car_02_2020
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Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
offizielle Zeitschrift<br />
RWX_Titel_Carrossier_04-2<strong>02</strong>0_def.qxp_Layout Regionalmeisterschaften 1 01.04.20 Fokus 16:21 Coronavirus-Pandemie<br />
Seite 1<br />
Nicht alle Regionen konnten antreten Momentaufnahme aus der Branche<br />
Technik Volvo V60<br />
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In eigener Sache<br />
Umweltschonende<br />
Verpackungsfolie<br />
aus rezyklierten<br />
Altfolien<br />
Unsere Welt ist voll von Plastik.<br />
Kein Wunder, wird das Thema nicht nur hierzulande<br />
intensiv diskutiert. Auch Zeitschriften erreichen die<br />
Leserinnen und Leser in einer schützenden Folie aus<br />
Kunststoff. Obwohl es die ökologischste Lösung wäre,<br />
keine Folie zu verwenden, ist in den meisten Fällen<br />
eine schützende Folierung der Zeitschriften zwingend<br />
(Versandvorschriften der Post).<br />
Galledia hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt,<br />
was man als Dienstleister im Bereich Folierung<br />
optimieren könnte, und nach unbedenklicheren<br />
Materialien gesucht. Deshalb freut es uns, dass Sie<br />
jetzt eine Zeitschrift mit einer umweltschonenden<br />
Eco-Folie erreicht. Die Verpackung besteht zu mindestens<br />
50 Prozent aus rezyklierten Altfolien.<br />
Im Vergleich zu konventionellen Folien verbraucht die<br />
Eco-Folie bereits in der Herstellung weniger fossile<br />
Energieträger und verursacht hierdurch einen geringeren<br />
CO 2<br />
-Ausstoss. Die Eco-Folie der Galledia kann<br />
immer wieder dem Kunststoffkreislauf (z. B. im Gemeindewerkhof)<br />
zugeführt werden. Dadurch werden<br />
weitere Mengen an Plastikabfall reduziert.<br />
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Musse beim<br />
Lesen.<br />
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RWX_Titel_Carrossier_04-2<strong>02</strong>0_def.qxp_Layout 1 01.04.20 16:21 Seite 1<br />
Inhalt<br />
Themen<br />
2/2<strong>02</strong>0<br />
April 2<strong>02</strong>0<br />
49. Jahrgang<br />
Offizielle Zeitschrift von <strong>car</strong>rosserie suisse<br />
Organe officiel de <strong>car</strong>rosserie suisse<br />
Erscheint 8-mal jährlich<br />
Paraît 8 fois par an<br />
Druckauflage 2500 Ex.<br />
Tirage 2500 ex.<br />
Abonnemente /Abonnements:<br />
Jahresabonnement CHF 72.–<br />
Lehrlinge / Studenten CHF 36.–<br />
Ausland CHF 99.–<br />
Einzelnummer CHF 12.–<br />
Abonnement annuel CHF 72.–<br />
Apprentis / Étudiants CHF 36.–<br />
étranger CHF 99.–<br />
le numéro CHF 12.–<br />
Bestellungen / Commandes:<br />
T 058 344 95 46<br />
F 058 344 97 83<br />
abo.<strong>car</strong>rossier@galledia.ch<br />
Herausgeber /Éditeur responsable:<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse<br />
Forstackerstrasse 2B, 4800 Zofingen<br />
T 062 745 90 80, F 062 745 90 81<br />
info@<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch<br />
www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch<br />
Redaktion / Rédaction:<br />
Galledia Fachmedien AG<br />
Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />
Henrik Petro, Chefredaktor<br />
T 058 344 98 <strong>02</strong><br />
henrik.petro@galledia.ch<br />
Herstellung / Production:<br />
Galledia Print AG, 9230 Flawil<br />
www.galledia.ch<br />
Anzeigenverwaltung und Verlag<br />
Régie des annonces et Édition<br />
Galledia Fachmedien AG<br />
Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />
Fabian Simon, Leitung Medienberatung<br />
T 058 344 98 06<br />
fabian.simon@galledia.ch<br />
Uschi Imhof, Support<br />
T 058 344 98 63<br />
uschi.imhof@galledia.ch<br />
Redaktionsschluss<br />
Bouclage<br />
Nr. 3/2<strong>02</strong>0<br />
<strong>02</strong>. Juni 2<strong>02</strong>0<br />
Inhalt<br />
Editorial<br />
5 Corona beherrscht die Welt<br />
Fokus Coronavirus-Pandemie<br />
6 Blick auf die Zeit danach<br />
8 Homeschooling hat seine Grenzen<br />
10 Die Mitglieder sind gut vorbereitet<br />
Verbandsnachrichten<br />
13 Neuer Vorstand für Weltverband<br />
14 Regionalmeisterschaften 2<strong>02</strong>0<br />
18 Training in der Westschweiz<br />
19 Nachruf Max Naef-Bessire<br />
Technik<br />
20 Hochfester Volvo V60<br />
Reportage<br />
26 Neun neue Five-Star-Partner<br />
28 CSM-Verspiegelungssystem<br />
30 AMAG vereinheitlicht K&L-Betriebe<br />
Rechtshilfe<br />
32 Kündigung während Probezeit<br />
Aktive Branche<br />
33 SATA-Frühlingsaktion<br />
33 VOC-Xtreme- Plus-Klarlack K9600<br />
34 Live-Trainings von Spies Hecker<br />
34 Neues Standox-Packungsdesign<br />
35 Glasurit-Scan2order-App<br />
35 Cromax AM54 Pure Orange<br />
35 RIWAX Desinex<br />
36 Kyburz eRod mit Sea-Glass-Lack<br />
37 Zubehörkatalog von AkzoNobel<br />
Bildung<br />
38 TAB3 für Jugendstätte Burghof<br />
40 Berufsprüfungen Werkstattleiter/-in<br />
42 Fahrzeugrestaurator in der Romandie<br />
43 Kursübersicht 2<strong>02</strong>0<br />
Unter der Lupe<br />
48 Carrosserie Diethelm AG<br />
Jetzt erst recht!<br />
Schweizer Qualität<br />
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RIWAX-Chemie AG<br />
Tannholzstrasse 3<br />
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Tel. 031 910 45 45 I Fax 031 910 45 05<br />
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<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0 3<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_3-3_P94680-1_A 3 20.04.2<strong>02</strong>0 15:20:57
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1<br />
20.04.2<strong>02</strong>0<br />
25-3-2<strong>02</strong>0<br />
15:11:05<br />
11:14:24
Editorial<br />
Thema<br />
Corona beherrscht die Welt –<br />
auch die der Carrossiers<br />
Thomas Rentsch<br />
Termine und Veranstaltungen<br />
25.06.2<strong>02</strong>0<br />
Delegiertenversammlung<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse, Biel<br />
09. – 13.09.2<strong>02</strong>0<br />
SwissSkills, BERNEXPO<br />
16. – 17.10.2<strong>02</strong>0<br />
Branchenevent, Thun-Expo<br />
Unvorstellbar: Millionen von Menschen<br />
sind krank, das öffentliche Leben steht von<br />
heute auf morgen still, Menschen gehen<br />
sich aus dem Weg und die Mehrzahl der<br />
Läden in der Schweiz ist geschlossen.<br />
Sport und Kultur ruhen, sogar die Olympischen<br />
Spiele sind abgesagt.<br />
Die Massnahmen des Bundesrats gegen<br />
das Coronavirus treffen die Wirtschaft<br />
enorm hart. Die Lockerung der Kurzarbeitsrahmenbedingungen<br />
sowie generöse<br />
und unkomplizierte Kredite lindern<br />
zwar für manchen Betrieb die Situation<br />
fürs Erste, sind aber auf die Dauer keine<br />
Lösung. Immerhin haben die Carrossiers<br />
Glück, dass sie als Reparaturwerkstätten<br />
geöffnet bleiben dürfen, wenn die Sicherheitsvorschriften<br />
eingehalten werden.<br />
Allerdings spürt der eine oder andere<br />
Carrosseriebetrieb bereits, dass die Lieferketten<br />
nicht mehr lückenlos funktionieren.<br />
Die Herstellerländer haben die<br />
Produktionen gedrosselt oder gar ganz<br />
eingestellt. Auch die Lieferanten sprechen<br />
von massiven Umsatzeinbrüchen.<br />
Ich möchte den Mitgliedern von <strong>car</strong>rosserie<br />
suisse ein grosses Lob aussprechen,<br />
wie professionell sie mit dieser Situation<br />
umgehen. Innert kürzester Zeit<br />
haben sie ihre Betriebe auf die Sicherheitsvorschriften<br />
angepasst, die Bundeshilfe<br />
gezielt in Anspruch genommen und<br />
auch die Arbeit neu organisiert. Teilweise<br />
wurden nicht dringende Projekte vorangetrieben<br />
und auch strukturelle Arbeiten<br />
erledigt. So hat der eine oder andere Betrieb<br />
Prozesse optimiert, interne Schulungen<br />
gemacht und auch Zeit in die Ausbildung<br />
der Lernenden investiert. Gerade<br />
die Lernenden mussten bis zuletzt um die<br />
Durchführung der diesjährigen Lehrabschlussprüfungen<br />
fürchten. Diese sollen<br />
aber in den Carrosserieberufen mit minimalen<br />
Einschränkungen so durchgeführt<br />
werden, dass eine faire Beurteilung des<br />
Könnens unserer jüngsten Berufsfachkräfte<br />
möglich wird.<br />
Bei Redaktionsschluss dieser «<strong>car</strong>rossier»-Ausgabe<br />
wurde eine erste, langsame<br />
Lockerung des Lockdowns angekündigt.<br />
Allerdings ist beim Herauffahren der<br />
Wirtschaft Vorsicht geboten: Die vom<br />
Bund gewährten Kredite sind voraussichtlich<br />
nur im ersten Jahr zu 0% zu verzinsen.<br />
Entsprechend ist es sinnvoll, diese möglichst<br />
bald zurückzubezahlen und die<br />
Kurzarbeit schrittweise aufzuheben, um<br />
eine möglichst optimale Personalauslastung<br />
zu erzielen. Wer kann, sollte ab August<br />
unbedingt wieder neue Lernende<br />
ausbilden, damit der Fachkräftenachwuchs,<br />
welcher eh schon knapp ist, gesichert<br />
wird.<br />
Da aufgrund der Einbussen der Wirtschaft<br />
nun eine grössere Rezession zu<br />
befürchten ist, wird uns das Thema Corona<br />
noch länger beschäftigen. Investitionen<br />
und Ausgaben müssen gut geplant<br />
werden. Wie Felix Wyss in diesem<br />
Heft anspricht, wird die Aufarbeitung<br />
der Coronakrise noch einige Zeit in Anspruch<br />
nehmen und wir werden wohl<br />
erst in ein paar Jahren wissen, ob die<br />
Massnahmen sinnvoll und gerechtfertigt<br />
waren.<br />
Der Fokus von <strong>car</strong>rosserie suisse liegt aktuell<br />
darauf, die Mitglieder möglichst gut<br />
mit Informationen zu versorgen. Unser<br />
Rechtsdienst ist täglich für sie da. Um den<br />
Unternehmen etwas Luft zu verschaffen,<br />
wurde das Inkasso der Mitgliederbeiträge<br />
um zwei Monate hinausgeschoben. Deshalb<br />
und weil auch die Events vom Herbst<br />
nicht mit Sicherheit durchgeführt werden<br />
können, hat der Verband ebenfalls Kurzarbeit<br />
angemeldet.<br />
Stehen wir zusammen, kämpfen für unsere<br />
Gesundheit, aber auch für unsere Errungenschaften,<br />
die wir uns über Jahrzehnte<br />
erarbeitet haben!<br />
Ich wünsche allen Lesern gute Gesundheit,<br />
viel Kraft bei der Überwindung der<br />
Herausforderungen und eine geschickte<br />
Hand! Gemeinsam schaffen wir den Weg<br />
zurück zur Normalität!<br />
Thomas Rentsch<br />
Geschäftsführer<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>05<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_5-5_P94680-1_A 5 20.04.2<strong>02</strong>0 15:19:48
Fokus<br />
Coronavirus-Krise<br />
Smart Restart<br />
Der Blick auf die Zeit danach<br />
Das Coronavirus hat die Schweiz fest im Griff. An manchen Orten wird die Geduld langsam knapp, zunehmend<br />
werden Exit-Strategien gefordert oder sogar entwickelt. Doch eine Lockerung der Massnahmen ist<br />
nur realistisch, wenn die Vorgaben des BAG weiterhin konsequent umgesetzt werden.<br />
Am 6. April veröffentlichte der Schweizerische<br />
Gewerbeverband (sgv) ein Positionspapier,<br />
mit dem er einen «Smart Restart»<br />
verlangt. Für die Zeit nach dem<br />
26. April (am 8. April verlängerte der<br />
Bundesrat den «Lockdown light» um eine<br />
weitere Woche) fordert der sgv eine<br />
gezielte Öffnung von einzelnen Wirtschaftszweigen<br />
sowie die Lockerung von<br />
Vorschriften und Verboten unter Einhaltung<br />
der Gesundheitsempfehlungen des<br />
Bundes. Der «Smart Restart» sei eine<br />
Chance für die Schweiz, einen ersten<br />
Schritt zurück in Richtung der Normalisierung<br />
zu machen. So könnten die ökonomischen<br />
und menschlichen Gefahren<br />
der ausserordentlichen Lage vermindert<br />
werden. Namentlich verlangt der sgv,<br />
dass Branchen mit verstärktem Kundenkontakt<br />
selber geeignete Massnahmen<br />
aufzeigen können, welche es ihnen ermöglichen,<br />
den Gesundheitsschutz der<br />
Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeitenden<br />
einhalten zu können.<br />
Orientierungshilfe für die Mitglieder<br />
Die verschärfte Situation veranlasste<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse schon früh, ihre<br />
Mitglieder auf die zu erwartende wirtschaftlich<br />
und betrieblich schwierige Entwicklung<br />
hinzuweisen und auf deren<br />
Auswirkung zu sensibilisieren. Die «Orientierungshilfe<br />
für Mitglieder» ist zusammen<br />
mit anderen Informationen auf der<br />
Verbandswebseite in einem Dossier zusammengefasst<br />
und abrufbar (siehe<br />
Links am Artikelende). Dazu gehören das<br />
Merkblatt des sgv «Rechtlicher Umgang<br />
mit möglichen Folgen des Coronavirus»,<br />
«Verordnung des Bundes zur Gewährung<br />
von Krediten» und «Verordnung des Bundes<br />
über den Rechtsstillstand». In der<br />
Orientierungshilfe empfiehlt der Verband,<br />
folgende Checkliste über zu treffende<br />
Massnahmen durchzugehen:<br />
1. Wirtschaftliche Massnahmen<br />
››<br />
Informationen betreffend Kurzarbeit<br />
bei der jeweiligen kantonalen Stelle<br />
einholen<br />
››<br />
Informationen bei der Hausbank für allfälligen<br />
Überbrückungskredit einholen<br />
››<br />
Überprüfung der Verfügbarkeit und<br />
Lieferbarkeit von Ersatzteilen aus der<br />
Schweiz vor der Auftragsannahme<br />
››<br />
Ausgaben auf das Nötigste reduzieren,<br />
um die Liquidität zu schonen<br />
2. Betriebliche Massnahmen<br />
››<br />
Keine Überzeiten mehr, Abbau von aufgelaufenen<br />
Überzeiten, Ferienbezüge<br />
››<br />
Kurzarbeit rechtzeitig planen und beantragen<br />
››<br />
Beschränkung der persönlichen Aussenkontakte<br />
(z.B. keine Besuche mehr<br />
von Aussendienstmitarbeitern, wo<br />
möglich nur noch telefonischer oder<br />
schriftlicher Kundenkontakt usw.)<br />
››<br />
Schadensbegutachtungen mit den<br />
Schadenexperten nur noch im Freien<br />
››<br />
Prüfen von Gruppenrotationen im Kundendienst<br />
(z.B. Teams in zwei Gruppen<br />
aufteilen und im Zwei- bis Dreitagesrhythmus<br />
auswechseln)<br />
Felix Wyss, Zentralpräsident <strong>car</strong>rosserie suisse, fordert nach der Krise eine wirtschaftspolitische<br />
Aufarbeitung.<br />
3. Verhalten im Umgang mit Kunden<br />
››<br />
Zum Schutz der Mitarbeitenden Kunden<br />
und Besucher nur noch in speziell bezeichneten<br />
Zonen empfangen und beraten.<br />
Kein Zutritt mehr in die Werkstatt<br />
››<br />
Fahrzeugannahme, Schadensbegutachtungen,<br />
Offertstellungen sowie<br />
Kontakte mit Versicherungen digital<br />
abwickeln<br />
6 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_6-7_P94680-1_A 6 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:42
››<br />
Fahrzeugschlüssel, Armaturenbrett,<br />
Lenkrad, Schalthebel usw. vor Arbeitsbeginn<br />
bzw. Übernahme desinfizieren;<br />
das Gleiche bei Fahrzeugrückgabe an<br />
den Kunden<br />
››<br />
Den empfohlenen Abstand von 2 Metern<br />
mit Klebeband markieren<br />
››<br />
Regelmässiges Händewaschen<br />
››<br />
Nach dem Händewaschen nur noch<br />
Haushaltspapier oder Reinigungspapierrollen<br />
verwenden<br />
››<br />
Gestaffelte Mittagspausen<br />
››<br />
Die Mitarbeitenden sensibilisieren, ihr<br />
Freizeitverhalten der ernsten Situation<br />
anzupassen und bis auf Weiteres auf<br />
Auslandaufenthalte zu verzichten<br />
››<br />
Weisungen des Bundesamtes für Gesundheit<br />
zum Schutz vor dem Coronavirus<br />
berücksichtigen<br />
Die kompletten BAG-Tipps zum Umgang<br />
mit Kunden sind im Corona-Dossier auf<br />
der Verbandsseite zu finden (Link am<br />
Artikelende).<br />
Wichtige Infos zur Kurzarbeit<br />
Viele, wenn nicht die meisten Mitglieder,<br />
haben bereits vorsorglich Kurzarbeit beantragt,<br />
wenn auch bei Redaktionsschluss<br />
erst wenige bereits aktiv davon<br />
Gebrauch machten. Die Rechtsberatung<br />
des Verbandes, die Walder Haas Berner<br />
AG in Zofingen, hat ein Merkblatt zum<br />
Thema verfasst, das auch auf der Webseite<br />
von <strong>car</strong>rosserie suisse zur Verfügung<br />
steht. Es soll als Hilfestellung<br />
im Zusammenhang mit einer allfälligen<br />
Anmeldung von Kurzarbeit und der nachfolgenden<br />
Anspruchstellung der Kurzarbeitsentschädigung<br />
dienen und insbesondere<br />
über die jeweils zuständige<br />
kantonale Amtsstelle Auskunft geben.<br />
Seit dem 8. April müssen Zusatzverdienste<br />
nicht mehr beim eigentlichen Arbeitgeber<br />
gemeldet werden. Erhält man also<br />
Kurzarbeitsentschädigung, darf man zusätzlich<br />
noch einem Nebenerwerb nachgehen.<br />
Dies soll jene Bereiche entlasten,<br />
die unter akutem Personalmangel leiden,<br />
also zum Beispiel die Logistikbranche.<br />
«Es wird Nachwehen geben»<br />
Auf die Lange der Carrosseriebetriebe<br />
angesprochen, meint <strong>car</strong>rosserie-suisse-<br />
Zentralpräsident Felix Wyss: «Es ist für<br />
alle eine ausserordentliche Lage. Wir<br />
Unternehmer müssen nun Antworten auf<br />
Fragen finden, welche sich uns in den<br />
Michael Oesch von <strong>car</strong>rosserie suisse Zürich: «Grundsätzlich setzen die Betriebe die BAG-Empfehlungen<br />
gut um, wie etwa die Distanzregelung.»<br />
letzten 40 Jahren nie gestellt haben. Die<br />
Auswirkungen der Corona-Pandemie<br />
sind mitunter surreal und der Lockdown<br />
hat für die Carrosseriebranche und das<br />
gesamte Gewerbe drastische Folgen. Ich<br />
bin froh, dass wir als Verband die Lage<br />
früh erkannt und schnell Richtlinien und<br />
Verhaltenstipps für unsere Mitglieder<br />
herausgegeben haben.»<br />
Für Wyss ist aber heute schon klar, dass<br />
es nach der Krise eine politische Aufarbeitung<br />
geben muss. «Etwas vom Wichtigsten<br />
ist für mich, dass das Ende der<br />
Corona-Krise der Start der Corona-Nacharbeit<br />
sein wird», so der Zentralpräsident.<br />
«Das Risiko, welches wir Unternehmer in<br />
dieser ausserordentlichen Situation zusätzlich<br />
tragen müssen, kann nun nicht<br />
durch höhere Stundenansätze kompensiert<br />
respektive der finanzielle Schaden<br />
damit auf die Kunden überwälzt werden.<br />
Verwaltungsangestellte und Beamte<br />
müssen sich ja keine Gedanken darüber<br />
machen, dass sie gefährdet sind, ihnen<br />
droht auch kaum Kurzarbeit, aber wir<br />
Unternehmer tragen eine grosse Last,<br />
müssen Kurzarbeit einführen und/oder<br />
Kredite aufnehmen, um die Krise so gut<br />
wie möglich zu stemmen. Ich werde mich<br />
dafür einsetzen, dass diese Auswirkungen,<br />
welche wir in dieser Krisensituation<br />
erleben, besprochen und analysiert werden,<br />
damit wir das nächste Mal besser<br />
vorbereitet sind.»<br />
Ruhe in den Sektionen<br />
Doch bis es so weit ist, gilt es wie schon<br />
seit Wochen, «die Kurve zu glätten», das<br />
heisst, Kontakt zu vermeiden wo möglich.<br />
«Deshalb machen wir die GV schriftlich»,<br />
erklärt Hans Aeschbacher, Präsident <strong>car</strong>rosserie<br />
suisse Bern Mittelland. «Daher<br />
ist es auch schwierig, die Stimmung unter<br />
den Mitgliedern einzuschätzen. Noch ist<br />
Arbeit da, aber es ist auch allen bewusst,<br />
dass die Auftragslage abnehmen wird.<br />
Und für die Qualifikationsverfahren suchen<br />
wir auch noch nach Lösungen.»<br />
Seine Botschaft an die Mitglieder: «Einfach<br />
dranbleiben und kreative Lösungen<br />
suchen – nicht aufgeben, stattdessen den<br />
Kundenkontakt pflegen, vielleicht auch<br />
mehr per Telefon und E-Mail – und nicht<br />
aufhören, Werbung zu machen!»<br />
Ähnliches berichtet auch Michael Oesch,<br />
Präsident von <strong>car</strong>rosserie suisse Zürich:<br />
«Wir informieren zurzeit hauptsächlich<br />
über das Sekretariat und empfehlen<br />
wichtige Infokanäle wie den KMU Verband<br />
Kanton Zürich oder das Corona-<br />
Dossier auf der Webseite von <strong>car</strong>rosserie<br />
suisse (Links am Artikelende). Weil es<br />
keine Versammlungen und keine GV gibt,<br />
hat man untereinander nun wenig Kontakt<br />
und wenn, dann vor allem mit Betrieben<br />
oder Unternehmern, mit denen ich<br />
auch sonst immer einen regen Austausch<br />
pflege. Wenn es also Betriebe gibt, die<br />
Informationen benötigen, sollen sie sich<br />
mit uns in Verbindung setzen. Meine Botschaft<br />
an die Mitglieder: Bleibt gesund,<br />
lasst euch durch die Medien nicht verrückt<br />
machen und setzt die Empfehlungen<br />
des BAG um. Dann sollte es hoffentlich<br />
irgendwann vorbei sein.»<br />
Wichtige Links:<br />
www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch/de/<br />
corona-dossier<br />
www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch/de/news/<br />
update-coronavirus<br />
www.bag-coronavirus.ch<br />
www.sgv-usam.ch<br />
www.kgv.ch/node/3758<br />
●<br />
Text: Henrik Petro<br />
Bilder: Archiv<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>07<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_6-7_P94680-1_A 7 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:42
Fokus<br />
Coronavirus-Pandemie<br />
Situation bei den Lernenden<br />
Homeschooling hat seine Grenzen<br />
Bei Berufsschulen, die Handwerksberufe mit hohem Praxisanteil unterrichten, stösst der Fernunterricht<br />
an Grenzen. Vor allem, wenn es um Prüfungen geht. Tatsächlich stehen die Qualifikationsverfahren vor<br />
der Tür. Knackpunkt hier sind vor allem die praktischen Prüfungen. Ende April soll es Klarheit geben.<br />
Rund 70 000 Lernende müssten<br />
schweizweit bis im Sommer ihre Abschlussprüfung<br />
machen. Bund, Kantone<br />
und Wirtschaft einigten sich im März darauf,<br />
dass sie stattfinden sollen. Das<br />
grösste Problem dürfte der praktische<br />
Teil werden, weil viele Lehrbetriebe<br />
schliessen mussten. Ähnlich problematisch<br />
gestaltet sich die Lehrstellensuche.<br />
Wegen des Lockdowns sind viele<br />
Schnupperlehren gestrichen worden. Als<br />
mögliche Lösung wird erwogen, die Vergabe<br />
der Lehrstellen auf den Herbst zu<br />
verschieben.<br />
Homeschooling läuft gut<br />
Beim Verband <strong>car</strong>rosserie suisse hat<br />
diesbezüglich Bettina Brändle, Projektverantwortliche<br />
Grundbildung, gerade<br />
alle Hände voll zu tun: «Homeschooling,<br />
also der Fernunterricht zu Hause, läuft<br />
sehr gut. Uns beschäftigen im Moment<br />
die Qualifikationsverfahren, denn die<br />
Lehrabschlüsse stehen kurz bevor.» Inzwischen<br />
hat zwar eine breit abgestützte<br />
Arbeitsgruppe die schweizweit abgestimmte<br />
Durchführung der Lehrabschlussprüfungen<br />
erarbeitet. Die entsprechenden<br />
Dokumente wurden am 9.<br />
April am Spitzentreffen der Berufsbildung<br />
gutgeheissen. Während die praktischen<br />
LAP-Prüfungen also trotz Corona<br />
stattfinden, entfallen die schulischen<br />
Abschlussprüfungen. Sie werden auch<br />
nicht nachgeholt. Die Lehrabschlussnote<br />
ergibt sich aus den bestehenden Erfahrungsnoten<br />
der gesamten Lehrzeit. Die<br />
Noten vom aktuellen Semester werden<br />
dabei nicht berücksichtigt. Damit soll verhindert<br />
werden, dass Jugendliche mit<br />
einem Lehrabschluss mit negativem «Krisenstempel»<br />
in das Berufsleben einsteigen<br />
müssen. Doch allein mit diesem Entscheid<br />
ist es laut Brändle noch nicht<br />
getan: «Bis zum 17. April muss <strong>car</strong>rosserie<br />
suisse den Antrag für die VPA (Vorgegebene<br />
Praktische Arbeit) einreichen, die<br />
dann von dieser Arbeitsgruppe geprüft<br />
wird. Erst dann erhalten wir den definitiven<br />
Bescheid, ob wir unsere praktische<br />
Prüfung so durchführen dürfen, wie wir<br />
sie eingereicht haben.»<br />
Homeschooling – Top oder Flop?<br />
Das sagen Lernende der BBZB Luzern:<br />
«Da wir mit Microsoft Teams arbeiten, sind<br />
für jeden Schüler die Arbeitsaufträge immer<br />
schnell ersichtlich. Jedoch fehlen einem die<br />
sozialen Kontakte zu den Schulkollegen.»<br />
Michel Nöthiger, FS 16 B<br />
«Unsere Lehrer machen es sehr gut, ich denke<br />
nicht, dass bei allen Lernenden in dieser<br />
Situation ein solcher Unterricht stattfindet.<br />
Vom Unterrichtsstoff her habe ich nicht das<br />
Gefühl, dass wir viel verpassen. Man hat eine<br />
grössere Selbstverantwortung und muss sich<br />
besser organisieren. Ich freue mich jedoch,<br />
wieder nach Luzern in die Schule zu gehen.»<br />
Noel Fuchs, FS 19 B<br />
«Von meiner Sicht aus funktioniert es gut<br />
und ich komme gut zurecht. Es ist einfach<br />
und verständlich aufgebaut. Der Unterrichtsstoff<br />
ist angepasst, damit man zu Hause<br />
die Arbeitsaufträge selbstständig abarbeiten<br />
kann.»<br />
Jakob Aron, FS 18 B<br />
Mehr Aufwand für Berufsschullehrer<br />
Peter Bucheli ist Leiter Fachbereich Fahrzeugbau<br />
& Strassentransport am BBZB<br />
Luzern und somit verantwortlich für alle<br />
Lernenden der Carrosserieberufe in der<br />
Zentralschweiz: «Wir sind mit Office365<br />
unterwegs und nutzen Microsoft Teams<br />
und OneNote als Austauschplattformen.<br />
Wir arbeiten über Videokonferenz und mit<br />
der mobilen Webcam kann man kleine<br />
Versuche zeigen oder was an der Wandtafel<br />
passiert. Unsere Unterrichtsgestaltung<br />
ist zu mehr als 80 Prozent normal.<br />
Allerdings kommt man weniger schnell<br />
vorwärts, man muss mehr Dinge anschauen,<br />
korrigieren, und wenn man als<br />
Lehrperson alle bei der Stange halten,<br />
will, ist man sieben Tage die Woche unterwegs.<br />
Homeschooling hat seine Grenzen.<br />
Zum Beispiel ‹Umformen› muss ich<br />
im Labor zeigen, das ist jetzt nicht so effizient.»<br />
Immerhin mussten sich die Schüler<br />
nicht zunächst mit der IT-Infrastruktur<br />
auseinandersetzen, wie Bucheli erklärt:<br />
«Heute setzt man eine IT-Infrastruktur zu<br />
Hause voraus, wir haben schon vorher<br />
mit Microsoft Teams gearbeitet, jetzt einfach<br />
ausschliesslich.»<br />
Noten erfahrungsgemäss zuverlässig<br />
Dass man an den diesjährigen QV auf die<br />
schriftlichen Prüfungen verzichtet, dem<br />
sieht Bucheli gelassen entgegen: «Ich<br />
bin schon 30 Jahre im Geschäft, vergleiche<br />
seither verschiedene Noten und<br />
stelle fest, dass sie alle sehr ausgeglichen<br />
sind. Wenn man die QV mit der<br />
«Ich finde, dass die ganze Lehrerschaft da in<br />
sehr kurzer Zeit etwas sehr Grosses auf die<br />
Beine gestellt hat, und dies mit einem Programm,<br />
welches vorher noch niemand richtig<br />
kannte. Der Unterricht selbst ist nahezu<br />
wie in der Schule selbst.»<br />
Silvan Bruni, FS 17 B<br />
«Es funktioniert super mit dem Teams. Der<br />
Unterricht läuft weiter wie vorher. Die Lehrer<br />
haben sich gut vorbereitet und bereiten sich<br />
auch auf jeden neuen Tag gut vor.»<br />
Simon Rusch, FS 17 B<br />
«Ich denke, das Homeschooling hat überrachschend<br />
gut funktioniert, wenn man bedenkt,<br />
wie kurzfristig es eingerichtet wurde. Das<br />
Teams als Lehrprogramm hat mich überzeugt.<br />
Es ist mit einer kurzen Einführung einfach zu<br />
handhaben und kommt dem normalen Unterricht<br />
sehr nahe. Dennoch bin ich froh, wenn<br />
der Unterricht wieder normal stattfindet.»<br />
Marc Schulthess, FS 17 B<br />
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8 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_8-9_P94680-1_A 8 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:34
Rubrik Fokus<br />
Coronavirus-Pandemie Thema<br />
Berufsschullehrer und Leiter Fachbereich<br />
Fahrzeugbau & Strassentransport Peter<br />
Bucheli in seiner «Homeschooling-Schaltzentrale»:<br />
So unterrichtet man heute.<br />
Erfahrungsnote macht, so stimmt das<br />
für mich auch, denn die unterscheidet<br />
sich erfahrungsgemäss nur wenig vom<br />
Prüfungsresultat. Bei der praktischen<br />
Prüfung hingegen muss man schon<br />
schauen, dass man die im ÜK-Zentrum<br />
durchführen kann, wie es der Verband<br />
eigentlich vorschreibt.»<br />
Das Bild des leeren Schulzimmers wird wohl<br />
bis Ende des Schuljahres Gültigkeit haben.<br />
Doch dank moderner Technik bleibt der<br />
Unterricht gewährleistet.<br />
Auf die Frage, welche Auswirkungen diese<br />
Krise auf die Psyche der jungen Menschen<br />
habe, meint Bucheli: «Ich gehe<br />
davon aus, dass wir die Lernenden vielleicht<br />
bis Ende des Schuljahres nicht<br />
mehr sehen, manche Betriebe haben<br />
auch Kurzarbeit angemeldet. Aber wenn<br />
ich mit Lernenden in Kontakt bin, ist die<br />
Auf Experimente will und muss Bucheli nicht<br />
verzichten. So lassen sich physikalische<br />
Grössen, wie etwa hier der Reibungskoeffizient,<br />
besser verdeutlichen.<br />
Stimmung recht gut. Es gibt sogar positive<br />
Erfahrungen. So schätzen viele die<br />
Ruhe zu Hause zum Lernen. Es kommt<br />
nun einfach drauf an, wie uns der Ausstieg<br />
aus der Krise zurück in den Alltag<br />
gelingt.»<br />
●<br />
Text: Henrik Petro<br />
Bild: Irene Schneider<br />
DIE ZUKUNFT<br />
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Belfa AG, 8152 Glattbrugg<br />
Glas Trösch AG / Carbesa, 47<strong>02</strong> Oensingen<br />
CH Coatings AG, 4133 Pratteln<br />
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<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0 9<br />
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<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_8-9_P94680-1_A 9 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:37
Fokus<br />
Coronavirus-Pandemie<br />
Umfrage unter Mitgliedern<br />
Die Betriebe sind gut vorbereitet<br />
Die Empfehlungen des BAG werden gut bis sehr gut umgesetzt, die Auftragslage ist deutlich zurückgegangen,<br />
aber noch vorhanden, Marketingaktivitäten haben dafür zugenommen, Kurzarbeit ist angemeldet<br />
und wird teilweise bereits in Anspruch genommen, trotzdem ist kaum Resignation zu spüren – dies das<br />
Fazit einer (nicht repräsentativen) Umfrage unter diversen <strong>car</strong>rosserie-suisse-Mitgliedsbetrieben.<br />
Vorbildlich: Die Carrosserie Sutter in Hasle b.<br />
Burgdorf lässt keinen Interpretationsspielraum<br />
bei den Hinweisen direkt neben dem<br />
Desinfektionsmittelspender.<br />
Bei der Carrosseriewerke AG in Nidau ist der Zutritt ins Büro für die Kunden gesperrt. Ein Tisch<br />
mit Desinfektionsmitteln dient als Unterlage zum Unterschreiben der Verträge.<br />
Bei Erscheinen dieser Ausgabe ist es<br />
bereits über einen Monat her, seit der<br />
Bundesrat am 13. März 2<strong>02</strong>0 die ersten<br />
grossen Massnahmen zur Bewältigung<br />
der Coronavirus-Pandemie verkündet<br />
und später verschärft hat. Die Carrosseriebranche<br />
scheint in dieser Krise mit<br />
einem blauen Auge davonzukommen –<br />
zumindest Stand Mitte April. Die Massnahmen,<br />
namentlich sozialer Abstand<br />
und Desinfektion, können gut umgesetzt<br />
werden und ermöglichen es, den Betrieb<br />
auch mit aufs Minimum reduziertem<br />
Kundenkontakt aufrechtzuerhalten. Die<br />
meisten Unternehmen sind auch Eigentümer<br />
der Immobilie, was schon eine<br />
grosse Erleichterung darstellt, und gut<br />
geführte Betriebe verfügen über Reserven,<br />
die jetzt Gold wert sind.<br />
Carrosserie Feller AG, Thun<br />
Sascha Feller: «Es ist ruhig geworden,<br />
aber zum Glück dürfen wir noch arbeiten<br />
und die Kunden zufriedenstellen. Die<br />
Stimmung im Betrieb ist recht positiv<br />
und gelassen. Dies hat natürlich auch<br />
damit zu tun, dass bei uns (noch) kein<br />
Stillstand herrscht. Die Mitarbeiter haben<br />
natürlich alle intern eine Schulung<br />
zum Verhalten im Betrieb gemäss Vorschriften<br />
des BAG erhalten. Ebenfalls<br />
wurden sie angewiesen, die Kunden auf<br />
Distanz zu begrüssen und jeglichen<br />
physischen Kontakt zu unterlassen. Im<br />
Eingangsbereich haben wir eine Stoppzone<br />
eingerichtet, damit die Kunden dort<br />
stehen bleiben und nicht in die Werkstatt<br />
hineingehen. Die angenommenen<br />
Kundenfahrzeuge werden im Innenraum<br />
desinfiziert, um unsere Mitarbeiter zu<br />
schützen. Wir haben unsere Kundschaft<br />
via Homepage und Social- Media-Kanäle<br />
informiert, dass wir geöffnet haben.<br />
Die Aufträge sind merklich zurückgegangen.<br />
Vor der Krise waren wir meistens auf<br />
drei Wochen hinaus ausgebucht. Nun<br />
nehmen wir die Aufträge von Woche zu<br />
Woche an. Die Kunden verschieben zum<br />
Teil auch kurzfristig die Reparaturtermi-<br />
10 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_10-12_P94680-1_A 10 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:10
Rubrik Fokus<br />
Thema<br />
Coronavirus-Pandemie<br />
ne, da bei ihnen die Situation ja nicht anders<br />
ist als bei uns.<br />
Wir haben Kurzarbeit beantragt und das<br />
Arbeitspensum bereits um 50 Prozent<br />
heruntergefahren. Team 1 arbeitet von<br />
Montag bis Mittwochmittag, Team 2 von<br />
Mittwochmittag bis Freitag. Wir haben<br />
ein sehr cooles Team, das sich selber<br />
motiviert und auch den Humor nicht<br />
verliert, was meiner Meinung nach sehr<br />
wichtig ist. Ich als Chef trage natürlich<br />
meinen Optimismus mit in die Werkstatt,<br />
damit meine Leute spüren, dass Rückendeckung<br />
da ist und wir alle alles<br />
geben, damit die Sache weiterläuft. Das<br />
Wichtigste ist die ehrliche Informationsweitergabe<br />
an die Mitarbeiter, damit<br />
sie wissen, wo der Betrieb steht und<br />
welche neuen Vorschriften erlassen<br />
wurden.<br />
Ich bin jemand, der in die Zukunft schaut.<br />
Da wir ein solider Betrieb sind, bin ich guter<br />
Dinge. Der Erhalt des Betriebes und<br />
die Sicherstellung der Arbeitsplätze sind<br />
meine Motivation.»<br />
Carrosserie Sutter, Hasle b. Burgdorf<br />
André Sutter: «Trotz der momentanen<br />
Situation ist die Stimmung im Betrieb<br />
noch immer ziemlich gut, da zur Zeit<br />
glücklicherweise noch genügend Arbeit<br />
vorhanden ist. Wir haben früh die Plakate<br />
des BAG aufgehängt und mehrere Desinfektionsspender<br />
mit Hinweisschild<br />
montiert. Die Angestellten wurden genau<br />
instruiert. Zur Flächendesinfektion haben<br />
wir Desinfek tionsmittel organisiert.<br />
Den empfohlenen Abstand einzuhalten<br />
ist in meinem Betrieb kein Problem, da<br />
genügend Betriebsfläche vorhanden ist.<br />
Bei den Kunden gilt es, ebenfalls Abstand<br />
einzuhalten und so viel wie möglich telefonisch<br />
erledigen. Heute (Mitte April)<br />
sieht der Auftragsbestand nicht so<br />
schlecht aus, vielleicht ein wenig kurzfristigere<br />
Aufträge als vorher. Vielleicht<br />
spielt beim Auftragsbestand auch die<br />
Region mit. Bei den Lieferanten spüren<br />
wir etwas längere Lieferfristen. Reparaturtermine<br />
können im Grossen und Ganzen<br />
aber eingehalten werden. Eine Krise<br />
kann uns auch zum Umdenken zwingen,<br />
nämlich reparieren statt ersetzen!<br />
In den zwei ersten Wochen der Corona-<br />
Krise hat ein Teil meiner Mitarbeiter abwechslungsweise<br />
Überzeit kompensiert.<br />
Für eine Prognose betreffend Kurzarbeit<br />
ist es noch zu früh, wir haben jedoch vorsorglich<br />
die Voranmeldung für Kurzarbeit<br />
eingereicht und nehmen vorerst<br />
einfach einen Tag um den anderen. Ich<br />
motiviere meine Mitarbeiter, im privaten<br />
wie auch im beruflichen Bereich die<br />
Massnahmen des BAG zu befolgen und<br />
den Mut nicht zu verlieren. Der Gedankenaustausch<br />
zwischen Arbeitskollegen<br />
und Arbeitgeber erleichtert vielleicht die<br />
Situation. Was die Auftragslage betrifft,<br />
so darf man sich zum heutigen Zeitpunkt<br />
nicht zu viele Gedanken machen, sonst<br />
macht man es sich nur noch viel schwerer.<br />
Wir nehmen einfach vorweg und<br />
hoffen, dass das Schlimmste nicht eintreffen<br />
wird. Ich versuche, jeden Tag positiv<br />
zu starten, und hoffe, dass alle meine<br />
Mitarbeiter, Angehörigen, Kundinnen,<br />
Kunden sowie die ganze Bevölkerung die<br />
Corona-Krise gut überstehen werden<br />
und den Mut nicht verlieren, denn bis zur<br />
Normalität könnte es noch einige Zeit<br />
dauern.»<br />
Greco Carrosserie + Autospritzwerk AG,<br />
Sirnach<br />
Francesco Greco: «Wir haben unseren<br />
Hol- und Bringservice erweitert, es gibt<br />
aber nach wie vor Kunden, die möchten<br />
selbst kommen. Auch das handhaben wir<br />
kontaktlos. Eine Pilone mit Tafel vor dem<br />
Eingang weist die Kunden darauf hin,<br />
dass wir für die Annahme herauskommen.<br />
Das funktioniert auch gut. Ich habe<br />
Aufträge, aber ich bemühe mich auch<br />
darum, fahre bis nach St. Gallen und<br />
Winterthur, um Autos zu holen und zurückzubringen.<br />
Das Telefon klingelt<br />
deutlich weniger. Zwei Mitarbeiter haben<br />
Ferien genommen, aber sonst sind alle<br />
beschäftigt. Kurzarbeit habe ich provisorisch<br />
eingegeben, will ich aber nicht<br />
unbedingt anwenden und vor allem auf<br />
keinen Fall ausnützen, denn auf Solidarität<br />
kommt es genau jetzt an: Halten wir<br />
zusammen oder nicht? Darum unterstütze<br />
ich mehr als sonst die kleinen Läden<br />
im Dorf und bestelle zum Beispiel dort<br />
Essen.<br />
Mit gewissen Lieferanten bestelle ich<br />
über Facetime. Da hat man doch noch mit<br />
einem Menschen Kontakt. Ich habe aber<br />
auch ein gutes Lager. Was ich bei meinen<br />
Mitarbeitern gemerkt habe, war, dass sie<br />
wirklich Informationen von uns wollten.<br />
Dass wir die BAG-Empfehlungen einhalten,<br />
begrüssen die Mitarbeiter.<br />
Dass weniger Auto gefahren wird und es<br />
somit weniger Unfälle gibt, das merken<br />
wir schon. Ich habe zum Glück viele Fahrzeuge<br />
der Post, denn durch die massive<br />
Zunahme der Online-Bestellungen gibt<br />
es hier wieder mehr zu tun. Auch weil die<br />
Fahrer unter enormem Zeitdruck stehen,<br />
gibt es eher mal einen Schaden.<br />
Bitte draussen bleiben: So werden die Kunden der Greco Carrosserie + Autospritzwerk AG gestoppt.<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>011<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_10-12_P94680-1_A 11 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:15
Fokus<br />
Coronavirus-Pandemie<br />
Man lässt sich zu schnell von den Medien<br />
einschüchtern. Es ist auch eine Kopfsache.<br />
Wir müssen zusammen durch. Nicht<br />
den Kopf hängen lassen, da vorne ist das<br />
Ziel, nicht hinter mir, da will ich hin und<br />
dafür muss ich Initiative ergreifen.»<br />
Carwill AG, Willisau<br />
Paulo Marques: «Von Privatkundenseite<br />
her spüren wir eine grosse Zurückhaltung,<br />
teilweise auch wegen des Selbstbehaltes.<br />
Sie schieben die Reparatur hinaus<br />
bis nach der Krise, bis sie wieder<br />
wissen, was bei ihrem Job Sache ist. Auch<br />
die Aufträge von Garagen sind zurückgegangen.<br />
Wir versuchen, die Kunden<br />
draussen zu bedienen, um sowohl sie als<br />
auch unsere Mitarbeiter zu schützen können.<br />
Zudem desinfizieren wir Schlüssel<br />
und Lenkräder, was von den Kunden sehr<br />
positiv entgegengenommen wird. Die desinfizierten<br />
Schlüsseln übergeben wir in<br />
Couverts. Wir machen auch darauf aufmerksam,<br />
dass die Leute anrufen, bevor<br />
sie ihr Fahrzeug abholen, damit wir es<br />
desinfiziert bereitstellen können.<br />
Bezüglich Akquisition mache ich mehr,<br />
ich gehe auf diverse Firmen zu und argumentiere,<br />
dass sie ihre Fahrzeugflotte<br />
genau jetzt auf Vordermann bringen<br />
können, bevor die Mitarbeiter wieder zurückkommen.<br />
Es ist aber nicht einfach,<br />
viele sind zurückhaltend, was Investitionen<br />
anbelangt.»<br />
Noch klappt es mit dem Nachschub<br />
«Italienische Firmen haben mehr Mühe mit<br />
der Lieferfähigkeit», erklärt Marques. «Bei<br />
deutschen Firmen ist noch alles in Ordnung<br />
und bei französischen funktioniert es noch<br />
einigermassen. Momentan sind die Lager<br />
aber noch gut gefüllt. Wir haben beispielsweise<br />
einen Fiat 500, bei dem wir noch nicht<br />
wissen, wann die Stossstange kommt.<br />
Kurzarbeit haben wir beantragt, und wenn<br />
es so weitergeht, müssen wir sie auch in<br />
Anspruch nehmen. Meine Mitarbeiter kommen<br />
alle schon motiviert zur Arbeit. Wir<br />
kommunizieren die Sachlage und dass sie<br />
keine Angst um ihren Job haben müssen.<br />
Dass es zu Kurzarbeit kommen könnte,<br />
darüber sind alle informiert und damit einverstanden.<br />
Man muss den Mitarbeitern<br />
die Sicherheit geben, dass, wenn es zu<br />
Kurzarbeit kommt, sie danach nicht arbeitslos<br />
sind. Das ist wichtig. Wir beginnen<br />
jetzt damit, gestaffelt in Zweiergruppen mit<br />
Abstand zu arbeiten und auch entsprechend<br />
Pause zu machen.<br />
Ich sehe die Krise auch als Chance, jetzt<br />
wird die Spreu vom Weizen getrennt. Betriebe,<br />
die bisher gut gearbeitet haben<br />
und liquid sind, die wird es weiterhin geben.<br />
Wer schlecht gewirtschaftet hat, den<br />
wird es hingegen nicht mehr geben. So<br />
glaube ich, dass danach die Kuchenstücke<br />
etwas grösser werden. Jetzt kann<br />
man sich auch profilieren, wenn man offen<br />
und flexibel für neue Ideen ist, und<br />
neue Kunden akquirieren, die sonst nicht<br />
kommen würden.»<br />
Carrosseriewerke AG, Nidau<br />
Miguel Oliveira: «Es ist keine einfache<br />
Situation, wir wissen nicht, wie lange es<br />
dauert, aber es ist wichtig für uns, offen<br />
zu haben. Unser Auftragsvolumen beträgt<br />
noch 50 bis 60 Prozent gegenüber<br />
früher. Auch Versicherungen wollen nicht<br />
jeden Fall jetzt abwickeln, sondern später.<br />
Ich habe mit allen Mitarbeitern das Gespräch<br />
gesucht. Einige meiner Mitarbeiter<br />
haben Ferien genommen, ansonsten ist<br />
Kurzarbeit eingeführt. Ich bezahle aber<br />
jedem 100 Prozent des Lohns. Wenn das<br />
nur ein bis zwei Monate dauert, kann ich<br />
das so machen.<br />
Im auf zwei Meter abgesperrten Eingangsbereich<br />
steht ein Tisch, den wir immer<br />
wieder desinfizieren und an dem die<br />
Kunden die Verträge unterschreiben können.<br />
Wenn man ein Auto anschauen<br />
muss, dann halten wir den Abstand ein,<br />
dafür hat jeder Verständnis.<br />
Wir haben in den sozialen Medien geworben,<br />
dass wir einen Bring- und Holservice<br />
anbieten, dass wir die Autos mit Stickstoff<br />
desinfizieren können und dass man bei<br />
uns Desinfektionsmittel kaufen kann. Das<br />
kommt übrigens ziemlich gut an, da es in<br />
der Apotheke um einiges teurer ist.<br />
Wir spüren, dass wir erschwert bzw. verzögert<br />
an Ersatzteile kommen. Es geht<br />
aber immer noch gut.<br />
Für die Mitarbeiter ist es nicht einfach, es<br />
kamen viele Fragen auf zum Virus und ob<br />
man arbeiten könne. Vor allem zu Begin<br />
hatten wir viele Sitzungen in der Werkstatt.<br />
Am wichtigsten ist aber, dass wir<br />
Arbeit haben und gesund bleiben.»<br />
Markus Tinguely AG, Bösingen<br />
Caroline Tinguely: «Sowohl bei mir im<br />
Betrieb wie auch in meinem Alltag ist die<br />
Stimmung den Umständen entsprechend<br />
sehr gut. Ich versuche positiv zu<br />
bleiben, und wir sind in der guten Lage,<br />
dass wir arbeiten können, und das<br />
stimmt mich positiv gegenüber anderen,<br />
die zumachen müssen. In meinem Umfeld<br />
gab es Kleinunternehmer, bei denen<br />
ich mitgelitten habe. Und auch bei jenen<br />
Carrosseriebetrieben, die nicht genügend<br />
oder gar keine Arbeit mehr haben,<br />
kann ich mitfühlen.<br />
Bereits an jenem Freitag, als <strong>car</strong>rosserie<br />
suisse neue Weisungen herausgegeben<br />
hat, habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt,<br />
um an Desinfektionsmittel zu kommen.<br />
Ich war nicht optimal vorbereitet,<br />
konnte das aber glücklicherweise nachholen.<br />
Wir haben im Team besprochen,<br />
wie wir damit umgehen, und wir informieren<br />
die Kunden, um ihnen die Angst zu<br />
nehmen. Ich nehme Tag für Tag, ich weiss<br />
nicht, ob ich in einer Woche noch so rede.<br />
In unserem Büro hätten wir eine rote Linie<br />
ziehen sollen, aber die Leute sind so sensibilisiert,<br />
dass sie automatisch Abstand<br />
halten. Diese Woche sind wir noch ausgelastet,<br />
am Freitag sehen wir, was am<br />
Montag eingeschrieben ist, aber es kann<br />
sehr schnellebig sein, inzwischen auch<br />
ohne Corona.<br />
Kurzarbeit habe ich ganz bewusst noch<br />
nicht beantragt. Wenn ich den Schein<br />
ausfülle, gebe ich ihm Energie und bis<br />
jetzt war der März ein normaler Monat.<br />
Viele Betriebe sind nicht in dieser positiven<br />
Position. Ich werde es tun, wenn es<br />
notwendig wird. Es gibt bestimmt auch<br />
Leute, die sagen, das sei naiv, aber meine<br />
Meinung ist, dass man die Hilfe nur dann<br />
nutzen soll, wenn man es wirklich nötig<br />
hat. Es gibt genug Betriebe, denen das<br />
Wasser bis zum Hals steht.<br />
Ich habe ein grosses Geschenk: Mein<br />
Team ist motiviert. Das macht das Leben<br />
einfacher.<br />
Meine Motivation ist, im Moment zu leben,<br />
Tag für Tag zu nehmen. Die ganze<br />
Krise hat auch viel Positives: Natur, Solidarität,<br />
Familytime, man redet miteinander,<br />
wünscht sich, dass man gesund<br />
bleibt, es entschleunigt, wir waren alle<br />
auf der Überholspur. Ich hoffe, dass der<br />
eine oder andere etwas davon mitnehmen<br />
wird.»<br />
●<br />
Text: Henrik Petro<br />
Bilder: Bruno Moser, Betriebe<br />
12 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_10-12_P94680-1_A 12 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:15
Verbandsnachrichten<br />
Thema<br />
AIRC<br />
Association Internationale des Réparateurs en Carrosserie<br />
Neuer Vorstand für Weltverband<br />
Die diesjährige Generalversammlung des Weltverbandes der Carrosseriebauer AIRC (Association Internationale<br />
des Réparateurs en Carrosserie) fand Anfang Februar auf Einladung des isländischen Verbandes<br />
FRM in Reykjavik statt. Auf dem Tagungsprogramm standen unter anderem die Vorstandswahlen.<br />
Alle Mitglieder des AIRC trafen sich zum Gruppenbild in Reykjavik: Der neue Präsident Detlev Thedens (1. Reihe, sechster v.l.) und Felix Wyss (1. Reihe<br />
vierter v.l.) übernehmen von Erik-Paul Papinski (1. Reihe fünfter v.l.) und Peter Börner (2. Reihe dritter v.l.) die Ämter und Aufgaben.<br />
Einstimmig votierte die Generalversammlung<br />
für den deutschen ZKF-Vizepräsidenten<br />
Detlev Thedens als neuen AIRC-Präsidenten.<br />
Zum AIRC-Vizepräsidenten wurde<br />
der Schweizer Felix Wyss aus dem Verband<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse gewählt. Die weiteren<br />
Vorstandsmitglieder sind Sara Perathoner<br />
(SAG, Südtirol), Femke Teeling<br />
(FOCWA, Niederlande), Kristof Eraly (Febel<strong>car</strong>,<br />
Belgien) und Manfred Kubik (WKO,<br />
Österreich). Alle Wahlen erfolgten mit einstimmigem<br />
Ergebnis. Die Funktion des<br />
AIRC-Generalsekretärs behält auch weiterhin<br />
der deutsche ZKF-Hauptgeschäftsführer<br />
Thomas Aukamm.<br />
Nach Beendigung ihrer Legislaturperioden<br />
scheiden Erik-Paul Papinksi (WKO,<br />
Österreich) als Präsident und Peter Börner<br />
(ZKF, Deutschland) als Vizepräsident<br />
sowie Thomas Krebs (SKAD, Dänemark)<br />
aus dem AIRC-Vorstand aus. Der neue<br />
AIRC-Vorstand soll offiziell am 18. Juni<br />
2<strong>02</strong>0 beim deutschen ZKF in Friedberg<br />
vorgestellt werden.<br />
AIRC-Tagungsprogramm<br />
Auf der Tagesordnung der Generalversammlung<br />
stand darüber hinaus der Report<br />
aus den Mitgliedsverbänden, der<br />
zeigte, dass der Reparaturmarkt überall<br />
in Bewegung ist. In nahezu allen Verbänden<br />
begegnet man Trends, wie z.B. die<br />
Bildung von Ketten und Reparaturgruppen,<br />
Digitalisierung und Schadenlenkung.<br />
Auch der Umgang mit Versicherern wird<br />
länderspezifisch sehr unterschiedlich<br />
gehandhabt: Teilweise wird der konstruktive<br />
gemeinsame Dialog gesucht, teilweise<br />
herrscht aber auch hartes Verhandeln<br />
um den Preis, und mancherorts ist eine<br />
Quasi-Monopolstellung der Versicherung<br />
erkennbar.<br />
Noch-Präsident Erik Papinski bedankte<br />
sich am Ende der Sitzung herzlich für das<br />
ihm entgegengebrachte Vertrauen und<br />
die gute Zusammenarbeit. Besonderer<br />
Dank galt Michael Bollmann und der Firma<br />
Polysil, die die Reise nach Island als<br />
Sponsor unterstützt hat.<br />
Am zweiten Tagungstag hatten zusätzlich<br />
rund 20 Betriebsinhaber aus den<br />
Mitgliedsländern die Gelegenheit zu<br />
Besichtigungen isländischer Fachbetriebe.<br />
Die Exkursion im Raum Reykjavik<br />
führte die Teilnehmer zu den Carrosserie-<br />
und-Lack-Firmen Bilastjarnan und<br />
Bilastoo sowie zu den örtlichen Marktführern<br />
Toyota und Arctic Trucks. Die<br />
Teilnehmer freuten sich über die gute<br />
Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand<br />
hinauszuschauen und eine neue<br />
Kultur kennenzulernen. Eine einzigartige<br />
Tour zu den Nordlichtern rundete<br />
die interessante Reise in den hohen<br />
Norden ab. <br />
●<br />
Text und Bild: Jürgen Klasing<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>013<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_13-13_P94680-1_A 13 20.04.2<strong>02</strong>0 15:10:34
Verbandsnachrichten<br />
Regionalmeisterschaften<br />
Coronavirus-Pandemie sorgte für vorzeitigen Abbruch<br />
Grossteil der Gewinner gekürt,<br />
aber nicht alle konnten starten<br />
Gerne hätten wir an dieser Stelle alle Gewinner der zweijährlich durchgeführten Regionalmeister schaften<br />
und somit potenziellen Teilnehmer an den Schweizer Berufsmeisterschaften gezeigt. Doch die<br />
vom Bundesrat am 13. März verhängten Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhinderten<br />
die Durchführung der letzten drei Durchgänge.<br />
Region Ost eröffnete den Reigen<br />
Den Anfang machte die Region Ost, auch<br />
als Region 4 oder Ausbildungsverbund<br />
NOS (Nordostschweiz) bekannt. Er besteht<br />
aus den Sektionen Graubünden,<br />
Ostschweiz und Zürich. Die Regionalmeister<br />
und Regionalmeisterinnen der drei<br />
verschiedenen Carrosserieberufe wurden<br />
am selben Tag – dem 29. Februar 2<strong>02</strong>0<br />
Auf einen Blick: Die 18 Kandidatinnen und Kandidaten, die am<br />
29. Februar in Winterthur die Regionalmeisterschaften bestritten<br />
haben.<br />
Spengler-Siegertrio Region 4: Regionalmeister Safir Abdi (Mitte),<br />
der Zweitplatzierte Gian-Luca Mezzadri (links) und der Dritte Ramon<br />
Rudolf von Rohr.<br />
Siegertrio der Lackiererinnen Region 4: Regionalmeisterin Valentina<br />
Kasper (Mitte), flankiert von Larissa Dos Santos Simoes (links) und der<br />
Drittplatzierten Janis Laub.<br />
Haben sich in Winterthur von niemandem vom Podest drängen lassen:<br />
Der Erstplatzierte der Fahrzeugschlosser der Region 4, Gabriel<br />
Bachmann (Mitte), Peer Hanke (links) und Daryl Blattmann.<br />
14 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_14-17_P94680-1_A 14 20.04.2<strong>02</strong>0 15:22:12
Verbandsnachrichten<br />
Regionalmeisterschaften<br />
Die Regionalmeisterin West (Region 2) bei den Lackierern heisst<br />
Michelle Biedermann (Mitte). Silber geht an Samantha Böhm, Bronze<br />
an Steve Guntern.<br />
Die drei besten Carrosseriespengler der Region 2: Gold für<br />
Dominik Bartlome (Mitte), Silber für Manuel Kreuter (links), Bronze<br />
für Angelo Miracco.<br />
Frauenpower in Ebikon (v. l.): Die Lackiererinnen Michaela Lussi<br />
(2. Rang), Lea Schärer (1. Rang) und Bronzemedaillengewinnerin Joy<br />
Sigrist auf der Siegertreppe der Region Mitte (Region 3).<br />
Die Teilnehmer (hinten, v. l.) der Kategorie Carrosseriespengler/-in der<br />
Region 3: Dominik Alves Teixeria (2. Rang), Michael Weber (1. Rang),<br />
Alexander Di Giorgio (3. Rang). Vorne, v. l.: Mike Gamma, Marco<br />
Fallegger, Björn Wolfisberg, Alberto Grassano.<br />
– mit einem bemerkenswerten Resultat<br />
erkoren: In der Sparte «Carrosserielackierer/-in<br />
EFZ» gaben einmal mehr die Fachfrauen<br />
den (Farb-)Ton an – Dreifachsieg!<br />
Valentina Kasper (Planzer Technik AG,<br />
Dällikon ZH) holte sich die Goldmedaille<br />
vor Larissa Dos Santos Simoes (Autolackiererei<br />
René Sahli, Aesch ZH) und Janis<br />
Laub (Liga AG, St. Gallen).<br />
Neben den Lackierern kämpften an der<br />
Schweizerischen Technischen Fachschule<br />
Winterthur auch sechs Carrosseriespengler<br />
und vier Fahrzeugschlosser um Ruhm<br />
und Ehre – und die Teilnahme an den<br />
Schweizer Meisterschaften. Denn wie in<br />
den Jahren zuvor, qualifizierten sich die<br />
beiden Erstplatzierten aus jeder Berufsgattung<br />
automatisch für die Meisterschaften.<br />
Für alle anderen gilt das Prinzip Hoffnung:<br />
Die vier Teilnehmer mit den überregional<br />
besten Punktzahlen dürfen sich über eine<br />
Nachnomination freuen.<br />
Region West unvollständig<br />
Als nächste kürte die Region 2 (Region<br />
West) ihre neuen Regionalmeisterinnen<br />
und -meister – zumindest teilweise: Im<br />
Berner Ausbildungscenter Mobilcity wurden<br />
am 7. März 2<strong>02</strong>0 die besten Nachwuchsfachkräfte<br />
aus den Berufssparten<br />
«Carrosseriespengler/-in EFZ» und «Carrosserielackierer/-in<br />
EFZ» ermittelt.<br />
Und wie so oft in jüngster Vergangenheit,<br />
gibt es bei den Lackierern auch von hier<br />
einen Damen-Doppelsieg zu vermelden:<br />
Die neue Regionalmeisterin West 2<strong>02</strong>0<br />
heisst Michelle Biedermann und kommt<br />
aus Niederbuchsiten SO. Mit diesem Resultat<br />
ist die 20-Jährige – genauso wie<br />
die Zweitplatzierte Samantha Böhm aus<br />
dem solothurnischen Kappel – direkt für<br />
die Schweizer Meisterschaften qualifiziert.<br />
Dritter wurde Steve Guntern aus<br />
Hindelbank BE: Er lieferte sich mit den<br />
beiden Damen einen harten Kampf und<br />
schrammte schliesslich nur ganz knapp<br />
an der Silbermedaille vorbei.<br />
In der Berufssparte «Carrosseriespengler/-in<br />
EFZ» waren es sieben Kandidaten,<br />
die um den Titel des Regionalmeisters<br />
kämpften. Mit Dominik Bartlome (Schwarzenburg)<br />
und Manuel Kreuter (Lanzenhäusern)<br />
setzten sich zum Schluss zwei<br />
junge Berner durch, für die Wettbewerbs-<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>015<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_14-17_P94680-1_A 15 20.04.2<strong>02</strong>0 15:22:26
Verbandsnachrichten<br />
Regionalmeisterschaften<br />
Die siegreichen Fahrzeugschlosser der Region Mitte (von links): Michel<br />
Nöthiger (2. Rang), Ivan Riebli (1. Rang) und Beat Näf (3. Rang).<br />
Blick in die Werkstatt der Carrosseriespengler in Ebikon LU: Der<br />
Wettbewerb der Region Mitte ist in vollem Gange.<br />
stress und mentale Schwäche Fremdwörter<br />
sein dürften: In der Freizeit spielen<br />
beide Eishockey auf höchstem Amateurniveau.<br />
Dem Drittplatzierten Angelo<br />
Miracco aus Zunzgen BL erging es ähnlich<br />
wie Lackierer Steve Guntern: Er hatte<br />
seine Hand lange Zeit nahe an der Silbermedaille,<br />
musste sich zum Schluss<br />
aber mit Bronze «begnügen».<br />
Die Regionalmeisterschaft der Fahrzeugschlosser/-innen<br />
von Region 2 hätte am<br />
21. März 2<strong>02</strong>0 stattfinden sollen und fiel<br />
– wie jede Veranstaltung in dieser Zeit –<br />
den bundesrätlich verfügten Massnahmen<br />
zum Opfer.<br />
Glück für Region Mitte<br />
Am 10. März 2<strong>02</strong>0 war es nun an den<br />
Sektionen Zentralschweiz und Tessin<br />
(Region 3), ihre besten regionalen Nachwuchskräfte<br />
in den Berufssparten «Carrosseriespengler/-in<br />
EFZ» und «Carrosserielackierer/-in<br />
EFZ» zu ermitteln. Kein<br />
leichtes Unterfangen, drohte die Durchführung<br />
des Wettbewerbs doch am Veto<br />
der Behörden zu scheitern – Coronavirus-Alarm.<br />
Schliesslich gab es dann aber<br />
doch noch grünes Licht, und im Ausbildungscenter<br />
Ebikon traten je sieben Kandidatinnen<br />
und Kandidaten zum Wettstreit<br />
an.<br />
Und der endete, um es vorwegzunehmen,<br />
mit zwei Überraschungen. Für die eine<br />
zeichneten zwei Carrosseriespengler aus<br />
dem Tessin verantwortlich: Die beiden Lernenden<br />
belegten in ihrer Sparte die Ränge<br />
3 und 5. Das allein dürfte an sich keine<br />
Besonderheit sein, sondern vielmehr die<br />
Tatsache, dass es sich bei ihnen um die<br />
weitaus jüngsten Teilnehmer handelte.<br />
Der Fünftplatzierte Alberto Grassano aus<br />
Lugano nämlich wird in diesem April erst<br />
17 Jahre jung – und ist im zweiten Lehrjahr.<br />
Sein Kollege Alexander Di Giorgio aus Taverne<br />
legte platzierungsmässig gar noch<br />
einen obendrauf: Der Drittlehrjahrstift, nur<br />
ein halbes Jahr älter als Grassano, hielt<br />
die ganze Zeit über mit den Besten mit,<br />
holte sich schliesslich die Bronzemedaille.<br />
Knapp geschlagen wurde er von Dominik<br />
Alves Teixeria aus Nottwil LU: Der Silbermedaillengewinner<br />
war einer der ganz<br />
wenigen, die zum Schluss noch Zeit übrig<br />
hatten. Den Titel «Regionalmeister 2<strong>02</strong>0»<br />
holte sich verdientermassen Michael Weber,<br />
der seine Position mit der letzten<br />
Wettbewerbsaufgabe zementierte: Beim<br />
Ausbeulen konnte ihm keiner der Kandidaten<br />
das Wasser respektive den Hammer<br />
reichen.<br />
Die zweite Schlagzeile – an die man sich<br />
in der Branche in den letzten Jahren allerdings<br />
gewöhnt hat – lautet: In der Berufssparte<br />
«Carrosserielackierer/-inEFZ»<br />
gab es einen Dreifachsieg der Damen zu<br />
bejubeln. «Verdientermassen», wie Experte<br />
Patrick Balmer sagte: «Das Trio,<br />
resultatmässig eng zusammen, war von<br />
allen Kandidaten am besten organisiert,<br />
jede von ihnen hatte einen Plan und achtete<br />
auch auf die kleinsten Details», fasste<br />
Balmer zusammen.<br />
Keine Frage: Aufsummiert ist für die Damen<br />
einiges an Punkten zusammengekommen.<br />
Wobei Siegerin Lea Schärer («Ich hatte<br />
tagsüber einen Tunnelblick. Erst nach dem<br />
Schlusspfiff merkte ich, was ich alles pro-<br />
Die Carrosseriespengler-Experten Michael Künzler (links) und Werner Schweizer kontrollieren in<br />
Winterthur eine Prüfungsarbeit.<br />
16 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_14-17_P94680-1_A 16 20.04.2<strong>02</strong>0 15:22:34
Verbandsnachrichten<br />
Regionalmeisterschaften<br />
duziert habe») im Vorfeld der Meisterschaft<br />
keineswegs nur den Sieg vor Augen sah:<br />
«Ich bin ursprünglich angetreten, um Erfahrungen<br />
für die Lehrabschlussprüfung<br />
zu sammeln», hielt die 19-Jährige nach der<br />
Siegerehrung fest. Zufrieden mit ihrer Leistung,<br />
die sie rangierungsmässig aber nicht<br />
sofort einordnen konnte nach Wettbewerbsschluss,<br />
war auch die Zweitplatzierte<br />
Michaela Lussi aus Malters LU. Ihre<br />
Selbsteinschätzung: «Das gesamte Arbeitspensum<br />
war für mich nicht so streng<br />
wie erwartet. Das meiste lief gut, und auch<br />
das Zeitmanagement ist mir geglückt.»<br />
Schlosser schlüpften gerade noch<br />
Nach den Carrosseriespenglern und -lackierern<br />
kürte die Sektion Zentralschweiz<br />
zwei Tage später, nämlich am 12. März<br />
2<strong>02</strong>0, auch noch die Regionalmeister in<br />
der Berufssparte «Fahrzeugschlosser/ -<br />
in EFZ». Leider vor leeren Zuschauerrängen.<br />
Ob es am Coronavirus lag? Wer<br />
weiss. Das hinderte Ivan Riebli von der<br />
Firma Sutter in Lungern OW jedenfalls<br />
nicht daran, sich früh in eine komfortable<br />
Führungsposition zu bringen und am späteren<br />
Abend als gefeierten Regionalmeister<br />
2<strong>02</strong>0 ausrufen zu lassen.<br />
Hinter dem Giswiler kämpften Michel<br />
Nöthiger (Lanz + Marti AG) und Beat Näf<br />
(Notterkran AG) um die Silbermedaille –<br />
ein harter Fight, den Nöthiger schliesslich<br />
für sich entschied. Damit ist klar, dass er<br />
und Ivan Riebli das Ticket für die Schweizer<br />
Meisterschaften anlässlich der Swiss-<br />
Skills in Bern (9. – 12. September 2<strong>02</strong>0)<br />
direkt gelöst haben. Der Drittplatzierte,<br />
Beat Näf, erhält zumindest noch theoretisch<br />
die Möglichkeit zum Mitmachen –<br />
nämlich für den Fall, dass er nachnominiert<br />
werden sollte.<br />
Einen besonderen Applaus verdienen sich<br />
die Zentralschweizer Kandidaten damit,<br />
wie diszipliniert sie ihren Arbeitstag gestaltet<br />
haben. Pünktlich um 7.15 Uhr trafen<br />
alle sieben (Gian Diethelm von der Firma<br />
Niederberger in Dallenwil NW meldete<br />
sich krankheitshalber ab) im Ausbildungscenter<br />
in Ebikon ein, richteten ihre Arbeitsplätze<br />
ein und lauschten aufmerksam<br />
dem kurzen theoretischen Tages überblick<br />
der beiden Chefexperten Robin Lang und<br />
Martin Eggimann.<br />
Um acht Uhr ging es los, die Wettbewerbsteilnehmer<br />
starteten mit der Herstellung<br />
eines Brückenaufbaus. Natürlich<br />
Die Medaillengewinner/-innen<br />
Region 2/Bern<br />
Carrosserielackierer/-in EFZ<br />
1. Michelle Biedermann, Niederbuchsiten, Garage F. Reinhart, Egerkingen SO<br />
2. Samantha Böhm, Kappel, Garage Gautschi, Langenthal BE<br />
3. Steve Guntern, Hindelbank, Carrosserie Kiener, Urtenen-Schönbühl BE<br />
Carrosseriespengler/-in EFZ<br />
1. Dominik Bartlome, Schwarzenburg, Carrosserie G&G, Niederwangen BE<br />
2. Manuel Kreuter, Lanzenhäusern, Bartlome AG, Rüschegg-Heubach BE<br />
3. Angelo Miracco, Zunzgen, Carrosserie Zumbrunn AG, BL<br />
Fahrzeugschlosser/-in EFZ<br />
Abgesagt<br />
Region 3/Mitte<br />
Carrosserielackierer/-in EFZ<br />
1. Lea Schärer, Brittnau, Lueg AG, Emmenbrücke LU<br />
2. Michaela Lussi, Malters, Fuchs GmbH, Schachen LU<br />
3. Joy Sigrist, Horgen, Urs Wesemann AG, Zug<br />
Carrosseriespengler/-in EFZ<br />
1. Michael Weber, Obfelden, Theo Lisibach AG, Zug<br />
2. Dominik Alves Teixeria, Nottwil, Soland AG, Luzern<br />
3. Alexander Di Giorgio, Taverne, Automek SA, Mezzovico TI<br />
Fahrzeugschlosser EFZ<br />
1. Ivan Riebli, Giswil, Sutter AG, Lungern OW<br />
2. Michel Nöthiger, St. Erhard, Lanz & Marti AG, Sursee LU<br />
3. Beat Näf, Geltwil, Notterkran, Boswil AG<br />
Region 4/Ost<br />
Carrosserielackierer/-in EFZ<br />
1. Valentina Kasper, Zürich, Planzer Technik, Dällikon ZH<br />
2. Larissa Dos Santos Simoes, Zwillikon, Autolackiererei René Sahli, Aesch ZH<br />
3. Janis Laub, Rorschach, Liga AG, St. Gallen<br />
Carrosseriespengler/-in EFZ<br />
1. Safir Abdi, Schaffhausen<br />
2. Gian-Luca Mezzadri, Richterswil, Carrosserie Rusterholz, Richterswil<br />
3. Roman Rudolf von Rohr, Sommeri, Garage Meier, Egnach TG<br />
Fahrzeugschlosser/-in EFZ<br />
1. Gabriel Bachmann, Eschikofen, Larag, Wil SG<br />
2. Peer Hanke, Oberrieden, Carrosserie Rusterholz, Richterswil ZH<br />
3. Daryl Blattmann, Richterswil, Carrosserie Rusterholz, Richterswil ZH<br />
genau nach Plan. Dabei mussten unter<br />
anderem aus einem gekanteten U-Profil<br />
und einem Rechteckrohr zwei Längsträger<br />
gebaut werden, die zudem im vorderen<br />
und hinteren Bereich mit den entsprechenden<br />
Ausschnitten und Aufnahmen für<br />
die Querträger zu versehen waren. Dann<br />
galt es, eine Alu-Quertraverse zwischen<br />
die beiden Längsträger einzuschrauben.<br />
Keine leichte Aufgabe, denn nur wer die<br />
Baupläne genau las und die Arbeitssicherheit<br />
einhielt, durfte sich zu den Favoriten<br />
zählen. So wie Ivan Riebli, Michel Nöthiger<br />
oder Beat Näf ...<br />
Wie weiter?<br />
Gemäss Ueli Müller, Stv. Geschäftsführer<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse, sind für die beiden<br />
ausstehenden Regiomeisterschaften (Region<br />
1 komplett und Fahrzeugschlosser<br />
Region 2) Bemühungen im Gange, diese<br />
Meisterschaften in geeigneter Form nachzuholen.<br />
Wie, wo und wann steht bei Redaktionsschluss<br />
aber noch nicht fest und<br />
ist davon abhängig, in welcher Form und<br />
in welchem zeitlichem Rahmen der Lockdown<br />
Ende April gelockert wird. ●<br />
Text und Bilder: Irene und<br />
Heinz Schneider<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>017<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_14-17_P94680-1_A 17 20.04.2<strong>02</strong>0 15:22:37
Verbandsnachrichten<br />
Regionalmeisterschaften<br />
Training in der Westschweiz<br />
Der Champions-Club als Starthilfe<br />
17 junge Carrossiers – acht aus der Berufssparte «Carrosseriespengler/-in EFZ» und neun aus «Carrosserielackierer/-in<br />
EFZ» – trafen sich an einem freien Samstag im «Training Center des Carrossiers Vaudois» in<br />
Moudon schon früh am Morgen, um sich für die kommenden Regionalmeisterschaften fit zu trimmen.<br />
Der «<strong>car</strong>rossier» hat die jungen Fachkräfte,<br />
die in der Westschweizer Gruppe – der sogenannten<br />
Region 1 – nach der Krone greifen<br />
wollen, an ihrem Trainingstag, dem 7. März<br />
2<strong>02</strong>0, besucht. Erfahrungsgemäss ging es<br />
auch hier hart auf hart – schliesslich sind nur<br />
die zwei Erstplatzierten der Regionalmeisterschaft<br />
für die Teilnahme an den Schweizer<br />
Berufsmeisterschaften qualifiziert.<br />
Wie immer, wenn es ums aktive Coachen<br />
und um Wettbewerbsteilnahmen geht,<br />
spielte der Champions-Club (CC) eine<br />
Hauptrolle. Er besteht aus jungen Carrosseriefachleuten,<br />
die in ihrer frischen Berufskarriere<br />
schon einmal an einer Meisterschaft<br />
teilgenommen haben. Dies war<br />
auch in Moudon der Fall: Während die<br />
Carrosseriespengler Unterstützung erhielten<br />
von CC-Mitglied Jonathan Vieira<br />
und seinem Expertenteam, standen den<br />
Lackiererinnen und Lackierern Aurélie<br />
Fawer (WM-Teilnehmerin von 2019) und<br />
Klubkollege Micael Ferreira mit Rat und<br />
Tat zur Verfügung. Weitere kompetente<br />
Hilfe gab es von Fachleuten aus dem Centre<br />
de Formation des Carrossiers Vaudois<br />
(CFCV) und von João Bastos von Sikkens:<br />
Der Anwendungstechniker bot mit seinem<br />
Engagement allen Kandidatinnen und<br />
Kandidaten die Möglichkeit, lackmarkenspezifischen<br />
Rat bei ihm einzuholen.<br />
Schliesslich kennt keiner das an den<br />
Meisterschaften zum Einsatz kommende<br />
Produkt so gut wie er.<br />
●<br />
Text und Bilder:<br />
Irene und Heinz Schneider<br />
Die Spengler (kniend): Morgane Riva, Grégoire Huguenin Bergenat,<br />
Yann Pont, Ludovic Schers. Stehend: Dylan Almeida, Bastien Goncerut,<br />
Théo Erard, Tiago Luis Peralta.<br />
Die Lackierer (oben): Matthias Bavaresco, Ri<strong>car</strong>do Coimbra, Gjergj<br />
Haxhiu, Michèle Korn, Tiffany Ruffini. Kniend: Diego N. Penso, Corentin<br />
Beth, Dylan P. Rodrigues, Songe-Romain Kindowe.<br />
Leisten als Coaches riesengrossen Support (v. l.): Jonathan Vieira (CC),<br />
Stéphane Ayer und Gregory Perrelet (CFCV), Eric Alves (Experte).<br />
Volle Unterstützung für die Lackierer (v. l.): Micael Ferreira, Aurélie<br />
Fawer (Verantwortung) und João Bastos von Sikkens.<br />
18 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_18-18_P94680-1_A 18 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:10
Verbandsnachrichten<br />
Nachruf<br />
Max Naef-Bessire, 26. April 1933 – 15. Februar 2<strong>02</strong>0<br />
Ein erfülltes Carrossier-Leben<br />
Max Naef prägte während Jahrzehnten die Geschichte der Carrosserie HESS und er war von 1962 bis<br />
1985 auch ein tragendes Mitglied in der Berufsbildungskommission, wofür er zum Ehrenmitglied des<br />
damaligen VSCI ernannt wurde. Sein Vermächtnis lebt in einem einzigartigen kleinen Museum weiter.<br />
immer wieder mal als seine erfüllteste<br />
Berufszeit, denn seinem Pioniergeist wurden<br />
keine Grenzen gesetzt. Im Frühjahr<br />
1958 kehrte Max nach Bellach zurück und<br />
stellte fortan sein Wissen und Können,<br />
sein technisches Talent und seine Schaffenskraft<br />
mehr als vier Jahrzehnte in den<br />
Dienst der «Bude», wie die Carrosserie seit<br />
jeher genannt wurde.<br />
Max Naef vor seiner Studienarbeit an der Wagenbauschule von 1955 mit Sohn Alex Naef.<br />
Begonnen hatte seine Lebensgeschichte<br />
vor rund 87 Jahren als zweiter Sohn von<br />
Heinrich und Ida Naef-Kaltenrieder. Geboren<br />
wurde Max Naef am 26. April 1933<br />
in Bellach und blieb dem Ort fast sein<br />
ganzes langes Leben treu. Seine Mutter<br />
war auf einem Bauernhof südlich des<br />
Neuenburgersees aufgewachsen, sein<br />
Vater, ebenfalls ein Bauernsohn, stammte<br />
aus dem zürcherischen Weiach. Jener<br />
folgte nach seiner Ausbildung als Wagner<br />
in Erlinsbach seinem Oberstift nach Solothurn<br />
und trat eine Stelle in der Wagnerei<br />
der Gebrüder Anton und Emil Hess<br />
an. Im Betrieb sah Max Personenwagen,<br />
Busse, Lastwagen und Militärfahrzeuge<br />
entstehen. Bei den grossen Zeichnungen,<br />
an denen der Vater nach dem Abendessen<br />
in der Wohnung arbeitete, durfte er<br />
ab und zu mithelfen.<br />
In die Fussstapfen des Vaters<br />
Am 1. Mai 1949 machte sich Max auf die<br />
Reise ins Tessin, wo er bei Bosia Bernasconi<br />
& Ortelli in Lugano eine Ausbildung<br />
als «Fabbro da <strong>car</strong>rozzeria», als Carrosserie-Schlosser,<br />
antrat. 48 Stunden pro<br />
Woche bei 19 Franken Wochenlohn im<br />
1. Lehrjahr. Seine Lehrabschlussprüfung<br />
im März 1953 bestand er mit der herausragenden<br />
Note 1,1. Mit einem Diplom der<br />
Wagenbauschule im Sack kehrte Max<br />
nach seiner Weiterbildung zum Carrosserie-Techniker<br />
in Hamburg in die Schweiz<br />
zurück und nahm am 1. April 1956 seine<br />
Tätigkeit in der Carrosserie auf. Doch nach<br />
gerade mal einem Jahr rief der Direktor<br />
der grossen Alusuisse höchstpersönlich<br />
Max an, um ihn für einen Sondereinsatz in<br />
Portugal abzuwerben. Die Stadt Porto<br />
hatte einen grossen Auftrag für Busse<br />
vergeben. Zeichnungen, Materiallisten<br />
und Aluprofile für 20 Fahrzeuge waren an<br />
die Carrocerias Dalfa geliefert worden.<br />
Doch niemand in der Werkstatt wusste,<br />
wie man Busse aus Aluminium auf die<br />
Fahrgestelle aus England baute. Und so<br />
kam es, dass Max Anfang Juni 1957 mit<br />
einer 25 Kilogramm schweren pneumatischen<br />
Alu-Nietpresse im Fluggepäck in<br />
Richtung Portugal abhob. Die folgenden<br />
sieben Monate in Cucujães bezeichnete er<br />
Nachhaltige Innovationen<br />
Mit seiner Leidenschaft für den Fahrzeugbau<br />
und den Werkstoff Aluminium<br />
verantwortete Max im technischen Bereich<br />
Meilensteine. Mit der Entwicklung<br />
des CO-BOLT-Systems, d.h. schrauben<br />
statt schweissen, wurde die Konstruktionsweise<br />
im Fahrzeugbau revolutioniert.<br />
Besonders stolz war er auf den von ihm<br />
und seinen Mitarbeitern entwickelten<br />
Flughafenbus, der heute unter der Marke<br />
COBUS auf Flughäfen weltweit täglich<br />
von Tausenden Passagieren genutzt wird.<br />
Die Geschichte der Nachwelt erhalten<br />
Im eigenen Betrieb, aber auch im Branchenverband<br />
VSCI (heute <strong>car</strong>rosserie<br />
suisse) setzte er sich viele Jahre für die<br />
Berufsausbildung von Fahrzeugschlossern<br />
und Fahrzeugkonstrukteuren ein.<br />
Dafür wurde er vom Verband zum Ehrenmitglied<br />
ernannt.<br />
In seinen vielen Funktionen, die er über<br />
die Jahre vom Leiter Technik, Betriebsleiter,<br />
Geschäftsführer bis hin zum Verwaltungsratspräsidenten<br />
der Carrosserie<br />
HESS AG, der Carrosserie Tüscher AG,<br />
der Carrosserie Lauber SA und der FBT<br />
AG ausübte, sammelte er Dokumente,<br />
Werkzeuge und Objekte, welche seit ein<br />
paar Jahren in einem kleinen, aber informativen<br />
Museum, dem «Dokusurium»,<br />
wie er es nannte, eine grosse Spanne der<br />
mehr als hundertjährigen Firmengeschichte<br />
illustrieren.<br />
●<br />
Carrosserie HESS AG<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>019<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_19-19_P94680-1_A 19 20.04.2<strong>02</strong>0 15:21:17
Technik<br />
Carrosseriereparatur<br />
Volvo V60<br />
Hochfester Schwedenkombi<br />
Die zweite Generation des Kombifahrzeugs Volvo V60 aus dem C-Segment konnten die Kunden erstmals<br />
am Genfer Salon 2018 bestaunen. Im Sommer folgte die europäische Markteinführung und kürzlich<br />
konnte die Redaktion des «<strong>car</strong>rossier» eine Rohbau-Carrosserie und die Details der Weiterentwicklung<br />
begutachten.<br />
Der schwedische Automobilhersteller geniesst<br />
den Ruf, sehr stabile Fahrzeuge zu<br />
bauen. Dieses Image setzt der Hersteller<br />
werbetechnisch geschickt ein. Der Kombi<br />
V60 und sein Schwestermodell, die<br />
Schräghecklimousine S60, die Ende 2018<br />
vorgestellt wurde, machen da keine Ausnahme<br />
– entwicklungstechnisch haben sie<br />
einen Sprung nach vorne gemacht. Das<br />
Design des sportlichen Kombis prägen die<br />
Keilform, die markant geformte Motorhaube,<br />
die coupéartige Dachlinie und die elegante<br />
Schulterkontur. Der «neue» V60 ist<br />
133 mm länger (4761 mm), 15 mm schmaler<br />
(Breite ohne Spiegel 1850 mm) und 59 mm<br />
tiefer (Höhe 1427 mm). Der Radstand<br />
wuchs um +96 mm auf jetzt 2872 mm.<br />
Den Kunden stehen bei der Fahrzeugfarbe<br />
zwölf Lackierungen ab Werk zur Auswahl.<br />
Im Fahrzeuginneren bietet der V60<br />
ein skandinavisch inspiriertes Innenraumdesign,<br />
laut Volvo in hochwertiger Verarbeitungsqualität<br />
mit erstklassigen Materialien.<br />
Die zweite Generation des Volvo V60 wurde erstmals am Genfer Salon 2018 präsentiert.<br />
20 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_20-23_P94680-1_A 20 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:50
Technik<br />
Carrosseriereparatur<br />
Diverse Antriebe<br />
Mit der Entwicklung der zweiten Generation<br />
mussten die Volvo-Ingenieure eine<br />
grössere Antriebspalette unterbringen.<br />
Zur Auswahl stehen ein Vierzylinder-Turbomotor<br />
mit Benzin-Direkteinspritzung<br />
und Vierzylinder-Common-Rail-Turbodiesel-Motoren.<br />
Dazu gibt es entweder<br />
noch einen Fünfzylinder-Common- Rail-<br />
Turbodiesel-Motor oder einen Vierzylinder-Kompressormotor<br />
mit Benzin-Direkteinspritzung<br />
für die Allradversionen des<br />
Volvo V60. Zusätzlich wird ein Plug-in-<br />
Hybrid-Antrieb angeboten, dessen Elektromotor<br />
auf der Hinterachse sitzt. Das<br />
Batteriepack ist im erhöhten Fahrzeugtunnel<br />
untergebracht. Ziel war es, alle<br />
Antriebsarten zu verbauen, ohne viele<br />
spezielle Bauteile zu verwenden – und es<br />
wurde erreicht.<br />
Hohe Entwicklungsziele<br />
Die Verbesserungen am Fahrzeug zielten<br />
auf einen grösseren Innenraum, eine höhere<br />
Steifigkeit der Carrosserie für ein<br />
besseres Fahrverhalten, eine optimierte<br />
Geräuschdämmung und eine höhere Insassensicherheit<br />
ab.<br />
Hierfür befinden sich in der neuen Carrosseriestruktur<br />
deutlich mehr höherund<br />
höchstfeste Stahlbleche sowie mehr<br />
Aluminiumbauteile. Mit der Blechteiloptimierung<br />
in Bezug auf ihre Topologie und<br />
Beanspruchung sowie durch Leichtbaumassnahmen<br />
wie geringere Blechstärken<br />
(z.B. im Bereich Boden Mitte) reduziert<br />
sich das Carrosseriegewicht bei gleichzeitiger<br />
Erhöhung der Festigkeit.<br />
Die Carrosserie besteht aus 515 Teilen<br />
und hat ein Rohbaugewicht mit Türen und<br />
Klappen von 437 kg. Ohne die Anbauteile<br />
wiegt sie 354,1 kg, wobei die zwei Fronttüren<br />
27,3 kg, die hinteren Türen 21,4 kg,<br />
die Frontklappe aus Aluminium 10,2 kg<br />
Beim Blick in den Innenraum fällt der sehr hohe Tunnel auf, in dem bei den Hybrid-Versionen<br />
der Batteriepack untergebracht ist. Deutlich auch die grosse Anzahl an warmumgeformten<br />
Blechteilen, die sich dunkel hervorheben.<br />
An der Rohbau<strong>car</strong>rosserie können die Entwicklungsschritte des Modells der letzten acht Jahre<br />
vollzogen werden.<br />
und die Heckklappe 13,4 kg schwer sind.<br />
Die zwei Kotflügel vorne bringen 5,4 kg<br />
auf die Waage und Verbindungselemente,<br />
sowie die Scharniere noch einmal 5,2 kg.<br />
Carrosseriebau<br />
Der gesamte Carrosseriebau ist in Stahlbauweise<br />
ausgeführt, wobei der hohe<br />
Anteil an höchstfesten, warmumgeformten<br />
Bauteilen auffällt. Erweitert wurde<br />
auch der Anteil der Aluminiumbauteile um<br />
Federbeindome vorne, eine Federbein-<br />
Querverstrebung und den Stossfängerquerträger<br />
vorne im Carrosserieverbund.<br />
Die Carrosseriebereiche, die mit warmumgeformten<br />
Blechteilen eine besonders<br />
hohe Materialgüte aufweisen, haben im<br />
Vergleich zum Vorgängermodell ihren<br />
Anteil von 17 auf 33 Prozent gesteigert.<br />
Sie sind im Stirnwandbereich, der A-, B-<br />
und C-Säule sowie im Dachrahmen und<br />
im Schweller zu finden. Auch im Tunnel,<br />
am Fersenblech und an den Sitzquerträgern<br />
gibt es Bleche in dieser Materialgüte.<br />
Und sowohl den Übergang vom Schweller<br />
zum hinteren Längsträger als auch einen<br />
Teil des hinteren Längsträgers selbst haben<br />
die Ingenieure jetzt mit warmumgeformten<br />
Blechen verstärkt. Dem Hinterwagen<br />
kommt dabei eine besondere<br />
Rolle zu, weil er das gewünschte Deformationsverhalten<br />
bei einem Heckcrash<br />
auch für die Hybridvarianten sicherstellen<br />
soll. Deshalb hat Volvo eine verstärkte<br />
Struktur im Hinterwagen und Kofferraum-<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong><strong>02</strong>1<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_20-23_P94680-1_A 21 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:52
Technik<br />
Carrosseriereparatur<br />
um die Heckklappenöffnung konstruktiv<br />
eine Verstärkung eingeflossen ist. Zur erhöhten<br />
Steifigkeit im Vorderwagen tragen<br />
die erstmals eingesetzten Aluminium-<br />
Federbeindome vorne mit ihrer geschraubten<br />
Querverstrebung erheblich bei.<br />
Die hintere Seitenwand, die C-Säule und der Kofferboden bilden einen stabilen Verbund<br />
und sind die Deformationszone für den Heckaufprall. Der Längsträger setzt sich sowohl aus<br />
warmumgeformten als auch aus höherfesten Blechen zusammen.<br />
boden entwickelt, die ohne nennenswertes<br />
Mehrgewicht auskommt.<br />
Der hintere Stossfängerquerträger ist als<br />
rollgeformtes Stahlblechteil in einer Materialgüte<br />
von DP 1000 gefertigt und wird<br />
mit den Crashboxen angeschraubt, was<br />
eine schnelle Reparatur ermöglichen soll.<br />
Die gesamte Carrosserie hat jetzt eine<br />
höhere Steifigkeit, weil durch Ringstrukturen<br />
auf Höhe der B- und C-Säule und<br />
Die vorderen Längsträger münden in die (erstmals) Aluminium-Crashboxen und Querträger.<br />
Ein Gussteil (dunkelgrau) auf der Kotflügelbank stellt die Verbindung zum Kotflügel und dem<br />
Windfang her.<br />
Carrosseriematerialien<br />
Aluminiumteile ergänzen die Materialverteilung<br />
in der Carrosserie. Diese sind in den<br />
Federbeindomen vorne, der Motorhaube<br />
und dem Stossfängerquerträger vorne zu<br />
finden. Ein besonderes Alu-Druckgussteil<br />
ist an der Kotflügelbank vorne montiert:<br />
Damit wird die Kotflügelspitze vorne fixiert<br />
und der Lastpfad definiert. Die Anbauteile<br />
Türen und Heckklappe sind in Stahl gefertigt,<br />
nur die Motorhaube zeigt Aluminiumblech.<br />
In der Produktion kommen vier verschiedene<br />
Stahlsorten zum Einsatz, die über<br />
unterschiedliche Zugfestigkeiten verfügen.<br />
Ihre prozentualen Anteile sind<br />
››<br />
LSS: 28,8 Prozent<br />
››<br />
HSS: 20,8 Prozent<br />
››<br />
AHSS: 18,4 Prozent und<br />
››<br />
PHS: 24,6 Prozent.<br />
Somit besteht die Carrosserie zu<br />
92,6 Prozent aus Stahlwerkstoffen. Der<br />
Anteil von Aluminium-Blech liegt bei<br />
2,4 Prozent, Aluminium-Guss bei 1,8 Prozent<br />
und Aluminium-Strangpressprofil<br />
bei 3,2 Prozent.<br />
Fügetechniken<br />
Den stabilen und dauerhaften Zusammenhalt<br />
der Stahlbleche, Gussteile und<br />
des Aluminiumblechs stellen die Volvo-<br />
Ingenieure durch 13 Fügetechniken sicher.<br />
››<br />
Mit dem Punktschweissverfahren setzen<br />
die Werker in der Carrosserie und<br />
den Anbauteilen 6213 Schweisspunkte.<br />
››<br />
Das MAG-Schweissen setzen sie auf<br />
4526 mm und das Laserschweissen auf<br />
3312 mm ein.<br />
››<br />
Zusätzlich gibt es 100 Stanznieten und<br />
14 Clinchpunkte gesetzt.<br />
››<br />
Das Rollfalzen findet an der Carrosserie<br />
und mit den Anbauteilen auf<br />
24 540 mm Anwendung, wobei hier<br />
grundsätzlich Klebstoff miteingebracht<br />
wird.<br />
››<br />
Weitere Befestigungsmittel sind<br />
Schrauben (92-mal) und Schweissbolzen<br />
(297-mal).<br />
››<br />
Bei den Klebstoffen verbinden der<br />
Strukturkleber auf 75 621 mm, der<br />
22 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_20-23_P94680-1_A 22 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:54
Technik<br />
Carrosseriereparatur<br />
Stützkleber auf 12 946 mm und der Kleber<br />
beim Rollfalzen sowie der Spalt-<br />
Dichtungskleber auf 3082 mm die Carrosseriebauteile.<br />
Die Carrosserie hat einen bedeutenden<br />
Anteil am vorbildlichen Sicherheitsniveau<br />
des Volvo V60. Sie verfügt laut Hersteller<br />
über eine extrem steife und widerstandsfähige<br />
Struktur und sorgt in Verbindung<br />
mit den Rückhaltesystemen und Airbags<br />
für optimalen Insassenschutz.<br />
Lastpfade und Sicherheit<br />
Ein wichtiges Sicherheitselement ist dabei<br />
die patentierte Frontstruktur, die viel<br />
Energie aufnehmen und absorbieren<br />
kann. Die Ingenieure haben sie in verschiedene<br />
Zonen aufgeteilt, von denen<br />
jede im Fall einer Deformation eine<br />
spezielle Aufgabe erfüllt. Durch die Gestaltung<br />
der Frontstruktur sowie die<br />
verstärkten Längsträger, welche die<br />
Aufprallkräfte aufnehmen und um den<br />
Innenraum herum zum Heck lenken,<br />
wird die Belastung der Insassen bei<br />
einer Kollision verringert.<br />
Bei Frontalcrash nehmen drei Lastpfade<br />
die Energie auf: der untere und der mittlere<br />
über den Querträger vorne und die<br />
Kotflügelbänke über den Windfang. Die<br />
Längsträger leiten die Crashenergie dann<br />
auf die A-Säule und weiter in den Schweller<br />
rechts/links und den Dachrahmen.<br />
Die Materialgrafik gibt Auskunft, wo welche Materialgüten in der Carrosserie eingesetzt werden.<br />
Der vordere Stossfänger ist auf einem<br />
Alu-Querträger mit Crashboxen montiert,<br />
die Kollisionskräfte bei einem Aufprall<br />
auffangen, ohne dass benachbarte Carrosseriezonen<br />
beschädigt werden.<br />
Ein Dreiecksverbund in der Carrosseriestruktur<br />
schützt die Fahrgastzelle bei<br />
schweren Kollisionen. Ein Verbindungselement<br />
zwischen A-Säule und unteren<br />
Längsträgern schafft diesen extrem steifen<br />
Verbund.<br />
Im Seitencrash teilt sich die eindringende<br />
Energie über den Schweller nach vorne<br />
und hinten sowie über die B-Säule in den<br />
Dachrahmen und die Dachquerträger. Die<br />
belastbare Tür- und Seitenstruktur des<br />
Volvo V60 ist dabei so ausgelegt, dass sie<br />
auch dem Seitenaufprall eines grösseren<br />
Fahrzeugs standhalten kann.<br />
Bei einem Heckaufprall tragen die hinteren<br />
Knautschzonen im Hinterwagen dazu<br />
bei, die Aufprallkräfte zu absorbieren.<br />
Den Euro-NCAP-Crashtest hat der Volvo<br />
V60 mit der Höchstwertung von fünf<br />
Sternen absolviert.<br />
●<br />
Text und Bilder: Jürgen Klasing<br />
Blickpunkt Frontscheibe: Viel Punktschweissen kennzeichnet die<br />
Stahl-Carrosserie, deren Dachpanel aber mit einer Laserschweissnaht<br />
an den Verbund gefügt wird. Später überdeckt die Dachreling diesen<br />
Bereich.<br />
Der Blick in das vordere Radhaus zeigt den Alu-Federbeindom, der<br />
mit Stanznieten an die Carrosserie gebunden wird. Der Längsträger<br />
verzweigt sich links in Richtung A-Säule und Schweller, um Crashenergie<br />
besser ableiten zu können.<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong><strong>02</strong>3<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_20-23_P94680-1_A 23 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:56
Verein zur Förderung der Carrosserieberufe<br />
Der Verein bezweckt die Förderung und die Wahrung der Berufsinteressen im Carrosseriegewerbe. Der VFCB<br />
unterstützt mit seinen Mitteln die Berufs- und Weiterbildung der Carrosserieberufe.<br />
Goldpartner<br />
Fahrzeugexpertisen und Wertschätzungen<br />
Zusammen sind wir stark<br />
André Koch AG<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_24-25_P94680-1_A 24 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:46
Silberpartner<br />
Bronzepartner<br />
GCS Schweiz AG<br />
Zusätzliche Marken<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse und der VFCB dankt seinen Mitgliedern und Gönnern für die<br />
Unterstützung und ihren Einsatz zum Wohle der künftigen Carrossiers!<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_24-25_P94680-1_A 25 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:54
Reportage<br />
Partnernetzwerke<br />
Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />
Erfolgreiche Zertifizierung<br />
der neuen Five-Star-Partner<br />
Neun neue Mitglieder, die 2019 in der Schweiz dem Five-Star-Netzwerk beigetreten sind, wurden im<br />
Laufe des Jahres im Auftrag der Swiss Safety Center durch Xpert Center AG geprüft und erhielten alle<br />
im Dezember ihre Zertifikate von Swiss Safety Center.<br />
Céline Tambour, Leiterin von Five Star<br />
Schweiz, ist begeistert über die Zertifizierung<br />
der neuen Mitglieder und das stetige<br />
Wachstum des Netzwerkes: «Wir sind<br />
stolz auf unsere neuen Mitglieder, die im<br />
Rahmen der strengen Zertifizierung ihre<br />
hohe Qualität unter Beweis gestellt haben<br />
und zur Leistungsfähigkeit des<br />
Five- Star-Netzwerkes beitragen.»<br />
Weiteres Wachstum geplant<br />
«Das Netzwerk soll auch 2<strong>02</strong>0 weiter<br />
wachsen», ergänzt Thomas Nussbaum,<br />
Cromax Geschäftsführer Schweiz. «Wir<br />
möchten weitere leistungsfähige Betriebe<br />
mit hohen Qualitätsansprüchen, aber<br />
auch mit dem Know-how zur Reparatur<br />
vor Ersatz aufnehmen, um eine optimale<br />
geografische Abdeckung des Five- Star-<br />
Netzwerkes zu erreichen und dem Bedarf<br />
der Versicherer, Leasingunternehmen<br />
Carrosserie Coray AG, Laax: stolze Zertifikatsbesitzer,<br />
Severin Coray (Mitte) mit Gaudenz<br />
Coray (rechts), Inhaber und Roberto Leucci,<br />
Cromax Key Account Manager.<br />
Fahrdynamic Automobile AG, Gipf-Oberfrick:<br />
Freudestrahlend nimmt Inhaber Dominic<br />
Schneider (links) das Zertifikat von Swiss<br />
Safety Center aus den Händen von Alexandre<br />
Minelli, Cromax Key Account Manager (rechts),<br />
in Empfang.<br />
Auto Gobeli & Co, Zweisimmen: Sebastiano<br />
Gulizia, Cromax Key Account Manager (links),<br />
und Inhaber Stefan Gobeli präsentieren<br />
ge meinsam das Zertifikat Swiss Safety Center.<br />
Brülisauer AG, Eggersriet: Pascal Brülisauer<br />
(zweiter von links) und Daniel Brülisauer (dritter<br />
von links), die Inhaber, freuen sich sehr über<br />
das Zertifikat, gemeinsam mit Roberto Leucci<br />
(links), Cromax Key Account Manager, und Clint<br />
Kaufmann (rechts), Cromax technischer Leiter.<br />
Garage Carrosserie Centra AG, Gamsen: Voller<br />
Stolz zeigt Diego Salzmann (rechts), Inhaber,<br />
das Zertifikat, das ihm Sebastiano Gulizia,<br />
Cromax Key Account Manager (links), soeben<br />
überreicht hat.<br />
MV Auto-Style Sàrl, Bulle: Inhaber Mario<br />
Vigna (rechts) ist hocherfreut über das<br />
Zertifikat von Swiss Safety Center für sein<br />
Unternehmen, das er aus den Händen von<br />
Sebastiano Gulizia, Cromax Key Account<br />
Manager (links), erhalten hat.<br />
26 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_26-27_P94680-1_A 26 20.04.2<strong>02</strong>0 15:20:42
Reportage<br />
Partnernetzwerke<br />
Carrosserie Christian Mettraux S. A., Neyruz:<br />
Inhaber Christian Mettraux (rechts) freut sich<br />
gemeinsam mit Sebastiano Gulizia, Cromax<br />
Key Account Manager, über das Zertifikat von<br />
Swiss Safety Center, mit dem sein Unternehmen<br />
ausgezeichnet wurde.<br />
und Flottenbetreiber gerecht zu werden»,<br />
führt Nussbaum weiter aus.<br />
Five Star setzt mit der Swiss Safety Center<br />
AG auf eine unabhängige Zertifizierungsstelle.<br />
In Zusammenarbeit mit der<br />
XpertCenter AG prüft diese die Five- Star-<br />
Carrosseriebetriebe im Hinblick auf die<br />
Einhaltung der hohen Qualitätskriterien<br />
sowie der zeitwertgerechten Reparaturmethoden,<br />
die auch Versicherer, Leasingunternehmen<br />
und Flottenbetreiber (VLF)<br />
verlangen. Durch seine strengen Auswahlkriterien<br />
stellt Five Star sicher, dass<br />
nur die besten Fachbetriebe, welche zudem<br />
einen ausgezeichneten Service für<br />
die Kunden bereitstellen, Mitglieder des<br />
Netzwerkes werden können.<br />
Nächstes Five-Star-Treffen verschoben<br />
Das nächste nationale Five-Star-Treffen ,<br />
das am 15. und 16. Mai in Como, Italien,<br />
Carrosserie Regamey SA, Chailly-sur-<br />
Montreux: Dejan Lucic, Inhaber (links) und<br />
Sebastiano Gulizia, Cromax Key Account<br />
Manager (rechts), präsentieren das Zertifikat.<br />
hätte stattfinden sollen, wurde infolge der<br />
Coronavirus-Pandemie abgesagt. Neben<br />
dem Kennenlernen neuer Mitglieder und<br />
dem Networking untereinander wären<br />
spannende Themen wie das Feiern des<br />
Jubiläums «15 Jahre Five Star Schweiz»,<br />
VLF und Team-Building-Aktivitäten auf<br />
dem Programm gestanden.<br />
«Trotzdem haben wir positive Nachrichten»,<br />
tröstet Céline Tambour, Marketing-<br />
& Kommunikationsleiterin sowie Five-<br />
Star-Managerin von Cromax Schweiz.<br />
«Wir werden unser Five-Star-Meeting im<br />
Rahmen des Branchenevents von <strong>car</strong>rosserie<br />
suisse am Freitag, 16. Oktober 2<strong>02</strong>0<br />
auf dem Messegelände ‹Thun-Expo›<br />
durchführen. Die Teilnehmer erwarten<br />
spannende Themen, ein tolles Programm<br />
und im Anschluss die Cromax-Stand-<br />
Party.»<br />
In den nächsten Monaten erhalten die<br />
Mitglieder eine entsprechende Einladung<br />
mit Anmeldeformular für das neue<br />
Carrosserie Ponticelli AG, Kappel: Inhaber<br />
Ranko Mijatovic (rechts) wird von Thomas<br />
Nussbaum, Geschäftsführer Cromax Schweiz<br />
(links), zur Neuzertifizierung gratuliert.<br />
Five- Star-Meeting 2<strong>02</strong>0. «Und schon<br />
heute möchten wir euch mitteilen, dass<br />
unsere langfristige Five-Star-Planung<br />
weitergeht», fährt Céline Tambour fort:<br />
«Wir werden sicherstellen, dass das nationale<br />
Five-Star-Treffen 2<strong>02</strong>1 im Mai in<br />
Como stattfinden wird.»<br />
●<br />
Redaktion: Henrik Petro<br />
Five Star kurz und kompakt<br />
Five Star ist das europäische Netzwerk<br />
führender professioneller Cromax-Reparaturwerkstätten.<br />
Das<br />
Netzwerk unterstützt Carrosserieund<br />
Lackierfachbetriebe, sich in einem<br />
stark umkämpften Markt durch<br />
qualitativ hochwertige Leistungen<br />
und ausgezeichneten Kundenservice<br />
von Wettbewerbern unterscheiden<br />
und einen langfristigen geschäftlichen<br />
Erfolg erzielen.<br />
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<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_26-27_P94680-1_A 27 20.04.2<strong>02</strong>0 15:20:45
Reportage<br />
Verspiegelungsschulung<br />
Axalta-Trainingscenter Campus 105<br />
Sehr interessantes und neues<br />
Verfahren für Lackierbetriebe<br />
Seit Kurzem gehört das CSM-Verspiegelungssystem zum Portfolio von Axalta. Mit dieser innovativen<br />
Technologie lassen sich spiegelnde Oberflächen auf Werkstücken erzeugen. Am 13. März fand im<br />
Trainingscenter in Pratteln eine Chromschulung mit sieben Cromax- und Spies-Hecker-Kunden statt.<br />
Erklärt wurden etwa (wie<br />
hier) Mischverhältnisse der<br />
verschiedenen Produkte,<br />
die bei der Spritzmetallisierung<br />
eingesetzt werden.<br />
Sieben Cromax- und Spies-<br />
Hecker-Kunden lernten<br />
Mitte März im Trainingscenter<br />
Campus 105 in Pratteln<br />
die Anwendung des<br />
Ver fahrens «Chemische<br />
Spritzmetallisierung».<br />
Dieser Kunststofftorso wurde mit der<br />
CSM-Chromoptik verspiegelt.<br />
Das Verspiegelungsverfahren findet<br />
zahlreiche Einsätze zum Beispiel bei der<br />
Beschichtung von Autobauteilen, aber<br />
auch im Industriebereich. Die Verspiegelung<br />
beweist somit neue Chancen für Lackierbetriebe.<br />
Im praktischen Teil, wo es um die Applikation<br />
der Verspiegelung ging, konnte jeder<br />
Teilnehmer ein Kunststoff-Carshape selbst<br />
mit der CSM-Technik «verchromen».<br />
Axalta vertreibt das Verspiegelungssystem<br />
des Herstellers CSM Coating Systems<br />
über seine Refinish-Marken Cromax,<br />
Spies Hecker und Standox und hat<br />
am 13. März in Pratteln eine Chromschulung<br />
mit sieben Cromax- und Spies-Hecker-Kunden<br />
im Trainingscenter durchgeführt.<br />
Nach allgemeinen technischen<br />
Informationen und Theorie folgten die<br />
praktischen Anwendungen.<br />
Auch für nicht leitende Werkstücke<br />
Bei dem Verfahren handelt es sich um<br />
eine sogenannte chemische Spritzmetallisierung.<br />
Dabei erhält das Werkstück<br />
eine Oberfläche, die die Optik von Chrom<br />
(aber auch anderer metallischer Oberflächen)<br />
perfekt nachstellt. Für diese<br />
Technologie sind im Bereich der Fahrzeugreparatur<br />
oder -restaurierung viele<br />
Anwendungen denkbar. Sie eignet sich<br />
aber auch für die Industrielackierung, wo<br />
bisher galvanische Verfahren zum Ein-<br />
28 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_28-29_P94680-1_A 28 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:45
Canfer Gül von CSM Coating Systems erklärte den Teilnehmern die Vorgehensweise Schritt für Schritt.<br />
satz kamen und teilweise an ihre Grenzen<br />
stiessen. Denn anders als bei der Galvanik,<br />
können mit dem CSM-Verspiegelungssystem<br />
auch nicht leitende Werkstücke<br />
beschichtet werden.<br />
Autolackierer, die erstmals mit dem CSM-<br />
System arbeiten, können bei den meisten<br />
Arbeitsschritten auf ihre Erfahrung in<br />
der Lackreparatur zurückgreifen. Untergrundvorbereitung,<br />
Vor- und Klarlackierung<br />
beispielsweise unterscheiden sich<br />
nicht von einer klassischen Lackierung.<br />
«Nur der Prozess der eigentlichen Verspiegelung<br />
erfordert zu Anfang etwas<br />
Übung», betonen Clint Kaufmann und<br />
Volker Wistorf, technische Leiter von Cromax<br />
und Spies Hecker Schweiz. «Dabei<br />
ist es wichtig, sich exakt an die Arbeitsanleitung<br />
zu halten.»<br />
Das Feedback der Kunden betreffend diese<br />
Chromschulung sei sehr positiv gewesen,<br />
ihre Erwartungen seien übertroffen<br />
Dieses verchromte Carshape wurde mit<br />
eingefärbten Klarlacken überlackiert, um<br />
verschiedene faszinierende Effekte zu<br />
erzeugen. Diese können variieren von Gold<br />
über Kupfer bis Roségold, Schwarzchrome,<br />
Candyred, Candyblue und viele andere mehr.<br />
worden. Ein positiver Effekt dieses Verspiegelungssystems<br />
ist die Eröffnung<br />
eines weiteren Segmentes für die Carrosserien,<br />
die dieses System anwenden, wie<br />
zum Beispiel die Veredelung von Ausstellungsstücken<br />
und Kunstobjekten. ●<br />
Redaktion: Henrik Petro<br />
ERFA «ASA-CONTROL 2<strong>02</strong>0»<br />
IN IHRER GEGEND<br />
Das neue, benutzerfreundliche asa-control 2<strong>02</strong>0 ist da<br />
Auf Wunsch organisieren wir für die KOPAS eine praxisorientierte<br />
asa-control Schulung in verschiedenen Regionen.<br />
Der Besuch dieser Weiterbildung zählt als ERFA Tagung und<br />
ist im BAZ-Mitgliederbeitrag inbegriffen, Sie erhalten einen<br />
schriftlichen Nachweis. Der Kurs wird nur bei Erreichen<br />
der minimalen Teilnehmerzahl durchgeführt.<br />
Zielpublikum: KOPAS, Diese Personen haben den Grundkurs<br />
für Arbeitssicherheit bereits absolviert.<br />
Lernziel: Die Teilnehmer können die Branchenlösung BAZ<br />
mittels « asa-control » im Betrieb anwenden.<br />
Dauer: ½ Tag, Vormittag 8.30 – 12.00 Uhr /<br />
Nachmittag 13.30 – 17.00Uhr<br />
Anmeldung: www.safetyweb.ch / Kurse / asa-control<br />
Montag Dienstag Sprache Ort<br />
24.3.2<strong>02</strong>0 D BL: Sissach, AGVS üK,<br />
abgesagt 07.4.2<strong>02</strong>0 D BE: Bern, Mobilcity AGVS Zi. SR5<br />
14.4.2<strong>02</strong>0 D SG: St. Gallen, AGVS üK<br />
21.4.2<strong>02</strong>0 D ZH: Schlieren, Emil Frey<br />
09.6.2<strong>02</strong>0 D SO: Egerkingen, ALFAG<br />
22.6.2<strong>02</strong>0 D SG: St. Gallen, AGVS üK<br />
07.7.2<strong>02</strong>0 D ZH: Schlieren, Emil Frey<br />
11.8.2<strong>02</strong>0 D BE: Bern, Mobilcity AGVS, Zi. SR8<br />
18.8.2<strong>02</strong>0 D SO: Egerkingen, ALFAG<br />
24.8.2<strong>02</strong>0 D LU: Horw üK AGVS<br />
24.8.2<strong>02</strong>0 D UR: Altdorf, Gewerbeschule Zi 311<br />
Freundliche Grüsse<br />
Karl Baumann, Geschäftsleiter<br />
Arjeta Sulejmani, Geschäftsstelle<br />
Branchenlösung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz<br />
des Auto- und Zweiradgewerbes (BAZ)<br />
Geschäftsstelle, Wölflistrasse 5, Postfach 64, 3000 Bern 22<br />
Gratisnummer 0800 229 229, Fax 031 307 15 16<br />
E-Mail info@safetyweb.ch, www.safetyweb.ch<br />
be safe!<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong><strong>02</strong>9<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_28-29_P94680-1_A 29 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:46
Reportage<br />
Unternehmen<br />
AMAG und André Koch AG<br />
Synergien dank Vereinheitlichung<br />
Die AMAG Automobil und Motoren AG vereinheitlicht in allen ihren eigenen K&L-Betrieben die<br />
Arbeits prozesse, die Ausrüstung der Verarbeitungsgeräte und die Lackmaterialien. Dabei verstärkt sie<br />
die Zusammenarbeit mit der André Koch AG und setzt neu auf das Lackmaterial von Lesonal.<br />
Die AMAG befindet sich in einer umfassenden<br />
Transformation. Die Neuorganisation<br />
macht auch vor den eigenen Carrosseriebetrieben<br />
nicht halt, von denen<br />
manche Mitglied von <strong>car</strong>rosserie suisse<br />
sind. Um die Arbeitseffizienz zu erhöhen,<br />
investiert die Retail-Organisation der<br />
AMAG-Gruppe in eine einheitliche Infrastruktur<br />
der Betriebe und setzt so auf<br />
neuste Technologien bei den Reparaturmethoden<br />
nach Herstellervorgaben,<br />
nutzt die neue digitale Farbfindung, benutzt<br />
innovative, schnell trocknende Materialien<br />
und setzt dabei auf einen nachhaltigen<br />
Umgang mit den Energie- und<br />
Materialressourcen. Mit einheitlichen<br />
Arbeitsabläufen, identischer Ausrüstung<br />
und gleichen Verarbeitungsmaterialien<br />
schafft die AMAG Automobil- und Motoren<br />
AG zudem die Voraussetzung, Arbeitsspitzen<br />
in einzelnen Betrieben mit<br />
eigenen Mitarbeitenden aus weniger ausgelasteten<br />
Betrieben zu bewältigen.<br />
Von links: Giuseppe Ciappa, Vertriebsdirektor André Koch AG; Reto Gut, Leiter Business Unit<br />
Carrosserie, AMAG Automobil und Motoren AG; Frank Böhmerle, CTO AMAG Automobil und<br />
Motoren AG; Ulrich Scherrer, Leiter Karosserie und Lack, AMAG Automobil und Motoren AG, und<br />
Enzo Santarsiero, CEO André Koch AG.<br />
Strategische Partnerschaft<br />
Lackpartner in dieser Neuorganisation ist<br />
die André Koch AG in Urdorf. Dazu CEO<br />
Enzo Santarsiero gegenüber dem «<strong>car</strong>rossier»:<br />
«André Koch positioniert sich<br />
strategisch auch mit grossen Partnern.<br />
Sie spielen im Schweizer Markt eine<br />
wichtige Rolle und wir wollen sie unterstützen.<br />
Viele Autohäuser haben eine<br />
Carrosserie, die oft auch Verbandsmitglied<br />
ist, und man muss sie als Partner<br />
sehen. Denn wir brauchen einander: jene,<br />
die Autos verkaufen, und jene, die sie<br />
reparieren. Es wird auch in Zukunft Garagen<br />
geben, die eine Carrosserie aufbauen<br />
werden. Darum müssen sich<br />
Carrosse rien richtig positionieren und<br />
sich die Frage stellen, welche Dienstleistungen<br />
die Kunden erwarten, aber auch,<br />
welche dieser Leistungen der Carrossier<br />
selbst anbieten kann und für welche er<br />
Partner suchen will. Die Schadensteuerung<br />
ist ein gutes Beispiel. Es ist unerheblich,<br />
ob sie uns passt oder nicht, wenn<br />
die Kunden das verlangen, setzt sie sich<br />
durch. Qualität müssen wir sowieso bieten.<br />
Es ist wichtig, die Autobranche zu<br />
verstehen. Am Schluss geht es darum,<br />
gemeinsam den Markt zu entwickeln.»<br />
In enger Zusammenarbeit mit der André<br />
Koch AG erstellt die AMAG ein neues<br />
Ausbildungskozept. Dieses soll die Wissensvermittlung<br />
der neuen Arbeitsprozesse<br />
und die Anwendung neuer Materialien<br />
sicherstellen. «Wir haben schon<br />
immer mit der AMAG zusammengearbeitet»,<br />
so Santarsiero. «Nun konnten wir<br />
unsere Partnerschaft erweitern. Nicht<br />
nur wegen des Produktes, sondern auch<br />
wegen der Dienstleistung.»<br />
Förderung von Smart Repair<br />
Die AMAG Automobil und Motoren AG<br />
werde in ihren Betrieben, wo immer<br />
möglich und sinnvoll, Smart Repair als<br />
alternative Reparaturmethode einsetzen,<br />
heisst es in der entsprechenden<br />
Mitteilung. Das freut natürlich das Handwerkerherz,<br />
zudem schonen diese modernen<br />
Reparaturmethoden die Umwelt,<br />
senken den Energieverbrauch und sind<br />
meist kostengünstiger als herkömmliche<br />
Reparaturen, sprich das Ersetzen von<br />
Komponenten und Bauteilen. Windschutzscheiben,<br />
Kunststoffteile und Leder-<br />
oder Polsterbezüge lassen sich oft<br />
reparieren und müssen nicht ersetzt<br />
werden. In Zusammenarbeit mit vielen<br />
Versicherungsgesellschaften werden<br />
diese neuen Reparaturmethoden konsequent<br />
gefördert.<br />
Nochmals Enzo Santarsiero: «Trotz dieser<br />
Partnerschaft werden wir bestehende<br />
Kunden auf keinen Fall vernachlässigen.<br />
Im Gegenteil: Sie stärkt die André<br />
Koch AG – unter anderem beim Personal<br />
–, wovon wiederum auch die kleinen<br />
Kunden profitieren.»<br />
●<br />
Henrik Petro<br />
30 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_30-30_P94680-1_A 30 20.04.2<strong>02</strong>0 15:18:38
Wir danken den Sponsoren des Branchenevents 2<strong>02</strong>0<br />
Mit ihrem Beitrag unterstützen sie aktiv die Berufsmeisterschaften der Carrosserielackierer/innen,<br />
Carrosseriespengler/innen am Event in Thun und die der Fahrzeugschlosser/innen an den SwissSkills 2<strong>02</strong>0<br />
in Bern.<br />
Goldpartner<br />
Zusammen sind wir stark<br />
Fahrzeugexpertisen und Wertschätzungen<br />
André Koch AG<br />
Silberpartner<br />
Bronzepartner<br />
GCS Schweiz AG<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_31-31_P94680-1_A 31 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:11
Rechtshilfe<br />
Kündigung während Probezeit<br />
Das Expertenteam der Walder Haas Berner AG, Advokatur & Notariat in Zofingen und Sursee,<br />
Tel. 062 745 00 45, ist für Mitglieder der <strong>car</strong>rosserie suisse da.<br />
Kündigung während der Probezeit<br />
Ausgangslage<br />
Garagist Silvan hat nach langer Suche<br />
endlich einen neuen Carosseriespengler<br />
namens Kevin gefunden. Dieser tritt seine<br />
Stelle am 2. Sep tem ber 2019 an und<br />
anfangs ist Silvan sehr zufrieden mit Kevin.<br />
Doch schon in der zweiten Arbeitswoche<br />
verschläft Kevin mehrmals und<br />
er macht auch sonst einen sehr unkonzentrierten<br />
Eindruck. Silvan sucht deswegen<br />
das Gespräch mit Kevin. Er vermittelt<br />
ihm dabei klar und sachlich, dass<br />
er ein solches Verhalten in Zukunft nicht<br />
mehr tolerieren wird. In der dritten Arbeitswoche<br />
erscheint Kevin am Montagmorgen<br />
gar nicht zur Arbeit. Nachdem<br />
Kevin auch um 11.00 Uhr noch nicht erschienen<br />
ist, versucht ihn Silvan telefonisch<br />
zu erreichen. Ohne Erfolg, Kevin<br />
geht nicht ans Telefon und er ruft Silvan<br />
auch nicht zurück. Auch am nächsten<br />
Morgen erscheint Kevin nicht. Dafür<br />
erhält Silvan einen eingeschriebenen<br />
Brief von seinem Arbeitnehmer. Im<br />
Briefumschlag befindet sich ein Arztzeugnis,<br />
das die hundertprozentige<br />
Arbeitsunfähigkeit Kevins vom 16. bis<br />
20. September 2019 bescheinigt sowie<br />
eine auf ein Post-it gekritzelte und<br />
schwer entzifferbare Nachricht von ihm:<br />
«Bin krank, siehe beiliegendes Arztzeugnis.<br />
Komme am 23. September 2019<br />
wieder arbeiten. Gruss Kevin.» Am<br />
besagten Montag erscheint Kevin tatsächlich<br />
wieder zur Arbeit und Silvan hat<br />
den Eindruck, er sei nun endlich wieder<br />
richtig bei der Sache. Doch Kevins gesteigerte<br />
Arbeitsmoral ist nur von kurzer<br />
Dauer – bereits am 30. September<br />
kommt er abermals zwei Stunden zu<br />
spät zur Arbeit, am 2. Oktober erscheint<br />
er gar erst nach dem Mittag. Silvan will<br />
Kevin deshalb schnellstmöglich entlassen.<br />
Wie ist die Rechtslage?<br />
Expertenrat<br />
Der erste Monat seit Arbeitsaufnahme<br />
gilt als Probezeit, sofern Arbeitgeber und<br />
Arbeitnehmer nicht schriftlich eine längere<br />
Probezeit (maximal drei Monate)<br />
vereinbart haben (Art. 47.1 VSCI-GAV). Bei<br />
einer effektiven Verkürzung der Probezeit<br />
infolge Krankheit, Unfall oder Erfüllung<br />
einer nicht freiwillig übernommenen<br />
gesetzlichen Pflicht erfolgt eine<br />
entsprechende Verlängerung der Probezeit<br />
(Art. 47.2 GAV-VSCI). Vorliegend ist,<br />
mangels anderer Abrede, von einer einmonatigen<br />
Probezeit auszugehen. Infolge<br />
der Krankheit hat sich Kevins Probezeit<br />
entsprechend verlängert, er befindet sich<br />
somit noch in der Probezeit.<br />
Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis<br />
jederzeit mit einer Kündigungsfrist<br />
von sieben Tagen gekündigt<br />
werden (Art. 48.4 GAV-VSCI). Die Regelung<br />
der Kündigung während der Probezeit<br />
gilt dabei bis zu deren Ablauf. Die<br />
Gegenpartei muss die Kündigung aber<br />
während der Probezeit erhalten. Die<br />
Frist kann hingegen nach der Probezeit<br />
ablaufen. Silvan kann Kevin somit noch<br />
immer mit einer Kündigungsfrist von sieben<br />
Tagen künden. Da die Kündigung<br />
Kevin noch während der Probezeit zugehen<br />
muss, damit die Kündigungsfrist<br />
von Art. 48.4 GAV-VSCI zur Anwendung<br />
kommt, sollte Silvan die Kündigung persönlich<br />
übergeben und sich den Empfang<br />
der Kündigung von Kevin quittieren<br />
lassen. <br />
●<br />
WIR KENNEN DIE BRANCHE,<br />
NUTZEN SIE UNSER WISSEN.<br />
PK MOBIL Tel. +41(0)31 326 20 19 pkmobil.ch<br />
Die Pensionskasse des Schweizer Mobilitätsgewerbes<br />
Die Mitglieder von <strong>car</strong>rosserie suisse befinden sich in der glücklichen Lage,<br />
mit der PK MOBIL eine «eigene» Pensionskasse zu haben.<br />
32 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_32-32_P94680-1_A 32 20.04.2<strong>02</strong>0 15:21:04
Aktive Branche<br />
Thema<br />
SATA / Jasa AG<br />
In guter Begleitung<br />
Mit 30 l Volumen ist die Tasche ideal als Handgepäck.<br />
Als «guten Begleiter» erhalten SATA-Kunden die SATAjet X 5500 im<br />
Aktionszeitraum inklusive stylischer Tasche «SATA Weekender».<br />
Ob Casual als angesagter<br />
Alltagsbegleiter, Business als<br />
Handgepäck für Geschäftsreisen<br />
oder für den Sport als<br />
Workout-Must-have: Der<br />
Used Look aus Canvas-Material<br />
mit Kunstlederapplikationen<br />
lässt den SATA Weekender<br />
im Vintage-Stil erstrahlen<br />
und zieht in jeder Situation die<br />
Blicke auf sich! Er ist zudem<br />
äusserst robust und widerstandsfähig<br />
und hat für das<br />
«kleine» Reisegepäck jede<br />
Menge Platz. Die aufgesetzte<br />
Aussentasche an der Seite, ein<br />
separates Steckfach sowie ein<br />
kleines Reissverschlussfach<br />
im Inneren bieten zusätzlich<br />
Stauraum für Kleinteile. Der<br />
abnehmbare Tragriemen und<br />
die weichen Henkel erlauben<br />
es, die Tasche als Umhängeoder<br />
Henkeltasche zu tragen.<br />
Das Volumen beträgt ca. 30 l,<br />
ein Zipper-Beutel als Schuh-/<br />
Wäschebeutel ist inklusive.<br />
Beim Kauf eines der SATAjet-X-5500-Modelle<br />
– ob in<br />
HVLP- oder RP-Technologie,<br />
Standard- oder Digital-Ausführung<br />
– ist nun für kurze<br />
Zeit ein SATA Weekender inklusive.<br />
Die Aktion startete am<br />
1. April 2<strong>02</strong>0 und dauert, solange<br />
der Vorrat reicht. ●<br />
André Koch AG<br />
Neuer Standox-Klarlack beschleunigt Reparaturen<br />
Der Standocryl-VOC-Xtreme-<br />
Plus-Klarlack K9600 wurde<br />
speziell für die Trocknung bei<br />
niedrigen Temperaturen entwickelt:<br />
Bei 40 °C trocknet er<br />
innerhalb von 10 bis 15 Minuten,<br />
bei 20 °C in 30 bis 55 Minuten.<br />
Nach einer kurzen Abkühlphase<br />
nach forcierter<br />
Trocknung kann direkt poliert<br />
werden. Der Klarlack kann<br />
flexibel in einem Arbeitsgang<br />
oder zwei Spritzgängen verarbeitet<br />
werden. Dank seiner<br />
guten Füllkraft deckt er kleinere<br />
Stippen und Staubpartikel<br />
optimal ab – und minimiert<br />
so den Polieraufwand. Zudem<br />
hat der VOC-Xtreme- Plus-<br />
Klarlack K9600 eine sehr<br />
gute Spritznebelaufnahme<br />
und ist damit auch für die Beilackierung<br />
bestens geeignet.<br />
Die Vorteile des neuen Klarlacks<br />
lassen sich in der Anwendung<br />
mit den anderen<br />
Komponenten des Xtreme-Systems<br />
optimal ausschöpfen.<br />
Dazu gehören der<br />
Standoblue-Basislack, der<br />
VOC-Xtreme-Nass-in-nass-<br />
Füller U7650, der VOC-Xtreme-Füller<br />
U7600 und die<br />
praktischen Express-Vorbehandlungstücher<br />
U3000.<br />
Der Standoblue-Basislack<br />
muss unter diesem neuen<br />
Klarlack nicht mehr gehärtet<br />
werden. <br />
●<br />
Der Standocryl-VOC-<br />
Xtreme-Plus-Klarlack<br />
K9600 ist besonders<br />
effizient bei niedrigen<br />
Trocknungstemperaturen.<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>033<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 33 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:30
Aktive Branche<br />
Axalta Coating Systems / André Koch<br />
Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />
Live-Trainings von Spies Hecker<br />
Besondere Zeiten erfordern<br />
besondere Massnahmen. Aus<br />
diesem Grund hat Spies<br />
Hecker Live-Trainings mittels<br />
Webinaren ins Leben gerufen,<br />
welche den Kunden technisches<br />
Wissen vermitteln.<br />
SCHEIBENKLEBSTOFF<br />
FÜR ALLE PKW’S<br />
Mit allen Fahrzeugfabrikaten kompatibel<br />
30 Minuten sichere Wegfahrzeit<br />
Zuverlässig, einfach und sauber arbeiten<br />
Primerlos sicher<br />
Zeit sparen, Effizienz steigern<br />
Die Covid-19-Pandemie verunmöglicht<br />
aktuell, Schulungen<br />
im Trainingscenter durchzuführen.<br />
«Was also liegt<br />
näher, als das Training zu<br />
den Schulungsteilnehmern in<br />
die Carrosserie zu bringen?»,<br />
fragte sich Spies Hecker und<br />
erweiterte daraufhin das Trainingsangebot<br />
um Onlineschulungen.<br />
Die Kunden bleiben im<br />
Kontakt und haben trotz der<br />
aktuellen Situation die Möglichkeit,<br />
sich über Live-Trainings<br />
und Videochats zu informieren<br />
und weiterzubilden.<br />
Die Spies-Hecker-Anwendungstechniker<br />
vermitteln dabei<br />
etwa Wissen über Sonderfarbtöne,<br />
eingefärbte Klarlacke<br />
oder Einlackieren. Ein technisches<br />
Seminar dauert ca. 25<br />
Minuten und ist kostenfrei. Das<br />
André Koch AG<br />
Neues Standox-<br />
Packungsdesign<br />
erste Live-Training fand am 9.<br />
April 2<strong>02</strong>0 statt. Dabei ging es<br />
um die Reparatur eines Farbtones<br />
Mazda 46G Machine<br />
grey. Weitere Infos erteilt der<br />
persönliche Fachberater oder<br />
gibt es über pratteln.info@<br />
axalta.com. Mit MyTraining<br />
und tips4you bietet Spies Hecker<br />
zusätzlich einen Online-<br />
Weiterbildungskurs an: www.<br />
spieshecker.com/ch/de_DE/<br />
training-know-how/how-tovideo-tips4you.html<br />
●<br />
«Unser neues Verpackungsdesign<br />
trägt zu einem professionellen,<br />
reibungslosen und<br />
effizienten Arbeitsprozess bei<br />
– für einen schnellen Griff zum<br />
richtigen Produkt», erklärt Olaf<br />
Adamek, Brand Manager Standox<br />
Europa, Mittlerer Osten<br />
und Afrika. Die wichtigsten<br />
Neuerungen auf den überarbeiteten<br />
Etiketten: Die Produktnamen,<br />
Produktcodes und<br />
Mischlacknummern sind zur<br />
besseren Lesbarkeit besonders<br />
gross abgebildet. Füllerfarben<br />
werden in einem Farbquadrat<br />
eindeutig angezeigt.<br />
Einfache Piktogramme markieren<br />
Materialien wie Verdünner,<br />
Härter und Additive oder<br />
geben Hinweise zur optimalen<br />
Handhabung. Durch die grössere<br />
Farbfläche der charakteristischen<br />
Welle auf den<br />
Standox-Dosen lassen sich<br />
ausserdem die Produkttechnologien,<br />
zum Beispiel Standoblue<br />
und Standohyd, unterscheiden.<br />
Und dank der<br />
verschiedenen Hintergrunddesigns<br />
ist es möglich, Produkte<br />
für PW-, Nutzfahrzeug- und<br />
industrielle Anwendungen eindeutig<br />
zu erkennen.<br />
Die ersten Produkte mit den<br />
Labels im übersichtlichen Design<br />
werden ab sofort ausgeliefert.<br />
●<br />
www.sika.ch<br />
Grössere Produkt- und Farbcodes, ein eindeutiges Kennzeichnungssystem<br />
für die unterschiedlichen Produkttechnologien und Pikto gramme<br />
vereinfachen das professionelle Handling für Standox-Anwender.<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 34 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:30
Aktive Branche<br />
Glasurit / Axalta Coating Systems / RIWAX Chemie<br />
GlasuritAutoreparaturlacke<br />
Bestellungen erfassen mit der Scan2order-App<br />
Scan2order – zu Deutsch:<br />
«Scanne, um zu bestellen» –<br />
heisst die neue App von Glasurit.<br />
Sebastian Wyder, Technischer<br />
Leiter bei Glasurit<br />
Schweiz, fasst die Vorteile<br />
zusammen: «Carrosserien<br />
können die App für Smartphones<br />
oder Tablets im iTunes<br />
App Store oder im Google Play<br />
Store kostenlos herunterladen.<br />
Die Benutzeroberfläche<br />
passt sich automatisch dem<br />
jeweiligen mobilen Endgerät<br />
an und macht den Bestellvorgang<br />
flexibel und kinderleicht.<br />
Lackierer können damit nun<br />
rund um die Uhr bestellen, an<br />
sieben Tagen die Woche und<br />
überall, zum Beispiel auch direkt<br />
vor dem Mischregal.»<br />
Mit dem Gerät wird der jeweilige<br />
Barcode auf den Produkten<br />
gescannt. Das entsprechende<br />
Produkt erscheint mit<br />
allen notwendigen Informationen<br />
auf dem Display. Gebindegrösse<br />
und Bestellmenge<br />
lassen sich per Fingertipp<br />
oder Tastatur eingeben.<br />
«Selbstverständlich können<br />
unsere Kunden auch bestellen,<br />
ohne die Barcodes zu scannen.<br />
Über die Suchfunktion lassen<br />
sich alle GlasuritProdukte<br />
rasch finden. Einmal bestellte<br />
Produkte werden überdies in<br />
der Favoritenliste angezeigt.<br />
Das macht den Bestellvorgang<br />
denkbar einfach und schnell.<br />
Auch Zubehörprodukte wie<br />
Schleifmittel oder Polituren<br />
können so bequem bestellt<br />
werden, ganz nach den Bedürfnissen<br />
der Kunden», ergänzt<br />
Wyder.<br />
●<br />
Glasurit bietet Carrosserien einen zusätzlichen Bestellweg an, mit dem<br />
sie Lack- und Zubehörprodukte per Smartphone oder Tablet bestellen<br />
können – nämlich mit einer eigenen App.<br />
Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />
Orange ist das neue Schwarz<br />
Orange vereint die Energie von<br />
Rot und die Fröhlichkeit von<br />
Gelb in einem leuchtenden<br />
Farbton. Es überrascht also<br />
nicht, dass immer mehr Automobilhersteller<br />
Orangetöne in<br />
ihre Farbpalette mitaufnehmen.<br />
Ins Auge sticht hier vor allem<br />
der neue Renault Clio, der am<br />
Genfer Autosalon im März 2019<br />
vorgestellt wurde. Er zeichnet<br />
sich durch einen spektaku<br />
lären, leuchtenden Metallic<br />
Farbton, genannt Orange<br />
Valencia, aus. Damit Carrosserie<br />
und Lackierfachbetriebe<br />
bei der Reparatur dieses Serienfarbtons<br />
höchste Farbtongenauigkeit<br />
erzielen können, führt<br />
Cromax das KlarlackAdditiv<br />
AM54 Pure Orange nun auch in<br />
100ml Dosen zum Einfärben<br />
von Klarlack ein. Diese Mischfarbe<br />
kommt in verschiedenen<br />
TintedClearcoatRezepturen<br />
zum Einsatz. Das Mischlackkonzentrat<br />
kann auch zur Reparatur<br />
von anderen chromatischen<br />
Orangetönen eingesetzt<br />
werden.<br />
●<br />
Diese Tinte für eingefärbte Klarlacke<br />
hilft Reparatur lackierern,<br />
eine optimale Farbtongenauigkeit<br />
bei der Reparatur dieses beeindruckenden<br />
Serien farbtons zu<br />
erzielen.<br />
RIWAX Chemie AG<br />
Desinfiziert Auto und Hände<br />
Influenza und Coronaviren<br />
gehören zu den umhüllten Viren,<br />
d.h., sie sind durch eine<br />
lipidreiche Schicht geschützt.<br />
Da diese äussere Schicht<br />
durch chemische Substanzen<br />
leicht aufgeschlossen werden<br />
kann, werden die Viren durch<br />
Desinfektionsmittel (z.B. Desinex)<br />
angreifbar und verlieren<br />
ihre Infektionskraft.<br />
Desinfektionsmittel ersetzen<br />
keine Reinigung, da sie keinen<br />
Schmutz entfernen. Deshalb<br />
macht es immer Sinn, das<br />
Auto mit den richtigen Reinigern<br />
sauber zu halten.<br />
Desinex wurde auf Basis der<br />
Allgemeinverfügung der Anmeldestelle<br />
Chemikalien über<br />
die Zulassung von BiozidProdukten<br />
zur Bewältigung von<br />
Ausnahmesituationen in der<br />
RIWAX Chemie AG entwickelt<br />
und hergestellt.<br />
●<br />
Desinex dient sowohl<br />
zur Flächen- wie auch zur<br />
Händedesinfektion.<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0 35<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 35 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:33
Aktive Branche<br />
Axalta Coating Systems<br />
Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />
Kyburz eRod Fun mit Sea-Glass-Lackierung<br />
Die erfolgreiche Zusammenarbeit<br />
des Schweizer ElektromobilHerstellers<br />
Kyburz<br />
Switzerland AG<br />
mit Spies<br />
Hecker wird auch 2<strong>02</strong>0 fortgesetzt.<br />
Das Messefahrzeug<br />
von Kyburz erhielt seine Designlackierung<br />
für die Geneva<br />
International Motor Show in<br />
Genf im SpiesHeckerLackierzentrum<br />
Campus 105 in<br />
Pratteln und hätte am 3. März<br />
vorgestellt werden sollen.<br />
Zum Einsatz kam dabei Sea<br />
Glass, Axaltas Autofarbe des<br />
Jahres 2<strong>02</strong>0. Das moderne,<br />
schimmernde Türkisblau ist<br />
eine frische, neue Farbe für<br />
alle Fahrzeugtypen, inspiriert<br />
von den Wasserläufen und<br />
Ozeanen der Natur.<br />
Der beliebte eRod Fun ist ein<br />
puristisches, strassenzugelassenes<br />
Sportfahrzeug und<br />
ist bereits unzählige Male auf<br />
Schweizer Strassen anzutreffen.<br />
Eine Ausfahrt mit dem<br />
eRod ist ein unvergleichlicher<br />
Auftritt und ein individuelles<br />
Statement. Auf der Geneva<br />
International Motor Show<br />
konnte er sich wegen der Absage<br />
der Messe nicht zeigen<br />
und später auch nicht auf dem<br />
CUIThemenforum, das Ende<br />
März hätte stattfinden sollen.<br />
Schade, denn schon auf den<br />
Bildern macht er eine mordsmässige<br />
Falle.<br />
●<br />
Der Kyburz eRod ist seit dem 15. März 2<strong>02</strong>0 im Farbton Sea Glass auch<br />
serienmässig für die Schweizer(innen) verfügbar.<br />
NEU<br />
gyso.ch<br />
STARTER SET RUPES<br />
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ZUM<br />
ANGEBOT<br />
swiss automotive aftermarket SAA<br />
Konjunkturbarometer Q1 von der Aktualität<br />
überholt<br />
Am 24. Februar 2<strong>02</strong>0 versendete<br />
der SAA sein vierteljährliches<br />
Konjunkturbarometer. Im Einstieg<br />
hiess es damals noch:<br />
«Nach der erfolgten Erhebung<br />
zeigte sich die aktuelle Situation<br />
im Garagenzulieferbereich gegenüber<br />
dem Vorquartal als<br />
getrübt. Das Niveau ist aber<br />
nach wie vor ansprechend; dies<br />
dürfte gemäss dem SAA Konjunkturbarometer<br />
auch im<br />
1. Quartal 2<strong>02</strong>0 so bleiben.» Die<br />
damals getroffene Prognose<br />
dürfte inzwischen Makulatur<br />
sein. Trotzdem kann man es<br />
auch als eine Art Lichtblick sehen,<br />
nämlich, dass es nach Bewältigung<br />
der aktuellen Krise<br />
wieder weitergehen wird.<br />
Situationsprognose<br />
Gegenüber dem Vorquartal<br />
hatten sich die Werte der im<br />
SAA erhobenen Situationsprognose<br />
leicht verschlechtert.<br />
Beim Umsatz hatte sich die<br />
Qualifikation von «gut» zu «befriedigend»<br />
verschoben. Ebenfalls<br />
einen Rückgang zeigte<br />
der wichtigste Indikator «Ertragslage».<br />
Während bei<br />
30 Pro zent (Vorquartal 29) die<br />
Ertragslage gut war, meldeten<br />
noch 63 Prozent (Vorquartal<br />
71) diese als befriedigend und<br />
sogar 8 Prozent (Vorquartal 0)<br />
als schlecht. Die Beschäftigungslage<br />
empfanden 53 Prozent<br />
(Vorquartal 55) als gut,<br />
und sogar 48 Prozent (Vorquartal<br />
43) als befriedigend<br />
und keine (Vorquartal 2) der<br />
Firmen als schlecht.<br />
Trendprognose für das<br />
1. Quartal 2<strong>02</strong>0 am 24.2.<br />
«Die Werte der Trendprognose<br />
lassen auch für das 1. Quartal<br />
2<strong>02</strong>0 kaum Veränderungen<br />
erwarten», hiess es damals<br />
noch. Die Mehrheit der Meldenden<br />
(86 Prozent) prognostizierte<br />
eine gleichbleibende bis<br />
bessere Ertragslage, wobei die<br />
Tendenz eher auf gleichbleibend<br />
63 Prozent (Vorquartal<br />
55) als besser 23 Prozent (Vorquartal<br />
26) umgeschwenkt war.<br />
Leider erwarteten noch immer<br />
15 Prozent (Vorquartal 19) der<br />
Meldenden eine Verschlechterung<br />
der Ertragslage.<br />
Ähnlich präsentierten sich die<br />
Zahlen beim Personalbestand:<br />
gleichbleibend 75 Prozent (Vorquartal<br />
76), zunehmend 23 Prozent<br />
(Vorquartal 19) und abnehmend<br />
3 Prozent (Vorquartal 5).<br />
Die Kurzarbeit plante damals<br />
keine der befragten Firmen einzuführen.<br />
(Quelle: SAA)<br />
36 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 36 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:44
Aktive Branche<br />
Akzo Nobel<br />
Akzo Nobel Car Refinishes AG<br />
Schnell und einfach bestellen dank Strichcodes<br />
Amedeo Bonorva, Vertriebsleiter<br />
AkzoNobel VR Schweiz, übergab<br />
den neuen AkzoNobel-<br />
Lackierzubehörkatalog persönlich<br />
an Dominik Freuler, Inhaber<br />
Freuler AG, Benken.<br />
Die geballte Ladung Lackierequipment<br />
finden Kunden ab<br />
sofort im neuen Zubehörkatalog<br />
von AkzoNobel. Übersichtlich<br />
und klar strukturiert liefert<br />
das umfangreiche Nachschlagewerk<br />
alle notwendigen<br />
Hilfsmittel der hauseigenen<br />
Premium-Marken. Wichtigste<br />
Neuerung für den Kunden: Jeder<br />
Artikel ist mit einem eigenen<br />
Barcode abgebildet. Damit<br />
lassen sich die Non-Paint-Produkte<br />
noch schneller und einfacher<br />
bestellen. Es genügt,<br />
mit dem Scanner die Strichcodes<br />
zu erfassen, und schon<br />
stehen alle notwendigen Daten<br />
zur Verfügung und der<br />
Bestellvorgang kann umgehend<br />
digital erfolgen. «Der<br />
optimierte Bestellprozess mit<br />
Barcodes ist eine logische<br />
Fortführung unserer digitalen<br />
Farbtontechnologie. Unsere<br />
Kunden erhalten neben der<br />
digitalen Farbtonabstimmung<br />
und -ermittlung eine weitere<br />
Möglichkeit, ihrem Wettbewerb<br />
einen Schritt voraus zu<br />
sein», betont Simon Handke<br />
Marketingleiter AkzoNobel VR<br />
DACH. Mit einer Erweiterung<br />
um rund 50 Seiten ist der neue<br />
Zubehörkatalog zudem umfangreicher<br />
und informativer<br />
geworden. <br />
●<br />
AkzoNobel<br />
Freigaben von<br />
Honda Motor<br />
Europe verlängert<br />
Honda Motor Europe verlängert<br />
die Zulassung der<br />
AkzoNobel-Premium-Lackmarken<br />
Sikkens und Lesonal<br />
für die Reparatur von<br />
Honda-Fahrzeugen in Europa<br />
bis zum Jahr 2<strong>02</strong>4. Zur<br />
Unterstützung der hochwertigen<br />
Produkt- und Servicestandards<br />
von Honda<br />
umfasst der Fünfjahresvertrag<br />
Lieferung und Support.<br />
(Quelle: AkzoNobel)<br />
DIE 5 STERNE CARROSSERIEBETRIEBE<br />
UNSER KNOW-HOW MACHT DEN UNTERSCHIED<br />
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Wir unterstützen Sie gerne - nach Ihrem Gusto.<br />
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<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>037<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 37 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:46
Bildung<br />
TOP-Ausbildungsbetrieb<br />
Pestalozzi-Jugendstätte Burghof<br />
TAB Stufe 3 für Zürcher<br />
Berufsbildungsheim<br />
Die Pestalozzi-Jugendstätte Burghof in Dielsdorf ZH schreibt Ausbildungsgeschichte. Seit Kurzem nämlich<br />
zählt die Lernstätte des Berufsbildungsheims zu den sieben Carrosseriebetrieben, die innerhalb des<br />
Labels «TOP-Ausbildungsbetrieb» die höchste Stufe 3 erreicht haben. Im Kanton ist sie sogar die einzige.<br />
Ein Blick zurück<br />
Wer in der Dielsdorfer Pestalozzi-Jugendstätte<br />
lebt – eine Institution der Stiftung<br />
Zürcher Kinder- und Jugendheime –, hat<br />
es nicht immer einfach gehabt in seinem<br />
bisherigen Leben. Und er trägt einen Rucksack<br />
an Erfahrungen mit sich, der sehr<br />
schnell sehr schwer werden kann. Aktuell<br />
sind dort dreissig junge Männer in verschiedenen<br />
Berufszweigen in Ausbildung<br />
– auch im «Ressort Automobil», wo es interessante<br />
Möglichkeiten gibt. Unter anderem<br />
kann man sich in der Autowerkstatt<br />
zum «Automobil-Fachmann EFZ» oder in<br />
den Berufszweigen «Carrosseriespengler/-in<br />
EFZ» und «Carrosserielackierer/-in<br />
EFZ» ausbilden lassen. Und das vollumfassend:<br />
In der Pestalozzi-Jugendstätte<br />
Burghof wird nicht nur das praktische Arbeiten<br />
gelehrt, sondern die Lernenden<br />
erhalten im Hause Berufsschulunterricht<br />
und besuchen dort auch die üK-Kurse.<br />
Der Leitsatz «Erst Organisation macht Bildung möglich» wird von ihnen vorgelebt (v. l.):<br />
Marc Zaba und Emil Fuchs (Spengler), Besnik Syla und Vebi Kërgeli (Lackierer).<br />
Zur Erinnerung: Wer sich mit der «3»<br />
schmücken möchte, muss viel leisten –<br />
zum Beispiel eine hohe Betriebsinfrastruktur<br />
bereitstellen, seine Ressourcen<br />
und das Know-how des Berufsbildners<br />
nachweisen und die Lernenden während<br />
der gesamten Ausbildungszeit eng begleiten<br />
und betreuen. Darüber hinaus<br />
wird die vorgängig vom Betrieb erstellte<br />
Selbstbeurteilung an einem Assessment<br />
genauso überprüft wie die Umsetzung<br />
der Methode «Entdeckendes Lernen».<br />
Entdeckendes Lernen<br />
Diese Aufgaben verantwortet Emil Fuchs<br />
zusammen mit Berufskollege Marc Zaba:<br />
Sie bilden drei Carrosseriespengler-Lehrlinge<br />
aus und geben, wie alle anderen<br />
Lehrpersonen, ihre Erkenntnisse aus den<br />
TAB-Weiterbildungen in die verschiedenen<br />
Ausbildungsbereiche der Jugendstätte<br />
weiter. Das ist auch mit ein Grund,<br />
weshalb «Entdeckendes Lernen» in den<br />
Werkstätten richtiggehend gelebt wird.<br />
«Bei uns können sich die Jugendlichen<br />
von Beginn weg an Arbeiten versuchen,<br />
die eventuelle Fehler verzeihen und sogar<br />
erlauben», sagt Fuchs. Und meint<br />
damit, dass er und sein Kollege projektbezogen<br />
mit den Auszubildenden arbeiten<br />
dürfen. Beispielsweise an einem Fiat,<br />
den der Burghof als Übungsobjekt geschenkt<br />
bekommen hat. Einen weiteren<br />
Vorteil sieht der Ausbildner darin, dass<br />
seine Schützlinge ihr erlerntes theoretisches<br />
Wissen gleich nach dem Unterricht<br />
in die Praxis umsetzen können. Trotzdem<br />
unterscheiden sich ihre Arbeiten von denen<br />
in herkömmlichen Betrieben, weil sie<br />
nicht nur Kundenarbeiten leisten. Seine<br />
Erfahrung: «Trotz der engen Betreuung<br />
verlieren wir am Anfang der Lehre viel<br />
Zeit. Die Jungs müssen sich erst mit der<br />
neuen Situation zurechtfinden. Sie kommen<br />
in eine neue Tagesstruktur, eine an-<br />
38 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_38-39_P94680-1_A 38 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:25
Bildung<br />
TOP-Ausbildungsbetrieb<br />
Interessante und umfassende Arbeit am Kundenauto: Dieser Opel verlangt nach den heilenden Händen eines versierten Carrossiers.<br />
dere Lebenssituation und zusätzlich in ein<br />
ungewohntes Arbeitsverhältnis.»<br />
Vom Nutzen des Labels überzeugt<br />
Fragt man Emil Fuchs nach den Herausforderungen<br />
auf dem Weg zu TAB 3, waren<br />
die nicht besonders gross. «Im Organisationskonzept<br />
unseres Heimes sind schon<br />
sehr viele der erforderlichen Qualitätsstandards<br />
enthalten. Wir haben lediglich<br />
noch ein paar Anpassungen vorgenommen»,<br />
fasst der Pädagoge zusammen.<br />
Dass die TAB-Zertifizierung sehr viel bringt<br />
und bewirkt, davon ist Emil Fuchs zu hundert<br />
Prozent überzeugt. «Wir rekrutieren<br />
keine Lernende, können aber dank der<br />
regelmässigen Rezertifizierung den hohen<br />
Qualitätsstandard nicht nur erhalten, sondern<br />
auch nach aussen belegen.»<br />
Immer am Ball bleiben<br />
Um «an der Front und beruflich à jour zu<br />
sein», sind Fuchs und seine Kollegen als<br />
Prüfungsexperten unterwegs und die<br />
Jugendstätte Burghof ist Mitglied vom<br />
Schweizerischen Carrosserieverband<br />
«<strong>car</strong>rosserie suisse» sowie beim Verband<br />
der Berufsschullehrer. Gleichzeitig findet<br />
ein regelmässiger Erfahrungsaustausch<br />
mit anderen Berufsschullehrern und Vertretern<br />
von überbetrieblichen Kursen<br />
statt, was vor allem im Kontakt mit den<br />
Behörden, welche Lernende im Burghof<br />
einweisen, ein nicht zu unterschätzendes<br />
Signal aussendet. «Hier hilft uns das Label<br />
TAB 3 sehr, denn mit diesem Qualitätsmanagement<br />
können wir belegen,<br />
dass unsere Ausbildung auf sehr hohem<br />
Niveau stattfindet und auch regelmässig<br />
überprüft wird», ist Fuchs überzeugt. Sein<br />
Fazit: «Es lohnt sich auf jeden Fall, im Bereich<br />
der Förderung von jungen Berufsleuten<br />
immer am Ball zu bleiben.» ●<br />
Text und Bilder: Irene Schneider<br />
Fördert das projektbezogene Arbeiten:<br />
Fiat als Übungsobjekt.<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>039<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_38-39_P94680-1_A 39 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:27
Bildung<br />
Thema<br />
Berufsprüfungen<br />
Carrosseriewerkstattleiter/-in<br />
der Fachrichtungen Lackiererei,<br />
Spenglerei und Fahrzeugbau<br />
August – November 2<strong>02</strong>0<br />
Informationsveranstalltung<br />
Anmeldeverfahren<br />
Ablauf und<br />
Prüfungsorte<br />
6. Mai 2<strong>02</strong>0, 13:00 Uhr, <strong>car</strong>rosserie suisse, Zofingen<br />
Die Anmeldung erfolgt mittels Anmeldeformular, welches<br />
unter www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch/de/news downloadbar ist.<br />
Individuelle praktische Arbeit IPA (Alle Fachrichtungen)<br />
Zeitraum August bis Ende Oktober im Betrieb des Arbeitgebers<br />
Projektarbeit (Alle Fachrichtungen)<br />
Abgabetermin: 16. Oktober 2<strong>02</strong>0<br />
Präsentation und Fachgespräch:<br />
16. – 20. November 2<strong>02</strong>0 im Bildungszentrum Zofingen BZZ<br />
Schriftliche Prüfungen (Alle Fachrichtungen)<br />
30. Oktober 2<strong>02</strong>0 im Bildungszentrum Zofingen BZZ<br />
Mündliche Prüfungen (Alle Fachrichtungen)<br />
16. – 20. November 2<strong>02</strong>0 im Bildungszentrum Zofingen BZZ<br />
Prüfungsgebühren<br />
Anmeldetermin<br />
CHF 1‘700. – (Alle Fachrichtungen)<br />
Reise-, Unterkunfts-, Verpflegungs- und Versicherungskosten (Unfall<br />
und Krankheit) gehen zu Lasten der Kandidaten.<br />
Montag, 25. Mai 2<strong>02</strong>0 (Poststempel)<br />
„Eingeschrieben“ an<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse<br />
Abteilung Berufsbildung<br />
Forstackerstrasse 2B<br />
4800 Zofingen<br />
T 062 745 31 93<br />
Wichtig!<br />
Später abgestempelte Anmeldungen können durch die Prüfungskommission<br />
nicht mehr berücksichtigt werden!<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse<br />
Für die Prüfungskommission<br />
Der Präsident, Martin Rusterholz, Wädenswil<br />
40 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_40-41_P94680-1_A 40 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:16
Bildung<br />
Thema<br />
Esami professionali<br />
Capo/Capa officina di <strong>car</strong>rozzeria<br />
Specializzazione verniciatura, lattoneria e<br />
fabbricazione di veicoli<br />
Agosto – Novembre 2<strong>02</strong>0<br />
Incontro informativo<br />
Si prega di contattare la Segretariato di <strong>car</strong>rosserie suisse<br />
Procedura d‘iscrizione<br />
Svolgimento e<br />
luoghi degli esami<br />
L‘iscrizione avviene tramite il formulario d‘iscrizione<br />
Download: www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch/de/news<br />
Lavoro pratico individuale LPI (tutte le specializazzioni)<br />
Periodo agosto fino alla fine di ottobre nell‘azienda del datore di<br />
lavoro<br />
Documentazione del progetto (tutte le specializazzioni)<br />
Termine di consegna: 16 ottobre 2<strong>02</strong>0<br />
Presentazione e discussione tecnica:<br />
16 – 20 novembre 2<strong>02</strong>0 nel Istituto della formazione continua,<br />
Camorino<br />
Esami scritti (tutte le specializazzioni)<br />
30 ottobre 2<strong>02</strong>0 nel Istituto della formazione continua, Camorino<br />
Esami orali (tutte le specializazzioni)<br />
16 – 20 novembre 2<strong>02</strong>0 nel Istituto della formazione continua,<br />
Camorino<br />
Tassa d‘esame<br />
CHF 1‘700.– (tutte le specializazzioni)<br />
Costi di viaggio, alloggio, vitto e assicurazioni<br />
(infortunio e malattia) sono a <strong>car</strong>ico dei candidati.<br />
Termine d‘iscrizione<br />
Lunedì 25 maggio 2<strong>02</strong>0 (data del timbro postale)<br />
«Raccomandata» a<br />
<strong>car</strong>rosserie suisse<br />
Dipartimento formazione professionale<br />
Forstackerstrasse 2B<br />
4800 Zofingen<br />
T 062 745 31 93<br />
Importante!<br />
Iscrizioni col timbro oltre il 25 maggio 2<strong>02</strong>0 non possono più essere preso in<br />
considerazione dalla commissione d‘esame!<br />
<strong>car</strong>rosserie Suisse<br />
Per la commissione d‘esame<br />
Il presidente, Martin Rusterholz, Wädenswil<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>041<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_40-41_P94680-1_A 41 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:17
Bildung<br />
Fahrzeugrestaurator<br />
Interessengemeinschaft Fahrzeugrestauratoren Schweiz<br />
Lehrgang auch in der Romandie<br />
Der eidgenössisch anerkannte Lehrgang zum Fahrzeugrestaurator (Fachrichtung Automobiltechnik) soll<br />
bald auch in der Romandie angeboten werden. Das teilt die Interessengemeinschaft Fahrzeugrestauratoren<br />
Schweiz (IgFS) mit.<br />
Engagieren sich für die Weiterbildung in der Romandie (v. l.): Christian Ackermann, Roland<br />
Bandieri, Jean Dionisotti und Jürg Hofer.<br />
Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 setzt<br />
sich die IgFS als Fachverband für Fahrzeugrestauratoren<br />
aller historischen<br />
Fahrzeuge wie Autos, Lastwagen, Motorräder<br />
und Velos ein. Ein wichtiges<br />
Ziel wurde mit der Schaffung des Berufsbildes<br />
«Fahrzeugrestaurator/-in»<br />
erreicht.<br />
Bereits wurde der fünfte berufsbegleitende<br />
Weiterbildungslehrgang der Fachrichtung<br />
«Autotechnik» mit 18 Teilnehmenden<br />
gestartet, wie IgFS-Präsident Christian<br />
Ackermann erklärt. Ebenso wurde die<br />
zweite Prüfung für die Fach rich tung «Carrosseriespengler/-in»<br />
durch geführt. Noch<br />
im Aufbau befindet sich die Fachrichtung<br />
«Carrosserielackierer/-in».<br />
Inzwischen laufen intensive Arbeiten,<br />
um den Lehrgang «Fahrzeugrestaurator»<br />
in der Romandie zu etablieren. Bildungspartner<br />
werden informiert und<br />
Infoveranstaltungen sowohl für interessierte<br />
Betriebe als auch Kursteilnehmer<br />
ausgerichtet. Dabei darf die IgFS auf die<br />
Unterstützung des «Vétéran Car Club<br />
Suisse Romand» zählen. Dessen designierter<br />
Präsident Roland Bandieri engagiert<br />
sich, indem er als IgFS-Vertreter<br />
für die Romandie Betriebe zusammenführt.<br />
Im Aufbau befindet sich ebenso<br />
ein Gönnerclub für die Romandie, der,<br />
wie sein Deutschschweizer Pendant,<br />
Finanzmittel für die Entwicklung und<br />
Durchführung von Ausbildungslehrgängen<br />
beschafft. Der Westschweizer Gönnerverein<br />
wird von Jean Dionisotti (Aigle)<br />
geführt.<br />
Einen Gang höher schaltet die IgFS bei<br />
ihren Bemühungen um den Wissensaustausch<br />
in der Oldtimerszene. Seit 15. März<br />
ist die Börse «Lernwerkstatt» verfügbar.<br />
Das Online-Werkzeug ermöglicht<br />
es allen Mitgliedbetrieben, in einfachen<br />
Schritten Angebote aufzuschalten. Lehrgangsteilnehmende<br />
sollen diese nutzen,<br />
um ihre Praxis zu festigen und sich fit<br />
für die Prüfungen zu machen.<br />
2009 entstand aus der damaligen Fé dération<br />
Suisse des Véhicules Anciens,<br />
heute Swiss Historic Vehicle Federation<br />
(SHVF), heraus die Idee, in der Schweiz<br />
einen Fachverband und ein neues Berufsbild<br />
«Fahrzeugrestauratorin / Fahrzeugrestaurator»<br />
zu schaffen. Laut <strong>car</strong>rosserie<br />
suisse ist allerdigs in den<br />
nächsten Jahren in der Romandie kein<br />
Fahrzeugrestaurator-Lehrgang für die<br />
Fachrichtungen Carrosseriespengler/-in<br />
und Carrosserielackierer/-in geplant. ●<br />
Redaktion: Henrik Petro<br />
An wertvolle Raritäten – wie diese von Hermann Graber <strong>car</strong>rossierten Einzelstücke – sollten nur<br />
ausgebildete Spezialisten Hand anlegen.<br />
42 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_42-42_P94680-1_A 42 20.04.2<strong>02</strong>0 15:20:06
Bildung<br />
Kursübersicht 2<strong>02</strong>0<br />
Kursübersicht 2<strong>02</strong>0<br />
Anmeldungen nehmen wir gerne über unsere Website www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch entgegen.<br />
Die Kurse finden Sie stets aktualisiert unter www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch > Kursangebote.<br />
Technik<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
Hochvolt-Techniker (Carrosserie/Lackierer) – TPK 816 23.04.20 30.04.20 Hunzenschwil AG<br />
ABOL Modul I 24.04.20 11.05.20 – 12.05.20 Wollerau SZ<br />
Klimaanlage (Basis) – TPK 125 08.09.20 15.09.20 Hunzenschwil AG<br />
ABOL Modul II 01.09.20 17.09.20 Wollerau SZ<br />
Fahrassistenzsysteme – TPK 154 22.09.20 29.09.20 Hunzenschwil AG<br />
Diese Kurse stehen auch Personen zur Verfügung, welche nicht die jeweilige Weiterbildung besuchen.<br />
Fachbewilligungen<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 23.06.20 30.06.20 Hunzenschwil AG<br />
Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 18.08.20 25.08.20 Hunzenschwil AG<br />
Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 15.09.20 22.09.20 Hunzenschwil AG<br />
TOP-Ausbildungsbetrieb<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
Einstiegskurs TOP-Ausbildungsbetrieb 07.05.20 12.05.20 Zofingen AG<br />
Dialog im Zentrum 06.05.20 13.05.20 Zofingen AG<br />
Ich bin ein attraktiver Ausbildungsbetrieb 01.06.20 08.06.20 Zofingen AG<br />
Wie schaffe ich gute Rahmenbedingungen? 23.06.20 30.06.20 Zofingen AG<br />
Integration ins Team 11.08.20 18.08.20 Zofingen AG<br />
Lerndokumentation 11.08.20 18.08.20 Zofingen AG<br />
Entdeckendes Lernen 24.08.20 26.08.20 + 24.09.20 Zofingen AG<br />
Wie schaffe ich gute Rahmenbedingungen? 25.08.20 01.09.20 Zofingen AG<br />
Individuelles Ausbildungsprogramm 09.09.20 15.09.20 Zofingen AG<br />
Ich bin ein attraktiver Ausbildungsbetrieb 16.09.20 22.09.20 Zofingen AG<br />
BAZ-Kurse (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Auto- und Zweiradgewerbe)<br />
Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />
Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 06.05.20 Rothenburg LU<br />
ERFA F – 12.05.20 Egerkingen AG<br />
ERFA G – 12.05.20 Egerkingen AG<br />
asa-control 2<strong>02</strong>4 französisch – 19.05.20 Bussigny VD<br />
ERFA F – 20.05.20 Schlieren ZH<br />
ERFA G – 20.05.20 Schlieren ZH<br />
ERFA F – 09.06.20 Bern BE<br />
ERFA G – 09.06.20 Bern BE<br />
asa-control 2<strong>02</strong>5 – 09.06.20 Egerkingen AG<br />
ERFA F – 18.06.20 Inwil LU<br />
ERFA G – 18.06.20 Inwil LU<br />
asa-control 2<strong>02</strong>6 – 22.06.20 St. Gallen SG<br />
Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 24.06.20 Belp BE<br />
Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – <strong>02</strong>.07.20 Schlieren ZH<br />
asa-control 2<strong>02</strong>7 – 07.07.20 Schlieren ZH<br />
asa-control 2<strong>02</strong>8 – 11.08.20 Bern BE<br />
Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 13.08.20 Othmarsingen AG<br />
asa-control 2<strong>02</strong>9 – 18.08.20 Egerkingen AG<br />
asa-control 2030 – 24.08.20 Horw LU<br />
Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 27.08.20 St. Gallen SG<br />
Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – <strong>02</strong>.09.20 Belp BE<br />
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Branchenspezifische Berufsbildnerkurse<br />
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BBK-<strong>car</strong>rosserie suisse 2<strong>02</strong>0-<strong>02</strong> 29.09.2<strong>02</strong>0 06.10.2<strong>02</strong>0 – 14.10.2<strong>02</strong>0 Zofingen AG<br />
BBK-<strong>car</strong>rosserie suisse 2<strong>02</strong>0-03 17.11.2<strong>02</strong>0 24.11.2<strong>02</strong>0 – 09.12.2<strong>02</strong>0 Zürich<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>043<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_43-43_P94680-1_A 43 20.04.2<strong>02</strong>0 15:21:01
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2018 fertiggestellter Neubau von Wohn- und Geschäftshaus.<br />
Carrosserie Diethelm AG<br />
«Wir bürgen mit unserem Namen<br />
für Qualität»<br />
Es ist nicht das erste Mal, dass wir es mit einem Familienbetrieb zu tun haben. Aber bei der Familie<br />
Diethelm kann man mit Fug und Recht davon sprechen. Von sechs Angestellten des Carrosseriebetriebs<br />
in Tuggen sind vier aus der Familie – eine ziemlich einzigartige Konstellation.<br />
Gerade eben sind die Schulen geschlossen<br />
und das öffentliche Leben auf ein<br />
Minimum reduziert worden, als ich in Tuggen<br />
ankomme. Hier in der weiten Linthebene<br />
ist wenig davon zu sehen. Denn im<br />
Eck zwischen den Kantonen Schwyz,<br />
Glarus und St. Gallen herrscht eine friedliche<br />
Idylle. Die Carrosserie Diethelm AG<br />
steht am Rande der grossen Ebene, im<br />
Bezirk March, danach nur Wiesen und der<br />
Blick auf die Glarner Berge. Daran wird<br />
sich auch mit fortschreitender Pandemie<br />
wohl wenig ändern, da schon eine angenehme<br />
Leere vorherrscht.<br />
Vater, Mutter, zwei Söhne und eine<br />
Schwiegertochter im Betrieb<br />
André Diethelm ist schon «ewig», wie er<br />
meint, mit seiner Ehefrau Heidi zusammen,<br />
schon bevor er Carrossier wurde.<br />
Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine<br />
Tochter hervor. Der ältere Sohn, Patrick<br />
Diethelm, ist heute für die Spenglerei und<br />
zusammen mit Vater André für den Kundendienst<br />
zuständig. René Diethelm, der<br />
jüngere der beiden, kümmert sich um die<br />
Lackiererei und Mutter Heidi sorgt für<br />
Administration und Buchhaltung. Sporadisch<br />
ist auch schon Schwiegertochter<br />
Petra, die Ehefrau von René Diethelm, im<br />
Betrieb. Kein Wunder, dass René Diethelm<br />
auf die Frage nach ihrem Alleinstellungsmerkmal<br />
antwortet: «Wir bürgen<br />
schliesslich alle drei mit unserem Namen<br />
für die Qualität unserer Arbeit.» Das ist<br />
vollkommen nachvollziehbar. Und zudem<br />
habe der familiäre Betrieb einen Sympathiebonus.<br />
Ganz ohne Angestellte geht es<br />
dann aber doch nicht. Seit Jahren sind sie<br />
in der Werkstatt zu fünft: drei Diethelms<br />
und zwei Angestellte.<br />
Das Selbständigkeitsgen<br />
vom Vater geerbt<br />
Als André Diethelm seine Lehre abgeschlossen<br />
hatte, fragte ihn sein Vater:<br />
«Willst du ein Leben lang für andere arbeiten<br />
oder für dich?» Das war für ihn die<br />
Initialzündung. So gründete er 1979<br />
schon als 21-Jähriger seine eigene Firma<br />
und zog aus dem Glarnerland nach<br />
Schübelbach. Dort fand er geeignete<br />
Räumlichkeiten, in die er eine Lackierkabine<br />
einbauen konnte. Aller Anfang ist<br />
schwer, aber mit der Zeit schaffte er es,<br />
sich einen Kundenstamm zu erarbeiten.<br />
Zudem half ihm, dass sein damaliger Ver<br />
48 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_48-51_P94680-1_A 48 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:28
Unter der Lupe<br />
Carrosserie Diethelm AG<br />
mieter gleich nebenan Kommunal- und<br />
Pistenfahrzeuge herstellte und ihm immer<br />
wieder Lackieraufträge zuhielt. Nach<br />
einem Jahr kam ein Lackierer hinzu und<br />
ein weiteres Jahr später ein Carrosseriespengler.<br />
1985 fand er dann die Liegenschaft<br />
in Tuggen, ein Wohnhaus mit<br />
grosser Halle, die er erwerben konnte.<br />
Für die Carrosserie-Werkstatt erstellte<br />
er einen Neubau und zog 1986 ein. Die<br />
Halle war schon vor dem Kauf vermietet<br />
und dabei beliess er es vorläufig.<br />
Nach und nach wurde das Geschäft grösser.<br />
2006 übernahm er einen Teil der Halle<br />
und baute eine zweite Lackierkabine<br />
ein. 2012 hatte das Geschäft eine Grösse<br />
erreicht, die die ganze Halle benötigte. Als<br />
sich dann abzeichnete, dass beide Söhne<br />
ins Geschäft einsteigen würden, entschied<br />
er sich für einen kompletten Neubau,<br />
da die Räumlichkeiten veraltet und<br />
wenig praktisch waren. 2018, kurz vor<br />
dem 40-jährigen Jubiläum, war dann der<br />
Neubau bezugsbereit.<br />
Basteln am Suzuki-Jeep statt am Töffli<br />
Dass beide Söhne sich für die Tätigkeit<br />
des Papas begeistern konnten, war relativ<br />
schnell klar. Vor allem der jüngere,<br />
René, hielt sich schon als kleiner Bub viel<br />
und gerne in der Werkstatt auf. Als dann<br />
die Töfflizeit kam, kaufte Vater André einen<br />
alten Suzuki-Jeep, den er mit René<br />
komplett restaurierte. Als dieser dann alt<br />
genug war und mit der grünen Nummer<br />
fahren durfte, unternahm der Jüngling<br />
dann schon mal längere Touren, statt auf<br />
dem Töffli wie alle anderen eben im Jeep.<br />
Vater Diethelm erzählt amüsiert, eines<br />
Tages habe René angerufen und gefragt:<br />
«Du, Papa, ich bin jetzt in Sargans. Wo<br />
muss ich durchfahren?» Die Beziehung<br />
zwischen Vater und Söhnen war immer<br />
gut. Aber auch zwischen den beiden Brüdern<br />
herrschte immer eine enge Verbindung.<br />
Wo der eine die Lehre macht, da<br />
macht sie auch der andere. Und so wird<br />
der Ältere zum Ausbildner des Jüngeren.<br />
Kein Wunder also, dass sie beide ab 2015<br />
auch im Geschäft des Vaters mitmachen<br />
wollen.<br />
Die Gretchenfrage:<br />
Und wer ist jetzt der Chef?<br />
Nun stellt sich schon bei Nachfolgeregelungen<br />
in einfacheren Konstellationen die<br />
Frage nach den Herausforderungen einer<br />
Übergabe. Kann jemand, der ein Vollblutselbständiger<br />
ist, den Betrieb von Grund<br />
auf aufgebaut hat, auch loslassen? Und<br />
wie regelt man die Übergangszeit, wenn<br />
statt eines Nachfolgers gleich zwei zur<br />
Verfügung stehen? Im Gespräch mit den<br />
Dreien wird klar: ganz ohne Probleme.<br />
Offenbar sind die Diethelms seit jeher<br />
eine gut funktionierende Familiengemein<br />
Carrosserie Diethelm AG<br />
Im Porträt<br />
André Diethelm, Gründer und Inhaber<br />
Vater und Mutter Diethelm mit den beiden Söhnen<br />
Die Carrosserie Diethelm AG in Tuggen ist<br />
ein Familienbetrieb, der – 1979 gegründet<br />
– gerade sein vierzigstes Jubiläum in<br />
komplett neu erstellten Wohn- und Geschäftsräumen<br />
feiern konnte. Der Betrieb<br />
wird von Vater Diethelm mit seinen beiden<br />
Söhnen in einer Übergangsphase geführt.<br />
Aktuell gehören noch je ein Spengler und<br />
ein Lackierer zum Team. Die Administration<br />
wird von Heidi Diethelm geführt und<br />
geht nach und nach an Petra Diethelm<br />
über. Neben den klassischen Spenglerund<br />
Lackierarbeiten bietet das Unternehmen<br />
auch Oldtimerrestaurierungen und<br />
Motorradlackierungen an.<br />
Auf Herausforderungen der Zukunft, wie<br />
die beginnende Elektromobilität, wollen<br />
die beiden Söhne proaktiv mit Weiterbildungen<br />
reagieren.<br />
Der Betrieb ist Allianz-Partner. Weitere<br />
Partnerschaften sind in Vorbereitung.<br />
Diethelms Motto: «Lieber weniges gut machen<br />
als vieles halbherzig.»<br />
<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>049<br />
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Unter der Lupe<br />
Carrosserie Diethelm AG<br />
Die nächste Generation: René und Petra<br />
Diethelm mit Nachwuchs.<br />
Ersatzwagen vor der neuen Kundenannahme.<br />
Auch schon fast Teil der Familie: Lackierer<br />
Beluli Shkelzen …<br />
Blick in die Weite der Linthebene und die Glarner Alpen.<br />
… und Spengler Mohammed Ahmad.<br />
schaft ohne Konflikte oder vollkommen<br />
divergierende Charaktere. Auf meine Frage,<br />
wie das denn sei, wenn der Vater<br />
plötzlich auch noch der Chef sei, meint<br />
Patrick: «Wir kennen es nicht anders. Wir<br />
sind so erzogen worden. Und im Geschäft<br />
geht es um die Arbeit.» Worauf Vater<br />
André lachend hinzufügt: «Vater und Chef<br />
gleichzeitig, das war eine Doppelbelastung!»<br />
Heute haben sie sich gut arrangiert.<br />
Der Betrieb ist in eine AG umgewandelt<br />
worden, die beiden Söhne sind<br />
beteiligt. Der Senior kümmert sich um die<br />
Stammkundschaft, zu der er eine langjährige<br />
Beziehung hat. Neukunden gehen<br />
vor allem an Patrick, der sich gerne um<br />
Administratives und den Kundendienst<br />
kümmert. René ist eher der Macher. Wenn<br />
er lackieren könne, mit den Händen arbeiten,<br />
dann sei er glücklich.<br />
Ein geordneter Ausstieg aus den<br />
«Fesseln» der Selbständigkeit<br />
André Diethelm kommt im Gespräch immer<br />
wieder auf die Selbständigkeit zu<br />
sprechen. Vor allem, wenn man neben<br />
der Werkstatt wohne, sei es nicht einfach,<br />
Privat- und Arbeitsleben zu trennen. An<br />
50 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />
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Ein Leckerbissen für einen Spengler.<br />
Da funkeln nicht nur die Augen von Autofans.<br />
Petra Diethelm an ihrem Arbeitsplatz. René Diethelm konzentriert bei seiner Arbeit. Patrick Diethelm übernimmt auch gerne den<br />
Kundendienst.<br />
einem regnerischen Sonntagnachmittag<br />
statt vor dem Fernseher zu sitzen mal<br />
kurz in die Werkstatt zu gehen, sei eben<br />
verführerisch. Früher, als die Kinder noch<br />
klein waren, habe es abends eben dazugehört,<br />
wenn die Kinder im Bett waren,<br />
nochmals an die Arbeit zu gehen. Er wolle<br />
auch gar nicht klagen. Dafür hätte er<br />
Freiheiten und Chancen gehabt, die Angestellte<br />
nicht hätten. Zum Beispiel, immer<br />
um seine Familie herum zu sein. Auch<br />
sein Hobby, das Kartfahren, sei zu einer<br />
Familienangelegenheit geworden. Die<br />
diesbezüglichen Termine in der Agenda<br />
waren unverrückbar. Für ein Rennweekend<br />
Familie und Material in einen Bus<br />
packen und 300 km zu fahren, war für<br />
alle Abenteuer und Erholung, auch wenn<br />
dies andere vielleicht nicht verstehen<br />
können. In den letzten Jahren, die durch<br />
den Neubau geprägt waren, musste er<br />
diesbezüglich ein bisschen kürzer treten.<br />
Aber die Söhne, wie könnte es anders sein<br />
bei Diethelms, führen das Hobby weiter.<br />
Jetzt freuen sich André und Heidi Diethelm<br />
auf einen «geordneten Ausstieg»<br />
aus der Selbständigkeit. Sie möchten<br />
zwar nicht sofort ganz aufhören mit der<br />
Arbeit. Aber sich nach und nach mehr<br />
Freiheiten nehmen, das schon. Einen<br />
Spaziergang unter der Woche, das Motorrad<br />
reaktivieren, ab und an aufs Kart,<br />
das habe jetzt Platz, meint ein sichtlich<br />
entspannter André Diethelm. Mit den<br />
beiden Söhnen und der Schwiegertochter<br />
im Geschäft haben sie ideale Voraussetzungen<br />
geschaffen, um die geliebte<br />
Selbständigkeit nicht ganz aufgeben zu<br />
müssen und schön geordnet in den<br />
wohlverdienten Ruhestand zu segeln.<br />
André Diethelm meint dazu: «Mein Ziel<br />
ist es, dass ich in zwei Jahren, mit 64, in<br />
die Werkstatt kommen und fragen kann,<br />
ob es etwas zu tun gibt.» In 40 Jahren<br />
Selbständigkeit hätte er nie blau machen<br />
können. Das solle sich jetzt ändern. ●<br />
Text und Bilder: Pino Stranieri<br />
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