Witten - Stadtmagazin

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Traditionsunternehmen in Witten

150 Jahre Geschichte auf einer Wand

Von der geografischen Lage des Standorts

war 1854 auch Carl Berger überzeugt, der

nach ersten Erfolgen in der Gussstahlproduktion

die Expansion der Firma ›Berger &

Co‹ am Ruhrufer weiter vorantrieb. Er profitierte

bei der Befeuerung seiner Öfen von

der direkten Kohlezufuhr vom anderen

Ruhrufer. Der Bergbau wiederum brauchte

den Stahl, um der steigenden Nachfrage mit

besseren Werkzeugen gerecht werden zu

können.

Dank guter Kontakte zur regionalen Wirtschaft

befand sich die Technik im Wittener

Stahlwerk immer auf aktuellem Stand: Den

Anfang machte das Puddelverfahren, bei

dem man Stahl aus Roheisen gewann, das in

einer Pfanne unter ständigen Rühren erschmolzen

wurde. Ab 1878 setzten die Gebrüder

Berger dann zunehmend das

Siemens-Martin-Verfahren ein, das die Deutsche

Stahlindustrie bis in die 1960er-Jahre

geprägt hat. Im Jahr 1973 wagte man im

Werk Witten dann einen weiteren technologischen

Vorstoß: Die damalige ›Ruhrstahl

AG Gussstahlwerk Witten‹ baute das erste

Elektrostahlwerk.

Wege zwischen Tradition und Zukunft

Im Laufe der Jahrhunderte hat das Unternehmen

an der Ruhr mehrfach Firmennamen

und Eigentümer gewechselt, hat aber

letztlich durch die Fokussierung auf moderne

Produktionsverfahren und Zukunftsbranchen

die Wirren zweier Weltkriege und

so manche Stahlkrise überstanden. Auf ein

Hoch folgte ein Tief und umgekehrt. Als

Tochter des Thyssen-Konzerns machte man

in den 1990er-Jahren deutlich, in welchem

Stoff man die Zukunft sah: Edelstahl. Die

klare Ausrichtung entpuppte sich später als

starkes Rückgrat: 2005 begann mit der

Übernahme durch die SCHMOLZ +

BICKENBACH Gruppe eine neue Ära für

den Stahlstandort Witten, die Anfang 2007

in der Fusion der Edelstahl Witten-Krefeld

GmbH mit der Edelstahlwerke Südwestfa-

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Die Deutschen Edelstahlwerke schaffen den Spagat zwischen Tradition und Zukunft

Knallig, poppig und modern – so präsentieren sich seit Sommer diesen Jahres die Werksmauern der

Deutschen Edelstahlwerke an der Herbeder Straße. Doch was Graffiti-Künstler Roberto Trementino

mit der Spraydose auf die Wand gebracht hat, ist viel mehr als bunte Farbe: Gezeigt werden über 150

Jahre Firmengeschichte.

Stahl aus Witten hat eine lange Tradition, die ihren Ursprung am Ufer der Ruhr hat. Noch heute befindet

sich das 525.000 Quadratmeter große Gelände der Deutschen Edelstahlwerke zwischen Muttental

und Hauptbahnhof. Eine ideale Lage, da das Unternehmen über den eigenen Gleisanschluss die für

die Edelstahlproduktion notwendigen Rohstoffe, z. B. Schrott, bequem via Schiene beziehen kann.

len GmbH zur Deutschen Edelstahlwerke

GmbH mündete. Von diesem Zeitpunkt an

zeigte das neue Unternehmen mit seiner

weltweit einzigartigen Produktvielfalt im

Bereich der Edelstahllangprodukte, dass

Edelstahl über die Jahrhunderte zum unverzichtbaren

Bindeglied zwischen traditionellen

und zukunftsweisenden High-Tech-

Branchen geworden ist.

Zukunft – für ein traditionsreiches Unternehmen

wie die Deutschen Edelstahlwerke

sind das Märkte und Themen, die das Leben

auf der Erde langfristig verändern und verbessern

können. Eine zentrale Rolle spielt

dabei der Energiesektor. Um den Energiebedarf

der Industriestaaten zukünftig zu

decken, sind neue Ölquellen erforderlich, die

bis zu 5.000 Meter tief unter der Mee-

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