Der Weg der edlen Steine - Appel Juwelier e.K.

juwelier.appel.de

Der Weg der edlen Steine - Appel Juwelier e.K.

Geburtsstätte der Edelsteine

Edelsteine entstanden vor Millionen von Jahren unter hohem Druck in heißen

Magmakammern von 100 bis 150 Kilometer Tiefe.

Je nach der chemischen Zusammensetzung der aufsteigenden Lava bildeten sich die

verschiedenen Edelsteinarten bereits vor mehreren Millionen Jahren, meist zwischen drei und

mehreren zehn Millionen Jahren.

Einige wenige Edelsteine sind bereits bis zu 4,5 Milliarden Jahre alt. So konnten

Smaragdvorkommen aus Zimbabwe auf rund 2,6 Milliarden Jahre datiert werden.

Zirkon-funde aus den australischen Jack Hills gehen sogar auf eine Entstehung vor 4,5

Milliarden Jahren zurück. Darin fand man einige winzige Diamanten, die sich vermutlich vor

3,1 bis 4,3 Milliarden Jahren bildeten und damit auf die frühe Erdgeschichte zurückgehen.

Entstehung deredlen Steine

Tief im Erdinneren entstehen Edelsteine. Die Bausteine der edlen Steine finden sich im

Erdkern. Flüssiges, heißes Magma ist nichts anderes als eine gewaltige Ursuppe von

Mineralien. Das Magma steigt auf, kühlt sich ab und durch den enormen Druck im Erdinneren

beginnen sich die Atome zu vereinigen.

„Magmatische Entstehung“

Kristalle bilden sich – im Falle von Edelsteinen mit sehr symmetrischer innerer Struktur und

großer Reinheit. Der Diamant besteht ausschließlich aus Kohlenstoff-Atomen, angeordnet in

einer regelmäßigen, quadratischen Gitternetzstruktur, die sich bei einer Temperatur von über

1000 Grad Celsius und einem atmosphärischen Druck von gut 40.000 bar Druck ausbildet.

Diese Bedingungen findet man nur im Erdinneren, in weit mehr als 100 Kilometer Tiefe.

Auch Topase, Rubine oder Saphire entstehen auf ähnliche Weise. Auch diese Schmucksteine

bestechen durch Reinheit und einen besonderen Härtegrad.

Kein Material dieser Erde ist jedoch härter als ein Diamant. Er gilt als der "Unvergängliche"

unter den Edelsteinen.

Kristalle können auch entstehen, wenn sich Temperatur und Druckbedingungen in bereits

bestehenden Gesteinsschichten verändern.

Diese Entstehung bezeichnet man als "metamorphene Entstehung". Frisches Magma kann in

Gesteinsformationen eindringen, feste Mineralschichten die früher entstanden, können sich

neu strukturieren und Schichten mit einheitlichen chemischen Zusammensetzungen entstehen.

Auf diese Art und Weise produziert die Natur zum Beispiel Smaragde oder Granate.

Vulkanausbrüche bringen all diese Gesteinsschichten an die Erdoberfläche.

Im Erdinneren gibt es zudem immer wieder Bereiche mit flüssigen mineralischen Lösungen,

die beim Verdampfen, ebenfalls Edelsteine auskristallisieren lassen.

„Sedimentäre Entstehung“ - durch die sogenannte „Sedimentäre Entstehung“ werden z.B.

Türkise, Opale oder Malachite produziert. Diese entsteht durch die Ablagerung von

Sedimenten (z.B. Sandstein).


Junge Edelsteine sind vor mehreren hunderttausend Jahren entstanden, alte Edelsteine können

so alt sein wie unsere Erde selbst, also ca. 4,5 Milliarden Jahre.

Edelsteine entstanden durch Prozesse im Erdinneren. Seitdem haben sie einen erstaunlichen

Weg zurückgelegt. Ihr Weg zur Erdoberfläche beginnt in etwa zum Zeitpunkt der Entstehung

unseres Planeten.

Ein Zirkon der in Australien entdeckt wurde und dessen Alter auf ca. 4,4 Milliarden Jahren

bestimmt wurde gilt das älteste bekannte Objekt unserer Erde.

Edelsteine haben sich in drei verschiedenen Gesteinsarten unter der Erdoberfläche in den

unterschiedlichsten Umgebungen herausgebildet:

1. Eruptivgestein: dieses Gestein entsteht durch das Abkühlen und Aushärten von

Magma oder geschmolzener Lava (z. B. Basalt und Granit).

2. Metamorphes Gestein: dieses Gestein entsteht, wenn Eruptivgestein,

Sedimentgestein oder anderes metamorphes Gestein aufgrund extremer Hitze oder

extremen Drucks einen physikalischen Wandlungsprozess durchläuft.

3. Sedimentgestein: entsteht durch die Ablagerung von Sedimenten (z. B. Sandstein).

Obwohl sich einige Edelsteine in mehr als einer Umgebung herausbilden, lässt sich die

Entstehung von Edelsteinen weitgehend in vier Prozesse unterteilen:

1) geschmolzenes Gestein und Flüssigkeiten

(z. B. Amethyst, Smaragd, Granat, Rubin und Saphir),

2) umweltbedingte Veränderungen

(z. B. Andalusit, Kyanit, Lapislazuli, Tansanit)

3) Oberflächenwasser

(z. B. Achat, Opal und Türkis)

4) Entstehung im Erdmantel

(z. B. Diamant und Peridot).


Ewig sprudelnder Quell

Die Zeitspanne, in der Edel- und Schmucksteine entstehen, umfasst mehrere Millionen Jahre.

Es ist ein langwieriger Prozess, bis die Kleinodien über vulkanische Aktivitäten an die

Erdoberfläche befördert werden. Doch der Quell wird auch in Zukunft weiter sprudeln, denn

die geologischen Entstehungsprozesse im Erdinneren sind immer noch im vollen Gange.

Oft ist es Zufall, wo sich besondere Fundstätten auftun. Viele Edelsteinarten sind im Gebirge,

in den Aufwürfen der Erdkruste zu finden. Smaragde beispielsweise sind in Europa im

österreichischen Habachtal zu finden. Ein Mekka für Hobby-Edelsteinsucher, die gerne selbst

einmal ihr Glück im Schürfen versuchen möchten. Relativ häufig findet man in Europa auch

Quarze - Amethyst, Rauch- und Rosenquarz oder Bergkristalle. Seltener in Europa ist

dagegen der Achat, der Idar-Oberstein im Hunsrück weltberühmt gemacht hat. Hier wurde

dieser Stein lange abgebaut und geschliffen. Heute sind die Vorkommen allerdings

ausgebeutet und der Abbau lohnt sich nicht mehr.

Große Edelsteinvorkommen existieren in Afrika. Bekannt sind vor allem die südafrikanischen

Diamantminen. In afrikanischen Edelsteinminen finden sich auch wertvolle Rubine, Saphire

und Granate. Der besonders seltene Tansanit kommt aus Tansania, Turmaline gibt es in Süd-

und Südwestafrika.

Berühmt für Opale ist das australische Outback, in dem fast 95 Prozent der Edelopale

weltweit abgebaut werden. Aber auch Diamanten und Saphire werden in Down Under

gefördert.

Weitere große Edelsteinvorkommen finden sich in Südamerika. Kolumbien ist berühmt für

seine Smaragde, intensiv blaue Aquamarine kommen aus den Minen Brasiliens, wo auch

Topase, Turmaline und Saphire zu finden sind. In Nordamerika finden sich Feueropale

(Mexiko) sowie farblose Berylle und Kunzite (USA).

In Asien ist das kleine Land Myanmar (Birma) hervorzuheben, daß Rubine von

außergewöhnlicher Qualität, Saphire und Jade bietet, die teilweise schon seit der Steinzeit in

der Stadt Mogok abgebaut werden. Im Iran finden sich die schönsten Türkise der Welt, aus

Afghanistan kommen Morganite, aus Pakistan Peridot. Turmalin und Mondsteine findet man

in Sri Lanka, Jade in China.


Der Weg der edlen Steine

Gewinnung und Abbau von Farb-Edelsteinen

Die Menschen der Vorzeit entdeckten Edelsteine eher nur zufällig, nahe der Erdoberfläche.

Selbst heute lassen sich Farbedelsteine nur durch Beobachtung und mit viel Glück entdecken.

Die Methoden zur Gewinnung von farbigen Edelsteinen sind im Vergleich zur

hochtechnologisierten Gewinnung von Diamanten geradezu primitiv.

Heute wird der Abbau von Farbedelsteinen, abgesehen von der Mechanisierung im Grunde

so betrieben wie vor tausend Jahren.

Eine Edelsteinlagerstätte ist der Ort, an dem Edelsteine vorkommen. Mit Beginn des Abbaus

wird eine Lagerstätte zu einer „Mine“, wobei an einer Lagerstätte in einer Vielzahl von Minen

gearbeitet werden kann. Die häufigste Form der Gewinnung von Edelsteinen ist der

Alluvialabbau.

Bei diesem Verfahren werden Edelsteine aus Sedimentablagerungen gewonnen, die auch als

Sekundärlagerstätten bezeichnet werden, da die Edelsteine nicht in demselben Gestein

vorkommen, in dem sie entstanden sind. Diese Lagerstätten bilden sich durch Erosion des

Muttergesteins heraus. Man sucht dabei in Flussbetten, Sedimentablagerungen unter der

Erdoberfläche und auf dem Meeresboden.

Um die Rohedelsteine zu gewinnen, wird die geförderte Erde entweder mit Wasser

gewaschen oder gesiebt. Rohe Steine aus alluvialen Lagern sind aufgrund von

Verwitterungsprozessen normalerweise abgerundet und weisen Kratzer und Risse auf.


Der richtige Schliff vollendet erst den „edlen Stein“

Bis Edelsteine in ihrem vollen Glanz erstrahlen, durchlaufen sie einen sehr langen Weg.

Schneiden, Schleifen und Polieren sind die Faktoren, die notwendig sind um das Feuer und

die Brillanz der Steine zu erreichen.

Im Rheinland-Pfälzischen Idar-Oberstein etwa ist die Edelsteinverarbeitung ein besonderes

Kunsthandwerk für sich, das über Jahrhunderte betrieben wurde und heute noch edle Steine

zu seiner strahlenden und glänzenden Vollendung bringt.

Vier wichtige Arbeitsvorgänge sind nötig, um aus dem Rohkristall eine glitzernde und

funkelnde Kostbarkeit zu kreieren.

1. Schneiden - Der Schleifer sieht sich zunächst den rohen Stein genau an, er überlegt

wie er möglichst viel von der Rohsubstanz erhalten kann. Bruchlinien und Einschlüsse

im Kristall werden berücksichtigt, damit der Stein auf keinen Fall beim Zuschneiden

auseinander bricht.

2. Ebouchieren - Ist der Stein geschnitten, wird ihm beim Ebouchieren auf Schleifrädern

seine rohe Form gegeben.

3. Facettieren - Bei diesem Arbeitsschritt werden Facetten auf den Stein geschliffen, das

sind ebene plane Flächen. Sie sind entscheidend dafür, wie der Stein das Licht bricht.

Je genauer sie angelegt und eingeschliffen sind, desto besser wird ein Stein später

Lichtstrahlen reflektieren (Brillanz)

Einer der berühmtesten Schliffe ist der sogenannte Brillantschliff. Er hat mindestens

57 Facetten: die Tafel (große Fläche auf der Oberseite), 32 Facetten auf dem Oberteil

und 24 Facetten auf dem Unterteil. Dieser Schliff wird natürlich nicht nur beim

Diamanten angewandt, nein, auch andere Edelsteine sowie Schmucksteine erhalten

diesen „Königsschliff“, der sehr aufwendig und mit äußerster Präzision angeschliffen

werden sollte.

4. Polieren – der letzte Arbeitsgang. Der Polierer auch Lapidär genannt, muss dabei

genau die Flächen treffen, die der Schleifer vorgegeben hat, sonst war die ganze Mühe

umsonst. Schon viele Steinraritäten sind bei diesem letzten Arbeitsgang zerbrochen.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine