2020-05-03 Bayreuther Sonntagszeitung

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Bayreuther Sonntagszeitung

Aktuell

3. Mai 2020 5

Der Zahnarzt für coronainfiziertePatienten

Praxis Klinkisch in Weidenbergist Anlaufstelle für Betroffene

BAYREUTH. Für Patienten, die

mit dem Coronavirus infiziert sind,

wurden zahnmedizinische

Schwerpunktpraxen eingerichtet,

einedavonist die Praxis Klinkisch

in Weidenberg. Irene und

Andreas Klinkisch übernehmen

Notfälle. Wie die Behandlung abläuft

und Hygienemaßnahmen

eingehalten werden, erklärt das

Ehepaar im Interview.

BTSZ: Wie wurde ihrePraxis Anlaufstelle

für Corona-Patienten?

Andreas Klinkisch: Die Benennung

zur Schwerpunktpraxis ist

aus der Situation heraus entstanden.

Beim gemeinsamen Notdienstwurde

uns vonverzweifelten

Kollegen mitgeteilt, dass keiner

so recht wisse, was nun mit

diesen Patienten anzufangen sei

und es keine nächstgelegene Anlaufstelle

gibt. Von mangelnder

Schutzausrüstung und fehlenden

logistischen Möglichkeiten,

möchte ich hier gar nichterstanfangen.

Da unsere Praxis glücklicherweisedie

idealen räumlichen

Voraussetzungen bietet, haben

wir uns bereit erklärt, Notfälle zu

behandeln, damit nahm das Ganze

seinen Lauf. Eine Woche später

wurden wir dann nach Absprache

mit dem Gesundheitsamt

Bayreuth, der KZVB (Kassenzahnärztliche

Vereinigung

Bayerns) und der BLZK (Bayerische

Landeszahnärztekammer),

zum offiziellen Ansprechpartner

in der Region. Damit istdie Zahnarztpraxis

Klinkisch in Weidenberg

bisher die einzige zahnärztliche

Schwerpunktpraxis für

Irene Klinkisch zeigt hygienische Schutzvorkehrungen.

Foto:red

Quarantäne- und COVID-19-PatientenimLandkreis

Bayreuth und

eine vonzweiPraxeninOberfranken.

BTSZ: Behandeln Sie derzeit nur

COVID-19-Patienten oder auch

Sonstige?

Andreas Klinkisch: Beides. Gerade

Kontrollen und Vorsorgeuntersuchungen

sind in der jetzigen

Zeit enorm wichtig. Entzündungen

in der Mundhöhle schaden

dem Immunsystem und eine

vernachlässigte Mundkrebsvorsorgekann

noch viel schlimmere

Konsequenzen nach sich ziehen.

Allerdings ist die Schwerpunktpraxis

komplett vomeigentlichen

Praxisbetrieb getrennt. Erstens

räumlich, indem wir einen extra

Nebeneingang bereitstellen und

ein isoliertes Behandlungszimmer

nutzen, welches vonder Praxis

abgeschottet ist. Zeitlich, da

erkrankte PatientenIMMER allein

und weit nach der eigentlichen

Sprechstunde einbestellt werden.

Zweitens personell, weil unserCorona-Team

für mindestens

zwei Wochen keinen Kontakt zu

den restlichen Mitarbeitern und

dem regulären Praxisbetrieb hat

und wirklich ausschließlich für

infiziertePatientenzur Verfügung

steht.

BTSZ: Wie funktioniert die Terminvergabe?

Beziehungsweise

wie lange müssen die Patienten

auf einen Termin warten?

Andreas Klinkisch: Die Termin-

vergabe läuft zunächst immer

ersttelefonisch über den eigenen

Hauszahnarzt bzw. Hausarzt.

Dieser entscheidet, ob eine Behandlung

aufgrund starker

Schmerzen oder eines akuten

Notfalles, keinen Aufschub mehr

zulässt. Für diese Patienten wird

noch für denselben Tagein Termin

vereinbart. Wichtig: ein Besuch

der zahnärztlichen Schwerpunktpraxis

ist ausschließlich

nach telefonischer oder digitaler

Anmeldung möglich und es werden

nur Patienten behandelt, die

sich in amtlich verordneter Quarantäne

befinden, in der Regel ab

Testabstrich bei begründetem

COVID-19 -Verdacht.

BTSZ: Wie laufen Wartezeiten

und Behandlung ab?

Andreas Klinkisch: Eine erste

Einschätzung erfolgt über die Videosprechstunde

oder Telefon.

Einen Termin erhalten Betroffene

außerhalb unserer Sprechzeiten.

Gewartet wird auf einem reservierten

Parkplatz vor der Praxis.

Der Patient wird abgeholt und

durch einen Nebeneingang, unmittelbar

am Parkplatz, durch eine

improvisierte Schleuse inden

isolierten Behandlungsraum gebracht

und unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen

und unter

höchsten hygienischen Schutzvorkehrungen

behandelt.

BTSZ: Welche Schutzmaßnahmen

treffen Sie für sich und Ihre

Angestellten?

Andreas Klinkisch: Das„Corona-

Team“besteht nur aus einem Be-

handler und einer Assistenz. Die

Praxis istzudiesem Zeitpunktgeschlossen

und es befinden sich

keine weiteren Personen in den

Räumen. Die Mitarbeiter wurden

intensiv geschult und tragen eine

spezielle Schutzausrüstung. In

der „Schleuse“ kann sich der Patient

desinfizieren, bekommt eine

Schutzausrüstung und wird von

dort direkt in das isolierte Behandlungszimmer

gebracht.

BTSZ: Wie hoch ist die Gefahr,

trotz der Schutzmaßnahmen,

sich anzustecken?

Andreas Klinkisch: Die Schutzund

Hygienemaßnahmen sind

und wareninden Zahnarztpraxen

schon immer sehr hoch und wurden

an die Anforderungen der

letzten Wochen angepasst.

Sicherlich gibteskeinen 100-prozentigen

Schutz.Die Gefahr einer

Ansteckung im Alltag oder beim

Einkaufen ist umein Vielfaches

höher.

BTSZ: Wie kontrollieren Sie den

eigenen Gesundheitszustand?

Andreas Klinkisch: Wir unterziehen

uns regelmäßigen Tests und

warten sehnlichst auf zuverlässige

Antikörper- und Pooltestverfahren.

BTSZ: Wie groß istdie Angstvor

einer Ansteckung?

Andreas Klinkisch: Wir fürchten

uns nicht. Aber die Anspannung

und Belastung für das Corona-

Team isthöher als unternormalen

Arbeitsbedingungen.

DasInterviewführte Jessica Mohr

Wir verteilen

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