jahresbericht 2008 - Innovationsstiftung Hamburg

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jahresbericht 2008 - Innovationsstiftung Hamburg

JAHRESBERICHT 2008

IDEEN BEWEGEN


Nanopartikel mit ganz besonderen optischen Eigenschaften werden vom

Centrum für Angewandte Nanotechnologie GmbH (CAN) für Anwendungen

in der Medizin entwickelt.


Inhalt

Vorwort des Kuratoriumsvorsitzenden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4

Vorwort des Vorstands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5

Arbeit der Stiftung

Für den Erfolg innovativer Unternehmen: Die Arbeit der Innovationsstiftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6

Durch Kooperation schneller am Ziel: Technologietransfer-Projekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10

„Wir haben vieles gelernt“: Der nachhaltige Nutzen von F&E . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14

Porträts

Martina Prox . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8

Reinhard Bredehorst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12

Andreas Mohr und Eberhard Runge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16

Förderprojekte im Jahr 2008 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18

Förderprogramm der Innovationsstiftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .20

Programm für Innovation (Profi) der Behörde für Wirtschaft und Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .22

Logistik-Förderprogramm der Behörde für Wirtschaft und Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .23

Life Science-Förderprogramm der Behörde für Wissenschaft und Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .24

Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2008 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .26

Gremien der Stiftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .29

Anhang

Informationen für Antragsteller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .30

Gliederung des Förderantrags . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .32

Richtlinien für die Gewährung von Finanzhilfen als Projektförderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .34

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .39


VORWORT

Immer im Fokus:

der innovative

Hamburger Mittelstand

Innovationen sind die wichtigste Quelle des Wachstums

in industrialisierten Ländern . Man denkt bei Innovationen

gern an große Betriebe mit riesigen Forschungslabors . Aber

es sind nicht nur die Unternehmen mit den bekannten

Namen, die Neuheiten auf den Markt bringen . Auch viele

kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind mit ihren Innovationen

erfolgreich .

Als CoreMedia AG vor gut zehn Jahren bei der Innovations

stiftung Fördermittel für die Entwicklung eines Content-Management-Systems

(CMS) beantragte, gab es bei

dem Hamburger Softwareunternehmen ein Dutzend Stellen

. Heute ist CoreMedia Technologieführer für CMS und

digitales Rechte-Management, verkauft seine Produkte auf

fünf Kontinenten und beschäftigt 150 Mitarbeiter .

Auch DERMALOG Identification Systems GmbH beliefert

Kunden in der ganzen Welt . Das 1995 in Hamburg gegründete

Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von

biometrischen Systemen zur Personenidentifikation spezialisiert

. Die ebenfalls von der Innovationsstiftung geförderte

seca gmbh & co . kg . ist Weltmarktführer für medizinisches

Wiegen und ein hervorragendes Beispiel dafür, dass gelungene

Innovationen ein nachhaltiges Erfolgsrezept sind: Das

familiengeführte Unternehmen existiert schon seit Mitte

des 19 . Jahrhunderts .

Ziel der Innovationsstiftung ist es, die Innovationsbereitschaft

und Innovationsfähigkeit von Hamburger KMU zu

erhöhen, denn die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts

ist letztlich immer die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

. 17 Millionen Euro aus Erträgen ihres Kapitals hat die

Stiftung bis heute für Forschung und Entwicklung (F&E) in

Hamburger KMU zur Verfügung gestellt . Die rund 70 aus

Stiftungsmitteln geförderten F&E-Projekte haben ein Gesamtvolumen

von 44 Millionen Euro .

Die Arbeit der Innovationsstiftung zeichnet sich durch die

kompetente Vergabe von Fördermitteln und die engagierte

Unterstützung innovativer Unternehmen aus . Der Senat hat

die Stiftung deshalb beauftragt, auch die F&E-Programme

zu betreuen, die aus Mitteln des Hamburger Haushalts finanziert

werden .

2009 wird zu den schon seit mehreren Jahren bestehenden

Projektträgerschaften der Stiftung für das Life Science-

Programm der Behörde für Wissenschaft und Forschung

sowie das Logistik-Programm und das Programm für Innovation

der Behörde für Wirtschaft und Arbeit eine weitere

hinzukommen: Die Innovationsstiftung wird im Auftrag der

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt das Förderprogramm

für Klimaschutz in der Produktentwicklung und bei

technologischen Innovationen in den Bereichen Energieerzeugung

und -umwandlung betreuen .

Zu einer eigenen Erfolgsgeschichte hat sich das Projekt

Mittelstandsförderinstitut (MFI) entwickelt . In Gesprächen

der Stiftung mit Unternehmen hatte sich immer wieder gezeigt,

dass viele Förderprogramme gar nicht bekannt sind .

Aus dieser Erfahrung entstand die Idee, ein Beratungsangebot

für alle Hamburger KMU und Gründer zu schaffen, die

auf der Suche nach dem passenden Förderprogramm sind .

Die Nachfrage übertraf alle Erwartungen; inzwischen hat

das Anfang 2005 gestartete MFI weit über 1 .000 Unternehmen

und Gründer beraten .

Die Innovationsstiftung richtet ihre Arbeit konsequent

am Bedarf der innovativen mittelständischen Unternehmen

aus . Für den Hamburger Senat wird die Stiftung auch in

Zukunft ein ganz wesentlicher Bestandteil der Mittelstandsförderung

und der Technologiepolitik sein .

Carsten Frigge

Vorsitzender des Kuratoriums

der Innovationsstiftung Hamburg

4 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Innovationsförderung

für wissensintensive

Dienstleistungen

Die in Deutschland und besonders in Hamburg zuneh-

mende wirtschaftliche Bedeutung von Dienstleistungen

macht es erforderlich, Wissen nicht nur in einem rein

technischen Sinn zu begreifen . Innovationen im Dienstleistungssektor

sind oft wissensintensiv, gleichzeitig aber häufig

auch durch geringe Technologieintensität geprägt . Dies

macht solche Innovationen schwer fassbar für die typischen

Förderprogramme für Forschung und Entwicklung – gefördert

werden üblicherweise nur Ausgaben für die Entwicklung

von technischen Innovationen .

Die von der Bundesregierung beauftragte Expertenkommission

für Forschung und Innovation hat in ihrem Jahresgutachten

2009 darauf hingewiesen, dass die Bedeutung

wissensintensiver Dienstleistungen noch immer unterschätzt

wird . Das Augenmerk bei der Innovationsförderung

und dem Wissenstransfer aus Hochschulen sollte nach Auffassung

der Expertenkommission nicht nur auf technischnaturwissenschaftliche

Disziplinen gerichtet werden, denn

der Beitrag von Innovationen im Dienstleistungssektor zu

Produktivitätswachstum und Wohlstand sei genauso bedeutend

wie der Beitrag technologisch getriebener Innovationen

.

Technisch-naturwissenschaftliche Disziplinen bleiben zwar

immens wichtig, aber sie sind nicht die einzige Quelle von

Innovationen . Es ist daher sinnvoll und notwendig, auch

solche Projekte, die auf innovative Dienstleistungen zielen,

in den Förderprogrammen für Forschung und Entwicklung

stärker zu berücksichtigen .

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

Die Innovationsstiftung fördert bereits in verschiedenen

Programmen die Entwicklung von wissensintensiven

Dienstleistungen . In allen zurzeit laufenden Projekten wird

die Entwicklung von Dienstleistungsprozessen gefördert,

die zum Beispiel durch neu entwickelte Software unterstützt

werden . Das geförderte Unternehmen tritt am Markt

als Dienstleister auf – die Software verbleibt im Unternehmen

und unterstützt den Dienstleistungsprozess .

Beispiele für Innovationen bei wissensintensiven Dienstleistungen

gibt es im Handel, in der Telekommunikation,

bei Ingenieurdienstleistungen, im Gesundheitswesen, in

der Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung sowie in

vielen anderen Sektoren . Die Nutzung von öffentlichen Fördermitteln

zur anteiligen Finanzierung von Entwicklungsarbeiten

ermöglicht hier – genauso wie bei produzierenden

Unternehmen – eine langfristigere und grundlegendere Erarbeitung

eines Wettbewerbsvorsprungs .

Die Innovationsstiftung steht mit ihren Projektträgerschaften

für verschiedene Innovationsförderprogramme der

Freien und Hansestadt Hamburg, mit ihrem eigenen, aus

dem Stiftungskapital gespeisten Förderprogramm und mit

ihrer Unterstützung bei der Nutzung von Förderprogrammen

des Bundes und der EU nicht nur den technisch-naturwissenschaftlich

orientierten Unternehmen zur Verfügung,

sondern allen innovativen Unternehmen in Hamburg .

Dr . Harald Eifert

Vorstand der Innovationsstiftung Hamburg

5


AUFGABEN

Für den Erfolg

innovativer Unternehmen

Die Arbeit der Innovationsstiftung

Ein Unternehmen ist erfolgreich, wenn es seinen Wett-

bewerbern aus Kundensicht etwas voraushat . Das kann

ein neues Gerät sein, das besser, preiswerter oder haltbarer

ist; ein Bluttest, der statt vier Wochen nur noch einen Tag

dauert; ein medizinisches Diagnosesystem, das sehr viel genauere

Werte liefert; eine Software, die Produktionskosten

senkt, weil sie Fehler frühzeitig erkennt .

Diese Innovationen entstehen nicht von einem Tag auf

den anderen – sie müs sen erdacht und entwickelt werden .

Es beginnt mit der Frage, was dem Kunden nutzt . Dann

müssen die notwendigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten

detailliert geplant werden . Schließlich erfordert

die Umsetzung fachkundige Mitarbeiter und materielle

Ressourcen: Laboratorien, Messgeräte, Hochleistungsrechner,

spezielle Soft ware, Material für den Prototypenbau .

Forschung und Entwicklung verursachen Kosten, die über

die Finanzkraft kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)

oft hinausgehen .

5 Millionen Euro jährlich für F&E

Die Innovationsstiftung hat bis heute aus Erträgen ihres

Stiftungskapitals 17 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung

(F&E) in Hamburger KMU zur Verfügung gestellt .

Dazu kommen jährlich rund 3 Millionen Euro aus Haushaltsmitteln

der Freien und Hansestadt Hamburg . Die Stiftung

vergibt im Auftrag der Stadt die F&E-Fördermittel des

Life Science-Programms der Behörde für Wissenschaft und

Forschung sowie des Logistik-Programms der Behörde für

Wirtschaft und Arbeit .

Projektvolumina aller laufenden Projekte im Jahr 2008 in den einzelnen Förderprogrammen

Fachübergreifende Projekte

Handwerk

Medizintechnik

Rote Biotechnologie

Elektronik, Elektrotechnik, Maschinenbau

Informatik

Auch das schon 1979 aufgelegte F&E-Förderprogramm

der Wirtschaftsbehörde wird seit einigen Jahren von der

Stiftung betreut . 2008 wurde dieses Programm für Innovation

(Profi) in zwei entscheidenden Punkten modifiziert .

In der Vergangenheit durften Zuwendungen 125 .000 Euro

nicht überschreiten . Jetzt können KMU für ein F&E-Projekt

im Regelfall bis zu 250 .000 Euro erhalten . Außerdem können

nun auch größere Unternehmen, die nach den Kriterien

der Europäischen Kommission nicht als KMU gelten,

Mittel aus diesem Programm bekommen .

Ganz neu ist das „Förderprogramm für Klimaschutz in

der Produktentwicklung und bei technologischen Innovationen

in den Bereichen Energieerzeugung und -umwandlung“

. Der Hamburger Senat hat das Programm Ende 2008

im Rahmen seiner Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts

beschlossen . Es soll Hamburger Betriebe unterstützen, die

neue Produkte oder Verfahren für die Energieerzeugung

oder -um wand lung entwickeln wollen . Auch die Entwicklung

von Produkten, Prozessen oder Dienstleistungen, die

zu einer Einsparung von Ressourcen oder zu einer Reduzierung

umweltbelastender Emissionen führen, kann aus

dem Programm gefördert werden . Projektträger für das

Programm soll die Innovationsstiftung werden . Sie wird die

Mittel in Zusammenarbeit mit der Behörde für Stadtentwicklung

und Umwelt vergeben .

Förderrichtlinie der Stiftung erweitert

Egal, ob es um Klimaschutz oder Lebenswissenschaften

geht, Fördermittel für Unternehmen sind Subventionen .

Deshalb muss die Stiftung nicht nur die Qualität eines F&E-

Projekts beurteilen, sondern auch das geltende Recht im

Blick haben . Bei der Auszahlung von Mitteln sind das vor

allem die Bestimmungen der hamburgischen Haushaltsordnung

. Welche Vorhaben die Stiftung überhaupt unterstützen

darf und bis zu welcher Höhe eine Förderung erlaubt

ist, regelt dagegen der F&E-Gemeinschafts rah men der Europäischen

Kommission .

Förderprogramm der Innovationsstiftung

Life Science-Förderprogramm

Programm für Innovation

Logistik-Förderprogramm

0 1 Mio. 2 Mio. 3 Mio. 4 Mio. 5 Mio. 6 Mio. 7 Mio. Euro

6 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Nachhaltig innovativ: Die Software

von ifu Hamburg bildet den Verbrauch

in der Produktion ab und hilft,

ihn zu reduzieren.

Diesen Gemeinschaftsrahmen hat die Kommission er-

heblich ausgeweitet . Während früher nur reine F&E-Projekte

gefördert werden konnten, eröffnet der neue „Gemeinschaftsrahmen

für staatliche Beihilfen für Forschung,

Entwicklung und Innovation“ eine ganze Reihe weiterer

Möglichkeiten . Gefördert werden dürfen jetzt zum Beispiel

auch technische Durchführbarkeitsstudien, Prozess- und

Betriebsinnovationen im Dienstleistungssektor sowie der

Austausch von Personal . Junge innovative Unternehmen

können zusätzlich eine Beihilfe von bis zu 1 Million Euro

erhalten . Um diesen Spielraum in Zukunft nutzen zu können,

hat die Stiftung eine neue Förderrichtlinie erarbeitet,

die von der Europäischen Kommission im September 2008

notifiziert wurde .

EEN Hamburg-Schleswig-Holstein

Neben dem Fördern steht für die Innovationsstiftung immer

das Beraten und Unterstützen . „Damit Wachstum gelingt“

– unter diesem Motto hat das Projekt Mittelstandsförderinstitut

(MFI) bisher über 1 .000 Unternehmen und

Gründer beraten, die nach dem richtigen Förderprogramm

suchen . Die Förderassistentin des MFI kennt alle wichtigen

Landes- und Bundesprogramme, die Entscheidungskriterien

und die richtigen Ansprechpartner . Sie sucht das Programm

heraus, das am besten zu den Zielen des Unternehmens

passt, und hilft, die Chancen eines Antrags realistisch einzuschätzen

. Finanziert wird dieses Projekt der Stiftung von

der Stadt Hamburg und dem Europäischen Sozialfonds .

Anfang 2008 wurde das Beratungsangebot des MFI

durch eine Kooperation der Innovationsstiftung Hamburg

mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB) ergänzt . Im

Rahmen des EU-Projekts Enterprise Europe Network (EEN)

ist ein EEN Hamburg-Schleswig-Holstein entstanden . Eine

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

von der IB in die Stiftung entsandte Mitarbeiterin informiert

detailliert über EU-Programme, hilft bei der Suche nach Verbundpartnern

und unterstützt die Antragstellung . Die Stiftung

stellt ihre Infrastruktur zur Verfügung und bindet die

EU-Beraterin in das MFI-Netzwerk ein . Das MFI arbeitet mit

20 Hamburger Partnern zusammen, die KMU und Gründer

mit Beratung oder finanziellen Mitteln unterstützen .

Stiftung tut das, was innovativen Unternehmen nutzt

Das Ziel der Informationsplattform UpTech .Network e . V .

ist es, die Akteure der im Norden ansässigen Techno lo giebranchen

zu vernetzen . UpTech .Network verbindet Vereine,

Organisationen und Unternehmen zu einem lebendigen

Forum für den branchenübergreifenden fachlichen Dialog .

Zu den Mitgliedern des 2004 von der In novationsstiftung

Hamburg mit gegründeten Netzwerks gehören inzwischen

unter anderem die Innovationsstiftung Schleswig-Holstein,

die KfW Mittelstandsbank, CatCap GmbH, HansePhotonik

e . V ., Neuhaus Partners GmbH, TuTech Innovation GmbH

und der VDI Hamburger Bezirksverein e . V .

Während bei UpTech .Network alle mitmachen können,

die den Technologiestandort Hamburg stärken wollen, sind

beim Innovationskontor nur die von der Stiftung geförderten

Unternehmen willkommen . Den Anstoß für das Innovationskontor

gab ein Gründer, dem der regelmäßige Austausch

mit anderen innovativen Unternehmen fehlte . Die

Stiftung griff die Anregung auf und lädt seit fünf Jahren

regelmäßig zu diesem Gesprächsforum ein .

Innovative Unternehmen sind erfolgreich, wenn ihre

Produkte dem Kunden nutzen . Die Innovationsstiftung ist

erfolgreich, wenn ihre Arbeit den innovativen Hamburger

KMU nutzt .

7


PORTRÄT

Begeistert von

Umwelt themen und

fasziniert von Technik

Brasilien, Chile, China, Südafrika – dass sie ihre Dienst-

reisen für ifu Hamburg GmbH auch in die entferntesten

Regionen des Globus führen würden, hätte Martina Prox

zu Beginn ihrer Berufslaufbahn nicht unbedingt erwartet .

„Als ich 1995 hier angefangen habe“, erinnert sich die

studierte Kulturwissenschaftlerin, „waren wir ein kleines

Team von fünf bis sechs Leuten, die sich mit Leib und Seele

der Idee besserer Material- und Ressourceneffizienz in

der Industrie verschrieben hatten . Aber wir waren auch ein

Spin-off der Universität, das seine Leistung erst beweisen

musste .“

Das ist gelungen: Heute beschäftigt ifu Hamburg über

20 Mitarbeiter, die mit ihren Softwareprodukten für Stoffstrom-Management

und Ökobilanzierung weltweit führend

sind . Die Software Umberto, die Material- und Ressourcenverbräuche

in Produktionsprozessen analysiert und

abbildet, wird mittlerweile von Kunden in über 50 Ländern

genutzt . Darunter sind namhafte Industriekonzerne ebenso

wie Behörden, Universitäten oder Beratungsunternehmen .

Sie profitieren von dem großen Potenzial für Produktion

und Umwelt, das durch die Software der Stoffstromexperten

aus Altona aufgezeigt wird .

Internationales Engagement

„Für mich war meine Tätigkeit hier von Anfang an die

ideale Symbiose aus der Begeisterung für Umweltthemen

und meiner Faszination für Technik“, so die heutige Gesellschafterin,

die im Unternehmen für Kommunikation und

Marketing zuständig ist .

Dies zeigt sich auch an ihrem Engagement: Die Kommunikationsexpertin

ist unter anderem im Umweltprogramm

der Vereinten Nationen (UNEP) aktiv und beteiligt sich an

Projekten der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit

(GTZ) . Daneben vertritt sie die deutsche Position

bei der Erarbeitung eines neuen Industriestandards

zur Materialflusskostenrechnung bei der Internationalen

Standardisierungsorganisation (ISO) . „Unsere Marktnische

wird weltweit immer wichtiger“, fasst sie zusammen, „da

ist es klar, dass wir global vernetzt agieren .“

Klar ist auch, dass Martina Prox dadurch ständig auf Achse

ist: „2008 habe ich knapp die Hälfte meiner Arbeitszeit

in Hamburg verbracht . Ansonsten war ich auf Konferenzen

in allen Teilen der Erde, habe Vorträge gehalten, Schulungen

durchgeführt oder mit neuen Vertriebspartnern verhandelt

.“ Solche Aufgaben nimmt sie mit Begeisterung

wahr: „Es ist nicht immer ganz einfach, aber es ist unheimlich

spannend, mit Menschen aus anderen Kulturkreisen

zusammenzukommen und gemeinsame Ziele zu verwirklichen

.“

Analytische Kompetenz für mehr Effizienz

Die Mission von ifu Hamburg ist es, Produktionsprozesse

dort zu optimieren, wo das Potenzial am größten ist . „In

den allermeisten Fällen“, erläutert Martina Prox, „arbeitet

die Industrie in Europa bereits hocheffizient, wenn es um

Personalkosten geht . Bei Material und Energie können aber

oft noch bis zu 20 Prozent eingespart werden . Dieses Potenzial

sichtbar zu machen ist unsere Stärke .“

Ifu Hamburg zeigt damit eindrucksvoll, wie mit intelligenter

Software im eigenen Unternehmen Arbeitsplätze geschaffen

und auf Kundenseite gesichert werden können .

Förderprojekt Nummer eins

Innovativ, hocheffizient und stets auf der Höhe des technisch

Machbaren – ein guter Draht zur Innovationsstiftung

ist vor diesem Hintergrund fast zwangsläufig . Der Kontakt

besteht seit über zehn Jahren und begann mit dem ersten

Förderprojekt der Innovationsstiftung überhaupt . Seit 2007

fördert die Stiftung erneut ein Projekt von ifu Hamburg: Die

neuartige Softwareentwicklungs-Plattform Empinia ist auf

dem besten Weg, sich zu einer weiteren Erfolgsgeschichte

zu entwickeln .

Eine gute Basis ist dafür unter anderem die Beratung

durch die Innovationsstiftung . „Wir mussten uns vielen

kritischen Fragen stellen . Das hat uns sehr geholfen, die

richtige Strategie für unser Vorhaben zu entwickeln“, berichtet

Martina Prox . „Gerade diese Art der Beratung, die

kritischen Fragen und die Betreuung durch die Stiftung sind

es, die neben den Fördermitteln so wichtig für den Erfolg

unseres Projekts sind .“

www.ifu-hamburg.de

8 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Hamburg-Altona und die ganze Welt: Im Einsatz für mehr Prozesseffi zienz

ist Martina Prox für ifu Hamburg international aktiv und stetig auf Achse.


AUFGABEN

Durch Kooperation

schneller am Ziel

Technologietransfer-Projekte

Forschung und Entwicklung (F&E) sind fast immer eine

Gemeinschaftsleistung: Verschiedene Fähigkeiten und Erfahrungen

werden kombiniert, um ein innovatives Produkt

zu schaffen . Wenn ein Unternehmen spezielle Fähigkeiten

oder ein bestimmtes Detailwissen nicht selbst hat, kann die

Kooperation mit einer Hochschule helfen .

Deshalb arbeiten viele Unternehmen, die von der Innovationsstiftung

gefördert werden, eng mit einer Hamburger

Hochschule zusammen . In diesen Förderprojekten übernimmt

die Hochschule einen Teil der F&E-Aufgaben .

Zusammenarbeit mindert das Entwicklungsrisiko

Das Hamburger Unternehmen Nordwig Werkzeugbau

GmbH entwickelt mit Fördermitteln aus dem Programm für

Innovation der Behörde für Wirtschaft und Arbeit ein neues

Verfahren, damit Werkzeuge für den Kunststoffspritzguss

deutlich schneller als bisher und mit konstruktiven Vorteilen

bei der Temperatureinstellung produziert werden können .

Kooperationspartner in diesem F&E-Projekt ist Prof . Dr .

Claus Emmelmann vom Institut für Laser- und Anlagensystemtechnik

der Technischen Universität Hamburg-Harburg .

Ebenfalls mit dem Institut von Prof . Emmelmann kooperiert

Ing . Grimm Schweißtechnik GmbH . Grimm entwickelt

mit finanzieller Unterstützung des Programms für Innovation

ein robotergestütztes flexibles Laserfügesystem für die

Automobilindustrie . Die Innovationsstiftung hat in beiden

Fällen die Konzeption der Zusammenarbeit schon sehr früh

begleitet . Aus Sicht der Stiftung bietet die Kooperation

Vorteile für beide Seiten . Da die jeweiligen Kompetenzen

von Unternehmen und Hochschule optimal zur Zielerreichung

genutzt werden, führen solche Kooperationsprojekte

schneller und mit geringerem Risiko zum Erfolg .

Bei Grimm und Nordwig ging es um die Simulation und

die Auslegung des Verfahrens sowie um Untersuchungen

der Werkstoffeigenschaften, die mit dem Verfahren erzeugt

werden . Vor allem bei der Entwicklung innovativer Software

beziehen Unternehmen aber auch gern grundlegende Forschungsergebnisse

der Hochschulen ein . Statt aufwendig

nach neuen Mitarbeitern zu suchen, die das erforderliche

Wissen mitbringen, kooperieren die Unternehmen temporär

mit der Hochschule . Meistens ist die Einbeziehung dieser

Forschungsergebnisse nur in einem kurzen Zeitraum des

Entwicklungsprojekts notwendig, deshalb ist die befristete

Zusammenarbeit mit einer Hochschule die beste Lösung .

Kooperation verhindert Tunnelblick

Jürgen Lankat, einer der drei Geschäftsführer von Gimahhot

GmbH, erklärt zu der Kooperation mit Prof . Dr .

Bernd Neumann, Department Informatik der Universität

Hamburg: „Durch die Kooperation mit dem Hamburger

Informatik Technologie-Center e . V . und mit der Universität

erhalten wir eine objektive Meinung zu möglichen Lösungsansätzen,

und dadurch wird der Tunnelblick auf eine

Lösung vermieden . Die Uni hat ganz neue Ideen und Lösungen

vorgeschlagen, die wir bei der Weiterentwicklung

unserer Software vorher nicht im Blick hatten .“

Die Anwendung der Kooperationsergebnisse ist ganz

handfest: In dem aus Mitteln des Programms für Innovation

geförderten Projekt von Gimahhot werden Algorithmen aus

dem Bereich der Mustererkennung genutzt, um die Verarbeitung

von Produktdaten auf der Gimahhot-Handelsplattform

zu optimieren . Gimahhot betreibt die weltweit erste

Internet-Produktbörse für Endverbraucher .

Für die Life Sciences ebenso wichtig

wie für alle Technologiebranchen:

erfolgreiche Kooperationen.

10 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Prozentuale Verteilung der

Wissensgebiete, die bei den 2008

laufenden Projekten genutzt werden

(Mehrfachnennungen möglich)

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

Chemie/Physik/

Biologie/Medizin

Informatik/

Telekommunikation

Ingenieurwissenschaften

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0 %

HFM Horst Fuhse Mineralölraffinerie GmbH arbeitet mit

den Nanotechnologie-Forschern der Universität Hamburg

zusammen . Das Hamburger Unternehmen beschäftigt sich

mit dem Umgang und mit der Wiederverwertung von Altöl .

Mit Unterstützung des Programms für Innovation will HFM

ein bestehendes Verfahren so weiterentwickeln, dass Farbe

und Geruch des aufbereiteten Altöls verbessert werden .

Die Vermutung, dass es sich bei den störenden Bestandteilen

des aufgearbeiteten Öls um Nanopartikel handelt,

konnte vom Centrum für Angewandte Nanotechnologie

GmbH (CAN) zwar nicht bestätigt werden . Dr . Benedikt

Robers, Produktionslei ter von HFM, wertet das Projekt

trotzdem als vollen Erfolg: „Durch die Kooperation mit

dem CAN konnten wir aufklären, wie bestimmte Zusätze

bei unserem Produkt wirken – das hätten wir ohne diese

Zusammenarbeit nicht herausgefunden .“

Forschungsergebnisse unkompliziert anwenden

Für den CAN-Geschäftsführer Dr . Frank Schröder-Oeynhausen

war an dem Projekt wichtig, dass „wir dem Kunden

bei der Aufklärung und Optimierung der verwendeten Reinigungsprozesse

helfen konnten . Gleichzeitig wurden die

Grundlagen für eine Weiterentwicklung des Aufreinigungsprozesses

geschaffen und Ansätze für eine noch effizientere

Abtrennung störender Bestandteile identifiziert . Insbesondere

freut mich natürlich, dass wir ein Hamburger Unternehmen

mit unserer Expertise unterstützen konnten .“

Durch diese Technologietransfer-Kooperation hat HFM

Zugang zu Forschungsergebnissen aus einem Fachgebiet

erhalten, das bisher für das Unternehmen keine besondere

Rolle gespielt hat . Statt diese Ergebnisse selbst zu recherchieren

und für die Lösung der eigenen Fragestellung

Prozentuale Verteilung der Branchen, in denen Ergebnisse

der 2008 laufenden Projekte zur Anwendung kommen können

(Mehrfachnennungen möglich)

anzuwenden, hat HFM ihre konkrete Auswirkung auf die

Arbeit des Unternehmens gemeinsam mit den Forschern

untersucht .

Projekte mit konkretem Praxisbezug

Einen sehr konkreten Praxisbezug hat auch die Kooperation

von Energy-Lab Technologies GmbH mit der Universität

Hamburg . In dem aus dem Life Science-Programm

der Behörde für Wissenschaft und Forschung geförderten

F&E-Projekt wird ein Gerät entwickelt, mit dem Sportler

und Menschen mit Bluthochdruck ihre Herz-Kreislauf-Tätigkeit

selbst überwachen können . Später will Energy-Lab

Technologies das Gerät auch an medizinisch ausgerichtete

Fitnesscenter vermarkten . Die Kooperation mit Prof . Dr .

Klaus-Michael Braumann vom Arbeitsbereich Sport- und

Bewegungsmedizin der Universität Hamburg macht es

möglich, den später geplanten Einsatz des Geräts bei Leistungssportlern

schon jetzt in die Entwicklung einzubeziehen

.

Gerold Schwarz, Entwicklungsleiter von Energy-Lab Technologies,

erklärt, warum es notwendig ist, die Erfahrungen

von Prof . Braumann bei der Entwicklungsarbeit einzubeziehen:

„Durch die enge Kooperation mit der Uni Hamburg

können wir frühzeitig die Korrelation von Herzrhythmus

und Blutdruck bei steigender körperlicher Betätigung bestimmen

. Dies benötigen wir für die Entwicklung der Überwachungsfunktionen

des Geräts .“

Technologietransfer in Kooperationsprojekten: Gerade

für kleine und mittlere Unternehmen ist dieser Weg eine

gute Möglichkeit, trotz begrenzter finanzieller und personeller

Ressourcen innovative Produkte und Verfahren zu

entwickeln .

11

Behörden/Öffentliche

Einrichtungen

Chem. Industrie/NahrungsmittelherstellungDienstleistungswirtschaft

Fahrzeugbau

Gesundheitswirtschaft/Medizin

Handel/

Logistik

Handwerk

Maschinen-/

Anlagenbau

Medien/IT


PORTRÄT

Schnittstelle zwischen

Wissenschaft und Wirtschaft

Die intensive Zusammenarbeit zwischen Hochschulen

und Unternehmen kann unter bestimmten Bedingungen

für alle Seiten äußerst erfolgreich verlaufen . Das ist eine der

wichtigsten Erfahrungen, die Prof . Dr . Reinhard Bredehorst

in den USA gemacht hat . Der Mediziner und Professor für

Biochemie hat acht Jahre lang an der Georgetown University

in Washington, D . C ., geforscht und gelehrt .

„Die amerikanischen Hochschulen hatten Ende der 80er-

Jahre eine komplett andere Einstellung zu Kooperationen

mit der Industrie als die deutschen . Hier war das beiderseitige

Interesse weit größer und die Zusammenarbeit viel

professioneller . Sie wurde in vielen Projekten mit Erfolg verwirklicht

.“

Forschen, entwickeln, vermitteln

Diese Einstellung hat sich Bredehorst zu eigen gemacht

und nach seiner Rückkehr nach Deutschland in die Tat

umgesetzt . Das von ihm und seinen Partnern gegründete

Unternehmen PLS-Design GmbH agiert mit seiner Forschungsarbeit

an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und

Wissenschaft . Die Kernkompetenzen des Unternehmens

sind das strukturbasierte Protein-Engineering und das Design

von Affinitätsmolekülen . Derzeit arbeitet PLS-Design

an einem Antiallergikum gegen Bienen- und Wespenstiche .

Damit sollen Allergiker schneller und besser desensibilisiert

werden können .

„Wir extrahieren die allergenen Stoffe im Bienen- oder

Wespengift und bauen diese synthetisch nach . Die Zusammensetzung

schützen wir patentrechtlich, um sie auch

weiter mit unseren Partnern verwerten zu können“, erklärt

Reinhard Bredehorst, der an der Universität Hamburg

lehrt .

Professionell partnerschaftlich

Für Kooperationsprojekte wie die Entwicklung dieses

Therapeutikums ist es äußerst wichtig, dass alle Partner

davon angemessen profitieren: „Fairness ist entscheidend .

Deshalb achten wir darauf, dass die Patente gemeinsam

von den Hochschulen, uns und den industriellen Partnern

angemeldet werden . So fühlt sich niemand über den Tisch

gezogen . Das ist wichtig, denn wir agieren hier in einem

umfassenden Netzwerk . Unter anderem kooperieren wir

mit mehreren Hochschulen, die auch am Erfolg einer industriellen

Verwertung ihrer Arbeit entsprechend beteiligt

sein sollen .“

Gut vernetzt

Der Hochschullehrer ist ein überzeugter Netzwerker und

kennt die Vorteile kooperativer Arbeit: „Wir sind mit zahlreichen

Forschungseinrichtungen, in unserem Bereich wichtigen

Kliniken und industriellen Partnern sehr gut vernetzt .

Das ist sicher ein Grund für unseren bisherigen Erfolg .“

Darüber hinaus hat Bredehorst zahlreiche persönliche Kontakte

in der Branche: „Die Szene ist relativ überschaubar .

Die meisten, die auf diesem Feld forschen, kennen sich untereinander

und tauschen sich intensiv aus .“

Zum Netzwerk von Prof . Bredehorst und PLS-Design gehört

mittlerweile auch die Innovationsstiftung . Sie unterstützt

das Projekt „Therapeutika für Insektengiftallergiker“

seit 2007 und begleitet es im Rahmen der Förderung . „Für

uns erweist sich die Zusammenarbeit mit der Innovationsstiftung

als sehr nützlich“, stellt Bredehorst fest . „Dadurch

können wir auch neue Kontakte im Umfeld der Stiftung

knüpfen, wovon wir stark profitieren .“

Gelebte Beteiligung

Dass bei PLS-Design faire Beteiligungsmodelle auch intern

gelebt werden, zeigen unter anderem die Möglichkeiten

für die Mitarbeiter, sich am Unternehmen zu beteiligen .

„Für unser Team ist das eine weitere Motivation, wir arbeiten

an einem Produkt, das den betroffenen Menschen das

Leben deutlich erleichtern kann, und alle sind am Erfolg

ihrer Arbeit beteiligt .“

Exzellentes Know-how, starke Vernetzung, ein faires Geschäftsmodell

und hohe Zielstrebigkeit innerhalb des Unternehmens:

Die Erfahrungen aus den USA konnten Prof .

Bredehorst und seine Partner bei PLS-Design optimal umsetzen

. Das Forschungsunternehmen zeigt an der Schnittstelle

zwischen Wirtschaft und Wissenschaft beispielhaft,

wie der Begriff Technologietransfer erfolgreich mit Leben

gefüllt werden kann .

www.pls-design.de

12 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Gelernt ist gelernt: Prof. Reinhard Bredehorst von PLS-Design lebt faire

Beteiligungsmodelle bei seinen Aktivitäten – mit großem Erfolg für alle Partner.


Originär

neues

Produkt

Bestehendes

Produkt

AUFGABEN

„Wir haben vieles gelernt“

Der nachhaltige Nutzen von F&E

Stellt die Innovationsstiftung einem Unternehmen Gel-

der für Forschung und Entwicklung (F&E) zur Verfügung, ist

das unmittelbare Ziel immer ein neues Produkt, eine neue

Dienstleistung oder ein neues Verfahren . Daneben haben

die geförderten F&E-Projekte aber oft weitere Effekte, die

dem Unternehmen nachhaltig nutzen .

Als Innovationsführer sehr gute Marktposition erreicht

„Wir werden als Innovationsführer wahrgenommen“,

sagt Dr . Stefan Anschütz, Mitgründer und Geschäftsführer

von initions AG . Initions hat vor drei Jahren mit Fördermitteln

der Stiftung eine flexible Softwareplattform für Transportmanagement

und Tourenoptimierung entwickelt . Mit

opheo Transport hat initions die Lücke zwischen kostspieliger

maßgeschneiderter Software und preisgünstiger, aber

unflexibler Standardsoftware geschlossen . „Durch die Entwicklung

haben wir eine sehr gute Marktposition erreicht“,

so Anschütz weiter, „unsere Wettbewerber versuchen jetzt,

unseren Vorsprung aufzuholen .“

Bekannte

Märkte

Neue

Märkte

Die Weiterentwicklung von bestehenden Produkten für

bekannte oder neue Märkte kann ebenso gefördert werden

wie die Entwicklung originär neuer Produkte

Auf die Frage, was er anders machen würde, könnte er

das Förderprojekt noch einmal beginnen, meint Anschütz:

„Wir würden uns noch genauer fragen, ob wir wirklich in

allen Bereichen das erforderliche Basiswissen haben, und

diese Frage mit größerem Respekt bewerten . Wir geben

einen Teil dessen, was wir früher selbst entwickelt haben,

jetzt raus .“

„Wir haben vieles gelernt“, erzählt auch Dr . Christiane

Strasse, „zum Beispiel welche Geschäftsmodelle nicht funktionieren

im Internet und dass wir uns zu viel vorgenommen

hatten .“ Strasse gründete 1999 projektwerk GmbH

und entwickelte mit finanzieller Unterstützung der Stiftung

eine internetbasierte Kooperationsplattform für Freelancer

und kleine Unternehmen . Die Anfangsjahre waren schwierig,

aber inzwischen ist projektwerk auf der Erfolgsspur .

Projektwerk .de hat über 40 .000 Nutzer, die den Marktplatz

teilweise schon seit mehreren Jahren für die Vergabe und

Akquisition von Aufträgen nutzen . Monatlich werden über

1 .400 Projekte und mehrere Hundert Dienstleisterprofile

auf projektwerk .de veröffentlicht .

„Für uns war der große Vorteil, dass wir diese Lernmöglichkeit

hatten, ohne dass unsere Existenz gefährdet

wurde“, resümiert die projektwerk-Geschäftsführerin . „So

gesehen hat uns das Projekt fit gemacht für die erfolgreiche

Weiterentwicklung unseres Unternehmens . Heute beziehen

wir unsere Nutzer von Anfang an mit ein, gehen

viel schneller mit Zwischenergebnissen auf den Markt und

lernen aus dem Feedback .“

Neues Know-how verbessert Kundenberatung

Mit einem Zwischenergebnis ist auch MediaAnalyzer

Software & Research GmbH erfolgreich . Geplant war das

allerdings nicht . Das Benchmarking sollte nur die Basis für

das eigentliche Ziel des von der Stiftung geförderten F&E-

Projekts schaffen: eine Prädiktor-Software, die automatisch

Blickverläufe vorhersagen kann . „Das Benchmarking benutzen

wir bis heute, aber der Prädiktor lässt sich nicht vermarkten“,

sagt Dr . Steffen Egner, Gründer und Geschäftsführer

von MediaAnalyzer . „Wenn wir das vorher gewusst

hätten, hätten wir das ganze Projekt auf das Benchmarking

ausgerichtet .“

14 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


MediaAnalyzer ist spezialisiert auf internetgestützte

Marketing- und Werbetests . Das Benchmarking besteht

aus Aufmerksamkeitsdaten für verschiedene Medien, die

mithilfe einer speziellen Benchmarking-Software gezielt

gesucht werden können . Vor allem in den USA, wo Media-

Analyzer seit 2005 eine Niederlassung hat, wird das Benchmarking

zunehmend nachgefragt und in vielen Kundenaufträgen

genutzt . Das F&E-Projekt habe MediaAnalyzer aber

auch in anderer Hinsicht bereichert, meint Egner: „Wir

haben Informatiker eingestellt und bei diesen Mitarbeitern

Know-how aufgebaut, das nach Abschluss des Projekts bestehen

bleibt . Dadurch können wir unsere Kunden besser

beraten .“

Spiegelberg (GmbH & Co .) KG kann bisher von einer

kommerziellen Verwertung nur träumen, obwohl das F&E-

Projekt bereits vor sieben Jahren abgeschlossen wurde . „Es

war das richtige Projekt zur falschen Zeit“, sagt Dr . Andreas

Spiegelberg . Sein Unternehmen entwickelt Medizinprodukte

für die Druckmessung im zentralen Nervensystem . In dem

von der Stiftung geförderten Projekt hat Spiegelberg das

Funktionsmuster für eine Compliance-Sonde erarbeitet, die

bei Patienten mit einem lebensbedrohlichen Schädel-Hirn-

Trauma eingesetzt werden soll .

In Fachkreisen einen Namen gemacht

„Nach Projektende hat sich herausgestellt, dass eine

Zulassungsstudie mit 10 .000 Menschen erforderlich ist“,

er zählt Spiegelberg, „die Zulassungsvoraussetzungen sind

immer weiter erhöht worden . Ich würde das Projekt trotzdem

wieder so machen, ich möchte meine Aktivitäten

nicht aufgrund von Zulassungshindernissen einstellen .“

Selbst wenn es nicht mehr gelingen sollte, die Sonde auf

den Markt zu bringen, hätte sich die Entwicklung gelohnt,

meint Spiegelberg: „Wir haben uns zu Compliance einen

Namen gemacht, und deshalb sprechen die Unternehmen

mit uns . Jetzt diskutieren wir gerade die Zusammenarbeit

mit einem großen Unternehmen .“

EyeC GmbH hatte es mit der Vermarktung sehr viel einfacher,

denn für Systeme zur Qualitätssicherung in der Druckindustrie

braucht man keine Zulassungsstudie . Das 2002 gegründete

Unternehmen hat mit Fördermitteln der Stiftung

ein Kontrollsystem entwickelt, das während des laufenden

Druckprozesses kontinuierlich die Qualität überwacht und

Abweichungen auch bei sehr komplexen Druckmustern

zuverlässig anzeigt . „Wir decken nun die vollständige Prozesskette

ab und können unseren Kunden ein integriertes

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

Qualität setzt sich durch:

NVF (heute MAHLE Industriefiltration)

hat das mit seinen Entwicklungen

oftmals bewiesen.

Konzept anbieten“, erklärt EyeC-Geschäftsführer Sören

Springmann . „Ohne die Inline-Druckbildkontrolle wären

wir dauernd mit Lösungen von Wettbewerbern konfrontiert,

in deren Umfeld wir uns integrieren müssten .“

Aber auch EyeC hatte mit einigen Schwierigkeiten zu

kämpfen . „Der größte Fehler war, zu glauben, man könne

ein eigenständiges Projekt nebenbei machen“, meint Springmann

. „Wir mussten lernen, dass das Projektteam erst nach

ausschließlicher Konzentration auf die neuen Aufgaben die

volle Schlagzahl erreicht . Das nächste Mal werden wir das

Team gleich bei Projektbeginn ganz für die Entwicklung abstellen

und die bisherigen Aufgaben an andere Mitarbeiter

geben .“

Weltweit Qualitätsstandards gesetzt

„Ich würde das Projekt heute nicht anders machen“,

sagt dagegen Prof . Dr . Hartmut Juhl, dessen Ziel eine individuelle

medikamentöse Behandlung für Tumorpatienten

ist . „Wir haben es genauso gemacht, wie wir das machen

wollten .“ Juhl beantragte 2002 gleich nach der Gründung

von Indivumed GmbH Mittel der Innovationsstiftung . Mit

dem von der Stiftung geförderten Kolonkarzinom-Projekt

legte Indivumed die Basis für seine Integrierte Analytische

Plattform (IAP) . Die IAP enthält eine umfangreiche Sammlung

biologischer Proben, die mit komplexen klinischen

Daten und Informationen zur Probengewinnung in einer

Datenbank verknüpft sind .

Mit dieser Datenbank hat Indivumed weltweit neue Qualitätsstandards

in der Tumorforschung gesetzt . Indivumed

ist eines jener Unternehmen, die ohne F&E-Projekte nicht

denkbar sind . „Für Indivumed stellt der Bereich F&E ein

zentrales Element sowohl zur Entwicklung des Forschungsservice

als auch der eigenen Entwicklung dar“, sagt Hartmut

Juhl .

15


PORTRÄT

Innovation

braucht

langen Atem

Innovationen benötigen oft einen längeren Vorlauf, bis

sie erfolgreich am Markt sind . Das kann Eberhard Runge

nur bestätigen . Runge hat mit seinem damaligen Unternehmen

Norddeutsche Filter Vertriebs GmbH (NFV) einen

neuartigen Entöler für die Schifffahrt entwickelt, dessen

Leistungen im Vergleich zu den bisherigen Geräten mehr

als fünfmal so hoch sind . Die Entöler werden auf Schiffen

dazu genutzt, die Bilgenwässer in sauberes Wasser und

Reststoffe zu trennen .

NFV, heute MAHLE Industriefiltration GmbH, ist Spezialist

für Anlagen zur Separation und Filtration, mit denen

Bilgenwässer und andere Wassergemische sauber getrennt

und in den Kreislauf zurückgeführt werden können . Zu

den Kunden des Unternehmens gehören unter anderem

die Marine und die zivile Schifffahrt, aber auch Kraftwerke,

Fahrzeughersteller oder die chemische und petrochemische

Industrie .

Durchbruch mit der Gorch Fock

„Mit der Entwicklung unserer Innovation haben wir bereits

in den 90ern begonnen“, erinnert sich Eberhard Runge

. „Es handelt sich dabei um einen Membranfiltrationsentöler,

der die Bilgenwässer auf Schiffen nach höchsten

Standards sauber trennt . Er arbeitet gründlicher, schneller

und zuverlässiger als alle bisherigen Anlagen .“ Der Prototyp

des hocheffektiven Entölers wurde mithilfe der Innovationsstiftung

finanziert und konnte 1998 den Verantwortlichen

der Bundesmarine vorgestellt werden .

„Von da an dauerte es eine gewisse Zeit, bis wir die

notwendigen Zulassungen der Bundeswehr für den Einsatz

der Anlage hatten“, erklärt Andreas Mohr . Der Maschinenbau-

und Wirtschaftsingenieur ist seit über zehn

Jahren im Unternehmen und heute Leiter des Hamburger

MAHLE-Werks . Eberhard Runge, sein ehemaliger Chef, hat

NFV 2006 an den MAHLE-Konzern verkauft und ist jetzt

in beratender Funktion tätig . Beide haben das Projekt von

Anfang an begleitet .

Den entscheidenden Durchbruch brachte der Einsatz

ihrer Anlage auf dem Segelschulschiff Gorch Fock: „Wir

konnten damit auch die Zuverlässigkeit des Entölers zeigen,

der bei sehr hoher Leistung in 16 .000 Arbeitsstunden nie

ausgefallen ist und nicht mehr als die übliche Wartung benötigt“,

erläutert Mohr . „Das hat die Bundesmarine letztlich

überzeugt . Nun rüsten wir zahlreiche Fregatten mit der

neuen Anlage um“, ergänzt Runge .

Erfolgsfaktor Innovation

Der gelernte Ingenieur Eberhard Runge hat NFV 1965

gegründet und das Unternehmen zu einem weltweit führenden

Anbieter für Filtration und Separation gemacht . Die

Anlagen laufen überall dort, wo Öl-Wasser- und andere Gemische

wieder sauber getrennt werden müssen . Der Bedarf

dafür steigt kontinuierlich: Waren es vor zehn Jahren noch

14 Mitarbeiter, so arbeiten heute fast 50 Fachleute in der

Herstellung, dem Vertrieb und dem Service für Filtrationsanlagen

am Hamburger Standort .

Dieses Wachstum ist nicht zuletzt durch die permanente

Entwicklungsarbeit zustande gekommen, die das Unternehmen

konsequent verfolgt hat . Es hält zahlreiche Patente

und ist in der Branche ein wichtiger Innovationsträger .

Langfristige Investitionen zahlen sich aus

Am Beispiel des vor über zehn Jahren entwickelten Membranfiltrationsentölers

zeigt sich einmal mehr die Nachhaltigkeit

von Investitionen und Fördermitteln für Innovation .

MAHLE Industriefiltration GmbH erreicht in der Schifffahrt

mittlerweile einen Weltmarktanteil von gut 15 Prozent .

Eberhard Runge: „Wir haben mit sehr langem Atem agiert

und unsere Entwicklung über einen relativ großen Zeitraum

kontinuierlich vorangetrieben . Dafür können wir jetzt

mit dem Unternehmen in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft

blicken .“

www.nfv-gmbh.de

16 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Eberhard Runge (links) und Andreas Mohr haben

mit viel Geduld und Beharrlichkeit den Erfolg ihrer

Innovationen vorangetrieben.


PROJEKTE PORTRÄT

Förderprojekte

im Jahr 2008

4 Programme, 48 Projekte

Die Innovationsstiftung betreut neben ihrem eigenen

Förderprogramm auch das Programm für Innovation (Profi)

und das Logistik-Förderprogramm der Behörde für Wirtschaft

und Arbeit sowie das Life Science-Förderprogramm

der Behörde für Wissenschaft und Forschung . 2008 hat die

Stiftung insgesamt 48 Forschungs- und Entwicklungsprojekte

(F&E-Projekte) betreut .

Programm für Innovation

Im Programm für Innovation der Behörde für Wirtschaft

und Arbeit gab es 19 laufende Projekte . Neu bewilligt

wurden drei Förderprojekte, die auf den Seiten 22 und 23

beschrieben sind . Seit 2008 können aus dem Programm

auch Unternehmen gefördert werden, die nach den Kriterien

der Europäischen Kommission nicht als KMU gelten .

PLATH GmbH ist das erste Unternehmen, das davon profitiert

hat .

Abgeschlossen wurde 2008 das Förderprojekt von SNAP

Innovation Softwaregesellschaft mbH . SNAP hat eine Software

für den schnellen und sicheren Datenaustausch mit

Smartphones und Personal Digital Assistants (PDA) entwickelt

.

Förderprogramm der Innovationsstiftung

Das Förderprogramm der Innovationsstiftung wird aus

den Erträgen des Stiftungskapitals finanziert . 2008 kamen

drei neue Projekte hinzu, die aus den eigenen Mitteln der

Stiftung gefördert werden . Kurzbeschreibungen dieser Projekte

finden sich auf den Seiten 20 und 21 .

Insgesamt gab es 2008 im Förderprogramm der Stiftung

18 F&E-Projekte . Abgeschlossen wurde 2008 unter anderem

das Projekt von CARDIOSIGNAL GmbH + Co . KG .

Das Medizintechnik-Unternehmen hat den Prototyp für

ein Kontrollgerät entwickelt, mit dem Herzinsuffizienz-Patienten

ihr Herz-Zeit-Volumen selbst überwachen können .

FEMUTEC Ingenieurgesellschaft mbH, die seit Anfang 2008

als simufact engineering GmbH firmiert, hat 2008 die Entwicklung

einer Benutzeroberfläche für Schweißsimulationen

abgeschlossen .

Life Science-Förderprogramm

Im Rahmen des Life Science-Förderprogramms, das aus

Mitteln der Behörde für Wissenschaft und Forschung finanziert

wird, hat die Innovationsstiftung 2008 neun Projekte

betreut .

Neue Mittel wurden 2008 für vier Projekte zur Verfügung

gestellt . Die aus dem Life Science-Programm geförderten

neu en Projekte sind auf den Seiten 24 und 25 beschrieben .

Logistik-Förderprogramm

Das von der Behörde für Wirtschaft und Arbeit finanzierte

Logistik-Förderprogramm ist ein Baustein der Logistik-

Initiative Hamburg . Aus dem Programm können kleine und

mittlere Unternehmen der Logistikbranche sowie Zulieferer

gefördert werden .

Lighthouse Logistics Consulting GmbH & Co . KG hat

2008 die Entwicklung eines Diagnosesystems abgeschlossen,

das in kurzer Zeit Stärken und Schwächen der Logistik

eines Unternehmens ermitteln kann . Neu bewilligt wurde

2008 die Förderung der Video Active System Entwicklungsgesellschaft

mbH, deren Projekt auf Seite 23 vorgestellt

wird .

18 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Von der Idee zur Förderung

!

Unternehmen + Idee Dreiseitige Skizze Beratungsgespräch

Ablehnung

Beratungsgespräch

Möglichkeit zur

Überarbeitung des Antrags

oder

Antragstellung bei anderen

Fördergeldgebern

Externe Gutachter Formeller Antrag

Vergabeausschuss

Bildunterzeile

Förderung

Projektarbeit

Projektergebnisverwertung

Arbeitsplätze


PROJEKTE

RATIO Entwicklungen GmbH

Internet: www .ratio .de

Geschäftsführung: Peter W . Prieß

Gründungsjahr: 1986

Beschäftigte: 45

Multifunktionales Druck- und Scangerät

Fördervolumen: 316.200 Euro

Projektvolumen: 903.500 Euro

Förderquote: 35 %

Laufzeit: 1.12.2008 – 31.3.2010

Projektleiter: Peter W. Prieß

MediaAnalyzer Software & Research GmbH

Internet: www .mediaanalyzer .com

Geschäftsführung: Dr . Steffen Egner

Gründungsjahr: 2003

Beschäftigte: 17

Memory Tracking

Fördervolumen: 194.300 Euro

Projektvolumen: 555.394 Euro

Förderquote: 35 %

Laufzeit: 1.11.2008 – 30.4.2010

Projektleiter: Dr. Steffen Egner

Förderprogramm der Innovationsstiftung

Im Maschinenbau und in der Architektur werden große Anlagen,

Bauwerke und Maschinen konstruiert . Realisiert werden

sie oft arbeitsteilig durch verschiedene Unternehmen .

Die Konstruktionsskizzen, Verkabelungspläne oder Maschinenzeichnungen

müssen dafür in sehr großen Formaten auf

Papier dargestellt werden . Im Büroalltag haben inzwischen

Multifunktionsgeräte Einzug gehalten, mit denen man nicht

nur drucken, sondern auch einscannen und faxen kann . Für

Großformate, zum Beispiel ein Dokument von 140 x 600

Zentimeter, gibt es solche Geräte nicht . Mit Förderung der

Innovationsstiftung will RATIO Entwicklungen GmbH ein

Multifunktionsgerät entwickeln, das für Anwendungen in

Architektur, Anlagenkonstruktion und Maschinenbau großformatige

Zeichnungen ausgeben, digitalisieren, kopieren

und archivieren kann . Eine wesentliche Komponente der

Entwicklung ist die integrierte Software zur hochsicheren

Bereitstellung und Übertragung von sehr großen Dokumenten

. RATIO ist darauf spezialisiert, innovative Großformat-

Lösungen zu entwickeln und zu vermarkten .

Werber wissen häufig nicht, ob und in welchen Zusammenhängen

sich ihre Zielgruppe an Werbemaßnahmen

erinnert . MediaAnalyzer Software & Research GmbH will

deshalb mit Fördermitteln der Innovationsstiftung einen Erinnerungstest

in Form eines interaktiven Spiels entwickeln,

der die spontanen Aktionen und Reaktionen der Probanden

erfasst . Dadurch sollen Rückschlüsse auf die unbewussten

Elemente des Gedächtnisses möglich werden, zum Beispiel

die schwankende Verfügbarkeit von Informationen im Gehirn

oder die Vernetzung von Informationen zu komplexen

Erinnerungen . In Verbindung mit der klassischen Befragung

soll es durch die Messung dieser unterbewussten Elemente

erstmals möglich werden, die Gedächtnisleistung in ihrer

ganzen Vielschichtigkeit zu erfassen . Aus den Ergebnissen

des Memory Tracking können dann konkrete Empfehlungen

zur Optimierung von Werbebotschaften und -mitteln

sowie von Marketingdarstellungen abgeleitet werden . MediaAnalyzer

ist als Marktforschungsinstitut spezialisiert auf

die Werbewirkungsmessung und die Wirkungsoptimierung

von visuellen Vorlagen .

20 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Radiopark GmbH & Co. KG

Internet: www .radiopark .de

Geschäftsführung: Arndt-Helge Grap

Gründungsjahr: 2003

Beschäftigte: 12

Radio 2.1

Fördervolumen: 200.000 Euro

Projektvolumen: 708.760 Euro

Förderquote: 28 %

Laufzeit: 1.4.2008 – 30.9.2009

Projektleiter: Arndt-Helge Grap

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

Die technischen Grenzen des UKW-Radios beschränken die

Zahl der empfangbaren Radiostationen, sodass die Sender

den Massengeschmack bedienen . Eine redaktionelle Segmentierung

wie bei den Printmedien gibt es im Hörfunk

durch die beschränkte Zahl von Sendefrequenzen nicht .

Radiopark GmbH & Co . KG will mit Unterstützung der Innovationsstiftung

die technischen Voraussetzungen für eine

Vielzahl mobiler Hörfunk-Spartenprogramme schaffen . In

dem Projekt sollen die Steuerungssoftware für Redaktionen,

Radiosender und Distributoren sowie das Übertragungsverfahren

für Datenpakete über alle gängigen drahtlosen und

kabelgebundenen Übertragungswege entwickelt werden .

Dabei werden die Komponenten eines Live-Radiokanals

vorab übertragen und erst im Moment der Nutzung zum

Hörerlebnis auf dem Endgerät zusammengesetzt . Das neue

Konzept macht eine nur durch Angebot und Nachfrage

begrenzte Anzahl von Sparten-Radiokanälen auf mobilen

Endgeräten wie Handys oder MP3-Playern möglich . Radiopark

produziert für Hotels, Kreuzfahrtschiffe, Gastronomie

und Handel mehr als 60 verschiedene Musikformate .

21


PROJEKTE

Programm für Innovation (Profi) der Behörde für Wirtschaft und Arbeit

Noske-Kaeser GmbH

Internet: www .noske-kaeser .de

Geschäftsführung: Uwe Stölken

Gründungsjahr: 1975

Beschäftigte: 315

Proviantkühlung auf Schiffen

Fördervolumen: 172.882 Euro

Projektvolumen: 432.204 Euro

Förderquote: 40 %

Laufzeit: 1.11.2008 – 30.4.2010

Projektleiter: Philipp Schäfer

PLATH GmbH

Internet: www .plath .de

Geschäftsführung: Nico Scharfe

Gründungsjahr: 1954

Beschäftigte: 125

Automatische Analyse von Funkdaten

Fördervolumen: 152.840 Euro

Projektvolumen: 382.098 Euro

Förderquote: 40 %

Laufzeit: 1.5.2008 – 28.2.2009

Projektleiter: Dr. Joachim Stamm

Die Hersteller von Kälte- und Klimaanlagen müssen sich etwas

Neues einfallen lassen: Um das Klima besser zu schützen,

haben Bundesregierung und Europäische Union eine

Reihe von Gesetzen und Richtlinien beschlossen, die die

Anwendungsmöglichkeiten der vorhandenen Kältemittel in

Kühl- und Klimaanlagen stark einschränken . Noske-Kaeser

GmbH will mit Fördermitteln aus dem Programm für Innovation

der Behörde für Wirtschaft und Arbeit eine neue

Generation von umweltfreundlichen Kälteanlagen für die

Proviantkühlung auf Schiffen entwickeln . In dem Projekt

soll erarbeitet werden, wie die umweltfreundlichen Anlagen

ausgelegt, gebaut und betrieben werden müssen . Im

Anschluss sollen zwei Prototypen eines Proviantkühlgeräts

gebaut und im Seebetrieb getestet werden . Die Untersuchungen

werden von der Hochschule für Angewandte

Wissenschaften Hamburg und der Technischen Universität

Hamburg-Harburg begleitet . Das zur internationalen Noske-

Kaeser Gruppe gehörende Unternehmen rüstet Schiffe unter

anderem mit Klima-, Kälte- und Lüftungsanlagen aus .

Regierungsinstitutionen, die Funkaufklärung betreiben,

müssen die gesammelten Daten manuell bearbeiten, um

Muster relevanten Ereignissen zuzuordnen . Bei den riesigen

Datenmengen, die heutzutage gesammelt werden, stößt

dieses Verfahren schnell an seine Grenzen . Mit Fördermitteln

der Behörde für Wirtschaft und Arbeit aus dem Programm

für Innovation will PLATH GmbH ein Software system

entwickeln, das eine automatische Analyse großer Mengen

an Funkdaten möglich macht . Das System soll mit einem

Verfahren der Mustererkennung und der künstlichen Intelligenz

automatisch relevante Zusammenhänge identifizieren

und visualisieren, sodass am Ende der Verarbeitungskette

Beobachtungen zur Verfügung stehen, aus denen ein aktuelles

Lagebild erstellt werden kann . Der Anwender arbeitet

also nicht mehr mit einer Fülle von Rohdaten, sondern kann

sich auf hochwertige Hypothesen stützen . PLATH wurde

von dem Funkpeiltechnik-Pionier Maximilian Wächtler gegründet

und bietet Produkte für die Funkaufklärung und

-überwachung sowie die maritime Verkehrssicherung an .

22 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Power Economizer GmbH

Internet: www .power-economizer .de

Geschäftsführung: Dr . Joachim Redmer

Gründungsjahr: 2008

Beschäftigte: 10

Fernsteuerung von Elektrogeräten

Fördervolumen: 87.829 Euro

Projektvolumen: 195.174 Euro

Förderquote: 45 %

Laufzeit: 6.5.2008 – 31.12.2008

Projektleiter: Dirk Wittler

Video Active System Entwicklungsgesellschaft mbH

Internet: www .vas-gmbh .de

Geschäftsführung: Udo Arendt

Gründungsjahr: 1995

Beschäftigte: 6

Überwachungssystem für Lagerhallen

Fördervolumen: 217.400 Euro

Projektvolumen: 621.000 Euro

Förderquote: 35 %

Laufzeit: 1.5.2008 – 31.8.2009

Projektleiter: Udo Arendt

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

Selbst in Ruhephasen verbrauchen fast alle an das Stromnetz

angeschlossenen Geräte Energie . Große Unternehmen

nutzen Feldbussysteme, um Elektrogeräte nach einem

Zeitplan über Funkschaltsteckdosen zu steuern . Das erfordert

aber einen permanent laufenden Server vor Ort und

ist deshalb kostspielig . Power Economizer GmbH hat vor,

ein System zu entwickeln, das ohne Server funktioniert, sodass

diese Technik auch von kleineren Unternehmen und

Privathaushalten genutzt werden kann . Mit Mitteln des

Programms für Innovation der Behörde für Wirtschaft und

Arbeit sollen ein Internet-Benutzerportal und ein kostengünstiges

Gerät entwickelt werden, das die über das Portal

eingegebenen Befehle entgegennimmt und sie zum Beispiel

an Funkschaltsteckdosen weiterleitet . Durch dieses System

soll eine Senkung der Energiekosten um bis zu 30 Prozent

und damit verbunden eine deutliche Reduzierung der CO2-

Emissionen möglich werden . Power Economizer wurde als

Nachfolger von Business IT Integrator Ltd . gegründet und

ist Spezialist für Produkte zur Einsparung von Energie und

CO2-Emissionen .

Logistik-Förderprogramm der Behörde für Wirtschaft und Arbeit

In großen Lagerhallen besteht das Problem, dass einzelne

Pakete oder ganze Paletten verschwinden, zum Beispiel

weil sie falsch abgestellt wurden . Derzeit müssen für die

Überwachung einer Lagerhalle verschiedene Systeme separat

installiert und miteinander verknüpft werden . Video Active

System Entwicklungsgesellschaft mbH (VAS) will ein

neues System entwickeln, das sämtliche Eingangs- und

Ausgangsvorgänge sowie die Transportwege in einer Lagerhalle

automatisch und eindeutig identifiziert und dokumentiert

. In dem durch das Logistik-Programm der Behörde für

Wirtschaft und Arbeit geförderten Projekt will VAS eine

neuartige digitale Überwachungskamera mit hochauflösender

Bildsensorik, Netzwerkfähigkeit und Ortungsfunktion

entwickeln . Eine dezentrale und redundante Speicherung

aller Daten soll für einen ausfallsicheren Betrieb sorgen .

Durch die Kombination von gespeicherten Videodaten und

Ortungsfunktion soll es möglich werden, den Transportweg

einer Ware zu rekonstruieren und den Standort ausfindig zu

machen . VAS ist Spezialist für digitale Videoüberwachung .

23


PROJEKTE

Life Science-Förderprogramm der Behörde für Wissenschaft und Forschung

Sierra Sensors GmbH

Internet: www .sierrasensors .com

Geschäftsführung: Dr . Klaus Wiehler

Gründungsjahr: 2006

Beschäftigte: 4

Messinstrument zur Analyse von Proteinaffinitäten

Fördervolumen: 282.500 Euro

Projektvolumen: 807.033 Euro

Förderquote: 35 %

Laufzeit: 1.10.2008 – 31.5.2010

Projektleiter: Dr. Klaus Wiehler

astra Gesellschaft für innovative Diagnostik mbH

Internet: www .astra-diagnostics .com

Geschäftsführung: Dr . Markus Heß, Dr . Ulrich Spengler

Gründungsjahr: 2007

Beschäftigte: 7

Nachweis opportunistischer Infektionserreger

Fördervolumen: 402.200 Euro

Projektvolumen: 804.330 Euro

Förderquote: 50 %

Laufzeit: 1.7.2008 – 30.6.2011

Projektleiter: Dr. Markus Heß

Sierra Sensors GmbH will mit Mitteln aus dem Life Science-

Programm der Behörde für Wissenschaft und Forschung ein

Analysegerät entwickeln, das die Bindung von Proteinen

mit anderen Molekülen schnell und exakt vermessen kann .

Die Analyse dieser Wechselwirkung ist ein wichtiger Schritt

bei der Entwicklung von Arzneimitteln . Viele Krankheiten

wie Alzheimer, Creutzfeldt-Jakob-Krankheit oder Sichelzellenanämie

entstehen durch fehlerhafte Proteine . Diese

Proteine können durch Andocken eines dafür entwickelten

Moleküls ausgeschaltet werden . Das neue Gerät soll es

möglich machen, die Stärke von Protein-Protein-Bindungen

zu ermitteln und die Geschwindigkeit zu messen, mit der

sich eine solche Bindung auf- und abbaut . Kernstück der

Entwicklung ist eine neue Methode der Probenzuführung,

die es erlauben soll, eine große Anzahl von Proben parallel

und individuell einem Mehrkanalsensorchip zuzuführen . Für

die erste Projektphase, die im April 2008 endete, hatte Sierra

Sensors bereits 256 .100 Euro erhalten . Das Unternehmen

entwickelt Produkte und Dienstleistungen im Bereich

Biosensorik .

Astra Gesellschaft für innovative Diagnostik mbH will mit

finanzieller Unterstützung des Life Science-Programms der

Behörde für Wissenschaft und Forschung ein Analysesystem

für sogenannte opportunistische Infektionserreger entwickeln

. Mit diesem Begriff werden Viren bezeichnet, die

normalerweise vom Immunsystem unter Kontrolle gehalten

werden . Für Patienten, deren Immunabwehr zum Beispiel

aufgrund einer Chemotherapie oder einer Aids-Erkrankung

stark reduziert ist, können solche Erreger aber sehr gefährlich

werden . Gelingt es, den Status opportunistischer

Infektionserreger zu überwachen, kann eine Neuinfektion

frühzeitig erkannt und rechtzeitig eine Therapie eingeleitet

werden . Mit dem molekulardiagnostischen Analysesystem,

das astra entwickeln will, soll ein simultaner und quantitativer

Nachweis dieser Erreger möglich werden, sodass auch

der Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung überwacht

werden kann . Unternehmensziel von astra ist es, innovative

Diagnostiksysteme zu entwickeln und zu vermarkten .

24 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


CCS Cell Culture Service GmbH

Internet: www .cellcultureservice .com

Geschäftsführung: Dr . Oliver Klotzsche

Gründungsjahr: 2000

Beschäftigte: 17

Testsystem für Medikamente

Fördervolumen: 310.500 Euro

Projektvolumen: 620.895 Euro

Förderquote: 50 %

Laufzeit: 1.5.2008 – 30.4.2011

Projektleiter: Dr. Bernd Laffert

Energy-Lab Technologies GmbH

Internet: www .energy-lab .de

Geschäftsführung: Dr . Marc Weitl

Gründungsjahr: 2001

Beschäftigte: 25

EKG-Home-Monitoring

Fördervolumen: 188.900 Euro

Projektvolumen: 539.700 Euro

Förderquote: 35 %

Laufzeit: 1.11.2008 – 28.02.2010

Projektleiter: Gerold Schwarz

Pharmaunternehmen haben zurzeit das Problem, dass zu

wenig neue Substanzen für die Therapie von Krankheiten

gefunden werden und Nebenwirkungen oft erst in einer

späten Phase der Wirkstoff-Entwicklung auftreten . Die

meisten Medikamente greifen an einer bestimmten Art von

Eiweißmolekülen an, sogenannten G-Protein-gekoppelten

Rezeptoren . Man sucht deshalb nach Substanzen, die gezielt

auf einen isolierten G-Protein-gekoppelten Rezeptor

wirken . Aktuelle Forschungsergebnisse weisen aber darauf

hin, dass sich mehrere dieser Rezeptoren zusammenlagern

und so Rezeptoren mit völlig veränderten Eigenschaften

entstehen . CCS Cell Culture Service GmbH will mit Mitteln

des Life Science-Programms der Behörde für Wissenschaft

und Forschung Testsysteme entwickeln, mit denen man

gezielt die Funktion von Komplexen aus zwei verschiedenen

G-Protein-gekoppelten Rezeptoren beeinflussen kann .

Dadurch würde es möglich, neue, spezifischere Wirkstoffe

zu identifizieren . CCS stellt Testsysteme auf der Basis von

selbst gezüchteten Zellen her, die so generiert werden, dass

sie das gewünschte Protein besitzen .

Energy-Lab Technologies GmbH will mit finanzieller Unterstützung

des Life Science-Programms der Behörde für

Wissenschaft und Forschung ein sogenanntes Home-Monitoring-Gerät

entwickeln, mit dem gleichzeitig Blutdruckmessung

und EKG-Analyse möglich sind . Das Gerät ist für

Heimanwender gedacht, es soll einfach zu bedienen sein

und eine möglichst umfassende Bewertung des kardiovaskulären

Gesamtzustands liefern . Die Analyseergebnisse

sollen auch von Laien leicht zu interpretieren sein . Zielgruppe

sind vor allem Bluthochdruckgefährdete, zu denen

immerhin 20 Prozent der Bevölkerung gehören . Basis der

Entwicklung sind herkömmliche Blutdruckmesser in Manschettenausführung,

die mit einem innovativen Verfahren

zur EKG-Auswertung, vor allem im Bereich arrhythmischer

Auffälligkeiten und Herzfrequenzvariabilität, kombiniert

werden sollen . Energy-Lab Technologies entwickelt und

vertreibt Hard- und Softwarelösungen zur Herzprävention

für den Gesundheitsmarkt . Kunden sind neben Ärzten vor

allem Fitnessstudios .

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008 25


Kapitalerhaltungsrücklage

39 %

JAHRESRECHNUNG

Jahresrechnung

für das Geschäftsjahr

2008

Stiftungsvermögen

Gutachter-, Prüfungs- und Beratungskosten

1 %

Sachkosten

5 %

Personalkosten

12 %

Auszahlungen an Förderempfänger

43 %

Ausgaben der Innovationsstiftung 2008

Die Innovationsstiftung erfüllt ihre Aufgaben aus den Er-

trägen des Stiftungskapitals . Ende 1997 hat die Freie und

Hansestadt Hamburg (FHH) die Stiftung mit einem Vermögen

von 51,1 Millionen Euro (100 Millionen DM) ausgestattet,

das in zwei Wertpapier-Spezialfonds angelegt ist .

Die mit dem Fondsmanagement betrauten Gesellschaften

unterliegen dem Investmentgesetz (Gesetz zur Modernisierung

des Investmentwesens und zur Besteuerung

von Investmentvermögen) und wurden im Rahmen von

beschränk ten Ausschreibungen ausgewählt . An dem mehrstufigen

Auswahlverfahren waren neben der Innovationsstiftung

die Wirtschafts- und die Finanzbehörde beteiligt .

Seit 2001 wird rund die Hälfte des Stiftungsvermögens

von der FRANKFURT-TRUST Investment-Gesellschaft mbH

verwaltet . Depotbank ist die BHF-Bank AG in Frankfurt .

Den zweiten Spezialfonds verwaltet seit 2003 die INTER-

NATIONALE KAPITALANLAGEGESELLSCHAFT MBH (INKA) .

Depotbank ist HSBC Trinkaus & Burkhardt KGaA in Düsseldorf

. Um das Kapital nicht in seinem Bestand zu ge fährden,

verfolgt die Stiftung eine konservative Anlagestrategie . Mit

dieser Strategie konnte 2008 trotz des sehr schwierigen

Kapitalmarkt-Umfelds ein Wertzuwachs von 3,3 Prozent

erzielt werden .

Vermögensrechnung

Das Anlagevermögen wurde mit Anschaffungskosten bewertet

(53,8 Millionen Euro) . Per 31 .12 .2008 belief sich der

Zeitwert beider Fonds zusammen auf 64 Millionen Euro .

Aufgrund einer Zustiftung der FHH im Jahr 1999 beträgt

das Stiftungskapital 52,3 Millionen Euro .

Die Stiftungssatzung bestimmt, das Vermögen grundsätzlich

in seinem Bestand zu erhalten . Die Erträge des

Stiftungskapitals müssen deshalb zu einem erheblichen Teil

einer Kapitalerhaltungsrücklage zugeführt werden . 2008

flossen 1,7 Millionen Euro in die Kapitalerhaltungsrücklage,

die sich damit auf insgesamt 10,7 Millionen Euro erhöhte .

Per 31 .12 .2008 beliefen sich die Verbindlichkeiten gegenüber

Zuwendungsempfängern auf 4,3 Millionen Euro .

Der negative Mittelvortrag ist insofern unbedenklich, als

die Stiftung jederzeit Fondserträge ausschütten lassen

kann, um die für Auszahlungen an Zuwendungsempfänger

benötigte Liquidität zu gewährleisten .

Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

2008 wurden Fondserträge in Höhe von 2 Millionen Euro

ausgeschüttet . Für Projektförderungen hat die Innovationsstiftung

1,9 Millionen Euro ausgezahlt . Die Personal- und

Sachkosten beliefen sich auf 731 .400 Euro . Davon entfielen

118 .200 Euro auf das Projekt Mittelstandsförderinstitut,

das durch eine Zuwendung der Behörde für Wirtschaft und

Arbeit (BWA) finanziert wird . Durch die Projektträgerschaften

für das Life Science-Programm der Behörde für Wissenschaft

und Forschung sowie das Programm für Innovation

der BWA entstanden Personal- und Sachkosten in Höhe

von 90 .200 Euro, die ebenfalls durch Zuwendungen der

FHH gedeckt sind .

Prüfung der Jahresrechnung

Das Kuratorium der Stiftung bestellte mit Beschluss vom

12 .11 .2008 die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Niethammer,

Posewang & Partner GmbH für die Prüfung der Jahresrechnung

. Niethammer, Posewang & Partner erteilte den

uneingeschränkten Bestätigungsvermerk .

26 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Jahresrechnung für das Geschäftsjahr 2008

I. Einnahmen-Ausgaben-Rechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 in Euro

2008 2007

Einnahmen aus laufender Tätigkeit

1 . Einnahmen aus Zuwendungen der Freien und Hansestadt Hamburg 751 .377,43 700 .821,09

2 . Einnahmen aus Mittelrückzahlungen 147 .913,34 163 .700,24

3 . Einnahmen aus nicht verbrauchten Fördermitteln 19 .296,23 13 .501,94

4 . Einnahmen aus Projektträgerschaft 16 .812,57 9 .903,78

935 .399,57 887 .927,05

Ausgaben aus laufender Tätigkeit

5 . Projektausgaben – 1 .886 .415,11 – 1 .635 .464,81

6 . Personalkosten – 504 .735,15 – 452 .275,40

7 . Sachmittel – 75 .739,70 – 107 .246,72

8 . Raumkosten – 88 .840,88 – 62 .543,69

9 . Gutachter-, Prüfungs- und Beratungskosten – 23 .973,25 – 24 .200,79

10 . Einrichtungen – 13 .097,42 – 3 .442,05

11 . Fahrzeugkosten – 10 .186,57 – 8 .373,75

12 . Beiträge / Versicherungen – 4 .941,10 – 3 .402,93

13 . Umzugsaufwendungen – 9 .929,27 0,00

– 2 .617 .858,45 – 2 .296 .950,14

Ausgabenüberschuss aus laufender Tätigkeit – 1.682.458,88 – 1.409.023,09

Einnahmen aus dem Finanzbereich

(Ausschüttungen, Steuererstattungen, Zinseinnahmen) 2 .017 .616,94 1 .517 .616,57

Einnahmenüberschuss aus dem Finanzbereich 2.017.616,94 1.517.616,57

Erhöhung des Bestandes an Geldmitteln im engeren Sinn 335 .158,06 108 .593,48

Bestand an Geldmitteln im engeren Sinn am 1 . Januar 278 .255,22 169 .661,74

Bestand an Geldmitteln im engeren Sinn am 31. Dezember 613.413,28 278.255,22

II. Vermögensrechnung zum 31. Dezember 2008

31.12.2008 31.12.2007

Vermögensgegenstände

1 . Wertpapiere des Anlagevermögens

2 . Forderungen aus erteilten Zuwendungszusagen

53 .778 .928,56 53 .778 .928,56

der Freien und Hansestadt Hamburg 3 .566 .871,41 2 .959 .188,25

3 . Guthaben bei Kreditinstituten 613 .413,28 278 .255,22

57.959.213,25 57.016.372,03

Stiftungskapital und Schulden

1 . Eigenkapital

a) Stiftungskapital (Grundstockvermögen und Zustiftungen) 52 .332 .960,94 52 .332 .960,94

b) Ergebnisrücklagen

b1) Kapitalerhaltungsrücklage 10 .709 .056,51 9 .017 .710,51

b2) Mittelvortrag – 9 .350 .229,95 – 8 .695 .907,18

53 .691 .787,50 52 .654 .764,27

2 . Rückstellungen 9 .000,00 655 .000,00

3 . Verbindlichkeiten gegenüber Zuwendungsempfängern 4 .258 .425,75 3 .706 .607,76

57.959.213,25 57.016.372,03

III. Mittelverwendungsrechnung

Mittelvortrag zu Zu verwendende Mittel Verwendete Mittel Mittelvortrag zum

Beginn des Geschäftsjahres Ende des Geschäftsjahres

2007 – 8 .392 .140,05 3 .222 .072,01 – 3 .525 .839,14 – 8 .695 .907,18

2008 – 8 .695 .907,18 3 .654 .881,68 – 4 .309 .204,45 – 9 .350 .229,95

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008 27


JAHRESRECHNUNG

Bestätigungsvermerk

des Abschlussprüfers

Wir haben die Jahresrechnung unter Einbeziehung der

Buchführung der Innovationsstiftung Hamburg, Stiftung des

öffentlichen Rechts, Hamburg, für das Geschäftsjahr vom

1 . Januar bis 31 . Dezember 2008 geprüft . Die Buchführung

und die Aufstellung der Jahresrechnung nach den Grundsätzen

einer ordnungsmäßigen Rechnungslegung liegen in

der Verantwortung des Vorstands der Stiftung . Unsere Aufgabe

ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten

Prüfung eine Beurteilung über die Jahresrechnung unter

Einbeziehung der Buchführung abzugeben .

Wir haben unsere Prüfung der Jahresrechnung entsprechend

§ 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der

Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) festgestellten deutschen

Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung

vorgenommen . Danach ist die Prüfung so zu planen und

durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich

auf die Darstellung des durch die Jahresrechnung unter

Beachtung der Grundsätze einer ordnungsmäßigen Rechnungslegung

vermittelten Bildes der Einnahmen und Aus-

gaben, der Vermögensgegenstände, des Stiftungskapitals

und der Schulden sowie der Mittelverwendung wesentlich

auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden .

Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die

Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche

und rechtliche Umfeld der Stiftung sowie die

Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt . Im Rahmen

der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

internen Kontrollsystems sowie Nachweise

für die Angaben in Buchführung und Jahresrechnung

überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt . Die

Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze

und der wesentlichen Einschätzungen

des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung

der Jahresrechnung . Wir sind der Auffassung, dass unsere

Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung

bildet .

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt .

Hamburg, 24 . April 2009

NPP Niethammer, Posewang & Partner GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Steuerberatungsgesellschaft

Stephan Buchert Ralf H. Kauka

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

28 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Gremien der Stiftung

Kuratorium

Carsten Frigge (Vorsitz),

Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Arbeit (seit 1 .9 .2008)

Christian Maaß,

Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (seit 17 .6 .2008)

Bernd Reinert,

Staatsrat der Behörde für Wissenschaft und Forschung (seit 17 .6 .2008)

Prof. Dr. Hans-Jörg Schmidt-Trenz,

Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg (seit 1 .3 .2001)

Frank Glücklich,

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Hamburg (seit 15 .3 .2004)

Dr. Thomas M. Schünemann,

Geschäftsführender Gesellschafter der HS – Hamburger Software GmbH & Co . KG (seit 15 .3 .2004)

Prof. Dr.-Ing. habil. Edwin Kreuzer,

Präsident der Technischen Universität Hamburg-Harburg (seit 1 .3 .2009)

Jan Eulen,

Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (seit 1 .3 .2009)

Gunther Bonz war als Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Arbeit vom 19 .4 .2004 bis zum 31 .8 .2008 Vorsitzender

des Kuratoriums . Dr. Roland Salchow war vom 30 .11 .2001 bis zum 16 .6 .2008 als Vertreter der Behörde für Wissenschaft

und Forschung Mitglied des Kuratoriums . Dr. Herlind Gundelach gehörte dem Kuratorium vom 19 .4 .2004 bis

zum 16 .6 .2008 als Vertreterin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt an . Roland Kasprzak gehörte dem Kuratorium

vom 1 .3 .2005 bis zum 28 .2 .2009 als Vertreter der Gewerkschaften an . Prof. Dr. habil. Monika Auweter-Kurtz,

Präsidentin der Universität Hamburg, war als Vertreterin der Hochschulen vom 1 .3 .2007 bis zum 28 .2 .2009 Kuratoriumsmitglied

.

Vorstand

Dr. Harald Eifert (seit 1 .3 .2001)

Vergabeausschuss

Den Vorsitz im Vergabeausschuss hat der Vorstand der Innovationsstiftung . Weiter gehören dem Vergabeausschuss gemäß

Satzung der Innovationsstiftung vier Fachleute an, die aus den Förderschwerpunkten der Stiftung sowie aus dem Bereich

Kreditwirtschaft und dem Bereich Technikbewertung/Innovationsforschung kommen sollten .

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

29


ANHANG

Informationen

für Antragsteller

Förderprogramme

Die Innovationsstiftung Hamburg fördert Forschungs-

und Entwicklungsvorhaben Hamburger Unternehmen in

einem eigenen Förderprogramm und betreut als Projektträger

verschiedene weitere Förderprogramme in Hamburg .

Im Vordergrund steht die Entwicklung oder die wesentliche

Verbesserung von Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen

zur Sicherung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit

des Unternehmens .

Diese Information soll Antragstellern helfen, einen erfolgversprechenden

Antrag auf Fördermittel zu stellen .

Maßgeblich für Antrag und Bewilligung sind die entsprechenden

Förderrichtlinien der verschiedenen Programme .

Die Förderrichtlinien sind unter www .innovationsstiftung .de

– Bereich Service – verfügbar oder werden auf Anfrage von

der Innovationsstiftung zugesandt . Vor der Anfertigung

eines formellen Antrags empfehlen wir ein Beratungsgespräch

mit der Innovationsstiftung zu vereinbaren .

Die Förderung wird in der Regel als Zuschuss oder bedingt

rückzahlbarer Zuschuss bewilligt . Art und Höhe der

Finanzierungshilfen werden nach Prüfung des Förderantrags

festgesetzt . Gefördert werden Projekte kleiner und

mittlerer Hamburger Unternehmen . In dem von der Stiftung

betreuten Programm für Innovation (Profi) der Behörde

für Wirtschaft und Arbeit können auch Projekte größerer

Unternehmen gefördert werden .

Arbeitsinhalte eines Projekts und möglicher

Umfang einer Förderung

Die Förderquoten zwischen 25 und 80 Prozent helfen

innovativen Unternehmen, das wirtschaftliche Risiko einer

Neuentwicklung zu minimieren . Je nach Art und Umfang

einer Entwicklung stellt die Stiftung typischerweise Fördermittel

im Umfang von circa 50 .000 bis 1 .000 .000 Euro für

ein Projekt zur Verfügung . Die Entscheidungen über die

Förderanträge werden durch Vergabeausschüsse getroffen .

Entscheidungsbasis hierfür sind der Förderantrag sowie ein

Fachgutachten zu dem Antrag, das von der Innovationsstiftung

eingeholt wird .

Entscheidend für die Höhe der Förderquote ist das in einem

Projekt erreichbare Entwicklungsstadium des geplanten

Produkts oder Verfahrens bzw . der geplanten Dienstleistung

. Hierbei ist von Bedeutung, welche Vorarbeiten

bereits durch den Antragsteller geleistet wurden bzw . als

Stand der Technik verfügbar sind . Mit einer Förderung sollen

Unternehmen die Möglichkeit erhalten, vorhandene

innovative Konzepte, Ideen oder Resultate der Forschung

hinsichtlich der technischen oder wissenschaftlichen Realisierbarkeit

für unternehmerisch umsetzbare Produkte, Verfahren

oder Dienstleistungen zu prüfen .

Gefördert werden kann „industrielle Forschung“, d . h .

planmäßiges Forschen oder kritisches Erforschen zur Gewinnung

neuer Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Ziel,

neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln

oder zur Verwirklichung erheblicher Verbesserungen

bei bestehenden Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen

nutzen zu können .

Ebenfalls gefördert werden kann „experimentelle Entwicklung“,

d . h . der Erwerb, die Kombination, die Formung

und die Verwendung vorhandener wissenschaftlicher,

technischer, wirtschaftlicher und sonstiger einschlägiger

Kenntnisse und Fertigkeiten zur Erarbeitung von Plänen

und Vorkehrungen oder Konzepten für neue, veränderte

oder verbesserte Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen

. Dazu zählen beispielsweise andere Tätigkeiten zur

Definition, Planung und Dokumentation neuer Produkte,

Verfahren und Dienstleistungen sowie auch die Erstellung

von Entwürfen, Zeichnungen, Plänen und anderem Dokumentationsmaterial,

soweit dieses nicht für gewerbliche

Zwecke bestimmt ist .

30 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


Die Entwicklung von kommerziell nutzbaren Prototypen

und Pilotprojekten ist ebenfalls eingeschlossen, wenn es

sich bei dem Prototyp notwendigerweise um das kommerzielle

Endprodukt handelt und seine Herstellung allein für

Demonstrations- und Auswertungszwecke zu teuer wäre .

In geeigneten Fällen kann ein Zuschlag von bis zu 15

Prozent auf die Förderhöhe bei einer Zusammenarbeit mit

einer Hamburger Hochschule gewährt werden .

Ein Unternehmen kann einen Antrag für zwei oder mehr

aufeinanderfolgende Phasen stellen, die durch einen Meilenstein

getrennt sind . Es muss eindeutig beschrieben werden,

welche Ziele am Ende einer Projektphase erreicht sein

sollen .

Projektskizze und Beratungsgespräch

Vor Anfertigung eines formellen Antrags empfehlen wir

ein Beratungsgespräch mit der Innovationsstiftung zu vereinbaren

. Zur Vorbereitung dieses Gesprächs schicken Sie

uns bitte eine circa zwei- bis dreiseitige Projektskizze . Die

Projektskizze kann auch per E-Mail an info@innovationsstiftung

.de geschickt werden . Diese Projektskizze sollte folgende

Informationen beinhalten:

- Unternehmensbeschreibung, Ansprechpartner, Telefonnummer

des Ansprechpartners

- Darstellung des geplanten Forschungs- oder Ent wicklungsprojekts

- Darstellung der geplanten unternehmerischen Vermarktung

des erwarteten Entwicklungsergebnisses

- Erwarteter zeitlicher und finanzieller Umfang des Projekts

Beantragungszeiten

Die Innovationsstiftung entscheidet mehrmals jährlich

über die eingereichten Förderanträge . Grundsätzlich ist es

jederzeit möglich, einen Antrag auf Fördermittel zu stellen .

Eine Projektskizze kann ebenfalls jederzeit eingereicht und

von der Innovationsstiftung beurteilt werden .

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

Anforderungen an einen Förderantrag

Ein Förderantrag an die Innovationsstiftung Hamburg ist

in zwei Exemplaren, davon mindestens eines ungebunden,

einzureichen . Dem Antrag sind ein Anschreiben sowie weitere

Anlagen beizufügen . Der Antrag ist mit Seitenzahlen

zu versehen und sollte ohne Anschreiben und Anlagen einen

Umfang von 20 Seiten nicht überschreiten .

Der Antrag ist an folgende Adresse zu schicken:

Innovationsstiftung Hamburg

Habichtstraße 41

22305 Hamburg

Das Anschreiben zu dem Antrag muss folgende Informationen

beinhalten:

- Betreff „Antrag auf . . .“

- Datum und rechtsgültige Unterschrift des Antrag stellers

- Höhe der beantragten Finanzierungshilfe

- Nennung des Förderprogramms, aus dem eine Förderung

beantragt wird

- Erklärung, dass mit der Maßnahme noch nicht begonnen

wurde

- Erklärung, dass der Antragsteller mit der Begutachtung

des Antrags durch einen von der Innovationsstiftung

zu benennenden Gutachter einverstanden ist

Auf einem gesonderten Blatt zum Anschreiben können

Sie bei Bedarf Gutachter ausschließen .

31


ANHANG

Gliederung

des Förderantrags

Der Förderantrag sollte entsprechend der nachfolgenden

Gliederung gestaltet werden .

(Umfang max . 20 Seiten ohne Anlagen)

1. Titel des Vorhabens und Kurzbeschreibung

Der Titel und die Kurzbeschreibung sind zur Veröffent-

lichung vorgesehen . Die Kurzbeschreibung mit vorangehendem

Titel soll maximal eine halbe Seite umfassen und

muss eine Unterschrift des Antragstellers tragen, die der

Stiftung die Veröffentlichung genehmigt . Titel und Kurzbeschreibung

sollten auch entweder per E-Mail an info@

innovationsstiftung .de oder auf einem dem Antrag beiliegenden

Datenträger zur Verfügung gestellt werden .

2. Projektbeschreibung

2.1 Identifikation des Problems

Darstellung der technischen, methodischen oder wissenschaftlichen

Fragestellung bzw . der Notwendigkeit für

Forschungs- oder Entwicklungsarbeiten . Darstellung des

unmittelbar erwarteten Nutzens für Kunden des Unternehmens

oder Anwender des zu entwickelnden Produkts, Verfahrens

oder der Dienstleistung .

2.2 Ausgangssituation

Kurze Darstellung des „State of the Art“ hinsichtlich der

geplanten Arbeiten . Darstellung eigener Vorarbeiten sowie

personeller, fachlicher, apparativer und anderer relevanter

Voraussetzungen bzw . einschlägiger Erfahrungen der Antragsteller

. Darstellung der Schutzrechte, die vorliegen bzw .

angemeldet sind oder lizenziert bzw . gekauft werden sollen

. (Ausführliche Darstellung in Anlage B .)

2.3 Projektziele

Detaillierte Darstellung, welche Fragestellungen mit

dem geplanten Projekt bearbeitet und welche Projektziele

hinsichtlich des Kunden- bzw . Anwendernutzens und der

wirtschaftlichen Verwertungsmöglichkeit erreicht werden

sollen . Die Projektziele sollten als beschreibbare Eigenschaften

des Produkts, des Verfahrens bzw . der Dienstleistung

dargestellt und nach Möglichkeit quantifiziert werden . Beispiele

sind in der Tabelle unten auf dieser Seite dargestellt .

2.4 Projektdurchführungsplan

Darstellung, wie die Projektziele erreicht werden sollen .

Der innovative technisch-wissenschaftliche bzw . methodische

Ansatz soll dargestellt und in eine Arbeitsplanung

mit einzelnen Arbeitspaketen, Projektphasen und Meilensteinen

umgesetzt werden . Die erwarteten Hindernisse

und Probleme fachlicher bzw . organisatorischer Art sollen

aufgezeigt werden . Die Vorgehensweise zur Überwindung

dieser Probleme bzw . zur Entwicklung der Projektziele soll

dargestellt werden . Die Zuständigkeiten der im Projekt zentral

verantwortlichen Personen sowie die Koordinierung

von Aufgaben externer Projektteilnehmer, z . B . durch Unterauftrag

eingebundener Hochschulen, sollen den Arbeitspaketen

zugeordnet werden .

2.5 Projektablaufplan

Grafische zeitliche Ablaufplanung für die einzelnen Arbeitspakete

.

2.6 Projektkalkulation

Tabellarische Darstellung der Projektkosten . Bei der Kostendarstellung

sollten Personalkosten, Gemeinkosten, Materialkosten,

Kosten für Fremdleistungen, mit dem Projekt

zusammenhängende Investitionen, Reisekosten sowie Patent-

und Lizenzierungskosten einzeln dargestellt und erläutert

werden .

Produkteigenschaft Relevanz für Geschäftserfolg Stand der Technik Projektziel Innovativer Projektansatz

Gewicht Gewichtsminderung 1,5 kg 0,5 kg Werkstoffentwicklung

(z . B . eines Bauteils) ist wichtig für Kunden

Selektivität Vermarktbarkeit 25 % 95 % Mikrobiologisches Verfahren

(z . B . eines Katalysators) erst ab 95 % möglich

Kosten (z . B . Recherche- Für Markteinführung 2 .000 _ 250 _ Datenbankarchitektur

Dienstleistung) Preis < _ 500 nötig

32 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


2.7 Unterauftragnehmer

Darstellung der Erfahrungen, Fähigkeiten und der Pro-

jekt anteile von Unterauftragnehmern .

2.8 Finanzierung

Geplante Finanzierung der Projektkosten . Darstellung,

wie ein Eigenanteil aufgebracht werden soll und welche

Förderquote beantragt wird . Ausweis von Fremdmitteln,

Finanzierungshilfen aus anderen Förderprogrammen sowie

sonstigen beantragten Finanzierungshilfen .

2.9 Tabellarische Übersicht der finanziellen Situation

des Antragstellers

Vereinfachte, tabellarische Liquiditätsübersicht, rückblickend

für mindestens zwei Jahre vor Projektstart und

vorausschauend für mindestens drei Jahre nach Projektende

. Eine Vorlage für diese Übersicht ist erhältlich bei der

Innovationsstiftung bzw . auf www .innovationsstiftung .de,

Bereich Service .

3. Beschreibung der Vermarktung des erwarteten

Projektergebnisses

3.1 Vermarktbares Ergebnis

Darstellung der erwarteten wesentlichen Projektergebnisse

aus der Sicht des Marktes (Kunden, Anwender, Wettbewerb)

und des Erlösmodells mit Nennung der Marktpreise

.

Darstellung, ob weitere Entwicklungsarbeiten bzw . Arbeiten

zur Anpassung des Produkts nach Projektende notwendig

sind .

3.2 Vermarktungskonzept

Darstellung des Zielmarkts bzw . der Zielkunden, der

Markteintritts- und Vertriebsstrategie und der Risiken in

der Vermarktung . Darstellung des geschätzten potenziellen

Marktvolumens und der erwarteten Marktanteile . Darstellung

der erwarteten Umsätze für das geplante Produkt

(bzw . Verfahren, Dienstleistung) . Darstellung, mit welchen

Partnern in der Produktion und im Vertrieb kooperiert werden

soll .

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

3.3 Zeit- und Kostenplan für Arbeiten nach Projektende

Erwarteter zeitlicher Verlauf nach Projektende für zusätzliche

Entwicklungs- bzw . Anpassungsarbeiten bis zum

marktfähigen Produkt sowie für die Vermarktungsaktivitäten

. Abschätzung der Kosten für weitere Entwicklungsund

Anpassungsarbeiten sowie für die Markteinführung .

Erläuterung, wie diese Kosten gedeckt werden sollen .

3.4 Wettbewerbssituation

Darstellung der Alleinstellungsmerkmale und ein Vergleich

mit dem Wettbewerb . Wie unterscheidet sich die

geplante Entwicklung von den heute erhältlichen bzw .

in der Entwicklung befindlichen Wettbewerbsprodukten,

-verfahren oder -dienstleistungen? Es sollen relevante Mitbewerber

des antragstellenden Unternehmens dargestellt

werden .

3.5 Arbeitsplatzentwicklung und Standorteffekte

Darstellung der Arbeitsplätze, die sich nach Ende des

Projekts durch die erwarteten Vermarktungserfolge ergeben

werden . Beschreibung möglicher wirtschaftlicher oder

standortrelevanter Effekte auf die Metropolregion Hamburg

.

Anlage A

- Unternehmensprofil des Antragstellers inkl . Angaben

zu Hauptfirmensitz, Branche etc .

- Handelsregisterauszug, Darstellung der Gesellschafter

- Anzahl der Mitarbeiter/innen

- Lebensläufe der im Projekt zentral verantwortlichen

Personen

- Bilanzen bzw . Jahresabschlüsse für die letzten beiden

Geschäftsjahre des Antragstellers

- Darstellung, ob Anträge auf Förderung des dargestellten

Projekts oder Teile davon bei anderen öffentlichen

Einrichtungen eingereicht wurden oder geplant sind

- Erklärung über subventionserhebliche Tatsachen

Anlage B

Gegebenenfalls ausführlichere Darstellung eigener wissenschaftlicher

oder technischer Vorarbeiten bzw . Geschäftserfahrungen

des Antragstellers . Veröffentlichungen

oder sonstige Publikationen zur Darstellung des Standes

der Technik oder zur Darstellung eigener Vorarbeiten zum

beantragten Projekt können beigelegt werden .

33


ANHANG

Richtlinien für die

Gewährung von

Finanzhilfen

als Projektförderung

1. Grundsätze

durch die Innovationsstiftung Hamburg

Stand 10 .10 .2008

Die Innovationsstiftung fördert zur Stärkung der wissenschaftlichen

und technologischen Grundlagen sowie zur

Erhöhung der Inno va tions bereit schaft und der Innovationsfähigkeit

kleiner und mittlerer Unternehmen sowie zur

Stärkung der Wirt schafts kraft Hamburgs nach Maßgabe

des Gesetzes über die Errichtung der Innovationsstiftung

Hamburg in der Fassung vom 19 .4 .2004 (Hamburgisches

Gesetz- und Ver ord nungsblatt Nr . 18, S . 74, vom 14 .5 .1996,

Nr . 48, S . 462, vom 10 .12 .2001, Nr . 47, S . 531, vom

28 .11 .2003, Nr . 20, S . 198, vom 14 .4 .2004) und des Ge-

meinschaftsrahmens für staatliche Beihilfen für Forschung,

Entwicklung und Innovation (Abl . C 323 vom 30 .12 .2006)

sowie im Rahmen der jeweils gel ten den Verwaltungsvorschriften

(z . B . Verwaltungs vor schrif ten zu §§ 23 und 44

Landeshaushaltsordnung) ins be son de re innovative und

technologieorientierte Vorha ben . Hier mit soll die Entwicklung

einer internationalen Wettbewerbsfähigkeit gefördert

werden und damit die Basis für die Sicherung und Schaffung

wett bewerbsfähiger, zukunftssicherer Arbeits- und

Ausbil dungs plätze gelegt werden . Ein Rechtsanspruch des

An trag stellers auf Gewährung von Zuwendungen besteht

nicht; vielmehr entscheidet die Stiftung nach pflichtge mäßem

Ermessen im Rahmen der verfügbaren Mittel .

2. Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind:

• kleine und mittlere Unternehmen gemäß EU-Definition

(Abl . L 124 vom 20 .05 .2003),

• innovative Unternehmensgründer und Einzelunterneh-

34 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

mer,

• für Forschungs- und Entwicklungsprojekte, für Durch-

führ barkeitsstudien zur Vorbereitung industrieller For-

schung und experimenteller Entwicklung sowie für Prozess-

und Betriebsinnovation im Dienstleistungssektor

in Einzelfällen Hochschulen und außeruniversitäre Forschungs

einrichtungen, soweit es sich um Projekte mit

di rekter Marktorientierung und/oder Umsetzungsnähe

handelt .

3. Voraussetzungen für die Förderung

Gefördert werden nur einzelne inhaltlich abgegrenzte

oder abgrenzbare Vorhaben, die Ansätze für eine spätere

wirtschaftliche Verwertbarkeit erkennen lassen (Projekt förderung)

.

Die Gesamtfinanzierung des Vorhabens muss – unter Einschluss

der beantragten Finanzierungshilfe – gesichert

sein .

Der Zuwendungsempfänger muss bei wirtschaftlicher Betrach

tung unter Ein schluss staatlicher Fördermaß nah men

existenz- und wettbewerbsfähig sein .

Andere Fördermöglichkeiten sollen vom Antragsteller vorrangig

in Anspruch genommen werden . In der Regel ist ein

angemessener Eigenanteil des Antragstellers zu fordern .

Zugleich soll die Projektförderung einen Zeitraum von drei

Jahren nicht überschreiten .

Nicht gefördert werden:

• Bagatellvorhaben,

• Vorhaben der Grundlagenforschung,

• Vorhaben, mit denen vor der schriftlichen Zustimmung

der Stiftung begonnen worden ist . Ein Vorha ben gilt als

begonnen, sobald ins Gewicht fallende Verbind lichkeiten

begründet worden sind, die mit dem Zweck, für den die

Finanzierungshilfe beantragt werden soll, in ursächlichem

Zusammen hang stehen . Als Verbind lich keiten in diesem

Sinne gelten auch bedingte Rechts geschäfte und der

Kauf auf Probe .


4. Art und Höhe der Projektförderung

4 .1 Die Stiftung kann ihre Leistungen in der Regel durch

Gewährung von Zuschüssen und bedingt rückzahlbaren

Zuschüssen anbieten . Art und Höhe der Finanzierungshilfen

werden nach Prüfung des Förderantrags

festgesetzt .

Der zulässige Betrag des rückzahlbaren Zuschusses

wird als Anteil an den förderfähigen Kosten ausgedrückt

und darf die für FuE-Vorhaben festgelegten

Beihilfeintensitäten nicht überschreiten .

Bedingt rückzahlbare Zuschüsse werden nach Abschluss

des geförderten Vorhabens binnen sechs Jahren

zurückgefordert . Bemessungsgrundlage für die

Rück zahlungen sind Umsätze oder Gewinne aus dem

ge förderten Vorhaben oder aus der Gesamt ent wicklung

des Unternehmens .

4 .2 Die zuwendungsfähigen Kosten eines Projekts um fassen

diejenigen Mittel, die bei wirtschaftlichem Ver halten

zur Durchführung des innovativen Vorha bens erfor

derlich sind, insbesondere

• Personalkosten (Forscher, Techniker und sonstige

Personen, soweit diese mit dem Forschungsvorhaben

beschäftigt sind),

• Materialkosten (Instrumente und Ausrüstungen,

soweit und solange sie für das Forschungsvorhaben

genutzt werden),

• Fremdleistungen, Auftragsforschung oder in Lizenz

erworbene Patente sowie Kosten für Beratung und

gleichwertige Dienstleistungen, die ausschließlich

der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit dienen,

• Mittel bzw. Abschreibungen für vorhabenspezifische

Investitionen,

• Gemeinkosten, die unmittelbar durch das Vorhaben

entstehen,

• sonstige Betriebskosten einschließlich Kosten für

Material, Lieferungen und Ähnliches, die im Zuge

der Forschungstätigkeit unmittelbar entstehen .

4 .3 Forschungs- und Entwicklungsprojekte

Die Höhe der Förderung, bezogen auf die anerkann ten

Kosten, beträgt für Forschungs- und Entwicklungsprojekte

• bis zu 50 % für industrielle Forschung,

• bis zu 25 % für experimentelle Entwicklung.

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

Darüber hinaus sind folgende Zuschläge gemäß Gemeinschaftsrahmen

für staatliche Beihilfen für Forschung,

Entwicklung und Innovation möglich (ausgenommen

Hochschulen und Forschungseinrichtungen):

• 20 % für kleine Unternehmen,

• 10 % für mittlere Unternehmen,

• 15 % bis zu einer Obergrenze von 80 % bei der

Zusammenarbeit

• von mindestens zwei eigenständigen Unternehmen,

von denen keines mehr als 70 % der förderbaren

Kosten bestreitet und mindestens ein

Unternehmen ein KMU ist . Die Vergabe von Unteraufträgen

gilt nicht als Zusammenarbeit,

• zwischen einem Unternehmen und einer Forschungseinrichtung,

insbesondere im Rahmen der

Koordinierung nationaler FuE-Maßnahmen, wenn

die Forschungseinrichtung mindestens 10 % der

förderbaren Kosten trägt und die Forschungseinrichtung

das Recht hat, die Ergebnisse der Arbeiten

zu veröffentlichen, soweit sie von der Einrichtung

durchgeführt wurden .

4 .4 Sonstige Projekte

Die Höhe der Förderung, bezogen auf die anerkannten

Kosten, beträgt für sonstige Projekte:

• für technische Durchführbarkeitsstudien zur Vorbereitung

industrieller Forschung

- max . 75 % für KMU,

- max . 50 % für Hochschulen und außeruniversitäre

Forschungseinrichtungen,

• für technische Durchführbarkeitsstudien zur Vorbereitung

der experimentellen Entwicklung

- max . 65 % für KMU,

- max . 40 % für Hochschulen und außeruniversitäre

Forschungseinrichtungen,

• max. 50 % für Kosten im Zusammenhang mit der

Erlangung und Validierung von Patenten und anderen

gewerblichen Schutzrechten bei industrieller

Forschung,

• max. 25 % für Kosten im Zusammenhang mit der

Erlangung und Validierung von Patenten und anderen

gewerblichen Schutzrechten bei experimenteller

Entwicklung .

Eine Förderung dieser Kosten ist nur im Zusammenhang

mit einem geförderten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben

möglich und nur höchstens in gleicher

Höhe wie dieses Vorhaben .

35


ANHANG

4 .5 Junge innovative Unternehmen

Die Höhe der Förderung für junge innovative Unternehmen

beträgt max . 1 Mio . Euro . Die Beihilfe kann

gewährt werden, wenn die folgenden Voraussetzungen

erfüllt sind:

a) Bei dem Begünstigten handelt es sich um ein kleines

Unternehmen gemäß EU-Definition (Abl . L 124 vom

20 .05 .2003), das zum Zeitpunkt der Beihilfengewährung

weniger als 6 Jahre bestanden hat .

b) Bei dem Begünstigten handelt es sich um ein innovatives

Unternehmen . Dies ist der Fall, wenn

• nachgewiesen werden kann, dass der Begünstigte

in absehbarer Zukunft Produkte, Dienstleistungen

oder Verfahren entwickelt, die technisch neu

oder verglichen mit dem Stand der Technik in dem

jeweiligen Wirtschaftszweig in der Gemeinschaft

wesentlich verbessert sind und die das Risiko eines

technischen oder industriellen Misserfolges

in sich tragen . Dieser Nachweis ist von einem externen

Sachverständigen u . a . auf der Grundlage

eines Geschäftsplans zu erbringen; oder

• die FuE-Aufwendungen des Begünstigten zumindest

in einem der drei Jahre vor Gewährung der

Beihilfe oder, im Falle eines neu gegründeten Unternehmens

ohne abgeschlossenes Geschäftsjahr,

im Rahmen des Audits des laufenden Geschäftsjahres

mindestens 15 % seiner gesamten von

ei nem externen Rechnungsprüfer beglaubigten

Betriebsausgaben ausmachen .

Der Begünstigte darf die Beihilfe nur einmal in dem

Zeitraum empfangen, in dem er als junges innovatives

Unternehmen anzusehen ist . Die Beihilfe darf zusätzlich

zu anderen gemäß diesem Beihilferahmen gewährten

Beihilfen, durch die Gruppenfreistellungsverordnung

Nr . 364/2004 oder eine Nachfolgeregelung

freigestellten FuEuI-Beihilfen sowie von der Kommission

genehmigten Beihilfen aufgrund der Leitlinien für

Risikokapitalbeihilfen gewährt werden .

Andere als FuEuI- oder Risikokapitalbeihilfen darf der

Begünstigte erst drei Jahre nach Gewährung der Beihilfe

für junge innovative Unternehmen empfangen .

4 .6 Prozess- und Betriebsinnovation im Dienstleistungssektor

(gemäß Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen für

Forschung, Entwicklung und Innovation, zur Defini tion

von Prozess- und Betriebsinnovation siehe 2.2. i), j))

Die Höhe der Förderung, bezogen auf die anerkannten

Kosten, beträgt für Beihilfen für Prozess- und Betriebsinnovation

im Dienstleistungssektor

• bis zu 25 % für mittlere Unternehmen,

• bis zu 35 % für kleine Unternehmen,

• bis zu 15 % für Hochschulen und außeruniversitäre

Forschungseinrichtungen .

Die Beihilfe kann gewährt werden, wenn die folgenden

Voraussetzungen erfüllt sind:

• Die Betriebsinnovationen müssen stets an die Verwendung

und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechniken

zur Änderung der Abläufe

geknüpft sein .

• Die Innovation ist als ein Projekt mit einem benannten

und geeigneten Projektleiter und ausgewiesenen

Projektkosten zu formulieren .

• Das geförderte Projekt muss zur Entwicklung einer

Norm, eines Geschäftsmodells, eines Verfahrens

oder Konzepts führen, das systematisch wiederholt,

möglicherweise zertifiziert und gegebenenfalls patentiert

werden kann .

• Die Prozess- und Betriebsinnovation muss gemessen

an dem Stand der Technik in dem jeweiligen Wirtschaftszweig

in der Gemeinschaft neu oder wesentlich

verbessert sein . Die Neuerung kann von dem

Mitgliedstaat z . B . anhand einer genauen Beschreibung

der Innovation nachgewiesen werden, um

sie mit dem Stand der Verfahren oder betrieblichen

Techniken zu vergleichen, die von anderen Unternehmen

in demselben Wirtschaftszweig angewandt

werden .

• Das Prozess- oder Betriebsinnovationsprojekt muss

ein eindeutiges Maß an Risiko in sich tragen . Dieses

Risiko kann von dem Mitgliedstaat z . B . anhand

der Projektkosten bezogen auf den Unternehmensumsatz,

der für die Entwicklung der neuen Abläufe

erforderlichen Zeit, der von der Prozessinnovation

erwarteten Gewinne verglichen mit den Vorhabenskosten

und der Wahrscheinlichkeit eines Fehlschlags

nachgewiesen werden .

Förderfähig sind die gleichen Kosten wie bei Beihilfen

für FuE-Projekte . Im Falle der betrieblichen Organisation

umfassen die Kosten für Instrumente und Ausrüstungen

jedoch ausschließlich die informations- und

kommunikationstechnischen Instrumente und Geräte .

36 Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008


4 .7 Ausleihen hochqualifizierten Personals

(gemäß Gemeinschaftsrahmen für staatliche Beihilfen

für Forschung, Entwicklung und Innovation, zur Definition

hochqualifizierten Personals siehe 2.2. k))

Die Höhe der Förderung, bezogen auf die anerkannten

Kosten, beträgt 50 % für Beihilfen für das Ausleihen

hochqualifizierten Personals .

Die Beihilfe kann gewährt werden, wenn die folgenden

Voraussetzungen erfüllt sind:

Das ausgeliehene Personal darf kein anderes Personal

ersetzen, sondern ist in einer neu geschaffenen Funktion

in dem begünstigten Unternehmen zu beschäftigen

und muss zuvor wenigstens zwei Jahre in der

Forschungseinrichtung oder dem Großunternehmen,

die das Personal ausleihen, beschäftigt gewesen sein .

Das abgeordnete Personal muss innerhalb des Unternehmens

in dem Bereich FuEuI arbeiten .

Förderfähig sind sämtliche Personalkosten für das Ausleihen

und die Beschäftigung hochqualifizierten Personals

gemäß der vorstehenden Definition einschließlich

der Kosten für das Einschalten einer Vermittlungseinrichtung

sowie einer Mobilitätszulage für das abgeordnete

Personal . Die Beihilfehöchstintensität beträgt

50 % der förderfähigen Kosten in einem Zeitraum von

höchstens drei Jahren je Unternehmen und ausgeliehener

Person .

Diese Bestimmung erstreckt sich nicht auf eigentliche

Beratungskosten (Bezahlung von Leistungen, die von

einem Experten erbracht werden, der in dem Unternehmen

nicht beschäftigt ist), die unter die Regeln für

KMU-Beihilfen fallen .

4 .8 Eine Förderung nach den Regelungen der Verordnung

über „De minimis“-Beihilfen (Abl . L 379/5 vom

28 .12 .2006) ist möglich .

Die Förderung muss in jedem Fall mit dem EU-Bei hil ferecht

vereinbar sein .

Die Bewilligung von Fördermitteln erfolgt durch schriftlichen

Zuwendungsbescheid .

Die Stiftung hat das Recht, den Empfänger, die Kurzfassung

des Pro jekts, die Höhe der Bewilligung und die

Projektlaufzeit zu veröffentlichen .

4 .9 Der Antrag ist schriftlich vor Projektbeginn in zwei facher

Ausfertigung an die Innovationsstiftung Ham burg

zu richten .

Innovationsstiftung Hamburg Jahresbericht 2008

4 .10 Der Antrag muss die für die Beurteilung des zu för-

dern den Vorhabens notwendigen Angaben enthal ten;

insbesondere

• ausführliche Beschreibung der vorgesehenen Maßnah

men, ihrer Gesamtkosten und der beabsichtigten

Fi nanzierung (Eigenanteil, Fremd mittel und

Fi nan zie rungshilfen),

• veröffentlichungsfähige Kurzfassung der Projektbeschreibung,

• die Antragstellung auf Förderung (muss im Betreff

fixiert sein),

• Zeitplan für die Durchführung des Projekts und den

voraussichtlichen Mitteleinsatz,

• Zweck und Höhe der beantragten Finanzierungshilfe,

• gesonderter Ausweis von Finanzierungshilfen aus

anderen Förderprogrammen,

• Vermarktungskonzept,

• Firmeninformationen zum 31.12. des vorherigen

Jah res (testierter Jahresabschluss, Bilanzsumme, Anzahl

der Mitarbeiter, Gesellschafter) sowie Jah res abschlüsse

der beiden vorhergehenden Jahre,

• Handelsregisterauszug,

• die folgende Erklärung über subventionserhebliche

Tatsachen: „Ich/Wir bestätige(n) die Richtigkeit der

in diesem Antrag gemachten Angaben . Mir/Uns

ist bekannt, dass die Angaben zu den wirtschaftlichen

und betrieblichen Verhältnissen sowie zum

Vorhaben und seiner Zweck bestim mung subventionserheblich

im Sinne von § 264 StGB i . Verb . m .

§ 1 Hamburgisches Subven tions gesetz (Hmb SubvG)

vom 30 . November 1976 (Hamburgisches Gesetzund

Verordnungsblatt S . 221) sind . Mir/Uns sind ferner

die nach § 1 HmbSubvG i . Verb . m . § 2 des Bundes-Subventionsgesetzes

vom 29 . Juli 1976 (BGBl . I

S . 2034) bestehenden Mit tei lungs verpflichtungen

bekannt, insbesondere wer de(n) ich/wir jede Abwei-

chung von den vor stehen den An ga ben unverzüglich

der Innovations stiftung mitteilen .“,

• rechtsgültige Unterschrift.

Die Angaben zum Vorhaben sollen so (z . B . möglichst

quantitativ) erfolgen, dass im Fall der Förderung eine

spätere Kontrolle des Förderungserfolgs erleichtert

wird (s . Pkt . 6 .4) .

37


ANHANG / IMPRESSUM

5. Bewilligungsverfahren

Über den Antrag auf Gewährung der Finanzierungshilfe

entscheidet die Stiftung .

Die Bewilligung kann unter Auflagen bzw . Bedingungen erteilt

werden, die im Bewilligungsbescheid festzulegen sind .

Die Zuwendung darf nur insoweit und nicht eher angefordert

werden, als sie innerhalb von zwei Monaten nach der

Auszahlung für fällige Zahlungen benötigt wird . Die Anforderungen

jedes Teilbetrags müssen die zur Be ur tei lung des

Mittelbedarfs erforderlichen Angaben enthalten .

6. Verwendungsnachweis, Prüfungsrecht, Rückforderung

der Zuwendung und Verzinsung

6 .1 Für die Verwendung der Zuwendung sowie für den

Nachweis und die Prüfung der Verwendung gelten die

„Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zu wen dungen

zur Projektförderung (ANBest-P)“ bzw . die „Allge

meinen Nebenbestimmungen für Zuwendun gen zur

Projektförderung auf Kostenbasis (ANBest-P-Ko s ten)“ .

6 .2 Die Verwendung der Zuwendung ist innerhalb von

sechs Monaten nach Erfüllung des Zu wendungszwecks,

spätestens jedoch mit Ablauf des sechsten

auf den Bewilligungszeitraum folgenden Monats der

In novationsstiftung Hamburg nachzuweisen (Ver wendungsnachweis)

. Der Verwendungsnachweis besteht

aus einem Sach be richt und einem zahlenmäßigen

Nachweis . In dem Sachbericht sind die Verwendung

der Zuwendung sowie das erzielte Ergebnis im Einzelnen

darzustellen . Im zahlenmäßigen Nach weis sind

die Einnahmen und Ausgaben in zeitlicher Folge und

voneinander getrennt entsprechend der Gliede rung

des Finan zie rungs plans auszuweisen .

6 .3 Die Stiftung ist berechtigt, Bücher, Belege und sonstige

Geschäftsunterlagen anzufordern sowie die Verwendung

der Zuwendung durch örtliche Erhebungen

– auch unangemeldet – zu prüfen oder durch Beauftrag

te prüfen zu lassen . Der Zuwendungsempfänger

hat die erforderlichen Unterlagen bereitzuhalten und

die notwendigen Auskünfte zu erteilen .

6 .4 In dem Verwendungsnachweis ist zu erläutern, ob und

wie der mit der Zuwendung beabsichtigte Zweck erreicht

worden ist (Erfolgskontrolle) .

6 .5 Die Zuwendung ist zu erstatten, soweit ein Zu wendungs

bescheid nach dem Hamburgischen Verwaltungs

verfahrensgesetz (§§ 43 bis 49a) bzw . dem

Sozialgesetzbuch X (§§ 44 bis 47 und 50) oder einer

anderen Rechtsvorschrift unwirksam oder mit Wir kung

für die Vergangenheit zurückgenommen oder widerrufen

wird .

Der zu erstattende Betrag ist nach § 49a des Ham burgi

schen Verwaltungsverfahrensgesetzes mit 5 Pro zentpunkten

über dem jeweiligen Basissatz nach § 247

BGB jährlich zu verzinsen . Über eine Rück for de rung

entscheidet der Stiftungsvorstand .

6 .6 Der Rechnungshof ist nach § 91 der Landes haus halts-

ord nung (LHO) berechtigt, bei allen Zuwen dungs-

empfängern zu prüfen .

7. Inkrafttreten

Diese Richtlinien treten mit Genehmigung durch die Kommission

in Kraft .


Definition der kleinen und mittleren Unternehmen

(KMU)

Wesentliche Kriterien für den KMU-Status eines Unternehmens

sind:

− weniger als 250 Beschäftigte und

entweder

− ein Jahresumsatz von nicht mehr als 50 Mio . Euro

oder

− eine Bilanzsumme von nicht mehr als 43 Mio . Euro

sowie

− Eigenständigkeit des Unternehmens .

Innerhalb der Kategorie der KMU gilt ein Unternehmen als

klein, wenn es weniger als 50 Personen beschäftigt und

Jahresumsatz bzw . Jahresbilanz 10 Mio . Euro nicht übersteigen

.

Definitionen industrielle Forschung, experimentelle

Entwicklung gemäß FuEuI-Rahmen

Industrielle Forschung bezeichnet planmäßiges Forschen

oder kritisches Erforschen zur Gewinnung neuer

Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Ziel, neue Produkte,

Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln oder zur

Verwirklichung erheblicher Verbesserungen bei bestehenden

Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen nutzen

zu können . Hierzu zählt auch die Schöpfung von Teilen

komplexer Systeme, die für die industrielle Forschung und

insbesondere die Validierung von technologischen Grundlagen

notwendig sind, mit Ausnahme von Prototypen, die

unter experimentelle Entwicklung fallen .

Impressum

Innovationsstiftung Hamburg

Stiftung des öffentlichen Rechts

Habichtstraße 41

22305 Hamburg

Telefon 040 / 822 20 78-0

Telefax 040 / 822 20 78-60

E-Mail info@innovationsstiftung .de

www .innovationsstiftung .de

Experimentelle Entwicklung bezeichnet den Erwerb, die

Kombination, die Formung und die Verwendung vorhandener

wissenschaftlicher, technischer, wirtschaftlicher und

sonstiger einschlägiger Kenntnisse und Fertigkeiten zur Erarbeitung

von Plänen und Vorkehrungen oder Konzepten

für neue, veränderte oder verbesserte Produkte, Verfahren

oder Dienstleistungen . Dazu zählen auch beispielsweise andere

Tätigkeiten zur Definition, Planung und Dokumentation

neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sowie

auch die Erstellung von Entwürfen, Zeichnungen, Plänen

und anderem Dokumentationsmaterial, soweit dieses nicht

für gewerbliche Zwecke bestimmt ist .

Die Entwicklung von kommerziell nutzbaren Prototypen

und Pilotprojekten ist ebenfalls eingeschlossen, wenn es

sich bei dem Prototyp notwendigerweise um das kommerzielle

Endprodukt handelt und seine Herstellung allein für

Demonstrations- und Auswertungszwecke zu teuer wäre .

Bei einer anschließenden kommerziellen Nutzung von Demonstrations-

oder Pilotprojekten sind die daraus erzielten

Einnahmen von den förderbaren Kosten abzuziehen .

Die experimentelle Produktion und Erprobung von Produkten,

Verfahren und Dienstleistungen ist ebenfalls beihilfefähig,

soweit sie nicht in industriellen Anwendungen oder

kommerziell genutzt oder für solche Zwecke umgewandelt

werden können .

Experimentelle Entwicklung umfasst keine routinemäßigen

oder regelmäßigen Änderungen an Produkten, Produktionslinien,

Produktionsverfahren, bestehenden Dienstleistungen

oder anderen laufenden betrieblichen Prozessen,

selbst wenn diese Änderungen Verbesserungen darstellen

sollten .

Konzeption und Redaktion:

Ute Lutz

Texte:

Ute Lutz

Ferdinand Eggert

Gestaltung:

klutegrafikdesign

Fotografie:

Bertram Solcher

Reto Klar (S . 5)


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