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Was hätten bedeutende Ärzte und Wissenschaftler

wie Ferdinand Sauerbruch,

Louis Pasteur oder Robert Koch darum

gegeben, den lebenden Organismus minutiös

von innen untersuchen zu können –

mit gestochen scharfen Bildern, anhand

derer Erkrankungen von Organen und

selbst kleinste Veränderungen erkannt,

diagnostiziert und gegebenenfalls sofort

behandelt werden können. Die Endoskopie

gehört zu den bedeutendsten medizinischen

Diagnostik- und Therapieerrungenschaften

der letzten Jahrzehnte – und

sie entwickelt sich immer weiter. Umso

wichtiger, mit dem Fortschritt dieser be-

eindruckenden Technik Schritt zu halten:

Anfang Oktober eröffnet das Marienhospital

seine völlig neu gestaltete Endoskopie-Abteilung

der Medizinischen Klinik

unter der Leitung von Prof. Bergbauer.

»Größer, funktioneller und auf dem neuesten

Stand der Technik«, schildert Oberarzt

Dr. Niklas Jollet begeistert.

›Völlig neu‹ ist in diesem Fall wörtlich zu

nehmen. Von einem Umbau oder einer

Renovierung zu sprechen, würde dem

Projekt nicht gerecht werden. Mehr

Raum, mehr Platz, mehr Equipment – die

Fläche wurde von 80 auf rund 300 qm erweitert,

von A bis Z neu ausgestattet und

architektonisch durchstrukturiert. Prof.

Bergbauer: »An der Planung waren alle

betroffenen Mitarbeitergruppen beteiligt

– Ärzte, Schwestern, Hygiene-Fachkraft

und technisches Personal – und haben die

aus ihrer Sicht essenziellen Gesichtspunkte

mit eingebracht.«

Dabei herausgekommen ist eine Umgebung,

die maximale Effektivität auf höchstem

medizinischen Niveau garantiert, die

zugleich aber sowohl für die dort Arbeitenden

als auch für die Patienten eine

hohe Aufenthaltsqualität beinhaltet. Dr.

Jollet: »Schließlich wollen nicht nur wir

uns hier wohlfühlen, auch den Patienten

möchten wir die Untersuchungen in einer

angenehmen Atmosphäre ermöglichen.«

Leben im Alter · Gesundheit

Neue Endoskopie-Abteilung am Marien-Hospital

»Größer, funktioneller und auf dem

neuesten Stand der Technik«

Endoskopie (gr. éndon = innen, skopein= spiegeln)

bezeichnet die Betrachtung von Körperhöhlen

und Hohlorgangen mithilfe eines biegsamen

Gummischlauchs oder dünnen Metallrohrs.

Am Marien-Hospital werden neben Untersuchungen

wie der Magenspiegelung (Gastroskopie) und

Darmspiegelung (Coloskopie) Darstellungen der

Gallenwege und Bauchspeicheldrüse (ERCP) und

Ultraschalluntersuchungen mit einer Schlucksonde

(Endosonographie) durchgeführt.

Während dieser Untersuchungen können auch

kleinere operative Eingriffe durchgeführt werden,

z. B. die Abtragungen von flächigen Wucherungen

(Polypektomien), ultraschallgesteuerte Punktionen

zur Gewinnung von Gewebeproben u.v.m.

24-stündiger Notfalldienst

Ein gastroenterologischer Facharzt und ein speziell

ausgebildetes Pflegeteam können jederzeit

zum Beispiel bei Magen-Darmblutungen sofort

die Blutungsquelle lokalisieren und eine Blutstillung

durchführen. Auch verschluckte Fremdkörper

auch bei Kleinkindern werden so schonend

unmittelbar entfernt.

Prof. Bergbauer (links) und ein Teil seines Team

bei der Geräteeinführung

Rund zwei Millionen Euro sind in den

Neubau der Endoskopieabteilung investiert

worden, davon 730.000 Euro allein

in medizintechnische Geräte, Video- und

Endoskopietechnik.

»Als zertifiziertes Darmzentrum waren

wir bereits vorher hervorragend aufgestellt«,

so Dr. Jollet. »Zu unserem Leistungsspektrum

gehören Untersuchungen

und Behandlungen sämtlicher Erkrankungen

des Magen-Darm-Traktes, der

Bauchspeicheldrüse, der Leber und des

Gallengangsystems. Mit den neuen Geräteeinheiten

können wir nun noch präziser

und schonender arbeiten. So lassen sich

mit dem endoskopischen Ultraschallgerät

selbst kleinste Lymphknoten direkt neben

der Bauchschlagader mit hoher Auflösung

darstellen und punktieren. Ich bin

immer wieder beeindruckt, wie auch an

schwer zugänglichen Stellen diese präzisen

Eingriffe möglich sind. Und das innovative

Scope-Guide-System ermöglicht

beispielsweise bei einer Darmspiegelung

dank elektromagnetischer Wellen die Lage

des Koloskops im Patienten auf einem

Bildschirm darstellen. Dies führt zu einer

schonenderen Untersuchung des Patienten.

In der neuen Endoskopie können Koloskopien

mit Kohlendioxid (CO2) statt

mit Raumluft durch- geführt werden.

Dies reduziert deutlich das ›Blähgefühl‹

nach der Darmspiegelung und trägt so

ebenfalls zum Patientenkomfort bei. Ein

weiteres Einsatzgebiet, z. B. zur Klärung

von Auffällig- keiten in der Leber, ist die

Kontrastmittel-Sonographie, die im Gegensatz

zu jodhaltigen Kontrastmitteln,

welche in vielen Röntgenuntersuchungen

verwendet werden, wesentlich verträglicher

ist. «

Marien-Hospital Witten

Tel. 0 23 02 / 173-0

www.marien-hospital-witten.de

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