2020-05-17 Bayreuther Sonntagszeitung

inbayreuth

2 17. Mai 2020 Aktuell

Bayreuther Sonntagszeitung

Ihr RechtamSonntag

Die WEG-Reform 2020

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Sowohl Wohnungseigentümer,

als auch Hausverwaltungen

sollten in den nächstenWochen

ganz genau die Entwicklung der

Gesetzgebung zum neuen Wohnungseigentumsgesetz

(WEG)

verfolgen.

Aktuell befindet sich der Gesetzentwurf

zur Lesung im Deutschen

Bundestag. Unter Berücksichtigung

der noch notwendigen

Beteiligung des Bundesrates, soll

das neue Gesetzzum 01.09.2020

gelten. Die Änderungen, so sie

aus dem jetzigen Gesetzesentwurf

dann auch tatsächlich

übernommen werden, sind so

weitreichend, dass manche Entscheidungen

bis zur Wirksamkeit

des neuen Gesetzes abgewartet

werden sollten.

Ziel des neuen Gesetzes

ist eine Vereinfachung auf vielen

Ebenen. Unter anderem folgende

Änderungen sollen künftig

gelten:

Vereinfachung vonSanierungen

und Modernisierungen

Jeder Eigentümer soll einen

Anspruch darauf bekommen,

dass ihm ein barrierefreier Ausund

Umbau, Maßnahmen zur Einbruchsicherung,

der Einbau einer

Lademöglichkeit für ein Elektrofahrzeug

oder der Anschluss an

das Glasfasernetz ermöglicht

wird. Hierzu bedarf es keines

Mehrheitsbeschlusses mehr.

Der Eigentümer, der solche Änderungen

möchte,muss aber die

hierfür notwendigen Kosten dann

selbsttragen.

Bauliche Veränderungen sollen

künftig mit einfacher Mehrheit

möglich sein, es kommtdann

nicht mehr auf die Zustimmung

aller von der Maßnahme beeinträchtigten

Eigentümer an.

Verwaltungsbeirat

Bestand der Verwaltungsbeirat

bislang aus drei Mitgliedern,

soll nach dem neuen Gesetz die

Zahl der Beiratsmitglieder durch

Beschluss der Wohnungseigentümergemeinschaft

flexibel

festgelegt werden können.

Um Wohnungseigentümern die

Bereitschaft zur Übernahme der

Tätigkeit als Verwaltungsbeirat

zu erleichtern, soll die Haftung

der Beiräteauf Vorsatzund grobe

Fahrlässigkeit beschränkt werden.

Vereinfachung von Versammlungen

und der Beschlussfassung

Die zunehmende Digitalisierung

soll im WEG Berücksichtigung

finden. Umlaufbeschlüsse sollen

dann bereits wirksam sein, wenn

diese nur in Textform, aber nicht

in Schriftform beschlossen wurden.

Dies bedeutet, ein Umlaufbeschluss

kann künftig auch per

E-Mail gefasst werden. Identisch

verhält es sich bei dem Antrag auf

Einberufung einer Eigentümerversammlung.

Auch hierfür soll

künftig die Textform gegenüber

der bisherigen Schriftform ausreichen.

Ein solcher Antrag kann

dann also künftig per E-Mail gestellt

werden.

Darüber hinaus soll eine

Eigentümerversammlung unabhängig

von der Anzahl der

anwesenden oder vertretenen

Miteigentumsanteile beschlussfähig

sein.

Interessant für viele Eigentümergemeinschaften

ist die

Pflicht, dass das Protokoll der

Eigentümerversammlung unverzüglich

nach deren Beendigung

erstellt werden muss. Bislang

werden die Protokolle oft so spät

erstellt und möglichst nicht herausgegeben,

dass es den einzelnen

Eigentümern erschwert wird,

die Monatsfrist zur Einreichung

einer Anfechtungsklage über-

hauptwahren zu können.

Gerade im Hinblick auf die

vereinfachten Ladungsmöglichkeiten

und insbesondere die

Erleichterungen im ZusammenhangmitderSchaffungvonLadestationen

oder bei Absicht eines

behindertengerechten Aus- und

Umbaus, sollten alle Eigentümer,

aber auch Hausverwaltungen

abwägen, ob mit Anträgen und

Beschlussfassungen hierüber

nicht bis zur Geltung des neuen

Wohnungseigentumsgesetzes

(WEG)zugewartet wird.

Beabsichtigen Sie in naher

Zukunft entsprechende Maßnahmen,

lassen Sie sich wegen

der noch geltenden Regelungen

des WEG von einem in dieser

Materie fachkundigenRechtsanwalt

beraten, bevorSie eine Maßnahme

oder Beschlussfassung

anstreben, die Ihnen nach noch

geltendem Recht, möglicherweise

nicht oder nur erschwert gewährt

wird

Christian Ebert,

Rechtsanwalt,Fachanwalt für Bauund

Architektenrecht,Fachanwalt

für Miet- und

Wohnungseigentumsrecht,

BüroKulmbach, Wilhelm-Meußdoerffer-Str.4,

95326 Kulmbach,

Tel.: 09221/907916,

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Versicherungstipp am Sonntag

Smarthome brauchtauch smarten Versicherungsschutz

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“smart” -kaum ein anderes Wort

hatinden letzten Jahren so sehr in

den alltäglichen Sprachgebrauch

gefunden. Früher wurde das Telefon

benutzt. Dieses wurde dann

durch das Handy ersetzt. Und

heute haben wir ständig ein Smartphone

in der Hand. Gleiches gilt für

den Fernseher, aus dem mittlerweile

ein Smart-TVgeworden ist,

der uns zusätzlich mit Streaming

Diensten wie Netflix, Disney+ und

co. bereichert.

Da war esdoch nur eine Frage

der Zeit, bis auch der Rest des

Hauses “smart” werden musste!

Heute leben wir mehr oder

weniger in sogenannten Smarthomes.

Im heutigen Beitrag soll

das Thema “Smarthome” aus

versicherungstechnischer Sicht

beleuchtetwerden.

www.vfm-Liebig.de ·092414844-880

Der Begriff smart ist als solcher

nicht normiert und unterliegt

auch keinem Standard. Das bedeutet,

jeder Hersteller kann

ein Gerät auf den Markt bringen

und es als „smart“ bezeichnen.

Das wird vor allem dann greifbar,

wenn man sich vergegenwärtigt,

was alles von Herstellern

als „smart“ bezeichnet wird:

Jalousiesteuerungen, Kühlschränke,

Herde und Backöfen,

Küchenmaschinen, Waschmaschinen

und Trockner, Staubsaugerroboter,

Beleuchtungssysteme,

Klima-, Lüftungs- und

Heizungsanlagen, Fenster- und

Türen, HiFi-Soundsysteme,

Rasenmähroboter, Überwachungssysteme

(Rauchmelder,

Kohlenmonoxid-Melder, Kameras,

Klingel- und Gegensprechanlagen,

usw.), Rasensprenger,

KANN IHRE VERSICHERUNG BEI

DEIN ZUHAUSE. ECHT. SMART.

MODERNEN RISIKEN MITHALTEN?

Wasserwächtersysteme, Steckdosen

und Lichtschalter und vieles

mehr.

Die Bandbreite im Bereich

Haushalt lässtsich alsoschwer

greifen. Vereinfacht gesagt

kann damit die per App steuerbare

LED-Glühbirne für 15

Euro genauso gemeint sein,

wie die professionelle Haussteuerung,

die weite Teile der

Gebäudetechnik (wie Heizung,

Lüftung, Beleuchtung,

Stromschalter, etc.) und Gebäudebestandteile

steuert und

mehrere Tausend Euro kostet.

Mit dieser Maßgabe muss man

auch die Risikoeinschätzung

und die Wahl des Versicherungsschutzes

angehen. Wer also

hochwertige Smarthome-Geräte

im Schaltschrank besitzt, hat

einen deutlich komplexeren Bedarf

als jemand, der sich lediglich

etwas Ambientebeleuchtung im

Nachrüstkit installiert hat.

Gerade bei Neubauten und

Sanierungen werden diese

hochwertigeren Lösungen immer

öfter eingebaut, umweite

Teile des Hauses zu optimieren,

automatisieren und zu steuern.

DabeiistdasgrößtephysischeRisiko

fürderartige Anlagen ein möglicher

Überspannungs-, Induktionsoder

Stromschwankungsschaden.

Daslässtsich mit einer sehr guten

Wohngebäudeversicherung noch

abdecken. Wenn es aber um speziellereRisiken

geht, endenmeistdie

„normalen Wohngebäudetarife“

und es bedarf spezieller Ergänzungen,

die auch Schäden durch

• Bedienungsfehler (Unachtsamkeit)

• vorsätzliche Beschädigung

durch Dritte

• Konstruktions- oder Montagefehler

nach Ablauf der

Gewährleistung/Garantie

• Manipulation durch Dritte

(Hacking-Angriffe)

• Fehlfunktion der Anlagen

beinhalten.

Beispiele:

DasGebäude verfügt über großflächige

Dachfenster, die sich

mittels Regensensor automatisch

verschließen. Die Steuerungsanlage

weist einen Fehler

auf, sodass sich das Fenster

beim Gewitter nicht verschließt,

sondern weiter öffnet. Dadurch

kann der Regen ungehindert in

das Haus gelangen und den Boden

sowie Inventar beschädigen.

Ein Angriff eines Hackers sorgt

dafür,dass entweder komplette

Steuerungseinheiten manipuliert

werden und mitten inder

Nachtdas LichtimHaus angeht,

die Rollläden hochfahren oder

die Heizungs- und Klimaanlage

ausgeschaltet wird. Weiterhin

verabschiedet sich der Hacker

noch mit einer Schadsoftware

als Abschiedsgeschenk, die

die Geräte dauerhaft manipulieren

und diese ausgetauscht

werden müssen.

Diese beiden Beispiele sind in

einer klassischen Wohngebäude-

und Hausratversicherung

üblicherweisenichtversichert.

Und was man auch beachten

sollte: Hat sich ein Hacker erstmal

Zugang zu den Geräten verschafft,

kann auch ausgespäht

werden, wann sich eine Diebestour

lohnt. Dies kann leicht bewerkstelligt

werden, wenn die

mittels die Smarthome-Anlage

gesteuerte Beleuchtung über

eine Zeitsteuerung verfügt, die

sich „außer Haus“ nennt oder

die Überwachungskamera vom

Hacker „angezapft“ wird, um zu

überprüfen, ob tatsächlich niemand

zuhauseist.

Fazit:

Die möglichen Schäden, die

durch oder an der neuen Technik

entstehen, sind deutlich

vielfältiger geworden – dementsprechend

sollte auch der

Versicherungsschutz mit seinen

jeweiligen Klauseln dem tatsächlichen

Risikoentsprechen.

Klaus Liebig

vfmVersicherungs-&

FinanzmanagementGmbH

Schmiedpeunt 1|91257Pegnitz

Internet: www.vfm.de

E-Mail: info@vfm.de

Tel09241 484444

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