Fragen zur Bearbeitung in den Tutorien - Wiwi Uni-Frankfurt

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Fragen zur Bearbeitung in den Tutorien

Grundzüge der Wirtschaftspolitik SS 2005

Prof. Dr. Roland Eisen

Es wird dringend gebeten, sich mit den Aufgaben auch vor der jeweiligen Besprechung

in den Tutorien zu beschäftigen.

1. Definition, Aufgaben und Rahmenbedingungen von Wirtschaftspolitik

1. Diskutieren Sie die Rolle des Staates im klassischen Liberalismus.

2. Erläutern Sie die Aufgaben der praktischen Wirtschaftspolitik und die Aufgaben einer

Theorie der Wirtschaftspolitik.

3. Was ist der Unterschied zwischen Ordnungs- und Ablaufpolitik?

4. Welche Erweiterungen hat die traditionelle Wirtschaftspolitik durch Einbeziehung der

Neuen Politischen Ökonomie erfahren? Was sind die Grundannahmen des Modells von

Downs a) in Hinblick auf institutionelle Regelungen und b) in Hinblick auf das Wähler-

verhalten?

2. Transformation von Volkswirtschaften

1. Welche Voraussetzungen müssen für das Funktionieren einer marktwirtschaftlichen Ord-

nung gegeben sein?

2. Diskutieren Sie die Bedeutung unterschiedlicher Arten der Privatisierung von Staatsbe-

trieben und des Attrahierens ausländischer Investitionen (FDI) für den Erfolg der Trans-

formation einer Zentralverwaltungswirtschaft in eine Marktwirtschaft.

3. Welche Beitrittskriterien mussten die zuletzt der EU beigetretenen Länder erfüllen, um

der Gemeinschaft beitreten zu können? Wie hat sich die ökonomische Situation in den

Beitrittsländern durch den EU-Beitritt verändert?

3. Wohlfahrtsökonomie

1. Gehen Sie von einem 2-Güter-2-Haushalte-Modell aus, und leiten Sie graphisch mit Hilfe

der Edgeworth-Box eine Tausch- oder Kontraktkurve her.

2. Wodurch ist ein pareto-optimaler Zustand gekennzeichnet? Zeigen sie graphisch und ana-

lytisch, welche Optimalbedingungen im Pareto-Optimum gelten, und diskutieren Sie die

wohlfahrtstheoretischen Konsequenzen.

3. Was ist eine Second-Best-Lösung?

4. Das Arrow-Paradoxon: Diskutieren Sie Probleme bei der Bestimmung einer sozialen

Wohlfahrtsfunktion.

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Grundzüge der Wirtschaftspolitik SS 2005

Prof. Dr. Roland Eisen

5. Wie lässt sich aufgrund der älteren Wohlfahrtstheorie eine egalitäre Einkommensvertei-

lung begründen?

4. Allokationsprobleme und Marktversagen

1. Was versteht man unter (technologischen) externen Effekten? Nennen Sie einige Beispie-

le.

2. Stellen Sie die wohlfahrtstheoretischen Auswirkungen einer Divergenz zwischen den pri-

vaten und sozialen Produktionskosten eines Gutes, das auf einem Wettbewerbsmarkt ge-

handelt wird, graphisch dar. Erläutern Sie die Problematik unter Verwendung des Kon-

zepts der Konsumenten- und Produzentenrente.

3. Was versteht man unter einem „natürlichen“ Monopol? Inwiefern rechtfertigt die Existenz

eines „natürlichen“ Monopols staatliche Interventionen? Welche Ziele verfolgt der Staat

bei der Regulierung „natürlicher“ Monopole?

4. Durch welche Eigenschaften sind öffentliche Güter gekennzeichnet? Nennen Sie Beispiele

für Güter mit hohem "Öffentlichem Gut-Charakter" und mit hohem "Privat-Gut-

Charakter". Warum wird eine Hochschulausbildung häufig als "Mischgut" bezeichnet?

5. Was versteht man unter Konzentration und wie kann man sie messen? Was bedeutet hori-

zontale, vertikale und konglomerate Konzentration?

5. Verteilungspolitik

1. Was unterscheidet die personelle Verteilung der Primäreinkommen von der personellen

Verteilung der Sekundäreinkommen? Wie verändert sich die Lorenzkurve beim Übergang

von der Primär- zur Sekundärverteilung?

2. Erläutern Sie den Unterschied zwischen

a) Chancengleichheit und Einkommensgleichheit

b) Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit

c) Bedarfsgerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit.

3. Wodurch lässt sich die staatliche Umverteilungspolitik in marktwirtschaftlichen Wirt-

schaftssystemen rechtfertigen?

4. Diskutieren Sie Probleme, die bei Maßnahmen zur Korrektur der Einkommensverteilung

auftreten können. Berücksichtigen Sie besonders Probleme der Zielgenauigkeit von (Um-)

Verteilungsmaßnahmen und mögliche allokative Folgen der Verteilungspolitik.

5. Inwieweit kann die Einführung einer flächendeckenden Versorgung mit Ganztagskinder-

gärten und Ganztagsschulen als Problem der Verteilungspolitik gesehen werden?

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Grundzüge der Wirtschaftspolitik SS 2005

Prof. Dr. Roland Eisen

6. Inwieweit kann eine Erbschaftssteuer aus Sicht der Verteilungspolitik gerechtfertigt wer-

den? Welche Möglichkeiten der Ausgestaltung einer Erbschaftssteuer gibt es?

6. Ziele, Instrumente und Träger der Wirtschaftspolitik

1. Was versteht man unter normativen und positiven Aussagen? Geben Sie Beispiele aus

dem wirtschaftspolitischen Bereich!

2. Diskutieren Sie typische Ziele praktischer Wirtschaftspolitik. Wie kann es bei der Be-

stimmung wirtschaftspolitischer Ziele zu einem naturalistischen Trugschluss kommen?

3. In welcher Beziehung können verschiedene Ziele zueinander stehen? Nennen Sie je ein

Beispiel für jede Zielrelation. Was versteht man unter einem Zielkonflikt in der Wirt-

schaftspolitik?

4. Versuchen Sie, das wirtschaftspolitische Instrumentarium, das dem Staat in einer privat-

kapitalistischen Marktwirtschaft grundsätzlich zur Verfügung steht, mit Hilfe der ver-

schiedenen Ziele der Wirtschaftspolitik zu systematisieren. Erörtern Sie, wie es zu einem

instrumentalistischen Trugschluss kommen kann.

5. Ordnen Sie für die Bundesrepublik Deutschland die in Frage 4 identifizierten Instrumente

ihren Trägern zu.

7. Ungleichgewichtsdynamik

1. Erläutern Sie das Konzept des allgemeinen Marktgleichgewichts nach Léon Walras. Wie

kann mittels des Tâtonnement-Prozesses ein Marktgleichgewicht erreicht werden?

2. Erläutern Sie das Cobweb-Theorem. Wie beurteilen Sie die dem Theorem zugrunde-

liegende Erwartungsbildungshypothese?

3. Was ist ein Konjunkturzyklus? Welche Bausteine sind bestimmend?

8. Stabilisierungspolitik

1. Auf welcher theoretischen Basis wurde das Stabilitätsgesetz 1967 konzipiert? Welches

sind die wichtigsten konjunkturpolitischen Instrumente, über die die Bundesregierung

gemäß dem StabG verfügt?

2. Was besagt das Postulat von Tinbergen und wie lässt es sich begründen? Überlegen Sie,

wie diese Zusammenhänge aussähen, wenn Sie weniger Instrumente als Ziele zur Verfü-

gung hätten.

3. Erläutern Sie die Unterschiede zwischen friktioneller, saisonaler, konjunktureller und

struktureller Arbeitslosigkeit. Inwiefern beeinflusst die Art der herrschenden Arbeits-

losigkeit die einzuschlagenden wirtschaftspolitischen Strategien?

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Grundzüge der Wirtschaftspolitik SS 2005

Prof. Dr. Roland Eisen

4. Welche konkreten Maßnahmen zum Abbau der Arbeitslosigkeit in der BRD sind mit dem

Stichwort Hartz IV verknüpft. Inwieweit können diese Maßnahmen zu einem Abbau der

Arbeitslosigkeit beitragen? Welche Probleme sind mit der Umsetzung dieses Maßnah-

menbündels verbunden?

9. Grenzen der Wirtschaftspolitik/Rationale Erwartungen

1. Was versteht man unter statischen, extrapolativen, adaptiven und rationalen Erwartungen?

Welche Konsequenzen ergeben sich aus den verschiedenen Erwartungsbildungs-

hypothesen für die Stabilisierungspolitik des Staates? Welche Rolle spielt hierbei die Phil-

lips-Kurve?

2. Aufgrund der Globalisierung wird von einigen wirtschaftspolitischen Akteuren eine er-

hebliche Senkung der Höhe der Unternehmenssteuern gefordert. Wie beurteilen Sie diese

Forderung vor dem Hintergrund eines vergleichsweise geringen Wirtschaftswachstums

und hoher Arbeitslosigkeit?

3. Skizzieren Sie den "Politischen Konjunkturzyklus". Welche Voraussetzungen müssen

erfüllt sein, damit die jeweilige Regierungspartei sich diesen Mechanismus auf Dauer zu-

nutze machen kann? Welche Rolle spielen die verschiedenen "time-lags" zwischen den

wirtschaftspolitischen Maßnahmen und ihren Wirkungen auf die makroökonomischen

Größen?

10. Umweltpolitik

1. Das Umweltproblem als Allokationsproblem: Beschreiben Sie verschiedene wirtschafts-

politische Eingriffsmöglichkeiten beim Bestehen (technologischer) externer Effekte.

2. Vergleichen Sie die unter Frage 1 erörterten Möglichkeiten zur Internalisierung externer

Effekte hinsichtlich ihrer praktischen Umsetzbarkeit anhand von Umweltproblemen.

3. Beschreiben Sie die EU-Richtlinie zum CO2-Emissionshandel als Beispiel für eine Inter-

nalisierung externer Effekte. Gehen Sie dabei auf den Geltungsbereich, die Handelsperio-

den inklusive dem Vor- und Rücktransfer („Banking“ und „Borrowing“), die nationalen

Allokationspläne und die vorgesehenen Sanktionen ein. Diskutieren Sie dabei auch die

verschiedenen Verfahren zur Allokation von Emissionsrechten.

4. Welche Wirkungen hat eine Steuer auf den Energieverbrauch, deren fiskalischer Ertrag als

zusätzlicher Staatszuschuss zur Gesetzlichen Rentenversicherung verwendet wird, so dass

der Beitragssatz gesenkt werden könnte?

5. Welche Probleme bestehen bei der monetären Bewertung von Umweltschäden?

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11. Agrarpolitik

Grundzüge der Wirtschaftspolitik SS 2005

Prof. Dr. Roland Eisen

1. Vergleichen Sie die allokativen Wirkungen von direkten Einkommenshilfen für die

Landwirtschaft mit denen einer Politik der Preisstützung.

2. Zählen Sie Gründe auf, warum sich die EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen

Agrarpolitik (GAP) durch die Agenda 2000 und durch die Reform 2003 gezwungen sah.

3. Erklären Sie die allokations- und distributionspolitischen Auswirkungen der flächennut-

zungsungebundenen Direktzahlungen, der Degression von Direktzahlungen, der ökologi-

schen Flächenstilllegungen und der Modulation, wie sie in der Agrarreform 2003 be-

schlossen wurden.

4. Die EU hat in den letzten Jahren dem Rauchen insbesondere in öffentlichen Gebäuden

verstärkt den Kampf angesagt. Gleichzeitig wird der Tabakanbau in der EU jedes Jahr mit

hohen Subventionsbeträgen unterstützt. Welche Erklärungen sehen Sie für solch eine wi-

dersprüchliche Politik?

12. Probleme der wirtschaftswissenschaftlichen Beratung

1. Was sind Status-quo-Prognosen und was sind Wirkungsprognosen und welcher Unter-

schied besteht zwischen beiden Prognoseformen?

2. Erörtern Sie die Bedeutung des dezisionistischen, des technokratischen sowie des pragma-

tischen Modells anhand der Analyse der Beziehung zwischen Wissenschaft und politi-

scher Entscheidung. Berücksichtigen Sie dabei auch die wachsende Anzahl von Kommis-

sionen in der jüngsten wirtschaftspolitischen Praxis.

3. Diskutieren Sie verschiedene Ansatzpunkte zur Erfassung des Einflusses der Volkswirt-

schaftslehre auf Wirtschaft und Gesellschaft.

4. Welche Institutionen gibt es in der BRD für die wirtschaftswissenschaftliche Politikbera-

tung? Warum kommen diese Institutionen zu teilweise stark widersprüchlichen Empfeh-

lungen für die Wirtschaftspolitik?

„The ideas of economists and political philosophers, both when they are right and when they

are wrong, are more powerful than is commonly understood. Indeed the world is ruled by

little else.“ (Keynes, J. M.(1936), S. 383)

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