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UMWELT JOURNAL 2020-2

UMWELT JOURNAL 2/2020 (veröffentlicht: 30.04.2020) Themen: FEMtech-Expertin des Monats, Ende der Kohlekraft in Österreich, Rekordjahr für Windkraft, Photovoltaik-Ausbau in Österreich, Post fährt mit Solar-Lkw, E-Mobilität in Österreich, Kreislaufwirtschaft, Regenwasser versickern, Pellets speichern, Umwelttechniker gesucht, Condition Monitoring Systeme (Dekanterzentrifugen), Modernes Wohnen, Bibliothek, Ausbildungen, Seminare.

UMWELT JOURNAL 2/2020
(veröffentlicht: 30.04.2020)
Themen: FEMtech-Expertin des Monats, Ende der Kohlekraft in Österreich, Rekordjahr für Windkraft, Photovoltaik-Ausbau in Österreich, Post fährt mit Solar-Lkw, E-Mobilität in Österreich, Kreislaufwirtschaft, Regenwasser versickern, Pellets speichern, Umwelttechniker gesucht, Condition Monitoring Systeme (Dekanterzentrifugen), Modernes Wohnen, Bibliothek, Ausbildungen, Seminare.

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ABS.: <strong>UMWELT</strong> <strong>JOURNAL</strong> | HAMEAU STRASSE 44 | 1190 WIEN | AUSTRIA<br />

Heft 2/<strong>2020</strong><br />

Nach der Krise<br />

ist vor der Krise<br />

FEMtecr<br />

Ende der Kohlekraftr<br />

Photovoltaik-Ausbaur<br />

Umwelttechniker gesuchtr<br />

Raus aus dem Hamsterradr


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S2<br />

<strong>2020</strong> MESSEN EVENTS ORT INTERNET<br />

30. Mai – 3. Juni IFAT 2022 München www.ifat.de<br />

SMART AUTOMATION AUSTRIA Wien www.terrapinn.com<br />

RENEXPO BELGRAD Belgrad www.renexpo-belgrade.com<br />

INTERSOLAR EUROPE München www.intersolar.de<br />

PCIM ASIA Schanghai pcimasia-expo.cn<br />

14. – 17. September INTERLIGHT RUSSIA Moskau interlight-building.ru<br />

25. – 26. September OÖ <strong>UMWELT</strong>TAGE Ried www.ooe-umwelttage.at<br />

29.09. – 01. Oktober BATTERY EXPERTS FORUM Frankfurt www.battery-experts-forum.com<br />

28. – 31. Oktober ECO EXPO ASIA Hongkong ecoexpoasia.hktdc.com<br />

03. – 06. November ECOMONDO Rimini en.ecomondo.com<br />

04. – 05. November ACQUA ALTA Essen www.acqua-alta.de<br />

18. – 20. November RECY & DEPO TECH Leoben www.recydepotech.at<br />

26. – 27. November RENEXPO INTERHYDRO Salzburg www.renexpo-hydro.eu<br />

01. – 04. Dezember POLLUTEC Lyon www.pollutec.com<br />

Erscheinungstermine<br />

31. Jänner <strong>2020</strong><br />

30. April <strong>2020</strong><br />

27. Mai <strong>2020</strong><br />

1. Juli <strong>2020</strong><br />

2. September <strong>2020</strong><br />

21. Oktober <strong>2020</strong><br />

<strong>UMWELT</strong> <strong>JOURNAL</strong><br />

Ausgabe 1/<strong>2020</strong><br />

Ausgabe 2/<strong>2020</strong><br />

Ausgabe 3/<strong>2020</strong><br />

Ausgabe 4/<strong>2020</strong><br />

Ausgabe 5/<strong>2020</strong><br />

Ausgabe 6/<strong>2020</strong>


EDITORIAL / IMPRESSUM<br />

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!<br />

Werte Kunden!<br />

Manchmal kommt es anders als<br />

geplant. In der nun vorliegenden<br />

Ausgabe des Fachmagazins <strong>UMWELT</strong><br />

<strong>JOURNAL</strong> dachten wir einen Großteil der<br />

Berichterstattung den Neuerungen zu<br />

widmen, die Unternehmen aus aller Welt<br />

auf der Umweltleitmesse IFAT in München<br />

präsentieren wollten. Und dann veränderte<br />

sich die Welt.<br />

Die IFAT <strong>2020</strong> wurde zunächst auf den<br />

Herbst verschoben und ist ein paar Wochen<br />

später sogar abgesagt worden und zur IFAT<br />

2022 mutiert. Das ist ein herber Schlag für<br />

viele Tausende Menschen, die an einer der<br />

großen Messen Europas hängen: Messebetreiber,<br />

Aufsteller, Aussteller, Tourismusbetriebe,<br />

Gastronomie und in letzter Konsequenz<br />

auch wir Medien.<br />

Viele Unternehmen sind in den vergangenen<br />

Wochen immer stärker auf die<br />

Bremse gestiegen. Es herrscht Vorsicht, Zurückhaltung<br />

und mancherorts Ratlosigkeit.<br />

Wie lange wird diese Krise wohl währen,<br />

wie ist das Schiff durch die ungewisse See<br />

zu steuern, wer wird am Ende einigermaßen<br />

unversehrt herauskommen? Ein derart<br />

großes Maß an Ungewissheit hat es in der<br />

Wirtschaft seit mehreren Jahrzehnten nicht<br />

mehr gegeben.<br />

Aber gerade auf diesem Boden lässt sich<br />

jenes Korn säen, das in einigen Monaten zur<br />

Ernte bereitsteht. Nur wer optimistisch nach<br />

vorne blickt und sein Geschäft darauf ausrichtet,<br />

wird überleben.<br />

Und gerade in diesem Umfeld kann das<br />

rundum erneuerte <strong>UMWELT</strong> <strong>JOURNAL</strong> sehr<br />

viel bieten. Schon heute haben wir mehr als<br />

60.000 Zugriffe monatlich alleine auf den Social<br />

Media (natürlich B2B), in den Suchen findet<br />

man uns online ganz weit vorne. Wir sind<br />

also die beste Adresse für all jene Betriebe,<br />

die sich nicht verstecken wollen. Lassen Sie<br />

uns also gemeinsam in die Zukunft gehen!<br />

Weiterhin spannendes Lesevergnügen wünscht<br />

Ihr Peter R. Nestler<br />

INHALT 2/<strong>2020</strong><br />

02 Termine & Events<br />

03 Editorial, Impressum, Inhalt<br />

04 Aktuelles<br />

06 FEMtec: Birgit Weihs-Dopfer<br />

08 Interview des Monats<br />

12 Ende der Kohlekraft in Österreich<br />

14 Starkes Jahr für Windkraft<br />

16 Photovoltaik-Ausbau<br />

18 Die Post fährt solar<br />

19 E-Mobilität in Österreich<br />

20 Sepp Eisenriegler: Kreislaufwirtschaft<br />

24 Schwedenbomben sind rePET<br />

26 Umwelttechniker gesucht<br />

28 Condition Monitoring<br />

32 Seminare, Anbieter<br />

33 Quality Austria Ausbildungen<br />

34 Bibliothek<br />

35 Ausblick<br />

IMPRESSUM<br />

Medieninhaber: Markus Jaklitsch<br />

Herausgeber: Peter Nestler<br />

Redaktion: Christian Vavra<br />

Grafik: HJS Media World Group<br />

Hameaustraße 44, 1190 Wien, Austria<br />

E-Mail: redaktion@umwelt-journal.at<br />

https://umwelt-journal.at


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S4<br />

Verbund: Top-Jahresergebnis 2019<br />

Das Verbund-Ergebnis für<br />

das Geschäftsjahr 2019 ist<br />

äußerst erfreulich. Alle steuerungsrelevanten<br />

Kennzahlen<br />

des Konzerns konnten erheblich<br />

verbessert werden.<br />

Diese positive Entwicklung<br />

ist vor allem auf die Realisierung<br />

der stark gestiegenen<br />

durchschnittlichen Absatzpreise,<br />

bedingt durch ein<br />

höheres Strompreisniveau<br />

auf dem Großhandelsmarkt<br />

für Strom, zurückzuführen.<br />

Der durchschnittliche Absatzpreis<br />

im Bereich der Eigenerzeugung<br />

aus Wasserkraft<br />

konnte um 9,7 €/MWh<br />

auf 39,0 €/MWh gesteigert<br />

werden. Auch die Erzeugung<br />

aus Wasserkraft erhöhte<br />

sich im Vergleich zum<br />

Vorjahr. Der Erzeugungskoeffizient<br />

der Laufwasserkraftwerke<br />

lag mit 1,01 um<br />

7 Prozentpunkte über dem<br />

Vergleichswert des Vorjahres.<br />

Der Ergebnisbeitrag aus<br />

dem Segment Netz fiel aufgrund<br />

höherer temporärer<br />

Mehrerlöse ebenfalls besser<br />

aus als in der Berichtsperiode<br />

des Vorjahres.<br />

Planetary Computer von Microsoft<br />

Microsoft kündigt den Aufbau<br />

einer globalen Umweltdaten-Plattform<br />

an. Ziel: Unternehmen,<br />

Wissenschaftler,<br />

Naturschützer und Regierungen<br />

beim Schutz von Ökosystemen<br />

zu unterstützen.<br />

Um Artenvielfalt und natürliche<br />

Lebensräume zu<br />

schützen, benötigt die Wissenschaft<br />

dringend mehr<br />

gesicherte Daten über existierende<br />

Populationen und<br />

den Zustand lokaler Ökosysteme.<br />

Deshalb hat Microsoft<br />

Das EBITDA, das operative Ergebnis<br />

vor Abschreibungen,<br />

stieg um 36,9 % auf 1.183,5<br />

Mio. €, und das Konzernergebnis<br />

erhöhte sich um 28,1 %<br />

auf 554,8 Mio. € gegenüber<br />

der Vergleichsperiode des<br />

Vorjahres. Nach Bereinigung<br />

der Ergebnisse um positive<br />

Einmaleffekte stieg das EBIT-<br />

DA um 37,1 %, das Konzernergebnis<br />

konnte sogar um<br />

60,4 % auf 549,0 Mio. € gesteigert<br />

werden. Auch die<br />

Finanzlage des Konzerns hat<br />

sich erheblich verbessert.<br />

Der operative Cash Flow<br />

stieg um 81,3 % auf 1.204,3<br />

Mio. €, der Free Cash Flow<br />

nach Dividende erreichte<br />

einen Rekordwert von<br />

639,3 Mio. €. Das Net Debt/<br />

EBITDA lag zum 31.12.2019<br />

bei 1,9 und zählt damit zu<br />

den Top-Werten aller europäischen<br />

Versorger. Auch<br />

hinsichtlich Rentabilität<br />

und Profitabilität erzielt der<br />

Konzern Spitzenwerte. Die<br />

Eigenkapitalrentabilität verbesserte<br />

sich auf 10,2 %. Die<br />

EBITDA-Marge liegt bei attraktiven<br />

30,4 %.<br />

die Entwicklung eines „Planetary<br />

Computer“ angekündigt.<br />

Geplant ist eine globale<br />

Umweltdaten-Plattform, die<br />

es Nachhaltigkeitsforschern<br />

ermöglicht, die komplexen<br />

Zusammenhänge in fragilen<br />

Ökosystemen mithilfe von Big<br />

Data, Machine Learning und<br />

AI ermöglicht zu erfassen, zu<br />

modellieren und zu steuern.<br />

Der „Planetary Computer“<br />

wird eine riesige Datenmenge<br />

auf einer maschinellen Lernplattform<br />

bereitstellen.<br />

Cradle to Cradle für Adler Lacke<br />

Umweltzeichen und Nachhaltigkeitszertifikate<br />

gibt es<br />

viele – doch kaum eines ist<br />

so umfassend und hochwertig<br />

wie „Cradle to Cradle“,<br />

das Gütesiegel für innovative<br />

Kreislaufwirtschaft. Adler<br />

Lacke hat sich die Latte auf<br />

die Umwelt-Höchstmarke<br />

gelegt und „Cradle to Cradle“<br />

(C2C) zum Maßstab für<br />

sein nachhaltiges Produktsortiment<br />

gemacht.<br />

„Ich finde vor allem die ganzheitliche<br />

Lebenszyklus-Betrachtung<br />

faszinierend“, erklärt<br />

Dr. Albert Rössler, Leiter<br />

der Forschung & Entwicklung<br />

bei Adler. Cradle to Cradle<br />

nimmt den gesamten Entstehungs-<br />

und Verwertungsprozess<br />

eines Produktes unter<br />

Coronakrise zeigt Emissionen<br />

Allein in Europa sterben pro<br />

Jahr rund 400.000 Menschen<br />

aufgrund der Verbrennung<br />

von Erdgas, Erdöl und Kohle,<br />

wie eine aktuelle Studie laut<br />

IG Windkraft berichtet. „Der<br />

rasche Ausbau von Windrädern<br />

und die Schließung<br />

von fossilen Kraftwerken,<br />

sowie der Umstieg auf Elektromobilität<br />

muss nun nach<br />

der Corona-Krise umgesetzt<br />

werden“, fordert Stefan<br />

Moidl, Geschäftsführer der<br />

IG Windkraft: „Gerade jetzt<br />

sieht man, wie sauber die<br />

Luft sein könnte, wenn wir<br />

auch nur auf Teile der Verbrennung<br />

von Erdgas, Erdöl<br />

und Kohle verzichten.“<br />

Studien weisen darauf hin,<br />

dass die Verwendung von<br />

Erdgas, Erdöl und Kohle Millionen<br />

Menschen das Leben<br />

kostet. Eine Studie vom Centre<br />

for Research on Energy<br />

die Lupe: Von der Verarbeitung<br />

nachwachsender Rohstoffe<br />

über die Herstellung<br />

mit umwelt- und ressourcenschonenden<br />

Verfahren bis<br />

hin zur Recyclingfähigkeit.<br />

Abfälle sind Wertstoffe, so<br />

lautet die Devise.<br />

Adler verfügt bereits über<br />

ein vielfältiges Sortiment<br />

C2C-zertifizierter Produkte.<br />

Jüngster Neuzugang im<br />

C2C-Sortiment ist Aquawood<br />

Natureffekt, eine<br />

wasserbasierte Fensterbeschichtung.<br />

Demnächst soll<br />

noch ein C2C-zertifizierter<br />

Möbellack hinzukommen,<br />

um ein nachhaltiges Beschichtungssortiment<br />

für<br />

alle Bereiche anbieten zu<br />

können.<br />

and Clean Air (CREA) geht<br />

von 4,5 Mio. Todesfällen<br />

weltweit aus. Allein in der EU<br />

gehen die Studienautoren<br />

von rund 400.000 Todesfällen<br />

aus. Weltweit kommen 1,8<br />

Mrd. verlorene Arbeitstage<br />

pro Jahr hinzu, die durch<br />

Luftverschmutzung von fossilen<br />

Brennstoffen verursacht<br />

werden. In Summe<br />

entstehen der Gesellschaft<br />

dadurch rund 7,5 Mrd. Euro<br />

an Kosten. Die Studienautoren<br />

weisen auch darauf<br />

hin, dass der Umstieg auf<br />

erneuerbare Energien einen<br />

großen Teil der Todesfälle<br />

verhindern könnte.<br />

In Österreich werden heute<br />

noch rund ein Drittel der<br />

Stromerzeugung und zwei<br />

Drittel des gesamten Energieverbrauchs<br />

durch Erdgas,<br />

Erdöl und Kohle zur Verfügung<br />

gestellt.


Österreichs Glasrecyclingsystem:<br />

Rekord bei Altglassammlung<br />

Seit Jahren verbucht Österreichs<br />

Glasrecyclingsystem<br />

Zuwächse bei der Sammlung<br />

der Glasverpackungen.<br />

2019 konnten rund 260.000<br />

Tonnen gebrauchte Glasverpackungen<br />

der Glasindustrie<br />

als Sekundärrohstoff für das<br />

stoffliche Recycling übergeben<br />

werden. Das ist eine Steigerung<br />

von mehr als 10.000<br />

Tonnen gegenüber 2018 und<br />

entspricht einer durchschnittlichen<br />

Pro-Kopf-Leistung von<br />

28,5 kg (2018: rund 27 kg).<br />

Auch in den Städten stieg das<br />

Ergebnis. Das freut Dr. Harald<br />

Hauke, Geschäftsführer der<br />

Austria Glas Recycling, einem<br />

Unternehmen der ARA, besonders:<br />

„Im urbanen Raum<br />

liegen die Ergebnisse der<br />

Altstoffsammlung tendenziell<br />

hinter jenen des ländlichen<br />

Raumes. Das ist ein weltweites<br />

Phänomen. Umso wichtiger<br />

ist es – im Hinblick auf die<br />

Realisierung von Kreislaufwirtschaft<br />

– die Rohstoffpotenziale<br />

in den Städten weiter zu<br />

heben. Mein Dank gilt allen,<br />

die bei der Altglassammlung<br />

mitmachen.“<br />

Aus Glasverpackungen können<br />

neue Glasverpackungen<br />

produziert werden. Und<br />

das immer und immer wieder<br />

bei stets gleichbleibender<br />

Qualität der Gurkengläser,<br />

Weinflaschen, Parfumflacons<br />

etc. Harald Hauke: „Glasrecycling<br />

gilt für viele als die<br />

Mutter des Recyclings, als<br />

Königsdisziplin. Das Material<br />

Glas ist hervorragend für<br />

Circular Economy geschaffen.<br />

Wir sorgen für die infrastrukturelle<br />

Ausstattung und<br />

Bewusstseinsbildung bei den<br />

Bürgerinnen und Bürgern, damit<br />

Glas seine Vorzüge auch<br />

künftig voll ausspielen kann.“<br />

Spezielle Glasflaschen eignen<br />

sich zudem für die Nutzung<br />

als Mehrweggebinde.<br />

Sie können gewaschen und<br />

wieder befüllt werden. Mehrwegkreisläufe<br />

in der passenden<br />

Ausgestaltung werden<br />

im Zuge der Transformation<br />

von der linearen zur zirkulären<br />

Ökonomie wieder eine<br />

stärkere Rolle spielen. Hauke:<br />

„Recycling und Mehrwegkreisläufe<br />

sind kommunizierende<br />

Gefäße einer Circular<br />

Economy. Wichtig wird sein,<br />

Mehrwegsysteme evidenzbasiert<br />

und in Zusammenschau<br />

mit bestehenden<br />

erfolgreichen Recyclingsystemen<br />

weiter zu entwickeln.<br />

Sollen beide ökonomisch<br />

und ökologisch zielführend<br />

sein, gilt es, sie gut zu verzahnen<br />

und in ein gemeinsames<br />

Optimum zu führen.“ Austria<br />

Glas Recycling und die Konzernmutter<br />

ARA bringen ihre<br />

jahrzehntelange Expertise für<br />

die Realisierung einer sinnvollen<br />

Kreislaufwirtschaft in den<br />

Dialog mit der Regierung und<br />

weiteren Stakeholdern ein.<br />

Österreichs Glasrecyclingsystem<br />

besteht seit über 40 Jahren.<br />

Hauke: „Die Menschen<br />

in Österreich beteiligen sich<br />

sehr aktiv an der Altglassammlung.<br />

Sie leisten damit<br />

einen sehr wirksamen Beitrag<br />

zu Umwelt- und Klimaschutz“.<br />

Dank Glasrecycling konnten<br />

2019 im Vergleich zur Produktion<br />

aus Primärrohstoffen 240<br />

Mio. KWh elektrische Energie<br />

ge gespart werden. Das<br />

ist der Verbrauch an elektrischer<br />

Energie von über<br />

50.000 Haushalten.<br />

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ist weltweit auf über 40.000 Windenergieanlagen bis zu einer<br />

Größe von 5 MW im Einsatz – sowohl On- als auch Offshore.<br />

Der hohe Integrationsgrad sowie die Nutzung von IT- und<br />

Automatisierungsstandards machen die PC-basierte Steuerungstechnik<br />

zu einer leistungsstarken und effizienten Lösung, die alle<br />

Funktionen auf einer einheitlichen Hard- und Softwareplattform<br />

vereint: Betriebsführung, Pitchregelung, Umrichter-, Getriebeund<br />

Bremsenansteuerung, Visualisierung bis zur Parkvernetzung.<br />

Die offene Steuerungstechnologie ermöglicht es, weitere Funktionen,<br />

wie Sicherheitstechnik oder Condition Monitoring, direkt in<br />

die Standardsteuerung zu integrieren – unser effizienter Beitrag<br />

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<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S6<br />

Erneuerbare Energien:<br />

Birgit Weihs-Dopfer ist<br />

FEMtech-Expertin des Monats<br />

Birgit Weihs-Dopfer ist FEMtech-Expertin des Monats im April. Die Vorarlbergerin<br />

ist als Clustermanagerin bei der Standortagentur Tirol für den Bereich Erneuerbare<br />

Energien zuständig und dient als Vermittlerin zwischen Wissenschaft und<br />

Wirtschaft, um gemeinsam an der Entfaltung neuer Technologien zur Gewinnung<br />

und zum effizienten Einsatz von Energie zu arbeiten.<br />

© BMK<br />

BIRGIT WEIHS-DOPFER<br />

CLUSTERMANAGERIN<br />

ERNEUERBARE ENERGIEN<br />

STANDORTAGENTUR TIROL<br />

FEMtech ist eine Initiative des Förderprogramms<br />

Talente des Bundesministeriums<br />

für Klimaschutz, Umwelt, Energie,<br />

Mobilität, Innovation und Technologie (BMK),<br />

das seit 2005 Auszeichnungen vornimmt, um<br />

die Leistungen von Frauen im Forschungsund<br />

Technologiebereich besser sichtbar zu<br />

machen. Dr.in Birgit Weihs-Dopfer wurde zur<br />

FEMtech-Expertin des Monats April gekürt.<br />

In Folge des fortschreitenden Klimawandels<br />

und gesellschaftspolitischer Veränderungen<br />

erlebten die Erneuerbaren Energien in den<br />

letzten Jahren einen Aufschwung und gewannen<br />

als Zukunftsthema, um ein Ende der<br />

Abhängigkeit von Öl, Kohle und Erdgas einzuläuten,<br />

stark an Bedeutung. Auch bei der<br />

Standortagentur Tirol, die mit sechs Clustern<br />

als Plattform für Unternehmen, Forschungseinrichtungen<br />

und Interessensvertretungen<br />

zur wirtschaftlichen und technologischen<br />

Verknüpfung solcher Zukunftsfelder zur Verfügung<br />

steht. Einer davon ist auf nachhaltige<br />

Energie spezialisiert. „Seit 2014 beschäftige<br />

ich mich als Mitarbeiterin der Standortagentur<br />

Tirol mit Erneuerbaren Energien, im Jänner<br />

2018 habe ich das Clustermanagement dazu<br />

übernommen“, so Weihs-Dopfer, die für ihre<br />

Arbeit klare Ziele formuliert: „Zukunftsfähige<br />

Projekte erfolgreich zu initiieren und umzusetzen,<br />

und diese ökonomisch und ökologisch,<br />

sozial und kulturell sowie regional und global<br />

ausgeglichen zu gestalten.“<br />

Erneuerbare Energien als Schwerpunkt<br />

In ihrer Funktion betreut Weihs-Dopfer die<br />

Mitglieder des Clusters Erneuerbare Energien<br />

Tirol, der großteils aus KMUs und wissenschaftlichen<br />

Einrichtungen besteht.<br />

„Ich brenne für das Thema Nachhaltigkeit<br />

und vernetze Menschen und Ideen für<br />

Innovation und Kooperation in und zwischen<br />

Unternehmen und Wissenschaft.“<br />

Für Weihs-Dopfer sind sie auch ein enormer<br />

Wirtschaftsfaktor: „Es können in diesem Bereich<br />

eine beträchtliche Zahl neuer Arbeitsplätze<br />

in lokalen Unternehmen entstehen.“<br />

Sich regional und global in diesem Feld zu<br />

vernetzen, helfe, einen Marktvorsprung zu<br />

schaffen, Wettbewerbsfähigkeit auszubauen,<br />

Arbeitsplätze zu sichern und nachhaltig<br />

neue zu schaffen.<br />

Direkter Kontakt ist wichtig<br />

Eine wichtige Rolle spielen dabei auch<br />

Veranstaltungen, Workshops und Impulsgespräche<br />

zur Vorstellung und Diskussion<br />

von (Projekt)-Ideen, die oftmals auch branchenübergreifend<br />

gedeihen. Durch die<br />

enge Zusammenarbeit innerhalb der Cluster<br />

der Standortagentur Tirol, zum Beispiel<br />

mit den Teams „Technik“, „Gesundheit“,<br />

„Innovation & Enterprise Europe Network“<br />

oder „Start-ups & Geschäftsmodelle“ gelingt<br />

laut Weihs-Dopfer eine weitere Form<br />

aktiver Innovationsförderung, zum Beispiel,<br />

um etablierte Unternehmen und Start-ups<br />

zusammenzuführen. Zudem könnten die<br />

ClustermanagerInnen ihre Mitgliedsbetriebe<br />

über den „Enterprise Europe Network“-Markplatz<br />

auch bei internationaler<br />

Innovation und Kooperation unterstützen.<br />

Für Weihs-Dopfer ist der Klimawandel eine der<br />

größten Herausforderungen, die die Menschheit<br />

jemals bewältigen musste. Sie betont:


Zu Innovation und Kooperationen vernetzen sich Tirols Spezialisten rund um erneuerbare Energie- und Energieeffizienz-Technologien<br />

aus Wirtschaft und Wissenschaft im Cluster Erneuerbare Energien Tirol der © Standortagentur Tirol.<br />

„Zirkulares Wirtschaften, Energieeffizienz und<br />

erneuerbare Energien spielen eine entscheidende<br />

Rolle bei der Bewältigung der Klimakrise<br />

und damit für die Zukunft von uns Menschen.“<br />

Die aktuelle Corona Krise lasse derzeit<br />

verständlicherweise diese Gefahren vergessen,<br />

aber „wenn heute die nötigen Konjunkturpakete<br />

unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit<br />

geschnürt werden, dann schlagen<br />

wir zwei Fliegen mit einer Klappe und sind für<br />

morgen besser gerüstet.“<br />

Ausbildung<br />

Birgit Weihs-Dopfer hat Physik, Mechanik<br />

und Astronomie studiert. Darüber hinaus<br />

hat sie Weiterbildungen absolviert, wie beispielsweise<br />

„Appreciative Inquiry“, Rhetorik,<br />

Zeitmanagement, Teamarbeit, gewaltfreie<br />

Kommunikation nach Rosenberg, sowie softwareseitig<br />

noch HTML oder BIMS.<br />

INFObox<br />

FEMtech ist eine Initiative des Förderprogramms<br />

Talente des Bundesministeriums<br />

für Verkehr, Innovation und Technologie<br />

(BMVIT), welches seit 2005 Auszeichnungen<br />

vornimmt, um die Leistungen von<br />

Frauen im Forschungs- und Technologiebereich<br />

besser sichtbar zu machen.<br />

Frauen in Forschung und Technologie<br />

Mit der Initiative FEMtech fördert das Bundesministerium<br />

für Klimaschutz, Umwelt,<br />

Energie, Mobilität, Innovation und Technologie<br />

(BMK) Frauen in Forschung und<br />

Technologie und setzt sich für Chancengleichheit<br />

in der industriellen und außeruniversitären<br />

Forschung ein.<br />

Infos: www.femtech.at<br />

Link-Tipp: Ein Portrait von Dr.in Birgit Weihs-Dopfer finden Sie hier.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S8<br />

Interview des Monat:<br />

FEMtech-Expertin Birgit Weihs-Dopfer<br />

Die Situation der Frauen hat sich in den letzten 50 Jahren stark gewandelt.<br />

Brauchten Frauen in den 60er-Jahren noch die Erlaubnis des Ehemannes, um arbeiten<br />

zu dürfen, ist ihnen heute der Zugang zu allen Berufen und Studien offen.<br />

Während ich 1987 noch eine von insgesamt nur drei Physikstudentinnen in meinem<br />

gesamten Jahrgang war, liegt heute der Frauenanteil im Physikstudium bei<br />

30 %. Dr.in Weihs-Dopfer über sich und ihre Aufgabe in der Standortagentur Tirol.<br />

Foto © Andreas Friedle<br />

Was steht auf Ihrer Visitenkarte?<br />

Dr.in Birgit Weihs-Dopfer, Clustermanagerin<br />

Erneuerbare Energien, Standortagentur Tirol.<br />

Was macht die Standortagentur Tirol genau?<br />

Die Standortagentur Tirol ist eine Tochter der<br />

Lebensraum Tirol Holding und arbeitet daran,<br />

den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort<br />

Tirol wettbewerbsfähig zu halten. Das tut sie,<br />

indem sie Innovation, Forschung und Kooperation<br />

motiviert und so nachhaltiges Wachstum<br />

ermöglicht.<br />

Nachhaltigkeit wird auch über das Stärkefeld<br />

Erneuerbare Energien vorangetrieben.<br />

Ein eigener Cluster vernetzt diese Branche<br />

und forciert Innovationen. Die Überleitung in<br />

andere Branchen, wie den produzierenden<br />

Sektor oder den Tourismus, funktioniert über<br />

eine enge Zusammenarbeit mit den anderen<br />

Clustern. Nachhaltigkeit ist uns wichtig, denn<br />

nachhaltiges Wachstum ist jenes Wachstum,<br />

das bleibt – es berücksichtigt die Limits des<br />

Natural Capital, in das alles Wirtschaften eingebettet<br />

ist.<br />

Sie sind Clustermanagerin für den Bereich Erneuerbare<br />

Energien, was machen Sie denn<br />

da genau?<br />

Der Cluster „Erneuerbare Energien“ ist einer<br />

von insgesamt sechs Clustern, die von der<br />

Standortagentur als Drehscheibe für Innovationen<br />

und Kooperationen geführt werden.<br />

Als Clustermanagerin kümmere ich mich insbesondere<br />

darum, dass Menschen und Ideen


© ÖGUT<br />

zusammenkommen und sich vernetzen. Das<br />

passiert im persönlichen Gespräch – bei Besuchen,<br />

die wir Unternehmen und Forschungseinrichtungen<br />

abstatten – ebenso wie bei<br />

Veranstaltungen. Ein Beispiel dafür sind die<br />

sogenannten Impulsgespräche: Betriebe stellen<br />

ihre Ideen vor und diskutieren Chancen<br />

der Umsetzung mit potenziellen PartnerInnen.<br />

Aktuelle, internationale Trends zu beobachten<br />

und diese zu den Mitgliedsbetrieben zu<br />

bringen bzw. auch umgekehrt, Themen, die<br />

aus den Mitgliedsbetrieben kommen, aufzugreifen,<br />

sind weitere meiner Aufgaben.<br />

Ein Thema, das wir gemeinsam mit den anderen<br />

Clustern bearbeiten wollen, ist die<br />

auch von der EU forcierte Kreislaufwirtschaft.<br />

Gemeinsam mit der Energiewende hilft sie,<br />

Treibhausgasemissionen zu senken und hoffentlich<br />

den Klimawandel aufzuhalten.<br />

Was fasziniert Sie an dem<br />

Themenbereich “Erneuerbare<br />

Energien“?<br />

Der Klimawandel ist eine<br />

der größten Herausforderungen,<br />

die die Menschheit<br />

jemals bewältigen<br />

musste. Es sind daher die<br />

Bedeutung von Energieeffizienz<br />

und Erneuerbaren<br />

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<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S10<br />

Energien für uns Menschen<br />

und die Rolle, die diese<br />

Bereiche in Zukunft spielen<br />

werden, die mich faszinieren.<br />

Das sind Zukunftsthemen.<br />

Sie sind auch ein<br />

enormer Wirtschaftsfaktor,<br />

es können in diesem Bereich<br />

eine beträchtliche<br />

Zahl neuer Arbeitsplätze<br />

in lokalen Unternehmen<br />

entstehen. Ich freue mich<br />

daher, dass ich meinen<br />

Beitrag dazu leisten kann,<br />

dass in diesen Bereichen<br />

etwas weitergeht.<br />

Wie hoch ist der Frauenanteil<br />

im technischen Bereich<br />

bei der Standortagentur<br />

Tirol?<br />

Im Team Technik sind wir<br />

acht Personen und drei davon<br />

sind Frauen (37,5 %).<br />

Was bietet die Standortagentur<br />

Tirol zur Förderung<br />

von Chancengleichheit?<br />

Die Standortagentur Tirol<br />

ist sich der Wichtigkeit der<br />

Chancengleichheit für<br />

Frauen und Männer bewusst.<br />

Dieses Frühjahr nehmen<br />

beispielsweise alle<br />

MitarbeiterInnen – und<br />

natürlich auch die Geschäftsführung<br />

– an einer<br />

Weiterbildung zum Thema<br />

Gender Mainstreaming<br />

teil.<br />

Digitalisierte Arbeitsformen<br />

machen uns nicht<br />

nur hoch einsatzfähig,<br />

wie aktuell während der<br />

Maßnahmen rund um das<br />

Corona-Virus, sondern erleichtern<br />

auch das Home<br />

Office und ermöglichen<br />

die Vereinbarkeit von<br />

Familie und Beruf.<br />

lässlich der COSME (Europe´s Programme<br />

for SMEs) Ausschreibung. Auch bei unseren<br />

Angeboten und Dienstleistungen achten<br />

wir verstärkt auf Chancengleichheit. Das<br />

Gründungszentrum Startup.Tirol, ein Tochterunternehmen<br />

der Standortagentur Tirol, hat<br />

kürzlich ein Coaching- und Förderprogramm<br />

explizit für weibliche Gründerinnen aufgelegt.<br />

Sie haben Physik an der Universität Innsbruck<br />

studiert. Wie kam es zu dieser Entscheidung?<br />

Das ist eigentlich relativ simpel: Ich hatte einen<br />

großartigen Physiklehrer. Das war definitiv<br />

entscheidend, denn meine Interessen waren<br />

und sind breit gefächert. So viele Gebiete<br />

sind hochinteressant, egal ob Physik, Chemie,<br />

Biologie oder Geschichte.<br />

Unser Physiklehrer stellte den Bezug zu spannenden<br />

und aktuellen Themen der Zeit her:<br />

Anlässlich der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl<br />

besprachen wir die verschiedenen<br />

Reaktortypen, wie es zu diesem Unfall kommen<br />

konnte und besuchten ein Atomkraftwerk<br />

in der Schweiz. Wir waren im Technischen<br />

Museum in München und verbrachten<br />

dort einen spannenden Tag. Im letzten Jahr<br />

gab er uns erste Einblicke in die Quantenwelt.<br />

Er hatte ganz klar ein Talent dafür, seine<br />

Schülerinnen - ich habe ein Mädchengymnasium<br />

besucht - für sein Fach zu begeistern.<br />

In Ihrem Doktorats Studium haben Sie an der<br />

ersten Realisierung von Heisenbergs Gedankenexperiment,<br />

besser bekannt als „Beamen“<br />

gearbeitet. Wie kam es zu dieser Entscheidung<br />

und was war das Besondere daran?<br />

Heisenbergs Unschärferelation besagt, dass<br />

man bei kleinsten Teilchen nicht alle Größen<br />

gleichzeitig scharf messen kann. Begründet<br />

ist das nicht in den technischen Grenzen von<br />

Messgeräten, sondern das ist ein Naturgesetz.<br />

Einstein konnte damit nichts anfangen, was<br />

er ausdrückte mit seinem berühmten Spruch<br />

„Gott würfelt nicht“. Mittels der erstmaligen<br />

experimentellen Umsetzung von Heisenbergs<br />

Gedankenexperiment konnten wir im Labor<br />

zeigen, dass es tatsächlich nicht möglich ist,<br />

den genauen Ort und Impuls eines Teilchens<br />

gleichzeitig zu kennen.<br />

Wenn man die Eigenschaften eines Teilchens<br />

nicht alle gleichzeitig scharf messen kann,<br />

kann man es auch nicht kopieren. Wie<br />

übertrage ich dann aber die Eigenschaften<br />

eines Teilchens auf ein anderes? An diesem<br />

Punkt kommt das „Beamen“ ins Spiel, wissenschaftlich<br />

ausgedrückt die Quantenteleportation.<br />

Alle diese Dinge haben weitreichende Konsequenzen,<br />

so kann mittels der Quantentheorie<br />

beispielsweise eine abhörsichere Übertragung<br />

von Information realisiert werden. Eine<br />

Zuhörerschaft, die mithören will, muss dazu<br />

die Teilchen, die gesendet werden, abfangen<br />

und deren Eigenschaften messen. Dies<br />

ist aber nicht für alle Eigenschaften möglich,<br />

es kann keine perfekte Kopie des gemessenen<br />

– und damit zerstörten – Teilchens<br />

weitergesendet werden. Auf die einhergehenden<br />

Fehler kann man testen und damit<br />

die Zuhörerschaft ausfindig machen. Ergo –<br />

abhörsicher.<br />

In den Clustern integrieren<br />

wir das Thema in Förderanträgen,<br />

wie zuletzt an-<br />

Heisenbergs Gedankenexperiment und beamen<br />

ist, wie man sieht, nicht dasselbe, aber<br />

was haben die beiden miteinander zu tun?


Wieso haben Sie sich anschließend für die<br />

angewandte Forschung bzw. Erneuerbare Energie<br />

entschieden?<br />

Ich habe nach dem Studium zuerst für die Firma<br />

Kapsch in Wien gearbeitet. Anschließend<br />

bin ich mit meinem Mann nach Nordamerika<br />

übersiedelt und drei Jahre später nach<br />

Kanada. Die vielen Umzüge haben mich in<br />

sozialer Hinsicht und bezüglich Frauenthemen<br />

stark sensibilisiert. Die Umzüge beinhalten sehr<br />

viel mehr als nur einen Ortswechsel, in einem<br />

Wort nennt sich das dann auch „Kulturschock“.<br />

In Kanada hatte ich bei der CSE (Communications<br />

Security Establishment Canada) die Gelegenheit,<br />

zu Projekten im Bereich der Quantenkryptographie<br />

zu arbeiten. Die Chance zur<br />

Projektarbeit kam mir damals sehr entgegen.<br />

Mein Mann und ich haben insgesamt vier Kinder<br />

und unser Ältester hat eine Behinderung.<br />

Zurück in Österreich und nach unserem vierten<br />

Kind wollte ich mich beruflich wieder eng an<br />

ein Unternehmen binden. Gleichzeitig war es<br />

für mich essenziell, mit meiner Arbeit einen sinnvollen<br />

Beitrag leisten zu können. Mit dem Stellenangebot<br />

der Standortagentur Tirol für den<br />

Bereich Erneuerbare Energien hat sich genau<br />

diese Möglichkeit auch geboten. Für unser<br />

2012 gebautes Haus war für uns damals schon<br />

nur eine Wärmepumpe in Frage gekommen,<br />

auch wenn es keine Förderungen dafür gab.<br />

Ich freue mich sehr, dass das heute anders ist.<br />

Was braucht es Ihrer Meinung nach noch, um<br />

mehr Mädchen und Frauen zu motivieren in<br />

Naturwissenschaft und Technik Fuß zu fassen?<br />

Sowohl Mädchen als auch Buben würden<br />

davon profitieren, wenn wir sie schon im Kindergartenalter<br />

für technische Themen begeistern<br />

könnten. Dazu braucht es spezifische<br />

Programme, die auch für die Volksschule zu<br />

konzipieren wären. Die PädagogInnen behandeln<br />

wirklich spannende Themen, aber relativ<br />

wenig geht in Richtung Physik und Technik –<br />

zumindest ist das meine Erfahrung.<br />

Wir brauchen definitiv mehr Männer, mehr<br />

männliche Vorbilder, in den Kindergärten<br />

und Volksschulen. Kleinere<br />

Technische Museen in den<br />

Bundesländern würden<br />

helfen, das Interesse in<br />

Kindern zu wecken, sie ermöglichen<br />

die spielerische<br />

Auseinandersetzung mit<br />

Physik und Technik.<br />

Außerdem würde ich mir<br />

wünschen, dass es Kinderbücher<br />

von Frauen für<br />

Mädchen gibt, in denen<br />

technisch versierte Heldinnen<br />

die Welt retten.<br />

Was mich positiv stimmt<br />

ist, dass der Frauenanteil<br />

in vielen Studien, die vorher<br />

völlig männerbesetzt<br />

waren, gestiegen ist. In der<br />

Physik sind es derzeit ca. 30<br />

Prozent Frauen, der Wert ist<br />

10-mal höher als zu jener<br />

Zeit, als ich mit dem Studium<br />

angefangen habe.<br />

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<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S12<br />

Das Ende des fossilen Zeitalters eingeläutet:<br />

Letztes Kohlekraftwerk Österreichs steht still<br />

Der 17. April <strong>2020</strong> und die Schließung des letzten Kohlekraftwerkes ist ein Meilenstein<br />

in Österreichs Energiegeschichte. Markiert sie doch den Aufbruch in eine<br />

erneuerbare Energiezukunft. Wie bereits im Vorjahr angekündigt, stellte nach<br />

Ende der Heizperiode Mellach, ein kohlebetriebenes Fernheizkraftwerk südlich<br />

von Graz, dauerhaft den Betrieb ein. Betreiber Verbund ist Europa-Vorreiter.<br />

Mit der Einstellung des Kohlebetriebs<br />

im Fernheizkraftwerk<br />

Mellach (Steiermark) endete<br />

die Ära der Kohleverstromung in Österreich.<br />

Mit Auslaufen des Wärmeliefervertrags<br />

nach Ende der Heizperiode<br />

hat Verbund den Kohlebetrieb im Fernheizkraftwerk<br />

Mellach südlich von Graz<br />

dauerhaft eingestellt. Damit wurde die<br />

Kohleverstromung in Österreich beendet.<br />

Als letztes Kohlekraftwerk in Österreich<br />

hat das Fernheizkraftwerk Mellach<br />

mit dem Brennstoff Steinkohle Strom und<br />

Wärme erzeugt.<br />

„Die Schließung des letzten Kohlekraftwerks<br />

ist ein historischer Schritt: Österreich<br />

steigt damit endgültig aus der<br />

In Mellach steht neben dem nun stillgelegten Kohlekraftwerk auch ein Gaskraftwerk.<br />

Verstromung von Kohle aus und macht<br />

einen weiteren Schritt zum Ausstieg aus<br />

fossilen Energien. Bis zum Jahr 2030 werden<br />

wir Österreich zu 100 Prozent auf<br />

Ökostrom umstellen. Das Energiesystem<br />

wird sauber, leistbar und vor allem sicher<br />

umgebaut. Das bringt uns auch wirtschaftliche<br />

Unabhängigkeit: Wir geben<br />

derzeit zehn Milliarden Euro für Importe<br />

von Kohle, Öl und Gas aus. Ich freue<br />

mich, dass Verbund mit dem Ausstieg<br />

aus Kohle vorzeigt, was wir erreichen<br />

können, wenn wir gemeinsam eine<br />

saubere Zukunft gestalten“, sagt Klimaschutzministerin<br />

Leonore Gewessler.<br />

Schritt Richtung Klimaneutralität<br />

„Mit diesem Tag erreichen wir einen<br />

großen Meilenstein:<br />

Österreich rückt ein<br />

Stück weiter in Richtung<br />

Klimaneutralität.<br />

Die Wirtschaft<br />

zeigt sich damit erneut<br />

als starker Partner<br />

im Kampf gegen<br />

den Klimawandel.<br />

Denn wir haben uns<br />

ambitionierte Ziele<br />

gesetzt, die wir<br />

nur dann erreichen<br />

können, wenn alle<br />

an einem Strang<br />

ziehen. Österreich<br />

zeigt mit der Schließung<br />

des letzten<br />

Kohlekraftwerks den<br />

Weg in eine nachhaltige<br />

Zukunft und<br />

wird zum Vorbild<br />

Foto © wikipedia für andere in Euro-


pa. Der Umbau des Standortes zu einem<br />

Innovationsgelände ist ein gutes<br />

Beispiel, wie der Weg aus der fossilen<br />

Energiewelt hin zu einer innovativen<br />

und erneuerbaren Zukunft passieren<br />

kann“, so Staatssekretär im Umweltministerium<br />

Magnus Brunner.<br />

Zukunft gehört den Erneuerbaren<br />

„Die Kohleverstromung in Österreich<br />

ist Geschichte. Die Zukunft gehört den<br />

erneuerbaren Energien und Verbund<br />

wird auch in den kommenden Jahren<br />

einen bedeutenden Beitrag zum<br />

100-Prozent-Ökostrom-Ziel leisten“, so<br />

Verbund CEO Wolfgang Anzengruber.<br />

Das letzte Kohlekraftwerk produzierte<br />

34 Jahre lang Strom und Wärme für die<br />

steirische Landeshauptstadt Graz und<br />

kann künftig bei Bedarf kurzzeitig mit<br />

dem Brennstoff Erdgas für die überregionale<br />

Stromnetzstützung eingesetzt<br />

werden „Am Weg von Old zu New<br />

Economy bleibt Mellach ein wichtiger<br />

Standort für uns, der ideale Voraussetzungen<br />

zur Entwicklung von Zukunftstechnologien<br />

bietet.“<br />

Standort für die Energiezukunft<br />

Mellach, zentral südlich von Graz gelegen<br />

und mit Anbindung über Straße,<br />

Schiene und Stromnetz, wird zum Innovations-Hub<br />

entwickelt: Mit Hotflex<br />

wurde eine Pilotanlage für Hochtemperaturelektrolyse<br />

und Brennstoffzellenbetrieb<br />

errichtet, bei der Strom in<br />

Wasserstoff umgewandelt wird. Auch<br />

großvolumige Batteriespeicher werden<br />

für den Einsatz als Pufferspeicher zum<br />

Beispiel bei Ultraschnellladestationen<br />

für die E-Mobilität am Standort getestet.<br />

Mit der Einstellung des Kohlebetriebs im<br />

Fernheizkraftwerk Mellach ist Verbund<br />

vollständig aus der Kohleverstromung<br />

ausgestiegen. In den vergangenen 15<br />

Jahren wurden alle Kohlekraftwerksblöcke<br />

wie etwa in Dürnrohr, Voitsberg,<br />

Zeltweg oder St. Andrä stillgelegt.<br />

Die noch älteren Ölkraftwerke wie<br />

etwa Neudorf-Werndorf oder Pernegg<br />

wurden bzw. werden bis zur „grünen<br />

Wiese“ rückgebaut.<br />

Geschichte Kraftwerk Mellach<br />

Das Fernheizkraftwerk wurde von 1983<br />

bis 1986 errichtet und konnte neben<br />

einer elektrischen Leistung von 240<br />

Megawatt auch bis zu 230 Megawatt<br />

thermisch als Fernwärme vor allem für<br />

den Großraum Graz erzeugen. Seit der<br />

Inbetriebnahme im Dezember 1986<br />

standen Kessel und Dampfturbine insgesamt<br />

etwa 180.000 Betriebsstunden<br />

lang im Einsatz. 34 Jahre lang lieferte<br />

das Fernheizkraftwerk etwa 80 Prozent<br />

der gesamten in Graz benötigten<br />

Fernwärme. Die zuverlässige Wärmelieferung<br />

aus Mellach bildete die Basis<br />

für den forcierten Ausbau der Fernwärmeversorgung<br />

in und südlich von<br />

Graz, was zu einem signifikanten Rückgang<br />

des Schadstoffausstoßes durch<br />

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Einzelheizanlagen im Großraum der<br />

steirischen Landeshauptstadt führte.<br />

Das Fernheizkraftwerk Mellach wurde<br />

bis zuletzt als hocheffiziente Kraftwerksanlage<br />

mit modernster Rauchgasreinigung<br />

betrieben und erzeugte in 34<br />

Betriebsjahren mehr als 30 Milliarden<br />

Kilowattstunden Strom sowie 20 Milliarden<br />

Kilowattstunden Fernwärme. Verbund<br />

wird die Kraftwerksanlage für die<br />

Anforderungen der sogenannten Engpassvermeidung<br />

auf der Brennstoffbasis<br />

Erdgas betriebsbereit halten. Das Kraftwerk<br />

kann somit bei Bedarf kurzzeitig zur<br />

überregionalen Stromnetzstützung abgerufen<br />

werden. In dieser Funktion steht<br />

auch das benachbarte Gaskombikraftwerk<br />

Mellach regelmäßig im Einsatz.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S14<br />

2019 war das zweitbeste Jahr des<br />

Windkraftausbaus weltweit<br />

Starkes Jahr für die Windkraft - aber für die Erreichung der Ziele, die im Pariser<br />

Klimaabkommen definiert wurden, muss der Ausbau der Erneuerbaren Energie<br />

noch deutlich gesteigert werden.<br />

Mit rund 60 GW Windkraftleistung wurde<br />

2019 um ein Fünftel mehr Windkraftleistung<br />

erreichtet als im Jahr<br />

davor. Die treibenden Länder waren China<br />

und die USA, wobei der Anstieg des Ausbaus<br />

dort besonders hoch ausfiel, da die Zukunft<br />

der Windkraft in diesen Ländern sehr unsicher<br />

erscheint. „Um das Pariser Klimaabkommen erreichen<br />

zu können, muss der Windkraftausbau<br />

um ein Drittel gesteigert und ab 2030 mehr als<br />

verdreifacht werden“, fordert Ben Backwell,<br />

Geschäftsführer des weltweiten Windenergieverbandes<br />

GWEC und weist darauf hin, dass<br />

neben Änderungen der Rahmenbedingungen<br />

für den Windkraftausbau auch Kohle- und<br />

Gaskraftwerke zugesperrt werden müssen.<br />

2019 war das zweitstärkste Ausbaujahr in der<br />

weltweiten Windkraftgeschichte. Mit 60,4 GW<br />

konnte der Ausbau von 2018 um 19 Prozent<br />

gesteigert werden. Die treibenden Länder<br />

waren dabei China und die USA, wobei der<br />

Anstieg des Ausbaus dort besonders hoch<br />

ausfiel, da die Zukunft der Windkraft in diesen<br />

Ländern sehr unsicher erscheint. „Um das Pariser<br />

Klimaabkommen erreichen zu können,<br />

muss der Windkraftausbau um ein Drittel gesteigert<br />

und ab 2030 mehr als verdreifacht<br />

werden“, fordert Ben Backwell, Geschäftsführer<br />

des weltweiten Windenergieverbandes<br />

GWEC und weist darauf hin, dass neben Änderungen<br />

der Rahmenbedingungen für den<br />

Windkraftausbau auch Kohle- und Gaskraftwerke<br />

zugesperrt werden müssen.<br />

Offshore hat deutlich zugelegt<br />

In Summe stehen weltweit 651 GW Windkraftleistung<br />

zur Verfügung, wovon mit 95,5<br />

Prozent der überwiegende<br />

Anteil davon<br />

an Land installiert ist.<br />

29 GW Windkraftleistung<br />

sind am Meer<br />

aufgebaut, 75 Prozent<br />

davon stehen wuiederum<br />

in Europa. 2019<br />

war für die Offshore<br />

Windkraft das beste<br />

Ausbaujahr der Geschichte.<br />

Mit 6,1 GW<br />

Windkraftausbau am<br />

Meer konnte dieser<br />

um satte 39 Prozent<br />

gesteigert werden.<br />

Der weltweite Onshore-Windkraftausbau<br />

erzielte<br />

das zweitstärkste<br />

Jahr der Geschichte.<br />

Mit 54,2 GW konnte<br />

dieser in den letzten<br />

zehn Jahren um 43 Prozent<br />

gesteigert werden.


Potenzial nach oben<br />

Trotz des guten weltweiten Windkraftausbaus<br />

reicht die Entwicklung<br />

noch nicht aus, um das Pariser Klimaabkommen<br />

einhalten zu können. „Wir<br />

sind noch immer nicht dort, wo wir<br />

sein müssten um die Klimaziele zu erreichen“,<br />

erklärt Backwell: „Um das Pariser<br />

Klimaabkommen einhalten zu können,<br />

müssen wir jedes Jahr 100 GW Windkraftleistung<br />

in der nächsten Dekade<br />

errichten und 200 GW ab 2030. Dafür<br />

braucht es drastische Veränderungen<br />

bei den Rahmenbedingungen, die sicherstellen,<br />

dass die Windräder gebaut<br />

werden können und Maßnahmen, die<br />

sicherstellen, dass auch die Kohle- und<br />

Gaskraftwerke vom Netz gehen.“<br />

Europa fällt weiter zurück<br />

Anders als die weltweite Windkraftentwicklung<br />

tritt jene in Europa seit Jahren<br />

auf dem Stand. Bis 2013 standen in keiner<br />

Weltregion mehr Windräder als in<br />

Europa. Seither ist der jährliche Ausbau<br />

nicht mehr gestiegen und der Anteil<br />

der Windkraft in Europa am weltweiten<br />

Windkraftbestand kontinuierlich<br />

gesunken.<br />

„Hier ist es höchste Zeit, dass die oftmaligen<br />

Bekundungen Europas Nummer<br />

1 bei den erneuerbaren Energien<br />

zu werden mit Maßnahmen auch unterlegt<br />

werden“, fordert Stefan Moidl,<br />

Geschäftsführer der IG Windkraft und<br />

ergänzt abschließend. „Der Green<br />

New Deal bringt hoffentlich diese Richtungsänderung<br />

und bessere Rahmenbedingungen<br />

für den Windkraftausbau<br />

in ganz Europa“, ergänzt Moidl.<br />

China ist Windkraftweltmeister<br />

China und die USA sind 2019 einmal<br />

mehr die größten Windkraftmärkte<br />

gewesen. Zusammen halten sie mehr<br />

als 60 Prozent des Windkraftausbaus.<br />

<strong>2020</strong> wird sich daran kaum etwas ändern.<br />

Der weltweite Windkraftausbau<br />

wird sich im laufenden Jahr voraussichtlich<br />

nochmals deutlich auf 76 Gigawatt<br />

steigern. Der Grund dafür ist im<br />

kommenden Ende der Fördersysteme<br />

von China und den USA zu suchen. D<br />

iese treiben, ob der großen Unsicherheit<br />

der kommenden Rahmenbedingungen,<br />

die Fertigstellung der Windparks<br />

enorm an, heißt es seitens IG<br />

Windkraft.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S16<br />

Photovoltaik-Ausbau in Österreich<br />

Photovoltaik wird eine bedeutende Rolle bei der Erreichung der nationalen Klima-<br />

und Energieziele im Strombereich einnehmen. Bis 2030 sollen zusätzlich etwa<br />

11 TWh aus der Photovoltaik kommen. Um eine Daten- und Diskussionsbasis<br />

für das österreichische PV-Potenzial zu schaffen, hat Österreichs Sonnenenergie<br />

eine umfangreiche Studie beauftragt.<br />

Die Ergebnisse einer Studie (Fechner<br />

<strong>2020</strong>: „Ermittlung des Flächenpotenzials<br />

für den Photovoltaik-Ausbau in Österreich:<br />

Welche Flächenkategorien sind für<br />

die Erschließung von besonderer Bedeutung,<br />

um das Ökostromziel realisieren zu können“)<br />

zeigen auf, dass sich bei den derzeitigen<br />

Rahmenbedingungen bis 2030 etwa weitere<br />

4 TWh mit Photovoltaik (PV) an Gebäuden<br />

(Dächer und Fassaden) in Österreich realisieren<br />

lassen. Alleine dazu müsste der aktuell erwartete<br />

Ausbau von etwa 250-350 MWp pro<br />

Jahr über die kommenden zehn Jahre auf<br />

etwa 400 MWp pro Jahr (entspricht 0,4 TWh<br />

pro Jahr) deutlich gesteigert werden.<br />

Freiflächen für den Ausbau unabdingbar<br />

Darüber hinaus kann abgeleitet werden,<br />

dass die Gebäude-PV ohne bedeutende<br />

Änderung der Rahmenbedingungen bei<br />

weitem nicht ausreichen wird, um die mittelfristigen<br />

Ausbauziele zu erreichen. Die Potenziale<br />

auf Deponie- und Verkehrsflächen sind<br />

mit 0,3 TWh bzw. 1 TWh ebenfalls eher gering.<br />

Die Nutzung von Flächen-PV muss daher von<br />

Beginn an in ausgewogener Weise erfolgen<br />

und die Rahmenbedingungen für deren Nut-<br />

zung entsprechend verbessert werden.<br />

"In unserem Positionspapier beschreiben wir<br />

außerdem, welche Freiflächen für den Photovoltaik-Ausbau<br />

erschlossen werden sollen<br />

und welche Rahmenbedingungen erforderlich<br />

sind, um die Ausbauziele erreichen zu<br />

können", heißt es seitens Dachverband Photovoltaic<br />

Austria.<br />

Deutlicher Ausbau für Klimaziele notwendig<br />

Mit dem Ziel der Bundesregierung „100 % erneuerbarer<br />

Strom bis 2030“ wird für die Photovoltaik<br />

ein Zubau von insgesamt 11 TWh<br />

abgeleitet (siehe Grafik der PV Austria). Das<br />

bedeutet eine knappe Verzehnfachung der<br />

aktuell installierten PV-Leistung (1,6 GWp entspricht<br />

etwa 1,6 TWh). Dafür braucht es einen<br />

guten Mix unterschiedlicher PV-Anwendungen.<br />

Das „1-Million-Dächer-Programm“<br />

der Klimaschutzministerin kann hier eine sehr<br />

wichtige Unterstützung leisten. Dennoch<br />

wird die benötigte PV-Leistung nicht nur auf<br />

Dachflächen allein erreicht werden können.<br />

Großes Potenzial besteht auf bereits versiegelten<br />

und genutzten Flächen wie Parkplätzen,<br />

Lärmschutzwänden und allgemeiner<br />

Versorgungsinfrastruktur. Aber auch Anlagen<br />

auf anderen geeigneten Freiflächen sind für<br />

den PV-Ausbau notwendig – und das ist ohne<br />

Versiegelung der darunter liegenden Fläche<br />

möglich. Diese Notwendigkeit zeigt nun auch<br />

eine jüngst erschiene Studie von Österreichs<br />

Energie, in der Flächen abseits vom Gebäude<br />

ein enorm großes und nutzbares Potenzial<br />

zugeschrieben wird.<br />

Um 2030 vollständig sauberen Strom zu garantieren,<br />

muss ein jährlicher PV-Zubau von bis zu<br />

1,7 TWh (aktuell rund 0,2 TWh) stattfinden. Das<br />

dies nicht allein auf Gebäuden umsetzbar ist,<br />

hat eine Studie von Österreichs Energie nun<br />

belegt. Sie zeigt auf, dass der Stromproduktion<br />

auf Gebäuden (Wohnhäusern) und insbesondere<br />

bei Gewerbe- und Industriehallendä-


Gemeinde Griffen © Energetica<br />

chern eine große Rolle zukommt. Auf Grund<br />

technischer, wirtschaftlicher und sozialer Einschränkungen<br />

kann das theoretische Potenzial<br />

auf Gebäuden unter den aktuellen Bedingungen<br />

aber bei weitem nicht ausgenutzt<br />

werden, schon gar nicht in der verbleibenden<br />

Zeit. Daher ist zusätzlich ein geordneter<br />

Ausbau auf bereits infrastrukturell genutzten<br />

Flächen sowie geeigneten Freiflächen erforderlich,<br />

um tatsächlich alle Möglichkeiten der<br />

Sonnenstromproduktion zu nutzen.<br />

Freiflächen müssen genutzt werden<br />

„Die Erreichung der ambitionierten Energieziele<br />

und insbesondere der Ausbau der<br />

Photovoltaik geht nicht ohne die Nutzung<br />

geeigneter Freiflächen. Daher müssen wir<br />

neben einem richtungsweisenden Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz<br />

(EAG) auch die Länder<br />

und Gemeinden als Partner einbinden,<br />

um die notwendigen Flächenwidmungen für<br />

die Sonnenstromproduktion zu gewährleisten.<br />

Wir begrüßen die Ergebnisse der Studie, denn<br />

Fakt ist, wir brauchen alle uns zur Verfügung<br />

stehenden Flächen, um Österreich in eine erneuerbare<br />

Stromzukunft zu führen“, mahnt DI<br />

Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands<br />

Photovoltaic Austria, daher ein.<br />

Die Anwendungsmöglichkeiten der PV abseits<br />

von Dächern sind groß. So gibt es mit-<br />

tlerweile zahlreiche vielversprechende und<br />

erprobte Möglichkeiten der Doppelnutzung<br />

der Fläche (Sonnenstromproduktion und<br />

gleichzeitige anderweitige Nutzung), die<br />

vielfältige Vorteile schaffen. Damit steht<br />

der Ausbau auch nicht im Widerspruch zu<br />

Naturschutz, Landwirtschaft, Naherholung<br />

und Landschaftsschutz. „Wir wünschen uns<br />

nicht nur von der Regierung sowie von allen<br />

im Parlament vertretenen Parteien, sondern<br />

auch von den Landesregierungen, Landtagen,<br />

Bürgermeistern und Gemeinderäten ein<br />

konsequentes Bekenntnis zum PV-Ausbau<br />

auf Gebäuden und geeigneten Freiflächen.<br />

Damit sollen aber auch zusätzliche Flächenversiegelungen<br />

hintangehalten werden“,<br />

betont Paierl abschließend.<br />

Potenziale nutzbar machen<br />

Unerlässlich für die Erschließung des gesamten<br />

PV-Potenzials ist jedenfalls ein konsequenter<br />

Abbau hinderlicher Regelungen<br />

und aufwändiger Genehmigungen, ein<br />

vereinfachter Netzanschluss oder die praxisorientierte<br />

Umsetzung von Gemeinschaftsanlagen<br />

sowie allen voran verlässliche<br />

Förderstrukturen. Dazu gehört auch eine PV-<br />

Verpflichtung im Neubau und bei baulichen<br />

Sanierungsvorhaben, unabhängig ob privat<br />

oder gewerblich genutzt.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S18<br />

Österreichische Post stattet Lkw mit<br />

Solarpanelen aus und spart so Sprit<br />

Die Österreichische Post setzt die Ökologisierung ihrer Flotte fort und testet<br />

erstmals den Einsatz von Solarenergie für einige ihrer Lkw. Damit können der<br />

Verbrauch von Treibstoff und deren Emissionen reduziert werden. Seit 2011 stellt<br />

die Österreichische Post all ihre Sendungen CO 2 -neutral zu.<br />

Seit Anfang März <strong>2020</strong> testet die Österreichische<br />

Post AG den Einsatz von Solarpanelen<br />

in ihrem Fuhrpark. Die auf den<br />

Dächern von LKW montierten Solarmodule<br />

erzeugen Strom, welcher in die Batterie eingespeist<br />

und für den Stromverbrauch im Fahrzeug<br />

eingesetzt wird. Dadurch wird das Bordnetz<br />

energieschonend betrieben: Sensoren,<br />

Kontrollleuchten und selbst Klimaanlagen werden<br />

dadurch mit der nötigen Energie versorgt.<br />

„Als Österreichische Post wollen wir nicht nur<br />

unsere Kapazitäten ausbauen, sondern auch<br />

unser Logistiknetz auf die Bedürfnisse der Zukunft<br />

ausrichten. Der Nachhaltigkeitsgedanke<br />

ist seit Jahren zentral im Unternehmen verankert.<br />

Der Test dieser neuen Solarpanelen<br />

zeigt, wie wir unser nachhaltiges Energiemanagement<br />

noch weiter ausbauen können“,<br />

so DI Peter Umundum, Vorstand Paket & Logistik<br />

der Österreichischen Post AG.<br />

Foto © Klaus Vyhnalek<br />

Befindet sich der LKW in Betrieb, wird die Lichtmaschine<br />

durch die zusätzliche Stromeinspeisung<br />

entlastet. Dieser Vorgang führt zu Spriteinsparungen<br />

und vor allem auch zu einer<br />

Reduktion von Emissionen. Zudem verlängert<br />

die Nachrüstung die Lebensdauer der Fahrzeugbatterie,<br />

was einen ressourcenschonenderen<br />

Umgang mit den darin verbauten Materialien<br />

ermöglicht.<br />

Testbetrieb bis Ende des Jahres<br />

Derzeit sind in der Transportlogistik der Österreichischen<br />

Post drei LKW mit Solarpanelen<br />

ausgestattet. Die Umbauten der Fahrzeuge<br />

wurden im Februar dieses Jahres durchgeführt,<br />

seither befinden sich diese im Einsatz,<br />

der Testbetrieb läuft bis Ende <strong>2020</strong>. Die Solarpanelen<br />

selbst sind sehr dünn (3 mm) und<br />

wiegen rund 10 Kilogramm, sind langlebig<br />

und bruchsicher. Tests von Partnern zeigen,<br />

dass eine jährliche Treibstoffeinsparung von<br />

bis zu 5 Prozent pro LKW ermöglicht wird.<br />

Nach Abschluss der Testphase wird analysiert,<br />

ob weitere Fahrzeuge der Österreichischen<br />

Post mit Solarpanelen ausgerüstet werden.<br />

Vorreiter der Grünen Logistik<br />

Seit 2011 stellt die Österreichische Post bereits<br />

all ihre Sendungen CO 2 -neutral zu. Mit<br />

der Initiative „CO 2 NEUTRAL ZUGESTELLT“<br />

hat sich die Post das Ziel gesetzt, den ökologischen<br />

Fußabdruck des Unternehmens<br />

schrittweise zu verringern. Dabei wird sowohl<br />

der unternehmenseigene Energie- und Treibstoffverbrauch<br />

ständig dezimiert als auch in<br />

den Ausbau von sauberer Energie investiert.<br />

Mittlerweile verfügt die Post mit rund 1.750<br />

Elektro-Fahrzeugen über die größte E-Flotte<br />

Österreichs und ist damit Vorreiter in der grünen<br />

Logistik.


© Christian Husar<br />

Mit E-Mobilität gestärkt aus der Krise<br />

„Beim Weg aus der Corona-Krise dürfen Klimaschutz und Elektromobilität nicht<br />

auf der Strecke bleiben“, sagt Ute Teufelberger, Vorsitzende des Bundesverband<br />

Elektromobilität Österreich (BEÖ).<br />

Vor der Krise zählte Österreich zu den<br />

Vorzeigeländern für Elektromobilität<br />

in Europa: Die Neuzulassungen von<br />

E-Fahrzeugen stiegen Monat für Monat kontinuierlich<br />

an und die Ladeinfrastruktur wuchs<br />

auf über 5.000 Ladepunkte. Anfang April<br />

meldete die Statistik Austria erstmals leicht<br />

rückläufige Zahlen bei den Neuzulassungen:<br />

So wurden im 1. Quartal 2.428 vollelektrische<br />

Elektroautos neu angemeldet; das waren<br />

um 4,5 Prozent weniger als im Vergleichsquartal<br />

des Vorjahrs. Doch insgesamt stieg<br />

der Anteil der Fahrzeuge mit Elektroantrieb<br />

auf 4,4 Prozent aller Neuzulassungen an. Der<br />

Bestand der reinen E-Autos in Österreich beträgt<br />

knapp 32.000.<br />

Rückgänge an der Strom-Ladesäule<br />

Im Zuge des vierwöchigen Lockdown kam es<br />

zu einem deutlichen Rückgang der Mobilität<br />

insgesamt. Die Menschen blieben zu Hause,<br />

arbeiteten im Home-Office und reduzierten<br />

ihre (E-)Autofahrten. „In dieser Zeit war Österreichs<br />

größtes und dichtestes Ladenetz uneingeschränkt<br />

in Betrieb, auch wenn die Nutzung<br />

je nach Region um 40 Prozent, zum Teil sogar<br />

bis zu 70 Prozent, zurück ging“, sagt Ute Teufelberger,<br />

Vorsitzende des Bundesverband Elektromobilität<br />

Österreich (BEÖ). Das ergab eine<br />

im April durchgeführte Blitzumfrage unter den<br />

Partnerunternehmen des BEÖ.<br />

Klimafreundlich und e-mobil aus der Krise<br />

Die österreichischen Energieunternehmen haben<br />

in den letzten Jahren massiv in den Ausbau<br />

der Ladeinfrastruktur investiert. „Wir sehen Elektromobilität<br />

aus Erneuerbarer Energie als einen<br />

wichtigen Baustein, um gestärkt aus der Krise<br />

zu gehen“, ist Teufelberger überzeugt. „Klimaschutz<br />

und nachhaltige Mobilität müssen auch<br />

in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.“ Mit seinem<br />

5-Punkte-Programm ‚Für mehr E-Mobilität<br />

in Österreich’ bekennt sich der BEÖ zu den österreichischen<br />

Klima- und Energiezielen 2030.<br />

Es enthält konkrete Vorschläge, etwa notwendige<br />

rechtliche Anpassungen im Miet- und<br />

©EVN, Moser<br />

UTE TEUFELBERGER<br />

VORSITZENDE,<br />

BEÖ<br />

Wohnrecht. „Jetzt geht es<br />

darum die Weichen zu stellen,<br />

um den erfolgreichen<br />

Weg der Elektromobilität in<br />

Österreich weiter fortzuführen“,<br />

so Teufelberger abschließend.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S20<br />

„Wir müssen endlich aus dem Hamsterrad<br />

der materiellen Bedürfnisse aussteigen und<br />

uns einem guten Leben für alle zuwenden.“<br />

Überlegungen zur großen Transformation aus der Sicht<br />

eines Reparatur-Lobbyisten. Text: SEPP EISENRIEGLER<br />

Wir leben heute in einer Welt, deren<br />

„Wohlstand“ – besser deren werbeinduzierter,<br />

angestrebter Lebensstandard<br />

im globalen Norden – nur durch<br />

Raubbau an den nichtregenerativen Rohstoffen<br />

im globalen Süden möglich ist. Diese kapitalistische,<br />

imperiale Wirtschafts- und Lebensweise<br />

tötet, macht süchtig, ist ungerecht und<br />

zerstört die Lebensgrundlagen der menschlichen<br />

Spezies.<br />

Die Implementierung der Kreislaufwirtschaft<br />

bedeutet eine große Transformation von einer<br />

ressourcenvernichtenden, linearen zu einer<br />

enkeltauglichen, zirkulären Wirtschaftsweise.<br />

Sie ist nicht konzipiert ohne Wachstum auszukommen.<br />

Allerdings ist die Postwachstumsökonomie<br />

derzeit politisch nicht anschlussfähig.<br />

Progressive Wissenschaftler empfehlen seit<br />

Jahrzehnten Dienstleistungen statt Produkteigentum,<br />

Sharing- und Reuse-Modelle und eine<br />

generelle Abkehr vom Wachstumsparadigma,<br />

um unsere imperiale Lebensweise auf ein sozialökologisch<br />

vertretbares<br />

Maß zu reduzieren.<br />

Der Materialaufwand für<br />

Elektro- und Elektronikgeräte<br />

liegt beim 50- bis<br />

10.000-fachen des Eigengewichts<br />

der Produkte.<br />

Jeder Schritt in der<br />

Wertschöpfungskette ist<br />

mit Emissionen verbunden.<br />

Bei rund 9.000 Reparaturen<br />

pro Jahr und einer Erfolgsquote<br />

von 80% spart allein<br />

das R.U.S.Z enorme Mengen<br />

an kritischen Rohstoffen<br />

(insbesondere Metalle<br />

und Mineralien) und<br />

klimaschädlichen Gasen<br />

ein. Als Branchenvertreter<br />

und Netzwerkknoten für<br />

Ressourcenschonung und<br />

©Alexandra Roth<br />

SEPP EISENRIEGLER<br />

GESCHÄFTSFÜHRER,<br />

REPARATUR- UND SERVICEZENTRUM<br />

R.U.S.Z.<br />

CO2-Äquivalente-Reduktion trägt es dazu<br />

bei, diese Einsparungen zu vervielfachen.<br />

Warum? Weil im gesamten Lebenszyklus<br />

einer Waschmaschine 53% aller negativen<br />

Umweltwirkungen bei der Produktion und Distribution<br />

entstehen! Ein besseres Argument<br />

Produkte länger zu nutzen, anstatt durch die<br />

Produktion immer kurzlebigerer Produkte nicht<br />

regenerative Ressourcen zu vernichten, gibt es<br />

wohl nicht. Dachten viele! Und jetzt sind sogar<br />

Autor*innen des Global Ressources Outlook<br />

(2019) überrascht: 50% der globalen Kohlenstoffemissionen<br />

entstehen durch den Abbau<br />

natürlicher Ressourcen und deren Weiterverarbeitung!<br />

Reparieren ist also nicht nur ein Beitrag<br />

zur Ressourcenschonung, sondern auch<br />

ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz!<br />

Das R.U.S.Z und seine Kund*innen nehmen<br />

politische Verantwortung wahr. „Ein Sozialunternehmen<br />

initiiert einen Wandel in der EU-Politik“<br />

ist nicht übertrieben. Seit 20 Jahren kämpfen<br />

wir uneigennützig für<br />

Ressourceneffizienz. Unsere<br />

KundInnen unterstützen<br />

uns dabei durch ihre Konsumentscheidungen:<br />

Es<br />

darf auch einmal eine<br />

Reparatur, was runderneuertes<br />

Gebrauchtes oder<br />

ein Nutzen-statt-Kaufen<br />

Gerät sein. Statussymbole<br />

einer wachsenden Minderheit!<br />

Die EU-Ordnungspolitik<br />

hat ihre Hausaufgaben<br />

gemacht. Die Hersteller<br />

haben teilweise erfreut<br />

zur Kenntnis genommen,<br />

dass sie ihre linearen Geschäftsmodelle<br />

ändern<br />

müssen. Erfreut, weil viele


Fotos (2) © R.U.S.Z.<br />

leitende Industrievertreter diese Work-Life-<br />

Schizophrenie nur mehr schwer ertragen: Zu<br />

Hause die unmittelbare Umwelt sauber halten,<br />

aber im Unternehmen global Ressourcen vernichten!<br />

Bosch-Siemens führt bereits ein großflächiges<br />

Waschmaschinen-Miet-Modellprojekt<br />

nach dem Slogan „Mieten statt Kaufen“<br />

in den Niederlanden durch. Das R.U.S.Z bietet<br />

die Produktdienstleistung „Saubere Wäsche“<br />

ohne Eigentumsübergang der Geräte seit drei<br />

Jahren an. Im B2B-Bereich wird dieses Sorglospaket<br />

geschätzt, die österreichische Seele<br />

muss erst ihr mindset anpassen …<br />

Es lebe der Homo Oeconomicus! Nicht dass<br />

es erstrebenswert wäre, in seinem Konsumverhalten<br />

nur egozentrische Ziele zu verfolgen:<br />

Aber die Konsumentinnen und Konsumenten in<br />

den „entwickelten“ Ländern im globalen Norden<br />

verhalten sich so unvernünftig, dass Kon-<br />

sumentscheidungen, die sich nach der Lehre<br />

von Adam Smith ausrichten, weniger Umweltbelastungen<br />

verursachen würden. „Verbraucher“<br />

merken nicht einmal, wie sie über den Tisch<br />

gezogen werden. Sie halten Waschmaschinen<br />

um € 300,- tatsächlich für billig, ohne den Bezugsrahmen<br />

zur Nutzungsdauer herzustellen.<br />

Jetzt liegt es an uns! Wir sind alle<br />

Konsument*innen. Manche sind kaufsüchtig,<br />

andere muss man als Konsumtrotteln bezeichnen.<br />

Es ist aber auch eine wachsende Bevölkerungsgruppe<br />

(einkaufs-) politisch aktiv.<br />

Sie haben verstanden, dass „Kunde ist König“<br />

kein leeres Schlagwort ist und nutzen lokale Initiativen,<br />

die die Kreislaufwirtschaft schon lange<br />

vor der EU-Kommission erfunden haben, um<br />

sich mit dem nötigen (aber nicht mehr) zu versorgen.<br />

Eine dieser Initiativen heißt Reparaturund<br />

Service-Zentrum R.U.S.Z.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S22<br />

Solarenergie für 2,5 Millionen Menschen,<br />

oder lieber Geld für die Flugindustrie?<br />

Mit dem Steuergeld für die AUA, die zur deutschen Lufthansa gehört, könnte Sonnenstrom<br />

für mehr als ein Viertel der österreichischen Bevölkerung & tausende Jobs geschaffen<br />

werden. Wie wird Klimaministerin Gewessler entscheiden? Text: LUKAS PAWEK<br />

© A. Serra<br />

LUKAS PAWEK<br />

KOMMUNIKATION,<br />

IG WINDKRAFT<br />

Die AUA will 800 Mio. Euro Steuergeld<br />

vom Staat. Wieder einmal, denn gerade<br />

Mal 10 Jahre liegt der letzte<br />

Steuergeld-Segen im Ausmaß von 500 Mio.<br />

Euro zurück. Argumentiert wird mit 7.000 Arbeitsplätzen,<br />

die geschützt werden müssen.<br />

Das klingt viel, aber mit dem selben Geld<br />

könnten 70.000 Jahres-Arbeitsplätze in der<br />

Solarenergie-Wirtschaft geschaffen werden.<br />

Und nebenbei könnte mehr als ein Viertel<br />

der österreichischen Bevölkerung - 2,5 Mio.<br />

Menschen um genau zu sein - mit 100 % Sonnenstrom<br />

jahrzehntelang versorgt werden.<br />

Zusätzlich würde diese (sauber produzierte)<br />

Energiemenge unsere CO2-Strafzahlungen,<br />

die Milliarden Euro ausmachen, massiv<br />

verringern. Diese CO2-Verringerung würde<br />

Österreich also auch enorme Geldsummen<br />

ersparen. Und durch den reduzierten Flugverkehr<br />

würden die CO 2 -Emission zusätzlich<br />

sinken. Es gibt dazu lückenlos dokumentierte<br />

Quellen dieser Berechnungen.<br />

Während Österreichs Klimaschutzministerin<br />

Leonore Gewessler die Rettung an "Klimapolitische<br />

Bedingungen" knüpfen möchte, stellt<br />

sich die Frage, ob es nicht das Beste wäre,<br />

wenn es gar kein Geld für die AUA gäbe.<br />

Sondern stattdessen das Geld in Solarstrom<br />

oder den Ausbau des öffentlichen Verkehrs<br />

besser investiert wäre?Die Zahlen der Arbeitsplätze<br />

und der Wirtschaftsleistung sprechen<br />

eine klare Sprache und würden einer grünen<br />

Umweltministerin eigentlich alle Trümpfe in<br />

die Hand geben.


Regenwasser günstig versickern,<br />

Pellets sicher und trocken lagern<br />

Produktneuheiten von Mall ergänzen die Palette für eine Vielzahl von Anwendern.<br />

Die Mall GmbH hat auf der IFH <strong>2020</strong> gleich<br />

mehrere und ganz unterschiedliche<br />

Neuheiten gezeigt: Den Pelletspeicher<br />

ThermoPel im monolithischen Ovalbehälter mit<br />

30 m³ Nutzvolumen und Platz für 19,5 Tonnen<br />

Holzpellets, den neuen Sickertunnel CaviLine<br />

aus Stahlbeton sowie den erweiterten und in<br />

2. Auflage erschienenen Ratgeber Rückstauund<br />

Überflutungsschutz.<br />

Den Ovalbehälter hat Mall schon länger im<br />

Programm, doch als Pelletspeicher war er<br />

bisher nicht im Einsatz: Der Ovalbehälter mit<br />

30 m³ Nutzvolumen ergänzt das Angebot im<br />

Unternehmensbereich Neue Energien, wo<br />

Mengen von 15 Tonnen und mehr bisher nur<br />

in mehrteiligen Behältern untergebracht werden<br />

konnten. Der Sickertunnel CaviLine ist<br />

eine stabile, platzsparende und kostengünstige<br />

Lösung zur Versickerung von Regenwasser<br />

und eignet sich in Kombination mit einer Behandlungsanlage<br />

ideal zur Entwässerung von<br />

Dach- und Verkehrsflächen.<br />

Er wurde aktualisiert und um den Aspekt des<br />

Überflutungsschutzes ergänzt.<br />

Mall-Pelletspeicher jetzt auch oval<br />

Den Pelletspeicher ThermoPel von Mall gibt<br />

es nun auch im monolithischen Ovalbehälter<br />

mit 30 m³ Nutzvolumen und Platz für ca. 19,5 t<br />

Holzpellets. Der ThermoPel 30000 ergänzt das<br />

Produktprogramm im Unternehmensbereich<br />

Neue Energien und füllt die Lücke zwischen<br />

den Rundbehältern, die bis zu 14 Tonnen Pellets<br />

lagern können, und den zweiteiligen Großbehältern<br />

mit 30 bis 40 Tonnen Füllgewicht.<br />

Pelletspeicher von Mall<br />

gibt es in verschiedenen<br />

Größen, abgestimmt auf<br />

den Energiebedarf von<br />

Heizungsanlagen in Einund<br />

Mehrfamilienhäusern,<br />

Gewerbeimmobilien,<br />

öffentlichen Einrichtungen<br />

oder Industrie. Sie haben<br />

ein Lagervolumen von 6,5<br />

bis 60 m³ und können bis zu<br />

40 t Holzpellets aufnehmen.<br />

Der neue monolithische<br />

Ovalbehälter eignet sich<br />

für bis zu 100 kW Heizleistung,<br />

ist kompatibel zu den<br />

Heizkesseln vieler Hersteller<br />

und arbeitet mit dem bewährten<br />

Entnahmesystem<br />

Maulwurf 6000 – E3.<br />

Durch seine optimierte Geometrie<br />

kann der 2,48 m<br />

breite und 2,60 m hohe<br />

Ovalbehälter mit gewöhnlichen<br />

Straßen-LKWs oh-ne<br />

Überbreite transportiert<br />

und auch bei schmalen<br />

Grundstücksverhältnissen<br />

eingebaut werden. Mit Abdeckplatte<br />

und erforderlicher<br />

Überdeckung hat der<br />

neue Pelletspeicher eine<br />

Gesamttiefe von 3,30 m.<br />

Seine Marktposition unterstreicht Mall mit der<br />

2. Auflage des Ratgebers Rückstauschutz.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S24<br />

Schwedenbomben, Manja und<br />

Swedy erhalten rePET-Verpackung<br />

Niemetz Schwedenbomben und die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) verpassen<br />

den Schwedenbomben einen ressourcenschonenden Produktschutz:<br />

Nachhaltig, umweltfreundlich und ohne neues Plastik in den Kreislauf zu bringen.<br />

Bestätigt wird das Vorzeigeprojekt von c7-consult: Die Ökobilanz der Schwedenbomben-Verpackung<br />

verbessert sich um 32 Prozent.<br />

Das heimische Traditionsunternehmen<br />

Niemetz Schwedenbomben ist Vorreiter<br />

bei nachhaltigen Verpackungen<br />

im Genussmittelbereich: Seit Ende April<br />

werden Schwedenbomben, Manja und Swedy<br />

in den neuen rePET Verpackungen erstmalig<br />

an den Handel ausgeliefert.<br />

„Die richtige Verpackung ist ein wesentlicher<br />

Faktor der Erfolgsgeschichte der Niemetz<br />

Schwedenbomben. Der Schwedenbomben-Blister<br />

ist Kult und seit mehr als 50 Jahren<br />

unverändert sowie einzigartig. Mit dem Umstieg<br />

auf rePET ist es uns gelungen, Produktschutz,<br />

Nachhaltigkeit, Markennostalgie und<br />

Einzigartigkeit zu verbinden. Dies gilt für alle<br />

Produkte aus unserem Haus, so wird auch für<br />

Manja und Swedy ab sofort rePET verwendet.<br />

Wir werden kein Gramm neues Plastik in Umlauf<br />

bringen“, so Gerhard Schaller, Geschäftsführer<br />

Niemetz Schwedenbomben. Nach<br />

erfolgreicher Umsetzung von 100% rePET bei<br />

Getränkeverpackungen ist es Niemetz mit<br />

der ARA jetzt gelungen, auch im Bereich Lebensmittelverpackungen<br />

mit besonders hohen<br />

Anforderungen Zeichen zu setzen und<br />

nimmt so die Vorreiter-Rolle für sich ein.<br />

Circular Design als „Game Changer“<br />

Das Kreislaufwirtschaftspaket der EU mit seinen<br />

anspruchsvollen Zielen bis 2025 stellt<br />

hohe Anforderungen an Produktion, Produktgestaltung<br />

und Verpackungen. Unternehmen<br />

sind gefordert und verpflichtet,<br />

Verantwortung zu übernehmen. ARA Vorstand<br />

Christoph Scharff erklärt: „Vor allem<br />

bei Kunststoffverpackungen müssen wir in<br />

jeder Hinsicht besser werden und bis 2025<br />

die Recyclingleistung, die wir in 25 Jahren<br />

erreicht haben, verdoppeln – eine gewaltige<br />

Herausforderung. Wir brauchen also mehr<br />

Quantität bei besserer Qualität. Circular Design<br />

ist ein wichtiger Beitrag, diese Vorgaben<br />

zu erreichen. Das heißt: Jedes Unternehmen<br />

ist jetzt gefordert – und muss zeitnah andere,<br />

besser verwertbare Verpackungen in den<br />

Handel bringen. Wir sind stolz, dass wir unsere<br />

Expertise im Bereich Circular Design bei<br />

Niemetz einbringen konnten. Circular Design<br />

heißt auch, Verantwortung zu übernehmen.“<br />

Im Unternehmensbereich „ARA Circular Design“<br />

ist die entsprechende Kompetenz gebündelt,<br />

Kunden umfassend zum Thema zu<br />

beraten. Denn die Nachfrage nach Lösungen<br />

für ressourcenoptimierte und recyclingfähige<br />

Verpackungen ist groß. Die ARA Experten<br />

wissen, welche Verpackungen in<br />

der Sammlung, Sortierung oder Verwertung<br />

Schwierigkeiten machen und welche reyclinggerecht<br />

funktionieren und damit einen<br />

wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten.<br />

Ökobilanz: 32% weniger CO2-Belastung<br />

Roland Fehringer von c7-consult, Experte für<br />

Ökobilanzierung und Nachhaltigkeit, hat die<br />

ökologische Performance der neuen rePET<br />

Blisterverpackung untersucht und mit alternativen<br />

Verpackungsmaterialien verglichen. Die<br />

Resultate sind eindeutig: Die neue rePET Blisterverpackung<br />

zeigt bei allen untersuchten<br />

Umweltauswirkungen deutliche Vorteile. Bei<br />

der CO2-Belastung, dem sogenannten Carbon<br />

Footprint, schneidet die Blisterverpackung<br />

aus rePET um 32 Prozent besser ab als die<br />

derzeitige Blisterverpackung aus PET.<br />

Ob Klimawandel, saurer Regen, schlechte Luft<br />

oder Algenbildung in Gewässern, die neue<br />

rePET Blisterverpackung verursacht um bis zu


85 % geringere Umweltauswirkungen als ihre<br />

Alternativen. Die Gründe dafür erklärt Roland<br />

Fehringer wie folgt: „Kunststoffe sind leichter<br />

als andere Packstoffe, man benötigt daher<br />

weniger Material und Sekundärrohstoffe sind<br />

ökologischer als Neumaterial. Die neue rePET-<br />

Blisterverpackung für Niemetz Schwedenbomben<br />

kombiniert beide Vorteile.“<br />

„Eine ressourceneffiziente Verpackung vermeidet<br />

Umweltbelastungen bei Produktion<br />

und Entsorgung ebenso wie durch beschädigte<br />

oder verdorbene Ware. Lebensmittel<br />

sind kostbar. Deshalb ist bei der Verpackungsgestaltung<br />

auch die Vermeidung von<br />

Lebensmittelabfällen ein wichtiger Aspekt“,<br />

erklärt Christoph Scharff.<br />

„Es wird von uns kein Gramm neues Plastik in<br />

Umlauf gebracht, sondern durch Circular Design<br />

wird bereits vorhandenes Plastik wiederverwendet.<br />

So erhalten die Einzigartigkeit der<br />

Verpackung und schonen die natürlichen<br />

Ressourcen bestmöglich. Dies ist ein weiterer<br />

wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit“,<br />

so Gerhard Schaller. Christoph Scharff<br />

ergänzt: „Die Europäische Union hat die Richtung<br />

vorgegeben. Jetzt liegt es an uns allen,<br />

zirkuläres Denken zu fördern und innovative<br />

Maßnahmen zu implementieren, mit denen<br />

wir die Kreislaufwirtschaft stärken. Circular<br />

Design kann dabei ein Game Changer sein.“<br />

Über Niemetz Schwedenbomben®<br />

1926 erfand der Wiener Zuckerbäckermeister<br />

und Patissier Walter Niemetz gemeinsam mit<br />

Ehefrau Johanna die berühmten Schwedenbomben.<br />

Die Rezeptur ist bis heute unverändert<br />

und streng geheim. Die Schokoschaumküsse<br />

aus dem Traditionshaus Niemetz<br />

sind am österreichischen Markt führend. Die<br />

Schwedenbomben sind ein Frischeprodukt<br />

und seit 2014 Teil der FAIRTRADE-Familie. Neben<br />

der Traditionsmarke Niemetz Schwedenbomben®<br />

hat die Schokoladen- und<br />

Süßwarenmanufaktur in der über 120-jährigen<br />

Tradition weitere beliebte Markenprodukte<br />

wie Manja®, Swedy® und das Mozartpolsterl®<br />

auf dem Markt etabliert. Alle Produkte<br />

werden zur Gänze in Wien produziert. Per 14.<br />

Juni 2013 erfolgte die nahtlose Übernahme<br />

des Traditionsunter-nehmens durch die Schweizer<br />

Heidi Chocolat AG, am 17. Juni 2013<br />

wurde erstmals unter der neuen Leitung produziert.<br />

Seit 2015 befindet sich die Produktion<br />

und der zweite Schwedenbombenshop am<br />

neuen Standort in Wr. Neudorf. Insgesamt<br />

betreibt Niemetz neun eigene Shops in Wien,<br />

Nieder-österreich und Oberösterreich.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S26<br />

WANTED: <strong>UMWELT</strong>TECHNIKER GESUCHT<br />

Für viele Schülerinnen und Schüler steht die Matura kurz vor der Tür. Mit diesem<br />

Abschluss eröffnen sich unglaublich viele Möglichkeiten und entsprechend schwer<br />

fällt so mancher und so manchem die Entscheidung für einen Beruf oder ein Studium.<br />

UmwelttechnikerInnen werden gesucht und haben gute Jobchancen.<br />

Studierende bei Laborübungen im Bachelorstudium.<br />

Wen die Aussicht auf ein technisches<br />

Studium nicht von vornherein völlig<br />

abschreckt, sollte sich mit dem Studienangebot<br />

der Montanuniversität Leoben<br />

vertraut machen. Der Begriff „Massenuniversität“<br />

ist in Leoben ein Fremdwort. Als eine<br />

der kleinsten Universitäten Österreichs kann<br />

die Montanuniversität Leoben eine sehr gute<br />

Ausbildung ihrer ca. 4000 Studierenden durch<br />

intensive Betreuung und ausgezeichnete<br />

Ausstattung gewährleisten. Während diverse<br />

Studienrichtungen an anderen Universitäten<br />

Auswahlverfahren eingeführt haben, können<br />

an der Montanuniversität Leoben alle SchülerInnen<br />

mit einem positiven Maturazeugnis<br />

inskribieren.<br />

Neben den klassischen Studienrichtungen<br />

wie Metallurgie, Montanmaschinenbau oder<br />

Petroleum Engineering gibt es das Studium<br />

„Industrielle Umweltschutz- und Verfahrenstechnik“.<br />

AbsolventInnen dieser Studienrichtung<br />

sind in der Industrie und Forschung in<br />

einem sehr breit gefächerten und interdisziplinären<br />

Einsatzgebiet tätig. Das können die unterschiedlichsten<br />

Industriezweige wie z.B. die<br />

Papier-, Zement-, Erdöl-, Lebensmittel-, Eisenund<br />

Stahlindustrie, die Kraftwerkstechnik oder<br />

die klassische Umwelttechnik (Abwasser-, Abluftreinigung,<br />

erneuerbare Energien und Rohstoffe,<br />

Beratung in umwelttechnischen Fragen,<br />

Umweltbehörden usw.) sein. Aufgrund<br />

der breiten Basis des Studiums können die<br />

Absolventinnen und Absolventen im Regelfall<br />

selbst entscheiden, in welchem Bereich sie<br />

beruflich Fuß fassen möchten.<br />

Umweltingenieure sind Problemelöser<br />

Umweltingenieure lösen ganz unterschiedlichste<br />

technische und wissenschaftliche<br />

Fragestellungen. Denn industrielle Tätigkeiten<br />

bringen nun mal Auswirkungen auf die<br />

Umwelt mit sich. Seien es die Freisetzung von<br />

klimarelevanten Treibhausgasen oder von<br />

Schadstoffen, die in weiterer Folge in Flüssen<br />

und Seen, den Meeren, im Boden oder sogar<br />

in unseren Lebensmitteln zu<br />

finden sind. Bei den meisten<br />

Produktionsbetrieben fallen<br />

auch Abfälle verschiedenster<br />

Art an, die entsprechend<br />

recycelt oder entsorgt werden<br />

müssen. Ein wichtiges<br />

Ziel von Umweltingenieuren<br />

ist es daher, die Auswirkungen<br />

von industriellen Prozessen<br />

auf die Umwelt und den<br />

Menschen möglichst gering<br />

zu halten und innovative<br />

Lösungskonzepte zu erarbeiten.<br />

Dafür ist es notwendig,<br />

viele unterschiedliche<br />

Fachbereiche zu verstehen<br />

und miteinander zu kombinieren.<br />

Der Studienplan für das Studium<br />

ist daher besonders<br />

interdisziplinär angelegt.<br />

Neben Abfallwirtschaft,<br />

Foto © Montanuniversität Leoben


Abfalltechnik, Umweltrecht,<br />

Toxikologie, Wirtschaftsund<br />

Betriebswissenschaften<br />

und Verfahrenstechnik<br />

werden in Lehrveranstaltungen<br />

auch folgende Themenbereiche<br />

aufgegriffen:<br />

Umweltsysteme Wasser/<br />

Boden/Luft, Umweltschadstoffe,<br />

Abwasserbehandlung,<br />

Luftreinhaltung und<br />

Abluftreinigung u.v.m. Im<br />

Studienplan sind Vorlesungen,<br />

Seminare oder Projekte,<br />

in denen experimentelle<br />

und konstruktionsbezogene<br />

Aufgabenstellungen im<br />

Vordergrund stehen, vorgesehen.<br />

Auch bei Übungen<br />

liegt der Schwerpunkt auf<br />

dem Erlernen von praktischen<br />

Arbeitsschritten.<br />

Im Bachelorstudium liegt der<br />

Fokus dabei auf dem Aufbau<br />

eines breiten Grundlagenwissens,<br />

im<br />

Masterstudium<br />

erfolgt dann<br />

eine Spezialisierung.<br />

Zur Auswahl<br />

stehen die<br />

beiden Richtungen<br />

„Abfalltechnik<br />

und<br />

Abfallwirtschaft“<br />

und „Verfahrenstechnik“.<br />

Die Abfalltechnik<br />

und Abfallwirtschaft beschäftigt<br />

sich vorwiegend<br />

mit den anfallenden Reststoffen<br />

und Abfällen aus Industrieprozessen<br />

und deren<br />

sinnvolle Verwertung und Entsorgung.<br />

Dabei können Kreisläufe<br />

geschlossen werden,<br />

indem z.B.<br />

aus dem Abfall<br />

Rohstoffe<br />

zurück gewonnen<br />

und<br />

wieder in anderen<br />

Produkten<br />

eingesetzt<br />

werden. Verfahrenstechniker<br />

beschäftigen<br />

sich mit<br />

der Entwicklung<br />

von Anlagen<br />

zur Behandlung von<br />

Schadstoffen, Abgasen, Abwasser<br />

und Abfällen. Dazu<br />

ist es notwendig, einerseits<br />

die Produktionsprozesse und<br />

andererseits auch die möglichen<br />

Auswirkungen der<br />

Emissionen auf die Umwelt<br />

zu kennen.<br />

Die Nachfrage an diesen<br />

Fachkräften ist groß. „Etwa<br />

50 Studierende beginnen<br />

das Studium jedes Jahr,<br />

wir könnten aber die doppelte<br />

Anzahl relativ leicht in<br />

der Industrie unterbringen“,<br />

sagt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.<br />

Roland Pomberger, Leiter<br />

des Lehrstuhls für Abfallverwertungstechnik<br />

und Abfallwirtschaft.<br />

Nach einem erfolgreichen<br />

Abschluss braucht<br />

man sich also ob der großen<br />

Nachfrage seitens der Industrie<br />

keine großen Sorgen um<br />

einen Job zu machen.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S28<br />

Mehr Werte & Mehrwert<br />

Mit Condition Monitoring folgt man bei Flottweg SE einer Digitalisierungsoffensive,<br />

die die Zuverlässigkeit und Effizienz von Produktionsanlagen fokussiert. Den Anwendern<br />

wird mit Motice ein System präsentiert, das die Instandhaltung schon im<br />

Vorfeld eines Ausfalls anspricht. Kritische Zustandsänderungen an den Trommellagern<br />

von Dekantern deuten frühzeitig einen Service an, zu deren technischen<br />

und wirtschaftlichen Hintergründe Frank Ebert Rede und Antwort steht.<br />

© Flottweg<br />

FRANK EBERT<br />

ENTWICKLUNG<br />

FLOTTWEG<br />

Condition Monitoring Systeme (CMS)<br />

machen Verschleiß absehbar, Reparaturen<br />

planbar und Stillstand seltener:<br />

Der Mehrwert über die Signale in der<br />

Maschine liegt darin, dass durch vordefinierte<br />

Warnsignale Abweichungen erkannt werden,<br />

die auf einen wachsenden Verschleiß hindeuten.<br />

So beugt man Störungen vor und Analysen<br />

deuten zudem die Abhängigkeiten unter<br />

Daten an und lassen Rückschlüsse auf Wartung<br />

und Instandsetzung zu.<br />

Über das bessere Planen mit Condition Monitoring,<br />

die sensorbasierte Maschinenüberwachung<br />

bei Dekantern und deren Auswirkung<br />

auf die Verfügbarkeit spricht Frank Ebert, Entwicklungstechniker<br />

Mechatronische Systeme<br />

bei Flottweg SE.<br />

Herr Ebert, mit Motice haben Sie einer Maschine<br />

das Hören beigebracht. Wie laufen<br />

die Prognose und Identifikation der verschiedenen<br />

Lagerzustände ab?<br />

„Jedes Lager hat über seine Geometrie seinen<br />

eigenen Fingerabdruck. Diese Lager-Schadfrequenzen<br />

werden im Motice hinterlegt und<br />

intelligent und permanent überwacht. Flottweg<br />

Motice erkennt hierbei bereits beginnende<br />

Lagerschäden. Bei einer Restlaufzeit von<br />

bis zu drei Monaten ist noch genug Zeit für eine<br />

genaue Analyse und einen effizient geplanten<br />

Wartungseinsatz. Für die Lagerzustandsüberwachung<br />

benutzen wir vorrangig die Hüllkurve,<br />

in denen einzelne Frequenzen dargestellt<br />

und einzeln überwacht werden. Bei definierten<br />

Grenzwertüberschreitungen reagiert das<br />

System sofort und kann dabei genau zuordnen,<br />

ob es sich um einen Außenring- oder einen<br />

Innenringschaden handelt.“<br />

Vorher-/Nachher-Betrachtung: Wie wurden<br />

Zustandsdaten bisher erfasst und welche Benefits<br />

bieten sich nun mit Motice?<br />

„Also, bisher gab es nur sicherheitsgerichtete<br />

Abschaltautomatiken, beispielsweise, wenn<br />

die Gesamtmaschinen-Schwingung zu hoch<br />

ist. Einzelne Komponenten wurden bisher noch<br />

nicht überwacht. Ein weiterer Unterschied ist,<br />

dass ein CMS nie zur Abschaltung der Maschine<br />

führt, sondern nur kontinuierlich überwacht<br />

und einen aufkommenden Verschleiß frühzeitig<br />

meldet. Denkbar ist auch eine Kontrolle der<br />

Motoren und Schneckenschwingung, die eine<br />

CMS noch aussagekräftiger machen.“<br />

Inwiefern verändert das beim Anwender die<br />

Wartung und welche Konsequenzen hat das<br />

für das Service-Team von Flottweg?<br />

„Es ist offensichtlich, dass die Wartung der Lager<br />

planbarer wird. Auffällige Lager können<br />

frühzeitig getauscht werden und im Servicefall<br />

wird auch nur explizit das auffällige Lager<br />

getauscht. Das spart dem Kunden Geld und<br />

dem Servicemitarbeiter Zeit, der seine Arbeit<br />

nun nach Schulung digital durchführen kann.<br />

Auch bekommt man im Service mehr Verantwortung,<br />

da von der Einschätzung des Schadens<br />

bis zu einer genauen Diagnose über<br />

Fernwartung am PC der Aufgabenbereich<br />

variabler ist.“<br />

Was ist der Unterschied zwischen Condition<br />

Monitoring und Predictive Maintenance?<br />

„Das eine führt zum anderen. Ohne eine CMS<br />

ist keine zielgerichtete vorbeugende Wartung<br />

möglich. Nur wenn der Zustand möglichst vieler<br />

Komponenten einzeln und permanent notiert<br />

und ausgewertet wird, kann mit diesen<br />

Daten eine perfekt abgestimmte Wartung erfolgen.“<br />

Was raten Sie Unternehmen, die Predictive<br />

Maintenance angehen wollen?<br />

„Ganz wichtig ist es, den Weg der Instandhaltung<br />

getrennt zu betrachten. Von einer scha-


Dekanterzentrifugen von Flottweg im Einsatz<br />

densabhängigen, korrektiven oder reaktiven<br />

Instandhaltung, wie es heute noch Alltag ist,<br />

geht man über in eine präventive oder vorbeugende<br />

Instandhaltung, die zwar das Ausfallrisiko<br />

verringert, oft aber auch die Instandhaltungsintervalle<br />

verkürzt. Erst dann folgt die<br />

zustandsorientierte Instandhaltung mit sensorgestützter<br />

Überwachung wie bei Motice.<br />

Im Folgeschritt resultiert dann als nächste<br />

Ausbaustufe ein Predictive Maintenance,<br />

also eine vorausschauende Instandhaltung,<br />

die anhand von Modelldaten zukünftige Zustandsdaten<br />

vorhersagt.“<br />

Schrecken bei Predictive Maintenance immer<br />

noch die Kunden zurück, weil der Zugriff auf<br />

ihre Maschinendaten gewährt werden muss?<br />

„In der Tat ist das ein wichtiges Thema, das<br />

Skepsis bei den Kunden erzeugt. Dem vorbeugend<br />

haben wir bei Flottweg Motice eine eigene<br />

Steuerung, die von der Hauptsteuerung<br />

getrennt ist. Über den Fernzugriff können wir<br />

also nur auf das Flottweg Motice zugreifen,<br />

welches uns Daten über die Lagerzustände,<br />

verwendete Drehzahl und Betriebslaufzeiten<br />

gibt. Kundenspezifische Prozessparameter<br />

bleiben beim Kunden. Dazu ist eine Freigabe<br />

des Kunden erforderlich, so dass der Kunde<br />

immer die Hoheit auf sein System und seine<br />

Daten besitzt.“<br />

Ist die digitalisierte Instandhaltung mehr<br />

Chance oder Risiko?<br />

„Bei einem ungeplanten Maschinenstillstand<br />

verliert der Anlagenbetreiber im worst case<br />

mehrere Tausend Euro pro Minute. Jeder erkannte<br />

Lagerschaden ist somit eine echte Chance,<br />

Geld zu sparen und den sicheren Betrieb weiterzuführen.<br />

Das Risiko hat der Betreiber nur, wenn<br />

er auf diese neuen Technologien verzichtet.“<br />

Bitte vervollständigen Sie als Schlusswort noch<br />

den Satz: Die kontinuierliche Sensordaten- Erfassung<br />

mit<br />

Motice …<br />

„ … gewährt<br />

eine bessere<br />

Einschätzung<br />

des Maschinenzustands<br />

und trägt somit<br />

zur Prozessstabilität<br />

bei automatisierten<br />

Produktionsabläufen<br />

bei. Ergebnis<br />

ist eine<br />

Optimierung<br />

der gesamten<br />

Wertschöpfungskette.“


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S30<br />

Das Perpetuum mobile des Wohnens<br />

Was hat die Idee des Perpetuum Mobile mit dem Bauen zu tun? Ganz viel, denn<br />

echte Nachhaltigkeit beim Bauen kommt diesem Ideal recht nahe. Im Grunde<br />

sollte ein von Menschenhand gebautes Haus nämlich ein Ökosystem darstellen.<br />

TEXT: MANFRED JOSEF HAMPEL<br />

Hans Josef Hampel<br />

Als Perpetuum mobile bezeichnet<br />

man erdachte, nicht existierende<br />

Aggregate, die ohne Zufuhr von<br />

Energie dauerhaft laufen und vielleicht auch<br />

noch Arbeit dabei verrichten können. Also,<br />

einfach gesagt, Hirngespinste, die für Dich<br />

arbeiten sollen ohne etwas hineinzustecken.<br />

Wie kann man in Anbetracht dessen eigentlich<br />

auf die Idee kommen, dass es so etwas<br />

beim Bauen und Wohnen überhaupt geben<br />

kann? Ein Bereich, der seit Jahrzehnten nur<br />

exorbitante Kostensteigerungen nach oben<br />

kennt. Praktisch alles, was mit Wohnen zu<br />

tun hat, ist ständig teurer geworden. Miete,<br />

Strom und Heizung haben sich in manchen<br />

Orten in den letzten 5-10 Jahren verdoppelt,<br />

und das reicht manchmal nicht einmal aus.<br />

city.box ist dagegen ein Konzept, dass uns<br />

lernen könnte, dass es doch so etwas wie ein<br />

Perpetuum mobile beim Bauen geben könnte!<br />

Seit 21 Jahren arbeite ich daran, forsche<br />

und experimentiere. Natürlich kann man nicht<br />

ganz auf Energieinput verzichten, aber wenn<br />

dieser Input von Natur aus gegeben ist, haben<br />

wir doch ein ähnliches Ergebnis, da wir ja<br />

nichts wirklich dazutun müssen. city.box ist kein<br />

Haus. Es ist ein ganzes Ökosystem. Die Definition,<br />

was heute ein Haus ist, ist ohnehin recht<br />

fragwürdig geworden. Da gibt es einmal den<br />

fälschlich übernommenen<br />

Begriff aus dem Englischen<br />

„TinyHouse“, was auch mit<br />

schlechten Englischkenntnissen<br />

korrekt mit „kleinem Haus“<br />

zu übersetzen wäre. Aber wie<br />

übersetzt die Internetgemeinde?<br />

Zirkuswagen!, was wirklich<br />

keine Neuerfindung ist, da<br />

schon Jahrhunderte im Künstlergebrauch<br />

und auch die korrekte<br />

deutsche Bezeichnung.<br />

Heute könnte man alternativ<br />

noch Wohnwagen dazu sagen,<br />

wenn dieser Begriff nicht<br />

schon für PVC umhüllte Anhänger verwendet<br />

würde. Genauso das Wort „Wohnmobil“.<br />

Da Memmingen gut mit Auto, Flugzeug oder<br />

Zug erreichbar ist, kann man die city.box dort<br />

auch gerne besuchen. Vor allem Kritikern sei<br />

dazu geraten, denn so manche Highlights<br />

sind so unglaublich, dass man ohne Besuch<br />

schon eine Menge Vertrauen haben muss. In<br />

den sozialen Netzwerken kommen so manche<br />

Unwissende daher, die sich hin und wieder<br />

mit den Werten anlegen, die jedoch in<br />

einem einjährigen Feldversuch nachweislich<br />

gesichert sind.<br />

Interessant in der Laufzeit des Feldversuchs<br />

war, dass der heißeste Tag Deutschland seit<br />

1783 darin fiel, ein schneller Wintereinbruch zu<br />

meistern war und große Unwetter, mit Starkregen,<br />

massiver Schneefall und extreme Stürme<br />

zu überstehen waren. Alles Herausforderungen<br />

haben dem Musterhaus, trotz Wetterkapriolen,<br />

nichts ausgemacht. Es ist so geplant<br />

und ausgestattet, dass es in jedem Klimagebiet<br />

einsetzbar ist. Ob in der Sahara oder Nordpol,<br />

extrem trockenen oder feucht: city.box<br />

sollte alles mitmachen, zuverlässig heizen<br />

oder kühlen, je nachdem, was gefordert ist.<br />

Auch Unwetter, bis hin zu einem Tsunami dürfte<br />

die city.box überstehen, wenn andere Gebäude<br />

schon längst zerstört sind. Mitte März,<br />

wo der Winter noch herrschte, wurden bereits<br />

Werte gemessen, die die 5 fache Energieerzeugung<br />

im Verhältnis zum Verbrauch nachweislich<br />

belegen. Regulär bezahlt, können die<br />

Überschüsse in den meisten Monaten des Jahres<br />

höher sein, als die Miete wert ist. Das wäre<br />

also auch ein Modell für das bedingungslose<br />

Grundeinkommen.<br />

Solarmodule fallen im Wirkungsgrad rapide<br />

ab, wenn sie heiß werden. Deshalb ist die Ausbeute<br />

im Winter im Normalfall, und das wissen<br />

alle, die Module auf dem Dach haben,<br />

wesentlich effektiver. Bei Minustemperaturen


der Außenluft können die Module bis zu 40°C<br />

warm werden, was noch kaum beeinträchtigt.<br />

Bei erhöhten Temperaturen um die 60-80°C,<br />

fällt die Leistung stark. Dann muss man kühlen,<br />

und nicht mehr haben wir gemacht. Wasser<br />

ist einer der besten natürlichen Wärmeträger<br />

und -speicher und bringt die gewonnene Energie<br />

in einen Pufferspeicher und der mehr<br />

gewonnene Strom fließt in die Tesla-Batterien.<br />

Nachhaltigkeit am Bau ist deshalb keine<br />

Ökoreligion, sondern logische Folgerungen<br />

aus Biologie und Physik. Natur ist auch nicht<br />

so ein Ding, was Gras wachsen lässt, sondern<br />

hochkomplexe Biodiverse Abläufe, die intelligent<br />

genutzt werden können, wenn wir sie<br />

verstehen und dadurch anwenden können.<br />

Dazu brauchen wir aber erst einen Paradigma<br />

Wechsel in der Baubranche. Nicht nur bei<br />

Neubauten, was zur Rettung der Erde zu lang<br />

dauern würde, sondern auch bei Bestandbauten,<br />

die mit den gleichen Technologien<br />

relativ kostengünstig saniert werden könnten,<br />

ohne den Dämmwahnsinn weiter nachzugehen.<br />

Um es plakativ zu verdeutlichen: Es ist<br />

nicht 5 vor Zwölf, sondern 5 nach Zwölf. Und<br />

wenn wir nicht schnell, sehr schnell handeln,<br />

dann bekommen wir eine Tiefschlag, dass wir<br />

uns verregnete Sommer und kalte Winter der<br />

Vergangenheit schnell zurückwünschen.<br />

Wir müssen von der Natur lernen. Was wir<br />

in 21 Entwicklungsarbeit beim city.box Projekt<br />

gelernt haben, teilen wir gerne mit den<br />

Menschen und auch mit den Firmen und Behörden.<br />

Es ist eine der großen Chancen damit<br />

in der Baubranche anzufangen. Das Wohnen<br />

und die kleine Mobilität um den Wohnort herum<br />

machen immerhin 50% des gesamten CO2<br />

Aufkommens weltweit aus. Wenn wir es richtig<br />

und intelligent umsetzen, müssen wir keine<br />

wirklichen Nachteile haben. Gott, oder wenn<br />

Sie nicht daran glauben, die Natur hat uns alles<br />

bereits gegeben. Von Anfang an. Wir müssen<br />

es nur nehmen. Adam und Eva wären auch im<br />

Paradies verhungert, wenn sie nicht von den<br />

Naturfrüchten gegessen hätte. Ja, ungünstig<br />

mit dem Apfel, aber da hat man uns schon<br />

damals klarmachen wollen, dass man sich an<br />

die Regeln halten muss. Sagt jetzt auch die<br />

deutsche Kanzlerin aus der Quarantäne.<br />

Ich begann mit der Idee ein Walmdach zu<br />

bauen, dass statt normaler Dachhaut, Verlattung<br />

und Dachplatten ganz aus Photo Voltaic<br />

Modulen besteht. Seit es PV-Platten gab, die<br />

auf Dächer gebaut wurden, habe ich einen<br />

ästhetischen Ekel in mir verspürt. Immer wenn<br />

ich Dächer anschaute, dann wurde mir übel.<br />

Und das verschwendete Geld. Wieso haben<br />

eigentlich nicht die Schwaben oder Iren mal<br />

über Lösungen nachgedacht mit ihrem nachgesagten<br />

Geiz? Wieso griff hier nie der abgedroschene<br />

Werbespruch Geiz ist geil?<br />

Welcher Trottel kam eigentlich zum 1. Mal<br />

auf die Idee ein Dach mit 2 wetterfesten<br />

Schichten zu bauen, indem die 2. Schicht<br />

auch noch Extrahalterungen braucht und<br />

dann, weil das Geld bei dieser Großzügigkeit<br />

nicht reicht, billige<br />

Module mit Plastikfolien<br />

auf Alu-Bilderrahmen-<br />

Solarzellen-Modulen zu<br />

kaufen mit ungewisser<br />

Lebensdauer. Wenn<br />

doch noch Geld übrig<br />

war, kamen zu den 6<br />

Modulen, mehr Platz<br />

blieb meist nicht wegen<br />

der Unförmigkeit,<br />

weil das Rechtwinklige<br />

in dem Fall in das Trapez<br />

muss. Und dann kamen<br />

zu diesen deplatzierten<br />

PV Modulen noch<br />

1-2 total überteuerte Solarkollektoren<br />

dazu, denn<br />

etwas warmes Wasser sollte<br />

ja auch noch rauskommen.<br />

Kauf zu begreifen,<br />

dass dieser Aufwand mit<br />

enormen Installationsund<br />

Wartungskosten für<br />

diese kleinen Erträge aufgewendet<br />

werden. Wasserleitungen,<br />

Halter, Windsicherungen,<br />

und jede<br />

Menge Installationskosten<br />

vom ?Wasserinstallateur<br />

auf dem Dach?, Elektriker,<br />

Dachdecker und den<br />

planenden Projektanten.<br />

Und das alles, um 30 Prozent<br />

der Dachfläche auf<br />

der Südseite, das sind max.<br />

10 Prozent der gesamten<br />

Bruttodachfläche mit ineffektiven<br />

Solarplatten und<br />

drei Prozent mit Wärmetauschern<br />

zu bestücken.<br />

Vergisst es, bevor Ihr weiterplant.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S32<br />

Seminare, Prüfungen & Ausbildungen (bis Juni nur online)<br />

<strong>2020</strong> TITEL ORT INTERNET<br />

11.05. KEC-Webinar: Fern-Audit gem. ISO 19011 Bad Sankt Leonhard KEC Kanzian<br />

25.05.<br />

Grundlagen eines Nachhaltigkeitsberichtes<br />

gemäß GRI bzw. NaDiVeG<br />

Bad Sankt Leonhard<br />

KEC Kanzian<br />

26.05. Einführung in CSR-Managementsysteme Bad Sankt Leonhard KEC Kanzian<br />

27.05.<br />

Grundlagen für die Berechnung eines CO2-Fußabdrucks<br />

(ISO 14067, PAS 2050 oder GHG)<br />

Bad Sankt Leonhard<br />

KEC Kanzian<br />

08.10. – 09.10.<br />

07.09. – 09.09.*<br />

28.09. – 30.09.*<br />

05.10. – 06.10.*<br />

Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung von<br />

Umweltleistungen gemäß ISO 14031, EMAS und ISO 14001 (Teil 2)<br />

Integriertes Managementsystem – Anforderungen<br />

(Lehrgangsreihe Umweltmanagement - UM, Teil 1)<br />

Umweltmanagementsysteme<br />

(Lehrgangsreihe Umweltmanagement - UM, Teil 2)<br />

Integriertes Managementsystem – Arbeitssicherheits- und Umweltrecht<br />

(Lehrgangsreihe Umweltmanagement - UM, Teil 3)<br />

Bad Sankt Leonhard<br />

Wien<br />

Wien<br />

Wien<br />

KEC Kanzian<br />

qualityaustria<br />

qualityaustria<br />

qualityaustria<br />

19.10.-21.10.*<br />

Integriertes Managementsystem – Methoden und Werkzeuge<br />

(Lehrgangsreihe Umweltmanagement - UM, Teil 4)<br />

Wien<br />

qualityaustria<br />

09.12. Prüfung Systembeauftragter Umwelt Wien qualityaustria<br />

* alternative Termine vorhanden - im E-Paper klicken Sie dafür einfach auf die Ausbildung oder den Veranstalter<br />

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Die Welt nach COVID-19 wird eine andere sein<br />

Die Zukunftsforscher sind sich einig: Ein Zurück in die alte Welt wird es nicht geben.<br />

COVID-19 wird nicht nur unsere Wirtschaft, sondern auch die Gesellschaft verändern.<br />

Aber es besteht die Chance, dass sie agiler wird. Texte: AXEL DICK und ANNI KOUBEK<br />

©Anna Rauchenberger<br />

AXEL DICK<br />

BUSINESS DEVELOPMENT<br />

<strong>UMWELT</strong>, ENERGIE, CSR<br />

QUALITY AUSTRIA<br />

Aktuell boomt die Digitalisierung: Durch<br />

Homeoffice, Webmeetings und E-Learning<br />

werden massiv Wegstrecken<br />

mit PKW, Flugzeug oder auch öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln eingespart und damit die<br />

Schadstoff-Emissionen reduziert. Zugleich<br />

erhöht die Digitalisierung aber auch den<br />

weltweiten Stromverbrauch. Die dafür nötige<br />

Energie sollte unbedingt aus erneuerbaren<br />

Quellen stammen, um die Umweltbilanz<br />

zu verbessern. Aus Gründen der Autarkie<br />

könnten Wertschöpfungsketten – und damit<br />

auch Teile der Industrieproduktion – künftig<br />

wieder nach Europa zurückverlagert werden.<br />

Versuchen wir auch hier die Chancen<br />

zu sehen. In Österreich sind bereits jetzt<br />

mehr als 1.000 Organisationen nach der<br />

Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert<br />

und mehr als 250 wurden nach EMAS<br />

begutachtet. Wenn es uns gelingt, nicht<br />

nur die Anzahl der Zertifikate, sondern auch<br />

das Bewusstsein dafür zu steigern, dann sind<br />

wir auf dem Weg in eine bessere Welt. Wir<br />

dürfen am Ende nicht vergessen, dass eine<br />

gesunde Umwelt auch zur Gesundheit der<br />

Menschen beiträgt.<br />

© Anna Rauchenberger<br />

ANNI KOUBEK<br />

INNOVATION, BUSINESS<br />

DEVELOPMENT ZERTIFIZIERUNG<br />

und QUALITÄT<br />

QUALITY AUSTRIA<br />

Als nationaler Marktführer bei der Sicherung<br />

und Steigerung der Unternehmensqualität<br />

tragen wir von Quality<br />

Austria eine besondere Verantwortung. Mit<br />

knapp 10.000 Kunden in rund 30 Ländern<br />

und mehr als 6.000 Trainingsteilnehmern pro<br />

Jahr sind wir auch international ausgezeichnet<br />

vernetzt. Wir sind in zahlreichen Ausschüssen<br />

zur Mitgestaltung von Normen und<br />

Standards vertreten und erfüllen darüber hinaus<br />

eine ganz wichtige Aufgabe im Bereich<br />

der Glaubwürdigkeit von Zertifikaten. Die Herausforderungen<br />

durch COVID-19 sind groß,<br />

aber es ist für uns alle auch eine Chance,<br />

noch agiler zu werden. Viele Optimierungen,<br />

die in den Servicierungen passieren, werden<br />

durch diese Krise erst vorangetrieben.<br />

Einzelne Unternehmen können aufgrund der<br />

derzeitigen Ausnahmesituation die Produktion<br />

nicht voll umfänglich aufrechterhalten. Falls<br />

in der aktuellen Ausnahmesituation Konzessionen<br />

von Unternehmen gemacht werden,<br />

muss trotzdem sichergestellt werden, dass die<br />

Qualität für die Kunden stimmt. Entsprechend<br />

gilt auch für Audits von Quality Austria: Flexibilität<br />

und Anpassung ganz klar „ja“, Chaos und<br />

unsichere Produkte definitiv „nein“! Gerade<br />

jetzt müssen wir besonders sorgsam umgehen,<br />

um sicherzustellen, dass die Unternehmen weiterhin<br />

ein Zertifikat tragen dürfen. Aber auch<br />

deren Kunden sollen sich darauf verlassen können,<br />

dass diese Zertifikate eine große Aussagekraft<br />

haben. Je sicherheitskritischer ein Produkt<br />

ist, desto höher sind die Anforderungen und<br />

verlangen eine entsprechend höhere Sorgfaltspflicht.<br />

Speziell betroffen sind zum Beispiel<br />

der Lebensmittelbereich, die Luftfahrt- und Automobilindustrie,<br />

usw.<br />

Unser oberstes Ziel muss es sein, unseren zertifizierten<br />

Kunden zu helfen, ihr Zertifikat möglichst<br />

kontinuierlich aufrechtzuerhalten, damit<br />

die Unternehmensqualität trotz massiver Einschränkungen<br />

zum Wohle aller Menschen<br />

weiterhin sichergestellt wird. Daher haben wir<br />

rasch auf die aktuellen Herausforderungen<br />

reagiert. Im Rahmen dessen, was unsere Akkreditierungsstellen<br />

zulassen und erlauben,<br />

haben wir in manchen Bereichen die Möglichkeit,<br />

Audits auch virtuell durchzuführen.<br />

Jede Branche hat ein eigenes Gestaltungs-<br />

Repertoire eröffnet und wir informieren unsere<br />

Kunden sehr genau darüber, was möglich<br />

ist und was nicht. In manchen Fällen können<br />

ganze Audits über Remote-Methoden<br />

ortsunabhängig durchgeführt werden. Es<br />

wird jedoch auch Fälle geben, in denen wir<br />

nicht daran vorbeikommen, Teile oder gesamte<br />

Audits zu verschieben. Wir sind davon<br />

überzeugt, dass wir für jeden Kunden die individuell<br />

beste Lösung finden werden. Zugleich<br />

werden wir von unserem hohen Qualitätsanspruch<br />

– den wir seit jeher mit Stolz in unserem<br />

Firmennamen zum Ausdruck bringen – aber<br />

auch in Zeiten wie diesen nicht abrücken.


<strong>UMWELT</strong>journal 2/<strong>2020</strong> | S34<br />

Kreislaufwirtschaft in der EU<br />

Eine Zwischenbilanz<br />

Die Implementierung der Kreislaufwirtschaft<br />

bedeutet eine große Transformation<br />

von einer ressourcenvernichtenden,<br />

linearen zu einer enkeltauglichen, zirkulären<br />

Wirtschaftsweise. Sie ist nicht konzipiert<br />

ohne Wachstum auszukommen. Allerdings<br />

ist die Postwachstumsökonomie,<br />

wie sie einige Autoren zu Recht fordern,<br />

derzeit politisch nicht anschlussfähig. Progressive<br />

Wissenschaftler empfehlen seit<br />

Jahrzehnten Dienstleistungen statt Produkteigentum,<br />

Sharing- und Reuse-Modelle<br />

und eine generelle Abkehr vom<br />

Wachstumsparadigma, um unsere imperiale<br />

Lebensweise auf ein sozialökologisch<br />

vertretbares Maß zu reduzieren. Es liegt<br />

auf der Hand, dass der Übergang zu einer<br />

Kreislaufwirtschaft nicht durch Maßnahmenpakete<br />

der Kommission allein erfolgen<br />

wird; der Übergang braucht eine gemeinsame<br />

Anstrengung aller. Das Paket<br />

zur Kreislaufwirtschaft ist erst der Anfang<br />

des Übergangs hin zur Kreislaufwirtschaft.<br />

Kreislaufwirtschaft in der EU, eine<br />

Zwischenbilanz, Sepp Eisenriegler<br />

gebundene Ausgabe, 248 S.<br />

Springer Fachmedien, Preis: 35,97 € (TB)<br />

Print-ISBN 978-3-658-27378-1<br />

Abfallwirtschaftsrecht<br />

Das Abfallwirtschaftsrecht ist ein Rechtsgebiet<br />

von praktischer Relevanz und<br />

Komplexität. Unionsrechtliche Einflüsse<br />

und die innerstaatliche Kompetenzverteilung<br />

sorgen für eine hohe Vielschichtigkeit,<br />

die die Normanwender<br />

(Unternehmen, technische Büros, Rechtsanwaltskanzleien,<br />

Behörden, Judikative)<br />

vor große Herausforderungen stellt.<br />

Dieses Werk bietet eine gesamthafte<br />

Betrachtung des Abfallwirtschaftsrechts<br />

unter Einbeziehung des Altlastensanierungsrechts,<br />

übersichtlich strukturiert<br />

und durch Praxishinweise und Beispiele<br />

veranschaulicht. Die 2. Auflage bringt<br />

das Werk nun auf aktuellen Stand und<br />

berücksichtigt insbesondere Neuerungen<br />

durch:<br />

• die AWG-Rechtsbereinigungsnovelle<br />

2019 (BGBl I 2019/71),<br />

• das Anti-Gold-Plating-Gesetz 2019<br />

(BGBl I 2019/46) und<br />

• das Aarhus-Beteiligungsgesetz 2018<br />

(BGBl I 2018/73).<br />

Abfallwirtschaftsrecht, 2. Auflage<br />

Florian Berl<br />

Flexibler Einband, 284 S.<br />

MANZ Verlag Wien, Preis: 48,- € (A)<br />

ISBN 978-3-214-03658-4<br />

Das EFQM Modell<br />

Version <strong>2020</strong><br />

Das EFQM Modell ist ein auf sieben<br />

Kriterien basierendes, flexibles Modell,<br />

das dabei hilft, das Verhalten, Denken<br />

und die Kultur einer Organisation<br />

zu verstehen und zu analysieren.<br />

Das EFQM Modell ermöglicht einen<br />

Gesamtblick auf ein Unternehmen.<br />

Die Struktur des EFQM Modells ist auf<br />

folgende drei Bereiche aufgebaut:<br />

· Ausrichtung: Warum existiert die Organisation?<br />

Welchen Zweck und Strategie<br />

erfüllt sie?<br />

· Realisierung: Wie beabsichtigt sie,<br />

ihren Zweck zu erreichen und ihre<br />

Strategie umzusetzen?<br />

· Ergebnisse: Was hat sie bisher erreicht?<br />

Was will sie künftig erreichen?<br />

Das EFQM Modell (deutsch),<br />

Version <strong>2020</strong><br />

Herausgeber: Quality Austria<br />

Neue Ausgabe <strong>2020</strong><br />

Buch ISBN 978-90-5236-846-7<br />

Preis: 60,- €


Ausblick: <strong>UMWELT</strong> <strong>JOURNAL</strong> 3/<strong>2020</strong><br />

erscheint am Mittwoch, 27. Mai<br />

Abwassertechnik<br />

Was wir in diesem Jahr nicht auf<br />

einer Messe gesehen haben werden,<br />

zeigen wir her: Moderne Lösungen<br />

für Abwassertechnik aus unterschiedlichen<br />

Anwendungsbereichen.<br />

Abluftreinigung<br />

Auch in Zeiten der Krise wichtiger<br />

denn je: Verlässliche Systeme zur<br />

Abluftreinigung und neue Lösungen<br />

der Filtertechnik im Überblick.<br />

Grüne Industrietechnologie<br />

Welche Lösungen haben Zuieferer<br />

anzubieten, um Prozesse der Industrie<br />

nachhaltiger mitzugestalten? Die<br />

Optimierung von Ressourcen und<br />

Einsparungen stehen im Fokus.<br />

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