Offene Kirche Elisabethen - Die Kirche für alle

offenekircheelisabethen

Die Offene Kirche Elisabethen in Basel ist die Kirche für alle. Alle Menschen guten Glaubens, die Lebenssinn suchen, jede Lebensweise und Orientierung, dürfen ankommen und zuhause sein. Die ist ein Bericht über unsee Are im 2019.

Ich stand zur Elisabethe

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Support Elisabethen:

Wie alles kam, was nötig wurde, und auch

geschah und was noch passieren muss.

ANFANG NOVEMBER GEWITTERTE ES IN DEN BASLER LOKALBLÄTTERN UND WIR STAUNTEN:

DER KIRCHENRATSPRÄSIDENT DER REFORMIERTEN KIRCHE BASEL-STADT UND FREUND DER

OFFENEN KIRCHE ELISABETHEN, LUKAS KUNDERT, MACHTE EINEN STREIT ZWISCHEN DER

EVANGELISCH- REFORMIERTEN KIRCHE (ERK) BS UND DER FINANZ- UND KIRCHENDIREKTION

ÖFFENTLICH.

Der Staat sieht offenbar die 500000 Fanken, den Beitrag,

den die ERK an die seit Langem nötige und geplante Renovation

des Turmes der Elisabethen entrichten kann, als

zu gering an und will daher auch nicht über seinen Beitrag

weiter verhandeln. Erst wenn die ERK rund 4 Millionen

Franken bringe, könne man weiterreden.

Die Fakten

BZ·WOCHENQUIZ

Hilfe, unsere Iürche zerfällt!

Wie gut kennen Sie die

gefährdete Elisabethen

und die Geschichten

dahinter?

von Alain Gfeller - bz • 15.11.2019 um 17:27 Uhr

Die Elisabethenkirche (links) thront neben dem

Münster über der Innenstadt. Beinahe hätte sie aber

schon einmal einem Parkhaus weichen müssen.

© GEORGIOS KEFALAS

Die Elisabethenkirche über dem Basler Theaterplatz

zerfällt. Die bedeutendste neugotische Kirche der

Schweiz ist in so schlechtem Zustand, dass seit einigen

Monaten sogar die Glocken der Kirche nicht mehr

läuten. Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Wie gut

kennen Sie die beliebte Stadtkirche? Sonst lohnt es

sich ja nicht, diese zu sanieren.

Die Elisabethenkirche zerfällt - aber wie gut steht es um Ihr

Wissen zu unseren Basler Kirchen?

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der Stufe 2.

Der Staat glaubt der ERK ihre Finanzschwäche nicht, wie

der Regierungsrat auf eine parlamentarische Interpellation

der LDP-Grossrätin Christine Alioth Anfang Dezember

schreibt:

«Die finanzielle Lage der ERK ist dem Regierungsrat (RR)

bekannt. Neben den Jahresrechnungen der ERK, die in den

vergangenen Jahren defizitär waren, gilt es in einer konsolidierten

Sicht allerdings auch, die Ergebnisse der Bau- und

Vermögensverwaltung der ERK (BVV) zu berücksichtigen.

Die BVV verfügt gemäss der jüngsten publizierten Jahresrechnung

über bedeutende finanzielle Reserven und schreibt

Gewinne.

Die Christoph Merian Stiftung (CMS) hat bereits im Jahr

2015 das Pfarrhaus der Elisabethenkirche von der ERK für

einen Betrag von 2,5 Millionen Franken erworben, um auf

diese Weise in Absprache mit der ERK einen Beitrag an die

Sa nierung der Elisabethenkirche zu leisten. Sie hat ebenfalls

2015 weitere 431000 Franken für die kirchliche und die

soziale Nutzung des Pfarrhauses gesprochen. Im Jahr 2019

hat die CMS die ERK nochmals unterstützt und einen zusätzlichen

Beitrag in der Höhe von 2 Millionen Franken an

die Sanierung der Elisabethenkirche gesprochen.

Der Regierungsrat kann sich vorstellen, an die Sanierung der

Elisabethenkirche einen Beitrag in einer ähnlichen Grössenordnung

wie die CMS zu sprechen, und hat dies der ERK

auch kommuniziert. Zudem kann ein Unterstützungsgesuch

beim Bund eingereicht werden.»

Die BVV der ERK soll’s also richten und einen Teil ihrer

Gewinne in die Turmrenovation stecken. Da sagten die

ERK, Lukas Kundert und der Pressesprecher Matthias

Zehnder: «Wir stecken unser Geld nicht in Steine, sondern

in Menschen.» Will heissen: Die jährlichen Gewinne der

BVV werden seit Langem in den laufenden Haushalt der

ERK geschüttet und garantieren die Arbeit der ERK trotz

sinkender Mitgliederzahlen und Steuereinnahmen. Der RR

kann sich höchstens eine Beteiligung in Höhe der CMS

vorstellen, wobei offenbleibt, ob die Höhe 2 Millionen bedeutet

oder 2 plus 2,5 Millionen (der Kaufpreis für das

Pfarrhaus). So oder so: Die Kostenschätzung des Münsterbaumeisters

Andreas Hindemann für die Renovierung des

Turmes lautet auf 13 bis 14 Millionen und dieser Betrag

wird derzeit weit verfehlt.

Das Gewitter

Obwohl niemand in der ganzen Diskussion über unsere

Arbeit sprach, wurden wir von der Diskussion kalt erwischt:

Wenn man lesen muss «Wir brauchen diese Kirche nicht»

und sogar über «kontrollierten Einsturz» als Ultima Ratio

gesprochen wird, dann verstehen wir die vielen besorgten

Stimmen aus der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien.

Und natürlich wurden alte Diskussionen neu belebt, alte

urbane Wandermärchen wurden wieder geraunt, so falsch

sie sein mögen, es gibt sie. Zu denen gehörte:

· Die Elisabethenkirche ist ein Ablassbau des Basler Daig,

finanziert mit Blutgeld und aus Scham oder zur Wiedergutmachung

der ethischen Schuld daran, wie das Geld

erworben wurde: aus Sklavenhandel.

· Die Elisabethenkirche ist «keine Kirche mehr» oder keine

«richtige Kirche mehr».

Beides ist so falsch wie unausrottbar. Glücklicherweise

wurden alle Argumente in der Diskussion auf den sozialen

Medien, die irgendwie ein Spiegel der Öffentlichkeit sind,

von Nutzenden widerlegt. Hierzu lest bitte die Screenshots

aus unseren Facebook-Profilen.

Ich stand zur Elisabethe

Schwieriger war die Reaktion der Menschen, die unsere

Kirche ausmachen, die unsere Kirche besuchen und auch

mieten. Einige dieser rund 100000 Menschen jährlich

kamen auf uns zu mit einer Mischung aus Sorge, Angst,

Verwunderung und Mitgefühl.

· Sorge darüber, dass der Zugang oder Aufenthalt nicht

mehr sicher sei oder dass bestehende Mietverträge durch

uns nicht eingehalten werden könnten, da die Kirche ja

wohl schliessen müsse.

· Angst darüber, dass ihnen wichtige Angebote nun nicht

mehr stattfinden würden, ja sogar dass unsere Arbeit

wohl bald zu Ende gehen werde.

· Verwunderung darüber, dass eine solche Institution wie

die OKE infrage gestellt würde in einer reichen Stadt wie

Basel.

· Mitgefühl und die Frage: Was können wir tun, um euch

zu helfen?

Die ersten drei Anliegen konnten wir mit unseren Mitarbeitenden

und Freiwilligen auffangen und entgegennehmen

und auch gut klären. Die Frage, wie man/frau uns

helfen könne, hat uns auf eine Idee gebracht. Wir boten

an, dass – wenn man/frau/kind sich mit unserer Arbeit

identifiziere – ein Selfie mit dem Slogan «Ich stand zur

Elisabethe» gemacht und uns gemailt werden könne, an

support@oke-bs.ch. Und dann waren wir überwältigt von

den vielen Reaktionen, die auch in diesem Blatt zu sehen

sind. Wir haben die vielen Supportfotos in einen Polaroidrahmen

gebastelt, um ihre Spontaneität und Aktualität

auch grafisch hervorzuheben und diese Föteli über dieses

Heft verteilt, darüber gestreut, beglänzt, unseren Bericht

damit verziert und verschönt. Wir wissen: Das muss der

Anfang sein für weitere Aktionen und für einen Meinungsbildungs-

und Entscheidungsprozess in unserer Stadt, der

dazu führt, dass die Offene Kirche Elisabethen auch noch

ihr 50. Jubiläum in diesem wunderschönen Haus feiern

kann, in unserer «alten Dame».

Ein Konsens

Am 3. Dezember hat Radio SRF 2 in seiner «Kontexte»-

Reihe ein Gespräch gesendet, an dem sich u.a. Andreas

Courvoisier, ein Basler Stadtplaner, und die Thurgauer

Denkmalpflegerin Eva Schäfer über «Schöne Kirchen –

leere Kassen» beteiligt haben. Dort hiess es sinngemäss:

«Gerade die Elisabethen, wo kleine Anlässe stattfinden,

wo gesellschaftliche Anlässe stattfinden, dort, wo sich

Gross und Klein, Jung und Alt einfinden, Krethi und Plethi,

alle! Und dann steht sie noch wirklich in der City – eine

Citykirche – und damit hat sie für Touristen und für Einheimische

diese grosse, breite Bedeutung für diese Stadt.

Ihre Renovation muss gerade in Basel gelingen. Eine Kirche

wie diese, die so stark in der Stadt verankert ist, und in

einer Stadt, die so reich ist und so viel private Wohltäter

hat, da muss ein Konsens zu erreichen sein.»

Der Konsens stockt derzeit auf Ebene der Regierungen von

Kirche und Kanton. Nicht aber «unten», bei den Menschen,

die den politischen Entscheidungsprozess tragen. Monika

und Frank wurden von der SP BS eingeladen, ihre Sicht

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Offene Kirche Elisabethen – 2019 Offene Kirche Elisabethen – 2019

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