Offene Kirche Elisabethen - Die Kirche für alle

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Die Offene Kirche Elisabethen in Basel ist die Kirche für alle. Alle Menschen guten Glaubens, die Lebenssinn suchen, jede Lebensweise und Orientierung, dürfen ankommen und zuhause sein. Die ist ein Bericht über unsee Are im 2019.

Härzwärts

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«HÄRZWÄRTS»:

Eine Segnungsfeier

für Paare am Valentinstag

ES IST UNGLÜCK, SAGT DIE BERECHNUNG. ES IST NICHTS ALS SCHMERZ, SAGT DIE ANGST.

ES IST AUSSICHTSLOS, SAGT DIE EINSICHT. ES IST, WAS ES IST, SAGT DIE LIEBE. ES IST

LÄCHERLICH, SAGT DER STOLZ. ES IST LEICHTSINNIG, SAGT DIE VORSICHT. ES IST UNMÖGLICH,

SAGT DIE ERFAHRUNG. ES IST, WAS ES IST, SAGT DIE LIEBE.

Erich Fried formulierte treffend und weise. Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um

gleichgeschlechtlich Liebende wäre noch hinzuzufügen: Es ist Sünde, sagen die Eiferer.

Es ist, was es ist, sagt die Liebe.

Darum adaptierten wir ein Format unter einem Titel, der bereits in anderen Deutschschweizer

Städten richtig und wichtig war und bleibt: «Härzwärts» für alle Liebende.

Wir segneten Liebende, allerlei Liebende, und definierten – mit der breiten und weiten

Grund intention der Bibel, gegen sieben seltsame Verse der Bibel – die Würde jeder Liebe

zwischen Erwachsenen, die einander nicht schädigen, sondern nutzen, fördern und füreinander

sorgen, die niemand anderen schädigen, sondern sie bestensfalls herausfordern,

ihre eigene Liebesfähigkeit zu hinterfragen. Die Liebe ist ewig ist die Liebe und macht

Menschen auch ewig. Denn wer nicht liebt, bei dem oder der hat Gott Mühe, ihn oder sie

ewig zu machen. Nur wer liebt, kann ewig werden.

Liebe braucht Momente der Feierlichkeit. Sie braucht ihre Feste jenseits des Alltags.

Darum feierten wir am Valentinstag 2019 gemeinsam mit unserem Blumenpartner und

Nachbarn «Au Bouquet» um 17.30 Uhr die Segnungsfeier für allerlei Liebende «Härzwärts».

Andi Bertschmann vom «Au Bouquet» schenkte allen Paaren eine Rose und die Paare

konnten bei ihm einander Blumen kaufen. Und unser Hausfotograf Oliver Hochstrasser

machte für alle Paare ein wunderschönes Foto.

Weil bei dieser «ersten Ausgabe» auch jemand mitfeierte, die gerade eine Partnerschaft

beendete und um einen Segen bat, erstrecken wir 2020 unsere Einladung auch auf jene,

die nach einer Liebe verletzt sind, wund und heilungsbedürftig. Sabrina und Frank, die

beiden Segnenden, sind auch Liebende und lebenserfahren. Sie wissen um den Schmerz,

den das Schwert Liebe mit einem Schnitt bewirken kann. Wir segnen, denn wir können

nicht anders!

EINIGE PAARE, DIE GESEGNET WURDEN.

DER HEILIGE VALENTIN UND «SEIN» FESTTAG

Erst seit den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts

wurde der Tag bei uns bekannt. Und nicht wenige

kritische Geister sagen, das eigentliche Fest fände in den

Kassen der Floristenbranche statt. Inzwischen hat das

Fest – nolens volens – jedoch eine breite Bekanntheit bei

(eher) jüngeren Paaren.

Was viele trotz allem nicht wissen: Der Valentinstag hat

– tatsächlich – tiefe religiöse Wurzeln, die, wie so häufig,

noch aus vorchristlicher Zeit datieren. Aus der altrömischen

Religion stammt der Brauch des Lupercus-Festes

am 14. Februar. Bei diesem Reinigungs- und Fruchtbarkeitsfest

wurden junge Männer und Frauen einander

zugelost und führten fortan für ein Jahr eine Art verlobungsähnliches

Verhältnis.

«Getauft» (und in christlichem Sinne «geordnet») wurde

dieses beim einfachen Volk sehr beliebte Fest, indem es

unter den Schutz des Märtyrers Valentin gestellt wurde:

Dieser soll im dritten Jahrhundert n.Chr. gegen den

Willen des (noch nicht christlichen) Kaisers Paare getraut

haben, die sich in Liebe (und nicht aus Losglück)

zugetan waren. Der Kaiser favorisierte das vorchristliche

Ritual, da es aus jungen Männern unabhängige Soldaten

statt – wie im neuen Glauben – liebevolle Ehemänner

und Familienväter machte. Valentin verlor sein Leben

und die Kirche gewann einen Schutzpatron für die partnerschaftliche,

selbstbestimmte Liebe.

Offene Kirche Elisabethen – 2019 Offene Kirche Elisabethen – 2019

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