erlangenalpin Magazin 2020

alpenverein.erlangen05971

erlangenalpin Magazin 2020, der Jahresbericht der Sektion Erlangen des Deutschen Alpenvereins. Erscheinungstermin: 11.5.2020. Gültig bis Mai 2021.

Ausgabe 2020 / 2021

erlangenalpin

magazin

Im Fokus

SPORTKLETTERN

Sehnsuchtsorte

RADELN IN

PATAGONIEN

Gruppenberichte

ABENTEUER

WIE IM WILDEN

WESTEN





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VORWORT

Liebe Mitglieder,

seit längerer Zeit diskutieren wir, ob wir unsere Publikationen nicht ganz auf digitale

Formate umstellen sollen. Aber das Heft in den Händen und dann ausgelassen

schmökern, das war uns die gedruckte Ausgabe doch immer wieder wert. Nun

„halten“ Sie die erste voll digitale Ausgabe von erlangenalpin – Magazin „in den

Händen“. Das sind zwei Neuigkeiten auf einmal. Wie Sie bereits wissen, haben wir

ja umgestellt: Einmal jährlich im Herbst erscheint unser Programmheft, im Frühjahr

das Magazin. Schwerpunkt sollen hier Berichte, Reportagen sowie Informationen

aus allen Bereichen des Sektionslebens sein. Dies ist damit das erste seiner Art.

Tja, und Corona hat dafür gesorgt, dass wir es diesmal ausschließlich digital veröffentlichen.

Diese Entscheidung ist aus der wirtschaftlichen Situation heraus

getroffen worden. Druck und Versand sind wesentliche Kosten. In einer Zeit, in der

uns Einnahmen massiv wegbrechen, müssen wir bei den Kosten auf die Bremse

treten. Betrachten wir es als Versuch, auf Rückmeldungen sind wir gespannt.

Aber jetzt lassen Sie sich inspirieren. Der Inhalt dieses Magazins lädt nun wirklich

zum Schmökern ein. Im Fokus steht das Thema Sportklettern. Alex Megos

nimmt Stellung zur Bedeutung des Wettkampfsports, Ole König erzählt von seinen

Erleb nissen im Rissklettergebiet Cadarese, und Tobias Hanika berichtet von einem

Spontan-Klettertrip nach Arco. Nur drei von vielen spannenden Berichten und

Reportagen – nicht nur übers Sportklettern. An dieser Stelle nochmals herzlichen

Glückwunsch an Tobias Hanika zur Wahl als Jugendreferent sowie an alle gewählten

Mitglieder des neuen Jugendausschusses und die neuen Delegierten. Die Neuorganisation

der Jugendarbeit trägt mehr und mehr Früchte. Wir freuen uns auf die

weitere Zusammenarbeit mit Euch.

Das Thema Nachhaltigkeit rückt auch in der Sektion immer mehr in den Vordergrund.

Sicherlich erinnern sich manche von Ihnen an den sehr weitreichenden

Antrag von Volker Schmidt auf der letzten Hauptversammlung, der in eine größere

Diskussion mündete. Damals ist der Antrag von einer breiten Mehrheit abgelehnt

worden, aber er hat nachfolgend mit dazu beigetragen, dieses Thema mehr in den

Fokus zu stellen. Mittlerweile hat sich Friedrich Beitter als Nachhaltigkeitsbeauftragter

des Vorstands dafür zur Verfügung gestellt.

Derzeit erleben wir einen Bergsommer, wie ihn in dieser Form die meisten

Mitglieder noch nicht gekannt haben. Während ich diese Zeilen schreibe, ist das

Vereinsleben fast vollständig zum Erliegen gekommen. Und wie es weitergeht, ist

unklar. Ein Lichtblick ist der Baufortschritt der Sparkassen Bergwelt. Bisher fast

ohne Verzögerungen kann man dabei zusehen, wie es vorangeht. Daher halten wir

bis auf Weiteres auch an der Eröffnung am Ende dieses Jahres fest. Dann wird auch

für uns eine neue Zeit im Sektionsleben beginnen.

Kai Lenfert, 1. Vorsitzender

Foto: L. Kügel

Bleiben Sie gesund – und bleiben Sie uns gewogen!

Ihr

Kai Lenfert


Inhalt

32 GRUPPENBERICHTE

33 Hochtour mit Hindernissen

34 Abenteuer wie im Wilden Westen

36 Achtung alpin!

38 Sieben Tage im Sattel

40 Querbeet in die Römerzeit

42 Herbst-Klettern mal zwei

44 WETTKAMPFKLETTERN

45 Neues Format

12 FOKUS

SPORTKLETTERN

46 Im Amphibienbus nach Tirol

48 SEKTIONSBÜCHEREI

50 UNSERE HÜTTEN

50 Erlanger Hütte

52 Falkenberghaus

6 Kurz erwähnt

8 Jobs

9 Der erste Schritt zum Ehrenamt

10 Schmeckt wie Urlaub: Kaspressknödel

12 ERLANGENALPIN FOKUS

SPORTKLETTERN

26 SEHNSUCHTSORTE:

CARRETERA AUSTRAL

13 Cadarese – das Rissklettergebiet Zentraleuropas

16 Der nächste Zug ... die Sparkassen Bergwelt

19 Interview: Vier Fragen an Alexander Megos

20 Eisessen statt Eisklettern

22 JUGEND IN AKTION

23 Ins Ungewisse

24 Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

26 SEHNSUCHTSORTE:

CARRETERA AUSTRAL

28 Mit dem Fahrrad durch Patagonien


IMPRESSUM

32 GRUPPEN-

BERICHTE

48 NATURSCHUTZ & NACHHALTIGKEIT

54 Ab in die Wüste

56 Nachhaltigkeit in der Sparkassen Bergwelt

58 NEUES AUS DEM KLETTERZENTRUM

60 AUS DER SEKTION

60 Geburtstage 2020

63 Jubilare 2020

63 Verstorbene

65 SERVICE & INFORMATION

65 Mitgliedsbeiträge 2020

66 Wer macht was?

Herausgeber: Sektion Erlangen des Deutschen

Alpenvereins e. V., www.alpenverein-erlangen.de,

www.facebook.com/daverlangen

Vereinsregisternummer: VR Fürth/Bayern,

VR 20312

Redaktion: Lisa Kügel (verantwortlich), Ute Fuchs,

Gudrun Knobloch, Lucia Kollenberger, Oliver Sefrin

Design: Anja Fuchs, www.anjafuchs.com

Sketchnotes: Lucia Kollenberger

Titelbild: Ole König in Foglie Cadenti,

Hannes Kutza, mail@hanneskutza.de

Ausgabe: erlangenalpin Magazin 2020

Erscheinungstermin erlangenalpin Jahresprogramm

2020/2021: 9.11.2020; Redaktionsschluss: 7.9.2020

Die Beiträge geben ausschließlich die Meinung

der Verfasser wieder und liegen nicht in der Verantwortung

der Redaktion. Die Redaktion behält

sich Bearbeitung und Kürzungen vor.

Mit der Anmeldung zu Sektionsveranstaltungen

wird automatisch das Einverständnis zur Bildnutzung

gegeben.

Gleichbehandlung und

Geschlechtergerechtigkeit

Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit verwenden

wir überwiegend die männliche Form (generisches

Maskulinum), z. B. „der Mitarbeiter“. Im

Sinne der Gleichbehandlung und Geschlechtergerechtigkeit

möchten wir damit jedoch immer alle

Geschlechter ansprechen und mit einschließen.

Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe

und ist wertfrei.

50 UNSERE

HÜTTEN


6

SEKTIONS-TERMINE

MAI 2020 BIS MAI 2021

Alle Termine für 2020 veröffentlichen

wir aufgrund der aktuellen Situation nur

unter Vorbehalt!

Die Hauptversammlung 2020 musste verschoben

werden, ein neuer Termin wird

online bekannt gegeben.

20./21.6.20

Eröffnungswochende Erlanger Hütte

Geöffnet bis zum 20.9.20.

25.6.20

Offenes Sicherungstraining am

Kletterturm, 18–21 Uhr.

++KURZ ERWÄHNT++

HÜTTENFEST AM 13. JULI 2019:

FÜHLKÄSTEN FÜR ENTDECKER

Auf Anregung und mit tatkräftiger Unterstützung von Claudia Bezold wurde auf

dem Hüttenfest 2019 ein umweltpädagogisches Angebot erstellt. Handfühlkästen,

um den Tastsinn zu schulen, und Gläser mit getrockneten Kräutern, um den

Geruchssinn anzusprechen, haben neugierige Kinder und Erwachsene angezogen.

Worin unterscheiden sich Stroh, Holzwolle und Heu? Wer kann sich erinnern, wozu

Holzwolle genutzt wurde? Von welchen Tieren stammt das weiche Fell? Was verbirgt

sich unter den Steinen, ist glatt – und doch kein Stein?

Die Aktion fand bei allen großen Anklang und lässt sich sicherlich wiederholen

und erweitern.

27.6.20

Sonnwendfeier und Helfertreffen

am Falkenberghaus.

21.7.20

Offenes Sicherungstraining am

Kletterturm, 18–21 Uhr.

24.8.20

Offenes Sicherungstraining am

Kletterturm, 18–21 Uhr.

7.10.20

Start Skigymnastik. Jeden Mittwoch, 19–20

und 20–21 Uhr in der Sporthalle des Ohmgymnasiums,

Am Rötelheim 6. Bis 24.3.21.

12.10.20

Reisen Berge Natur. Vortragsreihe des

DAV Erlangen.

Vortrag: Rumänien

Referenten: Cornelia und Dieter Schroth

24.10.20

Edelweissfeier. Bunter Abend mit Ehrung

unserer langjährigen Mitglieder.

MITTE NOV. 2020

Hüttenschluss Falkenberghaus. Mithelfen?

Melde dich: kress@alpenverein-erlangen.de.

PADDEL- UND QUERBEET-GRUPPE

JEWEILS UNTER NEUER LEITUNG

Bei der Leitung der Paddelgruppe hat

Jusch Bauer Susanne Keuenhof abgelöst,

neuer Vertreter wird Christian Pfänder.

In der Querbeet-Freizeitgruppe übernimmt

Katharina von Essen die Leitung:

Nach 15 Jahren ununterbrochenem Querbeetdauerlauf

erfolgte die Staffelübergabe

bei der letzten Weihnachtsfeier

von Reiner Ehlers an die neue „Staffelträgerin“

und ihren Vertreter Willy Fischer.

Bild oben: Was steckt in den Schachteln? Foto: T. Hans

Bild unten: „Staffelübergabe“ bei der Querbeetgruppe, Foto: R. Ehlers


Kurz erwähnt

7

TOUREN ONLINE PLANEN

Spätestens wenn es wieder in die Berge gehen kann, aber auch für einen Trip in

die nähere Umgebung, lohnt sich ein Blick auf alpenvereinaktiv.com, das digitale

Tourenportal der Alpenvereine.

Die Website versammelt nicht nur zahlreiche Tourenvorschläge und viele Infos

rund um Ziele, Hütten und Wetter, sondern bietet auch die Möglichkeit, neue Touren

hochzuladen und professionell zu planen – egal ob es ums (Weit-)Wandern,

Mountainbiken, Skifahren, -touren oder Klettern geht.

TRAINIEREN ZU HAUSE MIT DIESEN APPS

Unsere Beiräte stehen nicht nur dem Vorstand mit Rat und Tat zur Seite. Diese App-

Tipps sind nicht nur, aber gerade auch in Zeiten von geschlossenen Kletterhallen

und Reisebeschränkungen spannend für alle Mitglieder:

Für Kletterer ist die App Crimpd (www.crimpd.com) zu empfehlen, die zahlreiche

Trainingseinheiten für Finger- und Oberkörperkraft bereithält – an Finger- oder

Hangelbord, aber auch an der Kletterwand. Der eigene Fortschritt lässt sich beobachten

und analysieren, außerdem gibt’s viel Inspiration für die nächste Kletterhallen-Trainingssaison.

Ein Tipp von Rudi Grave, Beirat für die Ausbildung Klettersport.

Ausgleichstraining für alle Bergsportler bietet die Yoga-App DownDog Yoga (www.

downdogapp.com): Sie sorgt für ein besonders abwechslungsreiches Training, weil

die Sequenzen immer neu zusammengestellt werden. Anfänger und geübte Yogis

kommen gleichermaßen auf ihre Kosten.

9.11.20

Reisen Berge Natur. Vortragsreihe des

DAV Erlangen.

Vortrag: Sardinien

Referent: Martin Kopp

13.–15.11.20

Umschraubaktion DAV-Kletterzentrum

Helene-Richter-Straße 5; Helfer melden

sich bei bezold@alpenverein-erlangen.de.

19.–22.11.20

Fernwehfestival

Besuche den Stand der Sektion Erlangen

auf der Reise-, Outdoor- & Fotomesse mit

spannendem Rahmenprogramm in der

Heinrich-Lades-Halle.

7.12.20

Reisen Berge Natur. Vortragsreihe des

DAV Erlangen.

Vortrag: Von Neuseeland nach Deutschland

mit dem Rad

Referenten: Veronika Renn und

Jonas Börnicke

DEZ. 2020

Opening Sparkassen Bergwelt

Eröffnung des neuen Kletter- und Vereinszentrums

der Sektion Erlangen in der

Hartmannstraße 116. Aktuelle Infos online

auf sparkassen-bergwelt.de!

Ein Tipp von Dr. Guido Köstermeyer, Beirat für Wettkampfberatung.

Tourenplanung und Support unterwegs mit alpenvereinaktiv.com, Foto: DAV/Wolfgang Ehn

Tagesaktuelle Inofs auf unseren Websites.

Termine und Kurse für 2021 findest

du im erlangenalpin Jahresprogramm

20/21, das im November erscheint.


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++JOBS++

BFD/FSJ

Hast du Lust auf ein spannendes, aktives

Jahr in Erlangens größtem Sportverein?

Für unsere Jugendkletterkurse, Eventorganisation

und natürlich zur Unterstützung

in unserem neuen Kletter- und

Vereinszentrum, der Sparkassen Bergwelt,

suchen wir nach engagierten Menschen,

die ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD)

oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei

uns machen wollen.

TRAINER

Wir sind immer auf der Suche nach begeisterten,

selbstständigen Kletterern und

Bergsteigern, die Lust haben, ihr Wissen

zu erweitern und dieses weiterzugeben.

Lass dich zum DAV-Trainer ausbilden und

werde Teil unseres Trainer-Teams!

THEKENKRÄFTE

SPARKASSEN BERGWELT

Im Winter eröffnet unsere Sparkassen

Bergwelt, eine der modernsten Seilkletterhallen

der Region. Sei als Thekenkraft von

Anfang an dabei!

ERLANGENALPIN:

UNSERE MITTEILUNGSHEFTE IM ÜBERBLICK

Im November 2020 hat die Sektion mit Erscheinen des erlangenalpin Jahresprogrammes

das neue Layout unserer Sektionsmitteilungen vorgestellt. Mit dem nun

vorliegenden erlangenalpin Magazin ist der Start unserer zwei neuen Reihen perfekt.

Um das Konzept der Hefte und deren Unterschiede zu verdeutlichen, stellen wir

sie hier noch einmal gegenüber.

erlangenalpin

magazin

Im Fokus

Sportklettern

Sehnsuchtsorte

Radeln in

Patagonien

Gruppenberichte

abenteueR

wie im wilden

westen

erlangenalpin Magazin

• Erscheint einmal jährlich, Anfang/Mitte Mai.

• Jahresbericht der Sektion im Stil eines Outdoormagazins.

• Schwerpunkt sind Gruppen- und Reiseberichte der Mitglieder.

• Jede Ausgabe hat ein Titelthema.

erlangenalpin Jahresprogramm

• Erscheint einmal jährlich, Anfang/Mitte November.

• Kurs-, Jugend- und Gruppenprogramm der Sektion.

• In Zukunft sollen das Kursprogramm und die Online-Buchung noch besser

ineinandergreifen.

Ausgabe 2020 / 2021

• Infos zu Hütten, Kletterzentren und Geschäftsstelle.

Ausgabe 2019 / 2020

erlangenalpin

Jahresprogramm

Mit Trainer auf Tour:

Unsere Ausbildungskurse

Draußen aktiv:

Jugend- und Gruppenprogramm

Vortragsreihe:

Reiseberichte aus erster Hand

INTERESSE?

Eine der beschriebenen Stellen interessiert

dich? Aktuelle Angebote gibt‘s auf un serer

Website. Oder schreibe eine formlose Mail

an jobs@alpenverein-erlangen.de.

Auf Tour mit dem DAV Erlangen (Skitour Sellrain, Bergsteiger-Gruppe), Foto: N. Hellpoldt;


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Der erste Schritt

zum Ehrenamt

Ganz einfach: Kuchen! Lucia Kollenberger erzählt, wie sie zu ihrem Ehrenamt in der Sektion Erlangen

kam und was sie seither zur Übernahme immer neuer Aufgaben motiviert.

Wenn man, wie ich, in Oberbayern geboren ist, wird

einem die Liebe zu den Bergen praktisch in die

Wiege gelegt.

Obwohl ich seit 14 Jahren in Franken lebe, hat mich die

Faszination der Berge nie losgelassen. Meine Mitgliedschaft

im Alpenverein war folglich nur konsequent und fast schon

unausweichlich. Drei Jahre gehöre ich nun schon der Sektion

Erlangen an.

Bergwandern, Bergsteigen, Klettersteige

sind meine bisherigen Aktivitäten,

Lucia gestaltet

übrigens auch die und das Hochalpine kennenzulernen, ist

lustigen Sketches, mein Ziel, was sich aber noch nicht ergeben

hat.

die die Seiten der

Sektions­ Jugend Mein Einstieg ins Ehrenamt begann

(JDAV) im erlangenalpin

Jahres­

einem Kuchen fürs Hüttenfest. Mittler-

mit einem vergleichsweise kleinen Schritt:

programm und weile bin ich im Redaktionsteam unserer

im erlangenalpin Mitgliederzeitschriften und helfe beim

Magazin zieren. Launch der neuen Web site.

Darüber hinaus besonders spannend

Foto: privat ist derzeit das Mitmischen im Corporate

Identity Team für das neue Kletter- und

Vereinszentrum. Dort erarbeiten wir ein

ganzheitliches Konzept für den externen Auftritt der Sparkassen

Bergwelt. Dies umfasst die Art und Weise der Kommunikation,

z. B. unsere Identifikation, und die Fragen: Wie sehen

wir uns, welche Emotionen sollen geweckt werden, wer ist

unsere Zielgruppe, und wie können wir dies durch Einrichtung,

Farben, Sprache transportieren.

Meine Motivation für das Ehrenamt ist vielfältig. Allem

voran ging es mir darum, mich in meiner Freizeit sinnstiftend

für den guten Zweck einzubringen. Möglichst in einem Bereich,

der meine Interessen widerspiegelt. Ich habe mit dem Ehrenamt

sowohl die Möglichkeit, das Know-how aus meinem Beruf

in anderen Themengebieten einzubringen, als auch, mich in

neuen Bereichen zu engagieren.

Nicht zu vergessen sind dabei die vielen neuen interessanten

Menschen, innerhalb und außerhalb des Vereins, die

ich bisher kennenlernen durfte. Mein Ehrenamt stellt deshalb

eine echte Bereicherung in meinem Leben dar.

Und das Beste: Trotz all der neuen Aufgaben habe ich

noch Zeit, in die Berge zu gehen. Kommt doch einfach mal mit!


10 Rezept-Tipp

ZUTATEN

(für 4 Personen)

• 150 g Knödelbrot

• 100 g geriebener Bergkäse

• 100 ml Milch

• 2 Eier

• 1 EL Mehl

• Salz, Pfeffer, Majoran

• frischer Schnittlauch

• Butterschmalz zum Anbraten

Schmeckt

wie Urlaub:

Kaspressknödel

Damit man auch zu Hause nicht auf leckere Hüttenspezialitäten verzichten

muss, verraten die Wirtsleute der Erlanger Hütte, Christian

und Anita Rimml, ihr Rezept für Kaspressknödel.

ZUBEREITUNG

• Knödelbrot in eine Schüssel geben.

• Milch, Eier, Käse, Schnittlauch und Gewürze dazugeben.

• Alle Zutaten gut durchkneten und 15 Min. ruhen lassen.

• Aus der Masse runde Knödel formen und diese mit der Hand flach drücken.

• Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und die Knödel darin beidseitig braun braten.

Tipp: Die Kaspressknödel mit einer Rindsuppe und frischem Schnittlauch servieren.

Besonders gut schmecken die Knödel auch mit einem frischen Salat.

Gutes Gelingen – und guten Appetit!

Auf der Erlanger Hütte (Bild oben links) versorgt das Wirtspaar (unten rechts) die Gäste mit bester Alpenküche, Fotos: T. Humpfer

Kaspressknödel (links) schmecken auch mit frischem Salat, Foto: A. Rimml


Unsere Hütte – mitten in Erlangen

Die Sparkassen Bergwelt, das neue DAV Kletter- und Vereinszentrum

Vereins-Treff

Café-Bistro

urbanes Klettern

Seminare & Events

Eröffnung Ende 2020

barrierefrei

Torsten Hans

09131/9231840

vereinszentrum@alpenverein-erlangen.de

www.sparkassen-bergwelt.de


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erlangenalpin FOKUS

Sportklettern


erlangenalpin FOKUS Sportklettern

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Cadarese – das

Rissklettergebiet

Zentraleuropas

OLE KÖNIG

Generelle Infos:

Cadarese liegt im norditalienischen Formazza-Tal in der Region

Piemont. Die Granitwände mit ihren zahlreichen Rissen bieten

allerlei Möglichkeiten zum Tradklettern, also dem Klettern mit

mobilen Sicherungsmitteln. Zusätzlich erleichtern eingebohrte

Routen Anfängern den Einstieg ins Rissklettern.

Anfahrt:

Cadarese erreicht man von Süden her über Domodossola.

Der Parkplatz befindet sich gleich am Dorfeingang rechts der

Straße gegenüber vom Thermalbad.

Zustieg:

Die Brücke überqueren und dem Feldweg für ca. 60 m folgen.

Am Anfang der Wiese führt ein Trampelpfad in den Wald und

von dort zum Fels.

Übernachtung:

Direkt in Cadarese gibt es den kleinen Campingplatz Aleste

(www.alestecamping.it). Alternativ gibt es einen Picknickplatz

mit Toilettenhäuschen 300 m vor der Ortschaft. Hier ist das

Campen bisher geduldet.

Topo:

Download unter http://slack-line.ch/topo-cadarese

Im Frühjahr 2019 war ich gemeinsam mit dem DAV-Felskader

Baden-Württemberg im italienischen Cadarese, etwa

100 km westlich des Tessins. Wir – als Sportkletterer in

Franken – hatten schon viel von den perfekten Rissen gehört,

die es dort in einem kleinen, aber feinen Gebiet gibt. Also

wurden die Sportkletterschuhe in den Kofferraum geworfen

und Papas alte Latschen rausgeholt, zwei Nummern zu groß,

dann tun die Füße in den Rissen nicht so weh.

Die Gesteinsqualität in Cadarese ist überragend, und

die Risse sehen oft aus wie mit dem Messer geteilt. Doch was

glitzert denn da? Am ersten Fels, den wir uns anschauen, sind

die Risse eingebohrt. Meiner Meinung nach ein Frevel, doch

hier hat sich das wohl so etabliert. Im Großteil des Gebietes

wurden die Haken jedoch entweder wieder entfernt oder die

Neutouren komplett traditionell (also nur unter Zuhilfenahme

mobiler Sicherungsgeräte) erstbegangen. Zum Üben und

Reinkommen in die doch etwas spezielle Rissklettertechnik

ist es natürlich vorteilhaft, wenn der Adrenalinspiegel nicht

im roten Bereich ist. Die Kletterei an Granit ist speziell, man

muss viel piazen, klemmen, seine Schultern irgendwo reinstopfen

oder andere seltsame Dinge tun, die im Standardbewegungsrepertoire

eines Frankenkletterers nicht unbedingt

vorhanden sind. Aber deswegen sind wir ja hier!

Die nächsten Tage checken wir die Wahnsinnstouren im

oberen Sektor aus. Die Wand ist sicher 200 m hoch, doch fast

alle Touren sind nur eine Seillänge. Eine der prominentesten ist


14

Foglie Cadenti (6a+), eine riesige Schuppe, die sich 25 perfekte

Piazmeter nach oben zieht. Besonders in Erinnerung geblieben

ist mir außerdem die Route Sdulferando (7a+). Am Tag zuvor

hatten wir dort zwei Italiener beobachtet,

wie sie sich schreiend hochkämpften.

Mit vielen kleinen Cams und Keilen

S. 10: Ole in

Sdulferando (7a+).

steige ich in den technischen Fingerriss

ein. Bestimmt kann man die seichte Verschneidung

auch irgendwie stemmend be-

diese Seite oben:

Lulu beim Aufwärmen

wältigen, aber ich piaze quasi die ganze

in Nuova Scomessa

Tour, was meine Unterarme wahnsinnig

(6b+)

aufbläst. Zwei Meter vor dem Umlenker

segle ich völlig fertig in den guten 0,2er

unten:

Cam unter mir. Es ist krass, wie sehr man

Ole hat Spaß in Foglie

Cadenti (6a+)

sich beim Trad-Klettern verausgaben kann, die Angst und die

Art der Kletterei lässt einen weit über das Sportkletterlimit

hinaus kämpfen. In einer schweren Sportklettertour fällt man

mal mit etwas gepumpten Armen ab, doch dass sich der ganze

Körper anfühlt, als wäre er wie ein Handtuch ausgewrungen

worden, habe ich bisher nur beim Rissklettern erlebt. Vielleicht

sollte ich mich beim Sportklettern mal ein bisschen

mehr anstrengen ...

Nach langer Pause steige ich nochmal ein. Der untere

Teil läuft viel besser, doch oben wechselt die Atmung von

gepresst-kontrolliert auf Schnappatmung. Dieses Mal wollte

ich dem Pump davonlaufen und einfach weniger Sicherungen

legen, doch nun stehe ich mehrere Meter über dem letzten

Cam und versuche verzweifelt noch irgendetwas irgendwo

S. 13: Patrick in Foglie

Cadenti (6a+)

Alle Bilder

von Hannes Kutza,

hanneskutza.de


erlangenalpin FOKUS Sportklettern

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reinzustopfen. Da es sich um einen Fingerriss handelt, sehe

ich nicht so recht, ob das Placement gut ist, es schlackert auf

jeden Fall ziemlich. Panisch zwänge ich noch etwas in den Riss

und suche mein Heil in der Flucht, sodass ich völlig gepumpt

am Umlenker ankomme. Definitiv die schwerste 7a+, die ich

je geklettert habe. Na ja, die Rissbewertungen sind ungefähr

so nichtssagend wie Trump auf dem G20-Gipfel ...

Das Kronjuwel des gesamten Gebietes ist The Doors,

bewertet von 7c+ bis 8b, je nach Fingergröße und Können. 35

m zieht sich der Fingerriss durch eine leicht überhängende

Wand. Die Tour ist nicht unmöglich, aber extrem schwer und

ausdauernd. Es gibt also auf jeden Fall noch viel zu tun in

Cadarese und ich freue mich schon drauf, wieder hin zu fahren.


16

Der nächste Zug ...

... die Sparkassen

Bergwelt

Torsten Hans, Geschäftsführer und Projektleiter unserer Sektion, nimmt uns mit auf eine Tour durch das

neue Kletter- und Vereinszentrum des DAV Erlangen und verrät außerdem, wie alles angefangen hat.

Es war im Frühjahr 1998, als die damaligen Vorstände

unserer Sektion eine mutige Entscheidung trafen: Eine

Boulderhalle sollte gebaut und dafür ein Teil der heutigen

Egon-von-Stephani-Halle angemietet werden. „Viel zu

groß …!“ oder „Ob sich das wirklich lohnt?“ waren einige der

Bedenken von damals. Doch schnell war die heutige „Old-

School“-Halle beliebt und damit voll. Kurse und auch Belegungszeiten

waren und sind nach wie vor ausgebucht. Aufgrund

der anhaltend großen Nachfrage und der Möglichkeit,

ein Grundstück nebenan zu pachten, entstand dann im Jahr

2009 der DAV-Kletterturm. Im Sommer 2013 folgte noch eine

Außenboulderanlage, und so betreibt die Sektion Erlangen

heute die momentan noch DAV-Kletterzentrum genannte Anlage

in der Helene-Richter-Straße mit insgesamt knapp 800

Quadratmetern Kletter- und Boulderfläche.

Doch wer an schönen Sommertagen vor dem Gelände

dieser Kletteranlage einen freien Abstellplatz für sein Fahrrad

sucht, geschweige denn eine freie Route, oder wer schon mal

versucht hat, sein Kind bei einem der Kletterkurse der Sektion

anzumelden, dem ist klar: Wir brauchen mehr Platz … Auch

wer mal seine Kletterschuhe oder den eigenen Klettergurt

vergessen hat, muss leider wieder nach Hause fahren. Wer

als Neuling kommt und vor oder nach dem Klettern mehr

über das Vereinsleben oder das Sektionsangebot erfahren

oder vielleicht sogar Mitglied werden möchte, der muss von

hier aus zunächst mal den Weg zur DAV-Geschäftsstelle auf

sich nehmen.

Es ist also alles nicht so einfach. Oder vielmehr – es war

nicht einfach …

Denn all das und vieles mehr ändert sich im Winter

2020 mit der Eröffnung der Sparkassen Bergwelt, dem neuen

Kletter- und Vereinszentrum der Sektion. In der Hartmannstraße

116 entsteht nicht nur eine große moderne Kletterhalle

mit genügend Platz für alle, sondern auch ein zentraler Dreh-

oben: Alles unter einem Dach – Vereinsleben und Kletteranlage; rechts: Der Außenkletterbereich nimmt Gestalt an; Fotos: T. Hans


erlangenalpin FOKUS Sportklettern

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ZAHLEN &

FAKTEN

Kletterfläche: 1750 m2

Maximale Wandhöhe: 18 m

Maximaler Überhang: 7 m

Längste Route: 19 m

82 Sicherungslinien; über 200 Routen


18

und Angelpunkt für das gesamte Vereinsleben. Und das mitten

in Erlangen! Also, hereinspaziert …

… nach dem Check-in am Tresen durchquerst du das große

Bistro mit seinen raumhohen Glasfassaden. Schon jetzt

überlegst du, ob du nicht lieber gleich einen leckeren Milchkaffee

mit den zwei Mädels auf der sonnigen Außenterrasse

trinken sollst, bevor du die ersten Klettermeter hinter dich

bringst. Aber nein! Durch die große Glasfront vor der Sofaecke

blickst du direkt auf die „King Line“, die Highlight-Route am

großen, freistehenden Turm mitten in der Kletterhalle. Also

rein in die Kletterschuhe und ran ans Seil. Doch halt. Beim

Rucksack Auspacken fällt dir auf, dass du den Klettergurt am

Wochenende im Auto gelassen hast. Mist! Oder? Nein, denn

du gehst ganz entspannt zurück zum Tresen und leihst dir

dort einfach einen Gurt aus. Jetzt aber …

Nur wo bleibt eigentlich dein Kletterpartner? Der steckt

wohl mal wieder im Verkehr fest. Er hätte lieber mit dem Fahrrad

kommen sollen, denn Fahrradabstellplätze gibt es hier ja

mehr als genug. Also doch erst noch einen Kaffee? Nein, die

Mädels gehen gerade in die Umkleiden, und außerdem kannst

du dich in der Sparkassen-Bergwelt auch ohne Kletterpartner

an einem der Sicherungsautomaten so richtig platt machen.

Das ist übrigens auch dann praktisch, wenn dein Kletterpartner

mal keine Lust mehr auf Sichern hat …

Als du die Halle betrittst, fällt dir gleich das nette Pärchen

von letzter Woche auf. Vielleicht kannst du ja auch mit

denen schon mal eine Runde klettern? Fehlanzeige, die sind

mit ihrem Nachwuchs im Kinderbereich schwer beschäftigt,

der Kleine will nämlich partout nicht aus dem Tunnel der Kletterburg

raus. Also doch an einen Automaten. Nach der zweiten

Route taucht endlich dein Kletterpartner auf und entschuldigt

sich für die Verspätung. Der Verkehr war heftig, aber wenigstens

gibt es hier vor der Kletterhalle genügend Parkplätze,

sodass man nicht mehr weit laufen muss. Gemeinsam überlegt

ihr, ob es jetzt gleich an die King Line, die gelbe 6+ im großen

Überhang geht, aber genau in diesem Moment kommen die

beiden Mädels herein, die du vorhin auf der Außenterrasse

gesehen hast. Der Entschluss, sich lieber nicht sofort zu

blamieren, ist schnell gefasst und ihr beschließt, bei dem

ohnehin traumhaften Wetter erstmal in den Außenbereich

zu gehen. Nach kurzem Überlegen, ob in der Sonne oder im

Schatten geklettert werden soll, entscheidet ihr euch für die

Südseite. Dein Kumpel darf die erste Aufwärmroute klettern

und macht sich gleich auf den knapp 20 Meter langen Weg

in der neu geschraubten blauen Route. Als du anschließend

ebenfalls den Umlenker einhängst, setzt du dich zufrieden und

mit dicken Armen ins Seil. Beim Blick nach rechts schaust du

über das benachbarte Naturschutzgebiet hinweg und kannst

sogar schon die ersten Erhebungen der Fränkischen Schweiz

sehen. Wow – was für ein Ausblick!

in paar Routen später kommen die Mädels ebenfalls in

den Außenbereich und beschäftigen sich mit der Slackline hinten

neben den Bäumen. Die Gelegenheit, wieder reinzugehen

und doch noch die gelbe Tour am Turm zu versuchen. Also los.

Drinnen ist zwar gerade ein Kindergeburtstag im Gange, aber

das stört überhaupt nicht, denn der ist ja im abgetrennten

Galeriebereich. Also rein in die steile Gelbe. Du kämpfst dich

ohne anzuhalten bis zum achten Haken, brauchst dann aber

eine Pause. Der mehr als sieben Meter lange Überhang des

Turms will einfach kein Ende nehmen. Zum Glück gibt es hier

ausreichend Henkel, doch oben angekommen hast du das

dringende Gefühl, dass es Zeit wird, etwas zu essen. Nachdem

dein Kletterpartner beim anschließenden Flashversuch bereits

am sechsten Haken fällt, ist für euch beide klar: Den einzigen

Griff, den ihr jetzt noch halten könnt, ist der des Pizzamessers.

Während ihr auf die Pizza wartet, gehst du nochmal schnell

hoch in die Geschäftsstelle, denn bei der Gelegenheit könnt

ihr gleich einen Kletterführer für den anstehenden Urlaub

ausleihen. Beim Blick auf die Landkarte kommt ihr mit euren

Tischnachbarn ins Gespräch, denn die sind zufällig von der

Sportklettergruppe der Sektion. Oder vielleicht doch nicht so

ganz zufällig, denn ihr sitzt am Gruppenstammtisch der Sparkassen

Bergwelt. Ein Bier später seid ihr beide quasi schon

Mitglieder der Gruppe, und es steht fest: In den Kletterurlaub

fahrt ihr gemeinsam mit den anderen, denn die sind nett und

kennen sich immerhin schon am Fels aus. Was mittlerweile

ebenfalls fest steht, ist, dass die beiden Mädels von vorhin

auch in der Sportklettergruppe sind und somit ebenfalls mit

in den Kletterurlaub fahren werden …

Auf der Baustelle geht es voran, die Rohbauten von Vereinszentrum und Kletterhalle stehen bereits, Foto: T. Hans


erlangenalpin FOKUS Sportklettern

19

»Der Wettkampf wird zu

groß gemacht«

Vier Fragen an den Olympioniken Alexander Megos

Im Februar hatte erlangenalpin die Gelegenheit, Ausnahmekletterer und Sektionsmitglied

Alexander Megos einige Fragen zu dessen Teilnahme bei Olympia zu stellen. Alex sollte dort

ab dem 4. August 2020 in den drei Disziplinen des Wettkampfformates „Olympic Combined“

antreten – Lead, Speed und Bouldern. Trotz der Verschiebung der Spiele auf 2021 geben Alex‘

Antworten einen spannenden Einblick in seine Sicht der Dinge.

Alex, du nimmst an den Olympischen Spielen in Tokio teil –

und uns interessiert natürlich alle, wie du dich auf das große

Event vorbereitest?

In den nächsten Monaten bin ich voll auf Hallenklettern gepolt.

Das heißt, ich bin eigentlich ausschließlich in der Halle unterwegs

und trainiere die drei Disziplinen. Der Schwerpunkt liegt

dabei auf meinen zwei Schwächen, Bouldern und Speed. Wir

haben in Nürnberg in der Climbing Factory ja eine Speedwand,

und da bin ich zwei- bis dreimal in der Woche zum Speedklettern,

den Rest der Zeit verbringe ich eigentlich hauptsächlich

mit Bouldertraining im Café Kraft und weiteren Boulderhallen

in der Umgebung. Außerdem sind wir auf verschiedenen Trainingslagern

mit dem deutschen Team. Meine beiden Trainer

Patrick Matros und Dicki Korb stehen mir bei der Vorbereitung

zur Seite. Es steht also größtenteils Training an, bis eben die

Saison anfängt mit der Europameisterschaft Ende März, und ab

da werde ich auch internationale Wettkämpfe als Training für

Olympia mitnehmen. Zum Beispiel die Weltcups im Bouldern,

Speed und Lead und die Europameisterschaft.

Ergeben sich für dich als Profikletterer eigentlich Vorteile

aus der Teilnahme an Olympia, was erhoffst du dir davon?

Natürlich ist es so, dass es mehr Publicity gibt und ich in

gewisser Weise bekannter werde. Inwieweit das jetzt aber Vorteile

für mich bringt, kann ich jetzt gar nicht so direkt sagen.

Auf was freust du dich denn bei den Olympischen Spielen?

Dass es rum ist [lacht]! Nein, keine Ahnung. Es ist nur so, dass

der Wettkampf irgendwie zu groß gemacht wird und alle legen

so sehr ihren Fokus darauf. Ich denke, das Coolste wird sein,

dabei zu sein, diese Eröffnungsfeier mitzuerleben und mit

allen Athleten einzulaufen, darauf freue ich mich! Und nach

Olympia kann ich mich dann wieder auf das konzentrieren, was

mir taugt, aufs Felsklettern. Aber ich bin natürlich unglaublich

froh, dass ich es geschafft habe und jetzt mitmachen darf,

trotz einiger Schwierigkeiten auf dem Weg zum Ziel.

Alex Megos im Lead-Finale der Herren, Kletter-WM 2019, Hachioji, Foto: J. Megos


20

Eisessen statt

Eisklettern

Jugendreferent Tobias Hanika nimmt uns mit nach Arco am Gardasee, wo nicht nur schöne Mehrseillängen

locken, sondern auch das italienische Dreigestirn aus Pizza, Pasta und Gelato.

Kalt, nass und ungemütlich, so hatten wir uns das Eisklettercamp

im Zillertal eigentlich vorgestellt. Stattdessen

sitzen wir jetzt hier in Arco auf dem Plaza Centrale,

trinken Spritz und Cappuccino. Nur das Eis in unseren Händen

erinnert noch an den eigentlichen Grund der Reise. Dark

Chocolate, lecker …

Doch wie sind wir hierhergekommen? Der eigentliche

Plan war, wie im Sektionsheft ausgeschrieben, für vier Tage

zum Eisklettern ins Zillertal zu fahren. Da man an Nichts nicht

klettern kann, musste schnell eine Alternative her. Und so kamen

wir überein, zum Mehrseillängenklettern in den warmen

Süden, nach Arco an den Gardasee, zu fahren. Wir, das sind

Rudi, Martin, Bilbo und ich, Tobias.

Der erste Tag in Arco stellt uns schon vor dem Frühstück

vor ein essenzielles Problem. In unserem Apartment gibt es

zwar einen kleinen Espressokocher zum Aufstellen auf den

Herd, der funktioniert aber leider nicht auf dem vorhandenen

Induktionsherd. Kein Wunder, dass die Maschine aussieht wie

neu. Was tun? Ohne Kaffee in den Tag starten? Undenkbar,

zumindest für die anderen drei! Die Lösung des Problems:

Espressokocher in einen Induktionstopf stellen. Dauert lange,

funktioniert aber.

Klettertechnisch wollen wir es heute ruhig angehen lassen

und haben uns zwei Routen an den Parete di San Paolo

ausgesucht: Selene (6) und die Giù dalle Brande über den Concordia-Einstieg

(6+), jeweils mit acht Seillängen. Gut gesichert

und mit entspannter Kletterei geht es dem Gipfel entgegen.

Als Martin und ich wieder unten auf dem Parkplatz sind, sehen

wir Rudi und Bilbo noch in den Ausstiegslängen. Da wir noch

Kraft in den Armen haben und nicht so lange warten wollen,

entscheiden wir uns kurzerhand, noch eine zweite Route zu

klettern, Bilbo und Rudi hinterher. Wieder zurück am Auto ist

es ganz schön spät, und wir beschließen, an diesem Abend

gemeinsam zu kochen: Spaghetti Aglio e Olio.

Der zweite Tag ist durch anspruchsvollere Touren geprägt,

sowohl was die Kletterschwierigkeit angeht als auch im Hinblick

auf die Absicherung. Und so finden heute Friends und

Klemmkeile den Weg an unsere Gurte. Martin und Bilbo wollen

das Cuore D’Oro (6+), zu Deutsch das „Goldene Herz“, klettern.

Rudi und ich haben uns den Archangelo (7/A0), den „Erzengel“,

Klettern am Gardasee mit all seinen Vorzügen, Fotos: M. Neumann (links), T. Hanika (rechts)


erlangenalpin FOKUS Sportklettern

21

vorgenommen. Der Führer verspricht uns „Fels übersät mit

Sintern, Sanduhren und traumhaften Tropflöchern.“ Einziger

Wermutstropfen sind die zwei A0-Stellen, aber wir nehmen

uns vor, diese in freier Kletterei zu versuchen. Der Führer hat

nicht zu viel versprochen und wir klettern einige wundervolle

Seillängen. Dann kommt die erste A0-Stelle. Zum Glück gibt es

ein Zweifingerloch, denn als Frankenkletterer ist es natürlich

kein Problem, dieses „durchzublockieren“. Schon haben wir

diese Stelle geschafft. Eine gemütliche Querung später stehen

wir unter der zweiten A0-Stelle. Die sieht deutlich schwerer

aus, mehrere Meter Überhang und erste Zweifel machen sich

bemerkbar. Aber alles Schauen und Rätseln hilft irgendwann

nicht mehr weiter, wir müssen da hoch. Kurz vor dem Überhang

kann man nochmal schütteln. Bei näherer Betrachtung

lassen sich dann doch ein paar Griffe erahnen, und aus dem

Überhang wird eine überhängende Verschneidung. Noch ein

letztes Mal chalken, tief Luft holen, und dann heißt es: Los

geht’s! Es folgen ein paar schwere Züge, zum Glück mit guter

Bohrhakenabsicherung, und am Ende erreichen wir das rettende

Henkelband. Zufrieden steigen wir aus der Wand aus

und legen uns erstmal in die Sonne.

Bilbo und Martin hatten auch viel Spaß in ihrer Route,

und auf dem Heimweg erzählt jeder die Heldentaten, die er

vollbracht hat. Um dem Tag einen krönenden Abschluss zu

geben, soll es zum Pizzaessen gehen. Nach der dritten völlig

überlaufenen Pizzeria sinkt jedoch die Hoffnung und der Hunger

wächst immer weiter. Ein paar Versuche und eine viertel

Wartestunde später haben wir dann doch noch Glück und

bekommen die Objekte unserer Begierde dampfend direkt

aus dem Pizzaofen serviert.

Der Colodri, die Wand in Arco, ist das Ziel für den dritten

Tag. Die Route White Crack (7) ist nicht so gut gesichert, verspricht

dafür aber die „vielleicht schönste, regelmäßigste und

perfekteste Verschneidung“ der Wand. Leider sind wir nicht

die ersten Begeher der Tour, und so rutscht Martin gleich in

der zweiten Seillänge vom glattpolierten Tritt ab und hängt

erstmal im Seil. Ab der dritten Seillänge jedoch werden die

Begehungsspuren weniger und es folgt traumhafte Kletterei.

Die Tour gipfelt in einer zwei Seillängen andauernden perfekten

Verschneidung mit genialer Piaz- und Risskletterei. Auch

die Aussicht vom Gipfel ist super, und aus der Ferne leuchtet

uns der Gardasee entgegen.

Am nächsten Tag heißt es leider schon wieder Abschied

nehmen. Aber bevor unser Kurzurlaub ganz zu Ende geht, gibt

es nochmal eine letzte, kurze Route an einer Nebenwand des

Piccolo Dain. In leichter Genusskletterei, Moon Bears (6), erklimmen

wir die Wand und lassen wehmütig aber zufrieden ein

letztes Mal den Blick über das wundervolle Sarcatal schweifen.


22

JUGEND

in Aktion


Jugend in Aktion

23

Ins

Ungewisse

Jakob Pohl, unser Sektions-Bundesfreiwillgendienstler 2018/2019, wagte den Sprung ins kalte Wasser.

Und wurde gründlich überrascht.

Mit großer Ungewissheit, einer Menge Zweifeln und ja,

vielleicht auch ein wenig Schiss, rückten Fabi, Leonie

und ich Sonntagabend auf dem Landgasthof Fischer

in Stierberg an. Der Zeitplan schien unvollkommen, der Campingplatz

viel zu idyllisch für eine schreiende Kinderhorde und

die Idee, den Speiseplan von den Emporkömmlingen selbst

gestalten zu lassen und somit alles erst Montag einzukaufen,

kam uns mit einem Male auch ziemlich stressig oder gar blöd

vor. Kurzum – wir fühlten uns unerfahren und waren es wahrscheinlich

auch. Etwas beklommen legten wir uns in unsere

Zelte nieder und erwarteten unser Schicksal.

Am Morgen blieb dann keine Zeit mehr für derartige Sorgen.

Die Kinder trudelten ein. Wir halfen beim Zeltaufbau,

begrüßten und verabschiedeten Eltern und hatten ab jetzt

alle Hände voll damit zu tun, die Sprösslinge am Leben und

bei Laune zu halten. Kennenlern- und Geländespiele sowie

eine Rally bildeten den Rahmen für dieses hochgestochene

Ziel. Außerdem wurde, zusammen mit den Kindern, ein Essensplan

erstellt, der es in sich hatte. Die Dienstagsgruppe

würde Burger als Haupt- und Wackelpudding als Nachspeise

zubereiten, am Mittwoch sollte es Kartoffelbrei mit Rührei

und Spinat geben und am Donnerstag wurde Räuberteller mit

Kaiserschmarrn geplant. Und nicht nur geplant – an dieser

Stelle sei (nicht ohne Stolz) bereits verraten, dass jedes der

vorgesehenen Gerichte verwirklicht wurde! Der erste Tag ging

mit einem Grillabend zu Ende und obwohl alles mehr oder

weniger so hingehauen hatte, wie wir uns das gedacht hatten,

waren wir Betreuer echt froh, als wir die Kinder in die Obhut

ihrer Schlafsäcke geben durften.

Dienstag wurde nahe der Münchser Wand geklettert.

Männer des Tages waren auf jeden Fall Ben und Jonas, die uns

für heute unterstützten und den Betreuungsschlüssel von 1

zu 10 auf 1 zu 3 senkten. So lief der Tag deutlich entspannter,

sicherer und spaßiger ab. Die Kids (die ja eigentlich fast nie

am Fels sind und uns mit ihren Klettereien deshalb ganz schön

beeindruckten) konnten deshalb auch ziemlich oft klettern

und Wartezeiten hielten sich in Grenzen. Danke Jungs!

Hauptaktion am Mittwoch war eine Schnitzeljagd, die

fast so gut war, dass die Kinder vergaßen, wie weit sie dabei

gewandert waren. Ein bisschen krumm genommen wurde uns

höchstens das halb geschmolzene Schatz-Eis. Den Nachmittag

füllte eine, der Sektionsjugend wohlbekannte, Aktion mit Upcycling

alten Klettermaterials zu Schmuck - und Dekorobjekten.

Trotz der Recherche, Planungsmühen, Ideenfindungstreffen

und Vorbereitungen, die wir für Aktionen anderer Tage aufwenden

mussten, war der beste Tag für die Kinder der denkbar

einfachste für uns. Am Donnerstag waren wir im Schwimmbad,

plantschten, warfen Kinder vom riesigen Plastikkrokodil und

ließen uns die Sonne auf den Latz scheinen. Danach spielten

die Kids das Tauschspiel in Betzenstein. Dabei spaziert man

von Tür zu Tür und tauscht eigene Güter gegen Fremdware.

Echt beeindruckend, wie viel Reichtum ein paar Kinder aus

einer Möhre schlagen können. Am Ende gab es mehrere Uhren,

Notizbücher, genug Zucchini, um die Juniorengruppe drei

Tage zu ernähren, selbstgemachte Marmelade sowie Berge

von Süßigkeiten.

Am Freitag verabschiedeten wir die Kids und dass keines

sofort zu den Eltern rannte, nehmen wir mal als Kompliment!

Auch unsere anfängliche Einschätzung der Woche, „von Montag

9 Uhr durchhalten bis Freitag 12 Uhr“, entpuppte sich als

unberechtigt und ich schaue auf die schönste Woche meines

Jahres Bundesfreiwilligendienst zurück. Daran sind die eigentlich

ziemlich lieben Kinder nicht ganz unschuldig.

Machts gut, euer Jakob, der ab Oktober 2019 in Jena Medizintechnik

studiert.

Bild links: Ab ins Grüne, Foto: J. Pohl

Bild rechts: Ziemlich tolle Truppe, Foto: F. Kurte


24

Advent, Advent, ein

Lichtlein brennt

Schneeballschlacht, gemütlicher Gesangsabend und köstliches Essen – ja ist denn schon Weihnachten?

Ein Bericht der Jugendgruppenfahrt auf die Hochlandhütte von Tobias Hanika.

ADVENTSWOCHENENDE AUF DER HOCHLANDHÜTTE

Dieses Jahr wird es auf der Hochlandhütte etwas Besonderes geben: Die Hütte

wird am ersten Advent noch einmal die Türen öffnen und alle Mitglieder und

Freunde der Sektion Hochland wilkommen heißen. Ab dem späten Samstagnachmittag

werden Birgit und Stefan die Gäste mit Glühwein empfangen. Diese

können dazu gerne Plätzchen mitbringen und austauschen. Für Abendessen

und Frühstück wird ebenfalls gesorgt sein.

Diese Ausschreibung und unsere Freundschaft mit der

Jugendgruppe der Sektion Hochland waren der Beginn

eines einmaligen Adventswochenendes, welches uns

alle in eine super vorweihnachtliche Stimmung versetzte.

Begonnen hat das Wochenende leider ziemlich früh: Abfahrt

7:30! Und dann erstmal 5 Stunden Zug fahren. Da konnte

man immerhin nochmal etwas Schlaf nachholen. Und schon

mal die Karte studieren. Wo wollen wir eigentlich genau hin?

Zur Hochlandhütte, hoch über Mittenwald. Um genau zu sein,

607m höher, also auf 1630m. Und das Ganze Anfang Dezember.

Laut Webcam hat es schon Schnee. Voll schön eigentlich, aber

hoffentlich nicht zu viel! Nach drei Stunden treffen wir, das

sind Chiara, Julia, Sophia, Tim und Tobi aus der Donnerstags-

Jugendgruppe, am Hbf in München endlich die Anderen. In

deutlich größerer Gruppe geht´s weiter in den nächsten Zug

nach Mittenwald.

Unser Zustieg führt uns zunächst gemütlich im Tal und

immer an der Isar entlang zu den Kasernen, von wo der kürzeste

Zustieg zur Hochlandhütte beginnt. Die Sonne scheint

und alle sind bester Laune. Bei netten Gesprächen geht es

immer höher hinauf und ehe wir uns versehen stehen wir im

Schnee. Es dauert nicht lang, da kommt der erste Schneeball

überraschend von hinten angeflogen und schon beginnt eine

Schneeballschlacht mit anschließender Erholungspause. Die

finalen Meter zur Hütte können wir dann auch gut hinter uns

bringen und kaum angekommen, bekommt jeder von uns eine

Tasse Glühwein oder Punsch in die Hand gedrückt und wir

können uns am Lagerfeuer aufwärmen und die mitgebrachten

Plätzen teilen und genießen.

Schnee, Punsch und Hüttenzauber, Fotos: T. Hanika


Jugend in Aktion

25

Anschließend heißt es Lager beziehen und Hütte unsicher

machen. Bezüglich des Abendessens wurde nicht zu viel

versprochen: In der urgemütlichen Stube wird uns ein super

Drei-Gänge-Menü aufgetischt: Pfannkuchensuppe, Knödel

mit Gulasch oder Kraut für die Vegetarier und superleckere

Bratäpfel. Genau das, was der hungrige Wanderer nach einem

anstrengenden Tag braucht.

Der gesellige Teil des Abends wird zum absoluten Highlight

des Wochenendes. Wir Jugendgruppen hatten uns vorher

abgesprochen und so brachten die Hochländer zwei Gitarren

und wir unsere Sektionsliederbücher mit. Ein paar Zettel mit

Weihnachtsliedern tauchen dann auch noch auf und so wird

es ein sehr lustiger und lauter Abend.

Am nächsten Tag müssen wir viel zu früh aufstehen und

nach einem ausgiebigen Frühstück geht es dann auch schon

wieder an den Abstieg. Da wir nicht auf dem gleichen Weg

zurücklaufen wollen, wählen wir eine Alternative über das

„Bankerl“ am Ende des Dammkars. Da wir aber die Ersten

auf diesem Weg sind heißt es jetzt: Spuren! Und den Schnee

von den Latschen, die in den Weg hängen, abräumen. Nachdem

eh alle schon voll mit Schnee sind (es liegen mindestens

20 cm) kommen wir natürlich nicht um eine weitere Schneeballschlacht

herum.

Und dann geht es leider schon wieder nach Hause. Alles

in allem war es ein super schönes Wochenende im Schnee

und wir danken dem Vorstand der Sektion Hochland, dass wir

mitkommen durften, der Jugendgruppe der Sektion Hochland,

dass sie uns mitgenommen haben, und den Hüttenwirten

Birgit und Stefan für den schönen Aufenthalt!!!


26

SEHNSUCHTSORTE

Carretera Austral


Sehnsuchtsorte

27

»Nur eine Straße von Norden nach Süden,

aber mit Zugang zu annähernd 20 Nationalparks

oder Reservaten, mit wilden und offenen

Landschaften, steilen Bergen, Seen, Gletschern,

Wäldern und Fjorden.«


28

Mit dem Fahrrad

durch Patagonien

RALPH BEDRICH

Fähren:

Fähre Puerto Montt – Chaitén: www.navieraustral.cl

Fähre Hornopirén – Caleta Gonzalo: www.taustral.cl

Fähre Caleta Tortel – Puerto Natales: www.tabsa.cl

Fähre Villa O’Higgins – Candelario Mancilla: www.robinsoncrusoe.com

Nationalparks:

Pumalin: www.parquepumalin.cl

Patagonia: www.patagoniapark.org

Busunternehmen in Puerto Natales:

www.bussur.com

Moreno-Gletscher:

www.hieloyaventura.com

Reiseführer:

Web: www.recorreaysen.cl

Buch: Chile – The Carretera Austral, Bradt Travel Guide, Hugh

Sinclair, Warren Houlbrooke

Geführte Radtouren, Radverleih, supernette Hilfe und Infos

auf Tour: Cicloaustral (auch auf Facebook),

www.cicloaustralchile.com

Douglas Tompkins, der Gründer von „The North Face“

und auch Begründer der Nationalparks Pumalin und

Patagonia, schrieb über die Carretera Austral: „Ich bin

schon in vielen Teilen der Welt gereist, habe jedoch nirgends

Vergleichbares gefunden. Es ist ein echtes Wunder. (…) Die

Landschaften sind unübertroffen in ihrer Schönheit, und die

Menschen sind freundlich und empfangen Sie mit offenen

Armen. Kurz gesagt, die Carretera Austral ist eine Reise des

Lebens, und obwohl meine Frau Kris und ich seit 25 Jahren

an diesem fantastischen Ort leben, werden wir nicht müde,

diese großartige Straße auf und ab zu erkunden. Es ist ein

garantiertes Abenteuer von landschaftlicher Schönheit.“

Heute kann ich dem nichts mehr hinzufügen. Es ist die

Wahrheit.

Und dabei wusste ich vor einigen Jahren noch gar nicht,

dass es diese spektakuläre Straße überhaupt gibt. Als ich

durch Zufall davon erfuhr, war klar, das muss ich machen. Ich

entschied mich für das Fahrrad als Transportmittel, weil das

Radfahren aus meiner Sicht die beste Art und Weise ist, eine

Gegend entlang einer Straße zu entdecken. Und ich konnte

auf Erfahrung aufbauen. Denn auch Norwegen, Schottland

und Irland habe ich so kennengelernt.

Die Carretera Austral („Südliche Landstraße“) oder auch

Ruta 7 zieht sich im Süden Chiles von Puerto Montt bis Villa

O’Higgins über 1240 km durch Patagonien. Nur eine Straße

von Norden nach Süden, aber mit Zugang zu annähernd

20 Nationalparks oder Reservaten, mit wilden und offenen

Landschaften, steilen Bergen, Seen, Gletschern, Wäldern und

Fjorden. In Villa O’Higgins endet sie aktuell, soll aber in den

nächsten Jahrzehnten weiter nach Süden getrieben werden.

Auch schreitet der Ausbau der Straße immer weiter voran.

Der nördliche Teil bis Coyhaique ist bis auf die Nationalparks

Pumalin und Queulat nahezu vollständig asphaltiert. Der

südliche Teil nach Villa Cerro Castillo versprüht noch den

Charme vom Abenteuer, auf einer Schotterstraße die Wildnis

zu durchqueren. Und was für eine! Jeder Tag offenbart eine

neue, völlig andere Landschaft.


Sehnsuchtsorte

29

Aber der Reihe nach: Ich fuhr von Puerto Montt mit der

Fähre nach Chaitén und verbrachte dort zum Ankommen erst

einmal drei Tage in der Posada Expediciones Kahuel. Der Komfort

und die Lage im Wald an einem Fluss mit Zugang zum

Meer am Fuße des Vulkans Chaitén und in unmittelbarer Nähe

zum Nationalpark Pumalin taten nach der langen Anreise gut

und waren eine willkommene Abwechslung. Dann konnte es

gemütlich losgehen.

Der nördliche Abschnitt nach Coyhaique ist bis auf zwei

Anstiege auf 600 m nur hügelig und man rollt auf bestem

Asphalt leicht dahin. Der erste Anstieg beginnt am See Yelcho,

an dem ein wunderbarer Zeltplatz liegt. Der zweite Anstieg, im

Nationalpark Queulat, hat es schon in sich, da hier die Straße

über Schotter in 30 Serpentinen durch Regenwald führt. Ein

Traum von Wald, der mich an „Jurassic Park“ erinnerte! Es fehlte

nur noch, dass ein Dinosaurier um die Ecke schaute. Zuvor

durchquert man das malerisch am Fjord gelegene Örtchen

Puyuhuapi, welches von deutschen Siedlern

1936 gegründet wurde. Das kann man Hängender Gletscher

Beeindruckend:

noch heute auf Schritt und Tritt erfahren. im Nationalpark

An den Häusern, den Namen der Straßen Queulant, 20 km südlich

von Puyuhuapi

und am Bier „Hopperdietzel“, das in der

Brauerei vor Ort gebraut wird. Übernachtet

habe ich im Hostel Alemana, dessen Alle Bilder:

Betreiberin fließend Deutsch spricht und Ralph Bedrich

guten deutschen Kuchen anbietet.

Bevor man sich an den Serpentinen

abarbeitet, sollte man noch einen Abstecher

in das Thermalbad machen. Es liegt direkt an der Straße,

und aus den Freibecken mit bis zu 45 °C Wassertemperatur

schweift der Blick hinaus über den Fjord und die Wälder. Auch

bei Regen ist der Besuch ein Genuss, denn die Becken haben

ein kleines Regendach. Ein Besuch des Nationalparks mit dem

hängenden Gletscher ist ebenfalls empfehlenswert.


30

Nach Nationalpark und Serpentinen geht es, von einem

kleinen Anstieg vor Villa Amengual abgesehen, bergab nach

Villa Manihuales. Zeltplätze oder Hostels findet man überall.

Sehr schön war es im Refugio Rio Cisnes mit angrenzendem

Zeltplatz vor Villa Amengual. Wer eine Angel dabei hat, muss

nicht lange auf sein Glück warten – in den Flüssen tummeln

sich prächtige Forellen.

Nach Villa Manihuales führt die Ruta 7 als Waschbrettpiste

über Villa Ortega nach Coyhaique. Wegen einer Streckensperrung

fuhr ich über Puerto Aysén nach Coyhaique. Dieser

Abschnitt führt durch das Reservat Río Simpson. Allerdings

ist hier der Verkehr zwischen der Hafenstadt Aysén und der

Provinzhauptstadt stärker.

Die Straße von Coyhaique nach Süden zieht sich über

ziemlich freies Gelände in Richtung Nationalpark Cerro Castillo.

Hier ist der höchste Pass mit knapp 1000 m zu meistern.

Ein uriger Zeltplatz liegt oben auf der Höhe an der Laguna

Chiguay. Warme Duschen gibt es nur von 18 bis 22 Uhr, weil

zuvor der Kessel mit Holz erwärmt werden muss. Und was für

eine Abfahrt auf der anderen Seite! Einen halben Tag geht es

fast nur bergab, zur Rechten immer das Bergmassiv Cerro

Castillo samt Gletscher.

Die Carretera Austral verläuft von hier in westlicher

Richtung entlang des Río Ibáñez und bietet immer wieder

eindrucksvolle Ausblicke auf den Fluss. Kurz bevor die Straße

Richtung Süden abbiegt, geht es wieder ins Gebirge und

später in den Regenwald. Die Küste ist nah. Ich liebe diesen

Wald mit den großen, eigenartigen und auch den abgestorbenen

Bäumen. In Patagonien verrottet das Holz nicht. Deshalb

stehen abgestorbene Bäume ewig in der Landschaft. Vierzig

Kilometer vor Puerto Río Tranquilo liegt der schöne Zeltplatz

„Doña Dora“.

Die Umgebung am Lago General oben:

Carrera schmückt sich aus meiner Sicht Fantastische Aussicht

zu Recht mit Superlativen. Hier gibt es und ein Schlafplatz

keine Steigerung von Schönheit mehr, direkt am Ufer des

man findet eine fast unwirkliche Vollkommenheit

mit magischem Licht. Ein Camping Pudu.

Lago General Carrera:

Abstecher in das malerische Tal Bahia

Exploradores ist sehr zu empfehlen. Ich S. 31:

machte hier einen Ausflug zur Laguna Der Autor auf einem

San Rafael mit gleichnamigem Gletscher, geschotterten Abschnitt

der berühm­

verbunden mit dem obligatorischen

Whisky on the Rocks. Eine beeindruckende

Tour. Der Campingplatz „Pudu“, 2 km

ten Route.

hinter Puerto Río Tranquilo, zählt für

mich zu den schönsten an der Carretera

Austral. Ein Besuch der Marmorhöhlen

bietet sich am Morgen an.

Was jetzt kommt, zwischen Puerto Río Tranquilo, Puerto

Bertrand und Cochrane, lässt sich nicht beschreiben. Das kann

man nur erleben und ist danach sprachlos. Hinter jeder Kurve

neue Blicke und Landschaften, azurblaue Seen und türkisfarbene

Flüsse mit Stromschnellen zwischen Hügeln und Felsen.

Und im Hintergrund liegen immer die Berge mit dem Eisfeld.

Für mich das schönste Stück der Strecke.

Vor Cochrane sollte man einen Ausflug in den Nationalpark

Patagonia machen. Dieser entstand neu aus der Vereinigung

von drei Reservaten und ist einer der größten im

Land. Hier leben Tausende Guanakos, die wilden Verwandten

der Lamas.


Sehnsuchtsorte

31

Hinter Cochrane beginnt wieder der Wald, und es geht

am türkisfarbenen Río Baker entlang nach Caleta Tortel bzw.

Puerto Yungay, mit der Fähre zum Río Bravo und dann weiter

nach Villa O’Higgins. Es wird rauer und einsamer. Ein schöner

Zeltplatz liegt nach der langen Abfahrt am Río Ñadis.

Für Fahrradfahrer gibt es zwei Möglichkeiten, die Tour auf

der Carretera Austral zu beenden und zu einem Flughafen zu

kommen. Die erste und gleichzeitig beliebteste ist die Fahrt

mit einem Boot von Villa O’Higgins nach Candelario Mancilla

am anderen Ende des Lago O’Higgins, verbunden mit einem

Abstecher zum O’Higgins-Gletscher und der dann anschließenden

Grenzüberschreitung nach El Chaltén in Argentinien. Der

Übergang ist offiziell mit Stempel und allem Drum und Dran,

aber eben nur für Wanderer und abenteuerlustige Radfahrer

geeignet. Von El Chaltén erreicht man relativ schnell El Calafate.

Das ist auch per Bus mit dem Rad möglich. Dort gibt es

eine Verbindung nach Buenos Aires per Flugzeug. Wenn das

Wetter tagelang schlecht, also in erster Linie stürmisch ist,

dann fährt das kleine Boot unter Umständen tagelang nicht

auf dem Lago O’Higgins. Alternativ hat man ein Mal pro Woche

die Möglichkeit, von Caleta Tortel mit der Fähre (41 Stunden

Fahrzeit) nach Puerto Natales zu fahren. Von dort geht es

dann mit dem Rad oder per Bus nach El Calafate oder Punta

Arenas. Ganz Verrückte fahren mit dem Rad nach Ushuaia. Die

weniger Verrückten verbringen noch einige Tage im Nationalpark

Torres del Paine, machen den W-Trek und schauen sich

noch den Gletscher Moreno in El Calafate an.

Die letzte Variante habe ich gewählt. Sie ist wunderschön

und sehr zu empfehlen, insbesondere wenn das Wetter traumhaft

ist – aber das ist ein eigener Bericht. Alles lässt sich in

Puerto Natales organisieren, über die Büros von Fantastico

Sur und Verticepatagonia.

Was soll ich noch sagen? Einfach machen und genießen.

Die Leute sind so freundlich und hilfsbereit dort unten, ich

hatte keine schlechten Erlebnisse. Und ich traf jede Menge

Radler aus der ganzen Welt, von jung bis alt. Wer Glück hat,

lernt die sympathische Claudia von Cicloaustral kennen, die im

Sommer hier oft unterwegs ist, und bekommt wertvolle Tipps.

Mein Rad, ein aufgemöbeltes 18 Jahre altes Diamantrad

aus Chemnitz, ohne Schnickschnack, hat ohne Panne und

Probleme alles mitgemacht. Oft sind die einfachen Dinge am

besten.

Ist noch etwas zu beachten? Nicht viel. Eine Daunenjacke

leistet gute Dienste, und eine winddichte Regenjacke ist unverzichtbar.

Der südliche Abschnitt ist manchmal anstrengend.

Aber man muss ja nicht gleich 80 km am Tag fahren. Insgesamt

summieren sich die Höhenmeter schon auf ca. 20.000. Ein Navi

braucht man nicht, eine gute OSM-Karte auf dem Handy reicht

aus. Dort sind auch die Zeltplätze, Hostels und Wanderwege

eingezeichnet. Wildcamping geht auch. Essen kann man überall

in kleinen Geschäften oder im Supermarkt kaufen. Wasser

ist reichlich vorhanden. Sonnencreme ist ein Muss. Internet

funktioniert sehr oft und gut, aber nur mit ENTEL-SIM-Karten.

Was man genau planen muss, ist die Menge des mitgeführten

Bargelds. Hier unten gilt: Die Geldautomaten sind rar, aber

funktionieren. Nur Bares ist Wahres.


32

UNSERE GRUPPEN

berichten

»Die Kaiserklamm ist ein Juwel für Kajakfahrer

und nur kurze Zeit im Frühjahr nach der Schneeschmelze

oder nach Regenfällen befahrbar.«

Ausfahrt in die Kaiserklamm - Brandenberger Ache

Foto von Uschi Bauer | Kanugruppe


Gruppenberichte

33

Hochtour mit

Hindernissen

Flexibel muss man sein! Schlechte Sicht, Regen und Schnee verlangte der Bergsteigergruppe bei ihrer

Olperer-Überschreitung einige Spontanität ab – Dieter Pezold nimmt uns mit auf die Tagestour.

Durchwachsenes Wetter war vorhergesagt, als wir –

Touren-Organisator Norbert, Peter, Marcel und Dieter –

an einem Donnerstag im Juli zur diesjährigen Hochtour

aufbrachen. Immerhin sah es beim Startpunkt am Schlegeisspeicher

in den Zillertaler Alpen noch ganz manierlich aus und

den Aufstieg zur etwas hochnäsig grinsenden ultramodernen

Olpererhütte (2388 m) schafften wir locker und trocken in

knapp zwei Stunden.

Kurz nach unserer Ankunft setzte aber der Regen ein –

er hielt den ganzen folgenden Tag an. Zum Glück gab’s in der

Hütte eine Gitarre, genügend Lesestoff und mit Regenschirm

konnte man auch mal frische Luft schnappen gehen.

Für Samstag war zwar Wetterbesserung in Aussicht gestellt,

aber die kam nur recht zögerlich in Gang. Da die Olpererhütte

übers Wochenende ausgebucht war, mussten wir

um den Olperer herumgehen zur Geraer Hütte. Der steinerne

Aasgeier unterwegs verhieß schon nichts Gutes. Und tatsächlich:

Der lange Steig zur Alpeiner Scharte (2959 m) hatte nur am

Anfang so wenig Schnee. Als wir aber endlich die Geraer Hütte

erreichten, zeigte sich diese von ihrer freundlichsten Seite.

Der für Sonntag prophezeite Sonnenschein war leider

nur in der Früh zu sehen. Auf dem Olpererferner steckten

wir bereits wieder in den dichten Wolken, auf dem Nordgrat

war die Sicht dann auch nicht besser. Dass wir da auch noch

manchmal Gegenverkehr hatten, machte die Sache noch ein

bisschen spannender.

Als wir um 12 Uhr auf dem Gipfel standen, in 3476 m Höhe,

war uns nicht nach Gipfelfoto zumute – Sicht gab’s sowieso

nicht und der Abstieg über den Südostgrat wirkte ebenfalls

nicht gerade einladend, denn auch dort lag eine beachtliche

Menge Neuschnee.

Ein Stolperer auf diesem Olperer (sorry, dieses Wortspiel

musste sein) hätte böse Folgen gehabt. Aber wir passten

höllisch auf und gelangten wohlbehalten zu dem Firnfeld namens

Schneegupf. Der restliche Weg war dann zwar auch noch

(h)olpererig und lang, aber wir kamen schlussendlich auch

da heil herunter.

Gegen Ende lieferte sogar noch ein Regenbogen den

passend-kitschigen Abschluss für unser Abenteuer, das wir

sicher so schnell nicht vergessen werden.

oben: Freundlicher Anblick nach einer schneereichen Tour: die Geraer Hütte; rechts: Sicht schlecht, Laune gut; Fotos: N. Hellpoldt


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Abenteuer wie im

Wilden Westen

Drei Erlanger Familien und zwei Langohren tagelang fern der Zivilisation – kann das gut gehen?

Hartmut Froböse erzählt von einer Tour durch die unberührte Natur im Südosten Frankreichs.

Vier Tage zog der Trek auf schmalen Pfaden durch unberührte

Natur. Wichtig war es den richtigen Weg und

die drei Quellen zu finden um genügend Wasser zu

haben. Das Gepäck trugen unsere treuen Esel Scubidu und

Iona in großen ledernen Packtaschen und die Nachtlager in

der Wildnis bleiben unvergessen.

Doch nun der Reihe nach. Drei Familien aus der Familiengruppe

der Sektion waren dabei mit Eseln durch den Naturpark

Vercors südwestlich von Grenoble zu wandern. Da es bei dieser

Tour drei Tage keinerlei Zivilisation gibt, haben wir bei einem

Vorbereitungstreffen beraten, was wir alles brauchen; bis hin

zum Klappspaten für den Donnerbalken.

An einem Dienstag im August ging es dann endlich los.

Am Vormittag bekamen wir eine Einweisung, wie wir uns um

unsere beiden Esel kümmern müssen. Dies beinhaltet die

richtige Fell- und Hufpflege, die Lastensättel und Packtaschen

anbringen und natürlich die Verpflegung. Wie viel trinkt ein

Esel wohl so am Tag? Von Saint-Martin-en-Vercors stiegen wir

die gut 500 Höhenmeter auf das Hochplateau des Vercors. Weil

es in Strömen regnete, haben wir uns kurzfristig entschlossen

die erste Nacht in der Hütte „Refuge de Roybon“ zu bleiben.

Übrigens auch ein grandioses Langlaufgebiet.

Ab dem nächsten Tag meinte es das Wetter sehr gut mit

uns und nach zwei Kilometern betraten wir den Nationalpark.

Über weite Wiesen, durch lichten Wald und kleine Schluchten

führte uns die erste Etappe etwa 16 Kilometer bis zur

Schutzhütte Cabane de la Jasse du Play. Auf dem Weg gab es

so schmale Passagen, dass die Esel alleine laufen sollten und

bei einem kurzen, steilen, felsigen Abstieg mussten wir die

schweren Packtaschen eines Esels tragen. Bei dieser langen

Etappe waren wir froh, als wir am Ziel unsere Zelte aufgeschlagen

hatten. Wir kochten abends Couscous mit Ratatouille.

Mit Esel wandert‘s sich doch leichter, Fotos: H. Froböse


Gruppenberichte

35

Die Esel waren zum Glück gar nicht störrisch, wichtig waren

klare Ansagen wie „Allez!“ und „Arrête!“. Auch alle Kinder

konnten die Esel problemlos führen und sorgten sich rührend

um das Wohlergehen unserer Gepäckträger. Nachts wurden

die Esel einfach mit einem längeren Strick an einem Baum

festgebunden. Manchmal haben sie sich bis zum nächsten

Morgen ganz schön verheddert.

Auf der dritten Etappe gab es für fünf aus der Gruppe

einen Abstecher ohne Esel auf den 2341 Meter hohen Grand

Veymont. Von dort hatten wir ein grandioses Panorama in

alle Richtungen. Am Nachmittag erreichten wir den letzten

Lagerplatz, die Cabane de Pré Peyret. Bei der dortigen Quelle

brauchte man viel Geduld, das Wasser tröpfelte so langsam,

dass ein Liter gut 15 Minuten brauchte.

Diesmal kochte uns Manuel leckeres Pilzrisotto.

Die letzte Etappe führte uns entlang des südlichen Endes

des Hochplateaus. Am Col de Rousset empfing uns die Zivilisation

mit einem leckerm Eis und kühlem Panaché (Radler). Von

dort wurden wir und die Esel abgeholt und zum Ausgangspunkt

zurückgebracht.

Ach ja, hier noch die Antwort auf die Frage:

Ein Esel trinkt am Abend zwei Liter Wasser.

»Die neue Generation der Familiengruppe«

Erster Ausflug der Bambini im Februar 2020 zwischen Adlitz und Atzelsberg

Foto von Monika Dircks| Bambini


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Achtung alpin!

Magdalena Ritzau und Matthias Able erkundeten Mitte August gemeinsam mit Mitgliedern der Juniorengruppe

die Alpinwelt rund um die Schmidt-Zabierow-Hütte in den Loferer Steinbergen und waren dabei

den Gewitterwolken fast immer eine Seillänge voraus.

Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg ist steinig

und schwer. Und nur unsere Rucksäcke sind noch

schwerer.

Sowas in der Art ging uns durch den Kopf, als wir uns in

der Spätsommerhitze auf einem steilen Bergweg die knapp

1200 Höhenmeter zur Schmidt-Zabierow-Hütte in den Loferer

Steinbergen im Salzburger Pinzgau hochmühten. In der

Tat hatten wir viel zu schleppen: Seile, Klemmkeile, Friends,

Echsen, sonstiges Kletterequipment und das Frühstück für 16

Leute für die nächsten drei Tage.

Zu unserem Alpinwochenende waren wir früh am Morgen

in Erlangen aufgebrochen. In Lofer angekommen, stiegen

wir schwitzend dreieinhalb Stunden lang den Weg durch die

Wolken nach oben zur Hütte. Oben angekommen, schaffte

es die Hüttenwirtin dann gerade noch zu sagen: „Um halb

sieben gibt’s Abendessen.” Schon waren wir auf dem Weg

zur nahegelegenen Hüttenwand, um dort die ersten Klettermeter

zu machen. Dass die Routen teilweise noch nass waren,

machte die Kletterei schwieriger, doch wegen der Rauheit des

Felsen nicht unmöglich. Wir kamen zum Abendessen leider ein

bisschen zu spät zurück und machten dadurch direkt die Bekanntschaft

mit der doch etwas resoluten Art der Hausherrin.

Das Essen schmeckte nach dem anstrengenden Aufstieg

aber wirklich großartig, so schlimm konnte ihr Ärger also nicht

gewesen sein…

Am nächsten Tag wachten wir bei bestem Wetter auf und

machten uns nach dem gemeinsamen Frühstück im Vorraum

der Hütte auf den Weg, die umliegenden Wände zu erkunden

und vor allem zu beklettern. Da die Hüttenwand viele gut

eingebohrte Routen verschiedener Länge und Schwierigkeit

und vor allem einen Zustieg „nach Frankenart“ bot, machten

sich einige Seilschaften dorthin auf, um Routen mit Namen

wie „Inflagranti“ oder „Netzstrumpfhose“ zu klettern. Letztere

hat ihren Namen wohl dank eines Risses, dessen Inneres ungefähr

die Struktur von Spritzbeton hat... Zwei andere Seilschaften

bezwangen das Westliche Reifhorn. Und weil das

noch nicht genug war, genossen sie auf der anschließenden

Reifhornüberschreitung das herrliche Panorama vom Grat der

Reifhörner. Wir anderen, die wegen einer Gewitterwarnung

schon um 14 Uhr wieder auf der Hütte waren, machten uns

dann doch ein klein wenig Sorgen um die Abenteurer. Das

Gewitter blieb aber glücklicherweise aus.

Nachdem wir den Abend mit gutem Essen und einem

Massagekreis ausklingen hatten lassen, fielen wir todmüde

in unsere Lagerbetten. Diesmal waren es auch die richtigen,

am ersten Abend waren einige in dem abendlichen Chaos auf

anderen als den uns zugewiesenen Matratzen gelandet, was

am nächsten Tag erneut eine freundliche, aber bestimmte

Zurechtweisung durch die Hausherrin zur Folge hatte.

Gipfelglück über den Wolken, Fotos: N. Feldker (oben), C. Widmann


Gruppenberichte

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Am dritten Tag war das Wetter, zumindest nach der Vorhersage

vom Vortag, am besten. Deswegen wurden hier die

längsten Touren angepackt. Zwei Seilschaften starteten zum

Südwestpfeiler des Großen Ochsenhorns. Die erste der beiden

war sehr früh aufgebrochen, wurde wegen Wegfindungsschwierigkeiten

dann aber doch von den anderen eingeholt

und die Einstiege mit vereintem Orientierungssinn gefunden.

Nach der 14. Seillänge fing es dann an leicht zu tröpfeln und

die Gewitterwolken waren deutlich zu sehen. Es wurde zügig

abgeseilt und dann ging es im Laufschritt zur Hütte zurück,

um dem Unwetter zu entgehen.

Am letzten Tag packten wir alles zusammen und es ging

wieder Richtung Tal. Leider mussten einige von uns, die den

Vormittag noch an der Hüttenwand verbracht hatten, dabei

Bekanntschaft mit einem heftigen Gebirgsschauer machen,

sodass wir dann doch alle froh waren nach der Rutschpartie

ins Tal das trockene Auto zu erreichen. Bis auf diese Ausnahme

hatten wir aber (fast) immer das Wetter auf unserer Seite.

So kamen letztendlich alle beim Wandern und Klettern auf

ihre Kosten und können auf ein gelungenes gemeinsames

Wochenende in den Loferer Steinbergen zurückblicken!

Erlanger Junioren vor der Schmidt-Zabierow-Hütte, Foto: Y. Ungerer

»Wie kleine bunte Ameisen krabbeln sie am Grat.«

Hohe-Munde-Westgrat, Tour der Outdoorgruppe im September 2019.

Foto von Norbert Achziger | Outdoorgruppe


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Sieben Tage

im Sattel

Imke Wiedemann radelte mit der Mountainbike-Gruppe auf einer Mehrtagestour

durch die Dolomiten von Brixen nach Monte Grappa.

Tag 1: Hoch hinaus (Brixen–Plosehütte)

Zeitig aufstehen, frühstücken, Rucksack packen (einige Sachen

wandern wieder ins Auto, andere doch nicht...), ein kleiner

Bike-Check und los. Gemütlich geht es für uns sieben unten

am Fluss entlang, aber schon bald offenbart sich das Thema

des Tages: bergauf. 1900 Höhenmeter – die Plosebahn, die

uns gut 900 Meter abgenommen hätte, wurde am Vorabend

einstimmig abgewählt. Auf Höhe der Plose-Bergstation gibt es

redlich verdient Kaiserschmarrn und leckere Südtiroler Spezialitäten.

Ungeplant, wegen eines Regenschauers, kommen als

Zugabe noch Kaffee und Buchweizentorte dazu. Nach ein paar

weiteren Höhenmetern erreichen wir die Plosehütte, unser

Etappenziel. Ein Großteil der Gruppe lässt sich sogar noch

zur landschaftlich reiz- und fahrtechnisch anspruchsvollen

Ochsenalmrunde verleiten, statt die Kräfte auf der sonnigen

Hüttenterrasse für den nächsten, sehr langen Tag zu schonen.

Tag 2: Kein Kindergeburtstag (Plosehütte–Rif. Scotoni)

Heute feiern wir einen Geburtstag und für das Geburtstagskind

gibt es ein Extrastück Kuchen zum Frühstück, denn die

Etappe wird eher kein Kindergeburtstag werden. Mit einigen

schönen Trails garniert passieren wir das Würzjoch und die

Maurerberghütte. Vom Lüsener Joch hinab nach St. Vigil praktizieren

wir durch einen Hohlweg eine Art Fahrrad-Limbo dank

vieler umgestürzter Bäume. Nach der Mittagspause in der

Pederü-Hütte erwartet uns ein langer Anstieg über die Faneshütte

zum Limojoch. Dann geht es landschaftlich traumhaft

weiter über den Col de Lucia und anschließend mit einem

heftigen Tragestück bergab zur Capanna Alpina. Um unsere

Unterkunft, die wunderschön gelegene Scotoni-Hütte, zu erreichen,

müssen wir am frühen Abend einen extrem steilen

Fahrweg großteils hochschieben. Oben gibt es lecker Essen

und Trinken auf der Terrasse im Sonnenschein, bevor der Himmelskörper

effektvoll in feinster Dolomitenkulisse untergeht.

Tag 3: Strada de la Vena (Rif. Scotoni–Pescul)

Das mühevoll hochgeschobene Stück rollt man nun einfach

wieder hinunter und weiter geht es über den Valparolapass

über kleine Trails zum Falzaregopass. Dann aufwärts mit einigen

Schiebepassagen, vorbei an den Cinque Torri zum Rifugio

Averau. Hier ist viel los, aber mit etwas Glück gibt es auch

für uns eine Runde Spaghetti Aglio e Olio. Danach sind wir

bereit für das Abfahrtshighlight entlang der (alten) Strada de

la Vena. Zunächst geht es einen felsigen Hang entlang, dann

über einen ganz schmalen Pfad endlos über Almwiesen und

später breitere Almwege hinab ins Tal, direkt zur Eisdiele und

dann zum Begrüßungsdrink im Hotel in Pescul.

Tag 4: Windbruch und Marmolada (Pescul–Bindelhütte)

Morgens radeln wir bei Sonnenschein hinauf zum Rif. Fertazza,

von wo man einen tollen Rundumblick, unter anderem auf die

Civetta hat. Auf den Alleghe-Trails hinab in den gleichnamigen

Ort wird wieder einiges an Fahrtechnik gefordert. Bei der

Weiterfahrt sieht man das Ausmaß des extremen Windbruchs

aus dem vorherigen Herbst: fast alle Wälder an den Berghängen

liegen flach. Aus diesem Grund müssen wir auch vor der

spektakulären Schlucht Sottoguda umdrehen und einen wenig

schönen Umweg in Kauf nehmen. In Malga Ciapela am Fuße der

Marmolada angekommen, stehen diverse Entscheidungen an.

Die meisten entscheiden sich zunächst für ein Mittagessen.

Pannacotta-gestärkt entscheiden sich anschließend einige gegen

den Lift und für die Auffahrt über den Fedaiapass und die

Skipiste. Die anderen dokumentieren diese Heldentat durch

Drohnenaufnahmen von oben. In verschiedenen Kleingruppen

oben: Bindelweg vor Marmolada-Kulisse, rechts: Gruppenfoto an der Bindelhütte, Fotos: I. Wiedemann


Gruppenberichte

39

geht es auf den Bindelweg. Zunächst noch viel schiebend,

dann den Pfad am Hangrücken entlang mit spektakulärem

Blick auf den Marmoladagletscher radelnd bis zur Bindelhütte.

Das Wetter hat gerade so nochmal gehalten.

Tag 5: Einkehren (Bindelhütte–San Martino)

Bei bestem Wetter genießen wir den zweiten Teil des Bindelwegs

bis zum Pordoijoch. Im Bikepark Fassa landen wir über

den Infinity-Trail und die Electric line mit einigen Northshore-

Einlagen in Canazei, wo schnell ein paar verschlissene Radschuhe

ersetzt werden. Wir rollen weiter im Fassatal entlang.

Nach einem Kaffee in Moena geht es einen steilen Forstweg

hoch zum Passo de Lusia, inklusive der Überquerung eines

Baumkranfahrzeugs samt Baumstammlager. In einem netten

Biergarten trinken wir etwas Kühles, bis alle beisammen sind,

dann nehmen wir zusammen das letzte Stück des Anstiegs zum

Pass, wo wir im Rifugio Lusia beim Mittagessen einen kleinen

Schauer vorüberziehen lassen. Nach der Abfahrt spült uns

starker Regen in eine weitere Hütte, wo wir lange überlegen

müssen, was wir noch konsumieren möchten. Nach Hagel

und Regen machen wir uns an die Auffahrt zum Rollepass.

Im Nieselregen geht es hinunter nach San Martino zu unserer

Unterkunft. Dort bekommen wir mit vereinter Expertise sogar

die Waschmaschine und den Trockner zum Laufen, sodass

wir am nächsten Tag wieder trocken und frischgewaschen

starten können.

Tag 6: Nass (San Martino–Lago di Corlo)

Wie gewohnt fängt der Tag sonnig an. Nach Erreichen des Tognola-Sattels

folgen wir dem Sentiero della Pace, der nach der

Renovierung auch bei feuchtem Boden wunderbar zu fahren

ist. Hier ereilt uns nun doch mal eine Panne. Zwar nur ein Platten,

doch die Reparatur erweist sich als sehr widerspenstig.

Nach schöner Abfahrt durch den Wald geht es hinauf zur Forcella

di Valsorda. Hier wartet ein schöner Militär-Maultierpfad,

der uns in vielen Serpentinen ins Tal bringt. In der schwülwarmen

Hitze finden wir Platz unter den Sonnenschirmen einer

Restaurantterrasse. Hier wird die Apfelschorle tatsächlich

frischgepresst! Anschließend steht die Auffahrt auf den Monte

Totoga an, die sich als ein äußerst zäher Fußanstieg auf einem

Karrenweg entpuppt. Als wir oben an den Bunkeranlagen des

Monte Totogas ein Stück in das Stollensystem hineingehen,

fängt es draußen schon an zu grollen. Durch den immer stärker

werdenden Regen ist die kehrenreiche, aber glücklicherweise

unkomplizierte Abfahrt durch die Felswand kein großer Genuss.

Bei strömendem Regen und teilweise starken Windböen

müssen wir leider noch etliche Kilometer im Tal zurücklegen

bis wir endlich mitten im Gewitter unsere kleine Ferienwohnung

am Lago di Corlo finden. Die touristische Infrastruktur

ist hier nicht so ausgeprägt, doch wir finden, wieder halbwegs

trockengelegt, eine Panini-Bar. Die Auswahl ist einfach, nach

zwei Runden überbackenem Toast, etwas Rotwein und Grappa

fallen wir gesättigt und bettschwer in unser mit triefenden

Klamotten vollgehängtes Nachtlager.

Tag 7: Grande Finale modifiziert (Lago di Corlo - Asolo)

Heute steht das Finale an. Zum Frühstücken fahren wir in

unsere Bar. Bei Sonne und blauem Himmel nehmen wir das

erste Mal die wunderschöne Lage mit Blick auf den See wahr.

Über eine Brücke wird der See überquert und ab dann geht

es bergauf. Die Aussicht auf ein grandioses Panorama in die

Poebene und eine einmalige Abfahrt treibt uns auch noch

diese knapp 2000 Höhenmeter hinauf. Nachdem wir das gigantische

Kriegsmonument auf dem Gipfel durchwandert haben,

genehmigen wir uns eine kurze Mittagsrast im Rifugio Bassano

del Grappa. Wegen der mittlerweile instabilen Wetterlage

entscheiden wir uns für die einfachere der beiden geplanten

Abfahrtsvarianten. Die Sicht bleibt mäßig. Wie tief es neben

dem Trail nach unten geht, kann nur vermutet werden. Noch

auf der Querung fängt es an zu regnen. Als wir am Abzweig

unseres geplanten Sentiero 152 stehen, überrascht uns ein

Fahrrad-Verbotsschild. Da sich obendrein zum Regen auch

noch Donner gesellt, entwickeln wir kurzfristig einen Plan C

und rollen über ein kleines Sträßchen viele Serpentinen in die

Po-Ebene hinab. Die berühmten Frontsteige aus dem ersten

Weltkrieg, die durch die Steilhänge des Monte Grappa gebaut

wurden, müssen leider noch weiter auf eine Befahrung durch

uns warten. Gerade als der Regen unten noch einmal zulegt,

taucht in einer Kurve eine frischeröffnete Bar mit leckerem

Kaffee auf. Als wir weiterfahren, hat sich das Wetter wieder

beruhigt und wir erreichen nach einigen flachen Kilometern

unser Ziel, das sehr hübsche Städtchen Asolo. Unser kleines

Hotel ist direkt an der Plaza gelegen. Abends genießen wir

in einem guten Restaurant ein paar lokale Spezialitäten zu

Prosecco und Grappa. Nach dem Besuch der Gelateria geraten

wir unerwartet in ein sehr schönes (und kostenloses) Konzert

von Vivaldis Vierjahreszeiten in einer alten Kirche und runden

so das „Grande Finale“ wenigstens noch stilvoll ab.


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Querbeet in die

Römerzeit

Reiner Ehlers und die Querbeetgruppe stachen auf den Spuren der Vergangenheit in (den) See.

Als die Römer Germanien eroberten, gab es keine Straßen.

Truppen, Waren, Nachrichten – all das konnte

nur auf einem Weg in die wilden Gebiete des Nordens

transportiert werden. Die Uni Erlangen hat, mit Unterstützung

der Stadt Erlangen, ein römisches Patrouillen- und Geleitzugboot

in Originalgröße nachgebaut, um damit Frankens

Wasserstraßen unsicher und die Vergangenheit greifbarer

zu machen. Als Vorlage dienten die 1968 im oberbayerischen

Oberstimm gefundenen Überreste römischer Flussboote aus

der Zeit 100 n. Chr., die damals als Patrouillen- und Geleitzugboote

in den mittelfränkischen Gewässern und entlang der

Donau zur Grenzkontrolle und Vorfeldverteidigung fuhren.

Als wir die Info von der FAU erhielten, dass man das von

ihr nachgebaute Römerboot auch chartern kann, haben wir

gleich einen Termin festgemacht und 16 Querbeetler wollten

– sportlich wie wir sind – spontan in die Römerzeit reisen. Just

an dem geplanten Tag war von allen Wetterberichten absolut

schlechtes Wetter vorhergesagt: Dauerregen, heftige Gewitter

und das alles noch als ein schleifendes Tief. Was tun? Absagen?

Verschieben? Absagen: nein! Und Verschieben war schwierig,

da fünf Beteiligte von außerhalb zu koordinieren waren. Und

außerdem: Bei den Römern war das Wetter sicher auch nicht

bei jeder Ausfahrt optimal.

oben: Querbeet und doch im Gleichtakt, Foto: L. Hindelang

unten: Auge in Auge mit dem Römerboot ..., Foto: L. Hindelang; ...die Mannschaft der Querbeet-Gruppe, Foto: N. N.


Gruppenberichte

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Mit Hoffnung auf eine Gewitterpause (Regen hätten wir

notgedrungen akzeptiert) vereinbarten wir mit Boris Dreyer,

Prof. Dr. für Alte Geschichte der Universität Erlangen-Nürnberg,

ein Treffen um 10 Uhr, um dann vor Ort zu entscheiden und

notfalls abzuwarten. Aber die Entscheidung anzutreten war

goldrichtig. Querbeet war mal wieder im Wetterglück – auf

dem Regenradar (das hatten die Römer definitiv noch nicht)

zeichnete sich am Morgen ein zweistündiges Wolkenloch ab,

sogar mit zeitweisem Sonnenschein, welches ab 10 Uhr über

die weiten Flächen des Dechsendorfer Weihers ziehen sollte.

Deshalb vereinbarten wir, nach kurzer Einweisung ohne viel

weitere Theorie direkt aufs Boot zu gehen. Statt 45 Minuten

wie geplant, waren wir so fast zwei Stunden auf dem Wasser

unterwegs mit weiteren Einweisungen, Infos und sehr viel

Spaß. Auch wenn das synchrone Paddeln am Anfang noch

etwas holprig war, erlernten wir bald diverse Manöver wie

z. B. die Panzerwende. Zwischendurch war auch mal Tempo

angesagt. Gabriele, als Filmreporterin mit an Bord, übernahm

zur Halbzeit das Kommando und trieb uns zu taktvollem Rudern

und diversen Wenden und sonstigen Manövern an (sie

hatte schon mal die Chance auf dem Boot mitzufahren). Sie

machte ihre Sache hervorragend. Zum Anlanden übernahm

Boris jedoch aus Sicherheitsgründen wieder das Kommando.

Ob unsere Erfahrungen für einen ernsten Einsatz gereicht

hätten, müssen wir natürlich anzweifeln.

Zum Abschluss kehrten wir zusammen in der Campinggaststätte

ein und konnten unsere müden, ausgebrannten

Glieder bei flüssigen und festen Nahrungsstoffen erholen.

Kaum saßen wir unter schützenden Schirmen, da übernahm

der Regen wieder das Regiment. Besser hätten es wir und die

Römer nicht planen können!

Es war eine tolle Erfahrung mit so viel geschichtlichem

Hintergrund, der sportlichen Herausforderung und einer hochmotivierten

Mannschaft und ein Querbeethöhepunkt, der

vielleicht einmal wiederholt werden kann. Von Regen lassen

wir uns schon mal nicht abhalten!

»Nach dem Aufstieg zur Bovalhütte folgt am nächsten Tag

der Aufstieg zum legendären Palü-Ostgipfel,

Überschreitung der drei Palüs und Abfahrt zurück zur Hütte

über die steile Foura-Abfahrt, zwischen

hängenden Seracs – ein Mythos.«

Foto von Max Wimmelbacher | Skitourengruppe


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Herbst-Klettern

mal zwei

Der traditionelle Herbst-Trip der Sportklettergruppe in mediterrane Gefilde fand 2019 gleich zweimal

statt. Das „Genussteam“ flog nach Bella Sardinia, bevor das „Leistungsteam“ sich einige Wochen später

ins spanische Siurana aufmachte. Manfred Singer und Jörg Wiedemann berichten.

Wir vom Genussteam haben uns am Ende der Touristensaison

zu sechst in der Bucht von Cala Gonone

einquartiert. Unser skurriles Apartment lag direkt

im Zentrum mit großzügigen Zimmern für mindestens zwölf

Leute und Balkon fast im Meer. Nach dem Schwimmen am

Morgen ging es zu den umliegenden Felsen, die teilweise auch

zu Fuß zu erreichen waren. Abends probierten wir alle noch

geöffneten Restaurants durch.

Auf Sardinien war für jede Schwierigkeit und jeden Geschmack

etwas dabei – von extrem plattig bis total grottig

(auch beim Essen). Das Wetter war ideal mit Sonne am Morgen

und Beschattung durch Gipfelwolken ab Mittag bei angenehmen

25 Grad. Highlights waren die Grotten von Cala Luna

direkt am Strand und die bis zu 40 m langen senkrechten

Linien von Buchi Arta. Christoph und ich (Manfred) konnten

uns noch einen persönlichen Traum erfüllen und von der Cala

Goloritze nach fünf großzügigen Seillängen vom Gipfel den

anderen beim Baden in der herrlich blauen Bucht zuschauen.

Die Spanientruppe (Andreas, Ingo, Jörg und Rudi) fand

in Cornudella eine traumhafte Unterkunft – zentral

gelegen für den abendlichen Spaziergang zum Burger-

Restaurant und nur zehn Minuten von den Felsparkplätzen

entfernt.

Schon am ersten Tag schnupperte eine Seilschaft in den

neunten Grad, und wurde von Einheimischen mit leckeren

Energiebällchen beschenkt. An Tag zwei erlebten die vier

selbsternannten „Cabrones“ das erste Highlight: allein im

sonnigen Top-Sektor El Pati! Die anderen Kletterer – Spanier

wie Touristen – hatten wohl Angst vor dem recht heftigen

Sturm. Dieser verlieh so manchem delikaten Move noch ein

Quäntchen Extra-Würze, aber alle kehrten erfolgreich, glücklich

und müde heim.

Spanien: Die vier selbsternannten „Cabrones“ (oben), Foto: J. Wiedemann

Sardinien: Klettertraum über der Cala Goloritze, Foto: M. Singer


Gruppenberichte

43

Sogar ein Badetag war Anfang November noch drin. Ein

weiteres Highlight war der Ausflug zum Sektor „Espadelles“,

dem wohl schönsten des Nachbargebietes Margalef. Dort

zogen Andreas und Ingo wieder mal kräftig an, während die

andere Seilschaft sich im achten Grad vergnügte.

So gingen mehrere traumhafte Klettertage ins Land bei

perfektem Grip – auf Deutsch: Es war saukalt. Der vorletzte

Tag schließlich war definitiv ein Low-Gravity-Day: Uns gelang

die schwerste Tour des Urlaubs, während 30 km entfernt in

Margalef Jakob Schubert sich die dritte Begehung von Alex

Megos’ Erstbegehungserfolg „Perfecto Mundo“ (9b+) abholte.

Der letzte Tag war dann eher von allgemeinen Schwächeanfällen

des Teams geprägt. Selbst wir mussten den circa 800

Klettermetern Tribut zollen. Alles in allem war der Trip ein

perfekter Saisonabschluss – der eine oder andere ging danach

froh in die wohlverdiente, winterbedingte Kletterpause. Für

manche ging es nach der Reise direkt wieder los: Bouldern

im Winter für neuen Strom in der Saison 2020!

Rudi in El Pati, Foto: I. Paulke

klettersucht

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WETTKAMPFKLETTERN


Wettkampfklettern

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Neues Format

Christian Kettl über den Wettkampf-Modus in 2020 und mehr

Mit dem Jahr 2020 hat sich das Wettkampfformat auf bayerischer Ebene, in dem sich unsere

jungen Athleten bewähren müssen, stark geändert.

Besonders in den Altersklassen Jugend D und C stehen jetzt

neben dem Wettbewerb vor allem der Spaß und das Heranführen

der Kinder an das Wettkampfgeschehen im Vordergrund.

Das System wurde so umgestellt, dass besonders

auf den Qualifikationswettkämpfen viel mehr geklettert bzw.

gebouldert wird und wirklich jeder etwas schaffen kann und

ein Erfolgserlebnis hat.

Der jeweils erste Boulderwettkampf hat bereits für alle

Altersgruppen stattgefunden. Unsere Jugendlichen in der

Starterklasse D und C mussten sich in Bayreuth auf dem

ersten Kidscup bewähren, die älteren der Jugend B hatten

ihren Wettkampf im Rahmen der f.re.e-Messe in München.

Auf beiden Veranstaltungen zeigten die Erlanger Athleten

tolle Leistungen. In München konnte Victoria Bittorf ins Finale

einziehen. Sie sicherte sich am Ende einen starken sechsten

Platz. Kurt Hammer verpasste das Finale denkbar knapp und

erreichte einen respektablen siebten Platz. Das Mannschaftsergebnis

der Erlanger war richtig gut.

In Bayreuth konnten die Kids noch stärker auftreten und

erkämpften sich einige Podiumsplätze. Bei den Mädels der

Jugend D standen mit Paula Karrasch auf Platz drei und Mia

Fuchs auf Platz eins gleich zwei Starterinnen auf dem Podest.

Besonders die Leistung von Mia Fuchs, die die Quali und das

Finale gleichermaßen dominierte, ist bemerkenswert.

Bei den Jungs der Jugend D konnte Kilian Gründer seine gute

Leistung aus der Quali fortsetzen und sich einen starken dritten

Platz erklettern. In der Jugend C schaffte Justus Jäger den

Sprung ins Finale (am Ende Platz sechs), bei den Mädels sicherten

sich Isabella Heinz, Katharina Plewa und Hanna Patrzek

den Finaleinzug. Isabella verpasste hier mit Platz vier nur ganz

knapp das Podest, Katharina wurde siebte und Hanna neunte.

Insgesamt zeigten die Erlanger Starter auf beiden Wettkämpfen

eine enorm starke Leistung, und ich hoffe und wünsche

unseren Athleten, dass sie ihre guten Trainingsleistungen auch

weiterhin bei den Wettkämpfen abrufen können!

Nora verschraubt sich in einen Boulder (links), Foto: A. Beck

Warten beim Kids Cup in Bayreuth 2020, Foto: F. Karrasch


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Im

Amphibienbus

nach Tirol

Victoria Bittorf, Hanna Wichmann, Frederik Balke, Niklas Neumann und

Justus Jäger berichten vom Trainingslager der Wettkampfgruppe.

Brotschneide-Challenge

Endlich war der Bus mit fünf Jugendlichen und zwei Trainern

angekommen, nach einer langen Fahrt hatten wir unser Ziel in

der Nähe von Imst, Tirol, erreicht. Unsere Ferienwohnung lag

(fast) idyllisch an einem Fluss, als weitere Features können

die gemütlichen Betten und ein cooler, verstellbarer Duschkopf

genannt werden. Nachdem wir uns eingerichtet hatten,

gönnten wir uns ein leckeres Abendessen, bei dem wir unser

Talent im Brotschneiden unter Beweis stellten und legten uns

ein Weilchen aufs Ohr.

Bis zu 45 Meter hohe Kalkwände

Als der Wecker zu klingeln geruhte, beendeten wir unseren

neunstündigen Schlaf. Als das von Milena und Moni zubereitete,

überaus leckere Frühstück in unseren Mägen verschwunden

war, hieß es Klettersachen zusammenpacken und los! Wir

hatten uns für die wunderschöne Felswand „Starkenbach“

entschieden und fuhren mit unserem tollen Amphibien-DAV-

Bus auf einen mit Schlaglöchern übersähten Parkplatz. Der

Zustieg zur Felswand war anspruchsvoll und knackig aber die

beeindruckenden, bis zu 45 Meter hohen Kalkwände entfachten

sofort unseren Kletterdrang. Keine fünf Minuten später

hingen die ersten in der Wand und überzeugten sich von der

Perfektheit des Felsens. Weil das Wetter so gut und warm

war, konnten wir uns bald der Pullis entledigen. Nach ein paar

Stunden waren einige 7+ und 8- geklettert. Die Erschöpfung

packte uns und zwang zur Mittagspause, zu der wir glücklicherweise

unzählige Boxen mit Essen, Brot, Käse und Süßigkeiten

eingepackt hatten. Frisch gestärkt stiegen wir noch in einige

weitere Routen ein. Weil es früh dunkel wurde, hieß es aber

bald zusammenpacken. Zum Abendessen gab es leckeres,

selbstgemachtes Curry. Nach einer warmen Dusche gingen

wir Jugendlichen im Dunkeln noch auf eine Erkundungstour

an einen Wasserfall.

Kräuterbuddha und der verlorene Führer

Dieser Tag verlief ähnlich wie der Vorherige: Während des

Frühstücks scherzten wir über eine Kräuterbutterfigur, einen

Buddha, der im Garten saß. Wir gingen an den gleichen

Felsen wie am Vortag. Beim Anstieg fingen die Engel leider

an zu weinen, weshalb wir uns damit begnügten, das Umbauen

am Boden zu lernen. Kurze Zeit später, als die letzten

Tränen vergossen waren, testeten wir unsere Umbaukünste

zehn Meter über dem Boden. Wir haben es alle überlebt. Bei

der Mittagspause stellten wir allerdings fest, dass einer der

Kletterführer abhanden gekommen war. Nach einiger Suche

gaben wir auf und begannen wieder zu klettern. Bei einer

Route bauten wir eine Clipstick-Konstruktion, die wir mit in

die Route nahmen.

Unser Abendessen war das Curry, das am Vortag übriggeblieben

war, mit Käse überbacken. Einziger Kommentar: Der

Hunger treibt‘s nei!


Wettkampfklettern

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Im Landesleistungszentrum

Wehmütig begrüßten wir unsere Abreise. Beim Frühstück

brachte uns Milena „a bissel Fränkisch“ bei, z. B. ließ sie

uns raten was „Rovenna“ heißt (Schubkarre). Aufgrund des

schlechten Wetters verbrachten wir den Tag im Landesleistungszentrum

von Österreich. Die hohen, stark überhängenden

Wände und der Boulderbereich beindruckten uns sehr.

Nach dem Aufwärmen probierten und schafften wir einige

Boulder. Danach ging‘s nach draußen an die Wettkampfwände

und anschließend zum Speed-Klettern. Leider hat alles ein

Ende! Da wir am nächsten Tag wieder in die Schule mussten,

schnupperten wir noch ein letztes Mal Tiroler Luft, bevor der

Bus Richtung Heimat startete. Da wir nichts Besseres zu tun

hatten, schrieben wir auf der Fahrt diesen Artikel.

Der Ausflug war cool und hat viel Spaß gemacht! Wir

können jetzt „a weng Fränkisch“ und wissen, was man sagt,

wenn das Essen einem nicht zusagt.

Nächtliche Erkundungstour, Foto: H. Wichmann

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48

Trainingstrends

am Bücherberg

Bücherwartin Kristina Neumann über Neuanschaffungen unserer Alpin-Bücherei

Das Training unserer Klettergruppe in den achtziger

Jahren war lehrbuchfrei und fand im Winter in einem

dunklen miefigen Raum statt. Im Sommer wurde nicht

trainiert, sondern draußen geklettert. Ich erinnere mich an

Klimmzugstangen und unsäglich schwere Hanteln und Gewichte,

die zu stemmen waren. Und daß ich an den Trainingsabenden

gern fehlte. Der Beste von uns, ein Lehrer, trug seine

schwer mit Steinen gefüllte Aktentasche an einzelnen Fingern

tagtäglich in die Schule. Was ihn beneidenswert stark machte...

Klettertraining - das war früher vor allem Arm- und Fingerkrafttraining.

Heute weiß man, daß auch der Kopf und die

Beine dazugehören. Genaugenommen ist es ein ganzer „Ressourcenkomplex“,

der die Kletterleistung bestimmt. Weniger

als 50% davon entfallen auf die Kraft.

Allen, die mehr über die neuesten trainingswissenschaftlichen

Aspekte des

Kletterns erfahren und ambitioniert mit

konkretem Plan und Ziel etwas ändern

wollen, denen sei das Standardwerk für

effektives Klettertraining „Peak Performance“

von Guido Köstermeyer empfohlen

(9. Auflage 2019, tmms-Verlag).

Das Lehrbuch richtet sich an alle, die

bereit sind, ihre (Sonntags-)Kletterkomfortzone

zu verlassen und hineinzugehen

in die oft unbequeme Lernzone.

„Overcoming Gravity – Schwerkraft

überwinden. Ein Handbuch für systematisches

Bodyweight-Training und

Gymnastik“ von Steven Low (2018, Riva-Verlag)

stellt, leider sehr textlastig,

den aktuellen Bodyweight-Trend vor, der

das Training mit dem eigenen Körpergewicht

propagiert. Intensiv, funktionell

und hocheffektiv soll es sein. Erfreulich

ist, daß diese Übungen auch ohne Geräte und darüberhinaus

mit wenig Aufwand und fast ohne Geld durchzuführen sind.

Auch die Yoga- und Achtsamkeitswelle hat längst die Kletterszene

erfasst. Nicht nur Topathleten wie Jan Hojer und Jule

Wurm praktizieren es regelmäßig als perfekte Ergänzung zum

kraftintensiven Klettern. Schult ein „verfeinertes“ Körpergefühl

doch Gleichgewicht und Beweglichkeit, vermeidet Überlastungen

und eröffnet darüber hinaus neue

mentale Räume. Die Sportwissenschaftlerin

Petra Zink hat ein einsteigertaugliches

Sachbuch „Yoga für Kletterer und

Bergsportler“ verfasst, das 54 ausgewählte

Yogaübungen und Sequenzen für

die besonders beanspruchten Körperpartien

von Boulderern, Kletterern,

Bergsteigern und Skitourengehern vorstellt

(2018, Bergverlag Rother).


Sektionsbücherei

49

Klettertraining ist wegen der vielen leistungsbestimmenden

Faktoren komplex, die Trainingstrends vielfältig, der Bücherberg

groß... Deshalb überlasse ich gern ein letztes entlastendes

Wort dem ehemaligen Bundestrainer Udo Neumann:

„Der ist der beste Kletterer, der beim Klettern den meisten

Spaß hat!“

Aber auch außerhalb der (Kletter-)Trainingswelt haben wir viele

interessante Neuerscheinungen in unserer Alpin-Bücherei,

auch und gerade für Zeiten, in denen wir nur die nähere Umgebung

erkunden und Reisen in ferne Regionen lediglich im

Kopf stattfinden.

Bildstarke Doku

Die Gewässer der Alpen führen aus

der Sicht von Bergsteigern häufig

ein Dornröschendasein. Das Buch

„Flüsse der Alpen“ (2019, Haupt Verlag)

schafft einen vielfältigen Blick

auf die immer knapper werdende

Ressource alpiner Flusslandschaften

und deren Bedeutung für unser

heutiges Leben. Über 140! Autorinnen

und Autoren sensibilisieren den Leser aus unterschiedlichsten

Blickwinkeln für die Einmaligkeit dieser Landschaften. Neben

54 Flussportraits werden Hintergründe zu fast allen Themen,

zum Teil in wissenschaftlicher aber lesbarer Tiefe, unserer

Alpenflüsse geliefert.

Dies umfasst Themenblöcke wie „Alpine Flusslandschaften

als Lebensräume“, „Schutz und Revitalisierung“ oder „Siedeln

und Wirtschaften an den Alpenflüssen“, um nur ein paar

zu nennen. Eine ausführliche Einführung mit reichlich Grundlagenwissen

schafft die Basis für ein tieferes Verständnis

wild fließender Bäche. Das über 500 Seiten umfassende Werk,

mit einem würdigen Format, ist so strukturiert aufgebaut,

dass jedes einzelne Unterkapitel gut und verständlich lesbar

ist. Nach dem eher trockenen Thema „Feststoffhaushalt der

Alpenflüssen“ kann man ganz ungezwungen zu der tiefenpsychologischen

Betrachtung „Die Quelle fließt nach innen“

wechseln. Also keine Angst vor dem Umfang und der Vielfalt

dieses Werkes! Für Alpinisten, welche die Alpen mit dem Kajak

erkunden, ist das Buch eine Quelle der Inspiration, für

alle anderen ein Einstieg in eine vielleicht neue faszinierende

und von unserem Energiehunger bedrohte Welt. Rezension:

Dieter Singer.

Heimat mit Kinderaugen

Dass man nicht weit reisen muss, um

etwas zu erleben, zeigt dieses Rother

Wanderbuch „ErlebnisWandern mit

Kindern. Nürnberg-Fränkische Schweiz“

von Renate und Roman Linhard (2019,

Bergverlag Rother): 40 abwechslungsreiche

Wanderungen versprechen rund

um Nürnberg jede Menge Abenteuer in

wunderbarer Natur für Groß und Klein!

Der Schwerpunkt der Touren liegt im

Naturparadies Fränkische Schweiz,

aber auch der Erlanger Trimmpfad, die Jugendfarm, das Walderlebniszentrum

Tennenlohe und die Urwildpferde werden

vorgestellt. Zu den meist nicht allzu langen Wanderungen zwischen

einer und drei Stunden gibt es jede Menge Freizeitziele

und Aktivitäten, die man mit den Wanderungen kombinieren

oder an Schlechtwettertagen besuchen kann: Hochseilgärten,

Kinderklettersteige, Steinklopfplätze, Sommerrrodelbahnen,

Spaß- und Naturschwimmbäder...

Jede Wanderung wird mit Altersempfehlungen, Angaben

zu Schwierigkeit und Gehzeit, genauen Wegbeschreibungen,

detaillierten Karten, Höhenprofil und GPS-Tracks zum Download

vorgestellt. Viele Ziele sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln

erreichbar. Dazu gibt es Angaben zur Kinderwagentauglichkeit

der Wege. Rezension: Kristina Neumann.

Naturpark ganz nah

40 zumeist leichte und familienfreundliche

Wanderungen zwischen zwei und

vier Stunden laden in dem Wanderführer

„Zeit zum Wandern – Altmühltal und

Fränkisches Seenland“ von Rainer D.

Kröll (2019, Bruckmann) zum Erkunden

der herrlichen Natur- und Kulturlandschaft

der Altmühl zwischen Rothenburg

ob der Tauber und Kehlheim ein. In der

Mitte dieses zweitgrößten Naturparks

Deutschlands befindet sich außerdem

das große Naherholungsgebiet Fränkisches Seenland.

So bietet diese Urlaubslandschaft abwechslungsreiche

Wanderziele: bizarre Dolomitfelsen zum Wandern, Klettern

oder Klettersteigen, Höhlen, Burgruinen, Schlösser und Klöster

ebenso wie Bootstouren auf Bayerns gemächlichstem Fluss

und viele Bademöglichkeiten. Die meisten Wanderungen sind

mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Rezension:

Kristina Neumann.

Schmökern und von der nächsten Tour träumen, Foto: DAV/Monika Bürner


50

Erlanger Hütte

Friedrich Beitter ist seit über zehn Jahren verantwortlich für die Erlanger Hütte

und kann auch aus der Saison 2019 viel Positives berichten.

Nun gehe ich in meine 12. Saison als Hüttenwart, davor

habe ich meinen Vorgänger Stefan Rieger einige

Jahre unterstützt und solange die positiven Erlebnisse

überwiegen, freue ich mich tatsächlich auf noch ein paar

weitere Jahre. Nichts ist so beständig wie der Wandel, sagt

der Meister der Binse.

Was gibt es von der Saison 2019 von der Erlanger Hütte

zu berichten? Die Saison begann mit unserem traditionellen

Vorkommando mit acht hochmotivierten Helfern, bei denen

ich mich nochmals bedanke: Sonya Van Creveld, Stefan Rieger,

Stefan Linke, Yvonne Ungerer, Sebastian Grau, Fabian Kurte,

Tobias Arndt.

Unsere Tätigkeiten erstreckten sich vom Umschichten

der Feststoffe in der Rottetreppe (wir haben dort jetzt neue

bedienungsfreundliche Edelstahldeckel!), über das Putzen von

Winterlager und Jugendraum, Abschleifen und Streichen von

Außentischen und Bänken, dem Anlegen und Auffüllen einer

neuen Holzlege hinter dem Jugendhaus, Neuabdeckung des

Lagerschuppens bis hin zum schweißtreibenden Freiräumen

der Staumauer und des Weges oberhalb des Wettersees bis

zum Wegweiser Übergang Scharte.

Wie eigentlich immer, war das Vorkommando der eigentliche

Höhepunkt der ganzen Saison, weil man richtig was wegarbeiten

kann und die Hütte mit lauter tollen Leuten mehr

oder weniger für sich alleine hat.

Panoramen von der Erlanger Hütte, Fotos: F. Beitter


Unsere Hütten

51

Ansonsten verlief die Saison reibungslos. Der Lawinenschutz

an der Seilbahnstütze hat sich bewährt, die Wege sind

in sehr gutem Zustand und auch wenn die Zahl der Übernachtungen

um knappe 6 % gegenüber 2018 zurückgegangen waren,

haben wir einen 20 % höheren Erlös aus Übernachtungen

erreicht. Magisch, nicht wahr? Nein, nicht ganz, wir hatten zur

neuen Saison die Übernachtungspreise erhöht.

Weiterhin versuchen wir gemeinsam mit dem Hüttenreferat

des Bundesverbandes eine behördlicherseits verordnete

Investition in die Abwasserentsorgung abzuwenden,

da die vorhandene Technologie zwar nicht die aktuelle ist,

aber unsere Messwerte der letzten Jahre keinerlei Anlass zu

Beanstandung gaben. Es wäre uns nämlich, wie eigentlich

immer, das wichtigste Anliegen, mit dem Geld unseres Vereins

sinnvoll und zielgerichtet umzugehen. Und da gibt es tatsächlich

einige Projekte, die wir präferieren: beispielsweise das

Lager für Lebensmittel und Erneuerung und die Sanierung

des Jugendraumes.

Es sieht so aus, als würde die Bergsaison 2020 uns mit

ganz neuen Herausforderungen erwarten. Wir hoffen, auch

diese gut zu meistern, und freuen uns in jedem Fall auf ein

Wiedersehen mit unserer Hütte in den Ötztaler Alpen. Bis

dahin können vielleicht die hier gezeigten Panoramen Erinnerungen

wachhalten oder wiederaufleben lassen.


52

Falkenberghaus

Hüttenwart Matthias Kress stellt sich vor, erzählt von den Erfolgen und Herausforderungen seiner

ersten Saison und stellt den neuen Bewartungsmodus für unsere Mittelgebirgshütte vor.

Liebe Mitglieder der DAV-Sektion Erlangen, manche von

euch kennen mich vielleicht schon aus meiner Tätigkeit

in der Juniorengruppe. Mein Name ist Matthias Kreß, ich

bin 32 Jahre alt und Elektroingenieur. Bei der Hauptversammlung

2019 habe ich die Verantwortung für unsere Hütte in der

Fränkischen Schweiz übernommen, nachdem Stefan Rieger das

Amt auf Grund beruflicher Verpflichtungen abgegeben hat.

Im Frühjahr 2019 ging alles ganz schnell: Da ich viel Spaß

am Baumfällen und Holzhacken habe, war ich beim Arbeitseinsatz

auf der Hütte dabei, schon kurz darauf bekam ich bei der

Mitgliederversammlung die Schlüssel in die Hand gedrückt.

Für mich war es damals ein Zwiespalt zwischen dem Reiz,

einmal eine „eigene“ Hütte zu betreuen und der Ungewissheit,

welche Aufgaben mich erwarten würden. In der Rückschau auf

das erste Jahr habe ich viele tolle Erfahrungen gesammelt,

aber auch die eine oder andere Herausforderung gemeistert.

Angefangen hat die Saison 2019 mit der Hütteneröffnung,

noch unter der Leitung von Stefan. Wir entsorgten zwei

große Container mit Utensilien, die sich im Laufe der Jahre

angesammelt hatten.


Unsere Hütten

53

Von da an verlief der erste Teil der Saison recht unspektakulär,

so dass ich Zeit hatte, mich etwas mit den Kosten und

Einnahmen der Hütte und den Abläufen vertraut zu machen.

Ärger bereiteten dann im August die ersten Beschwerden

der Nachbarn, die sich durch unsere Gäste auf der Hütte gestört

fühlten, nachdem die eine oder andere Feiergesellschaft

bis tief in die Nacht aktiv war. Kurz darauf erreichte mich im

Urlaub die Hiobsbotschaft, dass unser Hausmeisterehepaar

mit sofortiger Wirkung gekündigt hatte. Zum Glück konnten

unsere guten Seelen aus der Geschäftsstelle, Claudia und

Gudrun, mit der Hilfe von Stefan die Situation bis nach meinem

Urlaub entschärfen, indem sie sich um den Gruppenwechsel

und die Reinigung des Falkenberghauses kümmerten. Wie

es der Zufall so will, kam über unseren guten Freund Reiner

Gebhard aus Artelshofen der Kontakt zu Erika Heinrich aus

demselben Ort zustande. Seit Oktober sorgt sie zusammen

mit ihrer Schwiegertochter Carmen für die Sauberkeit und die

Übergabe an die jeweiligen Gruppen.

Parallel zu diesem Ereignis erhöhte unsere langjährige

Wäscherei ihre Anfahrtskosten drastisch, was uns zu einer

Sonderkündigung zwang. Kurzerhand statteten wir die Hütte

im letzten Jahr mit eigener Bettwäsche aus und sind jetzt

unabhängig vom Mietservice der Wäscherei.

Der Rest des Jahres verlief zum Glück ohne weitere große

Zwischenfälle. Am Hüttenschluss machten wir zusammen mit

einigen fleißigen Helfern die Hütte winterfest und ließen die

Saison bei einem gemeinsamen Hüttenabend ausklingen.

In den Wintermonaten brachten Gudrun, Torsten und

ich die Beherbergungsbedingungen auf den aktuellen Stand:

Ab diesem Jahr steht die Hütte nicht mehr für Feiern, wie

Polterabende und ähnliche Veranstaltungen, die mit einer

Störung der Nachtruhe einhergehen, zur Verfügung, sodass

2020 die Nerven der Nachbarn nicht wieder überstrapaziert

werden. Trotz dieser Maßnahme erfreuen wir uns zahlreicher

Reservierungen und sind weitgehend ausgebucht.

Seit Beginn des Jahres läuft die Vorbereitung auf die

Saison 2020 auf Hochtouren. In den letzten Wochen haben

mich einige fleißige Sektionsmitglieder beim Holzmachen und

Streichen einzelner Räume unterstützt. Bis zum Saisonstart

steht die Erneuerung der Pumpenanlage an, und in den ersten

Wochen der neuen Saison ist der Einbau einer neuen Küche

geplant. Je nach Budgetsituation werden wir im Laufe des

Jahres noch die eine oder andere Erneuerungsmaßnahme

durchführen.

2020 sind, sofern die Situation rund um das Coronavirus

es wieder zulässt, zum ersten Mal sogenannte Bewartungswochenenden

geplant. An den Wochenenden 28.8.–30.8. und

9.10. –11.10. steht die Hütte allen interessierten Mitgliedern und

Interessenten offen, das Falkenberghaus und seine Umgebung

kennenzulernen. Aktuelle Informationen zu den Bewartungswochenenden

werden auf der Internetseite bekannt gegeben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start

in die Sommersaison 2020 und freue mich, viele von euch

baldmöglich auf dem Falkenberghaus als Gast oder vielleicht

auch als Helfer begrüßen zu dürfen!

Viel zu tun beim Vorkommando auf dem Falkenberghaus, Fotos: A. Link


Ab in die Wüste

Naturschutzreferentin Susanne Malik hatte im Sommer 2019 zur Erkundung eines spannenden Lebensraumes

direkt vor unserer Tür eingeladen. Wer die Gegend auf eigene Faust erkunden will, findet hier die

wichtigsten Fakten.

Sand gehört weltweit zu den begehrten natürlichen Rohstoffen,

allein ein Einfamilienhaus soll circa 200 t Sand

in Baumaterialien verbrauchen. Der Grund: Sand, der

über Flüsse transportiert wird, ist kantig, haftet und verhakt

sich – ideale Eigenschaften also für die Bauindustrie.

An einem sehr heißen Spätnachmittag im Juni traf sich

ein Häufchen unerschrockener Sektionsmitglieder am Pavillon

des Exerzierplatzes in Erlangen Ost, um gemeinsam mehr

über den Sand als begehrten Rohstoff, Siedlungsraum und

Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere zu erfahren.

Sandlebensräume am Exerzierplatz und im angrenzenden

Wald in Richtung Buckenhof sind Extremstandorte für

Pflanzen. Der Sand hier ist nährstoffarm, trocken, hat einen

niedrigen pH-Wert und wird im Sommer extrem heiß. Pflanzen,

die hier wachsen, passen sich diesen Bedingungen an.

So kennzeichnet niederer Wuchs den Sandthymian ebenso

wie die beiden kennzeichnenden Arten Sandgrasnelke und

Silbergras. Der Sand wird immer wieder vom Wind verfrachtet,

das Silbergras aber erträgt diese Überdeckung. Unterseits

graue, haarig-filzige Blätter wie bei der Königskerze sind eine

weitere Strategie zur Einschränkung der Verdunstung, eine

andere ist die Reduktion der Blattgröße, so wie beim Besenginster.

Weitreichendes Wurzelwerk oder tiefe Pfahlwurzeln

sammeln Regenwasser.

Der Lebensraum Sand ist aber durch viele Nutzungsansprüche

gefährdet: Wohnungsbau, Universitätsbauten, Sportplätze,

Sandabbau, Nutzung als Truppenübungsplatz oder die

Kultivierung als Acker – um nur einige lokale Ansprüche zu

nennen. Sand ist außerdem auch Lebensraum einiger Wildbienen,

die im Referendum im letzten Jahr so hohes Interesse

hervorgerufen haben. Mein Appell an die Mitglieder der

Sektion Erlangen geht dahin, eine „wilde Ecke“ im Garten mit

Sandflächen für Wildpflanzen zu belassen. Sandmagerrasen

sind für unsere Region landschaftstypisch, einige finden sich

in Möhrendorf Süd im Wasserschutzgebiet, in der Büg bei

Forchheim und im Tennenloher Forst im Naturschutzgebiet.

Unsere Exkursion endete an einem offenen Sandlebensraum

nahe der schattigen „Indianerschlucht“. Ein kühles Getränk

im Anschluss war wohlverdient.

Naturschutz-Exkursion 2020

Wer im letzten Sommer aufmerksam der Sonne ausgesetzte

Waldränder beobachtet hat, wo selbst im Unterholz Brombeeren

und Brennesseln vertrocknet sind, wo blattlose Birken

stehen, wird sich vielleicht auch schon Gedanken zum Wald,

zur Waldentwicklung gemacht haben.

2020 möchte ich daher eine Exkursion zum Thema Waldumbau

organisieren. Informationen zum Termin werden auf

unserer Website bekannt gegeben.

Schattenpause, Foto: S. Malik


Naturschutz & Nachhaltigkeit

55

Im Naturschutzbeirat

Oliver Sefrin erklärt das neue Amt von Susanne Malik.

Wenn es um das Thema Naturschutz geht, ist der DAV

als bundesweit anerkannter Naturschutzverband

ein gefragter Ansprechpartner – auch für Städte

und Kommunen aus der Region. So setzt die Regierung Mittelfrankens

auch auf Fachwissen aus der Sektion Erlangen und

hat unsere Naturschutzreferentin Susanne Malik in ihren im

Herbst 2019 neu konstituierten Naturschutzbeirat berufen.

Mit der Neubesetzung ist der Naturschutzbeirat der Regierung

Mittelfrankens im November 2019 in seine 10. Amtsperiode

gestartet, die bis zum Jahr 2024 läuft. Er wurde erstmals

im Jahr 1974 auf Grundlage des Bayerischen Naturschutzgesetzes

vom Juli 1973 gebildet.

Neben der wissenschaftlichen und fachlichen Beratung

der höheren Naturschutzbehörde hat der Beirat bei wichtigen

naturschutzrechtlichen Entscheidungen ein Mitwirkungsrecht,

unter anderem bei der Ausweisung neuer Naturschutzgebiete.

18 Fachleute aus ökologischen Grundlagendisziplinen, wie

beispielsweise des Naturschutzes, der Landschaftspflege, der

Biologie, aus dem Agrar- und Forstbereich sowie Vertreter von

Naturschutzverbänden und sonstige Sachverständige, sind in

diesem Gremium vertreten.

Susanne Malik folgt im Beirat auf Dr. Peter Titze, ihren

Vorgänger als Naturschutzreferent, der die Sektion Erlangen

insgesamt 35 Jahre als Mitglied des Gremiums vertreten hatte.

Als Diplomingenieurin in der Landespflege, die im Bereich

Stadtplanung arbeitet, bringt Susanne entsprechende Erfahrung

und Fachwissen für ihre neue ehrenamtliche Aufgabe mit.

In der Sektion hat sie in den vergangenen Jahren verschiedene

Exkursionen – von der Geologie des Burgbergs und den

Sandlebensräumen in Erlangen bis zum Biosphärenreservat

Rhön – organisiert und damit das Bewusstsein für Natur- und

Umweltfragen unter den Mitgliedern gefördert.

„Als Naturschutzverband kann und soll der DAV zu geplanten

Eingriffen in alpine und außeralpine Landschaften

Stellung nehmen und Vorschläge machen“, erklärt unsere

Naturschutzreferentin. Im Leitbild des DAV gehe es ihrem

Verständnis nach um beides, Schutz der Natur und Erhalt

der Freude am Sport, um freien Zugang zur Natur und um

natur- und sozialverträgliches Miteinander. In diesem Sinne

will Susanne den Dialog in der Sektion weiter fördern. Ein

Ansatz, der ihr in den nächsten Jahren im Naturschutzbeirat

entgegenkommen dürfte, da auch hier der Natur- und Artenschutz

nur gemeinsam und im Austausch mit vielen Akteuren

vorangebracht werden kann.

Naturschutzreferentin Susanne Malik draußen unterwegs, Foto: privat


56

Nachhaltigkeit

in der Sparkassen

Bergwelt

UNSER KLETTER- UND VEREINSZENTRUM,

EIN BEITRAG FÜR DIE ZUKUNFT!

Keine Frage, der Bau einer neuen Anlage wie der Sparkassen Bergwelt frisst unzählige Ressourcen.

Aber trotz allem ist es möglich, dabei umsichtig, langfristig und umweltbewusst zu

planen und zu handeln. Genau das haben wir uns für das neue DAV Kletter- und Vereinszentrum

auf die Fahnen geschrieben!

Modernes Gebäudekonzept

Bei der Planung des Gebäudekonzepts setzen wir auf nachhaltige, energieeffiziente Lösungen.

• Erneuerbare Energiequellen und ein durchdachtes Klimakonzept für das Gesamtgebäude schonen Umwelt

und Ressourcen:

• Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung; damit wird der Kletterbereich beheizt

• Fernwärme der ESTW zum Heizen des Funktionsgebäudes, diese Energie wird zu 98 % aus

Kraft-Wärme-Kopplung gewonnen!

• Geringere Temperaturschwankungen durch 30 % bessere Dämmung als vom Gesetzgeber gefordert

• Dachbegrünung: durch Verdunstung wird das Gebäude im Sommer natürlich klimatisiert

• Erneuerbare Energiequelle mit Photovoltaikanlage auf unserem Dach sowie eigener Energiespeicher

• Soweit möglich werden nachwachsende Rohstoffe verwendet: Die Ausstattung des Funktionsgebäudes sowie

der gesamte Kletterbereich (Holzständerbauweise) werden überwiegend aus Holz gebaut.

Förderung der Artenvielfalt

Auf unserem Gelände (ehemaliger Parkplatz Röthelheimbad) schaffen wir neuen Lebensraum mit Nahrungsquellen für

Insekten und Kleintiere!

• Attraktiver Lebensraum für Insekten in den ungenutzten Randflächen im Außenbereich der Anlage:

• Aufstellen eines Insektenhotels

• Insektenfreundliche Stauden und Gehölze

• Installation insektenfreundlicher Leuchtmittel im Außenbereich mit Abschaltautomatik

• Soweit möglich Ansaat von Sandmagerrasen an der Grundstücksgrenze

• Dachbegrünung auf dem Funktionsgebäude als kleines Biotop

oben: Photovoltaik-Anlage, Foto: Soluwa GmbH; rechts: Im Überhang der Außenkletteranlage, Foto: DAV/Frank Kretschmann


57

Umweltfreundliche Anreisemöglichkeiten

Besucher wie Mitarbeiter erreichen die Anlage optimal mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln.

• Attraktiv für Radfahrer

• Zentrumsnahe Lage in Erlangens Osten

• Extra viele Parkplätze direkt vor der Haustür für die geliebten Drahtesel (mehr als gesetzlich vorgeschrieben)

• Gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV: die nächste Bushaltestelle liegt nur 400 Meter entfernt

Regionalität

Wir unterstützen die lokale Wirtschaft und bevorzugen kurze Transportwege.

• Bevorzugt Aufnahme von Baufirmen aus Franken und dem süddeutschen Raum in die Ausschreibungslisten

• Regionale und hochwertige (Bio-)Produkte für das Bistro

• Kooperationen mit regionalen Partnern u.a. in den Bereichen Sponsoring, Ausstattung und Gastro

Nachhaltiger Bistrobetrieb

Der gesamte Betrieb soll möglichst umweltschonend laufen. Besonders im Bistro gibt es viel Potenzial; viel Wert legen

wir auf Müllvermeidung und Recycling.

• Vermeidung von Einwegverpackungen

• Unser Angebot: „Frisch zubereitet statt aus der Konserve“

• Verzicht auf Heizstrahler im Außenbereich des Bistros

Sport, Gesellschaft und Natur

Die neue Anlage ist sozialer Treffpunkt, urbane Klettermöglichkeit und

Vereins- und Bildungsstätte des Alpenvereins zugleich – eine attraktive

Erweiterung des Angebots für Erlanger Bürger im Bereich Gesundheit,

Sport und Umweltbildung.

• Optimale städtische Trainingsbedingungen für Freizeit- wie

Leistungssportler in der Kletterhalle

• Großes und vielseitiges Kursangebot für alle Menschen (Inklusion

wird bei uns gelebt)

• Barrierefreiheit im ganzen Gebäude

Naturschutz im Deutschen Alpenverein

Der Deutsche Alpenverein ist nicht nur ein Bergsport-, sondern auch ein Naturschutzverband.

Die zugehörigen Sektionen einen die gemeinsam vertretenen Ansichten und geteilten Werte

des Vereins, so auch im Bereich Natur- und Klimaschutz. Mehr Infomaterial rund um das Thema

gibt es auf der Website des Bundesverbands unter www.alpenverein.de/Natur/.


58

Neues

aus dem

Kletterzentrum

Was wird eigentlich aus dem „alten“ Kletterzentrum in der Helene-Richter-Straße, wenn

im Winter unser neues Kletter- und Vereinszentrum, die Sparkassen Bergwelt, eröffnet?

Antworten liefert die Frau, die es wissen muss, unsere sportliche Leitung und Hüterin der

bestehenden Anlage, Claudia Bezold.

Die gute Nachricht – die Boulderhalle, der Außenboulderbereich

und der Kletterturm bleiben. Auch an dem Konzept

unseres Kletterzentrums in der Helene-Richter-Straße wollen

wir nicht viel ändern. Es soll weiterhin eine Vereinsanlage sein,

die wir mit vielen Ehrenamtlichen gestalten und erhalten.

Neuer Name, neues Logo

Da der Schwerpunkt eindeutig beim Bouldern liegt und vielleicht

auch noch ausgebaut wird, ändern sich jedoch innerhalb

des laufenden Jahres der Name und das Logo der Anlage, die

zukünftig „DAV Boulderzentrum Erlangen“ heißt.

Jahresmarke ersetzt Jahreskarte

Aus der Jahreskarte wird eine Jahresmarke ab 1.1.2021 werden.

Die neue Jahresmarke kostet etwas mehr, hat jedoch

für beide Anlagen der Sektion Gültigkeit. In der Sparkassen

Bergwelt zahlt ihr damit einen günstigeren Eintrittspreis. Das

Boulderzentrum könnt ihr wie gewohnt nutzen – ohne zusätzlichen

Eintritt und so oft ihr wollt könnt ihr dort ein Jahr lang

trainieren und euch mit Freunden treffen. Die Jahresmarke

wird von dem Tag an, an dem ihr sie kauft, ein Jahr gültig sein.

Konkrete Preise für unsere Kletteranlagen werden wir

spätestens im November in unserem erlangenalpin Jahresprogramm

und natürlich auf den Websites veröffentlichen.

Mehr Neuigkeiten

In den letzten Monaten haben wir viel überlegt, ob wir für

unsere Boulderhalle eine App nutzen, um dort für euch alle

Boulder zu hinterlegen, die ihr dann über das Handy abrufen

könnt. Wir bleiben aber nun erst mal bei dem bekannten

System, d. h. Kärtchen, andere Markierungen und dass wir

gemeinsam bouldern und die Boulder weitergeben. Danke

an alle, die uns hier unterstützt haben!

Aber es gibt noch mehr Neuigkeiten: 2019 haben wir in

der Außenanlage, am Boulderpilz, eine Trainingswand eingeschraubt,

an der ihr nun in gewohnter Weise selbst Boulder

definieren könnt.

Frisch bestückter Boulderpilz nach der Umschraubaktion, Foto: DAV Erlangen


59

Krabbler-Hotel

Unser Kletterturm ist an sich schon ein großes Insektenhotel

– endlich haben wir aber ein eigenes, komfortableres Haus

für alle Bienen und Co bei uns in der Anlage angebracht. Mal

schauen, ob die Schraubenlöcher ab sofort nicht mehr von

den Bienen besiedelt werden.

Gesucht: Team Grün!

Die Grünanlage ist auf der Suche nach einem neuen Gärtner

oder einem Team, das gerne nicht nur zum Klettern an

der frischen Luft aktiv ist. Lust dazu? Dann melde dich unter

bezold@alpenverein-erlangen.de.

Turmsanierung und Ausblick

Im vergangenen Sommer mussten wir unsere Umlenkpunkte

am Turm austauschen. Es hat etwas gedauert, bis wir eine

gute Lösung gefunden haben. Danke für eure Geduld und euer

Feedback! Die Sanierung der Südseite des Turms wollten wir

eigentlich dieses Frühjahr in Angriff nehmen. Es ist nun aber

noch ungewiss, wann wir sie nun tatsächlich neu streichen.

Ansonsten läuft das Jahr 2020 hoffentlich baldmöglichst

wieder wie gewohnt weiter in unserem guten alten Kletterund

baldigen Boulderzentrum. Gerne greifen wir Anregungen

auf und setzen diese mit euch gemeinsam um, meldet euch

einfach (bezold@alpenverein-erlangen.de)!

Bilder oben: Logis und Kost für kleine Krabbler,

unten: Umschraubaktion im Herbst 2019. Alle machen mit! Fotos: C. Bezold


60

Wir gratulieren

60. Geburtstag

Erich Waber

Barbara Ullrich

Joachim Marks

Markus Kern

Horst Jonuscheit

Ingrid Burkhardt

Karin Stockmeyer

Katrin Stumptner

Winfried Stadter

Rosalinde Radke

Manfred Rose

Hennry Schott

Ingrid Holzner

Kurt Fuchs

H. Peter Hennig

Berthold Scholz

Birgit Petersen

Michael Unkelbach

Prof. Dr. Joachim Renzikowski

Armin Kugler

Siegfried Trautmann

Norbert Plack

Norbert Rupert Gärtner

Stephan Gerstenmeyer

Hildegard Lebender

Eva Weber

Michael Lehnberger

Elisabeth Frank

Johannes Pöhlmann

Klaus Vernie

Dr. Rupert Tkotz

Evelyne Bresilge

Dr. Elke Gerlitz

Ursula Holzmann

Bernhard Goetz

Angelika Brommer

Gabriele Arlt

Christian Daeubler

Klaus Guzsak

Dr. Oliver Arnold

Rudolf Neumann

Dr. Joerg Wendler

Michael Brandtner

Mattias Reinert

Gertrud Härer

Dr. Jörg Matthias Jüngert

Margit von Stetten

Klaus Bogade

Michael Frank

Pia Aigner

Udo Anrich

Gabriele Mayr-Sprachmann

Richard Schaub

Udo Schmalfuß

Herbert Gambach

Monika Spona

Jochen Hunger

Angelika Funk

Christina Viezens

Ursula Scharf

Beate Herbrig

Roswitha Reutter

Anita Marsing

Claus-Dieter Schwerdtner

Harald Kreßmann

Anne Gick

Peter Wappler

Dr. Michael Klein

Helga Garbrecht

Bernd Keuenhof

Alfred Knoll

Bernhard Hild

Rüdiger Dupke

Luise Barth

Martin Waligora

Friedrich Bauer

Werner Frembs

Claudia Boudart

Judith Latour

Monika Dörgelch-Both

Ingrid Eberlein

Stefan Ludwig

Gerhard Zapf

Dr. Heinrich Hiesinger

Dr. Valentin Neukam

Martina Sigmund

Andreas Beckmann

Gerhard Brahm

Petra Porst

Eberhard Norman

Thomas Reinecke

Theresia Mattes

Christine Spreth

Kurt Konnerth

Wolfgang Gassner

Hugo Glatzl

Andreas Wichtel

Gerhard Grässl

Sibylle Kahnt

Petra Buholzer Sepúlveda

Thomas Strehle

Wolfgang Boas

Helmut Budenko

Winfried Meissen

Annette Dokoupil-Gutensohn

Götz Sporleder

Doris Lingley

Rainer Herberger

Norbert Kraus

Eugen Grüter

Thomas Fehn

Stefan Götz

Edwin Düthorn

Uwe Rothkegel

Marianne Bust

Astrid Preißner-Zuppe

Sabine Eber

Johannes Kestler

Karl Malter

Christine Keßler

Günther Decke

Roman Breiter

Jutta Becker

Bodo Broese

Udo Hasenbach

Ute Hasenbach

Inge Altenbuchner

Norbert Böhner

Ingrid Albert

Ulrike Frank

Andreas Schülke

Hermann Jung

Dr. Wilfried Schmidt

Petra Kulikowski

Georg Geier

Ulrich Benker

Mathias Hofmann

Tatjana Zaiser

Stefan Tellkamp

Dr. Peter Bach

Dr. Martin Ostermeier

Gabriele Schulz

Dr. Dirk Niefanger

Dorothea Geiger-Pieger

Bernd Wöllner

Natalia Molea

Klaus Birnbreier

Brigitte Spitzmesser

Christine Möckel

Klaus Lemberger

Sabine Hildebrandt

Werner Schneider

Marion Hösch

Dr. Gabriele Eichmüller

Uwe Böttcher

Dr. Dieter Maischak

Jörg Wagner

Angelika Hofmann

70. Geburtstag

Georg Ascher

Alexandra Franck

Franz Meissel

Wolfgang Sieber

Gunda Frühwald

Manfred Vogel

Robert Schmidt

Sabine Troeltzsch

Günther Kallip

Helga Engels

Dr. Hugo von Markus

Gerda-Marie Reitzenstein

Dr. Peter Heinrich

Alois Maertl

Prof. Dr. Peter-Christian Lederer

Manfred Pfann

Dieter Scholz

Ernst Rueckerl

Hans-Peter Ickenroth

Dr. Margot Wortmann

Reinhard Drescher

Armin Schmidt

Gerhard Greif

Rudolf Jakob

Margrit Frey

Winfried Stein

Barbara Stein

Lutz Gerstenmeyer

Kurt Wagner

Karin Bock

Gesine Dammann

Gertraud Braun

Marianne Brünner

Hannelore Müller

Gertrud Bogatzke

Martina Hauner

Christa Schmidt

Wolfgang Oestreicher

Michael Schorr

Brigitte Bosanyi-Schnitger

Marianne Stenglein

Benita Meyer

Elisabeth Kratz

Lothar Kraft

Ingrid Scheuerer

Veronika Racek

Dr. Peter Decker

Herbert Riegelein

Gerhard Höfner

Renate Reder

Ursula Wölfel

Peter Krause

Ursula Geffe

Rosemarie Iwainsky

Sibylle Goldhagen

Christoph Messingschlager

Martin Schröder

Wilfried Algermissen

Günter Pfeiffer

Harald Zuehlke


Geburtstage 2020

61

75. Geburtstag

Lydia Loehmer

Dr. Elisabeth Strehl

Georg Fehn

Prof. Dr. Ottmar Fuchs

Dr. Hans Fink

Siegfried Friedmann

Henderik Veenstra

Walter Winkler

Horst Lippmann

Josef Seeberger

Alfons Singer

Franz Wolf

Jan Terry

Hans Wagner

Helga Gaißmaier

Fritz Kleinlein

Werner Herdegen

Manfred Stenglein

Frieder Haidlen

Christa Hoenekopp

Barbara Kreisel

Brigitte Langenbach

Heidrun Hofmann

Heiderose Taumann

Franz Marthol

Dr. Ulrich Scheib

Jrmintraut Berger

Christiane Hohn

Helga Hippe

Anneliese Roth

Jürgen Geiger

Eva Borgmann

Hans Bischoff

Jürgen Schülein

Werner Althoff

Peter Öllinger

Otto Aplas

80. Geburtstag

Heinrich Baumann

Dr. Ulrich Doert

Gerhard Bräuer

Walter Fickel

Hans-Peter Klug

Alfred Sander

Willi Schäfer

Dr. Helga Weber

Dieter Wittmann

Ludwig Schrenker

Sigrid Hofbauer

Helmut Schwarzmann

Guenter Körber

Georg Graebner

Dr. Ulrich Forster

Helga Sommer

Dr. Ruprecht Kamlah

Franz Schüler

Christel Jaklin

Werner Schneider

Hans Nawratil

Dr. Klaus Kretzschmar

Georg Dennert

Gert Schmidt

Gertraud Siegling

Gottfried Steinwender

Kamal Merchant

Gudrun Maria Gräbner

Prof. Dr. Ralf Gretsch

Elke Baumann

Martin Boeller

Renate Gebhardt

Wolfgang Sommer

Sieglinde Schubert

Monika Wolfseher

Gerlinde Schneider

Hannelore Stoeckel

Sigrid Niemann

Sieglinde Schlegel

Dr. Dr. Reinhard Bressel

Hatto Brenner

Jörg Maier

Martin Nollau

Renate Hitschel

Wolfgang Breyer

Arnold Zankl

Dorle Schneider

81. Geburtstag

Rolf Duerschner

Heinz Parsiegla

Hans Plattner

Klaus Schaller

Dieter Schubert

Rolf Wurzschmitt

Hermann Weigel

Siegfried Stehle

Rolf Bruckner

Otto Sprenger

Günther Löw

Jürgen Hünnemeyer

Georg Schlegel

Anton Schnabel

Diethelm Tröger

Juergen Kaunert

Volker Müller

Heinz Pfeffermann

Herbert Pickelmann

Baerbel Stein

Ilona Diesterhaupt

Ilse Dinchel

Ute Wittmann

Lieselotte Schaller

Karin Henning

Emma Sprenger

Helga Malter

Inge Taubald

Gerda Hartreiter

Barbara Kühnel

Manfred Kirscher

Inge Hoescheler

Prof. Dr. Rolf Sauer

Erika Ilsemann

Rolf Krumm

Brigitte Schäfer

Dieter Koeth

Dagmar Bayer

Werner Spona

Ulrich Dörfler

Helmut Matuska

Dieter Hrabal

Dr. Peter Hitschel

Klaus Höhle

Brigitta Stindl

Hans Hung

Eduard Bauer

82. Geburtstag

Fritz Hopf

Ludwig Amer

Ursula Ahnert

Claus-Peter Wrede

Reinhold Deininger

Otto Fischer

Karl Kraeck

Anneliese Lisner

Heinz Seiler

Dr. Guenter Wiegner

Georg Weber

Kurt Modschiedler

Adolf Haböck

Käthe Gegner-Kienzle

Johann Wolfseher

Rolf Schneider

Klaus Weiss

Hermann Rauscher

Annegret Schipp

Dieter Hemmeter

Franz Rauschenbach

Wilfried Kohlhase

Heinrich Hartreiter

Herbert Schnitger

Günter Brömer

Wolfgang Steinberger

Irmgard Müller

Lisl Veitl

Charlotte Weber

Wilfried Loehmer

Anke Wrede

Gerda Lilienfein

Christa Hetz

Wolfgang Stephan

Susanne Bischoff-Mirsch

Ursula Frischengruber

Ursula Koeth

83. Geburtstag

Konrad Meier

Dr. Horst Kippenberg

Franz Kreutzer

Hanns Kuen

Emil Müller

Ewald Buna

Horst Kracker

Andreas Hagen

Fritz Gütlein

Robert Malter

Helmut Gunzelmann

Hildegard Bruckner

Dr. Franz Müller

Guenter Berz

Udo Reinel

Fritz Niesser

Hans Hermann

Kunigunda Dietsch

Helga Gütlein

Kunigunde Kreiner

Waltraud Meier

Ruth Weigel

Irmtraut Full

Helmut Mümmler

Adolf Ansorge

Renate Gilles

Helmut Wingerter

Herta Marhoff

84. Geburtstag

Dieter Heinrich

Guenter Holzermer

Peter Diesterhaupt

Otto Greiner

Hans Gumbert

Eberhard Haehle

Dr. Heinrich Rainer

Walter Satzinger

Dr. Wolfgang Weigand

Hermann Gumbmann

Walter Henning

Dr. Johannes Koehn

Karl Fruehwald

Erika Prüller

Richard Stoeckel

Reimar Spörl

Erwin Prochaska

Jutta-Maria Rohrer-Schwarz

Erika Haerting

Helga Reindl

Hans Hoescheler

Erich Streit

Maximiliane Will

Irmgard Schopf

Rosemarie Kracker

Ursula Plattner

Inge Reul

Margareta Lang

85. Geburtstag

Adolf Helmut Herzog

Dieter Strunz

Werner Dueck

Dr. Herbert Hahn

Peter Hofrichter

Rudolf Suessenbach

Friedrich Reul

Gernot Stein

Rudolf Gebhardt

Gerhard Baer

Josef Hägler

Prof.Dr.Dr. Ernst Fink

Gerardo Menendez

Roland Schreyer

Prof. Karl-Max Hartmann

Karl Krammer

Helmut Kuhne

Hans Lukaszewicz

Erika Loebner

Angelika Urstadt

Annelore Haehle

Gisela Clemens-Hartmann

Hans Schneider

86. Geburtstag

Paul Beer

Dr. Walter Klinger

Fritz Schorr

Ingeborg Birner

Dr. Siegfried Hopperdietzel


62

Prof. Dr. Dietrich Breitinger

Klaus Winter

Fritz Ziegler

Max Herzog

Peter Bacherle

Gerhard Geyer

Klaus Schuster

Kunigunda Holik

Kurt Steinmueller

Guenther Fritsch

Hermann Martin

Helga Steinmüller

Wolf Schoeffel

Gunda Goetz

Fabiola Sander

Ingeborg Mirz

Gertrud Kozdon

Alfred Haindl

Adolf Weber

Martin Büttner

Sieglinde Hacker

87. Geburtstag

Franz Baumann

Dr. Ernst Berninger

Herbert Köhler

Gerhard Schopf

Gerhard Seelmann

Rudolf Windsheimer

Wolfgang Lindner

Prof. Dr. Guenter Nollau

Karl Wiener

Roland Gräbner

Herbert Lang

88. Geburtstag

Konrad Horn

Jakob Hamberger

Heinrich Raeithel

Dr. Karl Will

Heinrich Gabler

Fritz Priessmann

Adolf Lehmann

Georg Kreiner

Wolfgang Mirz

Diethelm Knödler

89. Geburtstag

Guenter Stark

Kurt Matzeit

Diether Lilienfein

Franz Gruber

Elisabeth Degel

Anneliese Tauwald

90. Geburtstag

Franz Sander

Helmut Taubald

Herbert König

Werner Schwab

Bernhard Trummer

Karl Krausser

Dr. Karl-Heinz Plattig

Wilhelm Gehr

Ruth Scholz

Friedrich Kozdon

91. Geburtstag

Gudrun Cen

Siegfried Eberl

Erwin Hartmann

Joachim Franke

92. Geburtstag

Helmut Veit

Margitta-Elisabeth Boehm

Wolfgang Timpe

Rainer Rothe

Willi Sippel

93. Geburtstag

Fritz Biemann

Hans Troger

Renate Ginsberg

Dr. Werner Krauss

94. Geburtstag

Eugen Stumpp

95. Geburtstag

Emmi Domke

Otto Graupe

Helga Heckel

96. Geburtstag

Willi Goetz

Hannelore Bergs

Alfred Bast

98. Geburtstag

Walter Gmöhling

99. Geburtstag

Wilhelm Hausotte

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JUBILARE 2020

Wir gratulieren

WIR

TRAUERN

UM

63

25 Jahre

Ira Albrecht

Stefan Bauernschmitt

Anne Becher

Dr. Tim Beckmann

Cornelia Beckmann

Christian Bier

Dagmar Birk

Claudia Birke

Martin Bischoff

Heiko Braeske

Martin Brendel

Rolf Bruckner

Hildegard Bruckner

Markus Burkhardt

Helga Engels

Gudrun Förtsch

Benjamin Förtsch

Hildegard Frühling

Norbert Rupert Gärtner

Doris Gebauer

Albert Geinzer

Stephan Gerstenmeyer

Gerhard Geyer

Dr. Dorothee Große-Perdekamp

Elke Hacker

Martin Hacker

Gerd Hagedorn

Judith Halke

Hans-Jürgen Hallmann

Sarah Hallmann

Therese Häußer

Kurt Heinemann

Bärbel Heinemann

Ingrid Heinrich

Dr. Peter Heinrich

Rudolf Höcker

Saskia Holzberger

Dr. Matthias Hopfner

Gerald Hörner

Dieter Koeth

Alexander Körner

Marion Koschmieder

Wolfgang Köstner

Dr. Markus Kröber

Armin Kugler

Gabriele Laas

Daniel Laas

Isolde Lang

Helmut Lange

Hildegard Lebender

Horst Lippmann

Eva Lippmann

Beate Lischka

Ulf Maeritz

Johannes Maier

Helmut Merz

Bernhard Michali

Monika Michali

Herta Mickal

Otmar Mois

Bernd Müller-Allissat

Norbert Plack

Michael Plathner

Michael Ponschab

Carmen Reich

Heribert Reichel

Dr. Michael Reitzenstein

Gerda-Marie Reitzenstein

Susanne Reitzenstein

Barbara Rose-Flierl

Volker Rubin

Julia Schäff

Wolfgang Schick

Sandra Schmid

Christian Schmidt

Regina Schnetz

Lothar Schön

Werner Schwarzott

Wolfgang Seka

Michael Tittelbach

Siegfried Trautmann

Christine van Koten

Dr. Hugo von Markus

Peter Wagner

Manuel Welt

Heike Zeitler

Katrin Zenzen

40 Jahre

Lore Baehr

Silke Baumann

Peter Becker

Gertrud Bogatzke

Tim Brunswicker

Bernd Döbbelin

Eckhard Dorniak

Carin Dorniak

Stefan Feulner

Gertrud Flath

Petra Friedl

Dr. Gerhard Grebner

Renate Grebner

Dr. Carsten Grosshauser

Ingbert Haas

Frieder Haidlen

Kunigunda Holik

Peter Horn

Peter Hummert

Frank Jakobs

Fritz Körner

Peter Kunert

Alwin Lebender

Diether Lilienfein

Gerda Lilienfein

Manfred Limmer

Katrin Lottes

Kerstin Meissen

Annette Mitko

Martin Müller

Irmgard Müller

Axel Oswald

Dr. Bernd Otter

Karoline Quarg

Dr. Stephan Raum

Reinhard Rindfleisch

Christian Schlegel

Dieter Scholz

Joachim Schorr

Michael Schuchert

Volker Schuster

Dr. Eva Schwarz

Alfons Singer

Annemarie Spörl

Richard Stoeckel

Hannelore Stoeckel

Hartmut Veit

Dr. Gunter Veit

50 Jahre

Claudia Bezold

Gerhard Clemenz

Gunda Goetz

Willi Goetz

Wilhelm Hausotte

Karl Kraeck

Sabine Lambracht

Dr. Elisabeth Strehl

Horst Wunner

60 Jahre

Heinrich Baumann

Otto Fischer

Adolf Helmut Herzog

70 Jahre

Dr. Ernst Berninger

Herbert Köhler

Edda Schweizer

Helmut Taubald

Dr. Wilhelm Forke

Maria Troger

Paul Kiermeier

Maria Kiermeier

Erwin Ibl

Maria Wimmer

Dr. Friedrich Kießling

Anne Pelikan

Erhard Sigmund Fischer

Alfred Bohot

Monika Biburger

Gottfried Eifert

Hans Haas

Ernst Becker

Birgit Zander-Maron

Johann Zeh

Helmut Schmidt

Erika Windsheimer

Herbert Pickelmann


64

Gemeinsam

unterwegs

Foto: T. Hanika


65

MITGLIEDSBEITRÄGE 2020

Wichtig für Eltern und Familien

Die Versicherung des DAV gilt nur für Mitglieder mit eigenem

DAV-Ausweis. Melden Sie daher bei Bedarf Ihre Kinder als Mitglied

an.

Alle Inhaber des ErlangenPass bitten wir, den aktuellen Nachweis

in der G-Stelle vorzulegen.

Bei Eintritt ab 1. September ist für das laufende Jahr ein um

50% ermäßigter Beitrag zu entrichten.

Mit Vollendung des 18. und 25. Lebensjahres wird ein

automatischer Kategorie- und Beitragswechsel vollzogen.

Mit Beginn des 19. Lebensjahres können Personen nur selbst

den Austritt erklären.

Änderungs- und Kündigungsfristen

Änderung persönlicher Daten werden bei Einreichung bis zum

1.11. jeden Jahres berücksichtigt. Sektionswechsel und Kündigung

müssen bis zum 30.9. mitgeteilt werden.

Beitragsermäßigungen

Ermäßigungen für B-Mitgliedschaft müssen bis zum 1.11.2020

beantragt werden. Mitglieder der Bergwacht müssen ihren

Ausweis jährlich vorlegen.

Unsere Anschrift für alle Mitgliedsangelegenheiten

Sektion Erlangen des DAV e.V.

Drausnickstraße 27, 91052 Erlangen

sektion@alpenverein-erlangen.de

Arbeitslose erhalten auf Antrag einen Nachlass.

MITGLIEDSCHAFT BEITRAG AUFNAHME-

GEBÜHR

ERMÄSSIGT

(mit Erlangen Pass,

auf Antrag)

A-Mitglieder

ab Jahrgang 1994

B-Mitglieder (auf Antrag)

für Mitglieder der Bergwacht,

Sektions-Mitglieder ab 70 Jahren und

Sektions-Mitglieder mit Schwerbehindertenausweis

68 € 20 € 55 €

40 € 20 € 32 €

D-Mitglieder

Jahrgang 1995–2001

Jahrgang 1995–2001 mit Schwerbehindertenausweis

40 €

20 €

20 €

20 €

32 €

K-Mitglieder

Kinder und Jugendliche bis Jahrgang 2002

(mit Schwerbehindertenausweis beitragsfrei)

Familienbeitrag

beide Elternteile sind A- oder B-Mitglied. Kinder (bis Jahrgang

2002) ebenfalls Mitglieder der Sektion

Familienbeitrag für Alleinerziehende (auf Antrag)

Alleinerziehende/r ist A-Mitglied,

Kinder (bis Jahrgang 2002) sind Mitglied der Sektion

C-Mitglieder

Gastmitgliedschaft für A-, B- oder D-Mitglieder

anderer Sektionen

20 € 5 € 15 €

117 € 20 € –

77 € 20 € –

25 € 20 € –


66

WER MACHT WAS?

GESCHÄFTSSTELLE

Sektion Erlangen des DAV e. V.

Drausnickstraße 27

91052 Erlangen

Tel.: 09131 208667

Fax: 09131 208602

Öffnungszeiten

Mo und Do 11–14 und 16–19 Uhr

Bankverbindung

Stadt- und Kreissparkasse Erlangen

Sektion:

IBAN: DE61 7635 0000 0000 0086 00

Kletter- und Vereinszentrum:

IBAN: DE55 7635 0000 0060 0919 63

DAV-Kletterzentrum Erlangen

Helene-Richter-Straße 5

91052 Erlangen

Bücherei & Info

Gudrun Fink

fink@alpenverein-erlangen.de

Tel.: 09131 208667

Mitgliederverwaltung

Manuela Glahn

glahn@alpenverein-erlangen.de

Brigitte Kretsch

kretsch@alpenverein-erlangen.de;

Tel.: 09131 208667

Öffentlichkeitsarbeit

Ute Fuchs, Verena Hartmann

oeffentlichkeitsarbeit@

alpenverein-erlangen.de

Tel.: 09131 9231844

Sportliche Leitung

Claudia Bezold

bezold@alpenverein-erlangen.de

Tel.: 09131 208583

Leitung Geschäftsstelle

und Projektleiter Vereinszentrum

Torsten Hans

vereinszentrum@

alpenverein-erlangen.de

Tel.: 09131 9231840

Buchhaltung

N. N.

buchhaltung@

alpenverein-erlangen.de

Tel.: 09131 9086160

VORSTAND

1. Vorsitzender

Kai Lenfert

lenfert@alpenverein-erlangen.de

Tel.: 0160 7085929

2. Vorsitzender

Andreas Hannweg

hannweg@alpenverein-erlangen.de

Tel.: 09131 991773

Schatzmeister

Werner Frembs

frembs@alpenverein-erlangen.de

bildungsreferent

Martin Neumann

ausbildung@

alpenverein-erlangen.de

Hüttenreferent Erlanger Hütte

Friedrich Beitter

beitter@alpenverein-erlangen.de

Hüttenreferent Falkenberghaus

Matthias Kress

kress@alpenverein-erlangen.de

Jugendreferent

Tobias Hanika

jugend@alpenverein-erlangen.de

Schriftführer

Oliver Sefrin

sefrin@alpenverein-erlangen.de

Naturschutzreferentin

Susanne Malik

malik@alpenverein-erlangen.de

Sportreferent

Stelle zum Redaktionsschluss

nicht besetzt.


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Sa 10.00 – 14.00 Uhr

Tel: 09131 – 35 0 35

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