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car_02_2020

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Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

offizielle Zeitschrift<br />

RWX_Titel_Carrossier_04-2<strong>02</strong>0_def.qxp_Layout Regionalmeisterschaften 1 01.04.20 Fokus 16:21 Coronavirus-Pandemie<br />

Seite 1<br />

Nicht alle Regionen konnten antreten Momentaufnahme aus der Branche<br />

Technik Volvo V60<br />

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Jetzt erst recht!<br />

Schweizer Qualität<br />

RIWAX-Chemie AG | Tannholzstrasse 3 | CH-3052 Zollikofen | office.ch@riwax.com | www.riwax.com<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_1-1_P94680-1_A 1 20.04.2<strong>02</strong>0 15:21:33


In eigener Sache<br />

Umweltschonende<br />

Verpackungsfolie<br />

aus rezyklierten<br />

Altfolien<br />

Unsere Welt ist voll von Plastik.<br />

Kein Wunder, wird das Thema nicht nur hierzulande<br />

intensiv diskutiert. Auch Zeitschriften erreichen die<br />

Leserinnen und Leser in einer schützenden Folie aus<br />

Kunststoff. Obwohl es die ökologischste Lösung wäre,<br />

keine Folie zu verwenden, ist in den meisten Fällen<br />

eine schützende Folierung der Zeitschriften zwingend<br />

(Versandvorschriften der Post).<br />

Galledia hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt,<br />

was man als Dienstleister im Bereich Folierung<br />

optimieren könnte, und nach unbedenklicheren<br />

Materialien gesucht. Deshalb freut es uns, dass Sie<br />

jetzt eine Zeitschrift mit einer umweltschonenden<br />

Eco-Folie erreicht. Die Verpackung besteht zu mindestens<br />

50 Prozent aus rezyklierten Altfolien.<br />

Im Vergleich zu konventionellen Folien verbraucht die<br />

Eco-Folie bereits in der Herstellung weniger fossile<br />

Energieträger und verursacht hierdurch einen geringeren<br />

CO 2<br />

-Ausstoss. Die Eco-Folie der Galledia kann<br />

immer wieder dem Kunststoffkreislauf (z. B. im Gemeindewerkhof)<br />

zugeführt werden. Dadurch werden<br />

weitere Mengen an Plastikabfall reduziert.<br />

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Musse beim<br />

Lesen.<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_2-2_P94680-1_A 2 20.04.2<strong>02</strong>0 15:18:58


RWX_Titel_Carrossier_04-2<strong>02</strong>0_def.qxp_Layout 1 01.04.20 16:21 Seite 1<br />

Inhalt<br />

Themen<br />

2/2<strong>02</strong>0<br />

April 2<strong>02</strong>0<br />

49. Jahrgang<br />

Offizielle Zeitschrift von <strong>car</strong>rosserie suisse<br />

Organe officiel de <strong>car</strong>rosserie suisse<br />

Erscheint 8-mal jährlich<br />

Paraît 8 fois par an<br />

Druckauflage 2500 Ex.<br />

Tirage 2500 ex.<br />

Abonnemente /Abonnements:<br />

Jahresabonnement CHF 72.–<br />

Lehrlinge / Studenten CHF 36.–<br />

Ausland CHF 99.–<br />

Einzelnummer CHF 12.–<br />

Abonnement annuel CHF 72.–<br />

Apprentis / Étudiants CHF 36.–<br />

étranger CHF 99.–<br />

le numéro CHF 12.–<br />

Bestellungen / Commandes:<br />

T 058 344 95 46<br />

F 058 344 97 83<br />

abo.<strong>car</strong>rossier@galledia.ch<br />

Herausgeber /Éditeur responsable:<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse<br />

Forstackerstrasse 2B, 4800 Zofingen<br />

T 062 745 90 80, F 062 745 90 81<br />

info@<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch<br />

www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch<br />

Redaktion / Rédaction:<br />

Galledia Fachmedien AG<br />

Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />

Henrik Petro, Chefredaktor<br />

T 058 344 98 <strong>02</strong><br />

henrik.petro@galledia.ch<br />

Herstellung / Production:<br />

Galledia Print AG, 9230 Flawil<br />

www.galledia.ch<br />

Anzeigenverwaltung und Verlag<br />

Régie des annonces et Édition<br />

Galledia Fachmedien AG<br />

Buckhauserstrasse 24, 8048 Zürich<br />

Fabian Simon, Leitung Medienberatung<br />

T 058 344 98 06<br />

fabian.simon@galledia.ch<br />

Uschi Imhof, Support<br />

T 058 344 98 63<br />

uschi.imhof@galledia.ch<br />

Redaktionsschluss<br />

Bouclage<br />

Nr. 3/2<strong>02</strong>0<br />

<strong>02</strong>. Juni 2<strong>02</strong>0<br />

Inhalt<br />

Editorial<br />

5 Corona beherrscht die Welt<br />

Fokus Coronavirus-Pandemie<br />

6 Blick auf die Zeit danach<br />

8 Homeschooling hat seine Grenzen<br />

10 Die Mitglieder sind gut vorbereitet<br />

Verbandsnachrichten<br />

13 Neuer Vorstand für Weltverband<br />

14 Regionalmeisterschaften 2<strong>02</strong>0<br />

18 Training in der Westschweiz<br />

19 Nachruf Max Naef-Bessire<br />

Technik<br />

20 Hochfester Volvo V60<br />

Reportage<br />

26 Neun neue Five-Star-Partner<br />

28 CSM-Verspiegelungssystem<br />

30 AMAG vereinheitlicht K&L-Betriebe<br />

Rechtshilfe<br />

32 Kündigung während Probezeit<br />

Aktive Branche<br />

33 SATA-Frühlingsaktion<br />

33 VOC-Xtreme- Plus-Klarlack K9600<br />

34 Live-Trainings von Spies Hecker<br />

34 Neues Standox-Packungsdesign<br />

35 Glasurit-Scan2order-App<br />

35 Cromax AM54 Pure Orange<br />

35 RIWAX Desinex<br />

36 Kyburz eRod mit Sea-Glass-Lack<br />

37 Zubehörkatalog von AkzoNobel<br />

Bildung<br />

38 TAB3 für Jugendstätte Burghof<br />

40 Berufsprüfungen Werkstattleiter/-in<br />

42 Fahrzeugrestaurator in der Romandie<br />

43 Kursübersicht 2<strong>02</strong>0<br />

Unter der Lupe<br />

48 Carrosserie Diethelm AG<br />

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<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0 3<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_3-3_P94680-1_A 3 20.04.2<strong>02</strong>0 15:20:57


Schneller ans Ziel –<br />

mit der richtigen Taktik.<br />

Der neue Permasolid ® Speed-TEC Klarlack 8810.<br />

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Der neue Klarlack ist genau richtig, wenn absolute Geschwindigkeit gefordert ist. Bei Verwendung des<br />

kompletten Speed-TEC System lassen sich Prozesszeiten deutlich verkürzen. Eine Standard-Reparatur ist<br />

so in nur 71 Minuten möglich. Das Fahrzeug kann in kürzester Zeit zurückgegeben werden. Kleinreparaturen<br />

als Geschäftsfeld werden so noch lukrativer. Darüber hinaus sparen Sie mit dem Speed-TEC Klarlack 8810<br />

deutlich Energiekosten ein, indem Sie Hi-TEC Basislack und Speed-TEC Klarlack nur noch bei niedrigen<br />

Temperaturen von 40°C oder 20°C trocknen. Dank neuer Axalta-Technologie überzeugt der Speed-TEC<br />

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1<br />

20.04.2<strong>02</strong>0<br />

25-3-2<strong>02</strong>0<br />

15:11:05<br />

11:14:24


Editorial<br />

Thema<br />

Corona beherrscht die Welt –<br />

auch die der Carrossiers<br />

Thomas Rentsch<br />

Termine und Veranstaltungen<br />

25.06.2<strong>02</strong>0<br />

Delegiertenversammlung<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse, Biel<br />

09. – 13.09.2<strong>02</strong>0<br />

SwissSkills, BERNEXPO<br />

16. – 17.10.2<strong>02</strong>0<br />

Branchenevent, Thun-Expo<br />

Unvorstellbar: Millionen von Menschen<br />

sind krank, das öffentliche Leben steht von<br />

heute auf morgen still, Menschen gehen<br />

sich aus dem Weg und die Mehrzahl der<br />

Läden in der Schweiz ist geschlossen.<br />

Sport und Kultur ruhen, sogar die Olympischen<br />

Spiele sind abgesagt.<br />

Die Massnahmen des Bundesrats gegen<br />

das Coronavirus treffen die Wirtschaft<br />

enorm hart. Die Lockerung der Kurzarbeitsrahmenbedingungen<br />

sowie generöse<br />

und unkomplizierte Kredite lindern<br />

zwar für manchen Betrieb die Situation<br />

fürs Erste, sind aber auf die Dauer keine<br />

Lösung. Immerhin haben die Carrossiers<br />

Glück, dass sie als Reparaturwerkstätten<br />

geöffnet bleiben dürfen, wenn die Sicherheitsvorschriften<br />

eingehalten werden.<br />

Allerdings spürt der eine oder andere<br />

Carrosseriebetrieb bereits, dass die Lieferketten<br />

nicht mehr lückenlos funktionieren.<br />

Die Herstellerländer haben die<br />

Produktionen gedrosselt oder gar ganz<br />

eingestellt. Auch die Lieferanten sprechen<br />

von massiven Umsatzeinbrüchen.<br />

Ich möchte den Mitgliedern von <strong>car</strong>rosserie<br />

suisse ein grosses Lob aussprechen,<br />

wie professionell sie mit dieser Situation<br />

umgehen. Innert kürzester Zeit<br />

haben sie ihre Betriebe auf die Sicherheitsvorschriften<br />

angepasst, die Bundeshilfe<br />

gezielt in Anspruch genommen und<br />

auch die Arbeit neu organisiert. Teilweise<br />

wurden nicht dringende Projekte vorangetrieben<br />

und auch strukturelle Arbeiten<br />

erledigt. So hat der eine oder andere Betrieb<br />

Prozesse optimiert, interne Schulungen<br />

gemacht und auch Zeit in die Ausbildung<br />

der Lernenden investiert. Gerade<br />

die Lernenden mussten bis zuletzt um die<br />

Durchführung der diesjährigen Lehrabschlussprüfungen<br />

fürchten. Diese sollen<br />

aber in den Carrosserieberufen mit minimalen<br />

Einschränkungen so durchgeführt<br />

werden, dass eine faire Beurteilung des<br />

Könnens unserer jüngsten Berufsfachkräfte<br />

möglich wird.<br />

Bei Redaktionsschluss dieser «<strong>car</strong>rossier»-Ausgabe<br />

wurde eine erste, langsame<br />

Lockerung des Lockdowns angekündigt.<br />

Allerdings ist beim Herauffahren der<br />

Wirtschaft Vorsicht geboten: Die vom<br />

Bund gewährten Kredite sind voraussichtlich<br />

nur im ersten Jahr zu 0% zu verzinsen.<br />

Entsprechend ist es sinnvoll, diese möglichst<br />

bald zurückzubezahlen und die<br />

Kurzarbeit schrittweise aufzuheben, um<br />

eine möglichst optimale Personalauslastung<br />

zu erzielen. Wer kann, sollte ab August<br />

unbedingt wieder neue Lernende<br />

ausbilden, damit der Fachkräftenachwuchs,<br />

welcher eh schon knapp ist, gesichert<br />

wird.<br />

Da aufgrund der Einbussen der Wirtschaft<br />

nun eine grössere Rezession zu<br />

befürchten ist, wird uns das Thema Corona<br />

noch länger beschäftigen. Investitionen<br />

und Ausgaben müssen gut geplant<br />

werden. Wie Felix Wyss in diesem<br />

Heft anspricht, wird die Aufarbeitung<br />

der Coronakrise noch einige Zeit in Anspruch<br />

nehmen und wir werden wohl<br />

erst in ein paar Jahren wissen, ob die<br />

Massnahmen sinnvoll und gerechtfertigt<br />

waren.<br />

Der Fokus von <strong>car</strong>rosserie suisse liegt aktuell<br />

darauf, die Mitglieder möglichst gut<br />

mit Informationen zu versorgen. Unser<br />

Rechtsdienst ist täglich für sie da. Um den<br />

Unternehmen etwas Luft zu verschaffen,<br />

wurde das Inkasso der Mitgliederbeiträge<br />

um zwei Monate hinausgeschoben. Deshalb<br />

und weil auch die Events vom Herbst<br />

nicht mit Sicherheit durchgeführt werden<br />

können, hat der Verband ebenfalls Kurzarbeit<br />

angemeldet.<br />

Stehen wir zusammen, kämpfen für unsere<br />

Gesundheit, aber auch für unsere Errungenschaften,<br />

die wir uns über Jahrzehnte<br />

erarbeitet haben!<br />

Ich wünsche allen Lesern gute Gesundheit,<br />

viel Kraft bei der Überwindung der<br />

Herausforderungen und eine geschickte<br />

Hand! Gemeinsam schaffen wir den Weg<br />

zurück zur Normalität!<br />

Thomas Rentsch<br />

Geschäftsführer<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>05<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_5-5_P94680-1_A 5 20.04.2<strong>02</strong>0 15:19:48


Fokus<br />

Coronavirus-Krise<br />

Smart Restart<br />

Der Blick auf die Zeit danach<br />

Das Coronavirus hat die Schweiz fest im Griff. An manchen Orten wird die Geduld langsam knapp, zunehmend<br />

werden Exit-Strategien gefordert oder sogar entwickelt. Doch eine Lockerung der Massnahmen ist<br />

nur realistisch, wenn die Vorgaben des BAG weiterhin konsequent umgesetzt werden.<br />

Am 6. April veröffentlichte der Schweizerische<br />

Gewerbeverband (sgv) ein Positionspapier,<br />

mit dem er einen «Smart Restart»<br />

verlangt. Für die Zeit nach dem<br />

26. April (am 8. April verlängerte der<br />

Bundesrat den «Lockdown light» um eine<br />

weitere Woche) fordert der sgv eine<br />

gezielte Öffnung von einzelnen Wirtschaftszweigen<br />

sowie die Lockerung von<br />

Vorschriften und Verboten unter Einhaltung<br />

der Gesundheitsempfehlungen des<br />

Bundes. Der «Smart Restart» sei eine<br />

Chance für die Schweiz, einen ersten<br />

Schritt zurück in Richtung der Normalisierung<br />

zu machen. So könnten die ökonomischen<br />

und menschlichen Gefahren<br />

der ausserordentlichen Lage vermindert<br />

werden. Namentlich verlangt der sgv,<br />

dass Branchen mit verstärktem Kundenkontakt<br />

selber geeignete Massnahmen<br />

aufzeigen können, welche es ihnen ermöglichen,<br />

den Gesundheitsschutz der<br />

Kundinnen und Kunden sowie der Mitarbeitenden<br />

einhalten zu können.<br />

Orientierungshilfe für die Mitglieder<br />

Die verschärfte Situation veranlasste<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse schon früh, ihre<br />

Mitglieder auf die zu erwartende wirtschaftlich<br />

und betrieblich schwierige Entwicklung<br />

hinzuweisen und auf deren<br />

Auswirkung zu sensibilisieren. Die «Orientierungshilfe<br />

für Mitglieder» ist zusammen<br />

mit anderen Informationen auf der<br />

Verbandswebseite in einem Dossier zusammengefasst<br />

und abrufbar (siehe<br />

Links am Artikelende). Dazu gehören das<br />

Merkblatt des sgv «Rechtlicher Umgang<br />

mit möglichen Folgen des Coronavirus»,<br />

«Verordnung des Bundes zur Gewährung<br />

von Krediten» und «Verordnung des Bundes<br />

über den Rechtsstillstand». In der<br />

Orientierungshilfe empfiehlt der Verband,<br />

folgende Checkliste über zu treffende<br />

Massnahmen durchzugehen:<br />

1. Wirtschaftliche Massnahmen<br />

››<br />

Informationen betreffend Kurzarbeit<br />

bei der jeweiligen kantonalen Stelle<br />

einholen<br />

››<br />

Informationen bei der Hausbank für allfälligen<br />

Überbrückungskredit einholen<br />

››<br />

Überprüfung der Verfügbarkeit und<br />

Lieferbarkeit von Ersatzteilen aus der<br />

Schweiz vor der Auftragsannahme<br />

››<br />

Ausgaben auf das Nötigste reduzieren,<br />

um die Liquidität zu schonen<br />

2. Betriebliche Massnahmen<br />

››<br />

Keine Überzeiten mehr, Abbau von aufgelaufenen<br />

Überzeiten, Ferienbezüge<br />

››<br />

Kurzarbeit rechtzeitig planen und beantragen<br />

››<br />

Beschränkung der persönlichen Aussenkontakte<br />

(z.B. keine Besuche mehr<br />

von Aussendienstmitarbeitern, wo<br />

möglich nur noch telefonischer oder<br />

schriftlicher Kundenkontakt usw.)<br />

››<br />

Schadensbegutachtungen mit den<br />

Schadenexperten nur noch im Freien<br />

››<br />

Prüfen von Gruppenrotationen im Kundendienst<br />

(z.B. Teams in zwei Gruppen<br />

aufteilen und im Zwei- bis Dreitagesrhythmus<br />

auswechseln)<br />

Felix Wyss, Zentralpräsident <strong>car</strong>rosserie suisse, fordert nach der Krise eine wirtschaftspolitische<br />

Aufarbeitung.<br />

3. Verhalten im Umgang mit Kunden<br />

››<br />

Zum Schutz der Mitarbeitenden Kunden<br />

und Besucher nur noch in speziell bezeichneten<br />

Zonen empfangen und beraten.<br />

Kein Zutritt mehr in die Werkstatt<br />

››<br />

Fahrzeugannahme, Schadensbegutachtungen,<br />

Offertstellungen sowie<br />

Kontakte mit Versicherungen digital<br />

abwickeln<br />

6 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_6-7_P94680-1_A 6 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:42


››<br />

Fahrzeugschlüssel, Armaturenbrett,<br />

Lenkrad, Schalthebel usw. vor Arbeitsbeginn<br />

bzw. Übernahme desinfizieren;<br />

das Gleiche bei Fahrzeugrückgabe an<br />

den Kunden<br />

››<br />

Den empfohlenen Abstand von 2 Metern<br />

mit Klebeband markieren<br />

››<br />

Regelmässiges Händewaschen<br />

››<br />

Nach dem Händewaschen nur noch<br />

Haushaltspapier oder Reinigungspapierrollen<br />

verwenden<br />

››<br />

Gestaffelte Mittagspausen<br />

››<br />

Die Mitarbeitenden sensibilisieren, ihr<br />

Freizeitverhalten der ernsten Situation<br />

anzupassen und bis auf Weiteres auf<br />

Auslandaufenthalte zu verzichten<br />

››<br />

Weisungen des Bundesamtes für Gesundheit<br />

zum Schutz vor dem Coronavirus<br />

berücksichtigen<br />

Die kompletten BAG-Tipps zum Umgang<br />

mit Kunden sind im Corona-Dossier auf<br />

der Verbandsseite zu finden (Link am<br />

Artikelende).<br />

Wichtige Infos zur Kurzarbeit<br />

Viele, wenn nicht die meisten Mitglieder,<br />

haben bereits vorsorglich Kurzarbeit beantragt,<br />

wenn auch bei Redaktionsschluss<br />

erst wenige bereits aktiv davon<br />

Gebrauch machten. Die Rechtsberatung<br />

des Verbandes, die Walder Haas Berner<br />

AG in Zofingen, hat ein Merkblatt zum<br />

Thema verfasst, das auch auf der Webseite<br />

von <strong>car</strong>rosserie suisse zur Verfügung<br />

steht. Es soll als Hilfestellung<br />

im Zusammenhang mit einer allfälligen<br />

Anmeldung von Kurzarbeit und der nachfolgenden<br />

Anspruchstellung der Kurzarbeitsentschädigung<br />

dienen und insbesondere<br />

über die jeweils zuständige<br />

kantonale Amtsstelle Auskunft geben.<br />

Seit dem 8. April müssen Zusatzverdienste<br />

nicht mehr beim eigentlichen Arbeitgeber<br />

gemeldet werden. Erhält man also<br />

Kurzarbeitsentschädigung, darf man zusätzlich<br />

noch einem Nebenerwerb nachgehen.<br />

Dies soll jene Bereiche entlasten,<br />

die unter akutem Personalmangel leiden,<br />

also zum Beispiel die Logistikbranche.<br />

«Es wird Nachwehen geben»<br />

Auf die Lange der Carrosseriebetriebe<br />

angesprochen, meint <strong>car</strong>rosserie-suisse-<br />

Zentralpräsident Felix Wyss: «Es ist für<br />

alle eine ausserordentliche Lage. Wir<br />

Unternehmer müssen nun Antworten auf<br />

Fragen finden, welche sich uns in den<br />

Michael Oesch von <strong>car</strong>rosserie suisse Zürich: «Grundsätzlich setzen die Betriebe die BAG-Empfehlungen<br />

gut um, wie etwa die Distanzregelung.»<br />

letzten 40 Jahren nie gestellt haben. Die<br />

Auswirkungen der Corona-Pandemie<br />

sind mitunter surreal und der Lockdown<br />

hat für die Carrosseriebranche und das<br />

gesamte Gewerbe drastische Folgen. Ich<br />

bin froh, dass wir als Verband die Lage<br />

früh erkannt und schnell Richtlinien und<br />

Verhaltenstipps für unsere Mitglieder<br />

herausgegeben haben.»<br />

Für Wyss ist aber heute schon klar, dass<br />

es nach der Krise eine politische Aufarbeitung<br />

geben muss. «Etwas vom Wichtigsten<br />

ist für mich, dass das Ende der<br />

Corona-Krise der Start der Corona-Nacharbeit<br />

sein wird», so der Zentralpräsident.<br />

«Das Risiko, welches wir Unternehmer in<br />

dieser ausserordentlichen Situation zusätzlich<br />

tragen müssen, kann nun nicht<br />

durch höhere Stundenansätze kompensiert<br />

respektive der finanzielle Schaden<br />

damit auf die Kunden überwälzt werden.<br />

Verwaltungsangestellte und Beamte<br />

müssen sich ja keine Gedanken darüber<br />

machen, dass sie gefährdet sind, ihnen<br />

droht auch kaum Kurzarbeit, aber wir<br />

Unternehmer tragen eine grosse Last,<br />

müssen Kurzarbeit einführen und/oder<br />

Kredite aufnehmen, um die Krise so gut<br />

wie möglich zu stemmen. Ich werde mich<br />

dafür einsetzen, dass diese Auswirkungen,<br />

welche wir in dieser Krisensituation<br />

erleben, besprochen und analysiert werden,<br />

damit wir das nächste Mal besser<br />

vorbereitet sind.»<br />

Ruhe in den Sektionen<br />

Doch bis es so weit ist, gilt es wie schon<br />

seit Wochen, «die Kurve zu glätten», das<br />

heisst, Kontakt zu vermeiden wo möglich.<br />

«Deshalb machen wir die GV schriftlich»,<br />

erklärt Hans Aeschbacher, Präsident <strong>car</strong>rosserie<br />

suisse Bern Mittelland. «Daher<br />

ist es auch schwierig, die Stimmung unter<br />

den Mitgliedern einzuschätzen. Noch ist<br />

Arbeit da, aber es ist auch allen bewusst,<br />

dass die Auftragslage abnehmen wird.<br />

Und für die Qualifikationsverfahren suchen<br />

wir auch noch nach Lösungen.»<br />

Seine Botschaft an die Mitglieder: «Einfach<br />

dranbleiben und kreative Lösungen<br />

suchen – nicht aufgeben, stattdessen den<br />

Kundenkontakt pflegen, vielleicht auch<br />

mehr per Telefon und E-Mail – und nicht<br />

aufhören, Werbung zu machen!»<br />

Ähnliches berichtet auch Michael Oesch,<br />

Präsident von <strong>car</strong>rosserie suisse Zürich:<br />

«Wir informieren zurzeit hauptsächlich<br />

über das Sekretariat und empfehlen<br />

wichtige Infokanäle wie den KMU Verband<br />

Kanton Zürich oder das Corona-<br />

Dossier auf der Webseite von <strong>car</strong>rosserie<br />

suisse (Links am Artikelende). Weil es<br />

keine Versammlungen und keine GV gibt,<br />

hat man untereinander nun wenig Kontakt<br />

und wenn, dann vor allem mit Betrieben<br />

oder Unternehmern, mit denen ich<br />

auch sonst immer einen regen Austausch<br />

pflege. Wenn es also Betriebe gibt, die<br />

Informationen benötigen, sollen sie sich<br />

mit uns in Verbindung setzen. Meine Botschaft<br />

an die Mitglieder: Bleibt gesund,<br />

lasst euch durch die Medien nicht verrückt<br />

machen und setzt die Empfehlungen<br />

des BAG um. Dann sollte es hoffentlich<br />

irgendwann vorbei sein.»<br />

Wichtige Links:<br />

www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch/de/<br />

corona-dossier<br />

www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch/de/news/<br />

update-coronavirus<br />

www.bag-coronavirus.ch<br />

www.sgv-usam.ch<br />

www.kgv.ch/node/3758<br />

●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bilder: Archiv<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>07<br />

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Fokus<br />

Coronavirus-Pandemie<br />

Situation bei den Lernenden<br />

Homeschooling hat seine Grenzen<br />

Bei Berufsschulen, die Handwerksberufe mit hohem Praxisanteil unterrichten, stösst der Fernunterricht<br />

an Grenzen. Vor allem, wenn es um Prüfungen geht. Tatsächlich stehen die Qualifikationsverfahren vor<br />

der Tür. Knackpunkt hier sind vor allem die praktischen Prüfungen. Ende April soll es Klarheit geben.<br />

Rund 70 000 Lernende müssten<br />

schweizweit bis im Sommer ihre Abschlussprüfung<br />

machen. Bund, Kantone<br />

und Wirtschaft einigten sich im März darauf,<br />

dass sie stattfinden sollen. Das<br />

grösste Problem dürfte der praktische<br />

Teil werden, weil viele Lehrbetriebe<br />

schliessen mussten. Ähnlich problematisch<br />

gestaltet sich die Lehrstellensuche.<br />

Wegen des Lockdowns sind viele<br />

Schnupperlehren gestrichen worden. Als<br />

mögliche Lösung wird erwogen, die Vergabe<br />

der Lehrstellen auf den Herbst zu<br />

verschieben.<br />

Homeschooling läuft gut<br />

Beim Verband <strong>car</strong>rosserie suisse hat<br />

diesbezüglich Bettina Brändle, Projektverantwortliche<br />

Grundbildung, gerade<br />

alle Hände voll zu tun: «Homeschooling,<br />

also der Fernunterricht zu Hause, läuft<br />

sehr gut. Uns beschäftigen im Moment<br />

die Qualifikationsverfahren, denn die<br />

Lehrabschlüsse stehen kurz bevor.» Inzwischen<br />

hat zwar eine breit abgestützte<br />

Arbeitsgruppe die schweizweit abgestimmte<br />

Durchführung der Lehrabschlussprüfungen<br />

erarbeitet. Die entsprechenden<br />

Dokumente wurden am 9.<br />

April am Spitzentreffen der Berufsbildung<br />

gutgeheissen. Während die praktischen<br />

LAP-Prüfungen also trotz Corona<br />

stattfinden, entfallen die schulischen<br />

Abschlussprüfungen. Sie werden auch<br />

nicht nachgeholt. Die Lehrabschlussnote<br />

ergibt sich aus den bestehenden Erfahrungsnoten<br />

der gesamten Lehrzeit. Die<br />

Noten vom aktuellen Semester werden<br />

dabei nicht berücksichtigt. Damit soll verhindert<br />

werden, dass Jugendliche mit<br />

einem Lehrabschluss mit negativem «Krisenstempel»<br />

in das Berufsleben einsteigen<br />

müssen. Doch allein mit diesem Entscheid<br />

ist es laut Brändle noch nicht<br />

getan: «Bis zum 17. April muss <strong>car</strong>rosserie<br />

suisse den Antrag für die VPA (Vorgegebene<br />

Praktische Arbeit) einreichen, die<br />

dann von dieser Arbeitsgruppe geprüft<br />

wird. Erst dann erhalten wir den definitiven<br />

Bescheid, ob wir unsere praktische<br />

Prüfung so durchführen dürfen, wie wir<br />

sie eingereicht haben.»<br />

Homeschooling – Top oder Flop?<br />

Das sagen Lernende der BBZB Luzern:<br />

«Da wir mit Microsoft Teams arbeiten, sind<br />

für jeden Schüler die Arbeitsaufträge immer<br />

schnell ersichtlich. Jedoch fehlen einem die<br />

sozialen Kontakte zu den Schulkollegen.»<br />

Michel Nöthiger, FS 16 B<br />

«Unsere Lehrer machen es sehr gut, ich denke<br />

nicht, dass bei allen Lernenden in dieser<br />

Situation ein solcher Unterricht stattfindet.<br />

Vom Unterrichtsstoff her habe ich nicht das<br />

Gefühl, dass wir viel verpassen. Man hat eine<br />

grössere Selbstverantwortung und muss sich<br />

besser organisieren. Ich freue mich jedoch,<br />

wieder nach Luzern in die Schule zu gehen.»<br />

Noel Fuchs, FS 19 B<br />

«Von meiner Sicht aus funktioniert es gut<br />

und ich komme gut zurecht. Es ist einfach<br />

und verständlich aufgebaut. Der Unterrichtsstoff<br />

ist angepasst, damit man zu Hause<br />

die Arbeitsaufträge selbstständig abarbeiten<br />

kann.»<br />

Jakob Aron, FS 18 B<br />

Mehr Aufwand für Berufsschullehrer<br />

Peter Bucheli ist Leiter Fachbereich Fahrzeugbau<br />

& Strassentransport am BBZB<br />

Luzern und somit verantwortlich für alle<br />

Lernenden der Carrosserieberufe in der<br />

Zentralschweiz: «Wir sind mit Office365<br />

unterwegs und nutzen Microsoft Teams<br />

und OneNote als Austauschplattformen.<br />

Wir arbeiten über Videokonferenz und mit<br />

der mobilen Webcam kann man kleine<br />

Versuche zeigen oder was an der Wandtafel<br />

passiert. Unsere Unterrichtsgestaltung<br />

ist zu mehr als 80 Prozent normal.<br />

Allerdings kommt man weniger schnell<br />

vorwärts, man muss mehr Dinge anschauen,<br />

korrigieren, und wenn man als<br />

Lehrperson alle bei der Stange halten,<br />

will, ist man sieben Tage die Woche unterwegs.<br />

Homeschooling hat seine Grenzen.<br />

Zum Beispiel ‹Umformen› muss ich<br />

im Labor zeigen, das ist jetzt nicht so effizient.»<br />

Immerhin mussten sich die Schüler<br />

nicht zunächst mit der IT-Infrastruktur<br />

auseinandersetzen, wie Bucheli erklärt:<br />

«Heute setzt man eine IT-Infrastruktur zu<br />

Hause voraus, wir haben schon vorher<br />

mit Microsoft Teams gearbeitet, jetzt einfach<br />

ausschliesslich.»<br />

Noten erfahrungsgemäss zuverlässig<br />

Dass man an den diesjährigen QV auf die<br />

schriftlichen Prüfungen verzichtet, dem<br />

sieht Bucheli gelassen entgegen: «Ich<br />

bin schon 30 Jahre im Geschäft, vergleiche<br />

seither verschiedene Noten und<br />

stelle fest, dass sie alle sehr ausgeglichen<br />

sind. Wenn man die QV mit der<br />

«Ich finde, dass die ganze Lehrerschaft da in<br />

sehr kurzer Zeit etwas sehr Grosses auf die<br />

Beine gestellt hat, und dies mit einem Programm,<br />

welches vorher noch niemand richtig<br />

kannte. Der Unterricht selbst ist nahezu<br />

wie in der Schule selbst.»<br />

Silvan Bruni, FS 17 B<br />

«Es funktioniert super mit dem Teams. Der<br />

Unterricht läuft weiter wie vorher. Die Lehrer<br />

haben sich gut vorbereitet und bereiten sich<br />

auch auf jeden neuen Tag gut vor.»<br />

Simon Rusch, FS 17 B<br />

«Ich denke, das Homeschooling hat überrachschend<br />

gut funktioniert, wenn man bedenkt,<br />

wie kurzfristig es eingerichtet wurde. Das<br />

Teams als Lehrprogramm hat mich überzeugt.<br />

Es ist mit einer kurzen Einführung einfach zu<br />

handhaben und kommt dem normalen Unterricht<br />

sehr nahe. Dennoch bin ich froh, wenn<br />

der Unterricht wieder normal stattfindet.»<br />

Marc Schulthess, FS 17 B<br />

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Rubrik Fokus<br />

Coronavirus-Pandemie Thema<br />

Berufsschullehrer und Leiter Fachbereich<br />

Fahrzeugbau & Strassentransport Peter<br />

Bucheli in seiner «Homeschooling-Schaltzentrale»:<br />

So unterrichtet man heute.<br />

Erfahrungsnote macht, so stimmt das<br />

für mich auch, denn die unterscheidet<br />

sich erfahrungsgemäss nur wenig vom<br />

Prüfungsresultat. Bei der praktischen<br />

Prüfung hingegen muss man schon<br />

schauen, dass man die im ÜK-Zentrum<br />

durchführen kann, wie es der Verband<br />

eigentlich vorschreibt.»<br />

Das Bild des leeren Schulzimmers wird wohl<br />

bis Ende des Schuljahres Gültigkeit haben.<br />

Doch dank moderner Technik bleibt der<br />

Unterricht gewährleistet.<br />

Auf die Frage, welche Auswirkungen diese<br />

Krise auf die Psyche der jungen Menschen<br />

habe, meint Bucheli: «Ich gehe<br />

davon aus, dass wir die Lernenden vielleicht<br />

bis Ende des Schuljahres nicht<br />

mehr sehen, manche Betriebe haben<br />

auch Kurzarbeit angemeldet. Aber wenn<br />

ich mit Lernenden in Kontakt bin, ist die<br />

Auf Experimente will und muss Bucheli nicht<br />

verzichten. So lassen sich physikalische<br />

Grössen, wie etwa hier der Reibungskoeffizient,<br />

besser verdeutlichen.<br />

Stimmung recht gut. Es gibt sogar positive<br />

Erfahrungen. So schätzen viele die<br />

Ruhe zu Hause zum Lernen. Es kommt<br />

nun einfach drauf an, wie uns der Ausstieg<br />

aus der Krise zurück in den Alltag<br />

gelingt.»<br />

●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bild: Irene Schneider<br />

DIE ZUKUNFT<br />

BEGINNT BEI SATA MIT EINEM<br />

STRAHLFORMEN<br />

Bisher: Beispiele Strahlformen<br />

Die revolutionäre<br />

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Das Dream-Team: In Pistole und Düsensatz neu<br />

konzipierte und perfekt synchronisierte Luftleitgeometrie<br />

für eine perfek-te Materialverteilung, optimierte<br />

Zerstäubung und präzise Strahlform. Und all das mit<br />

Materialersparnis, butterweicher und<br />

geräuschreduzierter Applikation.<br />

Zwei Strahlgeometrien sind pro Düsengröße verfügbar<br />

und erlauben wahlweise mehr Kontrolle oder<br />

Geschwindigkeit, Anpassung des Düsensatzes an<br />

Temperatur und Luftfeuchtigkeit. tigkeit.<br />

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Vertrieb durch:<br />

Akzo Nobel Car Refinishes AG,<br />

8344 Bäretswil<br />

AMAG Import AG, 8107 Buchs ZH<br />

André Koch AG, 89<strong>02</strong> Urdorf<br />

Axalta Coating Systems GmbH, Cromax © ,<br />

8424 Embrach<br />

Belfa AG, 8152 Glattbrugg<br />

Glas Trösch AG / Carbesa, 47<strong>02</strong> Oensingen<br />

CH Coatings AG, 4133 Pratteln<br />

ESA-Einkaufsorganisation, 3401 Burgdorf<br />

Hänni Autoteile GmbH, 3322 Schönbühl<br />

R-M Autoreparaturlacke, 8808 Pfäffikon SZ<br />

SATA Düsenfinder App<br />

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<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0 9<br />

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<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_8-9_P94680-1_A 9 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:37


Fokus<br />

Coronavirus-Pandemie<br />

Umfrage unter Mitgliedern<br />

Die Betriebe sind gut vorbereitet<br />

Die Empfehlungen des BAG werden gut bis sehr gut umgesetzt, die Auftragslage ist deutlich zurückgegangen,<br />

aber noch vorhanden, Marketingaktivitäten haben dafür zugenommen, Kurzarbeit ist angemeldet<br />

und wird teilweise bereits in Anspruch genommen, trotzdem ist kaum Resignation zu spüren – dies das<br />

Fazit einer (nicht repräsentativen) Umfrage unter diversen <strong>car</strong>rosserie-suisse-Mitgliedsbetrieben.<br />

Vorbildlich: Die Carrosserie Sutter in Hasle b.<br />

Burgdorf lässt keinen Interpretationsspielraum<br />

bei den Hinweisen direkt neben dem<br />

Desinfektionsmittelspender.<br />

Bei der Carrosseriewerke AG in Nidau ist der Zutritt ins Büro für die Kunden gesperrt. Ein Tisch<br />

mit Desinfektionsmitteln dient als Unterlage zum Unterschreiben der Verträge.<br />

Bei Erscheinen dieser Ausgabe ist es<br />

bereits über einen Monat her, seit der<br />

Bundesrat am 13. März 2<strong>02</strong>0 die ersten<br />

grossen Massnahmen zur Bewältigung<br />

der Coronavirus-Pandemie verkündet<br />

und später verschärft hat. Die Carrosseriebranche<br />

scheint in dieser Krise mit<br />

einem blauen Auge davonzukommen –<br />

zumindest Stand Mitte April. Die Massnahmen,<br />

namentlich sozialer Abstand<br />

und Desinfektion, können gut umgesetzt<br />

werden und ermöglichen es, den Betrieb<br />

auch mit aufs Minimum reduziertem<br />

Kundenkontakt aufrechtzuerhalten. Die<br />

meisten Unternehmen sind auch Eigentümer<br />

der Immobilie, was schon eine<br />

grosse Erleichterung darstellt, und gut<br />

geführte Betriebe verfügen über Reserven,<br />

die jetzt Gold wert sind.<br />

Carrosserie Feller AG, Thun<br />

Sascha Feller: «Es ist ruhig geworden,<br />

aber zum Glück dürfen wir noch arbeiten<br />

und die Kunden zufriedenstellen. Die<br />

Stimmung im Betrieb ist recht positiv<br />

und gelassen. Dies hat natürlich auch<br />

damit zu tun, dass bei uns (noch) kein<br />

Stillstand herrscht. Die Mitarbeiter haben<br />

natürlich alle intern eine Schulung<br />

zum Verhalten im Betrieb gemäss Vorschriften<br />

des BAG erhalten. Ebenfalls<br />

wurden sie angewiesen, die Kunden auf<br />

Distanz zu begrüssen und jeglichen<br />

physischen Kontakt zu unterlassen. Im<br />

Eingangsbereich haben wir eine Stoppzone<br />

eingerichtet, damit die Kunden dort<br />

stehen bleiben und nicht in die Werkstatt<br />

hineingehen. Die angenommenen<br />

Kundenfahrzeuge werden im Innenraum<br />

desinfiziert, um unsere Mitarbeiter zu<br />

schützen. Wir haben unsere Kundschaft<br />

via Homepage und Social- Media-Kanäle<br />

informiert, dass wir geöffnet haben.<br />

Die Aufträge sind merklich zurückgegangen.<br />

Vor der Krise waren wir meistens auf<br />

drei Wochen hinaus ausgebucht. Nun<br />

nehmen wir die Aufträge von Woche zu<br />

Woche an. Die Kunden verschieben zum<br />

Teil auch kurzfristig die Reparaturtermi-<br />

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Rubrik Fokus<br />

Thema<br />

Coronavirus-Pandemie<br />

ne, da bei ihnen die Situation ja nicht anders<br />

ist als bei uns.<br />

Wir haben Kurzarbeit beantragt und das<br />

Arbeitspensum bereits um 50 Prozent<br />

heruntergefahren. Team 1 arbeitet von<br />

Montag bis Mittwochmittag, Team 2 von<br />

Mittwochmittag bis Freitag. Wir haben<br />

ein sehr cooles Team, das sich selber<br />

motiviert und auch den Humor nicht<br />

verliert, was meiner Meinung nach sehr<br />

wichtig ist. Ich als Chef trage natürlich<br />

meinen Optimismus mit in die Werkstatt,<br />

damit meine Leute spüren, dass Rückendeckung<br />

da ist und wir alle alles<br />

geben, damit die Sache weiterläuft. Das<br />

Wichtigste ist die ehrliche Informationsweitergabe<br />

an die Mitarbeiter, damit<br />

sie wissen, wo der Betrieb steht und<br />

welche neuen Vorschriften erlassen<br />

wurden.<br />

Ich bin jemand, der in die Zukunft schaut.<br />

Da wir ein solider Betrieb sind, bin ich guter<br />

Dinge. Der Erhalt des Betriebes und<br />

die Sicherstellung der Arbeitsplätze sind<br />

meine Motivation.»<br />

Carrosserie Sutter, Hasle b. Burgdorf<br />

André Sutter: «Trotz der momentanen<br />

Situation ist die Stimmung im Betrieb<br />

noch immer ziemlich gut, da zur Zeit<br />

glücklicherweise noch genügend Arbeit<br />

vorhanden ist. Wir haben früh die Plakate<br />

des BAG aufgehängt und mehrere Desinfektionsspender<br />

mit Hinweisschild<br />

montiert. Die Angestellten wurden genau<br />

instruiert. Zur Flächendesinfektion haben<br />

wir Desinfek tionsmittel organisiert.<br />

Den empfohlenen Abstand einzuhalten<br />

ist in meinem Betrieb kein Problem, da<br />

genügend Betriebsfläche vorhanden ist.<br />

Bei den Kunden gilt es, ebenfalls Abstand<br />

einzuhalten und so viel wie möglich telefonisch<br />

erledigen. Heute (Mitte April)<br />

sieht der Auftragsbestand nicht so<br />

schlecht aus, vielleicht ein wenig kurzfristigere<br />

Aufträge als vorher. Vielleicht<br />

spielt beim Auftragsbestand auch die<br />

Region mit. Bei den Lieferanten spüren<br />

wir etwas längere Lieferfristen. Reparaturtermine<br />

können im Grossen und Ganzen<br />

aber eingehalten werden. Eine Krise<br />

kann uns auch zum Umdenken zwingen,<br />

nämlich reparieren statt ersetzen!<br />

In den zwei ersten Wochen der Corona-<br />

Krise hat ein Teil meiner Mitarbeiter abwechslungsweise<br />

Überzeit kompensiert.<br />

Für eine Prognose betreffend Kurzarbeit<br />

ist es noch zu früh, wir haben jedoch vorsorglich<br />

die Voranmeldung für Kurzarbeit<br />

eingereicht und nehmen vorerst<br />

einfach einen Tag um den anderen. Ich<br />

motiviere meine Mitarbeiter, im privaten<br />

wie auch im beruflichen Bereich die<br />

Massnahmen des BAG zu befolgen und<br />

den Mut nicht zu verlieren. Der Gedankenaustausch<br />

zwischen Arbeitskollegen<br />

und Arbeitgeber erleichtert vielleicht die<br />

Situation. Was die Auftragslage betrifft,<br />

so darf man sich zum heutigen Zeitpunkt<br />

nicht zu viele Gedanken machen, sonst<br />

macht man es sich nur noch viel schwerer.<br />

Wir nehmen einfach vorweg und<br />

hoffen, dass das Schlimmste nicht eintreffen<br />

wird. Ich versuche, jeden Tag positiv<br />

zu starten, und hoffe, dass alle meine<br />

Mitarbeiter, Angehörigen, Kundinnen,<br />

Kunden sowie die ganze Bevölkerung die<br />

Corona-Krise gut überstehen werden<br />

und den Mut nicht verlieren, denn bis zur<br />

Normalität könnte es noch einige Zeit<br />

dauern.»<br />

Greco Carrosserie + Autospritzwerk AG,<br />

Sirnach<br />

Francesco Greco: «Wir haben unseren<br />

Hol- und Bringservice erweitert, es gibt<br />

aber nach wie vor Kunden, die möchten<br />

selbst kommen. Auch das handhaben wir<br />

kontaktlos. Eine Pilone mit Tafel vor dem<br />

Eingang weist die Kunden darauf hin,<br />

dass wir für die Annahme herauskommen.<br />

Das funktioniert auch gut. Ich habe<br />

Aufträge, aber ich bemühe mich auch<br />

darum, fahre bis nach St. Gallen und<br />

Winterthur, um Autos zu holen und zurückzubringen.<br />

Das Telefon klingelt<br />

deutlich weniger. Zwei Mitarbeiter haben<br />

Ferien genommen, aber sonst sind alle<br />

beschäftigt. Kurzarbeit habe ich provisorisch<br />

eingegeben, will ich aber nicht<br />

unbedingt anwenden und vor allem auf<br />

keinen Fall ausnützen, denn auf Solidarität<br />

kommt es genau jetzt an: Halten wir<br />

zusammen oder nicht? Darum unterstütze<br />

ich mehr als sonst die kleinen Läden<br />

im Dorf und bestelle zum Beispiel dort<br />

Essen.<br />

Mit gewissen Lieferanten bestelle ich<br />

über Facetime. Da hat man doch noch mit<br />

einem Menschen Kontakt. Ich habe aber<br />

auch ein gutes Lager. Was ich bei meinen<br />

Mitarbeitern gemerkt habe, war, dass sie<br />

wirklich Informationen von uns wollten.<br />

Dass wir die BAG-Empfehlungen einhalten,<br />

begrüssen die Mitarbeiter.<br />

Dass weniger Auto gefahren wird und es<br />

somit weniger Unfälle gibt, das merken<br />

wir schon. Ich habe zum Glück viele Fahrzeuge<br />

der Post, denn durch die massive<br />

Zunahme der Online-Bestellungen gibt<br />

es hier wieder mehr zu tun. Auch weil die<br />

Fahrer unter enormem Zeitdruck stehen,<br />

gibt es eher mal einen Schaden.<br />

Bitte draussen bleiben: So werden die Kunden der Greco Carrosserie + Autospritzwerk AG gestoppt.<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>011<br />

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Fokus<br />

Coronavirus-Pandemie<br />

Man lässt sich zu schnell von den Medien<br />

einschüchtern. Es ist auch eine Kopfsache.<br />

Wir müssen zusammen durch. Nicht<br />

den Kopf hängen lassen, da vorne ist das<br />

Ziel, nicht hinter mir, da will ich hin und<br />

dafür muss ich Initiative ergreifen.»<br />

Carwill AG, Willisau<br />

Paulo Marques: «Von Privatkundenseite<br />

her spüren wir eine grosse Zurückhaltung,<br />

teilweise auch wegen des Selbstbehaltes.<br />

Sie schieben die Reparatur hinaus<br />

bis nach der Krise, bis sie wieder<br />

wissen, was bei ihrem Job Sache ist. Auch<br />

die Aufträge von Garagen sind zurückgegangen.<br />

Wir versuchen, die Kunden<br />

draussen zu bedienen, um sowohl sie als<br />

auch unsere Mitarbeiter zu schützen können.<br />

Zudem desinfizieren wir Schlüssel<br />

und Lenkräder, was von den Kunden sehr<br />

positiv entgegengenommen wird. Die desinfizierten<br />

Schlüsseln übergeben wir in<br />

Couverts. Wir machen auch darauf aufmerksam,<br />

dass die Leute anrufen, bevor<br />

sie ihr Fahrzeug abholen, damit wir es<br />

desinfiziert bereitstellen können.<br />

Bezüglich Akquisition mache ich mehr,<br />

ich gehe auf diverse Firmen zu und argumentiere,<br />

dass sie ihre Fahrzeugflotte<br />

genau jetzt auf Vordermann bringen<br />

können, bevor die Mitarbeiter wieder zurückkommen.<br />

Es ist aber nicht einfach,<br />

viele sind zurückhaltend, was Investitionen<br />

anbelangt.»<br />

Noch klappt es mit dem Nachschub<br />

«Italienische Firmen haben mehr Mühe mit<br />

der Lieferfähigkeit», erklärt Marques. «Bei<br />

deutschen Firmen ist noch alles in Ordnung<br />

und bei französischen funktioniert es noch<br />

einigermassen. Momentan sind die Lager<br />

aber noch gut gefüllt. Wir haben beispielsweise<br />

einen Fiat 500, bei dem wir noch nicht<br />

wissen, wann die Stossstange kommt.<br />

Kurzarbeit haben wir beantragt, und wenn<br />

es so weitergeht, müssen wir sie auch in<br />

Anspruch nehmen. Meine Mitarbeiter kommen<br />

alle schon motiviert zur Arbeit. Wir<br />

kommunizieren die Sachlage und dass sie<br />

keine Angst um ihren Job haben müssen.<br />

Dass es zu Kurzarbeit kommen könnte,<br />

darüber sind alle informiert und damit einverstanden.<br />

Man muss den Mitarbeitern<br />

die Sicherheit geben, dass, wenn es zu<br />

Kurzarbeit kommt, sie danach nicht arbeitslos<br />

sind. Das ist wichtig. Wir beginnen<br />

jetzt damit, gestaffelt in Zweiergruppen mit<br />

Abstand zu arbeiten und auch entsprechend<br />

Pause zu machen.<br />

Ich sehe die Krise auch als Chance, jetzt<br />

wird die Spreu vom Weizen getrennt. Betriebe,<br />

die bisher gut gearbeitet haben<br />

und liquid sind, die wird es weiterhin geben.<br />

Wer schlecht gewirtschaftet hat, den<br />

wird es hingegen nicht mehr geben. So<br />

glaube ich, dass danach die Kuchenstücke<br />

etwas grösser werden. Jetzt kann<br />

man sich auch profilieren, wenn man offen<br />

und flexibel für neue Ideen ist, und<br />

neue Kunden akquirieren, die sonst nicht<br />

kommen würden.»<br />

Carrosseriewerke AG, Nidau<br />

Miguel Oliveira: «Es ist keine einfache<br />

Situation, wir wissen nicht, wie lange es<br />

dauert, aber es ist wichtig für uns, offen<br />

zu haben. Unser Auftragsvolumen beträgt<br />

noch 50 bis 60 Prozent gegenüber<br />

früher. Auch Versicherungen wollen nicht<br />

jeden Fall jetzt abwickeln, sondern später.<br />

Ich habe mit allen Mitarbeitern das Gespräch<br />

gesucht. Einige meiner Mitarbeiter<br />

haben Ferien genommen, ansonsten ist<br />

Kurzarbeit eingeführt. Ich bezahle aber<br />

jedem 100 Prozent des Lohns. Wenn das<br />

nur ein bis zwei Monate dauert, kann ich<br />

das so machen.<br />

Im auf zwei Meter abgesperrten Eingangsbereich<br />

steht ein Tisch, den wir immer<br />

wieder desinfizieren und an dem die<br />

Kunden die Verträge unterschreiben können.<br />

Wenn man ein Auto anschauen<br />

muss, dann halten wir den Abstand ein,<br />

dafür hat jeder Verständnis.<br />

Wir haben in den sozialen Medien geworben,<br />

dass wir einen Bring- und Holservice<br />

anbieten, dass wir die Autos mit Stickstoff<br />

desinfizieren können und dass man bei<br />

uns Desinfektionsmittel kaufen kann. Das<br />

kommt übrigens ziemlich gut an, da es in<br />

der Apotheke um einiges teurer ist.<br />

Wir spüren, dass wir erschwert bzw. verzögert<br />

an Ersatzteile kommen. Es geht<br />

aber immer noch gut.<br />

Für die Mitarbeiter ist es nicht einfach, es<br />

kamen viele Fragen auf zum Virus und ob<br />

man arbeiten könne. Vor allem zu Begin<br />

hatten wir viele Sitzungen in der Werkstatt.<br />

Am wichtigsten ist aber, dass wir<br />

Arbeit haben und gesund bleiben.»<br />

Markus Tinguely AG, Bösingen<br />

Caroline Tinguely: «Sowohl bei mir im<br />

Betrieb wie auch in meinem Alltag ist die<br />

Stimmung den Umständen entsprechend<br />

sehr gut. Ich versuche positiv zu<br />

bleiben, und wir sind in der guten Lage,<br />

dass wir arbeiten können, und das<br />

stimmt mich positiv gegenüber anderen,<br />

die zumachen müssen. In meinem Umfeld<br />

gab es Kleinunternehmer, bei denen<br />

ich mitgelitten habe. Und auch bei jenen<br />

Carrosseriebetrieben, die nicht genügend<br />

oder gar keine Arbeit mehr haben,<br />

kann ich mitfühlen.<br />

Bereits an jenem Freitag, als <strong>car</strong>rosserie<br />

suisse neue Weisungen herausgegeben<br />

hat, habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt,<br />

um an Desinfektionsmittel zu kommen.<br />

Ich war nicht optimal vorbereitet,<br />

konnte das aber glücklicherweise nachholen.<br />

Wir haben im Team besprochen,<br />

wie wir damit umgehen, und wir informieren<br />

die Kunden, um ihnen die Angst zu<br />

nehmen. Ich nehme Tag für Tag, ich weiss<br />

nicht, ob ich in einer Woche noch so rede.<br />

In unserem Büro hätten wir eine rote Linie<br />

ziehen sollen, aber die Leute sind so sensibilisiert,<br />

dass sie automatisch Abstand<br />

halten. Diese Woche sind wir noch ausgelastet,<br />

am Freitag sehen wir, was am<br />

Montag eingeschrieben ist, aber es kann<br />

sehr schnellebig sein, inzwischen auch<br />

ohne Corona.<br />

Kurzarbeit habe ich ganz bewusst noch<br />

nicht beantragt. Wenn ich den Schein<br />

ausfülle, gebe ich ihm Energie und bis<br />

jetzt war der März ein normaler Monat.<br />

Viele Betriebe sind nicht in dieser positiven<br />

Position. Ich werde es tun, wenn es<br />

notwendig wird. Es gibt bestimmt auch<br />

Leute, die sagen, das sei naiv, aber meine<br />

Meinung ist, dass man die Hilfe nur dann<br />

nutzen soll, wenn man es wirklich nötig<br />

hat. Es gibt genug Betriebe, denen das<br />

Wasser bis zum Hals steht.<br />

Ich habe ein grosses Geschenk: Mein<br />

Team ist motiviert. Das macht das Leben<br />

einfacher.<br />

Meine Motivation ist, im Moment zu leben,<br />

Tag für Tag zu nehmen. Die ganze<br />

Krise hat auch viel Positives: Natur, Solidarität,<br />

Familytime, man redet miteinander,<br />

wünscht sich, dass man gesund<br />

bleibt, es entschleunigt, wir waren alle<br />

auf der Überholspur. Ich hoffe, dass der<br />

eine oder andere etwas davon mitnehmen<br />

wird.»<br />

●<br />

Text: Henrik Petro<br />

Bilder: Bruno Moser, Betriebe<br />

12 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_10-12_P94680-1_A 12 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:15


Verbandsnachrichten<br />

Thema<br />

AIRC<br />

Association Internationale des Réparateurs en Carrosserie<br />

Neuer Vorstand für Weltverband<br />

Die diesjährige Generalversammlung des Weltverbandes der Carrosseriebauer AIRC (Association Internationale<br />

des Réparateurs en Carrosserie) fand Anfang Februar auf Einladung des isländischen Verbandes<br />

FRM in Reykjavik statt. Auf dem Tagungsprogramm standen unter anderem die Vorstandswahlen.<br />

Alle Mitglieder des AIRC trafen sich zum Gruppenbild in Reykjavik: Der neue Präsident Detlev Thedens (1. Reihe, sechster v.l.) und Felix Wyss (1. Reihe<br />

vierter v.l.) übernehmen von Erik-Paul Papinski (1. Reihe fünfter v.l.) und Peter Börner (2. Reihe dritter v.l.) die Ämter und Aufgaben.<br />

Einstimmig votierte die Generalversammlung<br />

für den deutschen ZKF-Vizepräsidenten<br />

Detlev Thedens als neuen AIRC-Präsidenten.<br />

Zum AIRC-Vizepräsidenten wurde<br />

der Schweizer Felix Wyss aus dem Verband<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse gewählt. Die weiteren<br />

Vorstandsmitglieder sind Sara Perathoner<br />

(SAG, Südtirol), Femke Teeling<br />

(FOCWA, Niederlande), Kristof Eraly (Febel<strong>car</strong>,<br />

Belgien) und Manfred Kubik (WKO,<br />

Österreich). Alle Wahlen erfolgten mit einstimmigem<br />

Ergebnis. Die Funktion des<br />

AIRC-Generalsekretärs behält auch weiterhin<br />

der deutsche ZKF-Hauptgeschäftsführer<br />

Thomas Aukamm.<br />

Nach Beendigung ihrer Legislaturperioden<br />

scheiden Erik-Paul Papinksi (WKO,<br />

Österreich) als Präsident und Peter Börner<br />

(ZKF, Deutschland) als Vizepräsident<br />

sowie Thomas Krebs (SKAD, Dänemark)<br />

aus dem AIRC-Vorstand aus. Der neue<br />

AIRC-Vorstand soll offiziell am 18. Juni<br />

2<strong>02</strong>0 beim deutschen ZKF in Friedberg<br />

vorgestellt werden.<br />

AIRC-Tagungsprogramm<br />

Auf der Tagesordnung der Generalversammlung<br />

stand darüber hinaus der Report<br />

aus den Mitgliedsverbänden, der<br />

zeigte, dass der Reparaturmarkt überall<br />

in Bewegung ist. In nahezu allen Verbänden<br />

begegnet man Trends, wie z.B. die<br />

Bildung von Ketten und Reparaturgruppen,<br />

Digitalisierung und Schadenlenkung.<br />

Auch der Umgang mit Versicherern wird<br />

länderspezifisch sehr unterschiedlich<br />

gehandhabt: Teilweise wird der konstruktive<br />

gemeinsame Dialog gesucht, teilweise<br />

herrscht aber auch hartes Verhandeln<br />

um den Preis, und mancherorts ist eine<br />

Quasi-Monopolstellung der Versicherung<br />

erkennbar.<br />

Noch-Präsident Erik Papinski bedankte<br />

sich am Ende der Sitzung herzlich für das<br />

ihm entgegengebrachte Vertrauen und<br />

die gute Zusammenarbeit. Besonderer<br />

Dank galt Michael Bollmann und der Firma<br />

Polysil, die die Reise nach Island als<br />

Sponsor unterstützt hat.<br />

Am zweiten Tagungstag hatten zusätzlich<br />

rund 20 Betriebsinhaber aus den<br />

Mitgliedsländern die Gelegenheit zu<br />

Besichtigungen isländischer Fachbetriebe.<br />

Die Exkursion im Raum Reykjavik<br />

führte die Teilnehmer zu den Carrosserie-<br />

und-Lack-Firmen Bilastjarnan und<br />

Bilastoo sowie zu den örtlichen Marktführern<br />

Toyota und Arctic Trucks. Die<br />

Teilnehmer freuten sich über die gute<br />

Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand<br />

hinauszuschauen und eine neue<br />

Kultur kennenzulernen. Eine einzigartige<br />

Tour zu den Nordlichtern rundete<br />

die interessante Reise in den hohen<br />

Norden ab. <br />

●<br />

Text und Bild: Jürgen Klasing<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>013<br />

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Verbandsnachrichten<br />

Regionalmeisterschaften<br />

Coronavirus-Pandemie sorgte für vorzeitigen Abbruch<br />

Grossteil der Gewinner gekürt,<br />

aber nicht alle konnten starten<br />

Gerne hätten wir an dieser Stelle alle Gewinner der zweijährlich durchgeführten Regionalmeister schaften<br />

und somit potenziellen Teilnehmer an den Schweizer Berufsmeisterschaften gezeigt. Doch die<br />

vom Bundesrat am 13. März verhängten Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verhinderten<br />

die Durchführung der letzten drei Durchgänge.<br />

Region Ost eröffnete den Reigen<br />

Den Anfang machte die Region Ost, auch<br />

als Region 4 oder Ausbildungsverbund<br />

NOS (Nordostschweiz) bekannt. Er besteht<br />

aus den Sektionen Graubünden,<br />

Ostschweiz und Zürich. Die Regionalmeister<br />

und Regionalmeisterinnen der drei<br />

verschiedenen Carrosserieberufe wurden<br />

am selben Tag – dem 29. Februar 2<strong>02</strong>0<br />

Auf einen Blick: Die 18 Kandidatinnen und Kandidaten, die am<br />

29. Februar in Winterthur die Regionalmeisterschaften bestritten<br />

haben.<br />

Spengler-Siegertrio Region 4: Regionalmeister Safir Abdi (Mitte),<br />

der Zweitplatzierte Gian-Luca Mezzadri (links) und der Dritte Ramon<br />

Rudolf von Rohr.<br />

Siegertrio der Lackiererinnen Region 4: Regionalmeisterin Valentina<br />

Kasper (Mitte), flankiert von Larissa Dos Santos Simoes (links) und der<br />

Drittplatzierten Janis Laub.<br />

Haben sich in Winterthur von niemandem vom Podest drängen lassen:<br />

Der Erstplatzierte der Fahrzeugschlosser der Region 4, Gabriel<br />

Bachmann (Mitte), Peer Hanke (links) und Daryl Blattmann.<br />

14 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

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Verbandsnachrichten<br />

Regionalmeisterschaften<br />

Die Regionalmeisterin West (Region 2) bei den Lackierern heisst<br />

Michelle Biedermann (Mitte). Silber geht an Samantha Böhm, Bronze<br />

an Steve Guntern.<br />

Die drei besten Carrosseriespengler der Region 2: Gold für<br />

Dominik Bartlome (Mitte), Silber für Manuel Kreuter (links), Bronze<br />

für Angelo Miracco.<br />

Frauenpower in Ebikon (v. l.): Die Lackiererinnen Michaela Lussi<br />

(2. Rang), Lea Schärer (1. Rang) und Bronzemedaillengewinnerin Joy<br />

Sigrist auf der Siegertreppe der Region Mitte (Region 3).<br />

Die Teilnehmer (hinten, v. l.) der Kategorie Carrosseriespengler/-in der<br />

Region 3: Dominik Alves Teixeria (2. Rang), Michael Weber (1. Rang),<br />

Alexander Di Giorgio (3. Rang). Vorne, v. l.: Mike Gamma, Marco<br />

Fallegger, Björn Wolfisberg, Alberto Grassano.<br />

– mit einem bemerkenswerten Resultat<br />

erkoren: In der Sparte «Carrosserielackierer/-in<br />

EFZ» gaben einmal mehr die Fachfrauen<br />

den (Farb-)Ton an – Dreifachsieg!<br />

Valentina Kasper (Planzer Technik AG,<br />

Dällikon ZH) holte sich die Goldmedaille<br />

vor Larissa Dos Santos Simoes (Autolackiererei<br />

René Sahli, Aesch ZH) und Janis<br />

Laub (Liga AG, St. Gallen).<br />

Neben den Lackierern kämpften an der<br />

Schweizerischen Technischen Fachschule<br />

Winterthur auch sechs Carrosseriespengler<br />

und vier Fahrzeugschlosser um Ruhm<br />

und Ehre – und die Teilnahme an den<br />

Schweizer Meisterschaften. Denn wie in<br />

den Jahren zuvor, qualifizierten sich die<br />

beiden Erstplatzierten aus jeder Berufsgattung<br />

automatisch für die Meisterschaften.<br />

Für alle anderen gilt das Prinzip Hoffnung:<br />

Die vier Teilnehmer mit den überregional<br />

besten Punktzahlen dürfen sich über eine<br />

Nachnomination freuen.<br />

Region West unvollständig<br />

Als nächste kürte die Region 2 (Region<br />

West) ihre neuen Regionalmeisterinnen<br />

und -meister – zumindest teilweise: Im<br />

Berner Ausbildungscenter Mobilcity wurden<br />

am 7. März 2<strong>02</strong>0 die besten Nachwuchsfachkräfte<br />

aus den Berufssparten<br />

«Carrosseriespengler/-in EFZ» und «Carrosserielackierer/-in<br />

EFZ» ermittelt.<br />

Und wie so oft in jüngster Vergangenheit,<br />

gibt es bei den Lackierern auch von hier<br />

einen Damen-Doppelsieg zu vermelden:<br />

Die neue Regionalmeisterin West 2<strong>02</strong>0<br />

heisst Michelle Biedermann und kommt<br />

aus Niederbuchsiten SO. Mit diesem Resultat<br />

ist die 20-Jährige – genauso wie<br />

die Zweitplatzierte Samantha Böhm aus<br />

dem solothurnischen Kappel – direkt für<br />

die Schweizer Meisterschaften qualifiziert.<br />

Dritter wurde Steve Guntern aus<br />

Hindelbank BE: Er lieferte sich mit den<br />

beiden Damen einen harten Kampf und<br />

schrammte schliesslich nur ganz knapp<br />

an der Silbermedaille vorbei.<br />

In der Berufssparte «Carrosseriespengler/-in<br />

EFZ» waren es sieben Kandidaten,<br />

die um den Titel des Regionalmeisters<br />

kämpften. Mit Dominik Bartlome (Schwarzenburg)<br />

und Manuel Kreuter (Lanzenhäusern)<br />

setzten sich zum Schluss zwei<br />

junge Berner durch, für die Wettbewerbs-<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>015<br />

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Verbandsnachrichten<br />

Regionalmeisterschaften<br />

Die siegreichen Fahrzeugschlosser der Region Mitte (von links): Michel<br />

Nöthiger (2. Rang), Ivan Riebli (1. Rang) und Beat Näf (3. Rang).<br />

Blick in die Werkstatt der Carrosseriespengler in Ebikon LU: Der<br />

Wettbewerb der Region Mitte ist in vollem Gange.<br />

stress und mentale Schwäche Fremdwörter<br />

sein dürften: In der Freizeit spielen<br />

beide Eishockey auf höchstem Amateurniveau.<br />

Dem Drittplatzierten Angelo<br />

Miracco aus Zunzgen BL erging es ähnlich<br />

wie Lackierer Steve Guntern: Er hatte<br />

seine Hand lange Zeit nahe an der Silbermedaille,<br />

musste sich zum Schluss<br />

aber mit Bronze «begnügen».<br />

Die Regionalmeisterschaft der Fahrzeugschlosser/-innen<br />

von Region 2 hätte am<br />

21. März 2<strong>02</strong>0 stattfinden sollen und fiel<br />

– wie jede Veranstaltung in dieser Zeit –<br />

den bundesrätlich verfügten Massnahmen<br />

zum Opfer.<br />

Glück für Region Mitte<br />

Am 10. März 2<strong>02</strong>0 war es nun an den<br />

Sektionen Zentralschweiz und Tessin<br />

(Region 3), ihre besten regionalen Nachwuchskräfte<br />

in den Berufssparten «Carrosseriespengler/-in<br />

EFZ» und «Carrosserielackierer/-in<br />

EFZ» zu ermitteln. Kein<br />

leichtes Unterfangen, drohte die Durchführung<br />

des Wettbewerbs doch am Veto<br />

der Behörden zu scheitern – Coronavirus-Alarm.<br />

Schliesslich gab es dann aber<br />

doch noch grünes Licht, und im Ausbildungscenter<br />

Ebikon traten je sieben Kandidatinnen<br />

und Kandidaten zum Wettstreit<br />

an.<br />

Und der endete, um es vorwegzunehmen,<br />

mit zwei Überraschungen. Für die eine<br />

zeichneten zwei Carrosseriespengler aus<br />

dem Tessin verantwortlich: Die beiden Lernenden<br />

belegten in ihrer Sparte die Ränge<br />

3 und 5. Das allein dürfte an sich keine<br />

Besonderheit sein, sondern vielmehr die<br />

Tatsache, dass es sich bei ihnen um die<br />

weitaus jüngsten Teilnehmer handelte.<br />

Der Fünftplatzierte Alberto Grassano aus<br />

Lugano nämlich wird in diesem April erst<br />

17 Jahre jung – und ist im zweiten Lehrjahr.<br />

Sein Kollege Alexander Di Giorgio aus Taverne<br />

legte platzierungsmässig gar noch<br />

einen obendrauf: Der Drittlehrjahrstift, nur<br />

ein halbes Jahr älter als Grassano, hielt<br />

die ganze Zeit über mit den Besten mit,<br />

holte sich schliesslich die Bronzemedaille.<br />

Knapp geschlagen wurde er von Dominik<br />

Alves Teixeria aus Nottwil LU: Der Silbermedaillengewinner<br />

war einer der ganz<br />

wenigen, die zum Schluss noch Zeit übrig<br />

hatten. Den Titel «Regionalmeister 2<strong>02</strong>0»<br />

holte sich verdientermassen Michael Weber,<br />

der seine Position mit der letzten<br />

Wettbewerbsaufgabe zementierte: Beim<br />

Ausbeulen konnte ihm keiner der Kandidaten<br />

das Wasser respektive den Hammer<br />

reichen.<br />

Die zweite Schlagzeile – an die man sich<br />

in der Branche in den letzten Jahren allerdings<br />

gewöhnt hat – lautet: In der Berufssparte<br />

«Carrosserielackierer/-inEFZ»<br />

gab es einen Dreifachsieg der Damen zu<br />

bejubeln. «Verdientermassen», wie Experte<br />

Patrick Balmer sagte: «Das Trio,<br />

resultatmässig eng zusammen, war von<br />

allen Kandidaten am besten organisiert,<br />

jede von ihnen hatte einen Plan und achtete<br />

auch auf die kleinsten Details», fasste<br />

Balmer zusammen.<br />

Keine Frage: Aufsummiert ist für die Damen<br />

einiges an Punkten zusammengekommen.<br />

Wobei Siegerin Lea Schärer («Ich hatte<br />

tagsüber einen Tunnelblick. Erst nach dem<br />

Schlusspfiff merkte ich, was ich alles pro-<br />

Die Carrosseriespengler-Experten Michael Künzler (links) und Werner Schweizer kontrollieren in<br />

Winterthur eine Prüfungsarbeit.<br />

16 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

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Verbandsnachrichten<br />

Regionalmeisterschaften<br />

duziert habe») im Vorfeld der Meisterschaft<br />

keineswegs nur den Sieg vor Augen sah:<br />

«Ich bin ursprünglich angetreten, um Erfahrungen<br />

für die Lehrabschlussprüfung<br />

zu sammeln», hielt die 19-Jährige nach der<br />

Siegerehrung fest. Zufrieden mit ihrer Leistung,<br />

die sie rangierungsmässig aber nicht<br />

sofort einordnen konnte nach Wettbewerbsschluss,<br />

war auch die Zweitplatzierte<br />

Michaela Lussi aus Malters LU. Ihre<br />

Selbsteinschätzung: «Das gesamte Arbeitspensum<br />

war für mich nicht so streng<br />

wie erwartet. Das meiste lief gut, und auch<br />

das Zeitmanagement ist mir geglückt.»<br />

Schlosser schlüpften gerade noch<br />

Nach den Carrosseriespenglern und -lackierern<br />

kürte die Sektion Zentralschweiz<br />

zwei Tage später, nämlich am 12. März<br />

2<strong>02</strong>0, auch noch die Regionalmeister in<br />

der Berufssparte «Fahrzeugschlosser/ -<br />

in EFZ». Leider vor leeren Zuschauerrängen.<br />

Ob es am Coronavirus lag? Wer<br />

weiss. Das hinderte Ivan Riebli von der<br />

Firma Sutter in Lungern OW jedenfalls<br />

nicht daran, sich früh in eine komfortable<br />

Führungsposition zu bringen und am späteren<br />

Abend als gefeierten Regionalmeister<br />

2<strong>02</strong>0 ausrufen zu lassen.<br />

Hinter dem Giswiler kämpften Michel<br />

Nöthiger (Lanz + Marti AG) und Beat Näf<br />

(Notterkran AG) um die Silbermedaille –<br />

ein harter Fight, den Nöthiger schliesslich<br />

für sich entschied. Damit ist klar, dass er<br />

und Ivan Riebli das Ticket für die Schweizer<br />

Meisterschaften anlässlich der Swiss-<br />

Skills in Bern (9. – 12. September 2<strong>02</strong>0)<br />

direkt gelöst haben. Der Drittplatzierte,<br />

Beat Näf, erhält zumindest noch theoretisch<br />

die Möglichkeit zum Mitmachen –<br />

nämlich für den Fall, dass er nachnominiert<br />

werden sollte.<br />

Einen besonderen Applaus verdienen sich<br />

die Zentralschweizer Kandidaten damit,<br />

wie diszipliniert sie ihren Arbeitstag gestaltet<br />

haben. Pünktlich um 7.15 Uhr trafen<br />

alle sieben (Gian Diethelm von der Firma<br />

Niederberger in Dallenwil NW meldete<br />

sich krankheitshalber ab) im Ausbildungscenter<br />

in Ebikon ein, richteten ihre Arbeitsplätze<br />

ein und lauschten aufmerksam<br />

dem kurzen theoretischen Tages überblick<br />

der beiden Chefexperten Robin Lang und<br />

Martin Eggimann.<br />

Um acht Uhr ging es los, die Wettbewerbsteilnehmer<br />

starteten mit der Herstellung<br />

eines Brückenaufbaus. Natürlich<br />

Die Medaillengewinner/-innen<br />

Region 2/Bern<br />

Carrosserielackierer/-in EFZ<br />

1. Michelle Biedermann, Niederbuchsiten, Garage F. Reinhart, Egerkingen SO<br />

2. Samantha Böhm, Kappel, Garage Gautschi, Langenthal BE<br />

3. Steve Guntern, Hindelbank, Carrosserie Kiener, Urtenen-Schönbühl BE<br />

Carrosseriespengler/-in EFZ<br />

1. Dominik Bartlome, Schwarzenburg, Carrosserie G&G, Niederwangen BE<br />

2. Manuel Kreuter, Lanzenhäusern, Bartlome AG, Rüschegg-Heubach BE<br />

3. Angelo Miracco, Zunzgen, Carrosserie Zumbrunn AG, BL<br />

Fahrzeugschlosser/-in EFZ<br />

Abgesagt<br />

Region 3/Mitte<br />

Carrosserielackierer/-in EFZ<br />

1. Lea Schärer, Brittnau, Lueg AG, Emmenbrücke LU<br />

2. Michaela Lussi, Malters, Fuchs GmbH, Schachen LU<br />

3. Joy Sigrist, Horgen, Urs Wesemann AG, Zug<br />

Carrosseriespengler/-in EFZ<br />

1. Michael Weber, Obfelden, Theo Lisibach AG, Zug<br />

2. Dominik Alves Teixeria, Nottwil, Soland AG, Luzern<br />

3. Alexander Di Giorgio, Taverne, Automek SA, Mezzovico TI<br />

Fahrzeugschlosser EFZ<br />

1. Ivan Riebli, Giswil, Sutter AG, Lungern OW<br />

2. Michel Nöthiger, St. Erhard, Lanz & Marti AG, Sursee LU<br />

3. Beat Näf, Geltwil, Notterkran, Boswil AG<br />

Region 4/Ost<br />

Carrosserielackierer/-in EFZ<br />

1. Valentina Kasper, Zürich, Planzer Technik, Dällikon ZH<br />

2. Larissa Dos Santos Simoes, Zwillikon, Autolackiererei René Sahli, Aesch ZH<br />

3. Janis Laub, Rorschach, Liga AG, St. Gallen<br />

Carrosseriespengler/-in EFZ<br />

1. Safir Abdi, Schaffhausen<br />

2. Gian-Luca Mezzadri, Richterswil, Carrosserie Rusterholz, Richterswil<br />

3. Roman Rudolf von Rohr, Sommeri, Garage Meier, Egnach TG<br />

Fahrzeugschlosser/-in EFZ<br />

1. Gabriel Bachmann, Eschikofen, Larag, Wil SG<br />

2. Peer Hanke, Oberrieden, Carrosserie Rusterholz, Richterswil ZH<br />

3. Daryl Blattmann, Richterswil, Carrosserie Rusterholz, Richterswil ZH<br />

genau nach Plan. Dabei mussten unter<br />

anderem aus einem gekanteten U-Profil<br />

und einem Rechteckrohr zwei Längsträger<br />

gebaut werden, die zudem im vorderen<br />

und hinteren Bereich mit den entsprechenden<br />

Ausschnitten und Aufnahmen für<br />

die Querträger zu versehen waren. Dann<br />

galt es, eine Alu-Quertraverse zwischen<br />

die beiden Längsträger einzuschrauben.<br />

Keine leichte Aufgabe, denn nur wer die<br />

Baupläne genau las und die Arbeitssicherheit<br />

einhielt, durfte sich zu den Favoriten<br />

zählen. So wie Ivan Riebli, Michel Nöthiger<br />

oder Beat Näf ...<br />

Wie weiter?<br />

Gemäss Ueli Müller, Stv. Geschäftsführer<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse, sind für die beiden<br />

ausstehenden Regiomeisterschaften (Region<br />

1 komplett und Fahrzeugschlosser<br />

Region 2) Bemühungen im Gange, diese<br />

Meisterschaften in geeigneter Form nachzuholen.<br />

Wie, wo und wann steht bei Redaktionsschluss<br />

aber noch nicht fest und<br />

ist davon abhängig, in welcher Form und<br />

in welchem zeitlichem Rahmen der Lockdown<br />

Ende April gelockert wird. ●<br />

Text und Bilder: Irene und<br />

Heinz Schneider<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>017<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_14-17_P94680-1_A 17 20.04.2<strong>02</strong>0 15:22:37


Verbandsnachrichten<br />

Regionalmeisterschaften<br />

Training in der Westschweiz<br />

Der Champions-Club als Starthilfe<br />

17 junge Carrossiers – acht aus der Berufssparte «Carrosseriespengler/-in EFZ» und neun aus «Carrosserielackierer/-in<br />

EFZ» – trafen sich an einem freien Samstag im «Training Center des Carrossiers Vaudois» in<br />

Moudon schon früh am Morgen, um sich für die kommenden Regionalmeisterschaften fit zu trimmen.<br />

Der «<strong>car</strong>rossier» hat die jungen Fachkräfte,<br />

die in der Westschweizer Gruppe – der sogenannten<br />

Region 1 – nach der Krone greifen<br />

wollen, an ihrem Trainingstag, dem 7. März<br />

2<strong>02</strong>0, besucht. Erfahrungsgemäss ging es<br />

auch hier hart auf hart – schliesslich sind nur<br />

die zwei Erstplatzierten der Regionalmeisterschaft<br />

für die Teilnahme an den Schweizer<br />

Berufsmeisterschaften qualifiziert.<br />

Wie immer, wenn es ums aktive Coachen<br />

und um Wettbewerbsteilnahmen geht,<br />

spielte der Champions-Club (CC) eine<br />

Hauptrolle. Er besteht aus jungen Carrosseriefachleuten,<br />

die in ihrer frischen Berufskarriere<br />

schon einmal an einer Meisterschaft<br />

teilgenommen haben. Dies war<br />

auch in Moudon der Fall: Während die<br />

Carrosseriespengler Unterstützung erhielten<br />

von CC-Mitglied Jonathan Vieira<br />

und seinem Expertenteam, standen den<br />

Lackiererinnen und Lackierern Aurélie<br />

Fawer (WM-Teilnehmerin von 2019) und<br />

Klubkollege Micael Ferreira mit Rat und<br />

Tat zur Verfügung. Weitere kompetente<br />

Hilfe gab es von Fachleuten aus dem Centre<br />

de Formation des Carrossiers Vaudois<br />

(CFCV) und von João Bastos von Sikkens:<br />

Der Anwendungstechniker bot mit seinem<br />

Engagement allen Kandidatinnen und<br />

Kandidaten die Möglichkeit, lackmarkenspezifischen<br />

Rat bei ihm einzuholen.<br />

Schliesslich kennt keiner das an den<br />

Meisterschaften zum Einsatz kommende<br />

Produkt so gut wie er.<br />

●<br />

Text und Bilder:<br />

Irene und Heinz Schneider<br />

Die Spengler (kniend): Morgane Riva, Grégoire Huguenin Bergenat,<br />

Yann Pont, Ludovic Schers. Stehend: Dylan Almeida, Bastien Goncerut,<br />

Théo Erard, Tiago Luis Peralta.<br />

Die Lackierer (oben): Matthias Bavaresco, Ri<strong>car</strong>do Coimbra, Gjergj<br />

Haxhiu, Michèle Korn, Tiffany Ruffini. Kniend: Diego N. Penso, Corentin<br />

Beth, Dylan P. Rodrigues, Songe-Romain Kindowe.<br />

Leisten als Coaches riesengrossen Support (v. l.): Jonathan Vieira (CC),<br />

Stéphane Ayer und Gregory Perrelet (CFCV), Eric Alves (Experte).<br />

Volle Unterstützung für die Lackierer (v. l.): Micael Ferreira, Aurélie<br />

Fawer (Verantwortung) und João Bastos von Sikkens.<br />

18 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

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Verbandsnachrichten<br />

Nachruf<br />

Max Naef-Bessire, 26. April 1933 – 15. Februar 2<strong>02</strong>0<br />

Ein erfülltes Carrossier-Leben<br />

Max Naef prägte während Jahrzehnten die Geschichte der Carrosserie HESS und er war von 1962 bis<br />

1985 auch ein tragendes Mitglied in der Berufsbildungskommission, wofür er zum Ehrenmitglied des<br />

damaligen VSCI ernannt wurde. Sein Vermächtnis lebt in einem einzigartigen kleinen Museum weiter.<br />

immer wieder mal als seine erfüllteste<br />

Berufszeit, denn seinem Pioniergeist wurden<br />

keine Grenzen gesetzt. Im Frühjahr<br />

1958 kehrte Max nach Bellach zurück und<br />

stellte fortan sein Wissen und Können,<br />

sein technisches Talent und seine Schaffenskraft<br />

mehr als vier Jahrzehnte in den<br />

Dienst der «Bude», wie die Carrosserie seit<br />

jeher genannt wurde.<br />

Max Naef vor seiner Studienarbeit an der Wagenbauschule von 1955 mit Sohn Alex Naef.<br />

Begonnen hatte seine Lebensgeschichte<br />

vor rund 87 Jahren als zweiter Sohn von<br />

Heinrich und Ida Naef-Kaltenrieder. Geboren<br />

wurde Max Naef am 26. April 1933<br />

in Bellach und blieb dem Ort fast sein<br />

ganzes langes Leben treu. Seine Mutter<br />

war auf einem Bauernhof südlich des<br />

Neuenburgersees aufgewachsen, sein<br />

Vater, ebenfalls ein Bauernsohn, stammte<br />

aus dem zürcherischen Weiach. Jener<br />

folgte nach seiner Ausbildung als Wagner<br />

in Erlinsbach seinem Oberstift nach Solothurn<br />

und trat eine Stelle in der Wagnerei<br />

der Gebrüder Anton und Emil Hess<br />

an. Im Betrieb sah Max Personenwagen,<br />

Busse, Lastwagen und Militärfahrzeuge<br />

entstehen. Bei den grossen Zeichnungen,<br />

an denen der Vater nach dem Abendessen<br />

in der Wohnung arbeitete, durfte er<br />

ab und zu mithelfen.<br />

In die Fussstapfen des Vaters<br />

Am 1. Mai 1949 machte sich Max auf die<br />

Reise ins Tessin, wo er bei Bosia Bernasconi<br />

& Ortelli in Lugano eine Ausbildung<br />

als «Fabbro da <strong>car</strong>rozzeria», als Carrosserie-Schlosser,<br />

antrat. 48 Stunden pro<br />

Woche bei 19 Franken Wochenlohn im<br />

1. Lehrjahr. Seine Lehrabschlussprüfung<br />

im März 1953 bestand er mit der herausragenden<br />

Note 1,1. Mit einem Diplom der<br />

Wagenbauschule im Sack kehrte Max<br />

nach seiner Weiterbildung zum Carrosserie-Techniker<br />

in Hamburg in die Schweiz<br />

zurück und nahm am 1. April 1956 seine<br />

Tätigkeit in der Carrosserie auf. Doch nach<br />

gerade mal einem Jahr rief der Direktor<br />

der grossen Alusuisse höchstpersönlich<br />

Max an, um ihn für einen Sondereinsatz in<br />

Portugal abzuwerben. Die Stadt Porto<br />

hatte einen grossen Auftrag für Busse<br />

vergeben. Zeichnungen, Materiallisten<br />

und Aluprofile für 20 Fahrzeuge waren an<br />

die Carrocerias Dalfa geliefert worden.<br />

Doch niemand in der Werkstatt wusste,<br />

wie man Busse aus Aluminium auf die<br />

Fahrgestelle aus England baute. Und so<br />

kam es, dass Max Anfang Juni 1957 mit<br />

einer 25 Kilogramm schweren pneumatischen<br />

Alu-Nietpresse im Fluggepäck in<br />

Richtung Portugal abhob. Die folgenden<br />

sieben Monate in Cucujães bezeichnete er<br />

Nachhaltige Innovationen<br />

Mit seiner Leidenschaft für den Fahrzeugbau<br />

und den Werkstoff Aluminium<br />

verantwortete Max im technischen Bereich<br />

Meilensteine. Mit der Entwicklung<br />

des CO-BOLT-Systems, d.h. schrauben<br />

statt schweissen, wurde die Konstruktionsweise<br />

im Fahrzeugbau revolutioniert.<br />

Besonders stolz war er auf den von ihm<br />

und seinen Mitarbeitern entwickelten<br />

Flughafenbus, der heute unter der Marke<br />

COBUS auf Flughäfen weltweit täglich<br />

von Tausenden Passagieren genutzt wird.<br />

Die Geschichte der Nachwelt erhalten<br />

Im eigenen Betrieb, aber auch im Branchenverband<br />

VSCI (heute <strong>car</strong>rosserie<br />

suisse) setzte er sich viele Jahre für die<br />

Berufsausbildung von Fahrzeugschlossern<br />

und Fahrzeugkonstrukteuren ein.<br />

Dafür wurde er vom Verband zum Ehrenmitglied<br />

ernannt.<br />

In seinen vielen Funktionen, die er über<br />

die Jahre vom Leiter Technik, Betriebsleiter,<br />

Geschäftsführer bis hin zum Verwaltungsratspräsidenten<br />

der Carrosserie<br />

HESS AG, der Carrosserie Tüscher AG,<br />

der Carrosserie Lauber SA und der FBT<br />

AG ausübte, sammelte er Dokumente,<br />

Werkzeuge und Objekte, welche seit ein<br />

paar Jahren in einem kleinen, aber informativen<br />

Museum, dem «Dokusurium»,<br />

wie er es nannte, eine grosse Spanne der<br />

mehr als hundertjährigen Firmengeschichte<br />

illustrieren.<br />

●<br />

Carrosserie HESS AG<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>019<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_19-19_P94680-1_A 19 20.04.2<strong>02</strong>0 15:21:17


Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Volvo V60<br />

Hochfester Schwedenkombi<br />

Die zweite Generation des Kombifahrzeugs Volvo V60 aus dem C-Segment konnten die Kunden erstmals<br />

am Genfer Salon 2018 bestaunen. Im Sommer folgte die europäische Markteinführung und kürzlich<br />

konnte die Redaktion des «<strong>car</strong>rossier» eine Rohbau-Carrosserie und die Details der Weiterentwicklung<br />

begutachten.<br />

Der schwedische Automobilhersteller geniesst<br />

den Ruf, sehr stabile Fahrzeuge zu<br />

bauen. Dieses Image setzt der Hersteller<br />

werbetechnisch geschickt ein. Der Kombi<br />

V60 und sein Schwestermodell, die<br />

Schräghecklimousine S60, die Ende 2018<br />

vorgestellt wurde, machen da keine Ausnahme<br />

– entwicklungstechnisch haben sie<br />

einen Sprung nach vorne gemacht. Das<br />

Design des sportlichen Kombis prägen die<br />

Keilform, die markant geformte Motorhaube,<br />

die coupéartige Dachlinie und die elegante<br />

Schulterkontur. Der «neue» V60 ist<br />

133 mm länger (4761 mm), 15 mm schmaler<br />

(Breite ohne Spiegel 1850 mm) und 59 mm<br />

tiefer (Höhe 1427 mm). Der Radstand<br />

wuchs um +96 mm auf jetzt 2872 mm.<br />

Den Kunden stehen bei der Fahrzeugfarbe<br />

zwölf Lackierungen ab Werk zur Auswahl.<br />

Im Fahrzeuginneren bietet der V60<br />

ein skandinavisch inspiriertes Innenraumdesign,<br />

laut Volvo in hochwertiger Verarbeitungsqualität<br />

mit erstklassigen Materialien.<br />

Die zweite Generation des Volvo V60 wurde erstmals am Genfer Salon 2018 präsentiert.<br />

20 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

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Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Diverse Antriebe<br />

Mit der Entwicklung der zweiten Generation<br />

mussten die Volvo-Ingenieure eine<br />

grössere Antriebspalette unterbringen.<br />

Zur Auswahl stehen ein Vierzylinder-Turbomotor<br />

mit Benzin-Direkteinspritzung<br />

und Vierzylinder-Common-Rail-Turbodiesel-Motoren.<br />

Dazu gibt es entweder<br />

noch einen Fünfzylinder-Common- Rail-<br />

Turbodiesel-Motor oder einen Vierzylinder-Kompressormotor<br />

mit Benzin-Direkteinspritzung<br />

für die Allradversionen des<br />

Volvo V60. Zusätzlich wird ein Plug-in-<br />

Hybrid-Antrieb angeboten, dessen Elektromotor<br />

auf der Hinterachse sitzt. Das<br />

Batteriepack ist im erhöhten Fahrzeugtunnel<br />

untergebracht. Ziel war es, alle<br />

Antriebsarten zu verbauen, ohne viele<br />

spezielle Bauteile zu verwenden – und es<br />

wurde erreicht.<br />

Hohe Entwicklungsziele<br />

Die Verbesserungen am Fahrzeug zielten<br />

auf einen grösseren Innenraum, eine höhere<br />

Steifigkeit der Carrosserie für ein<br />

besseres Fahrverhalten, eine optimierte<br />

Geräuschdämmung und eine höhere Insassensicherheit<br />

ab.<br />

Hierfür befinden sich in der neuen Carrosseriestruktur<br />

deutlich mehr höherund<br />

höchstfeste Stahlbleche sowie mehr<br />

Aluminiumbauteile. Mit der Blechteiloptimierung<br />

in Bezug auf ihre Topologie und<br />

Beanspruchung sowie durch Leichtbaumassnahmen<br />

wie geringere Blechstärken<br />

(z.B. im Bereich Boden Mitte) reduziert<br />

sich das Carrosseriegewicht bei gleichzeitiger<br />

Erhöhung der Festigkeit.<br />

Die Carrosserie besteht aus 515 Teilen<br />

und hat ein Rohbaugewicht mit Türen und<br />

Klappen von 437 kg. Ohne die Anbauteile<br />

wiegt sie 354,1 kg, wobei die zwei Fronttüren<br />

27,3 kg, die hinteren Türen 21,4 kg,<br />

die Frontklappe aus Aluminium 10,2 kg<br />

Beim Blick in den Innenraum fällt der sehr hohe Tunnel auf, in dem bei den Hybrid-Versionen<br />

der Batteriepack untergebracht ist. Deutlich auch die grosse Anzahl an warmumgeformten<br />

Blechteilen, die sich dunkel hervorheben.<br />

An der Rohbau<strong>car</strong>rosserie können die Entwicklungsschritte des Modells der letzten acht Jahre<br />

vollzogen werden.<br />

und die Heckklappe 13,4 kg schwer sind.<br />

Die zwei Kotflügel vorne bringen 5,4 kg<br />

auf die Waage und Verbindungselemente,<br />

sowie die Scharniere noch einmal 5,2 kg.<br />

Carrosseriebau<br />

Der gesamte Carrosseriebau ist in Stahlbauweise<br />

ausgeführt, wobei der hohe<br />

Anteil an höchstfesten, warmumgeformten<br />

Bauteilen auffällt. Erweitert wurde<br />

auch der Anteil der Aluminiumbauteile um<br />

Federbeindome vorne, eine Federbein-<br />

Querverstrebung und den Stossfängerquerträger<br />

vorne im Carrosserieverbund.<br />

Die Carrosseriebereiche, die mit warmumgeformten<br />

Blechteilen eine besonders<br />

hohe Materialgüte aufweisen, haben im<br />

Vergleich zum Vorgängermodell ihren<br />

Anteil von 17 auf 33 Prozent gesteigert.<br />

Sie sind im Stirnwandbereich, der A-, B-<br />

und C-Säule sowie im Dachrahmen und<br />

im Schweller zu finden. Auch im Tunnel,<br />

am Fersenblech und an den Sitzquerträgern<br />

gibt es Bleche in dieser Materialgüte.<br />

Und sowohl den Übergang vom Schweller<br />

zum hinteren Längsträger als auch einen<br />

Teil des hinteren Längsträgers selbst haben<br />

die Ingenieure jetzt mit warmumgeformten<br />

Blechen verstärkt. Dem Hinterwagen<br />

kommt dabei eine besondere<br />

Rolle zu, weil er das gewünschte Deformationsverhalten<br />

bei einem Heckcrash<br />

auch für die Hybridvarianten sicherstellen<br />

soll. Deshalb hat Volvo eine verstärkte<br />

Struktur im Hinterwagen und Kofferraum-<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong><strong>02</strong>1<br />

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Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

um die Heckklappenöffnung konstruktiv<br />

eine Verstärkung eingeflossen ist. Zur erhöhten<br />

Steifigkeit im Vorderwagen tragen<br />

die erstmals eingesetzten Aluminium-<br />

Federbeindome vorne mit ihrer geschraubten<br />

Querverstrebung erheblich bei.<br />

Die hintere Seitenwand, die C-Säule und der Kofferboden bilden einen stabilen Verbund<br />

und sind die Deformationszone für den Heckaufprall. Der Längsträger setzt sich sowohl aus<br />

warmumgeformten als auch aus höherfesten Blechen zusammen.<br />

boden entwickelt, die ohne nennenswertes<br />

Mehrgewicht auskommt.<br />

Der hintere Stossfängerquerträger ist als<br />

rollgeformtes Stahlblechteil in einer Materialgüte<br />

von DP 1000 gefertigt und wird<br />

mit den Crashboxen angeschraubt, was<br />

eine schnelle Reparatur ermöglichen soll.<br />

Die gesamte Carrosserie hat jetzt eine<br />

höhere Steifigkeit, weil durch Ringstrukturen<br />

auf Höhe der B- und C-Säule und<br />

Die vorderen Längsträger münden in die (erstmals) Aluminium-Crashboxen und Querträger.<br />

Ein Gussteil (dunkelgrau) auf der Kotflügelbank stellt die Verbindung zum Kotflügel und dem<br />

Windfang her.<br />

Carrosseriematerialien<br />

Aluminiumteile ergänzen die Materialverteilung<br />

in der Carrosserie. Diese sind in den<br />

Federbeindomen vorne, der Motorhaube<br />

und dem Stossfängerquerträger vorne zu<br />

finden. Ein besonderes Alu-Druckgussteil<br />

ist an der Kotflügelbank vorne montiert:<br />

Damit wird die Kotflügelspitze vorne fixiert<br />

und der Lastpfad definiert. Die Anbauteile<br />

Türen und Heckklappe sind in Stahl gefertigt,<br />

nur die Motorhaube zeigt Aluminiumblech.<br />

In der Produktion kommen vier verschiedene<br />

Stahlsorten zum Einsatz, die über<br />

unterschiedliche Zugfestigkeiten verfügen.<br />

Ihre prozentualen Anteile sind<br />

››<br />

LSS: 28,8 Prozent<br />

››<br />

HSS: 20,8 Prozent<br />

››<br />

AHSS: 18,4 Prozent und<br />

››<br />

PHS: 24,6 Prozent.<br />

Somit besteht die Carrosserie zu<br />

92,6 Prozent aus Stahlwerkstoffen. Der<br />

Anteil von Aluminium-Blech liegt bei<br />

2,4 Prozent, Aluminium-Guss bei 1,8 Prozent<br />

und Aluminium-Strangpressprofil<br />

bei 3,2 Prozent.<br />

Fügetechniken<br />

Den stabilen und dauerhaften Zusammenhalt<br />

der Stahlbleche, Gussteile und<br />

des Aluminiumblechs stellen die Volvo-<br />

Ingenieure durch 13 Fügetechniken sicher.<br />

››<br />

Mit dem Punktschweissverfahren setzen<br />

die Werker in der Carrosserie und<br />

den Anbauteilen 6213 Schweisspunkte.<br />

››<br />

Das MAG-Schweissen setzen sie auf<br />

4526 mm und das Laserschweissen auf<br />

3312 mm ein.<br />

››<br />

Zusätzlich gibt es 100 Stanznieten und<br />

14 Clinchpunkte gesetzt.<br />

››<br />

Das Rollfalzen findet an der Carrosserie<br />

und mit den Anbauteilen auf<br />

24 540 mm Anwendung, wobei hier<br />

grundsätzlich Klebstoff miteingebracht<br />

wird.<br />

››<br />

Weitere Befestigungsmittel sind<br />

Schrauben (92-mal) und Schweissbolzen<br />

(297-mal).<br />

››<br />

Bei den Klebstoffen verbinden der<br />

Strukturkleber auf 75 621 mm, der<br />

22 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

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Technik<br />

Carrosseriereparatur<br />

Stützkleber auf 12 946 mm und der Kleber<br />

beim Rollfalzen sowie der Spalt-<br />

Dichtungskleber auf 3082 mm die Carrosseriebauteile.<br />

Die Carrosserie hat einen bedeutenden<br />

Anteil am vorbildlichen Sicherheitsniveau<br />

des Volvo V60. Sie verfügt laut Hersteller<br />

über eine extrem steife und widerstandsfähige<br />

Struktur und sorgt in Verbindung<br />

mit den Rückhaltesystemen und Airbags<br />

für optimalen Insassenschutz.<br />

Lastpfade und Sicherheit<br />

Ein wichtiges Sicherheitselement ist dabei<br />

die patentierte Frontstruktur, die viel<br />

Energie aufnehmen und absorbieren<br />

kann. Die Ingenieure haben sie in verschiedene<br />

Zonen aufgeteilt, von denen<br />

jede im Fall einer Deformation eine<br />

spezielle Aufgabe erfüllt. Durch die Gestaltung<br />

der Frontstruktur sowie die<br />

verstärkten Längsträger, welche die<br />

Aufprallkräfte aufnehmen und um den<br />

Innenraum herum zum Heck lenken,<br />

wird die Belastung der Insassen bei<br />

einer Kollision verringert.<br />

Bei Frontalcrash nehmen drei Lastpfade<br />

die Energie auf: der untere und der mittlere<br />

über den Querträger vorne und die<br />

Kotflügelbänke über den Windfang. Die<br />

Längsträger leiten die Crashenergie dann<br />

auf die A-Säule und weiter in den Schweller<br />

rechts/links und den Dachrahmen.<br />

Die Materialgrafik gibt Auskunft, wo welche Materialgüten in der Carrosserie eingesetzt werden.<br />

Der vordere Stossfänger ist auf einem<br />

Alu-Querträger mit Crashboxen montiert,<br />

die Kollisionskräfte bei einem Aufprall<br />

auffangen, ohne dass benachbarte Carrosseriezonen<br />

beschädigt werden.<br />

Ein Dreiecksverbund in der Carrosseriestruktur<br />

schützt die Fahrgastzelle bei<br />

schweren Kollisionen. Ein Verbindungselement<br />

zwischen A-Säule und unteren<br />

Längsträgern schafft diesen extrem steifen<br />

Verbund.<br />

Im Seitencrash teilt sich die eindringende<br />

Energie über den Schweller nach vorne<br />

und hinten sowie über die B-Säule in den<br />

Dachrahmen und die Dachquerträger. Die<br />

belastbare Tür- und Seitenstruktur des<br />

Volvo V60 ist dabei so ausgelegt, dass sie<br />

auch dem Seitenaufprall eines grösseren<br />

Fahrzeugs standhalten kann.<br />

Bei einem Heckaufprall tragen die hinteren<br />

Knautschzonen im Hinterwagen dazu<br />

bei, die Aufprallkräfte zu absorbieren.<br />

Den Euro-NCAP-Crashtest hat der Volvo<br />

V60 mit der Höchstwertung von fünf<br />

Sternen absolviert.<br />

●<br />

Text und Bilder: Jürgen Klasing<br />

Blickpunkt Frontscheibe: Viel Punktschweissen kennzeichnet die<br />

Stahl-Carrosserie, deren Dachpanel aber mit einer Laserschweissnaht<br />

an den Verbund gefügt wird. Später überdeckt die Dachreling diesen<br />

Bereich.<br />

Der Blick in das vordere Radhaus zeigt den Alu-Federbeindom, der<br />

mit Stanznieten an die Carrosserie gebunden wird. Der Längsträger<br />

verzweigt sich links in Richtung A-Säule und Schweller, um Crashenergie<br />

besser ableiten zu können.<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong><strong>02</strong>3<br />

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Verein zur Förderung der Carrosserieberufe<br />

Der Verein bezweckt die Förderung und die Wahrung der Berufsinteressen im Carrosseriegewerbe. Der VFCB<br />

unterstützt mit seinen Mitteln die Berufs- und Weiterbildung der Carrosserieberufe.<br />

Goldpartner<br />

Fahrzeugexpertisen und Wertschätzungen<br />

Zusammen sind wir stark<br />

André Koch AG<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_24-25_P94680-1_A 24 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:46


Silberpartner<br />

Bronzepartner<br />

GCS Schweiz AG<br />

Zusätzliche Marken<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse und der VFCB dankt seinen Mitgliedern und Gönnern für die<br />

Unterstützung und ihren Einsatz zum Wohle der künftigen Carrossiers!<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_24-25_P94680-1_A 25 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:54


Reportage<br />

Partnernetzwerke<br />

Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />

Erfolgreiche Zertifizierung<br />

der neuen Five-Star-Partner<br />

Neun neue Mitglieder, die 2019 in der Schweiz dem Five-Star-Netzwerk beigetreten sind, wurden im<br />

Laufe des Jahres im Auftrag der Swiss Safety Center durch Xpert Center AG geprüft und erhielten alle<br />

im Dezember ihre Zertifikate von Swiss Safety Center.<br />

Céline Tambour, Leiterin von Five Star<br />

Schweiz, ist begeistert über die Zertifizierung<br />

der neuen Mitglieder und das stetige<br />

Wachstum des Netzwerkes: «Wir sind<br />

stolz auf unsere neuen Mitglieder, die im<br />

Rahmen der strengen Zertifizierung ihre<br />

hohe Qualität unter Beweis gestellt haben<br />

und zur Leistungsfähigkeit des<br />

Five- Star-Netzwerkes beitragen.»<br />

Weiteres Wachstum geplant<br />

«Das Netzwerk soll auch 2<strong>02</strong>0 weiter<br />

wachsen», ergänzt Thomas Nussbaum,<br />

Cromax Geschäftsführer Schweiz. «Wir<br />

möchten weitere leistungsfähige Betriebe<br />

mit hohen Qualitätsansprüchen, aber<br />

auch mit dem Know-how zur Reparatur<br />

vor Ersatz aufnehmen, um eine optimale<br />

geografische Abdeckung des Five- Star-<br />

Netzwerkes zu erreichen und dem Bedarf<br />

der Versicherer, Leasingunternehmen<br />

Carrosserie Coray AG, Laax: stolze Zertifikatsbesitzer,<br />

Severin Coray (Mitte) mit Gaudenz<br />

Coray (rechts), Inhaber und Roberto Leucci,<br />

Cromax Key Account Manager.<br />

Fahrdynamic Automobile AG, Gipf-Oberfrick:<br />

Freudestrahlend nimmt Inhaber Dominic<br />

Schneider (links) das Zertifikat von Swiss<br />

Safety Center aus den Händen von Alexandre<br />

Minelli, Cromax Key Account Manager (rechts),<br />

in Empfang.<br />

Auto Gobeli & Co, Zweisimmen: Sebastiano<br />

Gulizia, Cromax Key Account Manager (links),<br />

und Inhaber Stefan Gobeli präsentieren<br />

ge meinsam das Zertifikat Swiss Safety Center.<br />

Brülisauer AG, Eggersriet: Pascal Brülisauer<br />

(zweiter von links) und Daniel Brülisauer (dritter<br />

von links), die Inhaber, freuen sich sehr über<br />

das Zertifikat, gemeinsam mit Roberto Leucci<br />

(links), Cromax Key Account Manager, und Clint<br />

Kaufmann (rechts), Cromax technischer Leiter.<br />

Garage Carrosserie Centra AG, Gamsen: Voller<br />

Stolz zeigt Diego Salzmann (rechts), Inhaber,<br />

das Zertifikat, das ihm Sebastiano Gulizia,<br />

Cromax Key Account Manager (links), soeben<br />

überreicht hat.<br />

MV Auto-Style Sàrl, Bulle: Inhaber Mario<br />

Vigna (rechts) ist hocherfreut über das<br />

Zertifikat von Swiss Safety Center für sein<br />

Unternehmen, das er aus den Händen von<br />

Sebastiano Gulizia, Cromax Key Account<br />

Manager (links), erhalten hat.<br />

26 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

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Reportage<br />

Partnernetzwerke<br />

Carrosserie Christian Mettraux S. A., Neyruz:<br />

Inhaber Christian Mettraux (rechts) freut sich<br />

gemeinsam mit Sebastiano Gulizia, Cromax<br />

Key Account Manager, über das Zertifikat von<br />

Swiss Safety Center, mit dem sein Unternehmen<br />

ausgezeichnet wurde.<br />

und Flottenbetreiber gerecht zu werden»,<br />

führt Nussbaum weiter aus.<br />

Five Star setzt mit der Swiss Safety Center<br />

AG auf eine unabhängige Zertifizierungsstelle.<br />

In Zusammenarbeit mit der<br />

XpertCenter AG prüft diese die Five- Star-<br />

Carrosseriebetriebe im Hinblick auf die<br />

Einhaltung der hohen Qualitätskriterien<br />

sowie der zeitwertgerechten Reparaturmethoden,<br />

die auch Versicherer, Leasingunternehmen<br />

und Flottenbetreiber (VLF)<br />

verlangen. Durch seine strengen Auswahlkriterien<br />

stellt Five Star sicher, dass<br />

nur die besten Fachbetriebe, welche zudem<br />

einen ausgezeichneten Service für<br />

die Kunden bereitstellen, Mitglieder des<br />

Netzwerkes werden können.<br />

Nächstes Five-Star-Treffen verschoben<br />

Das nächste nationale Five-Star-Treffen ,<br />

das am 15. und 16. Mai in Como, Italien,<br />

Carrosserie Regamey SA, Chailly-sur-<br />

Montreux: Dejan Lucic, Inhaber (links) und<br />

Sebastiano Gulizia, Cromax Key Account<br />

Manager (rechts), präsentieren das Zertifikat.<br />

hätte stattfinden sollen, wurde infolge der<br />

Coronavirus-Pandemie abgesagt. Neben<br />

dem Kennenlernen neuer Mitglieder und<br />

dem Networking untereinander wären<br />

spannende Themen wie das Feiern des<br />

Jubiläums «15 Jahre Five Star Schweiz»,<br />

VLF und Team-Building-Aktivitäten auf<br />

dem Programm gestanden.<br />

«Trotzdem haben wir positive Nachrichten»,<br />

tröstet Céline Tambour, Marketing-<br />

& Kommunikationsleiterin sowie Five-<br />

Star-Managerin von Cromax Schweiz.<br />

«Wir werden unser Five-Star-Meeting im<br />

Rahmen des Branchenevents von <strong>car</strong>rosserie<br />

suisse am Freitag, 16. Oktober 2<strong>02</strong>0<br />

auf dem Messegelände ‹Thun-Expo›<br />

durchführen. Die Teilnehmer erwarten<br />

spannende Themen, ein tolles Programm<br />

und im Anschluss die Cromax-Stand-<br />

Party.»<br />

In den nächsten Monaten erhalten die<br />

Mitglieder eine entsprechende Einladung<br />

mit Anmeldeformular für das neue<br />

Carrosserie Ponticelli AG, Kappel: Inhaber<br />

Ranko Mijatovic (rechts) wird von Thomas<br />

Nussbaum, Geschäftsführer Cromax Schweiz<br />

(links), zur Neuzertifizierung gratuliert.<br />

Five- Star-Meeting 2<strong>02</strong>0. «Und schon<br />

heute möchten wir euch mitteilen, dass<br />

unsere langfristige Five-Star-Planung<br />

weitergeht», fährt Céline Tambour fort:<br />

«Wir werden sicherstellen, dass das nationale<br />

Five-Star-Treffen 2<strong>02</strong>1 im Mai in<br />

Como stattfinden wird.»<br />

●<br />

Redaktion: Henrik Petro<br />

Five Star kurz und kompakt<br />

Five Star ist das europäische Netzwerk<br />

führender professioneller Cromax-Reparaturwerkstätten.<br />

Das<br />

Netzwerk unterstützt Carrosserieund<br />

Lackierfachbetriebe, sich in einem<br />

stark umkämpften Markt durch<br />

qualitativ hochwertige Leistungen<br />

und ausgezeichneten Kundenservice<br />

von Wettbewerbern unterscheiden<br />

und einen langfristigen geschäftlichen<br />

Erfolg erzielen.<br />

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<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_26-27_P94680-1_A 27 20.04.2<strong>02</strong>0 15:20:45


Reportage<br />

Verspiegelungsschulung<br />

Axalta-Trainingscenter Campus 105<br />

Sehr interessantes und neues<br />

Verfahren für Lackierbetriebe<br />

Seit Kurzem gehört das CSM-Verspiegelungssystem zum Portfolio von Axalta. Mit dieser innovativen<br />

Technologie lassen sich spiegelnde Oberflächen auf Werkstücken erzeugen. Am 13. März fand im<br />

Trainingscenter in Pratteln eine Chromschulung mit sieben Cromax- und Spies-Hecker-Kunden statt.<br />

Erklärt wurden etwa (wie<br />

hier) Mischverhältnisse der<br />

verschiedenen Produkte,<br />

die bei der Spritzmetallisierung<br />

eingesetzt werden.<br />

Sieben Cromax- und Spies-<br />

Hecker-Kunden lernten<br />

Mitte März im Trainingscenter<br />

Campus 105 in Pratteln<br />

die Anwendung des<br />

Ver fahrens «Chemische<br />

Spritzmetallisierung».<br />

Dieser Kunststofftorso wurde mit der<br />

CSM-Chromoptik verspiegelt.<br />

Das Verspiegelungsverfahren findet<br />

zahlreiche Einsätze zum Beispiel bei der<br />

Beschichtung von Autobauteilen, aber<br />

auch im Industriebereich. Die Verspiegelung<br />

beweist somit neue Chancen für Lackierbetriebe.<br />

Im praktischen Teil, wo es um die Applikation<br />

der Verspiegelung ging, konnte jeder<br />

Teilnehmer ein Kunststoff-Carshape selbst<br />

mit der CSM-Technik «verchromen».<br />

Axalta vertreibt das Verspiegelungssystem<br />

des Herstellers CSM Coating Systems<br />

über seine Refinish-Marken Cromax,<br />

Spies Hecker und Standox und hat<br />

am 13. März in Pratteln eine Chromschulung<br />

mit sieben Cromax- und Spies-Hecker-Kunden<br />

im Trainingscenter durchgeführt.<br />

Nach allgemeinen technischen<br />

Informationen und Theorie folgten die<br />

praktischen Anwendungen.<br />

Auch für nicht leitende Werkstücke<br />

Bei dem Verfahren handelt es sich um<br />

eine sogenannte chemische Spritzmetallisierung.<br />

Dabei erhält das Werkstück<br />

eine Oberfläche, die die Optik von Chrom<br />

(aber auch anderer metallischer Oberflächen)<br />

perfekt nachstellt. Für diese<br />

Technologie sind im Bereich der Fahrzeugreparatur<br />

oder -restaurierung viele<br />

Anwendungen denkbar. Sie eignet sich<br />

aber auch für die Industrielackierung, wo<br />

bisher galvanische Verfahren zum Ein-<br />

28 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_28-29_P94680-1_A 28 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:45


Canfer Gül von CSM Coating Systems erklärte den Teilnehmern die Vorgehensweise Schritt für Schritt.<br />

satz kamen und teilweise an ihre Grenzen<br />

stiessen. Denn anders als bei der Galvanik,<br />

können mit dem CSM-Verspiegelungssystem<br />

auch nicht leitende Werkstücke<br />

beschichtet werden.<br />

Autolackierer, die erstmals mit dem CSM-<br />

System arbeiten, können bei den meisten<br />

Arbeitsschritten auf ihre Erfahrung in<br />

der Lackreparatur zurückgreifen. Untergrundvorbereitung,<br />

Vor- und Klarlackierung<br />

beispielsweise unterscheiden sich<br />

nicht von einer klassischen Lackierung.<br />

«Nur der Prozess der eigentlichen Verspiegelung<br />

erfordert zu Anfang etwas<br />

Übung», betonen Clint Kaufmann und<br />

Volker Wistorf, technische Leiter von Cromax<br />

und Spies Hecker Schweiz. «Dabei<br />

ist es wichtig, sich exakt an die Arbeitsanleitung<br />

zu halten.»<br />

Das Feedback der Kunden betreffend diese<br />

Chromschulung sei sehr positiv gewesen,<br />

ihre Erwartungen seien übertroffen<br />

Dieses verchromte Carshape wurde mit<br />

eingefärbten Klarlacken überlackiert, um<br />

verschiedene faszinierende Effekte zu<br />

erzeugen. Diese können variieren von Gold<br />

über Kupfer bis Roségold, Schwarzchrome,<br />

Candyred, Candyblue und viele andere mehr.<br />

worden. Ein positiver Effekt dieses Verspiegelungssystems<br />

ist die Eröffnung<br />

eines weiteren Segmentes für die Carrosserien,<br />

die dieses System anwenden, wie<br />

zum Beispiel die Veredelung von Ausstellungsstücken<br />

und Kunstobjekten. ●<br />

Redaktion: Henrik Petro<br />

ERFA «ASA-CONTROL 2<strong>02</strong>0»<br />

IN IHRER GEGEND<br />

Das neue, benutzerfreundliche asa-control 2<strong>02</strong>0 ist da<br />

Auf Wunsch organisieren wir für die KOPAS eine praxisorientierte<br />

asa-control Schulung in verschiedenen Regionen.<br />

Der Besuch dieser Weiterbildung zählt als ERFA Tagung und<br />

ist im BAZ-Mitgliederbeitrag inbegriffen, Sie erhalten einen<br />

schriftlichen Nachweis. Der Kurs wird nur bei Erreichen<br />

der minimalen Teilnehmerzahl durchgeführt.<br />

Zielpublikum: KOPAS, Diese Personen haben den Grundkurs<br />

für Arbeitssicherheit bereits absolviert.<br />

Lernziel: Die Teilnehmer können die Branchenlösung BAZ<br />

mittels « asa-control » im Betrieb anwenden.<br />

Dauer: ½ Tag, Vormittag 8.30 – 12.00 Uhr /<br />

Nachmittag 13.30 – 17.00Uhr<br />

Anmeldung: www.safetyweb.ch / Kurse / asa-control<br />

Montag Dienstag Sprache Ort<br />

24.3.2<strong>02</strong>0 D BL: Sissach, AGVS üK,<br />

abgesagt 07.4.2<strong>02</strong>0 D BE: Bern, Mobilcity AGVS Zi. SR5<br />

14.4.2<strong>02</strong>0 D SG: St. Gallen, AGVS üK<br />

21.4.2<strong>02</strong>0 D ZH: Schlieren, Emil Frey<br />

09.6.2<strong>02</strong>0 D SO: Egerkingen, ALFAG<br />

22.6.2<strong>02</strong>0 D SG: St. Gallen, AGVS üK<br />

07.7.2<strong>02</strong>0 D ZH: Schlieren, Emil Frey<br />

11.8.2<strong>02</strong>0 D BE: Bern, Mobilcity AGVS, Zi. SR8<br />

18.8.2<strong>02</strong>0 D SO: Egerkingen, ALFAG<br />

24.8.2<strong>02</strong>0 D LU: Horw üK AGVS<br />

24.8.2<strong>02</strong>0 D UR: Altdorf, Gewerbeschule Zi 311<br />

Freundliche Grüsse<br />

Karl Baumann, Geschäftsleiter<br />

Arjeta Sulejmani, Geschäftsstelle<br />

Branchenlösung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz<br />

des Auto- und Zweiradgewerbes (BAZ)<br />

Geschäftsstelle, Wölflistrasse 5, Postfach 64, 3000 Bern 22<br />

Gratisnummer 0800 229 229, Fax 031 307 15 16<br />

E-Mail info@safetyweb.ch, www.safetyweb.ch<br />

be safe!<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong><strong>02</strong>9<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_28-29_P94680-1_A 29 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:46


Reportage<br />

Unternehmen<br />

AMAG und André Koch AG<br />

Synergien dank Vereinheitlichung<br />

Die AMAG Automobil und Motoren AG vereinheitlicht in allen ihren eigenen K&L-Betrieben die<br />

Arbeits prozesse, die Ausrüstung der Verarbeitungsgeräte und die Lackmaterialien. Dabei verstärkt sie<br />

die Zusammenarbeit mit der André Koch AG und setzt neu auf das Lackmaterial von Lesonal.<br />

Die AMAG befindet sich in einer umfassenden<br />

Transformation. Die Neuorganisation<br />

macht auch vor den eigenen Carrosseriebetrieben<br />

nicht halt, von denen<br />

manche Mitglied von <strong>car</strong>rosserie suisse<br />

sind. Um die Arbeitseffizienz zu erhöhen,<br />

investiert die Retail-Organisation der<br />

AMAG-Gruppe in eine einheitliche Infrastruktur<br />

der Betriebe und setzt so auf<br />

neuste Technologien bei den Reparaturmethoden<br />

nach Herstellervorgaben,<br />

nutzt die neue digitale Farbfindung, benutzt<br />

innovative, schnell trocknende Materialien<br />

und setzt dabei auf einen nachhaltigen<br />

Umgang mit den Energie- und<br />

Materialressourcen. Mit einheitlichen<br />

Arbeitsabläufen, identischer Ausrüstung<br />

und gleichen Verarbeitungsmaterialien<br />

schafft die AMAG Automobil- und Motoren<br />

AG zudem die Voraussetzung, Arbeitsspitzen<br />

in einzelnen Betrieben mit<br />

eigenen Mitarbeitenden aus weniger ausgelasteten<br />

Betrieben zu bewältigen.<br />

Von links: Giuseppe Ciappa, Vertriebsdirektor André Koch AG; Reto Gut, Leiter Business Unit<br />

Carrosserie, AMAG Automobil und Motoren AG; Frank Böhmerle, CTO AMAG Automobil und<br />

Motoren AG; Ulrich Scherrer, Leiter Karosserie und Lack, AMAG Automobil und Motoren AG, und<br />

Enzo Santarsiero, CEO André Koch AG.<br />

Strategische Partnerschaft<br />

Lackpartner in dieser Neuorganisation ist<br />

die André Koch AG in Urdorf. Dazu CEO<br />

Enzo Santarsiero gegenüber dem «<strong>car</strong>rossier»:<br />

«André Koch positioniert sich<br />

strategisch auch mit grossen Partnern.<br />

Sie spielen im Schweizer Markt eine<br />

wichtige Rolle und wir wollen sie unterstützen.<br />

Viele Autohäuser haben eine<br />

Carrosserie, die oft auch Verbandsmitglied<br />

ist, und man muss sie als Partner<br />

sehen. Denn wir brauchen einander: jene,<br />

die Autos verkaufen, und jene, die sie<br />

reparieren. Es wird auch in Zukunft Garagen<br />

geben, die eine Carrosserie aufbauen<br />

werden. Darum müssen sich<br />

Carrosse rien richtig positionieren und<br />

sich die Frage stellen, welche Dienstleistungen<br />

die Kunden erwarten, aber auch,<br />

welche dieser Leistungen der Carrossier<br />

selbst anbieten kann und für welche er<br />

Partner suchen will. Die Schadensteuerung<br />

ist ein gutes Beispiel. Es ist unerheblich,<br />

ob sie uns passt oder nicht, wenn<br />

die Kunden das verlangen, setzt sie sich<br />

durch. Qualität müssen wir sowieso bieten.<br />

Es ist wichtig, die Autobranche zu<br />

verstehen. Am Schluss geht es darum,<br />

gemeinsam den Markt zu entwickeln.»<br />

In enger Zusammenarbeit mit der André<br />

Koch AG erstellt die AMAG ein neues<br />

Ausbildungskozept. Dieses soll die Wissensvermittlung<br />

der neuen Arbeitsprozesse<br />

und die Anwendung neuer Materialien<br />

sicherstellen. «Wir haben schon<br />

immer mit der AMAG zusammengearbeitet»,<br />

so Santarsiero. «Nun konnten wir<br />

unsere Partnerschaft erweitern. Nicht<br />

nur wegen des Produktes, sondern auch<br />

wegen der Dienstleistung.»<br />

Förderung von Smart Repair<br />

Die AMAG Automobil und Motoren AG<br />

werde in ihren Betrieben, wo immer<br />

möglich und sinnvoll, Smart Repair als<br />

alternative Reparaturmethode einsetzen,<br />

heisst es in der entsprechenden<br />

Mitteilung. Das freut natürlich das Handwerkerherz,<br />

zudem schonen diese modernen<br />

Reparaturmethoden die Umwelt,<br />

senken den Energieverbrauch und sind<br />

meist kostengünstiger als herkömmliche<br />

Reparaturen, sprich das Ersetzen von<br />

Komponenten und Bauteilen. Windschutzscheiben,<br />

Kunststoffteile und Leder-<br />

oder Polsterbezüge lassen sich oft<br />

reparieren und müssen nicht ersetzt<br />

werden. In Zusammenarbeit mit vielen<br />

Versicherungsgesellschaften werden<br />

diese neuen Reparaturmethoden konsequent<br />

gefördert.<br />

Nochmals Enzo Santarsiero: «Trotz dieser<br />

Partnerschaft werden wir bestehende<br />

Kunden auf keinen Fall vernachlässigen.<br />

Im Gegenteil: Sie stärkt die André<br />

Koch AG – unter anderem beim Personal<br />

–, wovon wiederum auch die kleinen<br />

Kunden profitieren.»<br />

●<br />

Henrik Petro<br />

30 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_30-30_P94680-1_A 30 20.04.2<strong>02</strong>0 15:18:38


Wir danken den Sponsoren des Branchenevents 2<strong>02</strong>0<br />

Mit ihrem Beitrag unterstützen sie aktiv die Berufsmeisterschaften der Carrosserielackierer/innen,<br />

Carrosseriespengler/innen am Event in Thun und die der Fahrzeugschlosser/innen an den SwissSkills 2<strong>02</strong>0<br />

in Bern.<br />

Goldpartner<br />

Zusammen sind wir stark<br />

Fahrzeugexpertisen und Wertschätzungen<br />

André Koch AG<br />

Silberpartner<br />

Bronzepartner<br />

GCS Schweiz AG<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_31-31_P94680-1_A 31 20.04.2<strong>02</strong>0 14:23:11


Rechtshilfe<br />

Kündigung während Probezeit<br />

Das Expertenteam der Walder Haas Berner AG, Advokatur & Notariat in Zofingen und Sursee,<br />

Tel. 062 745 00 45, ist für Mitglieder der <strong>car</strong>rosserie suisse da.<br />

Kündigung während der Probezeit<br />

Ausgangslage<br />

Garagist Silvan hat nach langer Suche<br />

endlich einen neuen Carosseriespengler<br />

namens Kevin gefunden. Dieser tritt seine<br />

Stelle am 2. Sep tem ber 2019 an und<br />

anfangs ist Silvan sehr zufrieden mit Kevin.<br />

Doch schon in der zweiten Arbeitswoche<br />

verschläft Kevin mehrmals und<br />

er macht auch sonst einen sehr unkonzentrierten<br />

Eindruck. Silvan sucht deswegen<br />

das Gespräch mit Kevin. Er vermittelt<br />

ihm dabei klar und sachlich, dass<br />

er ein solches Verhalten in Zukunft nicht<br />

mehr tolerieren wird. In der dritten Arbeitswoche<br />

erscheint Kevin am Montagmorgen<br />

gar nicht zur Arbeit. Nachdem<br />

Kevin auch um 11.00 Uhr noch nicht erschienen<br />

ist, versucht ihn Silvan telefonisch<br />

zu erreichen. Ohne Erfolg, Kevin<br />

geht nicht ans Telefon und er ruft Silvan<br />

auch nicht zurück. Auch am nächsten<br />

Morgen erscheint Kevin nicht. Dafür<br />

erhält Silvan einen eingeschriebenen<br />

Brief von seinem Arbeitnehmer. Im<br />

Briefumschlag befindet sich ein Arztzeugnis,<br />

das die hundertprozentige<br />

Arbeitsunfähigkeit Kevins vom 16. bis<br />

20. September 2019 bescheinigt sowie<br />

eine auf ein Post-it gekritzelte und<br />

schwer entzifferbare Nachricht von ihm:<br />

«Bin krank, siehe beiliegendes Arztzeugnis.<br />

Komme am 23. September 2019<br />

wieder arbeiten. Gruss Kevin.» Am<br />

besagten Montag erscheint Kevin tatsächlich<br />

wieder zur Arbeit und Silvan hat<br />

den Eindruck, er sei nun endlich wieder<br />

richtig bei der Sache. Doch Kevins gesteigerte<br />

Arbeitsmoral ist nur von kurzer<br />

Dauer – bereits am 30. September<br />

kommt er abermals zwei Stunden zu<br />

spät zur Arbeit, am 2. Oktober erscheint<br />

er gar erst nach dem Mittag. Silvan will<br />

Kevin deshalb schnellstmöglich entlassen.<br />

Wie ist die Rechtslage?<br />

Expertenrat<br />

Der erste Monat seit Arbeitsaufnahme<br />

gilt als Probezeit, sofern Arbeitgeber und<br />

Arbeitnehmer nicht schriftlich eine längere<br />

Probezeit (maximal drei Monate)<br />

vereinbart haben (Art. 47.1 VSCI-GAV). Bei<br />

einer effektiven Verkürzung der Probezeit<br />

infolge Krankheit, Unfall oder Erfüllung<br />

einer nicht freiwillig übernommenen<br />

gesetzlichen Pflicht erfolgt eine<br />

entsprechende Verlängerung der Probezeit<br />

(Art. 47.2 GAV-VSCI). Vorliegend ist,<br />

mangels anderer Abrede, von einer einmonatigen<br />

Probezeit auszugehen. Infolge<br />

der Krankheit hat sich Kevins Probezeit<br />

entsprechend verlängert, er befindet sich<br />

somit noch in der Probezeit.<br />

Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis<br />

jederzeit mit einer Kündigungsfrist<br />

von sieben Tagen gekündigt<br />

werden (Art. 48.4 GAV-VSCI). Die Regelung<br />

der Kündigung während der Probezeit<br />

gilt dabei bis zu deren Ablauf. Die<br />

Gegenpartei muss die Kündigung aber<br />

während der Probezeit erhalten. Die<br />

Frist kann hingegen nach der Probezeit<br />

ablaufen. Silvan kann Kevin somit noch<br />

immer mit einer Kündigungsfrist von sieben<br />

Tagen künden. Da die Kündigung<br />

Kevin noch während der Probezeit zugehen<br />

muss, damit die Kündigungsfrist<br />

von Art. 48.4 GAV-VSCI zur Anwendung<br />

kommt, sollte Silvan die Kündigung persönlich<br />

übergeben und sich den Empfang<br />

der Kündigung von Kevin quittieren<br />

lassen. <br />

●<br />

WIR KENNEN DIE BRANCHE,<br />

NUTZEN SIE UNSER WISSEN.<br />

PK MOBIL Tel. +41(0)31 326 20 19 pkmobil.ch<br />

Die Pensionskasse des Schweizer Mobilitätsgewerbes<br />

Die Mitglieder von <strong>car</strong>rosserie suisse befinden sich in der glücklichen Lage,<br />

mit der PK MOBIL eine «eigene» Pensionskasse zu haben.<br />

32 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_32-32_P94680-1_A 32 20.04.2<strong>02</strong>0 15:21:04


Aktive Branche<br />

Thema<br />

SATA / Jasa AG<br />

In guter Begleitung<br />

Mit 30 l Volumen ist die Tasche ideal als Handgepäck.<br />

Als «guten Begleiter» erhalten SATA-Kunden die SATAjet X 5500 im<br />

Aktionszeitraum inklusive stylischer Tasche «SATA Weekender».<br />

Ob Casual als angesagter<br />

Alltagsbegleiter, Business als<br />

Handgepäck für Geschäftsreisen<br />

oder für den Sport als<br />

Workout-Must-have: Der<br />

Used Look aus Canvas-Material<br />

mit Kunstlederapplikationen<br />

lässt den SATA Weekender<br />

im Vintage-Stil erstrahlen<br />

und zieht in jeder Situation die<br />

Blicke auf sich! Er ist zudem<br />

äusserst robust und widerstandsfähig<br />

und hat für das<br />

«kleine» Reisegepäck jede<br />

Menge Platz. Die aufgesetzte<br />

Aussentasche an der Seite, ein<br />

separates Steckfach sowie ein<br />

kleines Reissverschlussfach<br />

im Inneren bieten zusätzlich<br />

Stauraum für Kleinteile. Der<br />

abnehmbare Tragriemen und<br />

die weichen Henkel erlauben<br />

es, die Tasche als Umhängeoder<br />

Henkeltasche zu tragen.<br />

Das Volumen beträgt ca. 30 l,<br />

ein Zipper-Beutel als Schuh-/<br />

Wäschebeutel ist inklusive.<br />

Beim Kauf eines der SATAjet-X-5500-Modelle<br />

– ob in<br />

HVLP- oder RP-Technologie,<br />

Standard- oder Digital-Ausführung<br />

– ist nun für kurze<br />

Zeit ein SATA Weekender inklusive.<br />

Die Aktion startete am<br />

1. April 2<strong>02</strong>0 und dauert, solange<br />

der Vorrat reicht. ●<br />

André Koch AG<br />

Neuer Standox-Klarlack beschleunigt Reparaturen<br />

Der Standocryl-VOC-Xtreme-<br />

Plus-Klarlack K9600 wurde<br />

speziell für die Trocknung bei<br />

niedrigen Temperaturen entwickelt:<br />

Bei 40 °C trocknet er<br />

innerhalb von 10 bis 15 Minuten,<br />

bei 20 °C in 30 bis 55 Minuten.<br />

Nach einer kurzen Abkühlphase<br />

nach forcierter<br />

Trocknung kann direkt poliert<br />

werden. Der Klarlack kann<br />

flexibel in einem Arbeitsgang<br />

oder zwei Spritzgängen verarbeitet<br />

werden. Dank seiner<br />

guten Füllkraft deckt er kleinere<br />

Stippen und Staubpartikel<br />

optimal ab – und minimiert<br />

so den Polieraufwand. Zudem<br />

hat der VOC-Xtreme- Plus-<br />

Klarlack K9600 eine sehr<br />

gute Spritznebelaufnahme<br />

und ist damit auch für die Beilackierung<br />

bestens geeignet.<br />

Die Vorteile des neuen Klarlacks<br />

lassen sich in der Anwendung<br />

mit den anderen<br />

Komponenten des Xtreme-Systems<br />

optimal ausschöpfen.<br />

Dazu gehören der<br />

Standoblue-Basislack, der<br />

VOC-Xtreme-Nass-in-nass-<br />

Füller U7650, der VOC-Xtreme-Füller<br />

U7600 und die<br />

praktischen Express-Vorbehandlungstücher<br />

U3000.<br />

Der Standoblue-Basislack<br />

muss unter diesem neuen<br />

Klarlack nicht mehr gehärtet<br />

werden. <br />

●<br />

Der Standocryl-VOC-<br />

Xtreme-Plus-Klarlack<br />

K9600 ist besonders<br />

effizient bei niedrigen<br />

Trocknungstemperaturen.<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>033<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 33 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:30


Aktive Branche<br />

Axalta Coating Systems / André Koch<br />

Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />

Live-Trainings von Spies Hecker<br />

Besondere Zeiten erfordern<br />

besondere Massnahmen. Aus<br />

diesem Grund hat Spies<br />

Hecker Live-Trainings mittels<br />

Webinaren ins Leben gerufen,<br />

welche den Kunden technisches<br />

Wissen vermitteln.<br />

SCHEIBENKLEBSTOFF<br />

FÜR ALLE PKW’S<br />

Mit allen Fahrzeugfabrikaten kompatibel<br />

30 Minuten sichere Wegfahrzeit<br />

Zuverlässig, einfach und sauber arbeiten<br />

Primerlos sicher<br />

Zeit sparen, Effizienz steigern<br />

Die Covid-19-Pandemie verunmöglicht<br />

aktuell, Schulungen<br />

im Trainingscenter durchzuführen.<br />

«Was also liegt<br />

näher, als das Training zu<br />

den Schulungsteilnehmern in<br />

die Carrosserie zu bringen?»,<br />

fragte sich Spies Hecker und<br />

erweiterte daraufhin das Trainingsangebot<br />

um Onlineschulungen.<br />

Die Kunden bleiben im<br />

Kontakt und haben trotz der<br />

aktuellen Situation die Möglichkeit,<br />

sich über Live-Trainings<br />

und Videochats zu informieren<br />

und weiterzubilden.<br />

Die Spies-Hecker-Anwendungstechniker<br />

vermitteln dabei<br />

etwa Wissen über Sonderfarbtöne,<br />

eingefärbte Klarlacke<br />

oder Einlackieren. Ein technisches<br />

Seminar dauert ca. 25<br />

Minuten und ist kostenfrei. Das<br />

André Koch AG<br />

Neues Standox-<br />

Packungsdesign<br />

erste Live-Training fand am 9.<br />

April 2<strong>02</strong>0 statt. Dabei ging es<br />

um die Reparatur eines Farbtones<br />

Mazda 46G Machine<br />

grey. Weitere Infos erteilt der<br />

persönliche Fachberater oder<br />

gibt es über pratteln.info@<br />

axalta.com. Mit MyTraining<br />

und tips4you bietet Spies Hecker<br />

zusätzlich einen Online-<br />

Weiterbildungskurs an: www.<br />

spieshecker.com/ch/de_DE/<br />

training-know-how/how-tovideo-tips4you.html<br />

●<br />

«Unser neues Verpackungsdesign<br />

trägt zu einem professionellen,<br />

reibungslosen und<br />

effizienten Arbeitsprozess bei<br />

– für einen schnellen Griff zum<br />

richtigen Produkt», erklärt Olaf<br />

Adamek, Brand Manager Standox<br />

Europa, Mittlerer Osten<br />

und Afrika. Die wichtigsten<br />

Neuerungen auf den überarbeiteten<br />

Etiketten: Die Produktnamen,<br />

Produktcodes und<br />

Mischlacknummern sind zur<br />

besseren Lesbarkeit besonders<br />

gross abgebildet. Füllerfarben<br />

werden in einem Farbquadrat<br />

eindeutig angezeigt.<br />

Einfache Piktogramme markieren<br />

Materialien wie Verdünner,<br />

Härter und Additive oder<br />

geben Hinweise zur optimalen<br />

Handhabung. Durch die grössere<br />

Farbfläche der charakteristischen<br />

Welle auf den<br />

Standox-Dosen lassen sich<br />

ausserdem die Produkttechnologien,<br />

zum Beispiel Standoblue<br />

und Standohyd, unterscheiden.<br />

Und dank der<br />

verschiedenen Hintergrunddesigns<br />

ist es möglich, Produkte<br />

für PW-, Nutzfahrzeug- und<br />

industrielle Anwendungen eindeutig<br />

zu erkennen.<br />

Die ersten Produkte mit den<br />

Labels im übersichtlichen Design<br />

werden ab sofort ausgeliefert.<br />

●<br />

www.sika.ch<br />

Grössere Produkt- und Farbcodes, ein eindeutiges Kennzeichnungssystem<br />

für die unterschiedlichen Produkttechnologien und Pikto gramme<br />

vereinfachen das professionelle Handling für Standox-Anwender.<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 34 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:30


Aktive Branche<br />

Glasurit / Axalta Coating Systems / RIWAX Chemie<br />

Glasurit­Autoreparaturlacke<br />

Bestellungen erfassen mit der Scan2order-App<br />

Scan2order – zu Deutsch:<br />

«Scanne, um zu bestellen» –<br />

heisst die neue App von Glasurit.<br />

Sebastian Wyder, Technischer<br />

Leiter bei Glasurit<br />

Schweiz, fasst die Vorteile<br />

zusammen: «Carrosserien<br />

können die App für Smartphones<br />

oder Tablets im iTunes<br />

App Store oder im Google Play<br />

Store kostenlos herunterladen.<br />

Die Benutzeroberfläche<br />

passt sich automatisch dem<br />

jeweiligen mobilen Endgerät<br />

an und macht den Bestellvorgang<br />

flexibel und kinderleicht.<br />

Lackierer können damit nun<br />

rund um die Uhr bestellen, an<br />

sieben Tagen die Woche und<br />

überall, zum Beispiel auch direkt<br />

vor dem Mischregal.»<br />

Mit dem Gerät wird der jeweilige<br />

Barcode auf den Produkten<br />

gescannt. Das entsprechende<br />

Produkt erscheint mit<br />

allen notwendigen Informationen<br />

auf dem Display. Gebindegrösse<br />

und Bestellmenge<br />

lassen sich per Fingertipp<br />

oder Tastatur eingeben.<br />

«Selbstverständlich können<br />

unsere Kunden auch bestellen,<br />

ohne die Barcodes zu scannen.<br />

Über die Suchfunktion lassen<br />

sich alle Glasurit­Produkte<br />

rasch finden. Einmal bestellte<br />

Produkte werden überdies in<br />

der Favoritenliste angezeigt.<br />

Das macht den Bestellvorgang<br />

denkbar einfach und schnell.<br />

Auch Zubehörprodukte wie<br />

Schleifmittel oder Polituren<br />

können so bequem bestellt<br />

werden, ganz nach den Bedürfnissen<br />

der Kunden», ergänzt<br />

Wyder.<br />

●<br />

Glasurit bietet Carrosserien einen zusätzlichen Bestellweg an, mit dem<br />

sie Lack- und Zubehörprodukte per Smartphone oder Tablet bestellen<br />

können – nämlich mit einer eigenen App.<br />

Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />

Orange ist das neue Schwarz<br />

Orange vereint die Energie von<br />

Rot und die Fröhlichkeit von<br />

Gelb in einem leuchtenden<br />

Farbton. Es überrascht also<br />

nicht, dass immer mehr Automobilhersteller<br />

Orangetöne in<br />

ihre Farbpalette mitaufnehmen.<br />

Ins Auge sticht hier vor allem<br />

der neue Renault Clio, der am<br />

Genfer Autosalon im März 2019<br />

vorgestellt wurde. Er zeichnet<br />

sich durch einen spektaku<br />

lären, leuchtenden Metallic­<br />

Farbton, genannt Orange<br />

Valencia, aus. Damit Carrosserie­<br />

und Lackierfachbetriebe<br />

bei der Reparatur dieses Serienfarbtons<br />

höchste Farbtongenauigkeit<br />

erzielen können, führt<br />

Cromax das Klarlack­Additiv<br />

AM54 Pure Orange nun auch in<br />

100­ml­ Dosen zum Einfärben<br />

von Klarlack ein. Diese Mischfarbe<br />

kommt in verschiedenen<br />

Tinted­Clearcoat­Rezepturen<br />

zum Einsatz. Das Mischlackkonzentrat<br />

kann auch zur Reparatur<br />

von anderen chromatischen<br />

Orangetönen eingesetzt<br />

werden.<br />

●<br />

Diese Tinte für eingefärbte Klarlacke<br />

hilft Reparatur lackierern,<br />

eine optimale Farbtongenauigkeit<br />

bei der Reparatur dieses beeindruckenden<br />

Serien farbtons zu<br />

erzielen.<br />

RIWAX Chemie AG<br />

Desinfiziert Auto und Hände<br />

Influenza­ und Coronaviren<br />

gehören zu den umhüllten Viren,<br />

d.h., sie sind durch eine<br />

lipidreiche Schicht geschützt.<br />

Da diese äussere Schicht<br />

durch chemische Substanzen<br />

leicht aufgeschlossen werden<br />

kann, werden die Viren durch<br />

Desinfektionsmittel (z.B. Desinex)<br />

angreifbar und verlieren<br />

ihre Infektionskraft.<br />

Desinfektionsmittel ersetzen<br />

keine Reinigung, da sie keinen<br />

Schmutz entfernen. Deshalb<br />

macht es immer Sinn, das<br />

Auto mit den richtigen Reinigern<br />

sauber zu halten.<br />

Desinex wurde auf Basis der<br />

Allgemeinverfügung der Anmeldestelle<br />

Chemikalien über<br />

die Zulassung von Biozid­Produkten<br />

zur Bewältigung von<br />

Ausnahmesituationen in der<br />

RIWAX Chemie AG entwickelt<br />

und hergestellt.<br />

●<br />

Desinex dient sowohl<br />

zur Flächen- wie auch zur<br />

Händedesinfektion.<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0 35<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 35 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:33


Aktive Branche<br />

Axalta Coating Systems<br />

Axalta Coating Systems Switzerland GmbH<br />

Kyburz eRod Fun mit Sea-Glass-Lackierung<br />

Die erfolgreiche Zusammenarbeit<br />

des Schweizer Elektromobil­Herstellers<br />

Kyburz<br />

Switzerland AG<br />

mit Spies<br />

Hecker wird auch 2<strong>02</strong>0 fortgesetzt.<br />

Das Messefahrzeug<br />

von Kyburz erhielt seine Designlackierung<br />

für die Geneva<br />

International Motor Show in<br />

Genf im Spies­Hecker­Lackierzentrum<br />

Campus 105 in<br />

Pratteln und hätte am 3. März<br />

vorgestellt werden sollen.<br />

Zum Einsatz kam dabei Sea<br />

Glass, Axaltas Autofarbe des<br />

Jahres 2<strong>02</strong>0. Das moderne,<br />

schimmernde Türkisblau ist<br />

eine frische, neue Farbe für<br />

alle Fahrzeugtypen, inspiriert<br />

von den Wasserläufen und<br />

Ozeanen der Natur.<br />

Der beliebte eRod Fun ist ein<br />

puristisches, strassenzugelassenes<br />

Sportfahrzeug und<br />

ist bereits unzählige Male auf<br />

Schweizer Strassen anzutreffen.<br />

Eine Ausfahrt mit dem<br />

eRod ist ein unvergleichlicher<br />

Auftritt und ein individuelles<br />

Statement. Auf der Geneva<br />

International Motor Show<br />

konnte er sich wegen der Absage<br />

der Messe nicht zeigen<br />

und später auch nicht auf dem<br />

CUI­Themenforum, das Ende<br />

März hätte stattfinden sollen.<br />

Schade, denn schon auf den<br />

Bildern macht er eine mordsmässige<br />

Falle.<br />

●<br />

Der Kyburz eRod ist seit dem 15. März 2<strong>02</strong>0 im Farbton Sea Glass auch<br />

serienmässig für die Schweizer(innen) verfügbar.<br />

NEU<br />

gyso.ch<br />

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ANGEBOT<br />

swiss automotive aftermarket SAA<br />

Konjunkturbarometer Q1 von der Aktualität<br />

überholt<br />

Am 24. Februar 2<strong>02</strong>0 versendete<br />

der SAA sein vierteljährliches<br />

Konjunkturbarometer. Im Einstieg<br />

hiess es damals noch:<br />

«Nach der erfolgten Erhebung<br />

zeigte sich die aktuelle Situation<br />

im Garagenzulieferbereich gegenüber<br />

dem Vorquartal als<br />

getrübt. Das Niveau ist aber<br />

nach wie vor ansprechend; dies<br />

dürfte gemäss dem SAA Konjunkturbarometer<br />

auch im<br />

1. Quartal 2<strong>02</strong>0 so bleiben.» Die<br />

damals getroffene Prognose<br />

dürfte inzwischen Makulatur<br />

sein. Trotzdem kann man es<br />

auch als eine Art Lichtblick sehen,<br />

nämlich, dass es nach Bewältigung<br />

der aktuellen Krise<br />

wieder weitergehen wird.<br />

Situationsprognose<br />

Gegenüber dem Vorquartal<br />

hatten sich die Werte der im<br />

SAA erhobenen Situationsprognose<br />

leicht verschlechtert.<br />

Beim Umsatz hatte sich die<br />

Qualifikation von «gut» zu «befriedigend»<br />

verschoben. Ebenfalls<br />

einen Rückgang zeigte<br />

der wichtigste Indikator «Ertragslage».<br />

Während bei<br />

30 Pro zent (Vorquartal 29) die<br />

Ertragslage gut war, meldeten<br />

noch 63 Prozent (Vorquartal<br />

71) diese als befriedigend und<br />

sogar 8 Prozent (Vorquartal 0)<br />

als schlecht. Die Beschäftigungslage<br />

empfanden 53 Prozent<br />

(Vorquartal 55) als gut,<br />

und sogar 48 Prozent (Vorquartal<br />

43) als befriedigend<br />

und keine (Vorquartal 2) der<br />

Firmen als schlecht.<br />

Trendprognose für das<br />

1. Quartal 2<strong>02</strong>0 am 24.2.<br />

«Die Werte der Trendprognose<br />

lassen auch für das 1. Quartal<br />

2<strong>02</strong>0 kaum Veränderungen<br />

erwarten», hiess es damals<br />

noch. Die Mehrheit der Meldenden<br />

(86 Prozent) prognostizierte<br />

eine gleichbleibende bis<br />

bessere Ertragslage, wobei die<br />

Tendenz eher auf gleichbleibend<br />

63 Prozent (Vorquartal<br />

55) als besser 23 Prozent (Vorquartal<br />

26) umgeschwenkt war.<br />

Leider erwarteten noch immer<br />

15 Prozent (Vorquartal 19) der<br />

Meldenden eine Verschlechterung<br />

der Ertragslage.<br />

Ähnlich präsentierten sich die<br />

Zahlen beim Personalbestand:<br />

gleichbleibend 75 Prozent (Vorquartal<br />

76), zunehmend 23 Prozent<br />

(Vorquartal 19) und abnehmend<br />

3 Prozent (Vorquartal 5).<br />

Die Kurzarbeit plante damals<br />

keine der befragten Firmen einzuführen.<br />

(Quelle: SAA)<br />

36 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 36 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:44


Aktive Branche<br />

Akzo Nobel<br />

Akzo Nobel Car Refinishes AG<br />

Schnell und einfach bestellen dank Strichcodes<br />

Amedeo Bonorva, Vertriebsleiter<br />

AkzoNobel VR Schweiz, übergab<br />

den neuen AkzoNobel-<br />

Lackierzubehörkatalog persönlich<br />

an Dominik Freuler, Inhaber<br />

Freuler AG, Benken.<br />

Die geballte Ladung Lackierequipment<br />

finden Kunden ab<br />

sofort im neuen Zubehörkatalog<br />

von AkzoNobel. Übersichtlich<br />

und klar strukturiert liefert<br />

das umfangreiche Nachschlagewerk<br />

alle notwendigen<br />

Hilfsmittel der hauseigenen<br />

Premium-Marken. Wichtigste<br />

Neuerung für den Kunden: Jeder<br />

Artikel ist mit einem eigenen<br />

Barcode abgebildet. Damit<br />

lassen sich die Non-Paint-Produkte<br />

noch schneller und einfacher<br />

bestellen. Es genügt,<br />

mit dem Scanner die Strichcodes<br />

zu erfassen, und schon<br />

stehen alle notwendigen Daten<br />

zur Verfügung und der<br />

Bestellvorgang kann umgehend<br />

digital erfolgen. «Der<br />

optimierte Bestellprozess mit<br />

Barcodes ist eine logische<br />

Fortführung unserer digitalen<br />

Farbtontechnologie. Unsere<br />

Kunden erhalten neben der<br />

digitalen Farbtonabstimmung<br />

und -ermittlung eine weitere<br />

Möglichkeit, ihrem Wettbewerb<br />

einen Schritt voraus zu<br />

sein», betont Simon Handke<br />

Marketingleiter AkzoNobel VR<br />

DACH. Mit einer Erweiterung<br />

um rund 50 Seiten ist der neue<br />

Zubehörkatalog zudem umfangreicher<br />

und informativer<br />

geworden. <br />

●<br />

AkzoNobel<br />

Freigaben von<br />

Honda Motor<br />

Europe verlängert<br />

Honda Motor Europe verlängert<br />

die Zulassung der<br />

AkzoNobel-Premium-Lackmarken<br />

Sikkens und Lesonal<br />

für die Reparatur von<br />

Honda-Fahrzeugen in Europa<br />

bis zum Jahr 2<strong>02</strong>4. Zur<br />

Unterstützung der hochwertigen<br />

Produkt- und Servicestandards<br />

von Honda<br />

umfasst der Fünfjahresvertrag<br />

Lieferung und Support.<br />

(Quelle: AkzoNobel)<br />

DIE 5 STERNE CARROSSERIEBETRIEBE<br />

UNSER KNOW-HOW MACHT DEN UNTERSCHIED<br />

Produktiver, effizienter, erfolgreicher : werden Sie jetzt zertifiziertes Mitglied des bevorzugten<br />

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Wir unterstützen Sie gerne - nach Ihrem Gusto.<br />

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<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>037<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_33-37_P94680-1_A 37 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:46


Bildung<br />

TOP-Ausbildungsbetrieb<br />

Pestalozzi-Jugendstätte Burghof<br />

TAB Stufe 3 für Zürcher<br />

Berufsbildungsheim<br />

Die Pestalozzi-Jugendstätte Burghof in Dielsdorf ZH schreibt Ausbildungsgeschichte. Seit Kurzem nämlich<br />

zählt die Lernstätte des Berufsbildungsheims zu den sieben Carrosseriebetrieben, die innerhalb des<br />

Labels «TOP-Ausbildungsbetrieb» die höchste Stufe 3 erreicht haben. Im Kanton ist sie sogar die einzige.<br />

Ein Blick zurück<br />

Wer in der Dielsdorfer Pestalozzi-Jugendstätte<br />

lebt – eine Institution der Stiftung<br />

Zürcher Kinder- und Jugendheime –, hat<br />

es nicht immer einfach gehabt in seinem<br />

bisherigen Leben. Und er trägt einen Rucksack<br />

an Erfahrungen mit sich, der sehr<br />

schnell sehr schwer werden kann. Aktuell<br />

sind dort dreissig junge Männer in verschiedenen<br />

Berufszweigen in Ausbildung<br />

– auch im «Ressort Automobil», wo es interessante<br />

Möglichkeiten gibt. Unter anderem<br />

kann man sich in der Autowerkstatt<br />

zum «Automobil-Fachmann EFZ» oder in<br />

den Berufszweigen «Carrosseriespengler/-in<br />

EFZ» und «Carrosserielackierer/-in<br />

EFZ» ausbilden lassen. Und das vollumfassend:<br />

In der Pestalozzi-Jugendstätte<br />

Burghof wird nicht nur das praktische Arbeiten<br />

gelehrt, sondern die Lernenden<br />

erhalten im Hause Berufsschulunterricht<br />

und besuchen dort auch die üK-Kurse.<br />

Der Leitsatz «Erst Organisation macht Bildung möglich» wird von ihnen vorgelebt (v. l.):<br />

Marc Zaba und Emil Fuchs (Spengler), Besnik Syla und Vebi Kërgeli (Lackierer).<br />

Zur Erinnerung: Wer sich mit der «3»<br />

schmücken möchte, muss viel leisten –<br />

zum Beispiel eine hohe Betriebsinfrastruktur<br />

bereitstellen, seine Ressourcen<br />

und das Know-how des Berufsbildners<br />

nachweisen und die Lernenden während<br />

der gesamten Ausbildungszeit eng begleiten<br />

und betreuen. Darüber hinaus<br />

wird die vorgängig vom Betrieb erstellte<br />

Selbstbeurteilung an einem Assessment<br />

genauso überprüft wie die Umsetzung<br />

der Methode «Entdeckendes Lernen».<br />

Entdeckendes Lernen<br />

Diese Aufgaben verantwortet Emil Fuchs<br />

zusammen mit Berufskollege Marc Zaba:<br />

Sie bilden drei Carrosseriespengler-Lehrlinge<br />

aus und geben, wie alle anderen<br />

Lehrpersonen, ihre Erkenntnisse aus den<br />

TAB-Weiterbildungen in die verschiedenen<br />

Ausbildungsbereiche der Jugendstätte<br />

weiter. Das ist auch mit ein Grund,<br />

weshalb «Entdeckendes Lernen» in den<br />

Werkstätten richtiggehend gelebt wird.<br />

«Bei uns können sich die Jugendlichen<br />

von Beginn weg an Arbeiten versuchen,<br />

die eventuelle Fehler verzeihen und sogar<br />

erlauben», sagt Fuchs. Und meint<br />

damit, dass er und sein Kollege projektbezogen<br />

mit den Auszubildenden arbeiten<br />

dürfen. Beispielsweise an einem Fiat,<br />

den der Burghof als Übungsobjekt geschenkt<br />

bekommen hat. Einen weiteren<br />

Vorteil sieht der Ausbildner darin, dass<br />

seine Schützlinge ihr erlerntes theoretisches<br />

Wissen gleich nach dem Unterricht<br />

in die Praxis umsetzen können. Trotzdem<br />

unterscheiden sich ihre Arbeiten von denen<br />

in herkömmlichen Betrieben, weil sie<br />

nicht nur Kundenarbeiten leisten. Seine<br />

Erfahrung: «Trotz der engen Betreuung<br />

verlieren wir am Anfang der Lehre viel<br />

Zeit. Die Jungs müssen sich erst mit der<br />

neuen Situation zurechtfinden. Sie kommen<br />

in eine neue Tagesstruktur, eine an-<br />

38 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_38-39_P94680-1_A 38 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:25


Bildung<br />

TOP-Ausbildungsbetrieb<br />

Interessante und umfassende Arbeit am Kundenauto: Dieser Opel verlangt nach den heilenden Händen eines versierten Carrossiers.<br />

dere Lebenssituation und zusätzlich in ein<br />

ungewohntes Arbeitsverhältnis.»<br />

Vom Nutzen des Labels überzeugt<br />

Fragt man Emil Fuchs nach den Herausforderungen<br />

auf dem Weg zu TAB 3, waren<br />

die nicht besonders gross. «Im Organisationskonzept<br />

unseres Heimes sind schon<br />

sehr viele der erforderlichen Qualitätsstandards<br />

enthalten. Wir haben lediglich<br />

noch ein paar Anpassungen vorgenommen»,<br />

fasst der Pädagoge zusammen.<br />

Dass die TAB-Zertifizierung sehr viel bringt<br />

und bewirkt, davon ist Emil Fuchs zu hundert<br />

Prozent überzeugt. «Wir rekrutieren<br />

keine Lernende, können aber dank der<br />

regelmässigen Rezertifizierung den hohen<br />

Qualitätsstandard nicht nur erhalten, sondern<br />

auch nach aussen belegen.»<br />

Immer am Ball bleiben<br />

Um «an der Front und beruflich à jour zu<br />

sein», sind Fuchs und seine Kollegen als<br />

Prüfungsexperten unterwegs und die<br />

Jugendstätte Burghof ist Mitglied vom<br />

Schweizerischen Carrosserieverband<br />

«<strong>car</strong>rosserie suisse» sowie beim Verband<br />

der Berufsschullehrer. Gleichzeitig findet<br />

ein regelmässiger Erfahrungsaustausch<br />

mit anderen Berufsschullehrern und Vertretern<br />

von überbetrieblichen Kursen<br />

statt, was vor allem im Kontakt mit den<br />

Behörden, welche Lernende im Burghof<br />

einweisen, ein nicht zu unterschätzendes<br />

Signal aussendet. «Hier hilft uns das Label<br />

TAB 3 sehr, denn mit diesem Qualitätsmanagement<br />

können wir belegen,<br />

dass unsere Ausbildung auf sehr hohem<br />

Niveau stattfindet und auch regelmässig<br />

überprüft wird», ist Fuchs überzeugt. Sein<br />

Fazit: «Es lohnt sich auf jeden Fall, im Bereich<br />

der Förderung von jungen Berufsleuten<br />

immer am Ball zu bleiben.» ●<br />

Text und Bilder: Irene Schneider<br />

Fördert das projektbezogene Arbeiten:<br />

Fiat als Übungsobjekt.<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>039<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_38-39_P94680-1_A 39 20.04.2<strong>02</strong>0 15:12:27


Bildung<br />

Thema<br />

Berufsprüfungen<br />

Carrosseriewerkstattleiter/-in<br />

der Fachrichtungen Lackiererei,<br />

Spenglerei und Fahrzeugbau<br />

August – November 2<strong>02</strong>0<br />

Informationsveranstalltung<br />

Anmeldeverfahren<br />

Ablauf und<br />

Prüfungsorte<br />

6. Mai 2<strong>02</strong>0, 13:00 Uhr, <strong>car</strong>rosserie suisse, Zofingen<br />

Die Anmeldung erfolgt mittels Anmeldeformular, welches<br />

unter www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch/de/news downloadbar ist.<br />

Individuelle praktische Arbeit IPA (Alle Fachrichtungen)<br />

Zeitraum August bis Ende Oktober im Betrieb des Arbeitgebers<br />

Projektarbeit (Alle Fachrichtungen)<br />

Abgabetermin: 16. Oktober 2<strong>02</strong>0<br />

Präsentation und Fachgespräch:<br />

16. – 20. November 2<strong>02</strong>0 im Bildungszentrum Zofingen BZZ<br />

Schriftliche Prüfungen (Alle Fachrichtungen)<br />

30. Oktober 2<strong>02</strong>0 im Bildungszentrum Zofingen BZZ<br />

Mündliche Prüfungen (Alle Fachrichtungen)<br />

16. – 20. November 2<strong>02</strong>0 im Bildungszentrum Zofingen BZZ<br />

Prüfungsgebühren<br />

Anmeldetermin<br />

CHF 1‘700. – (Alle Fachrichtungen)<br />

Reise-, Unterkunfts-, Verpflegungs- und Versicherungskosten (Unfall<br />

und Krankheit) gehen zu Lasten der Kandidaten.<br />

Montag, 25. Mai 2<strong>02</strong>0 (Poststempel)<br />

„Eingeschrieben“ an<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse<br />

Abteilung Berufsbildung<br />

Forstackerstrasse 2B<br />

4800 Zofingen<br />

T 062 745 31 93<br />

Wichtig!<br />

Später abgestempelte Anmeldungen können durch die Prüfungskommission<br />

nicht mehr berücksichtigt werden!<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse<br />

Für die Prüfungskommission<br />

Der Präsident, Martin Rusterholz, Wädenswil<br />

40 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_40-41_P94680-1_A 40 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:16


Bildung<br />

Thema<br />

Esami professionali<br />

Capo/Capa officina di <strong>car</strong>rozzeria<br />

Specializzazione verniciatura, lattoneria e<br />

fabbricazione di veicoli<br />

Agosto – Novembre 2<strong>02</strong>0<br />

Incontro informativo<br />

Si prega di contattare la Segretariato di <strong>car</strong>rosserie suisse<br />

Procedura d‘iscrizione<br />

Svolgimento e<br />

luoghi degli esami<br />

L‘iscrizione avviene tramite il formulario d‘iscrizione<br />

Download: www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch/de/news<br />

Lavoro pratico individuale LPI (tutte le specializazzioni)<br />

Periodo agosto fino alla fine di ottobre nell‘azienda del datore di<br />

lavoro<br />

Documentazione del progetto (tutte le specializazzioni)<br />

Termine di consegna: 16 ottobre 2<strong>02</strong>0<br />

Presentazione e discussione tecnica:<br />

16 – 20 novembre 2<strong>02</strong>0 nel Istituto della formazione continua,<br />

Camorino<br />

Esami scritti (tutte le specializazzioni)<br />

30 ottobre 2<strong>02</strong>0 nel Istituto della formazione continua, Camorino<br />

Esami orali (tutte le specializazzioni)<br />

16 – 20 novembre 2<strong>02</strong>0 nel Istituto della formazione continua,<br />

Camorino<br />

Tassa d‘esame<br />

CHF 1‘700.– (tutte le specializazzioni)<br />

Costi di viaggio, alloggio, vitto e assicurazioni<br />

(infortunio e malattia) sono a <strong>car</strong>ico dei candidati.<br />

Termine d‘iscrizione<br />

Lunedì 25 maggio 2<strong>02</strong>0 (data del timbro postale)<br />

«Raccomandata» a<br />

<strong>car</strong>rosserie suisse<br />

Dipartimento formazione professionale<br />

Forstackerstrasse 2B<br />

4800 Zofingen<br />

T 062 745 31 93<br />

Importante!<br />

Iscrizioni col timbro oltre il 25 maggio 2<strong>02</strong>0 non possono più essere preso in<br />

considerazione dalla commissione d‘esame!<br />

<strong>car</strong>rosserie Suisse<br />

Per la commissione d‘esame<br />

Il presidente, Martin Rusterholz, Wädenswil<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>041<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_40-41_P94680-1_A 41 20.04.2<strong>02</strong>0 15:11:17


Bildung<br />

Fahrzeugrestaurator<br />

Interessengemeinschaft Fahrzeugrestauratoren Schweiz<br />

Lehrgang auch in der Romandie<br />

Der eidgenössisch anerkannte Lehrgang zum Fahrzeugrestaurator (Fachrichtung Automobiltechnik) soll<br />

bald auch in der Romandie angeboten werden. Das teilt die Interessengemeinschaft Fahrzeugrestauratoren<br />

Schweiz (IgFS) mit.<br />

Engagieren sich für die Weiterbildung in der Romandie (v. l.): Christian Ackermann, Roland<br />

Bandieri, Jean Dionisotti und Jürg Hofer.<br />

Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 setzt<br />

sich die IgFS als Fachverband für Fahrzeugrestauratoren<br />

aller historischen<br />

Fahrzeuge wie Autos, Lastwagen, Motorräder<br />

und Velos ein. Ein wichtiges<br />

Ziel wurde mit der Schaffung des Berufsbildes<br />

«Fahrzeugrestaurator/-in»<br />

erreicht.<br />

Bereits wurde der fünfte berufsbegleitende<br />

Weiterbildungslehrgang der Fachrichtung<br />

«Autotechnik» mit 18 Teilnehmenden<br />

gestartet, wie IgFS-Präsident Christian<br />

Ackermann erklärt. Ebenso wurde die<br />

zweite Prüfung für die Fach rich tung «Carrosseriespengler/-in»<br />

durch geführt. Noch<br />

im Aufbau befindet sich die Fachrichtung<br />

«Carrosserielackierer/-in».<br />

Inzwischen laufen intensive Arbeiten,<br />

um den Lehrgang «Fahrzeugrestaurator»<br />

in der Romandie zu etablieren. Bildungspartner<br />

werden informiert und<br />

Infoveranstaltungen sowohl für interessierte<br />

Betriebe als auch Kursteilnehmer<br />

ausgerichtet. Dabei darf die IgFS auf die<br />

Unterstützung des «Vétéran Car Club<br />

Suisse Romand» zählen. Dessen designierter<br />

Präsident Roland Bandieri engagiert<br />

sich, indem er als IgFS-Vertreter<br />

für die Romandie Betriebe zusammenführt.<br />

Im Aufbau befindet sich ebenso<br />

ein Gönnerclub für die Romandie, der,<br />

wie sein Deutschschweizer Pendant,<br />

Finanzmittel für die Entwicklung und<br />

Durchführung von Ausbildungslehrgängen<br />

beschafft. Der Westschweizer Gönnerverein<br />

wird von Jean Dionisotti (Aigle)<br />

geführt.<br />

Einen Gang höher schaltet die IgFS bei<br />

ihren Bemühungen um den Wissensaustausch<br />

in der Oldtimerszene. Seit 15. März<br />

ist die Börse «Lernwerkstatt» verfügbar.<br />

Das Online-Werkzeug ermöglicht<br />

es allen Mitgliedbetrieben, in einfachen<br />

Schritten Angebote aufzuschalten. Lehrgangsteilnehmende<br />

sollen diese nutzen,<br />

um ihre Praxis zu festigen und sich fit<br />

für die Prüfungen zu machen.<br />

2009 entstand aus der damaligen Fé dération<br />

Suisse des Véhicules Anciens,<br />

heute Swiss Historic Vehicle Federation<br />

(SHVF), heraus die Idee, in der Schweiz<br />

einen Fachverband und ein neues Berufsbild<br />

«Fahrzeugrestauratorin / Fahrzeugrestaurator»<br />

zu schaffen. Laut <strong>car</strong>rosserie<br />

suisse ist allerdigs in den<br />

nächsten Jahren in der Romandie kein<br />

Fahrzeugrestaurator-Lehrgang für die<br />

Fachrichtungen Carrosseriespengler/-in<br />

und Carrosserielackierer/-in geplant. ●<br />

Redaktion: Henrik Petro<br />

An wertvolle Raritäten – wie diese von Hermann Graber <strong>car</strong>rossierten Einzelstücke – sollten nur<br />

ausgebildete Spezialisten Hand anlegen.<br />

42 <strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>0<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_42-42_P94680-1_A 42 20.04.2<strong>02</strong>0 15:20:06


Bildung<br />

Kursübersicht 2<strong>02</strong>0<br />

Kursübersicht 2<strong>02</strong>0<br />

Anmeldungen nehmen wir gerne über unsere Website www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch entgegen.<br />

Die Kurse finden Sie stets aktualisiert unter www.<strong>car</strong>rosseriesuisse.ch > Kursangebote.<br />

Technik<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Hochvolt-Techniker (Carrosserie/Lackierer) – TPK 816 23.04.20 30.04.20 Hunzenschwil AG<br />

ABOL Modul I 24.04.20 11.05.20 – 12.05.20 Wollerau SZ<br />

Klimaanlage (Basis) – TPK 125 08.09.20 15.09.20 Hunzenschwil AG<br />

ABOL Modul II 01.09.20 17.09.20 Wollerau SZ<br />

Fahrassistenzsysteme – TPK 154 22.09.20 29.09.20 Hunzenschwil AG<br />

Diese Kurse stehen auch Personen zur Verfügung, welche nicht die jeweilige Weiterbildung besuchen.<br />

Fachbewilligungen<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 23.06.20 30.06.20 Hunzenschwil AG<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 18.08.20 25.08.20 Hunzenschwil AG<br />

Hochvolt-Sicherheit – TPK 500 15.09.20 22.09.20 Hunzenschwil AG<br />

TOP-Ausbildungsbetrieb<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Einstiegskurs TOP-Ausbildungsbetrieb 07.05.20 12.05.20 Zofingen AG<br />

Dialog im Zentrum 06.05.20 13.05.20 Zofingen AG<br />

Ich bin ein attraktiver Ausbildungsbetrieb 01.06.20 08.06.20 Zofingen AG<br />

Wie schaffe ich gute Rahmenbedingungen? 23.06.20 30.06.20 Zofingen AG<br />

Integration ins Team 11.08.20 18.08.20 Zofingen AG<br />

Lerndokumentation 11.08.20 18.08.20 Zofingen AG<br />

Entdeckendes Lernen 24.08.20 26.08.20 + 24.09.20 Zofingen AG<br />

Wie schaffe ich gute Rahmenbedingungen? 25.08.20 01.09.20 Zofingen AG<br />

Individuelles Ausbildungsprogramm 09.09.20 15.09.20 Zofingen AG<br />

Ich bin ein attraktiver Ausbildungsbetrieb 16.09.20 22.09.20 Zofingen AG<br />

BAZ-Kurse (Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Auto- und Zweiradgewerbe)<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 06.05.20 Rothenburg LU<br />

ERFA F – 12.05.20 Egerkingen AG<br />

ERFA G – 12.05.20 Egerkingen AG<br />

asa-control 2<strong>02</strong>4 französisch – 19.05.20 Bussigny VD<br />

ERFA F – 20.05.20 Schlieren ZH<br />

ERFA G – 20.05.20 Schlieren ZH<br />

ERFA F – 09.06.20 Bern BE<br />

ERFA G – 09.06.20 Bern BE<br />

asa-control 2<strong>02</strong>5 – 09.06.20 Egerkingen AG<br />

ERFA F – 18.06.20 Inwil LU<br />

ERFA G – 18.06.20 Inwil LU<br />

asa-control 2<strong>02</strong>6 – 22.06.20 St. Gallen SG<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 24.06.20 Belp BE<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – <strong>02</strong>.07.20 Schlieren ZH<br />

asa-control 2<strong>02</strong>7 – 07.07.20 Schlieren ZH<br />

asa-control 2<strong>02</strong>8 – 11.08.20 Bern BE<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 13.08.20 Othmarsingen AG<br />

asa-control 2<strong>02</strong>9 – 18.08.20 Egerkingen AG<br />

asa-control 2030 – 24.08.20 Horw LU<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – 27.08.20 St. Gallen SG<br />

Grundkurs für neue Kopas und Mitglieder – <strong>02</strong>.09.20 Belp BE<br />

Das komplette aktuelle BAZ-Kursprogramm finden Sie auf www.safetyweb.ch (Rubrik Kurse).<br />

Branchenspezifische Berufsbildnerkurse<br />

Kurs Anmeldeschluss Kursdaten Kursort<br />

BBK-<strong>car</strong>rosserie suisse 2<strong>02</strong>0-01 24.08.2<strong>02</strong>0 31.08.2<strong>02</strong>0 – 08.09.2<strong>02</strong>0 Bern<br />

BBK-<strong>car</strong>rosserie suisse 2<strong>02</strong>0-<strong>02</strong> 29.09.2<strong>02</strong>0 06.10.2<strong>02</strong>0 – 14.10.2<strong>02</strong>0 Zofingen AG<br />

BBK-<strong>car</strong>rosserie suisse 2<strong>02</strong>0-03 17.11.2<strong>02</strong>0 24.11.2<strong>02</strong>0 – 09.12.2<strong>02</strong>0 Zürich<br />

<strong>car</strong>rossier Nr. 2 / April 2<strong>02</strong>043<br />

<strong>car</strong>_2<strong>02</strong>0_<strong>02</strong>_43-43_P94680-1_A 43 20.04.2<strong>02</strong>0 15:21:01


einkaufsführer<br />

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Fax 044 931 44 55<br />

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2018 fertiggestellter Neubau von Wohn- und Geschäftshaus.<br />

Carrosserie Diethelm AG<br />

«Wir bürgen mit unserem Namen<br />

für Qualität»<br />

Es ist nicht das erste Mal, dass wir es mit einem Familienbetrieb zu tun haben. Aber bei der Familie<br />

Diethelm kann man mit Fug und Recht davon sprechen. Von sechs Angestellten des Carrosseriebetriebs<br />

in Tuggen sind vier aus der Familie – eine ziemlich einzigartige Konstellation.<br />

Gerade eben sind die Schulen geschlossen<br />

und das öffentliche Leben auf ein<br />

Minimum reduziert worden, als ich in Tuggen<br />

ankomme. Hier in der weiten Linthebene<br />

ist wenig davon zu sehen. Denn im<br />

Eck zwischen den Kantonen Schwyz,<br />

Glarus und St. Gallen herrscht eine friedliche<br />

Idylle. Die Carrosserie Diethelm AG<br />

steht am Rande der grossen Ebene, im<br />

Bezirk March, danach nur Wiesen und der<br />

Blick auf die Glarner Berge. Daran wird<br />

sich auch mit fortschreitender Pandemie<br />

wohl wenig ändern, da schon eine angenehme<br />

Leere vorherrscht.<br />

Vater, Mutter, zwei Söhne und eine<br />

Schwiegertochter im Betrieb<br />

André Diethelm ist schon «ewig», wie er<br />

meint, mit seiner Ehefrau Heidi zusammen,<br />

schon bevor er Carrossier wurde.<br />

Aus der Ehe gingen zwei Söhne und eine<br />

Tochter hervor. Der ältere Sohn, Patrick<br />

Diethelm, ist heute für die Spenglerei und<br />

zusammen mit Vater André für den Kundendienst<br />

zuständig. René Diethelm, der<br />

jüngere der beiden, kümmert sich um die<br />

Lackiererei und Mutter Heidi sorgt für<br />

Administration und Buchhaltung. Sporadisch<br />

ist auch schon Schwiegertochter<br />

Petra, die Ehefrau von René Diethelm, im<br />

Betrieb. Kein Wunder, dass René Diethelm<br />

auf die Frage nach ihrem Alleinstellungsmerkmal<br />

antwortet: «Wir bürgen<br />

schliesslich alle drei mit unserem Namen<br />

für die Qualität unserer Arbeit.» Das ist<br />

vollkommen nachvollziehbar. Und zudem<br />

habe der familiäre Betrieb einen Sympathiebonus.<br />

Ganz ohne Angestellte geht es<br />

dann aber doch nicht. Seit Jahren sind sie<br />

in der Werkstatt zu fünft: drei Diethelms<br />

und zwei Angestellte.<br />

Das Selbständigkeitsgen<br />

vom Vater geerbt<br />

Als André Diethelm seine Lehre abgeschlossen<br />

hatte, fragte ihn sein Vater:<br />

«Willst du ein Leben lang für andere arbeiten<br />

oder für dich?» Das war für ihn die<br />

Initialzündung. So gründete er 1979<br />

schon als 21-Jähriger seine eigene Firma<br />

und zog aus dem Glarnerland nach<br />

Schübelbach. Dort fand er geeignete<br />

Räumlichkeiten, in die er eine Lackierkabine<br />

einbauen konnte. Aller Anfang ist<br />

schwer, aber mit der Zeit schaffte er es,<br />

sich einen Kundenstamm zu erarbeiten.<br />

Zudem half ihm, dass sein damaliger Ver­<br />

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Unter der Lupe<br />

Carrosserie Diethelm AG<br />

mieter gleich nebenan Kommunal- und<br />

Pistenfahrzeuge herstellte und ihm immer<br />

wieder Lackieraufträge zuhielt. Nach<br />

einem Jahr kam ein Lackierer hinzu und<br />

ein weiteres Jahr später ein Carrosseriespengler.<br />

1985 fand er dann die Liegenschaft<br />

in Tuggen, ein Wohnhaus mit<br />

grosser Halle, die er erwerben konnte.<br />

Für die Carrosserie-Werkstatt erstellte<br />

er einen Neubau und zog 1986 ein. Die<br />

Halle war schon vor dem Kauf vermietet<br />

und dabei beliess er es vorläufig.<br />

Nach und nach wurde das Geschäft grösser.<br />

2006 übernahm er einen Teil der Halle<br />

und baute eine zweite Lackierkabine<br />

ein. 2012 hatte das Geschäft eine Grösse<br />

erreicht, die die ganze Halle benötigte. Als<br />

sich dann abzeichnete, dass beide Söhne<br />

ins Geschäft einsteigen würden, entschied<br />

er sich für einen kompletten Neubau,<br />

da die Räumlichkeiten veraltet und<br />

wenig praktisch waren. 2018, kurz vor<br />

dem 40-jährigen Jubiläum, war dann der<br />

Neubau bezugsbereit.<br />

Basteln am Suzuki-Jeep statt am Töffli<br />

Dass beide Söhne sich für die Tätigkeit<br />

des Papas begeistern konnten, war relativ<br />

schnell klar. Vor allem der jüngere,<br />

René, hielt sich schon als kleiner Bub viel<br />

und gerne in der Werkstatt auf. Als dann<br />

die Töfflizeit kam, kaufte Vater André einen<br />

alten Suzuki-Jeep, den er mit René<br />

komplett restaurierte. Als dieser dann alt<br />

genug war und mit der grünen Nummer<br />

fahren durfte, unternahm der Jüngling<br />

dann schon mal längere Touren, statt auf<br />

dem Töffli wie alle anderen eben im Jeep.<br />

Vater Diethelm erzählt amüsiert, eines<br />

Tages habe René angerufen und gefragt:<br />

«Du, Papa, ich bin jetzt in Sargans. Wo<br />

muss ich durchfahren?» Die Beziehung<br />

zwischen Vater und Söhnen war immer<br />

gut. Aber auch zwischen den beiden Brüdern<br />

herrschte immer eine enge Verbindung.<br />

Wo der eine die Lehre macht, da<br />

macht sie auch der andere. Und so wird<br />

der Ältere zum Ausbildner des Jüngeren.<br />

Kein Wunder also, dass sie beide ab 2015<br />

auch im Geschäft des Vaters mitmachen<br />

wollen.<br />

Die Gretchenfrage:<br />

Und wer ist jetzt der Chef?<br />

Nun stellt sich schon bei Nachfolgeregelungen<br />

in einfacheren Konstellationen die<br />

Frage nach den Herausforderungen einer<br />

Übergabe. Kann jemand, der ein Vollblutselbständiger<br />

ist, den Betrieb von Grund<br />

auf aufgebaut hat, auch loslassen? Und<br />

wie regelt man die Übergangszeit, wenn<br />

statt eines Nachfolgers gleich zwei zur<br />

Verfügung stehen? Im Gespräch mit den<br />

Dreien wird klar: ganz ohne Probleme.<br />

Offenbar sind die Diethelms seit jeher<br />

eine gut funktionierende Familiengemein­<br />

Carrosserie Diethelm AG<br />

Im Porträt<br />

André Diethelm, Gründer und Inhaber<br />

Vater und Mutter Diethelm mit den beiden Söhnen<br />

Die Carrosserie Diethelm AG in Tuggen ist<br />

ein Familienbetrieb, der – 1979 gegründet<br />

– gerade sein vierzigstes Jubiläum in<br />

komplett neu erstellten Wohn- und Geschäftsräumen<br />

feiern konnte. Der Betrieb<br />

wird von Vater Diethelm mit seinen beiden<br />

Söhnen in einer Übergangsphase geführt.<br />

Aktuell gehören noch je ein Spengler und<br />

ein Lackierer zum Team. Die Administration<br />

wird von Heidi Diethelm geführt und<br />

geht nach und nach an Petra Diethelm<br />

über. Neben den klassischen Spenglerund<br />

Lackierarbeiten bietet das Unternehmen<br />

auch Oldtimerrestaurierungen und<br />

Motorradlackierungen an.<br />

Auf Herausforderungen der Zukunft, wie<br />

die beginnende Elektromobilität, wollen<br />

die beiden Söhne proaktiv mit Weiterbildungen<br />

reagieren.<br />

Der Betrieb ist Allianz-Partner. Weitere<br />

Partnerschaften sind in Vorbereitung.<br />

Diethelms Motto: «Lieber weniges gut machen<br />

als vieles halbherzig.»<br />

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Unter der Lupe<br />

Carrosserie Diethelm AG<br />

Die nächste Generation: René und Petra<br />

Diethelm mit Nachwuchs.<br />

Ersatzwagen vor der neuen Kundenannahme.<br />

Auch schon fast Teil der Familie: Lackierer<br />

Beluli Shkelzen …<br />

Blick in die Weite der Linthebene und die Glarner Alpen.<br />

… und Spengler Mohammed Ahmad.<br />

schaft ohne Konflikte oder vollkommen<br />

divergierende Charaktere. Auf meine Frage,<br />

wie das denn sei, wenn der Vater<br />

plötzlich auch noch der Chef sei, meint<br />

Patrick: «Wir kennen es nicht anders. Wir<br />

sind so erzogen worden. Und im Geschäft<br />

geht es um die Arbeit.» Worauf Vater<br />

André lachend hinzufügt: «Vater und Chef<br />

gleichzeitig, das war eine Doppelbelastung!»<br />

Heute haben sie sich gut arrangiert.<br />

Der Betrieb ist in eine AG umgewandelt<br />

worden, die beiden Söhne sind<br />

beteiligt. Der Senior kümmert sich um die<br />

Stammkundschaft, zu der er eine langjährige<br />

Beziehung hat. Neukunden gehen<br />

vor allem an Patrick, der sich gerne um<br />

Administratives und den Kundendienst<br />

kümmert. René ist eher der Macher. Wenn<br />

er lackieren könne, mit den Händen arbeiten,<br />

dann sei er glücklich.<br />

Ein geordneter Ausstieg aus den<br />

«Fesseln» der Selbständigkeit<br />

André Diethelm kommt im Gespräch immer<br />

wieder auf die Selbständigkeit zu<br />

sprechen. Vor allem, wenn man neben<br />

der Werkstatt wohne, sei es nicht einfach,<br />

Privat- und Arbeitsleben zu trennen. An<br />

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Ein Leckerbissen für einen Spengler.<br />

Da funkeln nicht nur die Augen von Autofans.<br />

Petra Diethelm an ihrem Arbeitsplatz. René Diethelm konzentriert bei seiner Arbeit. Patrick Diethelm übernimmt auch gerne den<br />

Kundendienst.<br />

einem regnerischen Sonntagnachmittag<br />

statt vor dem Fernseher zu sitzen mal<br />

kurz in die Werkstatt zu gehen, sei eben<br />

verführerisch. Früher, als die Kinder noch<br />

klein waren, habe es abends eben dazugehört,<br />

wenn die Kinder im Bett waren,<br />

nochmals an die Arbeit zu gehen. Er wolle<br />

auch gar nicht klagen. Dafür hätte er<br />

Freiheiten und Chancen gehabt, die Angestellte<br />

nicht hätten. Zum Beispiel, immer<br />

um seine Familie herum zu sein. Auch<br />

sein Hobby, das Kartfahren, sei zu einer<br />

Familienangelegenheit geworden. Die<br />

diesbezüglichen Termine in der Agenda<br />

waren unverrückbar. Für ein Rennweekend<br />

Familie und Material in einen Bus<br />

packen und 300 km zu fahren, war für<br />

alle Abenteuer und Erholung, auch wenn<br />

dies andere vielleicht nicht verstehen<br />

können. In den letzten Jahren, die durch<br />

den Neubau geprägt waren, musste er<br />

diesbezüglich ein bisschen kürzer treten.<br />

Aber die Söhne, wie könnte es anders sein<br />

bei Diethelms, führen das Hobby weiter.<br />

Jetzt freuen sich André und Heidi Diethelm<br />

auf einen «geordneten Ausstieg»<br />

aus der Selbständigkeit. Sie möchten<br />

zwar nicht sofort ganz aufhören mit der<br />

Arbeit. Aber sich nach und nach mehr<br />

Freiheiten nehmen, das schon. Einen<br />

Spaziergang unter der Woche, das Motorrad<br />

reaktivieren, ab und an aufs Kart,<br />

das habe jetzt Platz, meint ein sichtlich<br />

entspannter André Diethelm. Mit den<br />

beiden Söhnen und der Schwiegertochter<br />

im Geschäft haben sie ideale Voraussetzungen<br />

geschaffen, um die geliebte<br />

Selbständigkeit nicht ganz aufgeben zu<br />

müssen und schön geordnet in den<br />

wohlverdienten Ruhestand zu segeln.<br />

André Diethelm meint dazu: «Mein Ziel<br />

ist es, dass ich in zwei Jahren, mit 64, in<br />

die Werkstatt kommen und fragen kann,<br />

ob es etwas zu tun gibt.» In 40 Jahren<br />

Selbständigkeit hätte er nie blau machen<br />

können. Das solle sich jetzt ändern. ●<br />

Text und Bilder: Pino Stranieri<br />

Die Spritzkabine ist das Reich von René Diethelm.<br />

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