2020/19 unternehmen [!] Magazin Ausgabe72 Mai 2020

suedwest.presse

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten. Ausgabe 72 - Mai 2020

unternehmen [!] RESSORT 1

Das Wirtschaftsmagazin im Südwesten Ausgabe 72 | Mai 2020 | 3,00 €

Licht hinter den

Corona-Wolken

€€

Die Covid-19-Pandemie hat die Wirtschaft gelähmt.

Doch es gibt Hoffungszeichen. Diese Ausgabe

liefert Tipps und Positiv-Beispiele.

TITELINTERVIEW

Der Ulmer IHK-Präsident Jan

Stefan Roell erklärt, welche

Lehren Firmen ziehen sollten.

Seite 10

KALT ERWISCHT

Wie die Kammern erreichen, dass

Eisdielen und anderen Firmen

schnell Hilfe bekommen.

Seite 24

UMFRAGE

Was Unternehmern und

Führungskräften in diesen

schwierigen Zeiten Mut macht.

Seite 46


2

RESSORT unternehmen [!]

Gemeinsam da durch.

Die Corona-Krise trifft das gesamte öffentliche Leben, die Menschen und die Unternehmen

in unserem Land, in Europa und in weiten Teilen der Welt. Innerhalb weniger Tage stellen sich

uns Herausforderungen, von denen wir bis vor Kurzem noch gar nichts geahnt haben.

Wir möchten, dass Sie wissen: Als Sparkassen arbeiten wir mit all unserer Kraft für unsere Kunden –

für die Versorgung der Unternehmen mit Förderkrediten, für die Sicherung der Bargeldversorgung

und für einen störungsfreien Zahlungsverkehr.

Nicht alles wird immer und überall reibungslos ablaufen. Denn: So wie die meisten von Ihnen

arbeiten auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilweise von zu Hause aus, betreuen parallel

ihre Kinder und haben sehr viele Fragen unserer Kunden zu beantworten.

Wir sind öffentlich-rechtlich. Damit tragen wir eine besondere Verantwortung: für unsere privaten

Kunden, für die Unternehmen und für unser ganzes Land. Rund 300.000 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter in 378 Sparkassen und vielen Verbundunternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe tun

alles dafür, dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Auch wir wissen nicht genau, was die kommenden Tage und Wochen bringen werden.

Aber eines können wir Ihnen versprechen: Wir geben unser Bestes, damit wir alle gemeinsam möglichst

gut durch diese schwierige Zeit kommen.

Bleiben Sie gesund – oder werden Sie’s ganz schnell wieder!

Ihre Sparkasse

Alle Informationen

auf s.de/corona


unternehmen [!] INHALT 3

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Infektionsweg des Corona-Virus zur Weltwirtschaft

war kurz, der Kontrollverlust maximal.

Quasi aus heiterem Himmel steckt die deutsche

Wirtschaft inmitten einer schweren Rezession.

Und keiner sollte meinen, das Thema Corona

würde schnell von der Tagesordnung verschwinden.

Es wird uns auf Monate begleiten. Umso

wichtiger ist es kühlen Kopf zu bewahren, die Lage

des eigenen Unternehmens gut zu analysieren und

die richtigen Schlüsse zu ziehen, so wie der Ulmer

IHK-Präsident Jan Stefan Roell im Titelinterview

(Seite 10).

Weil die Lungenkrankheit Covid-19 die Wirtschaft

mit Wucht trifft, hat das Team von Unternehmen!

diese Ausgabe zum „Corona Spezial“ gemacht.

Unternehmer schildern, wie sie durch diese

schwere Zeit kommen, wie ihnen IHK und

Handwerkskammer helfen (Seite 20, 24). Wir zeigen

Details zum Arbeitsschutz (Seite 36) und wie

Betriebe ihre Mitarbeiter im Home-Office unterstützen

können (Seite 40). In unserer Umfrage

schildern Führungskräfte, was ihnen Mut macht

in der Corona-Krise (Seite 46). Ich wünsche Ihnen

eine anregende Lektüre, bleiben Sie gesund!

Ihr Alexander Bögelein,

Redaktionsleiter unternehmen [!]

SPEZIAL

6 Kontaktlos zur Grillwurst

Regionale Direktvermarkter setzen

auf Automaten

34 Wegweiser aus dem Tief

Warum Firmenchefs ihren Controllern gut

zuhören sollten.

TITELTHEMA

10 Schwaches Netz bremst

Home-Office IHK-Präsident Jan Stefan

Roell im Gespräch

MACHEN

20 Wie Firmen die Krise meistern

Die Handwerkskammer Ulm setzt auf unbürokratische

Hilfe

40

24 Zum Saisonstart kalt erwischt

Covid-19 verwandelt die Hotlines der IHK in

Sorgentelefone

FINANZIEREN

28 Leichter durch die schwere Zeit

Welche Möglichkeiten es gibt, das anlaufende

Geschäft zu finanzieren

VERANTWORTEN

36 Saubere Lösungen

Arbeitsschutz in Zeiten der Pandemie

40 Kommunikation ist Pflicht

Home-Office kann zu Höchstleistung,

aber auch zu Stress führen

38

GRÜNDEN

38 Auf guten Sohlen

Nico Russ startet mit selbst

entwickelten Laufschuhen durch

LEBEN

46 Darum packen wir Corona

Umfrage unter Führungskräften

NAMEN & NACHRICHTEN

4 Sedelhöfe: Auf der Zielgeraden

18 Wangener Technik in China

50 Neuer Schwerlastkran installiert

50 Impressum

20 24

28


4

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Auf der Zielgeraden

Sedelhöfe Das Großprojekt in der Ulmer Innenstadt soll nach den Plänen des Investors

noch in diesem Frühsommer eröffnet werden.

Ulmer Innenstadt Im Frühsommer

soll es soweit sein. Wann

und wie die Eröffnungsfeierlichkeiten

für die Sedelhöfe in der

Ulmer Innenstadt jedoch ablaufen

werden, ist derzeit noch unklar.

Aufgrund der Corona-Krise

geben die Verantwortlichen

zwar noch keinen genauen Zeitplan

bekannt, auf die Fertigstellung

habe die Pandemie aber

keinen Einfluss. Die Bauarbeiten

für das neue Stadtquartier

mit Shops, Restaurants, Büros

und Tiefgarage gegenüber

dem Hauptbahnhof sind bereits

in der Endphase. Erste Teile des

Baugerüsts wurden abmontiert.

Die Muschelkalk-Fassade des

Hauses eins ist schon sichtbar.

Die Investoren DC Developments

und DC Values, die 230

Millionen Euro in das Projekt investiert

haben, bestätigten als

Mieter bislang: Edeka mit

3300 Quadratmetern (m 2 ), DM

Drogerie mit 900 sowie ein Zalando-Outlet

über zwei Etagen

mit 1200 m 2 . Auf diese Weise ist

etwa ein Drittel der Flächen belegt.

Zudem soll eine Filiale der

zu Deichmann gehörenden

Handelskette Snipes in den

Sedelhöfen eröffnen. McDonald’s

zieht wieder an seinen alten

Standort, nun im neuen

Quartier, zurück. Auch die amerikanische

Burgerkette Five

Guys mietet sich in den Sedelhöfen

ein. Neben den 18 000 m 2

Handelsfläche stehen nach der

Fertigstellung des Großprojekts

zudem 1500 m 2 für Gastronomie

und 7500 m 2 für Büros und Praxen

zur Verfügung sowie

112 Wohnungen auf 6500 m 2 .

Im Schlussstück des neuen

Stadtquartiers, dem Neubau

Bahnhofplatz 7 entsteht ein Me

& All-Hotel der Lindner-Gruppe.

In der achten Etage zeichnen

sich bereits die Konturen

der großen Lounge auf dem

Dach ab. Die Rooftop-Bar dort

soll explizit auch für die Ulmer

Nachtschwärmer zugänglich

sein, Lindner plant in der Bar

wechselnde Events mit regionalen

Künstlern, Münsterblick inklusive.

[!]


Nach und nach wird die Fassade sichtbar, die künftig den Eingang in

die Ulmer Innenstadt bildet.

Foto: Volkmar Könneke

Hotelbau startet ohne Spatenstich

Gastronomie In etwa zwei Jahren

soll in der Göppinger Innenstadt

Ecke Marktstraße/Geislinger

Straße ein 1000 Quadratmeter

großer Gasthof mit 340 Plätzen

(plus 200 Außensitzplätzen),

Hausbrauerei und Schaudestillerie

sowie in den Obergeschossen

ein Hotel der Marke Riku

eröffnen. Der Startschuss des

Großprojektes fand jetzt aber

ohne großes Aufheben statt. Die

Bagger rollten wegen der Beschränkungen

aufgrund der Corona-Pandemie

ohne öffentlichen

Spatenstich an und begannen

die Baugrube auszuheben.

Gasthof sowie Hotel sind in der

Hand eines Pächters: der Ulmer

Am „Zentrum Untere Marktstraße“ entsteht bis in zwei Jahren ein

Gasthof mit Hotel in den Obergeschossen. Foto: Giacinto Carlucci

Gastronomiefirma Barfüßer, die

vor allem im Raum Ulm und

Oberschwaben mehrere Betriebe

hat. Eberhard Riedmüller, Senior-Geschäftsführer

der Barfüßer

Gastronomie-Betriebs

GmbH, bekräftigte, dass die derzeitige

Krise, wenn sie lange anhält,

zwar für die Gastronomie

ein kräftiger Schlag ins Kontor

wird, aber keine Auswirkungen

auf das Göppinger Projekt habe.

Anders steht es mit Plänen

für ein weiteres Großprojekt

Riedmüllers. Den Neubau eines

Hotels mit Biergarten am

Neu-Ulmer Donauufer sagte er

auch mit Blick auf die Corona-Krise

zuletzt ab. [!] jkl


unternehmen [!] NAMEN & NACHRICHTEN 5

Andritz will Schuler komplett

Industrie 96,6 Prozent des

Grundkapitals der in Göppingen

ansässigen Schuler AG hält die

Andritz AG bereits. Jetzt will

der österreichische Konzern

den Göppinger Pressenhersteller

komplett übernehmen. Das

Verfahren zur Übertragung der

Aktien der Minderheitsaktionäre

soll bald starten, teilte der

Konzern mit Sitz in Graz kürzlich

mit. Die Höhe der Barabfindung

stehe noch nicht fest.

Dass diese Entscheidung mitten

in einer Krise falle, sei mehr

oder weniger Zufall. „Der eingeleitete

Schritt hat nichts mit Corona

zu tun“, betont Andritz-Pressesprecher

Michael

Buchbauer. Der Konzern habe

seit der Übernahme der Mehrheit

bei Schuler immer wieder

ein Squeeze-Out, also den Ausschluss

von Minderheitsaktionären,

in Erwägung gezogen –

„dies nicht zuletzt auch aufgrund

entsprechender Anregungen

und Fragen seitens der

Mitaktionäre“. Mit der erfolgreich

eingeleiteten Umsetzung

des Restrukturierungsplans

durch den Vorstand der Schuler

AG sei nun der richtige Zeitpunkt

gekommen.

Vorrangiges Ziel sei es, dass

Schuler als 100-prozentige

Tochtergesellschaft zukünftig

sämtliche Möglichkeiten eines

internationalen und finanziell

gut aufgestellten Technologiekonzerns

voll nutzen und damit

seine Wettbewerbsfähigkeit

weiter erhöhen kann.

Die Aktionäre müssen der

Übernahme noch in der Hauptversammlung

zustimmen. Der

Termin wurde allerdings verschoben.

[!]

jkl

Der Hersteller von industriellen Pressen, die Göppinger Schuler AG,

soll ganz in den Besitz der Andritz AG übergehen. Foto:Schuler

Prost verzichtet

auf Gehalt

Liqui Moly Der Geschäftsführer

des Ulmer Schmierstoffexperten

Liqui Moly, Ernst Prost, verzichtet

in der Corona-Krise auf

sein Gehalt. In einer Mail an die

rund 900 Mitarbeiter in Ulm

und Saarlouis hat er eine Anweisung

ans Lohnbüro veröffentlicht:

„Bitte ab sofort keinerlei

Gehaltsüberweisung

an

mich ausführen.“

Er komme

ohne monatliche

Bezüge klar.

Das eingesparte

Ernst Geld soll mit

Prost zahlt dazu verwendet

seinen Mitarbeitern

1500 zu erhalten –

werden, die Jobs

Euro extra. auch die der

Leiharbeiter.

Prost, der vor Kurzem das

Golden-Tulip-Hotel am Neu-Ulmer

Donauufer gekauft hat,

zahlte zuletzt jedem Beschäftigten

ein „Corona-Trostpflaster“

von 1500 Euro. 2019 erzielte Liqui

Moly einen Rekordumsatz

von 569 Millionen Euro. [!] kö

Mayser sagt

Senden ab

Standort Knapp drei Jahre nach

dem Zuschlag für den neuen

Standort in Senden stehen die

Umzugs- und Vergrößerungspläne

der Firma Mayser wieder

auf Null. Die geplante Ansiedlung

an der St.-Florian-Straße ist

vom Tisch. „Wir können dort

nicht bauen“, sagt Prokurist

Winfried Wanka. „Wir kommen

mit den Lärmkontingenten, die

uns dort zur Verfügung stehen,

nicht klar.“ Die neuen Voraussetzungen

rühren von Einwänden

des Landratsamts her, dass

das angrenzende Mischgebiet

als Wohngebiet ansieht. Damit

gelten in Sachen Lärm strengere

Grenzwerte. „Aufgrund des

Gutachtens können wir das Vorhaben

dort nicht umsetzen“,

sagt Wanka.

Der Autozulieferer wollte mit

500 Mitarbeitern von der Ulmer

Oststadt nach Senden ziehen

und dort rund 20 Millionen

Euro in den neuen Firmensitz

investieren. Den Kaufvertrag für

das Grundstück hatte Mayser

2017 unterzeichnet.[!] jkl

Ninja-Park in Hangar

Freizeit Im Stauferpark in Göppingen

wollen die Influencerin

Bella Kraus und ihr Ehemann

Handball-Profi Mimi Kraus im

September eine Ninja-Halle eröffnen.

Unter dem Titel „Nice

Ninja“ soll die rund 1500 Quadratmeter

große ehemalige

Hangarhalle zu einer Sporthalle

umgebaut werden. Mittelpunkt

soll ein Parcours sein, der

sich aus Hindernissen mit Kraft,

Corona-Krise Der Hersteller

von Motoren und Antriebssystemen

Rolls-Royce Power Systems

rechnet 2020 mit einem

herausfordernden Geschäftsjahr.

Neben dem ohnehin

schwierigen Marktumfeld mache

die Corona-Krise die Situation

nicht leichter, erklärte der

Vorstandsvorsitzende Andreas

Schell kürzlich am Unternehmenssitz

in Friedrichshafen. Um

einer möglichen Delle in 2020

Geschicklichkeit und Ausdauer

zusammensetzt. Zusätzlich zum

Sportangebot planen die beiden

auch einen gastronomischen Bereich,

wo neben Pommes und

Würstchen auch gesunde Alternativen

auf der Karte stehen. In

das Projekt investiert das Unternehmerpaar

eigenen Angaben

zufolge einen siebenstelligen

Betrag. Der Mietvertrag laufe

über zehn Jahre. [!] jkl

Herausforderndes Jahr

entgegenzuwirken, habe das

Unternehmen die Produktionskapazität

flexibilisiert. In einigen

Baureihen gelte vorübergehend

eine Vier-Tage-Woche, zudem

ruhe der Betrieb wie bereits

vor Ostern auch vor

Pfingsten für eine Woche. 2019

konnte die Sparte des britischen

Triebwerksbauers Rolls-

Royce den bereinigten Umsatz

um vier Prozent auf rund vier

Milliarden Euro steigern. [!]jkl


6

SPEZIAL unternehmen [!]

Kontaktlos zur Grillwurst

Vending Von der Kaffeeküche aufs Land: Automaten liegen bei der Direktvermarktung von

regionalen Erzeugnissen im Trend. Auch die Corona-Krise eröffnet neue Geschäftsfelder.

CIACINTO CARLUCCI

Insgesamt sind laut dem Bundesverband

der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft

(BDV) in Deutschland mehr als

579 100 Getränke- und Lebensmittelautomaten

im Betrieb. Die

Mehrheit davon versorgt in Unternehmen

Mitarbeiter mit Kaffee

und kleinen Mahlzeiten. Im

öffentlichen Raum erwartet man

die Geräte vor allem an belebten

Bahnhöfen – weniger in einer

kleinen Gemeinde wie Deggingen.

Doch Automaten nehmen

im ländlichen Raum nach

Verbandsangaben zu.

Hinter den Geräten steht eine

Branche, von der Konsumenten

normalerweise wenig mitbekommen.

„Viele Leute denken, die

Automaten befüllen sich von

Geisterhand“, sagt BDV-Sprecherin

Heike Richter scherzhaft.

Grillgut auf Knopfdruck:

Die Metzgerei zum Adler

wirbt auf der Glasfront

ihrer Filiale mit

„Fleisch und Wurst rund um die

Uhr“: wer außerhalb der Öffnungszeiten

einkauft, geht

rechts um das Gebäude herum.

Dort steht ein weinroter Automat

voll mit Feuerwürsten,

Steaks und Lyoner aus eigener

Schlachtung. „Ich wollte nicht

der Fünfte sein, der bei uns so

etwas aufstellt, sondern der Erste“,

sagt Metzgereiinhaberin

Isolde Iurlano. Vor etwa sieben

Jahren hat sie auf einer Messe

Automaten als eine Möglichkeit

zur Direktvermarktung entdeckt.

„Wir wollten bei dem

Trend vorne mit dabei sein.“

Aus einem wurden mit der Zeit

vier Geräte, sie sind auf ländliche

Gemeinden im Kreis Göppingen

verteilt.

Rund um die Uhr einkaufen am Automaten: Damit das geht, befüllt Isolde Iurlano von der Metzgerei

zum Adler die Geräte in der Grillsaison auch an Sonntagen.

Fotos: Giacinto Carlucci


unternehmen [!] SPEZIAL

7

Die Wirtschaftsvereinigung

vertritt die im Bereich tätigen

Hersteller und Dienstleister und

bemüht sich, die Verbraucher

aufzuklären. „Es gibt schon jemanden,

der sich kümmert. Den

sieht man nur meist nicht.“

Von einem passiven Einkommen

kann keine

Rede sein:

„Es ist schon

ein riesiger

Zeitaufwand“,

sagt Isolde Iurlano.

Täglich

kontrolliert sie

Wir wollten

vorne

mit dabei sein.

Isolde Iurlano

von der Metzgerei zum Adler

die Geräte,

mehrmals wöchentlich füllt sie

nach, in der Grillsaison zusätzlich

an Sonntagen. Beliebt sei

das Angebot auch bei Nachtschwärmern,

die auf dem Heimweg

heißhungrig Wurstsalat

kaufen. Die Telemetrie meldet,

welche Produkte ausverkauft

sind oder ob die Kühlung stimmt.

Vor dem Befüllen verpackt sie jeden

Artikel passgenau für die Automatenfächer.

Die positiven

Rückmeldungen ihrer Kunden

entschädigt sie, sagt die Fleischereifachverkäuferin:

„Es ist toll, zu

sehen, wie es läuft.“

Im Branchenjargon nennt

man Automatenbetreiber

„Operatoren“.

Laut dem BDV

betreuen bundesweit

etwa

1000 meist mittelständische

Automaten-Dienstleister

Getränke- und

Snackautomaten auf eigene

Rechnung. Rund 15 000 € hat ein

Gerät gekostet – der am besten

laufende Automat der Metzgerei

zum Adler bringt etwa ebenso

viel Jahresumsatz ein, nach etwa

drei Jahren rechnet sich der Kauf,

schätzt Iurlano.

Das Hauptgeschäft in der

Vending-Branche bilden

Kaffeeautomaten in Betrieben.

FOTO: FOTOFERMER/SHUTTERSTOCK.COM

Wir

sind für

Sie da.

Sehr geehrte Mitglieder,

liebe Kundinnen und Kunden,

im Namen aller unserer über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

möchten wir Ihnen heute sagen: Wir sind für Sie da.

Die aktuelle Situation bringt besondere Belastungen für Unternehmer

und Gewerbetreibende mit sich. Diesen Herausforderungen müssen

Sie sich nicht alleine stellen. Wir begleiten Sie mit passenden Lösungen

– selbstverständlich auch durch die zeitnahe Bereitstellung der Soforthilfen

und Förderprogramme des Bundes und der Länder.

Volksbank Ulm-Biberach eG

Frauenstraße 60

89073 Ulm

Tel.: 0731 183-0

Fax: 0731 183-9600

info@volksbank-ulm-biberach.de

www.volksbank-ulm-biberach.de

Unsere Beraterinnen und Berater, die Kolleginnen und Kollegen im

Back-Office, wir alle setzen uns aktuell mit großem persönlichem

Engagement für Sie ein. Gemeinsam, fair und partnerschaftlich durch

die Krise – Sie können sich auf uns verlassen. Bleiben Sie zuversichtlich

und vor allem: gesund.

Ihre Volksbank Ulm-Biberach eG


8 SPEZIAL unternehmen [!]

Die

Vending-

Branche

in Zahlen

Familie hat die Maschine nun abgeschaltet

und sucht nach einem neuen

Standort. Eine Nachbargemeinde

hat Interesse bekundet – auf dem

Land schaffen die Automaten kleine

Einkaufsmöglichkeiten, die Anwohner

zu Fuß erreichen.

„Solche automatisierten Tante-Emma-Läden

sehen wir gerade

infolge der Corona-Krise als Marktchance“,

sagt BDV-Geschäftsführer

Aris Kaschefi. Durch die Pflicht zur

sozialen Distanz erhalte Vending im

öffentlichen Raum wie in Unternehmen

besondere Bedeutung. „Automaten

sind in einer Zeit, in der Kantinen

geschlossen werden, eine

Chance, um die Versorgung sicherzustellen“,

sagt der Jurist. Der Trend

gehe ohnehin seit Jahren von der

ausgiebigen Mittagspause hin zu

mehreren kleinen Mahlzeiten.

Automaten

sind in der

Krise eine Chance,

um die Versorgung

sicherzustellen.

Aris Kaschefi

BDV-Geschäftsführer

In der Familienmetzgerei ergänzen

die Automaten das Filialgeschäft,

bei Landwirt Rainer Färber

in Süßen hat der Automat den Hofladen

komplett ersetzt. Auf dem Moserhof

im Filstal ist das „Milchhäusle“

mit dem Regiomaten mehr als

nur zusätzliches Standbein, sondern

eine Art Schaufenster. „Uns geht es

primär nicht um die Wirtschaftlichkeit,

sondern darum, einen Einblick

in die Landwirtschaft zu bieten und

den Hof zu präsentieren.“

Regionale Produkte und ein gutes

Gewissen beim Einkaufen, sagt

der 36-jährige studierte Agrarwissenschaftler,

bekomme der Kunde

heute ebenso im Supermarkt. Sein

überdachter Automat direkt neben

Die Vending-Automatenwirtschaft

in Deutschland verzeichnete

2018 laut dem Bundesverband

solides Wachstum.

Die Branche schloss das

Wirtschaftsjahr 2018 mit einem

Gesamtumsatz von 3 Milliarden

Euro ab. Das entspricht

dem Melkhaus ermögliche zusätzlich

das Erlebnis, zu sehen, wo die

Lebensmittel herkommen.

Vandalismus ist ein Problem

Die Frage des Standorts ist generell

für das Vending entscheidend. Einen

Automaten außerhalb eines Betriebsgeländes

aufzustellen, ist aufgrund

baurechtlicher Vorschriften

nicht ohne Weiteres möglich. Hinzu

kommt Vandalismus. Zwei Automaten

der Metzgerei zum Adler stehen

direkt bei den Filialen, ein anderer

vor einem Cafe, beim vierten

hat die Gemeinde Hausen ein

Grundstück zur Verfügung gestellt.

Innerhalb eines halben Jahres wurde

das Gerät viermal demoliert. Die

einer Steigerung von 3,9 Prozent

im Vergleich zum Vorjahr.

Täglich fanden bis zu 12,5 Millionen

Verkäufe statt.

Zur Person

Dr. Aris Kaschefi

(45) ist seit 2011 Geschäftsführer

des

Bundesverbandes

der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft

e.V.. Der

Jurist mit Schwerpunkt

Wirtschaftsrecht

ist Rechtsanwalt

in Köln.

Viele Produktionshallen und Büros

sind jedoch derzeit aufgrund von

Home-Office oder Kurzarbeit verlassen,

das bedeutet Umsatzausfälle für

die dort tätigen Operatoren. Nach

Angaben des BDV hat die Corona-Krise

bisher mehr als 50 Prozent

Geschäftsrückgang in der Branche

zu Folge, bis zu 15 000 Arbeitsplätze

seien betroffen. Die Mehrheit der

Dienstleister sei nun auf finanzielle

Hilfen angewiesen.

Trotzdem blickt Kaschefi positiv

in die Zukunft nach der Pandemie,

gerade für das Hauptgeschäftsfeld

Büroversorgung: „Vielen wird nach

der Zeit im Home-Office die Decke

auf den Kopf fallen.“ Zudem sei die

Krise ein Innovationstreiber für die

Branche. „Unsere Mitglieder beschreiten

neue Wege.“ Corona fördere

die Aufrüstung hin zum kontaktlosen

Bezahlen und die Erschließung

von neuen Geschäftsfeldern,

sagt der BDV-Geschäftsführer. Denn

füllen lassen sich die Maschinen mit

Grillwürstchen und Steaks ebenso

wie mit Gesichtsmasken, Desinfektionsmitteln

oder Toilettenpapier.

[!] Jana Zahner


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

9

Seit über 20 Jahren ist Ulli Schlieper der Mann für Details, richtige Lichtsetzung und kreative Motive.

Fotos: Atelier Schlieper

Beste Bilder für jede Gelegenheit

Seit über 20 Jahren steht Ulli Schlieper für

hochwertige fotografische Dienstleistungen

fernab von Massenabfertigung und kitschigen

Klischee-Abbildungen. Mit diesem

besonderen Blick für einzigartige Motive

weiß Ulli Schlieper Menschen und Dinge in

Szene und – im wahrsten Sinne des Wortes

– ins richtige Licht zu setzen, damit ein faszinierendes

Bild entsteht.

Individuelle Fotokunst aus dem Photo-Atelier

Schlieper in der Sendener Hauptstraße 40

erzählt interessante Geschichten und verleiht

tristen Geschäftsräumen inspirierende

Stimmungen, motivierende Emotionen sowie

eine nachhaltig positive Atmosphäre. Ulli

Schlieper und sein Team entwickeln stimmige

Bildkonzepte und unvergessliche

Eyecatcher für Unternehmen, Praxen, Kanzleien

und private Wohnlandschaften. Die auf

das jeweilige Innenraumdesign abgestimmten

Bildwelten visualisieren die Markenidentität,

Philosophie und Werte eines Unternehmens

oder einer Familie. Das Photo-Atelier

Schlieper erstellt ein harmonisches Gesamtkonzept,

spannende Bilderserien oder auch

individuelle Fotos passend zu den Vorstellungen,

Visionen und dem Image jenseits der

üblichen Standardmotive.

Eine ehemalige Apotheke

wurde zur Spielwiese der Kreativität

Im Herzen von Senden entstand in der Hauptstraße

40 im Jahr 2002 das Photo-Atelier

Schlieper. Dieses Haus der Photographie verfügt

auf rund 300 Quadratmetern über ver-

Ulli Schlieper.

schiedene Studios mit genügend Platz für

Aufnahmen aller Art und eine ansprechenden

Ladenfläche. „Hier fertigen wir für Sie bleibende

Erinnerungen die in unserer hauseigenen

Werkstatt veredelt werden“, bestätigt Ulli

Schlieper.

Unterschiedliche Studios für

verschiedenste Anforderungen

Im Tageslichtstudio mit variabler Wohnzimmer-Atmosphäre

sind den Lichtstimmungen

und ruckzuck austauschbaren Hintergründen

kaum Grenzen gesetzt. Die diversen Fotosets

bieten jede Menge kreative Möglichkeiten.

Freundliche Menschen schaffen ein gemütliches

Ambiente mit guter Musik und umsorgen

die Kunden, damit sie entspannt sind, für

die allerbesten Aufnahmen. Hier, im weiteren

Inside- und im Outside-Studio mit eigenem

Garten, kreieren die „Menschenbildner“ gelungene

Portraits, stimmungsvolle Familienfotos

sowie bezaubernde Schwangerschaftsund

Babybilder. Aber auch Gruppen bis zu 25

Personen finden ausreichend Platz.

Weil es für den ersten Eindruck keine zweite

Chance gibt, sind die Businessbilder für Bewerbungen

und Präsentationen aus dem Ausbildungsbetrieb

Schlieper so ausgerichtet,

dass sie garantiert aus der breiten Masse herausstechen

und den gewünschten Effekt erzielen.

Ähnliches gilt auch für die Werbefotografie:

Seit 14 Jahren Haus- und Hoffotograf der Basketballer

von Ratiopharm Ulm, gelingen Ulli

Schlieper mit seinem Know-how aus zwei

Jahrzehnten stets Industrie-, Produkt- und

Objektfotos, die ins Auge fallen und einen

nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

„Passt keines unserer Studios, dann stellt das

auch kein Problem dar“, versichert Ulli

Schlieper, „dann kommen wir für das Fotoshooting

einfach zu Ihnen.“

Um den Fotos den angemessenen Rahmen zu

geben, bietet das Atelier Schlieper zudem eine

breite Auswahl hochwertiger Bilderrahmen

und maßgefertigter Passepartouts an – abgerundet

durch fachmännische Einrahmungen.

Photo-Atelier Schlieper

89250 Senden

Hauptstraße 40

Tel.: 07307 929130

www.atelierschlieper.de


IHK-Präsident Jan Stefan Roell

beschäftigt in seinem Unternehmen,

der Zwick Roell AG (Ulm-Einsingen),

rund 1600 Mitarbeiter.


unternehmen [!]

TITELTHEMA

11

Schwaches Netz

bremst Home-Office

IHK Ulm Das Coronavirus verändert unser Wirtschaftleben radikal und deckt schonungslos

Schwächen auf. Ein Video-Interview mit Präsident Jan Stefan Roell über Gesundheit, Hilfen

für die Betriebe, wie wir die Krise meistern und was wir aus ihr lernen sollten.

Wie erleben Sie die ungeheure Wucht der Corona-Krise

persönlich?

Jan Stefan Roell: Ich erlebe, dass wir unseren Arbeitsstil

vollständig verändert haben. In meinem Unternehmen

sind die meisten Mitarbeiter im Home-Office.

Natürlich sind einige Bereiche wie die Produktion

ausgenommen. Hier entzerren wir, wo immer

das möglich ist. Trotzdem erlebe ich einen deutlich

intensiveren Austausch – jedoch nur per Webkonferenz

und Telefon.

Wird Corona langfristig die Art, wie wir kommunizieren,

verändern?

Ich glaube schon. Einmal geht es darum, was man

kurzfristig per Telefon- und Videokonferenz weiterführen

kann. Auf der anderen Seite stehen neue Projekte.

Also das, was wir neu aufsetzen.

Hierfür brauchen wir den persönlichen

Kontakt. Wir lernen also

beides, was digital möglich ist und

an welchen Stellen wir das gewohnte

Miteinander vermissen.

Welche Regeln geben Sie sich fürs

Home-Office?

Alle die können, arbeiten mobil. Wir

versuchen, in allen Bereichen jeweils zwei Teams zu

bilden. Wenn wir im Unternehmen sein müssen, ist

immer nur ein Team anwesend. Das erleichtert das

Einhalten der Abstandsregeln und reduziert somit das

Ansteckungsrisiko. Es ist unser oberstes Ziel, dass die

Neuinfektionen zurückgehen.

Haben Sie bestimmte Bürozeiten oder sind Sie dauerhaft

erreichbar?

Prinzipiell arbeiten wir zu denselben Zeiten, wie sonst

auch. Aber es gibt eine Tendenz, abends etwas länger

zu machen, da sich etwa Videokonferenzen eher an

die Tagesrandzeiten verlagern. Trotzdem achten wir

auf genügend Pausen, die ich gerne auch für einen

Spaziergang nutze.

Was ist die drängendste Frage, die Sie als IHK-Präsident

umtreibt?

Mit Sicherheit, wie wir unsere Unternehmen optimal

unterstützen können, die Liquidität zu sichern. Deshalb

wickeln wir alle Anträge für Soforthilfe über die

Wir lernen,

was digital

möglich ist, und wo

wir das Gewohnte

vermissen.

Industrie- und Handwerkskammern ab. Der große

Vorteil ist, dass wir weitaus schneller reagieren können

als Banken. Wir kennen die Unternehmen, führen

die Plausibilitätsprüfung direkt durch und können

Selbstständigen und kleinen Unternehmen die

Soforthilfe so schnell zugänglich machen.

Was tut die IHK noch?

Wir spielen der Politik zurück, welche Programme

funktionieren und welche nachgeregelt werden müssen.

Wir sind hier hautnah mit dabei – jeden Tag beraten

wir hundertfach Unternehmen per Email und

Telefon. Dafür haben wir unsere Beratungszeiten auf

8:00 bis 20:00 Uhr an sieben Tagen der Woche erweitert.

Aus diesen Erfahrungen heraus, tragen wir unsere

Erfahrungen an die Politik zurück.

Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Bei den Krediten wurde die Startup-Szene

nicht berücksichtigt. Hier

hat die Politik schnell nachgebessert

und die Kriterien angepasst.

Was ist Ihre drängendste Frage als

Unternehmer?

Als Unternehmer beschäftigen

mich mehrere Fragen: Tue ich alles für die Gesundheit

meiner Mitarbeiter? Bin ich für meine Kunden

da, die mich in der Krise brauchen? Was muss ich tun,

um meine Liquidität zusammenzuhalten und möglichst

lange in der Krise durchstehen zu können.

Es ist schwer vorstellbar, wie Sie derzeit für Ihre Kunden

da sein können.

Natürlich sind die Bedingungen erschwert. Wir gehen

teilweise im Service zu Kunden, wenn sie selbst

nicht arbeiten, etwa am Abend oder samstags. Gerade

in der derzeitigen Situation muss der Grundsatz

der Kundenorientierung weitergelebt werden. Wir

versuchen die vielfältigen Wünsche zu erfüllen, so

lange diese gesetzlich möglich sind.

Wie sieht das im Alltag aus?

Nehmen Sie einen Kunden, der einen bestimmten Service

unbedingt braucht. Ist es juristisch zulässig, kommen

wir in diesem Fall zu jeder Tages- und Nachtzeit,

die der Kunde ansetzt. Benötigt ein Kunde eine indi-

Zur Person

Für Jan Stefan Roell

dürfte die Geburt des

sechsten Enkelkindes

zuletzt eines der erfreulichsten

Ereignisse

gewesen sein. Der

65-Jährige (verheiratet,

sechs Kinder)

stammt aus Düsseldorf,

studierte Elektrotechnik

in München

und promovierte

dort in Staatswissenschaft.

Nach seiner

Zeit bei McKinsey trat

er 1985 ins Unternehmen

Zwick ein, dessen

Mehrheit er 1992

erwarb. Er war von

2006 bis 2009 Vorsitzender

von Südwestmetall.

Seit 2018 ist er

Präsident der IHK

Ulm. Der begeisterterte

Flieger spielt im

Zwick-Roell-Orchester

Posaune.


12

TITELTHEMA unternehmen [!]

viduelle Schulung, so stellen wir das System nach und

schulen ihn über ein Video. Das machen wir auch kostenfrei.

Wie hart treffen Corona und die Maßnahmen zur Bekämpfung

die Wirtschaft in der Region?

Das ist schwer einzuschätzen. Unserer Region kommt

es entgegen, dass sie nicht von einer einzigen Branche

abhängig ist. Die Wirtschaftsstruktur ist ausgewogen

und damit auch vergleichsweise stabil . Trotzdem

trifft es einige Mitgliedergruppen brutal – etwa

den Einzelhandel oder die Dienstleister. Denen ist das

Geschäft ja unmöglich gemacht worden. Ihnen geht

es deutlich schlechter als Industriebetrieben, die an

bereits zuvor bestandenen Aufträgen weiterarbeiten

können, selbst wenn keine neuen hinzukommen. Im

Einzelhandel ist es zum Teil so, dass Bestellungen für

Frühjahr und Sommer aufgegeben wurden, die jetzt

ungeachtet der Umstände bezahlt werden müssen.

Und das bei einem nicht vorhandenen Umsatz. Für

viele Einzelhändler ist das eine existenzbedrohende

Situation.

Was tut die IHK konkret, um den Mitgliedsfirmen zu

helfen – und reicht das?

Die Anträge, die wir auf Plausibilität prüfen, beziehen

sich auf das Soforthilfeprogramm mit relativ kleinen

Beträgen von 9000 bis 30 000 Euro. Das hilft einem

Einzelhändler wenig. Stattdessen muss er einen

Liquiditätskredit über die Hausbank beantragen. Die

Frage, ob es den Banken gelingt, die Flut der Anträge

schnell genug zu bearbeiten, erfüllt uns schon mit Sorge.

Von unseren Mitgliedern wissen wir, dass es teilweise

stockt. Wir sind im engen Austausch mit den

Banken und hören nach.

Viele Banken verlangen, wie man hört, von den Unternehmen

persönliche Sicherheiten.

Das hören wir auch. Aber es ist glasklar, dass die staatliche

Förderbank KfW keine zusätzlichen Sicherheiten

fordert. Sie übernimmt bei den kleineren und mittleren

Unternehmen 90 Prozent der Haftung. Wir erwarten,

dass die Hausbanken die restlichen zehn Prozent

des Risikos übernehmen. Eine zusätzliche

Haftung der Unternehmen ist von der Regierung nicht

beabsichtigt und kontraproduktiv.

Hilft die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht?

Was damit erreicht werden kann, ist, dass die Strafbarkeit

eines Geschäftsführers reduziert wird. Wir

wollen unsere Unternehmen ja nicht über die Insolvenz

retten, sondern möglichst mit Liquiditätshilfen

über diese Krise kommen. Nach der Krise haben wir

ohnehin alle Hände voll zu tun, das Geld zurückzuzahlen.

Jan Stefan Roell in ungewohnter Umgebung: Zuhause im Videotelefonat per

„Microsoft Teams“. Die Software nutzt der Ulmer IHK-Präsident derzeit häufig.

Erinnert Sie das an die Finanzkrise 2008/2009? Damals

hatten sie die „übertriebene Risikoscheu“ der

Banken kritisiert.

Damals war es einfacher, weil wir zusammenstehen

und die Ärmel hochkrempeln konnten. Jetzt sind wir

vereinzelt und können nur erschwert gemeinsam an

Lösungen arbeiten. Daher ist es aktuell deutlich

schlimmer.


unternehmen [!] TITELTHEMA 13

Wenn man Geld als das Blut des Wirtschaftskreislaufs

betrachtet, sind aktuell die Adern aufgeschnitten,

oder?

Ja, es gibt derzeit einen Mangel an Geld beziehungsweise

einen Mangel an der schnellen Verfügbarkeit.

Die Regierung hat hier aus meiner Sicht richtig gehandelt.

Nun kommt es darauf an, wie schnell die bewilligten

Mittel bei den Betrieben ankommen.

Wie stellt sich die Lage für Ihr Unternehmen dar?

Für uns als Hersteller von Prüfmaschinen ist es ein

großer Vorteil, dass wir weltweit tätig sind. Im März

haben wir noch Aufträge aus den USA und Europa

bekommen. Jetzt, wo diese ausbleiben, kommen bereits

wieder neue aus China und Südkorea. Zudem

verfügen wir über eine hohe Liquidität, sodass wir

aus eigener Kraft relativ lange durchhalten können.

Allerdings sind wir davon abhängig, dass unsere Produktion

weiterlaufen kann.

Und mit Blick auf Ihre Mitarbeiter?

Wir achten sehr darauf, unsere Mitarbeiter möglichst

gut zu schützen, sodass es nicht zu Ansteckungen im

Betrieb kommt. In zwei Bereichen haben wir Kurzarbeit

angemeldet. Das sind zum einen die Service-Techniker,

die nicht mehr zum Kunden dürfen, zum anderen

ist das ein Teil des Innendienstes, der diese Mitarbeiter

betreut und managt.

Wie haben Sie auf die Corona-Krise reagiert?

Alle Mitarbeiter in Festanstellung haben eine Beschäftigungsgarantie

bekommen. Das haben wir auch in

vergangenen Krisen so gehandhabt. Nur gemeinsam

schaffen wir es durch diese Zeit. Dieses Gefühl der

Gemeinschaft hilft, den Gürtel enger zu schnallen und

bei Maßnahmen mitzumachen, die mitunter auch

wehtun. Egal, ob es sich um Kurzarbeit, eine höhere

Belastung durch mobiles Arbeiten inklusive Kinderbetreuung

oder der Wegfall von Unternehmensleistungen

handelt.

Haben Sie – wie andere Unternehmen auch – alle

Dienstreisen gestrichen?

Das haben wir schon Anfang März veranlasst. Außerdem

haben wir früh empfohlen, keine öffentlichen

Verkehrsmittel zu nutzen. Wir wussten von unserem

Wir wussten

von

unserem Betrieb

in China, was

uns erwartet.

Freigeist

Große Ideen brauchen Platz. Der mechanisch höhenverstellbare Tisch USM Kitos M schafft

dynamische Arbeitsplätze in der kreativen Co-Working-Atmosphäre – und das ohne störende Kabel.

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14

TITELTHEMA unternehmen [!]

Die Information der Belegschaft ist Jan Stefan Roell

wichtig: „Wie sollen Mitarbeiter mitmachen, wenn

sie das große Ganze nicht kennen?“

Betrieb in China, nordwestlich von Shanghai, bereits,

was auf uns zukommt. Daher haben wir nicht auf die

Ansagen der Regierung gewartet.

Mussten Sie den Standort in China schließen?

Ja, aber das war kein großes Problem. Der Betrieb ist

noch relativ klein. Mittlerweile arbeiten wir dort wieder

voll und die Mitarbeiter führen alle notwendigen

Hygienemaßnahmen durch. Dazu gehört etwa das

morgendliche Desinfizieren der Schuhe und Arbeitsplätze

und das Tragen von Masken.

Offenheit, Verlässlichkeit und Transparenz gehören

zu Ihren Leitwerten. In welchem Umfang informieren

Sie Mitarbeiter in dieser schwierigen Situation?

Unsere Mitarbeiter kennen unsere Geschäftszahlen,

da wir jedes Jahr einen Geschäftsbericht drucken und

in der Belegschaft verteilen. Jetzt in der Krise kommt

jede Woche eine Videobotschaft von einem Vorstandsmitglied,

die sich Mitarbeiter zu Hause anschauen

können. Denen, die keinen Computerarbeitsplatz

haben, schicken wir das Video per WhatsApp

zu.

Sind solche Maßnahmen auch bei Ihnen in Deutschland

ein Thema?

Ja, wir haben uns eigene Desinfektionsmittelspender

gebaut, desinfizieren die Türklinken,

halten Abstand und tragen dort Masken,

wo der Abstand unterschritten

werden muss.

In der Krise

erhalten

die Mitarbeiter

jede Woche eine

Videobotschaft.

Nimmt bei Ihnen noch immer der Betriebsratsvorsitzende

an Sitzungen

der Geschäftsführung teil?

Ja, das war bei uns schon immer so

und das führen wir fort – jetzt eben

per Video. Einige wenige sitzen in einem großen Konferenzraum

und der Rest schaltet sich zu.

Wie hilfreich ist dieser Schulterschluss in der aktuellen

Situation?

Wir kennen es nicht anders, machen das gerne und

intensiv. Nur eine bruchlose Kommunikation innerhalb

des Unternehmens inklusive der Arbeitnehmervertretung

stellt sicher, dass wir am gleichen Strang

ziehen.

Weil Sie sagen, Transparenz fördert die Bindung und

das Verständnis für Maßnahmen?

Ganz genau. Wie sollen Mitarbeiter mitmachen, wenn

sie das große Ganze nicht kennen.

Die jahrelang prosperierende Metallindustrie

befand sich bereits

2019 im Abschwung. Deckt der

durch das Virus entfachte Sturm

strukturelle Schwächen auf?

Wir haben einen Tarifabschluss bekommen,

der bis Ende des Jahres

eine Nullrunde vorsieht. Unter der

Bedingung, dass wir das Kurzarbeitergeld für unsere

Mitarbeiter erhöhen. Unsere Mitarbeiter fallen also

nicht auf die berüchtigten 60 bis 67 Prozent des Nettogehalts,

sondern erhalten 80 Prozent oder mehr. Je

nachdem, ob der Arbeitgeber einen Kündigungsschutz

ausspricht oder nicht. Das war bereits vor der Krise

vereinbart.

Wie hilfreich ist der aktuelle Abschluss?

Die Nullrunde ist das Mindeste, was man in einer


unternehmen [!] TITELTHEMA 15

Krise wie dieser vereinbaren kann. Insgesamt tragen

wir in der Metallindustrie aber einen Rucksack

an Tarifvereinbarungen mit uns, welcher uns die

internationale Wettbewerbsfähigkeit erschwert.

Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, darüber nachzudenken.

Welche Ziegelsteine in diesem Rucksack wiegen

am schwersten? Es sind viele Einschränkungen

bezüglich der Arbeitszeitregelungen, hohe bürokratische

Aufwendungen durch komplexe Tarifverträge

und Einschränkungen der unternehmerischen

Freiheit, die zumindest im Mittelstand keine Berechtigung

haben.

Die

Metallfirmen

tragen

einen großen

Rucksack.

Was stört Sie konkret?

Der Tarifvertrag „zusätzliches Urlaubsgeld“ ist

kaum abzuwickeln. Oder ein anderes Beispiel:

Unser Tarifvertrag gibt uns zudem vor, wie

viel Prozent der Auszubildenden wir übernehmen

müssen. Ob ein junger Mensch

nach den Lehrjahren in ein unbefristetes

Arbeitsverhältnis übernommen

wird, sollte meiner Meinung

nach aber nicht vor, sondern

nach der Ausbildung entschieden

werden.

Die Metallindustrie hat aber

vor allem ein Kostenproblem.

Das stimmt. Unsere

Lohnstück kosten sind hoch.

Zudem haben wir das Problem,

dass wir die steigenden

Personalaufwendungen stets

an anderer Stelle überkompensieren

müssen. Nun kommen

weltweit neue Wettbewerber auf

den Markt – insbesondere aus

China. Das sind Unternehmen,

die einen großen heimischen

Markt haben, dort vieles ausprobieren

können, häufig staatlich

gestützt sind und gute Produkte

haben, mit denen sie auf die Weltmärkte

drängen.


Softwareentwicklung

und die

Digitalisierung will

Jan Stefan Roell

mit voller Kraft

vorantreiben.

Macht jedes Produkt, das deutsche Unternehmen

nach China liefern, die Konkurrenz ein

Stück weit stärker?

Ja, das ist so. Unser Ansatz, trotzdem zukunftsfähig

zu bleiben, hat mehrere Facetten. Wir müssen

versuchen, mit einem bestimmten Teil unseres Geschäftes

ein chinesisches Unternehmen zu werden.

Dazu gehört es, vor Ort Produkte zu entwickeln, zu

fertigen und in Zwick Roell-Qualität auf den Markt

zu bringen. Gleichzeitig müssen wir in China und

in Ulm für chinesische Kunden erreichbar sein. Die

zweite Facette ist es, uns einen Innovationsvorsprung

zu erhalten, damit chinesische Kunden unsere

Produkte wollen, um sich selbst einen Vorteil

zu verschaffen. Der dritte Punkt ist, mit Serviceleistungen

dafür zu sorgen, dass die sehr markenaffinen

Chinesen Maschinen unserer Marke bei sich

im Betrieb stehen haben wollen.

Welche Rolle spielt das Thema

Big Data in Bezug auf die Effizienzsteigerung

Ihrer Kunden?

Eine große. Wir können unsere Maschinen

bauen und hoffen, dass

Kunden damit gültige Prüfungen

zustande bekommen. Oder wir

bauen eine Maschine, deren Software

sicherstellt, dass korrekte

Prüfergebnisse entstehen. Der nächste Schritt wäre

durch digitale Überwachung der Anlage ein korrektes

Ergebnis zu garantieren. Das können wir

dann tun, wenn wir über intelligente Sensoren mitbekommen,

wie unsere Maschine eingesetzt wird:

mit welchen Werkzeugen, Regelparametern, System-

und Softwareeinstellungen. Das wird nur

durch die Digitalisierung möglich.

Lassen sich Kunden so tief in die Karten schauen?

Ja, das kommt immer stärker. Es hilft Ihnen, auch

mit nicht fachkundigen Mitarbeitern, gültige Ergebnisse

zu produzieren. Eigentlich haben Sie den

Schlüssel zum Paradies.

Wir müssen

mit einem Teil

unseres Geschäfts

eine chinesische

Firma werden.

Wenn Firmen überall auf der Welt Maschinen

produzieren, benötigen sie eine einheitliche

Qualität. Dazu brauchen sie Prüfmaschinen.

Weil das so ist, blicken wir zuversichtlich in die Zukunft.

Für international tätige Unternehmen ist es

von großer Bedeutung, dass nicht nur die Forschung,

sondern auch die Qualität über alle Fabriken

hinweg nach den gleichen Kriterien gemessen

wird. Dabei können wir helfen.

Corona scheint alle anderen Themen verdrängt

zu haben, was waren die drängendsten Themen,

mit denen Sie sich vor Corona beschäftigt haben?

Wir haben einige Themen als systemrelevant identifiziert

und führen diese mit voller Kraft weiter.

Das sind bei uns im Haus etwa die Software-Entwicklung

sowie alle Digitalisierungsprojekte. Dazu

gehört auch ein großes Projekt, das sich mit der digitalen

Kommunikation mit unseren Kunden beschäftigt.

Hier wollen wir keine Zeit verlieren.

Welche Frage hätten Sie noch

gerne gestellt bekommen?

Lassen Sie mich überlegen …

Was wünschen Sie sich von der Politik

am Ende der Krise?

Und wie lautet die Antwort?

Ich wünsche mir, dass die Politik

versteht, dass das Wiederhochfahren

aller Geschäfte zusätzliche Liquidität

braucht. Sie müssen auf der Aktivseite der

Bilanz ihre Vorräte auffüllen und ihre Kundenforderungen

wieder finanzieren. Zweitens wünsche

ich mir, dass die Politik ein Assessment darüber

macht, wie gut unsere digitale Infrastruktur in der

Krise war und daraus sofort Maßnahmen ableitet.

Die regionale Breitbandversorgung ist in einem beklagenswerten

Zustand. Das schwache Netz bremst

die Möglichkeit zum Home-Office aus.

Was muss sich noch ändern?

Den Ärzten und Pflegekräften darf in der Krise nicht

nur applaudiert werden. Wir müssen uns umfassend

mit deren unzureichender Bezahlung und der hohen

Belastung auseinandersetzen – auch nach der Krise.

Und zuletzt, wenn die Politik bereits 2012 eine Risikoanalyse

zu einer Viruspandemie durchgeführt hat,

sollten sich die Verantwortlichen fragen, warum es

keine besseren Vorsorgemaßnahmen gegeben hat.


unternehmen [!] TITELTHEMA 17

Dienstleister für 46 000 Mitgliedsbetriebe in einer der

wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands

Der nächste

Schritt wäre

die digitale

Überwachung

der Anlage.

Eine südkoreanische Gruppe auf Messe-Besuch bei Zwick Roell in Einsingen.

Foto: Volkmar Könneke

Die IHK Ulm umfasst die Stadt

Ulm sowie die Kreise Alb-Donau

und Biberach. Sie vertritt die Interessen

der rund 46 000 Mitgliedsunternehmen,

die mehr als

230 000 Mitarbeiter beschäftigen.

Die Region gehört in

Deutschland zu den Top Ten in

Sachen Wirtschaftsleistung. Der

Standort verfügt über eine ausgewogene

Wirtschaftsstruktur,

weswegen sie weniger anfällig gegen

Branchenkrisen ist. Die Kammer

beschäftigt als Dienstleister

für die Wirtschaft 170 Mitarbeiter.

Das Unternehmen von IHK-Präsident

Jan Stefan Roell ist einer

der weltweit führenden Anbieter

von Prüfmaschinen für die Werkstoff-

und Materialprüfung. Damit

legt das Unternehmen die

Basis für Forschung, Entwicklung

und Qualitätssicherung in mehr

als 20 Branchen. Zuletzt erwirtschafteten

1600 Mitarbeiter

(davon 1050 am Firmensitz in

Ulm-Einsingen) einen Jahresumsatz

von 236 Millionen Euro. Die

Zwick Roell AG ist in 56 Ländern

vertreten und verfügt über Werke

in Deutschland. Österreich,

Großbritannien und China.

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18

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Verallia steigert

Umsatz

Unternehmen „Glas liegt wieder

mehr denn je im Trend“,

sagt Hugues Denissel, Vorstandsvorsitzender

der Verallia

Deutschland AG aus dem oberschwäbischen

Bad Wurzach. So

konnte der Konzernumsatz von

rund 522 Millionen Euro im Jahr

2018, auf rund 570 Millionen

Euro im Jahr 2019 gesteigert

werden. Verallia ist einer der

führenden Hersteller von Glasflaschen

und -behältern für den

Getränkebereich. Das Unternehmen

beschäftigt über 3000

Mitarbeiter an sieben Standorten

in Deutschland, Russland

und der Ukraine, 500 davon in

Bad Wurzach.

Hymer wechselt

Führung

Personalie Hans-Georg Rauh

folgt auf Jochen Hein als Technischer

Geschäftsführer der Hymer

GmbH & Co. KG in Bad

Waldsee. In seine

Verantwortung

fallen Ent-

Hans Georg

Rauh ist neuer

Technischer

Geschäftsführer.

wicklung und

Konstruktion,

Qualitäts- und

Logistikketten-Management

sowie Produktion

und

Personal. Die

Erwin Hymer

GmbH ist Hersteller

von Freizeitfahrzeugen

und ist ein Unternehmen der Erwin

Hymer Group (mehr als

6000 Mitarbeiter, 2,3 Milliarden

Euro Umsatz).

Vaude plant

neuen Vertrieb

Outdoor Die Vaude Sport

GmbH & Co. KG stellt zur Jahresmitte

das Geschäftsverhältnis

mit dem Vertriebspartner

Völkl (Schweiz) AG ein. Vom 1.

Juli an erfolgt der Vertrieb in

den Bereichen Mountain Sports,

Bike Sports und Packs‘n Bags

zentral vom Hauptsitz in Tettnang

aus. Unterstützung gibt es

durch ein Außendienst-Team in

In Laboren von Waldner wird auch das Coronavirus erforscht.

Wangener Technik in China

Das Medizintechnik-Unternehmen Waldner Holding

GmbH & Co. KG aus Wangen im Allgäu hat derzeit

mehr als 700 Projekte in der Abwicklung. Eines davon

betrifft das Tübinger biopharmazeutische Unternehmen

CureVac. Dort installiert Waldner ein zusätzliches

modernes Labor auf einer Fläche von 1400

Quadratmetern. Auch im „Suzhou Center of Disease

Control and Prevention“ in China wird ein neues

der Schweiz. Das Familienunternehmen

Vaude mit 500 Mitarbeitern

in Deutschland zählt zu

den führenden Bergsportmarken

in Europa (Umsatz: mehr als

100 Millionen Euro).

Trösch schließt

Standort

Werk Das Schweizer Unternehmen

Glas Trösch hat seine 2001

übernommene Ulmer Niederlassung

zum 31. März geschlossen.

Betroffen sind rund 130 Arbeitsplätze

im Industriegebiet

Donautal. Die 1905 gegründete

Firma beschäftigt insgesamt

5000 Mitarbeiter in 60 Betrieben

in der Schweiz, Deutschland,

Frankreich, Polen, Moldawien,

Ukraine, Ungarn, Türkei,

Tschechien und USA.

Aida investiert

in Weingarten

Expansion Der japanische Pressenhersteller

Aida Engineering

Ltd. expandiert am Standort

Weingarten. Für rund fünf Millionen

Euro erwarb das Unternehmen

eine Fläche von

33 000 Quadratmetern. Im Jahr

2017 hatte die Aida Europe

GmbH bereits ein Technologiezentrum

in Weingarten eröffnet.

Aida ist der weltweit führende

Hersteller von Metallumformpressen

und verfügt insgesamt

über etwa 186 000 Quadratmeter

Produktionsfläche. Das Unternehmen

hat über 1500 Mitarbeiter

bei einer Produktionskapazität

von mehr als 2000 Pressen

pro Jahr.

Foto:Matthias Kaiser

Waldner-Labor seinen Betrieb aufnehmen. Die weltweit

tätige Unternehmensgruppe beschäftigt über

1400 Mitarbeiter. Unter der Dachgesellschaft gliedern

sich vier eigenständige Unternehmen: Die Hermann

Waldner GmbH & Co. KG, Waldner Laboreinrichtungen

GmbH & Co. KG, Hohenloher Spezialmöbelwerk

Schaffitzel GmbH + Co. KG und die eretec

Laborplanung GmbH & Co. KG.

Neue Blisterlinie

in Betrieb

Digitalisierung Trotz Corona-Krise

nahm die Uhlmann

Pac-Systeme GmbH & Co.

KG jetzt eine Hochleistungs-Blisterlinie

für die Verpackung

von Blutzucker-Tabletten

in China in Betrieb. Möglich

wurde dies durch ein Service-Portal,

das Möglichkeiten

für die digitale Zusammenarbeit

bietet. Auch eine Datenbrille

kam dabei zum Einsatz. Uhlmann

mit Sitz in Laupheim im

Landkreis Biberach ist ein weltweit

führender Systemanbieter

für das Verpacken von Pharmazeutika

in Blister, Flaschen und

Kartons. Die Uhlmann Group

erzielte im Geschäftsjahr

2018/19 mit rund 2400 Mitarbeitern

einen Umsatz von 426 Millionen

Euro.

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19

30 Jahre Qualität und Know-how

1990 gegründet, ist Rehm Thermal Systems

heute Technologie- und Innovationsführer

für Systeme zur wirtschaftlichen Fertigung

elektronischer Komponenten.

Der Firmensitz des international agierenden Unternehmens

ist in Blaubeuren-Seißen. Weitere firmeneigene

Niederlassungen gibt es rund um den

Globus – unter anderem in China, Mexiko und den

USA. Neben Reflow-Lötsystemen mit Konvektion,

Kondensation mit und ohne Vakuum sowie Trocknungs-

und Beschichtungsanlagen stellt Rehm

Thermal Systems auch hochwertiges Equipment

für die Metallisierung von Solarzellen her.

Die Kunden von Rehm Thermal Systems kommen

aus ganz unterschiedlichen Bereichen: der

Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnologie,

Leistungselektronik und Militärtechnik, aber

vor allem der Automobilindustrie. Und so treibt

die Firma Rehm durch ihre innovativen Systeme

und individuellen Softwarelösungen gemeinsam

mit ihren Kunden auch Themen wie Elektromobilität

oder Industrie 4.0 voran, immer bestens gewappnet

für die künftigen Herausforderungen

der industriellen Baugruppenfertigung.

Für den Erfolg von Rehm Thermal Systems arbeiten

derzeit weltweit mehr als 600 Mitarbeiter –

und allein am Firmensitz 25 Auszubildende sowie

zwei dual Studierende. Denn neben innovativen

Lösungen und Zukunftskonzepten hat sich

die Firma Rehm auch die berufliche Förderung

junger Menschen auf die Fahne geschrieben.

Rehm Thermal Systems GmbH

Leinenstrasse 7

89143 Blaubeuren-Seissen

T +49 7344 9606-0

F +49 7344 9606-525

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energieeffizientes Fertigungsequipment für die Elektronik-

und Solarindustrie. Das Produktportfolio umfasst

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20

MACHEN unternehmen [!]

Wali Chinzai rollt Teig für Croissants aus. Aus der Backstube in Ummendorf

werden normalerweise die Filialen und fünf Cafés der Bäckerei Zoll mit Brot,

Bienenstichen, Croissants und vielem mehr beliefert. Foto Matthias Kessler

Wie Firmen die Krise

gebacken bekommen

Corona-Krise Die Handwerkskammer Ulm setzt seit Beginn der Pandemie auf

unbürokratische Hilfe, damit Betriebe die staatlichen Förderungen schnell erhalten.

Für Firmen wie die Bäckerei Zoll ist das von existenzieller Bedeutung.

Nein, das ist keine Rolle

Klopapier. Das ist eine

Torte. Daniel Zoll und

sein Team bringen mit

dieser etwas ungewöhnlichen

Kreation aus der Backstube die

Kunden zum Schmunzeln. Den

Humor hat der Geschäftsführer

der Bäckerei Zoll GmbH in Ummendorf

im Landkreis Biberach

Die wichtigste

Frage war: Wie

lange geht das

und wie viel Geld

brauche ich?

Daniel Zoll

Bäckerei-Chef

auch in der Corona-Zeit nicht

verloren, auch wenn der Umsatz

des Traditionsbetriebes in

der Pandemie um bis zu 70 Prozent

eingebrochen ist. Die Bäckerei

Zoll verdient ihr Geld neben

dem Verkauf von Backwaren

hauptsächlich durch den

Betrieb von fünf Cafés, die Anfang

März allesamt geschlossen

wurden.

Unter Einbezug der 450-Euro-Kräfte

hat die Bäckerei

Zoll 140 Beschäftigte.

Eine der ersten

Schritte von Daniel

Zoll war es,

staatliche Förderungen

und Kurzarbeit für die

Festangestellten zu beantragen:

„Auch wenn wir im ersten Monat

die Gehälter noch zahlen

konnten, galt es primär die

Lohnkosten so schnell wie möglich

zu senken.“

In der Handwerkskammer

Ulm fand er einen Ansprechpartner,

der ihn über Zuschüsse

aufklärte, die Betrieben mit bis

zu 250 Mitarbeitern gewährt

werden. „Zu Beginn der Krise

war wirklich unklar, welche Formel

zur Bestimmung der Mitarbeiterzahlen

anhand der unterschiedlichen

Arbeitsverträge für

den Förderantrag anzuwenden


unternehmen [!] MACHEN 21

Kopf hoch

und jederzeit

offen sein

für schnelle

Entscheidungen.

Humor in der Krise:

Bäckerei-Chef Zoll

mit seiner Torte in

Toilettenpapierform.

ist“, sagt Zoll. Die Mitarbeiter

der Handwerkskammer Ulm

halfen ihm bei der Berechnung

der Vollzeitäquivalenz – noch

bevor die Informationen über

diese spezifische Messung von

Arbeitszeit auf der Internetseite

des Landes Baden-Württemberg

zu finden waren.

Gleich zu Beginn der Krise

haben sich die Ereignisse auch

für Daniel Zoll und sein Team

überschlagen und auch die

Schließung der Cafés kam quasi

über Nacht: „Die wichtigsten

Fragen lauteten damals: Wie

lange geht das und wie viel Geld

brauche ich?“

Er habe keine x-beliebige Förderung

beantragen wollen, die

er vielleicht nicht in der Gesamtsumme

benötigen würde.

„Jeder Überschuss wäre zu

viel, doch zu knapp darf man

auch nicht kalkulieren“, sagt

Zoll. Dazu kam, dass die Bäckerei

vor eineinhalb Jahren in

neue Backöfen investiert hat.

Die staatliche Förderbank KfW

hatte dafür Darlehen bewilligt,

doch auf diese sind keine Sondertilgungen

möglich.

Auch in einem weiteren

Punkt erfuhr der Geschäftsführer

Unterstützung durch die

Handwerkskammer: „Über den

Newsletter wurden wir stets mit

aktuellen Informationen zur Corona-Pandemie

versorgt.“

700 Anrufe am Tag

Mitte März. Das war

auch die Zeit, in der die

Telefone am Sitz der

Handwerkskammer

Ulm in der Olgastraße

nicht mehr stillstanden.

Über 700 Anrufe

gingen in der ersten

Phase der Pandemie

pro Tag auf der eiligst

bereitgestellten Coro-

Wir können Standard … und noch sooo vieles mehr!

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22

MACHEN unternehmen [!]

Das Gros der Anträge kommen von Kleinstbetrieben

für die kommenden drei Monate zu

berechnen, sondern auch darüber

hinaus und entsprechend zu handeln.

Für Mehlich steht fest: Nur

wenn der Betriebsbestand weitestgehend

am Leben und bisher funktionierende

Marktstrukturen aufrechterhalten

werden können, ist

eine Rückkehr in die Normalität

möglich.

„Wir kennen

die Betriebe

und können zügig

einschätzen, wer die

Zuschüsse braucht.

Tobias Mehlich

Handwerkskammer

Die Bäckerei Zoll ist einer von 19 500 Betrieben, die die Handwerkskammer Ulm betreut.

na-Hotline ein. Besonders betroffen

waren Betriebe, die behördlich dazu

verpflichtet wurden, zu schließen:

Darunter Friseure oder etwa Kosmetiker.

Ebenso Betriebe mit Handelsanteil

und Betriebe mit einem großen

Anteil an Veranstaltungen und

Messen wie Metallbauer, Raumausstatter,

Schreiner oder Gebäudereiniger.

Erschwerend hinzu kamen

unterbrochene Lieferketten, fehlendes

Material aus dem Ausland, geschlossene

Baustellen, sowie Engpässe

bei Schutzmaterialien wie

Desinfektionsmittel.

„Für uns war es sehr wichtig, dafür

zu sorgen, dass Liquiditätsengpässe

durch staatliche Unterstüt-

Seit Ende März können Betriebe

bei der Handwerkskammer

Ulm Soforthilfe-Zuschüsse

abrufen. 80 Prozent der Anträge

kommen von kleinen Betrieben

mit bis zu fünf

Mitarbeitern. 11 Prozent von

Unternehmen mit bis zu 10

Mitarbeitern und 9 Prozent

von Firmen mit bis zu 50 Beschäftigten.

„Wir wissen sehr

genau, dass wir hier mit wertvollen

Steuergeldern umgehen“,

betont Hauptgeschäftsführer

Tobias Mehlich. Auch in

dieser besonderen Situation

dürfe niemand Geld bekommen,

für den es nicht gedacht

sei. „Weil wir aus der Handwerkssicht

die Situation der

Antragsteller und deren Sprache

kennen, können wir zügig

einschätzen, wer die Zuschüsse

wirklich braucht“, erläutert

Mehlich. Von der Politik

wünscht er sich, dass diese

auch über die Steuerpolitik die

Liquidität in den Betrieben

Zur Person

Tobias Mehlich

(52) ist seit dem

Jahr 2010 Hauptgeschäftsführer

der

Handwerkskammer

Ulm. Der Jurist (verheiratet,

drei Kinder)

stammt ursprünglich

aus dem hessischen

Bad Nauheim.

aufrecht erhält. Sonst würden

die bisherigen Bemühungen

konterkariert.

Die Handwerkskammer

Ulm ist Dienstleister und Ansprechpartner

für 19 500

Handwerksbetriebe mit mehr

als 120 000 Beschäftigten und

rund 8000 Auszubildenden.

Ihre Mitgliedsbetriebe erwirtschafteten

zuletzt einen Jahresumsatz

von mehr als 15 Milliarden

Euro.

zungsleistungen, Finanzhilfen und

durch Soforthilfe-Anträge geschlossen

werden konnten“, sagt Tobias

Mehlich. Der Hauptgeschäftsführer

ist stolz: Die Handwerkskammer hat

seiner Ansicht nach Schnelligkeit

und Leistungsstärke bewiesen.

„Vielfach haben unsere Mitarbeiter

und Mitarbeiterinnen über gesamte

Wochenenden hinweg hilfesuchende

Betriebe beraten und unterstützt.“

Mehlich geht es darum, die nackte

Existenz der Mitgliedsbetriebe

mit ihren Beschäftigten und Auszubildenden

zu sichern. Seine Berater

hatten zu Beginn der Krise empfohlen,

den Liquiditätsbedarf nicht nur

Der Ulmer Kammerchef blickt

trotz steigender Krankenzahlen und

sinkender Umsätze durchaus optimistisch

auf die kommenden Wochen

und Monate: „Wir erhalten

auch viele Rückmeldungen von Betrieben,

die immer noch volle Auftragsbücher

haben und einiges am

konjunkturellem Hoch der letzten

Monate aufarbeiten können.“ Was

Mehlich ebenfalls Mut macht: „Ich

weiß, dass sich Handwerker und

ihre Mitarbeiter nicht von dieser

Krise auseinanderdividieren lassen

und zusammenhalten.“

Daran hält auch Bäckerei-Chef

Daniel Zoll fest. Egal, wie lange die

Krise noch anhalten und wie viel

Einnahmen ausbleiben werden. Für

ihn gilt: „Kopf hoch und jederzeit offen

sein für schnelle Entscheidungen.

Man wird später sehen, ob alle

richtig waren.“ Wichtig sei jedoch,

dass die Belegschaft stets gut über

die neuesten Geschäftsentwicklungen

unterrichtet ist.

„Wir haben das große Glück, extrem

motivierte Mitarbeiter und

Mitarbeiterinnen zu haben“, betont

Zoll. Der Zusammenhalt in seinem

Team macht ihm Mut. „Ich bin mir

sicher, dass wir in der Zeit nach Corona

noch mehr zusammenstehen

werden und gemeinsam einen Neustart

hinbekommen.“ Und dies ganz

sicher auch mit neuen, ausgefallenen

Kreationen aus der Backstube –

wie seine Torte in Toilettenpapierform.

Lachen ist ja bekanntlich gesund.

Und Gesundheit ist zurzeit sowieso

das Allerwichtigste. [!]


Stefan Loeffler


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

23

Die neue Meeting-Kultur in Corona-Zeiten

Selten hat sich global in unserem Berufsleben

so viel in so kurzer Zeit geändert. Der Corona-Virus

hat uns ins Homeoffice verbannt. Eine

neue Kultur der Internen Unternehmenskommunikation

ist die neue Business-Realität.

Hier ein Gespräch mit Karin Breitkreuz,

Chefin von BREITKREUZ INTRAKOMM ® . Ihr

Unternehmen berät deutschlandweit Mittelstand

und Konzerne zur Verbesserung interner

Kommunikationsprozesse und erzielt damit

mehr Engagement, Freude und Teamgeist

innerhalb verschiedenster Wirtschaftsunternehmen.

Frau Breitkreuz, worin sehen Sie die gravierendsten

Veränderungen Interner Kommunikation

in Unternehmen durch Corona?

Ich übertreibe sicher nicht, dass der harte

Führungsjob durch die Corona-Krise noch wesentlich

komplexer wurde. Mitarbeiter sind im

Home office und nicht wie gewohnt greifbar,

um einen Sachverhalt zu klären. Gerade jetzt

gibt es Regeln, die besonders bei Video-

Meetings stark an Relevanz gewinnen. Es

kann viel mit langfristigen Auswirkungen auf

die Stimmung im Unternehmen daneben gehen,

wenn es um Interne Kommunikation in

Krisenzeiten geht, wie kürzlich global agierende

Unternehmen bewiesen haben.

Worin sehen Sie die Herausforderungen der

neuen Kommunikation?

Nun ja, vornehmlich darin, dass die Kommunikation

untereinander nicht abreißt. Allein ein

Video-Meeting stellt trotz der Interaktion via

Bildschirm eine unsichtbare Hürde dar. So

verhalten wir uns, als seien wir unbeobachtet.

Jeder hat schon mal an der Ampel beim

Lieblings lied mitgesungen. Hier ist das ähnlich.

Man fokussiert sich auf sich, verliert an

Haltung, ist abgelenkt und gewährt Einblicke

in die Privatsphäre. Bei Video-Meetings müssen

Regeln gelten wie in einer Live-Besprechung.

Aufmerksam sein. Haltung bewahren.

Foto: BREITKREUZ INTRAKOMM ®

Karin Breitkreuz strukturiert Interne Kommunikation.

Ausreden lassen. Am besten einen Moderator

bestimmen.

Was hilft noch, die Abläufe zu strukturieren?

Es hilft, sich ein Blatt für jedes laufende Projekt

zu erstellen, das einen Leitfaden durchs

Meeting darstellt. Darauf lassen sich zuvor

wichtige Fragen notieren und während des

Gesprächs Anmerkungen festhalten. Auch in

Hinblick darauf, dass es hier nun auch technisch

zum No-Go geworden ist, jemandem ins

Wort zu fallen. Außerdem sollte Startzeit und

Dauer des Meetings festgelegt werden sowie

klare Zeitfenster zur eigenen Erreichbarkeit.

Gerade in Krisenzeiten gewinnen Rituale an

enormer Bedeutung.

Gibt es noch mehr Tipps?

Natürlich. Klare Strukturen zur Internen Kommunikation

im Unternehmen sind wichtig. Sie

verbinden Menschen und nehmen Unsicherheit

und Angst. Ohne diese krisenfesten

Strukturen funktioniert erstaunlicherweise

nur eine Sache innerhalb von Unternehmen

weiterhin reibungslos: Der Flurfunk. Daher

gilt: geben Sie den Mitarbeitern auch in Video-Meetings

Freiheiten für den Austausch

von Fragen, Tipps und Ideen. So steigt mit der

Verbundenheit die Leistung.

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Die Krise haben? Niemals! Denn jetzt ist die beste Gelegenheit für einen Reset Ihrer internen Kommunikationsprozesse!

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24

MACHEN unternehmen [!]

Zum Saisonstart

kalt erwischt

Corona-Hilfen Die Lungenkrankheit Covid-19 stellt für viele

Unternehmen eine extreme Belastungsprobe dar – und verwandelt

die Hotlines der IHK in Sorgentelefone. Beispiele wie das der Ulmer

Eisdielen-Besitzerin Marleen Rizzo machen aber auch Mut.

Endlich Frühling und was

für ein Wetter. Voller

Vorfreude auf die warme

Jahreszeit und gute Geschäfte

hat Marleen Rizzo am 14.

März ihr Eiscafé „La Piazza“ geöffnet.

Fünf Tage später sperrte

sie es wieder zu. Auf behördliche

Anweisung hin. „Die Corona-Krise

hat mich hart getroffen

und mir gerade im Frühjahr,

wenn die Menschen noch nicht

an den Badeseen oder im Urlaub

sind, den größten Umsatzeinbruch

in meiner Selbstständigkeit

beschert“, berichtet die Ladeninhaberin.

Sie hatte ihren Räumen am

Ulmer Münsterplatz kurz vor

Ausbruch der Pandemie drei

Wochen lang noch einen neuen

Schliff verpasst hatte: „Wir haben

kräftig investiert und unser

Eiscafé grundlegend modernisiert“.

Und nun das! Doch ein

bisschen Glück im Unglück hatte

sie dennoch: „Mein Vermieter

ist meinem kleinen Familienbetrieb

in dieser Zeit sehr

entgegengekommen.“

Unterstützung fand sie auch

bei der Sparkasse sowie bei der

Industrie- und Handelskammer

Ulm: „Die IHK-Berater waren

immer für mich da, auch am Wochenende

bekam ich Antworten

auf meine Mails. Zudem wurde

mein Antrag auf Corona-Soforthilfe

innerhalb kürzester Zeit

bearbeitet“, freut sich Marleen

Rizzo. Anfang April erhielt sie

von der Stadt die Erlaubnis einen

Liefer- und Bestellservice

einzurichten: „Liefern ist sehr

schwierig. Doch immerhin war

es ein kleiner Schritt, der auch

gut für das Gemüt war. Mit dem

Mein Vermieter

kam mir in

dieser schwierigen

Zeit sehr

entgegen.

Marleen Rizzo

Chefin des Eiscafés „La Piazza“

Corona-Hotline

Das neu eingerichtete

Corona-Expertenteam der

IHK Ulm informiert die Mitgliedsbetriebe

auch in den

nächsten Monaten rund um

die Themen Existenzsicherung,

Liquiditätsplanung,

Kurzarbeit und weitere

wirtschaftliche Fragestellungen.

Kontakt per Telefon

0731 173-333 oder per

E-Mail an corona@ulm.ihk.

de. Corona-Updates zu unternehmensrelevanten

Themen gibt es unter www.

ulm.ihk24.de. Mit dem Corona-Ticker

gibt es zusammengefasste

Neuigkeiten

zur Übersicht.

Die Mitarbeiter der Bezirkskammer

Göppingen

sind per Telefon 07161 6715-

0 erreichbar und beraten zu

allen Fragen. Die Nummer

der Corona-Hotline der IHK

Region Stuttgart lautet 0711

2005-1677.

Umsatz, den ich über die sonnige

Osterzeit gemacht hätte, ist

das nicht zu vergleichen.“ Seit

Mitte April ist nun auch der

Straßenverkauf wieder möglich.

Bis zu diesem Zeitpunkt gingen

am IHK-Sitz in der Olgastraße

bereits 13 000 Anträge aus

der Region Ulm zum Corona-Soforthilfeprogramm

des

Landes ein. Die Mitarbeiter prüfen

diese auf Plausibilität und

leiten diese zur Auszahlung – in

der Regel bereits am selben

Tag – an die L-Bank weiter.

Tauchten Rückfragen auf,

wurden diese mit den Antragstellern

anhand einer Telefon-Hotline

geklärt, bei der sich

Solo-Selbstständige von Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern

der IHK zum Ausfüllen der Anträge

kostenlos beraten lassen

konnten. In Spitzenzeiten waren

dies 400 Anrufe pro Tag. Dabei

ging es auch um die Vollständigkeit

der Angaben, ob der Antrag

unterschrieben war und der drohende

Liquiditätsengpass plausibel

erläutert werden konnte.

Sorgen um die Existenz

Die zu Krisenbeginn am häufigsten

gestellten Fragen drehten

sich zudem rund um die Themen

Kurzarbeit, Gesundheitsschutz,

Kredite, Stundungen,

Recht und Steuern: „Viele Unternehmerinnen

und Unternehmer

teilten uns ihre Sorge mit,

dass sie finanziell nicht mehr

lange durchhalten können“,

schildert IHK-Hauptgeschäftsführer

Max-Martin Deinhard die

schwierige Lage vieler Vetriebe.

Er rät den Mitgliedsfirmen, die

mittelfristige Planung und Ent-


unternehmen [!]

MACHEN

25

Marleen Rizzo hat dieses Jahr kräftig in ihre Eisdiele investiert.

Von der zeitweisen Corona-Zwangspause lässt sie sich nicht entmutigen

– und freut sich auf den Sommer. Fotos: Lars Schwerdtfeger

wicklung fest im Auge zu behalten,

auch wenn derzeit das kurzfristige

Überleben im Fokus steht: „Das ist

eine große Herausforderung angesichts

der unwägbaren Situation.“

Wichtige Themen sind nach seinen

Worten aktuell die Kreditorganisation,

die Prüfung von Lieferketten

und Kapazitäten, angepasste Mitarbeiterplanungen,

Nutzung des Corona-Teilstillstands

für Weiterbildungen

und die Verlagerung auf digitale

Lösungen. Bei diesen Themen

setze die IHK Ulm mit ihrer Beratung

und Information an. „In der aktuellen

kritischen Situation benötigen

die Unternehmen

dringend klare

Perspektiven

von Seiten der Bundesregierung“,

fordert

Deinhard.

Ende April

konnten die ersten

Ladengeschäfte,

Autohäuser, Museen

und Buchhandlungen

wieder öffnen.

Und wie geht es jetzt weiter?

Für Max-Martin Deinhard wird die

Corona-Pandemie die Weltwirtschaft

weiterhin stark beeinträchtigen:

Voraussetzung für eine Rückkehr

auf den Wachstumskurs sei die

Eindämmung der Corona-Infektionen,

so dass sich das soziale und

wirtschaftliche Leben normalisiere.

„Wir brauchen für die nächsten Monate

und darüber hinaus eine klar

kommunizierte Strategie zum Hochfahren

der Wirtschaft unter Berücksichtigung

medizinischer und epidemiologischer

Erkenntnisse. Die

Wirtschaft muss wieder wirtschaften

können“, betont Deinhard. Diese

Kommunikation müsse die Erwartungen

der Unternehmen und

Je nach

Branche sind

neue Ideen für neue

Geschäftsfelder

gefragt.

Gernot Imgart

IHK-Bezirkskammer Göppingen

Bürger stabilisieren, Unsicherheit

verringern und Perspektive

geben.

Außerdem hat die IHK

Ulm zur Entlastung ihrer

Mitglieder die Beitragszahlungen

gestundet. Die Kammer

werde die Bescheide

nicht vor dem 30. Juni 2020 an die

Mitglieder versenden, sagt Deinhard.

Auch andernorts ist der Rat der

Industrie- und Handelskammern

stark gefragt: Bei den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der zentralen

Corona-Hotline der IHK Region

Stuttgart gingen im März und April

etwa 1500 Anrufe täglich ein. Bei der

Bezirkskammer Göppingen, einer

von sechs Bezirken der IHK Region

Stuttgart, läutete am Tag etwa 150

Mal das Telefon.

Dabei ging es neben den Fragen

zur korrekten Antragsstellung und

zu den Förderbedingungen um mögliche

Ladenschließungen und Passierscheine

sowie unter anderem

auch um Stundungen von Steuern

und Sozialversicherungsbeiträgen.

„Viele Händler wollen zudem wissen,

ob sie weiterhin Miete zahlen

müssen“, erläutert Gernot Imgart,

Leitender Geschäftsführer der

IHK-Bezirkskammer

Göppingen.

Doch im Vordergrund

stehe, die

Gesundheit der

Mitarbeiter zu

schützen und möglichst

schnell alle

laufenden Kosten

zu senken, um die

eigene Liquidität zu

erhalten.

„Je nach Branche sind neue Ideen

für neue Geschäftsfelder gefragt. Das

könnte ein Abholservice sein oder

der Einstieg ins Onlinegeschäft“, sagt

Imgart. Extrem wichtig für die Kundenbindung

sei, die Kommunikation

mit der eigenen Zielgruppe aufrecht

zu erhalten und sogar zu intensivieren.

„Denn nach der Krise“, so Imgart,

„muss das Geschäft schnell wieder

hochgefahren werden können.“

Dies ist ganz im Sinne von Marleen

Rizzo, die sich nicht entmutigen

lässt: „Jetzt im Frühling möchten

die Menschen Eis essen gehen.

Das gehört bei uns in der Gesellschaft

einfach dazu.“ Und erst recht

im im Sommer, auf den sie sich heute

schon freut. [!] Stefan Loeffler

Zur Person

Max-Martin Deinhard

ist seit Jahresbeginn

Hauptgeschäftsführer

der

IHK Ulm (46 000

Mitgliedsfirmen).

Der 38-Jährige hat

Politik- und Verwaltungswissenschaftler

studiert.

Zur Person

Gernot Imgart ist

promovierter Jurist.

Er steht seit August

2019 als leitender

Geschäftsführer an

der Spitze der

IHK-Bezirkskammer

Göppingen (13 700

Gewerbetreibende).


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Trotz Krise: Einstiegsmöglichkeiten für

langfristige Anleger mit klarer Strategie

Die Psychologie des Anlegers

Ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften,

„Behavioral Finances“, beschäftigt sich

mit der Psychologie der Anleger. Am Beispiel

eines deutschen Brillenherstellers

zeigt Andreas Glogger, erster Vorsitzender

des KAPITAL-FORUM Schwaben/Allgäu e.V.

auf, dass der typische Anleger eben nicht

der von der Volkswirtschaftslehre ausgehende

„Homo oeconomicus“ ist, also derjenige,

der seine Entscheidungen effizient und

rational fällt. Vielmehr trifft eine erhebliche

Anzahl an Marktteilnehmern ihre Entscheidungen

sehr emotional. Beispielsweise sehen

in sogenannten „Haussephasen“, bei

Kursanstieg, etliche Investoren alles mit der

rosaroten Brille, sind euphorisch und ihr

Enthusiasmus ist nicht mehr einzubremsen.

In den „Baissephasen“ hingegen, bei sinkendem

Kurs, verhält es sich genau umgekehrt.

Dieselben Marktteilnehmer, die vier

Wochen zuvor noch grenzenlos optimistisch

waren, sind jetzt depressiv und verstehen

die Welt nicht mehr. Unternehmen, die

kurz zuvor noch ins Unendliche steigen sollten,

sind jetzt auf einmal völlig wertlos und

werden abgestoßen – egal zu welchem Preis.

Emotionen sind kein guter Ratgeber

„Allein der gesunde Menschenverstand sollte

eigentlich ausreichen, um zu erkennen,

dass die Wahrheit – wie wohl so oft – in der

Mitte liegen dürfte“, erklärt der erste Vorsitzende

des KAPITAL-FORUM. Der Verein informiert

zu Themen rund um die „Neue Finanzwelt“.

„In guten Zeiten ist eben nicht alles

so herausragend, wie man denkt; in

Krisenzeiten aber auch nicht so katastrophal,

wie man meinen könnte“, so Glogger,

Geschäftsführer der GLOGGER&PARTNER

Vermögensverwaltung. Es komme immer

wieder zu Übertreibungen, „nach oben wie

nach unten“. Wichtig sei es jetzt, sich von

diesen Übertreibungen und Emotionen

nicht leiten zu lassen. „Sonst geht es Ihnen

wie dem typischen Anleger ohne Strategie,

was Schaubild 1 verdeutlicht.

Die Preis-Wert-Relation

Damit kommen wir zu dem wesentlichen

Punkt bei einer Aktieninvestition, nämlich das

Verhältnis zwischen dem Preis und dem Wert

eines Unternehmens. Dabei ist der Preis eines

Unternehmens gar nicht das Entscheidende,

sondern vielmehr der Wert einer Firma.“ Genau

darin liege die Krux. „Anstatt sich mit dem

wahren Wert, dem sogenannten inneren Wert

der Firma, zu beschäftigen, schauen viele Anleger

täglich auf den Preis an der Börse. Wer

aber den Wert einer Firma nicht kennt, muss

natürlich nervös werden, wenn der Preis fällt.“

Als Folge werden emotionale Entscheidungen

getroffen, die mit Fakten nicht viel zu tun haben.

„Ganz konkret möchte ich das an einem

Beispiel eines großen deutschen Brillenherstellers

zeigen. Anleger bekommen dieses Familienunternehmen

gerade rund 40 Prozent

günstiger als vor einigen Wochen. Aus dem

zweiten Schaubild geht hervor, wie sich die

derzeitige Covid-19-Pandemie auf den Kurs

ausgewirkt hat. Hier erfolgte der Kursrückgang

fast wie ein Stein, den man fallen lässt.

Der innere Wert zählt

Die wesentlichen Kennzahlen des Unternehmen

sehen hingegen sehr solide aus. Der Brillenhersteller

hat keine Schulden und weist dabei

einen Nettocash in der Bilanz auf,“ schildert

Glogger. „Nach Abzug der Schulden ist das Unternehmen

noch liquide. Die Free-Cashflow-Rendite

liegt über 5 Prozent.“ Damit ist das

prozentuale Verhältnis zwischen frei verwendbarer

Überschussliquidität und Börsenwert gemeint.

Je höher dieser Wert, umso stärker ist

der Kurs nach unten abgesichert. Zuletzt liegt

die Dividendenrendite bei über 4 Prozent. Als

Kennzahl steht sie für das prozentuale Verhältnis

von Dividende zu Aktienkurs.

„Der innere Wert eines Unternehmens bestimmt

sich aus allen, auf den heutigen Tag

abdiskontierten zukünftigen Cash-Flows, die

das Unternehmen an seine Eigentümer, die

Aktionäre, ausschütten kann. Es wird davon

ausgegangen, dass das Unternehmen

grundsätzlich für immer existiert. Der

Brillenhersteller wird dieses Jahr mit Sicherheit

weniger Brillen verkaufen. Dadurch sinkt

der Cash-Flow für dieses Jahr und in Folge

auch der innere Wert der Firma. Allerdings

beeinflusst ein Jahr den Wert nur geringfügig.

Für den Anleger stellt sich jetzt also die

Frage, ob dieser herbe Rückschlag von Dau-

2

75,000

70,000

65,000

60,000

55,000

1

Der typische Aktienkäufer ohne Strategie

2

Der Trend hält – bei der

nächsten Konsolidierung

werd’ ich kaufen

1

3

Ah, der Kurs steigt, mal

den Markt beobachten

4

Kauf

Gott sei Dank hab’

ich nicht gewartet

5

Mist! So bald es wieder

nach oben geht, verkaufe ich!

6

Ok, warten wir auf die

Gegenbewegung – sonst wird

das ein wirklich langfristiges

Investment

10

11

12

Was soll‘s ich kaufe

wieder, es ist ohnehin

billiger als beim letzten Mal

Ich wußte die ganze Zeit,

dass das passieren würde

Noch mehr Lemminge,

die in ihr Verderben rennen!

50,000

47,700

47,640

47,580

45,000

7

Verkauf

Genug ist genug – ich

verkaufe und rühr’

keine Aktie mehr an

Zum Glück hab’

ich alles verkauft!

Es wird trotzdem abstürzen

Emotionale Phasen, die ein typischer Aktienkäufer ohne Strategie durchläuft.

8

9

03.02. 02.03.

40,000

Covid-19-bedingter Kursabfall bei einem

großen deutschen Brillenhersteller.


Anzeige

3

Vereinssitz des KAPITAL-FORUM Schwaben/Allgäu

im alten Rathaus in Krumbach.

Ausschüttung der Dividende eines großen deutschen Brillenherstellers von 1995-2019

er sein wird, oder ob in Zukunft keine Brillen

oder zumindest sehr viel weniger verkauft

werden als bisher.“ Eine aktuelle Brillenstudie,

die 25. Allensbacher Untersuchung zum

Sehbewusstein der Deutschen, zeigt auf,

dass es mit insgesamt 35 % einen starken

Zuwachs jüngerer Brillenträger gibt. „Mehr

als jeder Dritte der 20-29-Jährigen trägt

heute eine Brille. Hinzu kommt, dass das Unternehmen

seit 25 Jahren eine Dividende

ausschüttet, die im Laufe der Jahre auch regelmäßig

erhöht worden ist, wie sich in

Schaubild 3 bei einem Verlauf von 1995 bis

2019 niederschlägt.

Werden nun alle vorgenannten Aspekte berücksichtigt,

scheint der akute Kursrückgang an der

Börse von 40 Prozent übertrieben. Für langfristige

Investoren mit Blick für das Wesentliche

bieten sich derzeit hervorragende Einstiegsmöglichkeiten.

Das Leben geht weiter

Natürlich sind alle Krisen für Anleger nervenaufreibend

und es ist auch klar, dass der momentane

Anblick des Depotauszuges die Stimmung

nicht unbedingt aufhellt. Anleger sind aber gerade

in diesen schwierigen Zeiten gut beraten,

keine emotionalen Entscheidungen zu treffen.“

Glogger appeliert daher an zukünftige Anleger:

„Denken Sie langfristig, verfolgen Sie eine klare

Strategie und lassen Sie sich durch Extremereignisse

nicht verrückt machen. Diese hat es

schon immer gegeben, man bedenke den

schwarzen Montag 1987, 9/11 2001, den Dow-

Jones-Zusammenbruch 2003 oder die Lehman-Pleite

2008. Abschließen möchte ich deshalb

mit einem Zitat aus den Aktionärsbriefen

von Warren Buffett, dem wohl erfolgreichsten

Value-Investor aller Zeiten: Long ago, Ben Graham

taught me that ‚Price is what you pay; value

is what you get.‘ Whether we‘re talking about socks

or stocks: I like buying quality merchandise

when it is marked down.‘

Möglichkeiten mit Verstand nutzen

Schalten Sie Ihren Verstand ein, nutzen Sie die

Möglichkeiten, die Ihnen der Markt bietet – insbesondere

in Krisenzeiten. Das Leben und der

Konsum gehen anschließend wieder weiter.“

Der Verein

Vereinsmitglieder

Das KAPITAL-FORUM

Schwaben/Allgäu e.V. ist ein

Verein, der sich zum Ziel

gesetzt hat, Bürgerinnen

und Bürgern sowie Schülern

und Studenten Antworten

auf Fragen rund um das

Thema Geld und Vermögen

in der jetzigen „neuen Finanzwelt“

zu geben und damit

das Bildungsniveau zu

Der Verein ist beim Deutschen Bundestag registriert.

erhöhen. Gegründet wurde

das KAPITAL-FORUM mit

Sitz im Historischen Rathaus

in Krumbach am 22.

Februar 2013. Der Verein ist

beim Deutschen Bundestag

in Berlin registriert und bezieht

seinen Wirkungskreis

auf die Region Schwaben/

Allgäu. Zu den Aktivitäten

des KAPITAL-FORUM zählen

neben Erstellung eigener

Stellungnahmen und

Veröffentlichungen wie Aufsätze,

Pressemitteilungen

und Interviews auch die Organisation

und Durchführung

von Referaten, Vorträgen,

Seminaren und Diskussionsrunden.

Derzeit hat

der Verein sieben aktive

Mitglieder mit Zulassung

der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

(BaFin).

Andreas Glogger ist erster

Vorsitzender des

KAPITAL-FORUM sowie

Geschäftsführer der

GLOGGER & PARTNER

Vermögensverwaltung.

· AnCeKa Vermögensbetreung, Kaufbeuren

· Baumeister und Börndörfer

Finanzberatung, Augsburg

· FINANZINVEST

Consulting, Jettingen-Scheppach

· GLOGGER & PARTNER Vermögensverwaltung,

Krumbach, Stuttgart, München

· JRS Finanzmandate, Stadtbergen

· Medical Strategy, Neusäß

· Quattro!Folio!, Memmingen

Marktplatz 1 I 86381 Krumbach

0821 998894-0 I kapitalforum-schwaben.de

andreas.glogger@kapitalforum-schwaben.de


28

FINANZIEREN unternehmen [!]

Leichter

durch die

schwere Zeit

Liquidität Viele Firmen sind gezwungen,

sich in der Folge der Coronakrise zu

verschulden. Doch es gibt andere

Möglichkeiten den Spielraum zu erhöhen,

um das anlaufende Geschäft zu finanzieren.

ILLUSTRATIONEN: MAX MESCHKOWSKI

Viele Unternehmen verringern in der Corona-Krise mit Kurzarbeit

und Effizienzmaßnahmen ihren Ballast an Kosten.

Nach dem Shutdown zur

Eindämmung der Corona-Pandemie

muss

die Wirtschaft in Baden-Württemberg

wieder anlaufen.

Vor allem viele Mittelständler

sind durch die Zwangspause

in eine existenzbedrohende

Krise gerutscht. Für sie

kommt es nun darauf an, die

Produktion zügig hochzufahren,

um wirtschaftlich wieder

Tritt zu fassen. Doch

die finanziellen

Reserven vieler

Betriebe sind

aufgezehrt.

Sie stehen

nun vor der

großen Frage,

wie sie das anlaufende

operative

Geschäft

finanziert bekommen.

Der naheliegendste

Weg ist, dafür einen

Hilfskredit der KfW

oder der L-Bank in Anspruch

zu nehmen.

Knackpunkt dabei: Den

Antrag müssen Unternehmer

über ihre Hausbank stellen,

die dann auch die Bonitätsprüfung

vornimmt. Bei den

meisten Hilfsprogrammen

übernehmen die staatlichen

Förderbanken zwar den Großteil

des Ausfallrisikos. 10 bis 20

Prozent verbleiben jedoch bei

den Hausinstituten. Diese müssen

daher eine Beurteilung vornehmen,

ob der Kreditnehmer

seinen Geschäftsbetrieb über

die Dauer des Darlehens hinweg

fortführen kann. So schreiben

es den Banken die Aufsichtsregeln

vor.

Zehn Jahre Kredit-Laufzeit

In der jetzigen Situation sind

die Geschäftsaussichten der

meisten Unternehmen jedoch

alles anderes als verlässlich

und sicher. Deswegen

lehnen viele Banken

und Sparkassen

viele Anträge

schon

beim Erstgespräch

ab.

Die Bundesregierung

hat daher seit

Mitte April über

die staatliche Förderbank

ein weiteres

Kreditprogramm in der

Größenordnung von 50

Milliarden Euro auf den Weg

gebracht. Anders als zuvor,

werden die Hausbanken dabei

von jeder Mithaftung freigestellt.

Um die Mittel zu bekommen,

reicht es, wenn ein

Unternehmen 2019 Jahr oder im

Durchschnitt der vergangenen

drei Jahre Gewinn gemacht hat,

Ende 2019 nicht in der Krise war

und geordnete Verhältnisse vorweisen

kann. Das Kreditlimit

liegt bei 800 000 Euro. Die Laufzeit

ist auf zehn Jahre gestreckt

worden.


unternehmen [!]

FINANZIEREN

29

Beim

Hochfahren

des Betriebs

sind Szenarien

hilfreich.

Jakob Rüden

McKinsey & Company

Ein solcher Hilfskredit mag

den betroffenen Firmen zunächst

wieder auf die Beine

helfen, doch er ist auch eine zusätzliche

Last auf dem Schuldenberg,

unter dem viele von

ihnen ächzen. „Die über die

Förderbanken ausgereichten

Kredite sind zwar zinsgünstig,

aber es sind und bleiben Fremdmittel“,

sagt denn auch Britta

Becker, Partnerin bei der Unternehmensberatung

EY und

Leiterin Capital and Debt Advisory.

Generell sind Unternehmen

daher gut beraten, in der jetzigen

Situation ihre Kosten abzuklopfen.

Es gilt, von innen heraus

finanzielle Mittel zur Finanzierung

des operativen Geschäfts

zu mobilisieren. „Es gibt

mehrere Optionen, mit denen

ein Unternehmen seine Liquidität

verbessern kann“, sagt

Sandra Pfister, Rechtsanwältin

bei der Sozietät Heuking Kühn

Lüer Wojtek. „Sie können zum

Beispiel auf ihre Kreditgeber,

die Finanzbehörden oder ihren

Vermieter zugehen und über

vorübergehende Vertragsanpassungen

oder eine Stundung

oder Herabsetzung von Zahlungen

sprechen. Außerdem können

Gewinne parallel zu Kosteneinsparungen

im Unternehmen

belassen werden.“

Und EY-Beraterin Becker ergänzt:

„Man kann zum Beispiel

mit Lieferanten über verlängerte

Zahlungsziele verhandeln.

Zumindest ist es sinnvoll, das finanzielle

Fristenmanagement

zu optimieren.“ Eine Möglichkeit

dafür ist Factoring, also der

Verkauf von Forderungen (siehe

Infokasten S.31).

Working Capital reduzieren

Allerdings: Mit diesen Maßnahmen

verschieben Unternehmen

Verbindlichkeiten nur in die Zukunft.

Betriebe, die trotz der Corona-Krise

immer noch auf vergleichsweise

soliden Füßen stehen,

empfiehlt Jakob Rüden,

Partner bei McKinsey & Company,

an die Substanz zu gehen:

„Um den Liquiditätsabfluss abzufedern,

sollten Firmen zuerst

ihre Eigenmittel ausreizen – das

reicht von Investitionskürzungen

bis zur Reduktion des Working

Capitals, also die Differenz

zwischen Umlaufvermögen und

kurzfristigen Verbindlichkeiten“.

Außerdem sollten Firmen bestehende

Kreditlinien nutzen.

„Erst dann sollten sie über zusätzliche

Fremdmittel nachdenken“,

sagt Rüden und rät Verantwortlichen

in den Unternehmen

dazu, in Szenarien zu denken.

„Dann kann man den Liquiditätsbedarf

auch für die Zeit des

‚Hochfahrens‘ einschätzen und

bei der Ermittlung des gesamten

Finanzierungsbedarfes berücksichtigen.“

Viele Betriebe haben mittlerweile

jedoch kaum eine andere

Wahl, als die Verschuldung

hochzufahren. Damit sie nicht

allein durch die wirtschaftlichen

Folgen der Corona-Pandemie in

die Pleite getrieben werden, hat

der Bundestag die Aussetzung

der Insolvenzantragspflichten

beschlossen. Die neuen Regelungen

sind rückwirkend bereits

zum 1. März in Kraft getreten

und gelten vorerst bis 30. September

2020. „Das gibt in

Bedrängnis geratenen Unter-


30 FINANZIEREN

unternehmen [!]

Damit die Antragspflicht als ausgesetzt

gilt, müssen zwei Bedingungen

erfüllt sein: Der Antragsgrund

ist bedingt durch die Corona-Krise

eingetreten, und es gibt die Aussicht

auf Sanierung. „Beim ersten Kriterium

hat der Gesetzgeber die Begründung

vereinfacht, indem grundsätzlich

von einem Coronabezug

auszugehen ist, wenn im Betrieb am

31. Dezember 2019 noch keine Krise

vorlag“, erläutert Knecht. Damit hat

nach seinen Worten der Gesetzgeber

an diesem Punkt Rechtssicherheit

geschaffen.

Zur Person

Sandra Pfister ist

Partnerin am Hamburger

Standort der

Sozietät Heuking

Kühn Lüer Wojtek.

Die Finanzierungs-Spezialistin

verfügt über umfassende

Erfahrung im

Bereich Bank- und

Finanzrecht sowie im

Bereich internationaler

debt und equity

capital markets-Transaktionen.

nehmen die nötige Luft, um staatliche

Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen

voranzutreiben“,

ließ Bundesjustizministerin Christine

Lambrecht (SPD) dazu verlauten.

Doch bei vielen Unternehmern,

die Hilfskredite beantragt haben,

schürt diese Neuregelung eher die

Verunsicherung, als dass sie Klarheit

schafft. Verantwortliche in den

Firmen stehen im Fall des Falles

vor der Frage, ob sie mit einem Insolvenzantrag

warten können,

wenn sich eine Zahlungsunfähigkeit

anbahnt oder bereits eingetreten

ist, ihr Antrag aber noch in der

Bearbeitung ist. „Ich warne Unternehmensverantwortliche

davor,

darauf zu spekulieren, dass Anträge

zeitnah genehmigt und Gelder

ausgezahlt werden“, sagt Cornelius

Knecht, Co-Leiter des Bereichs

Restrukturierung der Unternehmensberatung

EY am Standort

Stuttgart angesichts der Antragsflut,

mit der die Banken überschwemmt

werden. „Die Aussetzung

der Pflicht setzt nicht die

Gründe für einen Antrag außer

Kraft“, betont der EY-Experte.

Ich warne

davor, darauf zu

spekulieren, dass

Anträge zeitnah

genehmigt werden.

Cornelius Knecht

EY, Standort Stuttgart

ILLUSTRATIONEN: MAX MESCHKOWSKI

Heikle Situation

Deutlich schwieriger indes ist angesichts

der dynamischen Entwicklung

der Corona-Krise der Umgang

mit dem zweiten Kriterium. Sowohl

für das Management als auch für

kreditgebende Banken ist es es komplex,

die Aussicht auf Sanierung, zu

beurteilen. „Zum Beispiel sollte

nach den ersten Gesprächen mit der

Hausbank die begründete Möglichkeit

erkennbar sein, finanzielle

Staatshilfen zu bekommen“, sagt der

Unternehmensberater und Restrukturierungsexperte.

„Ist das nicht der

Fall und kann das Unternehmen

nicht mehr seinen laufenden Verpflichtungen

nachkommen, kann es

sich nicht auf die Aussetzung der

Antragspflicht für einen Insolvenzantrag

berufen.“

Allerdings: „Erhält ein Unternehmen

im Aussetzungszeitraum einen

Kredit, sind alle Rückzahlungen auf

diesen Kredit bis zum 30. September

2023 sowie alle im Zeitraum 1.

März bis 30. September 2020 – nachträglich

– gewährten Sicherheiten

nicht anfechtbar“, erläutert Karsten

Kiesel, Rechtsanwalt bei der Sozietät

Schultze & Braun in Achern (Ortenaukreis).

„Sie werden nicht als

Benachteiligung von Gläubigern

eingestuft.“

Häufig jedoch dürfte in der aktuellen

Situation auch ohne diese Einschränkung

die Gemengelage bei

vielen Unternehmen unübersichtlich

sein. In diesem Fall empfiehlt

EY-Restrukturierungsexperte

Knecht: „Die Verantwortlichen in

den Unternehmen sollten die betriebliche

Situation sehr genau dokumentieren

und sich insolvenzrechtlich

beraten lassen, um sich

nicht dem Vorwurf einer Insolvenzverschleppung

auszusetzen.“ [!]


Thomas Luther


unternehmen [!]

FINANZIEREN

31

Forderungen schnell zu Geld machen

Zur Person

Um ihre Liquidität zu verbessern, setzen Unternehmen auch auf Factoring.

Eine Möglichkeit für Firmen,

schnell Liquidität zu generieren,

ohne die Verschuldung hochzutreiben,

ist Factoring. Dazu verkaufen

sie bestehende Forderungen an eine

Factoring-Gesellschaft und kommen

umgehend an ihr Geld. „Das Instrument

Factoring gewinnt in der Coronakrise

an Bedeutung“, registriert

Michael Ritter, Vorstandsvorsitzender

des Bundesverbands Factoring

für den Mittelstand (BFM).

Viele Anbieter berichten über zunehmende

Anfragen von Neukunden.

„Aber auch von Bestandskunden

wird Factoring gezielter eingesetzt,

um krisenrelevante Vorteile zu

nutzen: planbare und schnelle Mittelzuflüsse,

verbunden mit einem

regresslosen Forderungsausfallschutz“,

sagt Ritter. Zusätzlich würden

Kunden eine längere Ausnutzung

ihrer eingeräumten Linien wünschen.

Schließlich müssen sie damit

rechnen, dass ihre Kunden später

zahlen werden.

Cornelius Knecht

ist seit 2009 Teil der

Restrukturierungsund

Transaktionsberatung

bei EY. Als

Co-Leiter für Restrukturierung

am

Standort Stuttgart

fokussiert er sich auf

Beratung rund um

die Transformation

der Autoindustrie. Er

besitzt Masterabschlüsse

in Management

(EBS, Oestrich-Winkel)

und

Finance (St. Andrews,

Schottland).

volksbank-goeppingen.de

Auch in dieser schwierigen Zeit sind wir für Sie da.

Die Ausbreitung des Coronavirus stellt alle Bereiche

der Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Wir sehen

es als unsere Aufgabe, unseren Kunden auch in dieser

herausfordernden Situation unterstützend zur Seite

zu stehen.


32 Anzeige RESSORT unternehmen [!]

Foto: iStock.com/sankai

Unternehmen durch die Krise steuern

Quick-Check für Unternehmen

in der Corona-Krise

1. Liquiditätssicherung

Kann das Unternehmen kurzfristig Kapital

freisetzen und Kosten einsparen?

Kann die Firma Zuschüsse oder Hilfsleistungen

beantragen (z.B. Hilfskredite,

Kurzarbeitergeld) oder durch Anpassung

des Geschäftsmodells neue

Umsatzquellen erschließen?

2. Transparenz

Welche Geschäftspartner müssen informiert

werden? Sind alle Belege im

Unternehmen für mögliche Prüfungen

gesichert?

3. Fortlaufende Prüfung

Sind die Voraussetzungen für den

Wegfall der Antragspflicht noch gegeben

oder muss das Unternehmen Insolvenz

anmelden? Hierfür sollte dringend

externer Rat eingeholt werden.

Unterbrochene Lieferketten, Auftragsstornierungen,

ausbleibende Kunden bis hin zu angeordneten

Betriebs- und Geschäftsschließungen

– die Corona-Krise hat bei vielen Unternehmen

drastische Umsatzrückgänge zur

Folge. Dies bedroht die Liquidität und damit

auch die Existenz vieler Unternehmen. Die akute

Sicherstellung der finanziellen Tragfähigkeit

hat daher oberste Priorität.

Welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen

in der Corona-Krise? Neben den Liquiditätshilfen

und den erweiterten KfW-Darlehen ist am

27. März 2020 das Gesetz zur Abmilderung der

Folgen der Covid-19-Pandemie in Kraft getreten.

Es enthält Erleichterungen für Unternehmen

in vielen Bereichen. Ein Überblick.

Der Klassiker: das KfW-Darlehen

Möglich ist in der Corona-Krise ein Kredit bei

der KfW. Aber hier gilt: Die neuen Schulden

müssen wieder zurückgeführt werden. Die Antragstellung

und Kreditvergabe erfolgt über die

Finanzierungspartner, also die Hausbanken.

Die Voraussetzungen werden daher individuell

geprüft. Die Risikoübernahme der KfW erfolgt

bei Unternehmerkrediten in Höhe von bis zu

90% des Kreditvolumens. Voraussetzung ist,

dass das Unternehmen zum 31. Dezember

2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten

war. Bei den KfW-Schnellkrediten (seit 15. April

2020) werden für Volumen von bis zu 800.000

Euro sogar 100% des Kreditausfallrisikos übernommen.

Bei Antragstellung sollte eine Durchfinanzierung

nach aktueller Planung bis zum

31. Dezember 2020 und eine positive Fortführungsprognose

gegeben sein. Dabei kann unterstellt

werden, dass sich die wirtschaftliche

Gesamtsituation wieder normalisiert. Besonderheiten

gelten für Direktbeteiligungen an

Konsortialkreditfinanzierungen und der Unterstützung

von Großunternehmen. Unternehmen

sollten in jedem Fall Experten zu Rate ziehen,

die bei der Prüfung der Voraussetzungen

und bei den Verhandlungen mit den Banken

unterstützen; zudem gilt es, alternative Finanzierungsmöglichkeiten

zu prüfen.

Stundung von Steuern und Beiträgen

Eine Hilfestellung für Unternehmen kann auch

ein Antrag auf zinslose Stundung von fälligen

und fällig werdenden Steuern bis Ende 2020

sein. Vorauszahlungen (Einkommen- / Körperschaft-

/ Umsatzsteuer) können auf Antrag angepasst

werden und möglicherweise kann so-


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

33

Auf einen Blick

PLUTA hat auf der Website unter

www.pluta.net die wichtigsten

Gesetzes änderungen übersichtlich

zusammengestellt, damit die Unternehmen

in der gegenwärtigen Situation

sicher durch die Krise steuern

können.

Zur Abmilderung Covid-19 bedingter

wirtschaftlicher Schäden sind oft

umfangreiche

Maßnahmen

notwendig.

PLUTA

unterstützt!

Dr. Maximilian Pluta ist Geschäftsführer der PLUTA Rechtsanwalts GmbH und der PLUTA Management GmbH. Er ist Leiter des Geschäftsfeldes Sanierung

und Restrukturierung.

Foto: PLUTA Rechtsanwalts GmbH

gar eine Rückerstattung erfolgen. Außerdem

ist die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

für die Monate März-April 2020, ggf.

auch Mai 2020, möglich. Zur Haftungsvermeidung

sollte hier unbedingt der Einzelfall durch

einen Experten geprüft werden.

Hunderttausende Unternehmen

beantragen Kurzarbeit

Die Zahlen sind dramatisch: mehr als 700.000

Betriebe haben bis Mitte April bereits Kurzarbeit

beantragt, Tendenz steigend. Das Kurzarbeitergeld

für Mitarbeiter liegt grundsätzlich

bei 60% des entgangenen Nettogehalts; mit

Kindern im Haushalt bei 67%. Gestaffelt nach

der Bezugsdauer wurde es nun auf bis zu 80

bzw. 87% erhöht. Der Arbeitgeber kann auf

100% aufstocken. Die Unternehmen zahlen

das Kurzarbeitergeld mit der Gehaltsabrechnung

aus und rechnen die vorfinanzierten Beträge

mit der Agentur für Arbeit ab. Die Laufzeit

beträgt bis zu 12 Monate und die Beantragung

kann derzeit rückwirkend zum 1. März erfolgen.

Die Unternehmen können so Kosten sparen

und Entlassungen vermeiden und bei einer

Besserung der Beschäftigungsauslastung wieder

zu einem normalen Geschäftsablauf zurückkehren.

Allerdings müssen die Unternehmen

derzeit die Kurzarbeit vorfinanzieren und

können noch nicht verlässlich absehen, wann

die Erstattungsbeträge zu erwarten sind.

Rechte und Pflichten von Verbrauchern und

Kleinstunternehmern

Für Verbraucher und Kleinstunternehmer besteht

ein temporäres Leistungsverweigerungsrecht

bis zum 30. Juni 2020 im Rahmen von

Dauerschuldverhältnissen sowie eine temporäre

Stundung im Rahmen von Verbraucherdarlehensverträgen.

Ausgenommen sind allerdings

Miet-, Pacht-, Darlehens- und Arbeitsverträge.

Nach der geltenden Rechtslage entfällt die

Pflicht zur Mietzahlung während der Covid-19-Pandemie

grundsätzlich nicht. Allerdings

ist die Kündigung durch den Vermieter

für Mietrückstände für den Zeitraum vom

1. April 2020 bis 30. Juni 2020 ausgeschlossen,

sofern die Nichtleistung auf den Auswirkungen

der Corona-Pandemie beruht.

Insolvenzantragspflicht

Zur Vermeidung eines Insolvenzverfahrens

bietet sich durch das Gesetz eine weitere Möglichkeit.

So wird die Insolvenzantragspflicht bis

einschließlich 30. September 2020 ausgesetzt

– mit der Möglichkeit einer Verlängerung des

Moratoriums bis 31. März 2021. Dies gilt jedoch

nur für Unternehmen, deren Insolvenzreife auf

den Folgen der Ausbreitung des Coronavirus

beruht und Aussichten auf die Beseitigung der

Zahlungsunfähigkeit bestehen. Wenn der

Schuldner am 31. Dezember 2019 nicht zahlungsunfähig

war wird vermutet, dass die Insolvenzreife

auf den Folgen der Covid-19-Pandemie

beruht. Es gilt daher: Die Voraussetzungen

müssen genau geprüft werden.

Schutzschirmverfahren

(Insolvenz in Eigenverwaltung)

Eine Alternative kann aber auch ein gut geplantes

Schutzschirmverfahren sein. Dies ist möglich

in sogenannter „Eigenverwaltung“: Die

bisherigen Geschäftsführer bleiben handlungsfähig

und bekommen vom Gericht einen

Sach walter zur Seite gestellt. Durch die Eigenverwaltung

wird sichergestellt, dass die Erfahrung

der Unternehmer auch in der Krise

bestmöglich genutzt werden kann. Insolvenz

gilt hierzulande noch immer als Makel. Doch

das Insolvenzrecht kann Unternehmen retten

und Arbeitsplätze erhalten – und einen gesunden

Start nach der Sanierung ermöglichen.

Auch hier gilt: Unternehmen sollten sich umfassend

beraten lassen, um alle Handlungsoptionen

zu analysieren.

Fazit

Die vorangegangene nicht vollständige Auflistung

zeigt: Die Möglichkeiten für Unternehmen

sind derzeit vielfältig, aber jeweils im Einzelfall

genau zu prüfen. In bestimmten Fällen kann es

Sinn machen, neben Hilfen vom Staat auch

fachlichen Rat von erfahrenen Sanierungsexperten

einzuholen. Damit erhält das Unternehmen

Unterstützung bei den umfangreichen

Prüfungen. Die Experten bieten Beratung zu

möglichen Szenarien und einem operativen

Krisenmanagement. Und – und das ist ebenfalls

sehr wichtig – sie begleiten die konsequente

Realisierung der Sanierungsmaßnahmen.

Denn das beste Instrument hilft nur bei

einer optimalen Anwendung.

PLUTA Rechtsanwalts GmbH

Karlstraße 33 · 89073 Ulm

Tel. +49 731 96880-0

sanierung@pluta.net

www.pluta.net


Mit der sorgfältigen Analyse der Unternehmenszahlen liefern Controller Handlungsempfehlungen fürs Management und Firmenchefs.

FOTO: DAN76/SHUTTERSTOCK.COM

Wegweiser aus dem Tief

Unternehmensführung Das Coronavirus hat viele Betriebe in eine Extremsituation

gestürzt. Wie gutes Controlling Firmenchefs hilft, jetzt das Richtige zu tun.

Controller haben mitunter

ein schlechtes

Image. Sie gelten als

stets korrekt, phantasie-

und humorlos, als Erbsenzähler.

Und weil sich die Beliebtheit

des Berufsstands bei

Kollegen mitunter in Grenzen

hält, gibt es jede Menge Witze

über Controller, wie zum Beispiel

den: „Ein Pessimist, ein

Optimist und ein Controller sitzen

in einer Kneipe vor einem

Glas. „Halb voll!“, sagt der Optimist,

„Halb leer!“, meint der

Pessimist. „Das Glas ist für seinen

Zweck 100 Prozent zu groß“,

erklärt der Controller.“

In der Krise sind Controller

jedoch als betriebswirtschaftliches

Gewissen des Unternehmens

besonders gefragt. „Wie

wichtig ihre Arbeit fürs Unternehmen

ist, muss ein Controller

auch vermitteln können, um seine

eigene Position im Unternehmen

zu stärken“, betont Ulrich

Krings, Professor an der Fachhochschule

Nordwestschweiz

FHNW und Buchautor.

Derzeit arbeiten Controller

unter höchstem Druck dem Management

und der Unternehmensspitze

zu, damit diese auf

die wegbrechenden Umsätze

mit den richtigen Maßnahmen

reagieren können. Der Grundsatz

lautet: Liquidität sichern,

Kosten senken, ohne dabei die

Basis für die Zeit nach der Krise

zu zerstören

Der Think-Tank des ICV Internationaler

Controller Verein,

die ICV-Ideenwerkstatt, hat

Controller

müssen auch

vermitteln, wie

wichtig ihre Arbeit

für die Firma ist.

Ulrich Krings

Professor für Finanzmanagement

schon 2019 begonnen an seinem

Schwerpunktthema „Controlling

in Krisenzeiten“ zu arbeiten.

Aus der Autoindustrie

gab es bereits deutliche Signale

für einen Abschwung. Erfahrungen

aus der großen Finanzkrise

2008 bezogen die Fachleute in

der ICV-Ideenwerkstatt in ihre

konzeptionelle Arbeit ein.

Wie wichtig es für Unternehmen

ist, sich mit vorausschauend

entwickelten Handlungsstrategien

zu rüsten, zeigt eine

Blitzumfrage zur Coronakrise,

initiert vom ICV und WHU Otto

Beisheim School of Management.

Die mehr als 500 Antworten

zeigen: Vor allem Dienstleister

und große Unternehmen

fühlten sich auf Krisen wie die

derzeitige vorbereitet. Die Stim-


unternehmen [!] SPEZIAL 35

mung unter den Mitarbeitern

werde durch eine gute Vorbereitung

auf Krisensituationen

und ein effektives Krisenmanagement

positiv beeinflusst.

In Krisen wie dieser sind die

zentralen Kompetenzen der

Controller gefragt. Im Reporting

berichten sie zeitnah über die

Auswirkungen der Krise auf Ergebnis

und Cash und zeigen kritische

Entwicklungen auf, damit

das Management eine ausreichende

Liquidität sicherstellen

kann. Die ureigenste Controlleraufgabe

sei, immer wieder Deckungsbeiträge,

Profitabilitäten

und grundsätzlich die strategische

Sinnhaftigkeit

von Pro-

Ureigenste

Aufgabe ist es,

die Sinnhaftigkeit

von Projekten zu

hinterfragen.

dukten und

Projekten zu

hinterfragen“,

erläutert Ronald

Gleich, Inhaber

des

Lehrstuhls für

Industrielles

Management

der EBS Universität

für Wirtschaft und

Recht in Wiesbaden/Oestrich-Winkel.

In der aktuellen

Situation müssten dies Controller

besonders kritisch tun.

Angesichts der Unwägbarkeiten

und der wachsenden Zahl an

unvorhersehbaren Ereignissen

in der Corona-Krise plädieren

Experten dafür die Vorschauen

und Planung von monatlich bzw.

vierteljährlich auf täglich bzw.

wöchentlich umzustellen. Viele

Unternehmen passten derzeit

auch ihre Szenario-Techniken

Ronald Gleich

Professor an der EBS

an, um schnell auf Veränderungen

reagieren zu können.

Corona setze Controller einer

bisher nie dagewesenen Extremsituation

aus, sagt Michael Kappes

von Horvath & Partner in

Stuttgart. Nach seiner Einschätzung

werde in vielen Unternehmen

nur eine Finanzsimulation

erstellt. Betrachtungen wie

„Weniger Umsatz gleich weniger

Ergebnis“ seien aber in der

Corona-Krise nicht hilfreich.

Nötig seien vielmehr integrierte

Planungs- und Simulationsmodelle.

Das sehen auch die Experten

des ICV so. Die Erstellung

solcher Modelle dauere

zwar mehrere

Monate, doch

dann könne

man gut Szenarien

entwickeln

und feststellen,

welche

Wirkung das

Drehen an verschiedenen

Stellschrauben

entfalte.

Das Expertennetzwerk des

ICV will in der aktuellen Situation

erreichen, dass sich Controller

noch stärker als bisher

austauschen: „Von ICV-Praktikern

für ICV-Praktiker“ ist eine

Online-Kampagne überschrieben,

in der Mitglieder Erfahrungswissen

in der Community

teilen. Der ICV bietet auf seiner

Website und in seinen So cial-

Media-Kanälen die Plattform,

damit sich engagierte Praktiker

gegenseitig unterstützen. [!]


Hans-Peter Sander

FOTO: EVERETT HISTORICAL/SHUTTERSTOCK.COM

Controller haben ein altbackenes Image, aber als betriebswirtschaftliches

Gewissen der Firmen sind sie von zentraler Bedeutung.

Drei Krisen-Szenarien

Bei der Kriseneindämmung

gibt es

drei Szenarien. In

einer Gewinnkrise,

in der Umsätze um

15 Prozent sinken,

sei es noch relativ

einfach, Maßnahmen

abzuleiten,

sagt Ronald Gleich,

Inhaber des Lehrstuhls

für Industrielles

Management

der EBS Universität

für Wirtschaft und

Recht in Wiesbaden/Oestrich-Winkel.

Im Wesentlichen

sei das: Kosten

senken, Investitionen

verschieben

und sich von Zeitarbeitskräften

trennen.

Eine Liquiditätskrise

mit Umsatzrückgängen

von 30

Prozent könne

rasch zu einer

Cash-Krise führen.

Neben den bereits

genannten Maßnahmen

müsse

man Dinge grundsätzlich

in Frage

stellen, also beispielsweise

Geschäftsteile

aufgeben,

Kurzarbeit anzeigen,

staatliche

Überbrückungsgelder

nutzen und

operative Risiken

radikal minimieren.

Bei Umsatzverlusten

von mehr

40 Prozent ist laut

Gleich von einer

existenziellen Krise

zu sprechen. Die

Hauptaufgabe bestehe

darin, die Liquidität

zu sichern.

Das Krisenmanagement

sei höchst

diffizil, vor allem

gelte es den klaren

Blick zu bewahren,

welche der verfügbaren

Möglichkeiten

sinnvoll sind.

Jetzt downloaden unter:

ingenics.com/de/magazine

Erfahren Sie im Ingenics Magazine,

wie die „Fabrik der Zukunft“

aussehen kann, was Unternehmen

auf dem Weg dorthin beachten sollten

und warum der Mensch auch weiterhin

eine zentrale Rolle spielen wird.


36

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Um Infektionen in Firmen

zu verhindern, hat

das Bundesarbeitsministerium

im April den

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard

veröffentlicht. „Aktuell

ist davon auszugehen, dass

diese Maßnahmen über einen

längeren Zeitraum von Betrieben

und deren Beschäftigten zu

beachten sind“, sagt Ulrike

Trägner, promovierte Fachanwältin

für Arbeitsrecht bei der

Kanzlei Sonntag & Partner. Ansonsten

drohen behördliche

Auflagen und Bußgelder in empfindlicher

Höhe. „Zudem können

die Berufsgenossenschaft

und betroffene Mitarbeiter die

Unternehmen in Regress nehmen“,

sagt Trägner.

Unternehmen sollten daher

schnellstmöglich ein

Maßnahmenkonzept zum

Schutz ihrer Mitarbeiter erstellen

und mit den betrieblichen

Interessenvertretungen

abstimmen. Der Abschluss

von Betriebsvereinbarungen

sei mitunter zur

Wahrung der Mitbestimmungsrechte

erforderlich

und zur Schaffung verbindlicher

Verhaltensregeln sinnvoll.

„Wichtig ist, dass wir bundesweit

klare und verbindliche

Standards haben“, hatte

Bundesarbeitsminister Hubertus

Heil betont. Auf diese

könne sich jeder verlassen,

müsse sich daran aber auch

halten. Auf diese Punkte

müssen Arbeitgeber achten.

1 Arbeitsplatzgestaltung

Beschäftigte sollen einen

Abstand von mindestens 1,5

Metern zu anderen Personen

einhalten. Wo das nicht möglich

ist, müssen alternative

Maßnahmen wie etwa transparente

Abtrennungen errichtet

werden. Diese gelten

auch bei Tätigkeiten außerhalb

geschlossener Räume.

Bei betrieblich erforderlichen

Fahrten ist die gleichzeitige

Nutzung von Fahrzeugen

von mehreren Beschäftigte

zu vermeiden.

2Sanitärräume, Kantinen

und Pausenräume

Arbeitgeber sind verpflichtet,

hautschonende

Flüssigkeitsseifen

und Handtuchspender zur

Verfügung zu stellen. In

regelmäßigen Intervallen

sind Sanitäreinrichtungen

und Gemeinschaftsräume

besonders im Bereich

der Türklinken

und Handläufe

zu desinfizieren.

Tische und Stühle

in Kantinen und

Pausenräumen sollen

mit einem

ausreichenden

Abstand

stehen. Warteschlangen

sollen

vermieden werden.

Wenn das

nicht umgesetzt

werden kann, sind

Kantinen zu schließen.

Schutzabstände,

etwa bei

Stehflächen sind

mit Klebeband zu

markieren.

Saubere

Lösungen

Arbeitsschutz Mindestabstand,

regelmäßiges Lüften, häufigeres Reinigen –

in Betrieben gelten bis auf Weiteres

strenge Richtlinien, um Neuinfektionen zu

vermeiden. Ansonsten drohen Bußgelder.

Regelmäßiges Desinfizieren und Händewaschen ist seit

Beginn der Corona-Krise Pflicht.

3 Lüftung

Arbeitsräume müssen regelmäßig

gut gelüftet werden, um

die Krankheitserreger im Raum

zu reduzieren.

4 Home-Office

Weiterhin sollen Büroarbeiten

möglichst im Home-Office

ausgeführt werden, insbesondere

wenn Räume von mehreren

Mitarbeitern mit zu geringen

Abständen genutzt werden müssen.

Dienstreisen und Besprechungen

sollen auf das absolute

Minimum reduziert werden.

5 Arbeitsmittel

Werkzeuge und Arbeitsmittel

sollen nach Möglichkeit

nur von einer Person verwendet

werden. Wo das

nicht möglich ist, ist eine

Reinigung vor Übergabe an

andere Beschäftigte vorzunehmen.

Alternativ sind geeignete

Schutzhandschuhe

zu verwenden. Außerdem

sollen möglichst immer dieselben

Personen gemeinsam

in Schichten arbeiten, um

Kontakte zu verringern. Besonders

streng ist auf eine

nur an einen Beschäftigten

ausgegebene Arbeitskleidung

und Schutzausrüstung

zu achten, die zudem separat

von der Alltagskleidung aufbewahrt

werden und regelmäßig

gereinigt werden

muss.

6 Verdachtsfälle

Fieber, Husten und Atemnot

können Anzeichen für

eine Infektion mit dem Coronavirus

sein. Arbeitgeber sind

verpflichtet, Beschäftigte mit

entsprechenden Symptomen

aufzufordern, das Betriebsgelände

umgehend zu verlassen

oder zuhause zu bleiben, bis

eine ärztliche Abklärung erfolgt

ist. Betroffene sollen sich

umgehend telefonisch an einen

behandelnden Arzt oder

das Gesundheitsamt wenden.

Arbeitgeber sind verpflichtet,

einen Pandemie-Plan zu entwickeln,

der regelt, wie bei bestätigten

Infektionen im Unternehmen

etwaige Kontaktpersonen

ermittelt und informiert

werden können. [!] jkl


unternehmen [!]

RESSORTAnzeige 37

Wir produzieren Qualität – mit Abstand!

Mit unseren erfahrenen und geschulten Mitarbeitern

halten wir uns auf dem neusten

Stand der Technik und meistern die aktuellen

Herausforderungen.

Geiger + Schüle Bau ist Ihr exzellenter Partner

im Straßen- und Tiefbau sowie Gleisbau,

Netzbau und Sanierung. Gerne übernehmen

wir auch die Planung Ihres Projekts.

Um eine möglichst geringe Umweltbelastung

zu verursachen, betreiben wir eine eigene

Baustoffrecyclinganlage und achten auf

Lärmreduktion sowie kurze Bauzeiten. Wir

sind Ihr starker und zuverlässiger Partner bei

Ihrem Infrastrukturprojekt im Südwesten.

Wir als Bauunternehmen

Für uns als Bauunternehmen besteht die Herausforderung

bei der Eindämmung der aktuellen

Pandemie darin, dass die Arbeiten auf

der Baustelle und im Büro unter den geforderten

hygienischen Bedingungen für unsere

Mitarbeiter gewährleistet sind.

Das heißt Maßnahmen festzulegen, entsprechende

Schulungen durchzuführen und Bedingungen

zu schaffen, um die hygienischen

Anforderungen einzuhalten.

Unsere Baustellen …

Da unsere Produktion auf der Baustelle stattfindet,

sind dort auch mobile Lösungen erforderlich.

Das heißt, dass es möglich sein muss

unterwegs Hände und Gerätschaften zu waschen

und zu desinfizieren. Hierfür wurden

den Mitarbeitern, falls nicht sowieso schon

vorhanden, die erforderliche Ausstattung zur

Verfügung gestellt, wie bspw. einen Wasserkanister,

Desinfektionsmittel, Seife und Einmalhandtücher.

Des Weiteren wurden die Kolonnen auf verschiedene

Einsatzorte entzerrt und Baustellenabläufe

so umstrukturiert, dass die geforderten

Mindestabstandsregeln eingehalten

werden können. Die Anfahrt zur Baustelle erfolgt

nun mit maximal zwei Mitarbeitern pro

Fahrzeug, auch hier wird der Mindestabstand

so gut es geht eingehalten. Dies führt zu einem

enorm logistischen Zusatzaufwand und

durch die zusätzlich erforderlichen Fahrzeuge

zu hohen Mehrkosten.

In den Baustellenbüros und sonstigen Unterkünften

auf der Baustelle wurden zusätzliche

Kapazitäten geschaffen, um die Abstandsregeln

gewährleisten zu können.

Unsere Verwaltung …

Durch die hohe Flexibilität unserer Mitarbeiter

und unsere bereits vorhandene EDV-Ausstattung,

konnten wir die Tätigkeit der kaufmännischen

und technischen Verwaltung

weitestgehend ins Homeoffice verlagern. Für

Mitarbeiter, welche bisher noch kein Homeoffice

hatten, wurde dies mit unserem

IT-Dienstleister kurzfristig eingerichtet. Die

nun leistungsfähigen Arbeitsplätze bei den

Mitarbeitern zuhause entsprechen somit

den Anforderungen und die hygienischen Bedingungen

können optimal eingehalten werden.

Durch diese angeordneten Maßnahmen

stellten sich bereits erste positive Nebeneffekte

ein, wie zum Beispiel, dass die Mitarbeiter

eine höhere Eigenverantwortung entwickelt

haben, aber auch das Einbringen in die

Arbeitsplatzgestaltung trägt zu mehr Zufriedenheit

bei.

Intensiviert findet der kommunikative Austausch

unter den Mitarbeitern und den einzelnen

Abteilungen über elektronische Medien

wie E-Mail oder unser firmeneigenes Videokonferenzsystem

statt.

Aus externer Sicht …

Sämtliche Termine mit externen Lieferanten

oder Geschäftspartnern wurden auf unbestimmte

Zeit verschoben, sodass wir unsere

Mitarbeiter keiner Gefahr durch Einfluss der

Externen aussetzen müssen.

Wir unterstützen …

Den Kontakt zu unseren Auftraggebern, Kunden

und Lieferanten behalten wir selbstverständlich

aufrecht. Wir achten gezielt darauf

bei den lokalen Anbietern zu bestellen und zu

kaufen, somit unterstützen wir unsere Region.

Wir produzieren Qualität!

Geiger + Schüle Bau GmbH & Co. KG

Ernst-Abbe-Strasse 26

89079 Ulm

Telefon: 07 31/40 99-0

Telefax: 07 31/40 99-2 90

info@gsbau.eu

www.gsbau.eu


38

GRÜNDEN unternehmen [!]

Auf schnellen

Sohlen

Infinite Running Nico Russ startet von Mai an

mit seinen selbst entwickelten Laufschuhen

durch. Die sollen Sportler bei einem gesunden

Laufstil unterstützen und Ressourcen schonen.

Nico Ruß läuft leidenschaftlich

gerne. Sein

wöchentliches

Trainingspensum

für Halbmarathon

und Expeditionsläufe

beträgt rund 80 Kilometer

– immer mit

dem Ziel: das Beste

was geht. Sein Anspruch

an gute

Laufschuhe ist

ebenso hoch wie

der Verschleiß.

Ein guter Sportschuh

hat eine

Laufleistung von

400 bis 600 Kilometer.

„Dann sind die

Sohlen abgelaufen,

der Schuh aber noch

in Ordnung“, sagt Russ.

Das brachte den gelernten

Konstruktionsmechaniker

auf eine Idee. Er

entwickelte Laufschuhe mit

auswechselbaren Sohlen, Profil

für unterschiedliches Terrain

und Mehrwert für den Läufer.

Dabei hilft er mit seiner Sohlen-Technik,

Sportlern kraftsparend

zu laufen. Zudem will er

mit seinem Produkt „Made in

Germany“ einen Beitrag leisten:

weg von der Wegwerfmentalität

hin zu einer werterhaltenden

Gesellschaft.

Vorgestellt hat er den serienreifen

Trainingslaufschuh in

diesem Jahr bei der Sportartikelmesse

Ispo in München –

nach zweijähriger Entwicklungszeit.

Den Verkaufsstart

hatte der Gründer für April vorgesehen.

Die Corona-Krise

machte ihm einen Strich durch

die Rechnung. Die finanziellen

Folgen sind für Russ weniger

Sobald ich

einen Prototyp

vorstelle, besteht

die Gefahr kopiert

zu werden.

Nico Russ

Existenzgründer

Anfangs kaufte Nico Russ Billig-Schuhe in China und zerschnitt sie

für einfache Tests mit seinen Sohlen-Komponenten. Heute hat er

ein serienreifes Produkt.

Fotos: Matthias Kessler

gravierend als

für andere

Gründer. Zum

einen hat er

zwei Investoren

im Boot,

zum anderen

sind seine Fixkosten

gering.

„Der Umsatz ist

ja nur verschoben“,

sagt Russ,

der beim Vertrieb

auf ausgewählte

Sportfachhändler

wie beispielsweise

Klamser in Ulm und

Heinzelmann in Biberach

und seine Homepage setzt.

Russ weiß wovon er

spricht – als Läufer und als

Sportstudent mit den Studienschwerpunkten

Laufen

und Ganganalyse, kennt er

die Anforderungen an Laufschuhe

für unterschiedliche

Untergründe, Wetterverhältnisse

und persönliche Voraussetzungen

wie Gewicht und

Laufstil.

Den Härtegrad anpassen

Auch große Hersteller haben

dieses Geschäft entdeckt und

bieten personalisierte Laufschuhe

an. „Allerdings wird bei

diesen Schuhen nicht das Problem

selber gelöst, sondern

der Schuh wird dem „kranken“

Fuß angepasst“, erläutert Russ.

Mit seinem modularen System

von Noppen in unterschiedlichen,

dem Fuß angepassten

Härtegraden, unterstützten die

Schuhe einen gesunden Laufstil

und verlängerten die Lebensdauer

des Sportschuhs.

Das erfordere eine spezielle

Konstruktion des gesamten

Schuhs.

Der Weg von der Anfangsidee

zu einem Geschäftskonzept,

von ersten Tüfteleien bis

zum serienreifen Produkt führte

den gelernten Konstruktionsmechaniker

zunächst ins

Starter Center der IHK Ulm.

Mit ersten hilfreichen Tipps

versehen verwies man ihn, der

räumlichen Nähe wegen, an die

Gründerinitiative der Hochschule

Biberach.

Cornelia Gretz, Gastprofessorin

für Entrepreneurship,


unternehmen [!] GRÜNDEN 39

teilte seine Motivation, förderte

sein unternehmerisches Denken

und vermittelte praktische

und methodische Kompetenzen.

„Zunächst bedeutet eine

Gründung nicht Businessplan

und BWL, denn die Ideen sind

in anderer Form vorhanden.

Anfangs geht es darum sich mit

anderen auszutauschen, Erfahrungen

zu teilen und ein Feedback

zu bekommen“ beschreibt

sie ihren methodischen Ansatz.

Für Nico Russ war das oft die

Gratwanderung zwischen dem

Wunsch nach Austausch und

der Angst vor Produktpiraterie.

„Ein Hardware Start-up zu

gründen ist

schwieriger

als beispielsweise

die Vermarktung

einer

Dienstleistungsidee.

Sobald

ich einen

Prototyp vorstelle,

besteht

die Gefahr kopiert

zu werden.

Patente

anzumelden ist jedoch aufwändig

und kostspielig. Und anfangs

fehlt vor allem Geld“.

Prof. Gretz, die in der Gründerszene

perfekt vernetzt ist

und derzeit mit den Hochschulen

Ulm und Neu-Ulm und der

Universität Ulm eine Kooperation

ausarbeitet, vermittelte

ihm die Teilnahme an landesweiten

Gründermessen und

Wettbewerben. Mit deutlich

mehr Erfahrung und dem Nachhaltigkeitspreis

2019 des Landes

Baden-Württemberg in der

Tasche, begann die nächste

Phase der Gründung.

Bei ständig steigenden Entwicklungskosten

war sein Budget

schnell aufgebraucht, die finanzielle

Situation besserte

Zunächst

bedeutet

Gründen nicht BWL,

sondern Austausch

und Feedback.

Cornelia Gretz

Professorin für Entrepreneurship

sich erst als eine Tochtergesellschaft

der Sparkasse Biberach

als Investor einstieg. Nico Ruß

holte einen Schuhproduzenten

aus Pirmasens mit ins Boot, beschäftigte

sich intensiv mit

Werkstoffkunde und engagierte

das Elchinger Unternehmen

Busse Design und Engineering

für die professionelle Unterstützung

bei der Produktentwicklung.

„Zusammen haben

wir die Idee sinnbildlich in einen

großen Trichter geworfen

und nach und nach formte sich

das Konzept.“

Dabei spielt für Russ das

Thema Nachhaltigkeit eine große

Rolle.

Davon würden

zwar auch große

Hersteller

reden, aber

eine messbare

Sache sei das

nicht, sondern

PR, häufig in

Verbindung

mit Profisportlern.

Aber die

machten nicht

einmal 1 Prozent des Marktes

aus. „Außerdem muss jeder für

sich selbst beantworten, wie

nachhaltig es ist, wenn sein

Schuh aus China hergekarrt

wird.“ Russ lässt seine austauschbaren

Sohlen von einem

Kunststoffspritzer auf der

Schwäbischen Alb herstellen.

Produziert werden die Schuhe

von einem Auftragsfertiger in

Pirmasens, der früheren deutschen

Schuhstadt schlechthin.

„Die haben einfach unglaublich

viel Expertise in Sachen Planung

und Technik“, sagt Russ

und freut sich auf die nächste

Phase seines jungen Unternehmens:

den Verkaufsstart im

Mai. [!]


Sigrid Balke

Das modulare Noppen-System erlaubt es, dass Läufer den

Härtegrad der Sohle ihrem Fuß anpassen können.

Tipps von der Gründerinitiative

Seine Infinite

Running GmbH

(Stafflangen/Kreis

Biberach) hat Nico

Russ im Dezember

2018 gegründet.

Sein Startkapital

kam aus der eigenen

Tasche und

war ein hoher fünfstelliger

Betrag. Die

Laufschuhe mit

austauschbaren

Sohlen, die in

Deutschland hergestellt

werden,

will Russ von Mai

an über den

Sport-Fachhandel

vertreiben.

Die Gründerinitiative

Hochschule

Biberach hat auch

Russ unterstützt.

Sie bietet – in

Nicht-Corona-Zeiten

– Angebote

und Veranstaltungen

für lokale

Gründer, Studierende

und Interessierte.

Ziel ist es

eine Gründerszene

zu etablieren und

als Schnittstelle

zwischen Wissenschaft

und Praxis

Kooperationen mit

Unternehmen und

Verbänden zu entwickeln.

Harley Davidson in Schwäbisch Gmünd

Werkstatt, Ausstellungs- und Bürogebäude

konzipieren,

umsetzen,

betreuen

Innovativ bauen für die Zukunft

• Industrie- und Gewerbebau

• Fachplanung Ingenieurholzbau

• Sport- und Veranstaltungshallen

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• Wohngebäude

SCHLOSSER®

Industriestraße 17-23

73489 Jagstzell

Tel. +49 7967 90 90 - 0

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40

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Kommunikation

ist Pflicht

Arbeitswelt Mit dem Coronavirus rückt Home-Office in den Fokus

vieler Betriebe. Das Arbeiten zuhause kann zu Höchstleistungen,

aber auch Stress führen. Es kommt auf die Organisation an.

Soziale Kontakte über den Bildschirm sind gerade in Ausnahmesituationen

wie der Corona-Krise auch im Berufsalltag wichtig:

Kein Kollege soll sich abgehängt fühlen.

So zu arbeiten

sind weder

die Mitarbeiter

noch ihre Chefs

gewohnt.

Jennifer Reckow

Organisationsberaterin

Produktionsprozesse

schrittweise wieder

hochfahren, Lieferketten

aufrechterhalten

und nebenbei das Überleben

des Unternehmens sichern.

„Führungskräfte haben derzeit

einiges zu tun“, weiß Jennifer

Reckow aus zahlreichen Gesprächen

mit Unternehmern. Da

trete das Thema Mitarbeiterführung

häufig schnell in den Hintergrund.

„Und das wird gefährlich“,

sagt die Organisationsberaterin.

Denn nicht nur bei den

Führungskräften ist derzeit die

Verunsicherung aufgrund der

Corona-Pandemie und der noch

nicht abzusehenden Auswirkungen

groß, auch die Mitarbeiter

fühlten sich „völlig verloren in

der Situation“.

Deshalb hält es Reckow für

enorm wichtig, sich jetzt besonders

um die Angestellten zu

kümmern. „Denkt an die Mitarbeiter“,

rät sie den Unternehmern.

Gerade jetzt, wo Mitarbeiter

trotz des Frühlingswetters

bereits wochenlang häufig

auch am Wochenende zuhause

gesessen haben, ins Grübeln

kommen und keine Ablenkung

durch Ausflüge oder Besuche

bei Freunden und Verwandten

haben.

Unsicherheit ist auf

beiden Seiten groß

Aufgrund der Corona-Pandemie

müssten momentan

nicht nur global agierende

Konzerne, deren virtuelle

Organisation

über die Zeit gewachsen

sei und sich bewährt

habe, per Videokonferenz

und Chatrooms

kommunizieren,

sondern bis zu 90 Prozent

der Betriebe hierzulande.

„Und das sind weder die Mitarbeiter

noch ihre Chefs gewohnt“,

betont Reckow, Vorstandsmitglied

des Fachverbandes

Changemanagement

im Bundesverband

Deutscher Unternehmensberater.

Die Unsicherheit

sei deshalb oft

auf beiden Seiten groß.

FOTOS: FIZKES & BILLION PHOTOS

/SHUTTERSTOCK.COM


unternehmen [!]

VERANTWORTEN

41

Normale Muster – wie etwa die offenstehende

Tür beim Chef, die zum

Reinkommen animiert, oder der

Kollege in der Kaffeeecke, der Zeit

für einen kurzen Austausch hat – fallen

weg.

Die unterbewusste Wahrnehmung,

die einen sonst leite, helfe im

verwaisten Büro oder am heimischen

Arbeitsplatz nicht mehr weiter.

Die sozialen Kontakte sind auf

ein Minimum reduziert. „Deswegen

ist es umso wichtiger, sich regelmäßig

auszutauschen und authentisch

zu sein“, rät Reckow. Zweimal am

Tag eine Telefonkonferenz oder ein

virtuelles Meeting mit Videoübertragung

hält sie für notwendig. Dabei

sollten Mitarbeiter wie auch

Führungskräfte auch über ihre momentanen

Ängste sprechen. „Ängste

sind individuell und gefährlich“,

betont Reckow, umso wichtiger sei

es sie zu thematisieren. Sonst verliere

das Team über kurz oder lang

die Verbindung zueinander.

Arbeiten und gleichzeitig die Kinder versorgen: Im Home-Office prallt Beruf auf Familie.

MARIA SVETLYCHNAJA/SHUTTERSTOCK.COM

Einzigartige Versorgung der Psyche

Anzeige

Arbeitsverdichtung, Mehrfachbelastung,

ständige Erreichbarkeit in der digitalisierten

Arbeits- und Lebenswelt und nun die

Corona-Pandemie mit Auswirkungen auf

den Einzelnen und die Gesellschaft. „Wer

unsere Einrichtungen besucht, wird gestärkt

durchs Leben gehen“, sagt Geschäftsführer

und Gründer Berthold Müller.

Was für Patienten und Angehörige eine Herausforderung

darstellt, ist auch für die Gesellschaft

und die Wirtschaft eine enorme Belastung:

Psychisch erkrankte Arbeitnehmer*innen

sind mit ca. 35 Tagen deutlich länger

krankgeschrieben als körperlich Erkrankte.

„Vincera schafft einen übergreifenden und

ganzheitlichen Ansatz, der nicht an der Klinik-Pforte

endet. Die Patienten sollen ihre

Ängste, Sorgen und Verluste überwinden und

ein neues Leben in Freude beginnen sowie ihre

volle Leistungsfähigkeit wieder erlangen“,

so Müller.

Beide Kliniken behandeln vorwiegend Burnout,

Depressionen und Angststörungen. In

Bad Waldsee steht zusätzlich eine Abteilung

für Patienten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen

(PTBS) zur Verfügung. Burg

Wernberg eignet sich für Patienten, die Schutz

vor der Öffentlichkeit suchen.

Vincera hat es sich zur Aufgabe gemacht alles

Die Vincera Kliniken Bad Waldsee (li.) und Burg Wernberg (re.).

zu tun, damit psychisch Erkrankte zurück ins

Leben finden. Mit namhaften Experten und

Betroffenen wie Sven Hannawald wurde ein

Programm entwickelt, dass Menschen wieder

Meister Ihres Lebens werden.

„Wir gehen genau dorthin, wo Stressfolgeerkrankungen

oftmals entstehen: In das betriebliche

Setting. Von der Gefährdungsanalyse in

Unternehmen und entsprechenden präventiven

Maßnahmen im Sinne der Betrieblichen

Gesundheitsförderung über die Akutversorgung

von Menschen mit psychischen Erkrankungen

bis hin zur psychosomatischen Umsetzungsbegleitung

durch Mastermind-Workshops

in Unternehmen können wir die

gesamte Präventions- und Behandlungskette

anbieten.“, erklärt Berthold Müller.

Fotos: Vincera Kliniken

„Wir wollen psychisch Erkrankten eine adäqua

te, individuelle Therapie ermöglichen, damit

sie wieder gestärkt ins Leben zurückfinden,

an Herausforderungen wachsen und ihre

physische und psychische Schöpferkraft voll

entfalten können.“

Die Behandlung soll eine positive Wende im

Leben der Patienten markieren. „Vincera –

Aufbruch in ein neues Leben: Bewusst Du!“

Vincera Klinik Bad Waldsee

info.bad-waldsee@vincera-kliniken.de

www.vincera-klinik-bad-waldsee.de

Vincera Klinik Burg Wernberg

info.burg-wernberg@vincera-kliniken.de

www.vincera-klinik-burg-wernberg.de

Patienten-Aufnahme Tel. 0800 45 40 262


42

VERANTWORTEN unternehmen [!]

Mit Struktur und Auszeiten Stress vorbeugen

Ein Plan für die ganze Familie hilft dem Alltag im Home-Office eine Struktur zu geben.

Um Stresssituationen im

Home-Office vorzubeugen rät

Holger Kracke den Tag zu

strukturieren. „Das ist besonders

für Familien wichtig“, betont

Kracke. Dieser Plan solle

mit allen Familienmitgliedern

gemeinsam erarbeitet werden

und für alle verständlich sein.

„Hierbei sind der Fantasie keine

Grenzen gesetzt.“ Egal, ob

mit Farben oder Symbolen

versehen – Hauptsache, alle

verstehen was gemeint ist. Eltern

sollten zudem viel mit

ihren Kindern reden, um das

Zur Person

Holger Kracke setzt

sich als Trainer und

Autor für höhere

Standards in den Bereichen

psychische

Gesundheit und Burnout-Prävention

in

Betrieben ein. Sein

Motto: Mr. Feelgood

makes you feel good.

Ist eine Abteilung zu 100 Prozent

in Kurzarbeit, sollte es dennoch ein

wöchentliches Meeting geben, um

das Zusammengehörigkeitsgefühl

aufrechtzuerhalten, rät Reckow. Um

das Zwischenmenschliche unter den

Kollegen nicht zu kurz kommen zu

lassen, könne etwa auch ein digitaler

Abteilungslunch sinnvoll sein.

„Dabei setzt sich jeder mit seinem

Mittagessen zuhause vor seinen

Bildschirm“, erklärt die Organisationsberaterin.

Während des Gesprächs

per Videochat könne es

dann um berufliche wie private Themen

gehen, die bei den täglichen

Konferenzen nicht zur Sprache kommen.

Das mache auch im normalen

Verständnis der Kleinen für die

außergewöhnliche Situation

und die neue Rollenverteilung

zuhause zu erhalten. Egal, ob

mit Familie, Partner oder alleine

im Home-Office sollte sich

jeder täglich bewusst Freiheiten

nehmen – räumlich und

zeitlich. Menschen, die zu einem

Burnout neigen, verlieren

Kracke zufolge häufig die Fähigkeit,

sich etwas zu gönnen.

„Gerade wenn man aber in einer

Wohnung über einen längeren

Zeitraum aufeinander

hockt, ist es wichtig, sich Freiräume

zu schaffen.“ Das könnte

ungestörtes Musikhören,

ein Bad, eine Laufrunde oder

ein Spaziergang sein. „Ob die

kleine Auszeit zehn Minuten

oder eine Stunde dauern sollte,

muss jeder für sich selbst

herausfinden.“ Bewegung sei

generell gut, um Stress abzubauen.

Die geplanten Auszeiten

schützen dem Experten

zufolge davor, die Grenze zwischen

Privatem und Beruflichem

aus den Augen zu verlieren

und über ein gesundes

Maß hinaus zu arbeiten.

Mitarbeiter

sollten zunächst

einmal einen

Vertrauensbonus

bekommen.

Jennifer Reckow

Organisationsberaterin

Berufsalltag Sinn, um die Bindung

mit Kollegen, die dauerhaft im Home-Office

arbeiten, zu stärken.

Ob die Arbeit in Jogginghose und

Hemd oder noch mit der Kaffeetasse

in der Hand besser vonstattengehe,

müsse jeder selbst herausfinden.

„Im Home-Office kommt es unweigerlich

zu einer Vermischung von

Business und Privatem“, weiß

Reckow aus eigener Erfahrung. Was

jedoch nicht zu einem Leistungsabfall

führen müsse. Generell steige

die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter

im Home-Office über die Zeit im

Vergleich zur Arbeit im Büro. „Zuerst

gibt es jedoch ein Loch während

der Eingewöhnungsphase.“ Danach

erledige die Mehrzahl der Mitarbeiter

die Aufgaben schneller. Wichtig

sei dabei eine konkrete Aufgabenstellung

von Seiten der Führungskraft.

In der Ausführung der Aufgaben

müsse dann der Abteilungsleiter das

nötige Fingerspitzengefühl aufbringen,

um denjenigen, die eigenverantwortlich

arbeiten, freie Hand zu lassen.

„Der Mitarbeiter sollte zunächst

einen Vertrauensbonus bekommen.“

Kollegen, die jedoch

mehr Arbeitsanweisungen benötigen,

dürften auch nicht hängengelassen

werden und bräuchten klare

Strukturen und Anweisungen, um

motiviert und erfolgreich arbeiten

zu können. „Im besten Fall sollte die

Führungskraft auf jeden Mitarbeiter

eingehen.“

Nicht jeder gehört

zur Risikogruppe

Gleichzeitig zur Leistungssteigerung

steigt im Home-Office jedoch

auch das Stresslevel bei den Mitarbeitern,

sagt Holger Kracke. Der

Vorsitzende des Deutschen Bundesverbands

für Burnout-Prophylaxe

und Prävention erkennt jedoch kein

gestiegenes Burnout-Risiko in der

aktuellen Corona-Situation. „Bereits

vor der Corona-Krise zeigten etwa

30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung

ein erhöhtes Burnout-Risiko.“

Aber nicht jeder, der nun im Home-Office

arbeite, gehöre aufgrund

der neuen Arbeitsumstände zu dieser

Gruppe.

Vielmehr könne Home-Office die

Situation für manche Arbeitnehmer

auch entspannen, wenn die Stresssituation

etwa dem Kontakt mit Kollegen

oder dem Arbeitsumfeld im

Büro geschuldet sei. » Seite 44


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

43

Max Grundig Klinik – seit mehr als 30 Jahren steht die Gesundheit des Menschen hier im Mittelpunkt.

Corona-Krise: Was gegen Angst und

Panikattacken hilft

Fotos: Max Grundig Klinik

Kurzarbeit, Umsatzeinbrüche, Insolvenzen

– die Corona-Krise ist ein Stresstest für die

Psyche; Viele kämpfen mit Angst und Panikattacken.

Die renommierte Fachklinik für

Psychosomatik in der Max Grundig Klinik

auf der Bühlerhöhe ist unter anderem auf

solche Themen spezialisiert und hat sich

mit Strategien in der Krise beschäftigt.

„Viele Menschen stehen derzeit vor der möglicherweise

größten Herausforderung ihres

Lebens“, sagt Dr. med. Christian Graz, Chefarzt

der Psychosomatik der Max Grundig Klinik.

Um gesund durch diese Zeit zu kommen,

erfordert es gerade jetzt ein hohes Maß an

Disziplin und Resilienz.

Dr. Christian Graz rät: „Gegen Angstzustände

in der aktuellen Ausnahmesituation gehört

der Aufbau eines persönlichen Krisenmanagements.“

Dinge müssen zunächst priorisiert

werden. Punkt zwei ist eine realistische

Situationsanalyse. Es sei an der Zeit, sich mit

der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen

und daraus zu lernen, dass unsere heutige

Wohlstandsgesellschaft auch in der Krise

funktionieren werde. Solche Rationalisierungen

können helfen, die Angst in den Griff zu

bekommen. Wer seine Angst bekämpfen will,

sollte sich zunächst gut informieren und allgemeine

Aspekte einer Angst verstehen: Angst

ist zunächst ein natürlicher und lebenswichtiger

Schutzmechanismus, der zur Vorsicht

mahne.

Allgemeine Überforderung und subjektiv

spürbare körperlicher Symptome verursachen

Stress. Dr. Graz erläutert: „Dieser

Stress­Zustand ist ein gefährlicher Nährboden

für somatische Erkrankungen, insbesondere

aber das Auslösen psychischer Störungen.“

Um die hohe Stresskurve zuverlässig

nach unten zu bringen, helfen Schlafhygiene,

Bewegungseinheiten wie beispielsweise längere

Spaziergänge, Entspannungsübungen

wie Atemübungen, Yoga, Meditation oder progressive

Muskelrelaxation.

Aber eines muss den Menschen jetzt auch bewusst

sein: Negative Gefühle sind im Krisenfall

ganz normal. „Wenn uns das Leben vor

schreckliche und völlig ungewohnte Situationen

stellt, sind „gesunde“ Ängste verständliche,

nachvollziehbare und natürliche

(Schutz­) Reaktionen von Körper und Geist.

Entsprechende Gefühle dürfen jetzt auch zugelassen

werden. Wichtig ist lediglich, einen

Weg heraus aus dem Teufelskreis der Angst

zu finden und sich immer wieder zu stabilisieren.“

so der Chefarzt.

Über 30 Jahre Erfahrung

Die Max Grundig Klinik liegt inmitten der wunderschönen

Naturlandschaft des Schwarzwalds

mit herrlichem Panoramablick auf die

Rheinebene. Die Privatklinik bietet alles unter

einem Dach: Fachkliniken für Innere Medizin

und Psychosomatik, ein Radiologisches Zentrum

und ein Check­up Zentrum. Gemeinsam

Dr. med. Christian

Graz ist Facharzt für

Psychiatrie, Psychosomatik

und Psychotherapie,

Verhaltenstherapeut,

Suchtmediziner

und Forensiker mit

breitgefächerten

Weiterbildungen in evidenzbasierten

Psychotherapiemethoden. Nach ärztlichleitenden

Positionen im Münchner Raum und

Baden-Baden leitet Dr. Graz seit 2020 die

Psychosomatische Abteilung der Max Grundig

Klinik.

Foto: Sonja Bell

behandelt das Ärzte­ und Behandlungsteam

psychische Probleme und körperliche Beschwerden

fachgerecht und auf höchstem Niveau.

Patienten, die während ihrer Behandlung

Wert auf Ruhe und Natur legen – gepaart mit

dem Service eines First­Class Hotels – die

sind in der Max Grundig Klinik bestens aufgehoben.

Max Grundig Klinik

Schwarzwaldhochstraße 1

77815 Bühl

Deutschland

Tel. +49 7226 54­0

Mail: info@max­grundig­klinik.de

www.max­grundig­klinik.de


44

VERANTWORTEN unternehmen [!]

„Eine fehlende Distanzierungsfähigkeit

hingegen kann für den einzelnen

Stress bedeuten“, erläutert

Kracke. Etwa dann, wenn der Betroffene

nur schwer den Absprung findet

und nicht klar definiert, wann

Zeit für Privates und wann Arbeitszeit

ist.

Aus einer AOK-Studie aus dem

Herbst 2019 geht hervor, dass rund

73 Prozent derjenigen, die häufig im

Home-Office arbeiten, sich in den

vergangenen vier Wochen erschöpft

fühlten. Bei Beschäftigten, die nur

im Büro tätig waren, waren es

66 Prozent. Darüber hinaus gab über

ein Drittel der Heimarbeiter an, dass

sie Probleme haben, nach Feierabend

abzuschalten, in der Vergleichsgruppe

im Büro war es nur

jeder Vierte. Die Belastung zeigt

sich der Studie zufolge auch in vermehrter

Lustlosigkeit, Schlafstörungen

und Konzentrationsproblemen.

Umso wichtiger sei es, das Gefühl

des Kontrollverlusts zu vermeiden

und dem mit einem strukturierten

Tagesplan entgegenzuwirken. „Das

hilft extrem weiter“, ist Kracke überzeugt.

„Die aktuelle Situation ist für

alle unbekannt. Deshalb muss ich

mir einen Rahmen schaffen.“ Gerade

wenn die Phase im Home-Office

länger andaure, werde solch ein Plan

immer wichtiger. Kinder erschwerten

den zuhause Arbeitenden die Situation

extrem. Hier müssten mit

dem Arbeitgeber Modelle besprochen

werden, die für beide Seiten

gangbar sind, wie etwa das teilweise

Verschieben der Arbeitszeit in die

Morgen- und Abendstunden. „Damit

wird derzeit kreativ und verständnisvoll

umgegangen“, sagt der

Experte.

Die aktuelle Situation sei für alle

Beteiligten mehr oder minder ein

Schockzustand gewesen. Ein Erschöpfungszustand

wie bei einem

Burnout sei jedoch nicht zwingend

die Folge. Dabei halte der Zustand

über drei Monate oder länger an.

„Ein Gefühl der Hilflosigkeit ist hier

ein Warnsignal.“

Kreativität und

Verständnis

Menschen, die

etwa jede Nacht

aufwachten

und sofort über

ein ungelöstes

Problem grübelten, das sie

gefühlt nicht alleine lösen

können, seien gefährdet.

„Dann muss man hellhörig

werden“, betont Kracke.

„Jetzt haben wir aber

noch keine wahnsinnig

lange Stress phase.“

Wer davor bereits gefährdet

gewesen sei,

für den sei die Situation

heikel. Wer davor dagegen

gesund war, bei

dem sei die aktuelle

Lage nicht der

alleinige Auslöser.

„Wir dürfen

die Situation

gerade auch

nicht dramatisieren.“[!]

Julia Kling

Wir dürfen

die derzeitige

Situation

auch nicht

überdramatisieren.

Holger Kracke

Verband für Bournout-Prophylaxe

Ein Ausgleich für Kopf und

Körper ist gerade für Angestellte

im Home-Office wichtig.


unternehmen [!] RESSORTAnzeige

45

Lebensqualität in reinster Form

Der Anspruch der Grünbeck Wasseraufbereitung

GmbH ist, dass Menschen weltweit

hygienisch einwandfreies Wasser zur Verfügung

steht.

Mit Know-how, Produkten und Kommunikation

setzt Grünbeck als Wasseraufbereitungsspezialist

alles daran, dieses Recht umzusetzen

und langfristig zu erhalten. Mit der Kernkompetenz

„Wir verstehen Wasser“ will

Grünbeck die Öffentlichkeit und Wasser-Profis

aufklären und WASSER-WISSER∏ schaffen.

Denn das ist die Grundlage für den bewussten

Umgang der Menschen mit der lebenswichtigen

Ressource Wasser. Eine

wichtige Plattform ist dabei das renommierte

Weiterbildungszentrum „Grünbeck Forum“

am Firmenhauptsitz Höchstädt. Wasserspezialisten

erläutern Branchenneuigkeiten und innovative

Lösungen zur Wasseraufbereitung

für die SHK-Branche, die Lebensmittelindustrie

und zur Energiegewinnung. Dazu zählen

Produkte zur Trinkwasseraufbereitung ebenso

wie Anlagen zur Wasseraufbereitung für

Heiz- und Kältesysteme oder Schwimmbäder.

Zudem bietet Grünbeck höchste Kompetenz

bei der Planung, Konstruktion, Herstellung

und Wartung dieser technischen Anlagen zur

Wasseraufbereitung.

1949 wurde die Einzelfirma „Wasserchemie

und Apparatebau“ durch Josef Grünbeck gegründet;

heute arbeiten rund 660 Experten

im Unternehmen der Grünbeck Wasseraufbereitung

GmbH. Als eines der erfolgreichsten

und angesehensten Unternehmen der Wasseraufbereitung

in Europa erfragt, versteht und

erfüllt Grünbeck Kundenbedürfnisse. Als Ergebnis

steht ein kontinuierlich steigender

Umsatz von jährlich rund 115 Millionen Euro.

Flächendeckende Standorte in Deutschland

und eine weltweite Präsenz in allen wichtigen

Märkten garantieren die Nähe zu den Kunden.

Im Weiterbildungszentrum Grünbeck Forum finden sowohl Veranstaltungen als auch Schulungen statt.

Grünbeck-Produkte stehen für Lebensqualität

und Werterhalt. Grünbeck entwickelt die

von Kunden geforderten nachhaltigen Lösungen

zur Ressourcenschonung und Verbrauchssenkung

unter Einhaltung aller rechtlichen

Prämissen. Die Innovationskraft von

Grünbeck unterstreichen eine Vielzahl von

Warenzeichen (Marken) sowie zahlreiche Patente/Gebrauchsmuster.

Eine Zertifizierung

nach DIN EN ISO 9001 sowie zahlreiche länderspezifische

Qualitätszertifikate untermauern

die beste Produktqualität. Bereits 1968

wurde für die Mitarbeiter das „Grünbeck-Beteiligungsmodell

der sozialen Partnerschaft“

ins Leben gerufen. 2010 folgte ein wichtiger

Meilenstein mit der „Loni und Josef Grünbeck

Stiftung“. Die sichert stabile Gesellschafterverhältnisse

und damit eine solide Unternehmenszukunft.

Kurzprofil:

• Anbieter für Produkte und Verfahrenstechniken

für die Wasseraufbereitung

• Gründung: 1949

• 660 Mitarbeiter

• Umsatz ca. 115 Mio. Euro

• nach DIN EN ISO 9001 und zahlreichen länderspezifischen

Qualitätszertifikaten sowie

DIN EN ISO 14001 zertifiziert

• Branchen: Haustechnik, Schwimmbadtechnik,

Hygiene- und Gesundheitswesen, Medizinprodukte,

Getränke-/Lebensmittelindustrie,

Energiezentralen, Wasserversorgung,

Trinkwasserspender

Welche Benefits bietet Grünbeck

Mitarbeitern?

• flexible Arbeitszeit mit Arbeitszeitkonto

• 30 Tage Jahresurlaub

• Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld

• betriebliche Altersversorgung

• Mitarbeiter-Beteiligungsmodelle

• Angebote zur Weiterbildung

• Gesundheitsvorsorge

• Kaffeespezialitäten und Wasser gratis

• abwechslungsreiches Essensangebot im

Grünbeck-Casino – bezuschusst vom

Unternehmen

• sichere Arbeitsplätze durch gemeinnützige

Stiftung als Mehrheitsgesellschaft

Innovative Produkte sorgen jederzeit für

optimale Wasserqualität durch geschützte

Trinkwasserinstallationen.

Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH

Josef-Grünbeck-Straße 1

89420 Höchstädt a. d. Donau

Deutschland

Tel. +49 9074 41-0

E-Mail: info@gruenbeck.de

www.gruenbeck.de


46

RESSORT unternehmen [!]

Darum packen

wir Corona

Umfrage Solidarität im

Beruflichen wie Privaten

macht elf Führungskräften

derzeit Mut, wie sie unserem

Mitarbeiter Stefan Vogel

berichten. Den Kopf in den

Sand stecken gelte nicht.

FOTO; PREECHAR BOWONKITWANCHAI/SHUTTERSTOCK.COM

1Als eine sehr große Herausforderung

an die Politik,

Wirtschaft und die Menschen.

Ich hoffe vor allem für die vielen

Klein- und Kleinstunternehmen,

dass sie diese Krise überstehen

können, da hier sehr viele

Arbeitnehmer betroffen sind.

Claudia Hannusch, Geschäftsführerin

der Hannusch Industrieelektronik

e.K., macht das

momentan spürbare Miteinander

Mut.

2Das miteinander und füreinander

da sein. Das Verständnis,

dass man sich jetzt an gewisse

Regeln halten muss. Dass

alle meine Mitarbeiter, Geschäftspartner,

Lieferanten, Bekannten,

Freunde und deren und

unsere Familie gesund bleiben.

Wir werden gestärkt und gemeinsam

aus dieser Krise nach

vorne sehen. Es geht weiter,

aber ganz sicher anders als vor

der Krise.

1Als einschneidendes Ereignis,

auf das keiner vorbereitet

war, obwohl die Regierung für

eine Pandemie seit Jahren Notfallpläne

hat, und das in aller

Deutlichkeit die Grenzen der

Globalisierung sowie auf die

Bundesländer bezogen die

Grenzen des Föderalismus aufzeigt.

Derzeit zeigen sich Karl-Heinz

Raguse, Leiter Ulmer Kreisverband

des Bundesverbandes

mittelständische Wirtschaft, die

Grenzen der Globalisierung.

2Dass die Bürger im Großteil

sehr besonnen und vernünftig

auf die gebotenen Restriktionen

reagieren. Dass Kinder von

diesem Virus nicht betroffen

und unsere Kliniken gut vorbereitet

sind. Mit dem Wiedereinstieg

in die Geschäftstätigkeit

wird auch die deutsche Wirtschaft

diesen Einbruch überwinden.


unternehmen [!] LEBEN 47

1) Wie erleben Sie die Corona-Krise?

2) Was macht Ihnen jetzt Mut?

FOTO: YAYAYOYO/SHUTTERSTOCK.COM

1Die Corona-Krise ist für uns

als Volksbank Göppingen die

Chance, unseren Mitgliedern

und Kunden zu zeigen, dass wir

für sie auch in schwierigen Zeiten

da sind. Dabei geht es um

Flexibilität und Schnelligkeit.

Für Dr. Lukas Kuhn,Vorstandsmitglied

der Volksbank Göppingen,

ist Bedachtsamkeit im

Umgang mit der Krise wichtig.

2Wie unsere Belegschaft die

Corona-Krise bewältigt. Mit

Bedachtsamkeit! Keine Panik

und keine Hektik, sondern Fokussierung

auf das Wesentliche.

Darüber hinaus wird die bereits

eingetretene krisenbedingte Beschleunigung

der digitalen

Transformation der Bankenbranche

beim notwendigen

Strukturwandel helfen.

1Es ist etwas zu viel Aktionismus!

Die Menschen brauchen

klare Leitlinien und eine Perspektive,

damit sie sich darauf

einstellen können – im privaten

wie im beruflichen Umfeld. Da

helfen langfristige Pläne und

nicht Aktionen, die nur von heute

auf morgen wirken.

neue Geschäftsmodelle

Videotutorials

Digitalisierung

Einzelberatungen

Armin Weidt, Rechtsanwalt

und Vorstand der Kanzlei Knorr

Anwälte, bemängelt zu viel

Aktionismus.

2Die Aussicht darauf, dass es

nur ein vorübergehender

Zustand ist. Sobald das Gesundheitssystem

wieder in gewohnten

Bahnen arbeiten kann, werden

wir es gemeinsam schaffen,

vieles wieder zügig zur Normalität

zu bringen. Es wird nicht

alles wieder wie vorher, aber es

bieten sich Chancen für alle!

Finanzplanung

Fördermittel

Corona-Krise

IHK Ulm: Die erste

Adresse in allen

Webinare

Wirtschaftsfragen

Checklisten

Existenzsicherung

Ihr Ansprechpartner in der Krise

1Die Corona-Krise ist medizinisch-pflegerisch

und wirtschaftlich

eine gewaltige Herausforderung.

Sie hat in unseren

Kliniken fast alles auf den Kopf

gestellt. Doch die frühzeitig eingeleiteten

Maßnahmen wirken.

Dr. Wolfgang Schmid,

kaufmännischer Geschäftsführer

der Alb-Fils-Kliniken in

Göppingen: Die Krise stellt eine

gewaltige Herausforderung dar.

2Unsere Ärzte, Pflegekräfte

und alle anderen Kolleginnen

und Kollegen machen einen

tollen Job. Ich habe das Gefühl,

dass die Menschen physisch

zwar auf Distanz gehen, wir als

Gemeinschaft aber enger zusammenrücken.

Noch immer leben

wir auf Kosten der nachfolgenden

Generationen und das

sollten wir möglichst rasch gemeinsam

beenden.

Hotline

0731 173-333

E-Mail

corona@ulm.ihk.de

Informationen

www.ulm.ihk24.de/navigator

Ob Existenzsicherung, Finanzplanung, Fördermittel,

Digitalisierung, Ausbildungsthemen oder

neue Geschäftsmodelle. Die Corona-Krise stellt

viele Firmen vor große Herausforderungen. Die

IHK Ulm zeigt ihren Mitgliedern dabei verschiedene

Wege auf.

Kommen Sie einfach auf uns zu.

Weitere Informationen zum IHK-Navigator für

Ihren Weg durch und aus der Corona-Krise

finden Sie hier:

www.ulm.ihk24.de/navigator

#GemeinsamStark

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48

LEBEN unternehmen [!]

1) Wie erleben Sie die Corona-Krise?

2) Was macht Ihnen jetzt Mut?

1Die Corona-Krise hat uns früh

erreicht, Lieferketten sind unterbrochen

oder stark beeinträchtigt,

laufende Aufträge

wurden gestoppt.

Die Krise hat das Unternehmen

von Berndt Wintermayr,

Geschäftsführer der Wintermayr

Energiekonzepte Systemtechnik

GmbH, früh getroffen.

2Mut macht mir die aktive

Unterstützung der Politik

sowie das soziale Verhalten der

Bevölkerung und die Bereitschaft

unserer Mitarbeiter, gemeinsam

mit uns diese Situation

zu bewältigen.

1Die ersten Wochen waren gekennzeichnet

durch viel Hektik,

viele Stornierungen, viel Unsicherheit

und Diskussionsbedarf.

Nun ist es etwas ruhiger

geworden und wir fokussieren

uns auf die Zeit danach.

FOTO: SENIA EFFE/SHUTTERSTOCK.COM

Karin Krings, Geschäftsführerin

des Hotels Goldenes Rad in

Ulm, blickt nach vorn.

2Mut macht mir unsere Kölner

Familie und ein Teil des

kölschen Grundgesetzes.: „Es

hat noch immer gut gegangen“.

1Die Corona-Krise stellt vieles

auf den Kopf, stimmt mich besorgt,

dominiert mein Denken,

verändert mein Tun und

schränkt meinen Alltag ein.

Gleichzeitig merke ich, dass ich

mich stärker als bisher aufs Wesentliche

besinne, vieles bewusster

wahrnehme und genieße

– und viele Dinge ganz neu

denke.

Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin

der AOK Ulm-Biberach,

denkt viele Dinge neu.

2Ich spüre, dass Zusammenhalt

und gegenseitige Unterstützung

zunehmen. Diese Solidarität

macht mir am meisten

Mut. Ich hoffe, dass davon nach

der Krise viel bleibt. Und ich bin

dankbar, dass ich weiterarbeiten

und damit ein bisschen dazu

beitragen kann, die Zeit der Krise

zu gestalten.

1Die Corona-Krise traf unvorbereitet

mit voller Vehemenz

unser Leben. Schlagartig mussten

und müssen allerorten Entscheidungen

getroffen werden.

Zögern könnte im Wettlauf mit

dem Virus dazu führen, dass es

die Oberhand behält.

Dr. Hariolf Teufel, Vorstandsvorsitzender

der Kreissparkasse

Göppingen, bleibt optimistisch.

2Mut machen mir die vielen

Aktionen, die uns Nähe erleben

lassen: wenn sich Menschen

freiwillig als Helfer bei

den Tafeln melden, Nachbarn

für ältere Mitmenschen einkaufen

gehen und sich bislang

Fremde auf den Balkonen zum

Singen verabreden. Wenn es uns

gelingt, diese Zugewandtheit für

die Zukunft zu bewahren, dann

schaue ich optimistisch nach

vorn.


unternehmen [!] LEBEN 49

Mit Online-Marketing

Neue Wege

gehen

Wir beraten Sie kostenlos

und unverbindlich zu allen

Online-Marketing Themen.

FÜR BEGINNER

1Wirtschaftlich ist es die

schwerste Zeit in meinem Leben,

noch nie waren alle meine

Aktivitäten so belastet. Man ist

stark gefordert, kurzfristig alles

neu zu organisieren und man

vermisst doch vieles.

Hermann Hutter, Ladeninhaber

und Präsident des Handelsverbandes

Baden-Württemberg,

glaubt, dass sich die Wirtschaft

wieder schnell erholen wird.

2Unsere Gesellschaft ist sehr

stark und auch die Menschen

solidarisieren sich. Ich

glaube deshalb, dass wir bald

wieder alles im Griff haben werden.

Die Wirtschaft wird sich

hoffentlich schnell erholen und

kann mit Kreativität und neu erlernten

Erfahrungen und Kompetenzen

wieder zügig erfolgreich

werden.


30 Minuten telefonische

Beratung

FÜR FORTGESCHRITTENE


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ZAR Zentrum für ambulante

Rehabilitation

Meine Stadt.

Meine REHA.

1Zum einen mit der Sorge um

den gesundheitlichen Aspekt,

insbesondere um die besonders

gefährdeten Gruppen aus der

Bevölkerung. Zum anderen mit

der Sorge um die wirtschaftliche

Entwicklung und die vielen

Besonderheiten, die es zu beachten

gilt.

Mike Klamser, Geschäftsführer

von Sport Klamser in Ulm, setzt

auf das lokale Engagement der

Bürger.

2Mut macht mir die teils wirklich

ehrliche und herzliche

Loyalität, die wir von den Kunden

und Partnern entgegengebracht

bekommen. Die wachsende

Erkenntnis und Bereitschaft,

wieder lokaler zu denken

und zu handeln, sich im eigenen

Umfeld zu engagieren. „Buy local“

oder „Lass den Klick in deiner

Stadt“ bekommen eine ganz

neue Qualität.

FOTO: AQUIR/SHUTTERSTOCK.COM

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Bei uns!

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ZAR Ulm

Pfarrer-Weiß-Weg 10

89077 Ulm-Söflingen

Tel. 0731. 964 293-100


50

NAMEN & NACHRICHTEN unternehmen [!]

Trauer um

Heinrich

Grieshaber

Heinrich

Grieshaber

ist im Alter

von 71 Jahren

gestorben.

Nachruf Der Unternehmer

Heinrich Grieshaber ist am 29.

März 2020 mit 71 Jahren verstorben.

Als Gründer und ehemaliger

Vorsitzender der Geschäftsführung

begleitete er die Grieshaber

Logistik GmbH mit

Hauptsitz in Weingarten zuletzt

als Vorsitzender des Aufsichtsrates.

2018 veröffentlichte er unter

dem Titel

„Vollgas“ die Erfolgsgeschichte

seines Unternehmens.

Ein

Jahr später wurde

ihm das Bundesverdienstkreuz

am Bande

verliehen. Von

2008 bis 2018

war Grieshaber

Präsident der

IHK Bodensee-Oberschwaben

und von 2010 bis 2014 Vizepräsident

des Baden-Württembergischen

Industrie- und Handelskammertages.

Er war im Beirat

des Friedrichshafener Institutes

für Familienunternehmen der

Zeppelin Universität, im Hochschulrat

der Dualen Hochschule

Baden-Württemberg (DHBW)

in Ravensburg und im Aufsichtsrat

der Messe Friedrichshafen.

Die Grieshaber Logistik

GmbH ist ein international agierendes

Familienunternehmen.

Im Verbund mit der GR Logistik

GmbH erwirtschafteten 650

Mitarbeiter zuletzt einen Umsatz

von rund 90 Millionen Euro

(2018).

Ein Koloss: Der maritime Schwerlastkran von Liebherr hat eine Hubleistung von bis zu 5000 Tonnen und

bis 175 Meter Hubhöhe.

Foto: Liebherr

Neuer Schwerlastkran installiert

In Rostock wurde jetzt der leistungsstärkste Liebherr-Kran,

der je gebaut wurde, auf ein Spezialschiff

montiert. Für den Bau wurden Kompetenzen der

Werke in Rostock, Biberach und Nenzing gebündelt.

Zukünftig soll der HLC 295000 unter anderem im

Moray East Windpark in Schottland zum Einsatz

Zeppelin stoppt

Investitionen

Corona-Krise Die Zeppelin

GmbH aus Friedrichshafen hat

infolge der Pandemie einen Investitionsstopp

verhängt. 2019

waren rund 370 Millionen Euro

investiert worden. Unter anderem

dank 850 Millionen Euro Eigenkapital

werde das Unternehmen

aber 2020 voraussichtlich

keinen staatlichen Schutzschirm

brauchen. Der Zeppelin Konzern

hat 2019 unter anderem mit

dem Vertrieb von Baumaschinen,

Antriebs- und Energiesystemen

3,1 Milliarden Umsatz gemacht

– 2,9 Milliarden waren es

im Jahr davor. Der Jahresüberschuss

lag bei 92,4 Millionen

Euro. (2018: 90 Millionen) Für

den Konzern arbeiten rund

10 000 Mitarbeiter. Die Zentrale

liegt in Garching bei München,

der juristische Sitz in

Friedrichshafen.

kommen. 2019 erzielte das familiengeführte Unternehmen

Liebherr einen Umsatz von 11,8 Milliarden

Euro. Das sei ein Plus von 11,4 Prozent im Vergleich

zum Vorjahr, teilte das Unternehmen mit Sitz im

schweizerischen Bulle mit. Der Gewinn liege mit 429

Millionen Euro über dem Vorjahresniveau.

Gefälschte Mails

im Umlauf

Betrug Die Bundesagentur für

Arbeit warnt vor gefälschten

Mails mit dem Absender kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de.

Die Mail fordert

den Adressat auf, Angaben zu

Person, Unternehmen und Beschäftigten

zu machen. Betroffene

sollen die Mail unbeantwortet

löschen.

Impressum

Verlag & Herausgeber

Neue Pressegesellschaft

mbH & Co. KG

Frauenstraße 77

89073 Ulm

Redaktion

Alexander Bögelein (verantwortlich)

a.boegelein@swp.de

Anschrift wie Verlag

Anzeigen

Stefan Schaumburg (verantwortlich)

Anschrift wie Verlag

Gestaltung

Alen Pahic (Art Director)

Max Meschkowski

(Layout, Grafik & Illustration)

Antje Meyer (Bild)

Fotos Marc Hörger (Titelinterview),

Lars Schwerdtfeger,

Volkmar Könneke, Matthias Kessler,

Werkfotos, PR, Archiv

Druck

Druckerei R. le Roux GmbH

Daimlerstraße 4

89155 Erbach

Objektleitung

Tobias Lehmann

Telefon 0731 156-515

t.lehmann@swp.de

Mediaberatung

Christine Blum

Telefon 0731 156-500

E-Mail c.blum@swp.de

Vertriebsservice

unternehmen.vertrieb@swp.de

Den Datenschutzbeauftragten

erreichen Sie unter:

datenschutz@swp.de

Nächste Ausgabe: 17. Juli 2020

Die Themen

Sanierung & Beratung

Privatschulen

Umfeld

Facility Management

Werbegeschenke

Anzeigenschluss: 19. Juni

Auflage: 15.000 Exemplare

www.swp.de/unternehmen


unternehmen [!] RESSORT 51

Wir machen

Geschichten

mit Leib

und Seele

Contentperformance setzt auf gute Geschichten und maßgeschneiderte

Kampagnen. Das Ergebnis: Der konsequente Brückenschlag zwischen

dem Traditionshandwerk Journalismus und den modernen Varianten des

Storytellings. Wir inszenieren Ihre Themen.

Was können wir für Sie tun?

Unsere Disziplinen:

Print . Video . Digital . Events

www.contentperformance.de

Tobias Lehmann

t.lehmann@

contentperformance.de

T 0731 156-515

Julia Haaga

j.haaga@

contentperformance.de

T 0731 156-150


52

RESSORT unternehmen [!]

Für alle,

die gern alles geben

Der neue Passat und der neue Passat Variant*.

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