder istQuarantäne angeordnet,

muss derUmgang ausfallen. Alles

anderewürde nichtdem Kindeswohl

entsprechen und zudemdie

konkrete Gefahr einer Anfechtungsketteverursachen.

Problematischer gestaltet

sich die praktische Handhabung,

wenn ein verzweigtes „Patchworkgeflecht“

vorhanden ist. Da

kommen beispielsweise amWochenende

zum VaterdessenKinder,

während die Kinder seiner

Lebensgefährtin am Folgewochenende

bei deren Vater sind,

der auch wiederumeine Lebensgefährtin

mit Kindern hat usw.

Möglicherweise arbeitet auch

einer der Erwachsenen in einem

risikorelevanten Beruf. Es liegt

auf der Hand, dass sich dadurch

die Gefahr einer Ansteckungsketteerhöht.Trotzdem

istdie Gesetzeslageso,

dass ein Rechtauf

Umgang besteht.Gibtesnämlich

keine konkreten Ansteckungsgefahren

und keine Haushaltsangehörigen,

die positiv getestet

wurden oder unter Quarantäne

gestellt wurden, darfder Umgang

stattfinden.

Es solltejedoch in der Verantwortung

jedes einzelnen liegen,

hier eine vernünftige Güterabwägung

durchzuführen.

Gibt es eine Umgangsregelung

oder eine gerichtliche

Entscheidung zum Umgang, gilt

diese trotz der Coronakrise weiter.

Solche Regelungen sind allerdings

an die aktuelle Situation

anzupassen. Hierbei ist immer

das Kindeswohl zu berücksich-

tigen, weshalb alle Beteiligten

vernünftig an einer einvernehmlichen

Lösung arbeiten sollten.

Gelingt dies nicht, besteht selbstverständlich

die Möglichkeit, im

Wege eines Eilverfahrens eine

Regelung durch die Familiengerichte

herbeizuführen.

Als Fazit kann festgehalten

werden: Der Umgangselternteil,

der das Kind nicht mit öffentlichen

Verkehrsmitteln abholt, der

weder erkrankt ist noch Kontakt

zu Erkrankten hatte, der nicht

in einem wie oben bezeichneten

Patchworkgeflecht lebt und der

versichert, mit dem Kind weitere

Sozialkontakte zu meiden, wird

seinen Umgang notfalls auch

unter Inanspruchnahme der Familiengerichte

durchsetzen können.

Rechtsanwältin Jutta Spengler

FachanwältinfürFamilienrecht

FachanwältinfürMedizinrecht

Rathenaustraße7, 95444Bayreuth

Telefon0921/75933-0

Telefax0921/75933-50

Jutta.Spengler@lampert-graf.de

www.lampert-graf.de

BAYREUTH. Ab 4. Mai dürfen die

Friseursalons wieder öffnen. Wie

können Maßnahmen getroffen

werden, damit ein sicheres Arbeitengewährleistetist?

Bei Andreas Nuissl, Inhaber

vomSalon Cutting Crew und Hair

ForceOne,steht das Telefonseit

der Anordnung zur Lockerung

nicht mehr still. „Unsere Kunden

möchten Termine vereinbaren –

am liebsten soschnell wie möglich“,

erzählt der Friseurmeister.

„Im März haben wir entschieden,

zu schließen, noch vor der behördlichen

Anordnung. Die Entscheidung

hatdas gesamte Team

Bald sind die Haarewieder schön

Andreas Nuissl hatdie Zeit der zwangsweisen Ladenschließung sinnvoll genutzt

des Aufenthaltes einen Mundschutz

tragen. Wenn keiner vorhanden

ist, kann dieser bei uns erworben

werden“, erklärt Andreas

Nuissl.

Es wird noch weitere Änderungen

in den Salons geben. Auf

Wunsch bekommt jeder Kunde

einen Einwegumhang. Zwischen

jedem Platz wird ein speziell

angefertigtes transparentes

Sicherheitsschild angebracht,

sodass die Abtrennung zwischen

den Stühlen seinen Kunden

den größtmöglichen Schutz

bietet. „Ebenso habe ich einen

Schutz an der Rezeption angegetroffen.

Es war uns wichtig,

nicht nur uns, sondern vor allem

unsereKunden zu schützen“.

Die zunächst unabsehbare

Zeit der „Zwangspause“ war für

Andreas Nuissl und seine Mitarbeiter

kein Urlaub, sondern Zeit

für die Zukunftzuplanen und auf

dieseWeisedie Arbeitsplätzeder

Mitarbeiter zu sichern. Anträge

bei Behörden wurden gestellt,

Terminverschiebungen organisiert,

Kundenkontakt gehalten,

Verhandlungen mit Geschäftspartnern

geführt und so der Re-

Start gründlich vorbereitet. „Es

war mir ein Anliegen, meine Mit-

AndreasNuissl.

Foto: Martin Munzert

arbeiter in in der Zeit wissen zu

lassen, dass sie nichtalleine sind“,

erklärt Andreas Nuissl. In zahlreichen

Gesprächen und Videokonferenzen

wurde ein Sicherheitskonzepterarbeitet.

Für die Salons Hair Force

One und Cutting Crew wurde ein

eigenes Hygienekonzeptentworfen.

„Standard-Hygienemaßnahmen

gab es schon vorher, sind

allerdings eher im Hintergrund

abgelaufen, sodass der Kunde

es nichtdirektmitbekommen hat.

Daswirdsich nun ändern. Wir arbeiten

mit Mundschutz und jeder

Kunde muss ebenfalls während

bracht, damit auch dort der Hygienestandard

eingehalten wird“.

Andreas Nuissl ist sich sicher:

„Die Friseure können wieder

starten, aber das Konzept

muss richtig durchdacht sein.

Es kann natürlich zunächst zu

Wartezeiten kommen, wir wollen

jedoch alle unsere Kunden

schnellstmöglich zufrieden stellen

und ihre Wünsche erfüllen.“

„Selbst unser Ministerpräsident

Markus Söder hat derzeit keine

frisch geschnittenen Haare. Auch

er muss warten, bis sein Friseur

wieder einen Termin für ihn hat“,

lachtAndreas Nuissl. jm


Bayreuther Sonntagszeitung

Aktuell 19. April 2020 7

Versicherungstipp am Sonntag

Finanzielle Versorgung im Alter

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Die Versorgungssituation im

Alter ist eine der wichtigsten

Grundlagen für einen entspannten

Lebensabend bzw.

den längsten Urlaub im Leben.

Deshalb schadet esnicht, sich

schon in jungen Jahren damit zu

beschäftigen. Heue behandeln

wir folgende Themen:

• Ansprüche aus der

gesetzlichen Rentenversicherung

(GRV)

• Ansprüche aus der

gesetzlichen Pflegepflichtversicherung

(GPV)

Ansprüche aus der GRV

Als versicherungspflichtiger Arbeitnehmer

erwirbt man für jeden

Beitragsmonat sogenannte

Entgeltpunkte, welche Jahr für

Jahr über einen Vergleich des

persönlichen Einkommens mit

dem Durchschnittsverdienst

(40.551 EUR p. a. in 2020) aller

Versicherten ermittelt werden.

Entspricht der Verdienst z. B.

exakt dem Durchschnittsverdienst,

gibt esdafür einen vollen

Entgeltpunkt bzw. darunter

weniger und darüber mehr

Entgeltpunkte. Der Gegenwert

eines Entgeltpunktes ist der

sogenannte Rentenwert. Zum

01.07.2020 steigt dieser Wert

auf 34,19 EUR (West). Dies entspricht

einer Rentenanpassung

von 3,45 Prozent. Esgibt noch

weitere Parameter, welche Ihre

persönliche Rentenhöhe bestimmen

(Zugangsfaktor, Art

der Rente). Auf der Seite der

GRV können Sie sich unterdem

QR-Code und Ihrem Rentenbescheid

Ihre aktuell

erworbenen

Ansprüche

auch selbst

berechnen.

Die Durchschnittsrente im Bundesgebiet

lag in 2019 bei 1.362

EUR (Männer 1.362 EUR, Frauen

971 EUR). Hierbei handelt

es sich aber um die Bruttorentenwerte!

Von dieser müssen

Steuern und Beiträge für die

Kranken- und Pflegepflichtversicherung

abgezogen werden.

Nehmen wir das Beispiel der

Durchschnittsrente von 1.362

EUR als Ansatz, ergibt sich eine

Nettorente von1.001,75EUR!*

Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung:

Pflegegrad

1

2**

3**

4**

5**

Pflegesachleistungen bei ambulantenHilfsdiensten

Ansprüche aus der GPV

In 2017 wurde durch das Pflegestärkungsgesetz

II ein neuer

Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt,sowie

die 3Pflegestufen

(inkl. Pflegestufe 0 „Demenzgeld“)

durch 5Pflegegrade (PG)

ersetzt, was die Leistungseintrittswahrscheinlichkeit

positiv

beeinflussthat (z.B.für Demenz

zur Einstufung in PG 2).

Pflegesachleistungen

0€

689€

1.298 €

1.612 €

1.995 €

Entlastungsbetrag***

125 €

125 €

125 €

125 €

125€

** ab PG2kann der Versicherte bis zu 40%des Leistungsbetrages als Unterstützungsleistungen

beantragen (Betreuungsangebote, Entlastung vonLaienpflegern, Unterstützung

im Alltag z.B. Haushaltsführung etc.)

Pflegesachleistungen bei Pflege zu Hausedurch Angehörige

Pflegegrad

1

2

3

4

5

Pflegegeld

0€

316 €

545 €

728€

901€

Entlastungsbetrag***

125 €

125 €

125 €

125€

125 €

*** bei häuslicher Pflege im Zusammenhang mit Pflegeleistungen anderer Dienste und

gegen Nachweis zweckgebunden für Entlastungsmaßnahmen für Laienpfleger

Pflegegrad

2

3

4

5

Pflegesachleistungen bei vollstationärer Pflege

Leistungen

770€

1.262€

1.775€

2.005€

Eigenanteil

580€

580€

580€

580€

DiesePflegeleistungen sind aber nur für den Pflegeaufwand und die soziale Betreuung.

DieKosten für Unterbringung und Verpflegung müssenselbstgetragenwerden!

*Beitragsanteile 8,4%KVincl. Zusatzbeitrag, 3,05 %Pflegepflichtversicherung und angenommenen durchschnittlichen Steuersatz von15%für GRV-Renten.

Demgegenüber steht eine durchschnittliche

Eigenbeteiligung, z.

B. bei der Unterbringung in einem

Pflegeheim in Bayern von monatlich

1.969EUR,welche bei Pflegebedürfigkeit

die finanzielle Situation –auch

die eines pflegenden Anghörigen –

im Alter weiter strapazieren kann!

vfm -seit 1971 Ihr qualifizierter Versicherungsvermittler im

Großraum Pegnitz. Unser Team besteht aus 75 erfahrenen

Experten – inkl. eines Kompetenzcenters eigens für den

Bereich Vorsorge und bAV.

Fazit:

1. Die Rente ist sicher, aber auch

sicher in den meistenFällen „nur“

eine Grundversorgung! Zusätzliche

Vorsorge über eine intelligente

Kombination vonsteuerlich

geförderten Vorsorgesystemen

mit lebenslanger Rentenzahlung,

aber auch Sachwerten (z.B.

Immobilie), istalsounabdingbar!

2. Pflege in Deutschland wirdteurer

werden (demographischer

Wandel, Personalmangel). Die

Altersvorsorge sowie das Eigentum

zu schützen, bedarf ebenfalls

ausreichender Rücklagen (Kapital,

zusätzliche Pflegeabsicherung

über Pflegezusatztarif oder

Pflegerentenversicherung)!

Klaus Liebig

vfmVersicherungs-&

FinanzmanagementGmbH

Schmiedpeunt1

91257Pegnitz

Internet: www.vfm.de

E-Mail: info@vfm.de

Tel09241 484444

BAYREUTH. Wer Zuhause einen

Angehörigen pflegt,hat meistviele

Fragen. Antworten liefern kann

der AOK-Online-Kurs „Pflegen zu

Hause“.Unabhängig vonZeit und

Ort istesnun möglich, sich Kenntnisseanzueignen,

die den Pflegealltag

erleichtern können.

Aufgrund der aktuellen Lage

können derzeit keine Pflegekurse

stattfinden. „Hier kann der digitale

Pflegekurs die Lösung sein“, sagt

Marco Gräbner, Pflegeberater

der AOK-Direktion Bayreuth-

Kulmbach. Der Kurs umfasst 14

Module mit nützlichen Tipps und

Hilfestellungen zu den Grundlagen

der häuslichen Pflege. Darüber

hinaus erfahren pflegende

AOKbietetE-Learning

Pflegekurs für Angehörige als Online-Angebot

WeitereTipps im Internet:

www.aok.de/bayern/pflegenzuhause

www.aok.de/bayern/pflegeberatung

Angehörige, wie wichtig es ist,

auch auf sich selbst zuachten.

Häusliche Pflege kann erfüllend

sein. Sie ist aber auch anstrengend

und nervenaufreibend.

Jedes Modul kann beliebig oft

wiederholt oder unterbrochen

werden. Der Online-Pflegekurs

wird ergänzt durch ein vertiefendes

Begleitbuch, das auf die Kursinhalteabgestimmtist.

Wer als AOK-versicherter

pflegender Angehöriger oder

Pflegebedürftiger den Online-

Pflegekurs plus Begleitbuch

nutzen will, kann sich anmelden:

0921 288-261 oder per E-Mail:

marco.graebner@by.aok.de. Das

Angebotist kostenfrei.

Sanitätshaus |Orthopädietechnik

Orthopädieschuhtechnik |Homecare

Rehatechnik

Wir sind weiterhin für Sie da!

Auch in der aktuellen Situation sind unsere

Filialen weiterhin für Sie zu den bekannten

Öffnungszeiten geöffnet!

Jetzt auch rund um die Uhr für Sie da:

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Wittelsbacherring 2-4

95444 Bayreuth

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Bayreuth

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8 19. April 2020 Aktuell Bayreuther Sonntagszeitung

Gedanken zur Woche

Sieben dunkle Jahre?–von Friedrich Jehnes, Pfarrer in derEvang. Kirchengemeinde St.Georgen

„Über sieben Brücken musst du

geh‘n. Sieben dunkle Jahre

übersteh‘n.Siebenmalwirst dudie

Asche sein .Aber einmal auch der

helle Schein“.

Dieses Lied wurde im Jahr

1978 von der ostdeutschen Musikgruppe

Karat aufgenommen.

Der westdeutsche, ursprünglich

aus Siebenbürgen stammende

Sänger Peter Maffay hörte es

im Radio, lernte Karat 1980 bei

einem Konzert in Wiesbaden

kennen und bat darum, das Lied

selbst aufnehmen zu dürfen.

In seiner Version wurde „Über

sieben Brücken“ auch imWesten

bekannt. Ab 1990 kam es

zu gemeinsamen Auftritten und

Einspielungen. Trotzdem blieb

Peter Maffay in den Medien präsenter.Eine

der vielen typischen

deutsch-deutschen Geschichten.

„Über sieben Brücken musst

du geh‘n. Sieben dunkle Jahre

übersteh‘n.Siebenmalwirst du die

Asche sein .Aber einmal auch der

helle Schein“.

Wir befinden uns in der wohl

schwersten Krise nach dem

Zweiten Weltkrieg. Binnen weniger

Tage musste das öffentliche

und weitgehend auch das

gewerbliche Leben still gelegt

werden. Wir erleben schmerzhaft,

wie alles mit allem zusammenhängt.EsgibteinenDominoeffekt.

Bricht ein Teil weg, folgen

die nächsten nach. Werden wir

jetzt „Sieben dunkle Jahre“ vor

uns haben? Dabei ist esnoch

nicht einmal sieben Wochen her,

da in Deutschland das begann,

was inChina Ende 2019 seinen

Ausgang genommen hatte!

Denkenwir an die Menschen,

die um ihren Arbeitsplatzbangen.

Die Schülerinnen und Schüler,

die sich unter erschwerten Bedingungen

auf ihren Abschluss

vorbereiten müssen. Die Geschäftsleute,

die Gastronomen,

Busunternehmer und Kulturschaffenden,

die um ihreExistenz

bangen. Denken wir an die Menschen,

die in den Kliniken und

Heimen um ihr Leben kämpfen

und an die Menschen, die für sie

da sind. Auf einmal werden sie

wertgeschätzt. Hinterher auch

noch? Denken wir an die alten

Menschen, die jetzt keinen Besuch

mehr bekommen dürfen.

Denken wir an die Menschen, die

ihr Leben verloren haben und an

die,die um sie trauern. Tragen wir

all das, auch unserepersönlichen

Sorgen und Ängste, im Gebet zu

Jesus Christus, der im Namen

Gottes die Krafthat,das Leid mitzutragen

und uns Hoffnung auf

den Siegdes Lebens gibt!

Wir werden mit der Gefahr,

die durch das COVID-19-Virus

ausgeht, wohl noch lange leben

müssen. Wirerfahreneinentiefen

Einschnitt–emotional –inunserem

Lebensgefühl. Eswäre gut,

wenn wir diesen Einschnitt nicht

nur als ärgerliche Störungsehen,

weil jetzt so viel Gewohntesnicht

stattfinden kann, sondern, wenn

einmal das Schlimmste überstanden

ist, auch alsChancezur

Neuorientierung. Zum Beispiel:

Wegvon einer völlig überdrehten

Spaß- und Erlebnisgesellschaft,

hin zu echter Lebensfreude und

zu mehr Tiefgang. Weg von einem

ausschließlich quantitativen

Wachstum auf Kosten anderer

und auf Kosten der Natur, hin zu

Nachhaltigkeit und Qualität. Weg

vom reinen Profitstreben bei

den Aufgaben der öffentlichen

Versorgung. Weg von der grenzenlosen

Selbstverwirklichung,

in der man erstmal sein eigenes

Ding macht, hin zur Begegnung

und zur Aufmerksamkeit füreinander.

Und wirklich fatal wäre

es für unsere Zukunft, wenn wir

drängende Probleme wie den

Klimawandel oder das Elend der

Flüchtlinge von uns wegschieben,

weil wir ja selbst schauen

müssen, wo wir bleiben.

„Über sieben Brücken musst

du geh‘n. Sieben dunkle Jahre

übersteh‘n.Siebenmalwirst du die

Asche sein .Aber einmalauch der

helleSchein“.

Dasist kein christlicher Text,

aber man kann von seinen Bildern

her Brücken zu Themen

und Bildern schlagen, die für den

christlichen Glauben wesentlich

sind. Nur drei biblische Worte

dazu als geistliche Wegzehrung

für dieseTage:

• Es wird nicht dunkel bleiben

über denen, die in Angst sind –

Jesaja 8, 23.

•Bei dir, Gott, ist die Quelle des

Friedrich Jehnes

Pfarrer in der Evangelischen

Kirchengemeinde

St.Georgen

Lebens, undindeinem Lichte sehen

wir das Licht–Psalm 36,10.

•Das Licht Jesu leuchtet denen,

die in Finsternis und im Schatten

des Todes sitzen. Er richte unsere

Füße auf den Weg des Friedens–nachLukas

2, 79.

Notmachterfinderisch

Tanja und Stefan Cremer entwickelten berührungslose Desinfektionsspender

BAYREUTH. Läden dürfen bald

wieder öffnen, allerdings nur unter

strengen Hygienemaßnahmen.

Damit Geschäftedas richtige

Hygienekonzept schnellstmöglich

umsetzenkönnen, haben

Tanja und Stefan Cremer, von

Fliesen Cremer in Bayreuth, einen

Desinfektionsspender entwickelt.

Das Gerät ist berührungs-

los und batteriebetrieben, und

kann so fast überall zum Einsatz

kommen. „Wo derzeit andere

Unternehmen Lieferschwierigkeiten

haben, können wir in kürzester

Zeit die Desinfektionsspender

herstellen“, so Stefan

Cremer. Tanja Cremer steht für

Fragen und Bestellungen zur Verfügung.

jm

ErstAbstieg, dann souveräne Meisterschaft

Vor50Jahren wurde der Grundstein für die Zweitligazeit der SpVgg Bayreuth gelegt

NUTZFAHRZEUG-ZENTRUM-BAYREUTH

Auto-Wedlich

www.wedlich.com

Großes Zuschauerinteresse herrschte Anfang der 1970er-Jahre bei den Heimspielen der SpVgg Bayreuth.

Aufder legendären Jakobshöhe passierten in der Bayernliga-Saison 1970/71 im Schnitt4.289 Zuschauer pro

Partie die Stadiontore.

Foto: Klaus-Peter Volke

BAYREUTH. Vor50Jahren: 1970

war für die Fußballer der SpVgg

Bayreuth einerseits von Enttäuschung

über den Abstieg aus der

erst vor einem Jahr erreichten

zweitklassigen Regionalliga Süd

gekennzeichnet, andererseits

waraber auch der Aufbruch zum

sofortigen Wiederaufstieg mit einer

souveränen Meisterschaft in

der Bayernliga.

Große Fußballeuphorie mit

hohen Zuschauerzahlen und viel

Zusammenhalt unter den Vereinsmitgliedern

herrschte vor 50

Jahren bei der SpVgg Bayreuth.

1969 hatte die Altstadt erstmals

den Aufstieg in die damals direkt

unterder Bundesliga angesiedelte

Regionalliga Süd geschafft. Bis

zuletzt kämpftedas Team um den

Klassenerhalt,letztlich reichte es

aber nur zu Platz 17,der Abstieg in

die Bayernliga wardie Folge.

Die Mannschaft bewies jedoch

in der Bayernligasaison

1970/71, dass sie durchaus Regionalliga-Format

besaß. Mit 61:7

Punkten wurde in großer Souveränität

die Bayernliga-Meisterschaft

und damit der sofortige

Wiederaufstieg errungen. Auf

den Tabellenzweiten, die SpVgg

Weiden, hatten die Altstädter 15

Punkte Vorsprung, wobei es damals

für einen Sieg nichtwie heu-

te drei, sondern nur zwei Punkte

gab.Bis zum 10.Spieltag konnten

die Bayreuther nur Siege verbuchen,

erst am24. Oktober 1970

gab es mit einem 1:1 gegen die

Würzburger Kickers den ersten

Punktverlust. Die erste Niederlage

musste am 29. November

1970 mit einem 0:1 beim FC Passau

hingenommen werden. Insgesamt

standen am Saisonende

29 Siege, drei Unentschieden

und zwei Niederlagen zu Buche.

Die Zuschauer hielten der

SpVgg auch in der Bayernliga

auf der legendären Jakobshöhe

die Treue. Bei den 17 Heimspielen

dieser Bayernliga-Saison

feuerten insgesamt 72.900 Fans

(Durchschnitt 4.289 pro Duell)

erfolgreich die Altstädter Kicker

zum Wiederaufstieg in die Regionalliga

Süd an. Gegen Helios

München konnte der Kassier mit

7.500, beim Gastspiel des FC

Augsburg mit 7.000 und gegen

die Würzburger Kickers mit 5.000

Besuchern die höchstenEinnahmen

verzeichnen.

Nach dem Aufstieg 1971 gelang

es der SpVgg endgültig, sich

in der Zweitklassigkeit des bundesdeutschen

Fußballs zu etablieren

und den Namen Bayreuths

auch in der Sportwelt bekanntzu

machen. Am Ende der Regionalligasaison

1973/74 qualifizierte

sich die Altstadt für die neu geschaffene

Zweite Bundesliga

Süd, die Heimspiele fanden nun

nicht mehr auf der Jakobshöhe,

sondern im Städtischen Stadion

statt. Der Zweiten Bundesliga

Süd gehörte Bayreuth in sämtlichen

Spielzeiten an, größter

Erfolg war 1979 die Vizemeisterschaft.Die

Altstadt verpasste erst

in den Aufstiegsspielen gegen

Bayer Uerdingen den Aufstieg

in die Bundesliga. AmEnde der

Saison 1980/81 qualifizierte sich

die SpVgg für die neue eingleisige

Zweite Bundesliga. Gleich nach

der erstenSpielzeit 1981/82 stieg

man jedoch in die Bayernliga ab.

1985 gelang der Wiederaufstieg

in die Zweite Bundesliga, nur ein

Jahr später ging es wieder zurück

in die oberste Bayerische

Amateurliga.1987holtesich Bayreuth

dann nach einem legendären

Sieg am letzten Spieltag vor

20.000 Zuschauern gegen 1860

München die Bayernligameisterschaft

und schaffte in den anschließenden

Aufstiegsspielen

erneut den Sprung in die Zweite

Bundesliga. Über drei Spielzeitenblieb

die SpVgg nun bis 1990

zweitklassig, 1988 und 1989

wurde der Klassenerhalt aber

jeweils nur am grünen Tisch wegen

Lizenzentzügen für Rot-Weiß

Oberhausen (1988) und Kickers

Offenbach (1989) geschafft. 1990

war esmit der großen Zweitligazeit

der SpVgg Bayreuth schließlich

endgültig zu Ende. kpv/rs

Meine

Tel. 0921/792700

Vermietung vonTransportern

3,5 tGesamtgewicht

und Lkwbis 7,5 t

Bayreuther

Sonntagszeitung

istauch bei Instagram.

Impressum

Verlag und Herausgeber: SaGa Medien &VertriebOHG

Richard-Wagner-Straße 36,95444 Bayreuth

Tel. 09 21 /1627280-40 |info@inbayreuth.de

Geschäftsführung: Gabriele Munzert, Martin Munzert

Anzeigenberatung: Martin Munzert(verantw.),

Thomas Hacker, StefanieHoffmann

Redaktion: Gabriele Munzert(verantw.), Roland

Schmidt,MirkoSträsser,Wolfgang Munzert, JessicaMohr

Druck: Druckzentrum DerneueTag

Auflage: 42.469 Exemplare(ADAII/2019)

Zustellung: SaGa Medien &Vertrieb OHG,

Martin Munzert(verantwortlich)

Es gelten die AGBfür Anzeigen und andereWerbemittelinZeitungen

und Zeitschriftenaus der Preisliste

Nr.1der SaGa Medien &Vertrieb OHG vom1.1.2020.

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