28.04.2020 Aufrufe

Falstaff LIVING 3/2020

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

ÖSTERREICHISCHE POST AG, PZ 17Z041047 P, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN

LIVING

CORONA-IMPULS

RELAX-OASEN

LIFESTYLE DE LUXE

IM BADEZIMMER

CLEVERES INVESTMENT

TOP-IMMOBILIEN

ALS ANLAGE

DIE AMBIVALENZ

DES HOMEOFFICE

DIGITALER BOOM

SOZIALE NÄHE

MIT SKYPE & CO.

03/2020 WWW.FALSTAFF-LIVING.COM € 6,–

9 004524 129224

03

HOME SWEET HOME

WIE UNS DIE KRISE ZU NEUEN WOHN-WELTEN INSPIRIERT

03


MINOTTI STUDIO

W I E N

BY SPÄTAUF GMBH

PARKRING 20

A-1010 WIEN

T. 01 51 34 260

WWW.MINOTTI-WIEN.AT

INFO@MINOTTI-WIEN.AT

EBENTHAL-KLAGENFURT: ROOMS-ATELIER ARMW

FELDKIRCH: DESIGNKÜCHE DOLCEVITA

FÜGEN-ZILLERTAL: EINRICHTUNGSHAUS WETSCHER

GRAZ: SPÄTAUF MÖBEL, DESIGN & HANDWERK

LINZ-URFAHR: DIE EINRICHTUNG MANZENREITER

LOCHAU: PLATZHIRSCH HOME LIVING

SALZBURG: FAMLER EINRICHTUNGEN

ST. JOHANN IN TIROL: AUFSCHNAITER

MÖBELAGENTUR MARKUS KILGA T. 0512 58 07 18 - MOEBELAGENTUR@KILGA.CC

SITZSYSTEM ALEXANDER | DESIGN RODOLFO DORDONI

ENTDECKEN SIE MEHR BEI MINOTTI.COM/ALEXANDER


EDITORIAL

INSPIR ATIONEN FÜR

NEUE WOHN-WELTEN

Und plötzlich war alles anders … Nach den ersten

LIVING-Ausgaben mit ausführlichen Trendanalysen

für 2020 und einem inspirierenden Italien-Heft

trifft uns Corona mitten ins Herz. Cancellations, Stillstand,

Pause, Stagnation – bangen um das eigene Leben und das

Wirtschaftswachstum. Nach sechs Wochen des verordneten

Zuhause-Bleibens haben wir alle eine Fülle neuer Erfahrungen

gesammelt, wie wir in Zukunft mit unserem Dasein neu

umgehen lernen werden und müssen. Die Zeit des stillen

Rückzugs hält dazu an, zur eigenen Identität zurückzufinden

und das eigene Wohlbefinden zu stärken. Wir werden

zu künftig unser Leben intensiver wahrnehmen als zuvor,

soziale Kontakte selektieren und die Priorität für die wirklich

wichtigen Dinge anstreben. Denn das Leben ist zu kostbar

und zu fragil, es nicht zu tun.

DIE HOFFNUNG, GENUSS BALD WIEDER ZU LEBEN

Nach der langen Zeit zu Hause, im Homeoffice, in der Küche

oder im Badezimmer fällt uns so vieles an Verbesserungsbedarf

oder neuen Ideen zur Gestaltung des Wohn bereichs

auf, das es wert ist, genauer zu betrachten. Wie wichtig ist für

uns Social Cocooning, verdient das Homeoffice mehr Gestaltungszuwendung,

optimiert man das Schlafzimmer mit einem

neuen Anstrich oder bedarf es auf der Terrasse einer neuen,

er fri schenden Dekoration? Genau in dieser Zeit ist es wichtig

zu überdenken, was tatsächlich guttut, was Freude macht, was

für ein ausgeglichenes Homefeeling notwendig ist und worauf

man auch verzichten kann. »Wir sind nun vor die Aufgabe

gestellt, uns mit uns selbst zu beschäftigen und uns die Frage

zu stellen, wie wir wirklich wohnen und unser Leben gestalten

möchten«, bringt es Produktdesigner Thomas Feichtner in

unserer Cocooning-Story (Seite 74) auf den Punkt. So bleibt

die Hoffnung – nach den in Österreich aktuellen Entschärfungsmaßnahmen

step by step – den Genuss an den schönen

Dingen bald wieder ungetrübt erleben zu können. Bis dahin

liefern wir Ihnen interessante Storys und schöne Designwelten.

Damit wir sie nicht vergessen und sie hoffentlich sehr bald

wieder zu unseren Alltagsträumen gehören.

Herzlichst, Ihre

Angelika Rosam

Herausgeberin und

Chefredakteurin Falstaff LIVING

»Die Corona-Krise

konfrontiert uns

mit einer Realität,

wie wir sie zuvor

noch nie erlebt

haben. Entsprechend

neu und ungewohnt

ist die Erkundung

des eigenen Wohnumfelds,

das sich

durch die viele Zeit,

die wir nun zu Hause

verbringen, völlig

verändert.«

Foto: Rafaela Pröll

ANGELIKA ROSAM

angelika.rosam@falstaff.com

jewelista.girl, falstaff.living

SOZIOLOGE SIMON ANDREAS

GÜNTNER ÜBER NEUE

WOHN-SITUATIONEN

AB SEITE 74

03 / 20

LIVING

falstaff

5


03

03

fliv_AT_2003_Cover.indd 1 20.04.20 17:58

INHALT

03/2020

22

Die Kollektion »Grid« der britischen Marke

Gloster. Henrik Pedersen hat damit einen

jungen Klassiker für den Außenbereich geschaffen.

5 EDITORIAL

8 ICONS

16 BRANCHENTELEGRAMM

18 MY TASTE

46 TRAVEL DIARY

48 ART FIVE

164 MY FAVORITE PROJECTS

172 MY CITY

174 BEZUGSQUELLEN

175 IMPRESSUM

178 VORSCHAU

COVER

FOTO: ALICE ROSATI/TRUNK ARCHIVE

MODEL: CHERINE MAGRABI TAYEB

9 004524 129224

9 004524 129224

ÖSTERREICHISCHE POST AG, PZ 17Z041047 P, FÜHRICHGASSE 8, 1010 WIEN

03/2020 WWW.FALSTAFF-LIVING.COM € 6,–

LIVING

CORONA-IMPULS

RELAX-OASEN

LIFESTYLE DE LUXE

IM BADEZIMMER

CLEVERES INVESTMENT

TOP-IMMOBILIEN

ALS ANLAGE

DIE AMBIVALENZ

DES HOMEOFFICE

DIGITALER BOOM

SOZIALE NÄHE

MIT SKYPE & CO.

HOME SWEET HOME

WIE UNS DIE KRISE ZU NEUEN WOHN-WELTEN INSPIRIERT

58

Die Badezimmer-

Preziose von Antoniolupi

aus satiniertem

Edelstahl.

TRENDS

12 DESIGNERS TO WATCH

Diese Designer kommen ohne viel

Schnickschnack oder aufwendige

Inszenierungen aus.

BAD-SPEZIAL

54 DIGITAL HOME SPA

Die Welt übt sich im Rückzug,

dem Badezimmer kommt dabei

eine besondere Bedeutung zu.

104

Das Dr Chau Chak Wing Building in

Sydney polarisiert.

14 EDITOR’S NOTEBOOK

Die neuesten Design-Must-haves.

20 ZEIT ÜBERBRÜCKEN

mumok-Direktorin Karola Kraus

verrät ihre Kultur-Favoriten.

22 LANDSCHAFT MIT

KOMFORTZONE

Draußen so schön und entspannt

wie drinnen.

26 RAUS AN DIE BAR

Die Outdoor-Bars der Frühlingssaison

punkten mit filigraner Eleganz.

28 GANZ AUS DEM HÄUSCHEN

Wie man bunte Singvögel anlockt.

30 BACK TO CANDYLAND

Pastelltöne bringen die betörende

Farbenvielfalt des Frühlings in den

Wohnraum.

32 IM GESPRÄCH MIT DER

ZUKUNFT

Das neue Cocooning löst einen

Technologie-Boom aus.

36 KUNST-TRIP ATHEN

Eine virtuelle Kunst-Reise für die

bes seren Zeiten nach dem Travel-Ban.

50 ICONOMY

Designklassiker unter 100. Diesmal:

Der »Componibili« von Kartell.

58 WANNENSPIELE

Badewannen, die zu Designstücken

avancieren.

62 EDLES IM BAD

Die neue Farb- und Materialwelt

von Armaturen.

64 EIN TUSCH FÜR DIE DUSCHE

Bodengleiche Duschen mit Glaswänden

und Spa-Armaturen.

68 KULTIVIERTE BAD-PREZIOSEN

Wie man mit Marmor-Accessoires

Glamour ins Bad bringt.

70 STIL-ORTE

Modernes Design für den letzten

wahren Rückzugsort.

DESIGN

74 SUMMER AT HOME

Welche Auswirkungen der Rückzug

auf die Möbelbranche haben wird.

80 POOL & THE GANG

Badeoasen werden in der Architektur

immer öfter zum integralen Bestandteil

des Wohnens.

86 UND PLÖTZLICH HOMEOFFICE

Wie sich der Stellenwert des Heimbüros

durch die Krise verändert.

Fotos: Shutterstock, Svetlana Pozdeeva, beigestellt

6 falstaff LIVING 03 / 20


92 SALONE IMMOBILE

Stillstand in Mailand: ein Blick auf

die Designwelt ohne die wichtigste

Möbelmesse.

98 KULTSTÜCK

LVHM: vom Luxusduft

zum Desinfektionsmittel.

99 HOTEL CONFIDENTIAL

Das »Parilio« ist der neueste Hotspot

auf Paros.

100 »PRÄZISION UND SENSIBILITÄT«

LIVING im Gespräch mit Designer

Christian Haas.

104 FASCINATING UGLINESS

Warum wir es oft lieben, Architektur

zu hassen: ein Für und Wider.

110 ESSAY

»Von der Nasszelle zur Wohlfühloase«

KULINARIK

114 CHEF’S TABLE

Tian-Chef Paul Ivić inspiriert mit

seinen Rezepten die sommerliche

Cocooning-Küche.

120 VASEN MIT CHARAKTER

Wie man Frühlingsblumen gebührend

in Szene setzt.

122 RENAISSANCE RUND UM

KÜCHE & HERD

Der Lockdown zwingt uns zurück an

den Herd. Eine Analyse.

126 AUSWÄRTS ESSEN

Charles Schumann verrät seine

Lieblingslokale.

128 KÜCHEN-KLASSIKER

Die Geschichte des Kühlschranks.

RESIDENCES

132 DES BAUENS NEUE KLEIDER

Die vielen Facetten nachhaltiger

Architektur.

136 WERTE IN STEIN

Immobilien als Anlage sind in

Krisenzeiten ein großes Thema.

142 GEBORGEN IM GRÜNEN

Die Natur als Hoffnungsschimmer

für die Welt der Zukunft.

148 FREUNDLICHER ALIEN

Ein Besuch im Argos, Zaha Hadids

Apartmenthaus in Graz.

150 PATIO-PASSION

Architektur mit Atrien bietet

unverwechselbare Privatsphäre.

158 LICHTE MOMENTE

Der Prozess von Kunst am Bau

am Beispiel von Liv Immobilien.

160 LIVING SALON

Wie kann man nur rund um

die Uhr wohnen?

INSPIRATION

170 TOTALLY MINT

Neo-Mint schafft den Sprung

aus dem klinisch-cleanen Bereich

ins Wohnliche.

176 BLOGGER-CHECK

Les Factory Femmes probieren’s

mit Gemütlichkeit.

DAS OHR ISST MIT.

Akustik für Restaurants

Suchen Sie den Wohlfühleffekt?

Wir haben die Lösung.

• Alle Informationen finden Sie auf

www.knauf.at/akustik

• Kontaktieren Sie uns direkt

service@knauf.at

050 567 567

30

Das Sofa »Oreas« von Brabbu fängt

den Pastell-Trend perfekt ein.


architektur / ICONS

EDGE, NEW YORK CITY

Es ist das größte Outdoor-Deck der westlichen Hemisphäre und thront auf 345 Metern Höhe.

Eines ist sicher: Edge wird nach Beendigung der Reisebeschränkungen eines der schönsten und

majestätischsten Symbole der Freiheit für das krisengebeutelte New York darstellen. Der Skyscraper

Hudson Yards wurde vom amerikanischen Architekturbüro Kohn Pedersen Fox entworfen

und liegt am östlichen Ufer des Hudson River. Das Betreten der Riesenterrasse ist allerdings

nichts für schwache Nerven oder Menschen mit Höhenangst: Teile des Bodens bestehen aus

einer Glaskonstruktion und lassen Besucher direkt ins urbane Tief von Manhattan blicken. Auch

die Balustrade besteht aus rahmenlosem Glas, um den Ausblick nicht einzuschränken. Eine Aufzugfahrt

zum im 100. Stock gelegenen Deck dauert übrigens nur 52 Sekunden und sorgt somit

für zusätzliches Adrenalin, das normalerweise bei einer Achterbahnfahrt ausgeschüttet wird.

kpf.com

Foto: Related-Oxford

8 falstaff

LIVING 03 / 20


03 / 20 LIVING

falstaff

9


NATURSTEIN

IN SEINER

SCHÖNSTEN

FORM

NATURSTEINKÜCHEN

VON BREITWIESER

www.breitwieser-stein.at


LIVING

TRENDS

30

32

36

Fotos: Shutterstock, Ulli Seer Studios, Kartell, beigestellt

22

50

LANDSCHAFT MIT KOMFORTZONE

Draußen so schön und entspannt

wie drinnen. (S. 22)

BACK TO CANDYLAND

Pastelltöne bringen die betörende

Farbenvielfalt des Frühlings in den

Wohnraum und sorgen für fröhliche

Stimmung. (S. 30)

IM GESPRÄCH MIT DER ZUKUNFT

Das neue Cocooning hat einen Technologie-Boom

in unsere Wohnzimmer

gebracht. (S. 32)

KUNST-TRIP ATHEN

Eine virtuelle Kunst-Reise für die

bes seren Zeiten nach dem Corona-

Travel-Ban. (S. 36)

ICONOMY

Designklassiker unter 100 Euro.

Diesmal: der »Componibili« von

Kartell. (S. 50)


trends / PORTRÄTS

Monochrome Freuden Schwarz, Weiß,

Beige und Grau: Der Finne spricht eine

eindeutige Designsprache, die sich ganz

auf das Wesentlich konzentriert.

SCHWERELOS

Als kreatives Outlet bezeichnet der finnische

Designer Teppo Lakaniemi seine Möbel. Dabei

stehen Minimalismus und klare Linienführung

im Zentrum seines Schaffens: Kleine

Schreibtische und Pulte werden etwa aus wenigen

Teilen zusammengesteckt und sind so

auch perfekt fürs Nomadenleben im Ausland.

»Mir ist es wichtig, Stücke zu schaffen, die

nicht am Zahn der Zeit nagen, sondern nachhaltig

sind«, erklärt Lakaniemi. »Design muss

einen eigenen Verstand haben und immer

neugierig und innovativ bleiben. Jedes Stück

artikuliert den ehrlichen künstlerischen Stil

des Schöpfers, hält an seiner eigenen inneren

Welt fest und bringt einen Teil davon in

Häuser, Restaurants und öffentliche Räume.«

Der Designer mit dem Schwerpunkt Möbel

betont, auch offen für Neues zu sein und

will sich nicht auf Möbel allein beschränken.

Dann kommt es schon einmal vor, dass er

auch Küchenutensilien aus Holz oder eine

simple Spiegelhalterung aus Marmor entwirft.

DESIGNERS

TO WATCH

Diese Designer setzen auf Understatement und

kommen ohne aufwendige Inszenierungen aus.

Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche und

zelebrieren so gekonnt den beliebten Scandi-Style.

TEXT SANDRA KEPLINGER

.Tebian

Teppo Lakaniemi

gründete sein Label

.Tebian bereits 2011. Er

stattet mit seinem

Helsinkier Studio nicht

nur private Wohnräume,

sondern auch Lokale und

den öffentlichen Raum

aus. Außerdem bietet der

Designer auf seiner

Website außergewöhnliche

Einzelstücke an.

tebian.fi

Subtile Details Der Tisch »Lyol« wurde ursprünglich

für den Speisesaal der Universität Lappland designt.

Seine unprätentiöse Formgebung, kompakte Größe

und hohe Funktionalität machen aus ihm auch einen

perfekten Schreibtisch.

Fotos: Julius Konttinen.jpg, beigestellt

12 falstaff LIVING 03 / 20


Zen

Ein minimalistischer

Look, der das Objekt

perfekt in Szene setzt:

die »Halo Lamp« von

Massimo Cappella Studio.

Massimo Cappella

Der in London ansässige

Designer liebt nicht nur

Möbeldesign, sondern

auch Pflanzen. Mit seinen

ungewöhnlichen Growlights

befriedigt er die in letzter

Zeit unglaublich gestiegene

Nachfrage auf dem Urban-

Jungle-Markt. Das zeigte

er bereits auf der London

Design Fair und der

Maison & Objet in Paris.

massimocappella.com

MANIPULATEUR

Elegante Linienführung inklusive »Industrial

Feel« ist das Markenzeichen von Massimo

Cappella Studio. Das Designstudio überzeugt

vor allem mit filigranen Lichtinstallationen,

die oft durch das satte Grün von Pflanzen

untermalt und so genau am Puls der Zeit

sind, wenn es um den Urban-Jungle-Trend

geht. Auf der London Design Fair sorgten

seine fantasievoll kreierten Pflanzenleuchten

für Furore – gerade weil es hier eine große

Marktlücke gibt, die der Italiener perfekt

füllt. Oft erinnert das Gestänge an die Klassiker

von Ray und Charles Eames, doch es

schwingt immer die eigene Designsprache

mit. So heben Sitzflächen ihre Schwingen wie

Adler und avancieren zu Contemporary Art

im Wohnraum. »Die genaue Inspektion von

Rohstoffen wie Holz oder Metall ist essenziell

für meine Arbeit«, erklärt Cappella, der sein

Studio in London führt. »So kann ich verstehen,

wie die Materialien optimal manipuliert

werden können, um die schluss endlichen

Formen für unsere Produkte zu erzeugen.«

Vereinigung

Das charakteristische Metallgestell

trägt eine Tischplatte

aus Walnuss-Massivholz.

03 / 20

LIVING

falstaff

13


editor’s notebook

Supporting Role

Gerade jetzt ist Organisation in den

eigenen vier Wänden gefragter denn je –

Living Divani hat mit dem Bücherregal

»Sailor« von Designer David Lopez

Quincoces einen Coup gelandet.

livingdivani.it

Universe

Der Name verspricht

Abwechslung – so ist

die »Electrum Kinetic«-

Hängeleuchte von

Jonathan Adler originell

wie hübsch anzusehen.

jonathanadler.com

Die originellsten News und Highlights

aus dem Design-Kosmos – was uns

gefällt, was uns bewegt und welche

Objekte Kultcharakter garantieren.

Renaissance

Was vor zehn Jahren als billig eingestuft

wurde, ist jetzt wieder ganz en vogue:

Acryl-Sessel »Magino Stool« von

amara.com.

Erfrischend chic

Fritz Hansen ist stets

hoch im Kurs, und mit dem

Art-déco-Silhouettestuhl

weiß man

auch, warum.

chaplins.co.uk

Farbe am Tisch

Bitossi Homes

»Abracadabra«-

Kollektionen kreieren

Table-Settings der

Extraklasse – von

Zirkusfarben über

Harlekinmuster bis viel

Streifen ist alles dabei.

bitossihome.it

Lebenslustig

Handwerk einmal in

neuem Kontext …

Die Brand Ames –

mit kolumbianischer

und deutscher Nationalität

– steht für

freche wie fröhliche

Kollektionen. So wie

der Spiegel »Cesta«.

madeindesign.de

Retro-Glam

In den 30er-Jahren

erstmals designt und

jetzt mit einem Stoff aus

1943 neu aufgelegt,

erlaubt der Pouf von

Designer Josef Frank,

auf einem Stück

Geschichte zu sitzen. Wir

lieben es auch!

svenskttenn.se/en

14 falstaff LIVING 03 / 20

Durchblick

»Gardening, aber bitte stilvoll«, war

die Design-Botschaft bei dieser Glas-

Gießkanne für Ichendorf Milano, die die

Plastik-Varianten zum Glück ersetzt.

scp.co.uk

Fotos: Cesare Chimenti, Egon Gade Photography, beigestellt


trends / NEWS-TICKER

+++ BRANCHEN-

TELEGRAMM

Was kommt? Was ist en vogue?

Wer designt mit wem und warum?

Ein kurzer Newsflash aus der Welt

des Designs und der Architektur.

+++ LUSTER DER SUPERLATIVE. Wenn Rap-Superstar Drake sich eine neue Villa

einrichtet, darf es an feinster Handarbeit aus Österreich nicht

fehlen. Neben einem Bösendorfer-Flügel ist in Drakes neuem Anwesen in Toronto

auch ein eigens angefertigter Luster vom Traditionsunternehmen Lobmeyr zu

finden, der gemeinsam mit Interior-Designer Ferris Rafauli konzipiert wurde. Die

monumentale Kreation wurde natürlich in Wien gefertigt. +++

+++ SHAKE IT LIKE A POLAROID PICTURE! Als Hygiene-Oase bezeichnet sich der »Eyeshaker« des

Grazer Optikers Lasnik und erweist sich in Zeiten von Covid-19 als wahrer Freund:

Make-up, Sand, Schweiß und anderer Schmutz werden von der Brille gespült, ohne dass etwas

zerkratzt. Ade, dreckiges Brillenputztuch – wir werden dich nicht vermissen! +++

+++ EXAKTE GEOMETRIE. Die Produktserie »Velaria« wird in Zeiten des Lockdowns

sicher heiß begehrt sein: Die Schiebetüren der italienischen Firma Rimadesio wurden

von Giuseppe Bavuso designt und eignen sich perfekt als Raumteiler für Homeoffice und den Alltag

zu Hause im Kreise der Familie. Das System verfügt über ein ausgeklügeltes

Design, das sich ohne viel Aufwand installieren lässt. +++

+++ AUSZEICHNUNGSREGEN. SieMatic ist mit dem Design der Küche »SLX« ein Award-

Hattrick gelungen. Sie wurde 2020 von internationalen Jurys mit dem ICONIC

Award, dem iF Design Award und kürzlich dem Red Dot Design Award ausgezeichnet. Die »SLX«

ist eine Hommage an die von SieMatic erfundene grifflose Küche und vereint

klare Linien und detailreiche Verarbeitung mit modernem Look and Feel. +++

+++ SOFACOMPANY X SØREN LE SCHMIDT. Der dänische

Designer Søren Le Schmidt launcht gemeinsam mit Sofacompany zwei innovative

und nachhaltige Möbelstücke. Dabei werden moderne Ästhetik und klassisches

Scandi-Design miteinander verwoben. Für Le Schmidt war das Entwerfen von

Möbeln eine Premiere, die man als durchaus gelungen bezeichnen darf. +++

Fotos: Ferris Rafauli, Markus Mansi/Moma, beigestellt

16 falstaff LIVING 03 / 20


my taste

MATTEO

THUN

MATTEO THUN

»Nur wer wagt, etwas Neues zu machen,

wer Grenzen überschreitet, kann neues

Wissen erfahren.« Dieses Credo ist Matteo

Thuns treibende Energie. Der Architekt

und Designer ist im deutsch- und italienischsprachigen

Südtirol geboren. Nach

seinen Studien bei Oskar Kokoschka und

Emilio Vedova an der Akademie in Salzburg

schloss er sein Architekturstudium

an der Universität in Florenz mit Auszeichnung

ab. 1981 gründete er mit Ettore

Sottsass die Memphis-Gruppe und eröffnete

1984 sein eigenes Architektur- und

Designstudio in Mailand. Gemeinsam mit

Antonio Rodriguez leitet er heute Matteo

Thun Milano mit einem Team von rund

80 Architekten und Designern.

matteothun.com

Was lieben designaffine Menschen

privat? Mit welchen Stücken

umgeben sie sich, was hinterlässt

Eindruck? Matteo Thun hat

uns seine fünf Favoriten verraten.

Vivaldi-Playlist

auf Spotify

»Ich höre fast

ausschließlich

Barockmusik –

am liebsten

Vivaldi.«

»Dieser handgefertigte

Stuhl entstand um 1800

in Chiavari, einer kleinen

Hafenstadt in Ligurien.«

»Sechs Vorschläge für

das nächste Jahrtausend«

von Italo Calvino

»Nehme ich immer wieder zur

Hand. Er empfiehlt: Leichtigkeit,

Schnelligkeit, Genauigkeit,

Sichtbarkeit, Vielfalt.«

Hanteln aus Nussholz

von Fritz Grospietsch &

Andreas Bachmann

für Kenko

»Die Holzhanteln von der

Firma Kenko aus Berlin

benutze ich jeden Morgen

beim Pilatestraining.«

Stuhl » Chiavarina« aus der Kollektion

»Nudes« von Matteo Thun Atelier

»Das Einfache, Leichte und Robuste

dieses Stuhls macht ihn zum Allround-

Talent. Wir haben die Komplexität der

Herstellung reduziert, um ihn für die

Hotellerie zu rüsten.«

»Belgian Shoes«

aus New York City

»Diese handgemachten

Schuhe sind ultraleicht

und superbequem.«

»Ich höre fast ausschließlich

Barockmusik – am liebsten

Vivaldi.«

Fotos: Nacho Alegre, Marco Bertolini, Shutterstock, beigestellt

18 falstaff LIVING 03 / 20


THE NEW MERWYN & MILES COLLECTION

BY SEBASTIAN HERKNER FOR WITTMANN

Foto: Gregor Titze

www.wittmann.at


trends / #STAYATHOME MIT KAROLA KRAUS

Dieser Film ist ein Geschenk

Anlässlich des 90. Geburtstags

von Daniel Spoerri drehte Anja

Salomonowitz einen Film über den

Schweizer Kultkünstler. Eine Arbeit

von Spoerri wird auch in der

Sammlungsausstellung »Misfitting

Together« ab September im

mumok zu sehen sein.

Ein Jahrhundert

(Bücherei), 1970/71

Die deutsche

Künstlerin Hanne

Darboven hat ihr

Lebenswerk dem

Schreiben von Zeit

gewidmet. Dieses

Werk befindet sich

seit 1981 als

Dauerleihgabe

im mumok.

»Jeanny«, Falco

»Dieser Song erinnert mich an meine

Begegnung mit Falco in der ›Paris Bar‹

in Berlin, als ich für ihn das Schwarzwaldlied

gesungen habe und er mir

dafür einen Handkuss gegeben hat.«

Andy Warhol (Ausstellungskatalog

Moderna Museet Stockholm, 1968)

»Dieses seltene Exemplar der

legendären Ausstellung von Andy

Warhol in Stockholm ist einer

meiner Lieblingskataloge, da er die

Lebensphilosophie und das Werk des

Künstlers authentisch vermittelt.«

KAROLA KRAUS

Die Liebe zur Kunst wurden Karola Kraus in

die Wiege gelegt: Ihre Eltern etablierten in

den 1970ern die bedeutende Sammlung

Grässlin. Nach ihrem Studium in Stuttgart

arbeitete sie in Berlin und München und

wurde Mitarbeiterin von Katharina Sieverding,

für die sie zahlreiche internationale

Ausstellungen organisierte. Von 1999 bis

2006 war Kraus Direktorin des Kunstvereins

Braunschweig und etablierte diesen als eine

bedeutende Institution. Danach folgte die

Leitung der Staatlichen Kunsthalle Baden-

Baden und die Arbeit als Kuratorin in den

USA. Außerdem unterrichtete sie an der

Staatlichen Akademie der Bildenden Künste

in Karlsruhe und an der Albert-Ludwigs-

Universität in Freiburg. Seit 2010 ist Karola

Kraus Direktorin des mumok in Wien.

mumok.at

»Jetzt trink ma no a

Flascherl Wein«, Hans Moser

»Ich freue mich schon auf

die Zeit, wenn wir wieder

Ausflüge zu den Heurigen

machen können.«

O

bwohl Kunst- und Kultureinrichtungen zu den

von den COVID-19-Maßnahmen am stärksten

betroffenen Branchen gehören, lässt sich mumok-

Direktorin Karola Kraus nicht von ihrem Weg

abbringen. »Zurzeit arbeiten wir auf Hochtouren daran,

unseren MitarbeiterInnen in der schweren Zeit Sicherheit

zu vermitteln, die schlimmsten Auswirkungen der Krise

abzuwenden und neue Ausstellungsprojekte so perfekt wie

möglich vorzubereiten«, erzählt Kraus im LIVING-Talk.

»Daneben arbeite ich an einer großen Personale des österreichischen

Künstlers Heimo Zobernig. Anlässlich meines

zehnjährigen Jubiläums als Direktorin plane ich zudem

eine Ausstellung, die die erfolgreiche Bilanz meiner Sammlungspolitik

seit meinem ›Museum der Wünsche‹ widerspiegeln

wird. Um mich zwischendurch zu entspannen,

mache ich mein tägliches Workout und höre dabei meine

Lieblingssongs.« Der neu etablierte Blog »Out of the Box«

liefert genauere Einblicke: mumok.at/de/OutOfTheBox

»Die Schriften«, Marcel Duchamp

»Mein Klassiker. Seine Werke und sein

Urteilsvermögen haben Generationen

von Künstlerinnen und Künstlern

beeinflusst und geprägt.«

Fotos: S SZ-Photo/picturedesk.com, Karola Kraus, Sony Music, mumok/Bildrecht Wien, 2020, beigestellt

20 falstaff LIVING 03 / 20


AD Beatrice Rossetti - Photo Federico Cedrone


trends / OUTDOOR-LOUNGES

LANDSCHAFT MIT

KOMFORTZONE

Draußen so schön und entspannt wie drinnen: Hochwertige, wetterfeste Materialien und

stilvolle Design-Lösungen sorgen dafür, dass der private Outdoor-Bereich zum zweiten

Wohnzimmer wird. Für die Open-Air-Saison 2020 gilt: ein aufregendes Spiel aus behaglichem

Luxus, Naturnähe und neuen Perspektiven. TEXT UWE KILLING

Fotos: beigestellt

22 falstaff LIVING 03 / 20


Platz an der Sonne

Klare Formsprache, exquisiter Sitzgenuss:

die Kollektion »Grid« der britischen Marke

Gloster. Henrik Pedersen, deren dänischer

Chef-Designer, hat damit einen jungen

Klassiker für den Außenbereich geschaffen.

gloster.com

Ein Leben ohne meine Dachterrasse?

Für mich unvorstellbar«, sagt Sebastian

Herkner mit Nachdruck in der Stimme.

Der Designer praktiziert seit

Jahren, was viele Menschen in Zeiten des

unerwarteten privaten Rückzugs gerade ganz

neu für sich definieren: die Verlängerung des

Wohnens in den Außenbereich.

Mit der ersten Frühlingswärme orientiert

sich der deutsche Produktdesign-Star in seinem

Haus in Offenbach »nach oben«, wo der

Alltag unter freiem Himmel fortgesetzt wird:

»Dann spielt sich mein Leben weitgehend auf

der Terrasse ab. Denn hier kann ich arbeiten

und entspannen, auch meine Freunde zum

Grillen oder auf einen Drink einladen.«

»Outdoor ist das neue Indoor«, formuliert

Herkner sein Credo. Was in der Umsetzung

bedeutet: Man stellt nicht – wie in früheren

Zeiten – die Gartenstühle oder die Rattan-Liege

vor die Tür. Vielmehr gestaltet man den Außenbereich

nach den gleichen Ansprüchen, die

für die Inneneinrichtung gelten. »Ein lässiges,

gemütliches Sofa«, so Herkner, »soll mir meinen

gewohnten Komfort schaffen.« Zugleich

sollte es gemäß dem persönlichen Stilempfinden

und dem verfügbaren Raum kombinierbar

sein – erweitert zur kleinen Lounge genauso wie

zur mondänen Polsterlandschaft. Akzentuiert

wird der Look durch die Auswahl weiterer

Sitz- und Liegemodule, Hocker und Beistelloptionen,

Lampen oder auch Teppiche.

»Outdoor ist das neue

Indoor. Ein lässiges,

gemütliches Sofa soll

mir auch draußen

meinen gewohnten

Komfort schaffen.«

SEBASTIAN HERKNER Designer

Indem sich unser Wohnen öffnet, verändern

sich die Anforderungen an Ambiente und

Beschaffenheit. »Das Design von Innenund

Außenmöbeln ist im Premiumbereich

in den vergangenen Jahren noch stärker

verschmolzen«, bestätigt Philipp Weishäupl,

Geschäftsführer der Weishäupl Werkstätten.

Das bayerische Familienunternehmen startete

vor 50 Jahren mit der Fertigung hochwertiger

Sonnenschirme. An der Firmen-Erfolgsgeschichte

lässt sich die Entwicklung des boomenden

Segments gut ablesen: Von robusten

Gartenmöbeln, die vor Sonnenbestrahlung

geschützt werden müssen, hin zu Outdoor-

Living-Objekten, die Wohnlichkeit und

Wärme ausstrahlen, deren Hightech-Innenleben

zugleich UV-Beständigkeit und Wasserresistenz

garantiert. Weishäupl hat mit

»New Hampton« inzwischen eine komplette

Lounge-Linie im Programm.

>

Fallen lassen

Weich, elegant und einladend:

Das Sofa aus der Outdoor-

Serie »Hybrid« vom Premium-

Anbieter B&B Italia trägt die

Verschmelzung der Innenund

Außenbereiche schon in

Namen. Das Design stammt

von Antonio Citterio.

bebitalia.com

03 / 20

LIVING

falstaff

23


trends / OUTDOOR-LOUNGES

Privatstrand

Der Esprit von Meer, Sommerwind

und Strandhaus: Für die Serie

»New Hampton« ließ sich die

Manufaktur Weishäupl aus dem

bayerischen Stephanskirchen vom

mondänen Stil der amerikanischen

Ostküste inspirieren.

weishaeupl.de

>

Ein Sommerregen kann einem Sofa der

Premium-Klasse nichts anhaben. Und mitgelieferte

Schonbezüge helfen, die Möbel auch

in der kalten Jahreszeit nicht verrücken zu

müssen. »Oh, it rains!« – Unter diesem Namen

haben die italienischen Möbelbauer von B&B

Italia jüngst ihre erste Zusammenarbeit mit

Philippe Starck vorgestellt. Bei dem Design-

Guru wird die Sofa-Rückenlehne mit einem

leichten Handgriff heruntergeklappt – und

dient dann als formschöner Polsterschutz. Das

originelle Projekt bestätigt auch, dass immer

mehr namhafte Designer das Outdoor-Segment

mit ihren Ideen veredeln, darunter Jasper

Morrison (Kettal), Paola Navone (Gervasoni)

oder Stefan Diez (Gandia Blasco).

Für die Outdoor-Saison 2020 überwiegen

zwei klare Trends: einerseits der urbane Loft-

Look mit tief liegenden, ausladenden Polstern,

anderseits der eher zurückhaltende Scandi-

Style. Wobei die Grenzen offener denn je sind:

Northern Comfort

Die Designer-Duo Johannes

Foersom und Peter Hiort-Lorenzen,

Trendsetter für hochwertige und

langlebige Outdoor-Möbel aus

Kopenhagen, hat seine Handschrift

in der Kollektion »Conic« der Marke

Cane-line hinterlassen.

cane-line.de

Immer mehr namhafte

Designer veredeln das

Outdoor-Segment mit ihren

Ideen – darunter Philippe

Starck, Jasper Morrison

oder Paola Navone.

Fotos: Ulli Seer Studios, Kettal, beigestellt

24 falstaff LIVING 03 / 20


Landliebe

Italienische Landhaus-Eleganz,

die mit der Zeit geht: die von Paola

Navone entworfene Kollektion

»Jeko« für die traditionsreiche

Manufaktur Gervasoni. Hierfür wurde

recyceltes Teakholz verwendet.

gervasoni1882.it

Starker Rücken

Sofa aus der Kollektion »Mbarq« für die Marke

Dedon – der Look stammt von Sebastian Herkner.

Charakteristisch für den deutschen Luxus-

Outdoor-Hersteller: die Rückenlehne aus

geflochtener wetterbeständiger Faser.

dedon.de

Modul-Systeme und eine Vielfalt an Farben

und Stoffen ermöglichen individuelle Lösungen.

Dabei erlebt Teakholz in der nachhaltigen

Verwendung einen neuen Boom. Bei den Füßen

setzt sich beschichtetes Aluminium immer

Eigene Note

Zeitloser Purismus mit individuellem

Zuschnitt und Farbakzenten: die vom

italienischen Designer Rodolfo Dordoni

entworfene modulare Kollektion »Boma« für die

Outdoor-Avantgardisten Kettal aus Barcelona.

kettal.com

stärker durch. Naturtöne wie Sand, Salbei oder

Cashmere sind die Trendfarben bei den Bezügen,

zugleich gilt die Devise »Mehr Farbe für

das Leben im Freien«. Was kein Widerspruch

sein muss. Denn knalligere Töne lassen sich

auch wunderbar über Kissen, Decken, Lampen

oder Barmöbel umsetzen.

Designer Sebastian Herkner betont mit seiner

aktuellen Kollektion »Mbarq« für die Marke

Dedon, wie wichtig für ihn das Prinzip

Unverwüstlich

Klassisch schön und robust: der

Teakholz-Sessel »Häringe« von

Skargaarden, benannt nach einer

Burg in Schweden.

skargaarden.com

Flexibilität ist: »Ich suche draußen einerseits

Behaglichkeit und Schutz, andererseits möchte

ich mich zur Natur hin öffnen.« Herkners

kreative Antwort: »Mbarq« gibt es in zwei

Varianten, wobei die mit der höheren Rückwand

Bezug auf eine Alkove nimmt – eine

Bettnische, wie es sie früher in Bauernstuben

gab. Herkner: »Wenn ich zwei Sofas einander

gegenüberstelle, schaffe ich mir eine Kapsel.

Ich kann sie aber auch jederzeit verrücken, andere

Atmosphären schaffen.« Die Seiten sind

aus wetterbeständigem Flechtwerk. Ein entscheidendes

Detail für Herkner: »Da geht der

Wind durch, und das schafft sofort Transparenz

und einen Naturbezug.« <

03 / 20

LIVING

falstaff

25


trends / OUTDOOR-BARS

2.

1.

RAUS AN DIE BAR!

Die Outdoor-Bars der Frühlingssaison punkten mit filigraner Eleganz – und passen

so stilsicher nicht nur in fast jeden Garten, sondern lassen sich auch auf kleineren

Freiflächen im städtischen Umfeld gut unterbringen.

3.

4.

6.

5.

Fotos: beigestellt

26 falstaff LIVING 03 / 20


7.

8.

10.

1. Futuristische Anmutung Das dreidimensionale Grid-Design in strahlendem

Weiß trägt eindeutig die Handschrift der Kultmarke Kartell. amara.com

2. Blending in Die Bar »Conrad« überzeugt mit elegantem Understatement.

unopiu.de 3. Der Dürre Der »Kobi High Stool« aus lackiertem Stahl ist fast

unsichtbar und eignet sich so für enge Bereiche auf Balkon und Terrasse.

alias.design 4. Skandi-Chic Das simple Design von Welling/Ludvik wird mit

einer Teakholzplatte und pulverbeschichtetem Aluminium zum haptischen

Erlebnis. cane-line.de 5. Tarnen und täuschen Was auf den ersten Blick wie

Rattan aussieht, ist in Wirklichkeit ein robustes synthetisches Material, das

Wind und Wetter trotzt. Der Barstuhl »Cora« kommt aus dem Hause Vara s chin.

tattahome.com 6. Design-Star Marmor spielt auch im Outdoor-Bereich eine

tragende Rolle. Die Farbkombination von Schwarz und Terrakotta ist ungewöhnlich

und reizvoll. johnlewis.com 7. Nachhaltige Eleganz Der Barhocker von

Moooi ist aus Karbonfaser gefertigt und trägt das Öko-Design-Siegel. Die Stardesigner

Bertjan Pot und Marcel Wanders zeichneten für die Gestaltung verantwortlich.

madeindesign.de 8. Industrial Highlight Der schwere Drehstuhl

»Thibaut« aus schwarzem Stahl fällt mit seiner Hoch glanz-Sitz fläche aus Messing

auf. Dazu passend: Der Konsolentisch »Maurits« macht sich auch als Bartisch

gut. swooneditions.com 9. Blickfang Der Rattan-Thekenstuhl »Blind«

ist nicht nur für den Outdoor-Bereich, sondern auch für Küchenbars bestens

geeignet. Er ist in Schwarz, Weiß und Natur erhältlich. westwingnow.de

10. 60er-Flair Für pure Nostalgie sorgt die hölzerne Bar von Depot, in deren

Türen eine Menge Stauraum verborgen liegt. depot-online.com 11. Design-

Ikone Patricia Urquiola verwandelt ihren Kultsessel »Crinoline« auch in einen

outdoortauglichen Barstuhl. bebitalia.com 12. Bunter Begleiter Der Bar-

Trolley »Week-End« ist in acht verschiedenen Farben erhältlich, beispielsweise

in Burgundy. petitefriture.com 13. Contemporary Bar Der Bartisch aus

der Linie »Eos« wurde von Matthew Hilton für Case Furniture designt. Dazu

passend: der Barstuhl »Vieques« von Kettal. conranshop.co.uk

9.

13.

11.

12.

03 / 20

LIVING

falstaff

27


trends / VOGELHÄUSCHEN

Postmoderne

Der avantgardistisch

anmutende Futtertisch aus

schwarzem Stahl wird mittels

Haken an Ästen oder Streben

angebracht. bakker.at

GANZ AUS

DEM HÄUSCHEN

Naturfreund

Die Futterstelle »Lisa« ist

von Hand gefertigt und aus

hochwertiger Keramik. In Grau

und Beige erhältlich.

bloomling.at

Was gibt es Schöneres, als im eigenen Garten bunte Singvögel

Teil des Dekors werden zu lassen? Mit diesen stylishen Vogelhäuschen

lockt man das hübsche Federvieh auf ethische Weise

an, ganz ohne Freiheitsraub!

Fenster zur Welt

Wer keinen Garten hat,

kann auch seine Fensterscheibe

mit einem modernen

Vogelhaus verzieren

und Meisen beobachten.

traumambiente.de

Kugelrund

Das moderne Design

von Born in Sweden

wird mittels Saugknopf

an glatten

Wänden wie Glasschiebetüren

angebracht.

connox.at

Security Vault

Das frei hängende Vogelhaus

»Koziol PI:P« schützt futternde

Vögel auch vor gemeinen

Katzenangriffen.

ambiendo.de

Handarbeit

Die momentan so

gefragte Hexagonform

macht sich auch als

Vogelhäuschen gut!

luester-laster.de

Allrounder

Das simple Design des Futterhauses

»CeraNatur« passt

sowohl in romantische als

auch in moderne Gärten.

denk-keramik.de

Fotos: Klas Svensson, beigestellt

28 falstaff LIVING 03 / 20


DEN GARTEN ALS WOHNRAUM ENTDECKEN

GARTENARCHITEKTUR

BAUMSCHULE

CONCEPT STORE

Hauptstraße 18

3441 Zöfing / Tulln

www.kramerundkramer.at

Wir betreuen Ihr Projekt von der ersten Idee bis zum letzten Grashalm. Beratung, Planung und Umsetzung sowie auch Pflege und Betreuung kommen aus einer Hand.

Unser Concept-Store bietet ein breites Sortiment an exklusiven Outdoor-Möbel, besonderen Pflanzen, hochwertigen Pflanzgefäßen und originellen Accessoires.


trends / CANDY COLORS

Haptisches Candyland

Designerin Kati Meyer-Brühl

spielt in ihrer Serie »Armand«

mit verschiedensten Oberflächenstrukturen

in sanften

Farbwelten. bruehl.com

BACK TO

CANDYLAND

Pastelltöne bringen die betörende Farbenvielfalt des Frühlings in

den Wohnraum und sorgen mit sanften Harmonien für fröhliche

Stimmung. Damit uns die Decke nicht auf den Kopf fällt!

Flexibler Freund

Origineller Satztisch

aus Parsolglas mit

glatt lackiertem Gestell

aus Stahl – passend zur

Sofaserie »Addit«.

rolf-benz.com

Komm in meine Arme!

Der Sessel »Roc« von Uwe

Fischer sorgt mit seinen

sanften Linien für Geborgenheit.

cor.de

Fotos: Karl Huber Fotodesign, Marc Eggimann, beigestellt

30 falstaff LIVING 03 / 20


Blendend!

Der Lampenklassiker »PH5«

ist diese Saison auch in Hues

of Rose erhältlich.

louispoulsen.com

Etagere mal anders

Das »High Tray« von Jasper

Morrison ist in Mintgrün

ein besonderer Hingucker –

vor allem auf weißen

Tischsettings. vitra.com

Harmonisches Jacquard

Das Kissen »Wells« ist im

typischen Chevron-Muster

von Missoni designt und in

harmonierenden Rosa-Tönen

gehalten. missoni.com

Glamouröses Rosé

Sacha Lakic designte diese

Gourmetbar ursprünglich für

das Pariser Hotel »Fauchon«.

Jetzt auch als Minibar-Version

erhältlich. roche-bobois.com

Sonnenaufgang

Das Licht der Tischleuchte

»Gilze« taucht

den zartrosa Schirm

in einen sanften

Farb verlauf, der bis

ins Peach reicht.

home24.at

Gemütliches Massiv

Das Sofa von Brabbu trägt den

Namen »Oreas«, angelehnt an

einen Berggott der griechischen

Mythologie. brabbu.com

Versteckspiel

Der Beistelltisch »Nele« verfügt

über Stauraum im Inneren und ist

aus einer mitteldichten Holzfaserplatte

mit Eschenfurnier

gefertigt. westwingnow.de

Heißer Tropfen

Der »Drop« von Arne Jacobsen ist

ein kleiner Stuhl mit großer

Persönlichkeit: Beine und

Kunststoff-Sitzfläche sind in

einheitlichem Pastell gestaltet.

fritzhansen.com

03 / 20

LIVING

falstaff

31


trends / KOMMUNIKATION IN KRISENZEITEN

IM GESPRÄCH

MIT DER

ZUKUNFT

Videotelefonie und Webkonferenzen: Das neue Cocooning

hat einen Technologie-Boom in unsere Wohnzimmer gebracht.

Warum soziale Distanz für kommunikative Nähe sorgt und

mit welchen Programmen Sie Arbeitskollegen, Freunde und

Familie nun digital nach Hause holen. TEXT MICHAEL PECH

Fotos: Wolf Steiner, Shutterstock

32 falstaff LIVING 03 / 20


Irgendwie war ja alles schon immer da. Nur

genutzt haben wir es nie. Oder jedenfalls zu

selten. Kaum zu glauben: Bereits in den

30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts

entwickelte die Fernsehbranche die ersten

Technologien zu Videokonferenzen. In den

80ern professionalisierte sich das telegene

Vergnügen, und bereits 1995 wurde jenes Unternehmen

gegründet, das heute unter dem

Namen Cisco Webex als Standard für virtuelle

Zusammenkünfte gilt.

SCHLAG AUF SCHLAG

Skype kam 2003, und in den vergangenen zehn

Jahren ging es dann Schlag auf Schlag: Apple

brachte 2011 Facetime auf den Markt, im

selben Jahr folgte das jetzt so gehypte Zoom,

Videotelefonie über WhatsApp ist seit 2016

möglich, und Microsoft startete 2017 mit

Teams. 2020 machte sich schließlich das Coronavirus

breit, um die Zugriffe auf diese Dienste

in ungeahnte Höhen zu katapultieren und damit

so ganz nebenbei unsere Kommunikation

miteinander nachhaltig zu verändern.

Plötzlich holen wir die Oma digital auf den

Bildschirm in unser Wohnzimmer, halten Videokonferenzen

mit einem Dutzend Arbeitskollegen

und verabreden uns sogar per

Web cam zu Hauspartys mit Unbekannten.

Nicht alles, was in Zeiten von Social Distancing

boomt, wird auch danach Bestand haben.

Aber: Vieles wird bleiben. »Unser Kommunikationsverhalten

hat durch die Krise einen großen

Sprung gemacht. Wir werden gezwungen,

uns mit den eigentlich längst vorhandenen

Technologien der Videotelefonie vertraut zu

machen, und erkennen plötzlich, dass in dieser

Technik großes Potenzial steckt. Das wird die

Gesellschaft nachhaltig prägen«, ist Zukunftsforscher

Harry Gatterer überzeugt.

Allein die Videokonferenz-App Zoom hat

zwischen Jänner und April dieses Jahres die

Anzahl ihrer Nutzer pro Tag von 10 Millionen

auf mehr als 200 Millionen hochgeschraubt.

Die neue Lust am digitalen Treffen macht nicht

»Unser Kommunikationsverhalten

hat durch die Krise

einen großen Sprung gemacht.

Das wird die Gesellschaft

nachhaltig prägen.«

HARRY GATTERER Zukunftsforscher

einmal vor ständig wiederkehrenden Sicherheitsbedenken

halt.

VERSCHLÜSSELT

»Vor allem bei kostenlos angebotenen Diensten

sollte man immer daran denken, dass man

dies meist mit der Freigabe seiner Daten bezahlt«,

sagt Christian Günther vom steirischen

IT-Spezialisten Speicherkraft, mit 800 Kunden

österreichweit eine der Branchengrößen. Für

private Videounterhaltungen ist das weniger

ein Pro blem als für geschäftliche Webkonferenzen.

Profis wie Günther verwenden etwa

>

Virtuelles Miteinander

Social Distancing als Gamechanger:

Seit der Corona-Krise ist

die digitale Kommunikation noch

einmal wichtiger geworden.

03 / 20

LIVING

falstaff

33


trends / KOMMUNIKATION IN KRISENZEITEN

Shootingstar Zoom

Explosiv gewachsene Nutzung

der Videokonferenz-App Zoom:

100 Teilnehmer sind möglich,

und zeitgleich 49 Videos.

zoom.us

>

Cisco Webex für eine sichere Übertragung

mit der Möglichkeit von vollständig verschlüsselten

Meetings.

Man weiß wohl aus eigener Erfahrung, dass

sich die Kommunikation in der realen Welt

zwischen nur zwei Menschen oft schwierig gestaltet,

und es wird tendenziell nicht einfacher,

je mehr Leute ins Spiel kommen – egal ob für

eine Arbeitskonferenz oder wenn Freunde

aufeinandertreffen. Video-Chats schaffen hier

jedoch eine gänzlich neue Form des Umgangs

miteinander, wie Philipp Maderthaner weiß.

Der Kommunikationsprofi sieht ein Wiederaufleben

von alten Werten in der neuen

Technologie: »In der digitalen Welt ist es eine

Notwendigkeit, Menschen aussprechen zu

lassen. Das ist etwas, was viele leider längst

verlernt haben. Gespräche per Videotelefonie

gehen mehr in die Tiefe, man hat den Fokus

auf die Person, die gerade am Wort ist. Das

alles sind Parameter, die eine Kommunikation

schärfen.«

VIRTUELLE KAFFEEKÜCHE

Und nicht einmal das Informelle muss hier auf

der Strecke bleiben. Maderthaner hat in Zeiten

der Corona-Isolation für seine Mitarbeiter sogar

eine virtuelle Kaffeeküche eingerichtet.

»Hier kann man einchecken, um abseits der

Arbeit zu plaudern – für Unternehmen ist das

ein wesentlicher Punkt.«

Eine Zerstreuung, die im Privaten ebenso

gefragt ist: Längst trifft man auf dem Bildschirm

auch Menschen, die einem unbekannt

sind. Houseparty ist eine dieser Apps, die das

möglich machen. Zur Videokonferenz mit

Freunden können auch Freunde von Freunden

dazustoßen. So entsteht am Schirm schnell ein

bunter Mix mit vielen neuen Menschen, spannenden

Gesprächen und der – im Gegensatz

zur realen Welt – guten Möglichkeit, die

»Party« mit nur einem Klick schnell wieder

zu verlassen.

Natürlich gibt es rund um die Videochat-

Allrounder Skype

Auch Bildschirminhalte und

Dateien können geteilt werden.

Kostenpflichtige Business-

Version mit bis zu 250 Personen

in Videokonferenz.

skype.com

Fotos: Shutterstock

34

falstaff

LIVING 03 / 20


Skype-Nachfolger Teams

Mitte 2021 wird Skype Business eingestellt

und von Microsoft Teams abgelöst.

Übersichtliche Benutzeroberfläche.

Aufgrund von Corona derzeit kostenfrei.

teams.microsoft.com

Technologien längst auch die passenden Gadgets:

Ultra-HD Conference-Cam, modularer

Sound und Rally-Mikrofon nennt sich jener

letzte Schrei der Technik, auf den man setzen

sollte, wenn man sich per Videocall ins rechte

Bild rücken will. Ja, auch virtuell haben wir

eine Schokoladenseite. Die besten Geräte dieser

Gattung sind jenseits der tausend Euro zu

haben, leisten dafür aber wahrlich Fantastisches.

Wie etwa die Rally-Kamera von Logitech:

15-facher HD-Zoom, 90 Grad Sichtfeld,

Ultra-HD-Bilderfassung, die Kamerasteuerung

bewegt das Objektiv automatisch zu demjenigen,

der gerade spricht, die Right-Light-Funktion

optimiert zudem die Lichtbalance und

hebt Gesichter gegenüber Objekten und Oberflächen

hervor. Das alles sorgt für eine noch

nie da gewesene Authentizität von Videotelefonie

und wird eher früher als später zur Normalität

zählen.

»Wir werden uns zukünftig vor allem viel

öfter die Frage stellen, ob Reisen unbedingt

notwendig ist, um sich zu begegnen«, sagt

Trendforscher Gatterer. So wird die neue

Form der digitalen Kommunikation ganz nebenbei

auch ihren Teil zum Schutz des Klimas

beitragen.

VIRTUALITÄT DES MITEINANDERS

Auch Kommunikationsprofi Maderthaner ist

sich sicher, dass Videotelefonie für die meisten

ab sofort einen Fixplatz im Alltag haben wird

– selbst wenn er die Technologie nicht für alle

Branchen als gleichermaßen effektiv erachtet.

»Im Kreativbereich ist es für mich nach wie

vor der reale Raum, der einen größeren Beitrag

zum Austausch liefern kann«, so Maderthaner.

Es sind vor allem die Chancen, die durch die

neue Virtualität des Miteinanders entstehen.

Gatterer: »Als Gesellschaft sind wir mittelfristig

noch aus jeder Krise gestärkt hervorgegangen.

Dass dies auch jetzt der Fall sein wird,

ist sehr wahrscheinlich. Und die neue Art der

Kommunikation kann dabei ein wichtiger

Baustein sein.«

<

Profi-Anwendung Webex

Optimiert für den professionellen

Bereich. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

und Konferenzen

mit 100 Teilnehmern in der

Gratis-Version.

webex.com

03 / 20

LIVING

falstaff

35


trends / ARTY

WEEKEND

Foto: Shutterstock

36

falstaff

LIVING 03 / 20


K U N S T-

T R I P

A T H E N

Von der Akropolis zum Art Space: Athen ist

kreativer und lebendiger denn je und gilt heute

als das »neue Berlin«. Eine virtuelle Kunst-

Reise für die besseren Zeiten nach dem Corona-

Travel-Stopp. TEXT MAIK NOVOTNY

Noch muss die Reiselust aufgrund des

Coronavirus den Atem anhalten,

doch von einem Kunst-Trip nach

Hellas in helleren Zeiten darf man

jetzt schon träumen. Wir haben daher Museen

und Galerien ausgewählt, die trotz aufgeschobener

Ausstellungen dauerhafte Destinationen

sind. Denn Athen ist nicht nur zeitlos, die

Stadt hat auch ein besonderes Talent, schwere

Krisen zu überstehen. Es ist noch nicht lange

her, dass die Wirtschaftskrise Griechenland erschütterte,

aber auch neue Räume eröffnete:

Dank billiger Mieten und einer Prise Anarchie

zog Athen internationale Künstler an und wird

als das »neue Berlin« tituliert. Spätestens seit

die documenta 14 im Jahr 2017 hier Station

machte, gilt Athen als einer der spannendsten

Kunstorte Europas. Taucht man vom Parthenon,

der Ikone der hellenischen Perfektion,

in das Häusermeer ab, findet man sich in der

hochdynamischen Gegenwart wieder. Das

Künstlerviertel Kolonaki mit seinen Art

Spaces, die wilde Street-Art der Graffitikünstler

aus dem Viertel Exarchia, die etablierten

Galerien in Thissio und Petralona: Heute existiert

das Wild-Anarchische direkt neben antiken

Skulpturen und den Schätzen der Archäologie.

Kultur auf allen Ebenen. >

Lauf durch die Geschichte

Schwungvolle Bögen auf dem

Areal der Olympischen Spiele 2004

illustrieren lustvoll die Freude an der

Bewegung und wurden zum Zeichen

für die Lebendigkeit einer Stadt, die

alles andere ist als ein Museum.

03 / 20

LIVING

falstaff

37


trends / ARTY

WEEKEND

Vibrierendes Material

Installation in der Galerie CAN.

Akropolis, hallo! Wir wühlen

uns in den Untergrund der

Geschichte, holen Luft bei

den Ikonen der Moderne

und tauchen auf in einem

Szeneviertel.

>

>>> FREITAG

Wo sonst soll man beginnen als hier: am

Anfang. Der Felsen der Akropolis ist der Kristallisationspunkt

der europäischen Zivilisation,

und das Akropolis-Museum, das die Gesamtheit

seiner ausgegrabenen Schätze birgt, ist das

Schatzkammer der Antike

Das Akropolis-Museum birgt

die gesammelten Funde des

berühmtesten Felsens der Welt.

beste Portal zur Stadt Athen. Eröffnet wurde

es schon Ende des 19. Jahrhunderts, nachdem

das selbstständig gewordene Griechenland sich

wieder seiner Geschichte versicherte. Im

20. Jahrhundert wurde es schließlich zu klein

Frisch herausgeputzt

Das Goulandris Museum of

Contemporary Art, eröffnet 2019,

ist der jüngste Neuzugang der

Athener Kunstwelt.

für die stetig wachsende Sammlung an Fundstücken

vom berühmtesten Felsen der Welt.

2009 wurde das neue, vom Pariser Architekten

Bernard Tschumi entworfene Museum eröffnet,

das auf Stelzen über antiken und byzantinischen

Ruinen schwebt.

Von hier bis in die Gegenwart sind es nur

rund 800 Meter: Dann stehen wir vor dem

Goulandris Museum of Contemporary Art,

dem jüngsten unter den Museen der Stadt. Es

wurde nach langem Anlauf im Oktober 2019

eröffnet und beherbergt die Sammlung von

Basil und Elise Goulandris, die schon 1979 eine

Stiftung einrichteten, aber die Eröffnung ihres

Museums nicht mehr erlebten. Wenn wir heute

die Werke von Bacon, Cezanne, Chagall, van

Gogh, Kandinsky, Picasso und anderen genießen

können, sollten wir ein leises »Efcharisto«

an Basil und Elise flüstern.

KANDINSKY UND KOLONAKI

Am Nachmittag ziehen wir nach Kolonaki, das

nicht nur als Viertel der Cafés und Boutiquen berühmt

ist, sondern auch für seine Galerien. Eine

davon ist die 2012 von der Kunsthistorikerin

Christina Androulidaki gegründete Galerie CAN,

die sich aufstrebenden griechischen Künstlern an

der Schwelle zum Ruhm verschrieben hat. Der

ideale Startpunkt für einen langen Freitagabend

zwischen Kunst und mediterranem Straßenleben.

ACROPOLIS MUSEUM

theacropolismuseum.gr

GOULANDRIS MUSEUM

OF CONTEMPORARY ART

goulandris.gr

CAN

(CHRISTINA ANDROULIDAKI)

can-gallery.com

Fotos: Nikos Danildis, Giannis Goulatis, Benaki Museum Athens, Photographer: Leonidas Kourgiantakis, Library of Congress,

Panagioutis Voulgaris, mauritius images/Alamy/Alastair Philip Wiper-VIEW, Christophoros Doulgeris, beigestellt

38 falstaff LIVING 03 / 20


Zurück auf der Zeitleiste! Wer glaubt, dass Antikes

stumm und Prähistorisches verstaubt ist,

wird im Nationalen Archäologiemuseum eines

Besseren belehrt. Von der Jungsteinzeit bis zur

Blütezeit, von Malerei bis zu Vasen, von Marmor

bis Bronze wird hier die Magie menschlichen

Schaffens lebendig, jahrtausendealte Werke beginnen

zu atmen und zu erzählen. Das 1829 gegründete

Museum ist das größte seiner Art in

Griechenland und ein Monument von inzwischen

mehreren Jahrhunderten Ausgrabungen

auf der Suche nach der Wiege abendländischer

Kultur.

ÄGÄISCHER STOLZ

Villa Benakis

Die Zentrale des Benaki Museums,

das noch über sechs weitere

Standorte verfügt.

>>> SAMSTAG

Archäologie und Art Space:

eine Exkursion von der

Wiege der abendländischen

Kultur bis zur Galerie in der

Altbauwohnung im 7. Stock.

Von hier gleich zum nächsten Schwergewicht:

Der Besuch des Benaki Museums könnte spielend

ein ganzes Wochenende umfassen, denn es

handelt sich um insgesamt sieben Museen. Das

Museum der griechischen Kultur in der Villa

Benakis ist dabei ein absolutes Muss, denn hier

begegnet man in der Tat der gesamten griechischen

Kultur von der Antike bis heute. ein wahres

Konzentrat ägäischen Stolzes. Im nach seiner

Adresse benannten Neubau 138 Pireus werden

spannende Sonderausstellungen gezeigt; ebenfalls

im Benaki-Verband und sehenswert sind

unter anderem das Museum für islamische

Kunst und das Spielzeugmuseum. Nach diesen

zwei Flaggschiffen zum Abschluss des Tages

etwas Kleines und Intimes: Der FokiaNou Art

Space wurde 2014 von der Künstlerin Blanka

Amezkua in einer kleinen Wohnung im siebten

Stock eines Apartmenthauses im Stadtzentrum

eingerichtet. Seitdem wurde er zu einem

Treffpunkt von lokalen und internationalen

Künstlern mit einer Vorliebe für ungewöhnliche

Außenseiter. Hier begegnen wir Athen auf

Augenhöhe, sozusagen am Küchentisch. Im

Hier und Jetzt auf der Zeitleiste.

NATIONAL ARCHAEOLOGICAL MUSEUM

Hadrian and Athens

bis 31. Dezember 2020

namuseum.gr

BENAKI MUSEUM

Athens from East to West

benaki.org

FOKIANOU ART SPACE

Nude

fokianou247.gr

>

Wiege der Zivilisation

Spuren der Antike in Athen.

Prähistorischer Palast

Das Nationale Archäologiemuseum

und seine

unschätzbaren Reichtümer.

Ausblick und Innenansicht

Der FokiaNou Art Space,

gut versteckt in einem

Wohnhaus.

03 / 20

LIVING

falstaff

39


trends / ARTY

WEEKEND

White Cube

Installation im

Nationalen Museum für

zeitgenössische Kunst.

>>> SONNTAG

Doch so überbordend reich Athen an Kunstschätzen

früherer Jahrhunderte ist, so deutlich

war lange die Lücke am Ende der Zeitleiste:

Ein repräsentatives Haus für die Kunst der

Gegenwart fehlte. Dies änderte sich 2003, als

das Nationale Museum für Zeitgenössische

Kunst (EMST) in den industriell-rauen Hallen

einer ehemaligen Brauerei eröffnete. 2014 war

es die Zentrale der viel beachteten documenta

14, die den internationalen Blick auf die

griechische Kunstszene richtete. Das EMST

zeigt Werke von den 1970er-Jahren bis heute,

besonders beachtenswert ist hier die große

Sammlung an Videokunst.

Tanz der Farben

Moderne Skulptur in

der Dauerausstellung

der Nationalgalerie.

So vielfältig die Quartiere, so

bunt und reichhaltig die Kunst -

orte in ihnen. Das eine ist ohne

das andere nicht denkbar. Ein

Tag im Athen der Gegenwart.

>

Mit über 20.000 Kunstwerken darf sich die

Nationalgalerie zu Recht als die Schatzkammer

der griechischen Kunst der Neuzeit bezeichnen.

Wer sich auf kunsthistorische Spurensuche begeben

und das Wechselverhältnis von hellenischen

Künstlern und internationalen Tendenzen verstehen

will, ist hier richtig. Dies ist sogar vom

heimischen Rechner aus möglich, denn die Nationalgalerie

hat ihre komplette Sammlung ausgesprochen

benutzerfreundlich online gestellt.

LOKAL UND INTERNATIONAL

Zum Schluss unseres Arty Weekend ein Besuch

in einem etablierten Klassiker der Galerienszene:

1989 gründete Eleni Koroneou ihre

gleichnamige Galerie im eleganten Wohnviertel

Thissio mit seinen Jugendstilvillen. Bald machte

sie sich einen Namen mit europäischen Künstlern

wie Martin Kippenberger, seit 2009 führt

sie die Galerie gemeinsam mit ihrer Tochter,

im benachbarten Stadtviertel Petralona kam

eine Zweigstelle hinzu. Mehr Beweise braucht

es nicht, dass die Kunst sich hier zu Hause fühlt

– ein Zeichen, wie eng Kunst und Stadt in

Athen verflochten sind, ob im Untergrund,

auf den Plätzen oder im siebten Stock.

NATIONAL GALLERY

nationalgallery.gr

NATIONAL MUSEUM

OF CONTEMPORARY ART

emst.gr

ELENI KORONEOU

koroneougallery.com

<

Fotos: George Nesis, Dimitris Bloukas, Alexopoulus Nikos, Shutterstock, Sozita Goudouna, beigestellt

Luftige Strukturen

Abstraktes in der

Galerie Eleni Koroneou.

Museum der Moderne

Die Nationalgalerie im

Zentrum der Stadt.

40 falstaff LIVING 03 / 20


»DIE SZENE IST IM

SCHNELLDURCHGANG

GEREIFT«

Die Kuratorin Sozita Goudouna wuchs in Athen auf und

lebt heute in New York. Ihrer Heimat ist sie noch immer

eng verbunden. Im Interview erklärt sie, wie die Kunst in

Athen trotz aller Krisen aufblüht. INTERVIEW MAIK NOVOTNY

LIVING Athen wird heute von vielen als

das »neue Berlin« bezeichnet. Trifft diese

Beschreibung zu?

SOZITA GOUDOUNA Athen hat eine viel seitige

kulturelle Identität und viel Energie und Potenzial.

Dieses begann sich in den 90er-Jahren zu

entfalten, als die bildende Kunst das Theater

und den Tanz als kulturelle Vorreiter ablöste.

Einige bahnbrechende Ausstellungen waren für

meine Generation geradezu monumental. Diese

Entwicklung gipfelte dann in der documenta 14

und ist keineswegs nur oberflächlicher Fake-

Lifestyle, sondern eine echte kulturelle Renaissance.

Insofern ist der Titel »neues Berlin«

gerechtfertigt. Anders als Berlin hatte Athen

jedoch lange keine Institution für zeitgenössische

Kultur, es war alles von privaten Initiativen

abhängig. Das änderte sich mit dem Nationalen

Museum für zeitgenössische Kunst (EMST), das

2000 in einer ehemaligen Fabrik startete und

kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie

sein eigenes Gebäude bezog. Die Biennale für

zeitgenössische Kunst leistet seit 2005 viel

Unterstützung für junge, experimentelle Galerien,

und die internationale Kunstmesse bietet

ein Panorama all dieser Initiativen.

Sie waren selbst als Kuratorin an der documenta

14 beteiligt. Welche Auswirkungen hatte

MODERN TIMES

Der knallrote Eingang des Nationalen

Museums für zeitgenössische Kunst

(EMST) signalisiert, wie sehr die

griechische Contemporary-Szene

im Aufbruch ist.

dieses Großevent auf die Kunstszene in Athen?

Sie hatte kurzfristige und langfristige Auswirkungen,

die wir erst langsam begreifen. Sie hat

unsere Denkweise grundlegend verändert.

Damals wurde kritisiert, dass die lokale Kunstszene

nicht involviert war, aber niemand konnte

erwarten, dass die documenta die gesamte Szene

abbildet – das kann sie nur in Fragmenten.

Und heute kann die Szene viel selbstbewusster

als Teil des globalen Netzwerks agieren.

Sie haben während der Finanzkrise ein

Stipendienprogramm geleitet. Wie hat

die Krise das Leben in Athen verändert?

Sie hat meine Generation enorm erschüttert,

und ich bin nicht sicher, ob die Kunst eine

ästhetische Antwort darauf gefunden hat.

Die Leitung des ersten EU-geförderten Kunststipendiums

2013 war ein Glück für mich.

Zuvor hatte ich nur auf Kreditbasis und ohne

jegliche Förderung gearbeitet. Ich habe verschiedene

Projekte kuratiert, für eines davon

bin ich beinahe verhaftet worden! Aber durch

die Corona-Pandemie ist die Erinnerung an

die Finanzkrise, die die Griechen mehr als

zehn Jahre lang übermannt hat, verblasst.

Wie lokal und wie international ist die

Kunstszene in Griechenland?

Sie ist seit der documenta im Schnelldurchgang

gereift. Viele junge Akteure sind international

vernetzt, und es sind auch viele Kunst-

Profis aus dem Ausland zu uns gekommen, die

Griechenland lieben und Kulturinitiativen mit

tollen Visionen gestartet haben. Wir werden

sehen, wie widerstandsfähig sie angesichts der

Pandemie sein werden.

Gibt es Stadtviertel in Athen, in denen sich die

Kunstszene besonders konzentriert?

Kypseli (griechisch für Bienenstock), das Viertel,

in dem ich aufgewachsen bin, entdeckt heute

seine urbane Vergangenheit wieder, ein ehemaliger

Markt wurde dort zu einem Kunst-Ort.

Nahe der Akropolis konzentriert sich die Kunstszene

in den Vierteln Koukaki und Petralona.

Das industriell geprägte Votanikos wurde von

Künstlern entdeckt, und auch Piräus entwickelt

sich zu einem Hub. Und dann gibt es die alten

Klassiker, Exarchia und Omonoia. »Radio

Athènes« ist ein sehr interessanter Non-Profit-

Art-Space in einer der schönsten Straßen der

Stadt, der Petraki-Straße.

Sie leben seit 2015 in den USA. Wie hat sich Ihr

Blick auf die Heimat seitdem verändert?

Ich habe Athen schon mit 18 Richtung London

verlassen, habe aber nie den Kontakt verloren.

Ich hatte vorher schon mit in den USA lebenden

Künstlerinnen wie Lynda Benglis und Marina

Abramović gearbeitet, aber es ist etwas anderes,

wenn man wirklich am selben Ort lebt. Ich bin

immer interessiert am internationalen Austausch

der griechischen Szene, daher werde ich

gemeinsam mit Kollegen 2021 die neue Plattform

»Greece in USA« lancieren.

Szene-Insider

Sozita Goudouna, geboren

und aufgewachsen in Athen,

ist Kunsthistorikerin und

Kuratorin, studierte in London

und lebt und arbeitet heute

in New York als Leiterin des

Ateliers von Raymond Pettibon

und Professorin an der City

University of New York (CUNY).

Dieses Jahr gründete sie die

Plattform »Greece in USA«.

03 / 20

LIVING

falstaff

41


trends / ARTY

WEEKEND

TIPPS & ADRESSEN

Wir können es kaum erwarten, bis all die

Hotels und kulinarischen Highlights wieder

öffnen! Und natürlich darf nach einem langen

Aufenthalt zu Hause auch wieder das

Shopping-Vergnügen herbeigesehnt werden!

Einzigartige Aussicht

Von der Terrasse des

»Hytra« sieht man direkt

auf die Akropolis.

HOTELS

GRAND BRETAGNE*****

Das 1874 erbaute Hotel wird als Inbegriff des

klassischen Grand Hotels gehandelt. Die zentrale

Lage am Syntagma-Platz bietet von einigen

Zimmern einen Ausblick auf die Akropolis.

1 Vasileos Georgiou A’ Street, 10564 Athen

T: +30 21 03330000, grandebretagne.gr

ASTIR PALACE RESORT*****

Wer dem Trubel der Stadt entgehen möchte, für den

ist dieses Hotel direkt am Meer auf einer schönen

Insel etwas außerhalb der Stadt ein wahrer Geheimtipp.

Auf dem Gelände selbst befinden sich noch zwei

weitere Hotels.

40 Apollonos Street, 16671 Athen

T: +30 21 08902000, astir.gr

NEW HOTEL*****

Das zentral gelegene Designhotel wurde nach

den Plänen der preisgekrönten Campana-Brüder

realisiert. Blick auf die Akropolis gibt es aus einigen

Zimmern dazu.

16 Filellinon Street, 10557 Athen

T: +30 21 03273000, yeshotels.gr/newhotel

COCO-MAT ATHENS*****

Im exquisiten Viertel Kolonaki liegt dieses Boutique-

Hotel. Die Rooftop-Bar besticht mit freier Sicht auf

die Akropolis.

36 Patriarchou Ioakeim Street, 10675 Athen

T: +30 21 07230000, cocomatathens.com

Rückzugsort

Dem Trubel der Stadt

entgeht man am besten

im »Astir Palace«.

ATHENSWAS HOTEL*****

Direkt an einer der schönsten Fußgängerzonen

Athens gelegen, überzeugt das Designhotel

mit seinem eine spektakuläre Aussicht bietenden

Restaurant im siebten Stock.

Dionysiou Areopagitou 5, 11742 Athen

T: +30 21 09249954, athenswas.gr

ELECTRA METROPOLIS*****

An besonders heißen Tagen kann man sich in diesem

Hotel im Pool auf dem Dach erfrischen. Aber auch für

Sightseeing ist das Hotel perfekt, da der Syntagma-

Platz nur wenige Gehminuten entfernt liegt.

Mitropoleos 15, 10557 Athen

T: +30 21 03370100

electrahotels.gr

DIVANI APOLLON PALACE

Wer eher Strandnähe und Wellness sucht, ist in

diesem Resort etwas außerhalb Athens richtig –

hier kann man sich im resorteigenen Spa von Kopf

bis Fuß verwöhnen lassen.

10 Agiou Nikolaou Street, 16671 Athen

T: +30 21 8911100

divaniapollonhotel.com

LIFE GALLERY HOTEL*****

Zwei Pools, ein Spa und das minimalistische, gut

durchdachte Design trösten über die nicht

sehr zentrale Lage großzügig hinweg.

103 Thisseos Avenue, 14578 Athen

T: +30 21 07002716, lifegallery.gr

THE MARGI*****

Nahe einem Sandstrand gelegen, bietet dieses Hotel

neben einer Poolanlage auch lukullische Wellness:

Im Restaurant wird mit Zutaten aus dem hoteleigenen

Garten gekocht.

11 Litous Street, 16671 Athen

T: +30 21 08929000, themargi.gr

KING GEORGE ATHENS*****

Das neoklassizistische Hotel befindet sich direkt am

Syntagma-Platz und bietet neben luxuriöser und

klassischer Inneneinrichtung ein Restaurant mit

Aussicht auf die Akropolis.

3 Vas. Georgiu A’ Street, 10564 Athen

T: +30 20 35192700

kinggeorge.grandluxuryhotels.com

18 MICON STR.*****

Im Fortgehviertel der Stadt liegt das im Industrial

Chic gehaltene Hotel. Einige Suiten bieten auf ihren

Terrassen einen Blick auf die Akropolis.

14 Esopou & 18 Mikonos Street, 10554 Athen

T: +30 21 03235307

18miconstr.com

ROYAL OLYMPIC HOTEL*****

Direkt am Fuße der Akropolis befindet

sich dieses luxuriös und üppig ausstaffierte Hotel.

Der Ausblick vom Restaurant am Dach macht ein

Verlassen des Hotels fast obsolet.

28–34 Athanasiou Diakou, 11743 Athen

T: +30 21 09288400, royalolympic.com

RESTAURANTS

& CAFÉS

HYTRA RESTAURANT & BAR

Modern interpretierte griechische Küche, ausgezeichnet

mit einem Michelin-Stern. Open-Air im siebten Stock ist

empfohlen, auch wenn das Lokal durchdacht designt ist.

107–109 Syngrou Avenue, 11745 Athen

T: +30 21 03316767, hytra.gr

FUNKY GOURMET

Eines der besten 50 Restaurants der Welt, zwei Michelin-Sterne.

Der Inbegriff der neuen griechischen Küche

übersiedelt derzeit ins »Hilton« – die Neueröffnung im

Laufe dieses Frühjahrs wird sehnlich erwartet.

13 Paramythias Street, 10435 Athen

T: +30 21 05242727, funkygourmet.com

COOKOOVAYA

Unter einem Michelin-Stern wird hier rustikale

griechische Küche gekocht. Die Portionen sind für ein

Sternelokal ungewöhnlich groß und regen zum Teilen an.

Xatzigianni Mexi 2A, 11528 Athen

T: +30 21 07235005, cookoovaya.gr

SPONDI RESTAURANT

Zwei Michelin-Sterne hat das Restaurant mit französischer

Küche erkocht. Nicht nur das Essen, sondern

auch die Location präsentiert sich eindrucksvoll mit

zwei Speisesälen und Innenhöfen.

Pyrronos 5, 11636 Athen

T: +30 21 07564021, spondi.gr

VAROULKO SEASIDE

Meeresfrüchte auf Spitzenniveau und eine kleine

Auszeit vom Trubel Athens erhält man hier. Am

Jachthafen Mikrolimano hat man zudem einen

unverstellten Ausblick aufs Meer.

Akti Koumoundourou 54, 10435 Athen

T: +30 21 05228400, varoulko.gr

ATHIRI

Mit regionalen und saisonalen Gerichten erkochte sich

dieses Lokal einen Michelin-Stern. Selbst gebackenes

Brot, eine preisgekrönte Weinauswahl und ein schöner

Innenhof runden das Erlebnis ab.

15 Plataion Street, 10435 Athen

T: +30 21 03462983, athirirestaurant.gr

BOTRINI’S RESTAURANT

Chefkoch Ettore Botrini setzt seine Wurzeln gekonnt

kulinarisch um und holt italienisches Flair in die

griechische Hauptstadt.

24 Vasileos Georgiou B’ 24b, 15233 Athen

T: +30 21 06857323, botrinis.com

KUZINA

In einem Herrenhaus wird moderne, mit einem

Michelin-Stern versehene griechische Küche serviert.

Ein zusätzliches Zuckerl ist die Terrasse, auf die man

gen Akropolis blickt.

Adrianou 9, 10555 Athen

T: +30 21 03240133, kuzina.gr

Fotos: Ken Seet, Kaplanidis, beigestellt

42 falstaff LIVING 03 / 20


Must-eat!

Das »Funky Gourmet«

zählt zu den 50 besten

Restaurants der Welt.

OIKEÎO

In Gehdistanz zum Lykabettus-Berg befindet sich

dieses traditionell eingerichtete Lokal mit klassischer

griechischer Küche, die insbesondere durch das gute

Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt.

Ploutarchou 15, 10675 Athen

T: +30 21 07259216, facebook.com/oikeio

THE UNDERDOG CAFÉ & ROASTERY

Nicht nur das preisgekrönte Barista-Team überzeugt,

auch die schöne Stadtvilla als Location, in der sich

das Café über mehrere Stockwerke erstreckt, ist

einen Besuch wert.

Iraklidon 8, 11851 Athen

T: +30 21 30365393, underdog.gr

AMA LAXEI

Unweit des archäologischen Museums befindet

sich in einer umgebauten Schule ein Restaurant

mit sehr schönem Innenhof.

Kallidromiou 69, 10683 Athen

T: +30 21 03845978

restaurant-47828.business.site

Urban Jungle

Originelles Interior und

hervorragende Drinks gibt’s

in »The Clumsies Bar«.

MOKKA SPECIALTY COFFEE

Traditionellstes Kaffeehaus Athens, besteht seit

1922, Zu dem guten Kaffee gibt es Show-Charakter:

Der griechische Mokka wird in einer Schale mit Sand

auf Beduinenart serviert.

Athinas 44, 10551 Athen

T: +30 21 03216892, mokka.gr

TAILOR MADE MICRO ROASTERY & COCKTAIL BAR

In dieser ehemaligen Maßschneiderei wird der Fokus

auf Spezialitätenkaffee wie den Flat White Freddo

gelegt – am Abend verwandelt sich das Café am

Agias-Irinis-Platz in eine Cocktailbar.

Agias Irinis 2, 10560 Athen

T: +30 21 30049645, tailormade.gr

PUBLIC CAFÉ

Besonders gut frühstücken lässt es sich mit Sicht auf

das Parlament. Das Café liegt im fünften Stock, bis

23 Uhr werden warme und kalte Speisen serviert.

1 Karageorgi Servias Street, 10563 Athen

T: +30 21 03239101

facebook.com/PublicCafeRestaurant

JUST MADE 33

Dieses zentral gelegene Bistro ist für seine vollendete

und preisgekrönte Zubereitung des türkischen

Kaffees, auch Ibrik-Kaffee genannt, bekannt.

Evaggelistrias 33, 10560 Athen

T: +30 21 55258062, facebook.com/justmade33

CAFÉ AVISSINIA

Urig eingerichtetes Lokal direkt am Monastiraki-

Flohmarkt. Ideale Lage für einen Blick auf die Akropolis

und das Treiben in der Stadt.

7 Kinetou Street, 10555 Athen

T: +30 21 03217047

facebook.com/Cafe-Avissinia-120605708012224

AVOCADO

Im Kunst- und Kulturviertel Plaka findet sich mit

dem »Avocado« ein Geheimtipp für vegetarische und

vegane Besucher, aber auch für die, die Abwechslung

von der fleischlastigen griechischen Küche suchen.

Nikis 30, 10557 Athen

T: +30 21 03237878, avocadoathens.com

PHILOS ATHENS

Das Café, das für seine legendären pochierten Eier

bekannt ist, befindet sich in einem neoklassizistischen

Gebäude und bietet zudem Designermöbel an.

32 Solonos Street, 10673 Athen

T: +30 21 03619163

facebook.com/philos.athens

THE HANDLEBAR

Kaffeebar und Concept-Bikestore in einem ist diese

Lokalität. Wer sich nicht nach einem neuen Fahrrad

umschaut, kann auch einfach die guten Eierspeisen

genießen. Ein sehr gemütliches Lokal, in dem man

bis in die Abendstunden verweilen kann.

8 Melanthiou Street, 10554 Athen

T: +30 21 14093002, handlebar.gr

BARS & NIGHTLIFE

MOMIX MOLECULAR MIXOLOGY

Das Konzept ist ungewöhnlich, aber anziehend:

Die Drinks werden nach molekularen Grundlagen

zubereitet. So kann man Halloumi auch als Getränk

probieren.

Keleou 1–5, 10435 Athen

T: +30 697 4350179, momixbar.com

BABA AU RUM

Exorbitant große Rumauswahl und schöne Location in

zentraler Lage: Das sind neben den guten Cocktails

perfekte Zutaten für eine der Top-50-Bars der Welt.

Klitiou 6, 10560 Athen

T: +30 21 17109140, babaaurum.com

THE CLUMSIES BAR

Letztes Jahr wurde es zur sechstbesten Bar der Welt

gewählt! Besucher schwärmen nicht nur von den

gelungenen Cocktails, sondern auch von gutem

Essen und gastfreundlichem Service.

Praxitelous 30, 10561 Athen

T: +30 21 03232682, theclumsies.gr

GALAXY BAR

Auf dem Dach des Hotel »Hilton« unweit der

Nationalgalerie befindet sich dieses Juwel, das

mit einer unglaublich tollen Aussicht besticht.

46 Vassilissis Sofias Avenue, 11528 Athen

T: +30 21 07281402, hiltonathens.gr/galaxy

AIR LOUNGE BAR

Viele Hotels bieten als Zuckerl eine Dachterrassenbar

wie die auf dem »Fresh Hotel« an. Das Besondere:

Hier gibt es nicht nur großartige Cocktails,

sondern auch eine exquisite Weinkarte.

26 Sofokleous Street, 10552 Athen

T: +30 21 05248511, freshhotel.gr

THISSIO VIEW BAR

Im Herzen von Athen, umgeben von den Wahrzeichen

der Stadt, befindet sich Athens wohl schönste Dachterrasse,

auf der man trinken, feiern und essen kann.

Apostolou Pavlou 25, 11851 Athen

T: +30 21 03476754, thissioview.gr

OINOSCENT WINE BAR

Eine der beliebtesten Weinbars Athens, Chefsommelier

Aris Sklavenitis wurde zum besten Sommelier

Griechenlands gewählt. In einer Seitenstraße

unscheinbar, aber zentral gelegen.

45–47 Voulis Street, 10557 Athen

T: +30 21 03229374, facebook.com/Oinoscent

03 / 20

LIVING

falstaff

43


trends / ARTY

WEEKEND

Griechischer Lifestyle

Im Forget Me Not findet

man Tableware, Mode und

Kosmetik.

DESIGN & SHOPPING

MUSEEN & GALERIEN

VAVOULAS

In den 60er-Jahren noch ein einzelner Shop, mittlerweile

in viele Städten Griechenlands zu finden. Hier

wird Eleganz mit Komfort kombiniert.

28is Oktovriou 92, 10434 Athen

T: +30 21 08228398, shop.vavoulas.gr

GUSTO DI GRECIA

Im Geschäftsviertel Kolonaki befindet sich dieser

Lebensmittelladen, der Produkte aus ganz Griechenland

anbietet. Neben einer feinen Auswahl an Käse

gibt es das beste Olivenöl Griechenlands.

Pindarou 13, 10673 Athen

T: +30 21 3626809 facebook.com/Gusto-di-Grecia

HALLELUJAH

Griechischer Designer mit zwei Geschäften in Athen.

Trotz glamourösem Flair sind die Preise angemessen.

Archelaou 32, 11635 Athen

T: +30 21 07235210, hallelujahdesign.gr

ROPA LAVADA

Bekannt für die ausgefallene Schaufensterauslage.

Das originelle Dekor erinnert an einen Waschsalon,

das Design hingegen ist von der Mode Barcelonas

inspiriert.

Solonos 31, 10671 Athen

T: +30 21 03616591

FLÂNEUR SOUVENIRS & SUPPLIES

Wer mit kreativen und ungewöhnlichen Mitbringseln

heimkommen möchte, ist hier richtig: Man findet

etwa eine selbst einzufärbende Karte von Athen.

Flessa 1, 10558 Athen

T: +30 21 03226900, facebook.com/flaneursouvenirsandsupplies

FORGET ME NOT

Der Shop bietet von clean designter Tableware über

Kleidung bis hin zu hochwertigen Kosmetikartikeln

griechischer Herkunft einiges an, was das Herz

höherschlagen lässt. Beim Playmobil mit Schwerpunkt

griechische Antike wird auch das jüngere

Publikum fündig.

100 Adriannou Street, 105 58 Athen

T: +30 21 03253740, forgetmenotathens.gr

YIORGOS ELEFTHERIADES

Geradlinige Mode aus edlen Stoffen für Frauen und

Männer an zwei zentral gelegenen Standorten. Die

Mode zeichnet sich durch einen klassischen Schnitt

aus und kommt auch in den Fashion-Metropolen

Paris und Barcelona gut an.

19 Tsakalof & Voukourestiou Street, 10673 Athen

T: +30 21 03616272, yiorgoseleftheriades.gr

A FUTURE PERFECT + FRIENDS

Ein skandinavisch anmutender Design-Store mit viel

Naturholz und originellem Geschirr, das durch nautische

Motive gewitzt den Bezug zu Athen herstellt.

23 Praxitelous Street, 10562 Athen

T: +30 697 4304656, afutureperfect.gr

ROMA 5 DESIGN

Man sagt, dass dieser Shop das Interesse an Innendesign

in Griechenland erst so richtig geweckt hat.

Das seit 1981 bestehende Geschäft konzentriert sich

auf europäische Marken.

Roma 8, 10673 Athen

T: +30 21 03601039

roma-5-design.business.site

PARAPHERNALIA

Eine Auswahl an sorgfältig zusammengesuchter

Tableware und Lichtdesigns findet man in diesem

Geschäft unweit des Monastiraki-Flohmarkts.

Ioannou Paparrigopoulou 15, 10561 Athen

T: +30 21 30343663, paraphernalia.gr

IOANNA KOURBELA

Die Stores der vielseitig begabten Designerin muss

man einfach besuchen, wenn man in Athen ist: Ihr

Schwerpunkt liegt auf Kleidung aus natürlichen

Stoffen in minimalistischem Chic.

109 Adriannou Street 109, 10558 Athen

T: +30 21 09942731, ioannakourbela.com

CONTRUST DESIGNERS’ COLLECTIVE

Gegründet von einem Künstlerkollektiv, ist dieser

Shop beliebt für seine Taschen aus verschiedenen

Materialien und für seine außergewöhnlichen

Drucke. Ein solcher Insidertipp, dass es nicht

einmal eine Homepage gibt.

10 Skoufou Street, 10557 Athen

T: +30 21 11826443

ARCHITEKTUR

ARCHÄOLOGISCHES NATIONALMUSEUM

Wer sich eingehender mit der griechischen Antike

auseinandersetzen möchte, ist hier richtig aufgehoben.

11.000 Exponate aus ganz Griechenland

warten darauf, entdeckt zu werden.

28is Oktovriou 44, 10682 Athen

T: +30 21 32144800, namuseum.gr

AKROPOLIS-MUSEUM

Am Fuße der Akropolis wird in dem modernen

Gebäude, das auch architektonisch alle Stücke

spielt, eine Sammlung an Fundstücken aus der

Akropolis ausgestellt.

15 Dionysiou Areopagitou Street, 11742 Athen

T: +30 21 09000900, theacropolismuseum.gr

ZOUMBOULAKIS GALLERY

In den Anfängen der Galerie in den 1970ern wurden

hauptsächlich internationale Größen wie Picasso

und Dalí ausgestellt, nun liegt der Fokus auf der

Förderung der jungen griechischen Szene.

20 Kolonaki Square, 10673 Athen

T: +30 21 03608278, zoumboulakis.gr

BERNIER ELIADES GALLERY

Die Galerie mit zweitem Kunstraum in Brüssel

widmet sich internationalen Kunstströmungen

und gibt diesen ein Zuhause in Griechenland.

11 Eptachalkou Street, 11851 Athen

T: +30 21 034139357, bernier-eliades.com

BENAKI MUSEUM PIREOS 138

Die neueste der Benaki-Außenstelle ist optisch

und inhaltlich eine empfehlenswerte Anlaufstelle

für Architekturfans: Der komplett aus Holz und

iranischem Marmor bestehende Bau mit einem

beeindruckenden Tageslichtatrium beherbergt u. a.

eine Sammlung moderner griechischer Architektur.

138 Pireos Street, 11854 Athen

T: +30 21 0345 3111, benaki.org

EMST

Das Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst zeigt

internationale und griechische Kunst ab den 1970er-

Jahren und gehört damit zu den größeren Museen

auf diesem Gebiet.

Kallirrois Avenue & Amvr. Frantzi Street, 11743 Athen

T: +30 21 11019000, emst.gr

Fotos: Shutterstock, beigestellt

AKADEMIE VON ATHEN

Das neoklassizistische Gebäude wurde vom österreichischen

Mäzen Simon Sinas finanziert und 1887 eröffnet.

Es beherbergt die Akademie der Wissenschaften.

Omonoia 28, 10679 Athen

T: +30 21 03664700, academyofathens.gr

STAVROS NIARCHOS FOUNDATION CULTURAL

CENTER

Die 2016 erbaute und von Renzo Piano entworfene

Anlage umfasst die Nationalbibliothek sowie die

Oper und befindet sich an der Bucht von Faliro.

364 Andrea Siggrou Avenue, 17674 Athen

T: +30 21 68091000, snfcc.org

AGEMAR HEADQUARTERS

Das sinusförmige Gebäude soll mit seinen Wellenformen

das Meer nachbilden. Der Sitz des Schifffahrtsonzerns

Agemar ist Gewinner des Darc Awards.

Tagmatarchou Plessa 10, 17674 Athen

T: + 30 21 09424530

Kulturkomplex

Renzo Piano entwarf das SNFCC, das

National bibliothek und Oper beherbergt.

Zeitgenossen

Im EMST findet

man griechische

Contemporary Art.

44 falstaff LIVING 03 / 20


ANKOMMEN, AUSPACKEN, WOHLFÜHLEN:

EINE ZWEITE HEIMAT

AM MITTELMEER

PREMIUM LIVING BY FALKENSTEINER ®

Innovative Architektur, luxuriöse Vollausstattung,

Top-Lagen, Investitionssicherheit und Renditemöglichkeit

durch Rückvermietung: im Immobilienkonzept „Premium

Living“ vereinen sich architektonische Gestaltung, höchste

Ansprüche an Komfort und Service sowie jede Menge

Liebe zum Detail in einer Vision.

NEU: Die Residences Jesolo sind neben den Residences

edel:weiss und den Residences Senia das bereits dritte

serviced Appartments-Projekt der Falkensteiner Gruppe.

Wohnen, wo andere Urlaub machen – Ihr Zuhause im Urlaub.

KONTAKT

Falkensteiner Hotels & Residences

FMTG Development GmbH

Tel. +43 1 605 40 1156 · sales@fmtg.com

premiumliving.com/residences-senia


trends / TRAVEL DIARY

Tel Aviv, London oder zuletzt Marrakesch: die

Reiselust bringt nicht nur viele neue Storys,

sondern auch außergewöhnliche Souvenirs im

Gepäck! Dieser Tage versetzen sie uns zumindest gedanklich

an einen anderen Ort. Reisen beginnen schließlich im Kopf.

Angelika Rosam

Chefredakteurin

Falstaff LIVING

1. 3.

4.

2.

SOU

VEN

IRS

7.

5.

6.

8.

1. Ethno Großer Terrakotta-Becher mit grafischer Verzierung von der marokkanischen Designerin Bouchra Boudoua. Für ihre Produkte setzt Boudoua auf uralte Techniken

traditioneller Handwerkskunst. maisonflaneur.com 2. Bleu Majorelle Yves Saint Laurents magischer »Jardin Majorelle« zeichnet sich durch Akzente in sattem Blau aus.

Der atemberaubende Farbton ist übrigens in vielen Beauty-Produkten des Pariser Kultlabels vertreten. yslbeauty.com 3. Tropisch Das Rattankörbe-Set in hipper Ananas-Form

ist Teil von Silvia Gattins marokkanisch inspiriertem Sortiment. silviagattin.com 4. Best Buy Spitz zusammenlaufende Babuschen findet man in der Medina an beinahe jeder

Ecke. Dieses chice Modell ist handgewebt und stammt vom marokkanischen Label Zyne. zyneofficial.com 5. Tea-Time Frisch aufgebrühter Minztee ist bei einer Marra kesch-

Reise ein Muss! Mithilfe der traditionellen Kanne des It-Labels Chabi Chic kann dieser besonders galant ausgeschenkt werden. chabi-chic.com 6. Blaues (Platz-)Wunder

Die geräumige Reisetasche aus Kalbsleder stammt aus dem Hause Nasire. Die Tasche wird in Marrakesch handgefertigt und kommt in blitzigem Blau daher. nasire.com

7. Folklore Perfekter Reisepartner von Zimmermann für einen Trip in die nordafrikanische Kultstadt: angemessene Rocklänge und lange Ärmel – dank leichtem Leinenstoff

trotzdem luftig. mytheresa.com 8. Aromatisch Die orientalischen Noten von Jasmin, Orange und Zimt sind von Marrakeschs Riads und Souks inspiriert. shop.falstaff.at

Fotos: Rafaela Pröll, beigestellt

46 falstaff LIVING 03 / 20


Wenn wir das

Echte spüren.

GANZ SCHÖN JOSKO

Wenn wir das Echte spüren und begreifen können. Echte Materialien.

Echtes Design und echte Qualität. Zeit für Schönes: Ganz schön Josko.

josko.at


1

art five

2

TIMNA

BRAUER

Exklusiv in LIVING:

Persönlichkeiten

und Kenner der

Kunstszene verraten

ihre Must-haves fürs

Zuhause. Timna

Brauer zeigt uns

ihre Design- und

Kunst-Favoriten.

1. CD »Both Sides Now«

von Joni Mitchell

»Ein großartiges Selbstporträt

von Joni Mitchell,

einer Musikerin der

obersten Liga.«

4. »Addis Abeba«

von Timna Brauer

»Ein Mosaik aus meiner Hand aus

Glasscherben, die jahrzehntelang

im Mittelmeer gelegen sind.«

2. Haute Couture,

Jean Paul Gaultier

»Ein Prachtstück

aus der letzten Show

des kreativsten aller

Modeschöpfer,

Jean-Paul Gaultier.«

3. »Naomi II«, 1957

»Das Porträt meiner Mutter, Naomi

Dahabani, einer Israelin jemenitischer

Herkunft. Öffentlich zu besichtigen in

der Privatsammlung meines Vaters.«

4

5

5. »Wassily Chair«

von Marcel Breuer

»Der wunderbare bequeme Stuhl von

Marcel Breuer im Bauhaus-Stil aus den

Zwanzigern. So minimalistisch, dass er

auch in Rot nicht aufdringlich wirkt.«

TIMNA BRAUER

Die gebürtige Wienerin ist Musikerin und

war bereits als Leiterin der Abteilung

für Jazzgesang an der Musikuniversität

Wien tätig. Ihre musikalischen Schwerpunkte

setzt sie vor allem auf jüdische

Musik.

Fotos: Johansen Krause, Manfred Baumann, Getty Images, beigestellt

48 falstaff LIVING 03 / 20


MUTTERTAG SHOPPING

www.oew.at

Kärntner Straße 6 | 1010 Wien


iconomy

DESIGN-ICONS

UNTER 100

Allrounder

Der Componibili tritt in

diversen Farben und

Höhen in Erscheinung.

Componibili

Kartell

Jahr: 1967/1969

Design: Anna Castelli Ferrieri

Hersteller: Kartell

Preis: 93 Euro

Unsere LIVING-Serie »Iconomy« stellt Designklassiker

vor, die unter 100 Euro kosten. Mit

dem »Componibili« hat Kartell-Designerin

Anna Castelli Ferrieri vor über 50 Jahren

einen echten Allrounder kreiert. TEXT MANFRED GRAM

Nicht selten werden zu

Möbelklassikern Entstehungsgeschichten

mitgeliefert,

die den iko nischen

Entwurf mit Mythos würzen und

aufpeppen. Das ist auch beim

»Componibili« aus dem Hause

Kartell so. Der runde Container

aus Plastik mit seinen kombinierbaren

Modulelementen trat ab

1969 seinen Siegeszug durch die

Wohnwelt an. Das runde Kerlchen

ist aber ein Update oder besser gesagt

ein Folgemodell. Tatsächlich

debütierte der »Componibili«

nämlich schon zwei Jahre zuvor

auf dem Markt – und zwar eckig.

Obwohl die eckige Variante des

Möbelstücks ein Verkaufsschlager

war (und immer noch angeboten

wird), bat die Marketing-Abteilung

von Kartell die Designerin

und Architektin Anna Castelli

Ferrieri, auch eine runde Version

ihres »Componibili« zu entwerfen.

Ein Wunsch, der – so die Fama –

nicht gerade enthusiastisch aufgenommen

wurde. Schließlich

richten sich kreative Geister nicht

so gerne nach Marktbefindlichkeiten.

Allerdings: Anna Castelli Ferrieri

erkannte schon bald, dass

rund noch besser beim Publikum

ankam als eckig und erklärte kurzerhand

die neu geschaffene Version

zum Original.

So oder so, der »Componibili«

mit seinem diskreten, futuristischen

Charme traf einen Nerv.

Wohl auch, weil er traditionelle

Gestaltungsideen mit modernen

Elementen vereint und aus preisgünstigem

Kunststoff gefertigt ist.

Er ist – wenn man so will – der

Plastik gewordene Ausdruck einer

allumfassenden Designidee: funktional,

flexibel, handlich und vor

allem überall einsetzbar. Ob im

Vorzimmer als Rollcontainer, in

der Wohnlandschaft als Aufbewahrungsmöbel

oder im Schlafzimmer

als Nachttisch – der

Kombikübel passt überallhin und

passt sich dabei jedem Wohnstil

an. In seiner revolutionären Gefälligkeit

würde dieser rundliche

Geselle selbst in ruralen Bauernstuben

unterm Hergottswinkel

eine »bella figura« machen und

dabei noch auf seine Wandlungsfähigkeit

verweisen. Eine bunte

Vielseitigkeit, die im Laufe der

Zeit das ganze Farb- und Musterspektrum

abdeckte und sich

auch vor der Gegenwart und ihren

Herausforderungen nicht verschließt

– wird doch so manche

Serie der beliebten Ikone mittlerweile

auch aus Bio-on-Biokunststoff

hergestellt.

ANNA CASTELLI FERRIERI (1920–2006)

Die gebürtige Mailänderin Anna Castelli

Ferrieri gilt als eine der wichtigsten

Möbeldesignerinnen Italiens, die mit ihren

Entwürfen die Nachkriegsmoderne

prägte. Sie verschrieb sich vor allem

dem Kunststoff als Material für Designmöbel.

So gesehen bildete sie mit ihrem

Ehemann Giulio Castelli ein Dreamteam.

Der Chemiker gründete 1949 die Firma

Kartell und forschte nach neuen Materialien,

seine Frau Anna – die als eine der

ersten Frauen ein Architekturstudium

am renommierten Polytechnischen Institut

in Mailand absolviert hatte – kreierte

indes Plastikmöbel mit Anspruch, die

jeder haben wollte. In ihren Entwürfen,

die für viele eine Nähe zum italienischen

Neo-Rationalismus zeigen, schwingen

sowohl Traditionsbewusstsein als auch

Liebe zur Moderne mit. Mit diesem Ansatz

bereicherte sie den Designkanon

und blieb bis 1989 auch Chef-Gestalterin

bei Kartell. Den Firmensitz in Mailand

hat Anna Castelli Ferrieri übrigens

selbst geplant und entworfen.

Gesehen bei:

kartell.com

connox.at

Fotos: Kartell, beigestellt

50 falstaff LIVING 03 / 20


Eine Lawine an Gemütlichkeit.

Das von Metrica gestaltete Sofa macht seinem Namen – Avalanche ist das französische Wort für Lawine – alle Ehre, denn man wird darin geradezu

von Gemütlichkeit überrollt. Vor allem, wenn man die zweigeteilte Rückenlehne nach oben klappt und sich ganz in die kissige Sitztiefe fallen lässt.

Wer es aufrechter und kommunikativer mag, klappt die Lehne ganz einfach und bequem wieder nach vorn – et voilà!

100% MADE

IN GERMANY

NATÜRLICH

NACHHALTIG

MIT LIEBE

HANDGEFERTIGT

COR.DE/AVALANCHE

COR interlübke Studio Wien, Tuchlauben 21, 1010 Wien, cor-interluebke.at | Grünbeck Einrichtungen, Margaretenstr. 93, 1050 Wien, gruenbeck.co.at

Seliger, Gersthofer Str. 2c, 1180 Wien, seliger.at | Schwarzott, Wienerstr. 13-21, 2500 Baden, schwarzott.at | DOSTAL Innenarchitektur, Salzburgerstr.

205, 4030 Linz, dostal.at | Schiffer & Sams, Salzburger Str. 152, 4820 Bad Ischl, schiffersams.at | Knittelfelder Einrichtungshaus & Tischlerei,

Pirching 41, 8200 Gleisdorf, knittelfelder.at | Die Einrichtung, Pischeldorfer Straße 90, 9020 Klagenfurt, die-einrichtung.at


MEHR VOM BAD,

MEHR VOM LEBEN

Platzsparender

Spiegelschrank,

eingelassen in

die Vorwand.

Frische Luft durch

die DuoFresh

Geruchsabsaugung.

Unsichtbarer Stauraum

dank versteckter

Nischenablagebox.

Lupenreine Sauberkeit

dank TurboFlush

Technologie.

Mehr Stauraum dank

in der Wand integriertem

Siphon.

Den Alltag zu optimieren, ist simpel. Zumindest mit einem

Bad von Geberit. Die attraktiven Besonderheiten gewähren zahlreiche

Vorzüge wie deutlich mehr Platz, lupenreine Sauberkeit,

maximalen Komfort, zeitloses Design und absolute Barrierefreiheit.

Kurz gesagt: Man hat mehr vom Leben.

Erfahre mehr auf: www.geberit.at/bad


LIVING

BAD-SPEZIAL

64

68

54

70

Fotos: Agape, Klafs, beigestellt

58

62

DIGITAL HOME SPA

Die Welt übt sich im Rückzug, dem

Badezimmer kommt dabei eine

besondere Bedeutung zu. (S. 54)

WANNENSPIELE

Badewannen, die zu Designstücken

avancieren. (S. 58)

EDLES IM BAD

Die neue Farb- und Materialwelt

von Armaturen. (S. 62)

EIN TUSCH FÜR DIE DUSCHE

Bodengleiche Duschen mit Glaswänden

und Spa-Armaturen. (S. 64)

KULTIVIERTE BAD-PREZIOSEN

Wie man mit Marmor-Accessoires

Glamour ins Bad bringt. (S. 68)

STIL-ORTE

Modernes Design für den letzten

wahren Rückzugsort. (S. 70)


ad-spezial / SMART WELLNESS

DIGITAL

HOME SPA

Die Welt übt sich im Rückzug, dem Badezimmer kommt

dabei eine besondere Bedeutung zu. War das Private Spa

früher vielleicht einfach nur schön, wird es heute digitalisiert

und dadurch personalisiert. Diese Technik begeistert.

TEXT NICOLA AFCHAR-NEGAD

Wie ein Zoom-Objektiv

Dass Saunieren die Abwehrkräfte

stärkt, ist bekannt. Mit »Klafs S1«

geht das, da ein- und ausfahrbar,

auch auf kleinem Raum.

klafs.de

Wellness und Design auf der einen,

Hygiene und Gesundheit auf der

anderen Seite – Badezimmer der

Jetztzeit müssen alles können und

am besten auch noch nachhaltig sein, sprich

wenig Wasser verbrauchen und auf lange Sicht

funktionieren. »Haben wir in zehn Jahren

noch Badewannen und wenn ja, wie sehen diese

aus?«, fragt etwa Trendexpertin Katrin de Louw,

die unter anderem eine Sonderschau auf der

heurigen imm cologne kuratiert hat. »Unser

Lebensstil erfordert immer mehr Auszeiten

und Ruhephasen, die wir uns auch gerne im

Badezimmer gönnen. Auch Luftverschmutzung

oder Covid-19 machen aus dem Badezimmer

einen Hygienepol.« Zwar hat das

»smarte« oder »intelligente« Badezimmer

schon seit einigen Jahren immer wieder für

Foto: Klafs

54

falstaff

LIVING 03 / 20


interessante Produktneuheiten gesorgt, aber

insbesondere nach der CES 2020 hat man das

Gefühl, dass das Thema jetzt so richtig Fahrt

aufnehmen wird. Und Covid-19 bzw. das

dadurch geänderte Hygiene-Bewusstsein

wird sein Übriges dazu tun. Wer hätte es zum

Beispiel früher für nötig gehalten, dass eine

Dusche schon von unterwegs auf die richtige

Temperatur gebracht werden muss? Aber >

03 / 20

LIVING

falstaff

55


ad-spezial / SMART WELLNESS

>

heute, wenn der eine oder andere vielleicht

direkt nach dem Heimkommen die Kleider in

die Waschmaschine geben und duschen möchte,

ist das etwas anderes. »U by Moen« ist solch

ein wegweisendes Produkt. Die Dusche wird

mittels App, Stimme oder Regler eingestellt.

»Alexa, 35 Grad bitte!«, reicht dann schon aus.

Ebenfalls von Moen: der Aromatherapie-

Spa Shower

Moen punktet mit etlichen smarten Produkten;

»Nebia« atomisiert das Wasser.

moen.com

Duschkopf und »Nebia«, ein Duschkopf, der

das Wasser atomisiert. Auch in Sachen Badewannen

und Whirlpools tut sich einiges. So

hat Toto auf der CES 2020 seine »Flotation

Tub with Zero Dimension« vorgestellt. Zehn

Jahre Forschung brachten das japanische

Unternehmen dazu, den Badenden die Körperhaltung

eines Astronauten im Schlaf einnehmen

und ihn somit gefühlt schweben zu lassen. Das

hört sich nicht nur entspannend an, sondern

soll der Gesundheit insgesamt helfen, so die

Völlig losgelöst

Die »Flotation Tub« von Toto verspricht

eine neue Dimension der Entspannung.

LED-Beleuchtung und Massagefunktion on

top. de.toto.com

Entwickler. Toto war und ist es auch, das immer

wieder mit »Smart Toilets« aufhorchen lässt.

Während in Japan Hightech-Toiletten Standard

sind, wurde das Thema hierzulande lange Zeit

eher belächelt. Es darf erwartet werden, dass

sich das ändert. Das Thema Hygiene ist so

präsent wie nie zuvor.

Fotos: beigestellt

Smart Mirror

»Poseidon« analysiert die Haut

und gibt Tipps für die Pflege.

care-os.com

56 falstaff LIVING 03 / 20


Während in Japan Hightech-Toiletten

Standard sind, wurde das Thema

hierzulande lange Zeit eher belächelt. Es darf

erwartet werden, dass sich das ändert. Das

Thema Hygiene ist so präsent wie nie zuvor.

SMART MIRRORS IM KOMMEN

Eine kleine, aber feine Revolution kündigt

sich im Bereich der »Smart Mirrors« an. Gleich

mehrere Hersteller drängen hier 2020 auf den

Markt. »ICON.AI« präsentiert »Venus«, einen

Make-up-Spiegel mit eingebauter Alexa-

Technologie. »Venus« soll Tipps zu Hautbild

und Make-up-Tutorials liefern. »CareOS«

verspricht mit seinem Produkt »Poseidon

Smart Mirror« sogar eine Verbesserung der

»langfristigen Gesundheit«. Das Hautbild wird

analysiert, Tutorials helfen in Hygienefragen.

Auf LIVING-Nachfrage versichert das US-

Unternehmen, man brauche sich in Sachen

Datensicherheit keine Sorgen machen. »Jede

Person erhält nur Zugriff auf ihr eigenes

Profil – und zwar mittels Gesichtserkennung«,

betont Mitgründerin Violaine Monmarche.

»Noch ist das nicht am großen Markt angekommen«,

setzt Trendexpertin Katrin de Louw

das Thema in Relation. »Es gibt aber bereits

Projekte, die smarte Badezimmer inkludieren.

Verschwimmende Grenzen

»Petra«, eine Serie, die sich sowohl

indoor als auch outdoor einsetzen lässt.

agapedesign.it

Dunkle Zeiten

»Duravit D.1« ist in Chrom und Mattschwarz

erhältlich. Das erzeugt Spannung.

duravit.de

Mit Voice-Control

Vom Lichtdesign über die eingebaute Alexa-

Funktion bis hin zur Wassereffizienz: die

»Numi 2.0 Intelligent Toilet« kann alles.

kohler.com

In Wohnhäusern für Senioren zeigen Spiegel

zum Beispiel Arzt termine und das Wetter an.«

Nettes kleines Gimmick, der Vollständigkeit

halber erwähnt: Der Spiegel »Aqua Fog-Free

Mirror« von Electric Mirror. Der Name sagt

prinzipiell alles: Der Spiegel läuft auch nach

der heißesten Dusche nicht an.

Der Rückzug ins Bad schlägt sich auch in einem

anderen Bereich nieder: in der Farbgestaltung.

De Louw: »Wir sehen, dass langfristig die

warmen, erdigen Nuancen wieder gewinnen.«

»Sustained colors« nennt de Louw das Ganze,

und »Be rooted« soll unser Designleben für

mindestens zehn Jahre bestimmen. »Im Badezimmer

z. B. gut als dunkles, warm toniges Holz

in Kombination mit blauen und grünen Aquatönen

und goldenen Armaturen. Schwarze Armaturen

oder Stahlrohrmöbel passen auch

gut.« Zusammengefasst: Natur trifft Hightech

und Wellness Hygiene.

<

Starke Form

Zwei Preise gab es für das an Jachten

angelehnte Design des Whirlpools »IKON«.

vortexspas.de

03 / 20

LIVING

falstaff

57


ad-spezial / BADEWANNEN

WANNEN-

SPIELE

Die Badewanne ist längst zum individuellen Design-Stück

avanciert. Ob romantisch, im praktischen Wohnzimmer-Stil

oder in moderner Glas-Optik – LIVING hat sich auf Recherche

begeben und trendige Nassraum-Preziosen zusammengefasst.

1.

Fotos: Svetlana Podzdeeva, Eva Jiricna Architects, beigestellt

58

falstaff

LIVING 03 / 20


TRANSPARENZ

2.

3.

4.

5.

1. Eyecatcher Highlight »Reflex« von Antoniolupi. Die Badezimmer-Preziose ist aus

satiniertem Edelstahl und wird auch in Blau hergestellt. Damit auch Badezimmer

in der Design-Welt genug zum Mitreden haben. badinform.at 2. Großartige

Einsicht Dieses Piece of Art wurde von Eva Jiricna Architects für ein Penthouse-

Projekt im Londoner Canary Wharf entworfen. aidesign.cz/new-gallery-89

3. Glas-Beauty Da lässt es sich rundum entspannen. prizma-studio.com 4. Edel

Erholsames Bade-Erlebnis für Körper und Geist. Die Seitenteile eignen sich zum

Abstellen für Dusch-Accessoires. novellini.de 5. Bad-Chaiselongue »Le Cob«

ist ein erstklassiges Designstück mit innovativem Überlauf, Glasverkleidung und

Chromzubehör. westonebathrooms.com

03 / 20

LIVING

falstaff

59


ad-spezial / BADEWANNEN

ROMANTIK

7.

6.

6. Romance Bringen Sie einen Klassiker in Ihr Badezimmer. Das »Birthday Bath« gibt ein

einzigartiges Stil-Statement ab, während die starke Gusseisenkonstruktion über Jahre hinweg

für Schönheit und Leistung sorgt. Mit über 180 cm Länge bietet sie ausreichend Platz zum

bequemen Baden. us.kohler.com 7. Bade-Glam Das Prachtstück »Newton« ist ein herausragender

Moment der Designinspiration. Die zeitlose Single-Slipper-Form vermittelt Komfort.

maisonvalentina.net 8. Extravagant Die Badewanne »Koi« verfügt über eine Basis aus

gebürstetem gealterten Messing, die an das Schuppenmuster des japanischen Koi-Karpfens

erinnert. maisonvalentina.net 9. Eleganz Mit »Epoque« holt man sich Eleganz mit Kupfer

ins Badezimmer. Verleiht einen gemütlichen und warmen Touch. recor.pt 10. Unser Tipp!

Die Badewanne »Romantica« strahlt im wahrsten Sinne des Wortes Romantik aus. Klassisch

im Stil und in Mineralmarmor produziert, strahlt die Preziose mit vier Beinen aus verchromtem

Metall. Ein echtes Juwel im Hygienebereich. kvstore.de

8.

9.

10.

Fotos: Otto Archive/Björn Wallander, beigestellt

60

falstaff

LIVING 03 / 20


WOHNZIMMER-STIL

12.

11.

13.

14.

11. Eyecatcher Ohne Kanten und Fugen sind Profil

und Volumen nahtlos integriert und sorgen bei der

»I Fiumi ST« von Designer Claudio Silvestrin für eine

strukturelle Kontinuität, die für das Auge ein Highlight

ist. boffi.com 12. Praktisch Diese Design-Badewanne

ist in Weiß gehalten, mit festen Innendimen sionen

und Außenmaßen auf Wunsch. moma-design.it

13. Prädikat »Wunderbar!« In Weiß-Matt und aus

Coran gefertigt, darf die Badezimmer-Preziose »Biblio«

als Luxusstück geadelt werden. antoniolupi.it

14. Relax-Oase Aus Acryl kreiert ist die »Divina Dual«

formvollendet ein Masterpiece für jeden Nassbereich –

vorausgesetzt, es ist genügend Raum gegeben.

novellini.de 15. Simplicity siegt Frei stehend und

eine Augenweide für den Betrachter: Die »Cartesio«

aus Cristalplant punktet mit Ablagefächern und

modernem, minimalistischem Design. agapedesign.it

15.

03 / 20

LIVING

falstaff

61


ad-spezial / ARMATUREN

1.

2.

EDLES IM BAD

Armaturen sind die geheimen Stars des Badezimmers. Helles Chrom

gehört der Vergangenheit an: Die neuen Oberflächen bestechen in

edler Farbenvielfalt, von Messing über Kupfer bis zu mattem Schwarz.

3.

7.

4.

5.

1. Tall Dark Stranger Auch

Grohe setzt auf dunkles

Chrom: Die Armatur »Atrio«

gibt es fürs Waschbecken

oder wie hier als Bodenmontage für die Badewanne.

grohe.at 2. Bad-Preziose »Pure

Lines« nennt sich die Serie des italienischen

Badherstellers Boffi. Scharfe Kanten und

mattes Schwarz sorgen für einen Wow-Effekt

im Badezimmer und verwandeln es in eine

Designoase. boffi.com 3. Back to the Basics

Auch einfache Einhebel-Waschtischmischer

wie der »Metropol« bekommen mit neuer

Farbgebung ein gestalterisches Upgrade.

hansgrohe.de 4. Avantgardistisch Wie ein

architektonisches Meisterwerk thront diese

Armatur in Polished Gold über dem Waschbecken.

axor-design.com 5. Kunstvolle

Kollaboration Wenn sich Boffi mit Fantini

zusammentut, entstehen italienische Designstücke

der ersten Klasse! Bestes Beispiel: der

»AF/21«, erhältlich in klassischem Chrom, Matt

Gun Metal (links), Matt Copper (Mitte) und Matt

British Gold fantini.it 6. Zeitlos Der messingfarbene

Wasserhahn, kombiniert mit dem

Waschbecken aus der Serie »Finion«, wirkt

klassisch und elegant. villeroy-boch.at

7. Strahlemann Der geschwungene Wasserhahn

mit Dreilochmontur und scharfen Kanten

ist in sechs verschiedenen Farbausführungen

erhältlich. dornbracht.com

6.

Fotos: beigestellt

62 falstaff LIVING 03 / 20


ad-spezial / DUSCHEN

EIN TUSCH

FÜR DIE

DUSCHE!

Noch nie hat man sich in

der Dusche so frei gefühlt

wie 2020, denn im Design

führt kein Weg an bodengleichen

Modellen mit

eleganten Glaswänden und

Spa-Armaturen vorbei.

Beschwingt

Die Dusche »Chiocciola« von

Agape ist nicht nur Gebrauchsgegenstand,

sondern Kunst:

Duschen in einer lebensgroßen

Skulptur? Done.

agapedesign.it

Fotos: beigestellt

64 falstaff LIVING 03 / 20


Innovativ

Flexibel gestaltbare Dusch wannen

aus Marbond stehen bei Laufen im

Mittelpunkt. Sie können aufgesetzt,

halb eingelassen oder flächenbündig

installiert werden.

laufen.co.at

Pritschelei

Die futuristisch anmutende

Duschsäule »E-8750-T« mit

kreisförmigem Duschkopf

sorgt für feuchtfröhliches

Badevergnügen.

graff-mixers.com

Praktikabel und pur

In die Armatur integrierte Ablagen

können auch minimalistisch

und modern sein! Bestes

Beispiel ist die Regenbrause

»Hansaemotion« von Hansa.

hansa.com

In der Versenkung

Dallmer senkt die

Duschfläche gekonnt

ab und kreiert mit

der Duschrinne

»CeraWall« einen

abschüssigen, dreidimensionalen

Raum.

dallmer.com

03 / 20

LIVING

falstaff

65


ad-spezial / DUSCHEN

Detail-Liebe

Das Modell »Tempano« fließt

nahtlos ins Bad ein: Abtropfrinne,

Glaswand und Armatur

wirken wie aus einem Guss.

duravit.com

Industrial Look

Glastüren mit schwarzen

Rahmen sind der Trend

schlechthin, wenn es um ebenerdige

Duschen geht. Bestes

Beispiel: die John-Pawson-

Collection von Cocoon.

bycocoon.com

Brachiale Eleganz

Der französische Hersteller

Jacob Delafon kombiniert die

Dusche »Ecrin« mit einer Betonrückwand,

die direkt an der

Wand montiert werden kann.

jacobdelafon.fr

Black Beauty

Kaldewei setzt mit der

lavaschwarzen Duschtasse

»Nexsys« ein absolutes

Designstatement.

kaldewei.de

Fotos: Kaldewei, beigestellt

66 falstaff LIVING 03 / 20


DER EINFACHSTE

WEG ZUM NEUEN BAD

ELEMENTS ist die Erlebnisausstellung rund um das persönliche Traumbad.

Beratung und Verkauf bis hin zum Komplettservice vom Installateur.

15 x in Österreich


ad-spezial / MARMOR-ACCESSOIRES

Ein bisschen Luxus fürs Bad

Gleich ein ganzes Badset in

Marmor-Optik gibt es bei Zara

Home. Im richtigen Licht

glitzert die Oberfläche subtil:

Va-va-voom! zarahome.com

KULTIVIERTE

BAD-PREZIOSEN

Kaum ein Material haucht einem Raum mehr Luxusflair ein als

Marmor. Das gilt auch für alltägliche Utensilien, die oft wenig

Beachtung finden. In Marmor-Variante verleihen sie einfachen

Badezimmern schnell eine gewisse Kultiviertheit.

Klein, aber oho!

Schwarzer Marmor

und Messing sind

eine der edelsten

Kombinationen fürs

Bad – hier als

Wandspiegel von

Menu.

connox.at

Servierfertig

Seifenschale, Zahnputzbecher und

Lotion-Spender aus Marmor: So lässt

man mit kleinen Details das Bad

luxuriös wirken. hm.com

Podest

Gerade in Zeiten

wie diesen verdient

die Seife einen

würdevollen Thron.

westwingnow.de

State of the Art

Die Firma v vereint gerne Fine Art

mit Funktionalität: Der Hocker aus

weißem Marmor mit grauen Venen ist

ein praktischer Allrounder in den

Waschräumen. artemest.com

Rollenspiel

Auch auf der Toilette dürfen

Marmor und Messing nicht

fehlen. Wie wäre es mit

einem passenden

Klopapierhalter?

made.com

Fotos: beigestellt

68 falstaff LIVING 03 / 20


DIE SAUNA

FÜR JEDEN

LIFESTYLE.

Sie war ein Geniestreich, sie bleibt ein Geniestreich: Mit der ausziehbaren Raumspar-Sauna S1 hat KLAFS das Saunabad

auch in neuen, urbanen Wohnkontexten möglich gemacht – und wurde einmal mehr seinem Ruf als Impulsgeber

der Branche gerecht. A propos Wohnen: Spezielle Saunatextilien, Pendelleuchten und Lounge-Feeling – 2019 steht bei

KLAFS ganz im Zeichen einer neuen Wohnlichkeit, die einen genaueren Blick lohnt.

Zwischen urbanem Lebensgefühl und neuer Wohnlichkeit:

Die Sauna-Neuheiten von KLAFS bedienen

sowohl die Ansprüche einer jungen, mobilen Zielgruppe

als auch derjenigen Menschen, die in ihrem

Zuhause Wert auf eine anspruchsvolle, designorientierte

Ausstattung legen, bei der die Sauna

integraler Bestandteil des Wohnbereichs ist.

www.klafs.at


ad-spezial / TOILETTEN

1.

2.

STIL-ORTE

Hand aufs Herz: Gerade während der Quarantäne haben viele

leidvoll feststellen müssen, dass die Toilette der letzte wahre

Rückzugsort ist. Grund genug, das WC so stilvoll wie möglich

zu gestalten und (sich) auf ein Plus an Körperpflege zu setzen!

3.

5.

4.

6.

1. Neuer Luxus Herkömmliche weiße Wasserkästen waren gestern! Im Inneren des Spülkastens des »Monolith« verbirgt

sich nicht nur Wasser, sondern auch jede Menge Technik für die WC-Duschfunktion. geberit.at 2. Tu vuò fà l’italiano

Mit den neuen Hygienestandards könnte auch das Bidet wieder Einzug in das heimische Badezimmer halten. boffi.com

3. Puristisch Villeroy & Bochs Tiefspül-WC »Venticello« wird für unkomplizierte Bodenreinigung direkt an der Wand montiert.

villeroy-boch.de 4. Graue Eminenz Wer sagt, dass Toiletten immer weiß sein müssen? Wie wäre es zum Beispiel mit

edlem Anthrazit in mattem Anstrich, wie hier beim Modell »Memory«? agapedesign.it 5. Stardesigner Philippe Starck

hat keine Scheu, Neues zu probieren: Das Dusch-WC »ME by Starck« verfügt sogar über eine Fernbedienung für alle

Grundfunktionen. duravit.de 6. Neue Dimensionen Auch bei Grohe wird gründliche Hygiene großgeschrieben. Die »Sensia

Arena« sorgt für umfassende Po-Pflege nach dem Geschäft – natürlich inklusive Temperaturregler und Trockenfunktion.

grohe.at 7. Genauer hinsehen erlaubt Die am Boden stehende Toilette aus der Kollektion »Sonar« überzeugt nicht nur

mit moderner Erscheinung, sondern bietet auch eine randlose Spülung für besondere Hygiene. laufen.com

7.

Fotos: beigestellt

70 falstaff LIVING 03 / 20


HEIZUNG UHRMANN

FOTOS: BEIGESTELLT

EINE WOHLFÜHL-

OASE FÜR ZU HAUSE!

Komfortables Badevergnügen für alle Generationen.

Der Bäderspezialist Installateur

Uhrmann in der Donaustadt erfüllt

individuelle Badwünsche: vom

Minibad, das modernisiert werden

soll, über Wohlfühlbäder bis zu modernstem

Badkomfort für alle Generationen. Ein besonderes

Fachgebiet der Firma sind barriere -

frei ausgeführte seniorengerechte Bäder mit

bodenebenen Duschen, Spezialwannen und

höhenverstellbaren Wannen.

TOPBERATUNG UND UMSETZUNG –

FAIRER PREIS

Das etablierte Wiener Handwerksunternehmen

unterstützt seine Kunden durch eine

persönliche Beratung, genaue Planung und

Montage, fachgerechte Verrohrung sowie

eine rechtzeitige professionelle Wartung der

Installationen, durch die größere Schäden

vermieden werden können. Als besonderer

Service werden zusätzlich benötigte Professionisten,

wie Elektriker oder Fliesenleger,

preisgünstig organisiert.

MODERNE, ENERGIESPARENDE

HEINZUNGSANLAGEN

Installateur Uhrmann ist auch Ihr Spezialist

bei allen Heizungsfragen – von der Gasoder

Ölheizung über Anlagen für feste

Brennstoffe bis zu Solaranlagen, Wärmepumpen

und energiesparende Technologien

wie kontrollierter Wohnraumlüftung.

LEISTUNGSKATALOG

• Gartenbewässerung

• Entkalkungsanlagen

• Whirlpools

• Dampfbäder

• Wärmepumpen

• Pelletsheizungen

• Regenwassernutzung

• Solaranlagen

• kontrollierte Wohnraumlüftung

• Heizungsanlagen

• Spanndecken

• Fotovoltaik

• Kohlenmonoxidmelder

Wagramer Straße 55

1220 Wien

+43 1 204 18 19

E-Mail: office@uhrmann.at

www.uhrmann.at

ADVERTORIAL

03 / 20

LIVING

falstaff

71


@SunSquareInternational


LIVING

DESIGN

92

74

80

Fotos: ALBERTO CRISTOFARI/CONTRASTO/laif, Shutterstock, Benjamin Benscheider, Markus Jans Illustration: Katjana Lacatana

104

86

100

SUMMER AT HOME

Welche Auswirkungen der Rückzug auf

die Möbelbranche haben wird. (S. 74)

POOL & THE GANG

Badeoasen werden in der Architektur

immer öfter zum integralen Bestandteil

des Wohnens. (S. 80)

UND PLÖTZLICH HOMEOFFICE

Wie sich der Stellenwert des Heimbüros

durch die Krise verändert. (S. 86)

SALONE IMMOBILE

Stillstand in Mailand: ein Blick auf

die Designwelt ohne die wichtigste

Möbelmesse. (S. 92)

PRÄZISION UND SENSIBILITÄT

LIVING im Gespräch mit Designer

Christian Haas. (S. 100)

FASCINATING UGLINESS

Warum wir es oft lieben, Architektur

zu hassen: ein Für und Wider. (S. 104)


design / COCOONING

Omas Barockzimmer

Der Einzelsessel »Amandine«

von Brühl, eine der Neuheiten

2020, greift in Stil, Form und

Farbe auf die Gemütlichkeit

von Omamas Barockzimmer

zurück. Retro pur!

bruehl.com

Wohnwelle, neu aufgelegt

Auf der Imm Cologne 2020

präsentierte Ligne Roset eine

Re-Edition des Klassikers

»Asmara« von Bernard Govin.

Die Liegelandschaft aus dem

Jahr 1966 gibt es in neuen

Trendfarben und neuen

Stretch-Bezügen.

ligne-roset.com

Fotos: beigestellt

74 falstaff LIVING


SUMMER

AT HOME

Eine Oase des

Entspannens

Das verspricht zumindest

der italienische Hersteller

Potocco bei diesem neuen

Hygge-Sofa unter dem

Titel »Elodie«. Trotz

schlichter, schlanker

Metallkonstruktion kommt

die Bequemlichkeit

keineswegs zu kurz.

potocco.it

Mit Beginn der Corona-Krise haben wir uns in die

eigenen vier Wände verkrochen und dabei das Wohnen,

Lernen und Arbeiten neu entdeckt. Der Rückzug, auch

Hygge oder Cocooning genannt, wird langfristige

Auswirkungen auf die Möbel- und Architekturbranche

haben – und auch auf unsere Art de vivre im Wohnen.

TEXT WOJCIECH CZAJA

ILLUSTRATIONEN KATJANA LACATENA

Einfach mal abhängen

Der Hängekorb »Nodo« von

Covet House besteht aus

rostfreiem Stahl in unterschiedlichen

Lackierungen

wie Chrom, Kupfer und

Messing und kann mit

verschiedenfarbigen Stoffen

ausgepolstert werden.

covethouse.eu

03 / 20

LIVING

falstaff

75


design / COCOONING

Untertauchen in Uruguay

Daniel Germani entwarf für

Gandia Blasco eine cocoonige

Outdoor-Serie unter dem

Namen »Solanas«, eine

Hommage an einen Strand in

Uruguay. Die Möbel laden zum

Rückzug an der frischen Luft ein.

gandiablasco.com

Zieh dich dann vor allem in dich selbst

zurück, wenn du gezwungen bist, unter

vielen Menschen zu weilen«, hat

Epikur einst gesagt. Die Lehre des griechischen

Philosophen bekommt heute, mit

2300 Jahren Verspätung, größere Aktualität

denn je. Doch wie gehen wir mit dieser Situation

um? Wie gestaltet sich gesellschaftlicher

Rückzug in einer Jahreszeit, die von Blütenpracht

und Frühlingserwachen geprägt ist?

Und welche Möglichkeiten und Lockmittel gibt

es, um es sich inmitten des Lenzes in den eigenen

Wänden bequem zu machen und sich einer

ganz neuen, ungewohnten Wohnlichkeit

hinzugeben?

»Die Corona-Krise konfrontiert uns mit einer

Realität, die wir in dieser Form noch nie

zuvor erlebt haben«, sagt Simon Andreas

Güntner. Der deutsche Soziologe ist Professor

an der TU Wien und beschäftigt sich schwerpunktmäßig

mit Raumsoziologie und Fragen

des urbanen Zusammenlebens. »Entsprechend

neu und ungewohnt ist die Erkundung des eigenen

Wohnumfelds, das sich durch die viele

Zeit, die wir nun zu Hause verbringen, sowie

durch die Überlappung mit zusätzlichen Funktionen

wie etwa Schule und Arbeit vollkommen

verändert. Wir müssen uns damit

arrangieren, dass die Wohnung nun für einige

Zeit mehr ist als bloß der Ort der Stille und des

persönlichen Rückzugs. Entsprechend wichtig

ist es, Grenzen zu setzen und Spielregeln des

Wohnens und des eigenen Wohlbefindens zu

definieren.«

Doch um das Wohnen neu zu lernen, so Güntner,

sei es wichtig, sich zuallererst darüber klar

zu werden, was Wohnen überhaupt bedeutet.

»Wohnen beinhaltet Kochen, Essen, Schlafen,

Körperpflege und Freizeitgestaltung, doch es

ist mehr als bloß die Summe der einzelnen

Funktionen. Wohnen ist keine aktive Tätigkeit,

sondern eine Qualität, eine Art

Daseinszustand.« Und sobald sich dieser

Daseinszustand verändert, so der Soziologe,

sobald er um Lernen und Arbeiten erweitert

wird, sobald das Wohnzimmer in Form von

Videokonferenzen als optische Schnittstelle

in die Öffentlichkeit hinausgetragen wird,

brauche es Wohnrituale und klare Entgrenzungen.

Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist die verstärkte

Differenzierung zwischen privatem

Wohnen und weniger privatem Wohnlernen,

Wohnarbeiten und Wohnkommunizieren. Und

hier kommt Epikurs Rückzug ins Spiel, der uns

dabei behilflich sein kann, die unmittelbare

Wohnumgebung räumlich, zeitlich und funktional

zu gliedern und ganz bewusst private

Orte, private Zeitfenster und private Zustände

zu definieren. In der Architektur und im

Wohndesign bezeichnet man das als Hygge beziehungsweise

als Cocooning, als zelebriertes

Verkriechen in einen kleinen, gemütlichen,

schön gestalteten Wohnkokon.

Einfach Platz nehmen!

Der »Oliva« nach einem

Entwurf von Constance Guisset

für Zanotta besteht aus Ahornholz

in unterschiedlichen Lackierungen

und einem abnehmbaren Bezug

aus Stoff oder Leder.

zanotta.it

At Home im Vogelkäfig

Die Serie »Bird« von Wittmann gibt es

in unterschiedlichen Varianten, u. a. als

Sofa, Lounge-Chair und Hochlehner. Das

perfekte Zusammenspiel aus Freiheit und

Rückzug, aus Offenheit und Geborgenheit.

wittmann.at

Fotos: beigestellt

76 falstaff LIVING 03 / 20


Kompakt wie die Westentasche

Die Symbiose aus Funktionalität

und kleinem Coffeetable nennt

sich bei Potocco »Pocket«. Und

ja, Platz zum Verstauen gibt es

im zweiteiligen Allrounder auch.

potocco.it

»Natürlich ist es leichter, sich in eine große, schöne

und mit einer Terrasse ausgestattete

Wohnung zurückzuziehen, in der man sowohl

Geselligkeit genießen als auch Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten

finden kann«, sagt die Wiener

Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern, die

gemeinsam mit ihrem Mann Matthias Horx das

Zukunftsinstitut mit Sitz in Wien und Frankfurt

leitet und die vor ein paar Wochen unter

diezukunftnachcorona.com einen eigenen

Corona-Blog gestartet hat. »Aber auch in

kleineren Wohnungen und weniger privilegierten

Wohnsituationen hat man Möglichkeiten, den

Raum zu gestalten und entsprechende unterstützende

Rituale einzuführen.«

Einer der wichtigsten Schritte, so Horx-

Strathern, sei das neue, unvoreingenommene

Kennenlernen der vermeintlich gewohnten

Wohnräume. Dazu zählt der Blick in Ecken und

Nischen, das Aufstöbern von Unbekanntem, das

Hinauskramen längst vergessener Dinge. »Vielleicht

gibt es im Abstellraum eine Holzkiste, die

ich als Beistelltisch im Wohnzimmer oder auf

dem Balkon verwenden kann, vielleicht findet

sich im Keller ein alter Sessel, den ich als Küchenstuhl

reaktivieren kann, und vielleicht sind es einfach

nur Textilien und Accessoires, die ich nun

mit einem anderen Auge betrachte.«

Sie selbst, erzählt sie im Telefon-Interview,

habe im gesamten Haus Möbel verrückt, Tische

umgestellt und sämtliche Kissen und Decken

miteinander vertauscht. »Auch dann,

wenn die Farben nicht zusammenpassen, wenn

der Tisch aus der Werkstatt plötzlich im

Schlafzimmer steht, wenn es gerade nicht so

super harmoniert, wie man es sonst gewohnt

ist.« Doch damit sei das Spektrum noch lange

nicht ausgeschöpft, so Horx-Strathern, und

zählt auf: Bilder und Fotografien an die Wand

hängen, Upcycling-Experimente machen, Dinge

reparieren, Blumen kaufen, Alltagsrituale

einführen. »Wir wohnen zu sechst und haben

mit Beginn der Corona-Krise angefangen, unsere

Stammplätze am Esstisch aufzugeben und

jeden Tag in einer anderen Konstellation zu

Abend zu essen. Bei sechs Personen im Haushalt

ergibt das 120 unterschiedliche Sitzvarianten.

Der Fantasie sind wirklich keine Grenzen

gesetzt!«

Was Möbel, Formen, Farben, Materialien

und Ornamente betrifft, meint der Wiener

Möbel- und Produktdesigner Thomas Feichtner,

könne man sich an sommerlichen Farben

sowie beispielsweise an skandinavischem

Design orientieren. »Während wir uns im

Winter gerne mit Fellen, Kerzenschein und >

Kredenz für Fred Feuerstein

Die »Colina Credenza« von Kelly

Wearstler besticht durch organisches,

monolithisches Design. Jedes Stück

wird in Los Angeles aus weißem

Harz mit einem gipsartigen Finish

handgefertigt. Ab 28.000 Euro.

kellywearstler.com

03 / 20

LIVING

falstaff

77


design / COCOONING

>

gedeckten Farben umgeben, empfehle ich,

im Frühling auf jene Farben zu setzen, die sich

im Scandi-Look und in der mediterranen

Architektur bewährt haben: Weiß, Hellblau,

warme Grautöne, helles Holz, kühle Steinböden,

luftig leichte Stoffmuster und natürliche,

authentische, haptisch ansprechende Materialien

bei den Accessoires.«

Vor allem aber, so Feichtner, gehe es in dieser

Zeit des stillen Rückzugs darum, zur eigenen

Authentizität zurückzufinden und sich zu

überlegen, was einem wirklich guttut und wie

man das eigene Wohlbefinden fördern und

stärken kann. »Ich denke, die Zeit der Repräsentation,

des Bling-bling-Wohnens und der

20 Prada-Handtaschen in der Garderobe ist

jetzt einmal vorbei. Wir sind nun vor die Aufgabe

gestellt, uns mit uns selbst zu beschäftigen

und uns die Frage zu stellen, wie wir wirklich

wohnen und unser Leben gestalten möchten.

Besser kann man diese Zeit des Rückzugs und

der Besinnung auf die wahren Werte im Leben

nicht nutzen. Alles andere hat bis auf Weiteres

an Relevanz verloren.«

Stay at Home!

Der bequeme Fauteuil

mit dem programmatischen

Namen »Stay« ist ein Entwurf

des Studios Storagemilano

und orientiert sich an den

heimeligen Fünfzigerjahren.

potocco.it

Als Beispiel nennt Feichtner die Beobachtung,

dass in seinem Bekanntenkreis selbst Pflanzenhasser

angefangen hätten, sich dem Hygge und

Cocooning hinzugeben und am Balkon oder

am Fensterbrett Samen zu setzen und sich um

Pflanzen zu kümmern. »Es muss ja nicht gleich

eine exotische Orchidee sein. Ein Salathäuptel

und eine Tomatenstaude tun’s auch.« Das

Pflanzenbeispiel sei durchaus stellvertretend

für unser Bauen und Einrichten zu verstehen:

Denn während das Wohnen in den letzten Jahren

mehr und mehr zur chicen Installation mit

ebenso chicen, zeitgenössischen Möbelstücken

aus dem High-End-Katalog avancierte, meint

der Designer, sei jetzt die Zeit, sich wieder auf

innere Werte zu besinnen. »In gewisser Weise

bringt uns die Corona-Krise ein bisschen Retro,

ein bisschen Nostalgie, ein bisschen Biedermeier

zurück.«

Fragt sich nur: Was wird auf lange Sicht von

alledem bleiben? Oder wird Corona einfach

nur als kurzer Augenschlag des Jahres 2020 in

die Geschichte eingehen? In diesem Punkt sind

sich Designer, Soziologe und Zukunftsforscherin

einig: Wir werden in Zukunft mehr Zeit zu

Hause verbringen, wir werden weniger Business-Reisen

unternehmen, und wir werden die

eine oder andere Arbeitsaufgabe im Homeoffice

erledigen und mit digitalen Tools kommunizieren.

Auf diese Evolution wird nicht

nur die Möbelbranche reagieren müssen. Eine

große Aufgabe steht hier vor allem dem Architektur-

und Immobiliensektor bevor, der dank

Corona seine auf Kompaktheit und Effizienz

getrimmte Baukultur überdenken wird müssen.

Die Krise hat uns bewiesen, wie wichtig

schönes, respektvolles, menschenwürdiges

Wohnen für unser Wohlbefinden und für unser

multifunktionales Agieren ist. Wer sich im

epikureischen Sinne auch in Zukunft mal für

ein paar Tage zurückziehen möchte, tut dies

lieber im Sinnlichen und Ästhetischen.

<

Hingucker und Hingreifer

Pierre Augustin Rose steht in der

Möbelbranche für Gemütlichkeit

und Geborgenheit. Die neue

Deckenleuchte »Eole« aus Gips

ist ein absoluter Hingucker und

Hingreifer. Man kann kaum

die Finger davon lassen.

pierreaugustinrose.com

Fotos: Klaus Vyhnalek, beigestellt

78 falstaff LIVING 03 / 20


OONA HORX-STRATHERN,

1963 in Dublin geboren, ist Journalistin,

Autorin und Zukunftsforscherin.

Gemeinsam mit ihrem Mann Matthias Horx

arbeitet sie für das Zukunftsinstitut

mit rund 35 Mitarbeitern in Wien und

Frankfurt. Zuletzt erschienen ihre Bücher

»Wir bauen ein Zukunftshaus. Ein Familiendrama

in drei Akten« und »Die Visionäre.

Eine kleine Geschichte der Zukunft«.

Seit März betreibt sie mit ihrer Familie

einen eigenen Corona-Blog auf

diezukunftnachcorona.com.

DIE WICHTIGSTEN DOs & DON’Ts –

SOMMERLICHES COCOONING

IN 12 PUNKTEN

Nimm das Buch von Marie Kondo zur

Hand, das du zu Weihnachten geschenkt bekommen

und in das du wahrscheinlich niemals einen

1.Re-Hygge!

Blick geworfen hast, und fang an aufzuräumen und

auszumisten. Spüre, was dir Freude macht und was

nicht – und schon bald wirst du nicht nur dein Heim

aufräumen und reparieren, sondern auch dich selbst!

dein Homeoffice! Das Teleworken

wird uns hoffentlich auch in Zukunft erhalten

2.Verbessere

bleiben, wenn die Unternehmen mehr

Flexibilität ermöglichen. Gestalte dir daher einen

ergonomischen und achtsamen Arbeitsplatz.

Und: Raus aus dem Pyjama!

zu Hause und bleib fit! Verstaue deine

Gewichte und Fitnessmatten in Sichtweite

3.Bleib

deines Schreibtischs! Das ist eine gute

Erinnerung an regelmäßige Fitness-Pausen.

dein eigenes Post-Corona-Geschenk!

Wer das Coronavirus in sich trägt, verliert

4.Pflanz

teilweise den Geruchssinn, also reicht schon

ein Blumentopf mit Erde für einen Test. Wenn die

Tomaten eines Tages reif sind und die Blumen duften,

kannst du nostalgisch zurückblicken und darüber

reflektieren, wie sich seit Corona alles verändert hat.

vegan! Dekoriere einen Raum mit veganen

»Heldenmaterialien«, also ohne Leder, ohne

5.Go

Wolle, ohne Seide, ohne Federn. Ein

interessantes Experiment auch für Nichtveganer!

Nimm all deine Prints, Fotos,

Bilder, Gemälde von den Wänden und aus

6.Eremitage-Stil:

den Kisten, misch sie neu und bring sie in der

Petersburger Hängung – also in spannenden

Clustern – an der Wand an. Das hilft, das

Leben nach Corona neu zu kuratieren.

Suite Home: Wenn es ein Hotel gibt,

wo du gerne hinfahren möchtest, aber wegen

7.Home

Corona oder der Finanzen nicht kannst, nimm

Bilder von der besten Suite und finde einen Weg,

diesen Stil zu Hause zu reproduzieren! Möbel aus

dem Keller könnten dabei helfen.

Küche: Koche etwas, das

du noch nie zuvor gekocht hast! Etwas aus

8.Autobiografische

dem Rezeptbuch deiner Großmutter oder sogar

das Lieblingsessen aus deiner Kindheit. Und dann

kreiere ein neues Rezept für dein künftiges Selbst!

Wir verbringen nun viele Stunden

in der Küche. Der perfekte Zeitpunkt also

9.Dekantieren:

für ein Upgrade für Essig, Öl und Spülmittel.

Am besten eignet sich dafür eine alte Karaffe vom

Flohmarkt. Unglaublicher Design-Effekt in der Küche!

dich von der Nasszelle!

Selbst ein ganz kleines Badezimmer

10.Verabschiede

gewinnt mit Bildern, Topfpflanzen und

einem waschbaren Designteppich an Schönheit.

oder Co-Living? Während

viele von uns in der Isolation vereinsamen,

11.Corona-Living

ist vielleicht gerade jetzt der perfekte

Zeitpunkt, um über das Leben mit anderen Menschen

nachzudenken. Die individuelle Community, in der man

selbstbestimmt lebt, aber Räume und Funktionen

teilt: Ist das etwas für dich?

statt Prognose: Schmiede nicht

immer Pläne für die Zukunft, sondern auch

12.Regnose

aus der Zukunft heraus für heute! Versetze

dich in deine Wohnung im Jahr 2021 und arbeite von

dort aus rückwärts: Was habe ich seitdem gekauft?

Wie hat sich alles verändert? Und was könnte daher

der nächste kleine Schritt sein?

03 / 20

LIVING

falstaff

79


design / POOLS

POOL

& THE

Spieglein, Spieglein

Pools, die als dunkle Reflexionsbecken

konzipiert sind, spiegeln

elegant Architektur und Umgebung

wider. Das »Shimao Longyin

Leisure Center« in der

chinesischen Metropole

Suzhou zeigt, wie man

fernöstliche Architektur-

Weisheiten in Einklang bringt.

lacime-sh.com

Foto: Schran Images

80

falstaff

LIVING 03 / 20


GANG

Alles fließt? Ja, aber es verschmilzt auch. Vor allem bei

der Swimmingpool-Planung. Denn die Badeoasen werden

in der Architektur immer öfter zum integralen Bestandteil

des Wohnens und verbinden dabei Außen- und Innenbereiche.

LIVING hat die Beispiele dafür. TEXT MANFRED GRAM

03 / 20

LIVING

falstaff

81


design / POOLS

Dachpool statt Dachstuhl

Der gläserne Pool auf dieser maltesischen

Dachterrasse dient gleichzeitig

als Schwimmbecken und als

Lichtquelle für den Wohnbereich

darunter. So geht Transparenz.

architrend.it

Das gegenwärtig wertvollste Gemälde

eines lebenden Künstlers ist 90,3 Millionen

Dollar wert. Es stammt vom

britischen Kunstsuperstar David

Hockney, wurde Anfang der 1970er gemalt

und heißt »Porträt eines Künstlers – Pool mit

zwei Figuren«. Hockney malte ausgesprochen

gerne Swimmingpools und hat das prototypische

Bild, das man sich von Pools so macht,

maßgeblich geprägt und weitergetragen. Ein

Pool ist im kollektiven Gedächtnis vorwiegend

rechteckig, vor allem aber blau und riecht nach

Chlor. Davon entfernt man sich aber sukzessive.

Denn ein eigener Pool ist und war immer

auch mehr. Er ist Symbol für Lebenslust, Hedonismus

und Freiheit. Oder – wenn man

noch eines draufsetzen möchte – die Möglichkeit,

die Urgewalt des Elements Wasser zu zähmen.

Im besten Falle so, dass Wasser und

Architektur Hand in Hand gehen, um zu einem

Ganzen zu verschmelzen.

REFLEXIONEN

Ein großartiges Beispiel, wie so etwas aussehen

könnte, demonstriert das Architekturbüro

Lacime Architects aus Shanghai. Es hat in der

chinesischen Millionenmetropole Suzhou das

Shimao Longyin Leisure Center umgesetzt.

Zentral dabei sind die dunklen Reflexionspools,

die elegant das Licht brechen und die

Architektur der Gebäude mit ihren Stein-,

Metall- und Glasfassaden spiegeln. So wird

das Freizeitzentrum zu einer zeitgemäßen

Hommage an die berühmten klassischen Gärten

von Suzhou, die als Meisterwerke der botanischen

Künste gelten und zum UNESCO-

Weltkulturerbe zählen. Nebenbei werden in

diesem Gebäudekomplex Außen- und Innenbereiche

zu einer harmonischen Einheit.

»Ein harmonisches Zusammenspiel aus Wasser

und Wellness, Outdoor- und Wohnbereich

erfreut sich bei unseren Kunden immer größerer

Beliebtheit«, erzählt auch Lukas Poinstingl

von der Poolmanufaktur Leidenfrost und ergänzt:

»Mit einem Poolbau steht man vor einer

kompletten Neuanlage seiner Gartensituation

– und die sollte wohlüberlegt sein.«

Das B House von Architrend Architecture

stellt unter Beweis, dass die Gesetze der Harmonie

für alle Outdoorbereiche gelten. Das

italienische Studio hat auf Malta, unweit der

Hauptstadt Valletta, ein historisches Gebäude

renoviert und auf der Dachterrasse einen Glaspool

integriert. Ein cleverer Schachzug, denn

so strömt nicht nur natürliches Licht ins Innere

des Hauses, sondern man genießt beim

Schwimmen im gläsernen Becken auch einen

fantastischen Ausblick über die Stadt.

NEUE NATÜRLICHKEIT

Eigene Swimmingpools, egal ob im Garten oder

auf der Dachterrasse, scheinen tiefe Bedürfnisse

Fotos: Moreno Maggi, Juri Troy Architects, KIE

82 falstaff LIVING 03 / 20


Oh bio mio

Mit Naturpools setzt man ein Ökostatement

und sorgt dafür, dass

man im Winter kein trauriges, leeres

Becken im Garten stehen hat. Das

L-Haus in Purkersdorf hat diesen

Ansatz perfekt umgesetzt.

juritroy.com

»Wir haben beobachtet, dass die Pool- und Wasserflächen

kleiner werden. Oft will man auch bei wenig Platz nicht auf

eine kleine Wasserfläche verzichten und errichtet dann eben

Mini-Pools mit einer Gegenstromanlage.«

JURI TROY Architekt

und Sehnsüchte zu stillen. Der Pool ist dabei

mehr als ein Statussymbol und mittlerweile

zu einer Art Oase und Ruhepol avanciert. Und

zu einem sicheren Rückzugsort, vor allem in

Zeiten der Corona-Krise. Auf die Größe kommt

es dabei nicht mehr unbedingt an. »Wir haben

beobachtet, dass die Pool- und Wasserflächen

kleiner werden«, erzählt der preisgekrönte

Architekt Juri Troy. »Das hat aber auch mit den

Grundstücksgrößen zu tun. Oft will man auch

bei wenig Platz nicht auf eine kleine Wasserfläche

verzichten und errichtet dann eben

Mini-Pools mit einer Gegenstromanlage.«

Großzügiger konnte Juri Troy allerdings bei der

Planung des L-Hauses in Purkersdorf vorgehen.

Man entschied sich hier, einen Naturpool mit

zwei verschiedenen Wassertiefen anzulegen.

Eine optimale Lösung, denn: »Die Bauherren

wünschten sich eine Wasserfläche, die auch im

Winter nicht leer steht«, so Troy. Jedenfalls bilden

hier Pool, Terrasse und Garten eine fein

aufeinander abgestimmte Einheit.

>

Runde Sache

Im Butterfly House auf Bali

hat man ein rundes Becken ums

Haus angelegt. Wer in diesem

Energiekreis schwimmt, kommt

auch beim Wohnbereich vorbei.

alexisdornier.com

03 / 20

LIVING

falstaff

83


design / POOLS

Wohnen mit Wasser

Gleich drei Becken wurden bei

diesem Projekt in Seattle im und

ums Haus integriert. Ein Pool

für Sport, ein Jacuzzi und ein

kleiner Teich im Eingangsbereich

holen das Wasser ins Haus.

garretcordwerner.com

FLIESSENDE ÜBERGÄNGE

Übergangslösung

Beim Viewing Back House in Singapur

kommt man direkt vom Wohnzimmer

über die überdachte Terrasse in den

Pool. Die Lichtreflexionen sind im

Konzept inbegriffen. hyla.com.sg

Feintuning ist vor allem auch dann angebracht,

wenn Pools die Grenzen zwischen

In- und Outdoor verschwimmen lassen.

Und dies kann auf höchst unterschiedliche

Weise geschehen. Der deutsche Architekt

Alexis Dornier, der seit gut sieben Jahren vor

allem auf Bali Projekte umsetzt, zeigt mit dem

Butterfly House, wie man ein halbrundes Becken

anlegt, das großzügig um und ins Haus

führt. Und auch das amerikanische Architekturbüro

Garret Cord Werner kleckert in dieser

Hinsicht nicht. In Seattle, direkt am Lake

Washington, wurde ein Projekt ganz im Zeichen

des Wassers konzipiert und umgesetzt.

Dabei sieht man nicht nur auf den See, sondern

hat in die Architektur ein Sportbecken,

einen Jacuzzi und ein kleines Reflexionsbecken

im Foyer integriert, wodurch die Wohnbereiche

gleichermaßen getrennt und

verbunden werden.

Swimmingpools und wie sie mittlerweile

in der Architektur eingesetzt werden, all das

hat sich gewandelt. Eckiges wurde rund, was

früher abgetrennt und draußen war, hat

sich Wohnraum erobert. Wäre nur noch

interessant zu wissen, wie David Hockney

das heute malen würde. <

Fotos: Benjamin Benscheider, Brad Newoton

84 falstaff LIVING 03 / 20


» Wir stehen auf Urlaub

»

im

Wir

eigenen

stehen

Garten.

auf

30 Jahre Garantie.

Wenn Sie auf Handarbeit Made in Austria vertrauen,

exklusives Design schätzen und kompromisslose

Qualität erwarten, werden Sie auf Leidenfrost Pools

mit 30 Jahren Garantie stehen. www.leidenfrost.at


design / HOMEOFFICE

UND PLÖTZLICH

HOMEOFFICE

Wohnen im Büro oder arbeiten von zu Hause? Trotz Schwierigkeiten im

täglichen Arbeitsprozess wird das Homeoffice auch nach der Krise einen

höheren Stellenwert einnehmen als bisher und mehr denn je in unseren

Wohnbereich integriert sein. Eine große Challenge für Unternehmen und

ein wichtiger Markt für die Möbel-Branche. TEXT ANGELIKA ROSAM ILLUSTRATIONEN KATJANA LACATENA

86 falstaff LIVING 03 / 20


Was bis dato als Privileg für Arbeitnehmer

und als großzügiges Entgegenkommen

des Arbeitgebers

galt, wurde Alltag und Realität:

Das Homeoffice ist dank Corona zu unserem

neuen Arbeitsplatz avanciert – zwangsverordnet

und ohne große Vorankündigung, ob man wollte

oder nicht. Schlabberlook und Jogginganzug

also statt Businessanzug und Designer-Kostüm.

Keine Flucht mehr vor dem quengelnden Nachwuchs

oder dem nervenaufreibenden Ehepartner.

Die eigene Couch, der Wohnzimmertisch

anstatt des großen Schreibtisches und Bürostuhls.

Dort, wo sich früher Kinderspielzeug

oder einfach nur feine Accessoires stapelten,

thronen jetzt Laptop, Handy und Schreibwerkzeug.

Soziale Abgeschiedenheit anstatt fröhliche

Büro-Kommunikation. Erleichterung im Arbeitsalltag

oder Frust? Oder doch vielleicht

beides?

geht man damit zu Hause um? »Innerhalb der

letzten Wochen hat sich die Art, wie Büros und

Teams funktionieren, genauso überraschend

wie radikal verändert«, beschreibt Thorsten

Heiling, Büro-Einrichtungsexperte und Vitra-

Geschäftsführer in Österreich, die Situation.

»Nicht alle, die ihren Arbeitsplatz aufgrund der

Covid-19-Maßnahmen nach Hause verlegen

mussten, waren darauf vorbereitet. Die Realität

sind oft schlechte Internetverbindungen, nicht

vorhandene Soft- und Hardware, Homeschooling

und Ähnliches. Es macht einen großen

Unterschied, ob man sich bewusst für das

Homeoffice entscheidet oder ob man vor vollendete

Tatsachen gestellt wird.« Skepsis macht

sich auch bei der zukünftigen Organisation

breit. »Home office ist wegen der Arbeitsteiligkeit

organisatorisch nicht durchgehend möglich«,

analysiert der Wiener Soziologe Reinhold

Knoll die Lage, »Projekte werden ohne Kon- >

EXPERIMENT HOMEOFFICE

Die Meinungen darüber sind gespalten. Das

populäre Homeoffice, das alleinerziehenden

Frauen bestimmt war oder halbtags arbeitenden

Müttern den Weg in den Berufsalltag erleichtert,

ist zu einem kollektiven und unausweichlichen

Experiment mutiert, dessen Ausgang noch unklar

ist. Denn auch wenn jetzt Woche für Woche

die strikten Maßnahmen der auferlegten

Quarantäne entschärft werden, bedeutet das

kaum den Aufruf, die Laptops zuzuklappen und

den Büroalltag ohne Einschränkungen wiederaufzunehmen.

Das Arbeiten hat fraglos eine

neue Dimension erreicht – aber was bedeutet

das für die Unternehmen? Und vor allem: Wie

03 / 20

LIVING

falstaff

87


design / HOMEOFFICE

Home-Feeling

Wohnliches Büro-

Interior von Tecno

Office Consult – ein

Unternehmen der

Behan+Thurm-Gruppe.

tecno.at

>

takt und Fachgespräch nicht ausführbar. An

die Grenzen des Rationalen stößt man, wenn

vom Arbeitsteam keine klaren Vorstellungen

von den individuellen Funktionen gewonnen

werden und sich Teilnehmer in Vorstellungen

flüchten, die zwischen Sympathie und Antipathie

pendeln.«

VERÄNDERUNG DER ARBEITSWEISE

»Die Arbeitswelt wird nach

der Krise definitiv nicht mehr

dieselbe sein. Die Arbeitsweisen

werden sich verändern, flexible

Arbeitsmodelle müssen

überdacht werden.«

EWALD STÜCKLER GF Tecno Office Consult

Auch wenn es in vielen Bereichen problematisch

erscheint, die Homeoffice-Situation auf längere

Sicht zu bewältigen, so wird ein rasches Umdenken

notwendig sein, um den Arbeitsalltag von

zu Hause aus produktiv zu meistern. Eine Alternative?

Die gibt es derzeit nicht. Ewald Stückler,

CEO von Tecno Office Consult und mit schnelllebigen

Trends in der Arbeitswelt vertraut, bestätigt

die neue Homeoffice-Zukunft. »War vor

der Covid-19-Krise das Homeoffice in einem

Bereich von maximal 5 Prozent angesiedelt,

stehen wir jetzt bei einer Präsenz von über

90 Prozent. Die Arbeitswelt wird nach der Krise

definitiv nicht mehr dieselbe sein. Die Arbeitsweisen

werden sich verändern, flexible Arbeitsmodelle

müssen überdacht werden.« Und

natürlich auch so konstruktiv wie möglich umgesetzt.

»Da auch wir davon ausgehen werden, dass

der Anteil der Arbeitnehmer, die weiterhin vermehrt

im Homeoffice arbeiten, höher sein wird

88 falstaff LIVING 03 / 20


Lounge-Chair »Citizen« von Vitra

Unkonventionell sowie ein überraschendes

Sitzerlebnis – der

»Citizen Chair«, von Designer

Konstantin Grcic für Vitra entworfen.

vitra.com

Fotos: Guenther PEROUTKA/WirtschaftsBlatt/picturedesk.com, Vitra/Photo Studio AKFB

als zuvor«, so Vitra-Geschäftsführer Heiling,

»stellt das den Arbeitgeber vor die Herausforderung,

Selbstverständliches der konventionellen

Zu sammenarbeit digital zu kompensieren, um

auch weiterhin Teamgeist und gemeinsame Zielsetzung

vermitteln zu können. Und zwar ohne

gut durchdachte Architektur, in der Begegnungszonen

eine wichtige Rolle spielen.«

OFFICE MIT WOHN-FEELING

Was bedeuten diese Zukunftsperspektiven nun

für die eigenen vier Wände? Die Veränderung

der Arbeitswelt bringt in Folge auch die Veränderung

der Wohnwelt mit sich. Das improvisierte

Homeoffice, vielleicht jetzt noch in Form eines

kleinen Tisches irgendwo in eine kleine Nische

in der Wohnung gezwängt, soll also aufgewertet

werden, um professionelles Arbeiten so produktiv

wie möglich zu gestalten und angenehmes

Homefeeling zu vermitteln. Neben technischen

Betriebsmitteln wie Laptop, externem Bildschirm,

Drucker, ausreichender Internetverbindung

für Datentransfer und genug Stauraum für

Ordner und Dokumente ist im Falle von kinderreichen

Familien anzuraten, einen eigenen

Raum als Homeoffice zu definieren. »Wichtig ist

weiters«, so Stückler, »dass es für den Arbeitsplatz

ausreichend Tageslicht gibt und einen direkten

Sichtbezug nach außen. Es sollten hier

auch Materialien eingesetzt werden, die sehr

neutral sind und sich gut in das Gesamtbild des

Interieurs für den Wohnbereich einfügen.«

An die Stelle der Heimwerkerbank tritt für

viele Unternehmer nun zwangsläufig das wohnlich

eingerichtete Homeoffice. Was erwartet uns

dann? Videokonferenzen vor geordneten Bücherregalen?

Schreibtische in Design-Optik,

stylishe Büroutensilien, farblich abgestimmte

Blumenarrangements, die mit Tischlampen

umjubelter Interior-Brands korrelieren? Sicher

ist: Wenig genützte Nebenräume dürfen endlich

als neue Arbeitsflächen umgestaltet werden und

fügen sich harmonisch in das restliche Ambiente

ein. Ein neues Wohn-Eldorado, das nicht erst

seit Kurzem Zuspruch findet. Denn der neue,

heimelige Homeoffice-Trend zeichnet sich in der

Branche schon seit einigen Jahren ab. International

anerkannte Interior-Brands wie Maxalto

oder BoConcept integrieren bereits erfolgreich

geschmackvolles Homeoffice-Interior in den

Wohnbereich. Man wolle »klassischem Interior

mit den Anforderungen des modernen Lebens

begegnen«, heißt es in der Führungsebene von

Maxalto, »in dem Details, Gegenstände und

Möbel zusammen neue Identitäten schaffen«.

Der Boom in diese Richtung wird verstärkt,

>

03 / 20

LIVING

falstaff

89


design / HOMEOFFICE

>

da auch Büromöbel-Hersteller auf diesen

Trend aufgesprungen sind und Kreativreichtum

signalisieren. Stückler: »Die Büros der neuen

Generation sind wesentlich wohnlicher konzipiert

als früher, als der Trend eher auf klare

Bürostrukturen ausgelegt war und nicht, wie

jetzt, auf Bürolandschaften. Wir sprechen darum

auch nicht von der klassischen Büroplanung,

sondern von Open Landscape. Hier

verschwimmen die Bereiche Work, Recreation

Areas, Meeting Areas oder Conference Areas.

Fazit: Wohn-Feeling im Büro ist angekommen,

und durch die Krise werden sich viele Möglichkeiten

ergeben, diesen Bereich noch wohnlicher

auszubauen.«

KOMFORT & ENTSCHLEUNIGUNG

Auch Vitra hat sich dem Wohn-Feeling zugetan

und fügt sich mit seinen neuen Kollektionen

ebenso professionell diesem Tenor.

Thorsten Heiling: »Nachdem sich unsere

Haltung zur Arbeit nie auf das klassische Büro

beschränkt hat und wir davon ausgehen, dass

jeder Ort auch ein Arbeitsort sein kann, ist

auch die Range an Produkten und Kollektionen

dementsprechend konzipiert. Die Palette

reicht hier von Klassikern – sie geben Sicherheit

und haben für viele Jahre Gültigkeit – bis

hin zu einer Reihe von Produkten, die Ausdruck

frischer, neuer Ideen sowie ungewöhnlich

und überraschend sind.«

Folgt man der globalen Aussage der Interior-

Trends 2020, ist es offensichtlich, dass die Einrichtung

innovativ sein und verstärkt den

Charakter des Besitzers zum Ausdruck bringen

soll. Man kreiert Orte der Entspannung, die

zur Komfortzone, abgeschottet von der Außenwelt,

mutieren und trotzdem die Voraussetzungen

eines umfassenden und produktiven

Lebensstils geben – warum also nicht auch

das Homeoffice im Home? Der in Los Angeles

lebende Designer Jonathan Olivares, der gemeinsam

mit Vitra für das Projekt WORK tätig

war und seit zwei Jahren von zu Hause arbeitet,

hat sich unlängst nicht unwesentlich zum

Thema Homeoffice geoutet: »Der größte

Vorteil der Heimarbeit ist die Freiheit, die Tage

so zu gestalten, dass man über weite Strecken

nicht abgelenkt wird. Allerdings kann es auch

sehr fruchtbar sein, wenn man dem Geist

eine Pause gönnt. Die Kunst besteht darin,

die richtige Ablenkung zu finden.« <

Home Sweet Home

Vitra vereint modernes

Office-Interior mit

genügend Wohn-

Atmosphäre. Ein Klassiker:

der »Eames Lounge Chair«

– überall passend.

vitra.com

»Nachdem sich unsere Haltung

zu Arbeit nie auf das klassische

Büro beschränkt hat und wir

davon ausgehen, dass jeder Ort

auch ein Arbeitsort sein kann, ist

auch die Range an Kollektionen

dementsprechend konzipiert.«

THORSTEN HEILING GF Vitra Österreich

Fotos: Vitra, beigestellt

90

falstaff

LIVING 03 / 20


design / NEWS

Mailand muss weitermachen«, so der

Appell von Bürgermeister Giuseppe

Sala am 25. Februar dieses Jahres,

als sich abzeichnete, dass der Salone

del Mobile im April nicht würde stattfinden

können. Denn schon im Februar war Norditalien

das europäische Corona-Epizentrum. Man

beschloss, den Großevent um zwei Monate auf

den 16. Juni zu verschieben. Die Reaktionen

der Designwelt reichten von Verständnis bis zu

Protest.

VOLLBREMSUNG

Bald darauf zeichnete sich ab, dass auch dieser

Termin nicht zu halten sein würde, als Covid-19

zur globalen Pandemie wurde. Als der

Salone del Mobile am 27. März bekannt gab,

dass der Event erst im April 2021 stattfinden

würde, überraschte das kaum jemanden. Die

wirtschaftlichen Konsequenzen waren unabsehbar,

zumal der Salone mit seinen knapp

400.000 Besuchern einen Umsatz von

120 Millionen Euro verzeichnet, plus 250 Millionen

Euro für Hotellerie, Gastronomie und

Begleitprogramme. Eine Vollbremsung für

viele, die sich monatelang auf den Höhepunkt

des Designjahres vorbereitet hatten.

>

Foto: Alessandro Grassani/NYT/Redux/laif

92

falstaff

LIVING 03 / 20


SALONE

IMMOBILE

Stillstand in Mailand: Die wichtigste Möbelmesse, der Salone del Mobile, wurde

aufgrund der Corona-Pandemie 2020 abgesagt. Was bedeutet das für die Teilnehmer

aus der Designwelt? Wir haben uns umgehört und sind auf Verständnis

und vorsichtigen Optimismus gestoßen. TEXT MAIK NOVOTNY

Fuori Alone

Wo sich sonst die Designwelt

in Mailands Gassen und Höfen

drängt, herrscht 2020 wie auf

der ganzen Welt geisterhafte

Shutdown-Stille.

03 / 20

LIVING

falstaff

93


design / NEWS

Bei den Organisatoren selbst übt man sich

in Optimismus und betont, dass das 60. Jubiläum

den Salone 2021 zu einem ganz besonderen

machen werde. Auch einige der besonders

hart getroffenen lokalen Designfirmen echoten

die Durchhalteparolen des Bürgermeisters.

»Wir sind entschlossen, nicht den Mut zu verlieren«,

so das Familienunternehmen Minotti.

»Wir werden bald wieder mit voller Kraft am

Start sein und den Launch unserer Kollektion

2020 bekannt geben.«

Atem angehalten

Menschenleer auch die Messe in

Mailand. Erst 2021 wird hier der

Salone wieder seine Tore öffnen.

> »Wir erachten es als menschlich unpassend, in dieser Situation

konzeptuelle Neuheiten zu präsentieren, wenn viele unserer

Geschäftspartner um ihre Projekte bangen.«

MICHAEL VASKU UND ANDREAS KLUG Preciosa Lighting

Fotos: Alberto Cristofari/CONTRASTO/laif, Kettal

SOLIDARISCHE IDEE

Society Limonta, deren Store im Stadtviertel

Brera ein Fixpunkt des Fuorisalone war,

reagiert mit einer solidarischen Idee: Kunden

können sich online von den Storemanagern

durch die Kollektion führen lassen. Ergeben

sich daraus Umsätze, so gehen 20 Prozent

davon an eine Organisation, die italienische

Spitäler unterstützt.

>

Bessere Zeiten

Der Messestand von

Kettal auf dem

Salone del Mobile 2019.

kettal.com

94 falstaff LIVING 03 / 20


SYMBOLBILD

N E U E P E R S P E K T I V E N

D E S W O H N E N S I N 1 0 1 0 W I E N

WOHNUNGEN IM EIGENTUM

FRANZ-JOSEFS-KAI 51

DOORMAN . LOUNGE . SERVICES

VORMERKUNGEN UNTER +43 1 596 60 20

ODER INFO@KAYSER.WIEN

WWW.KAYSER.WIEN

EIN PROJEKT VON


design / NEWS

>

Verständnis prägt die Reaktionen der europäischen

Salone-Teilnehmer. »Unser Unternehmen

ist bestrebt, so weit es in unserer Macht steht,

die Ausbreitung der Epidemie zu verlangsamen.

Daher unterstützen wir natürlich die Entscheidung

des Salone del Mobile, die Ausstellung

abzusagen«, so der Sanitärhersteller Laufen in

einem Statement.

DIGITALE KANÄLE

Doch für den Produktlaunch einer neuen Kollektion

lässt sich schwer ein ganzes Jahr lang die

Pausetaste drücken. Bei Vitra weicht man daher

auf alternative Routen aus, wie Österreich-Geschäftsführer

Thorsten Heiling erklärt: »Da die

Messe 2020 nicht stattfinden kann, präsentiert

Vitra die Neuheiten der Herbstkollektion ab

Ende April 2020 weltweit in den lokalen Schauräumen

und auf den digitalen Kanälen.«

Andere richten den Blick über die Branche hinaus

auf die Gesamtwirtschaft, in der momentan

alles in der Schwebe ist: »Der Salone ist für uns

das wichtigste Event im Jahresverlauf der Design-

Welt«, sagen Michael Vasku und Andreas Klug,

»Vielleicht bietet die Zwangspause auch Chancen, weil uns

bewusst wird, dass wir uns mehr um die Menschen kümmern

sollten, die uns wirklich wichtig sind.«

HARTMUT ROEHRIG Wittmann Möbelwerkstätten

die Creative Directors von Preciosa Lighting.

»Jedoch ist dieser Ausfall zu vernachlässigen, verglichen

mit den Folgen für unsere Zielbranchen,

von denen Hospitality den größten Teil ausmacht.

Selbst vor Covid-19 zeigten die Prognosen der

nächsten Jahre keine prosperierende Tendenz.«

Die Entscheidung über die Vorstellung der neuen

Produkte behält man sich hier für später vor.

»Wir erachten es auch als menschlich unpassend,

in dieser Situation konzeptuelle Neuheiten zu

präsentieren, wenn viele unserer Geschäftspartner

um ihre Projekte bangen und Probleme haben,

ihre Teams und Angestellten zu halten.«

Angesichts einer Krise, die alle Bereiche des

Lebens umfasst, sei ein rein marktwirtschaftliches

Denken momentan fehl am Platz, resümiert Hartmut

Roehrig, CEO von Wittmann Möbelwerkstätten.

»Vielleicht bietet die Zwangspause auch

Chancen, weil uns bewusst wird, dass wir uns

mehr um die Menschen kümmern sollten, die

uns wirklich wichtig sind. Vielleicht war der Salone

schon zu groß, zu schnelllebig, vielleicht hat

man sich zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Wir

haben uns vorgenommen, noch mehr Nähe zu

unseren Partnern im Handel zu suchen. Dafür

bereiten wir auch digitale Tools vor, wie zum Beispiel

einen virtuellen Messestand, mit dem wir in

Augmented Reality genau das zeigen, was wir in

Mailand auch gezeigt hätten.« Man sieht: Not

macht nicht nur erfinderisch, sondern auch solidarisch.

Keine schlechten Voraussetzungen für

einen Neubeginn.

<

Stile italiano

Stolz und unbeugsam:

bunte Lebensfreude

auf dem Stand von Driade.

driade.com

Foto: Matteo Carassale

96 falstaff LIVING 03 / 20


WAREMA Markisen schaffen

FreiRaum

für Fantasie.

Endlich finden Sie draußen einen Platz, an dem Sie Ihrer Fantasie

freien Lauf lassen können. WAREMA Premium-Markisen verwandeln

Ihre Terrasse oder Ihren Balkon in einen Ort, an dem Visionen wahr

werden. Dafür wird jede Markise individuell nach Ihren Vorstellungen

in Deutschland angefertigt. #MeinFreiRaum

Jetzt FreiRaum entdecken auf warema.at/astronaut

Der SonnenLicht Manager

*Alle Teilnahmebedingungen online unter www.warema.at/cashback


design / BEAUTY-KULT

KULT STÜCK

MARC NEWSON

Der 56-jährige Australier zählt mit seinem

oft futuristischen Stil zu den einflussreichsten

Designern unserer Zeit. Er

kreiert neben Möbeln und Schmuck

auch immer wieder zeitgenössische

Preziosen für Louis Vuitton, beispielsweise

die Duftkerze »L’Air du Jardin«

oder eine Neuinterpretation des kultigen

Monogramm-Koffers.

Gegensätze ziehen sich an

Meisterparfumeur Jacques

Cavallier Belletrud setzt auf

den romantischen Duft von

Jasminblüten und Mairosen,

der vom puristischen Flakon

konterkariert wird.

louisvuitton.com

PERFECT PURISM

Mitte Februar konnte man noch nicht

absehen, dass die LVHM-Fabriken

in Italien und Frankreich Desinfektionsmittel

und Schutzbekleidung

für medizinisches Personal herstellen würden.

Doch dann kam die Pandemie und der Rest ist

lebendige Geschichte. Wer Louis Vuittons Duft-

Neuauflage »Heures d’Absence« noch vor dem

Lockdown ergattern konnte, darf sich zu den

Glücklichen zählen. Das Modehaus lancierte diesen

Duft als allererstes Parfum des Hauses bereits

1927, der Name ist eine Hommage an den gleichnamigen

Landsitz der Familie Vuitton. Auch das

Design des Flakons lässt das Liebhaber-Herz höherschlagen:

Die klaren Linien geben ein elegantreduziertes

Statement ab – für Kenner ist die

Handschrift Marc Newsons schnell erkennbar.

Besonders reizvoll: Der Louis-Vuitton-Schriftzug

ist ins Glas eingraviert und wird nur bei speziellem

Lichteinfall sichtbar.

Planänderung

Der LVMH-Konzern fertigt

auf Wunsch von Eigentümer

Bernard Arnault

Desinfektionsmittel statt

Kosmetik und Parfums.

So verwandeln sich Seifenspender

von Dior in kleine

Lebensretter, die Gesundheitseinrichtungen

kostenlos

zur Verfügung gestellt

werden. lvmh.com

Fotos: Louis Vuitton

98 falstaff LIVING 03 / 20


HOTSPOT / design

HOTEL CONFIDENTIAL

Das Wort »Parilio« steht für eine sonnenähnliche optische Illusion,

und der neueste Hotspot auf Paros macht seinem Namen alle

Ehre. LIVING hat das Boutiquehotel auf der ägäischen Insel

getestet und regt die Vorfreude aufs Reisen an – wir wollen hoffen,

dass Urlaub im Sommer irgendwie doch möglich sein wird.

TEXT KATHARINA WOSCHNY

Tradition

Die Farben der Küste spiegeln sich im

gesamten Komplex wider. Der Einsatz von

Terrakotta, Marmor, weiß getünchtem Stein

und Naturhölzern ist in der kykladischen

Architektur ein Muss.

Spirit

Inspiriert von parischen Klöstern

wurde das weiße Flachdachgebäude

vom Interior Design Laboratorium

im inseltypischen Stil renoviert.

Die Möbel sind größtenteils Maßanfertigungen,

die von lokalen Handwerkern

produziert wurden.

Design

Die Teppiche über den

Betten wurden exklusiv

vom marokkanischen

Designstudio LRNCE

entworfen. Für das richtige

Licht sorgen Lampen aus

dem Hause Toscot und

101 Copenhagen. Die

Ausstattung der Terrassen

stammt von Vincent van

Duysen.

Kunst

Auf dem Anwesen

finden sich zeitgenös sische

Designobjekte

europäischer Künstler

sowie nordafrikanische

Keramiken von LRNCE.

Kulinarik

Chefkoch Alexandros Tsiotinis zaubert im

Restaurant »Mr. E« traditionell parische

Gerichte mit französischem Twist. Serviert

wird nach dem Sharing-Prinzip.

Fotos: claus brechenmacher & reiner bau

Wellness

Imposant: Der großzügige kreuz förmige

Pool ist dem Eingang zugewandt und

bildet das Zentrum des Anwesens. Von

hier hat man einen freien Blick auf die

Akropolis.

Komfort

Eingebettet in die eindrucksvolle

Landschaft von Naoussa befindet sich

das Hotel nur wenige Minuten von

der Nordostküste entfernt. Ab etwa

230 Euro pro Nacht.

Parilio

Kolimpithres, Naoussa Paros

84401, Griechenland

pariliohotelparos.com

03 / 20

LIVING

falstaff

99


design / INTERVIEW

»PRÄZISION

UND SENSIBILITÄT«

Ein besonderes Gespür für Stoffe und Materialien, gepaart mit eindringlicher

Eleganz: Christian Haas zählt zu den herausragenden Designern Europas.

In seiner Wahlheimat Portugal erfährt der 46-jährige Deutsche eine neue

Wertschätzung des Handwerks. INTERVIEW UWE KILLING

Es war Liebe auf den ersten Blick. Vor

sechs Jahren reiste Christian Haas nach

Porto, um dort Porzellanwerkstätten zu

besuchen. Dabei entdeckte er ein Stadthaus

aus dem 19. Jahrhundert, das der gebürtige

Franke schließlich als neues Domizil erwarb.

Zuvor hatte er mit einem Studio in Paris sein

internationales Renommee als Designer von

Leuchten, Porzellan und Möbeln gefestigt. »Paris

war schön«, sagt Haas, »aber in Porto habe ich

mich auf Anhieb wohlgefühlt.« Das vierstöckige

Haus, umgeben von kleinen Haushaltswarengeschäften

und Restaurants, dient Haas als

Studio, die oberen zwei Etagen nutzt er als

Privaträume. Dort erreichte LIVING den Designer

auch telefonisch für ein Gespräch.

LIVING Würden Sie sich eher als sesshaft oder

als nomadenhaft beschreiben?

CHRISTIAN HAAS Vor ein paar Jahren hätte

ich mich wahrscheinlich noch als Nomade bezeichnet.

Ich fühle mich aber in Porto rundum

wohl und werde bis auf Weiteres hier bleiben.

Wir erleben gerade eine intensive Zeit des

Rückzugs in die privaten Räume. Wird diese

Phase das Interior Design beeinflussen?

Nicht direkt, aber die Wertschätzung für

die eigenen vier Wände wird durch diese

kollektive Erfahrung sicherlich zunehmen.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Räume

individueller und lebenswerter werden und

sich das Repräsentative hoffentlich ganz

verabschiedet.

Ihr Studio besteht seit 20 Jahren. In diese Zeit

fallen Umzüge von München über Paris nach

Porto. Hatten diese Ortswechsel Einfluss auf

Ihre Arbeit?

Mein Blick hat sich dank der unterschiedlichen

Kulturen, in die ich eingetaucht bin, internationalisiert

und sicher erweitert.

Was war Ihr erstes Design-Produkt, an das

Sie sich erinnern?

In meiner Kindheit gab es in Erlangen einen

Laden mit skandinavischem Design, in dem

meine Mutter gerne einkaufte. Ich habe ihr beim

Aussuchen geholfen. Und ich erinnere mich gut

an das »Snowball«-Votiv von Kosta Boda und die

»Rosenthal«-Sammelteller von Wiinblad.

Warum haben Sie sich für ein Design-Studium

in München entschlossen?

>

Inwieweit entspricht Ihr Haus Ihrem Wohnideal?

Zu hundert Prozent. Ich brauche bei Einrichtungen

immer auch das Gefühl von Improvisation.

Möbel und Accessoires dürfen nicht

statisch wie ein Korsett sein. Es sollte immer

Platz für Veränderung und Adaption geben.

Kunstgefäß

Schon ohne Blume ein Schmuckstück: sechs

Varianten der Porzellan-Vase »Collier«, die

Christian Haas mit matter Oberfläche und

reliefartiger Struktur für seinen Langzeitkunden

Villeroy & Boch entworfen hat.

villeroy-boch.at

Fotos: Markus Jans, Luis Espinheira

100

falstaff

LIVING 03 / 20


Südlicht

Feinsinnig und vielseitig: Christian

Haas, geboren 1974 in Erlangen,

eröffnete nach seinem Industriedesign-Studium

2000 in München

sein eigenes Studio, das sich nach

einer Zwischenstation in Paris

seit 2014 in Porto befindet.

christian-haas.com

03 / 20

LIVING

falstaff

101


design / INTERVIEW

Raumgefühl

Erlebbares Design: Sitzmöbel und Objekte von

Christian Haas im Showroom Murkudis 77 –

einer Einrichtung des Berliner Design- und

Fashion-Unternehmers Andreas Murkudis.

andreasmurkudis.com

>

Ich wollte einen kreativen Job ergreifen und

auf jeden Fall in Bayern studieren, nahe der

Heimat (lacht). Industrial Design hat mich

wegen seiner Vielschichtigkeit gereizt. Hätte ich

die Aufnahmeprüfung allerdings nicht bestanden,

dann hätte ich es kein zweites Mal probiert.

Es fehlte mir damals noch an Selbstvertrauen.

Hauspilz

Ein wohnlicher Helfer

in Pilzform, erhältlich in

24 unterschiedlichen

Farben: der hölzerne

Beistelltisch »Amanita«,

eine Neuheit für das

bayerische Unternehmen

Schönbuch.

schoenbuch.com

Gab es einen Plan B?

Ja, Landschaftsarchitekt.

Es gibt in Ihren Arbeiten einen starken Bezug zur

japanischen Kultur. Woher kommt das?

Es war das Schlüsselerlebnis eines fünfmonatigen

Praktikums in Nagoya. Der Aufenthalt

und die Erfahrungen in Japan haben meinen

gestalterischen Horizont extrem erweitert,

wenn nicht sogar maßgeblich mitdefiniert.

Was besitzt die japanische Kultur, was uns

Mitteleuropäern fehlt?

Präzision und Konsequenz in der Ausfertigung.

Und das verrückte Miteinander von

Hightech, Banalität und Tradition.

Ihr Design wird oft als »minimalistisch« beschrieben.

Das impliziert sofort eine gewisse

Kühle. Die sehe ich bei Ihnen nicht. Wie

würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Ich versuche, meine Arbeiten in ihrer gestalterischen

Aussage zu reduzieren, ohne ihnen

die Sinnlichkeit zu nehmen. Eine gewisse

Ernsthaftigkeit und Subtilität wirken außerdem

dem Schnelllebigen entgegen.

Ist es eine Motivation, im Produkt auch die

Rohheit von Materialien erfahrbar zu machen?

Es ist weniger die Rohheit, sondern die

Sensibilität eines Materials, die mich reizt.

Mitfahrer

Flexibler Begleiter: Den »Trolley K6« mit

Schalen aus Nussholz designte Christian

Haas, ein leidenschaftlicher moderner

Nomade, für das Label Tecta, das sich der

Bauhaus-Tradition verpflichtet fühlt.

tecta.de

Fotos: Ana Santl, Schönbuch 2020, HG esch, Laila Pozzo

102

falstaff

LIVING 03 / 20


Leuchttisch

Die »Pleat«-Kupfertische fertigte Haas mit

dem portugiesischen Schmied José Vieira

für das Mailänder Kollektiv Doppia Firma

(»doppelte Signatur«), das Designer und

Handwerker zusammenführt.

doppiafirma.com

Steinmetze, die vielerorts leider verschwunden

sind. Und diese Handwerkskünstler fordern

meine Kreativität heraus.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Ich kenne ein Paar, das sich weit in seinen

Achtzigern befindet und eine ansonsten nicht

mehr praktizierte Flechttechnik beherrscht.

Der Kontakt lief über »Passa ao Futuro«, eine

bemerkenswerte, von Astrid Rovisco Suzano

und Fatima Durkee gegründete Initiative, die

sich um die Katalogisierung dieser Handwerkstechniken

bemüht. Ich bin nicht nostalgisch,

aber wenn das Know-how erst mal

verloren ist, dann ist eine Reanimation recht

unwahrscheinlich. In der Diversität und Vielfalt

sehe ich generell eine Bereicherung. Und

alte Handwerkstechniken sind Teil unserer

Kulturgeschichte.

Wie lassen Sie diese Handwerkskunst in Ihrem

Design aufgehen?

Ich versuche, ihr im Heute Relevanz zu

ver leihen, indem ich das Material und die

Verarbeitungstechnik wirken lasse,

ohne das Design zu überfrachten.

Leichtgewicht

Mediterranes Flair auf zarten Beinen: Der

Konsolentisch »Juste« für die Marke Schönbuch ist

geprägt von einer in Italien handgefertigten

farbigen Keramikplatte und erhältlich in drei Größen.

schoenbuch.com

Ihr größter Traum?

Den habe ich mir, ehrlich gesagt,

mit dem Umzug nach Portugal

schon erfüllt.

<

Inwieweit hat das neue Nachhaltigkeitsbewusstsein

Ihre Arbeit beeinflusst?

Das ist eigentlich nicht neu für mich, da mir

ästhetische und qualitative Langlebigkeit von

Materialien schon immer am Herzen lag. Ohne

emotionale Bindung zu einem Produkt wird es

schnell austauschbar und beliebig. Diese Bindung

herzustellen sehe ich als eine meiner

Aufgaben. Dabei haben das Industrielle wie

das Manufakturhafte ihre Berechtigung. Allerdings

wird der Kunde in Zukunft verstärkt

wissen wollen, unter welchen Bedin gungen

für Mensch und Natur ein Produkt gefertigt

worden ist.

Komfortzone

Die Symbiose von Skandi-Look und

japanischem Purismus: das Sofa

»Elephant« aus hochwertigem Kastanienholz

und recyceltem Polyester

für das edle Öko-Label Karimoku

New Standard aus Tokio.

karimoku-newstandard.jp

Hat sich Ihr Blick auf traditionelles Handwerk

verändert?

Mich interessiert nach wie vor die klassische

industrielle Fertigung, aber genauso die unmittelbare

Zusammenarbeit mit Handwerkern. Im

Großraum Porto gibt es noch viele Schreiner,

Metallgießer, Korbflechter, Keramiker oder

03 / 20

LIVING

falstaff

103


design / UMSTRITTENE ARCHITEKTUR

Foto: Shutterstock

104

falstaff

LIVING 03 / 20


FASCINATING

UGLINESS

Der Eiffelturm wurde einst als sinnlos und monströs

verunglimpft, das Loos-Haus am Michaelerplatz als

»Scheusal von einem Haus«. Warum wir es oft auch

lieben, Architektur zu hassen: ein Für und Wider.

TEXT NICOLA AFCHAR-NEGAD

STÖCKELSCHUH-KIRCHE, CHIAYI, TAIWAN

»Wir leben in einer Zeit, in der wir vom Scheitern fasziniert sind«,

sagt Eugene Quinn, Initiator der »Vienna Ugly«-Tours. Ein Gebäude

wie diese beliebte Hochzeitskirche in Taiwan kann Österreich

aber nicht bieten. Das gibt’s nur in Asien. Die Erbauer des blauen

Glasschuh-Monstrums erklärten, mit dem Gebäude an die Opfer

der Schwarzfuß-Krankheit erinnern zu wollen.

03 / 20

LIVING

falstaff

105


design / UMSTRITTENE ARCHITEKTUR

THE ELEPHANT BUILDING, BANGKOK

Was soll man dazu sagen – außer: Warum? Die schönsten Hochhäuser

der Welt werden Jahr für Jahr prämiert, aber dieses Exemplar aus

Thailand spielt irgendwie in einer ganz eigenen Liga. Das Mixed-Use-

Gebäude schafft immerhin einen Rekord: Es ist eindeutig der größte

Elefant der Welt – 102 Meter, um genau zu sein.

Er wolle für Bundesgebäude mehr klassische

Architektur und keinen Brutalismus,

gab US-Präsident Donald Trump

Anfang des Jahres bekannt. »Make

architecture beautiful again« wurde getitelt.

Schönheit, Hässlichkeit – kaum etwas wird so

kontrovers und leidenschaftlich diskutiert. Das

Internet ist voll von Listen mit den hässlichsten

Gebäuden der Welt, in Großbritannien wird sogar

jedes Jahr der »Carbuncle Cup« ausge rufen,

der das misslungenste Gebäude auf der Insel

rühmt – oder besser gesagt abstraft. Und auch

ohne großes Tamtam kennt jeder und jede den

»Echt jetzt? Meinen die Architekten das ernst?«-

Gedanken beim Anblick manch eines Gebäudes.

»Architektur ist die einzige kreative

Schaffensweise, auf die jeder Wert legt«, erklärt

etwa auch Eugene Quinn, der die »Vienna

Ugly«-Tours ins Leben gerufen hat. Quinn zeigt

PIXEL BUILDING, MELBOURNE

Es ist … farbenfroh. Das »Pixel Building« taucht in so manchen

»Most Ugly«-Rankings der letzten Jahre auf. Subtilität war den Bauherren

offensichtlich kein Anliegen, eher auffallen um jeden Preis.

Kann man mögen, muss man aber nicht. Es soll aber auch nicht unerwähnt

bleiben, dass das Gebäude zig Awards in Sachen Nachhaltigkeit

erhalten hat. Und das macht es auch schön – von innen sozusagen.

106

falstaff

LIVING 03 / 20


DR CHAU CHAK WING BUILDING, SYDNEY

Stararchitekt Frank Gehry zu seinem Entwurf: »Es mag vielleicht

eine braune Papiertüte sein, aber das Innenleben ist flexibel, es

gibt viel Platz für Veränderung und Bewegung.« Dieses Statement

des Architekten zeugt von Größe angesichts von »zerknautschter

Papiertüte«-Kritik. Das Gebäude beherbergt die UTS Business

School. Dekonstruktivistische Entwürfe haben es oft schwer.

den Menschen die »salzige Seite Wiens«, wie er

sagt, die süße sei ja hinlänglich bekannt. Die

Tourstopps ändern sich immer wieder, und das

ist auch nur logisch. Denn »schön« und »hässlich«

liegt nicht nur im Auge des Betrachters,

sondern ändert sich im Laufe der Zeit. Moderne

Gebäude haben es oft per se schwierig, historische

werden gerne glorifiziert. »Die Menschen

mögen keine Veränderung. Veränderung wird

als störend empfunden«, so Quinn. Und hier

liegt die Krux an der Sache. Denn Architektur

reagiert auf geänderte Lebensbedingungen –

und formt unseren Alltag gleichzeitig. Quinn:

»Architektur zeigt uns, wo wir stehen. Ein Gefühl

für den Ort ist unerlässlich.« Unsere Städte

sollen nicht uniform wirken, aber die »Starchitekten«,

die sich selbst verwirklichen, werden

auch nicht gerne gesehen. Wobei – ein wichtiger

Input von Quinn: »Architekten sind oft weniger

das Problem als Projektentwickler.« Hans Hollein,

Peter Czer nin und Edmund von Hellmer

sind bekannte Namen, die auf den »Ugly«-Tours

schon Thema waren – wer nicht vorkam, ist

Adolf Loos, dessen 150. Geburtstag heuer groß

Fotos: mauritius images / age fotostock / John Lander, Shutterstock, mauritius images / Alamy / Kristoffer Tripplaar

LONGABERGER BASKET, NEWARK

Es ist eindeutig, welche Produkte die US-Firma »Longaberger«

herstellt. Insofern hat der Architekt das Thema natürlich getroffen.

Ob es denn aber wirklich so figurativ sein muss, kann man diskutieren.

Die Firma ging vor einigen Jahren pleite, ein Investor kaufte das

Gebäude und plant eine neue Nutzung als Boutique-Hotel oder

Coworking-Space. Denn: Es gibt Fans!

zelebriert werden soll. Sein Haus am Michaelerplatz

mag heute frei von Kritik sein, anno dazumal

wurde es aber als »Gassenbubenstückchen

der Architektur« und »Ohrfeige für die Umgebung«

geschmäht. »Alles Neue wurde und wird

von den Wienern grundsätzlich kritisiert. Die

Aufregung hat sich aber bald gelegt, und Loos

wurde mit diesem Haus schlagartig bekannt«,

erklärt Timo Riess vom Verein »Architektur erbe

Österreich«. Loos war eine »komplexe und

scheinbar widersprüchliche Persönlichkeit«,

ein »Wegbereiter der Moderne«.

Im Jubiläumsjahr möchte der Verein bekannte,

aber auch verborgene Loos-Bauten

und Interieurs erstmals der Öffentlichkeit

zugänglich machen. LIVING fragt natürlich

auch Riess, wann ein Gebäude für ihn denn

hässlich oder misslungen ist: »Wenn ein

>

03 / 20

LIVING

falstaff

107


design / UMSTRITTENE ARCHITEKTUR

EIFFELTURM, PARIS

Eine gewisse Kreativität kann man den Kritikern oft nicht ab -

spre chen: »Wirklich tragische Straßenlaterne« und »Skelett

von einem Glockenturm« bringt einen aus heutiger Sicht zum

Schmunzeln. Bei der Eröffnung 1889 waren die Spötter groß teils

verstummt, und der Eiffelturm avancierte schnell zur Ikone der

Architektur und der Ingenieurskunst. Wobei man aber zugeben muss,

dass er eher als Wahrzeichen denn als Architektur gesehen wird.

>

Gebäude seinen Zweck nicht erfüllt und die

Bewohner unglücklich sind, dann ist wohl etwas

schiefgelaufen. Leider beschränkt sich der

Begriff Architektur für viele Menschen auf das

Exterieur eines Gebäudes, die wichtigen Innenräume

sowie deren Nutzung werden nicht

beachtet.« Riess ist es auch, der einen weiteren

interessanten Gedanken einbringt: »Jedes Gebäude

erzählt eine Geschichte. Bei manchen

Bauten ist es eine sehr kurze. Je länger die Geschichte,

umso interessanter wird es.«

Wie subjektiv Schönheit wahrgenommen

wird, zeigt das Beispiel der Wiener Müllverbrennungsanlage

Spittelau. Während Riess die

Faszination um die Bauten von Friedensreich

Hundertwasser nicht nachvollziehen kann, ist

Quinn begeistert. »Ich liebe alles von Hundertwasser.

Die Spittelau finde ich verspielt, psychedelisch,

kindlich, spaßig. Ein bisschen wie

Disneyland. Vielleicht ist das das Problem

vieler Wiener. Die Architektur ist ihnen nicht

ernsthaft genug.« Dass eben alles zwei Seiten

hat, zeigt auch ein letzter Denkanstoß von

Quinn: »Menschen können gleichzeitig schön

und hässlich sein, denken sie nur an Mick

Jagger. Für Gebäude gilt das genauso.«

<

spaceandplace.at/vienna-ugly

LOOS-HAUS, WIEN

Als »augenbrauenlos«, »Scheusal

von einem Haus« und »Gassenbubenstückchen

der Architektur« wurde

das Loos-Haus am Michaelerplatz

seinerzeit bezeichnet. Der Bau wurde

1911 zuerst gestoppt und 1912 vollendet.

Im Jubiläumsjahr »Loos2020«

wird das Werk des Avantgardisten

der Bevölkerung noch ein Stückchen

nähergebracht. loos2020.at

DANCING HOUSE, PRAG

»Tanzendes Haus« ist der Spitzname eines 1996

verwirklichten Bürogebäudes in Prag. Die Baupläne

lieferte der tschechi sche Architekt Vlado Milunić

in Kooperation mit dem kanadischen Architekten

Frank Gehry. Während die einen die mutige Architektur

lobten, stuften andere den dekons truktivistischen

Bau als Zerstörung des Gesamtbilds nahe der Prager

Altstadt ein.

Fotos: Shutterstock

108 falstaff LIVING 03 / 20


Am liebsten

schlafe ich

direkt am See.

Seehäuser im Eigentum in Neusiedl am See.

Direkt am Wasser mit eigenem Steg

und eigenem Bootsanlegeplatz.

Jetzt provisionsfrei im Verkauf.

Neusiedl am See Projektentwicklung GmbH

Dipl.Arch ETH Martina von Tippelskirch, MSc

+43 664 458 70 15 | verkauf@amhafen.at

www.amhafen.at


essay

WOLFGANG PAUSER

VON DER NASSZELLE

ZUR WOHLFÜHLOASE

Wellness & Badness – Baden bedeutet das

Eintauchen des Menschenkörpers ins Wasser.

Aus physikalischer Perspektive wäre damit

alles über das Bad gesagt – säßen da nicht

Rituale, Kulte und Kulturen mit im Zuber.

In meiner Badewanne bin

ich Kapitän! Der schlüpfrige

Schlager aus dem Jahre 1937

imaginierte den vom Wannenrand

definierten Raum als virtuellen,

in dem der kleine Mann sich

als Herrscher in Uniform fühlen

kann – über ein Schiffchen und

Entlein und über das eroberte

Meer. Im Bad wurde die Welt

klein genug, um sich über sie erheben

zu können. Die glitschige

Analog-Version einer »World of

Warcraft«. So muss sich ein Wannenbad

angefühlt haben in

Deutschland am Vorabend des

Zweiten Weltkriegs.

Die lustvolle Badefantasie stand

zur realen Badekultur der 1930er-

Jahre in schärfstem Kontrast.

Badezimmer kannten nur die

Reichsten – erst ab 1950 wurde

die sogenannte »Nasszelle« im

Wohnbau üblich. Sauberkeit und

Disziplin galten als höchste Werte,

kalte Duschen sollten die Menschen

»abhärten«. Kurbäder

dienten nicht mehr dem mondänen

Flirt, Kaltwassertreten nach

Pfarrer Kneipp passte besser zum

Zeitgeist. Die Entdeckung von

Viren und Bakterien hatte die

Hygienebewegung formiert. Badezimmer

bis zur Decke mit weißen

Kacheln auszukleiden hat

den Operationssaal zum Vorbild.

Dieser war nicht nur der reinste

aller Räume, sondern auch Sinnund

Idealbild eines modernen,

keimfreien Lebens im Geist der

Hygiene. Ein Sieg über alle eindringenden

Kleinstlebewesen

war die Sauberkeitsutopie jener

Zeit.

Der Hygienegedanke ließ die

Säuberung als besten Weg zur

Gesundheit erscheinen. Metaphorisch

übertrug sich die alte Idee,

das Böse vom Guten zu scheiden,

vom Individuum aufs Kollektiv.

Man sprach von Volksgesundheit

und vom gesunden Volkskörper.

Bazillen und Fremde wurden

sinnbildlich gleichgesetzt. Bereinigungen

und Säuberungen

versprachen medizinische

Heilung und politisches »Heil«.

Analog zu Wellness-Badekultur

könnte man bei ihren historischen

Vorgängern durchaus von »Badness«

sprechen. Beim bösen Baden

wird der Reichtum möglicher

Genüsse und Deutungen auf die

simple Entfernung von Schmutz

verengt. Mit der Entsexualisierung

und Entsozialisierung ging eine

negative emotionale Aufladung des

Bades einher. Angenehmes Erleben

war kein akzeptables Ziel. Der

Körper wurde zum Zwecke seiner

Ertüchtigung geschrubbt. Während

Wellness nach egozentrischem

Genuss sucht, nimmt »Badness«

ganz altruistisch gerne auch unangenehme

Reize in Kauf und

ist als Projekt in gewisser Weise

sogar gegen den eigenen Körper

gerichtet.

Basis der Badness war die

christliche Körperfeindlichkeit.

Augustinus erklärte, ein Bad im

Monat sei gerade noch mit dem

Glauben vereinbar. Mönche sollten

nur vor Ostern und Weihnachten

in den Bottich steigen,

sonst drohe Verweichlichung.

Asketische Lehren hielten auch

den Verzicht aufs Waschen für

eine Tugend. Vom 16. bis zum

»Der Hygienegedanke

ließ die Säuberung

als besten Weg zur

Gesundheit erscheinen.

Metaphorisch übertrug

sich die alte Idee, das

Böse vom Guten zu

scheiden, vom Individuum

aufs Kollektiv.«

Fotos: Andrea Diglis

110 falstaff LIVING 03 / 20


18. Jahrhundert galt Baden als

schädlich und überflüssig. Ärzte

warnten, durch das Eindringen von

Wasser durch die Poren könnten

Krankheiten übertragen werden.

Ohne Parfum und Puder wäre

der Gestank in den königlichen

Palästen unerträglich gewesen.

In der Geschichte der Badekulturen

wechseln Wellness und

Badness einander ab. Wohliges gemeinsames

Baden weckte vielerlei

Verdacht. Die Spartaner sahen

ihre Kriegstüchtigkeit bedroht.

Die Entblößtheit und Nähe der

Körper wie auch ihre Verbundenheit

durch Wasser schienen erotischen

Ansinnen allzu förderlich

zu sein. Die vom Bad geweckte

Körperlichkeit, Sinnlichkeit und

Fühlbarkeit könnte zur Sünde verleiten.

Genießen könnte die Idee

wecken, noch mehr genießen zu

wollen. Die sündige Auflösung

der Körpergrenzen, die böse Vermischung

der Körper und ihrer

Flüssigkeiten sollten vermieden

werden. Schmutz und Sünde

wurden Synonyme. Die erotische

Dimension des Körpers nannte

man schmutzig. Um die innere

Reinheit zu erlangen, wurden

die äußerlich reinigenden Bäder

immer wieder verboten. Doch

stets kamen sie wieder. Lustprinzip

und Bös-Prinzip, Wellnessund

Badness-Wellen schwappten

hin und her.

Wer seinen eigenen Körper als

Sitz der Sünde hasst, nimmt lieber

eine kalte Dusche als ein warmes

Bad. Heute nutzt man zum Reinigen

die schnelle Dusche, während

die entspannende Wanne immer

mehr zum Kultgerät der Wellnessbewegung

mutiert. Die in der

Hotellerie und den einstigen

»Schönheitsfarmen« entwickelten

Inszenierungen wanderten in

die Wohnungen ein. Architekten

planen nun größere Badezimmer

und holen die Wanne aus der verschämten

Ecke in die stolze Mitte.

Die weiße Kachel der hygienischen

Nasszelle weicht dem

Marmor, je nach Budget falsch

oder echt. Es geht nicht mehr

um die Beseitigung von Schmutz,

sondern um die Umdeutung eines

körperlichen Erlebens im Sinne

der Wellness-Religion.

Die private Miniversion der öffentlichen

Wellness-Tempel erhielt

den Namen Oase. Beide Sinnbilder

verweisen auf den antiken Ursprung

hoch entwickelter Badekulturen

im griechischen, römischen

und arabischen Raum. Die um

dekorative und sinnstiftende Wirkung

bemühte Plastikpalme neben

dem elektrischen Whirlpool wedelt

uns hitzige Fantasien des Orientalismus

zu, jenes malerischen

Genres des 19. Jahrhunderts, in

dem es meist um die sinnlichen

Badefreuden der Haremsdamen

und Sklavinnen ging, genauer

betrachtet um die Freuden der

Paschas und Menschenhändler.

Aufgabe solcher Designzitate war

und ist die Umkodierung des

Waschraums zum Tempel des

Körper-, Schönheits-, Gesundheits-

und Wellnesskults. An die

Stelle der Disziplin traten Entspannung,

Friede, Freude, Egoismus,

Selbstliebe und Selbstgenuss.

»Es geht nicht mehr

um die Beseitigung

von Schmutz, sondern

um die Umdeutung

eines körperlichen

Erlebens im Sinne der

Wellness-Religion.«

DR. WOLFGANG PAUSER war in den

1990er-Jahren Kolumnist für DIE ZEIT.

Seitdem analysiert er Produkte aus kultur -

wissenschaftlicher Perspektive im Auftrag

von Unternehmen und Agenturen.

Wer seinen Körper in warmes

Wasser taucht, fühlt seine Haut

rundum berührt. Die gleichmäßige

Reizung der gesamten

Außengrenze macht diese als

Grenze des Selbst fühlbar. Der

umspülte Körper spürt sich als

Körper und wandelt sich dabei

vom Träger des aktiven Ich zu

einem passiv-trägen Objekt. Die

wache Selbstkontrolle lässt nach,

man schließt die Augen, lauscht

möglichst nichtssagender Musik,

schnuppert mit Esoterikdiskurs

beworbene Essenzen und Kräuterdüfte.

Hat sich die Haut gewöhnt,

scheint sich die Körpergrenze

aufzulösen. Der Auftrieb des

Wassers unterstützt die Interpretation,

frei zu schweben und

auch die Ichgrenze lustvoll zu

verlieren. Man lässt sich treiben,

gibt sich dem Streicheln der

Wellen hin, vergisst auf Zeit und

Raum. Eingekapselt von Wasser

und Wanne vergisst man die

Welt und sogar sich selbst. Das

Versinken in meditativer Selbstauflösung

wird vom Wellnessdiskurs

sogar als Selbstfindung,

wenn nicht gar als mystische

Vereinigung mit Natur und

Kosmos interpretiert.

Im Vergleich mit den sozialen

und sexuellen Badestuben des

Mittelalters, in denen die Selbstentgrenzung

auf neue Verbindungen

zu Mitmenschen zielte,

zeigt sich der Wellnesskult als

individualisierend auch dort, wo

seine Jünger sich im Grandhotel

zusammenfinden. Man ist gemeinsam

einsam, innengewandt,

egozentrisch und selbstoptimierend.

Der Körper ist zwar Ziel

und Objekt der Huldigung,

jedoch nur der je eigene, denn

schamlos lüsterne Blicke sind

unter nahen Nackten verpönt.

Die vom Wasserkontakt fühlbar

gemachte Hautoberfläche lässt

sich sowohl als isolierend wie

auch als entgrenzend interpretieren.

Kulturen entscheiden, ob

im Geiste der Wellness oder der

Badness gebadet wird. In Zeiten

der einströmenden Viren und

Fremden sei vor metaphorischer

Ansteckung gewarnt und ein

gemeinsames Entspannungsbad

wärmstens empfohlen.

03 / 20

LIVING

falstaff

111


LIVING

KULINARIK

128

122

120

Fotos: Shutterstock, MHK Group, F.Flohic, Eisenhut && Mayer, beigestellt

126

114

CHEF’S TABLE

Tian-Chef Paul Ivić inspiriert mit seinen

Rezepten die sommerliche Cocooning-

Küche. (S. 114)

VASEN MIT CHARAKTER

Wie man Frühlingsblumen gebührend in

Szene setzt. (S. 120)

SOZIALER MITTELPUNKT

Der Lockdown zwingt uns zurück an den

Herd. Eine Analyse. (S. 122)

AUSWÄRTS ESSEN

Charles Schumann verrät seine

Lieblingslokale. (S. 126)

KÜCHEN-KLASSIKER

Ein Blick auf die Geschichte des Kühlschranks.

(S. 128)


kulinarik / SOMMERKÜCHE

Fotos: Shutterstock, Eisenhut & Mayer, Illustration: Blagovesta Bakardjieva

114

falstaff

LIVING 03 / 20


Zum neu gelebten Cocooning gehört auch die Freude

an der Kochkunst. Das LIVING-Team hat sich, von

»Tian«-Chef Paul Ivićs Sommerrezepten inspiriert,

an den Herd begeben und seine beliebteste Menü-

Kompositionen nachgekocht. Wie herrlich kreativ und

genussvoll vegetarische Küche doch sein kann!

REDAKTION ANGELIKA ROSAM

RAVIOLI MIT

FRISCHKÄSE & SALBEIBUTTER

Rezept für 4 Personen

ZUTATEN FÜR DEN TEIG

100 g Weizenmehl

100 g Hartweizenmehl

Olivenöl zum Anbraten

2 Eier (L)

½ TL Olivenöl

ZUTATEN FÜR DIE FÜLLUNG

20 g Schalotten

150 g geschnittener Blattspinat

1 EL Gemüsefond

100 g Ricotta

50 g geriebener Bergkäse

100 g klein geschnittener Mozzarella

40 g geriebener Parmesan

2 Eigelb

Salz

Pfeffer

FÜR DIE SALBEIBUTTER

50 g Butter

frische Salbeiblätter

einige Spinatblätter

1 TL Meersalz

Parmesan zum Bestreuen

ZUBEREITUNG

– Beide Mehlsorten zusammensieben und

in eine Küchenmaschine geben. Nach und

nach Eier und Olivenöl einarbeiten.

– Den Teig kurz verkneten und eine Stunde

im Kühlschrank ruhen lassen.

– Schalotten in etwas Olivenöl leicht

Farbe nehmen lassen. Spinat hinzu fügen

und mit Gemüsefond aufgießen. Umrühren,

bis die Flüssigkeit vollständig

verschwunden ist. Spinat aus der Pfanne

nehmen und in einem Sieb abtropfen lassen.

Mit den restlichen Zutaten für die

Füllung in einer Schüssel verrühren.

– Teig in drei Portionen teilen, mit den Händen

flachdrücken und bei größtem Wal zenabstand

durch die Nudelmaschine drehen.

Einmal quer falten, wieder durchdrehen.

Mehrmals wiederholen, bis das Teigblatt

richtig glatt und geschmeidig ist. Teig von

beiden Seiten mit Mehl bestauben und

fünf- bis sechsmal durchdrehen, dabei den

Walzenabstand immer weiter verringern.

– Teig auf 1–2 mm Stärke ausrollen. Kreise

von ca. 5 cm Durchmesser ausstechen,

jeweils etwas Füllung in die Mitte setzen.

Ränder mit Wasser bepinseln, Teig scheiben

zusammenklappen, Ränder mit einer Gabel

festdrücken. Einen großen Topf mit Wasser

zum Kochen bringen, gut salzen. Ravioli

hineingeben, ca. 5–8 Minuten weich garen.

– In der Zwischenzeit in einer Sauteuse

Butter bräunen, von der Hitze nehmen,

Salbeiblätter, Spinat und Salz hinzufügen

und vom Feuer nehmen. Fertige

Ravioli kurz durchschwenken und

auf einem Teller anrichten. Mit der

restlichen Salbeibutter übergießen

und mit Parmesan und frischen

Salbeiblättern garnieren.

TIPP

Wenn die Masse zu feucht ist, etwas

Semmelbrösel hinzufügen. Mit gebratenen

Pilzen nach Wahl servieren.

03 / 20 LIVING falstaff 115


kulinarik / SOMMERKÜCHE

POLENTA MIT POCHIERTEM

EI & RUCOLABUTTER

Rezept für 4 Personen

ZUTATEN FÜR DIE POLENTA

80 g grobe Polenta

2 Thymianzweige

1 Rosmarinzweig

30 g Butter

800 ml Gemüsefond

1 Lorbeerblatt

1 angedrückte Knoblauchzehe

60 g frisch geriebener Parmesan

20 g Nussbutter

Salz

Pfeffer

ZUTATEN FÜR DIE POCHIERTEN EIER

4 Bio-Eier

2 cl Essig

ZUTATEN FÜR DIE RUCOLABUTTER

2 Bund Rucola

150 g Butter

Salz

Pfeffer

100 ml Gemüsefond

Fett zum Frittieren

ZUBEREITUNG

– Polenta kurz mit den fein gehackten

Kräutern in Butter angehen lassen.

Mit Gemüsefond, Kräutern, Lorbeerblatt

und Knoblauch ca. 5 Minuten köcheln

lassen, salzen, pfeffern.

– Herd auf mittlere Stufe zurückschalten

und die Polenta weitere 20 Minuten

quellen lassen. Parmesan und Nussbutter

unterrühren und die Polenta

zugedeckt warm halten.

– Währenddessen Frittierfett auf 180 °C

vorheizen. Rucola ca. 20–30 Sekunden

kross frittieren (die Blätter dürfen nicht

braun werden, sondern sollen ihre grüne

Farbe behalten). Blätter mit Küchenpapier

vom Fett befreien, trocknen lassen

und mit einem Messer fein schneiden.

– Butter schaumig rühren, salzen und

pfeffern. Rucola hinzugeben und kalt

stellen. Gemüsefond aufkochen und

ein wenig reduzieren lassen. Mit der

kalten Rucolabutter montieren.

– 2 l Wasser aufkochen, Essig hineingeben.

Eier jeweils einzeln in einer

Tasse aufschlagen. Mit einem Schneebesen

auf einer Stelle im Essigwasser

rühren, sodass sich ein Strudel bildet

(dadurch schließt das Eiweiß sofort

das Eigelb ein). Eier hineingleiten

lassen, 1–2 Minuten pochieren. Aus

dem Wasser nehmen, mit Meersalz

bestreuen und auf die warme Polenta

legen. Rucolabutter darüber verteilen.

TIPPS

Als alternative Zubereitungsart für

pochierte Eier 4 Mokkatassen mit Öl

auspinseln, je 1 Ei hineinschlagen.

Tassen in den Topf stellen, sodass

sie genau mit Wasser bedeckt sind,

Eier 5 Minuten pochieren.

Polenta eignet sich gut zum Aufwärmen.

Fotos: Shutterstock, Eisenhut & Mayer

116 falstaff LIVING 03 / 20


ZIEGENFRISCHKÄSE-TARTE

MIT WILDKRÄUTERN

Rezept für 4 Personen

ZUTATEN

200 g Eierschwammerl

1 rote Zwiebel

1 EL Olivenöl

50 g Kerbel

50 g Schnittlauch

150 g Ziegenfrischkäse

150 ml Milch

4 Eier

Meersalz

Pfeffer aus der Mühle

Quiche-Teig

Fett für die Form

ZUBEREITUNG

– Eierschwammerl putzen, Zwiebel in

Streifen schneiden. Zusammen in Olivenöl

anziehen lassen. Würzen und aus der

Pfanne nehmen.

– Die Kräuter fein schneiden, mit

Frischkäse, Milch, Eiern, Salz und

Pfeffer kurz mixen.

– Teig auf 5 mm ausrollen und in

einer gefetteten Form auslegen.

– Mit der Einlage gut füllen und mit

der flüssigen Royal bedecken.

– Der Teig muss nicht vorgebacken

werden. Bei 180 °C Oberhitze und

200 °C Unterhitze ca. 40 Minuten

backen. Kurz auskühlen lassen und

servieren.

TIPPS

Alternativ backen Sie die Tarte bei

160 °C Heißluft.

Kopf- oder Rapunzelsalat passt

wunderbar als Beilage.

03 / 20

LIVING

falstaff

117


kulinarik / SOMMERKÜCHE

KRÄUTERFOCACCIA

MIT BIRNEN

Rezept für 4 Personen

ZUTATEN

4 Birnen

(am besten Williams Christ)

15 g frische Hefe

1 TL Zucker

5 EL Olivenöl

Meersalz

500 g Weizenmehl

2 Zweige Rosmarin

2 Zweige Thymian

Saft von 1 Zitrone

80 g Blauschimmelkäse

Öl für das Blech

Voatsiperifery-Pfeffer

ZUBEREITUNG

– Hefe in 300 ml lauwarmes Wasser

bröckeln und unter Rühren darin auflösen.

Zucker, 2 EL Olivenöl, eine Prise

Salz und Mehl zufügen und zu einem

glatten, geschmeidigen Teig kneten.

– Rosmarinnadeln vom Zweig streifen,

Thymianblätter abzupfen, beides grob

hacken und in den Teig einarbeiten.

Teig in 4 gleich große Stücke teilen,

zu Kugeln formen und zugedeckt an

einem warmen Ort zur doppelten

Größe aufgehen lassen.

– In der Zwischenzeit Birnen schälen,

halbieren, Kerngehäuse entfernen.

Birnenhälften in Spalten schneiden

und mit Zitronensaft beträufeln. Käse

in Würfel schneiden. Ofen auf 220 C°

vorheizen.

– Teigkugeln zu flachen längliche Fladen

mit einer Stärke von 1 cm formen

und nebeneinander auf ein gut geöltes

Backblech legen.

– Fladen dicht mit Birnenspalten belegen

und mit restlichem Olivenöl beträufeln.

Etwas Salz und gemahlenen

Voatsi perifery-Pfeffer darüberstreuen

und im heißen Ofen je nach Stärke

20–35 Minuten backen. 2 Minuten vor

Ende der Backzeit die Käsewürfel auf

die Focaccia legen.

TIPP

Blattsalat oder Kirschtomaten aus dem

Ofen passen sehr gut dazu.

VEGETARISCHE SOMMERKÜCHE

von Paul Ivić

Gemüse muss nicht fad schmecken –

ganz im Gegenteil! Das hat Veggie-Experte

Paul Ivić im Gourmet-Tempel Tian

mehrmals bewiesen: 3 (!) Hauben und

ein Michelin-Stern inspirierten den

Tiroler zu kreativen Gourmet-Rezepten

in seiner »Vegetarischen Sommerküche«,

die sich nachzukochen lohnt.

Verlag: Brandstätter Preis: € 25,70

Fotos: Shutterstock, Eisenhut & Mayer

118 falstaff LIVING 03 / 20


The art

of outdoor

cooking

WÄRME, GENUSS UND HARMONIE -

STILVOLL VEREINT

OFYR verzaubert durch seine einzigartige Vielseitigkeit! Hobbyköche sind vom kultigen Design-Grill

ebenso begeistert wie Chefköche beim Zubereiten von mehrgängigen Menüs. Außerdem ist der

OFYR mit seinem archaisch lodernden Feuer auch in der kalten Jahreszeit ein absoluter Garant

für Partystimmung auf Hütten oder auch harmonischer Kommunikationsmittelpunkt an Ihrem

individuellen Platz im Freien - und das das ganze Jahr über!

OFYR ÖSTERREICH

Farm-Fill Umweltinnovationsund

Vertriebs GmbH

Markt 13/1, A-8162 Passail

Tel.: +43 (0)3179 277 270

E-Mail: info@ofyr.at

www.facebook.com/ofyraustria

WWW.OFYR.AT


kulinarik / DEKOR-STATEMENTS

Dream-Team

Das Zusammenspiel mehrerer

kleiner Vasenmodelle verspricht

ein harmonisches Gesamtbild.

bloomingville.com

VASEN MIT

CHARAKTER

Dekorativ

Auch ohne Inhalt ist

diese Terrakotta-Vase

mit Fischschuppenmuster

ein Hingucker.

artemest.com

Das Frühjahr startet mit erfrischender Blumenvielfalt

– Grund genug, diese mithilfe von besonderen

Vasen gebührend in Szene zu setzen.

Blaumachen

Die kobaltblaue Vase wird in

Sizilien von Hand gefertigt

und erinnert an eine antike

männliche Büste.

wftb.it

Freigeist

Ihre Oberflächenstruktur

erhält diese Vase durch

aufeinander aufbauende

horizontale Schichten.

normann-copenhagen.com

Opulent

Diors handbemalte

Kreation »Milly-la-Forêt«

wird von einem edlen

Blumenkranz aus Bronze

und Kupfer geziert.

dior.com

Punktlandung

Ein gesprenkeltes

Finish veredelt die kleine

Vase in sanftem Lilac.

conranshop.co.uk

Bauchig

Der Name »Balloon« macht

diesem mundgeblasenen

Modell alle Ehre.

louiseroe.dk

Skulptural

Die Vase »Relæ« von

Raawii wurde exklusiv

für New Yorks

Museum of Modern

Art entworfen.

store.wallpaper.com

Pastell

Die zylindrische Vase

»Savanna« setzt auf

eine geometrische

Formsprache und zarte

Farbgebung in Melba.

specktrum.dk

Fotos: beigestellt

120 falstaff LIVING 03 / 20


SONNHAUS

Modebewusstes, zeitloses Wohnen in

satten Farben und Exklusivität durch eine

trendige, natürliche Farbgebung: Die neuen

Vorhang- und Möbelstoffe von Sonnhaus.

TRENDS FÜR DEN FRÜHLING

EINRICHTUNGSTRENDS 2020: EIN HAUCH VON MARITIMEM FLAIR

Fotos: beigestellt

Stärker noch als letztes Jahr kommen

Farben auch in der Welt der

Einrichtung bei Vorhang- und

Möbelstoffen nun so richtig in

Fahrt. Die Farbpalette steht ganz im Zeichen

des Meeres und sorgt auch für ein

Comeback bereits bekannter Farben: die

Trendfarbe »Living Coral« bleibt weiterhin

angesagt.

MÖBELBEZUGSSTOFFE

& VORHÄNGE

Bei den neuen Vorhang- und Möbelstoffkollektionen

von Sonnhaus geben 2020

Statement-Farben den Ton an: Dabei stehen

Farbtöne in Blau, Grau oder auch Türkis

im Mittelpunkt. Nuancen, die an die Tiefen

der Meere erinnern und ein maritim-mediterranes

Flair versprühen, sorgen für

ansprechende Akzente im Wohnraum.

Dunkle Blautöne und verwaschene Nuancen

in Grün, teilweise schimmernd oder

metallisch-glänzend, ergänzen die Farbpalette,

die an den letzten Sommerurlaub

am Meer erinnert. Strahlende Korallen-

Farben runden neben zart schimmernden

Hellrosa- und Nude-Tönen, die an Muscheln

erinnern, die Farbvariationen der Frühjahrskollektionen

2020 für Vorhang- und

Möbelstoffe von SONNHAUS ab.

Große Muster und Designs komplettieren

den maritim-mediterranen Look und sorgen

für erfrischendes Urlaubsfeeling im

Wohnzimmer.

Die neuen Vorhang- und Möbelstoffkollektionen

sind bei allen SONNHAUS-Partnern

erhältlich. Details auf www.sonnhaus.at.

Erleben Sie die Welt der Raumausstattung

in den Showrooms in Wels und Wien.

INFO

SONNHAUS SHOWROOMS

Ginzkeystraße 38, 4600 Wels

Öffnungszeiten:

Mo-Do: 07:30-17:00, Fr: 07:30-16:00

Zirkusgasse 20, 1020 Wien

Öffnungszeiten:

Mo-Fr: 07:30-12:00 u. 12:30-17:30

sonnhaus.at

ADVERTORIAL

03 / 20

LIVING

falstaff

121


kulinarik / KITCHEN COCOONING

Foto: Trevor Tondro/ Otto Archive

122 falstaff LIVING 03 / 20


RENAISSANCE

RUND UM

KÜCHE & HERD

Auch wenn die Restaurants ab Mitte Mai wieder geöffnet

werden, hat die globale Corona-Krise den sozialen Wohn-

Mittelpunkt »Küche« vermehrt aufleben lassen. Worauf es

in Zeiten des #socialdistancing und auch zukünftig rund um den

Herd ankommt, besprachen wir mit den Einrichtungsexperten

Martin Mühlböck und Johannes Artmayr. TEXT SANDRA KEPLINGER

Zurück an den Herd«, hieß es für alle

Haushalte, als am Freitag, den 13. März

2020, der Shutdown offiziell verkündet

wurde. Mittlerweile haben wir

uns an das ständige Zuhausesein gewöhnt

und unsere Küche ganz neu kennengelernt –

mit allen Mankos, die sie im Praktischen mit

sich bringen mag. Das wird sich auch in den

nächsten Wochen, wenn die Maßnahmen

nun zurückgefahren werden und ab Mitte

Mai die Restaurants wieder öffnen, noch

nicht so schnell ändern.

In der Realität haben wir festgestellt, dass

es einen Riesenunterschied macht, ob man

den Herd ein- bis zweimal pro Woche oder

zwei- bis dreimal am Tag anwirft. Repräsentative

und dekorative Elemente haben ein

wenig ihren Reiz verloren, obwohl sie dennoch

das neue »Wohnen in der Küche« erleichtern

– denn es ist wohl aufmunternder,

täglich auf dekoratives Dekor zu starren,

als beim Kochen ganz darauf verzichten zu

müssen.

50s-Revival?

In Österreich werden die strikten Maßnahmen

des Zuhauseseins entschärft – in anderen

Ländern ist es fraglich, wie lange der Alltag

hinter dem Herd anhalten wird.

KÜCHEN-RENAISSANCE

In jedem Fall ist es eine Tatsache, dass die eigene

Küche durch die Covid-19-Maßnahmen

eine Aufwertung in den Köpfen erfahren hat.

»Ich denke, dass dadurch viele Menschen erlebt

haben, wie wichtig eine robuste, funktionstüchtige

Küche ist«, meint Johannes

Artmayr, Geschäftsführer von Strasser Steine.

»In unseren privaten Küchen wird ja derzeit

so viel gekocht wie noch nie in den letzten

Jahren.« Dass es dadurch zu einer Rückbesinnung

auf Qualität kommt, ist nur logisch.

»Wir haben schon lange vor der Corona-Krise

einen starken Akzent in Richtung regionaler

Materialien gesetzt und bereits Mitte 2019 ein

›Alpenwelt‹-Sortiment an Natursteinen aus

der Alpenregion auf den Markt gebracht, das

jetzt sukzessive aufgebaut wird.« Auch Martin

Mühlböck setzt sich täglich als Raumplaner

mit Fokus auf Küchen mit nachhaltigen Ressourcen

auseinander: »Die dominanten Themen

wie Klima, Ressourcenschonung und

jetzt Corona beweisen, dass die Zeit zum

Umdenken reif ist. Der Mensch hat sich nach

einer gewissen Beruhigung gesehnt. Eine

Küche ist vor allem Werkzeug und nicht nur

Schönheitsobjekt. Zumindest muss man

beides vereinigen können.«

Naturmaterialien wie Holz oder Stein erfüllen

beide Bedürfnisse und befriedigen >

03 / 20

LIVING

falstaff

123


auch eine Vielzahl an Geschmäckern. Außerdem

bedienen beide Materialien das durch Corona

steigende Bedürfnis nach Hygiene. »Als

ökologischer Rohstoff enthält Naturstein keinerlei

gesundheitsgefährdende Schadstoffe und ist

die ideale Arbeitsplatte für die Zubereitung von

Lebensmitteln. Egal ob Sie Teig kneten oder

Fisch filetieren – man kann die Natursteinarbeitsplatte

einfach und bequem für Vorbereitungsarbeiten

nutzen, weil sie keinen Abrieb

kennt«, erklärt Artmayr weiter. Im Gegenzug hat

Holz auf mikrobiologischer Ebene einige Vorzüge,

so Mühlböck: »Keime und Bakterien bleiben

auf Kunststoffoberflächen sehr lange aktiv. Ein

Holzboden beispielsweise hat von Natur aus die

Eigenschaft, Keime und Bakterien abzutöten.«

Dass Kunststoffplatten außerdem im Abrieb

schadhaft für die Umwelt sind, indem sie Mikroplastik

abgeben, scheint mittlerweile in den

Köpfen der Konsumenten angekommen zu sein.

Trotzdem gibt es noch einiges, was in Küchenbau-

und -planung optimiert werden muss –

gerade in Bezug auf Ressourcenschonung! Auch

das Aufleben des Themas der autarken Versorgung

ist durch die momentane Endzeitstimmung

wieder im Bewusstsein der Menschen

aufgetaucht. Martin Mühlböck beschäftigt sich

deswegen mit dem Comeback des holzbefeuerten

Ofens: »Es ist absurd, dass wir im Wohnkulinarik

/ KITCHEN COCOONING

>

Wiederentdeckt

Die Frankfurter Küche aus

dem Jahr 1926 wurde von der

Wiener Architektin Margarete

Schütte-Lihotzky ausgearbeitet.

Comeback des Holzofens?

Das Bedürfnis nach autarker

Versorgung erweckt das holzbefeuerte

Kochen wieder zum Leben. Firmen wie

Mühlböck arbeiten fieberhaft an

modernen Lösungen. muehlboeck.at

Naturstein-Traum

Die Natursteinplatte »Alpengrün«

aus olivgrünem Chloritgneis

stammt aus Osttirol.

strasser-steine.at

»In unseren privaten Küchen

wird derzeit so viel gekocht wie

noch nie in den letzten Jahren.

Dass es dadurch zu einer

Rückbesinnung auf Qualität

kommt, ist nur logisch.«

JOHANNES ARTMAYR Strasser Steine

Fotos: Getty Images, living4media/ETSA, STRASSER Steine GmbH, Stocksy, MHK Group, beigestellt

124 falstaff LIVING 03 / 20


»Ich glaube, wir müssen

ein bisschen gelassener

werden und mehr im

Kleinen denken.«

MARTIN MÜHLBÖCK Mühlböck Küche.Raum

Gefragtes Handwerk

Oberflächen aus Kunststoff

verschwinden allmählich aus

unseren Küchen. Stattdessen

greift man wieder zu qualitativ

hochwertigem Holz.

zimmer eine offene Feuerstelle im Glaskamin

haben, der aber die Wärme nicht speichern darf,

weil er sonst den Thermostat der Fußbodenheizung

beeinflusst. Wir sollten wieder sinnvoller

mit unserer Energie umgehen. Ziel muss es sein,

dass wir mit einem Ofen heizen, kochen und

mithilfe des Sichtfensters auch für eine schöne

Optik sorgen.«

ZURÜCK ZUM WESENTLICHEN

Vielseitiges Holz

Neben seinem grünen

Fußabdruck hat Holz auch

im hygienischen Kontext

viele Vorzüge.

mhk-kuechenspezialist.at

»Ich habe mir einmal den Spaß gemacht und einen

ganzen Messetag lang beobachtet, wohin

Menschen als Erstes greifen, wenn sie in eine

Küche kommen«, erzählt Mühlböck. »Wenig

überraschend war immer alles in Augenhöhe,

der Mensch ist ja bequem und will sich nicht bücken.«

Wie kann man also das Beste – oder besser

gesagt Praktikabelste – aus seiner Küche herausholen?

»Man sollte sich mit der richtigen Lagerung

von Lebensmitteln beschäftigen und mit

der logischen Anordnung der Dinge. Die meisten

Küchen haben viel zu viel Geschirr. Es geht

um kurze Wege – aber eigentlich ist das ein alter

Hut, das wissen wir alles schon seit der Frankfurter

Küche von 1926. Mühlböck weiters: »Ich

glaube, wir müssen ein bisschen gelassener werden

und mehr im Kleinen denken. Den Ast im

Holz wieder zulassen! Ich werde diesen Weg gehen:

mit Holzofen, biologischer Küche, kleinen

Kredenzen und mit Design, das einfach, ehrlich,

praktisch und schön ist. Bescheidenheit und Respekt

werden sehr wichtig, und auch Menschlichkeit.

Wenn die Krise vorbei ist, müssen wir

auch ein bisschen geduldiger sein.«

<

03 / 20

LIVING

falstaff

125


kulinarik / LOCATIONS

»Das ›Septime‹ in

Paris zählt schon sehr

lange zu meinen Lieblingsadressen,

wenn es um gute

Küche geht. Mittlerweile weiß

man um das Können der

Küchencrew, und es zählt

zu den besten Restaurants

der Stadt.«

»Hier in München besuche ich sehr gerne das ›Sparkling Bistro‹.

Es wird auch seinem Stern absolut gerecht. Nicht zu vergessen:

Die Weinberatung ist hier vom Allerfeinsten.«

»Septime«, Paris, septime-charonne.fr

»Sparkling Bistro«, München, bistro-muenchen.de

AUSWÄRTS ESSEN …

Wo trifft neuestes Design auf gemütliches Ambiente, Kunst auf

kulinarisches Konzept? Bar-Legende Charles Schumann verrät

seine Lieblingslokale und was sie auszeichnet.

Charles Schumann gesteht, dass er es auf

der Suche nach grandioser Küche nicht

allzu weit hat – denn am liebsten kocht

er selbst. Gutes Essen ist dem gebürtigen

Münchner wichtig – wenn er Restaurants

mit bestimmten Speisen und Erinnerungen in

Verbindung bringen kann, dann weiß er, dass es

geschmeckt hat – oder eben überhaupt nicht.

Entscheidend ist, dass Genüsse im Kopf bleiben,

und dazu zählen nicht nur die Speisen, sondern

genauso die Atmosphäre. Immer wieder gerne

kehrt er etwa ins Wiener »Minoritenstüberl«

zurück, hier ist man auch mit dem Chefkoch

Andi Wojta gut bekannt. Sein Credo, wenn es

um Restaurants geht: »Ich wünsche mir Essen,

das ich mir merken kann und muss.«

Ikonisch

Der Münchner Gastronom

Charles Schumann

zählt zu den Größen

der internationalen

Barszene. Seine Bar

»Schumann’s« gilt als

eine der bekanntesten

Treffpunkte Deutschlands.

In den vergangenen

Jahren hat er sich

zudem einen Namen

als Autor gemacht.

schumanns.de

»In diesem Restaurant

in Kyoto isst man besser

als bei jedem Italiener.«

»Die Mannschaft vom

›Mochi‹ ist großartig! Die

Leute hier machen einen

tollen Job – die Atmosphäre

ist wirklich gelungen. Und

natürlich die Speisen.«

»Mochi«, Wien, mochi.at

»Minoritenstüberl«, Wien, andiwojta.at

»Vom

›Minoritenstüberl‹

bin ich

schon lange ein großer

Fan. Der Koch Andi ist

fast wie ein Kumpel von

mir. Wäre das Lokal

hier in München, ich

wäre ständig

Gast.«

»Osteria Il Canto Del Maggio«, Kyoto, cantodelmaggio.com

Fotos: Urban Zintel, F. Flohic, Mochi, Andi Wojta, beigestellt

126 falstaff LIVING 03 / 20


Täglich draußen,

damit drinnen

alles läuft.

Das ist:

Unser Antrieb.

Unsere Energie.

Unsere VERBUND-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

sind täglich draußen für Sie im Einsatz. Damit Ihr

Zuhause hell, sicher und warm bleibt. Damit die

Stromversorgung Österreichs gesichert ist.

www.verbund.com


küchen-klassiker

KÜHLSCHRANK

Der Kühlschrank ist oft dominanter

Mittelpunkt der

Küche – so nimmt er häufig

den meisten Platz ein

und ist auch für Kochmuffel ein stetig

genutzter Gegenstand. Es liegt

also auf der Hand, dass das Design

einen hohen Stellenwert einnimmt.

Industrial Designerin Madeleine

Dumhart kann dem nur zustimmen:

Ihr erster eigener frei stehender, aber

spärlich bestückter Kühlschrank im

Pininfarina-Design okkupierte den

Großteil ihrer Küche und war ihr

ganzer Stolz: »Look und Feel eines

Kühlschranks können die Person repräsentieren,

die dahintersteht.« Anfang

des 20. Jahrhunderts gab es bereits

die ersten (nicht-elektrischen)

Kühlschränke, die mit Eisblöcken

befüllt wurden: So entstand übrigens

auch der Ausdruck »Eiskasten«. In

den 1930er-Jahren fand der elektrische

Kühlschrank zumindest in den

USA kommerzielle Verbreitung, galt

aber noch als Luxusprodukt. Das

Kühlschrankdesign der 1950er war

einheitlich, die Front meist klinisch

weiß oder eierschalenfarben. Da der

Besitz eines Kühlschranks Wohlstand

repräsentierte, wurde er prominent

platziert und nicht – wie später

üblich – in das restliche Interior

integriert. Das Design der heutigen

Kühlschränke stellt vor allem technische

Raffinessen in den Mittelpunkt:

doppeltürig, mit ansprechender

Oberfläche aus Edelstahl, Eiswürfelspender

und smarten Displays.

»Kühlschränke symbolisieren für

mich Genuss und großzügigen Lifestyle«,

sagt Dumhart. »Mir ist die

›Gefahr‹, die von großen Modellen

ausgeht, wohl bewusst: Je größer der

Kühlschrank, desto größer die Abgründe,

in denen Lebensmittel verschwinden

können und viel zu spät

entdeckt werden. Schön also, dass es

hierfür inzwischen digitale Frühwarnsysteme

gibt. Ein toller Ansatz

in Richtung Nachhaltigkeit.«

MADELEINE DUMHART

Die gebürtige Oberösterreicherin

studierte Industrial Design an der

Universität für künstlerische und

industrielle Gestaltung in Linz und an

der Academy of Fine Arts in Guangzhou/

China. Als diplomierte Grafikdesignerin

und Industriedesignerin betreibt sie seit

2007 ihr eigenes Studio – nach Anfangsjahren

in Wien und Berlin nun mit

Firmensitz in Linz. Als Allrounderin ist

sie auch als Imageberaterin tätig und

hat im Rahmen dieser Aktivitäten die

»Image Key«-Methode entwickelt.

sacherei-design.com

the-image-key.com

»Look und Feel

eines Kühlschranks

können die Person

repräsentieren, die

dahintersteht.«

MADELEINE DUMHART Industrial Designerin

1920er

1950er

ab 1980er

2020

Anfang 20 Jh.

Der Vorläufer des Kühlschranks

war der mechanische

Eiskasten, der mit

Stangeneis befüllt wurde,

das von spezialisierten Eisfirmen

geliefert wurde. Er

stand an einem kühlen Ort

und war vor allem in wohlhabenderen

Haushalten bis

etwa 1930 vorzufinden.

1950er

In den 50ern gehörte der

elektrische Kühlschrank oft

zum Repertoire jeder Küche,

zumindest in den USA. Das

stromlinienförmige Design

war einheitlich, die helle

Frontfarbe sollte Sauberkeit

symbolisieren. Der dominante

Griff war den Türöffnern

der amerikanischen Straßenkreuzer

nachempfunden.

Ab den 1980ern

In den 80er-Jahren kamen

die hohen Kühlschränke mit

separat motorbetriebenem

Gefrierfach auf den Markt.

Das Design rückte in den

Hintergrund, häufig wurde

der Kühlschrank in die

Einbauküche integriert

und ver schwand somit

aus dem optischen Fokus.

Heute

Der Kühlschrank avanciert

zum Allrounder: Optische

Raffinesse verbindet sich mit

technischem Allerlei. Neben

den Basics wie Eiswürfelspender

und NoFrost-System

sind in modernen Geräten

auch Frühwarnsysteme für

ablaufende Produkte oder

Kameras eingebaut.

Fotos: Otto Reiter, Shutterstock, beigestellt, Kühlschrank aus den 1920er zu sehen im Naturhistorischen Museum Wien

128 falstaff LIVING 03 / 20


MHK KÜCHENSPEZIALISTEN MIT

DEM ROTEN DREIECK REALISIEREN

KÜCHEN VISIONEN GANZ NACH

IHREM GESCHMACK!

Die MHK Group ist Europas führender Einkaufsund

Marketing verband – davon profitieren Sie

als Kunde gleich mehrfach:

Beste Auswahl an Markenprodukten

Persönliche Beratung auf höchstem Niveau

Attraktive 5-Jahres-Garantie auf

sämtliche Elektrogeräte

Informieren Sie sich!

Hier finden Sie Ihren MHK Küchen spezialisten in

Ihrer Nähe: www.rotesdreieck.at

176 x IN ÖSTERREICH


almuth bene

turns living

into magic.

Alles was Almuth macht ist unbeschreiblich – einfach magic. Da uns dafür die Worte fehlen lassen wir

Bilder sprechen. Vor Almuth – und nach Almuth. Einzigartige Wohnräume mit Persönlichkeit.

Und sie macht Unbeschreibliches nicht nur für LIVING, sondern auch für EVENTS und OFFICE.

alles wird bene. almuth bene.

www.almuth-bene.com


LIVING

RESIDENCES

148

XXX

160

136

132

Fotos: WEGRAZ, Roland Korner/Close Up AG, Jim Stephenson, C&P, Monika Nguyen, Nicola Moczek, Roland Köb, beigestellt

150

142

DES BAUENS NEUE KLEIDER

Die vielen Facetten nachhaltiger

Architektur. (S. 132)

WERTE IN STEIN

Immobilien als Anlage sind in Krisenzeiten

ein großes Thema. (S. 136)

GEBORGEN IM GRÜNEN

Die Natur als Hoffnungsschimmer

für die Welt der Zukunft. (S. 142)

FREUNDLICHER ALIEN

Ein Besuch im Argos, Zaha Hadids

Apartmenthaus in Graz. (S. 148)

PATIO-PASSION

Architektur mit Atrien bietet unverwechselbare

Privatsphäre. (S. 150)

LIVING SALON

Wie kann man nur rund um die Uhr

wohnen? (S. 160)


esidences / NACHHALTIG BAUEN UND WOHNEN

DES BAUENS

NEUE KLEIDER

Ob Hightech-Wohnmaschine oder regionales Low-Budget-

Bauen mit Ziegel, Holz und regionalen Ressourcen: Nachhaltige

Architektur hat viele Facetten und geht nicht nur

auf soziale Bedürfnisse ein, sondern schont auch das

Portemonnaie in Sachen Betriebskosten. Eine kleine Weltreise

von Europa über Texas bis Ecuador. TEXT WOJCIECH CZAJA

Fotos: Roland Korner/Close Up AG

132

falstaff

LIVING 03 / 20


Die Hightech-Wohnmaschine

Das active energy building in Liechtenstein

ist eines der radikalsten Projekte im Bereich des

nachhaltigen Bauens. Das Wohnhaus ist Resultat

eines jahrelangen Forschungs projekts von Falkeis

Architects und spart durch den Einsatz von

chemischen Paraffinen als speicherfähige

Masse Heiz- und Kühlkosten.

falkeis.com

Es ist, als wäre ein silbrigschokobraunes

Ufo im kleinen

Fürstentum gelandet.

Lamellen aus Alu und perforiertem

Kunststoff schmiegen sich um die

gewölbte Fassade, falten sich zu dreidimensional

gekrümmten Schattenspendern

auf und geben Einblick in die sich dahinter

verbergenden hyperfuturistischen Wohnräume.

Das active energy building (a.e.b.) in

Vaduz, Liechtenstein, ist eines der innovativsten

und nachhaltigsten Wohnprojekte der

Gegenwart, denn die zwölf Mietwohnungen

am Gerberweg 1 sind Resultat eines jahrelangen

Forschungsprojekts mit innovativen Materialien

und radikal neuen Heiz- und Kühltechnologien.

Zum Einsatz kamen nicht nur neue Konstruktionsprinzipien,

hoch belastbare Ultra-Performance-Betonmischungen,

eigens entwickelte

Schalungstechnologien und selbst entwickelte, dem

Sonnenverlauf folgende Fotovoltaik-Tracker am

Dach, die in permanentem Funkkontakt mit den

umliegenden meteorologischen Stationen stehen,

sondern auch spezielle chemische Wachsmischungen,

sogenannte Phase Change Materials (PCM),

die als Speichermasse fungieren und den technischen

Effizienzgrad des Hauses massiv erhöhen.

Hinter dem Hightech-Wahnsinn stecken Anton

Falkeis und seine Frau Cornelia Falkeis-Senn, die in

Wien und Liechtenstein ein Architekturbüro betreiben

und nebenbei an neuen Details, Baustoffen und Technologien

für die Baubranche tüfteln. »Wir hatten einen

offenen, neugierigen, innovativen Bauherrn, der

>

03 / 20

LIVING

falstaff

133


esidences / NACHHALTIG BAUEN UND WOHNEN

Nachhaltiges Texas

Das Hill Country House in Wimberley, Texas, versorgt

sich autark mit Wasser aus der Regenwasser-Zisterne

samt Kohle- und UV-Filter sowie mit Wärme aus einem

geothermischen System. Darüber hinaus werden mehr

als 60 Prozent des jährlichen Strombedarfs über die

eigene Fotovoltaik-Anlage gedeckt. Das Projekt ist

LEED-zertifiziert. mirorivera.com

17 Ökovillen aus Holz

Im schwedischen Göteborg, auf halbem Wege

zwischen Innenstadt und dem Landvettersee,

planten Tham & Videgård Arkitekter diese kleine

Ökosiedlung aus 17 identischen, aber farblich

unterschiedlich gestalteten Holzvillen.

Zwischen den Häusern schlängeln

sich Wege aus Recycling-Baustoffen.

thamvidegard.se

>

uns von der ersten Minute an gefordert hat

und bereit war, sich mit uns auf ein Experiment

einzulassen«, sagt Cornelia Falkeis-Senn, die

für das a.e.b. eine ganze Parade an Patenten

angemeldet hat. »Wir praktizieren angewandte

Forschung, die sich stets aus dem konkreten

Objekt und aus den konkreten Anforderungen

heraus entwickelt.«

Mehr als 800 Detailpläne waren nötig, um

das a.e.b. baubar zu machen. Ganz zu schweigen

von der Entwicklungsarbeit und den unzähligen

Simulationen und Labortests, die zu

einem Großteil in Zusammenarbeit mit der

Hochschule Luzern erfolgten. Für viele Produkt-

und Materialentwicklungen musste lange

Zeit nach einem passenden Industriepartner

gesucht werden. »Die Baubranche ist tendenziell

konservativ«, so Falkeis-Senn. »Es hat viel

Überzeugungsarbeit gebraucht, um Produzenten

dafür zu gewinnen, etwas Neues, etwas

noch nie Dagewesenes auszuprobieren.«

Eine der größten und ungewöhnlichsten Errungenschaften

ist der Einsatz von PCM. Phase

Change Materials sind Stoffe, die im Bereich

der üblichen Umgebungstemperaturen in der

Lage sind, ihren Aggregatzustand zu wechseln

– also zu vereisen, zu verdampfen oder sich zu

Wohnen wie vor 100 Jahren

Ein ungewöhnlicher, fast schon klassisch historischer

Beitrag zum nachhaltigen Wohnen ist diese Reihenhaus

siedlung in der Goldsmith Street in Norwich,

England. Das Projekt, das 2019 mit dem RIBA Stirling

Prize ausgezeichnet wurde, besticht durch hohe

Wohnzufriedenheit und niedrige Energiekosten.

mikhailriches.com, cathyhawley.co.uk

verflüssigen. Durch den Übertritt von einem

Aggregatzustand in den anderen können immense

Energiemengen gespeichert werden.

Üblicherweise kommen PCM in der Medizin

sowie im Automobil- und Anlagenbau zum

Einsatz. Im active energy building sind insgesamt

acht Tonnen Paraffin verbaut. Es ist das

erste Mal, dass PCM in der Baubranche in diesen

Dimensionen zur Anwendung gekommen

ist. Eine absolute Weltpremiere.

Fotos: Miró Rivera Architects, Tham & VIdegard, Tim Crocker, Ossip van Duivenbode, MVRDV, Natura Futura

134 falstaff LIVING 03 / 20


Nicht immer versteht sich Nachhaltigkeit im

Bauen als so radikale Forschungs- und Entwicklungsarbeit

wie in Vaduz. Ganz im Gegenteil:

Sehr häufig definiert sich die viel zitierte

Sustainability über den Einsatz von lokalen,

ökologischen und nachwachsenden Rohstoffen,

über die Stärkung und Bindung regionalen

Handwerks und regionaler Wertschöpfungsketten

sowie über einen Fokus auf soziale

Nachhaltigkeit – also auf die Einbeziehung der

vor Ort lebenden Menschen und ihrer Wohnund

Arbeitsbedürfnisse.

Bauen und Wohnen mit Pflanzen

Die Green Villa in Sint-Michielsgestel, Niederlande,

ist nichts anderes als ein großes Regal mit Büros,

Wohnungen und XXL-Blumentöpfen aus der Feder

von MVRDV Architects. Die Bepflanzung dient

nicht nur als Schattenspender, sondern sorgt

auch für ein angenehmes Mikroklima.

mvrdv.nl, vanbovenarchitecten.nl

Des Bauers neue Kleider

Die Villa im niederländischen Vught orientiert sich

an den traditionellen Gehöften der Region, an den

sogenannten Hoeve, bei denen Wohn- und Wirtschaftsbauten

rund um einen Innenhof gruppiert

sind. Die Konstruktion besteht aus Weißtanne

und Brettsperrholz, für dessen Herstellung und

Verarbeitung relativ wenig Energie benötigt wird.

mecanoo.nl

Neben einigen sehr schönen, beeindruckenden

Bauten, die mit ökologischen Baustoffen errichtet

und mit autarken Energiesystemen ausgestattet

wurden, fällt vor allem ein Projekt aus

der sprichwörtlichen Reihe: Die Reihenhaussiedlung

Goldsmith Street in Norwich, England,

mit rund 100 ebenerdig begehbaren

Wohnungen erinnert bei aller Modernität und

Passivhaus-Technologie an längst vergangene

Tage. Die beiden Architekten Mikhail Riches

und Cathy Hawley entwarfen eine dorfähnliche

Struktur mit kleinen, überschaubaren

Einheiten und warmer, heimeliger Backstein-

Optik. Ende letzten Jahres wurde das Projekt

mit dem renommierten RIBA Stirling Prize

ausgezeichnet.

»Die Goldsmith-Siedlung ist ein bescheidenes

Meisterwerk«, heißt es dazu im Juryprotokoll.

»Das ist Architektur in ihrer reinsten,

nachhaltigsten und sozialbewusstesten Form.«

Nicht nur ist die Wohnzufriedenheit so hoch

wie in keinem anderen Wohnprojekt in Großbritannien,

auch die jährlichen Energiekosten

liegen rund 70 Prozent unter dem britischen

Haushaltsdurchschnitt.

Ob Hightech-Maschine in Liechtenstein

oder soziales Low-Budget-Bauen in England:

Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. <

Villa aus Backstein und Teak

Wie auch die traditionellen Wohnhäuser in der Region

besteht das 2018 errichtete Stelzenhaus in Villamil,

Ecuador, aus gebrannten Ziegeln und Teakholz. Durch

die schmale Bauweise und den bewussten Verzicht auf

Glasfüllungen in den Fenstern wird das Gebäude rund

um die Uhr angenehm durchlüftet.

naturafuturarq.com

03 / 20

LIVING

falstaff

135


esidences / WOHNEN ALS ANLAGE

WERTE

IN STEIN

Immobilien als Anlage sind vor allem in Krisenzeiten ein großes Thema. Es ist aber

enorm wichtig, auf die Qualität des Investments zu achten. Immobilie ist nämlich

nicht gleich Immobilie. TEXT WALTER SENK

Foto: ZOOMVPAT

136

falstaff

LIVING 03 / 20


WOHNEN IM SCHLOSSPARK WIEN-DÖBLING

In diesem eleganten Wohnensemble blicken alle Wohnungen in

den innenliegenden, geschützten Schlosspark mit dem historischen

Brunnen. Die zeitlose Architektur schafft eine stilvolle

Verbindung aus Modernität und Historie, die das gesamte Projekt

prägt. In der ersten Bauphase werden 43 Neubau-Eigentumswohnungen

und 7 Townhouses realisiert – in der zweiten Bauphase

folgen aufwendig renovierte Stil-Altbauwohnungen. soravia.at

03 / 20

LIVING

falstaff

137


esidences / WOHNEN ALS ANLAGE

Investment in Immobilien bedeutet nicht,

dass man um viele Millionen Wohnhäuser

und Gewerbeobjekte kaufen muss. Krisensichere

Investments sind auch in kleinerem

Maßstab zu finden. Mathias Mühlhofer, Vorstand

der Immobilienrendite AG, meint sogar,

dass »die Eigentumswohnung ein besseres Investment

ist als das Wiener Zinshaus«. Denn

dieses ist in den letzten Jahren schon derart im

Wert gestiegen, dass es keine sinnvolle Rendite

mehr erwirtschaften kann.

WIE IM GROSSEN, SO IM KLEINEN

Sonst aber gelten beim kleinen Bruder des

Zinshauses, der Anlagewohnung, ebenfalls

die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie bei den

Großen. »Die Anlageform funktioniert ja nur,

ATTRAKTIVES WOHNEN IM ESCHENGARTEN WIEN-LIESING

Zwei Häuser in Liesing formieren sich zu einem einzigartigen Wohnensemble und sind verbunden

über eine großzügige Grünanlage – den Eschengarten. Noch mehr Grün findet man fünf Minuten

mit dem Auto entfernt beim Badeparadies »100tage sommer«. Rund um den natürlichen

Schwimm teich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Freizeit ausgiebig zu genießen. Errichtet werden

37 Eigentumswohnungen mit Wohnflächen von ca. 47 bis 87 Quadratmeter. eschengarten.at

Fotos: JamJam, WGA ZT GmbH, Peter Riedler, C&P Immobilien AG, sReal

BESONDERER REIZ WIEN-HIETZING

Zwischen Lainzer Tiergarten und Schönbrunner Schlosspark

vermarktet Raiffeisen Vorsorge Wohnung insgesamt 41 Wohneinheiten.

Trotz Grünlage ist man durch Bus- und Straßenbahnlinien

an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden, in zwei Minuten ist

der Bahnhof Wien Speising zu Fuß zu erreichen. Außerdem gibt

es eine optimale Infrastruktur mit zahlreichen Geschäften und

Lokalen. rvw.at

138

falstaff

LIVING 03 / 20


HOCHHAUS IM 22. BEZIRK DONAUSTADT

Das Wohnprojekt am Genochplatz hat mit seinen zehn Obergeschoßen

Landmark-Charakter und wird rund 122 Wohneinheiten

beherbergen. Der Standort zeichnet sich durch

eine umfassende Infrastruktur mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten

und Bildungseinrichten aus. Im Erdgeschoß

gibt es eine großzügige Gewerbezone. Mit dem Wohnhaus

wird die Umgebung nicht nur belebt, sondern auch aufgewertet.

cp-ag.at

wenn die Wohnung auch dauerhaft vermietet

ist«, meint Albert Sacher, Vorstand C&P Immobilien

AG, und bringt das Investment auf den

Punkt: »Damit dies funktioniert, benötigt man

vor allem leistbare Wohnungen mit sehr guten

Grundrissen in Städten, die einen konstanten

Bevölkerungszuwachs vorweisen.« Sprich Ballungsräume,

in denen die Nachfrage nach Mietwohnungen

entsprechend hoch ist, sind gefragt.

LAGE UND WÜNSCHE

»Im städtischen Bereich gilt eine Ein- bis Zweizimmerwohnung

in U-Bahn-Nähe als sicheres

Immobilieninvestment mit bestmöglicher Rendite«,

meint Karin Bosch, s REAL Immobilienvermittlung.

Damit die Wohnung auch tat sächlich

dauerhaft Renditen abwirft, sind abgesehen

von Größe und Grundriss auch andere Voraussetzungen

notwendig, wie die Expertin der

s REAL weiter ausführt: »Für Anleger, die ausschließlich

das wirtschaftliche Optimum inte -

ressiert, zählt die Lage der Wohnung mit guter

Verkehrsanbindung und Infrastruktur.« Bei der

Lage ist aber nicht unbedingt innerstädtisch

gemeint, sondern eine fußläufig erreichbare

>

BRAUQUARTIER GRAZ PUNTIGAM

Das Brauquartier Graz Puntigam im gleichnamigen Grazer Bezirk ist

eine einzigartige Stadtlandschaft, in der mit einem durchdachten Konzept

das Leben in der Gemeinschaft gefördert wird. Dachgärten mit der

Bezeichnung »Flying Garden« im dritten Obergeschoß verbinden die

einzelnen Baukörper miteinander und stehen als Kommunikationszone

allen Quartierbewohnern zur Verfügung. brauquartier-puntigam.at

»Wir beobachten, dass

die Leute sich gerade in

Zeiten wie diesen vermehrt

Gedanken über die ›richtige‹

Veranlagungsform machen.«

ALBERT SACHER Vorstand C&P Immobilien AG

03 / 20

LIVING

falstaff

139


esidences / WOHNEN ALS ANLAGE

QUALITÄTSVOLL LEBEN AM KAHLENBERG WIEN-DÖBLING

Am Fuße des Kahlenbergs inmitten des begehrten Wohnbezirks Döbling wurden

von Raiffeisen WohnBau drei exklusive Villen und acht exklusive Wohnungen (circa

70 bis 190 Quadratmeter) in drei Häusern errichtet. Trotz attraktiver Grünruhelage

ist die City-Nähe mit exzellenter Verkehrsanbindung garantiert. Für den täglichen

Bedarf gibt es eine entsprechende Infrastruktur. raiffeisen-wohnbau.at

>

öffentliche Verkehrsanbindung, wobei

U-Bahn-Anschluss von Mietern absolut bevorzugt

wird. Für viele Stadtbewohner stellt sich

mittlerweile überhaupt nicht mehr die Frage

nach einem eigenen Kraftfahrzeug – ganz im

Gegenteil: Garagen werden tatsächlich immer

weniger nachgefragt. Eine gute Lage in einer

gefragten Gegend bietet noch einen weiteren

Vorteil, der über die monatlichen Mieteinnahmen

hinausgeht und das Investment noch

wertvoller macht: »Es ist ein Wertzuwachs

möglich«, so Albert Sacher.

Weiters steht auf der Wunschliste der

zukünftigen Bewohner ganz oben die Nähe

zur täglichen Infrastruktur, insbesondere

ein Lebensmittelmarkt, aber auch Banken,

Schulen, Kindergärten und ähnliche Einrichtungen

– eventuell auch rasch erreichbare

Naherholungsgebiete. Ein Asset kommt gerade

in der aktuellen Situation besonders zum

Tragen: eine Freifläche wie ein Balkon oder

eine Loggia. Die richtige Kombination garantiert

die optimale Vermietbarkeit und

möglichst geringen Leerstand.

KONKURRENZDRUCK AM MARKT

Wie wichtig die optimalen Voraussetzungen

sind, zeigt sich vor allem dann, wenn die Konkurrenz

größer wird. Das tut sie derzeit in

Wien, denn aktuell kommt nicht nur eine Vielzahl

an geförderten Mietwohnungen auf den

Markt, sondern aus dem Kauf ganzer Wohnprojekte

durch institutionelle Investoren auch

vermehrt frei finanzierte Mietwohnungen.

Dies vor allem in den Bezirken, in denen am

meisten gebaut wird. Das sind der 10., 11. und

22. Bezirk. So erwartet Karin Bosch, dass »im

Mietmarkt vor allem in den Flächenbezirken

Wiens, wo uns eine sehr große Anzahl an Fertigstellungen

erwartet, der schon bisher bestehende

Preisdruck noch stärker wird.« Daher

ist hier mit längeren Verwertungszeiträumen

zu rechnen. Wobei natürlich immer die Wohnung,

die den Vorstellungen und Wünschen

der Kunden entspricht, ihren Konkurrenten

überlegen ist.

IMMOBILIEN ALS SICHERER HAFEN

Wie auch immer sich die aktuelle Situation in

weiterer Folge darstellt, IFA-Vorstand Michael

Baert ist überzeugt: »Langfristig sind aus meiner

Sicht Immobilien aus Wirtschaftskrisen immer

gestärkt hervorgegangen. Ich gehe auch

diesmal davon aus, dass wieder viele Investoren

einen Teil ihres Vermögens auf die ›sichere

Seite‹ legen wollen.« Unabhängig von der

Dauer und den Veränderungen durch die

jetzige Krise spricht für Sandra Bauernfeind,

Geschäftsführerin EHL Wohnen, ein Argument

eindeutig für das Investment: »Ich bin davon

überzeugt, dass gerade der Wohnungsmarkt

nach Ende der Krise bald wieder in gewohnter

Weise anspringen wird.«

Eines sei jedoch noch einmal ans Herz

gelegt: Je besser und durchdachter das eigene

Investment ist, desto mehr Freude wird man als

Investorin oder Investor haben.

Die Suche nach möglichst sicheren Veranlagungen

bei solventen Käufern bewirkt eine steigende

Nachfrage nach Eigentums- und Vorsorgewohnungen. <

Fotos: Foto: Irene beigestellt Schanda

140 falstaff LIVING 03 / 20


Bezahlte Anzeige

Danke!

Zusammen durch

die Corona-Krise.

Über 60.000 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter der Stadt Wien sorgen dafür,

dass sich die Wiener Bevölkerung in dieser

Ausnahmesituation auf die Leistungen

der Stadtverwaltung verlassen kann. Die

Infrastruktur funktioniert, weil in vielen

Bereichen Übermenschliches geleistet wird.

Gemeinsam werden wir unser Ziel erreichen,

niemanden in dieser Krise zurückzulassen.

Dafür danken wir jeder und jedem Einzelnen

von Ihnen.Unterstützen Sie auch weiterhin die

Menschen in dieser Stadt, an die wir wiederum

appellieren, ihren Beitrag zu leisten und nur

dann ihr Zuhause zu verlassen, wenn es wirklich

notwendig ist. Infos, um Ihre Gesundheit und

die Gesundheit anderer zu schützen, finden Sie

unter wien.gv.at/coronavirus.

Ihre Wiener Stadtregierung

wien.gv.at


esidences / WOHNEN IM GRÜNEN

GEBORGEN

IM GRÜNEN

Glücklich, wer zur Selbstisolation mehr als nur ein Sofa hat.

Wer naturnah wohnt, schätzt die Ruhe und Freiheit von Flora

und Fauna in diesen Tagen ganz besonders. So wird die Nähe

zur Natur auch zum Hoffnungsschimmer für die Welt der Zukunft.

TEXT MAIK NOVOTNY

KENTISH COAST HOUSE, KENT, GROSSBRITANNIEN

Wie ein archaisches Monument steht dieses Wohnhaus auf einer südengli schen

Wiese. Fünf runde Türme mit konischen Köpfen, mit 41.000 Schindeln in sechs

Farben verkleidet. Inspiriert wurde die ungewöhnliche Form von den Oast

Houses, die in der Grafschaft Kent vom 15. bis zum 19. Jahrhundert zum

Trocknen von Hopfen verwendet wurden. Fenster in verschiedenen Höhen

bieten Ausblick ins Grüne und Rapunzel-Feeling. acme.ac

Foto: Jim Stephenson

142

falstaff

LIVING 03 / 20


Es sieht aus wie eine geschlossene Tür«, ZWISCHEN INNEN UND AUSSEN

sagt Joos. »Doch sehen Sie, wie das

Licht durch die Spalten scheint!« Dann Ganz so ärmlich geht es hinter der fast komplett

schiebt die rüstige Niederländerin die geschlossenen Holzfassade allerdings nicht zu.

Wand aus dünnen Holzlatten beiseite und steht

mit einem Schritt mitten auf einer Blumenwiese

zwischen summenden Bienen. »Manchmal

hoppeln auch Kaninchen vorbei!« Gemeinsam

mit ihrem Mann Paul bewohnt Joos ein Haus

auf dem Land, das von außen eher einer

Scheune ähnelt. Kein Wunder: Architekt Julius

Taminiau, der den früheren Kuhstall umgebaut

hat, taufte das Ergebnis »Potato Shed House«

und bezeichnet es als ein Denkmal der Sparsamkeit.

Das Licht dringt schmal durch die Spalten, und

schiebt man die darin getarnten Fensterläden beiseite,

strömt es breit durch die großen Fenster. Ein

Haus, gemacht für die Kommuni kation zwischen

innen und außen, zwischen Wohnen und Garten.

Wohnen im Grünen: Die Erfahrung mit der

Corona-Pandemie hat diese alltägliche Situation

mit Bedeutung aufgeladen. Glücklich, wer zur

Selbstisolation mehr als nur ein Sofa hat. Jeder

Balkon, jede Dachterrasse ist Gold wert, und

jeder Garten unbezahlbar.

>

03 / 20

LIVING

falstaff

143


esidences / WOHNEN IM GRÜNEN

WITKLIPFONTEIN ECO LODGE, SÜDAFRIKA

Buchstäblich im Grünen wird hier gewohnt. Für diese Lodge in Südafrika

wurde der Grasteppich angehoben und das Gebäude darunter hinein geschoben.

Techniken wie Wasseraufbereitung und raue, organische Baumaterialien

wie Stampflehm beweisen zudem, dass hier nicht nur oberflächlich

ökologisch agiert wird. »Das Haus verschwindet in Flora und Fauna

und wird ein harmonischer Teil der Natur,« so die Architekten. glh.co.za

> »Die traditionellen Oast Houses in Kent sind fast wie

Festungen, sie schließen sich gegenüber der Natur ab.

Wir sind einen anderen Weg gegangen.«

So global wie dieser Realitätsschock, so

global auch die Möglichkeiten, Wohnen und

Natur zu kombinieren. Mag auch nicht jeder

daran teilhaben, so ist es doch ein Hoffnungsschimmer

für das Leben »danach«. Eine

Renaissance des naturnahen Wohnens ist

schließlich nicht unwahrscheinlich. Ideen

dafür gibt es reichlich – erst recht, wenn man

sich auf lokale Traditionen besinnt.

Das muss nicht immer ein Kuhstall sein,

auch ein Hopfenturm eignet sich wunderbar.

Moment, ein was? Ein Oast House, wie es in

der englischen Grafschaft Kent einst zum

Trocknen von Hopfen diente, nahm sich das

Architekturbüro ACME zum Vorbild für ein

Einfamilienhaus: fünf ineinandergeschobene

Türme, mit farbigen Schindeln verkleidet. »Die

traditionellen Oast Houses sind fast wie Festungen,

sie schließen sich ab«, erklärt Architekt

GREENHOUSE AS A HOME, TAIWAN

Wohnen im Gewächshaus als visionäres Konzept: Das war die Grundidee

für das experimentelle Greenhouse in Taiwan. Das Wohnen orientiert sich

hier nach Klimazonen – von feucht bis trocken, von kühl bis warm. Der

Lebenszyklus des Menschen verzahnt sich eng mit dem Lebenszyklus

der Pflanzen, in der Wohnküche wachsen Obst und Gemüse, bereit zum

Verzehr. Eine Öko-Utopie, nicht nur für Hippies. biasarchitects.com

FRIEDRICH LUDEWIG Architekt und Direktor von ACME

Fotos: Damien Huyberechts, kentauros yasunaga, Rockburger/James Teng, Norbert Wunderling

144 falstaff LIVING 03 / 20


MUJI YŌ NO LE, CHIBA, JAPAN

Ein Teppich aus Holz wird hier ausgerollt, vom Wohnzimmer hinaus ins Freie.

Inspiriert von lokaler Bautradition entwickelte die japanische Design-Kette Muji

dieses schlichte Modellhaus für das Wohnen im Grünen. »Die Grenzen zwischen

Außen und Innen verschwimmen«, so die Gestalter. »Aktivitäten, die sonst im

Wohnraum stattfinden, nach außen zu verlegen, ist die ideale Methode, um sich

mit einem neuen Garten anzufreunden.« muji.com

POTATO SHED HOUSE, NIEDERLANDE

Ein ungewöhnlicher Umzug: Ein niederländisches Ehepaar macht sein

Bauernhaus zur Ferienwohnung und zieht nach nebenan in die Scheune.

Nicht irgendeine Scheune! Das Potato Shed House spielt mit asketischbäuerlicher

Schlichtheit, doch sein hölzernes Kleid ist voller Überraschungen

und eröffnet zahlreiche Verbindungen zwischen dem Innenraum und dem

wild wuchernden Garten. juliustaminiau.nl

Friedrich Ludewig. »Wir sind einen anderen

Weg gegangen.« Die fünf Türme verschmelzen

räumlich ineinander und bieten immer

neue, verlockende Ausblicke ins Grün.

ERDIGE FARBEN

Eine Renaissance des naturnahen Wohnens ist schließlich

nicht unwahrscheinlich. Ideen dafür gibt es reichlich –

erst recht, wenn man sich auf lokale Traditionen besinnt.

Ganz naturnah in erdigen Farben kommt das

Ferienhaus daher, das Taller Hector Barroso

für eine Familie in Avandaro, 150 Kilometer

westlich von Mexiko City, gebaut hat. Gefärbter

Beton, Holz und Lehm sind hier erst auf

den zweiten Blick unterscheidbar, so stark

sind sie farblich angeglichen. Das Ergebnis ist

fast klösterlich-meditativ, ein idealer Rahmen,

um sinnierend in die üppige Natur hinauszublicken.

Andere öffnen sich der Natur noch weiter

– so weit, bis sich das Haus fast im Grün

>

03 / 20

LIVING

falstaff

145


esidences / WOHNEN IM GRÜNEN

NEST HOUSE, VIETNAM

Eigentlich ist es kein Haus, sondern eine Mischung aus Gästehaus,

Esszimmer und Festhalle. Konzipiert für eine Familie, die oft und gerne

Hunderte Gäste einlädt, öffnet sich der luftig hohe Raum weit in den

tropischen Garten. Denn das gesellige Zusammensein kennt hier keine

Grenzen zwischen innen und außen. Darüber hängen wie tropische

Vogelnester zwei Gästezimmer.

>

auflöst. So wie ein Haus in Vietnam,

das eigentlich nur als erweitertes Esszimmer

geplant war: Da die feierfreudige Familie

zu Hause zu wenig Platz für Gäste hatte,

ließen sie ein »Banquet House« bauen, eine

große Halle, in der tropische Pflanzen das

kulinarische Get-together umrahmen, das

sich schwellenlos in den Garten fortsetzt.

Zwei Gästezimmer hängen darüber wie

Vogelnester.

LEHMHAUS IM WALD, MEXIKO

»Eine Architektur, die mit dem Wald verschmilzt« war das Ziel der

mexikanischen Architekten Taller Hector Barroso für dieses Ferienhaus.

Das sieht man: Gelegen im landschaftlich schönen Valle de Bravo,

nimmt es sich gegenüber der Natur ganz zurück. Erdige Farbtöne und

Steine aus der Umgebung schaffen eine klösterliche Ruhe, in der nichts

vom Naturgenuss ablenkt. tallerhectorbarroso.com

WOHNEN IN KLIMAZONEN

Ein Blick in die Zukunft: Wie leben wir, wenn

es zur kompletten Vereinigung von Wohnen

und Grün kommt? Vielleicht wie im Greenhouse

as a Home, das 2018 für die Taoyuan

Agriculture Expo 2018 in Taiwan entwickelt

wurde. Hier sind die Wände komplett aufgelöst

und der Grundriss nicht nach Wohnen,

Schlafen, Essen eingeteilt, sondern nach Klimazonen:

von dunkel, feucht und kühl bis zu

trocken und warm. Wenn wir nach der Selbstisolation

in einer neuen Welt auftauchen, wäre

diese nicht die schlechteste.

<

Fotos: Quang Dam, Cesar Bejar

146 falstaff LIVING 03 / 20


KARIN BOSCH, MBA

Leitung s REAL Exklusiv

Jahrhundertwende Villa

Hinterbrühl, parkähnlicher Grund ca. 1.814 m²,

historische Wohnfläche ca. 260 m²

HWB 181,50 KP auf Anfrage! Obj. Nr. 960/54678

Karin Bosch, MBA, T +43 5 0100 - 26231

karin.bosch@sreal.at www.sreal.at

Mit den

Werten steigen

die Ansprüche.


esidences / ZAHA HADID

FREUNDLICHER ALIEN

MIT ARGUSAUGEN

Wohnen hinter 43 Guckrüsseln

Trotz Leichtbauweise aus Glasfaser und

CNC-gefrästem Holz bringt der größte und

schwerste Fenstererker stolze 3500 Kilogramm

auf die Waage. Im Inneren des von

Zaha Hadid geplanten Hauses befinden sich

21 vermietbare Apartments. zaha-hadid.com

Fotos: WEGRAZ, beisgestellt

148

falstaff

LIVING 03 / 20


Vor 17 Jahren hat die britische Architektin Zaha Hadid das Argos in der Grazer Innenstadt

entworfen. Nun endlich ist das außerirdische Apartmenthaus am Rande des UNESCO-

Weltkulturerbes fertiggestellt und seit wenigen Wochen in Betrieb. Ein Besuch.

TEXT WOJCIECH CZAJA

Mit riesigen, teils zwinkernden, teils

schielenden Augen schaut es einen

an, als sei man wie ein tunichtguter

Störenfried in die Grazer Burggasse

eingedrungen. Doch je näher man dem neuen

Eckhaus kommt, das anstelle des einstigen

Kommod-Hauses errichtet wurde, desto

freundlicher, weicher und geschmeidiger gibt

sich das von Zaha Hadid Architects geplante,

außerirdisch anmutende Gebilde, das vor

wenigen Wochen fertiggestellt und in Betrieb

genommen wurde. Mit dem blauen Kunsthaus

Graz von Peter Cook und Colin Fournier hatte

die steirische Landeshauptstadt 2003 ihren

ersten »Friendly Alien« bekommen – und nun,

sagt Dieter Johs, Geschäftsführer des Grazer

Unternehmens Wegraz, das sich auf Altstadtsanierung

und Immobilienentwicklung spezialisiert

hat, sei am Rande des berühmten

UNESCO-Weltkulturerbes 17 Jahre später der

zweite freundliche Alien gelandet.

»Es ist kein Zufall, dass wir das Haus Argos

genannt haben«, sagt Johs und verweist auf die

gleichnamige griechisch-mythologische Figur

mit hundert Augen am ganzen Körper. »Immerhin

haben wir 43 unterschiedlich geformte

Fenstererker, die dem Gebäude sein charakteristisches,

unverwechselbares Erscheinungsbild

verleihen.« Hinter den amorphen Glasfaser-

Skulpturen, die wie gierige Guckrüssel in den

Straßenraum hinausragen, verbirgt sich eine

Retro oder Raumschiff Enterprise?

Die von Martin Cserni geplanten

Apartments sind unterschiedlich

eingerichtet und in Größen von

30 bis 70 Quadratmetern zu mieten.

cserni.at

hochkomplexe Unterkonstruktion aus CNCgefrästen

Holzwerkstoffplatten. Mitten in die

raumbreiten und fast raumhohen Panoramascheiben

sind »schwimmend« – also sprossenfrei

– kleine, aufklappbare Öffnungsflügel

eingesetzt. Trotz der Leichtbauweise ist die

ZAHA HADID

COMPLETE WORKS 1979–TODAY

Von Philip Jodidio

Über die 2016 verstorbene Architektin Zaha Hadid ist nun

eine mehr als drei Kilogramm schwere und fast 700-seitige

Monografie im Taschen Verlag erschienen: Von Olympischen

Stadien bis zum Flughafen von Weltformat stellt das Buch

sämtliche Werke jener Architektin zusammen, die als erste

Frau mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet

wurde und die die Weltarchitektur mit sinnlicher, expressiver

Formenvielfalt revolutioniert hat.

Verlag: Taschen Preis: € 50,–

40 Tonnen schwere Fassade alles andere als ein

Fliegengewicht. »Das größte Fensterauge alleine

bringt es auf 3,5 Tonnen«, so Johs.

Was die Baukosten betrifft, könne man davon

ausgehen, so die Wegraz, dass sie etwa

doppelt so hoch seien wie bei einem herkömmlichen

Bau vergleichbarer Größe. Eingespielt

werden soll diese Investition über die Nutzung:

Im Herzen des Außerirdischen nämlich befinden

sich 21 voll möblierte, voll ausgestattete

Serviced Apartments von 30 bis 70 Quadratmetern,

die vom Grazer Architekten Martin

Cserni entworfen wurden. »Langfristig streben

wir wochen- und monatelange Vermietungen

an Expats und Business-Reisende an«, sagt

Argos-Hotelmanagerin Verena Riedl, »vorerst

aber sprechen wir mit unserem Produkt selbstverständlich

auch Touristen an.« Die Preise

werden dynamisch kalkuliert und variieren je

nach Saison und Nachfrage. Der Zutritt zu

den Apartments erfolgt personalfrei und voll

digitalisiert über QR-Code. Serviceleistungen

wie Frühstück und Zimmerreinigung können

über eine TV-App dazugebucht werden.

03 / 20

LIVING

falstaff

149


esidences / PATIOS & ATRIEN

PATIO

PASSION

Atrien und Patios sind mehr als nur Löcher im Grundriss.

Quer durch die Geschichte und quer durch alle Klimata

hat sich das Hofhaus zu einem Wohnmodell mit schöner,

unverwechselbarer Privatsphäre entwickelt. Auch in

der zeitgenössischen Architektur ist das Atrium

kaum noch wegzudenken.

TEXT WOJCIECH CZAJA

Trapez der Ruhe

In Eltville am Rhein, einen Katzensprung von Wiesbaden

entfernt, wurde inmitten eines alten Eichenhains ein modernes

Einfamilienhaus aufs Grundstück platziert. Herzstück ist dieser

trapezförmige Patio mit Stein und Grün, der bei geöffneten

Türen mit den angrenzenden Fluren zu einem Paradies an

der Schnittstelle zwischen Innen und Außen verschmilzt.

Planung: Ecologic City Garden – Paul Marie Creation.

ecologic-city-garden.business.site

Foto: Joe Fletcher

150

falstaff LIVING 03 / 20


03 / 20 LIVING

falstaff

151


esidences / PATIOS & ATRIEN

Ein Plafond aus Wolken und Beton

Das Klima im mexikanischen Puebla ist heiß im

Sommer und mild im Winter. Kein Wunder also,

dass in der Quinta Gaby in Atlixco Wohnraum,

Küche und Atrium fast nahtlos ineinanderfließen.

Das Vordach aus Beton spendet Schatten, die

Wände aus Stampflehm dienen als

speicherfähige Masse, und das Becken im

Garten sorgt für angenehme Luftfeuchtigkeit.

tallertlaiye.com

Fotos: Yoshihiro Koitani, Suppose Design Office, Christopher Frederick Jones, Adrià Goula

Die historische Altstadt von Granollers,

rund 30 km nördlich von Barcelona,

gilt als die am dichtesten bebaute

Innenstadt Kataloniens. Inmitten

von engen Gassen und Korridoren reiht sich

ein Wohnhaus ans andere. Hinter einer der

geschichtsträchtigen, von Jahrhunderten gezeichneten

Steinmauern versteckt sich ein

kleines, auf den ersten Blick unscheinbares

Paradies: Die katalanischen H Arquitectes,

die sich auf Wohnbau und Revitalisierung von

historischen Häusern spezialisiert haben, füllten

die nur 6,5 Meter breite, dafür aber fast

60 Meter tiefe Parzelle hinter dem denkmalgeschützten

Portal mit einer Sequenz aus

Wohn be reichen, schattigen Patios und hybriden

Aufenthaltsatrien an der Schnittstelle

zwischen Innen und Außen.

Poetisches Nichts

Das Moriyama-Haus in Nagoya, Japan,

sieht aus wie ein raumgewordenes

Gedicht aus Luft, Glas und Lavastein.

Auf einer Grundstücksfläche von nur

82 Quadrat metern schuf das Suppose

Design Office eine dreidimensionale

Collage aus gläsernen Zimmern mit

offenen Zwischen räumen und ungewöhnlich

platzierten Pflanzen und Gemälden.

Sinnlicher kann Wohnen nicht sein.

suppose.jp

152 falstaff LIVING 03 / 20


Wohnen zwischen Bambus und Feigen

Der australische Architekt Shane Plazibat

hat schon Wohnhäuser in London, Hongkong

und Down Under geplant. Das Fig Tree Pocket

House am Stadtrand von Brisbane blickt

auf der einen Seite in einen großen

Feigen garten, während auf der anderen

Seite ein schmales Bambusatrium vor die

Wohnzimmerrückwand eingeschnitten ist.

plazibat.com.au

»Für uns war es wichtig, den Innen- und

Außenraum funktional miteinander zu verbinden

und auf diese Weise eine zusammenhängende

Raumfolge zwischen geschütztem

Wohnen und offenem Freiraum zu kreieren«,

sagt Roger Tudó Galí, Projektleiter und Partner

bei H Arquitectes. »Während wir in den

Innenräumen Holz und weiße Kalkfarbe verwendet

haben, bilden die hellen Ziegelsteine in

den Atrien, die im Boden- und Wand bereich

zum Einsatz gekommen sind, eine Art künstliche

Landschaft. Es sieht aus, als wäre man

in einer karstigen, geometrisch eingefassten

Natur mit Ruhe, Frischluft und kühlen, schattigen

Plätzen – und doch ist man, während

draußen die Menschenmassen auf und ab

spazieren, mitten in Granollers.«

Für den außergewöhnlichen, räumlich und

materiell kompromisslosen Ansatz wurde die

Casa 1014, so der offizielle Titel des Hauses,

mit dem internationalen Brick Award ausgezeichnet.

Dass sich das doppelschalige Ziegelmauerwerk

heute tatsächlich in seiner puren

Nacktheit zeigt, ist der Hartnäckigkeit der

Architekten zu verdanken. »Wir haben den

Bauherren zu Beginn des Projekts vorgeschlagen,

die Ziegeloberflächen zu verputzen, wenn

sie ihnen nicht gefallen«, erinnert sich Galí,

»aber erfreulicherweise haben die Bewohner

die immensen Qualitäten des Ziegels erkannt.

Ziegel sieht schön aus, riecht gut und hat eine

wunderbare Haptik.«

Patios und Atrien sind beliebte Elemente,

um inmitten dicht bebauter Siedlungsräume

– umzingelt von Hunderten Häusern und städtischem

Treiben auf der Straße – geborgene,

akustisch abgeschottete Rückzugsräume zu

schaffen. Das Loch im Grundriss hat nicht nur

den Vorteil, dass es die umliegenden Aufenthaltsräume

mit Licht und Luft versorgt, sondern

schafft auch eine in der Stadt sonst kaum

anzutreffende Freiraumqualität mit meist uneinsehbarer

Privatsphäre. Oder, wie es Roger

Tudó Galí ausdrückt: »Man kann nackt in

Haus und Hof herumspazieren, und niemand

schaut einem dabei zu.«

>

Paradies in Ziegelstein

In der Altstadt von Granollers bei

Barcelona füllten die H Arquitectes

eine nur 6,5 Meter schmale und fast

60 Meter lange Baulücke mit einem

an Wand und Boden geziegelten

Atriumhaus. Die Casa 1014 wurde

mit dem internationalen Brick

Award Grand Prize in der Kategorie

»Urban Infill« ausgezeichnet.

harquitectes.com

03 / 20

LIVING

falstaff

153


esidences / PATIOS & ATRIEN

Wintergarten aus dem Dornröschenschlaf

Was vor einigen Jahren noch eine verfallene

Hausruine war, ist nun ein verwunschenes

Atrium mit Kräutergarten und Kristallluster.

Der ungewöhnliche, von viktorianischen Mauern

umgebene Nachbarschaftsgarten ist Herzstück

eines Revitalisierungsprojekts in der Granby

Street in Liverpool. Planung: Assemble Studio.

assemblestudio.co.uk

>

Die Geschichte des Atriumhauses reicht bis

in die römische, griechische und minoische

Antike zurück, und auch in der islamischen

Architektur spielt das Hofhaus eine zentrale

Rolle. »In vielen Kulturen«, erklärt Christian

Kühn, Professor für Gebäudelehre an der TU

Wien, »schottet man sich von den dichten Gassen

der Innenstädte ab und schafft im Inneren

ein stilles, kühles Wohnrefugium.« In Städten

wie Kairo, Marrakesch und Damaskus sei diese

historische Typologie nicht wegzudenken. »Im

20. und 21. Jahrhundert lebt das Hofhaus auch

in vielen europäischen Ländern wieder auf.

Selbst namhafte zeitgenössische Architekten

wie etwa Valerio Olgiati haben einige schöne,

sinnliche Projekte entworfen.«

Dass das geschichtsträchtige Atrium längst

nicht auf den Privatraum beschränkt ist, beweist

ein exotisches Revitalisierungsprojekt in

Liverpool. In der viktorianischen Granby

Street im Süden der Innenstadt, die viele Jahre

lang unter Abbruch, Verfall und Vandalismus

gelitten hatte, vollzog das Londoner Architekturbüro

Assemble Studio eine wahre Wohltat,

indem es zehn desolate, halb verfallene Wohnhäuser

revitalisierte und in Schuss brachte.

Herzstück der Wohnanlage ist ein Nachbarschaftspatio,

der in einem ehemaligen viktorianischen

Haus als kollektiver Treffpunkt

eingerichtet wurde.

»Als wir zum ersten Mal vor Ort waren, um

die verlassenen Häuser zu besuchen, waren sie

durch Vernachlässigung zu verborgenen, verwunschenen

Gärten geworden«, erinnert sich

Anthony Engi Meacock, Gründungsmitglied

von Assemble Studio, das vor einigen

>

Abschottung mit Licht und Grün

Die japanischen mA-Style Architects

bauten in Fujieda ein Haus, das sie mit

einem schmalen Streifen aus Licht und

Grün umsäumten. Die umlaufende weiße

Mauer schützt nicht nur vor neugierigen

Blicken, sondern reflektiert auch das

Sonnenlicht und leitet es auf diese

Weise in den Innenraum.

ma-style.jp

Fotos: Assemble, Nacasa & Partners

154 falstaff LIVING 03 / 20


Herrschaftliche

Architektenvilla mit

Einlieger-Wohnung

Sylvia Riesner, 0662 8886 14221

Diese markante Villa liegt im

exklusiven Villenviertel Parsch, am

Fuße des Gaisbergs. Die perfekte

Lage am Hang ermöglicht einen

traumhaften Blick über die Stadt

Salzburg, bis hin zur Festung

Hohensalzburg und die

umliegende Bergwelt.

KP EUR 4.400.000,-

Wfl. ca. 453 m²


esidences / PATIOS & ATRIEN

XXL-Patio für alle

Wo in den Docks von Bordeaux einst Silos,

Kriegsbunker und Lagerhäuser standen,

befindet sich nun ein Wohnhaus des Pariser

Architekturbüros Nicolas Michelin & Associés.

Erschlossen werden die 150 Miet- und knapp

200 Eigentumswohnungen über mehrgeschoßige,

mediterran begrünte Atrien.

anma.fr

wird der sommerliche und winterliche Freiraum,

der in Zusammenarbeit mit dem Granby

Four Streets Community Land Trust realisiert

wurde, wie ein kleiner Nachbarschaftsgarten

genutzt – zum Plaudern, Kartenspielen und für

den Kräuteranbau. Unter den Fenstern wachsen

Farne, Lilien und Jasmin.

»Es war verdammt viel Arbeit«, sagt Eleanor

Lee, die seit fast 50 Jahren in der Granby Street

lebt, »aber es hat sich ausgezahlt.« Und für

die 33-jährige Emily Alexander ist mit dem

Atriumprojekt ein Traum wahr geworden: »Ich

habe in dieser Gasse gewohnt, als ich noch ein

kleines Kind war. Das Viertel war kaputt und

heruntergewirtschaftet. Nun ist hier ein kleines,

verstecktes Paradies entstanden. Von außen

ist es kaum zu erahnen, aber sobald man

eingetreten ist, will man nie wieder weg.«

<

>

Jahren mit dem renommierten Turner-

Preis ausgezeichnet wurde. »Wir wollten

diesen erstaunlichen Zustand um jeden Preis

bewahren, ihn aber zugleich in etwas Positives

verwandeln, von dem die gesamte Gegend

profitieren kann.« Damit war der Grundstein

für einen der schönsten Wintergärten der

jüngsten Architekturgeschichte gelegt.

Das Mauerwerk wurde trockengelegt, neu

verfugt und um fehlende Ziegel ergänzt, wo

zu große Wandstücke fehlten, wurde mit türkis

lackierten Stahlträgern nachgeholfen, und zu

guter Letzt wurde von oben ein Schönheit und

Atmosphäre ausstrahlender Kristallluster in

das neu geschaffene Atrium gehängt. Heute

Hochhaus mit Pixeldschungel

Am Eleftheria-Platz in Nikosia, Zypern,

schuf der Pariser Architekt Jean Nouvel

einen 70 Meter hohen Apartment-Turm mit

quadratischen Fenstern und Maueröffnungen. Die

offenen Zugänge zu den Wohnungen sind dicht

begrünt und lassen frische Luftzirkulation zu.

jeannouvel.com

Fotos: Cyrille Weiner, Yiorgis Yerolymbos courtesy of Nice Day Developments

156 falstaff LIVING 03 / 20


Ihre Hausbank ist auch

von Zuhause erreichbar.

Schnell und einfach Bankgeschäfte durchführen,

und unserem Land Österreich helfen.

VOLKSBANK. Vertrauen verbindet.

www.volksbank.at


esidences / KUNST AM BAU

LICHTE

MOMENTE

Ein Neubau mit Altbau-Charme: Das

neue Prestigeprojekt von Liv Immobilien

in der Wiener Piaristengasse ist ein

Vorzeigebeispiel für Kunst am Bau.

Ein Gespräch mit Geschäftsführer

Clemens Rauhs und Lichtkünstler

Friedrich Biedermann. TEXT SANDRA KEPLINGER

bestimmen, und die Kunstinstallation wurde

quasi im Dialog mit der Architektur entwickelt.

Sie ist Teil eines Ganzen. Ich bin kein Fan von:

Hier ist eine Wand, bespielen wir sie mit Kunst.

Selbstverständlichkeit

Friedrich Biedermann kreiert

mit seinen Lichtinstallationen

fiktive Räume, »einen Blick ins

Transzendente«. liv.at

Wirkt sich die künstlerische Gestaltung in der

Architektur auf den Immobilienpreis aus?

RAUHS Nein, Kunst ist für mich eine Selbstverständlichkeit.

Sie ist Teil der Ausstattung

und wurde von Beginn mit einkalkuliert.

Außerdem ist es mir ein Anliegen, sofern

machbar, in den Gemeinschaftsflächen für

Kunst zu sensibilisieren.

man ja auf verschiedene Weise wahrnehmen.

Wie in Computerspielen oder durch Kirchenfenster,

die wie ein Blick ins Transzendente mit

dem Licht und dem Raum spielen. Für mich ist

es das Gleichsetzen von Empfindung und Interpretation,

das eine Erinnerung schafft. Es geht

mir also um den Erinnerungsraum, den das

Licht schafft.

LIVING Wie kam es zur Idee, Lichtinstallationen

schon von Anfang an in die

Planung mit einzubeziehen?

RAUHS Mir sind die Arbeiten von

Friedrich Biedermann schon länger aufgefallen,

und da er unter anderem auch im Bereich Kunst

am Bau viel Erfahrung mitbringt, bot sich eine

Zusammenarbeit für das Objekt in der Piaristengasse

an. Licht bestimmt nicht nur die Qualität

von Architektur, sondern verbessert auch die

Lebensqualität. Den Künstler schon zu Beginn

in den Planungsprozess mit einzubinden war

für mich eine sehr interessante Erfahrung. So

konnten wir gemeinsam den Ort für die Kunst

Herr Biedermann, wie finden Sie zu Ihren Skulpturen

und welchen Einfluss übt die Architektur

selbst auf Ihre Lichtinstallationen aus?

BIEDERMANN In erster Linie ist es das Experiment

mit Licht und Material, das meine Arbeiten

umgibt. Es sind ja mehr oder weniger Wahrnehmungsmodelle.

Licht spielt eine wesentliche

Rolle, da es Material verändert. Meine Objekte

bestehen daher immer aus einem raumbasierenden

Teil, der Konstruktion, und aus einem zeitbasierenden

Teil, dem Licht. Daher ist es nur

natürlich, dass sich die Objekte an der vorhandenen

Architektur orientieren und integrieren.

Wie erschafft man mit Licht fiktive Räume?

BIEDERMANN Einen erdachten Raum kann

Es gehört viel Mut dazu, einen Künstler frei

gestalten zu lassen! Welche Vorgaben mussten

etwa wegen technischer Details beachtet werden?

RAUHS Wir haben Themen wie Gewährleistung

oder Termine, die einzuhalten sind. Ich

setze als Auftraggeber voraus, dass man die

Rahmenbedingungen kennt und einhält. Mit

Friedrich Biedermann haben wir aber einen

Künstler als Partner an Bord, der schon viele

Kunstinterventionen realisiert hat, da fiel uns

die Entscheidung nicht schwer. Ich denke auch,

dass Kunst immer positiv zu sehen ist und einen

Mehrwert für die Bewohner schafft. Wir müssen

also nicht wirklich von Mut sprechen, sondern

es geht eher um Freude und Spannung,

was entstehen wird.

Fotos: LIV Immobilien

158

falstaff

LIVING 03 / 20


FINDMYHOME

FINDMYHOME.AT KÜRT DIE

BESTEN IMMOBILIENANBIETER

ÖSTERREICHS

Bereits zum achten Mal in Folge verleiht die österreichische Immobilienplattform

FindMyHome.at ihr Qualitätssiegel für besonders herausragende Leistungen mit dem Ziel,

Transparenz und Qualität in der Immobilienbranche zu fördern. So haben auch dieses Jahr

wieder mehr als 25.000 User ihre Stimme abgegeben und entschieden, wer zu den besten

Maklern und Bauträgern Österreichs zählt.

Ehre, wem Ehre gebührt! Die besten

Immobilienmakler und Bauträger

Österreichs stehen fest.

Über 25.000 Rezensionen wurden

dazu eingeholt und ausgewertet. Dabei dürfen

sich 74 der über 400 Immobilienanbieter

über großartige Beurteilungen und die

Prämierung mit dem FindMyHome.at Qualitätssiegel

freuen. »Dass wir auch heuer

wieder eine so große Anzahl an Feedback-

Bögen, zum Großteil aus positiven Bewertungen,

generieren konnten, freut uns.

Die Zahl der Qualitätsmakler steigt stetig,

was bedeutet, dass auch der Qualitätsanspruch

bei den Anbietern wächst. Durch

unser transparentes System ist die Qualität

von Maklern und Bauträgern auf den

ersten Blick ersichtlich – und genau diese

persönlichen Bewertungen schätzen unsere

User«, so FindMyHome.at Gründer und

Geschäftsführer Bernd Gabel-Hlawa. Die

Verleihung des Awards zählt zu den größten

Events der Immobilienbranche. Aufgrund

der Bundesverordnung zu Covid-19

musste die heurige Veranstaltung abgesagt

werden. Die Preisträger wurden aber dennoch

digital geehrt und mit dem FindMy-

Home.at Qualitätssiegel belohnt.

AUSZEICHNUNG AUF BASIS

VON KUNDEN-FEEDBACK

Die jährliche Vergabe des begehrten Qualitätssiegels

basiert auf den persönlichen

Erfahrungen der Immobiliensuchenden. Die

Leistungen werden nicht durch eine Jury

bewertet, sondern anhand von Lob und

Kritik der FindMyHome.at User bemessen.

Denn wer kann es besser beurteilen als

jemand, der selbst die Erfahrung gemacht

hat? In den meisten Branchen ist es bereits

gang und gäbe, in der Immobilienwelt aber

einmalig: Kunden können seit 2010 Makler

und Bauträger bewerten und ihre Erkenntnisse

mit anderen teilen. Das macht Find-

MyHome.at zum Vorreiter in Sachen Transparenz

und Qualität. »Unser Qualitätsprogramm

soll Professionalität und vor allem

Motivation zu Bestleistungen schaffen.

Immobilienanbieter werden dabei in den

Bereichen Pünktlichkeit, Service, Beratung,

Kompetenz, Auftreten, Nachbetreuung,

Angebotsqualität und Weiterempfehlungsrate

bewertet. Nur jene, die zumindest

mit zwei Dritteln positiv bewertet wurden,

werden von uns mit dem Qualitätssiegel

ausgezeichnet. Denn ein guter Makler

zeichnet sich gerade in anspruchsvollen

Zeiten durch Innovationen wie etwa

Videobegehungen oder Live-Besichtigungen

via Social Media aus«, erklärt Benedikt

Gabriel, ebenfalls Gründer und Geschäftsführer

von FindMyHome.at.

DIE GEWINNER AUF EINEN BLICK

Qualitätsmakler 2019 Top Developer 2019 Best Performer

Fotos: beigestellt

Platz 1:

Dr. Funk

Immobilien

Platz 2:

Spiegelfeld

Immobilien

Platz 3:

Hubner

Immobilien

Platz 1:

Glorit

Bausysteme

Platz 2:

Haring Group

Platz 3:

Gemeinnützige

Wohn- und

Siedlungs -

gesellschaft

»Schönere Zukunft«

Best

Performer

Bauträger:

SÜBA

Best

Performer

Makler:

Sitarz & Partner

Immobilien

ADVERTORIAL

03 / 20

LIVING

falstaff

159


esidences / LIVING SALON

LIVING Aufgrund der aktuellen

Corona-Krise haben wir diesmal

ein virtuelles, digitales Meeting.

Jeder sitzt bei sich zu Hause. Wie

geht es Ihnen damit?

SABINE POLLAK Ich arbeite gerade von zu

Hause, wobei ich es bequem habe, denn Wohnung

und Büro liegen im selben Haus Tür an

Tür. Was das digitale Arbeiten betrifft, muss

ich sagen: Einerseits bin ich positiv überrascht,

wie gut man von daheim aus arbeiten kann,

andererseits aber finde ich diese Form der

Kommunikation ziemlich anstrengend. Ich

bevorzuge den Face-to-Face-Kontakt.

RIKLEF RAMBOW Ich bin derzeit am Land,

in der Prignitz, auf halbem Wege zwischen

Berlin und Hamburg. Wenn das Wetter schön

ist, sitze ich mit dem Laptop draußen vor dem

Stall. Das virtuelle Arbeiten funktioniert ganz

gut, aber es macht mir auch deutlich, wie wichtig

der physische Kontakt ist.

HARALD HATSCHENBERGER Ich sehe das

anders. Ich sitze grad auf der Couch, während

meine Kids am Boden spielen und Kugelbahnen

und Eisenbahntrassen bauen. Ich bin das

digitale Worken gewöhnt. Die Telefon- und

Videokonferenzen gehören in meinem Job seit

Jahren schon zum Alltag. Das ist jetzt nicht

anders als vor Corona.

Wie kann

man nur

rund um

die Uhr

wohnen

Die Corona-Krise wirft uns auf die

Couch zurück und zwingt uns, die

eigene Wohnung neu zu erfahren.

Wie kann man Wohnen, Arbeiten

und Schule unter Dach und Fach

bringen? Eine Videokonferenz

mit Architektin Sabine Pollak,

Designer Harald Hatschenberger

und Architekturpsychologe Riklef

Rambow.

MODERATION UND TEXT WOJCIECH CZAJA

Riklef Rambow

»Das virtuelle Arbeiten funktioniert ganz

gut, aber es macht mir auch deutlich, wie

wichtig der physische Kontakt ist.«

Fotos: Nicola Moczek, Monika Nguyen, Roland Köb

160 falstaff LIVING

03 / 20


Harald Hatschenberger

»Plötzlich merken die Leute, dass sie zu

Hause unbequem und ungesund sitzen,

wenn sie am Computer arbeiten.«

Wie gut und wie produktiv ist die Vermischung

zwischen Wohnen und Arbeiten? Oder ist es wichtig,

diese beiden Bereiche zu trennen?

RAMBOW Ich arbeite als Architekturpsychologe in

Berlin, ich unterrichte in Karlsruhe und verbringe

auch einige Zeit am Bauernhof. Und die meiste

Zeit bin ich sowieso im Zug. Privatheit und Job

vermischen sich an allen Orten gleichermaßen.

HATSCHENBERGER Ich muss gestehen, dass das

kreative Arbeiten – das Nachdenken, das Entwerfen,

das konzeptionelle Erschaffen von Produkten

und Projekten – ohnehin am besten zu Hause

funktioniert, also mitten im familiären Chaos. Da

blühe ich auf. Besprechungen, Verwaltungsarbeit,

Recherche, Detailplanung und technische Angelegenheiten

mache ich lieber im Büro.

POLLAK Ich bin viel unterwegs und verbringe viel

Zeit in Zügen und Hotels. Das Zuhause wie auch

das Büro ist etwas sehr Hybrides, sehr Fließendes.

Permanent zu Hause zu sein fällt mir nicht leicht.

Da braucht es Struktur und Rituale. >

Sabine Pollak

»Ich denke, dass wir die Art und Weise, wie

wir Wohnungen planen, nach Corona überdenken

werden.«

03 / 20

LIVING

falstaff 161


esidences / LIVING SALON

>

Zum Beispiel?

POLLAK Wenn ich mich zwischen Wohnung

und Büro hin und her bewege, dann wechsle ich

beispielsweise die Schuhe. Ein wichtiges Ritual

für mich und meinen Partner ist außerdem das

Einhalten von Mittagspausen, Feierabenden und

Freizeitphasen mit Kochen und Essen. Wir haben

früher kaum gekocht, und das ist nun neu.

Herr Hatschenberger, inwiefern können Möbel

solche Rituale erleichtern oder beeinflussen?

HATSCHENBERGER Möbel können nur Funktionen

fördern und zulassen. Je funktioneller ein

Möbel, je mehr Möglichkeiten es bietet, desto besser

eignet es sich im Alltag. Das Ritual selbst liegt

freilich nicht am Möbel, sondern am Menschen.

Manche Rituale macht man, und zwar ganz bewusst,

so wie Frau Pollak das gerade erzählt hat,

andere schleichen sich allmählich ein und sind

dann plötzlich da. Letzteres ist bei mir der Fall.

POLLAK Dem muss ich widersprechen. Durch

die Corona-Krise fühle ich mich im Wohnen, im

Zuhause-Sein, mit einem Mal in die Fünfzigerjahre

zurückgeworfen. Damals hatte man selbst

in kleinen Wohnungen eine Nähecke mit einem

Nähfauteuil, eine Bastelecke mit einem Basteltisch

und so weiter. Die Möbel haben gewisse

Tätigkeiten und Rituale gefördert. Und diese

Rituale erweisen in einem vergleichsweise

monotonen Alltag gute Dienste.

Herr Rambow, haben wir mit dem Ver schwinden

dieser Möbel und Rituale in den letzten Jahr zehnten

etwas verlernt?

RAMBOW Ich würde ja lieber von Regeln als

von Ritualen sprechen. Psychologisch betrachtet

braucht es zum Wohnen gewisse Regeln. Je mehr

Personen in einem Haushalt leben und je mehr

Komponenten wie etwa Schule oder Arbeit

dazukommen, desto mehr Regeln sind nötig.

Dass die Regeln seit den Fünfzigerjahren verloren

gegangen sind, liegt vor allem an unserem

Lebenswandel: In den letzten Jahrzehnten haben

die Wohnungsgrößen deutlich zugenommen,

zugleich sind die Haushaltsgrößen zurückgegangen

und die Mobilität ist gestiegen. Mit alledem

ist der Bedarf an räumlichen Regeln nicht mehr

so groß wie früher.

Bis heute. Plötzlich ist alles anders.

RAMBOW Vorübergehend zumindest. Manche

Familien wohnen zu dritt oder viert auf 70 oder

80 Quadratmetern. Wenn man unter den aktuellen

Umständen nicht verrückt werden will, muss

man sich Gedanken machen und Spielregeln

fürs Wohnen und Arbeiten einführen.

POLLAK Ich gebe Ihnen vollkommen recht,

doch die Realität sieht anders aus. Wir planen

viel geförderten Wohnbau, und das bedeutet

auch, dass der Anteil an kompakten Smart-

Wohnungen mehr und mehr zunimmt. Wir

haben auch schon Dreizimmerswohnungen mit

68 oder 70 Quadratmetern geplant. Wenn man

sich überlegt, wie unflexibel diese beengten

Wohnungen sind, dann wird man dieses Modell

in der Wohnungswirtschaft womöglich überdenken

müssen.

Viele Menschen wohnen aktuell auf genau diesen

beengten Verhältnissen. Was raten Sie?

HATSCHENBERGER Neutrale, flexible, möglichst

multifunktionale Möbel sind da sicherlich

hilfreich. Zugleich darf man nicht vergessen,

dass genau diese Möbel meist die teuersten sind.

Daher tue ich mir als Designer ehrlich gesagt

schwer damit, in dieser Hinsicht eine Empfehlung

abzugeben.

POLLAK Das ist ein häufiges Problem im

Design und in der Architektur. In der Theorie

klingen gute und intelligente Grundrisse und

Raumlö sungen ganz wunderbar. Aber sie sind

mit Kosten verbunden – und zwar mit Kosten,

die sich genau jetzt viele nicht leisten können.

HATSCHENBERGER Ein schwieriges Thema.

Das kann nur ein Psychologe beantworten.

Herr Rambow, der Ball liegt bei Ihnen!

RAMBOW Auch ich finde diese Frage ehrlich

gesagt schwierig zu beantworten. Natürlich, im

Moment hat die eigentlich unbeliebte Schachtelwohnung

der Sechziger- und Siebzigerjahre, in

der ich mich in kleine Zimmerchen zurückziehen

kann, mehr Vorteile als Nachteile. Das

Schwierigste in der jetzigen Situation ist das Loft,

die große Einraumwohnung für mehrere Personen.

Doch ich gebe zu bedenken: Wir befinden

uns in einer extremen Ausnahmesituation, und

die wird irgendwann auch wieder zu Ende sein.

POLLAK Jetzt kommen dann wieder die Kabinen-

und Schuhschachtel-Grundrisse zurück?

Alles, was wir in den letzten Jahrzehnten

erkämpft haben, droht auf einmal wieder wegzubrechen!

Das wäre ein trauriges Ergebnis. In

gewisser Hinsicht ist es bedauerlich, wie die

Corona-Krise der aktuellen Architekturdiskussion

zuwiderläuft.

Fotos: Nicola Moczek, Monika Nguyen, Roland Köb

162 falstaff LIVING 03 / 20


HATSCHENBERGER Nicht unbedingt!

Meine Frau und ich haben drei Kinder. Wir

wohnen zu fünft in einer 65-Quadratmeter-

Altbauwohnung mit permanent offenen

Türen. Die einzigen zwei Türen, die wir stets

schließen, sind die Klotür und die Wohnungseingangstür.

Es funktioniert.

Wie schaffen Sie das als fünfköpfige Familie?

HATSCHENBERGER Mit Spielregeln. Und

mit Verständnis und Toleranz. Manchmal ist

es eben laut, und manchmal teilt man sich den

Raum und die Zeit mit denen, die gerade da

sind. So ist das beim Wohnen.

Inwiefern verändern die sozialen Netzwerke das

Wohnen? Beziehungsweise wie privat ist das

Wohnen, wenn wir es auf Facebook, Instagram

und Microsoft Teams freigeben?

HATSCHENBERGER Ein Treffen im Büro,

im Kaffeehaus oder auf einer Veranstaltung

ist derzeit nicht möglich. Die aktuellen

Umstände verlangen es, sich virtuell zu

treffen und einander notgedrungen Einblick

ins eigene Wohnen zu geben. Ich würde das

nicht überbewerten.

RAMBOW Dem möchte ich mich anschließen.

Nur, weil das Gegenüber einen Teil meines

Wohnzimmers sieht, ist das noch lange keine

Veröffentlichung der eigenen Privatsphäre.

Erstens ist das ein vorübergehender, krisenbedingter

Zustand, und zweitens darf man

nicht vergessen, dass die sogenannten privaten

Ein blicke meist sehr bewusst inszeniert sind.

Ist das privat, wenn ich mich neben einer

Espressomaschine positioniere und dabei gut

ausschaue? Oder doch nur eine kontrollierte

Pseudo-Privatheit? Blogger und Influencer

wissen das sehr genau. Das sagt nichts über

deren Privatheit.

Frau Pollak, in Ihrem Buch »Kochen, Essen,

Lieben. Architektur des privaten Wohnens«

schrieben Sie, dass wir uns heute, im 21. Jahrhundert,

in einem Zeitalter der Post-Privatheit

befinden. Was heißt das?

POLLAK Genau das! Wir stellen unser Wohnen

ins Netz, und plötzlich weiß jeder, wie das

Wohnumfeld der ORF-Redakteurinnen und

Zeitungskorrespondenten aussieht. Auch,

wenn das nur inszenierte Ausschnitte sind, so

bekommen wir vom Wohnumfeld doch etwas

mit. Spannend finde ich auch die Beobachtung

in den Häusern vis-à-vis: Während die Straßen

immer toter und immer leerer werden, er wachen

die Hausfassaden und die hell erleuchteten

Fenster plötzlich zu neuem Leben.

Zum Schluss möchte ich Sie gerne fragen:

Welche Auswirkungen wird die Corona-Krise auf

das Bauen, Wohnen und Arbeiten haben?

HATSCHENBERGER Ich habe vor ein paar

Tagen gelesen, dass eine berühmte Büromöbel-

Firma für die Dauer der Corona-Krise hochwertige

ergonomische Bürodrehstühle verleiht. Das ist

eine schöne Idee, die nicht nur gutes Marketing

ist, sondern auch für das Thema Homeoffice und

Teleworking sensibilisiert. Plötzlich merken die

Leute, dass sie zu Hause unbequem und ungesund

sitzen, wenn sie am Computer arbeiten.

POLLAK Ich denke, dass wir die Art und Weise,

wie wir Wohnungen planen, nach Corona überdenken

werden. Aus Kostengründen werden die

Wohnungen wahrscheinlich nicht größer werden,

aber sie müssen funktionaler werden.

RAMBOW Ich denke, dass es ein neues Nachdenken

über Luxus und Flächenökonomie geben

wird. Jetzt, da der Raum mit Wohnen, Arbeiten

und Yoga-Übungen auf der Matte mehrfach

belegt ist, fangen wir an, uns Gedanken über

Raum und Möbel zu machen: Brauchen wir die

wirklich? Kann man das anders organisieren?

Wie ordnen wir den knappen Raum?

DIE LIVING-SALON-

GESPR ÄCHSPARTNER

Riklef Rambow (56) studierte Psychologie

und war Professor für Architekturvermittlung

an der BTU Cottbus. Seit 2009 unterrichtet

er Architekturkommunikation am Karlsruher

Institut für Technologie (KIT). Er ist Mitherausgeber

der Zeitschrift »Wolkenkuckucksheim«

und leitet gemeinsam mit

seiner Partnerin Nicola Moczek das Berliner

Büro Psy:Plan Institut für Architektur- und

Umweltpsychologie. psyplan.de

Sabine Pollak (59) studierte Architektur und

leitet gemeinsam mit ihrem Partner Roland

Köb das Architekturbüro Köb & Pollak. Sie

forschte zum Thema Wohnen und publizierte

bereits einige Bücher, u. a. »Leere Räume.

Wohnen und Weiblichkeit in der Moderne«

und »Kochen, Essen, Lieben. Architektur des

privaten Wohnens«. Seit 2008 ist sie Professorin

für Architektur und Urbanistik an der

Kunstuniversität Linz. koebpollak.com

Harald Hatschenberger (53) studierte künstlerische

und industrielle Gestaltung in Linz.

Gemeinsam mit Thomas Neuber und Henning

Weimer gründete er 2006 das Designbüro

destilat, das auf Möbeldesign und Interior-

Gestaltung spezialisiert ist. Zu den Projekten

zählen u. a. Wohnen, Büro und Retail. Im Februar

wurde destilat mit dem German Design

Award 2020 ausgezeichnet. destilat.at

Inwiefern haben Sie in der Krise das Wohnen für

sich persönlich neu entdeckt? Welche Qualität

möchten Sie sich auch in Zukunft bewahren?

HATSCHENBERGER Ich bin überrascht, wie

gut das Zusammensein zu fünft funktioniert. Ich

finde es schön, dass wir uns als Familie wieder

länger und intensiver miteinander beschäftigen.

RAMBOW Ich persönlich habe begonnen, mir

die Frage zu stellen, welche materiellen Objekte

in meinem Wohnumfeld wesentlich sind und

welche nicht. Einige Möbel habe ich bereits

beseitigt, andere mit besonderen handwerklichen

oder funktionalen Qualitäten habe ich

wieder stärker ins Blickfeld gerückt.

POLLAK Ich entdecke zumindest ein gewisses

Interesse am Kochen. Außerdem habe ich

begonnen, jeden Tag eine Handzeichnung anzufertigen:

Stadtansichten, Stadtvisionen, vielleicht

wird ja sogar ein Buch daraus!

<

03 / 20

LIVING

falstaff

163


BLINDENGASSE

MY

FAVORITE

PROJECTS

MAYERHÖFE 1130

In der Blindengasse 39, im Herzen der Wiener

Josefstadt, liegt das im Stil der Wiener

Belle Époque errichtete und nun revitalisierte

Altbau-Objekt Josefin. Gleich 23 Wohnungen

im Regelgeschoß sowie sechs exklusive

Dachgeschoßwohnungen mit Traumausblick

auf die Wiener Innenstadt bieten auf

Wohnflächen von 26 bis 113 Quadratmetern

ausreichend Raum und modernsten Wohnkomfort.

Der feudale Charakter des um 1900 erbauten

Gründerzeithauses wurde durch die

detailgetreue, sorgsame Restaurierung wiederhergestellt.

Neben privaten Gärten, Terrassen

und Balkonen in den ruhigen Innenhof

bestechen die revitalisierten Wohnungen

mit Raumhöhen von bis zu 3,40 Metern,

Smart-Home-System und einer luxuriösen

Ausstattung.

Abgerundet wird die Josefin wohl durch

ihre einmalige zentrale City-Lage im kulturellen

Zentrum Wiens.

GERHARD KLEIN

Geschäftsführer

IMMOfair

immofair.at

Faszination Immobilien:

Drei Branchenprofis erzählen

in LIVING, welche Projekte

ihnen in Österreich besonders

am Herzen liegen.

Noch nie war uns schönes Wohnen wichtiger

als jetzt, wo wir alle zu Hause bleiben.

Auch wenn unser Leben sich hoffentlich

bald wieder normalisiert, das Cocooning

und die Möglichkeit des Homeoffice werden

uns bleiben. Die Mayerhöfe 1130 im Herzen

von Speising bieten Ihnen und Ihren Lieben in

zehn Wohneinheiten mit ihren durchdachten

und großzügig geplanten Grundrissen auf drei

Geschoßen Wohnflächen von 86 bis 194 Quadratmetern.

Jede Wohnung verfügt über eine

Dachterrasse (bis zu 15 Quadratmeter). Ergänzt

werden die Freiflächen durch Vorgärten, Terrassen

oder einen Garten. Fast jede Einheit besitzt

zusätzlich einen Hobbyraum im Untergeschoß.

Komfortable Pkw-Tiefgaragenplätze sind mit

direktem Zugang in die Wohnungen ausgestattet.

Die Fertigstellung ist für den Sommer 2020

geplant, ein besonderes Zuckerl ist zudem der

provisionsfreie Kauf.

THOMAS ROHR

Geschäftsführender

Gesellschafter

IMMOROHR

Immobilien GmbH

immorohr.at

Fotos: JAMJAM – C. Schön Gmbh, immorohr/Jana Madzigon, beigestellt

164 falstaff LIVING 03 / 20


COTTAGE-VILLA OBER-ST.-VEIT

Imposantes Anwesen in Wien 13. Die

prachtvolle klassische Cottage-Villa in

Ober-St.-Veit in der Nähe des Lainzer

Tiergartens wurde mit viel Liebe zum Detail

stilgetreu saniert und technisch auf den

neuesten Stand gebracht. Sie bietet nicht

nur privatem Wohnen Platz, sondern könnte

auch als stilvoller Firmensitz dienen. Bei

der Sanierung wurden nur hochwertigste

Materialen verwendet, um den historischen

Charakter dieser Pracht immobilie zu erhalten.

Besonders beein druckend ist auch die großzügige

Garten anlage, die liebevoll angelegt

wurde und gepflegt wird. Insgesamt ein echtes

Idyll in einem der schönsten Bezirke Wiens.

MAG. MICHAEL BUCHMEIER

MRICS

Vorstand ÖRAG

Österreichische

Realitäten AG

oerag.at

WOHNEN AUF HÖCHSTEM NIVEAU.

IHRE EXZELLENTE LAGE IM BOTSCHAFTSVIERTEL:

BEATRIXGASSE 27, 1030 WIEN

Den Pulsschlag der City spüren und die Nähe zur Natur genießen! THE AMBASSY PARKSIDE LIVING

befindet sich im Wiener Diplomatenviertel zwischen Stadtpark und Modenapark. In dieser

exklusiven, innerstädtischen Lage wurden extravagante Stadt-Residenzen mit Raumhöhen bis

3 m geschaffen. Entdecken Sie Ihre neue Luxus-Wohnung in den Lifestyle-Kategorien Smart, Family

oder Ambassador. Diese Top-Immobilie setzt neue Maßstäbe: Concierge Service, XL-Parkplätze,

Privat-Lounge, Privatkino und viele weitere Annehmlichkeiten urbanen, zeitgemäßen Wohnens.

Mag. (FH) Ingrid Neugebauer MRICS

T +43 1 512 76 90-418 | i.neugebauer@ehl.at | wohnung.at

Unverbindliche Visualisierung. Änderungen vorbehalten.

Kein Rechtsanspruch ableitbar. HWB 23,7 kWh/m²a, fGEE 0,73.

www.ehl.at

UDA urban development agency GmbH


my city

HAMBURG

D

as Erlebnis, wie ich als

Kind mit der Familie

nach Hamburg zog, hat

sich mir eingebrannt:

Kurz vor dem Elbtunnel tauchten

große Containerberge auf und

himmelsstürmende Kräne. Dann

die gekurvte Köhlbrandbrücke

und gewaltige Frachter und

schließlich das Panorama des

Altonaer Elbufers. Das ist eine

Stadt, dachte ich, und dieses

Gefühl blieb. Hamburg ist eine

einzigartige, kontrastreiche

Mischung aus Weltgewandtheit

und Lokalstolz, teurem Tuch

und derbem Drillich, bourgeoisem

Elitarismus und proletarischem

Stolz. Eine freie, unabhängige

Bürger- und Kaufmannsstadt,

die (mit Ausnahme der

napoleonischen Besatzungszeit)

keinem Herrscher gehorchte und

ohne Prunkbauten und ordnende

Achsen blieb. Der gemeinschaftliche

Reichtum von Musik- über

Kunsthalle bis zur Patriotischen

Gesellschaft wurde von Bürgern

gestiftet. Dieser Bürgersinn verbindet

die Hamburger bis heute

– genauso wie Nüchternheit

und Pragmatismus, die auch die

Architektur prägen. Gebäude

dürfen hier schön, aber nicht

modisch sein, müssen dem

Zweck dienen und sich einpassen,

kurz: mehr Sein als Schein.

So wuchs ein geschlossenes,

dabei kontrastreiches Stadtbild

heran, das von den weiß verputzten

Klassizismus-Vierteln an

Binnen- und Außenalster und

der Elbchaussee bis zu den backsteinroten

Arbeiterquartieren

Jarrestadt und Dulsberg reicht.

Der Zusammenklang von Architektur

und Stadt ist bis heute

Leitbild – auch in den neuen

Stadtteilen wie der Hafencity

oder der Neuen Mitte Altona.

Hamburg bleibt eine Stadt, die

sich treu bleibt.

Gebäude dürfen in

Hamburg schön, aber

nicht modisch sein,

müssen dem Zweck

dienen und sich einpassen,

kurz: mehr

Sein als Schein.

CLAAS GEFROI

ist Pressesprecher der Hamburgischen

Architektenkammer und Architekturkritiker.

Er ist Redakteur und Autor des

Jahrbuchs »Architektur in Hamburg«

und schreibt zudem in zahlreichen Zeitschriften

(»Deutsche Bauzeitung«,

»Bauwelt«, »Baumeister« u. a.) und

Fachbüchern (u. a. »Hamburg und seine

Bauten«) über Architektur, Architekturgeschichte

sowie Städtebau.

akhh.de

LANDMARKS

Grindelhochhäuser

Versch. Architekten, 1956

»Neuanfang nach der Nazizeit:

Die zwölf gestaffelten

Klinker-Wohnhochhäuser in

einer Grünanlage sind ein

beeindruckendes Fanal

modernen Städtebaus.«

Alsterarkaden

Alexis de Chateauneuf, 1845

»Nach dem Großen Brand

erfand sich Hamburg neu:

Die Alsterarkaden verbinden

Alster und Rathausmarkt

und lassen die Hamburger

von Venedig träumen.«

Chilehaus

Fritz Höger, 1924

»Das Symbol der Backsteinstadt

Hamburg: Der

expressive Gestus, die

Plastizität des Baus und die

kunstvolle Verwendung von

Ausschussklinkern machen

den Bau einzigartig.«

Elbphilharmonie

Herzog & de Meuron, 2017

»Architekturikone und

demokratischer Musentempel

mit öffentlicher

Plaza: Dieser aufregende

Jahrhundertbau ist ein

Wunder im nüchternen

Hamburg.«

Fotos: Shutterstock, beigestellt

166 falstaff LIVING 03 / 20


PRODUZIERT IN

ÖSTERREICH!

Seit Jahrzehnten fertigen wir in der

hauseigenen Manufaktur in Leonding/

Oberösterreich maßgeschneiderte

Steppwaren an.

Dazu verwenden wir feine,

naturbelassene Materialien.

• Steppwaren nach Maß

• seit 2007 FAIRTRADE-zertifiziert

• BIO-Baumwolle

• vegan zertifizierte

Heimtextilienkollektion

• spezialisiert auf Edelhaar

REITER Betten & Vorhänge GmbH

17 x in Österreich

www.bettenreiter.at


LIVING

INSPIRATION

176

TOTALLY MINT

Neo-Mint schafft den Sprung

aus dem klinisch-cleanen Bereich

ins Wohnliche. (S. 170)

BLOGGER-CHECK

Les Factory Femmes probieren’s

mit Gemütlichkeit. (S. 176)

VORSCHAU

Was Sie in der nächsten Ausgabe

von LIVING erwartet. (S. 178)

170

Fotos: Les Factory Femmes, living4media/Claessens, Bieke, beigestellt

178


inspiration / NEO-MINT

TOTALLY

MINT

Unsere Love-Affair mit Grüntönen bleibt

bestehen. Jetzt schafft Neo-Mint den

Sprung aus dem klinisch-cleanen Bereich

ins Natürliche und Wohnliche. Wir zeigen die

trendigsten Key-Pieces. TEXT BARBARA BRANDTNER

1.

Fotos: beigestellt

170

falstaff

LIVING 03 / 20


2. 3.

4.

5.

1. Calm Me Down Das Wallpaper »Aspen Pine« wirkt vor

allem in Badezimmerbereichen beruhigend und entspannend.

Botanischer Print mit texturierter Oberfläche. grahambrown.com

2. Eyecatcher Der »Fairfax Chair« mit asymmetrischem Arm

und Rückenteil wirkt skulptural. Mit raffiniertem Bezug

besonders im Doppelpack ein Hingucker! kellywearstler.com

3. Florale Beauty Einen verlässlichen Touch Glamour beschert

uns der »Velvet Floret Stool« im witzig benannten Farbton

»Guacamole«. Chic mit Messing im Boudoir. anthropologie.com

4. Wild gesprenkelt Einzigartig durch ihre völlig zufällige

Musterung: Terrazzo-Böden in »Barceleno« (l.) und »Pander 009« (r.)

von Karoistanbul für In- und Outdoor. architonic.com

5. Gespenstisch Der »Victoria Ghost Chair« von Kartell by

Philippe Starck scheint über den Dingen zu schweben.

Wetterfest, ganze sieben Stück passen aufeinander. amara.com

6. Serious Style Die »Globo Fretwork Console« ist für Wohn-

Fetischisten. Besonders reizvoll als grafisches Element im

Eingangsbereich oder als Sideboard! jonathanadler.com

6.

03 / 20

LIVING

falstaff

171


inspiration / NEO-MINT

7. 9.

8.

10.

7. Bright & Airy Der Teppich »Polonaise Greenford

Sky« ist ein handgeknüpftes Design aus Wolle,

Seide und Metallic-Fäden. Die Vintage-Bearbeitung

ist voll im Trend. jan-kath.com

8. Kultig & ulkig Die ikonische Tischlampe

»Duck Feet« präsentiert sich als surrealistische

Preziose. Patinierte Gold-Füßchen krönt ein seidener

Schirm. portaromana.com

9. Erbauliches Gesträuch Die Tapete »Standing

Ovation Mint/Emerald« von Harlequin ist eine

abstrakt gemalte Hommage an Palmkätzchen.

Gut mit Gold- und Brauntönen. johnlewis.com

10. Modern Art Mit einem Body aus poliertem

und lackiertem Messing verströmt die Leuchte

»Bilbao« warmes Licht. Als Inspiration diente das

Guggenheim Museum. creativemary.com.pt

11. Shades Of Green Ein absolutes Trendsetter-

Design in Neo-Mint-Schattierungen liefert das New

Yorker Architekturstudio Sergio Mannino für die

Medly Pharmacy in Brooklyn. sergiomannino.com

12. Schicht für Schicht Sechs Streifen Baumwoll -

samt überlagern sich zum erfrischenden Design

»Charisse Stool«. Ein Mid-Century-Möbel mit

Wow!-Base aus Messing. ottiu.com

12.

11.

Fotos: beigestellt

172

falstaff

LIVING 03 / 20


pools in edelstahl

individuell – funktional – natürlich schön

Ausgezeichnet mit dem Oscar

der Schwimmbadindustrie

Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin!

Polytherm GmbH | A-4675 Weibern | Pesendorf 10

Tel. +43 7732-3811 | office@polytherm.at

www.polytherm.at

POOLKOMPETENZZENTRUM


ezugsquellen

Blaumachen

Die kobaltblaue Vase wird

in Sizilien von Hand gefertigt

und erinnert an eine antike

männliche Büste.

wftb.it

A

ACME acme.ac

AKROPOLISMUSEUM

theacropolismuseum

AGAPE agapedesign.it

AGENCE NICOLAS MICHELIN & ASS.

anma.fr

AI DESIGN aidesign.cz/new-gallery-89

ALEXIS DORNIER alexisdornier.com

AMARA amara.com

AMBIENDO ambiendo.de

ANDREAS MURKUDIS

andreasmurkudis.com

ANTONIOLUPI antoniolupi.it

ARCHITREND ARCHITECTURE

architrend.it

ARTEMEST artemest.com

ASSEMBLE STUDIO

assemblestudio.co.uk

ATELIERS JEAN NOUVEL

jeannouvel.com

AXOR axor-design.com

B

BAKKER bakker.at

BELGIAN SHOES belgianshoes.com

BENAKI MUSEUM benaki.org

BIAS ARCHITECTS biasarchitects.com

BITOSSI HOME bitossihome.it

BLOOMLING bloomling.at

BLOOMINGVILLE bloomingville.com

BOFFI boffi.com

BRUEL & NØRGAARD bruel.com

B&B ITALIA bebitalia.com

C

CAN can-gallery.com

CANE LINE cane-line.de

CARE OS care-os.com

CHABI CHIC chabi-chic.com

CHAPLINS chaplins.co.uk

CHRISTIAN HAAS christian-haas.com

CHRISTIAN BRANDSTÄTTER VERLAG

brandstaetterverlag.com

CISCO WEBEX webex.com

COCOON bycocoon.com

CONNOX connox.at

COVET HOUSE covethouse.eu

CREATIVEMARY creativemary.com.pt

CSERNI cserni.at

D

DALLMER dallmer.com

DEDON dedon.de

DENK KERAMIK denk-keramik.de

DIOR dior.com

DOPPIA FIRMA doppiafirma.com

DORNBRACHT dornbracht.com

DRIADE driade.com

DURAVIT duravit.de

E

ECOLOGIC CITY GARDEN

PAUL MARIE CREATION

ecologic-city-garden.business.site

ELENI KORONEOU koroneougallery.com

F

FALSTAFF LIVING SHOP shop.falstaff.at

FALKEIS ARCHITECTS falkeis.com

FANTINI fantini.it

FOKIANOU ART SPACE fokianou247.gr

G

GANDIABLASCO gandiablasco.com

GARRET CORD WERNER ARCHITECTS

garretcordwerner.com

GEBERIT geberit.at

GERVASONI OUTDOOR gervasoni1882.it

GLH ARCHITECTS glh.co.za

GOULANDRIS MUSEUM

OF CONTEMPORARY ART

goulandris.gr

GRAFF graff-mixers.com

GROHE grohe.at

H

HAMBURGISCHE

ARCHITEKTENKAMMER akhh.de

HANSA hansa.com

HANSGROHE hansgrohe.de

HARQUITECTES harquitectes.com

HARRY GATTERER zukunftsinstitut.de

HYLA ARCHITECTS hyla.com.sg

H&M hm.com

I

INTERIOR DESIGN LABORATORIUM

idlaboratorium.gr

J

JACOB DELAFON jacobdelafon.fr

JAN KATH jan-kath.com

JEAN PAUL GAULTIER

jeanpaulgaultier.com

JOHN LEWIS & PARTNERS

johnlewis.com

JONATHAN ADLER jonathanadler.com

JONI MITCHELL jonimitchell.com

JULIUS TAMINIAU ARCHITECTS

juliustaminiau.nl

JURI TROY ARCHITECTS juritroy.com

K

KALDEWEI kaldewei.de

KARIMOKU FURNITURE

karimoku-newstandard.jp

KARTELL kartell.com

KELLY WEARSTLER kellywearstler.com

KENKO SPORT EQUIPMENT

kenkostores.com

KETTAL kettal.com

KLAFS klafs.de

KOHLER kohler.com

KPF kpf.com

L

LACIME ARCHITECTS lacime-sh.com

LASNIK EYE WORKS lasnik.at

LAUFEN laufen.com

LEIDENFROST POOLS leidenfrost.at

LES FACTORY FEMMES

lesfactoryfemmes.com

LIGNE ROSET ligne-roset.com

LIV IMMOBILIEN liv.at

LIVING DIVANI livingdivani.it

LOBMEYR lobmeyr.at

LOOS2020 loos2020.at

LOUISE ROE louiseroe.dk

LOUIS VUITTON louisvuitton.com

LRNCE lrnce.com

LÜSTER&LASTER luester-laster.de

M

MADE made.com

MADE IN DESIGN madeindesign.de

MADELEINE DUMHART

sacherei-design.com

MAISON FLANEUR maisonflaneur.com

MARC NEWSON marc-newson.com

MASSIMO CAPPELLA STUDIO

massimocappella.com

MA-STYLE ARCHITECTS ma-style.jp

MATTEO VON THUN matteothun.com

MECANOO mecanoo.nl

MHK KÜCHENSPEZIALIST

mhk-kuechenspezialist.at

MICROSOFT TEAMS

teams.microsoft.com

MIKHAIL RICHES mikhailriches.com

MIRÓ RIVERA ARCHITECTS

mirorivera.com

MOEN moen.com

MUJI muji.com

MUMOK mumok.at

MÜHLBÖCK KÜCHE.RAUM

muehlboeck.at

MVRDV mvrdv.nl

MY THERESA mytheresa.com

N

NASIRE nasire.com

NATIONAL ARCHAEOLOGICAL

MUSEUM namuseum.gr

NATIONAL GALLERY nationalgallery.gr

NATIONAL MUSEUM OF

CONTEMPORARY ART

emst.gr

NATURA FUTURA ARQUITECTURA

naturafuturarq.com

NORMANN COPENHAGEN

normann-copenhagen.com

NOVELLINI novellini.de

O

OTTIU ottiu.com

P

PARILIO HOTEL PAROS

pariliohotelparos.com

PIERRE AUGUSTIN ROSE

pierreaugustinrose.com

PLAZIBET ARCHITECTS plazibat.com.au

PORTA ROMANA portaromana.com

PRECIOSA LIGHTING

preciosalighting.com

PRIZMASTUDIO prizma-studio.com

R

RIMADESIO rimadesio.it

S

SCHÖNBUCH schoenbuch.com

SCP scp.co.uk

SERGIO MANNINO STUDIO

sergiomannino.com

S.FISCHERVERLAG fischerverlage.de

SIEMATIC siematic.com

SILVIA GATTIN silviagattin.com

SKARGAARDEN skargaarden.com

SKYPE skype.com

SPECKTRUM specktrum.dk

SOCIETY LIMONTA societylimonta.com

SOFACOMPANY at.sofacompany.com

SOZITA GOUDOUNA cuny.academia.edu

SUPPOSE DESIGN OFFICE suppose.jp

STRASSER STEINE strasser-steine.at

STUDIO SEBASTIAN HERKNER

sebastianherkner.com

SVENSKT TENN svenskttenn.se/en

T

TALLER HECTOR BARROSO

tallerhectorbarroso.com

TALLER TLAIYE tallertlaiye.com

TASCHEN VERLAG taschen.com

TEBIAN tebian.fi

TECNO OFFICE CONSULT tecno.at

TECTA tecta.de

THAM & VIDEGÅRD ARKITEKTER

thamvidegard.se

THE CONRAN SHOP conranshop.co.uk

TIAN RESTAURANT tian-restaurant.com

TIMNA BRAUER brauer-meiri.com

TOSCOT toscot.it

TOTO de.toto.com

TRAUMAMBIENTE traumambiente.de

TRENDFILTER trendfilter.net

TROUVA trouva.com

U

URBANNATURE connox.at

V

VIENNA UGLY

spaceandplace.at/vienna-ugly

VILLEROY&BOCH villeroy-boch.at

VINCENT VAN DUYSEN

vincentvanduysen.com

VITRA vitra.com

VORTEX SPAS vortexspas.de

W

WAITING FOR THE BUS wftb.it

WALLPAPER STORE store.wallpaper.com

WEISHÄUPL WERKSTÄTTEN

weishaeupl.de

WEST ONE BATHROOM

westonebathrooms.com

WESTWING NOW westwingnow.de

WITTMANN MÖBELWERKSTÄTTEN

wittmann.at

Y

YVES SAINT LAURENT yslbeauty.com

Z

ZAHA HADID ARCHITECTS

zaha-hadid.com

ZANOTTA zanotta.it

ZARA HOME zarahome.com

ZOOM zoom.us

ZYNE OFFICIAL zyneofficial.com

123

101 COPENHAGEN 101cph.com

Foto: beigestellt

174 falstaff LIVING 03 / 20


IMPRESSUM

03/2020

ZEITSCHRIFT FÜR INTERIEUR UND ARCHITEKTUR

Die in dieser Ausgabe veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich

geschützt. Übersetzung, Nachdruck, Vervielfältigung und Speicherung

in Datenverarbeitungs anlagen nur mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser Ausgabe sind ausschließlich

mit Angabe der Quelle gestattet.

MEDIENINHABER

Falstaff LIVING Verlags GmbH

REDAKTIONSORT DES MEDIENINHABERS

Wiesingerstraße 6/8, 1010 Wien

T: +43 1 9042141, F: +43 1 9042141-450

hello@falstaff-living.com, www.falstaff-living.com

Gegenstand des Unternehmens ist die Heraus gabe, der Verlag

und der Vertrieb von Zeitschriften und Druckwerken aller Art

unter der Bezeichnung »Falstaff LIVING«.

GESELLSCHAFTER DER FALSTAFF LIVING VERLAGS GMBH

Falstaff Verlags-Ges.m.b.H. (Anteil 51 %)

Angelika Rosam (Anteil 39 %)

Mag. Michaela Cholewa (Anteil 10 %)

HERAUSGEBERIN

Angelika Rosam

CHEFREDAKTION

Angelika Rosam

CHEFIN VOM DIENST

Sandra Keplinger

ART DIRECTOR

Klaus Rauch

LEITUNG FOTOREDAKTION

Thomas Hopferwieser

FOTOREDAKTION

Thomas Trimmel

PRODUKTION/LITHO

Konstantin Riemerschmid

MITARBEITER DIESER AUSGABE

Nicola Afchar-Negad, Barbara Brandtner, Wojciech Czaja, Manfred Gram,

Uwe Killing, Maik Novotny, Katja Poloubotko, Walter Senk, Katharina Woschny

LEKTORAT

Mag. Sabine Schmidt, Marjeta Wakounig

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Angelika Rosam

Mag. Michaela Cholewa

RECHNUNGSWESEN

Casapicola & Gross Wirtschaftsprüfungs- und

Steuerberatungs GmbH

ANZEIGEN- & PROMOTIONKONTAKT

Mag. Michaela Cholewa (Anzeigenleitung), Karin Preihs (Anzeigenkoordination),

Eva Bohuslav (Lebensmittel, Getränke, Tourismus), Kinga Mohrent (Auto, Reisen,

Lebensmittel), Olivia Zazzarra (Immobilien, Banken), Ricarda Posch-Steinacher

(Life style, Kultur, Versicherungen), Claudia Schindlmaißer/Weintextur (Wein,

Wein handel), Mag. Kerstin Kilches (Ober österreich und Salzburg), Mag. Sara Zager

(Verkauf Kärnten/Steiermark, Kultur), Mag. Nicole Schäfer (Mode, Kosmetik,

Uhren, Schmuck), Ursula Steiner (Banken, Versicherungen, Interieur),

Angela Kindermann Projekt agentur (Immobilien)

anzeigen@falstaff-living.com

abo@falstaff-living.com

//

//

//

WOHNTURM MIT LIFESTYLE

HOCHWERTIGE EIGENTUMSWOHNUNGEN MIT

UNVERBAUBAREM BLICK ÜBER DIE DONAU

WOHNEN AM WASSER MIT DIREKTEM ZUGANG ZUM

DONAUUFER SOWIE GROSSZÜGIGE

FREIFLÄCHEN

CAFE UND EINKAUFSMÖGLICHKEITEN*,

FITNESSSTUDIO*, CONCIERGE-SERVICE,

KINDERGARTEN* SOWIE EIN ÄRZTEZENTRUM

DIREKT IM MARINA TOWER

EIN PROJEKT VON

ERFÜLLTER LEBEN

*IN PLANUNG MIT EXTERNEN PARTNERN HWB 22-27, fGEE 0,75-0,77

Mitglied des Verbands

Österreichischer Zeitungen

SICHERN SIE SICH JETZT IHRE TRAUM-

WOHNUNG AM WASSER: MARINATOWER.AT

03 / 20

LIVING

falstaff

175

Bei Projekten in Bau oder Planung finden Sie auf dieser Website unverbindliche Visualisierungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Kein Rechtsanspruch ableitbar. Dargestellte

Grundrisse und Ansichten beruhen auf Daten, die den aktuellen Entwurfsstand repräsentieren und die im Zuge der weiteren Planungsphase variieren können.


inspiration / BLOGGER-CHECK

LES FACTORY FEMMES 2013 gründeten Andreea

Cebuc und Laura Molnar ihren Blog, der sich neben

Fashion und Beauty auch mit dem Thema Interior

beschäftigt. Für LIVING spüren die Fashionistas die

besten Lifestyle-Stores Europas auf.

PROBIER’S MAL MIT

GEMÜTLICHKEIT

Die eigenen vier Wände sind ein Rückzugsort. Und gerade in

den letzten Wochen hat dies eine neue Dimension erreicht.

Gemütlichkeit, Entschleunigung und Ruhe sind die Dinge, nach

denen wir uns ganz besonders sehnen – und die wir mit dem

passenden Interior in unserem Zuhause finden sollten.

Wie holt man sich diese Gemütlich -

keit nach Hause? Wie schafft man

sich eine Ruhe-Oase, in der man

sich wohlfühlt und abschalten

kann? Der Norden macht es vor, denn niemand

weiß besser, wie Hygge geht.

Kerzen, harmonierende Farben, kuschelige

Textilien und ein gekonnter Material-Mix sind

unerlässliche Faktoren für mehr Gemütlichkeit

im eigenen Zuhause. Man darf alles um sich versammeln,

was einen persönlich glücklich macht.

Da Kochen und Essen auch eine große Rolle dabei

spielen, erlebt ein schön gedeckter Tisch eine

Aufwertung: Tableware steht mehr denn je im

Mittelpunkt. Um sich das nordische Lebensgefühl

in die eigenen vier Wände zu holen, muss

man aber nicht gleich nach Skandinavien reisen.

Der Online-Concept-Shop Trouva vereint die

neuesten Trend-Pieces auf einer Plattform und

liefert direkt ins Haus – auch in Isolation.

»Das eigene Zuhause ist

wie ein Spiegel, der einem

zeigt, wer man ist.«

#SUPPORTINDEPENDENTS

Trouva ist die richtige Anlaufstelle für alle,

die einzigartige Teile von unabhängigen

Labels suchen. Hier findet man Brands wie

HK Living, HAY, Ferm Living und Normann

Copenhagen. Auch Möbel, Lampen, Geschenkartikel

und sogar Fashion von Ganni

oder Baum und Pferdgarten sind Teil des

Sortiments. Bei Trouva kann man stundenlang

stöbern und entdeckt garantiert Neues, das

mehr Gemütlichkeit und Freude in die eigenen

vier Wände bringt. Einige der Stücke kann

man aber auch in Wiener Stores finden.

Und es gibt auch einen Trost für die Zeit nach

den Ausgangsbeschränkungen: Teile des

Trouva-Repertoires sind auch in Wiener

Stores zu finden, unter anderem bei Sous-Bois

(Neustiftgasse 33, 1070 Wien) oder Répertoire

(Otto-Bauer-Gasse 9, 1060 Wien). Wer Fan

der Produkte von Saint Charles Apothecary

(Gumpendorfer Straße 30, 1060 Wien) ist

und nicht in Wien wohnt, kann sich die

hochwertigen Kosmetika ebenfalls via Trouva

nach Hause holen.

trouva.com

Fotos: Les Factory Femmes, living4media / Claessens, Bieke, beigestellt

176 falstaff LIVING 03 / 20


SCHLAFEN UND WOHNEN

MIT KULTUR.

SHOJI

JAPANISCHE SCHIEBETÜREN

UND -WÄNDE

TATAMI

JAPANISCHE REISMATTEN, KLEINMÖBEL

UND ACCESSOIRES

NATURBETTEN

MASSGEFERTIGTE

MASSIVHOLZBETTEN

NATURMATRATZEN &

LATTENROSTE

SCHLAFEN AUF NATUR PUR

HANDWERK FÜR

SCHLAFKULTUR

SEIT 1986

Somnifer e.U., Franzensgasse 25 | 1050 Wien | Tel.: +43 1 587 33 24 | info@somnifer.at | www.somnifer.at


inspiration / PREVIEW

LIVING 04/2020

Was erwartet Sie in der nächsten Ausgabe von LIVING? Welche Trends erobern den

Markt, welche Designer sind am Puls der Zeit, und was tut sich Neues in der Immobilien-

Branche? Eine kleine Vorschau, worauf Sie sich im kommenden Magazin freuen können.

trends

Drucken in allen Dimensionen

Der dreidimensionale Druck ist im

Labor, in der Medizin sowie in der

Luft- und Raumfahrt unverzichtbar

geworden. Doch auch in der

Architektur, in der Mode und sogar

in der Kulinarik setzt sich die Produktfertigung

aus dem 3D-Drucker mehr

und mehr durch. Ein Überblick von

Small bis Extra-Large.

residences

kulinarik

Luxuslabels mit Restaurants

Mit der »Gucci Osteria« in Florenz

begann die Verbindung von Gucci

und Massimo Bottura – die Idee

von Fashion und Fine Dining.

gucci.com

Südfrankreich

Teakholz, sanfte Farbtöne

und jede Menge Lavendel:

eine Design-Reise durch den

wunderschönen Süden

Frankreichs.

design

Der perfekte Sonnenschutz

Ein Gespräch über ideale

Verschattung in Zeiten der

steigenden Temperaturen.

Es diskutieren Verena Mörkl,

Architektin bei Superblock,

Andreas Kraler, Geschäftsführer

von Hella, und Thomas Madreiter,

Planungsdirektor der Stadt Wien.

LIVING 04/2020

erscheint am

29. 05. 2020

Fotos: Pablo Enriquez, Lukas Ilgner, living4media/Claessens, Bieke, beigestellt

178 falstaff LIVING 03 / 20


Wohnen, natürlich in Liesing

STIPCAKGASSE 8 • 1230 WIEN

mit

Fitnessraum,

Hundewaschbox

u. v. m.

Haus Ahorn • HWB 31,31 kWh/m2a, fGEE = 0,793; Haus Esche • HWB 26,61 kWh/m2a, fGEE = 0,744

ESCHENGARTEN.AT

EIN PROJEKT VON


HINTERLÄSST EINEN

NACHHALTIGEN EINDRUCK.

DER VOLVO XC90 PLUG-IN HYBRID.

VOLVOCARS.AT

Kraftstoffverbrauch: 2,7 – 3,0 l/100 km, CO 2 -Emissionen: 63 – 69 g/km. Symbolfoto. Irrtümer, Druckfehler und Änderungen vorbehalten. Stand: April 2020.

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!