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Kultur

Moscheen

in Witten

Die Moschee ist für die Muslime der zentrale Ort des gemeinschaftlichen Gebets, zu dem man sich

mindestens einmal in der Woche und zwar am Freitag trifft: zum Freitagsgebet. Das Gebet gehört neben

dem islamischen Glaubensbekenntnis, dem Spenden von Almosen, dem Fasten im Ramadan und

der Pilgerfahrt nach Mekka zu den fünf Pflichten, die vom Gründer des Islams, von Mohamed (geb.

570 n. Chr.) den Gläubigen vorgeschrieben wurden.

Darüber hinaus ist die Moschee auch ein

sozialer und kultureller Treffpunkt sowie

ein Ort der Wertevermittlung im Sinne

des Islams.

Die architektonische Grundausstattung

besteht in der Regel aus einem Betsaal,

zum Teil mit separatem Frauenraum, andere

mit einer Empore, einer Waschgelegenheit

zur rituellen Reinigung vor dem

Gebet und aus einem oder mehreren Türmen,

den Minaretten für den Gebetsrufer,

den Muezzin. Die Innenausstattung ist

ganz auf das Gebet und die Predigt ausgerichtet.

Die Muslime beten fünfmal täglich

in Richtung ihres zentralen Heiligtums,

der Kaaba in Mekka. Daher ist die

Gebetsrichtung in jeder Moschee gekennzeichnet.

Im einfachsten Fall durch eine

Inschrift oder Tafel mit dem Wort ›Qibla‹

(Gebetsrichtung) bis hin zu einer Gebetsnische,

der Mihrab, einer halbrunden,

manchmal auch vieleckigen künstlerisch

gestalteten Wandnische, durch die die Ge-

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betsformeln des Imam, dem Vorbeter, der

mit dem Rücken zur Gemeinde ebenfalls

in Richtung Mekka betet, zurückschallen.

Rechts neben der Gebetsnische befindet

sich die Kanzel, die Minbar, von der aus

der Imam aus dem Koran zitiert oder in

seiner Predigt die Gläubigen anspricht

und im Glauben unterweist.

Da im Islam ein Bilderverbot besteht, waren

die Moscheen ursprünglich eher

schmucklose Räume. Um sie aber dennoch

von Profanbauten zu unterscheiden,

verschönerte man sie mit geometrischer

Ornamentik, mit Arabesken, also stilisierten

Pflanzenranken oder mit Kaligraphien,

mit den Buchstaben der arabischen

Schrift. Der Fußboden ist mit dem

Gebetsteppich bedeckt, der verhindern

soll, dass das Gebet durch Unreinheiten

auf dem Boden ungültig wird. Auch er ist

in der Regel mit islamischen Symbolen

künstlerisch gestaltet.

In Witten gibt es vier islamische Gemeinden

mit je einer eigenen Moschee. Zwei

davon sind türkische Gemeinden, eine

länderübergreifende und eine bosnische

Gemeinde. Die größte ist die Sultan Ahmet

Moschee in der Wideystraße. Sie

gehört der türkisch-muslimischen Gemeinde.

Bereits 1974 wurde sie zum Gebet

und 1977 offiziell eröffnet. Die damaligen

Kosten von über einer Mio. DM

wurden von der Gemeinde selbst aufge-

bracht. 50 bis 60 Gläubige besuchen die

Moschee zum täglichen Gebet, an Freitagen

sind es zwischen 300 und 400 und an

den Feiertagen kommen weit über 1.000

Besucher.

Der große durch zwei Säulenreihen untergegliederte

Saal ist weiß gestrichen.

Wände und Säulen sind mit farbigen

überwiegend blau und türkis verzierten

Fayence-Fliesen mit floralen Motiven

verziert (Foto 1). Diese stammen aus

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