Griaß di' Allgäu Winter 2018/2019

rta.design

+++ 4 TAGE IM ROMANTIK-HOTEL + + + MIT GROSSEM GEWINNSPIEL + + + 3 TAGE IM ALPEN-HOTEL + + +

* Guten Tag Allgäu

Griaß di’ *

Allgäu

LAND|LEUTE|BERGE

Winter 2018/19

Nr. 2 | 5,90 €

Österreich 6,60 € | Schweiz 8,30 Sfr

Italien 6,60 € | BeNeLux 6,90 €

100%

SKI-SPASS

IN DER

REGION

IN

24

DURCHS

STUNDEN

NEU

OBERALLGÄU

Magischer Ort

Ludwigs Schloss

von oben betrachtet

Glücksrezept

Wohlfühlen und Ruhe

finden – das ist Hygge

Auf großem Fuß

Schneeschuh-Wandern

für die gesamte Familie

Genial

Breitachklamm

Gigantisch

Ski-Schanzen

Gesund

Naturprodukte

Foto

Workshop

JETZT MITMACHEN!

Genuss

Bergen

in den


2 | Griaß di’ Allgäu


UNSERE AUTOREN

BETTINA BUHL In der neuen Serie

„24 Stunden unterwegs“ wird der Leser

dieses Mal durchs Oberallgäu geführt. Wo

unsere Autorin einst das Licht der Welt

erblickte? Natürlich im Oberallgäu.

ALBERT HEFELE Ungezählt, wie oft

er für Zeitungen über Kabarett berichtete

oder selbst auf der Bühne saß –

als Musiker und Buchautor. Für uns hat er

zwei Kleinkunstszene-Dinos porträtiert.

SILKE LORENZ Unsere Autorin musste

bei ihrem Termin nicht nur gut zuhören,

sondern auch sehr genau hinschauen,

um das spezielle Handwerk ihrer

Gesprächspartnerin kennenzulernen.

Gemütlichkeit. Sprechen Sie dieses Wort bitte langsam und nicht zu laut vor

sich hin. Na? In Ordnung, ich werde nicht behaupten, dass Sie nun keinen Hunger

mehr verspüren. Oder das leichte Ziehen im Ohr verschwunden ist. Oder

Ihre Laune von Zu-Tode-betrübt in ein Himmelhoch-jauchzend umschlägt.

Aber ich behaupte, dass das Wort Wohlklang besitzt und beim Thema Hygge

von Bedeutung ist.

Hygge was? Das Verb hygellig stammt aus dem Dänischen, steht für Begriffe

wie geborgen, behaglich, lieblich und eben für gemütlich. Und hallo – die Dänen

gelten laut Umfrage als die glücklichsten Menschen dieses Planeten. Von

denen können wir uns einiges abschauen – zum Beispiel das Lebensgefühl Hygge

(Seite 48).

Was es noch gibt, um glücklich zu sein? Um sich wohl zu fühlen? In dieser Ausgabe

machen wir Vorschläge: Wir nehmen Sie mit auf atemberaubende Skitouren

zu authentischen Orten (Seite 24), zur Wanderung durch die faszinierende

Breitachklamm (Seite 38) oder zum Hüttenzauber auf über 1200 Metern Höhe

(Seite 94).

Wohlgefühlt hat sich einer unserer Autoren beim Besuch in einer Allgäuer

Whisky-Destillerie (Seite 76). Wir stellen außerdem Allgäuer Typen vor – eine

Käse-Sommelière, Klaviervirtuosen oder einen hippen Fahrrad-Guru.

Dazu Rezepte, wärmende Getränke für kalte Stunden, eine Bastelanleitung

– und wir laden erneut zum Foto-Workshop ein, bei dem ich gerne wieder als

Model zur Verfügung stehe (siehe oben).

Herzlichst Ihr

MACHEN WIR‘S DEN DÄNEN NACH

&

Behaglich

gemütlich

Titelfoto: Das Allgäu bei den Hörnern packen – mit der Hörnerbahn ist diese Skifahrerin nach

oben gefahren und genießt die Sicht auf die Bergwelt (Foto Ralf Lienert). Weitere Fotos: Peter

Schatz, Yulka Popkova, Wolfgang Ehn.

SUSANNE LORENZ-MUNKLER Bei solchen

Terminen kann man Hunger und Durst bekommen:

Wir haben eine bekannte Allgäuer

Käse-Sommelière besucht. Ihr Ehemann ist,

welch schöne Kombination, ein Winzer.

CHRISTIAN MÖRKEN Unser Autor kehrte

beschwingt zurück, nicht beschwipst.

Was uns freilich nicht gewundert hätte.

Schließlich ließ er sich in die Geheimnisse

der Whisky-Herstellung einweihen.

MICHAEL MUNKLER Lawinenhunde

können Leben retten – und haben das im

Allgäu auch schon oft getan. Diesen

wertvollen und mutigen Vierbeinern haben

wir eine Geschichte gewidmet.

STEFAN RAAB Von der Macht des

Wassers ließ sich der Chefredakteur eines

Life-Style-Magazins in den Bann ziehen

– in der Breitachklamm. Und erlebte dort

Momente, die er nicht so schnell vergisst.

ISABELLE REINHARDT Eine Käse-Sennerei

hat unsere Autorin schon öfter gesehen.

Eine in Miniaturausgabe allerdings

noch nicht. Deshalb ist sie zu einem Tüftler

ins Westallgäu gefahren.

ROBERT A. SCHMID Der Augsburger

Journalist kommt regelmäßig ins Allgäu. Und

es zieht ihn dorthin, wo die Region besonders

authentisch ist. Wo? Er verrät es Ihnen.

CHRISTIAN SCHREIBER Unsere Region

hat vermutlich mehr hippe Typen zu bieten

als andere. Zum Beispiel den kreativen

Kopf Florian Hipp. Wir haben ihn in seiner

Füssener Werkstatt getroffen.

ANNE-SOPHIE SCHUHWERK Naturprodukte

sind gefragter denn je. Gerade ins Allgäu

passen sie perfekt. Wir haben ein Unternehmen

besucht, das sich bei der Produktion

die Natur als Vorbild nimmt.

TOBIAS SCHUHWERK Glaube versetzt

Berge: Spätestens nach der Story über

Pfarrer Augustinus Hieber, den guten

Menschen von Merazhofen, weiß unser

Autor, dass was dran ist an diesem Spruch.

ANJA WORSCHECH Hüttenzauber hat die

Autorin gesucht und auch gefunden: auf der

Oberen Kalle auf über 1200 Metern Höhe.

Luxus ist dort Fehlanzeige. Griaß di’ Allgäu Dafür gibt’s | 3 jede

Menge Wohlfühlatmosphäre.


24

120

48

76

44

Allgäu aktiv

~ 24 ~

Authentisches Allgäu

Unterwegs zu Plätzen, wo die Region

noch besonders ursprünglich ist.

~ 30 ~

Auf großem Fuß

Tolles Erlebnis: mit Schneeschuhen

das Tannheimer Tal durchqueren.

~ 42 ~

Ski-Spaß für die Familie

In Balderschwang gibt‘s

Angebote für Groß und Klein.

~ 38 ~

Die Macht des Wassers

Im Winter lässt die Breitachklamm

wahre Kunstwerke entstehen.

~ 44 ~

Mei Huimat

Nicoles Tipp: Rodeltour

von der Alpe Rappengschwend.

Allgäu tut gut

~ 48 ~

Allgäuer Behaglichkeit

Machen wir’s den Dänen nach:

wo wir in der Region „Hygge“ fi nden.

~ 54 ~

Natürlichkeit im Visier

Bei Töpfer spielt Bio-ualität

eine entscheidende Rolle.

~ 60 ~

Erfüllter Lebenstraum

Unternehmer-Paar bereichert

Scheidegg mit einem weiteren Projekt.

Griaß di´ online

Allgäu genießen

~ 70 ~

Das ist dufte

Das Motto von Primavera lautet:

Mensch und Natur im Einklang.

~ 76 ~

Na dann, Prost!

Allgäuer mit schottischen Wurzeln

produziert Whisky und Gin.

~ 78 ~

Mit den Ohren sehen

Wenn Georg Baldauf auf einen Käselaib

klopft, achtet er auf den Klang.

~ 80 ~

Verliebt in einen Stinker

Für Roswitha Boppeler ist Käse ein

Lebensgefühl und einfach nur wertvoll.

~ 86 ~

Jetzt was Heißes!

Getränke-Tipps für kalte Tage:

Ingwer-Punsch, Beeren-Zauber und mehr.

4 | Griaß di’ Allgäu

www.griassdi-allgaeu.de

www.facebook.com/

griassdi.allgaeu.magazin


78

150

154

94

144

Allgäu entdecken

~ 94 ~

Hüttenzauber auf 1200 Meter

Obere Kalle: Hier ist die Welt noch in

Ordnung – ohne Strom und Luxus.

~ 100 ~

Mahlzeit im Fräulein Lecker

Dieses Hotel kennt keine lokalen

Grenzen und setzt auf Weitblick.

~ 106 ~

Jesulein im Schneidersitz

Schwäbisches Krippenmuseum

gleicht einer Schatztruhe.

~ 108 ~

Käseparadies in Miniaturform

6000 Arbeitsstunden stecken in einer

Käserei, die an Puppenstuben erinnert.

Allgäu heimatlich

~ 116 ~

Kleine Kunst ganz groß

Bühnen bieten kulturelle Highlights,

weil sich viele ehrenamtlich engagieren.

~ 120 ~

Ort der großen Sprünge

Zu Oberstdorf gehören die Schanzen wie

anderswo die Kirche und das Rathaus.

~ 128 ~

Übernatürliche Kräfte

Gläubige fordern Seligsprechung eines

Pfarrers. Augustinus Hieber im Porträt.

~ 132 ~

Altes Handwerk

Bei Rita Fink ist Geduld gefragt. Sie

beherrscht die Kunst der Klosterarbeit.

Allgäu sportlich

~ 144 ~

Hipper Typ

Florian Hipp kreiert irre Fahrräder.

Zum Beispiel ein Oktoberfest-Modell.

~ 150 ~

Mutige Lebensretter

Sie jaulen, heulen, bellen und sind von

unschätzbarem Wert: Lawinenhunde.

~ 154 ~

Vertikales Abenteuer

Wer hoch hinaus will, kommt

auf seine Kosten – in Kletterhallen.

~ 156 ~

Lust auf ein gutes Buch?

Wir stellen Werke von

Allgäuern oder übers Allgäu vor.

Allgäu Standards

~ 8 ~ Neue Serie 24 Stunden unterwegs (Landkreis Oberallgäu)

~ 66 ~ Essen Fernsehkoch Christian Henze empfiehlt

~ 136 ~ Basteln Kuschelige Hüttenschuhe gegen kalte Füße

Kolumne Nicola Förg – Einhorn trifft Lama ~ 155 ~

Allgäu-Karte und Gewinnspiel ~ 158 ~

Impressum und Vorschau ~ 162 ~

Griaß di’ Allgäu | 5


6 | Griaß di’ Allgäu


Allgäu

Foto: Mathias Wild

Wussten Sie, dass… sich die Reuter Wanne für eine Skitour mit grandiosem Blick in die Berge anbietet?

Diese beeindruckende Aufnahme von schneebedeckten Tannen, angestrahlt von der Sonne,

und umwölkten Bergrücken ist unserem Fotografen Mathias Wild auf der Reuter Wanne gelungen.

Er erklomm den Gipfel auf 1542 Metern Höhe in der Nähe von Wertach bei einer Skitour. Dadurch,

dass die Reuter Wanne frei dasteht, ist der Berg wie geschaffen für all jene, die gerne rundum Aussicht

genießen. Der Gipfel erlaubt nicht nur einen weiten Blick in die Allgäuer Berge. Vielmehr ist

die Sicht im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos. Denn unweit der Reuter Wanne liegt im Süden

das österreichische Jungholz jenseits der deutschen Grenze.

Griaß di’ Allgäu | 7


Foto: Ralf Lienert

ALLGÄU | Dahoim

Neue

Serie

24 Stunden

unterwegs

8 | Griaß di’ Allgäu


Dahoim | ALLGÄU

REISE DURCHS OBERALLGÄU

Auf die Plätze,

fertig, los

Wir heben ab und lassen uns von der Vielseitigkeit eines Landkreises beeindrucken.

Es gibt zahlreiche 2000 Meter hohe Berge und tiefe Schluchten, versteckte

Abfahrten und gut besuchte Weihnachtsmärkte, ein idyllisches Schloss und eine

Burg mit wenig rühmlicher Vergangenheit, Einsamkeit und urbanes Leben.

Geprägt ist der Landkreis vor allem von der Alp- und Landwirtschaft.

TEXT Bettina Buhl

Gipfel über Gipfel, soweit das Auge reicht. Mittendrin:

eine unscheinbare Säule aus Granit. Sie markiert

nicht nur die Grenze zwischen Deutschland und Österreich.

Sie ist auch der südlichste Punkt der Bundesrepublik

und perfekter Ausgangspunkt eines Streifzugs durch

das Oberallgäu, ein Landkreis, der mit vielen Gipfelerlebnissen

punktet. Allein die Daten lassen es schon vermuten: Mit Höhenlagen

zwischen 585 und 2649 Metern, 28 Gemeinden und einer

Gesamtfl äche von knapp 1528 uadratkilometern zeichnet sich

der fünftgrößte Landkreis Bayerns vor allem durch eine Sache

aus: Vielseitigkeit.

Das Oberallgäu ist geprägt von der Land- und Alpwirtschaft.

Hier grasen Kühe und Rinder auf saftigen Wiesen zwischen sanften

Hügeln und Seen im Voralpenland, und die Schumpen (die

jungen Rinder) verbringen die Sommerfrische zwischen steilen

Bergwänden in der Hauptkette der Allgäuer Alpen im Süden.

Landwirtschaft heißt hier vor allem Milchviehwirtschaft.

Ein zweiter wichtiger Wirtschaftsfaktor: der Tourismus. Etwa

1,3 Millionen Urlauber zieht es jedes Jahr in die Region. Mit

knapp acht Millionen Übernachtungen ist das Oberallgäu eine

der wichtigsten Urlaubsdestinationen in Deutschland – das ganze

Jahr über.

Der bekannteste Anziehungspunkt ist Oberstdorf. Hier startet

auch unsere Reise durchs Oberallgäu. Die Marktgemeinde

ganz im Süden steht im Zeichen des Wintersports. Am Fuße des

Nebelhorns trainieren Shorttrack-Läufer, Curling-Teams oder

Eiskunstläufer – darunter auch Olympiasieger wie Aljona Savchenko

und Bruno Massot, die erst 2018 in Pyeongchang Gold

gewannen. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Eissportzentrum

kämpfen die Skispringer auf den Schanzen im Schatten des

Schattenberges um Titel. Jährlicher Höhepunkt ist kurz nach

Weihnachten die Vierschanzentournee mit traditionellem Auftakt

in Oberstdorf. Noch spektakulärere Weiten sind ein paar Kilometer

entfernt möglich. Pünktlich zur Skiflug-Weltmeis-

Griaß di’ Allgäu | 9


ALLGÄU | Dahoim

Fotos: panthermedia.net (links, Skifahrer rechts, Ski); Chai von der Laage (Eiskunstlauf)

10 | Griaß di’ Allgäu


Dahoim | ALLGÄU

Gold-Paar: Aljona Savchenko und Bruno Massot (oben).

Skifahrer und Snowboarder kommen im Oberallgäu auf ihre

Kosten (rechts und links).

terschaft 2018 wurde die Heini-Klopfer-Schanze für rund

12,3 Millionen Euro im Stillachtal erneuert – ein Kraftakt für

die 10 000-Einwohner-Gemeinde, sicherlich.

Ob er sich ausgezahlt hat? Allein über 60000 Zuschauer aus

aller Welt hat die Weltmeisterschaft im Skifliegen nach Oberstdorf

gelockt. Und die konnten einen neuen Rekord erleben. Der

Norweger Daniel-André Tande sicherte sich mit 238,5 Metern

den Schanzenrekord und gewann den Weltmeistertitel. Neben

der Skiflugarena kämpfen die Besten der Welt regelmäßig im

Langlaufstadium im Ried um die Plätze – zum Beispiel bei der

Tour de Ski. Und selbst Nordische Weltmeisterschaften gingen

hier über die Bühne.

Freunde des Wintersports kommen hier also auf ihre Kosten.

Von leichten Familienabfahrten bis zu anspruchsvollen schwarzen

Pisten bieten die Skigebiete im Süden des Oberallgäus Skifahrern

und Snowboardern Vergnügen. Wer lieber die Einsamkeit

sucht, kann sich mit Tourenski auf den Weg machen oder

schon in den frühen Morgenstunden die ersten Runden auf einer

der zahlreichen Loipen drehen.

Nur wenige Kilometer vom Oberstdorfer Ortskern entfernt

frisst sich die Breitach durch die tiefste Schlucht Mitteleuropas:

die Breitachklamm. Während sommers der Fluss im Sonnenlicht

glitzert, verwandeln im Winter meterhohe Eisvorhänge und

schneebedeckte Felsen die Klamm bei jedem Sonnenstrahl in ein

funkelndes Wunderland (siehe auch Text auf Seite 38).

Viehzucht und Milchwirtschaft

Die Breitach fl ießt mit den weiteren großen Gebirgsflüssen aus

Oberstdorf – der Trettach und der Stillach – südlich der Gemeinde

zusammen und formt die Iller. Folgt man dem Wasserlauf,

erreicht man bald die Kreisstadt Sonthofen, Sitz des Landratsamts

und der Verwaltung des Oberallgäus. Zusammen mit ihren

Bergdörfern bildet die Stadt eine kleine Urlaubsdestination. Sie

ist geprägt von Viehzucht und Milchwirtschaft vergangener Tage.

Heimatmuseum, Markthalle und Marktanger im Herzen der

Stadt zeugen davon. In den Ortsteilen gibt es eine Vielzahl von

aktiven Bauernhöfen mit Ferienvermietung. Ein Milchwerk verarbeitet

am Rand der Stadt die Milch der Bauern zu Käse sowie

Butter und bietet einen Werksverkauf.

Sonthofen hat aber auch eine düstere Vergangenheit. Unübersehbar

thront im Süden auf einer Anhöhe die Generaloberst-

Griaß di’ Allgäu | 11


Fotos: Alexander Fuchs (links); Ralf Lienert (beide unten); panthermedia.net (Tannenzweig)

ALLGÄU | Dahoim

12 | Griaß di’ Allgäu


Dahoim | ALLGÄU

Beck-Kaserne. Heute Sitz der Bundeswehr, wurde die

„Burg“, wie sie der Volksmund bezeichnet, 1934 ursprünglich

als NSDAP-Ordensburg errichtet und diente als Adolf-Hitler-

Schule. Der Krieg verschonte die Stadt nicht. Sie wurde Opfer

mehrerer Fliegerangriffe, die viele Häuser im Zentrum in ein

Trümmerfeld verwandelten, darunter die Pfarrkirche St. Michael.

Als die feindlichen Bomber kamen, war der Großteil der

Bevölkerung dort zum Gottesdienst versammelt. Wie durch ein

Wunder wurde in der Kirche niemand getötet.

Furchteinfl ößende Fellkostüme

Im Winter beherrschen in den Abendstunden rund um den 6.

Dezember, dem Tag des Heiligen Nikolaus, düstere Gesellen den

Stadtkern. Den Anfang machen am 4. Dezember die Bärbele, die

beiden Tage darauf sind die Klausen am Werk – junge Burschen,

eingehüllt in furchteinflößende Fellkostüme mit großen Schellen

um den Bauch. Bärbele- und Klausentreiben sind alte keltische

Bräuche zum Vertreiben der Wintergeister und Dämonen. Besucher

müssen auf der Hut sein. Da kann es schon passieren, dass

der eine oder andere Klaus mal seine Rute „pfitzen“ lässt und ein

paar Schläge auf die Beine verteilt. Doch Rutenhiebe – vor allem

vom Bärbele, dem weiblichen Äquivalent der Klausen – sollen

laut Volksglauben Fruchtbarkeit bringen.

Nach dem Nikolaustag begleiten Klausen und Bärbele in Sonthofen

traditionell den Heiligen Nikolaus. Er steigt stets am 7. Dezember

in einem Ballon mitten aus der Stadt wieder zum Himmel

auf. Klausen gibt es im Oberallgäu auch in vielen anderen Gemeinden

rund um die Kreisstadt. Beispielsweise in der Gemeinde

Bad Hindelang, nicht einmal zehn Kilometer östlich. Wer wissen

will, was Väterchen Frost, die Schneekönigin und Pippi Langstrumpf

mit Weihnachten zu tun haben, sollte hier Ende November,

Anfang Dezember zu Gast sein. Dann öffnet der Hindelanger

Weihnachtsmarkt seine Tore. Um den ersten Advent verwandelt

sich fast das ganze Dorf in ein Weihnachtsland. Buden locken

mit Glühwein, Feuerzangenbowle oder deftigen Suppen, bieten

Schmuck für Baum und Krippe oder Geschenkideen. Jeden

Freitag und Sonntag ziehen bei einem Umzug 150 Figuren aus

der Märchen- und Sagenwelt durch das Dorf – darunter auch die

Gesellen aus russischen Erzählungen oder den Geschichten von

Hans Christian Andersen und Astrid Lindgren. Das Ganze geht

auf Ideengeberin Brigitte Weber zurück. Die Hindelangerin

Grandioser Blick vom Grünten aus über ein Wolkenmeer (links).

Brauchtumsfiguren im Oberallgäu: Bärbele (links unten)

und Klausen.

Griaß di’ Allgäu | 13


Fotos: Dominik Berchtold (links); Christoph Lienert (unten); gettyimages.de (Schlittschuhe); panthermedia.net (Schlitten)

ALLGÄU | Dahoim

Einzigartige Stimmung herrscht beim Hindelanger Weihnachtsmarkt ebenso wie

in der Big Box Allgäu (rechts), der größten Veranstaltungshalle der Region.

14 | Griaß di’ Allgäu


hat die Veranstaltung vor über 15 Jahren ins Leben gerufen.

Heutzutage ist daraus der größte Weihnachtsmarkt im Oberallgäu

geworden und zieht jährlich 80000 Besucher an.

Beschaulicher geht es auf dem Markt in Immenstadt zu. Der

Klostergarten wird zum Winterwald, und rund ums Schloss beim

Marienplatz tummeln sich neben Urlaubern auch Büroangestellte,

Banker oder Verwaltungsmitarbeiter aus dem nahen Rathaus,

die hier ihren Feierabend einläuten. Vor allem für die Kleinen

ein großer Spaß: Im Schlosshof ist eine Eisfläche, auf der sie mit

Schlittschuhen ihre Runden drehen können. Wer auf den Kufen

noch nicht so sicher steht, schiebt einen Plastikpinguin als Hilfe

vor sich her. Versierte Eisläufer fi nden vor den Toren der Residenzstadt

ein kleines Paradies. Ist der Winter bitterkalt und das

Eis dick genug, lockt der große Alpsee die Sportler auf seine gefrorene

Oberfläche. Doch die Naturbahn hat ihre Tücken. Nicht

selten lässt die unebene Fläche auch den Erfahrensten straucheln.

Gelbe Vierergondeln

Ein rasantes Vergnügen bieten die vielen Rodelbahnen, beispielsweise

am Hochgrat an der Grenze zum Nachbarlandkreis Lindau.

Hier geht es mit 65 gelben Vierergondeln hinauf auf 1708 Meter.

Die Bahn aus den 1970er Jahren ist fast schon ein Museum. Die

Kabinen werden meist noch von Hand geschlossen, die gemütliche

Fahrt dauert über zehn Minuten. Von der Bergstation führt

die Naturrodelstrecke dann fünf Kilometer den Hang hinab. Sie

wurde erst 2017 aufb ereitet und lässt sich als eine der sportlicheren

und rasanteren Rodelbahnen im Allgäu beschreiben. Gerade

im oberen Bereich verlangt sie mit ihren Spitzkehren einiges an

Können ab. Mit einem klassischen Rodel ist man hier am besten

beraten. Autoreifen, Rutschmatten oder ähnliches sind denkbar

ungeeignet.

Wer nach so viel Bewegung an frischer Luft noch Lust nach

Kultur verspürt, ist in Kempten gut aufgehoben. In die kreisfreie

Stadt mit über 70 000 Einwohnern zieht

es auch viele Oberallgäuer – zum Arbeiten,

zum Einkaufen, zum Studieren

an der Hochschule oder am Abend zum

Weggehen. In Kempten steht auch die

größte Veranstaltungshalle der Region

mit einem Fassungsvermögen von

9000 Besuchern: die Big Box Allgäu.

Hier in der Allgäu-Metropole endet

unsere Reise durchs Oberallgäu.

Von einsamen Berghängen also mitten

hinein ins Leben einer pulsierenden

Stadt, bietet das Oberallgäu die ganze

Bandbreite. Oder anders ausgedrückt:

Vielseitigkeit.

Bräuhausstrasse 6 - 8 ∙ 87509 Immenstadt

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Griaß di’ Allgäu | 15


Zahlen

lügen nicht

Natürlich

sollte man das Allgäu visuell erleben;

man muss es vor Ort spüren

und bestenfalls auch genießen.

Auf dieser Doppelseite gibt’s

ein anderes Allgäu-Erlebnis –

eines in Zahlen.

5 km

... misst eine der längsten

Rodelstrecken im Allgäu. Auf der

Rodelbahn am Hochgrat rutschen Schlittenfreunde

850 Höhenmeter hinab in Richtung Tal.

Kinder sollten auf der anspruchsvollen

Bahn nicht allein gelassen werden.

1172

0,09%

... erstmals erwähnt wurde die Burgruine Hopfen

am See nördlich von Füssen. Sie gilt als die älteste

Steinburg im Allgäu. Wann genau die Festung erbaut

wurde, ist allerdings nicht bekannt.

Einst war die Burg Sitz des Propstamtes Füssen,

doch offenbar konnten ihre Steine 1701 zum

Umbau des Klosters St. Mang

in Füssen gebraucht werden.

... entspricht die

Scheidungsquote in

Kempten. Das ist der

niedrigste Wert in ganz

Deutschland und bezeugt,

dass in Kempten die

Ehen am besten halten.

Vorreiter in Sachen

Heiraten ist übrigens das Oberallgäu –

hier geben sich die meisten

Heiratswilligen das Jawort.

16 | Griaß di’ Allgäu


Gangwalden

7 Meter

107 km

... erstreckt sich die längste Ausdehnung

des Allgäus von Norden bis Süden.

Nördlichster Punkt ist dabei Gangwalden

im Landkreis Unterallgäu, der südlichste

liegt bei Einödsbach im Oberallgäu.

... Neuschnee fallen durchschnittlich

im Winter in Balderschwang.

Die Kombination aus Bodenseenähe und

Riedbergpass macht das Bergdorf zum verlässlichen

Schneeloch (siehe Reportage auf Seite 34). Außerdem ist

Balderschwang mit 332 Einwohnern die zweitkleinste Gemeinde

in Bayern, nach Chiemsee mit 235 auf Platz eins.

Einödsbach

53,7%

... der gesamten Fläche im Allgäu werden

landwirtschaftlich genutzt. Dahinter folgt die

Waldfl äche mit 31 Prozent, die geringste Fläche

nimmt das Abbauland in Anspruch

(wie beispielsweise Kiesabbau).

7,5 km

... misst die längste beschneite Talabfahrt

Deutschlands. Zu fi nden ist sie im

höchsten Skigebiet des Allgäus,

am Nebelhorn.

Griaß di’ Allgäu | 17


Vorbei an der Polizeistation, die Treppe runter und über ein

Auto: Im Snowpark Nesselwang können sich Freestyler auf

Snowboard oder Ski austoben. Das Gelände ist wie eine Stadt

gestaltet, was es zum ersten Street-Snowpark Deutschlands

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Durch die Stadt

Boarden

Familiäre

Atmosphäre

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Oberstdorf – nach dem Motto: frühstücken

wie ein König und abends

Gaumenfreuden in verschiedensten

Restaurants in

der Ortsmitte.

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Ruhehaus, ein neuer geselliger Kaminhock, prickelnde Erlebnisduschen und eine

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Landwirte mit ihren Familien, die täglich die frische Heumilch in unsere

Sennerei liefern. Dort entsteht aus den besten Rohstoffen ein herzhafter

Käsegenuss.

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werden die hochwertigen Käsespezialitäten von Herz-Käse gewonnen. Käseliebhaber

können direkt in unserem Käselädele oder im neuen Online-Shop einkaufen. Für

Interessierte, die gerne einen Blick hinter die Kulissen der Käseherstellung werfen

möchten, findet jeden Dienstag um 10:30 Uhr eine Käsereiführung statt.

Ofterschwang

Sennerei Schweineberg

Öffnungszeiten:

Schweineberg 18

Mo-Do von 8-11.30 Uhr und von 17.30-19 Uhr

D-87527 Ofterschwang Fr/Sa von 8-11.30 Uhr und von 16-19 Uhr

Tel. (08321) 3363

So/Feiertag von 16-19 Uhr

www.allgaeuer-bergkaese.de

Griaß di’ Allgäu | 19

Albert Herz GmbH •Landstr. 45 •87452 Kimratshofen/Oberallgäu •Tel. +49 (0)8373-987 964 •info@herz-kaese.de •www.herz-kaese.de


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Mit den Augen

eines Adlers

Lust, die Region einmal ganz anders zu betrachten –

aus der Vogelperspektive? Vier DVDs und eine Blu-ray

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Unser Fotograf ist im Hubschrauber mitgeflogen.

„Das Allgäu von oben“: Das sind Bilder dieser Region, die man so noch nicht gesehen hat. Und

Aufnahmen aus der Vogelperspektive, bei denen man leicht ins Staunen und Schwärmen kommt.

Der Blick aus dem Hubschrauber und der Flug mit der Drohne

zeigen vermeintlich Bekanntes in neuer, in anderer Dimension. Der

Betrachter kommt mit auf eine große Flugreise, über Berg und Tal,

angereichert mit informativen Texten. Griaß-di‘-Allgäu-Fotograf

Ralf Lienert war mit an Bord des Hubschraubers.

Auf vier DVDs und einer Blu-ray, auf der das komplette Programm

nochmals zusammengefasst wurde, zeigt sich das Allgäu mit seiner

zauberhaften Landschaft und historischen Städten von seiner

schönsten Seite.

20 | Griaß di’ Allgäu

Die DVD-Reihe ist zum Preis von 59,90 Euro

in den AZ Service-Centern erhältlich.

Bestell-Hotline: (0831) 206-1 90 oder www.azshop.de

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Griaß di’ Allgäu | 21


Allgäu aktiv

Wussten Sie, dass…Rodeln im Allgäu das reinste Vergnügen sein kann – wie hier auf der Naturrodelbahn

am Imberg bei Oberstaufen? Ebenfalls im Oberallgäu, am Mittag bei Immenstadt, ist mit

5,2 Kilometern eine der längsten Naturrodelbahnen Deutschlands zu fi nden. Das Ostallgäu lockt

mit einer Rodelbahn von der Drehhütte in Schwangau mit Blick auf die Seen des oberen Lechtals.

Aufgepasst, es können Pferdeschlitten entgegenkommen. Rodeln mit der historischen Mindelburg

im Rücken lässt es sich im Unterallgäu am Georgenberg, während das Tannheimer Tal eine fl otte

Rodelbahn mit Aussicht in die Tannheimer Berge an der Krinnenspitze bereithält.

22 | Griaß di’ Allgäu


Griaß di’ Allgäu | 23

Foto: Matthias Becker


ALLGÄU AKTIV | Skitouren und mehr

AUGE IN AUGE MIT DER NATUR

Authentisches

Allgäu

Es gibt einige Orte und Plätze,

wo die Region noch besonders ursprünglich,

natürlich und gesellig ist. Unser Autor hat sich auf die

Suche danach gemacht und ist fündig geworden.

Und siehe da: Selbst seine Tochter ließ sich für eine Skitour begeistern.

TEXT Robert A. Schmid | FOTOS Mathias Wild, R. Schmid & Markus Röck

24 | Griaß di’ Allgäu


Skitouren und mehr | ALLGÄU AKTIV

Besonders intensiv und authentisch erleben wollte unser Autor

das Allgäu – und hat zu Beginn eine nächtliche Skitour

in Angriff genommen.

Breitenberg (1838 Meter) bei Pfronten

Gang hald amoal mit“: Die Freude war groß, als

mich Christof Trenkle aus Pfronten zu einer Hüttenskitour

einlud. Meine Sorge, nicht mithalten zu

können, wischte er beiseite: „Mir ganged normales

Tempo.“ Aber was ist schon normal für einen, der im Winter auf

50 000 Höhenmeter kommt, der Skitouren nicht nur geht, sondern

lebt?

Mit Christof Trenkle, der mich in seinem Sportfachgeschäft

seit Jahren mit neuestem Material und aktuellen Tourentipps versorgt

und mit dem ich natürlich per Du bin, einmal unterwegs

zu sein, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Unser Ziel: die

Ostlerhütte am Breitenberg.

Allerdings: Nachdem ich vor geraumer Zeit wie bei einer Prozession

zum Tegelberghaus aufgestiegen war, hielt sich meine Begeisterung

für Skitouren nach Feierabend mit Einkehrschwung

in Grenzen. Ich befürchtete bei der Ostlerhütte am Breitenberg

einen ähnlichen Massenauftrieb. Aber Christof nahm mir die

Angst: „Da gibt’s koa Skipischde, da ganged it viel Leit.“

Dass ein Hüttenskitourenabend ein Abenteuer werden könnte,

hätte ich nie vermutet. In grellfarbenen Klamotten wie Rennläufer

standen sie vor mir, Christof und dessen Freund Sven Friedl.

Die Ski so leicht und schmal wie Langlaufl atten. Jedes überflüssige

Gramm bei der Ausrüstung ist für Christof Trenkle ein Ungemach.

Schon beim Autofahren trugen sie die Skistiefel, um nach

der Ankunft nur ja keine Zeit zu verlieren.

So war ich also gleich vom Start weg der Bremser, musste

mich bei 15 Grad unter Null am Parkplatz an der Grenze zwischen

Pfronten und Grän, wo die Rodelstrecke vom Breitenberg

endet, erst noch startklar machen. Es folgten 900 Höhenmeter

und knapp fünf Kilometer Wegstrecke in völliger Dunkelheit.

Mit meiner schwachen Stirnlampe, einer Funzel vom Discounter,

wäre die Wegfindung ein Problem geworden. Christof und Sven

trugen dagegen Rennhelme mit integrierten Beleuchtungselementen,

die an Flutlichtanlagen erinnerten.

Anfangs unterhielten wir uns noch, bald aber fehlte mir dafür

die Luft, dabei bin ich als Skitourenführer eigentlich ganz fit.

Dachte ich zumindest. Zum Glück war es dunkel, sodass ich nie

wusste, wie weit es noch war. Ich fühlte mich in einem Tunnel.

Einmal trank ich aus der Thermosfl asche, nach einer Brotzeitpause

fragte ich erst gar nicht. Mein Höhenmesser zeigte bis zu

15 Höhenmeter pro Minute an. Auf eine Speedbegehung war ich

nicht vorbereitet.

Griaß di’ Allgäu | 25


ALLGÄU AKTIV | Skitouren und mehr

Ostlerhütte (1838 Meter) am Breitenberg

„Mir misset it hudle“, meinte Christof verständnisvoll. Sein

Tempo lief er dennoch ungedrosselt weiter. Nach gut 80 Minuten

Aufstieg, als wären wir auf der Flucht, die Erlösung: die Ostlerhütte

auf 1838 Metern Höhe. Schnee bis zu den Knien, Eiszapfen

über dem Eingang und durch die Fenster ein wohliges Licht. Wie

in einem Heimatfi lm. Ich war zu kaputt, um die Idylle genießen

zu können. Ausgepumpt landete ich am Stammtisch. Nur Einheimische

und ich.

In den Gesprächen ging es um Personen, die ich nicht kannte,

und um Themen, die ich meist nur bruchstückhaft verstand

– vom Faschingsumzug bis zur Bereitschaft in der Bergwacht.

Eine gesellige Runde auf einer urigen Hütte. Die Wirtin Andrea

Heiligensetzer spendierte einen Obstler.

Drei Weizen und einen Schnaps später ging’s bergab. Peli, so

sein Spitzname, blies zum Aufb ruch – und zur Jagd auf seine

Bestzeit. Wie ich hinterher erfuhr, bestritt Peter Eigler früher

Weltcuprennen in der Abfahrt.

Worauf nur hatte ich mich da eingelassen? Zum Glück waren

meine Weizen alkoholfrei.

Bei der Schussabfahrt durch die Nacht konnte ich in den Lichtkegeln

der vor und hinter mir fahrenden Truppe die Spur halbwegs

erahnen. Bremsen, abschwingen oder gar stürzen verboten,

sonst hätte ich den Anschluss verloren. Es ging alles rasend

schnell. Selbst zum Frieren blieb bei minus 20 Grad keine Zeit.

Dann plötzlich Vollbremsung vor der Hauptstraße, geschaff t.

„War doch guat, odr? Kommsch wieder amoal mit“, meinte

Christof Trenkle.

Ich fühlte mich, ehrlich gesagt, geschmeichelt.

Das hat was Besonderes: Skitouren bei Dunkelheit. Unser Autor musste zwar an seine Grenzen gehen. Aber er

kam letztlich gut an auf der Ostlerhütte, wo Wirtin Andrea Heiligensetzer (links unten) einen Obstler spendierte.

26 | Griaß di’ Allgäu


Skitouren und mehr | ALLGÄU AKTIV

Geschafft und gut gelaunt: Robert A. Schmid genoss zusammen

mit Frau und Tochter die Tour aufs Wertacher Hörnle. Danach

ging‘s zum Faschingsumzug nach Hopferau.

Wertacher Hörnle (1695 Meter) bei Unterjoch

Die nächste Station auf meiner Tour durchs besonders authentische

Allgäu: das Wertacher Hörnle bei Unterjoch. Es gibt einige

Gründe, weshalb dieser Berg so beliebt ist: nicht zu hoch, nicht

zu steil und auch bei angespannter Lawinenlage vertretbar. Einfach

ein netter Hang, der immer wieder Spaß macht. Hier trifft

man den Opa mit dem Enkel, Einheimische, die vor oder nach

der Arbeit noch einen netten Ausgleich suchen, und Familien – so

wie meine.

Für meine Tochter, die schon von klein auf gerne abseits der

Pisten im Tiefschnee wedelte, haben wir spontan eine Ausrüstung

ausgeliehen. Mal schauen, ob ihr eine Skitour gefällt. Die

Premiere zur Grüntenhütte hatte bereits auf halber Höhe früh

geendet. Da verließ die Elfj ährige die Lust. Unten am Parkplatz

in Kranzegg bedauerte es Auguste allerdings doch ein wenig, dass

sie nicht mehr Biss gezeigt hatte.

Deshalb Tage später ein neuer Versuch, diesmal zum Wertacher

Hörnle. Mit Sonne, Pulverschnee – und anderen Skitourengängern,

darunter auch Kinder. Das ist eine ganz andere Motivation,

als nur einsam den Eltern hinterher zu stapfen. Und siehe

da: Ohne großes Murren schaffte Auguste die 650 Höhenmeter.

Auf dem Gipfel nickten wildfremde Menschen ihr anerkennend

zu. Nur bei der Abfahrt im Tiefschnee kam meine Tochter nicht

ganz auf ihre Kosten und moserte: „Papa, müssen wir immer so

lange auf Mama warten?“ Wir waren jedenfalls schnell genug im

Tal und rechtzeitig beim Faschingsumzug.

Ein Gaudiwurm wie in Hopferau beim Hopfensee verzückt

auch Trantüten. Die ganze Umgebung scheint auf den Beinen zu

sein. Für die Kinder regnet es Bonbons in Hülle und Fülle und

für die Erwachsenen ab und an ein Schnäpschen in der Plastikfl

asche. Die Dorfjugend hat den Anhänger zur rollenden Disko

aufgemotzt und die Lautsprecher bis zum Anschlag aufgedreht.

Die örtlichen Brauereien sind ebenfalls bestens vertreten. So ausgelassen

trifft man Allgäuer selten.

Mit viel Liebe setzen die Faschingsgruppen jedes Jahr neue Ideen

um. Auf der Kuh-Attrappe reitet einer Rodeo. Entlang der

Hauptstraße reihen sich improvisierte Verkaufsstände der Anwohner

aneinander. Es gibt hausgemachte Kuchen und Filterkaff

ee. Hier dominieren der Spaß und die Geselligkeit, nicht der

Profit. Die Felder am Ortseingang sind bis zur Käserei vollgeparkt.

Die Mordsgaudi hat ihre Fangemeinde.

Griaß di’ Allgäu | 27


ALLGÄU AKTIV | Skitouren und mehr

Was für ein Spaß: Tiefschneefahren nach

vorheriger Anstrengung. Unser Autor jedenfalls

war von der Tour zwischen Schneck und

Höfats tief beeindruckt.

Wildenfeldscharte (2160 Meter) bei Oberstdorf

Nach der Gaudi im Tal ging es wieder in die Höhe. Im Allgäu

gibt es viele Bergtouren, bei denen man in der Regel alleine

unterwegs ist. Dazu zählt die Wildenfeldscharte (2160 Meter) bei

Oberstdorf – eine Skitour, die es in sich hat. Zunächst strampelten

wir mit dem Mountainbike, die Ski am Rucksack, mühsam

hinauf zum Oytalhaus, von dort weiter auf Skiern durchs Oytal,

dann immer weiter und immer steiler in die Wildenfeldscharte

unterhalb des Großen Wilden. Eine eindrucksvolle Tour zwischen

Schneck und Höfats. Doch siehe da: Die kraftraubende

Spurarbeit blieb uns erspart. Vor uns war ein Einzelgänger. Wir

kamen ihm nicht näher, obwohl wir ziemlich fl ott in seiner Spur

liefen. Erst oben angekommen, ergab sich ein kurzer Dialog, wie

er mit Allgäuern typisch ist. Ich: „Respekt.“ Er: „Bast scho.“ ...

Ich nach einer Weile: „Irgendwie kommst du mir bekannt vor.“

Er: „Das denk ich mir auch jeden Morgen, wenn ich in den Spiegel

schau.“ Schmunzeln. Dann ein „Habe die Ehre“ und weg war

er durch den unverspurten Tiefschnee.

Durch Zufall bekam ich seinen Namen doch heraus: Dieter

Elsner, Bergführer aus Kaufbeuren, Sport-Dozent an der Technischen

Universität München, Autor eines Skitourenführers und

Konditionswunder. Also bin ich rehabilitiert. Mit ihm muss man

schließlich nicht mithalten.

28 | Griaß di’ Allgäu


DAS

ETWAS

ANDERE

HOTEL

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OBERSTDORF

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Griaß di’ Allgäu | 29


ALLGÄU AKTIV | Schneeschuhtour & Fotokurs

Griaß di’

Workshop

JETZT MITMACHEN!

Auf

PFIFFIGES AUS DEM

TANNHEIMER TAL

großem Fuß

Sanfter Sport mit Abenteuer-Bonus:

Schwarzer Adler bietet für seine Gäste Schneeschuhtouren.

Und er ist zusammen mit unserem Magazin im April wieder Gastgeber

eines Foto-Workshops. Dieses Mal sogar einen Tag länger.

Jetzt anmelden!

30 | Griaß di’ Allgäu


Schneeschuhtour & Fotokurs | ALLGÄU AKTIV

Schneeschuhtipps

GRÖSSE Entscheidend ist nicht unbedingt das Gewicht

des Wanderers, sondern seine Schrittlänge. Die

Größe des Schneeschuhs stimmt, wenn man mit einem

langen Schritt einen Schneeschuh vor den anderen

setzen kann, ohne sich selbst zu blockieren. Die

Bindung muss stabil sein.

STÖCKE Wichtig sind große Teller, damit die Stöcke im

Schnee nicht zu weit einsinken.

www.freiraum-lebensraum.info

Oberstaufen

Nesselwang

Tannheim

Füssen

Reutte

Forggensee

VERLEIH Schneeschuhe für Touren, die der Schwarze

Adler Tannheim anbietet, können beim Sporthaus

Gehring (Höf 21), im Tannheimer Schuhstadl (Kirchacker

11) oder bei Elmar Rief (Höf 7) ausgeliehen

werden.

TEXT Freddy Schissler | FOTOS W. Ehn & M. Felder

Die Uhrzeiger stehen zwar schon kurz vor 18 Uhr an

diesem Winterabend im Tannheimer Tal, so richtig

dunkel ist es allerdings noch nicht. Man sieht noch

prima die Hand vor Augen, und auch den Wald in

einigen Metern Entfernung kann man ohne Probleme erkennen.

Ein Vollmond-Abend.

Es ist kalt, gewiss. Doch wenn man sich gut bewege, sagt der

Mann, der ein paar Worte an die Gruppe richtet, spüre man die

Kälte nicht mehr. Er wird mit den Teilnehmern bei einer geführten

Tour an diesem Abend durchs Tannheimer Tal wandern.

Auf einer Strecke, auf der für gewöhnlich keine Spaziergänger

unterwegs sind. Denn die Gruppenmitglieder tragen übergroße

Schuhe an den Füßen, mit denen sie querfeldein laufen können,

ohne im hohen Schnee einzusinken. Der Mann hat im Auftrag

des Viersternehotels Schwarzer Adler in Tannheim zur abendlichen

Schneeschuh-Tour geladen, etwa zweieinhalb Stunden lang.

Junge Sportart

Schneeschuhwandern. Das ist eine noch relativ junge Sportart,

die vor allem im Allgäu und im Tannheimer Tal seit wenigen Jahren

boomt. Was eigentlich verwundert. Denn schon in der Steinzeit

war dies die einzige Art für Jäger und Sammler, in schneereichen

Gegenden einigermaßen zügig voranzukommen. Das

Laufen mit diesen großen Dingern am Fuß, natürlich ausschließlich,

um Spaß daran zu haben und die Landschaft zu genießen,

müsste demnach seit viel längerer Zeit in sein. Denn faszinierend

ist diese Sportart allemal, ganz nach dem Motto des Bergsteiger-

Gurus Reinhold Messner, der mal sagte: „Ich nehme mir die Freiheit,

dorthin aufzubrechen, wohin ich will.“

Und tatsächlich: Mit Schneeschuhen an den Füßen gibt es

kaum Hindernisse und unüberwindbare Barrieren. Gleichwohl

handelt es sich um einen eher sanften Sport, eine attraktive Alternative

zum Skifahren und Snowboarden oder zu Skitouren.

Griaß di’ Allgäu | 31


ALLGÄU AKTIV | Schneeschuhtour & Fotokurs

Griaß di’

Workshop

JETZT MITMACHEN!

Rund um Tannheim treffen wir an diesem Abend noch mehr

Schneeschuh-Begeisterte – alleine oder in kleinen Gruppen. Mit

dabei in unserer Gruppe ist Josef Schiff er, der Chef des Schwarzen

Adlers. An ihm wird sich zeigen, ob das Wandern mit übergroßen

Schuhen wirklich ein Spaß für Jedermann ist. Denn der Mann ist

zum einen nicht unbedingt das, was man einen Bewegungsfanatiker

nennt. Zum anderen hat er vor 58 Jahren das Licht der Welt

in einer Gegend erblickt, wo man Berge und meterhohen Schnee

nicht mal mit einem superstarken Teleskop erkennen konnte – in

Köln. Wird einer wie er am Ende überzeugt sein von dieser Tour?

Wie ein riesiger Kronleuchter

An diesem Vollmond-Abend sind noch weitere Teilnehmer dabei,

die sich zum ersten Mal an dieser Sportart probieren. Und die

sich, bevor es losgegangen ist, die bange Frage stellten: „Kann ich

mit diesen Riesendingern am Fuß wirklich laufen?“ Die Antwort

haben sie inzwischen bekommen. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase

ist das Laufen mit Schneeschuhen an den Füßen kein

Problem. Im Gegenteil. Man hat sehr schnell ein Gefühl für diese

Art der Fortbewegung, sie geht ruckzuck in Fleisch und Blut

über. Was insofern wichtig ist, als dass man dann den Reiz der

Natur intensiv genießen kann. Vor allem an einem Abend, an

dem der Vollmond wie ein riesiger Kronleuchter wirkt und trotz

später Stunde eine gute Sicht ermöglicht.

Es geht quer über Felder und Wiesen. Dort, wo man nicht laufen

sollte, wenn kein Schnee liegt. Und wo man im Winter nicht laufen

kann, wenn man keine Schneeschuhe trägt. Es ist erstaunlich,

wie leichtfüßig die Gruppe mit den überdimensionalen Schuhen

vorankommt. Wie sie über den Schnee zu gleiten scheint. Ein bizarres

Bild, ebenso wie jenes Bild, das sich den Kursteilnehmern

bietet, als sie auf einer Anhöhe stehen: Der Blick in dieser Nacht

übers Tannheimer Tal ist einzigartig. Danach gönnt der Gruppenführer

seinen Begleitern eine Pause. Zeit für ein Schnäpschen,

den er in diesem Moment ausgibt. Oder für die kleine Brotzeit im

Rucksack, den einige auf ihrem Rücken tragen.

Sie hat einen Hauch von Abenteuer, diese abendliche Tour. Da

man nicht auf den gewöhnlichen Wanderwegen unterwegs ist,

gibt es auch keine Wegweiser, die einem genau angeben, wohin

man zu laufen hat. Orientierung ist gefragt und die Bereitschaft,

sich auf die weitgehend unberührte Natur einzulassen. Im Tannheimer

Tal sind die Touren auch auf gut ausgewiesenen Strecken

möglich. Denn insgesamt 81 Kilometer geräumte Wanderwege

stehen für den Schneeschuhwanderer bereit. Eine Attraktion

ist dabei der Gipfelwanderweg, ein Höhenwanderweg auf dem

Neunerköpfl e.

Ach ja, wie das Fazit vom Schiff er Sepp, dem gebürtigen Kölner,

am Ende der Tour lautet? „Dat hat rischtig viel Spaß jemacht.

Ich bin zwar fertig, aber zufrieden.“ Bei diesem Kommentar

schmunzelt selbst der Leiter unserer abendlichen Tour.

32 | Griaß di’ Allgäu


...

&

das

Spiel Foto

geht weiter

Wir sind überrascht – nein, wir sind sogar geplättet,

wir geben es zu. Mit dieser überwältigenden

Resonanz bei unseren ersten Foto-Workshops

hatten wir nicht gerechnet. Begonnen

hatte alles mit lockeren Gesprächsrunden und dieser und jener

Idee, rund ums Thema Fotografieren irgendetwas auf die Beine

zu stellen. Weil wir die Vermutung hatten, dass diese Art, Erinnerungen

festzuhalten, immer mehr in Mode kommt. Dann

die Entscheidung, Nägel mit Köpfen zu machen: Unser Magazin

und das Hotel Schwarzer Adler luden im März diesen Jahres zum

ersten Foto-Workshop nach Tannheim. Und wir erhielten Unterstützung

von der Firma Cewe, die Tipps gab zur Gestaltung

eines Fotobuchs.

Nach der ersten Veröff entlichung in unserem Magazin kamen

die Anmeldungen im Minutentakt. Schnell war klar, dass wir es

nicht bei diesem einen Termin belassen können. Drei Workshop-Wochenenden

mit jeweils ausverkauften Kursen liegen

hinter uns – nächste Kurse 2019 vor uns. Wir geben

Ihnen vom 12. bis 14. April die Gelegenheit, ihr Wissen auf

dem Gebiet der Fotografie weiter zu verbessern und unvergessene

Tage mit außergewöhnlichen Motiven im Tannheimer Tal

zu erleben.

Für uns ein wichtiger Punkt: Wir wollen dem bisher Angebotenen

eins draufsetzen. Weshalb die nächsten Workshops 2019

von Freitag bis Sonntag dauern (also mit zwei Übernachtungen

statt bislang mit einer). Die Themenfelder sind deshalb auch weiter

gesteckt: Innenaufnahmen, Porträt- und Detailfotografie,

Architektur und Fotografieren ohne künstliche Beleuchtung.

Und natürlich erklären wieder Cewe-Mitarbeiter, wie man das

schönste Fotobuch zusammenstellt.

„Wir wollen der Frage nachgehen, wie man mit dem vorhandenen

Licht klarkommt“, erklärt Fotograf Manfred Felder, der

zusammen mit einem Kollegen die Kurse leiten wird, und er

versichert: „Selbst in einem eher dunklen Museum kann man

sehr gute Aufnahmen machen.“ Felder freut sich schon riesig auf

die nächsten Wochenenden, denn bei den ersten Kursen hat er

festgestellt: „Es ist einfach toll, zwei oder drei Tage im Kreise

Gleichgesinnter zu verbringen.“ Und er zeigte sich zusammen

mit Ralf Lienert beeindruckt von der Leistung der Teilnehmer.

Nicht nur Felder ist davon überzeugt, dass fotografieren angesagter

denn je ist und die Möglichkeiten dafür mannigfach sind.

Das geht von der aufwendigen Spiegelreflex-Ausrüstung inklusive

diverser Objektive, über die handliche Digitalkamera, bis hin

zum Handy, das in jede Hosentasche passt. Fakt ist, dass es der

Mensch liebt, für ihn besondere Momente oder Außergewöhnliches

im Bild festzuhalten. Und er genießt es, Wochen nach dem

Urlaub einen gemütlichen Abend bei einem Glas Wein oder Bier

zu verbringen und zusammen mit der Familie oder Freunden in

Erinnerungen zu schwelgen – mithilfe schöner Schnappschüsse.

Um diese weiter zu verbessern, werden wir auch künftig Foto-

Workshops im Schwarzen Adler in Tannheim anbieten.

Anmeldung: Foto-Workshop

Zur Teilnahme am Foto-Workshop im Schwarzen Adler in Tannheim

(Tirol) vom 12. bis 14. April 2019 bitte Anmeldung an:

offi ce@schwarzer-adler.at oder telefonisch: +43 5675 6204.

Der Preis zur Teilnahme am dreitägigen Workshop (mit 2 Übernachtungen,

2 x Abendessen, 2 x Frühstück sowie Verpfl egung

während des Kurses) im Viersternehotel Schwarzer Adler beträgt

348 Euro (Preis für eine Begleitperson, die nicht am Workshop

teilnimmt, beträgt 190 als HP).

Fotos: panthermedia.net

Griaß di’ Allgäu | 33


ALLGÄU AKTIV | Skigebiet Balderschwang

AUF ÜBER 1000 METERN HÖHE

Ort der

Sehnsüchte

34 | Griaß di’ Allgäu


Skigebiet Balderschwang | ALLGÄU AKTIV

Scheidegg

Lindau

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Tannheim

Dornbirn

Balderschwang

Oberstdorf

Riezlern

Balderschwang ist so

schneesicher wie kaum ein

anderes Ski-Gebiet.

Vor allem Tiefschneeliebhaber

und Familien kommen

dort auf ihre Kosten. Albert

Fischer hat Griaß di‘ Allgäu

einige Geheimtipps

verraten.

Foto: ZargonDesign

TEXT Anne-Sophie Schuhwerk

In Balderschwang ist es das dreiviertel Jahr Winter und ein

viertel Jahr kalt“, schreibt ein Pfarrer im Jahr 1836 über

das idyllische Oberallgäuer Bergdorf. Bis heute hat sich

daran nicht viel geändert. Dank seiner Lage auf 1044 Höhenmetern

ist Balderschwang nicht nur Deutschlands höchste

Gemeinde, sondern auch so schneesicher wie kaum ein anderes

Dorf. Zum Sehnsuchtsort für Skifahrer und Snowboarder macht

den Ort die Familie Fischer.

Seit knapp 50 Jahren betreibt sie das Skigebiet Balderschwang

mit viel Herzblut. „Ich will mir gar nichts anderes vorstellen“,

sagt Albert Fischer. In zweiter Generation sorgt er dafür, dass

Wintersportler auf mehr als 40 Pistenkilometern auf ihre Kosten

kommen. Ob Anfänger oder Rennfahrer spielt dabei keine Rolle.

Das Skigebiet mit seinen 13 Bergbahnen und Liften bietet für jeden

Anspruch die passende Strecke – spektakuläre schwarze Abfahrten

ebenso wie rote und leichte blaue Pisten. „Die große Vielfalt

macht unser Gebiet zu etwas Besonderem“, beteuert Fischer.

Ein Geheimtipp ist Balderschwang vor allem unter den Tiefschneeliebhabern.

Zahlreiche Waldabfahrten rund um den

Hochschelpen und im Bereich des landschaftlich vorgelagerten

Gelbhansekopfs bieten eine Alternative zum Pistenspaß. „Geübten

Freeridern empfehle ich die Strecke links von der Standard-

Abfahrt – sie ist mein Favorit“, verrät Fischer. Und das selbst bei

nicht ganz idealem Wetter. Das nahezu nebelfreie Hochtal hat eine

Besonderheit: Es liegt unterhalb der Baumgrenze. Dadurch ist

auch bei Wetter, bei dem andernorts der Skibetrieb oft eingestellt

werden muss, gute Sicht gegeben.

Auch Familien sind im Skigebiet Balderschwang gut aufgehoben.

Im Ski-Kindergarten lernen Kinder ab drei Jahren mithilfe

ausgebildeter Skilehrer die ersten Schwünge, bevor sie sich auf

der Piste versuchen. In Baldi´s Kinderland an der Talstation oder

im Skikindergarten der Schelpenalp werden sogar Kleinkinder

von der Skischule Balderschwang stundenweise betreut, während

die Eltern einen entspannten Skitag genießen.

Griaß di’ Allgäu | 35


ALLGÄU AKTIV | Skigebiet Balderschwang

„Es ist uns sehr wichtig, dass die Eltern ihren Nachwuchs

bei uns gut versorgt wissen“, betont Fischer. Auch für Buben und

Mädchen, die nicht Skifahren, hat er neben den Rodelstrecken

und beeindruckenden Winterwanderwegen ein weiteres Highlight

parat: Eine 300 Meter lange Snowtubing-Bahn. Auf speziellen

Reifen rutschen die Kinder hier den Hang hinunter, bevor

sie ein Lift wieder nach oben befördert.

Besonders beliebt bei der gesamten Familie ist die permanente

Rennstrecke im Skigebiet Balderschwang, die täglich umgesteckt

wird. „Sie hat eine automatische Zeitnahme. Das macht sie ideal

für ein kleines Familienrennen“, sagt Fischer. Nicht selten wird

auch um die Rechnung über das Essen in einer der Hütten gefahren.

Beim Thema Kulinarik zeigt sich das Skigebiet ebenfalls abwechslungsreich.

Gäste wählen zwischen neun Hütten mit unterschiedlicher

Ausrichtung. Rustikale Atmosphäre und Brotzeiten

bieten die Käsehütte und die Höfl e Alp sowie der Loipenkiosk

und das Gschwendstüble. Warme Allgäuer Küche wird unter anderem

in der Schelpenalp, im Schwabenhof und der Bodenhütte

serviert. Gehobenes Ambiente und Champagner fi nden Gourmets

in der Fuchsalm. Auf einen Absacker in Skischuhen gehen

Gäste in die Schirmbar.

Wintersportler, die bei der Anfahrt Scheu vorm Riedbergpass

haben, gibt Fischer diesen Tipp: Eine Anfahrt über Oberstaufen

oder Dornbirn in Vorarlberg dauert nur unwesentlich länger.

Und: „Hier habe ich noch nie Schneeketten gebraucht.“

Skigebiet Balderschwang

∙ Blaue Pisten: 18,6 Kilometer

∙ Rote Pisten: 11,4 Kilometer

∙ Schwarze Pisten: 5,9 Kilometer

∙ Varianten: 4,3 Kilometer

∙ zwei Mini-Funparks

∙ 13 Bergbahnen und Skilifte

∙ Langlaufloipe: 42 Kilometer; Winterwanderwege: 15 Kilometer

TERMINE UND UHRZEITEN

∙ Kinderbetreuung: 10 bis 16 Uhr, täglich

∙ Snowtubing: 14 bis 16 Uhr, täglich

∙ Nachtskifahren: 19 bis 22 Uhr, donnerstags

Fotos: S. Bruckmeier (Skikurs); A. Holzmann (historische Aufnahme)

36 | Griaß di’ Allgäu


Im tiefen Süden des Oberallgäus lässt sich die Region besonders

intensiv spüren – zum Beispiel in Bad Hindelang. Das Hotel Bären

lockt mit dem Versprechen wohltuender Ruhe in einer intakten

Natur und großer Gemütlichkeit in den Zimmern.

www.baeren-hindelang.de

Über den

Dächern

Viel Ruhe

und Gemütlichkeit

Beim Shoppen in Kempten durchatmen und einen außergewöhnlichen

Blick über die Dächer der Stadt wagen? Dann bietet sich das

„Christian’s“ an im Haus Mode Reischmann in der Fußgängerzone.

Einfach auf einen Prosecco oder ein Glas Champagner vorbeischauen –

oder frische Croissants, Scampis sowie kleine Tartes genießen.

www.goldenesfaessle-kempten.de

Sehen.

Erleben Sie Rapunzel!

Nahe

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München –

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Wir machen Bio aus Liebe.

Griaß di’ Allgäu | 37


ALLGÄU AKTIV | Breitachklamm

38 | Griaß di’ Allgäu


Breitachklamm | ALLGÄU AKTIV

NATURWUNDER

Die Macht

des Wassers

Im Winter muss sich der Besucher in der Breitachklamm auf eisige Kälte

einstellen. Dann sieht er Eiszapfen, die sich zu mächtigen Eisvorhängen

vereinigen. Fast glaubt man, in einem Zauberschloss zu sein.

Zum Spektakel avancieren die nächtlichen Fackelwanderungen.

Oberstaufen

Sonthofen

Tannheim

TEXT Dr. Stefan Raab

FOTOS Ralf Lienert

Oberstdorf

Und es wallet und siedet und brauset

und zischt. Wie wenn Wasser

mit Feuer sich mengt. Bis zum

Himmel spritzet der dampfende

Warth

Gischt. Und Well auf Well sich ohn Ende drängt. Und

wie mit des fernen Donners Getose, Entstürzt es brüllend

dem fi nstern Schoße“: Trefflich hat Friedrich Schiller in seinem

Gedicht „Der Taucher“ beschrieben, welche Macht das Wasser

mit seinen Strudeln und Strömungen am Felshang haben kann.

Die wortgewaltige Sprache des großen Dichters belegt auch die

Faszination des Menschen vor dem Wasser und seine Ehrfurcht

vor ihm als kraftvolle, unberechenbare Naturerscheinung, die es

besser nicht herauszufordern gilt. Sonst käme man mit dem Leben

nicht davon.

Keine Gefahr hingegen besteht, wenn der heutige Mensch die

Breitachklamm, zwischen Oberstdorf und dem Kleinwalsertal

gelegen, zweieinhalb Kilometer durchwandert. Die Klamm, neben

der Höllentalklamm die tiefste in Europa mit 150 Metern

Riezlern

Höhe, hieß früher auch der „Große Zwing“.

Und durch sie stürzt donnernd die Breitach. Sie

überwindet hohe Felsbänke, strudelt durch tiefe

Gumpen und versprüht feinste Tröpfchen. Es ist

ein unvergleichliches Naturschauspiel, das unwillkürlich

auch an Schluchten im Mittelmeerraum erinnert

mit seinem türkisfarbenen, glasklaren Wasser und seinen feinen,

runden Felsausbuchtungen.

Lech

Tiefgrüne Moose und zierliche Farne

Die düsteren, steil emporragenden Klammwände haben teilweise

noch nie die Sonne gesehen. Auf ihnen wachsen tiefgrüne Moose

und zierliche Farne, die von der Feuchte der Klamm genährt

werden. Einige Fichtenbäume haben sich auf kleinsten Felsvorsprüngen

angesiedelt, die sich dem spärlichen Sonnenlicht entgegenstrecken.

Überall tropft es aus dem Stein. Auf dem Weg zu

der engsten Stelle in der Klamm gilt es, Tunnel zu durch-

Griaß di’ Allgäu | 39


ALLGÄU AKTIV | Breitachklamm

wandern und sich an Steinplatten vorbeizuschlängeln, von

denen es vorsichtig und leise herabnieselt.

Lautstark geht es besonders bei Hochwasser zu. Riesige Steine,

lange, schwere Äste reißt die Breitach dann mit sich. Selbst

Gesteinsschichten der Klamm stürzen ab, die dann den Lauf des

Flusses abrupt ändern. Man sieht immer noch die Folgen der

Schneeschmelze, und man kann erahnen, was sich dann in der

Klamm abspielt: Baumstämme, die sich zehn Meter über der

Breitach in der Steinwand verkeilt haben, und metergroße Baumwurzeln

samt Erde, die sich der Breitach in den Weg zu stellen

scheinen. In diesem Fall ist die Breitachklamm allerdings nicht

begehbar. Überhaupt verändert sich der Gebirgsfluss mit jedem

Hochwasser, nichts bleibt, wie es ist.

Im Sommer mit Temperaturen um 30 Grad Celsius freut sich der

Besucher über die Kühle in der Klamm. In der Winterzeit dagegen

muss er sich auf eisige Kälte einstellen. Dann allerdings locken ungezählte,

groteske Eiszapfen, die sich zu mächtigen Eisvorhängen

vereinigen. Man glaubt dann, wie in einem Zauberschloss zu sein.

Bei Fackelwanderungen kann die winterliche Klamm erkundet

werden, was einem besonderen Spektakel gleicht.

Entstanden war die Breitachklamm erst im Laufe der letzten

Die Eiszapfen in der Breitachklamm formen sich

mitunter zu mächtigen Eisvorhängen – ein bizarres Bild.

Kunst | Wohlfühlen | Erholung | Geselligkeit | Gaumenfreude

Allgäu für die Sinne

Ausstellung im Museum

für zeitgenössische Kunst –

Diether Kunerth:

„Griechenland – Hellas“,

1. Dezember 2018

bis 28. April 2019,

Georgios Nilo (München) und

Diether Kunerth (Ottobeuren)

Ottobeurer Konzerte 2019

vom 30. Mai – 22. September | www.ottobeuren.de

... das Ausflugsziel im Unterallgäu!

Touristikamt Kur & Kultur

Marktplatz 14 | 87724 Ottobeuren

Telefon 08332/921950 | Fax 08332/921992

Email touristikamt@ottobeuren.de

40 |

www.ottobeuren.de

Griaß di’ Allgäu


Breitachklamm | ALLGÄU AKTIV

10000 Jahre nach der Würm-Eiszeit. Die Gletscher hatten das

weiche Gestein abgetragen und das harte Gestein blieb stehen. Als

die Gletscher geschmolzen waren, musste sich die Breitach durch

das harte Gestein bohren. Nun war sie aber noch lange nicht begehbar,

was erst der Tiefenbacher Pfarrer Johannes Schiebel zu

Beginn des 20. Jahrhunderts ändern sollte. Nachdem er Helfer

und Geldgeber fand, konnten Sprengungen am 25. Juli 1904

beginnen. Bereits ein Jahr später konnte die begehbare Breitachklamm

eingeweiht werden. Heute besuchen das bizarre Naturwunder

bis zu zwei Millionen Besucher jährlich – ohne Gefahr

für Leib und Leben.

Infos zur Breitachklamm

Unweit von Tiefenbach liegt der untere Eingang, wo sich auch ein

Parkplatz befi ndet. Der obere Eingang ist über einen komfortablen,

aber schmalen Steig vom Kleinwalsertal gut erreichbar.

Info-Telefon: 08322/4887 www.breitachklamm.de

Schnee und Eis geben der Landschaft in den Wintermonaten

einen ganz eigenen Charakter.

In mehr als 200 Jahren vom kleinen Bauerngasthof zum erfolgreichen

Familienhotel: Tradition verpfl ichtet und ist nur bei intakten

Gastgeberfamilien über Generationen möglich. Und genau

so sind wir: familiär, ungezwungen und bodenständig. „Grüeß

Gott derhuim“ heißt es bei den Allgäuern und mit dem Duzen

ist man bei uns auch schnell vertraut. Wohlfühlen sollt ihr euch –

das liegt uns ganz besonders am Herzen. Die „Krone“ und unsere

Region Allgäu haben unglaublich viel zu bieten: ob sportlich,

kulturell oder zum Relaxen. Das könnt ihr in nur

einem Urlaub gar nicht

umfänglich nutzen.

Wir freuen

uns auf Euch!

Eure Familien Probst,

Gehring und Kozjak

Sorgschrofenstr. 2

87541 Bad Hindelang/Unterjoch

www.bibi.de

· Ganzjährig familiengerechte Spezialwochen

· Eigene Reitschule mit 24 Pferden und 4 Reitlehrern

· Panorama Erlebnisbad mit drei Planschbecken

und einem Whirlpool, beheizter Aussenpool

· Beauty- und Wellnessoase mit umfangreichen

Anwendungen für Erwachsene und Kinder

· Kleinkindbetreuung bis 50 Std./Woche,

Kinderbetreuung 70 Std./Woche und

Teenebetreuung 25 Std./Woche

· Drei Indoor Spielräume mit insgesamt 680 qm

· Wald- und Abendteuer Spielplatz, Funcourt und

großes Trampolinzelt

Griaß di’ Allgäu | 41

· Hoteleigene Ski-, Snowboard- und Kinderskischule

(mit gratis Skipass mit der BadHindealngPlusCard)


ALLGÄU AKTIV

| Grasgehren

Foto: Susanne Baade

Wie ganz

großes Kino

Wenn Norddeutsche auf Skiern stehen,

sieht das oft sehr speziell aus. Noch

schlimmer, wenn eine norddeutsche

Patchworkfamilie einen Kurs

bucht – eine aufrechte Fotografin

und ein etwas gebeugter Autor, ein

vorsichtiger Teenager und ein

abenteuerlustiges Kind. Dazu ein

Skilehrer, der einst gut genug gewesen

wäre fürs Olympia-Team und sich

jetzt Anfängern widmet.

Vom Spaß im Schnee und der Lust

an der Landschaft.

TEXT Dirk Lehmann

Auf geht’s zum Skigebiet Grasgehren. Vorsichtig kurven

wir den Mietwagen den Riedbergpass hinauf.

Hinter uns reihen sich die Einheimischen in ihren

Autos auf. Man kann den Fahrern durch den Rückspiegel

ansehen, dass sie ein wenig genervt sind. Zwar fahren wir

mit 60 Stundenkilometern schneller als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit

für diese Passstraße. Aber uns ist klar, dass hier

die Einheimischen eher mit 80 oder 90 Sachen hoch düsen. Wir

hingegen, Norddeutsche eben, lassen uns einschüchtern von den

hohen Schneewänden um uns herum – von einer Straße wie ein

Bob-Kanal.

Über Nacht hat sich die Landschaft verwandelt. Schon bei unserer

Ankunft lag viel Schnee. Doch am Morgen müssen wir das

Auto ausgraben. Die Sonne scheint, die Winterwelt sieht freundlich

aus und weich. Mit viel Mut, vielleicht sogar einer Spur

Übermut, machen wir uns auf den Weg nach Grasgehren. Wir

werden erst im Auto ein wenig hasenfüßig, als es über rutschige

Straßen geht und dann, als wir in der Skischule stehen, um die

42 | Griaß di’ Allgäu


Grasgehren | ALLGÄU AKTIV

Foto: Christoph Gramann

Schuhe anzupassen. Laut klackend

schließen sich die Schnallen, unsere

Füße eingefasst in glänzendes Hartplastik, unsere Schritte so elegant

wie die eines Roboters.

Grasgehren ist ein perfektes Skigebiet für Einsteiger, Familien

und Landschaftsliebhaber. Kein Remmidemmi mit lauter und

schlechter Partymusik, keine harten Drinks mit seltsamen Namen,

keine Riesen-Skischaukel-Maschine. Modern, aber ruhig

und landschaftsorientiert. Euphorische Blicke über tiefverschneite

Berge. Ach ja …

„Lehnt euch nach vorn. Noch weiter“, sagt Skilehrer Johannes.

Er hat uns die Bindungen eingestellt, und jetzt stehen wir

auf den kurzen Brettern und kippen nicht

um, obwohl wir uns voll reinhängen. „Seht

ihr. Das wollte ich euch zeigen, ihr könnt „Wie kommen wir

dem Material vertrauen.“ Am sogenannten hier bloß wieder runter?“

Idiotenhügel fühlen wir uns wie selbige. Ski,

Stöcke, Beine und Arme koordinieren ohne

zu viel nachdenken. Vieles geht wie von allein, anderes nicht. Die

Kurven sind Schlangenlinien, links und rechts und Innen- sowie

Außenski. Wie war das nochmal? Mist, nachgedacht. Hingelegt.

Susanne fährt wie ein Brett, Dirk wie ein Orang-Utan, Judith

mit voller Konzentration und Benita mit genau jener bewundernswerten

Leichtigkeit, die eigentlich alle an den Tag legen

sollen. Andererseits hat es uns gepackt. Immer wieder lassen wir

uns den Hügel hinauf schleppen, eiern nach unten, freuen uns

über gelungene Schwünge und lassen uns von Johannes aus dem

Schnee helfen, wenn die Kurve doch besser aussah als sie war.

Schnell erkennen wir, dass die Lust am Skifahren auch mit

dem Lehrer zusammenhängt. Johannes hat eine smarte Art. Motiviert.

Baut auf. Fordert. Macht Scherze. Hilft einem, das alles

hier nicht zu ernst zu nehmen. Und doch ist er stets konzentriert

bei der Sache. Es macht einfach Spaß. Bis er sagt: „Und jetzt fah-

ren wir hinauf.“ Er zeigt nach oben. Unsere Blicke folgen seinem

Stock. Und gehen von oben wieder zurück nach unten. Bis wir

erkennen, man kommt da ja nur mit Schlepplift hin.

„Kein Problem“, sagt Johannes. Und das ist so wundervoll

geflunkert, dass wir es ihm sogar glauben. Wir lassen uns mit

Benita’scher Unerschrockenheit hochziehen, steigen aus dem Lift

ohne übereinander zu purzeln, und stehen schließlich ganz oben.

Mit suchendem Blick und der bangen Frage: „Wie kommen wir

hier wieder runter?“ Johannes zeigt auf die Piste: „Da geht’s lang.“

Was dann passiert, ist das Wunder von Grasgehren: Wir fahren

einfach mit unserem Skilehrer den Hang runter. Und es macht

viel Spaß. Bis vielleicht auf den letzten Hang. Benita, Judith und

Dirk, größenwahnsinnig geworden vor lauter Glücksgefühlen,

sausen die letzten Meter im Schuss hinab. Die

mutige Fahrt endet in drei Schneewehen: in

einer kleinen mit viel Lachen; in einer größeren,

mit befreitem Gekicher; in einer ganz

großen, in der die schlimmsten Bilder sämtlicher

TV-Dokus über Ski-Unfälle aufschienen

und sich nach einem sorgfältigen Systemcheck ein Gefühl

von „Da-biste-aber-nochmal-davongekommen“ breitmacht.

Ohne Fehler kein Lernen, ohne Wiederholung keine Verbesserung.

Und so lassen wir uns wieder und wieder mit dem Schlepplift

hochziehen. Und pflügen wieder und wieder die kleine blaue

Piste hinab, die für Ski-Pros wahrscheinlich nicht mehr ist als ein

angeberischer Idiotenhügel. Doch wir kriegen langsam die Sinne

frei – für die Schönheit der Landschaft, für den Sound der Ski im

Schnee, für Susannes gute Technik, für Benitas Fröhlichkeit und

für Judiths Kampfgeist.

Tja, so ist das. Man sieht plötzlich die Schönheit und Eleganz

dieses Sports und nimmt sich fest vor, wiederzukommen. Ins Skigebiet

Grasgehren. Aus unserer Sicht ein perfekter Playground

für Familien und Genießer.

www.allgaeuwinter.de

Griaß di’ Allgäu | 43


mei

WEITERE

AUSWAHL AN

SCHNEESCHUH-

TOUREN

(GEPUNKTETE LINIE)

GUNZESRIEDER

SÄGE

HUIMAT

Tipp von Nicole

HÖLLRITZER-

ECK

HÖLLRITZER

ALPE

BIRKACH-

ALPE

MITTELBERG-

ALPE

BLEICHER-

HORN

VORSÄSS

SIPLINGER-

KOPF

RAPPENGSCHWEND-

ALPE

RAPPENGSCHWEND

Schneeschuhe angezogen

und los geht es in die Höhe.

Oft kann man den Spuren anderer

Schneeschuhgänger folgen.

Zudem gibt‘s eine sehr gute

Beschilderung, die genau den

Weg zum Ziel angibt.

RAPPENGSCHWEND

Wir steigen

weiter geradeaus

auf, Richtung Wald (Bild

1). Somit passieren wir das

anspruchsvollste (aber nicht

schwere) Stück zu Beginn. Es geht

durch den Wald, dann ein letzter

kleiner Anstieg mit dem Ziel

des Gipfelkreuzes vor

Augen.

Entweder

man gönnt sich am

Gipfelkreuz (Bild 2 und 3 –

an der Alpe Mittelberg, 1370 m)

– eine Verschnaufpause.

Oder es geht gleich weiter

bergab, rechts Richtung

Rappengschwend.

Info

Bei gemütlichem

Tempo benötigen wir bis

zur Alpe Mittelberg mit

den Schneeschuhen

60 Minuten.

Nach einem

kurzen Stück auf der

Straße biegen wir links vor

dem Bushäuschen ab,

vorbei Richtung Mittelberg-

Alpe (beschildert mit

45 Minuten/im Winter

geschlossen).

Start

Wir starten an einem

sonnigen Tag – ausgerüstet

mit Schneeschuhen und

Schlitten – am Parkplatz der

Gunzesrieder Säge

(kostenpflichtig, z.B.

6 Stunden – 2 Euro).

1 2 3


Ein

minimaler Anstieg

von ca. 10 Minuten liegt vor uns,

ehe wir bei blauem Himmel und

Sonnenschein die unbewirtschaftete

Alpe Rappengschwend (Bild 5 und

6,) erreichen und den Panoramablick

vom Grünten bis zum

Siplinger Kopf Lindau genießen.

Die Alpe Rappengschwend

(1242 m) vor

Augen, kommt unser Schlitten

erstmals zum Einsatz

(Bild 4). Wir sausen leicht

bergab. Was für ein Spaß!

Danach treffen wir

einige Skitourengänger, überqueren

den Bach (im Sommer

die Maut-Teerstraße zur Höllritzen-

Alpe) und biegen nach links

Richtung Alpe

Rappengschwend.

INFO ZUR BESCHRIEBENEN TOUR

Höhenmeter: ca. 480

Laufzeit: gemütlich ca. 3 Stunden

Strecke: ca. 10 Kilometer

Iller

Oberstaufen Immenstadt

Gunzesried Sonthofen

Oberstdorf

DIREKTE VARIANTE

Wer den kürzeren Weg bevorzugt, geht

ab dem Parkplatz rechts am Bushäuschen

vorbei; dann der Schilderung folgen,

bis zur Alpe Rappengschwend. Die

Serpentinen verlaufen meist im Schatten,

weshalb oft bis zum März die Rodelpiste

gut befahrbar ist. Achtung: Man

sollte am Rand laufen, da einige Rodler

mit Schwung um die Kurven kommen.

Tannheim

INFO ZUR DIREKTEN VARIANTE

Höhenmeter: ca. 320

Laufzeit: knapp 2 Stunden

Strecke: ca. 7 Kilometer

Ziel

Anschließend schnallen

wir die Schneeschuhe

an den Rucksack. Nun ist der

Schlitten an der Reihe. Übrigens:

Wegen der schattigen Lage ist die Rodelbahn

relativ schneesicher. Wir sausen

ins Tal (Bild 7) – bis zur Mautstraße/

Schranke (sommers erreicht man

ab dort das Ostertal bzw. die

Höllritzen Alpe).

Wir laufen

zurück an den

Ausgangspunkt, vorbei

an der Alpe

Gerstenbrändle.

4 5 6 7


Allgäu tut gut

Wussten Sie, dass… der Alpspitz ein 1575 Meter hoher Berggipfel im Ostallgäu ist? Und dass ihn

die Wanderer deshalb mögen, weil er leicht über Forststraßen und Wanderwege zu erreichen ist?

Der schnellste Weg nach oben: von Norden über die Bergstation der Alpspitzbahn Nesselwang.

Alternativen: über die Ruine Burg Nesselburg oder über die Wallfahrtskirche Maria Trost.

Unser Tipp, wenn Sie in dieser Gegend unterwegs sind: Schauen Sie auf der Biathlonanlage im

Trendsportzentrum Allgäu in Nesselwang vorbei. Angeboten werden Biathlon-Schnupperkurse,

ganz nach dem Motto: auf den Spuren des dreifachen Olympiasiegers Michael Greis ...

46 | Griaß di’ Allgäu


Griaß di’ Allgäu | 47

Foto: Christian Greither


48 | Griaß di’ Allgäu


WINTERLICHES GLÜCKSREZEPT

Balsam für

die Seele

Ob es ein gemütlicher Spieleabend ist, gemeinsames Plätzchenbacken

vor Weihnachten oder ein Winterspaziergang: Hygge hat viele Gesichter.

Häufig entsteht die dänische Lebensart des Wohlfühlens im menschlichen

Miteinander, in der Vertrautheit der Familie – aber auch in sich selbst.

Wo genau man Hygge fi ndet, ist zweitrangig. Dass man es fi ndet,

ist wichtiger. Zum Beispiel im Allgäu.

TEXT Isabelle Reinhardt

Fotos: panthermedia.net

Dunkelorange leuchtet die verglimmende Glut im

Schwedenofen. Durch die Scheibe dringt Licht, das

auf den hellen Holzboden im Wohnzimmer fällt.

Eine wohlige Wärme erfüllt den Raum, wie sie nur

Feuer ausstrahlen kann. Über den Holztisch rollen zwei Würfel.

Acht Punkte zeigen sie zusammen an, als sie liegen bleiben.

Ich freue mich und fülle meine Handkarten mit einem Holz und

einem Getreide auf. Endlich habe ich alle Rohstoff e beisammen,

um eine Siedlung zu bauen. Es ist Samstagabend im Westallgäu,

draußen hat es schon am späten Nachmittag zu dämmern begonnen.

Mittlerweile zeigt der Blick aus dem Fenster nichts als pechschwarze

Nacht.

Mit meiner Mutter spiele ich seit über einer Stunde „Die Siedler

von Catan“, mein Lieblingsspiel. Wir würfeln, sammeln Karten

und bauen damit Straßen, Siedlungen und Städte. Wenn es

dem anderen besonders schlecht geht und ihn das Würfelglück

über längere Zeit verlässt, schenken wir einander Karten. Das ist

gegen die Regeln, doch es geht uns nicht darum, um jeden Preis

zu gewinnen. Nicht der Sieg ist das Ziel, sondern das Spiel an

sich. Miteinander Zeit verbringen, Spaß haben, lachen und den

Rest der Welt vergessen. Morgen ist Sonntag. Wir genießen den

Luxus, nicht auf die Uhr sehen zu müssen. Die Dänen bezeichnen

einen solchen Abend als Hygge. Im weitesten Sinne bedeutet das

Gemütlichkeit. Doch mit dieser Übersetzung ist es nicht getan.

Es geht darum, sich wohlzufühlen, Zeit mit besonderen Menschen

zu verbringen. Hygge hat viel mit Wärme zu tun. Damit

ist nicht die Wärme vom prasselnden Feuer im Kamin gemeint.

Vielmehr kommt es auf menschliche Wärme an, die Wärme des

Miteinanders und der Vertrautheit. Folglich ist dazu nicht unbedingt

ein Brettspiel notwendig. Auf dem Sofa zu sitzen und sich

in die Umarmung des Partners zu kuscheln, fühlt sich hygge genug

an.

Warum? Hygge ist eng mit dem Gefühl von Geborgenheit verwoben.

Dem Gefühl, sicher zu sein, verstanden zu werden, ungeschönt

man selbst sein zu können.

Zwar ist die dänische Lebensart unabhängig von der Jahreszeit.

Trotzdem herrscht in der Weihnachtszeit „Hygge-Hochsaison“.

Wenn es draußen kalt und dunkel ist,

kann man all die bunten Teelichtgläser,

die während der Sommerzeit

in Kartons im Keller verstaut

werden, im ganzen Haus

verteilen und jedem

Raum ein fl ackerndes,

wärmendes Licht

schenken. Im De-

Griaß di’ Allgäu | 49


ALLGÄU TUT GUT | Trend Hygge

zember kommen die dicken, roten Kerzen des Adventskranzes

hinzu. Mit jeder verstrichenen Woche wird der Kerzenschein

auf dem Wohnzimmertisch heller und macht das elektrische

Licht vergessen.

Wieso wird es uns nicht langweilig, jedes Jahr aufs Neue Plätzchen

zu backen, die Krippe aufzubauen und den Christbaum zu

schmücken?

Rituale geben Sicherheit

Es ist genau diese alljährliche Wiederholung zu immer derselben

Zeit und mit denselben Menschen. Denn diese drei Faktoren lassen

eine scheinbar unspektakuläre Tätigkeit zum Ritual werden

– und Rituale geben uns Sicherheit. Sie sind selbst in den turbulentesten

Zeiten unumstößlich. Sie geben uns Halt. Für manch

einen können Rituale Heimat sein. Selbst wenn wir Weihnachten

nicht zu Hause feiern können, schmecken die Plätzchen, gebacken

mit dem alten Rezept von Mama, nach dem Weihnachten

der Kindheit.

Besonders schön sind Rituale allerdings im gewohnten Umfeld.

Wenn man nicht nur nach Mamas Rezept backt, sondern

mit ihr zusammen auf der Küchenanrichte den Teig ausrollt,

Formen aussticht oder Kipferl daraus knetet. Wenn man sich wie

früher die Finger verbrennt beim Versuch, die ofenfrischen Vanillekipferl

in die Glasschälchen mit Zucker zu werfen, damit er

am noch warmen Teig kleben bleibt. Und wenn man nach einem

anstrengenden Tag in der Weihnachtsbäckerei müde auf den Küchenstuhl

sinkt, Pullover, Gesicht und Haare mehlbeschmiert

sind und man von den frisch gebackenen Sorten optisch missratene

Exemplare vernascht.

Es ist ein Stück Kindheit, ein Stück heile Welt, das in diesen

Momenten aufl ebt. Und es ist die Verbundenheit zu meiner Mama,

dem Menschen, der mich schon mein Leben lang begleitet.

Plätzchen backen ist Hygge für mich.

Doch es gibt auch diesen einen Moment an Weihnachten, der

sich außerhalb der heimischen vier Wände abspielt und unter

Menschen, die man nur vom Sehen her oder gar nicht kennt.

Gleichwohl löst dieser Moment bei mir Hygge-Gefühle aus wie

kaum ein anderer an Heilig Abend: Es ist spätabends in der Kirche

– immer das letzte Lied, bevor wir nach Hause gehen. Das Licht

leuchtet gedimmt vom Deckengewölbe herab, gerade ausreichend

hell für jene, die nicht textsicher sind und nachlesen müssen. Die

Rede ist vom gemeinsamen Singen von „Stille Nacht“.

Mit der ersten Strophe macht sich ein Gefühl der Zusammengehörigkeit

breit. Selbst wenn man keinen näher kennt. Alle sind

mit dem Lied von Kindesbeinen an vertraut und singen laut mit.

Viel lauter als sonst, sodass die gesamte Kirche von dem beseelten

Gesang erfüllt ist. Vielleicht glaubt nicht jeder Kirchgänger an

das Wunder von Jesu Geburt. Und doch singen wir alle zusammen

dasselbe Lied. Denn an eines will in dieser Nacht jeder glauben:

die Hoff nung auf eine bessere Welt. Das eint uns in diesem

Moment in der Kirche.

50 | Griaß di’ Allgäu


Trend Hygge | ALLGÄU TUT GUT

Fotos: panthermedia.net

Nicht immer hängt Hygge allerdings von menschlicher Gesellschaft

ab. Das dänische Rezept zum kleinen Alltagsglück funktioniert

auch allein, sozusagen also in Gesellschaft mit sich selbst.

Zu unterschätzen ist diese Form von Hygge ganz und gar nicht,

denn im Gegensatz zum fröhlichen Miteinander, erlaubt sie den

Blick nach innen. Man kann sich den eigenen Bedürfnissen widmen,

das Gedankenkarussell kreisen lassen, über das Leben sinnieren

oder es lieber bleiben lassen und den Geist in andere Welten

aussenden.

Loderndes Feuer und klirrende Kälte

Das Holz knackt, während die Flammen von allen Seiten um

die Scheite herumzüngeln und sie langsam verschlingen. Unser

Schwedenofen zu Hause im Allgäu ist im Winter Zentrum

meines Lebens. Sobald sich eine Möglichkeit bietet, krieche ich

der Wärmequelle entgegen wie ein Reptil der Morgensonne. An

diesem ruhigen Winternachmittag habe ich mehrere Stühle zusammengeschoben,

um meine Füße dem lodernden Feuer entgegenzustrecken.

In meiner linken Hand halte ich eine dampfende

Tasse Pfefferminztee, mit der rechten blättere ich auf die

nächste Seite eines dicken Romans. Das Buch ruht auf

meinem Schoß, während ich mich immer weiter darüber

beuge. Ich vertiefe mich in die Romanwelt und

vergesse für einige Stunden meine eigene.

Plötzlich reißt mich ein Tumult von draußen zurück

in die Wirklichkeit. Ich schaue durch die Fensterfront am

Balkon hinaus in die groß gewachsene Linde, deren kahle Äste

bis hoch über die Dachrinne unseres Hauses dem grauen Winterhimmel

entgegenwachsen. Der Baum ist geschmückt mit Leckereien

– für Vögel. Daher auch der Tumult. Unter lautem Gezeter

verfolgt eine Amsel im blindwütigen Futterneid eine Artgenossin.

Schließlich ist es sehr wahrscheinlich, dass der kalorienreiche

Energiekuchen für zwei nicht reicht – der Fettblock ist immerhin

gerade einmal doppelt so groß wie die Amsel

selbst. Ganz anders die Schwanzmeisen. Augenscheinlich

halten sie nicht viel vom Kriegsspiel,

sondern sparen ihre Kraftreserven lieber für echte

Notfälle. Gesellig sitzen sie zu siebt rund um eine

Säule voller Meisenknödel und teilen auch mit

anderen Vogelarten bereitwillig.

Lachen muss ich meistens, wenn einer der Buntspechte

aus den umliegenden Wäldern zu Besuch kommt.

Als größter Vogel im Baum wäre er dazu berechtigt, den

Platzhirsch zu markieren. Stattdessen versteckt er sich schüchtern

hinter dem Stamm, sobald ein anderer Vogel an seinem bevorzugten

Futterplatz speist. Empörtes Piepsen, wild fl atternde

Flügel und friedvolles Beisammensein: Die Vögel bieten einen

Anblick, bei dem Fernsehen überflüssig wird. Auch das ist Hygge

für mich: Die digitale Welt für einige Zeit begraben und die

Natur vor der eigenen Haustür beobachten. Wie oft nimmt man

sich dafür schon Zeit? Deswegen breche ich auch gerne bei

Griaß di’ Allgäu | 51


ALLGÄU TUT GUT | Trend Hygge

Fotos: Wolfgang Schneider (Lindau); panthermedia.net (Glühwein)

klirrender Kälte oder im Schneegestöber zu einem Winterspaziergang

auf. Dann, wenn es die meisten Menschen meiden,

auch nur den großen Zeh vor die Tür zu strecken. Dann nämlich,

in der Stille und Abgeschiedenheit, sieht man die meisten Tiere,

erlebt die Allgäuer Natur in ihrer ursprünglichsten Art – und fi n-

det zu sich selbst.

Der Heimat fern

Szenenwechsel: Dicht an dicht drängen sich die Besucher. Da passiert

es schon einmal, dass man angerempelt wird. Doch es lohnt

sich, denn es ist nicht ein Weihnachtsmarkt unter vielen. Es ist

Lindauer Hafenweihnacht. Für mich steht fest: Dunkel muss es

sein, wenn ich dorthin gehe, denn dann macht sich eine gemütlich

vorweihnachtliche Stimmung in mir breit. Kalt soll es ebenfalls

sein. Zu einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt gehören

für mich Mütze, Schal, Handschuhe und zwei Paar Socken in

dick gefütterten Stiefeln.

Was die Lindauer Hafenweihnacht so besonders macht? Der

See. Sein rabenschwarzes Wasser refl ektiert das Mondlicht, Wellen

bringen die Boote zum Schaukeln, in der Ferne glimmen die

Lichter von Bregenz. Die Atmosphäre, die den Weihnachtsmarkt

umfängt, ist einzigartig. Ein Ort, der mir beweist, dass Hygge

nicht nur zu Hause ist. Hygge kann man mitnehmen. Denn vor

allem, wenn man seine Liebsten bei sich hat, kann Hygge überall

sein – und überall glücklich machen.

URLAUB IM

Familiendorf

WERTACH AM GRÜNTENSEE, Luftkurort, vom

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FÜR KINDER BIS 12 JAHRE


Griaß di’ Allgäu | 53


ALLGÄU TUT GUT | Töpfer im Porträt

BIO FÜR DIE KLEINEN

Regional

ist Trumpf

Das Motto von Susanna Gabler lautet: „Wir wollen das Allgäu stärken

und etwas zurückgeben.“ Weshalb die Firma Töpfer Kinderhilfswerke ebenso

unterstützt wie Sportvereine oder die regionale Landwirtschaft.

Das Unternehmen mit Produkten rund ums Baby hat sich nicht

ohne Grund in dieser Region niedergelassen.

54 | Griaß di’ Allgäu


Töpfer im Porträt | ALLGÄU TUT GUT

Fotos: Töpfer

Dietmannsried

Kempten

TEXT Anne-Sophie Schuhwerk

Schwarz und weiß. Regional und global. Soziale Verantwortung

und Unternehmensgewinn. Es gibt Gegensätze,

die nicht vereinbar scheinen. Dass es eben manchmal doch

möglich ist, beweist Susanna Gabler, Geschäftsführerin

des Unternehmens Töpfer in Dietmannsried. Die Farblehre hat

sie zwar nicht revolutioniert. Dafür schaff t sie mit ihrem weltweit

agierenden Unternehmen, das Bio-Babynahrung und Naturkosmetik

herstellt, einen außergewöhnlichen Spagat: Jährlich

unterstützt Töpfer immer mehr ehrenamtliche Einrichtungen im

Allgäu, bezieht ausschließlich regionale Kuhmilch, produziert in

Bioqualität und verbucht stetig steigende Zahlen. Dahinter steckt

ein Geheimnis.

„Für jeden Menschen, der bei uns arbeitet, legen wir pro Jahr

einen Betrag auf die Seite, der für den guten Zweck eingesetzt

wird“, erklärt Gabler einen Unternehmensgrundsatz. Von den

Kinderhilfswerken Bunter Kreis und Kinderbrücke Allgäu bis

hin zu den Allgäuer Werkstätten reicht die Liste der Unterstützten.

„Wenn es uns gut geht, soll es auch bei anderen so sein“,

Griaß di’ Allgäu | 55


ALLGÄU TUT GUT | Töpfer im Porträt

Foto: Peter Roth

Foto: Lothar Forstmair

Als ehemaliger Hobby-Volleyballerin liegt Susanna Gabler der Sport am Herzen.

Töpfer unterstützt mit Sponsering heimische Sportler und gibt der Region auch auf diesem Weg einiges zurück.

sagt die Obergünzburgerin. Dazu gehört für Gabler als ehemalige

Hobby-Volleyballerin auch der Sport. Seit Jahren sponsert

Töpfer die Bayerische Beachvolleyball-Tour und die Frauen-

Volleyballmannschaft des TSV Obergünzburg. „Wir wollen das

Allgäu stärken und etwas zurückgeben“, unterstreicht die Firmenchefin.

Regionale Kuhmilch in Bio-ualität zu beziehen, ist für die

54-Jährige deswegen nur logisch: „Nur aus hochwertigsten Rohstoffen

können gute Produkte entstehen.“ Mit langfristigen Partnerschaften

sichert sich die Allgäuerin bei den heimischen Molkereien

jene Milch, die für das Baby-Milchpulver verwendet wird.

Die Landwirtschaft in Familienbesitz ist selbstverständlich auch

darunter.

„Wo immer es uns möglich ist, verwenden wir Bio-ualität“,

erzählt Gabler. An ihre Grenzen stößt sie bei Produkten wie Reis,

der etwa zu Reisbrei für Kinder verarbeitet wird. „Den kriegen

wir beim besten Willen nicht aus dem Allgäu“, sagt Gabler mit

einem Lächeln.

In der zweiten Generation leitet sie das Unternehmen, das inzwischen

auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken

kann. 1911 gründete Max Töpfer die Firma nahe Leipzig und

siedelte sie 1923 ins Oberallgäuer Dietmannsried um. „Begonnen

hat alles mit unserem Kleiebad für Kinder“, erzählt Gabler.

Bis heute ist es bundesweit bekannt und gerade für Kinder mit

empfindlicher Haut geeignet. Der Badezusatz ohne synthetische

Duft-, Farb- und Konservierungsstoff e enthält Bio-Weizenkleie,

Molke und wertvolle Öle.

Erst nach dem Umzug ins Allgäu nahm Töpfer mit dem Milchpulver

für Säuglinge das heutige Hauptstandbein des Unternehmens

ins Angebot auf. Denn: Firmengründer Töpfer hatte immer

das Wohl der Kinder in den Augen. Und so dachte er sich

vermutlich, dass es im Allgäu einfach die beste Milch gibt. Gabler

betont, dass in ihren Augen natürlich das Stillen der Mütter die

beste Variante ist. „Aber wenn es eben einmal nicht funktioniert,

bieten wir eine gesunde Alternative.“ Säuglingsnahrung aus Bio-

Ziegenmilch ergänzt die Produktpalette des Unternehmens.

56 | Griaß di’ Allgäu


Töpfer im Porträt | ALLGÄU TUT GUT

Foto: Peter Roth

Foto: Lothar Forstmair

Vom Fußball über Volleyball, vom Kinder- bis zum Leistungssport: Töpfer engagiert sich auf allen Ebenen. Das Unternehmen

steht damit nicht nur für nachhaltige Ernährung, sondern auch für eine gesunde Lebensweise. Foto rechts unten: Susanna Gabler.

Nach dem Umzug ins Oberallgäu verzeichnete Töpfer im Jahre

2007 einen weiteren großen Umbruch, den Gabler selbst in

die Wege geleitet hat: die Umstellung der Produktion auf Bioqualität.

Als die heutige Geschäftsführerin damals in die Unternehmensleitung

eintrat, sattelte sie um: „Es gibt für mich keine

Alternative zu Bio. Ich sehe darin den einzigen Weg, nachhaltig

und zukunftsträchtig zu produzieren – von Landwirtschaftsund

von Unternehmensseite aus.“

Selbst die Kosmetikartikel, die das Unternehmen für Babys,

Kleinkinder und Schwangere herstellt, entsprechen allen Richtlinien,

die Naturkosmetik erfüllen muss. Das bedeutet unter anderem,

dass die Rohstoff e teilweise aus ökologischer Landwirtschaft

kommen und Tierversuche verboten sind. Mit Waschgels,

Badezusätzen, Cremes, Salben und Ölen bietet Töpfer Eltern damit

eine Option zu den herkömmlichen Produkten anderer Hersteller.

Eine weitere Besonderheit des Unternehmens ist die Produktion.

Töpfer kauft keines seiner fertigen Produkte zu und

Töpfer in Zahlen

• 9 verschiedene Milchpulver

bringt Töpfer auf den Markt

• 11 Milch- und Getreidebreie

mit unterschiedlichen

Geschmacksrichtungen

gehören zur Produktpalette

• 20 Kosmetikprodukte

führt das Unternehmen

• 194 Menschen arbeiten

bei Töpfer

• 15 000 Quadratmeter

umfasst das

Unternehmensgelände

Foto: Anne-Sophie Schuhwerk

Griaß di’ Allgäu | 57


ALLGÄU TUT GUT | Töpfer im Porträt

Konstant werden im Labor des Allgäuer Unternehmens die Qualität geprüft und neue Produkte entwickelt.

Das Wohl der Kleinsten steht für Töpfer an erster Stelle.

stellt mit knapp 200 Mitarbeitern bis auf die Verpackung

alles am 15 000 uadratmeter großen Unternehmensstandort

in Dietmannsried selbst her. Weshalb die Geschäftsführerin

betont, dass das Versprechen, alles komme aus einer Hand,

auch wirklich erfüllt werde. Mitten im Ortskern der kleinen

Oberallgäuer Gemeinde angesiedelt, ist das Unternehmen Töpfer

damit nicht nur einer der größten Arbeitgeber von Dietmannsried,

sondern auch ein Exot in seiner Branche. Regional

und global. Soziale Verantwortung und Unternehmensgewinn.

„Wenn man will, sind auch Gegensätze miteinander vereinbar“,

sagt Susanna Gabler.

Zertifizierungen

• International Featured Standards (IFS)

• EU-Bio-Siegel

• Deutsches Bio-Siegel

• BDIH (certifi ed natural cosmetics)

• Chinese Organic Certification

• Halal

• Kosher

Fotos: Töpfer (oben), Martina Diemand (unten)

58 | Griaß di’ Allgäu


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Der Hochgrat ist mit seinen 1834 m Höhe der

höchste Gipfel der Nagelfluhkette. Von der

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auf über 300 Gipfel in Deutschland, Österreich

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Skifahrer noch im Naturschnee ihr Können

zeigen und im Pulverschnee ihre Spuren

ziehen. Bei ausreichender Schneelage werden

die Routen dann präpariert. Um unsere Natur

zu schonen, gibt es keine Beschneiungsanlage.

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anspruchsvolle Rodelbahn. Auf Kathrein-

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Gondeln in schwarz-gelb, die sportliche Bahn

hinunter sausen macht einen Riesenspaß. Mit

Helm und wasserfester Kleidung ist man bestens

gerüstet. Rodel und Zipfelbobs können an

der Talstation ausgeliehen werden.

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ALLGÄU ENTDECKEN | Hotel Edita & Berger‘s Park

TRADITIONELL UND MODERN

Erfüllter

Lebenstraum

Das Unternehmerpaar Edith und Alois Berger hat der Reihe

von Projekten ein weiteres hinzugefügt: ein Hotel auf Viersterne-Niveau

in Scheidegg. Dort gibt es nicht nur großzügige Zimmer

und einen Wellnessbereich, sondern auch E-Tankstellen,

Fahrrad- und Skiraum oder eine Sennerei.

60 | Griaß di’ Allgäu


Hotel Edita & Berger‘s Park | ALLGÄU TUT GUT

TEXT Albert Hefele | FOTOS OctaviaplusKlaus

Wangen

Wenn Unternehmer Alois Berger

über sein Hotelprojekt Edita

in Scheidegg spricht, strahlen

seine Augen. Nicht zufällig

Lindau

setzt sich der Name des Hotels aus den Vornamen

Bodensee

des Ehepaars Berger zusammen, Edith und Alois.

Man versteht: Für ihn und seine Frau Edith ist

dieses Hotel mehr als nur ein weiteres Projekt in der

langen Reihe von Vorhaben, die der 85-Jährige in seinem

Leben schon verwirklicht hat.

Aus einfachsten Anfängen haben die Bergers ein bedeutendes

Unternehmen geschaffen. Mit elf Produktionsstandorten in fünf

Ländern ist die Firmengruppe mittlerweile weltweit aktiv. Die Auszeichnungen

und Ehrungen, die das Ehepaar erhalten hat, können

gar nicht alle aufgezählt werden und gehen von diversen Vereinsund

Gemeindeehrungen bis zum Bundesverdienstkreuz am Bande.

Eigentlich genug, um darauf stolz zu sein und sich zurückzulehnen.

Aber das ist nichts für Alois Berger. Er kann gar nicht anders, als sich

immer neue Ziele zu setzen. Eines davon ist das im Mai 2018 eröffnete

Hotel in Scheidegg. Ein Haus auf Viersterne-Niveau – Familie

Berger hat 25 Millionen Euro aus eigenen Mitteln investiert.

Bregenz

Scheidegg

Oberstaufen

Im Gespräch mit unserem Magazin fällt immer

wieder der Begriff Lebenstraum. Entsprechend

intensiv war der Einsatz der Eheleute,

was Planung und Ausgestaltung des Hotels

Immenstadt

Edita angeht. Sowohl für Alois Berger, der in

Zusammenarbeit mit den Architekten Tannheim seine Ideen

und Vorstellungen in das Gebäude eingebracht

hatte, als auch für seine Frau, die Wert darauf legt,

dass sie an der Wahl der Innenausstattung wesentlich

beteiligt war: „Da ist kein Vorhang und kein Kissen ohne meine

Zustimmung entstanden“.

Daraus hat sich Besonderes entwickelt: eine gelungene Mischung

aus traditionellen und modernen Elementen. Jede Art von

Komfort, den moderne Technik zu bieten hat, verpackt in etwas,

das man vielleicht „allgäuerische Wohlfühlatmosphäre“ nennen

könnte. Deshalb fällt im großzügig gestalteten Sauna- und Ruhebereich

der Blick auch auf die Allgäuer Berge und jene aus Österreich.

Darum gibt es eine Schafk opfecke für die Freunde des

Kartenspiels. Und deshalb werden die hinter dem Hotelkomplex

steil aufragenden Wiesen nicht maschinell gemäht, sondern von

Jungkühen („Schumpa“) im Zaum gehalten.

Griaß di’ Allgäu | 61


ALLGÄU TUT GUT | Hotel Edita & Berger‘s Park

Es gibt zehn Elektrotankstellen für Autos und eine Fahrradwerkstatt.

Natürlich möchten die Gäste des Hotels behaglich

wohnen und umfassend verwöhnt werden. Dafür stehen 93 Zimmer

auf drei Stockwerken, vom 18 bis 20 uadratmeter großen

Comfort- und Superior Doppelzimmer bis zur 60 uadratmeter

großen Suite zur Verfügung. Es gibt eine Sennerei, zwei Restaurants,

eine Bar mit Lounge Bereich und großer Sonnenterrasse

sowie einen Wellnessbereich, der nach neuesten Erkenntnissen

eingerichtet ist.

Gut ausgestattete Tagungsräume

Auch an Menschen, die zwar die Natur und den Komfort eines

modernen Hotels genießen, sich aber trotzdem in erster Linie

wegen der Arbeit in Scheidegg treffen müssen, ist gedacht. Sieben

Tagungsräume sind mit Veranstaltungstechnik auf neuestem

Stand ausgerüstet, während sich der 130 uadratmeter große

Festsaal für Hochzeiten, Firmen- und Geburtstagsfeiern anbietet.

Zudem hat das Umland einiges zu bieten – zum Beispiel den

Skywalk Allgäu. Auf bis zu 40 Meter Höhe hat der Gast das Gefühl,

durch den Himmel zu laufen. Eine 540 Meter lange Hängebrückenkonstruktion,

getragen von Stahlmasten, führt durch

den Wald. Zudem sind Hochseilgarten und Golfplatz zu Fuß vom

Hotel erreichbar. Und wenn der Gast Glück hat, kann er ganz zufällig

klassische Musik allererster Kategorie hören, wie das Eos

uartett der Wiener Symphoniker, das zuletzt zur Einweihung

des neuen Scheidegger Theatrons gespielt hat. Eine Freilichtbühne

ist direkt am Kurhausweiher gelegen, der wiederum direkt

unter dem Hotel Edita liegt.

Man versteht Alois Berger, wenn das Hotel sein Stolz ist. Sein

ganzer Stolz? „Mindestens genauso stolz bin ich auf unsere Stiftung,

mit der wir weltweit Kinder und Jugendliche unterstützen,

um ihnen eine hoff nungsvolle Lebenschance zu ermöglichen“,

sagt er. Und: „Mein ganzer Stolz ist meine Familie. Meine sieben

Kinder, von denen sechs im Betrieb mitarbeiten. Meine 13 Enkel

und vier Urenkel und meine Frau, die seit 63 Jahren an meiner

Seite steht“.

Wer übrigens einen Ausflug ins Unterallgäu macht oder sich

den Allgäu Airport in Memmingerberg anschauen will, wird

ebenfalls mit dem Namen Berger konfrontiert. In Berger‘s Park

Memmingerberg bietet das Berger‘s Restaurant (mit Biergarten)

Gerichte aus der Region an – oder wie der dortige Slogan wegen

der Nähe zum Flughafen lautet: „Unkomplizierte, saisonale Allgäuer

Küche, gewürzt mit einer Prise Fernweh.“

www.hotel-edita.com

www.bergers-restaurantim-park.com

Ein kreatives

Unternehmerpaar, das sich

in Scheidegg einen

Lebenstraum erfüllt hat:

Edith und Alois Berger.

62 | Griaß di’ Allgäu


Griaß di’ Allgäu | 63


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Griaß di’ Allgäu | 65

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TITEL | Neuschwanstein

Poularden

mit Haselnussspätzle

ZUBEREITUNG:

Karotte und Lauch würfeln. Zwiebel schälen und ebenfalls

würfeln. Rotwein und Essig aufkochen, Gemüsewürfel,

Lorbeer, Nelke und Wacholder dazugeben.

Den heißen Fond über das Fleisch gießen und

zugedeckt 24 Stunden marinieren lassen.

Das Fleisch aus dem Fond nehmen und trocken tupfen.

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. In einem

Bräter das Rapsöl erhitzen, das Fleisch mit Salz und

Pfeffer würzen und beidseitig anbraten. Mit ca. 200

ml Fond samt Gemüse ablöschen.

Den Bräter in den Ofen schieben und das Fleisch ca.

30 Minuten schmoren, danach die Temperatur auf 80 °C

reduzieren, das Fleisch aus der Sauce nehmen und im Ofen

warm halten.

Die Sauce auf dem Herd mit Sahne und Crème fraîche aufkochen und

sämig einköcheln lassen, gegebenenfalls mit der Kartoffelstärke binden.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Spätzle Haselnüsse und Mehl mit etwas Salz vermengen,

die Eier dazugeben und mit einem Holzlöffel so lange kräftig schlagen,

bis der Teig Blasen wirft und zäh und klebrig ist. Reichlich Salzwasser

zum Kochen bringen und die Spätzle mit einer Spätzlepresse (oder Spätzlehobel)

portionsweise direkt ins kochende Wasser pressen oder hobeln.

Einmal kurz aufkochen lassen und mit einem Schaumlöffel herausnehmen.

Butter in einer Pfanne zerlassen und die Spätzle darin schwenken.

Das Fleisch aufschneiden, die Sauce aufmixen und

66 | Griaß di’ Allgäu

übergießen und mit den Spätzle servieren.

ZUTATEN FÜR 4 PERSONEN:

Poulardensauerbraten

80 g Karotten | 80 g Lauch | 80 g Zwiebel

500 ml Rotwein | 100 ml Rotweinessig

3 Lorbeerblätter | 5 Nelken | 3 Wacholderbeeren

4 Poulardenbrustfilets (à 170 g)

3 EL Rapsöl

Salz | frisch gemahlener weißer Pfeffer

100 g Sahne | 3 EL Crème fraîche

1 TL Kartoffelstärke

Haselnussspätzle

100 g gemahlene Haselnüsse

400 g Weizenmehl (Type 405)

Salz | 6 Eier | 2 EL Butter


Neuschwanstein | TITEL

ZUTATEN FÜR 2 PERSONEN:

Streusel

70 g Weizenmehl (Type 405)

50 g Zucker

¼ TL Lebkuchengewürz

100 g Butter zzgl. etwas für die Form

Früchtemischung

1 Tasse roter Portwein

1 Tasse Johannisbeersaft

1 EL Zucker

1 Handvoll Zwetschgen

1 Apfel (Boskop)

2 EL Calvados

Chili-Vanille-Sahne

100 g Sahne

Mark von

1 Vanilleschote

½ rote Chilischote

ZUBEREITUNG:

Mehl, Zucker und Lebkuchengewürz vermengen,

die Butter hineingeben und mit

den Fingern zu Bröseln verreiben.

Wein und Saft mit Zucker aufkochen und

stark einkochen. Die Zwetschgen entsteinen,

den Apfel vierteln und entkernen. Mit

dem Calvados in den Weinsirup geben.

Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze

vorheizen, Apfel und Zwetschgen mit dem

Sirup in eine gebutterte Form geben, Streusel

darauf verteilen und im Ofen 30 Minuten backen.

Sahne steif schlagen, das Vanillemark unterrühren.

Die Chili entkernen und fein hacken. Nach Geschmack

1–2 Msp. in die Vanillesahne geben und zum warmen

Crumble servieren.

Apfel

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begeistert Christian Henze ein Millionenpublikum

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Griaß di’ Allgäu | 67


68 | Griaß di’ Allgäu


Allgäu genießen

Wussten Sie, dass… zu einem perfekten Skitag auch immer genussvolle Pausen gehören? Ganz nach

dem Motto: Wer Sport treibt und den Körper fordert, der darf auch ruhig den Gaumen verwöhnen

und zu Süßem greifen. Unser sportliches Quartett gönnt sich eine Verschnaufspause auf der Terrasse des

Nebelhorn-Restaurants. Genießen kann man an diesem Ort nicht nur das kulinarische Angebot,

sondern auch die gewaltige Aussicht. Im Fenster hinter unseren Freunden spiegelt sich

die imposante Welt der Allgäuer Alpen.

Griaß di’ Allgäu | 69

Foto: Ralf Lienert


TITEL | Neuschwanstein

70 | Griaß di’ Allgäu


DURCHATMEN UND ENTSPANNEN

Entführt in die

Welt der Düfte

Was der Teilnehmer eines Aromatherapie-Workshops alles erleben und fühlen kann?

Wir haben es ausprobiert – und ein individuell abgestimmtes, naturreines

Massageöl, ein Badesalz und ein Sportspray gemischt. Ein Besuch bei Primavera.

Marktoberdorf

TEXT Isabell Schmid

FOTOS Christian Mörken

Kempten

Grafiken & Foto links: panthermedia.net

Mein Termin erinnert mich ein

bisschen an Patrick Süßkinds

Roman „Das Parfüm“. Ich lasse

mich in eine Welt der naturreinen

Lindau

Düfte von Pflanzen entführen und mische

Oberstaufen Immenstadt

mein eigenes Körperpflegeöl nach selbst kreierter

Rezeptur. Einen Hauch davon gieße ich auf meine Hände.

Ich massiere Arme und Beine ein und gleite mit den Fingern

über meine Haut, die sich geschmeidig anfühlt. Dabei steigt mir

ein blumig-feiner Duft in die Nase und ich fühle mich entspannt.

Es riecht nach Lavendel, als mich Aroma-Expertin Julia Merbele

zu meinem Arbeitsplatz bei Primavera in Oy-Mittelberg führt.

Dort nehme ich an einem Workshop über Aromatherapie teil. In

einem gelb-orange gehaltenen Raum steht auf einem Tisch ein

Koff er voll kleiner Fläschchen, gefüllt mit unterschiedlichsten

ätherischen Einzelölen und diesen Etiketten: Bio-Orange, Grapefruit,

Zimt, Tonkabohne, Yasmin, und, und, und.

Dann stehen da noch eine Schüssel, Handtücher, Weckgläser,

Salzbeutel und ein Trichter. Das ist mein Handwerkszeug. Zur

Stärkung probiere ich ein Glas Wasser, das mit ätherischen Ölen

aromatisiert ist und nach Holunder schmeckt. Es herrscht eine

herzliche Atmosphäre. Unser Zimmer besitzt fast keine Ecken

Iller

Oy-Mittelberg

und Kanten, sogar die Wände sind sanft geschwungen

und wellenförmig. Wie Wasser in

Nesselwang

einem Flussbett soll hier der Duft ätherischer

Öle den Raum durchströmen. Immerhin ist das

gesamte Primavera-Gebäude nach Feng Shui gebaut.

Tannheim Zu Beginn des Workshops bekomme ich eine kleine

Warenkunde und wir überlegen gemeinsam, was wir herstellen

wollen. Ein naturreines Massageöl soll es sein. Genau auf mich,

meinen individuellen Körperduft und auf meine Wünsche abgestimmt.

Ich öffne ein paar Fläschchen und rieche Zirbenholz,

Kiefer, Anissamen, Kardamom und vieles mehr.

Bei all den Naturdüften, die mir in die Nase steigen, fällt mir

eine Auswahl schwer. Außerdem habe ich keine Ahnung davon,

was zusammenpasst und was nicht. Julia Merbele hilft mir. Sie

träufelt auf drei Papierblättchen jeweils verschiedene ätherische

Öle und reicht sie mir. Wie einen Fächer wedle ich mit ihnen vor

meiner Nase herum und atme tief ein. So fi nde ich heraus, welche

ich mag, welche nicht und welche Kombinationen mir gefallen.

Interessant zu wissen: Es gibt nicht nur individuelle, sondern

auch länderspezifische Vorlieben. „Viele Deutsche tendieren zu

Zitrusfrüchten wie Grapefruit oder Zitrone. Asiaten bevor-

Griaß di’ Allgäu | 71


ALLGÄU GENIESSEN | Aromatherapie

In die Welt der Düfte entführte Julia Merbele (auf dem rechten Foto) unsere Reporterin, die schwer beeindruckt war...

zugen oft Blüten wie Jasmin oder Neroli“, erklärt Merbele.

Und manchmal gibt es auch regelrechte Trends. Zum Beispiel die

Vorliebe für Zirbe. Beim Blick in den Koff er lerne ich neue Düfte

kennen wie beispielsweise Benzoe. Dieses ätherische Öl hat einen

weiten Weg hinter sich. Es stammt von bis zu 20 Meter hohen

Benzoebäumen aus Laos (Südostasien). Deren Rinde wurde angeschnitten

und das austretende Harz aufgefangen. Mit Alkohol extrahiert,

entstand das ätherische Öl, das ich jetzt auf meine Hand

träufl e. Sein süßlicher Duft erinnert mich an Vanille.

Wie in einer Weihnachtsbäckerei

Ob man einen Geruch mag oder nicht, hängt manchmal von der

Erinnerung ab. Verbindet man ihn mit einem positiven Erlebnis,

steigt die Wahrscheinlichkeit, ihn zu mögen. Und natürlich auch

andersherum. Ich fi nde heraus, dass Eukalyptus nicht zu meinen

Favoriten gehört, weil ich Erkältungsmittel damit in Verbindung

bringe. Wenn ich hingegen ein Vanille-Fläschchen öffne und

meine Augen schließe, fühle ich mich wie in einer Weihnachtsbäckerei.

Ich liebe Plätzchen und ich liebe Vanille. Ein wohliges

Gefühl erfüllt meinen Bauch.

Zurück zum Workshop. Um ein wohlriechendes Körperpflegeöl

zusammenzustellen, muss man wissen, dass eine gelungene

Komposition drei Noten braucht: Die erste ist die Kopfnote. Sie

entfaltet sich schnell, verfliegt aber auch nach rund zwei Stunden

wieder. Meist zählen frische Düfte wie Pfefferminze oder Zitrusfrüchte

dazu. Die zweite ist die Herznote wie Rose, Lavendel

oder Kamille. Sie braucht etwas Zeit, um sich zu entwickeln, ist

dafür aber auch bis zu sechs Stunden wahrnehmbar. Die dritte

heißt Basisnote. Sandelholz oder Zeder zählen dazu. Sie hält am

längsten an und verleiht eine grundlegende Eigenschaft wie erdig

oder tief. Unter fachlicher Anleitung ist es meine Aufgabe, diese

drei Noten in ein Verhältnis zu setzen.

Los geht’s. Als Grundlage benutze ich ein geruchsneutrales

Mandelöl in einer 50-ml-Flasche, das ich mit Grapefruit und

Blutorange als Kopfnote, Zirbelkiefer und Zimtrinde als Herznote

und Tonka-Extrakt als Basisnote verfeinere. Ich muss sehr

genau arbeiten und es ist gar nicht so einfach, die richtige Menge

zu erwischen. Gerade dann, wenn ich nur noch einen einzigen

Tropfen brauche, rutschen dem einen schnell drei weitere hinterher.

Und schwupp, schon war es einer zu viel.

Julia Merbele beruhigt mich. „Kaputt machen“ kann ich mein

Gemisch mit so einer Dosierungsnuance nicht. Langsam klappt

alles besser und es macht mir richtig Spaß. Ich mag das dumpfe

Klopfen, wenn ich die kleinen Glasfl äschchen aus dem Holzkoff

er entnehme und wieder zurückstelle. Ich werkle vor mich

hin, rieche hin und wieder und hantiere weiter. Als ich fertig

bin, schreibe ich meine Rezeptur auf ein Etikett und klebe es auf

die Flasche. Ich nenne es Weihnachtszauber. Zur Übung und als

Dankeschön stelle ich meine Kreation ein zweites Mal für meinen

72 | Griaß di’ Allgäu


Aromatherapie | ALLGÄU GENIESSEN

... und schließlich selbst Hand anlegen beziehungsweise ein Körperpflegeöl mit ganz persönlichem Duft herstellen durfte.

Kollegen her, den Fotografen dieser Geschichte. Jetzt will ich’s

aber auch auf der Haut spüren. Ich gieße etwas auf meine Hände

und massiere sanft ein, bis sich meine Haut geschmeidig anfühlt

und glänzt. Ein angenehmer Duft steigt auf, mir wird warm und

ich fühle mich wohl. Ein Erlebnis für alle Sinne.

Aus aller Welt

Beeindruckend, wie sorgsam jedes einzelne ätherische Öl, das

ich hier wie selbstverständlich verwende, gewonnen wird: in

kleinbäuerlicher Herstellung in ausgewählten Ländern der Welt

– dort wo die Pflanze ihren Ursprung hat und am besten gedeihen

kann. Für einen einzigen Tropfen Rosenöl beispielsweise

sind 30 Rosenköpfe notwendig, die erst einmal von Hand in der

Türkei geerntet werden müssen. Und das auch noch bei der richtigen

Tageszeit – im Morgengrauen. Nur dann bildet die Blume

der Liebe ihren Duft am intensivsten aus, sodass sie auch zu diesem

Zeitpunkt geerntet werden muss. Anschließend werden die

Rosenblüten destilliert. So entsteht das wertvolle ätherische Öl,

das dann eine weite Strecke zurücklegt, ehe es hier auf meinem

Tisch landet. „Primavera arbeitet mit Bio-Anbaupartnern in aller

Welt zusammen, um Rohstoff e bester ualität zu erhalten“,

erklärt Merbele. Das Ziel der Partnerschaften ist es, im Einklang

mit der Natur zu säen und zu ernten. So stammen die kraftvollen

Pflanzenstoff e aus verschiedenen Ländern: Lemongrass aus

Bhutan, Rosmarin aus Frankreich, Myrte aus Peru, Lavendel aus

Frankreich.

Zurück zu meinem Öl. Ein Tipp zur Anwendung: Um es als

Körperöl zu verwenden, wird die Mischung aus Mandelöl und

ätherischen Ölen in die feuchte Haut einmassiert. Über sie gelangen

die verschiedenen Wirkstoffe der Öle in den Organismus

und werden dort verstoff wechselt. So lassen sich je nach Auswahl

bestimmte Effekte erzielen. Mein Öl soll im Winter wärmen und

entspannen.

Ich widme mich dem nächsten Projekt: einem Badesalz. Dazu

nehme ich ein Weckglas in die Hand, das ich auch zum

Massageöl

50 ml Mandelöl

1 Tropfen Grapefruit

3 Tropfen Blutorange

2 Tropfen Zirbelkiefer

1 Tropfen Zimtrinde

3 Tropfen Tonka-Extrakt

Griaß di’ Allgäu | 73


ALLGÄU GENIESSEN | Aromatherapie

Fünf Tropfen des ätherischen Lavendelöls hat unsere Reporterin zur Herstellung eines Badesalzes verwendet. Rechts der Blick in eine Rosendestille.

Badesalz

200 Gramm Meersalz

5 Tropfen Lavendel

8 Tropfen Orange

1 Tropfen Nelkenknospe

Einkochen von Marmelade verwenden würde. Ich gebe fünf

Tropfen Lavendelöl hinein, acht Tropfen Orangenöl und einen

Tropfen Nelkenknospenöl. Anschließend schwenke ich das Glas,

bis der innere Rand mit einem Film überzogen ist. Jetzt kommt

die Hälfte meines Meersalzes (also 100 Gramm) dazu. Ich schließe

den Deckel und schüttle wie ein Barkeeper seinen Cocktail.

Sobald der Inhalt gleichmäßig eine gelbliche Farbe angenommen

hat, gebe ich den Rest des Salzes hinzu und schüttle wieder.

Voilà – mein persönliches Salz ist fertig. Es eignet sich optimal

für wärmende Bäder in der kalten Jahreszeit. Wie gerne würde

ich jetzt so eines nehmen. Weil keine Wanne vorhanden ist, muss

eine Schüssel für ein Fußbad herhalten. Ich füge einen Esslöffel

meines Salzes einem Liter Wasser hinzu und rühre um. Jetzt stelle

ich meine Füße hinein. Ich spüre wohltuende Wärme in meinem

Körper von unten nach oben aufsteigen. Bevor ich ins Schwitzen

komme, steige ich aus und tupfe mich mit Handtüchern ab.

Meinem nächsten und letzten Projekt widme ich mich barfuß,

so kann das Bad besser nachklingen. Weil ich gern Sport treibe,

empfiehlt mir Julia Merbele ein Immortellen-Spray, das ich zur

Vorbeugung oder Behandlung gegen Muskelkater verwenden

kann. Ich nehme eine Sprühflasche mit 50 ml Immortellenwasser.

Mit Hilfe eines Trichters gieße ich Johanneskrautöl in mein

Spray, bis die Flasche voll ist. Zum Schluss gebe ich zehn Tropfen

ätherisches Wacholderöl hinzu. Schütteln, aufsprühen, fertig.

Zum perfekten Test fehlt allerdings der Muskelkater.

Als mein Workshop zu Ende ist, gibt mir Julia Merbele eine

Stofftüte, in die ich meine Kostbarkeiten einpacken und mit nach

Hause nehmen darf. Zum Abschluss führt sie mich durchs Haus.

Ein Hingucker ist der Mittelpunkt: eine Glassäule, die vom Erdgeschoss

bis in den zweiten Stock reicht und gefüllt ist mit tausenden

von kleinen Bergkristallen, aber auch mit Mini-Fläschchen,

die die Ölherstellung symbolisieren sollen. Das sei das Herzstück

von Primavera, betont Firmengründer Kurt Ludwig Nübling.

Schließlich drehen wir noch eine Runde durch den Heilkräutergarten,

angelegt in einem Kreis um eine Wildblumenwiese.

Der Weg ist von beiden Seiten mit Rosen bewachsen. Man

kommt an einem Bergkristall vorbei und an einem Teich, in dessen

Zentrum ein kugelförmiger Stein thront. In der Ferne sieht

der Besucher die Gipfel der Berge. Ich atme tief ein und vergesse

vollkommen, dass ich hier gerade gearbeitet habe.

74 | Griaß di’ Allgäu


Josy's Vinotheque

Alpseestraße 16

87645 Hohenschwangau

Tel: +49 (0)8362 8199 1181

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Griaß di’ Allgäu | 75


ALLGÄU GENIESSEN | Bergwelt Brennerei

76 | Griaß di’ Allgäu


Bergwelt Brennerei | ALLGÄU GENIESSEN

Allgäuer mit

schottischem Blut

Andreas von Bergwelt betreibt in Pfaffenhausen

eine der modernsten Whisky-Distillerien in Bayern.

Er zaubert in der Bergwelt Brennerei einen Single-Malt,

der zahlreiche Kenner begeistert. Kein Wunder:

Immerhin stammt ein Vorfahr von ihm aus Schottland.

Günz

Krumbach

Mindel

Pfaffenhausen

Mindelheim

TEXT & FOTOS Christian Mörken

Whisky und Schottland gehören zusammen wie

Allgäu und Käse. Und obwohl Andreas von

Bergwelt ein eingefleischter Allgäuer ist, fl ießt

in seinen Adern auch schottisches Blut. Der

schottische Ingenieur John Baildon, der im Dienste des preußischen

Königshauses stand, ist sein Vorfahr.

Seit November 2017 betreibt Andreas von Bergwelt

im Unterallgäuer Pfaffenhausen eine der modernsten

Whisky-Destillerien samt Showroom, in

dem bis zu 50 Menschen Platz fi nden für

Tastings und Whisky-Seminare. Blickfang

ist die über vier Meter hohe

Brennanlage mit der ausgeprägten

Brennhaube aus Kupfer. 700 Liter

Whiskymaische können hier

in dreieinhalb Stunden produziert

werden. Dafür verwendet

der Chef ausschließlich beste

Gerstenmalze, die er von bayerischen

Spezialmälzereien

bezieht. Unter Verwendung

der neuesten Brenntechnik,

langsa-mem Brennverfahren

nach dem Fadenprinzip und

amerikanischer Weißeichenfässer,

reift in Pfaffenhausen ein beson-

derer Tropfen heran. Auch beim Wasser geht von Bergwelten

keine Kompromisse ein und setzt auf ein Tiefbrunnenwasser aus

der Region, das noch von abschmelzenden Gletschern stammt.

„Wichtig ist die extra große Whiskyhaube“, betont der Allgäuer.

„Je mehr der Alkoholdampf mit der Kupferoberfläche

in Berührung kommt, desto reiner wird der Alkohol.“

So schmeckt schon das hochkonzentrierte Destillat mild

und kratzt nicht im Hals. Drei Jahre und einen Tag muss

es dann in den Eichenfässern lagern, bis es sich Whisky

nennen darf. So lange das Destillat jünger ist, gilt es als

„New Make“. Deshalb verkauft Andreas von Bergwelt

seine ersten Flaschen unter dem Namen „White Mountain

Single Malt“, also ohne den Zusatz „Whisky“.

Unter Whiskykennern stoßen aber bereits diese

Destillate auf so große Begeisterung, dass viele

„First Fill“-Zertifi kate erworben haben. Dafür

bekommen sie Flaschen aus der ersten Abfüllung

des Whiskys im Jahr 2021. Neben dem

Whisky bietet Andreas von Bergwelt auch

noch Gin, Williams-Christ-Birnen-Schnaps,

Haselnusslikör, Holunder-Balsamico und

viele weitere Spezialitäten an. Ein Schmankerl:

Ab 2019 schult der Maestro zudem Edelbrand-Sommeliers.

Sein schottischer Vorfahr

wäre sicherlich stolz auf seinen Nachfahren

aus den Allgäuer „Lowlands“.

Griaß di’ Allgäu | 77


Mit

den Ohren

sehen

Wenn Georg Baldauf auf einen Käselaib klopft, achtet er auf

den Klang. Der verrät ihm vieles über den Gärprozess. In Deutschlands

ältester familiengeführter Käserei wird auf Werte und ualität

geachtet – und damit auch auf Allgäuer Tradition.

78 | Griaß di’ Allgäu


Marke Allgäu | ALLGÄU GENIESSEN

TEXT Ingrid Rösner | FOTOS Marc Oeder

Georg Baldauf geht durch den Reifekeller und klopft

mit dem Käsebohrer auf einen der 7500 Käselaibe.

Diese ruhen in zwei Klimazonen auf Holzbrettern,

bis sie den richtigen Biss und das gewünschte Aroma

haben. Der Klang verrät seinem geschulten Ohr, ob der Gärprozess

im Innern optimal verläuft.

„Käse ist für mich ein wahnsinniges Geschmackserlebnis und

passt perfekt in unsere Allgäuer Landschaft“, sagt Baldauf. „Aus

Heu entsteht eines der anspruchsvollsten und vielseitigsten Lebensmittel.“

Man müsse aber seinen Verstand schon einschalten,

um zu verstehen, weshalb sich ein Käse so oder so entwickelt.

Dass er hier einmal stehen und den Familienbetrieb „Baldauf

Käse“ führen würde, war trotz aller Begeisterung nicht geplant.

Bis 2011 arbeitete er als studierter Maschineningenieur

unter anderem im Allgäu und

hatte die Verantwortung für 60 Mitarbeiter.

Derweil war die Käserei zwar mit dem damaligen

Geschäftsführer gut verwaltet. Aber

es gab einen Investitionsstau.

Alles untergehen lassen? Das kam für ihn nicht infrage. Er

überlegte, wie er die Käserei so umgestalten könne, dass diese

marktfähig bleiben und in 100 Jahren noch funktionieren würde.

Und wie er gleichzeitig möglichst viel von der Tradition erhalten

könne. Baldauf: „Hier in Goßholz ist schließlich die Keimzelle

der Allgäuer Milchwirtschaft.“ Sein Urururgroßvater war einer

der Drahtzieher des professionellen Käsehandels. Erst Huthändler

von Beruf, wechselte dieser 1862 zum Käse. „Die Kommerzialisierung

der Milch hat in Goßholz angefangen. Die Leute

hier waren extrem geschäftstüchtig“, erzählt Baldauf. Mit Käse

zu handeln, war damals eine große Nummer. Zuerst wurde die

Sommerproduktion aus den Hochalpen verkauft. Dann produzierten

die Leute in Dorfsennereien selbst Käse. Irgendwann sei

das ganze Westallgäu in der Hand der Käsehändler gewesen.

„Käse ist für mich

ein wahnsinniges

Geschmackserlebnis.“

Ein starkes Erbe. Georg Baldauf investierte in die alten Gebäude,

baute an und um, erweiterte die Kapazitäten, verjüngte die

Mannschaft, modernisierte die Dorfsennereien, die ihm die Käselaibe

liefern, und baute sich ein Labor.

Die Firma erwachte aus dem Dornröschenschlaf. Das Ziel

war, „Baldauf Käse“ viel stärker als Marke aufzubauen und ein

wertiges Produkt zu schaff en: „Ich schaue, was sinnvolle Landwirtschaft

ist. Es geht nicht darum, mehr Milch zu produzieren.

Ich spreche mit den Bauern, um ein Modell zu entwickeln, das

nachhaltig ist und keine Ressourcen verbraucht.“ Er will sie vernünftig

bezahlen können. Denn dann würden sie auch besser

wirtschaften. Immerhin seien die Bauern jene, die die Allgäuer

Landschaft pflegen und durch die Weideviehhaltung erhalten.

Baldaufs größter Antrieb, morgens in die

Käserei zu gehen, sind seine 90 Mitarbeiter.

Und er hat eine Vision: ein traditionelles Unternehmen

erfolgreich mit seinen Produkten

auf dem Markt zu etablieren, auch international.

Vor allem Leidenschaft wolle er in

seinem Team entwickeln. Von der Stechuhr hat er sich hingegen

defi nitiv losgesagt. Das Zauberwort heißt Natur. Mal spazieren

gehen, auf den Berg oder aufs Mountainbike steigen, die Ski

anschnallen: Da werde der Kopf wieder frei für neue Ideen, ist

Baldauf überzeugt.

Das blaue Markenzeichen Allgäu, das an die wirtschaftlichen

Ursprünge des Allgäus erinnert, ist sehr häufig bei der Kennzeichnung

regionaler Lebensmittel zu fi nden. Hinter dem ualitätsversprechen,

das mit der Marke verbunden ist, steht die Vermarktung

von Nahrungsmitteln aus dem Allgäu. Georg Baldauf

versteht sich als Botschafter für die Marke Allgäu. Verantwortung

für die eigene Region zu tragen, versichert er, motiviere

ihn täglich.

www.marke.allgaeu.de

Griaß di’ Allgäu | 79


ALLGÄU GENIESSEN | Käse-Sommeliére

ALS BOTSCHAFTERIN UNTERWEGS

Verliebt in die

Allgäuer

Stinker

Für Roswitha Boppeler ist Käse kein Lebensmittel,

sondern ein Lebensgefühl. Deshalb hat sie sich zur

Sommelière ausbilden lassen. Und sie beteuert:

„Käse ist so wertvoll wie eine Praline.“

Foto: pantermedia.net

80 | Griaß di’ Allgäu


Käse-Sommelière | ALLGÄU GENIESSEN

Käseprobe für eine Ministerin: Roswitha Boppeler (rechts) serviert Michaela Kaniber bei der Agrar Schau in Dietmannsried schmackhaften Allgäuer Käse.

TEXT Susanne Lorenz-Munkler

FOTOS Martina Diemand

Kempten

Wer kennt sie nicht, Frau Antje,

die den Käse aus Holland

bringt? Die blonde Schönheit

mit den langen, gefl ochtenen

Zöpfen und dem Lindau weißen Spitzenhäubchen.

Oberstaufen

Klar,

Immenstadt

ganz so bekannt ist Roswitha Boppeler nicht. Doch immer

öfter steht die Käsebotschafterin des Allgäus vor laufenden

Kameras oder lacht übers ganze Gesicht von den Seiten deutscher

Tageszeitungen und Magazine. Immer ein Stück Allgäuer

Käse in der Hand oder auf dem Servierbrett. Und meist in Begleitung

prominenter Persönlichkeiten. Okay, George Clooney war

noch nicht dabei. Doch in jenen 21 Jahren, in denen Roswitha

Boppeler das „Weiße Gold des Allgäus“ auf der „Grünen Woche“

in Berlin anpreist, hat sie acht deutsche Landwirtschaftsminister

zum Genießen verführt und vielen Politikern und Prominenten

Lust auf mehr gemacht.

Denn für die Käse-Sommelière ist Käse mehr als ein festes

Milcherzeugnis. Für sie ist Käse ein Lebensgefühl.

Iller

„Bodenständig, kraftvoll und intensiv“:

So lobt die heute 50-Jährige den Allgäuer

Nesselwang

Rohmilchkäse. „Ein echter Allgäuer eben, mit

Tradition und Herz und absolut ehrlich“, sagt sie

und schmunzelt. Erzeugt wie zu Großvaters Zeiten:

mit Harfe, Käsetuch, viel Fingerspitzengefühl und Liebe.

Schon 1827 sei das ureigenste Allgäuer Produkt so herge-

Tannheim

stellt worden.

Allgäuer Bergkäse, Emmentaler und Sennalpkäse sind köstliche

Raritäten aus dem Allgäu und EU-weit geschützt“, lautet

Boppelers Botschaft. Die temperamentvolle Frau mit dem frechen,

roten Bubikopf legt noch eins drauf. „Ein gut gereifter

Bergkäse ist kein Lebens-, sondern ein Genussmittel. Kostbar wie

eine Praline“, schwärmt sie und reicht hübsch als Trapez geschnittene

Käse-Häppchen. „Kosten Sie selbst!“

Betrachte man die Arbeit, das Know-how des Käsers und

schließlich den hochwertigen Rohstoff für Rohmilchkäse, müssten

Allgäuer Bergkäse und Allgäuer Emmentaler viel teurer

Griaß di’ Allgäu | 81


ALLGÄU GENIESSEN | Käse-Sommeliére

sein, meint sie. Denn die Rohstoff -Lieferanten, also die Kühe,

werden ausschließlich mit Heu, Gras und meist gentechnikfreiem

Getreide gefüttert. Auf der Alm, die im Allgäu Alpe heißt,

fressen sie Gras von biologisch bewirtschafteten Bergweiden, die

bis auf 1500 Meter Höhe reichen. Dort wächst das kräuterhaltige,

sogenannte Apothekergras, ein Futter voller Kräuter und

Blumen, welchen Heilwirkung nachgesagt wird.

„Man schmeckt aus dem Käse heraus, was die Kuh gefressen

hat“, behauptet die Käse-Sommelière. Ihr geschulter Gaumen

kann nicht nur das. Er kann auch rund 400 verschiedene Käsesorten

aus aller Welt unterscheiden.

Verarmte Geschmacksnerven

Doch nicht jeder hat so feine Geschmacksnerven wie die Allgäuer

Frontfrau auf der Grünen Woche. Gerade die heutige Generation

wachse mit so viel Geschmacksverstärkern auf, dass die

Geschmacksnerven verarmt sind, glaubt die Käse-Aktivistin.

Sensorische Fähigkeiten könne man freilich trainieren. Aber vor

allem müsse man Menschen über die wertvollen und gesunden

regionalen Lebensmittel aufk lären. Motto: „Nur was man kennt,

das schätzt man.“

Ein Tag in der Schulküche der Hauswirtschaftsschule im Grünen

Zentrum in Kempten. Akribisch legt ein junger, hochgewachsener

Mann dreieckige Käsestückchen und -scheiben auf

einem großen Holzbrett aus. Er ordnet sie so an, dass sie in der

Mitte zusammenlaufen und eine klare Linie bilden. Mit Birnen,

Walnüssen, Erdbeeren und Trauben verfeinert er sein Kunstwerk.

Alexander ist 25 Jahre alt und Einzelhandelskaufmann aus dem

Raum Heidelberg. In Kempten lernt er heute von seiner Lehrerin,

wie man Käse geschmackvoll auf einer Platte drapiert. Alexander

ist einer von 14 Teilnehmern aus ganz Deutschland, die

sich für die Fortbildung zum Käsesommelier entschlossen haben.

Bei Roswitha Boppeler lernt er das Einmaleins des aktiven Verkaufens,

die Besonderheiten einer effizienten Schneidetechnik an

der Theke, viel über Sortenkunde, Vermarktungsstrategien und

Präsentation. Die 15-tägige Ausbildung endet mit dem Käsesommelier-Zertifi

kat. „Wer das Diplom in der Tasche hat, ist echter

Käsekenner und kann sein Wissen auch weitergeben, sei es an der

Ladentheke, auf dem Markt oder in der Gastronomie“, meint die

Käse-Sommelière, die auch als Verkaufstrainerin für den Lebensmitteleinzel-

und Großhandel arbeitet. Und fast schon mit missionarischem

Drang alles daran setzt, ihr umfangreiches Käsewissen

unter die Menschen zu bringen: „Leider gibt es bis heute den

Ausbildungsberuf des Käsefachverkäufers nicht, obwohl wir so

eine große Käsevielfalt haben.“

Käse hebt die Stimmung von Roswitha Boppeler (Foto oben),

und wenn ihr Mann, Alexander Holdenried, dazu auch noch

einen Rotwein beisteuert, ist die Welt für sie in Ordnung.

82 | Griaß di’ Allgäu


Käse-Sommelière | ALLGÄU GENIESSEN

Wie aber wurde sie selbst Käse-Sommelière? Ihre Biografi e ist

so außergewöhnlich wie sie selbst. Die Tochter eines Metzgers aus

Obergünzburg wollte schon als Kind Verkäuferin werden. Nach

der Schule startete sie 1982 eine Lehre als Fleischerei-Fachverkäuferin.

Bereits mit 20 Jahren wurde sie Abteilungsleiterin bei der

Einzelhandelskette Feneberg. Später wechselte sie als Fachberaterin

zu einem Lebensmittelunternehmen in Freiburg.

Als Allgäuerin wurde ihr dort nahegelegt, das Fachgebiet Käse

zu übernehmen. Irgendwann in dieser Zeit hat Roswitha Boppeler

ihre Leidenschaft für die Allgäuer Stinker entdeckt, die an

Käsetheken oft noch ein stiefmütterliches Dasein fristen. Also

bildete sie sich in diesem Bereich fort und arbeitete zwei Jahre in

einem Feinkostgroßhandel in Ulm. 1994 war sie bei der Schönegger

Käsealm in Prem, wo sie mehr vom Käsehandwerk und der

Vermarktung lernte. 1998 machte sie sich selbstständig. Seither

schult sie Personal im Lebensmittelbereich und ist als Repräsentantin

für Käsespezialitäten auf Messen tätig. Zur Sommelière

ließ sie sich 2010 in Österreich ausbilden, weil es dieses Ausbildungsangebot

in Deutschland damals noch nicht gab. Dass man

heute auch in Deutschland Käse-Sommelier werden kann, ist unter

anderem ihr Verdienst.

Dass zu einem guten Käse immer auch ein guter Wein gehört,

steht für Roswitha Boppeler außer Frage. So scheint es

auch kein Zufall zu sein, dass die Allgäuerin seit 2014 mit Alexander

Holdenried, einem Winzer aus Mainz, verheiratet ist.

Kennengelernt haben die beiden sich 2009 in Travemünde, bei

einem Glas Prosecco in der Mittagspause. In aller Regel einer

Meinung sind die Käseexpertin und der Winzer, berufl ich wie

privat. Klingt nach perfekter

Harmonie – wie eben

auch zwischen Käse und

Wein.

Foto: pantermedia.net

Griaß di’ Allgäu | 83


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wie in dem Allgäuer Wohlfühlort. Ob beim Skifahren oder in

der Loipe, mit Schneeschuhen abseits geräumter Winterwanderwege

oder lieber romantisch in der Pferdekutsche - jeder

kommt hier auf seine Kosten. Mit der Gästekarte „Oberstaufen

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Die Landschaft im Allgäuer Alpenvorland östlich des Bodensees

ist noch nicht so schroff wie in den Alpen. Rund um

Oberstaufen fasziniert sie durch ihre Weite und Vielgestaltigkeit

in Höhenlagen zwischen 800 und 1800 Metern. Sie verführt

richtiggehend zu Aktivitäten, die vielfältiger kaum sein

könnten: 50 Kilometer Abfahrtspisten, 60 Kilometer geräumte

Winterwanderwege, rund 80 Kilometer Langlaufloipen und

Skatingstrecken in drei Höhenlagen um 900, 1200 und 1700

Meter. Eiskristalle, Pulverschnee und Panoramablicke wetteifern

um die „Aaahs“ und „Oohs“ begeisterter Wintergäste.

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Griaß di’ Allgäu | 85


JETZT WAS

Heißes!

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Im Herbst, wenn die Tage kürzer und stiller werden,

die Luft kühler ist und der Atem auch mal Wölkchen

bildet, löst alleine der Gedanke an eine dampfende

Tasse wohliges Seufzen aus. Wärme von innen gehört

zu den kalten Monaten und zur besinnlichen

Weihnachtszeit.

Jetzt haben Glühwein, Punsch, heiße Schokolade

und Gewürztees Hochsaison. Sie schmeicheln mit

ihrem Duft unserer Seele, versüßen einen nebligtrüben

Sonntag und können schon mal für ein biss-

Schlagseite sorgen.

Heiße

zimtschokolade

12 Min. 4 Tassen

ZUTATEN

125 g Zartbitterschokolade

2 EL Wasser

600–800 ml Milch

1 TL Zimt

4 Zimtstangen

· Schokolade grob hacken und

mit Wasser unter Rühren im Topf

erhitzen.

· Milch und Zimt zugeben und

kurz aufkochen.

· Möglichst heiß mit einer

Zimtstange servieren.

Wer’s feurig mag, rührt eine

Messerspitze Chilipulver in

die heiße Schokolade.

orangen Ingwer

10 Min. 4 Gläser

ZUTATEN

750 ml schwarzer Tee

250 ml frisch gepresster Orangensaft

125 ml Rum

30 g frischer Ingwer

1 Stange Zimt

4 Gewürznelken

Saft von 1 Bio-Zitrone

Rohrzucker

Punsch

· Ingwer in Scheiben schneiden

und mit allen weiteren Zutaten

unter ständigem Rühren sanft

erhitzen (nicht kochen!).

· Danach Gewürze aussieben

und nach Belieben mit

Rohrzucker abschmecken.

· Möglichst heiß servieren.

Schmeckt auch mit 100 %

Direktsaft aus Orangen

oder Grapefruits.

86 | Griaß di’ Allgäu


Beeren

Zauber

10 Min. 4 Gläser

ZUTATEN

½ l Rotwein

(z.B. Merlot oder Spätburgunder)

1 Gewürznelke

1 Stange Ceylon-Zimt

250 g Beerenmix tiefgefroren

100 g brauner Zucker

Für Kinder anstelle des Rotweines

roten Traubensaft nehmen und

je nach Geschmack den Zucker

weglassen.

· Rotwein mit Zucker und Gewürzen

in einem Topf kurz aufkochen,

dann bei geschlossenem Deckel

(erhält das Aroma) ziehen lassen.

· Nach 3–4 Minuten Gewürze

aussieben.

· Aufgetaute Beeren in den Glühwein

geben und alles noch einmal

erwärmen, aber nicht aufkochen.

· Kurz ruhen lassen und anschließend

auf Gläser verteilen und mit

Löffeln servieren.

Der perfekte

Glühwein

10 Min. 4 Gläser

ZUTATEN

1 Liter Rotwein

(bitte auf Qualität achten!)

3–4 Nelken

2 Stangen Ceylon-Zimt

3 Sternanis

½ Bio-Orangenschale

½ Bio-Zitronenschale

2 EL brauner Zucker

Mark von ½ Vanilleschote

· Rotwein mit allen Zutaten

10 Minuten sanft erhitzen.

Nicht aufkochen!

· Danach Gewürze aussieben, auf

Gläser verteilen und nach Belieben

mit Zimtstangen anrichten.

Für roten Glühwein eignen sich

am besten Weine mit wenig

Säure und Tannin.

Ideal sind daher

Merlot oder

Spätburgunder.

RUTH HÜBNER

Die Kaufbeurerin arbeitete viele

Jahre als Living- sowie Bildredakteurin

bei der Zeitschrift „freundin“

und ist nun als freie Journalistin für

verschiedene Magazine tätig.

Fotos: R.H. Koenig

SOOOO

lecker!

Griaß di’ Allgäu | 87


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Im Herzen des Allgäus

liegt ca. 2 km außerhalb

vom Ortskern der Marktgemeinde

Nesselwang

das Feriendorf Reichenbach.

Knapp 120 Ferienhäuser

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Wohnfläche von 50m²

bis 175 m² werden hier

vermietet. Im Feriendorf

Reichenbach gibt es

auch Doppelhaushälften,

die bei befreundeten Familien

sehr beliebt sind.

Aktives Wintervergnügen

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870 Metern Höhe der Luftkurort Nesselwang. Die Marktgemeinde

glänzt mit guter Erreichbarkeit über die A7 und

einer umfangreichen Infrastruktur.

Die herrliche Winterlandschaft zwischen den Voralpen

und den Allgäuer Gipfeln wartet nur darauf entdeckt zu

werden. Am intensivsten geht das bei einer Winterwanderung

an der Alpspitze oder im Tal. Bei einer geführten

Schneeschuhwanderung durch den Tiefschnee laufen Sie

sogar abseits der vorgegebenen Routen.

Das Familienskigebiet der Alpspitzbahn bietet auf 8 Pistenkilometern

Schneespaß pur: täglich auch bei Flutlicht.

Für Jugendliche, die es lieber rasant mögen, ist der

Snowpark Nesselwang die richtige Adresse. Wem das noch

nicht reicht, dem sei die schnellste Zipline Deutschlands

empfohlen: der AlpspitzKICK. Gemütlicher, aber genauso

schön, geht es auf der vier Kilometer langen Rodelbahn

von der Mittelstation bergab nach Nesselwang.

Ein besonderes Erlebnis ist der Biathlon-Schnupperkurs

im Trendsportzentrum Allgäu. Dort können Sie auf den

Spuren von Olympiasiegern einmal selbst mit wackligen

Beinen am Schießstand stehen. Von der Anlage haben Sie

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Die Kombination aus entspannender Saunalandschaft

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Center sorgt dann für den gelungenen Abschluss eines

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geht es an einem Drahtseil insgesamt

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Ob zu Fuß oder auf den Skiern – im Tannheimer Tal gibt es

für Wintersportler und Genussurlauber jede Menge zu erleben

Wenn sich das schönste Hochtal Europas in

ein Winterparadies verwandelt, können sich

Groß und Klein freuen. Ein beeindruckendes

Angebot an Aktivitäten, Veranstaltungen

und Genussmomenten erwartet die Gäste

zwischen den Allgäuer Alpen und Tannheimer

Bergen. Wintersportler kommen auf Pisten,

Loipen und Wanderwegen defi nitiv auf ihre

Kosten. Doch auch für Urlauber, die keinem

Wintersport nachgehen, bietet das Tal eine

bunte Mischung aus renommierten Events,

regionalen Traditionen und erholsamen Momenten

in der traumhaften Bergkulisse.

Das „Loipengütesiegel des Landes Tirol“ bestätigt

den ausgezeichneten Ruf, den das

Tannheimer Tal in Expertenkreisen hat.

Grund für die Auszeichnung ist die Vielzahl

an Strecken. 140 Loipenkilometer für jeden

Geschmack und jede Leistungsstufe laden

Langläufer ein das Tannheimer Tal

zu erkunden. Das Angebot reicht von

gemütlichen Panoramastreifzügen

durch das Naturschutzgebiet am

Vilsalpsee bis hin zu fordernden

Passagen in Richtung Oberjoch. Das

alljährliche Highlight für die Langlaufszene

ist der SKI-TRAIL, der dieses

Jahr vom 25. – 27. Januar stattfi

ndet. Mit etwa 1.500 Teilnehmern

gehört das Spektakel zu den größten

Langlaufevents in Österreich.

Griaß di’ Allgäu | 89


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Doch nicht nur das Event an sich, auch das

Rahmenprogramm überzeugt. Kostenlose

Trainingsstunden mit dem deutschen

Olympia-Silbermedaillengewinner Peter

Schlickenrieder an den Nordic Fitness Wintertagen

vom 24. – 26. Januar inklusive Materialtests

sowie Experten-Tipps sind nur ein

Teil des Angebots für Teilnehmer und Gäste.

WANDERN IM WINTERWUNDERLAND

Sobald sich die weiß-glitzernde Schneeschicht

über die Landschaft legt wird

das Wandern zu einem ganz besonderen

Erlebnis. Wenn der Schnee

bei jedem Schritt unter der Sohle

knirscht zeigt sich das Tannheimer

Tal mit seinen gefrorenen

Bergseen und verschneiten

Gipfeln von seiner besten

Seite. 81 Kilometer geräumte

Winterwanderwege warten

darauf von den Gästen

genutzt zu werden, um die

Landschaft zu genießen. Dabei

reicht das Angebot von

gemütlichen Spazierwegen zu

panoramareichen Gipfelwanderungen.

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von den Bergstationen – das alles ist inklusive.

Mit „Winterbergbahnen inklusive“ können

die Gäste das vielseitige Winterprogramm

des Tannheimer Tals auskosten. Dieses Jahr

gilt das vielseitige Angebot vom 7. bis 24. Januar

sowie vom 11. bis 14. März.

Die 16 Kilometer des Tannheimer Tals bieten

lange Tage auf traumhaften Pisten, Winterwanderungen

durch die glitzernde Bergwelt

und rasante Rodelfahrten von der Bergstati-

90 | Griaß di’ Allgäu


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Tourismusverband Tannheimer Tal | Vilsalpseestr. 1 | 6675 Tannheim | Österreich

Tel. +43 (56 75) 6220 -0 | Fax +43 (56 75)6220 -60 | info@tannheimertal.com

on ins Tal. Da ist die Aktion „Winterbergbahnen

inklusive“ für alle Gäste ein interessantes

Angebot. In den Zeiträumen vom 7. bis 24.

Januar sowie vom 11. bis 14. März ist für jeden

Gast, der einen Mindestaufenthalt von

drei Nächten bucht, die Nutzung der Bergbahnen

von Montag bis Donnerstag inklusive.

Sechs Bergbahnen bringen die Gäste mit

27 Liftanlagen auf die vielseitigen Pisten.

Dabei können Skifahrer und Snowboarder

alle Bergbahnen des Tannheimer Tals nutzen

und für Wanderer öffnet das Ticket die Türen

zu den Bahnen in Tannheim, Grän, Nesselwängle

und Schattwald. In Nesselwängle

wartet an der Bergstation außerdem eine

3,6 Kilometer lange Rodelbahn auf diejenigen,

die mit Schlitten unterwegs sind. Vom

familienfreundlichen Skigebiet wie Jungholz

über die knackige FIS-Abfahrt in Zöblen/

Schattwald zur pulverigen Tiefschneestrecke

im Gebiet Nesselwängle fi ndet hier

jeder leidenschaftliche Sportler seine

Lieblingsstrecke. Der Pistengenuss

kommt meist ohne lange Wartezeiten,

da man hier den Winter

noch abseits vom Massentourismus

genießen kann.

Fotos: TVB Tannheimer Tal /

Wolfgang Ehn, Achim Meurer,

Michael Keller, Marco Felgenhauer

Aktivwoche

[6.-27. Januar 2019 ]

5* oder mehr Tage mit¾-Verwöhnpensionund

allen “Tyrol-Inklusive-Leistungen“ sowie:

■ Gratis Benutzungaller LifteimTannheimerTal

vonMontagbis Donnerstag

■ 2geführteWinterwanderungen

■ 2geführteSchneeschuhwanderungen

■ Mondscheinwanderung

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*Anreise nur sonntags

5Tage

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Griaß di’ Allgäu | 91


Allgäu entdecken

Wussten Sie, dass … man im Schnee schlafen kann, ohne zu erfrieren? Eine Übernachtung im

selbstgebauten Iglu umringt von nichts als freier Natur ist Abenteuer pur. Eine optimale Kulisse dafür

bietet der Breitenberg bei Pfronten mit einem sicheren Platz, der lange an der Sonne ist. Bergführer

und Crew vom Waldseilgarten Höllschlucht leiten die Eskimo-Wochenenden. Bei brennender

Kerze herrscht im Iglu eine konstante Temperatur von drei Grad Celsius. Zu kalt? Keine Sorge,

mit Isomatte und speziellem Winter-Schlafsack stehen die Chancen gut, eine kuschelige Nacht zu

verbringen. www.waldseilgarten-hoellschlucht.de

92 | Griaß di’ Allgäu


.

Griaß di’ Allgäu | 93

Foto: Tourismus Pfronten


ALLGÄU ENTDECKEN | Hüttenzauber

NOSTALGIKER WILLKOMMEN

Zur Begrüßung

ein Chili-Schnaps

Ein Tag auf der Oberen Kalle bei Immenstadt.

Auf über 1200 Metern Höhe scheint die Welt noch in Ordnung zu sein –

ohne Luxus, ohne Zentralheizung und manchmal sogar ohne Strom.

Bernhard Gomm hat sich hier einen Traum erfüllt.

94 | Griaß di’ Allgäu


Hüttenzauber | ALLGÄU ENTDECKEN

Iller

Lindau

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Tannheim

Oberstdorf

TEXT & FOTOS Anja Worschech

Es sind nur wenige Höhenmeter Unterschied – und doch

sind es zwei Welten. Auf der Oberen Kalle, einer urigen

Hütte auf 1250 Metern bei Immenstadt/Ratholz, ist es

ruhig und idyllisch. Die Sonne bringt den Schnee zum

Glitzern, die Gäste sitzen eingemummelt in Decken auf der Terrasse

und genießen die Sonnenstrahlen. Etwa 100 Höhenmeter

weiter unten liegt die Bergwelt Alpsee. Sie verspricht mit Rodelstrecke,

Alpsee Coaster und Kletterwald eine actionreiche Erlebniswelt

für Jung und Alt. Von all dem Trubel ist auf der Oberen

Kalle nichts zu spüren.

Es ist bitterkalt an diesem Wochenende. Sibirische Luft bringt

minus 15 Grad ins Allgäu. Doch trotz klirrender Kälte und eisigem

Wind, der über den Hang pfeift, lassen sich die Wanderer

und Schneeschuhgänger nicht von ihrem Bergerlebnis abbringen.

Und schon gar nicht von den leckeren Kässpatzen. Bernhard

Gomm, der Wirt, ist weit bekannt für seine Hüttenspezialität.

Doch das Essen will wohlverdient sein. Der Winterwanderweg

führt ab dem Parkplatz beim Alpsee Coaster hinauf zur Hütte.

Der Schweiß rinnt beim knackigen Anstieg schnell in Strömen,

doch der Blick in die Winterlandschaft entlohnt für die Anstrengung.

An den Felswänden wachsen Eiszapfen wie Kristalle, die

Wälder sind von weißem Puderzucker bestäubt – es herrscht eine

winterliche Stille. Nach eineinhalb Stunden Anstieg erreicht der

Wanderer die Obere Kalle, die beinahe im Schnee zu versinken

scheint.

Die über 100 Jahre alte Holzhütte liegt auf einer Anhöhe im

Naturpark Nagelfluhkette. Der Blick schweift über die verschneite

Winterlandschaft bis ins Tal. Ein Brummen durchbricht

die Stille: Hüttenwirt Bernhard Gomm düst mit einem Schneemobil

um die Ecke, grinsend wie ein Lausbub. Das Gefährt ist im

Winter das einzige Fortbewegungsmittel und garantiert sichtlich

Fahrspaß. Für die Neuankömmlinge auf der Hütte gibt es

Griaß di’ Allgäu | 95


ALLGÄU ENTDECKEN | Hüttenzauber

Lydia arbeitet schon seit vielen Jahren auf der Oberen Kalle. Mit viel Liebe zum Detail bereitet sie die Beilagensalate zu,

die zu den berühmten Kässpatzen serviert werden.

Gästebewirtung um etwa 65 Jungrinder, also die Schumpen. Dann

ist die Hütte ein echtes Tiererlebnis für Kinder. Denn auch Hasen,

Ziegen, Esel, Schweine und Hühner verbringen von Juni bis September

ihren Alpsommer auf der Oberen Kalle. Dafür muss aber

alles vorbereitet werden. Im Frühjahr fällt viel Arbeit an: Zaunpfähle

erneuern, Holz machen und Wege richten, uellschächte

säubern und je nach Bedarf auch einzelne Tische und Bänke neu

schreinern. Da legt der Hausherr natürlich selbst Hand an. Im

Winter dreht sich alles ausschließlich um das Wohl der Gäste.

Ein Blick in die Küche: Hier schneidet Lydia die Tomaten und

zupft die Blätter für die Beilagensalate zu den Kässpatzen – mit

viel Liebe zum Detail, versteht sich. Das Kraut wird mit einem

roten Salatblatt, Kresse und Schnittlauch dekoriert. Zeit für

Small Talk mit den Gästen gibt’s immer, denn die Küchentür zur

Gaststube steht offen.

„Ja ja, wenn die Wände Geschichten erzählen könnten…“, sagt

Lydia, lächelt und umarmt zwei Stammgäste. Dann verschwindet

sie wieder in die Küche und lockert die riesige Menge

Spätzle auf, die sie mittags vorbereitet hat. „Das geht ganz

schnell. Ungefähr eine halbe Stunde braucht das Hobeln“,

erklärt sie. Auch der Hüttenwirt steht am Herd. In der

Pfanne brutzelt das Schweinefi let. Der leckere

Duft erfüllt die gesamte Hütte.

Die regionale Küche ist Gomm wichtig. 2007

hat er das Siegel „Alpgenuss“ eingeführt. Daher

kommen bei ihm vor allem heimische Produkte

von regionalen Erzeugern oder aus Eigenprosogleich

einen Chili-Schnaps. Der heizt richtig ein, wenn das

die wohlige Wärme der Stube nicht schon getan hat.

„Willst du noch einen? Komm, trink“, sagt Lydia, die mit ihrem

Charme sofort alle Hüttengäste für sich einnimmt. Die Gäste

kennen und lieben sie. Über 20 Jahre arbeitet sie schon hier oben.

Und selbstverständlich duzt man sich. Denn die Obere Kalle liegt

über jener magischen Grenze von 1000 Metern, wo das „Sie“ als

Anrede keine Chance hat.

Seit 37 Jahren bewirtschaftet Bernhard Gomm mit seiner Familie

die Obere Kalle. Als er 23 Jahre alt war, entschied sich der

gelernte Maurer dazu, etwas Neues zu wagen und Hüttenwirt

zu werden. Seine Eltern besaßen einen landwirtschaftlichen Betrieb

in Ratholz bei Immenstadt. Das Anpacken und der Umgang

mit den Tieren waren ihm somit vertraut. Er hatte zudem Lust

auf Abwechslung und eine neue Herausforderung. Kurzerhand

bewarb er sich um die urige Hütte, die fünf Bauern gehört.

Und er führt sie bis heute erfolgreich.

Der besondere Reiz für ihn? „Mir war die Selbstständigkeit

wichtig“, sagt der heute

60-Jährige, der mit seiner glatten Haut

erstaunlich jung geblieben wirkt. Vielleicht

liegt’s ja an der vielen Bewegung

und der Natur.

Im Sommer kümmert

sich Bernhard

Gomm mit seiner

Frau zusätzlich zur

96 | Griaß di’ Allgäu


Hüttenzauber | ALLGÄU ENTDECKEN

Auch die Stube trägt Lydias Handschrift – überall fi nden sich Blumen, Fotorahmen und Deko aus Holz. Hüttenwirt Bernhard Gomm

bewirtschaftet die Hütte seit mehr als 35 Jahren. Er lebt damit einen Traum und genießt die Momente mit den Gästen.

duktion auf den Tisch. Die heimische Landwirtschaft zu stärken,

ist ihm wichtig. Das Siegel fördert die Alpwirtschaft – der entscheidende

Faktor fürs „grüne“ Allgäu und die so charakteristische

Kulturlandschaft mit Wäldern und offenen Flächen. Ohne

ständige Pflege und regelmäßiges Beweiden würde ein Großteil

der Flächen verbuschen und verwalden. Deshalb muss immer

wieder geschwendet, also ausgeholzt werden. Die Tiere profitieren

vom saftigen Futter und der Höhenluft auf den Bergweiden.

Nebenbei werden damit die Talbetriebe in der arbeitsreichen

Sommerzeit entlastet.

Während in der Oberen Kalle die Gemüsebrühe

in einem Topf so groß wie ein Waschzuber

vor sich hinköchelt, spielen die Gäste in

geselliger Runde Kniff el, Mäxle und Uno. Da

wird gelacht, sich zugeprostet und Anekdoten

erzählt. „Wenn die Hütte voll ist, pulsiert das Leben“, weiß Bernhard

Gomm.

Zwei Stammgäste aus Schwäbisch-Hall gönnen sich schon seit

32 Jahren jährlich einen Hüttenabend. Das Schöne daran: Es habe

sich seitdem kaum etwas verändert. Diese Ursprünglichkeit gibt

der Hütte ihre Gemütlichkeit. „Das Ambiente ist unschlagbar.

Landschaftlich liegt die Hütte in einer Ecke, das ist ein Traum

und sie ist nicht überlaufen, sondern familiär“, schwärmen sie.

Aber auch viele junge Leute zieht es auf die Obere Kalle. Vier

Freunde aus Stuttgart sind mit ihren Schneeschuhen hinaufgelaufen.

Schließlich müsse es anstrengend sein, sagen sie, bevor man

einkehre. Jetzt genießen sie die Geselligkeit.

„Wenn die Hütte voll ist,

pulsiert das Leben.“

In der Stube hängen riesige Kuhglocken über den Tischen. Die

erinnern an den Viehscheid, der jährlich nach einer erfolgreichen

Alpsaison im Herbst stattfindet, wenn die Tiere wieder alle gesund

ins Tal zurückkehren. Übrigens entlarven die Allgäuer an dieser

Stelle den Kenner vom Laien: Eine Glocke ist gegossen, eine Schelle

dagegen geschmiedet. Die Burschen vom Nebentisch, der Pfeiff enclub

von Babenhausen, hängen sofort einen Handschuh über den

Klöppel der Glocke, damit sie nicht anschlägt. Sonst wird es teuer.

Denn die Tradition besagt: Wer läutet, muss eine Runde ausgeben.

Trotz Handschuh wird die Glocke diesen

Abend allerdings noch oft zu hören sein.

Dann ist es soweit, das Abendessen ist fertig.

Eine leckere Flädlesuppe mit Backerbsen

stillt den ersten Hunger. Es folgt die Hüttenspezialität:

Die legendären Kässpatzen serviert

der Chef in großen Pfannen mit viel Käse und zarten Filetstücken.

Jeder am Tisch nimmt sich, so viel er will. Hungrig bleibt

hier keiner. Sofort sinkt der Geräuschpegel in der Hütte. Die Kässpatzen

sind ein echter Hochgenuss: saftig und würzig. Das Geheimnis

seiner Spezialität verrät Bernhard Gomm natürlich nicht.

Nur so viel: „Bei uns gibt es die Kässpatzen mit Brühe, damit sie

schön saftig sind.“

Nach über drei Jahrzehnten ist Gomm immer noch leidenschaftlich

Hüttenwirt. Abends setzt er sich gern zu seinen Gästen.

Ihn interessieren ihre Geschichten. Und er hat festgestellt:

„Die Gäste suchen die Einfachheit auf den Hütten.“ Hier oben ist

es beschaulich, besonders seit der Skilift vor drei Jahren zu-

Griaß di’ Allgäu | 97


ALLGÄU ENTDECKEN | Hüttenzauber

Im Winter verwandelt sich die Landschaft in ein „Winter Wonderland“. Spitzelt die Sonne durch die Baumwipfel, sind das pure Glücksgefühle. Der Weg

hinauf zur Eckhalde bietet sich als schöne Einsteiger-Route für Schneeschuhgänger an. Die Kleinsten können sich beim Schlittenfahren austoben.

gemacht hat und der sanfte Tourismus Einzug gehalten hat.

Der Weltuntergang war das nicht, wie anfangs befürchtet, erzählt

er. Die Winterbegeisterten, die hier mit Tourenski, Schneeschuhen

oder zu Fuß hochkommen, bringen Zeit und Geduld mit.

Der Hüttenwirt und sein Team lassen keine Hektik aufk ommen,

selbst wenn die Gäste in der Stube dicht an dicht sitzen. „Wenn du

gute Leute hast, die mit dir zam schaff en, dann schaff st du alles,

auch wenn viel los ist.“ Diese positive Stimmung

auf der Hütte spüren auch die Gäste.

Andererseits genießt der Hüttenwirt die

stillen Momente. Früh morgens zum Beispiel,

wenn er sich die Tourenski anschnallt

und eine erste Spur zum Gipfel zieht. Oder

wenn er im Sommer den Sonnenuntergang beobachtet. „Du lebst

hier oben mit der Natur und den Jahreszeiten“, sagt er. Egal, ob

es stürmt oder schneit: Ihn kann nichts aus der Ruhe bringen. In

den Anfangsjahren war das noch anders gewesen. Bei extremer

Kälte kann es immerhin passieren, dass Wasserleitungen einfrieren.

Dann muss geheizt werden. Und wenn der Strom wegbleibt,

ist Improvisation gefragt. Zur Not mit Kerzen. Vor Jahren habe

es einen heftigen Platzregen gegeben, erinnert sich Bernhard

Gomm. „Ich spürte, dass jetzt etwas passiert.“ Und tatsächlich

riss damals eine Mure ein großes Stück des Weges weg. Ausgerüstet

mit Pickel, Schaufel und Gummistiefeln, machte er sich ans

Reparieren.

Wieder der Blick in die Gegenwart: Die Gäste sind satt, zufrieden

und mit Getränken versorgt. Um 21 Uhr setzt sich auch das

„Ich spürte,

dass jetzt etwas passiert“

Hüttenteam im Vorraum zusammen und genießt das Abendessen

neben dem bullernden Holzofen. Danach wird abgespült. Eine

Spülmaschine gibt es nur für Gläser. Teller und Besteck werden

per Hand abgewaschen. Aber es dauert nicht lange, da steht auch

schon einer der Stammgäste parat und hilft beim Abtrocknen.

Auf einer Hütte packt jeder mit an. Manfred vom Hüttenteam

nimmt sich nun Zeit zum Brotbacken. Er legt eine blaue Schürze

an und vermengt das Mehl mit dem Sauerteig,

gibt Sonnenblumenkerne und Gewürze

hinzu. „Das mach ich nach Gefühl“, verrät

er, „aber es schmeckt.“ Dann lässt er den Teig

ruhen. Schon am nächsten Morgen werden

die frischen Brotscheiben auf den Frühstückstellern

der Gäste liegen. Die haben in der Stube an diesem Abend

die Gitarre ausgepackt und stimmen Hüttenlieder an. Alle schunkeln

und summen mit. Und bei wem sich nochmals der Hunger

bemerkbar macht, dem serviert Lydia ein Käsebrot. Für die

Naschkatzen gibt‘s sogar ein Stück ihres legendären Käskuchens.

Bernhard Gomm hat hier oben gefunden, was viele suchen:

Zufriedenheit. Das wirkt ansteckend und inspirierend. „Was man

aus seinem Leben macht, bleibt jedem selbst überlassen“, sagt er.

Einigen Gästen fallen nun die Augen zu und sie verkriechen sich

in den Schlafräumen. Wer im Zimmer Gipfelblick nächtigt, hat es

warm – dank des Kaminrohrs. In den anderen Lagern heißt es eng

zusammenkuscheln, um den nächtlichen Minusgraden zu trotzen.

Diese Nacht wird nicht die ruhigste: Gigantische Schnarchund

Pfeifk onzerte dringen durch das Obergeschoss und es rum-

98 | Griaß di’ Allgäu


Herzlich Willkommen

pelt regelmäßig, wenn ein Schlaftrunkener im Halbdunkel den

Weg zur Toilette sucht. Aber auch das gehört zum echten Hüttenerlebnis

dazu.

Für die Wanderer geht es nach einer morgendlichen Stärkung

hinauf zur Eckhalde. Der kurze, aber knackige Anstieg lohnt

sich. Der Schnee funkelt, das Gipfelkreuz versinkt metertief im

Schnee und der Blick schweift in die Ferne. Ein befreiender Moment.

Ambitionierte Wanderer können dem Weg entlang der

Gipfel sogar bis nach Oberstaufen/Steibis folgen. Dabei führt

der Weg durch eine gigantische Winterlandschaft. Und mit viel

Glück lässt sich sogar eine Gämse erblicken.

im „Hotel Hochpaßhaus am Iseler“ in Oberjoch/Allgäu auf

1200 m. Unser Hotel liegt mi en im Wandergebiet in ruhiger

Hanglage und ist idealer Ausgangspunkt für Wanderungen,

Berg- , Mountainbike- und Motorradtouren. Im Winter können

die Skifahrer vom Be auf’s Bre . Der neue 8-er Sesselli , die

Schwandenbahn, auch für Kinder geeignet, ist nur 150m vom

Hotel en ernt.

Starten Sie den Tag sowohl im Sommer, als auch im

Winter direkt vor dem Hotel mit einem atemberaubenden

Blick in die Allgäuer Bergwelt.

In Oberjoch bewegen Sie sich in Lu gütegrad I:

hausstaubmilbenfrei und schimmelpilzsporenarm.

Erst einmal im „Hochpaßhaus“ angekommen,

lassen Sie den Alltag hinter sich.

Es erwarten Sie große, renovierte

Doppelzimmer Panorama mit Bad/Dusche,

WC, Leihbademantel, Flachbild-TV,

Safe, Sitzecke, W-LAN und Balkon mit

Panorama-Bergblick zur Skipiste.

Weiterhin verfügt unser Hotel über ein

Schwimmbad und eine Sauna.

Wir freuen uns über einen Anruf oder eine Email!

Mit sonnigen Grüßen aus Oberjoch/Allgäu 1200 m

Manuela Kroll mit Team

Infos zur Alpe ”

Obere Kalle“

HÖHE Auf 1250 Metern befi ndet sich die Hütte.

GEÖFFNET Von Weihnachten bis Ende März, immer am Wochenende

und in den Ferien; freitags Tourenabend. Im Sommer von

Mai bis Oktober (Montag Ruhetag, außer in der Ferienzeit von

Bayern sowie an Feiertagen), November nur an Wochenenden.

BEWIRTSCHAFTUNG 70 Stück Jungvieh (Rinder) sowie Esel,

Pferde, Ziegen, Hasen und Schweine (von Juni bis September).

www.obere-kalle.de

Sommer-

Arrangement

Mai bis Oktober

2 Tage Ü/F € 146

5 Tage Ü/F € 340

für 1 Person inkl.

Gästekarte Bad

Hindelang PLUS

Weihnachts-

Special

21. bis 26.12.2018

5 Tage Ü/HP € 590

für 1 Person inkl.

Gästekarte + Skipass

Winter-

Arrangement

Januar bis April

3 Tage Ü/HP € 375

5 Tage Ü/HP € 615

für 1 Person

inkl. Gästekarte

+ Skipass

Iselerstraße 8 · 87541 Oberjoch

Griaß di’ Allgäu | 99

Tel. +49 (0) 83 24 / 93 37 60 · Fax +49 (0) 83 24 / 93 37 650

info@hochpasshaus.de · www.hochpasshaus.de


ALLGÄU ENTDECKEN | Weitblick

Mahlzeit im

Fräulein Lecker

Das „Weitblick Allgäu“ kennt keine lokalen Grenzen und setzt buchstäblich auf

Weitblick: beim Essen, im Wellnessbereich, bei der Einrichtung oder der

Energieversorgung. „Grün“ zu denken, gehört zur Unternehmens-Philosophie.

100 | Griaß di’ Allgäu


Weitblick | ALLGÄU ENTDECKEN

TEXT Carina Jungchen-Wenzlick

FOTOS Fouad Vollmer

TEXT Carina Jungchen-Wenzlick

FOTO Fouad Vollmer

Kaufbeuren

Noch vor Kurzem ging es heiß

her im Vier-Sterne-Hotel „Das

Weitblick Allgäu“ in Marktoberdorf.

Handwerker wuselten

durchs Haus, Bagger schaufelten Kies heran,

die Pools wurden eingelassen und überall

Marktoberdorf

stapelten sich mannshoch Kisten. Geschaff t: Am

17. August öffneten sich die Pforten eines, sagen

wir mal so: Wellnessdomizils mit Charme, alpiner

Gemütlichkeit und „Weitblick in die Welt“.

Voller Erwartungen im Gepäck, mache ich mich auf den Weg

nach Marktoberdorf. Man fährt ja nicht alle Tage in ein nigelnagelneues

Vier-Sterne-Hotel. Erst ein paar Tage vor meinem

Besuch dort hat das Wellness- und Tagungshotel „Das Weitblick

Allgäu“ eröffnet. Hoteldirektorin Anna Zielke, die ich in

den noch ganz frisch riechenden Räumen treffe, ist stolz und

schwärmt, wie schön es geworden sei.

„Die letzten Tage vor der Eröffnung waren lang, die Nächte

kurz“, sagt sie, „aber es hat sich gelohnt“. Bereits ab Tag zwei waren

alle 98 Zimmer des Hotels ausgebucht. Mit Urlaubern und

Wellnessgästen, aber auch einige Tagungen stünden an. Die Buchungen

für Hochzeiten und Feiern in dem 200 Gäste fassenden

Veranstaltungs-Stadel reichen bis 2019. „Es gibt nichts, was nicht

möglich ist“, meint Zielke.

Der Eindruck, dass „Das Weitblick“ ausgebucht

ist, bestätigt sich beim Einbiegen in den

riesigen, gut belegten Parkplatz vor dem Hotel,

wo auch E-Ladestationen zur Verfügung stehen.

Die Nummernschilder stammen vor allem

aus München. Einige Gäste kommen aber auch

aus anderen Teilen der Republik und aus dem

Schongau

Ausland.

Lechbruck

Vor mir eröffnet sich ein eher schlicht in beige und

rot gehaltener Hotelkomplex. Mehrere große Banner mit

der Aufschrift „Die Welt im Allgäu heißt Sie herzlich willkommen“

oder „Sonntags Erlebnis-Brunch“ begrüßen die Gäste.

Denn nicht nur Urlauber sind in den Wellness- und Restauranträumen

willkommen, sondern „auch für Einheimische sind die

Tore in jeder Hinsicht weit geöffnet“, betont die Hotelchefin.

Eine der Philosophien des Hauses ist, sich in das Stadtleben zu

integrieren und Marktoberdorf sowie den Landkreis dadurch

touristisch aufzuwerten.

Im großzügigen, lichtdurchfluteten Foyer werde ich begrüßt

und darf sogleich im schicken Restaurant „Fräulein Lecker“ internationale

Häppchen genießen. Im „Fräulein Lecker“ reist man

quasi kulinarisch um die Welt. Ob Israel, Karibik oder die Nachbarländer

Österreich und Frankreich: Jeden Ort verbindet sie mit

einem Lieblingsgericht. Ich nehme auf der Terrasse auf mit

Griaß di’ Allgäu | 101


ALLGÄU ENTDECKEN | Weitblick

Blick auf den Außenpool – natürlich auch hier mit einem entsprechenden Weitblick in die Allgäuer Natur.

Lammfell belegten Sitzbänken Platz. Über der weiten Alpenkulisse

braut sich ein Gewitter zusammen. Bei mir scheint

noch die Sonne. Eine tolle Atmosphäre, in der ich meine Bowls

aus Hawaii in mehreren vom Koch gezauberten Variationen genießen

darf.

Im Restaurant und in den Gängen zu den Zimmern fi ndet man

Schwarz-Weiß-Porträts an den Wänden,

Teil der Bilderaktion „Tausend Gesichter“

von Andy Reiner. Allesamt Porträts von alltäglichen

Menschen, die in der Summe zu

einem Kunstwerk werden. Im Foyer hängen

Lampen aus Ästen an der Decke, leise Musik

kommt aus den Lautsprechern. Im einzig

noch freien Zimmer – von insgesamt 98 – schaue ich mich um.

Das Design spielt auch hier mit dem Thema „Weitblick“ und versprüht,

dank lokaler Einflüsse, alpine Gemütlichkeit. Alle Zimmer

sind nach Süden gerichtet mit kleinen Balkonen, von denen

man das Alpenpanorama genießen kann. Jede der fünf Zimmerkategorien

ist persönlich und individuell gestaltet. „Wir wollten

„Wir wollen den

Räumen eine

Seele geben.“

den Räumen eine Seele geben“, erklärt Anna Zielke. Reichlich

Raum für Entspannung gibt’s auch in der Panorama-Suite, der

Junior-Suite sowie in der SPA-Suite mit eigenem Whirlpool und

Sauna.

Der 550 uadratmeter große Tagungs- und Veranstaltungsbereich

mit insgesamt fünf Tagungsräumen und einem Event-

Stadel bietet eine optimale Grundlage für

Veranstaltungen jeder Art. Die wandelbare

Atmosphäre, die sich je nach Bedarf anpassen

lässt, sei etwas Besonderes. „Hier können die

Tagungsgruppen zu neuen Horizonten aufbrechen

und Hochzeitsgesellschaften nach

Herzenslust feiern“, sagt die Hoteldirektorin.

Der Stadel, eine schöne Mischung aus modernen und rustikalen

Elementen, verbreitet wirklich den Charme einer Berghütte.

Übrigens kommen vorwiegend Gäste aus München. Wie betonte

Thomas Lerch, Geschäftsführer des Hotels, vor Kurzem in einem

Interview: „Wir sind das erste Wellness- und Tagungshotel im

Allgäu von München aus.“

102 | Griaß di’ Allgäu


Weitblick | ALLGÄU ENTDECKEN

Das Hotel Weitblick hat eine Menge zu bieten: zum Beispiel eine großzügige Wellness-Landschaft.

Warum eigentlich ein Vier-Sterne-Hotel ausgerechnet in

Marktoberdorf? Mit dieser Frage bin ich nicht alleine. Man muss

zugeben, dass es nicht gerade die klassische Lage ist, wenn man

vom Allgäu spricht. Als ich Anna Zielke darauf anspreche, lacht

sie und gesteht: „Auch ich wurde das schon öfter gefragt.“

Die Wahl sei bewusst auf Marktoberdorf gefallen, da das Städtchen

im Ostallgäu den idealen Mittel- und Ausgangspunkt bilde,

um die Voralpenlandschaft zu erkunden. Laut Zielke gibt es in

der Region nichts Vergleichbares: „Die Auslastung zeigt, dass der

Standort der richtige ist.“

Zumal Landtechnikhersteller Agco-Fendt in Marktoberdorf

seinen Hauptstandort hat und andere international agierende Firmen

in der Nähe sind, die nun einen passenden Ort haben, um

ihre Gäste aus aller Welt unterzubringen.

Dass „Das Weitblick“ schon zwei Wochen früher als geplant

eröffnet hat, war „Papa“ Lerchs Idee, dem Oberhaupt der Unternehmerfamilie

Lerch. Anna Zielke gehört als beste Freundin der

Tochter Julia Lerch quasi zur Familie und durfte bei der Planung

am Projekt mitreden. Eigentlich sollte das Hotel erst am

Wellness & Event

BERBER-DAMPFBAD (CA. 45°C) Soll mit Weitblick

nach Nordafrika das Gefühl von Schwerelosigkeit vermitteln.

HIMALAYA SALZSTOLLEN (CA. 50°C) Mit Weitblick

ins tibetische Hochland – und schwebenden Salzkristallen.

PANORAMASAUNA (CA. 85°C) Lichtdurchflutet,

30-35% Luftfeuchtigkeit; nordamerikanische Kräuter

vermitteln eine mexikanische Atmosphäre.

TIROLER SCHWITZSTUBE (CA. 90°C) Rustikale Außensauna

mit Weitblick in die Alpen.

EVENT-STADEL 250 Quadratmeter bieten bis zu 200 Personen

Platz – für Hochzeit, Geburtstag, Jubiläum oder Weihnachten.

Griaß di’ Allgäu | 103


ALLGÄU ENTDECKEN | Weitblick

Auf alpine Gemütlichkeit wird im Weitblick großen Wert gelegt – beim Essen ebenso wie beim Wohnen in den Zimmern und Plaudern auf der Terrasse.

31. August eröffnen, doch als die zwei

Frauen im Urlaub waren, hat sich Thomas Lerch

anders entschlossen – als Überraschung.

Die Führung durchs Hotel geht weiter.

Wir fahren mit dem Fahrstuhl

nach unten in den 2000 uadratmeter

großen SPA- und Saunabereich,

der fünf Saunen, drei Ruheräume,

einen ganzjährig 30 Grad warmen

Außenpool,

sechs Behandlungsräume und einen Fitnessraum umfasst. Zum

Staunen bringt mich, dass ich laut Zielke in einer der größten

Hotel-Saunalandschaften des Allgäus stehe. „Auch hier ist der

Plan mit der Zielgruppe aufgegangen“, freut sich die Hotelchefin.

„Wir wollten uns primär an Wellnessgäste richten, die die Seele

baumeln lassen. Den zweiten großen Teil machen Firmenkunden

und Tagungsgäste aus. Die vierte Gruppe sind Hochzeitsgesellschaften.“

Bei all diesem Luxus ist den Geschäftsführern aber

immer eines wichtig: Es muss umweltfreundlich sein. „Grün“ zu

denken, steht in der Lerch-Philosophie ganz weit oben. Strom

bezieht man aus alternativen uellen, spezielle Programme zur

Müllvermeidung werden eingesetzt – und Gäste, die ihr Auto

gerne stehen lassen, können E-Bikes im Hotel leihen.

Zu Anna Zielkes Lieblingsplätzen zählt die Sky Bar im dritten

Stock mit Dachterrasse und Alpenpanorama, wo „abends richtig

die Post abgeht“. Es ist etwas Besonderes dort oben, in Marktoberdorf.

Plötzlich hat man eine Sky Bar auf einem der höchsten

Häuser im Ort und kann bis tief in die Nacht bei dem einen oder

anderen Gläschen den „Weitblick“ schweifen lassen.

104 | Griaß di’ Allgäu


Skipass zu

Exklusivpreisen

vorOrt buchen

Zwei Länder -eine Leidenschaft

Welches Skigebiet ist das Beste? Geht es

diesen Winter wieder in die Berge Österreichs

oder doch lieber zum Skifahren nach Deutschland?

Wersich für die Skiregion Oberstdorf-

Kleinwalsertal entscheidet,beantwortetsich

diese Fragen ganz ohne Grübeln. Denn nach so

langer Zeit Nachbarschaft ist klar:Das Beste

entsteht nur gemeinsam, ob oben am Berg

oder unten im Tal. Oberstdorfund das Kleinwalsertalverbindet

Leidenschaft,Herz und

Verstand. Kurz, die Liebe zum Wintersport.

Zwei Länder und doch eine Heimat.

Winterspaß für große und

kleine Skihelden

Ab Dezember gibt es wieder für jeden Anspruch

die geeigneteAbfahrt, ob gemütlich

oder flott,flachoder steil, für Familien oder

Freerider.Und alle,die sich erst langsam an

die Bretter herantasten, sind in den Skischulen

bestens aufgehoben. Klar,die Berge sind zum

Skifahren da, aber wem das ständigeAuf

und Ab zu beschwerlich ist,auf den warten

zahlreiche andereAktivitäten: vom Schlafen

in der Iglu Lodgeüber Gleitschirmfliegen mit

Blick auf die eisigeWinterlandschaft bis hin zu

Rodelbahnen und romantischen Winterwanderwegen.

Und danach heißt’s guten Appetit:

denn nichts wirdIhnen so im Gedächtnis

bleiben wie die Schnitzel und Rahmspätzle

auf unseren Skihütten –versprochen!

#SayHelloToSpring

Im Urlaub in Oberstdorf-Kleinwalsertal ist das

Überschreiten von Grenzen das Normalsteder

Welt.Trennlinien gibt‘s hier nur im Kopf und

sonst nirgendwo.Erleben Sie,wie sich zum

Saisonausklang auch die Grenze zwischen

Winter und Frühling auflöst! Auf dem Berg

Skifahren und im Talbereits den sommerlichen

Outdoor-Aktivitäten frönen –das ist die

Superkombi, mit der Sie den sonnenreichen

Frühling aktiv begrüßen und noch das Beste

des zu Ende gehenden Wintersgenießen.

#SayHelloToSpring heißt der Aktionszeitraum

bis 21. April 2019,der neben den bewährten

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Griaß di’ Allgäu | 105


ALLGÄU ENTDECKEN | Krippenmuseum

Jesulein im

Schneidersitz

106 | Griaß di’ Allgäu


Krippenmuseum | ALLGÄU ENTDECKEN

Das Krippenmuseum in Mindelheim gleicht einer wahren Schatztruhe.

Dort bestaunt der Besucher 40 fi gurenreiche Krippen und zwei wahre Raritäten,

aber auch zeitgenössische Arbeiten. Und alles ist sehr liebevoll in Szene gesetzt.

Mindelheim

TEXT & FOTO Silke Lorenz

Mindelheim

Damit fi ng alles an“, meint Christian

Schedler. In den Händen,

die in Stoffhandschuhen stecken,

hält der Leiter des Mindelheimer

Kulturamtes den größten Schatz: eine 8,5 Zentimeter

große Figur aus Holz. Unscheinbar und doch von

unschätzbarem Wert, denn es ist das älteste Jesulein der Welt

aus der Zeit um 1300. Das Prunkstück des Schwäbischen Krippenmuseums

in Mindelheim.

Vier Jahre lang war die Sammlung geschlossen, das Gebäude

wurde umgebaut. Seit Oktober erwartet die Besucher ein neues

Museum auf 400 uadratmetern im ersten Stock des ehemaligen

Jesuitenkollegs. Nach Themen geordnet, wird im zweiten Raum

das Krippen-Personal vorgestellt. Mittendrin thront, hinter Panzerglas,

das älteste Jesulein. Aus einem Kloster in Leutkirch fand

es den Weg nach Mindelheim.

Ältestes Jesukind der Welt

Memmingen

Locker im Schneidersitz, eine Hand an der Fußsohle, einen Finger

im Mund – so bewegt und kindlich dargestellt, fällt es völlig

aus seiner Zeit. Denn erst ab dem Jahr 1500 verbreitet sich die

Christkind-Verehrung in alle Welt bis nach Lateinamerika. Die

Idee, das Jesus-Kind aus der Krippe herauszulösen und einzeln

zu verehren, stamme aus schwäbischen Frauenklöstern, erzählt

Christian Schedler.

Von Ton und Papier bis Holz, von klassisch-alt bis abstrakt-modern,

von Volkskunst bis zu hoher Kunst: 40 sehr unterschiedliche

Krippen sind dort zu bewundern, als

Miniatur-Landschaften professionell ausgeleuchtet.

Es gibt eine Münchner Krippe aus dem

Jahr 1910, eine barocke Krippe aus dem Allgäuer

Örtchen Apfeltrach oder auch die Krippe der Wittelsbacher.

Das Adelsgeschlecht hatte seine Figuren im

Exil eigenhändig hergestellt. Wie genau, hören die Besucher

per Knopfdruck. In vielen Vitrinen sind Figuren und Kleingruppen

in Szene gesetzt. Zeichentrickfilm aus Russland, Cartoon aus

Köln – auch so wird Krippe dargestellt. Dazu gibt es verschiedene

Hör- und Mitmach-Stationen sowie Guck-Kästen.

Vitrinen von der Stange fi ndet man hingegen nicht. Friederike

Haber, Leiterin des Krippenmuseums, hat mit Christian Schedler

viel Herzblut, Energie und Recherchen in das Projekt gesteckt.

Die Begeisterung der beiden ist ansteckend – beispielsweise wenn

sie vom zweiten Prunkstück schwärmen: ein stehendes Jesulein

vom spätgotischen Bildschnitzer Michel Erhart aus Ulm, um

1500 entstanden. Das teure Stück wird ebenfalls mit Argusaugen

bewacht.

Das Krippenmuseum hat in Mindelheim seinen perfekten

Platz. Denn dorthin kamen vor 400 Jahren die Jesuiten, bauten

das Kolleg und entdeckten die Krippe als Medium, um die Geburt

Jesu zu verkünden. Noch immer wird jedes Jahr die älteste

und größte Krippe Schwabens im Chorraum der benachbarten

Jesuitenkirche aufgestellt (vom 1. Adventssonntag bis zu Lichtmess

am 2. Februar). Einen Katzensprung entfernt befi ndet sich

das Jesuitenkolleg. Das Museum ist in spannendem Sinne unübersichtlich.

Es macht Spaß, sich darin zu verirren.

Informationen

Weihnachtsmärkte in Allgäuer Städten

SCHWÄBISCHES KRIPPENMUSEUM Hermelestraße 4 in Mindelheim,

Telefon: 08261 /90976-0; www.mindelheimer-museen.de.

Geöffnet: täglich (außer Montag) von 10–12 und 14 –17 Uhr.

TIPPS „Allgäuer Stadtgeschichten“. Die Broschüre gibt‘s kostenlos

bei der Allgäu GmbH unter Telefon: 08323 /80259 31 und

info@allgaeu.de sowie unter www.allgaeustaedte.de

Kempten: 29.11. bis 22.12.

Memmingen: 26.11. bis 19.12.

Kaufbeuren: 26.11. bis 19.12.

Wangen: 1./8./15./22.12.

Isny: 5.12. bis 9.12.

Leutkirch: 29.11. bis 2.12.

Füssen: 8.12. bis 10.12.

und 15.12. bis 17.12.

Mindelheim: 6.12. bis 9.12.

und 13.12. bis 16.12.

Marktoberdorf: 7.12. bis 16.12.

Lindenberg: 8.12.

Griaß di’ Allgäu | 107


ALLGÄU ENTDECKEN | Miniatur-Käserei

6000 STUNDEN HANDARBEIT

Käseparadies in

Miniaturform

108 | Griaß di’ Allgäu


Miniatur-Käserei | ALLGÄU ENTDECKEN

Er schmeckt nicht nur gut. Käse ist auch ein Stück Allgäuer Kultur.

Insbesondere wenn er wie vor 100 Jahren auf traditionelle Art hergestellt wird.

Siegfried Vohburger hütet in Heimenkirch einen Käseschatz, der das Kulturgut

der Sennen auf besondere Weise pflegt. Er hat eine Miniatur-Käserei erbaut,

die er auch öffentlich ausstellt. Und sie funktioniert sogar.

TEXT Isabelle Reinhardt

FOTOS Dominik Berchtold

Wangen

Heimenkirch

Isny

Alles beginnt mit einem Löwenzahn.

Es ist Frühling. Siegfried Vohburger

geht rund um Heimenkirch spa-

Lindau

Bodensee

zieren. Vögel zwitschern, sattgrüne

Bregenz

Wiesen säumen den Wegesrand. Das Gras ist hoch

gewachsen seit dem Winter, doch sonnengelbe Lichter

recken ihre Köpfe über das dichte Grün. Vohburger pflückt einen

Löwenzahn und betrachtet ihn eine Weile. Dann kommt ihm

die zündende Idee: Wieso nicht eine Milchkanne in der Größe

der gelben Blume fertigen? Ob das so klein wohl funktioniert?

Zu diesem Zeitpunkt arbeitet Siegfried Vohburger bei Liebherr-Aerospace

in Lindenberg. Als Zerspanungsmechaniker produziert

er seit Jahrzehnten täglich für Flugzeuge Präzisions-Bauteile

im Drehverfahren. Durch den professionellen Umgang mit

der Drehbank verfügt der Mechaniker über das nötige Handwerk

für sein privates Projekt. Vohburgers Mission ist es, die kleinstmögliche

Milchkanne aus Stahl herzustellen. Kleinstmöglich bedeutet,

dass die Milchkanne in etwa so groß ist wie sein halber

Daumen. Der perfekte Allgäuer Schlüsselanhänger.

„Das ist so putzelig“: freut sich Vohburger jedes Mal aufs Neue,

wenn er seine erste Milchkanne zwischen den Fingern dreht. Sie

war damals der Grundbaustein für seine Miniatur-Käserei, die

kleinste Käserei der Welt. „Diese süße Kanne“, sagt der Heimenkircher

und deutet auf den winzigen Schlüsselanhänger auf seiner

Handfl äche, „habe ich natürlich meinen Kollegen und Bekannten

gezeigt.“ Dass einer von ihnen vorschlagen würde, passend dazu

eine ganze Käserei zu bauen, hatte er nicht erwartet.

Von Museum zu Museum, von Sennerei zu Sennerei: Vohburger

legt für die Recherche weite Strecken zurück. Viele Werkzeuge

misst er vor Ort ab, manches leiht er sich aus, das meiste

muss sich die Kamera für ihn merken. Besonders in Österreich

wird der gebürtige Südtiroler fündig. In urigen Sennereien ist er

der traditionellen Käseherstellung auf der Spur und entwickelt

dort auch den Wunsch, dass seine Miniatur-Käserei authentisch

sein soll. Heißt: Sie soll funktionieren. Authentisch bedeutet

Scheidegg

aber auch: Vohburger will die Käserei in reiner

Handarbeit bauen. Jede Schraube, jeder Nagel,

Oberstaufen Immenstadt

jedes Stück Käse. Im Keller ist Vohburgers Schatz

aufgebaut. Ein kleines Fenster lässtTannheim

Tageslicht in

den Raum fallen. Trotzdem ist es ziemlich dunkel.

Der Raum eines Künstlers. Da liegen Bücher zu Käsesorten

und zur Käseherstellung, dort ein Ordner mit Bildern und

Zeitungsartikeln. Auf der Treppe steht ein Holzpflock, auf dem

Vohburger kleine Heinzen aus Holz zu einem Kunstwerk montiert

hat. „Hoinze“ nennen die Westallgäuer jene Holzgestelle,

auf denen Bauern früher das frisch gemähte Heu trockneten.

Zwei Stufen und wenige Schritte weiter steht die Allgäuer

Käserei im Miniaturformat – Maßstab 1:20. Drei

glänzende Kupferkessel fallen ins Auge. Der Besucher

tritt näher heran und fängt die Details mit Blicken

in die hintersten Winkel der Käserei ein.

In den gefl iesten Boden ist ein Feuerwagen

eingelassen, der mit Holz beheizt

werden kann. Kann. Wieso der Feuerwagen

in Wirklichkeit noch nie

beheizt wurde? Aus rein technischer

Sicht funktioniert die Käseproduktion,

versichert der 70-Jährige.

Griaß di’ Allgäu | 109


ALLGÄU ENTDECKEN | Miniatur-Käserei

„Nur das Volumen ist zu klein. Aus 100 Prozent Milch kann

man zehn Prozent Käse gewinnen. Der Rest ist Molke – diese

wässrige Flüssigkeit, die sich absondert.“

Kaum einen Millimeter sind sie breit, die fi ligranen Wasserleitungen.

Sie zieren die Wände der Allgäuer Käserei. Sämtliche

Türen fristen kein regloses Dasein. Sie hängen in den Angeln und

schwingen, animiert von einem sanften Stups mit dem Finger,

auf oder zu. Die Fenster der Türen sind nicht etwa aus bruchsicherem

Plastik, sondern aus Glas.

Perspektive eines Riesen

Fast schon könnte man meinen, jeden Moment fährt Bewegung

in die Glieder der Figuren und sie bringen ihre Arbeit zu Ende.

Ein Tafelwagen rattert im Nebenzimmer über den mit roten Karos

gemusterten Fliesenboden. Aus der Perspektive eines Riesen

kann man das Treiben in allen Räumen der Allgäuer Käserei

gleichzeitig beobachten. Dort, an der Rückseite des Gebäudes,

pinselt ein älterer Mann mit Schnauzer gerade einen Käselaib im

Lager. Es ist echter Käse, der würzig duftet. 120 weitere Laibe

warten in den Regalen noch auf ihre Pflege. Doch sie sind hölzern

und reifen in Wirklichkeit nicht.

Wenigstens den winzigen Käse muss Vohburger doch gekauft

haben. Es kann schließlich nicht alles von eigener Hand erschaffen

sein. Irrtum. Wir wechseln in einen fensterlosen Kellerraum.

Dort reift der Käse, den der Heimenkircher unter Anleitung von

Rezepten herstellt. „Den mache ich in Tefl on-Formen. Die Molke

presse ich selbst von Hand heraus“, erzählt Vohburger, öffnet

einen Wandschrank und zeigt auf einen Käselaib, der ein halbes

Jahr im Salzbad gelegen hat. „Das macht sonst keiner so lang.“

Pionier bleibt eben Pionier.

Käse ist für Siegfried Vohburger Heimat. Zusammen mit sauberer

Natur und Bergen. „Ich liebe Käse“, beteuert der Rentner.

Kaum verwunderlich also, dass im Bau seiner Miniatur-Käserei

ein tieferes Bestreben wurzelt. Er möchte Menschen zeigen,

wie eine Käserei um 1932 ausgesehen

hat und wie dort traditionell

Käse produziert

wurde. Es geht ihm


darum, Kulturgut zu erhalten und Werte der Allgäuer Heimat

weiterzutragen: „Gerade Kinder, die in Städten aufwachsen, sind

begeistert von der Käserei. Die wissen ja gar nicht, wo der Käse

herkommt – eben nicht aus dem Kühlregal.“ Deswegen stellt er

die kleinste Käserei der Welt auch aus, wo er nur kann. In Stuttgart

auf der CMT-Messe, im SWR-Studio in Baden-Baden für

die Sendung „Planet Wissen“, auf dem ersten Käsefestival in Bad

Tölz – die Liste ist lang.

Aber wie genau funktioniert das nun mit dem Bauen einer Käserei?

Wo fängt man an? Unser Gesprächspartner hat nicht nur

hunderte Fotos von seinen Rundfahrten aus Österreich mitgebracht.

In seiner Tasche fi ndet sich auch ein auf den ersten Blick

unscheinbarer Schatz: der Bauplan einer alten Käserei aus Biesenberg

im Westallgäu aus dem Jahr 1932. Genau nach diesem Aufbau

konstruiert der Westallgäuer die Räume seiner kleinen Käserei.

Planen musste er dennoch eine Menge. „Mein Gott, was habe

ich Papier verbraucht“, erinnert sich der 70-Jährige und schüttelt

ungläubig den Kopf. Mitten in der Nacht ist er aufgestanden, um

neue Pläne zu Papier zu bringen. „Da lag ich im Bett und habe

darüber nachgedacht, wie ich etwas fertigen könnte. Plötzlich hat

es ‚klick‘ gemacht. Dann musst du es sofort aufzeichnen, sonst

ist es am nächsten Morgen weg.“ Über sieben Jahre dienten vor

allem die Wintermonate der Schaff enszeit von Siegfried Vohburger.

Um Inspirationen zu fi nden, marschierte er oft mit Zettel

und Stift in den Wald.

Erinnere Dich an gestern, denke an morgen aber lebe Heute!

Leben und erleben Sie eine ordentliche

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nach Sonnenuntergang, wenn Sie

selig in die frisch gemachten Hotelbetten

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Allgäuer Heimat stehen dazu

Spalier und wir tun, was dafür nötig

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Bewunderung alter Sennen

In einem eigens dafür ausgestatteten Werkraum dreht, bohrt,

lötet, schleift und feilt der Hobby-Künstler die zwergenhaften

Teile für die Miniatur-Käserei. Dort fi nden sich Drehbank,

Schleifmaschine und Dekupiersäge. Sie alle haben Anteil an der

Produktion von Milchkanne, Wasserleitung und Wagenrad.

Sisyphusarbeit. So nennt Siegfried Vohburger die mühselige

Tätigkeit. Die Räder aus Stahl verlangen ihm besonders viel Geduld

ab. Immer wieder brechen die Speichen heraus. Und dennoch

ist bei seiner Miniatur-Käserei jedes noch so kleine Detail

richtig angebracht. Alte Sennen machten ihm nämlich das bislang

größte Kompliment, indem sie sein Werk bewunderten.

Sogar Kaufanfragen gab es für die Miniatur-Käserei, doch

Vohburger lehnte sie ab. In 6000 mühsamen Arbeitsstunden erbaute

er sein einzigartiges Kunstwerk. Kein Lohn der Welt könnte

da ausreichen. „Außer es käme ein Scheich aus Dubai“, sinniert

der Rentner, der würde die hohe Summe wohl aus der Portokasse

fi nanzieren. Doch selbst mit Aussicht auf jährliche Besuche in die

Vereinigten Arabischen Emirate revidiert der Westallgäuer seine

Überlegung. Im Palast könnte niemand seine Miniatur besichtigen.

Es braucht sich also nicht einmal ein Scheich ins Heimenkircher

Hinterland zu verirren. Denn der Wert der Käserei ist

nicht materieller Natur, sondern kultureller. Und das macht sie

tatsächlich unbezahlbar.

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die Winteridylle auf ganz „großem Fuß“ erkunden will, nimmt am

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Rekorde – wobei den Sieg bei der Schnuppertour genauso wie bei

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Panorama der Allgäuer Hochalpen erringt. Gleiches gilt für die

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sich den Aufstieg. Übrigens, wenn es dämmert ist der Tag noch

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Winter in einem ganz neuen, mystischen Licht. Umgarnt mit Märchen

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schwitzt, befreit sich auch zum gemeinsamen Essen,

der Kopf von unnötigen Gedankencher

Spielen oder als gemütli-

Platz zum Griaß di’ Allgäu |

Ausspannen

113

gedient haben.


Allgäu heimatlich

Wussten Sie, dass… ein fünfminütiger Kopfstand am Morgen wirkungsvoller sein kann als die

altbewährte Tasse Kaffee? Nicht etwa wegen der neuen Sicht auf die Welt, sondern aufgrund der

Blutzirkulation. Doch Vorsicht: Gerade bei Ungeübten kann der Kopfstand die Halswirbelsäule

belasten. Yogalehrer Kilian Trenkle aus Pfronten baute eigens dafür den FeetUp, einen Hocker, der

den Kopfstand auf den Schultern ermöglicht. Das Holzgerät kann im Internet erworben werden und

hilft Quereinsteigern in die Vertikale. Gut möglich, dass der einstige Anfänger bei der Arbeit eine

Pause kopfunter einlegt – wie Trenkle in seiner Schellen-Schmiede. www.kiliantrenkle.de

114 | Griaß di’ Allgäu


Griaß di’ Allgäu | 115

Foto: © www.bayern.by – Peter von Felbert


ALLGÄU HEIMATLICH | Kleinkunstszene

1

3

4

2

Foto: Matthias Becker

Die Kleinkunstszene spielt

in der Region eine dominante

Rolle. Viele große Kabarettisten

und Musiker zeigen auf kleinen

Allgäuer Bühnen ihr Können.

Wichtig sind persönliche

Kontakte und die Bereitschaft

zum ehrenamtlichen

Engagement. Zwei Bühnen

feiern 40. Geburtstag.

Foto: Michael Dumler

5

6

116 | Griaß di’ Allgäu


Kleinkunstszene | ALLGÄU HEIMATLICH

Foto: Ralf Lienert

WÜNSCHE AUS DER KULTURWELT

„Oh Herr,

schmeiß Künstler

vom Himmel“

weitere Fotos: panthermedia.net

TEXT Albert Hefele

FOTOS Mathias Wild

Memmingen

Memmingen

Wer verstehen will, was das

PiK für die Kleinkunstfans in

Memmingen und im Allgäu

bedeutet, sollte am drittletzten

Freitag eines Monats das Parterretheater im

Kempten

Künerhaus (PiK) aufsuchen. Dann fi ndet dort die

Folk-Session statt. Eine offene Bühne, auf der sich mehr

oder weniger gute, mehr oder weniger professionelle Musiker

produzieren können. Mittlerweile keine Seltenheit mehr, denn

offene Bühnen gibt es zuhauf. Trotzdem muss man sich zur PiK-

Session früh auf den Weg machen, besser noch reservieren, denn

das Interesse ist enorm. Immer volles Haus.

Diese Session wäre also eine schöne Einnahmequelle, wenn, ja

wenn der Eintritt nicht frei wäre. Daher also das große Zuhörerinteresse?

So einfach ist es nicht. Eintritt oder Nichteintritt ist

nicht alles. Die Folk-Session hat ualitäten, die nicht bezahlbar

und nicht einfach zu defi nieren sind. Was dem Neuling sofort

auff ällt, ist die bunte Mischung des Publikums. Ein perfekter

Generationenmix. Hier darf jeder rein, und hier traut sich auch

jeder rein. Ein passend oder unpassend gibt es nicht. Keinerlei

Dresscodes, keinerlei Altersbeschränkungen. Das sorgt für eine

gelassene Grundstimmung, sowohl bei den Besuchern als auch

bei den ehrenamtlich tätigen Frauen hinter der Theke und bei

den auf der Bühne stehenden Künstlern. Keine hektische Betriebsamkeit,

keinerlei schrilles Event-Gezapple. Während der Session

sitzt man gemütlich, trinkt ein Glas, isst eine Kleinigkeit und lässt

Kempten

Mindelheim

Bad Wörishofen

Bad Wörishofen

Buchloe

Irsee

die Dinge auf sich zukommen. Ein freundliches,

Kaufbeuren

entspanntes Interesse für die Darbietungen.

Keinerlei Druck für die Musiker, was ualität

Marktoberdorf oder Unterhaltungsanspruch betrifft.

Zuständig für diese Stimmung ist an zentraler

Stelle Rick Stevens, der genau die oben erwähnten

ualitäten ausstrahlt. Ehemals in Australien als Dance-

Band Musiker unterwegs, hat es ihn von seinem schönen warmen

Kontinent ins kühle Allgäu verschlagen. Die Macht der

Liebe war schuld, wie sollte es anders sein. Während der Session

steht er immer wieder selbst auf der Bühne und ist für die Gestaltung

des Abends und die Betreuung der Musiker zuständig.

Natürlich treten ansonsten im PIK nicht nur Amateure auf.

Ganz im Gegenteil: Es gibt ein umfangreiches Angebot aus den

Bereichen Musik, Kabarett und Comedy, das der Verein jedes Jahr

offeriert. Da sind eine Menge an Arbeit und ehrenamtliches Engagement

notwendig. Als Vorsitzende für den Gesamtverein, der

dieses Jahr seinen 40. Geburtstag feiert, ist Karin Keller zuständig.

Sie hat vieles miterlebt – von den ersten, sehr improvisierten

Programmen in Hinterzimmern der örtlichen Gastronomie, über

den Umzug ins Künerhaus bis zum drohenden Abriss 1981,

1 | Kabarettist Wolfgang Krebs

2 | Szenestars: die Biermösl Blosn

3 | Legendär: Hanns-Dieter Hüsch

4 | Liedermacher Konstantin Wecker

5 | Session-Chef: Rick Stevens

(in der Mitte, mit Gitarre)

6 | Das kultige Pik-Gebäude

in Memmingen

Griaß di’ Allgäu | 117


ALLGÄU HEIMATLICH | Kleinkunstszene

3

1

2

4

1 | Im Altbau zu Gast:

Fraunhofer Saitenmusik

2 | Ausstellung

im Altbau

3 | Lomenko

4 | Klaus Michelfelder,

Chef vom Altbau

5 | Annie & Swamp Cats

6 | Maxi Schafroth

den eine Unterschriftensammlung so gerade noch verhinderte.

Dann 1995 die Verleihung des Memminger Kulturpreises

für die Initiatoren und Gründungsmitglieder Helmut und

Ilse Wolfseher, der Umbau 2002 inklusive Vergrößerung, die

immer größer werdende Mitglieder- und Fananzahl. Natürlich

kann Karin Keller sich auch an die Highlights erinnern. Schon

in den 80er Jahren waren Legenden wie Hans Dieter Hüsch und

Georg Kreisler im Programm, 1990 ein gewisser Michael Mittermaier,

den damals kein Mensch kannte. Andreas Giebel, Georg

Schramm, Claus von Wagner, Max Uthoff , und, und, und.

Ellenlange Promi-Liste

Die Liste ist mittlerweile ellenlang. Viele der prominenten Kabarettisten

kommen immer wieder, denn das PiK hat sich einen

beachtlichen Ruf erarbeitet, was das Publikum und die Betreuung

der Künstler betrifft. Nicht zu vergessen die Pasta, die

es für alle nach dem Auftritt gibt. Ein wunderbares Paket, ein

wunderbarer Köder auch für jene, die sich noch keinen Namen

erarbeitet haben. Wie die damals noch wenig bekannte Martina

Schwarzmann, die den Machern des Vereins riet, sie jetzt noch

zu engagieren, später würde man sie sich wohl nicht mehr leisten

können. Ein Argument, das zumindest Beachtung verdient: das

liebe Geld.

Ein zentraler Faktor für alle Veranstalter von Kleinkunst im

Allgäu. Auch Klaus Michelfelder im Ostallgäuer Irsee kennt das

Problem. Trotzdem hat auch er es – ebenfalls seit 40 Jahren – geschafft,

die idyllisch in der Nähe des Klosters gelegene „Galerie &

Kleinkunstbühne Altbau“ am Leben zu erhalten. Anfangs mit eigenen

Programmen, dann mit Konzerten, Ausstellungen, Handwerkermärkten.

Über weite Strecken in Eigenregie, denn erst seit

1988 gibt es den Kleinkunstverein und damit verbunden Mitgliederbeiträge

und ehrenamtliche Helfer. Klaus Michelfelder ist aber

immer noch der wesentlich verantwortliche künstlerische Leiter

und die unermüdliche Seele des Ganzen. „N‘Artdirektor“, wie

er sich ironisch auf der Website des Vereins bezeichnet und nur

einen Wunsch hat: „Oh Herr, schmeiß Künstler vom Himmel!“

Ein Hilferuf, der offenbar gefruchtet hat, denn auch der Altbau in

Irsee hatte schon Größen des Geschäfts auf der Bühne.

Die Biermösl Blosn waren da, Dieter Hildebrandt, Willi Michl,

Konstantin Wecker oder die Mehlprimeln. Letztere avancierten

zu einer immer wieder aufspielenden Hausband des Altbaus. Mit

den Mehlprimeln steht Michelfelder in einer ähnlich engen Beziehung

wie mit Siggi Schwab, der 1988 während eines Konzertes

auf die Situation des Altbaus aufmerksam machte und so nicht

unwesentlich an der Gründung des Vereins beteiligt war. Denn

kurz darauf ergriff ein engagiertes Ehepaar die Initiative und

gründete den Kleinkunstverein.

Das hat aber nichts daran geändert, dass Klaus Michelfelder sich

nach wie vor für fast alles zuständig fühlt und sich für nichts zu

schade ist. Neben der Betreuung der Musiker, dem Soundcheck

oder auch nur der Verteilung der Bierdeckel im urigen „Galerie-

118 | Griaß di’ Allgäu


Kleinkunstszene | ALLGÄU HEIMATLICH

5

gewölbe“ des Altbaus, kann man ihn auch schon mal dabei ertappen,

wie er die Stufen, die in den traditionsreichen Keller führen,

vom Staub befreit. In dem fi nden die meisten Konzerte statt,

wenn die Anzahl der Künstler oder deren Prominenz nicht ein

Ausweichen erfordern – beispielsweise ins Kaufbeurer Theater.

Ob in Irsee oder in Memmingen: Die wichtigste Voraussetzung,

um für Kleinkunst einen Ort zu schaff en und über lange

Zeiträume am Leben zu halten, ist immer die Begeisterungsfähigkeit

der agierenden Menschen. Und deren Bereitschaft, sehr

viel Arbeit und Freizeit zu opfern sowie zu improvisieren und

längerfristige Beziehungen zu den Künstlern zu knüpfen. Eine

pulsierende Kleinkunstszene lebt vom Herzblut ehrenamtlicher

Mitglieder. Im Allgäu wird der Kulturfreund fündig.

Eine Auswahl

Kleinkunstbühnen im Allgäu

6

Kulturwerkstatt in Sonthofen

Klick in Immenstadt

Mobile in Marktoberdorf

Hägeschmiede in Wangen

Larifari in Leutkirch

Podium Kaufbeuren

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www.klick-immenstadt.de

www.mobile-marktoberdorf.de

www.wangen.de

www.larifari-ev.de

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Foto: Harald Langer

Genießen Sie die familiäre Atmosphäre und die Vorteile eines

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Frühstücken wie ein König und abends wechselnde

Gaumenfreuden in verschidensten Restaurants und Cafés in der

Oberstdorfer Ortsmitte. Das ist Urlaub, wie wir Ihn mögen.

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Das Hotel Rubihaus liegt zentral und

ruhig am Rand der Oberstdorfer Fußgängerzone.

Die Nebelhornbahn ist

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bietet das Schwimmbad mit Sauna.

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Griaß di’ Allgäu | 119


TITEL | Neuschwanstein

HIER GIBT’S REKORDE

Ort der

großen Sprünge

120 | Griaß di’ Allgäu


Schanzen-Ort | ALLGÄU HEIMATLICH

Zu Oberstdorf gehören die

Skischanzen wie anderswo die Kirche

oder das Rathaus. Und sie entpuppen

sich für die Gemeinde als

Premium-Werbung. Nach der

Weltmeisterschaft im Skifliegen folgt

2019 der Weltcup. Ein Besuch vor Ort.

Lindau

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Tannheim

Oberstdorf

Oberstdorf

Riezlern

TEXT Freddy Schissler

FOTOS Ralf Lienert & Benedikt Siegert

Oberstdorf im Januar 2018. Es ist kalt an diesem Freitag,

so wie es an einem Wintertag im Allgäu normal

ist. Es beginnt um die Mittagszeit zu schneien,

so wie sich das für einen ordentlichen Wintertag im

Allgäu gehört. Und wer einen der zahlreichen Shuttle-Busse in

Richtung Stillachtal nimmt, der erlebt bereits auf dieser Fahrt

den Beginn eines Wintermärchens. Bald ist man am Ortsrand

von Oberstdorf und plötzlich sieht der Fahrgast, wenn er aus dem

Fenster blickt, nur noch Bäume. Reichlich mit Schnee bedeckt

sind sie, weshalb einem irgendwann der Gedanke kommt: Sieht

es eigentlich genauso im Paradies aus?

Vorbei geht es am Gebirgsbach des Ortes, und auf den beiden

Dammwegen flussaufwärts sind viele Menschen unterwegs, die

alle das gleiche Ziel haben: die Heini-Klopfer-Skiflugschanze.

Sie ist generalsaniert und umgebaut worden, gehört nun zu den

größten Skiflugschanzen der Welt und ist an diesem verlängerten

Wochenende Ende Januar Schauplatz einer Weltmeisterschaft.

Über 60 000 Zuschauer werden es am Ende der Titelkämpfe

sein, die live dabei sind im Stillachtal, dazu Millionen an den

Bildschirmen in zahlreichen Ländern. Nicht nur das Wort

Griaß di’ Allgäu | 121


ALLGÄU HEIMATLICH | Schanzen-Ort

„Ziehhhhhhh“ macht weltweit die Runde, auch die Begriffe

Oberstdorf und Allgäu verbreiten sich Tausende von Kilometer.

Solche sportlichen Top-Ereignisse sind Premium-Werbung für

eine Region. Oberstdorf, der Ort der Schanzen, macht’s möglich.

Und auch 2019 steht ein sportliches Highlight im Skifliegen auf

dem Programm: der Weltcup vom 1. bis 3. Februar.

Auf der futuristisch anmutenden Heini-Klopfer-Schanze werden

die Rekorde im Skifliegen aufgestellt. Im Januar 2018 ist es

der schier unvorstellbare Satz des Norwegers Daniel-André Tande

auf 238,5 Meter, der das Zeug hat für die Ewigkeit. Auf der

Schattenbergschanze hingegen sind regelmäßig die Weltbesten

im Skispringen zu Gast. Und auch dort waren einige Athleten

am Start, die es in die Geschichtsbücher dieser Sportart geschaff t

haben.

Höhepunkt der Skispringer

Zum Beispiel Sven Hannawald, der letzte deutsche Sieger der

Vierschanzentournee (siehe auch eigener Artikel). Dieser Wettbewerb

ist Höhepunkt der Skispringer und beginnt Ende des Jahres

mit dem Auftaktspringen in der Erdinger Arena Oberstdorf (es

folgen Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen).

Dann karren zahlreiche Fernsehsender ihre Kameras ins südliche

Allgäu, dann herrscht Ausnahmezustand im Ort, und die Zahl

der Einwohner (10 000) wird locker vervierfacht. Oberstdorf ist

geprägt von seinen Schanzen. Sie gehören in den Ort mit jener

Selbstverständlichkeit wie anderswo Kirchen oder das Rathaus.

Und man trifft Ski-Experten, die spannende Geschichten zu

erzählen und geschichtsträchtige Daten parat haben wie: Den

ersten Sprung von der Schattenbergschanze notierte man am

27. Dezember 1925, der erste Allgäuer Rekordhalter hieß Franz

Thannheimer. Er kam bei der 46-Meter-Marke zum Stehen.

1930 wurde die Schanze für deutsche Meisterschaften vergrößert

und sechs Jahre später nochmals wegen des ualifikationsspringens

für die Olympischen Spiele. Ein lokaler Held zeichnete

für die neue Bestmarke verantwortlich: Heini Klopfer, nach dem

die Skiflugschanze benannt ist, sprang 59 Meter weit. Und die

Massen tobten. Letzteres hat sich bis heute nicht geändert.

1 | Großer Jubel bei der Skiflug-WM

2 | Höhenangst ist hier fehl am Platz

3 | Die Erdinger Arena bei Nacht

1

3

122 | Griaß di’ Allgäu

2


Neuschwanstein | TITEL

Zwischen

&

Himmel Hölle

Sven Hannawald schaff t vor 17 Jahren Sensationelles:

Er hat bei allen vier Springen der Vierschanzentournee die

Nase vorn. Danach fällt der Sportstar in ein psychisches

Loch, leidet an Burnout, kommt aber im Allgäu

wieder auf die Beine. Die nachdenkliche Geschichte

eines Spitzensportlers.

Griaß di’ Allgäu | 123


2

1

3

TEXT Freddy Schissler | FOTOS Ralf Lienert & imago

„Ich hatte immer

wieder diese

totale Blockade.“

Dieses seltsame Gefühl schlich sich leise an, fast vorsichtig,

so wie ein Dieb im Schutze der Dunkelheit.

Und es führte Schlechtes im Schilde. Sven Hannawald

war immer öfter mies drauf. Müde und

kraftlos. Willensschwach und missgelaunt. Am Abend konnte es

sein, dass er in seine Sportschuhe schlüpfte und hinaus vor die

Tür ging, um eine Joggingrunde zu drehen. Dann aber stand er

draußen wie angewurzelt und konnte sich nicht überwinden, loszulaufen.

Er hatte hin und wieder von Blockaden bei Spitzensportlern

gelesen, dann aber den Artikel achtlos beiseite gelegt

und sich gedacht: „Mir kann das nie passieren.“ Aber Hannawald

sollte sich irren.

„Ich spürte immer wieder eine Art Barriere

in mir – im Kopf und im Körper“, sagt

Sven Hannawald heute. Viele Jahre sind inzwischen

vergangen. Der ehemalige Weltklasse-Skispringer,

dem 2001/2002 gelungen

ist, alle vier Springen der Vierschanzentournee

zu gewinnen, ist wieder gesund. Geheilt von der Krankheit

Burnout, die ihn einst befallen hat. Er bekam sie in den Griff,

in einer Klinik im Unterallgäuer Bad Grönenbach. Und er hat

sich danach zusammen mit Journalist Ulrich Pramann hingesetzt

und ein Buch über sich und sein Leben geschrieben („Mein Höhenflug,

mein Absturz, meine Landung im Leben“). Inklusive der

Triumphe und seines Absturzes. Das Leben zwischen Himmel

und Hölle.

Ein Rückblick: Sven Hannawald ist schon als Jugendlicher extrem

ehrgeizig und steigt auf der sportlichen Erfolgsleiter Sprosse

für Sprosse nach oben. Er trainiert wie ein Getriebener, und wenn

die anderen ihre Sporttaschen packen und nach Hause gehen, legt

er eine Sonderschicht ein. Das ist nichts Neues in der Welt des

Leistungssports. Jene, die sich abheben wollen von der Konkurrenz,

die nur ganz oben auf dem Treppchen stehen wollen, dürfen

sich nicht schonen. Es fl iegt einem schließlich nichts zu in einer

Leistungsgesellschaft. Das Ausloten der eigenen Grenzen ist allerdings

eine der schwersten Aufgaben im Sport. Denn der Grat

zwischen Erfolg und Absturz ist schmal. Verdammt schmal.

Ende der 90er Jahre gab es diese Themen nicht für ihn. Schon

gar nicht im Dezember/Januar 2001/2002, als Sven Hannawald

bei der Vierschanzentournee ganz oben thronte. Strahlender Sensationssieger,

weil ihm das nicht für möglich gehaltene Kunststück

gelang, alle vier Einzelwettbewerbe zu gewinnen. In diesen

Momenten arbeitet die Sport-Maschinerie auf Hochtouren.

Die Presse entdeckt einen neuen Helden der Nation und widmet

ihm armdicke Überschriften; die Fans gieren

nach Autogrammen und T-Shirts mit dem

Namen ihres Lieblings; Unternehmen legen

lukrative Werbeangebote vor. Man fühlt sich

groß, natürlich. Nicht selten sogar als der

Größte seiner Branche. Auch verständlich.

Das Dilemma: Wer hoch oben ist, kann auch tief fallen.

Bei Sven Hannawald ist es das Jahr 2004, als er endgültig in ein

tiefes Loch fällt. Bei ihm zu Hause hängen immer noch gut sichtbar

die Gold- und Silbermedaillen von Weltmeisterschaften und

Olympischen Spielen, der Beweis, dass er in Planica 220 Meter

weit fl og, und auch zahlreiche Fotos und Zeitungssausschnitte,

die davon zeugen, dass es eine regelrechte Hannimania gab. Doch

das ist Schnee von gestern. Und weil im Profisport die Uhren

mitunter schneller ticken als anderswo, sind die Schneefl ocken

längst zu Wasser geschmolzen.

Am 27. April 2004 fahren ihn seine Eltern ins Unterallgäu und

liefern ihn in einer Klinik für Psychosomatische Medizin in Bad

Grönenbach ab. Der einstige Star Sven Hannawald ist am Ende

und abgemagert. Er wiegt bei einer Körpergröße von 1,84 Me-

124 | Griaß di’ Allgäu


Schanzen-Ort | ALLGÄU HEIMATLICH

tern gerade mal 64 Kilogramm. Sein Gesicht wirkt wie

eingefallen, die Haut ist blass. „Wie soll es mit mir weitergehen?

Was soll aus mir werden?“ Diese existentiellen

Fragen sind es nun, die ihn beschäftigen. Jene nach einer

besseren Sprungtechnik oder den Erfolgsaussichten bei einer

Weltmeisterschaft interessieren ihn nicht mehr.

Hannawald ist ein ausgebrannter Leistungssportler, appetitlos

und geistesabwesend. Wenn er dann doch einen Bissen

zu sich nimmt, stellt sich ein unangenehmes Völlegefühl ein.

Der einstige Held der Nation, der Adler, der wie schwerelos

durch die Lüfte fl og, ist mitten drin in einem schwarzen Tunnel.

Die Fans haben längst einen neuen Liebling entdeckt.

An einem trüben Nachmittag sitzt er in seinem Zimmer der

Bad Grönenbacher Klinik, steht auf, geht auf und ab, setzt sich

wieder. Er nimmt halb in Trance wahr, wie sich seine rechte

Fußspitze unkontrolliert auf dem Boden dreht und das ganze

Bein wackeln lässt. „Was, um Himmels willen, ist bloß mit mir

los?“, denkt er sich. Eine Antwort darauf wird er erst Wochen

später fi nden. Mithilfe der Untermaiselsteinerin Nora Maasberg,

seiner Therapeutin, und zahlreichen Anwendungen, Akupunkturen,

einem speziellen Essensplan, Gesprächen.

Nora Maasberg bietet dem Sportler so etwas wie Schutz und

menschliche Wärme. Und sie gibt ihm, bildlich gesprochen, einen

Kompass in die Hand, der ihm die künftige Richtung im

Leben anzeigen soll. Eine Richtung, die nichts mit sportlichen

Siegen zu tun hat.

Es geht aber nur langsam bergauf, weil Hannawald vieles erst

lernen muss. Dinge, die ihm in all den vom Training ausgefüllten

Tagen nie in den Sinn gekommen wären. Zum Beispiel

nichts zu tun. Nur auf einer Bank zu sitzen und in die Berge

zu schauen. Zu sich zu kommen. Über andere Themen nachzudenken

als über den Sport, das Skispringen, den Absprung

am Schanzentisch. Das Leben wird nach und nach für ihn facettenreicher

als es früher war.

Und noch etwas ist da, was er lange Zeit vernachlässigte – die

Belohnung. „Heute weiß ich“, sagt Hannawald, „dass ich nach

Erfolgen auch hätte feiern dürfen.“ Stattdessen aber bereitete er

sich sofort auf den nächsten Wettkampf vor. Immer unter Druck.

Immer mit der Erwartung, noch mehr zu erreichen. „Ich habe

meine Krankheit in den Griff bekommen“: Diese Aussage formuliert

Hannawald, der heute regelmäßig bei Benefiz-Fußballspielen

mitwirkt und auch Autorennen bestreitet, mit Nachdruck.

Mit der Möglichkeit eines Rückfalls beschäftigt er sich nicht.

„Weil ich den nicht zulassen würde.“ Er weiß inzwischen, sagt

er, welche Dinge das Leben lebenswert machen: Abwechslung,

Entspannung, Bewusstsein. Er hat seine Lektion gelernt. Er hat

verstanden, was ihm die Frau aus Untermaiselstein erklärt hat.

Intime Momente

Sven Hannawald ist es gelungen, sein Leben neu zu sortieren.

Über Langeweile, beteuert er, könne er sich nicht beklagen.

„Aber“, schränkt er ein, „ich weiß inzwischen, was ich mir zumuten

kann und was nicht.“ Dazu musste er durch ein tiefes Tal

schreiten. Weshalb er ausgerechnet über den Tiefpunkt seines Lebens

ein Buch geschrieben hat? Über intime Momente, die viele

lieber als Geheimnisse bewahren und öffentlich darüber schweigen?

Weil er weiß, sagt er, dass auch andere in dieser Hölle landen

können. Er möchte deshalb sein Wissen über die Krankheit

Burnout weitergeben, als Berater von Unternehmen,

als Seminarleiter und eben als Autor eines Buchs,

in dem er mitunter nur im Hemd

dasteht.

1 | Hannawald als Interviewpartner,

2 | …als Hobby-Motorsportler

3 | …und als Fußballer beim Benefi zspiel.

HIERLHOF

GASTFREUNDSCHAFT AM ALPSEE

Seestraße 3 • 87509 Bühl am Alpsee

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Wir wünschen uns, dass Ihr Aufenthalt

ein unvergesslich schönes

Erlebnis bleibt: Sie wohnen komfortabel

und stilvoll, starten mit

einem leckeren Frühstück in den

Tag und genießen frisch gestärkt

die herrliche Umgebung.

Unser Hierlhof, der schöne Alpsee

und nicht zuletzt unsere Gastfreundschaft

machen Ihren Aufenthalt

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Genießen Sie nach einem Tag im

Schnee unsere Sauna oder gönnen

sie sich eine Massage!

Griaß di’ Allgäu | 125


ALLGÄU HEIMATLICH

| Attraktive Jobs

Nie auf die Uhr geschaut

Eine Stralsunderin testet die Allgäu Jobchallenge und kommt zum Schluss: „Hier zu

arbeiten, ist ein Glücksfall.“ Langeweile am Arbeitsplatz? Fehlanzeige! Stattdessen ein

gutes Gefühl zum Feierabend und Freizeitgenuss in grandioser Landschaft.

Annabelle aus Stralsund schlüpfte im Allgäu in die

Rolle einer sogenannten Job-Hopperin, und es war

für sie die größte Herausforderung ihres bisherigen

Lebens: 30 Jobs in 180 Tagen nahe der Alpen testete

sie und lernte dabei die attraktivsten Jobs, Unternehmen und

das Allgäuer Lebensgefühl kennen. Unsere Mitarbeiterin Simone

Zehnpfennig wollte vieles wissen von ihr – was sie fühlte, was sie

erlebte und noch einiges mehr.

30 Jobs in 180 Tagen im Allgäu, das war die Herausforderung,

der du dich gestellt hattest. Erinnerst du dich noch an das

Gefühl zum Start der Jobchallenge?

Annabelle: Da war auf jeden Fall viel Vorfreude, Energie und

Aufregung, als es im September aus Stralsund ins Allgäu ging. 30

Jobs in 180 Tagen lagen vor mir – also 30 Unternehmen, 30 Mal

ein anderes Allgäu kennenlernen. Aber besonders schön ist, dass

ich alle meine Gedanken auf meinem Blog festgehalten habe und

heute alles detailliert in Ruhe nachlesen kann.

Wie sieht es aus nach über einem halben Jahr Action,

Berufsdschungel und vielem mehr?

Annabelle: Eines ist mir während der Challenge tatsächlich klar

geworden und zwar, was ich wirklich an einem Beruf schätze:

Bei meinen Jobs in der Altenpfl ege, in den Allgäuer Werkstätten

oder in der Bäckerei habe ich zum ersten Mal beim Arbeiten

nicht auf die Uhr geschaut, nicht den Feierabend herbeigesehnt

und bin mit besonderem Gefühl nach Hause gegangen. Nach der

Arbeit ging es mir besser als zuvor, weil ich einen Sinn in meiner

täglichen Arbeit sah. Ich durfte mit meinen Händen arbeiten und

mich hat die Bodenständigkeit der Allgäuer geerdet.

Du schreibst, dass du dabei viel über dich gelernt hast.

An was genau denkst du?

Annabelle: Vor der Jobchallenge habe ich einiges im täglichen

Leben für selbstverständlich gehalten. Während der Challenge

wurde ich für die Geschichten, die hinter jedem Menschen und

jedem Gegenstand stehen, sensibilisiert. Ich glaube, ich werde die

Dinge nie wieder mit den gleichen Augen sehen, weil mir beispielsweise

bei der Frage „Woher kommt der Strom?“ die Antwort

„aus der Steckdose“ nie mehr reichen würde. Ich möchte es

künftig genau wissen.

Dein Fazit zum Leben im Allgäu?

Annabelle: Der Ausblick aus den Fenstern so mancher Unternehmen

ist gigantisch – ein Berg-Panorama wie aus dem Bilderbuch.

Da habe ich mich nur gefragt: Wie können die sich hier

konzentrieren? Ich habe erfahren, dass es manchen oft schon in

der Mittagspause auf den Berg oder an den See zieht. Die Life-

Work-Balance kommt hier defi nitiv nicht zu kurz. Zahlreichen

Mitarbeitern werden fl exible Arbeitszeiten oder Mitarbeiterkarten

für kostenlose Freizeitaktivitäten geboten. Überhaupt war

ich überrascht, wie viele auch international tätige Unternehmen

im Allgäu ihren Sitz haben.

Die besuchten 30 Unternehmen

ACM Aircraft Cabin Modifi cation, AllgäuNetz, Allgäu Event, Allgäu Pflege, Allgäuer Überlandwerke,

Allgäuer Werkstätten, Bäckerei Weber, Confiserie Heilemann, elobau, Engelbräu, OK Bergbahnen,

Flughafen Memmingen, GROB-WERKE, Hubertus Alpin Lode & Spa, Krumbach Mineralbrunnen,

Ludwigs Festspielhaus, Max Müller Spedition, Max Wild GmbH, MAHA Haldenwang, Outdooractive,

Panoramahotel Oberjoch, Paragliding academy, Säbu Holzbau, Scaltel, Schmid, Ski- & Snowboardschule

Frey Haslach, Sonnen, VHS Kaufbeuren, Werbewind, Wilhelm Geiger Hoch-Tiefbau.

Restaurantfachfrau: zwischen Bergen, Buffet

und Spa-Bereich im Panoramahotel Oberjoch.

126 | Griaß di’ Allgäu


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Für Erlebnishungrige

und Genießer

Das 5-Sterne-Parkhotel wärmt das Urlauberherz, bietet erstklassiges Ambiente und

empfiehlt Winterwandern, Langlauf und Schneeschuhgehen.

Am Allgäuer Alpenrand in Oberstdorf entdeckt der Gast ein Paradies.

Zwei privat geführte Häuser einer Hotelierfamilie: links und Mitte das Parkhotel Frank , rechts das Geldernhaus s

Winterherz, was willst Du mehr?

Einkehren und aufwärmen

Auf 815 Metern heißt das 5-Sterne

Parkhotel Frank in Oberstdorf seine Gäste

mit echter Gastfreundschaft und grenzenlosen

Outdoor-Aktivitäten willkommen.

Damit die Urlauber gut gestärkt in den

Tag starten können, sorgt ein exquisites

Frühstücksbuff et für den nötigen Energie-

Kick am Morgen. Nach Lust und Laune

lassen sich dann verschiedenste Winteraktivitäten

für alle Generationen unternehmen.

Zum Beispiel Winterwandern auf

140 Kilometern Winterwanderwegen.

Aber es geht auch hoch hinauf – aufs 2224

Meter hohe Nebelhorn mit Nordwandsteig

oder aufs 2038 Meter hohe Fellhorn

– und Routentipps fi nden die Hausgäste in

der hauseigenen Winter-Tourenkarte „365

Tage Wanderlust“.

Ein Winter-Highlight im Rahmen des

Wochenprogramms: Schneeschuhgehen.

Gemeinsam streift man über unberührte

Flächen durch die Schneelandschaft (unter

Beachtung der Schutz- und Schongebiete),

genießt die frische Bergluft und lauscht der

Stille der Natur. Gastgeberin Cora Bethke-

Frank schwärmt: „Der Winter in den Bergen

hält magische Momente für alle bereit.

Denn nie ist der Himmel blauer, wenn die

Gipfel der Berge schneeweiß sind und wie

Diamanten glitzern.“ So ist auch gemütliches

Gleiten oder sportliches Langlaufen

am Oberallgäuer Alpenrand bis ins Frühjahr

möglich und Loipeneinstiege befi nden

sich gleich in der Nähe des Hotels.

Den krönenden Abschluss eines tollen

Tages bildet ein Besuch in „Franks“ Well-

Étage, wo Entspannungsuchende auf 1800

uadratmetern besonders viel Raum zum

Relaxen fi nden. Ob einladende „Kuhfell“-

Betten am Schwimmbadrand, Ruheinseln

in der Saunalandschaft oder Rückzug

ins “Wohnzimmer“ mit Kaminatmosphäre

oder in die „Welle“ mit Bergblick

– hier schlagen Wellness-Herzen höher.

Während Körper und Seele mit niveauvollen

Anwendungsangeboten nachhaltig

verwöhnt werden, erfreut sich der Gaumen

beim abendlichen 5-Gang-Gourmetdinner

an Köstlichkeiten der regionalen

saisonalen Küche. www.parkhotel-frank.de

Wenn die Schneeflocken vom Himmel

herabtanzen und man in warmer Winterkleidung

aktiv ist, erinnert das an ein Wintermärchen.

Ein schöner Ort zum Einkehren

und Aufwärmen ist das historische Geldernhaus

Hotel garni, das mit elf Zimmern

und Junior-Suiten im edlen Landhausstil

charmante Atmosphäre ausstrahlt. Die einstige

Jagdvilla wurde liebevoll restauriert

und so in ein stilvolles, von HolidayCheck

2018 empfohlenes, 3-Sterne Superior Hotel

verwandelt. Tipp für ein extravagantes

„Tal-Erlebnis“: Ein Besuch der stimmungsvollen

Eiswelt in der tiefsten Felsenschlucht

Mitteleuropas, der Breitachklamm. Funkelnde

Eiszapfen und erstarrte Wasserfälle

können zweimal pro Woche auch bei einer

abendlichen Fackelwanderung bestaunt

werden. Ein Schmankerl: das Arrangement

Winterwoche“ mit Wellness-Highlight.

Ab fünf Übernachtungen ist die 1800 uadratmeter

große Wellnesslandschaft Well-

Étage im gegenüberliegenden 5-Sterne

Parkhotel Frank Teil der Inklusivleistungen.

www.geldernhaus.de

Griaß di’ Allgäu | 127


ALLGÄU HEIMATLICH | Übernatürliche Kräfte

PFARRER AUGUSTINUS HIEBER

Der gute Mensch

von Merazhofen

128 | Griaß di’ Allgäu


Übernatürliche Kräfte | ALLGÄU HEIMATLICH

Über 22 000 Gläubige fordern

seit Jahren in einer Petition

die Seligsprechung eines furchtlosen

Gottesmannes, der sich einst den

Nazis widersetzte.

Im württembergischen Allgäu

fand er seine letzte Ruhestätte.

Ein Ort der Hoffnung und Emotion.

Leutkirch

TEXT & FOTOS Tobias Schuhwerk

Merazhofen

Es ist ein besonderes Grab auf dem

kleinen Friedhof in Merazhofen

im Westallgäu. Hunderte Votivtafeln

sowie Engelsfi guren und

Wangen

Rosenkranz-Ketten zieren die letzte Ruhestätte

von Pfarrer Augustinus Hieber, der vor

50 Jahren starb. „Danke für die große Hilfe“, steht

dort geschrieben. Oder: „Pfr. A. Hieber hat bei schwerer

Krankheit geholfen.“ Von der besonderen Segenskraft und den

wunderbaren Taten des Landpfarrers sind Katholiken weit über

das Allgäu hinaus überzeugt: Über 22000 Gläubige fordern seit

Jahren in einer Petition die Seligsprechung des furchtlosen Gottesmannes,

der sich den Nazis widersetzte.

Es ist ein Ort der Hoff nung und der Emotionen. Wer das Grab

des Allgäuer Landpfarrers Augustinus Hieber (1886-1968) in

Merazhofen bei Leutkirch besucht, trifft auf Menschen, die bei

Gebeten an diesem Ort eine spezielle Kraft zu spüren glauben.

Sie überkommt ein tiefer Friede, wie es eine Pilgerin aus dem

Schwarzwald im Interview mit unserem Magazin ausdrückt.

Täglich bitten Gläubige an der Ruhestätte um Beistand in

dunklen Zeiten. Auf tausenden von kleinen Zetteln sind Fürbitten

dokumentiert. Sie reichen vom banalen Wunsch eines Kindes

nach besseren Schulnoten bis zum fl ehentlichen Bitten für einen

Schwerkranken. „Lieber Segenspfarrer Hieber, hilf doch, dass

meine Tochter wieder hören und sehen kann und die Metastasen

aus ihrem Gehirn verschwinden“, heißt es

beispielsweise darauf.

Isny

Als Angelika Sommer aus Bad Saulgau vor

acht Jahren erstmals das Grab aufsuchte, war

sie gezeichnet von einer langen Krankheit und

lief an Krücken. Was dann geschah, kann sie bis

heute kaum glauben. „Irgendetwas an diesem Grab

hat mich so berührt, dass mir Tränen übers Gesicht liefen.

So erleichtert und so gestärkt fühlte ich mich mit einem Mal“,

erzählt sie. „Pfarrer Hieber hat mir geholfen, meine Krankheit

zu überstehen.“

Seither engagiert sich Angelika Sommer im Pfarrer Augustinus

Hieber Gedächtnisverein, der vor 15 Jahren gegründet wurde

und mittlerweile fast 800 Mitglieder zählt. Dessen oberstes Ziel:

die Seligsprechung des Segenspfarrers. Einen entsprechenden

Aufruf haben schon vor Jahren 22000 Gläubige aus Deutschland,

Österreich und der Schweiz unterschrieben. „Wir wollen, dass er

für seine wunderbaren Taten anerkannt wird“, sagt der stellvertretende

Vereinsvorsitzende Armin Fehr. Mit seinen 45 Jahren

hat er den Pfarrer zwar nicht persönlich kennengelernt. Doch er

ist überzeugt, dass es sich um eine außergewöhnliche Priesterpersönlichkeit

gehandelt haben muss. „Ein Mensch, dessen Segen

Wunderbares leisten konnte.“

Ähnlich formuliert es der Vorsitzende des Gedächtnisvereins,

Dekan Kurt Benedikt Susak aus dem schweizerischen

Griaß di’ Allgäu | 129


Er ist in den Augen vieler Gläubiger

ein wertvoller und besonderer Mensch: Pfarrer Augustinus Hieber.

Davos: „Fakt ist, dass einzelne Zeugnisse und gewisse Begebenheiten,

die sich um Pfarrer Hieber ereignet haben, wissenschaftlich

wohl nicht erklärt werden können.“

Wer war dieser Augustinus Hieber? Geboren wurde er am

15. Februar 1886 als Bauernsohn in der Nähe von Schwäbisch

Gmünd. Eigentlich sollte er den elterlichen Hof übernehmen.

Doch schon als Zehnjähriger drängte er darauf, Pfarrer zu werden.

Sein strenger Vater ließ ihn nur unter einer Bedingung ziehen:

„Werd a rechter Pfarrer oder gar keiner.“ Der Sohn erfüllte

die in ihn gesetzte Erwartung in bemerkenswerter Weise. Nach

einem Theologie-Studium in Tübingen und ersten berufl ichen

Stationen schickte ihn die Diözese 1936 in die Pfarrgemeinde

Merazhofen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits selbst eine

schwere Erkrankung überwunden – und stand schon bald in jenem

Ruf, Menschen heilen zu können. Er selbst sprach von seiner

Segenskraft, die ihm der liebe Gott verliehen habe. Weiteres Aufhebens

machte er daraus nicht.

Er galt als humorvoller, unerschrockener Gottesmann, dessen

Losung lautete: „Mit beiden Füßen stehe ich auf dem Boden, den

Blick aber nach oben gerichtet.“ Viele sahen in ihm einen Fels in

der Brandung – auch gegen das Naziregime. Als Schul-Dekan

von Leutkirch und Wangen setzte er sich über die Anweisung

hinweg, das Kreuz in den Klassenzimmern abzuhängen und

stattdessen ein Bild von Adolf Hitler anzubringen. Als ihm daraufhin

zwei SS-Männer einen Besuch abstatten, bangten viele

Gläubige im württembergischen Allgäu um den standhaften

Pfarrer. Doch wie durch ein Wunder endete der Besuch glimpflich.

Damit nicht genug: Im Schuldekanat blieben die Kruzifixe

in den Klassenzimmern von den Nazis unangetastet.

Wankelmütige, Kranke und Ratsuchende pilgerten zu Pfarrer

Hieber nach Merazhofen. Eine Reihe von erstaunlichen

Geschichten ranken sich um sein Wirken. In Rom traf er 1956

beispielsweise den heiligen Pater Pio, der ihn um seinen priesterlichen

Segen bat. Eine große Ehre, über die sich Pfarrer Hieber

wunderte. Mitgereisten Pilgern aus Merazhofen soll der

bekannte italienische Pater sogar gesagt haben: „Sie brauchen

nicht hierherzukommen, Sie haben selbst einen Segenspriester

unter sich.“

Heilende Taten in einer Vereinsbroschüre

In einer Vereinsbroschüre sind einige Beispiele über die heilenden

Taten des Allgäuer Gottesmannes aufgelistet: „Mancher

wurde von einer schweren Krankheit geheilt, nachdem Pfarrer

Hieber seinen Segen über ihn gesprochen hatte. Wie etwa jene

Frau aus Vorarlberg, die nach einer Gehirnblutung von den

Ärzten als blind und verwirrt aufgegeben worden war, oder ein

junger Mann, der sich an der Wirbelsäule schwer verletzt hatte

und schon acht Tage nach dem priesterlichen Segen wieder vollständig

genesen war.“

130 | Griaß di’ Allgäu


Übernatürliche Kräfte | ALLGÄU HEIMATLICH

Die Dokumentation von wunderbaren Ereignissen, die Gläubige

an Eides statt versichern müssen, ist für den Verein wichtig.

Denn selig gesprochen wird von der katholischen Kirche nur,

wer ein Wunder bewirkt hat oder als Märtyrer gestorben ist.

Den Aussagen von Zeitzeugen kommen besondere Bedeutung

zu. Zum 50. Todestag von Pfarrer Hieber im Januar dieses Jahres

wurde ein Film über sein Leben, Wirken und sein Erbe in Auftrag

gegeben. Darin kommt unter anderem der ehemalige Pfarrer

Siegfried Knaus zu Wort, der berichtet, wie er eine beinahe tödliche

Krebs-Erkrankung zur Verwunderung der Ärzte überstand.

„Auch durch die Hilfe von Pfarrer Hieber“, betont der Geistliche.

Auf Aussagen wie dieser ruhen die Hoff nungen auf eine Seligsprechung.

Der Gedächtnisverein hat das Seligsprechungsverfahren

vor drei Jahren beantragt. Mittlerweile steht er mit einem

vom Vatikan anerkannten Experten in Sachen Seligsprechung

(Postulator genannt) in Kontakt. Dieser sichtet das Material, das

später einmal der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse

zur Prüfung vorliegen könnte. Das Gremium aus 34 Bischöfen

und Kardinälen entscheidet quasi als letzte Instanz über

die Seligsprechung.

Ob es jemals so weit kommt? Der Gedächtnisverein will alles

dafür tun. Doch die Mitglieder stellen sich auf eine Geduldsprobe

ein. „Ich denke, das kann noch 20 bis 30 Jahre dauern“, meint der

stellvertretende Vereinsvorsitzende Armin Fehr. Um die Sache

mit göttlicher Hilfe etwas zu beschleunigen, haben die Mitglieder

ein eigenes Gebet um Seligsprechung verfasst: „Guter Gott,

wir danken Dir für die großen Gnadengaben, die Du Pfarrer Augustinus

Hieber geschenkt hast. Auch nach seinem Tod hast Du

unzählige Menschen die Kraft seiner Fürbitten erfahren lassen,

indem Du ihnen in ihren zahlreichen Anliegen und Nöten geholfen

hast. Wir bitten Dich durch Deine unergründliche Liebe

zu uns Menschen um zahlreiche Priesterberufungen und um die

Seligsprechung unseres guten Segenspfarres vom Allgäu. Amen.“

Allgäuer Pfarrer der Herzen

Unabhängig davon, ob Hieber einmal selig gesprochen werden

sollte oder nicht, behält er seinen Status als „Allgäuer Pfarrer

der Herzen“ bei vielen Gläubigen ohnehin. Auch bei Zeitzeuge

Georg Throner (85), den wir am Grab des Pfarrers treff en. Er

hat ihn als eine Respektperson in Erinnerung, die ebenso milde

wie streng sein konnte. Gottes Wort habe für ihn über allem

gestanden.

„Dass jemand mal eben kurz an sein Grab kommt und Hilfe

verlangt, hätte ihm nicht gefallen“, sagt Throner schmunzelnd.

„Den hätt‘ er gleich in die Messe mitgenommen.“

Unvergesslich faszinierend – die exklusiven Allgäu Wings Erlebnisfl üge

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Griaß di’ Allgäu | 131


ALLGÄU HEIMATLICH | Altes Handwerk

FILIGRAN UND RELIGIÖS

In der Ruhe

liegt die Kraft

132 | Griaß di’ Allgäu


Altes Handwerk | ALLGÄU HEIMATLICH

Nur mit großer Geduld

erschaff t Rita Fink ihre

Kunstwerke. Sie ist eine von

wenigen im Allgäu, die das alte

Handwerk der Klosterarbeit

noch beherrschen. Und die einzige,

die Rosenschmuck fertigt.

Iller

Memmingen

Ungerhausen

ihr Reich ganz einfach am Esstisch geschaff en,

im Erker mit großen Fenstern zum Garten hinaus.

Schön hell ist es, damit sie ihr teilweise winziges

Material gut sieht.

Vor ihr liegen Schachteln mit Perlen in verschiedenen

Größen und Farben, Drähte in unterschiedlichen Stärken,

Schere, Zange, Nadeln, Pinzette, Kleber, Stoffreste. Hinter

ihr baumeln aus einem Regal Bordüren und Kordeln, im Wohnzimmer

lagern verschiedene Bänder auf einer Spule. Ein buntes

Sammelsurium, doch Rita Fink weiß genau, wo was zu fi nden

ist. „Da passt auch Grün gut dazu… oder doch Rot?“ Spricht‘s

und kramt eine neue Dose hervor.

TEXT & FOTOS Silke Lorenz

Die Perlen im Kleinstformat hüpfen und kullern einfach

weg. Immer wieder. Der Draht ist schuld, er

müsste vorne anders gebogen sein. Gesagt, getan,

jetzt klappt´s. Geschickt nimmt Rita Fink eine Perle

nach der anderen auf. Nur it hudla, wie man im Allgäu sagt. Das

Motto der 55-Jährigen passt zu ihrer Leidenschaft: Sie fertigt Klosterarbeiten

bei sich zu Hause in Ungerhausen im Unterallgäu.

Rita Fink öffnet die Tür. Sie hat extra ihr Outfit angelegt, in

dem sie sonst nur auf Märkten anzutreffen ist: Farblich passend

zum Dirndl und zum breiten Hut trägt sie eine selbst kreierte

Kette und Ohrringe in blau-grün. Mit einem Lachen bittet sie ins

Haus. Doch von einer Werkstatt keine Spur. Rita Fink hat sich

Klosterarbeit – was ist das überhaupt?

Im Mittelalter fertigten Frauen und Männer im Kloster meist religiöse

Stücke aus vielseitigen Materialien wie Draht, Stoff und

Papier. Sie verzierten unter anderem Reliquien, Heiligen- und

Madonnen-Figuren. Sehr beliebt waren zu dieser Zeit auch Fatschenkinder,

das Prager Jesulein oder die Nonnenspiegel. Zu dieser

Zeit gelangte die Handwerkskunst auch in die Bauernhäuser

im Allgäu und in Oberbayern. Dort verschönerte man nicht nur

den Herrgottswinkel, eine Art hauseigener Altar, sondern die

Bäuerinnen auch sich selbst. Man fi ndet diese fi ligrane Technik

im Trachtenschmuck der damaligen Zeit zum Beispiel in den

Radhauben und als Broschen wieder. Im Allgäu waren viele Leute

arm, deshalb verwendete man oft die eigenen Haare als

Ruhige Hände sind ganz wichtig beim Handwerk Klosterarbeit. Rita Fink fertigt Anhänger in verschiedenen Farben an oder ein Kreuz.

Griaß di’ Allgäu | 133


ALLGÄU HEIMATLICH | Altes Handwerk

Step by Step Anleitung

EIN KLEINES GESCHENK ZU WEIHNACHTEN

1. Man fädelt sieben rote Perlen à 2,5 Millimeter

auf ein Stück Draht auf.

2. Durch drei Perlen schiebt man den Draht

gegengleich durch und zieht leicht an,

so dass sich ein Kreis bildet.

1

2

3. Mit dem kürzeren Drahtende nimmt man eine

weiße (oder eine goldene) Perle auf. Man kippt sie

und drückt sie in die Mitte, so dass es eine Blüte

ergibt. Die Draht-Enden verdreht man.

3

3

4. Nun macht man mehrere solcher Blüten.

Sie kann man zu einem Ministrauß binden.

5. Mit den Blüten lässt sich zum Beispiel ein

Engelchen verzieren.

4

6. Für ein Geldgeschenk marmoriert man ein

Spandöschen und verziert es mit einer schönen

Borte und den Perlen-Blüten. Innen kleidet man

das Döschen mit Borte und Geschenkband aus.

Wer möchte, klebt in den Deckel einen Segenswunsch.

Mit dem Klebestift gelingt das bestens.

5

6

Draht und nur wenige Perlen. Lange waren Klosterarbeiten

ein begehrter Luxus. „Ich bin in Maria Steinbach bei Legau aufgewachsen,

im Schatten der Wallfahrtskirche, und noch geprägt

vom Glauben. Ich habe ihn immer gelebt“, erzählt sie. Doch die

Reliquien-Verzierungen verlieren an Bedeutung, und somit gerät

auch die religiöse Volkskunst in Vergessenheit. Klosterarbeit ist

ein aussterbendes Handwerk. Im Allgäu kennen außer Rita Fink

nicht mehr viele die Techniken. Andere Frauen, die das früher

noch gemacht haben, sind jetzt zu alt oder zu krank. Jüngere Generationen,

selbst in ihrer Familie, haben wenig Sinn dafür.

Die Zeiten ändern sich

Zwar fi nden sich am Marktstand immer wieder Interessierte. Einige

waren sogar bei ihr zu Hause, um die Technik auszuprobieren.

„Aber alle haben beschlossen, dass sie dafür nicht die nötige

Geduld haben“, seufzt sie. Die Arbeit ist aber auch fitzelig,

man nehme nur die Perlen: Für Rita Fink hat eine große Perle

einen Durchmesser von 2,5 Millimetern, kleine 0,1 Millimeter.

Mikroperlen, kaum sichtbar, haben gar keine Maßangabe mehr.

Die verwendet sie fürs Schleierkraut, für die Rose bei der Mutter

Gottes oder als Blütenstand für Lilien.

Typisch für die Klosterarbeit sind die Cordonett-Blätter: Eine

Perle wird aufgefädelt und im immer gleichen Abstand im Kreis

gedreht, bis ein Blatt entsteht. Der Bouillon-Draht, der wie die

bekannte Suppe heißt, ist von Haus aus zu lummelig. Deshalb

wird er nochmals auf einen Draht gefädelt und dann weiter verarbeitet,

zum Beispiel zu Bouillon-Rosen. Diese Bouillon-Rosen

waren schon fast vergessen. Rita Fink hat sie sich wieder angeeignet

und weiterentwickelt. Heute sind sie ihr Markenzeichen, wie

Schmuck aus und mit Klosterarbeit. Er fi ndet das ganze Jahr Abnehmer,

passt er doch perfekt zur Tracht. Die klassischen Klosterarbeiten

sind vor allem an Festen wie Weihnachten, Ostern

oder Kommunion gefragt.

Kreativ in der Stube

Neben einer großen Portion Geduld gibt es noch eine Hürde, die

Klosterarbeit nicht so einfach macht: Das nötige Arbeitsmaterial

zu bekommen, wird immer schwieriger. Mikroperlen beispielsweise

werden gar nicht mehr hergestellt. Den Draht bezieht die

Unterallgäuerin oft aus Österreich oder der Schweiz. Mitunter

kauft sie größere Bestände, zum Beispiel an die 50 Spulen Draht,

weil sie weiß, dass er künftig nicht mehr zu kriegen ist. Ihren

Vorrat lagert sie im Keller. Die Familie akzeptiert das. Ebenso

wie das Esszimmer als Atelier. Wenn am Sonntag alle drei erwachsenen

Söhne zum Mittagessen kommen, schiebt sie ihre Sachen

einfach beiseite. Während der Woche lässt sie alles liegen, da

134 | Griaß di’ Allgäu


Altes Handwerk | ALLGÄU HEIMATLICH

muss ihr Mann durch. „Das kleine Gepopel regt ihn oft auf, dann

steht er auf und geht“, verrät Rita Fink und lächelt. Sie hingegen

schöpft Kraft aus dieser Arbeit. Abend für Abend sitzt sie in

ihrem Wohlfühl-Eck, wie sie es nennt, und hört nebenbei Volksmusik

oder Operetten. Nur Hardrock-Musik, die ihre Söhne gerne

mögen, geht gar nicht.

Die 55-Jährige scheint mit sich und der Welt zufrieden zu sein.

Wenn sie in ihrer Klosterarbeit versinkt, vergisst sie, zu trinken,

und geht nicht ans Telefon. So auch an diesem Vormittag: Weil

sie so begeistert und viel erzählt, ist ihr Kaff ee kalt und die Butterbrezel

unberührt, die ihr Mann fürsorglich hingestellt hat.

Handarbeit ist ihre Leidenschaft

„Früher haben die Leute Klosterarbeiten bei Funzellicht in den

Bauernstuben gemacht, mit von der Feldarbeit rauen Händen. Bei

mir geht‘s höchstens mal im Sommer schlechter, wenn die Hände

schwitzig sind“, erzählt Rita Fink. Fingerfertigkeit braucht man,

eine ausgeprägte Feinmotorik, ein Gespür – und viel Übung.

Läuft der Draht an manchen Abenden nicht so gut, stickt sie eben

einfach. Zum Beispiel Kreuze, die später die Deckel von Spandosen

zieren. Handarbeit war schon immer ihr Ding.

Aber als sie vor zwölf Jahren bei einem Ausflug mit dem Frauenbund

die Klosterarbeit entdeckt, will sie das unbedingt erlernen.

Bei jener Frau in Kirchhaslach im Unterallgäu, die die Technik

beherrscht, belegt sie Kurse. Sie stöbert nach Anleitungsbüchern

auf Flohmärkten und im Internet, die sind nämlich kaum noch zu

haben. Dort holt sie sich Ideen und probiert sie aus.

Sie tüftelt so lange, bis sie mit dem Ergebnis zufrieden ist. Schablonen

oder Vorlagen braucht sie nicht. Mittlerweile reicht ihr

ein Bild, um zu wissen, wie sie es angehen muss. Ihre Phantasie

und Kreativität tun das Übrige. Für ihre Halskette zum Beispiel

braucht sie rund vier Stunden. Um das beliebte Fatschen-Kindle

samt dekorativem Rahmen zu verzieren, benötigt sie dagegen an

die 30 Stunden.

35 Jahre lang hat Rita Fink in einer Metzgerei gearbeitet, danach

in der Küche eines Seniorenheimes. Mit 50 Jahren musste

sie aus gesundheitlichen Gründen aufh ören. Jetzt widmet sie sich

komplett der Klosterarbeit. Mittlerweile hat die Allgäuerin ein

Gewerbe angemeldet und präsentiert ihre einzigartigen Stücke

auf Märkten. Dort kann man sie in Dirndl und Hut antreffen (siehe

Foto auf erster Seite). Dort kommt sie gerne mit Menschen

ins Gespräch, begegnet ihnen mit Respekt und Ehrfurcht, denn:

„Man muss mit sich im Reinen sein, sonst kann man keine Klosterarbeit

machen.“ Das glaubt man ihr aufs Wort.

HIER TRIFFT MAN RITA FINK:

23. bis 25. November: Weihnachtsmarkt auf Schloss Kronburg

30. November bis 2. Dezember: Weihnachtsmarkt im Kreuzgang

des Klosters Benediktbeuren www.klosterarbeiten-fink.de

DEIN ALLGÄUER

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Griaß di’ Allgäu | 135


Das beste Mittel gegen kalte Füße sind selbstgemachte Hüttenschuhe –

aus Filz genäht, bestickt und getoppt mit einem dekorativen Edelweiß.

Die Machart dieser Puschen ist ganz einfach: Den Schnitt (Sohle)

auf die eigene Größe kopieren, zuschneiden und loslegen. Graue,

blaue oder lieber rote Schuhe? Jeder kann das selbst entscheiden!

Schnittmuster

Sohlengröße

entspricht

Fußgröße

ANGELIKA

KÖHLER-SCHIESSLER

Die Redakteurin hat ihre journalistischen

Wurzeln bei der Allgäuer

Zeitung. Danach war sie über drei

Jahrzehnte für den Kreativ-Bereich der

Zeitschrift „freundin“ verantwortlich.

Heute arbeitet sie freiberuflich

für Handarbeits- und

Fachzeitschriften.

136 | Griaß di’ Allgäu


1.

Alles, wasmandazubraucht:

∙ 25 x 30 cm festen Filz für die Sohlen

∙ 25 x 30 cm Wollfi lz für die Oberseite

∙ Filzrest in Weiß für die Blüten

∙ Stickwolle in verschiedenen Farben

für die Kanten

∙ Stickwolle in Gelb für die Blüten

∙ Lochzange

∙ Schere oder Nagelschere

∙ Stopfnadel

∙ Aqua Trickmarker (von Prym)

3.

Nähte fl achbügeln

und beidseitig knappkantig

absteppen. Oberseite

auf der Sohle der Markierung

entsprechend aufstecken und

0,5 cm tief feststeppen.

Kanten mit der Schere

zurechtschneiden.

2.

Sohle 2x aus festem Filz,

die Seitenteile 4x aus Wollfi lz

mit etwa einem Zentimeter

Nahtzugabe zuschneiden.

Jeweils zwei Seitenteile von links

zusammensteppen.

4.

Oberkante der Schuhe

mit feinster Einstellung

lochen, mit 0,5 cm Abstand zur

Kante und zueinander. Mit Stickwolle

einfassen, erst im Kreuzstich

über die Oberkante, dann mit einer

zweiten Farbe im Steppstich

durch die Lochung.

5.

Für jeweils eine Blüte drei Kreise mit 3, mit

4,5 und mit 5,5 cm Durchmesser und acht

Blütenblätter aufzeichnen und ausschneiden.

Teile kurz anfeuchten, dann verschwindet der

Trickmarker.

6.

Blütenteile aufeinander legen

und 4 Mal lochen. Mit gelber

Stickwolle und Knötchenstich die

Mitten sticken. Blüten auf den

Schuhen festnähen.

Griaß di’ Allgäu | 137


ALLGÄU HEIMATLICH | Pianotainment

VIER HÄNDE AN EINEM KLAVIER

Auf ein Bier

mit Tom Jones

138 | Griaß di’ Allgäu


Pianotainment | ALLGÄU HEIMATLICH

Marcel Dorn und Stephan Weh sind

musikalische Botschafter dieser Region

und in fast allen Kontinenten

zu Hause. Als Pianotainment

vereinen sie Klassik, Pop, Jazz, Akrobatik

sowie Unterhaltung und erleben oft

Kurioses. In China werden sie

für Zwillinge gehalten.

TEXT Frederik Schissler | FOTOS R. Lienert und P. Franke

Ein Flügel, vier Hände und ganz viel Humor – das ist

Pianotainment, mit bürgerlichem Namen Stephan Weh

und Marcel Dorn. Die beiden touren seit vielen Jahren

um die Welt, mit Konzerten in Asien, Südamerika und

Australien, auf Kreuzfahrtschiff en, bei Firmen-Events – und hin

und wieder in der Allgäuer Heimat. Zum Beispiel im Dezember

in Kempten. Im Interview mit unserem Magazin verraten sie,

wie es dazu kam, mit Tom Jones ein Bier zu trinken, weshalb

sie für ein Konzert dicke Handschuhe brauchten und wieso sie in

China als „die deutschen Zwillinge“ besonders erfolgreich sind.

Pianotainment gibt es seit über 20 Jahren.

Wie hat alles begonnen?

Marcel Dorn: 1996 haben wir uns beim Grundwehrdienst der

Bundeswehr kennengelernt und entdeckten schnell eine gemeinsame

Leidenschaft: das Klavierspiel. Bei ersten gemeinsamen

Auftritten als Bar-Pianisten merkten wir, dass es nicht nur uns,

sondern auch unserem Publikum mehr Spaß macht, wenn wir

vierhändig spielen. Später, während des Studiums, sind Stefan

und ich an der Sache drangeblieben und so wurden aus einfachen

vierhändigen Boogies immer komplexere Arrangements. Auch

die Auftrittsorte haben sich verändert: Hotels buchten uns und

wir durften die Gäste am Abend unterhalten. Keine leichte Schule.

Unser Credo war: keine Sekunde langweilig sein. Ähnlich ist

es auch heute, wenn wir beispielsweise auf Kreuzfahrten als Entertainer

engagiert sind.

Griaß di’ Allgäu | 139


ALLGÄU HEIMATLICH | Pianotainment

Stichwort Kreuzfahrten: Wie läuft das ab auf einem

Schiff? Gibt es jeden Tag einen Auftritt?

Stephan Weh: Nein, in der Regel bieten wir einmal die Woche

eine Show. Den Rest der Zeit benutzen wir als eine Art schwimmendes

Trainingslager und entwickeln neue Programme.

Marcel Dorn: Was gar nicht so einfach ist, denn dass uns die

Muße auf Knopfdruck küsst, funktioniert leider nicht. Manchmal

kommen neue Ideen ganz unverhofft – und dann gibt es

wieder Zeiten, in denen man ewig auf einen neuen Einfall wartet.

Aber wir versuchen, uns ständig zu erneuern, sperren uns mit

dem Klavier acht Stunden ein und üben. Denn in einer Minute

Show stecken oft Wochen voller Arbeit.

Was ist euch wichtiger –

das musikalische Element oder das Entertainment?

Stephan Weh: Wir sind nicht die reinen Beethoven-Interpreten.

Bei uns geht es schon mehr um die Show, die Unterhaltung

– was auch im Namen steckt. Wenngleich wir uns natürlich als

ernsthafte Musiker verstehen und es bei den Gags ums Klavier

und um ualität geht.

Mit euren Shows seid ihr viel herumgekommen

und oft in China gewesen, wo man die Gäste aus Deutschland

als Dabao und Xiaobao kennt. Was bedeutet das?

Stephan Weh: Das sind die chinesischen Worte für den Älteren

und Jüngeren von Zwillingen. Denn so wie in unseren Augen

Asiaten ähnlich aussehen, so geht es den Chinesen mit uns.

Ist die Begeisterung fürs Klavierspielen

in China besonders groß?

Marcel Dorn: Vor zehn Jahren ging bei uns das große Auslandsgeschäft

los, kurioserweise an meinem 30. Geburtstag. Auf

der Frankfurter Musikmesse hatten wir mehrere Auftritte am

Stand des deutschen Klavierherstellers Blüthner und haben an

diesem Tag tatsächlich eine Italien-, Iran- und China-Tournee

ausgemacht. In China haben sie schon damals einen Shootingstar

verehrt: Pianist Lang Lang, für viele das große Vorbild. Die

aufstrebende chinesische Mittelschicht versucht seither, aus ihren

Kindern den neuen Lang Lang zu formen.

Stephan Weh: Da kamen wir gerade recht, um die Kinder für

die doch manchmal trockene klassische Musik zu begeistern. Wir

spielen mit Tennisbällen auf dem Klavier und bieten ein humorvolles

Programm: Das kam an. Nach dieser ersten Tour folgte im

selben Jahr die nächste, dann noch weitere und im Oktober steht

nun die 14. Tournee auf dem Programm. Außerdem durften wir

in der Jury eines Klavierwettbewerbs sitzen.

Ein chinesischer Wettbewerb?

Marcel Dorn: Ja, der größte der Welt und ein weiterer Versuch,

die Kinder und Jugendlichen fürs Klavierspielen zu motivieren.

Insgesamt gab es 30000 Teilnehmer. Alleine das Finale dauerte

drei Tage. Am Abend klingeln einem da zwar die Ohren, doch es

hat sich gelohnt. Denn einige dieser Kinder waren unglaublich.

Auf der anderen Seite können einem diese Kids auch leidtun, so

wie sie gedrillt werden.

Stichwort Humor –

ist der von Land zu Land verschieden?

Stephan Weh: Defi nitiv! Während Briten und Amerikaner

gerne um die Ecke denken, ist der chinesische Humor eher ein

kindlicher. Wenn man dort auf die Bühne stolpert, hat man schon

die ersten Lacher.

Auch mal in

Allgäuer Tracht am Flügel: die

Virtuosen von Pianotainment.

140 | Griaß di’ Allgäu


Pianotainment | ALLGÄU HEIMATLICH

Welcher Auftritt war besonders kurios?

Marcel Dorn: Der in einer Ski-Halle in Dubai. Wir waren Teil

einer großen Gala mit Skistars und vielen Promis. Bei 40 Grad

Celsius Außentemperatur gab’s in der Halle ein Skirennen. Wir

haben musikalisch untermalt.

Stephan Weh: Das Problem war, den kostbaren Flügel in diese

Halle zu befördern. Denn normalerweise hält ein Flügel einen

Temperaturunterschied von 40 Grad zu minus fünf Grad

nicht aus. Es hat drei Tage gedauert, ehe das Instrument Stück

für Stück in den gekühlten Innenraum transportiert wurde.

Gab es noch andere Locations, die ihr nie vergesst?

Marcel Dorn: In China haben wir in einem Stadion gespielt.

Eine eigene Atmosphäre, aber dennoch unvergessen. Kurios

war es auch, mit Tom Jones auf der Bühne zu stehen. Wir waren

in Abu Dhabi und hatten ein Konzert im Emirates Palace,

konnten danach aber nicht nach Hause fl iegen, weil ein aktiver

Vulkan in Island für Flugausfälle sorgte. Das gleiche Dilemma

hatte Tom Jones, der im Emirates Palace residierte. Der nicht

verplante Abend führte uns alle in den Jazz Club des Hotels,

und dort gab’s spontan ein Privatkonzert von Tom Jones – natürlich

sind wir mit eingestiegen in diese Session.

Pianotainment in Zahlen

2 Erdumrundungen

6 bereiste Kontinente

14 China-Tourneen

53 Kreuzfahrt-Engagements

105 bereiste UNO-Mitgliedsstaaten

148 bereiste Länder, Club der Reisenden

1000000 bislang zurückgelegte Flugkilometer

Pianotainment gibt ein Konzert in der Heimat: 29. Dezember

im Kemptener Stadttheater. Dort gibt es ab 1. Dezember eine

Ausstellung mit Reisefotografi en des Duos.

Reiseblog:

www.alwaysontour.com

...das Helle

Griaß di’ Allgäu | 141

Brauerei Schäffler ·Hanspeter Graßl KG ·Hauptstr.17·87547 Missen im Allgäu ·Tel. 08320 920-0 ·www.schaeffler-braeu.de ·facebook.com/schaefflerbraeu


Allgäu sportlich

Wussten Sie, dass… das Allgäu seit vielen Jahren im Wintersport Olympische Sieger präsentieren

kann? Zum Beispiel Skirennläuferin Heidi Biebl, Gewinnerin 1960 in Squaw Valley. Oder Franz Keller,

Olympiasieger 1968 in der Nordischen Kombination in Grenoble. Oder Biathlet Michael Greis,

dreifacher Olympiasieger 2006 in Turin. Sportliches Aushängeschild momentan ist der Nordische

Kombinierer Johannes Rydzek aus Oberstdorf. Bei den Spielen 2018 in Pyeongchang kehrte er mit

zwei „Goldenen“ zurück. Kurz danach machte er sich mit Fotograf Ralf Lienert auf den Weg zum

Nebelhorn, um ein Sieger-Foto „schießen“ zu lassen. Bewusst in schwarz-weiß, um an die lange

Tradition Allgäuer Olympiasieger zu erinnern.

Foto: Ralf Lienert

142 | Griaß di’ Allgäu


Griaß di’ Allgäu | 143


Hipp

„Starrgang“:

Nomen

est Omen

für Hippe

Jedes Rad ein Unikat: Ein Füssener mit markantem Outfit

verwandelt Schrottmühlen in coole Bikes. Unter anderem für Großstädter.

Ein Besuch in einer einzigartigen Werkstatt bei Florian Hipp.

TEXT Christian Schreiber

FOTOS Carola Michaela

Nesselwang

Reifen Oberstaufen runter, Kette kaputt, Rahmen

rostig. Es ist ein abgewracktes

Fahrrad, das höchstens noch

auf den Sperrmüll rollt. Oder in

ein Fabrikgelände in Füssen, in dem Starrgang

seinen Sitz hat. Bei der jungen Firma handelt es sich

um ein außergewöhnliches Startup, das aus schrottreifen

Objekten Designerstücke macht, auf die hippe Menschen

aus deutschen Großstädten total abfahren. Es ist Zufall, dass der

Firmengründer so heißt wie seine Zielgruppe, denn Florian Hipp

ist ein waschechter Allgäuer mit langem, wilden Bart und kantigem

Gesicht. Ein Typ, den man sich gut bei der Arbeit im Wald

vorstellen kann, und dem man vielleicht auf den ersten Blick

nicht zutraut, dass er besonders kreatives Potenzial besitzt.

Dieser Hipp ist kein Restaurator, der behutsam das freilegt, was

sich unter einer dicken Schicht Vergangenheit befi ndet. Vielmehr

ist er Künstler, der die Seele des Objekts bewahrt, ihm behutsam

Einzelteile hinzufügt, um am Ende doch etwas ganz Neues zu

schaff en, das dann auf wundersame Weise alt und modern zugleich

wirkt. Ein Retro-Fahrrad mit Charme – Designobjekt und

praktisches, wartungsarmes Fortbewegungsmittel zugleich.

Form ist Funktion ist Fahrrad ist Fashionobjekt. Wer so ein

Bike besitzt, schiebt es stolz durch die Fußgängerzone in München

oder Stuttgart. Er zeigt es her, wie eine teure Tasche am

Arm und schwingt sich am Ende lässig in den Sattel, um Bewunderer

zurückzulassen, die sich fragen, warum sie selbst kein

Fortbewegungsmittel dieser Güte besitzen. Glücklichster

Tannheim

Füssen

Reutte

Forggensee

144 | Griaß di’ Allgäu


Das besondere Fahrrad | ALLGÄU SPORTLICH

Griaß di’ Allgäu | 145


ALLGÄU SPORTLICH

| Das besondere Fahrrad

Ruhige Hände und viel Geduld sind oft nötig,...

... auch mal ein kräfter Schlag mit dem Hammer...

Moment für einen solchen Fahrradbesitzer: Wenn andere

ihn anhalten und fragen, wo er dieses Bike herhat.

Auf diese Weise hat sich schon ziemlich rumgesprochen, was

Florian Hipp in der Fabrikhalle im Füssener Magnus Park treibt.

Für Werbung hatte er anfangs weder Zeit noch Geld, Kunden

kamen, weil deren Freunde oder Bekannte bei ihm gekauft hatten.

Genau genommen ist das die Wurzel der Geschäftsidee: Als

der TÜV Florian Hipp vor zwei Jahren das Auto nahm, bastelte

sich der Füssener ein Retrobike, cruiste durch die Stadt und

wurde gleich am zweiten Tag angesprochen,

ob er noch so ein Bike auftreiben könne. Er

sagte zu. Aus Leichtsinn, aus Neugier, aus

Überzeugung. Denn alte Räder gibt es fast

in jedem Keller und auf jedem Dachboden.

„Bevor man die wegwirft, macht man was

Neues draus.“ Hipps Leitgedanke: Das tut unserer Umwelt gut

und auch vielen Menschen, die unter schwierigen Bedingungen

Billig-Bikes für Deutschland und Europa produzieren. Logisch,

dass bei ihm auch keine Anbauteile aus Fernost oder Afrika zum

Einsatz kommen: „Auf meine Räder passt kein Sattel, der in China

zusammengenagelt wurde.“

Hipps Partner sitzen im Allgäu oder im angrenzenden Oberbayern.

Sie fertigen für ihn Täschchen, die unterm Sattel klemmen

oder Lenkergriffe aus Leder. Jedes Rad ist ein Unikat. Wenn

der Füssener das Schrottmodell sieht, läuft in seinem Kopf sofort

der passende Film ab, der zeigt, was für Laufräder drankommen,

welcher Gepäckträger passt und wie die Pedale aussehen müssen.

Am liebsten ist ihm, die Kunden entscheiden sich anfangs für eine

Rahmenfarbe und überlassen den Rest Hipps künstlerischem

Gespür. Und seinen technischen Fähigkeiten. Schließlich muss

man bedenken, dass da zunächst eine ziemliche Schrottmühle

vor Hipp steht.

Er montiert alles ab, sodass nur noch der Rahmen übrigbleibt.

Er lötet und schweißt, untersucht den Rahmen

mit Ultraschalltechnik auf Defekte,

„Auf meine Räder passt versiegelt Hohlräume, kittet Risse. Erst dann

kein Sattel aus China.“ kann er seine Kreativität austoben.

Der Fahrrad-Maestro arbeitete früher als

Feinmechaniker, erkannte aber bald, dass er

nicht mehr an Maschinen stehen wollte, um stupide einen Befehl

nach dem anderen einzugeben. Er hatte für eine Firma jahrelang

Messtechnik-Geräte hergestellt. Anschließend hielt er sich mit

Kellner-Jobs über Wasser.

Dann kam er auf den Trichter mit den Retro-Bikes. Dabei hatte

er gar keine Werkstatt, noch nicht einmal die berühmte Garage,

in der Startups wie seinesgleichen oft ins Rollen kommen. So

musste er in seiner Altbau-Behausung schrauben, zerlegte bis zu

fünf Räder parallel in Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küche,

146 | Griaß di’ Allgäu


Das besondere Fahrrad | ALLGÄU SPORTLICH

... und natürlich das entsprechende Fingerspitzengefühl. Ach ja, und für seine kreativen Einfälle ist Florian Hipp bekannt.

ehe er im Dezember 2017 in die alte Industriehalle in Füssen einziehen

konnte. Florian Hipp ist nicht nur leidensfähig, einfallsreich

und spontan, sondern auch direkt und herausfordernd – und

trifft damit bevorzugt sich selbst. So wie mit seiner Kurzschluss-

Idee, mal bei der Stadt München anzufragen, warum es denn kein

Oktoberfest-Fahrrad gebe. Er hatte nicht mit einer Antwort gerechnet

und schon gar nicht mit jener Auff orderung, dann eben

schnell eines zu bauen, um beim Wiesn-Umzug zwischen Brauerei-Pferden

und Musikkapellen mitzuradeln.

Hipp sagte zu, obwohl es nur noch zwei Wochen bis zur Eröffnung

waren. Das ist zwar genug Zeit, um ein Rad auf Oktoberfest

zu stylen. Aber verdammt knapp, um einen wie Hipp

Wiesn-tauglich zu machen – denn natürlich musste dann auch an

ihm selbst jedes Detail stimmen. So ist der heute 33-Jährige losgezogen

und hat sich eine Fahrradhose aus Hirschleder sowie

Radschuhe im Haferlschuh-Design anfertigen lassen.

Wenn er mit derartigen Ideen kommt, ist die Skepsis

auf der anderen Seite stets maximal groß. Aber geht

nicht, gibt’s nicht bei ihm. Das gilt für Unternehmen

und Handwerker, mit denen Hipp zusammenarbeitet

und für ihn selbst.

Am Ende hat der Füssener die Sache noch nicht einmal

für eigene PR-Zwecke ausgeschlachtet, sondern

sich Ärger eingehandelt, weil er inmitten der Münchner

Brauerei-Welt Werbung für eine kleine Biermarke gemacht hat.

Kleine Provokationen, mit denen man die Großen im Karpfenteich

ärgert, sind aus dem Hippschen Selbstverständnis heraus nötig,

um die Revolution von unten voranzutreiben. Der Allgäuer

will nicht gefallen, er will auff allen – und mit seinen Rädern gelingt

ihm das überall.

www.starrgang.net

Griaß di’ Allgäu | 147


Nirgends ist esschöner

aus dem Häuschen zu sein.

Willkommen im Winterparadies Allgäu.

148 | Griaß di’ Allgäu

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Griaß di’ Allgäu | 149


ALLGÄU SPORTLICH | Lawinenhunde

150 | Griaß di’ Allgäu


Lawinenhunde | ALLGÄU SPORTLICH

VIERBEINIGE SPÜRNASEN

Das Wunder

von Bolsterlang

Die zwölf Lawinenhunde-Teams der Allgäuer Bergwacht sind oft im

Einsatz und haben schon einigen aus einer prekären Lage geholfen.

Vor Jahren rettete der Vierbeiner Kai einem Snowboarder das Leben

und wurde dafür in den Medien gefeiert. Um für den Ernstfall

gerüstet zu sein, trainieren die Lawinenhunde regelmäßig.

Am Nebelhorn kann man ihnen zuschauen.

Iller

Lindau

TEXT & FOTOS Michael Munkler

Oberstaufen

Immenstadt

Sonthofen

Tannheim

Ein Wintertag wie im Bilderbuch:

Über Nacht hat es kräftig geschneit

und am Morgen freuen sich die Skifahrer

und Winterwanderer im Allgäu

über eine anständige Portion Neuschnee. Hier, am

Nebelhorn, befi ndet sich das höchstgelegene und wohl

auch schneesicherste Skigebiet des Allgäus. Es ist Samstagmorgen,

die ersten Skifahrer ziehen ihre Schwünge im Neuschnee,

die Pisten sind perfekt präpariert.

Doch die Stars sind heute vierbeinig: Kai, Lusi, Chico – und

all die anderen. Mindestens einmal im Monat trainieren die

Teams der Bergwacht-Lawinenhundestaffel am Nebelhorn. Die

Vierbeiner bellen, jaulen, wälzen sich im Schnee und können es

kaum erwarten, bis sie endlich an der Reihe sind. Ein Team nach

dem anderen hat im meterhohen Schnee seinen großen Auftritt.

Es gilt, eine versteckte Person möglichst schnell zu fi nden. Mit

Feuereifer sind die Hunde bei der Arbeit, und wenn sie die vergrabene

Person oder Puppe erschnüffelt haben, gibt es zur Belohnung

ein Leckerli. Gefordert sind aber nicht nur die Vierbeiner,

sondern auch die Hundehalter.

Bolsterlang

Oberstdorf

„Das ist eben Teamarbeit“, sagt Xaver Hartmann.

Der 60-Jährige aus Obermaiselstein am

Fuß des Oberallgäuer Riedbergpasses leitet seit

20 Jahren die Lawinenhundestaffel der Bergwacht

im Allgäu. Vergleichbare Einheiten gibt es

nur bei den Bergwachten Hochland, Chiemgau und

im Fichtelgebirge.

Bergwachtler Hartmann („Wir sagen Du, ich bin der Xaver“)

arbeitet im Winter hauptberuflich bei der Skiwacht, kümmert

sich also um verletzte Wintersportler. Im Sommer ist er meist auf

der Oberen Mittelalpe am Riedberger Horn anzutreffen, die sein

Sohn bewirtschaftet. Stets dabei ist Lusi, die vierjährige Australian-Shepherd-Hundedame.

Lusi ist das, was man wohl gut erzogen

nennt. Oder: Gut trainiert, aber nicht etwa verzogen.

Lusi und Xaver sind eines von zwölf Hundeführer-Teams bei

der Allgäuer Bergwacht, sie sind ein Herz und eine Seele.

Der Bergwachtler streichelt den Vierbeiner über den Kopf. Am

Hundehalsband hängt eine Marke und es scheint, als würde Lusi

sie mit Stolz tragen. „Bergwacht – Suchhund“ steht darauf. Dazu

das Emblem der Bergwacht, ein Edelweiß.

Griaß di’ Allgäu | 151


ALLGÄU SPORTLICH | Lawinenhunde

Bis Lawinenhunde mit ihren Führern zum Einsatz kommen

können, vergeht einige Zeit. Zwei bis vier Jahre dauert die Ausbildung

zur Klasse 3, erzählt der Hundeführer. Darunter versteht

man jene Hundeteams, die bei schwierigen Situationen zum Einsatz

kommen – beispielsweise bei der Suche nach Lawinenverschütteten

im Winter, oft bei widrigsten Verhältnissen mit Schneetreiben,

Sturm und Kälte.

Welche Hunderassen am besten geeignet sind für derart schwierige

Einsätze? Früher habe man sich in erster Linie auf deutsche

Schäferhunde verlassen, heute seien aber auch viele andere Hunde

in der Staffel, erzählt Xaver. Zum Beispiel Boarder Collies, die

als reine Hütehunde gelten. „Bei entsprechendem Training könnte

„von der Nase her“ wohl jeder Hund geeignet sein, sagt Xaver.

Aber auch der Körperbau und das Durchhaltevermögen müssten

stimmen – etwa wenn es durch meterhohen Schnee geht. Dann

kommen ein Dackel mit seinen kurzen Beinen oder auch ein Bernhardiner

mit seinem hohen Gewicht rasch an ihre Grenzen.

Noch vor einigen Jahren deutete sich bei der Allgäuer Lawinenhundestaffel

ein Nachwuchsproblem an. Doch davon ist heute keine

Rede mehr. Im Gegenteil: Xaver erhält immer wieder Anrufe

von Hundebesitzern, die Interesse an einer Mitarbeit bekunden.

Aber die meisten wissen nicht, was sie erwartet. Es reicht nicht,

dass der Hund gut ausgebildet wird. Auch der Führer (oder die

Führerin) muss aktiver Bergwachtler sein. Drei Jahre dauert die

anspruchsvolle Bergretter-Ausbildung mit zahlreichen medizinischen

und alpinistischen Inhalten im Schnitt.

„Das alles ist sehr zeitaufwendig“, gibt Xaver zu bedenken. Um

die 50 Ausbildungs- und Trainingstage müsse ein Hundeführer bei

der Bergwacht für Training und Einsätze veranschlagen. Hinzukommt

bei den meisten noch der normale Bergwacht-Dienst in der

jeweiligen Bereitschaft. Da bleibe für Urlaub oder andere Hobbys

kaum Zeit.

Stellt sich die Frage, ob sich die Vierbeiner im Sommer endlich

mal auf die faule Haut legen können? Xaver lacht. Nein, meint er,

laut Statistik gebe es für die Hundeteams im Sommer sogar deutlich

mehr Einsätze als im Winter. Meist geht es dann um die Suche

nach Vermissten – irgendwo im Wald oder im alpinen Gelände.

Und regelmäßig trainiert wird ohnehin auch in der warmen Jahreszeit,

wenn kein Schnee liegt. Außerdem entspreche es nicht dem

Wesen der agilen Vierbeiner, sich auf die faule Haut zu legen.

Wie wertvoll die Hundeteams trotz technischer Sicherungs- und

Hilfsmittel im Winter sind, hat sich vor einigen Jahren am Weiher-

Mensch und Tier mit vereinten Kräften ...

... auf der Suche nach Verschütteten.

152 | Griaß di’ Allgäu


Lawinenhunde | ALLGÄU SPORTLICH

kopf bei Bolsterlang im Oberallgäu gezeigt. Bei äußerst schlechten

Wetterverhältnissen mit Kälte und Schneefall waren an einem späten

Nachmittag im Februar die Retter alarmiert und Suchhunde-

Teams angefordert worden.

Ein 28-jähriger Snowboarder war abseits der gesicherten Pisten

von einer Lawine verschüttet worden. Darauf deutete die

Spurenlage hin. Stundenlang suchten die Bergretter nach ihm.

Als sie die Aktion in der Nacht wegen immer schlechter werdender

Verhältnisse beenden wollten, führte der Oberstaufner

Bergwachtler Robert Kühnlein seinen Vierbeiner Kai noch über

das Lawinenfeld. Nach kurzer Zeit schlug er an und bellte laut.

Eineinhalb Meter unter der fast betonharten Schneedecke fanden

die Retter den Vermissten. Auf 30 Grad war die Körpertemperatur

des 28-Jährigen gesunken. Aber er hatte den Lawinenabgang

überlebt und dank einer großen Atemhöhle über zehn Stunden

nach seiner Verschüttung unter den Schneemassen ausgeharrt.

Der Wintersportler war ansprechbar und Kai ab sofort ein Lebensretter.

Vom „Wunder von Bolsterlang“ berichteten daraufhin die Medien.

Vierbeiner Kai hatte es möglich gemacht mit seiner feinen

Nase. Ausgebildet wurde auch er am Nebelhorn, wo Hündin Lusi

im Schnee sitzend jetzt allmählich unruhig wird: „Wann sind wir

endlich dran?“, scheint sie Xaver zu fragen. Dann endlich starten

die beiden durch und machen sich auf die Suche. Trainingsalltag

am Oberstdorfer Hausberg.

Bergwacht im Allgäu

• Es gibt in Schwaben/Allgäu 18 örtliche Bereitschaften mit fast

1000 Mitgliedern, darunter 98 Frauen. Etwa 500 ausgebildete

Bergretter stehen für Einsätze zur Verfügung.

• Einsatzbereit ist die Bergwacht rund um die Uhr –

an 365 Tagen im Jahr.

• In erster Linie geht es um die Rettung bei Berg- und

Skiunfällen, beim Canyoning und aus Höhlen.

• Zur Organisation gehören ein Krisen-Interventionsteam,

die Lawinenhundestaffel und eine Notarzt-Gruppe.

• Bei 42 Prozent der Sommereinsätze ist ein Rettungshubschrauber

beteiligt. Im Winter sind

es 15 Prozent.

• Im Winter arbeiten einige ausgebildete

Bergwachtler wochentags in

den Skigebieten als hauptberufliche

Skiwachtler. Finanziert wird

das von der Stiftung Sicherheit im

Skisport. Die erfahrenen Bergretter

sollen auch präventiv tätig sein,

beispielsweise Liftbetreiber in

Sicherheitsfragen beraten.

... entsteht mit Hingabe, Sorgfalt, Handwerk und Muße.

Und aus diesen Zutaten brauen wir unser Meckatzer:

Ein Bier wie seine Heimat. Vonuns. Für Genießer.

Ihr

www.meckatzer.de

Griaß di’ Allgäu | 153


ALLGÄU SPORTLICH | Kletterhallen

Vertikales

Abenteuer

TEXT Isabelle Reinhardt

Ein kalter Wind fegt über die Landschaft, dicke Regentropfen

prasseln an die Fensterscheiben, die Bäume trotzen

kahl der Kälte. Und dann, wenn es richtig kalt wird,

flockt es weiß vom Himmel herab. Manchmal zeigt auch

die Sonne ihr freundliches Gesicht, doch wirklich wärmen will sie

nicht. Der Winter zieht ins Allgäu. Grund genug, in einen monatelangen

Winterschlaf zu verfallen? Keineswegs. Zeit, sich keine

überflüssigen Pfunde anzufuttern, sondern fit in den Frühling zu

starten. Zeit, hoch hinauszuwollen. Zeit, zu klettern.

Wer wohl mit Viktoria Rebensburg an der steilen Wand mithalten

kann? Die bekannte Skirennläuferin trainiert im Sommer gerne

mal in der Kletterhalle der Sportwelt Ottobeuren. Behände hinaufkraxeln

anstatt rasant ins Tal brausen, heißt dort ihr Bestreben.

Kreativ sein, neue Wege fi nden, wo die Griffe ausgehen. Auf die

Zähne beißen und Kräfte mobilisieren für den letzten Meter hoch

an die Decke. Vor Anstrengung prusten, schwitzen und siegreich

Richtung Boden schweben. All das macht das Klettern aus. Aufgegeben

wird erst, wenn die Muskeln zittern und die Finger keinen

Halt mehr fi nden.

Wer es jedenfalls geschaff t und eine Route nach der anderen bezwungen

hat, der wird merken, wie gut das tut. Der Körper ist von

Kopf bis Fuß durchgestreckt und bewegt worden. Ungeahnte Muskelgruppen

machen sich am Folgetag bemerkbar. Doch irgendwie

fühlt man sich auch weich wie ein Gummiball hinterher. Dann ist

ein Tag Winterschlaf vor dem knackenden Feuer im Ofen wohlverdient.

DIE GRÖSSTE:

Swoboda Alpinzentrum Kempten

Gegenüber vom Cambomare in

Kempten gelegen, ist diese Kletterhalle

mit 2100 Quadratmetern

Kletterfläche die größte im Allgäu.

Damit keine Langeweile aufkommt,

werden die Routen immer wieder

erneuert. Auf der Hälfte der Fläche

kann ohne Seil, aber mit viel Strategie

geklettert werden, genannt

bouldern. Dort liegt der höchste

Punkt 4,5 Meter über dem Boden.

DIE PROMINENTESTE:

Kletterhalle Sportwelt Ottobeuren

Es liegt Prominenz in der Luft. Auf

einigen der insgesamt 110 Routen

hat bereits die Skinationalmannschaft

der Damen trainiert.

Doch exakt dieselbe Trittfolge kann

man wohl nicht klettern, denn die

Schrauber gestalten regelmäßig

neue Routen. Trotzdem. Das

Sportfieber wirkt ansteckend.

Eine Besonderheit ist an kalten

Tagen übrigens die Fußbodenheizung

für die Sicherer.

DIE EXTREMSTE:

Kletterhalle Sportalm Scheidegg

Mit seiner felsenartigen Struktur

bereitet in dieser Kletterhalle ein

Pfeiler auf das Klettern in der freien

Natur vor. Anziehungspunkt für

Spitzenkletterer ist allerdings die

extrem überhängende Wettkampfwand.

Doch auch Hobbykletterer

können sich im Überhang austoben

und die Zähne ausbeißen. Die

Routen variieren regelmäßig.

DIE LUFTIGSTE:

Kletterzentrum Kaufbeuren-Gablonz

Wer beim Klettern gern frischen

Wind um die Nase gepustet

bekommt, kann auf über 850

Quadratmetern Kletterfläche den

Outdoorkletterturm erklimmen –

bei jedem Wetter außer Gewitter.

Dank Überdachung hat man gute

Chancen, dort trotz Regen trocken

zu bleiben. Weitere Attraktionen

auf dem Außengelände: das

Selbstsicherungsgerät und die

Speedkletterwand.

Fotos (v.l.n.r.): Martina Diemand, Ralf Lienert, Denise Neufert, Mathias Wild

154 | Griaß di’ Allgäu


Wenn das

- kolumne -

Einhorn

mit dem

Lama

Ich kann mir nicht helfen, aber eine Frage treibt

mich um: Woher kommt der neue Hang zum

Tierischen? Wer hat da wen beeinflusst?

Wahrscheinlich der reale Trend, die Mode.

Französische Bulldoggen sind „in“, kurznasig und

leicht glupschäugig hängen sie allüberall an den

Leinen. Sie zieren aber auch Schulhefte und iPad

Cover und Klamotten und Heimtextilien – früher

waren Tiere doch eine Sache von Kindern, heute infantilisieren

sich die Menschen besonders gerne. Frauen weit

über Dreißig schlafen in süüüßer Hello Kitty Bettwäsche, Sheep

World Designs zieren auch Schreibtische von g‘standenen Männern

in Vorstandsetagen. Man symbolisiert wohl damit, sich die

Jugendlichkeit bewahrt zu haben und nicht spießig zu sein!

2008 fl atterte die weise Eule herein als Motiv auf Kissen, Taschen

und Schals, auf Dekoartikeln und dann auch auf Pullovern

und T-Shirts. Gerne mal in Paillettenoptik, was bei Kleidergrößen

ab 46 und Doppel F zu merkwürdigen Verzerrungen führte.

Der Eule folgten Wildtiere wie Eichhörnchen, Fuchs, Dachs,

Igel, Rehe und Hirsche. In einer versiegelten Welt, wo Wildtiere

mehr und mehr von Autos platt gefahren werden, wo man mit irrationalen

Abschussquoten den großen Pflanzenfressern den Garaus

machen will, geben sie dem Sofaeck was Wildes… im Prinzip

sehr schizophren!

Da lob ich mir doch den Trend, der schon ab 2014 um sich griff.

Die Einhörner. Ein harmloses und elegantes Fabeltier. Keineswegs

aber sinnfrei! Seine Träger zeigen: Ich mag das Märchenhafte.

Bin träumerisch. Das letzte Einhorn gebar jede Menge Nachkommen.

Erst auf Kindergeburtstagen. Dann auf T-Shirts für Mädels.

Dann auf T-Shirts für große Mädels. Dann auf Hoodies von Männern…

Und auf Demos gegen alles Böse. Das Einhorn als Symbol

des Pazifi smus. Die Wissenschaft fragte natürlich: Gab

NICOLA FÖRG | aufgewachsen in Oberstaufen und Kempten

es wirklich Einhörner? Einhorn-Fans sind sich sicher:

Die Nicht-Existenz konnte nie bewiesen werden!

Der moderne Einhorn-Fan kann sich im Internet

testen, was für ein Typ Einhorn er ist. Er kennt alle

Einhorn Sprüche: „Ärgere niemals ein Einhorn. Es

haut dich pink und rosa.“ Oder: „Fresst meinen Sternenstaub,

ihr Langweiler.“ Oder: „Es ist nie zu spät,

das Einhorn zu satteln.“ Einhornitis in der Welt macht

vor Einhorn-Joghurt mit Himbeergeschmack nicht halt,

nicht vor Ritter Sport „uadratisch, Magisch, Gut“ – weißer

Schokolade mit Joghurt und einem magischen „Himbeer-Cassis-

Regenbogen“. Duschgels und Handcremes mit Sternenstaub hat

längst jeder, das Einhorn-Hygienepapier als Küchenkrepp oder

Klopapier mit Zuckerwatte-Geruch war die absolute Spitze des

Horns: Der provokante Werbespruch lautete: „Es war noch nie so

leicht, einen süßen Arsch zu bekommen.“

Ebenfalls sehr pink begann der Sommer 2017, als Flamingosommer:

Flamingos als Stickerei auf Jeans, in Metallpailletten

auf Shirts. Dazu gab es überall Patches und Sticker, oft in Union

mit Ananas- oder Palmenmotiven. Ein Flamingo ist ein schönes,

elegantes, schlankes und pazifi stisches Tier. In seiner Farbigkeit

fröhlich und gut. In einer düsteren Welt ist so ein Flamingo doch

ein Lichtblick. Dass man nun aber im Jahre 2018 vermehrt Faultiere

sieht in Mode und Design, das ist schwerer zu deuten. Ist es

Politikverdrossenheit? Einfach nur noch abhängen angesichts des

Irrsinns rundum?

Gerade kommen nun auch Lamas ins Bild. So ein Lama ist ja

primär ein nettes plüschiges Tier mit dem leicht triefi gen Blick

und es passt super auf Shirts und Co. Lamas tragen auch mal dicke

Brillen, das beruhigt Frauen, die auf eine solche angewiesen sind.

Und die Message? Einfach mal drauf spucken, was in der Welt

so passiert?

Bergkrimi-Autorin, Journalistin | über 1,7 Mio. verkaufte Bücher

Fotos: marina / getty-images.de

Griaß di’ Allgäu | 155


Andreas Holzmann

Deutschland €3,80 | Österreich: €3,90 | Schweiz: SFr 6,00 | Luxemburg: €4,50 | Belgien: €4,50 | Italien: €5,00

DIE SCHÖNEN SEITEN UNSERES LANDES | NOVEMBER/DEZEMBER2018

STILVOLLE ADVENTSKALENDER

SELBER MACHEN

EIN FEINES MENÜ

FÜR FESTLICHE TAGE

BÜCHER VON ALLGÄUERN

& AUS DEM ALLGÄU

Extra:

Deko-Ideenfür

den Advent und

Weihnachten

EDITION

LAND&LEUTE

EDITION MAGAZIN

LANDWINTER

Landwinter

Zeit fürdie schönen Momentedes Lebens

Zeit für die schönen Momente des Lebens

lautet der Untertitel in der aktuellen Ausgabe

des Magazins (bundesweit im Zeitschriftenhandel).

Wie man die verbringen kann? Ab

Seite 56 werden die Leser ins Allgäu entführt

– zum Kässpatzen machen. Im Rezeptbuch

„Die besten Allgäuer Lieblingsrezepte“ wird so

mancher geheime Tipp gegeben.

RABENSCHWARZE

BEUTE KRIMI

EIN ALPEN-KRIMI

| NICOLA FÖRG

Silvester in Murnau: Ein Mann im Tarnanzug

ballert mit einer Schreckschusspistole in die

Nacht. Wegen der Knallerei dauert es eine

Weile, bis jemandem auffällt, dass da wirklich

einer totgeschossen wurde. Dann verschwindet

auch noch die vierjährige Tochter der

berühmten Modebloggerin La Jolina, und

die Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi

Reindl stehen vor einem kniffl igen Fall.

Foto: panthermedia.net

BALDERSCHWANG

in historischen Aufnahmen

BALDERSCHWANG

GESCHICHTE

HISTORISCHE AUFNAHMEN

ANDREAS HOLZMANN

Historische Bilder und Texte erzählen von der

300-jährigen Geschichte Balderschwangs.

Bis heute alpwirtschaftlich geprägt und doch

stark von Tourismus und Freizeitwirtschaft

verändert, besitzt das Tal Charme. Nicht ganz

Allgäu und durch die eigenwillige Grenzziehung

in Napoleons Zeit auch nicht wirklich

Bregenzerwald, ist das Tal eine Besonderheit.

DAS TEUFELSWEIB

ROMAN

HISTORISCHER ROMAN

BERNHARD WUCHERER

Winter 1311: Ein halb toter Mann wird an den

Strand von Syld gespült, wo die kräuterkundige

Theresa ihn fi ndet. Sie pflegt ihn gesund –

die beiden verlieben sich. Bald darauf fi nden

sie mehrere fremdländische, schrecklich

zugerichtete Leichen sowie ein Wickelkind, das

sie Anna Maria nennen und wie ihr eigenes

großziehen.

JAZZ IN CONCERT

ROMAN

SO SCHÖN KANN

LANDWIRTSCHAFT SEIN

MEIN LEBEN ALS KONZERTVERANSTALTER

OSKAR RIHA, W/ SUSANNE SCHULZKE-RIHA

Eine Stadt mit rund 40 000 Einwohnern, 115

Kilometer von München entfernt, oft „das Tor

zum Allgäu“ genannt, mit einem klangvollen

Namen: Memmingen – drei „M“ auf engstem

Raum, rhythmisch ansprechend. Doch ist

das kein Ort, an dem musikalische Weltstars

selbstverständlich Station machen. Beziehungsweise

war es bis 1994 so...

HEIMAT

VONHIER-MODELL | ERNST WIRTHENSOHN

Kann es eine Landwirtschaft geben, die

gesunde Lebensmittel erzeugt und unsere

Landschaft bereichert? Und auch im Einklang

mit den Wertvorstellungen unserer Gesellschaft

steht? Es gibt ein Erfolgsmodell, das

übertragbar ist auf viele Regionen Europas.

Das Buch stellt einen Entwicklungsimpuls vor.

156 | Griaß di’ Allgäu


TITEL | Neuschwanstein

Die ganz

persönliche Tracht

Semmeln per

Lieferservice

Lederhosen sind in, und vielen ist dieses Kleidungsstück

ans Herz gewachsen. Noch enger wird die Beziehung

zwischen Mensch und Hose, wenn auch der Gürtel

genau zu einem passt – mit entsprechenden Initialen.

Der Monogramm-Gürtel von Trachten Schaber mit

Logoprägung macht’s möglich.

www.schaber.com

In einem Ferienhaus wohnen und dennoch morgens

die frischen Semmeln geliefert zu bekommen: Das (und

noch vieles mehr) bietet die Oberstdorfer Bergwelt.

Dort, inmitten imposanter Landschaft, kann der Gast in

Ferienwohnungen und -häusern seinen Urlaub genießen

(3 bis 5 Sterne).

www.oberstdorfer-bergwelt.de

HERZLICH WILLKOMMEN

df

Oberhalb der Roach, befindet sich

seit 2012 ein Hotel der besonderen

Art: St. Raphael im Allgäu ist nicht nur

ein modernes 3*SHotel, sondern auch

ein Integraonsunternehmen,

welches Menschen mit Handikap

einen Arbeitsplatz bietet.

d

Ein großer Park und die hauseigene

Kapelle laden zum Innehalten und

zum Durchatmen ein.






Alles in einem Haus

37 Design-Doppelzimmer

5 Moderne Tagungsräume

2 Bankeräume

Restaurant & Hotelbar

großer Hotelpark

RESTAURANT d

Das Restaurant ist für jedermann

zugänglich, hier kann man sich zum

Frühstück, Miag- oder Abendessen

verwöhnen lassen und erstklassige

Familienfeiern veranstalten.

d

Unser Küchenchef und sein Team

legen hier hohen Wert auf frische,

qualitav hochwerge, saisonale und

regionale Zutaten.

Veranstaltungen

31.12.2018: Silvesterfeier mit

Dinner-Livemusik & Buffet

21.04.2019: Osterbrunch

12.05.2019: Muertagsbrunch

TAGEN & BILDEN

d

Fünf hochmoderne Seminarräume

bieten dank umfassendem Equipment

und komfortabler Ausstaung den

passenden Rahmen für konzentriertes

Arbeiten.

d

In den Pausen werden Sie von unseren

Mitarbeitern mit feinen Köstlichkeiten

verwöhnt. Der Hotelpark kann zum

Relaxen oder zur sportlichen

Betägung genutzt werden.

Teamevent: Barbecue

Variante 1: Verwöhn-BBQ, Sie

genießen auf der Sonnenterasse!

Variante 2: Sie packen selbst an!

Unter dem Moo „Do it yourself“

ÜBERNACHTENd

Unsere 37 Design-Doppelzimmer

empfangen Sie hell, freundlich und

mit vielen kleinen Annehmlichkeiten,

wie Flat-TV, großen Fenstern mit

französischen Balkonen und natürlich

mit extra-bequemen Been, bei

denen Sie sogar vorab den Härtegrad

wählen können. Und auch in unseren

modernen Badezimmern mit

bodengleichen Duschen wartet echtes

Wohlfühlambiente auf Sie.

Täglich großes Frühstücksbuffet

Mo - Fr: 07:00-10:00

Sa - So & Feiertag: 07:00-10:30

14,50 pro Person

inkl. Heißgetränke, Wasser &

Sa vom Buffet

Hotel St. Raphael im Allgäu

Bischof-Freundorfer-Weg 24, 87439 Kempten

Tel: 0831 5404330 | Fax: 0831 540433501

anfrage@st-raphael-im-allgaeu.de

www.st-raphael-im-allgaeu.de

Ein Integraonsunternehmen der InHoGa gGmbH unter dem Dach der

Restaurant Öffnungszeiten

fMo-Sa: 18:00 - 21:30

So & Feiertag: Ruhetag

Für Veranstaltungen & Feiern öffnen wir auch

außerhalb unserer Öffnungszeiten.

Griaß di’ Allgäu | 157


Lauph

Riedlingen

Gewinnspiel

Donau

Wie heißt ...

Biberach

Das Allgäu ist als eine der schneereichsten Regionen Deutschlands

ein Paradies für Skifahrer, Rodler, Langläufer etc. Auf vernetzten

Pistenstrecken, abenteuerlichen Rodelbahnen und gut präparierten

Loipen kann sich der Hobby-Wintersportler austoben. Kaum

verwunderlich, dass viele erfolgreiche Profi-Wintersportler aus

dem Allgäu kommen. Unsere Frage dreht sich dieses Mal um den

Wintersport. In welcher Disziplin gewann Johannes Rydzek bei

den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang die Goldmedaille?

Schicken Sie die Antwort an:

Griaß di‘ Allgäu, Erlebnismagazin,

Stichwort: Gewinnspiel, 87430 Kempten

Einsendeschluss ist der 30. April 2019.

Das Gewinnspiel fi nden Sie auch im Internet

unter www.griassdi-allgaeu.de

die Disziplin, in derBad Johannes Buchau Rydzek

2018 olympisches Gold gewann?

Bad Saulgaua) Ski Alpin

b) Nordische Kombination

c) Biathlon

Bad

Schussenried

Aulendorf

Bad Waldsee

Bergatreute

Wurzache

Ried

Bad Wurzach

Weingarten

Wolfegg

Ravensburg

Vogt

Kißlegg

Waldburg

~ 1. PREIS ~

Drei Übernachtungen für 2 Personen (& drei Kulinarik-Erlebnisse)

im Romantik-Hotel „Das Freiberg“ in Oberstdorf (4 Sterne S)

www.das-freiberg.de.com

~ 2. PREIS ~

Zwei Übernachtungen für zwei Personen, inklusive Frühstück im

Hotel Garni Tannenhof in Oberstdorf (3 Sterne)

www.hotel-tannenhof.de

~ 3. PREIS ~

20 Gutscheine à 30 Euro für Brennerei Andreas von Bergwelt

www.bergwelt-brennerei.de

DES RÄTSELS LÖSUNG

Von der Quelle bis zum Fall

Seit 2012 ist Füssen Ziel des Lech-Fernwanderwegs. In unserem letzten

Gewinnspiel wollten wir wissen, wie genau der Endpunkt heißt.

Ein Leichtes für all jene, die aufmerksam unsere Geschichte „Der

letzte Wilde“ gelesen haben. Doch auch der Slogan des Fernwanderwegs

lässt keine Zweifel zu – „von der uelle bis zum Fall“.

Der Lechfall (also c) ist somit die richtige Lösung.

Wir gratulieren den Gewinnern Ingrid Bartel (Oyten),

Ilse Carlowitz (Wiesbaden) und Katerina Spörl (Senftenberg).

Herzlichen Glückwunsch!

Mitarbeiter des Allgäuer Zeitungsverlags und deren Angehörige sind von der Teilnahme am Gewinnspiel ausgeschlossen.

Friedrichshafen

Rorschach

Meckenbeuren

Heimenkirch

Hergatz

SEITE Heimenkir 108

Achberg

Opfenbach

R

Langenargen

Hergensweiler

Großholz

Kressbronn

Lindenberg

Weißensberg

Sigmarszell

SEITE 78

Nonnenhorn Bodolz

Scheidegg

Lindau

Weiler

Wasserburg Lindau SEITE 48

SEITE 60, 154

Oberre

Bodensee

SCHWEIZ

Altstätten

Tettnang

Rhein

Lustenau

Hohenems

Bregenz

Dornbirn

Amtzell

Pfänder

ÖSTERREICH

Wangen

Hitt

158 | Griaß di’ Allgäu

Feldkirch

Rankweil

Furkajoch

Damüls

Faschinajoch


eim

Illertissen

r

Ochsenhausen

Erolzheim

Iller

Dettingen

Kirchdorf

Pleß

Fellheim

Kettershausen

Babenhausen

Winterrieden

Boos

Egg

Kirchhaslach

Oberschönegg

Breitenbrunn Salgen

SEITE Salgen76

Pfaffenhausen

Pfaffenhausen

SEITE 76

Oberrieden

Kirchheim

Eppishausen

Markt Wald

Tussenhausen

Wertach

Ettringen

Schwabmünchen

Lamerdingen

Rammingen

Niederrieden Lauben

Mindelheim

Türkheim

Amberg

SEITE Mindelheim 106

Kammlach

Berkheim

Heimertingen

Erkheim

Wiedergeltingen

Holzgünz

Buchloe

Rot an der Rot

Westerheim

Stetten Apfeltrach

Tannheim Buxheim

Trunkelsberg

Ungerhausen Sontheim

Dirlewang

SEITE 132

Bad Wörishofen

Waal

Jengen

Memmingerberg

Memmingen

SEITE 116

Hawangen

Benningen

Unteregg

Ottobeuren Markt Rettenbach

Ottobeuren SEITE 154

Baisweil

Aitrach

Lachen

Rieden Oberostendorf

Lech

Kaufering

Landsberg

Infografi k: Stefan Beckmann

Aichstetten

Lautrach

Legau

Kronburg

Woringen

Bad Grönenbach

Wolfertschwenden

Böhen

Ronsberg

Eggenthal

Friesenried

Irsee

SEITE Irsee 116

Kaufbeuren

Kaufbeuren SEITE 154

Pforzen

Westendorf

Germaringen Kaltental

Mauerstetten

Stöttwang

Osterzell

ch

öthenbach

ute

isau

Merazhofen

SEITE 128

Argenbühl

Gestratz

Simmerberg

Leutkirch

Isny

Maierhöfen

Grünenbach

Stiefenhofen

Oberstaufen

Hochgrat

Winterstetten

Schwarzer Grat

Kleinweiler-Hofen

Weitnau

Missen

Obere Kalle

SEITE 94

Tegelberg

Neuschwanstein

Tennenmooskopf

Großer

Alpsee

Buchenberg

Immenstadt

Iller

Kempten Kempten

SEITE 8, 80, 138, 154

Waltenhofen

Niedersonthofner

Sulzberg

See

Iller

Blaichach

Mittagberg

Gunzesried

Ofterschwang

Dietmannsried Untrasried

Dietmannsried

SEITE 54

Haldenwang

Altusried

Wiggensbach

Lauben

Rettenberg

Burgberg

Sonthofen

SEITE 8

Rottachsee

Balderschwang

SEITE Balderschwang 34 Grasgehren Bolsterlang

SEITE 42 SEITE Fischen 150 Sonnenkopf

Riedberger

Fischen

Horn

Langenwang

Obermaiselstein

Riedbergpass

Nebelhorn

Breitachklamm

SEITE 38

Grünten

Durach

Oberstdorf

SEITE 8, 24, 120

Wildpoldsried

Wertach

Oberjoch

Betzigau

Wertacher

Hörnle

SEITE 24

Obergünzburg

Günzach

Oy-Mittelberg

SEITE 70

Oberjochpass

Bad Hindelang

SEITE 8

Hinterstein

SEITE 6

Kraftisried

Grüntensee

Jungholz

Görisried

Wertach

Schattwald

Zöblen

Tannheim

SEITE 30

Vilsalpsee

Aitrang

Unterthingau

Rückholz

Nesselwang

Pfronten

Breitenberg

SEITE Breitenberg 24

Aggenstein

Eisenberg

Haldensee

Biessenhofen

Ruderatshofen

Leuterschach

Wald

Lengenwang

Seeg

Tannheimer Tal

SEITE 30

Hopferau

Vils

Weißenbach

Marktoberdorf

Marktoberdorf SEITE 100

Nesselwängle

Roßhaupten

Rieden

Hopfen

Hopfensee

Stötten

Füssen

SEITE 144

Bidingen

Reutte

Auerberg

Forggensee

Heiterwang

Thaneller

Burggen

Rettenbach

Lechbruck

Schwangau

Gaichtpass

Säuling

Lech

Bernbeuren

Plansee

Trauchgau

Halblech

Buching

Schongau

Steingaden

Lermoos

Peiting

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Griaß di’ Allgäu | 159 S

5 km


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Hotels

im Allgäu

OA TV P

BIOHOTEL EGGENSBERGER

Enzensbergstraße 5

87629 Füssen - Hopfen am See

Tel. +49(0)8362/91 03-0

info@eggensberger.de

… natürlich erholen!

· Bergblick & Bio-Küche

· sonntags Bio-Brunch-Buffet

· Wellness im neuen Garten-SPA

· Hallenbad & Saunalandschaft

· Gesundheitswochen & Kneipp

· Wellnesstag & Gutscheine

www.eggensberger.de

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LANDHOTEL HARTENTHAL

Hartenthal 2a

86825 Bad Wörishofen

Tel. +49(0)8247 /9988910

info@landhotel-hartenthal.de

· mitten im Grünen, Panoramablick auf

die Alpen

· 4,5 km bis Zentrum Bad Wörishofen

· 11 EZ, 7 DZ, Tagungs-/Seminarräume,

· Infrarotkabine, Sauna, Garten, E-Bike

& E-Auto Tankstelle Fahrradgarage,

direkt an den Rad- und Wanderwegen

www.landhotel-hartenthal.de

OAL Ostallgäu Familienfreundlich Internetanschluss TV TV im Zimmer

P Parkplatz am Haus

Das König Ludwig ... die Sehnsucht leben!

160 | Griaß di’ Allgäu

s

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Kreuzweg 15 | D-87645 Schwangau

Tel. +49 (0)8362 889-0 | info@koenig-ludwig-hotel.de

www.koenig-ludwig-hotel.de


Faszination fremde Kultur –

„des muasch aluaga“

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7 Ü/ HP mit regionalem Frühstücksbuff

et und Schmankerl-

4-Gang Wahlmenü am Abend

ab 629 € p. P.

Familiengeführtes Hotel

mit Wohlfühl- Zimmern.

Neuer Wellnessbereich mit

Saunen und Indoor-Pool.

Leckere, saisonale Küche

mit vielen Produkten

aus der Region.

Wir entführen Sie auf eine

exotische Reise in die Südsee.

Unzählige Exponate des Allgäuer

Seefahrers Kapitän Nauer

gewähren kostbare Einblicke

in eine ferne Kultur.

Ein garantiert unvergessliches

Erlebnis für Jung und Alt,

für Familien, Schulklassen

und Kindergärten...

Südsee-Sammlung Obergünzburg

Unterer Markt 2·Tel: (08372) 8239

Öffnungszeiten:

Mittwoch: 10.00 -12.00 Uhr

Sa +So: 14.00 -17.00 Uhr

und nach Vereinbarung

www.suedseesammlung.de

BANNWALDSEE HOTEL GMBH & CO. KG

SESSELBAHNSTRASSE 10 | 87642 HALBLECH

TELEFON 08368/ 9000 | FAX 08368/900150

INFO@BANNWALDSEEHOTEL.DE

WWW.BANNWALDSEEHOTEL.DE

Skifliegen erleben

Ein spannenderAusflug bei jeder Witterung

›Erlebnisweg

›Turmaufzug

›Gruppenangebot

›barrierefreier Schrägaufzug

›Schanzen-Kiosk &Terrasse

›u.v.m.

Öffnungszeiten

09:30 bis 16:30 Uhr (November bis März)

09:30 bis 17:30 Uhr (April bis Oktober)

Vom12. November bis 21. Dezember 2018 bleibt die Anlage aufgrund der

jährlichen Revisionsarbeiten geschlossen.

www.skiflugschanze-oberstdorf.de

Heini-Klopfer-Skiflugschanze

Hier werden Sie fündig:

www.tagungsregion-allgaeu.de

Griaß di’ Allgäu | 161


Griaß di’ Allgäu

Vorschau

HÜTTENFIEBER Sommerzeit

ist Wanderzeit. Das Ziel ist oft

eine der urigen Hütten. Wir

haben für Sie die schönsten

unter die Lupe genommen.

TRENDIG Ein Board, ein Paddel, ein Gewässer:

Mehr braucht man nicht, um den neuen Trend Stand Up Paddling

zu genießen. Sogar in Tracht lässt es sich paddeln.

Foto: Ralf Lienert

Griaß di’ Allgäu

Sommer

2019

AB 15. MAI

ERHÄLTLICH

KLINGEN KREUZEN Ein kulinarisches Kräftemessen gibt‘s in der

nächsten Ausgabe. Am Start sind hochdekorierte Kochstars.

Foto: Nicole Uhlemair

TRAUMSCHLOSS

Unsere 24-Stunden-Serie führt ins

Ostallgäu – natürlich kommen wir

dabei auch am Schloss Neuschwanstein

vorbei.

WEITERE THEMEN:

❭❭ Auf Trüffelsuche im Allgäu

❭❭ E-Biken im Tannheimer Tal

❭❭ Rauf auf den letzten Gletscher

❭❭ Tolle Tipps vom Kräuter-Profi

❭❭ Ein Juwel: das Werdensteiner Moos

❭❭ Wie baue ich ein Hochbeet

Foto: Hermann Ernst

Foto: imago Foto: Schneid

BIO PUR Wir haben einen Demeter-Hof besucht

und erzählen, was dort alles anders

läuft als auf anderen Höfen.

Foto: Matthias Becker

LAMA-TOUR Begleiten Sie uns auf einer

Runde mit den zotteligen Vierbeinern.

IMPRESSUM

HERAUSGEBER UND VERLAG

Allgäuer Zeitungsverlag GmbH

Heisinger Straße 14

87437 Kempten

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Markus Brehm

brehm@griassdi-allgaeu.de

REDAKTION

Freddy Schissler (verantwortlich)

redaktion@griassdi-allgaeu.de

Anne-Sophie Schuhwerk

Isabelle Reinhardt

AUTOREN DIESER AUSGABE

Bettina Buhl, Albert Hefele, Carina Jungchen-Wenzlick,

Silke Lorenz, Susanne Lorenz-Munkler, Christian Mörken,

Michael Munkler, Stefan Raab, Isabelle Reinhardt,

Isabell Schmid, Robert A. Schmid, Freddy Schissler,

Frederik Schissler, Christian Schreiber, Anne-Sophie

Schuhwerk, Tobias Schuhwerk, Anja Worschech

FOTOGRAFEN DIESER AUSGABE

Matthias Becker, Dominik Berchtold, Martina Diemand,

Wolfgang Ehn, Peter von Felbert, Manfred Felder,

Alexander Fuchs, Christian Greither, Ralf Lienert, Carola

Michaela, Markus Röck, Nicole Uhlemair, Mathias Wild

KOORDINATION

Marina Trölitzsch, troelitzsch@azv.de

LAYOUT/GRAFIK

Nicole Uhlemair, Carina Hösle

und Lisa Scherm

ANZEIGEN (VERANTWORTLICH)

Reiner Elsinger

Telefon: 0831 /206-464

ANZEIGENVERKAUF

Christoph Fackler

anzeigen@griassdi-allgaeu.de

Telefon: 0831 /206-5476

Heike Ewinger

anzeigen@griassdi-allgaeu.de

Telefon: 0831 /206-5465

VERTRIEB

MZV GmbH & Co. KG, Ohmstr. 1,

85716 Unterschleißheim,

Telefon: 089/319 06- 0

info@mzv.de, www.mzv.de

BESTELLSERVICE

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bestellung@griassdi-allgaeu.de

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DRUCK

Vogel Druck und Medienservice GmbH,

Würzburg

162 | Griaß di’ Allgäu

© 2018 für Text und von uns gestalteten Anzeigen beim Verlag, Nachdruck, Vervielfältigung und elektronische Speicherung nur mit schriftlicher Genehmigung.


Herzlich willkommen im

Schlossbrauhaus Schwangau!

Ihr Ausflugsziel in Schwangau, dem Dorf der Königsschlösser,für die ganze

Familie. Egal ob bei schlechtem Wetter im Bräustüberl oder bei Sonnenschein

im Biergarten, immer mit einmaligen Blick auf die Königsschlösser.

Schauen Sie dem Braumeister beim Bierbrauen über die Schulter und genießen

Sie frische Bierspezialitäten und kulinarische Schmankerln aus der

Region.

Wir bieten unseren Gästen braufrisches Bier aus der eigenen Gasthausbrauerei

an. Unsere Biere sind ein regionales Produkt und haben einen

unverwechselbaren Geschmack, welcher ihnen eine besondere Individualität

verleiht. Wasser, Malz, Hopfen und Hefe sind die natürlichen Rohstoffe

aus denen unser Braumeister die verschiedenen Biere nach dem

Reinheitsgebot von 1516 braut.

Auf Sie warten kulinarische Schmankerln aus der Region sowie Brände

und Liköre aus unserer hauseigenen Brennerei Schroll –aus Liebe zum

Genuss!

Alle Brot- und Kuchenspezialitäen kommen aus unserer hauseigenen

Bäckerei –Konditorei Sauerwein aus Schwangau. Auch unsere Eisspezialitäten

werden hausgemacht und frisch im Eiscafé Sauerwein hergestellt.

Gipsmühlweg 5 l 87645 Schwangau l Tel. 08362/92 64 68 -0 l www.schlossbrauhaus.de

Griaß di’ Allgäu | 163


164 | Griaß di’ Allgäu

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