Spielplan 2011 - Styriarte

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Spielplan 2011 - Styriarte

FOTO: WERNER KMETITSCH

P.B.B. GZ 02Z031401 M VERLAGSPOSTAMT 8010 GRAZ ERSCHEINUNGSORT GRAZ NR. 3/2011 ¤ 1,–

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Kürzlich rollten zwei Tiefl ader aus

Kaiserslautern in Graz ein, darauf

eine sonderbare Fracht: eine „Raupenbahn“

vom Rummelplatz, Baujahr 1926,

hergestellt von der Gothaer Waggonfabrik

AG, eingemottet vor mehr als 20 Jahren,

wieder ausgegraben für die styriarte 2011.

An einem geheimen Ort in Eggenberg steht

jetzt das merkwürdige Fossil aus der guten

alten Zeit, eine Art Ringelspiel, in dem für die

gute Unterhaltung auf der Kirmes noch ein

paar bunte Lämpchen ausreichten, und demnächst

werden Teile davon in die Helmut-

List-Halle übersiedeln und sich zur Bühne

einer Oper verwandeln, die zur Kirmes, am

Kirchweihfest, spielt: „Die verkaufte Braut“.

Nikolaus und Philipp Harnoncourt, der

musikalisch und der szenisch Verantwortliche

für dieses zentrale Projekt der styriarte,

haben sich so ein Ambiente von Zirkus und

Rummel gewünscht und erträumt, und mit

Hilfe hiesiger Schausteller, die schon berufsbedingt

ziemlich weit herumkommen, wurde

das nostalgische Stück gefunden, das jetzt

auf der Opernbühne eine letzte Blüte erleben

wird. Ein weiterer Trumpf einer Produktion,

die auch sonst voller Überraschungen

steckt, wie zum Beispiel jener, dass durch

die Entdeckung einer von Smetana selbst

autorisierten deutschen Fassung der Oper,

die noch nie auf einer Bühne zu hören war,

in Graz eine Uraufführung dieser Fassung

angeboten werden kann. Mehr davon, und

EDITORIAL

vor allem Nikolaus Harnoncourts Ideen zu

dieser genialen leichten Oper können Sie im

folgenden Heft lesen.

Das Thema der styriarte 2011, abgeleitet

aus jener Oper, handelt vom schweren

Leichten in der Musik, von der Mühe der Autoren,

für ihr Publikum leicht und dennoch

voll Anspruch zu schreiben. Allen, die es in

diesem Sinn leicht mögen, und das ist erfahrungsgemäß

die klare Mehrheit, muss daher,

bevor es auch schon wieder vorbei ist, gesagt

werden: Nutzen Sie das federleicht tiefgängige

Musikangebot der styriarte 2011. So ein

Programm kommt vielleicht nie wieder!

Noch viel Vorfreude und dann viel Vergnügen

wünscht

Ihr

Mathis Huber

INHALT

Highlight: Die schwere leichte Braut 4

Verkaufte Braut: Filmreif in allen Rollen 8

Joseph Haydn: Die Paukenschlag-Pointe 10

Bel Canto: Ganz große Gefühle 12

Barockhits: Evergreens des Barock 14

Jordi Savall: Die Leichtigkeit der Freiheit 16

Spielplan der styriarte 2011 18

Tanznächte: Polka – eine Rallye mit drei Stationen 20

Böhmische Trias: Von Gott zugeflüstert 22

Erik Satie: Einfacher! Leichter! Satie! 24

Junge Stimmen: O Fortuna! 27

Musiklab: dsudl mit Bertl Mütter 28

Letzte Tippps zur styriarte 2011 30

Close-up auf Harnoncourt und Smetana 32

styriarte Service 34

recreation: Zehnte Saison – ein Fest! 35

IMPRESSUM: Medieninhaber: Steirische Kulturveranstaltungen GmbH • A-8010 Graz,

Sackstraße 17 • Telefon: 0 316.825 000 • Fax: 0 316.825 000.15 • www.styriarte.com •

Redaktion: Claudia Tschida • Layout: Cactus Communications>Design •

Druck: Medienfabrik Graz

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FOTO: WERNER KMETITSCH

Die styriarte

wird möglich durch

großzügige Förderung von

Hauptsponsor:

Medienpartner:

Sponsoren:

Partner:

Austrian Couture

Dieses Magazin wurde auf Hello Silk 115 g

gedruckt. Ein Papier der


Mathis Huber: Herr Harnoncourt,

Sie kommen in der styriarte 2011 noch

einmal auf Ihre tschechischen Wurzeln

zurück, mit der tschechischen Oper

schlechthin, mit der „Verkauften Braut“.

Nikolaus Harnoncourt: Ja, aber es

geht jetzt nicht mehr um die „Heimat“

wie 2010, es ist jetzt die Frage,

wie schwer das Leichte und wie leicht

das Schwere ist. Das ist eigentlich

der jetzige Aufhänger. Das fi nde ich

unheimlich gut.

Ja, dieser Aufhänger wurde aus der „Verkauften

Braut“ herausgefi ltert …

Und dann fi ndet man es überall …

Vor bald zwei Jahren hat alles so scheinbar

harmlos begonnen. Da kamen Sie

mit der Idee, in der styriarte Smetanas

„Braut“ mit dem alten deutschen Text

vom Max Kalbeck zu machen. Aber

dann muss sich etwas ereignet haben,

dass Sie von dieser Idee wieder abgekommen

sind.

Ja, das hat zum Teil mit Ihnen zu tun,

weil Sie mir ja ganz bald eine wortwörtliche

Übersetzung geschickt haben

und dann habe ich mich natürlich

wieder damit beschäftigt. Was wird

denn im deutschsprachigen Raum so

gemacht mit der „Verkauften Braut“?

Die wird ja überall ge spielt, heute

meistens in einer neueren Fassung

von Kurt Honolka. Ich habe die Fassungen

verglichen und mir gedacht:

Jemand, der den Kalbeck schlecht fi ndet,

soll es besser machen, aber dann

darf er so etwas Schlechtes wie der

Honolka nicht schreiben. Kalbeck ist

ein echter Poet, und seine Übersetzung

geht relativ weit vom Text weg.

HIGHLIGHT

Also hat man später gesagt, der Kalbeck

sei eine Entstellung. Ich fand:

Ja, es ist eine Entstellung, wenn man

die Uridee des Werkes betrachtet. Da

hat Kalbeck schon, trotz aller Poesie,

das Stück sehr leicht gemacht und

die Gewichtigkeit des Stückes ist

ziemlich verloren gegangen. Aber

mir hat noch immer die Poesie so gefallen,

dass ich gesagt habe: „Lieber

poetisch und untreu, als ziemlich

genau am Inhalt und einfach stur.“

Und dann kam noch eine ganze

Reihe weiterer Versionen der „Verkauften

Braut“ auf den Tisch, und

am Ende hatten wir ja dann eine Art

von Synchron-Übersetzungsreihe

mit vielen Spalten …

… aber Sie waren noch nicht zufrieden.

Nein, ich war nicht glücklich, weil ich

ja gemerkt habe, dass da noch mehr

dahintersteckt. Also der tschechische

Text der Oper stammt von Karel Sábina.

Das war ein Freund von Bakunin,

vom Anarchisten. Und das hat mir,

auch was das Werk betrifft, zu denken

gegeben, denn so einen Dichter

sucht man sich nicht aus für eine

leichtfertige, lustige Volksoperette.

Und da haben wir festgestellt, dass

der Sábina in dieses Werk auch ganz

andere Sachen verpackt hat. Und

dass die Figuren einen wesentlich

komplexeren Charakter haben, als

man vordergründig annimmt.

Als Sie sagten, Sie sind noch nicht zufrieden,

nach allem, was da jetzt auf dem

Tisch liegt …

Ja, durch das Bohren kommt dann

immer die Unzufriedenheit …

4

Die styriarte ist ja der Platz,

an dem Nikolaus Harnoncourt

seine größten Überraschungen

lüftet. Aber was sollten nach

„Porgy and Bess“ da noch für

Überraschungen kommen,

hätte man gedacht?

Eine „Verkaufte Braut“ zum

Beispiel, die sich im Arbeitsprozess

zu einer veritablen Uraufführung

entwickelt hat. Intendant

Mathis Huber hat mit Nikolaus

Harnoncourt darüber das

folgende Gespräch geführt.

… da haben wir uns nach wie vor umgeschaut

nach Urtexten und nach Skizzen

und autographen Äußerungen von Smetana,

weil es ja eben keine autographe

Partitur im Faksimile gibt, die zu erwerben

wäre. Man kann sich die ja nur im

Original in Prag ansehen. Und da war

eines Tages im Internet ein Klavierauszug

von 1872 angeboten, und den hab ich

mir kommen lassen.

Und da ist Ihnen aufgefallen, dass

da ein ganz anderer deutscher Text

drinnen ist.

Es ist mir aufgefallen, aber den Text

hab ich zunächst nicht als relevant für

uns erachtet, weil ich der Meinung war,

wir spielen Kalbeck. Erst als ich hörte,

dass Sie bei der Textfassung noch nicht

das volle Glück gefunden haben, habe


ich genauer hingeschaut, und da lag vor

mir eine Fassung, die mehr als 20 Jahre

älter war als die von Kalbeck. Und auch

wenn es in diesem Klavierauszug, den

Smetana selbst verfasst hatte, nicht

vermerkt ist: Es musste sich um die handeln,

von der in der Literatur die Rede

ist, die Smetana mit roter Tinte in seine

handschriftliche Partitur eingetragen

haben soll.

Aber jetzt sagen Sie mir bitte: Haben

Sie das entdeckt, habe ich das entdeckt,

hat der Philipp das entdeckt …

das weiß ich nicht mehr. Ich will da

keine Urheberrechte antasten. Jedenfalls

kam heraus, dass Smetana den

Emanuel Züngel selbst beauftragt

und bezahlt hat, eine Übersetzung zu

machen. Und da sind wir natürlich

alle elektrisch geworden, weil kein

Komponist jemanden bezahlt, den

er nicht gut fi ndet. Dass das bisher

niemanden interessiert hat, ist mir

so was von unbegreifl ich. Ich meine,

Smetana schreibt einen Klavierauszug

– den hat er ja selbst geschrieben,

da sind ja die Noten von ihm. Und er

druckt in diesem Klavierauszug den

tschechischen Text und einen deutschen

Text ab, noch lange bevor das

Stück im deutschsprachigen Raum

gespielt wurde. Also da hat Smetana

ganz offensichtlich ein großes Interesse

gehabt, dass das Werk über den

tschechischen Raum hinaus richtig

in die Welt geht. Und jetzt: Wo gibt

es einen Komponisten, der in seine

kostbare Partitur – in die autographe

Partitur – mit rot den gewünschten

deutschen Text hineinschreibt. Ich

meine, er macht ja damit eine Partitur

wertlos, wenn das nicht der

gewünschte Text ist. Auch für den

Komponisten ist das Autograph, die

eigene Handschrift, besonders: Das

ist sein Herzblut. Jetzt kommt natürlich

dazu, dass bei näherer Betrachtung

der Text super ist. Er ist

poetisch, er ist am Stück dran, also

ich vermute, dass das eine Zusammenarbeit

war. Ich glaube, dass das

wirklich eine optimale Übersetzung

ist …

… zumal Smetana ja den deutschen Text

hundertprozentig beurteilen konnte.

Ja, der hat noch besser Deutsch gesprochen

als Tschechisch.

Und lässt dieser neue Text jetzt auch die

Musik in einem neuen Licht erscheinen?

HIGHLIGHT

Ich fi nde schon. Weil die Ernsthaftigkeit

der Ideen vom Smetana viel

stärker herauskommt. Ich meine, es

bleibt natürlich die Grundgeschichte

gleich, die Bloßstellung des Kecal,

aber man kann da sehr ins Billige

drängen. Und auch die Figur der Marie

ist, wenn man den Originaltext

anschaut, von Anfang an eine sehr

starke, eine große Persönlichkeit.

Versteht man eigentlich, dass die „Braut“

– der größte Erfolg vom Smetana – nicht

seine größte Liebe war, sondern dass er

5

es bedauert hat, nicht mit seiner großen

dramatischen Kunst ebensolchen Erfolg

zu haben?

Ja, das wird von den Smetana-Forschern

immer wieder hervorgehoben

und auch mit Zitaten von ihm belegt.

Ich sage dazu ganz einfach: Ich

glaube das nicht. Ich habe noch als

Lehrer mit meinen Studenten Jahre

damit zugebracht, Quellen lesen zu

üben. Was sagt eine Quelle? Also die

Briefe von Monteverdi haben wir …

>>>


aber was liest li t du d daraus? d ? Was W

sagt

das? Und natürlich ist ein Grundzug

meines Wesens der Zweifel. Wenn

mir jemand sagt: „Der Julius Cäsar

ist laut eigenen Aussagen in Gallien

gewesen“, dann sag ich: „Wer weiß,

ob der wirklich dort war, ob der nicht

aufgeschnitten hat.“ Die Geschichte

ist so wahr, wie der Geschichtsschreiber

Dichter ist. Also wenn wir

Smetana jetzt hier hätten, dann würden

wir völlig andere Dinge erfahren,

als das, was man aus seinen Briefen

erfahren kann. Im Moment bin ich

also der Meinung, Smetana hat die

„Braut“ für ein Hauptwerk gehalten.

Er wollte ja, dass es in die Welt geht.

Das ist keine Frage. Es kommt noch

dazu, dass bedeutende Künstler keine

unbedeutenden Werke aus der

Hand geben. Ein großer Künstler, der

ist immer ein großer Künstler. Der

kann nicht zwischen Tür und Angel

irgendetwas Billiges machen.

Das Stück ist ja im Leichten angesiedelt,

seit Kalbeck überhaupt weiter ins Leichte

geschoben, gehoben …

… gesenkt!

… und dadurch wahrscheinlich auch so

rasend erfolgreich. Woher kommt denn

das Leichte in dieser Oper? Kommt das

aus den Tänzen? Aus dem Sujet kann es

wohl nicht kommen?

Naja, schon ein bisschen aus dem

Sujet.

Aber das Sujet ist ja im Grunde dunkel.

Es ist ganz brutal. Die Denunziation

des Wenzel, des Vašek, der Umgang

mit dem Behinderten, die Lenkungsgewissheit

des Überlegenen. Ich meine,

der Heiratsvermittler ist ja eine

alte Figur. Das ist einer, der mit dem

einfachen Volk Gewinne macht und

den alle bewundern, weil er alle Probleme

lösen kann. Und zwar auch zu

seinem eigenen Vorteil. Und diese Figuren

zugleich ganz ernsthaft gegen

die Wand rennen zu lassen und zugleich

heiter und lustig darzustellen,

das ist die Kunst. Das Ganze spielt ja

am Kirchweihtag. Ich halte das für

eine geniale Idee. Da trifft sich die

ganze Gegend, das kenne ich noch

HIGHLIGHT

aus meiner Kindheit. Ein größeres

Dorf, das Kirchweih hat: Da kommen

aus dem Umkreis von 30 Kilometern

die Leute zusammen und dann spielt

sich allerhand ab. Und immer ist dort

irgendeine Unterhaltung, ein Zirkus

oder so etwas. Und das ist schon

auch als Küche für die sozialen Verbindungen

dieser zusammengekommenen

Leute sehr gut gewählt.

Die Tänze in dem Stück …

Polkas, Skoμná, Furiant ...

… die brauchen

bestimmt so

einen Tschechen

wie Sie,

sonst würde es

nicht funktionieren.

(lacht) Ja, das

geht sonst

nicht.

Sie haben voriges

Jahr ein

ganz tschechisches

Jahr gehabt.

Sie haben

in allen möglichenKonstellationen

Smetanas „Vater land“-Zyklus

gespielt …

Ja, aber ich mache das schon jahrelang.

Wir haben in Graz auch die „Slawischen

Tänze“ von Dvo∏ák gemacht.

Ich glaube, das war der einzige Ort,

wo ich die „Slawischen Tänze“ komplett

gemacht habe, die ja total unterschätzt

werden von den großen

Orchestern. Das sind echt schwierige

Stücke, wenn man nicht nur schaut,

dass der „Umba-Umba“-Rhythmus

kommt und ein paar Tränen der

Zuhörer. Wenn man hineingeht in

die Substanz, ist das plötzlich ganz

schwierig.

Was ich interessant fi nde, wenn ich

mir die Aufnahmen der „Verkauften

Braut“ anhöre, von den erlauchtesten

tschechischen Dirigenten – also

vom Chalabala, oder vom Ostrμil.

Ich habe gedacht, diese Aufnahmen

müssten eigentlich an der Substanz

des Stückes sein. Aber was mir auffällt

ist, dass die alle in die Richtung

„leichtfertig“ gehen. Die haben schon

die neue Sicht des Werkes, die sich

im 20. Jahrhundert offensichtlich

eingebürgert hat. Das kann man da-

6

ran erkennen, dass sie – Smetana hat

die Stücke sehr genau metronomisiert

– praktisch einheitlich bei vielen

Tempi total über die Metronome

hinweggehen.

Sie werden schneller oder langsamer?

Die werden zum Teil doppelt so

schnell. Bei ganz langsamen Stücken

kommt es vor, dass sie langsamer

werden, dass sie da so ein bisschen

ausbaden. Das fi nde ich gar nicht

schlecht, weil sie den Emotionswert

der langsamen Stücke erkennen. Und

den schöpfen sie auch aus. Aber bei

den schnellen Stücken – Smetana

gibt immer das Metronom in Viertel

an – machen die das so schnell, dass

auf dem Metronom überhaupt keine

Viertel mehr drauf sind. Es muss wohl,

sagen wir, mit den tschechischen

Tänzen noch übereinstimmen, denn

ich kann mir nicht vorstellen, dass

solche Ur-Tschechen wie die Genannten

hier solche Fehler machen. Aber

ich habe für Graz jetzt schon eine

Probe mit Frau Röschmann gemacht

und wir waren begeistert, wie plötzlich

manche Stücke völlig anders

geklungen haben.

Weil langsamer …

Weil langsamer, weil man plötzlich

die Worte sprechen konnte. Und ich

denke schon, dass diese Negierung

der eindeutig originalen Tempi zu

tun hat mit der Veränderung des

Werkcharakters. Denn plötzlich,

wenn man es richtig macht, spüren

die Musiker, dass sie etwas zu

sagen haben, dass sie eigentlich

etwas sagen müssen. Und da fragt


man sich natürlich, was haben sie

zu sagen? Merkwürdigerweise ist

die Ouvertüre nicht metronomisiert

und die ist sehr schnell gemeint. Ob

sie so schnell gemeint ist, wie es die

spielen, weiß ich nicht, das werden

wir sehen. Da bin ich eigentlich

entschlossen, das auszuprobieren.

Das hat sicher auch mit den später

im Stück verwendeten Teilen der

Ouvertüre zu tun, weil die ja schon

darauf hinweisen sollen. Und es

fällt auch etwas auf, was sehr un-

gewöhnlich ist: Dass gleiche Motive,

die in der Oper mehrfach vorkommen

– also Zitate – manchmal in

verschiedenen Tempi stehen. Und

man erkennt trotzdem die Zitate

sehr gut. Also da scheint er eine, ich

würde sagen, außerordentlich raffi

nierte Tempo-Dramaturgie über

dieses Stück gelegt zu haben und die

ist bei den heutigen Aufführungen

praktisch weg.

Wie können wir uns Ihre Aufführungsversion

der „Verkauften Braut“ vorstellen,

das „halbszenisch“?

Mit der Sichtbarmachung wird das

Konzertante verständlicher. Es wird

ähnlich wie bei „Porgy und Bess“.

Dort waren die Sänger auch zuerst reserviert,

aber dann haben sie gemerkt,

dass durch Kleinigkeiten, durch die

Sichtbarmachung, alles verständlicher

wird. Ich wünsche mir, die

Kirtag-Situation von vornherein zu

zeigen, schon mit der Ouvertüre. Tänzer

müssen auch da sein! Man muss

merken, dass die Musik in die Beine

geht! Ein Tanz ohne körperliche Reaktion

geht nicht.

HIGHLIGHT

Herr Harnoncourt, Sie werden in der

styriarte 2011 noch zwei große Projekte

von Joseph Haydn realisieren, ein

schwereres, die Caecilienmesse, und ein

leichteres mit dem Titel „Paukenschlag“.

Ja, die Caecilienmesse, sie könnte auch

Mariazeller Messe heißen, ist eine düstere,

eine wirklich sehr ernste Messe.

Vor allem das „Dona nobis pacem“.

Das wird ja oft als Tanz ausgelegt:

„Danke, dass du uns den Frieden gegeben

hast“. Aber hier ist das eine Auseinandersetzung

mit der Unfriedlichkeit

der streitenden

Men -

schen. Erst

ganz zum

Schluss der

Messe hat

man das Gefühl,

es könnte

ein Frieden

werden, aber

eben doch

nicht ganz.

7

Und nach dem

Messkomponisten

begegnen

wir Haydn

als Meister der

Symphonie.

In praktisch allen Haydn-Symphonien

gibt es Elemen te von Witz, Witz

im Sinn von Geist. Haydn ist überhaupt

der witzigste Komponist, den

ich kenne. Bei den drei frühen Symphonien,

die wir spielen, den Tageszeiten-Sinfonien,

spürt man die

starke Beziehung zwischen dem Auftraggeber,

dem Fürsten Esterházy

und dem Komponisten. Und die

„Paukenschlag“-Symphonie wurde in

London komponiert, und Haydn

wollte damit die Londoner sicher

ganz einfach schockieren.

Was Johann Joseph Fux, von dem unser

heuriges styriarte-Motto stammt, über

das Schwere im Leichten für die Komponisten

beschrieben hat, gilt denn das

auch für die Interpreten?

Sicherlich! Es ist eine schwere Arbeit,

und man braucht eine ernste Vorbereitung

für das Leichte. Was leicht

wirkt, ist immer schwer erarbeitet!

Was leicht wirkt und leicht erarbeitet

ist, ist meistens billig!

Ein schönes Schlusswort! Vielen Dank

für dieses Gespräch!

Freitag, 24. Juni, 19 Uhr

Sonntag, 26. Juni, 19 Uhr

Dienstag, 28. Juni, 19 Uhr

Donnerstag, 30. Juni, 19 Uhr

Samstag, 2. Juli, 19 Uhr

Montag, 4. Juli, 19 Uhr

Helmut-List-Halle

DIE VERKAUFTE BRAUT

Smetana: Die verkaufte Braut (halbszenische

Produktion in der deutschen

Übersetzung von Emanuel Züngel,

1868/69)

Scharinger, Kulman, Röschmann,

Hirano, von Magnus, Schäfer, Streit,

Drole, Zednik, Nwobilo

Arnold Schoenberg Chor

Chamber Orchestra of Europe

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Inszenierung: Philipp Harnoncourt

Werkeinführung vor jeder Aufführung

mit Thomas Höft

Beginn jeweils 18 Uhr

Sa, 9. & So, 10. Juli

Pfarrkirche Stainz, 20.30 Uhr

CAECILIENMESSE

Haydn: Missa Cellensis, Hob. XXII:5

Bobro, von Magnus,

Johannsen, Boesch

Arnold Schoenberg Chor

Concentus Musicus Wien

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Fr, 15., Sa, 16. & So, 17. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

PAUKENSCHLAG

Haydn: Sinfonien, Hob. I:6-8

„Le matin“, „Le midi“, „Le soir“

Sinfonie in D, Hob: I:94

(„Mit dem Paukenschlag“)

Concentus Musicus Wien

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Karten & Informationen:

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com

FOTOS: WERNER KMETITSCH


Der diesjährige Anspruch der

styriarte ist ein besonders hehrer,

nämlich in der Leichtigkeit das

Schwere, sprich, die ganz große Musik

zu präsentieren. Hier werden

Künstler wie Zuhörer sehr gefordert

sein, beim „Blick“ hinter die Kulissen

das richtige Maß der Dinge für sich

zu fi nden. Ich freue mich jedenfalls

auf viele spannende Hörerlebnisse,

natürlich auch auf die sicher einzigartige

halbszenische Produktion

von Smetanas „verkaufter Braut“ mit

Nikolaus Harnoncourt.

Mag. Markus Mair,

RLB Generaldirektor

Wir unterstützen auch heuer wieder

die Opernproduktion der

styriarte, weil wir davon überzeugt

sind, dass Kultur Zukunft schafft. Zudem

unterstreichen wir damit die historische

Verbindung des politischen

Vordenkers und Gründers der GRAWE

Erzherzog Johann mit dem musikalischen

Visionär Nikolaus Harnoncourt.

Dr. Othmar Ederer,

GRAWE Generaldirektor

FOTO: HERMANN BURGSTALLER

FOTO: GRAWE

Filmreif in allen

„Erster Operntonfi lm – Welturaufführung!“ meldeten die Kinos in Berlin und

München 1932, als „Die verkaufte Braut“ von Max Ophüls Premiere feierte.

Die bayerisch-deutsche Adap tion von Smetanas Oper auf die Filmleinwand

gelang so mitreißend, dass sie zu einem doppelten Durchbruch wurde: für das neue

Genre „Opernfi lm“ und für den Regisseur Ophüls. Viele legendäre Namen trugen

zu dem Erfolg bei. Karl Valentin glänzte in seiner ersten Tonfi lmrolle als Zirkusdirektor.

An seiner Seite spielten Liesl Karlstadt und Therese Giese, Beppo Brem

und vor allem Willi Domgraf-Fassbaender, der in der Rolle des Hans auch vokal

brillierte, obgleich sein hoher, schlanker Bariton nicht für alle tenoralen Spitzentöne

von Smetanas Originalpartie hinreichte.

In Graz muss man um die hohen

Töne nicht bangen: Kurt Streit

wird dem Hans alias Jeník an vokaler

Strahlkraft nichts schuldig bleiben.

Die Partie war einst Paraderolle für

Sänger wie Richard Tauber, Fritz

Wunderlich oder Rudolf Schock, also

für lyrische Tenöre mit hohem komödiantischem

Potenzial. Letzteres

hat Kurt Streit auf der Opernbühne

schon vielfach unter Beweis gestellt,

etwa als Loge im „Rheingold“. Bei

der styriarte war der Wahlösterreicher

aus Amerika bislang eher in

tragischen Rollen zu erleben, als Don

José in Bizets „Carmen“ und in der

Titelpartie von Händels Oratorium

„Jephtha“. Das komödiantische Parkett

betritt er mit bübischem Lächeln

und einer kongenialen Partnerin: Dorothea

Röschmann.

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Rollen Grazer

Die Stars der

Grazer „Braut“

Die kühle Dunkelhaarige aus dem

hohen Norden Deutschlands ist eine

ungewohnte Marie: nicht naives Mädel

vom Land, sondern eine Frau mit

Lebenserfahrung und Selbstbewusstsein.

Unvergessen ihre Eva in der

„Schöpfung“ von Haydn. Wer diese

Braut kauft, wird die Hosen in der

Ehe wohl kaum anbehalten. Doch

bis dahin ist es ein weiter, steiniger

Weg. Den hat Smetana mit skurrilen

Gestalten zuhauf gepfl astert.

Luxus in den Nebenrollen

Dem schmierigen Heiratsvermittler

Kecal leiht der Züricher Ruben

Drole seine verführerisch schöne Baritonstimme.

Für Jeníks reichlich

naiven Nebenbuhler Vašek ist Markus

Schäfer die Idealbesetzung. Der

deutsche Tenor mimte in Graz schon

als Fritz in der „Großherzogin von

Gerolstein“ bravourös den naiven

Blondling mit dem Charme eines

Jungsiegfried. Dass dieser Bursche

sich von der exotischen Schönheit einer

Bibiana Nwobilo alias Esmeralda

gefangen nehmen lässt, kann nicht

überraschen.

So hat Nikolaus Harnoncourt für

das Musiktheater-Ereignis der styriarte

wieder einmal eine Traumbesetzung

beisammen. Selbst in den

VERKAUFTE BRAUT

Traumbesetzung für die „Verkaufte Braut“: Kurt Streit (links in Händels

„Rodelinda“-Produktion des Teams Harnoncourt im Theater an der Wien) ist

Jeník (Hans), der scheinbar seine Braut verkauft. Dorothea Röschmann (unten

in Haydns Schöpfung mit Harnoncourt im Grazer Stefaniensaal) ist die Braut,

Marie, die sich nicht verkaufen lassen wird. Ruben Drole (rechts als Papageno

in Zürich) ist Kecal, der so gerissene Heiratsvermittler, der am Ende doch der

Dumme bleibt.

„Nebenrollen“ herrscht der pure Luxus:

Anton Scharinger als Krušina,

Heinz Zednik als Principál, Elisabeth

von Magnus als Háta und – last but

not least – Elisabeth Kulman als

Ludmila. Die österreichische Mezzosopranistin

wurde jüngst in der

Wiener Staatsoper als dritter Star

neben Anna Netrebko und Alina Garanca

gefeiert. In Graz ist sie nun eine

von zehn fantastischen Stimmen,

die Smetanas „Verkaufte Braut“ zum

Ereignis machen.

Halbszenisches Konzept

Filmreif werden die sechs Aufführungen

in der Helmut-List-Halle

durch die Dekorationen und das

halbszenische Konzept. Wie einst

Max Ophüls schafft sich auch Nikolaus

Harnoncourt zu Smetanas

Oper seine eigene Bilderwelt. Versatzstücke

aus Zirkus, Jahrmarkt und

Volkstheater werden zu einer schillernden

Halbwelt zusammengesetzt.

Darin agieren pralle Typen, denen

Philipp Harnoncourt die nötigen Regieanweisungen

gibt, damit am Ende

keine Pointe von Smetanas hinreißender

Komödie verloren geht.

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FOTOS: WERNER KMETITSCH (2), KK

Josef Beheimb

Freitag, 24. Juni, 19 Uhr

Sonntag, 26. Juni, 19 Uhr

Dienstag, 28. Juni, 19 Uhr

Donnerstag, 30. Juni, 19 Uhr

Samstag, 2. Juli, 19 Uhr

Montag, 4. Juli, 19 Uhr

Helmut-List-Halle

DIE VERKAUFTE BRAUT

Smetana: Die verkaufte Braut (halbszenische

Produktion in der deutschen

Übersetzung von E. Züngel, 1868/69)

Anton Scharinger, Krušina

Elisabeth Kulman, Ludmila

Dorothea Röschmann, Marie

Yasushi Hirano, Mícha

Elisabeth von Magnus, Háta

Markus Schäfer, Vašek

Kurt Streit, Jeník

Ruben Drole, Kecal

Heinz Zednik, Principál

Bibiana Nwobilo, Esmeralda

Arnold Schoenberg Chor

Chamber Orchestra of Europe

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Inszenierung: Philipp Harnoncourt

Werkeinführung vor jeder Aufführung

mit Thomas Höft

Beginn jeweils 18 Uhr

Karten & Informationen:

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com


Öffnungszeiten:

Mo. bis Sa.: 11 bis 24 Uhr

Sonn- u. Feiertage geschlossen

A-8010 GRAZ, Sackstraße 27

Tel.: +43 316/829 109

E-Mail: info@bruno.co.at

www.bruno.co.at

JOSEPH HAYDN

Joseph Haydn erzählt einen Witz

Dieses Mal war

Haydn zu weit

gegangen: Eine

Dame im Saal wurde

ohnmächtig, den anderen

stand der Schrecken

ins Gesicht geschrieben.

Was sollte

dieser grobe Scherz

des Herrn Tonsetzers?

Bislang hatte er doch

immer auf eine so angenehme,

„galante“ Art

überrascht. Nun aber

fuhr mitten in die Stille

eines sanft säuselnden

Andantes das gesamte

Orchester mit

einem Fortissimo-Akkord

hinein. Und dazu

diese Pauke! Wie man

hörte, habe Haydn „die

Paukenschläger vorzüglich

gebeten, dicke

Stöcke zu nehmen und

recht unbarmherzig

dreinzuschlagen“. Die

Londoner schienen pikiert

über die grimmige Laune, die

ihr Musikheros in seiner neuesten

Symphonie an den Tag legte. Was

mochte der Grund sein?

Die schläfrigen Londoner

Bald sprach sich herum, wogegen

der Gast aus Österreich in so ungalanter

Manier protestierte: gegen die

„Schlafsucht“ in Londons Konzertsälen:

„Nicht wenige Personen kamen

von gut besetzten Tafeln, wo die

Männer nach Landesgebrauch – wenn

sich nach der Mahlzeit die Damen in

ein anderes Zimmer begeben hatten

– bei geistigen Getränken sitzen blieben.

Sie nahmen im Concertsaale einen

bequemen Platz und wurden daselbst

von dem Zauber der Tonkunst

so sehr überwältigt, dass sie ein fester

Schlaf überfi el. Nun stelle man sich

vor, ob in einem Concertsaale, wo

nicht wenige, sondern viele Personen

teils schnaufend oder schnarchend

oder kopfnickend den wahren Zuhörern

Stoff zum Plaudern oder wohl

gar zum Gelächter darbieten, ob da

10

Die

Joseph Haydn in blauer Livree als

Esterhazyscher Kapellmeister von

subtilem Witz (Aquarell, basierend

auf einem Ölgemälde von Johann

Grundmann, um 1768) …

Stille herrschen konnte? Haydn sah

das als Beschimpfung seiner Muse

an, gelobte, dieselbe zu rächen, und

componierte zu diesem Endzweck

eine Symphonie, in welcher er da,

wo es am wenigsten erwartet wird,

im Andante, das leiseste Piano mit

dem Fortissimo im Kontrast brachte.“

Nach Kräften unterstrich der Meister

den gewünschten Effekt durch die

Orchestrierung: zunächst eine „fast

unhörbare Harmonie gedämpfter Instrumente“,

„Fußtritte und Gelispel

eines Geisterchors“, dann urplötzlich,

Knall auf Fall ... der Paukenschlag!

Ein einziger Akkord, der genügt hätte,

um Haydn unsterblich zu machen.

Es muss dem alten Meister diebische

Freude bereitet haben, diesen

wohlkalkulierten Witz und seine Folgen

zu schildern, als er dem Wiener

Landschaftsmaler Albert Christoph


JOSEPH HAYDN

Paukenschlag-Pointe

Dies in langen „Interviews“ den Stoff

zu einer der ersten Haydnbiographien

lieferte. Die eben zitierten Passagen

aus den „Biographischen Nachrichten

von Joseph Haydn“ (Wien 1810)

vermitteln ein anschauliches Bild

von der „zündenden“ Wirkung jenes

Haydn’schen Scherzes. Wobei es der

Interviewer nicht unterließ, Haydn

auf seine Neigung zum Komischen

anzusprechen. „Ich wagte es, Haydn

über den Punkt der Neckerei in seinen

musikalischen Produkten zu befragen.“

Antwort: „Man wird von einem

gewissen Humor ergriffen, der sich

nicht bändigen lässt.“ Der alte Meister

gab bereitwillig zu, der lässlichen

Sünde der Schalkhaftigkeit erlegen

zu sein. Doch war dies nur eine Seite

seines musikalischen Humors.

Ungezügelte Fantasie

Sehr genau unterschieden die

Zeitgenossen zwischen „Neckerei“

und „Witz“ im Sinne von Fantasie.

Letztere, von den Engländern „wit“

oder „fancy“ genannt, bekundete

Haydn in jedem Satz seiner Londoner

Symphonien durch überraschende

Wendungen, durch das Ausspielen

der Themen in unvorhersehbaren

Zusammenhängen, durch das Ein-

… und Joseph Haydn als Weltstar

in London mit Neigung zu gröberen

Scherzen (Ölbild von John Hoppner,

1791, beauftragt vom späteren König

George IV.).

lenken auf unerwartete Pfade

des geistigen Diskurses. Wenn

sich dieser Diskurs an einem

für sich genommen „unerheblichen

Gegenstand“ entzündete,

kam es zur Pointe – zum

Paukenschlag. So defi nierte

der Ästhetiker Johann Georg

Sulzer in der „Allgemeinen

Theorie der schönen Künste“

die Wirkung des Witzes: „Der

gemeinste Gedanke gewinnt

durch den Einfl uss des Witzes einen

Reiz, der ihn für Menschen von Geschmack

höchst angenehm macht.“

Darauf besannen sich auch die

Londoner, nachdem sie den ersten

Schock von Haydns Paukenschlag

verdaut hatten. Die „Times“ bescheinigte

dem Komponisten eine

„agreeable caprice“, eine „angenehme

Launenhaftigkeit“. Man hatte Herrn

Haydns gröbsten Witz verstanden

und lachte nun von Herzen über

diesen Beweis „österreichischer National-Heiterkeit“.

Wie aber stand es zuhause, in den

aristokratischen Zirkeln der Habsburgermonarchie,

mit dem Verständnis

für derlei Unbotmäßigkeiten? In

England zeichnete man ein düsteres

Bild von Haydns heimischen Lebensverhältnissen:

„Dieser unvergleichliche

Mann, der Shakespeare der Musik,

ist dazu verdammt, sein Dasein

am Hofe eines elenden deutschen

Fürsten zu fristen, der ihm alles

schuldig bleibt, Lohn und Anerkennung.“

Fürst Nikolaus von Esterházy,

der „Prachtliebende“, hätte für diese

Polemik gegen seine Familie nur ein

leises Lächeln übrig gehabt. Er war es,

der dem jungen Haydn den Aufbau

einer Hofkapelle erst ermöglichte

und ihn zum ungehemmten Experimentieren

mit der Symphonie, ihrer

Form und ihrem „Witz“ ermunterte.

Symphonienlabor

in Eisenstadt

Schon 1761 brachte Haydns Symphonienlabor

am Eisenstädter Hof

drei Meisterwerke des geistreichen

„Witzes“ hervor, die Sinfonien Nr. 6

bis 8, in denen er die Tageszeiten

11

Nikolaus Harnoncourt, der Haydn-

Exeget Nummer 1, bringt die beiden

Lebensphasen des Meisters aus Rohrau

in einem Programm in der styriarte

zusammen.

schilderte: Morgen, Mittag und Abend.

Lange vor seinen ungleich üppigeren

„Jahreszeiten“ gelang es ihm hier, das

Aufgehen der Sonne und die muntere

Tätigkeit am Morgen zu schildern, die

Mittagshitze und ihre verheerenden

Folgen, die schöne Ruhe des (Feier-)

Abends und das stürmisch heranziehende

Gewitter. Während sich andere

„Vorklassiker“ erst vorsichtig vortasteten,

um die Grenzen der Symphonie

auszuloten, setzte Haydn bereits

die gesamte Farbpalette ein: Flöte und

Fagott, Oboen und Hörner, Geigen

und Celli, alle auch konzertierend.

Ganz nebenbei bewies der knapp Dreißigjährige

damit seinem Fürsten, wie

gut das Geld für die Hofmusiker angelegt

war – eine Geistesgegenwart, die

sich buchstäblich auszahlte.

Josef Beheimb

Fr, 15., Sa, 16. & So, 17. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

PAUKENSCHLAG

Haydn: Sinfonie in D, Hob. I:6 („Le matin“)

Sinfonie in C, Hob. I:7 („Le midi“)

Sinfonie in G, Hob. I:8 („Le soir“)

Sinfonie in D, Hob: I:94

(„Mit dem Paukenschlag“)

Concentus Musicus Wien

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Karten & Informationen:

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com

FOTO: WERNER KMETITSCH


HIGHLIGHTS

Mozart,

der „Schwierige“

KLANGSPUREN

FESTIVAL

ZEITGENÖSSISCHER

MUSIK

SCHWERPUNKT SPANIEN

COMPOSER IN RESIDENCE

GEORGE BENJAMIN

08.09. – 24.09.2011

www.klangspuren.at

Franz-Ullreich-Straße 8a, 6130 Schwaz

t +43 5242 73582, info@klangspuren.at

klsp2011 inserat styriarte.indd 1 18.04.2011 10:18:23 Uhr

Es

gibt ja Menschen, die

behaupten, Opern seien

unnatürlich. Die Texte

zumindest merkwürdig,

aber dann auch noch gesungen, das

wäre des Guten wahrlich zu viel.

Diese Leute haben vielleicht ein

paar eiserne Ringe ums Herz, die

sie vor überquellenden Gefühlen

schützen, eines aber haben sie wahrscheinlich

nicht: eine wahre Liebe zu

Italien. Denn liebt man Italien, muss

man auch die Oper lieben. In keiner

anderen Sprache scheint die Vorstellung,

dass sich Menschen singend

unterhalten, so selbstverständlich

wie hier. Und nirgendwo anders ist

die offensichtliche Gefühlsentäußerung,

die zu jeder großen Opernszene

gehört, auch im normalen Leben so

verbreitet. Kein Wunder also, dass

die Oper in Italien erfunden wurde,

und kein Wunder auch, dass ihre populärsten

Stücke ebenfalls aus dem

Land stammen, wo nicht nur die

Zitronen blühen, sondern auch die

Melodien.

12

Giuseppe Verdi, gemalt 1886

von Giovanni Boldini

Will ein Musikfestival sich mit

dem Populären in der Kunst beschäftigen,

ist ein großer italienischer

Opernabend also Pfl icht. Kür ist es,

wenn man dafür ein ideales Sängerpaar

aufbieten kann, das gleich den

ganz großen Bogen durch die italienische

Operngeschichte zu schlagen

vermag. Gäste der styriarte, die

Nikolaus Harnoncourts Maßstäbe

setzende Aufführungen vom Mozarts

„Idomeneo“ gesehen haben,

durften die beiden schon gemeinsam

in Aktion erleben, allerdings

in eher gebrochenen Rollen, denen

Mozart allerdings seine besondere

Phantasie angedeihen ließ. Eva Mei

ereiferte sich damals in den zornigen

Koloraturkaskaden der Elettra, bevor

sie mit einem kühnen Sprung von

der Tribüne der List-Halle in den

Bühnentod sprang. Und Saimir Pirgu

ließ seinen Weltklassetenor in der

Titelpartie leuchten, die schon große

Vorbilder wie Pavarotti und Domingo

ins heikle Mozartfach lockten.

Als Liebespaar kehren Eva Mei und

Saimir Pirgu nun zurück, auch wenn


es wieder zuweilen tragisch ausgehen

wird, wenn sie die ganz großen

Klassiker der italienischen Opern

präsentieren.

Il Maestro: Michael Hofstetter

Der Abend unter Stabführung von

Michael Hofstetter spannt einen Bogen

über 200 Jahre Musikgeschichte,

von der klassischen Belcanto-Oper des

frühen 19. Jahrhunderts bis zu den veristischen

Attacken zu Beginn des 20.

Jahrhunderts. Wir hören Eva Mei als

bezaubernde Rosina in Rossinis unsterblicher

Komödie „Der Barbier von

FOTO: WERNER KMETITSCH

BEL CANTO

Sevilla“, deren Szene und Arie „Una

voce poco fa“ als unübertroffenes Paradebeispiel

für den klassizistischen

Stil Rossinis gelten kann, in dem sich

Emotion und Struktur in perfekter

Balance befi nden. Die kokette, gerissene,

erotische und schließlich siegreiche

Frau ist ebenso ein Prototyp der

Belcanto-Oper wie das schlichte, naive

und überaus zärtliche Gemüt des

verliebten Bauern. Saimir Pirgu gibt

eben jenen in der schönsten Arie aller

dieser Figuren, in der hinreißenden

Cavatina des Elviro aus Donizettis

„Liebestrank“: „Una furtiva lagrima“.

Während sich die Rollen Rossinis,

Bellinis und Donizettis schon aus

Zensurgründen in der fernen Vergan-

Primadonna:

Eva Mei

genheit oder in unwirklichen Idyllen

bewegten, greift die kommende Komponistengeneration

radikal in die Gegenwart.

Wenn Giuseppe Verdi eine

ehrliche Prostituierte an der Bosheit

und der Bigotterie der Gesellschaft

zerbrechen lässt, dann ist das fantastische

Musik wie Sozialkritik gleichermaßen.

Die große Szene der Violetta

Valéry aus dem ersten Akt von „La

Traviata“ ist eine der Paradepartien

von Eva Mei, mit der sie weltweit

gefeiert wurde. Und weil der Tenor

hier nur von Ferne eine Rolle spielt,

folgt auch noch das legendäre „Brindisi“,

einer der Gassenhauer aus der

unsterblichen Oper Verdis.

Die klassische Tenorarie in den

Opern Giuseppe Verdis ist ein Klagegesang.

So auch die Romanze „Ah, la

paterna mano“ des Macduff aus Verdis

„Macbeth“, den schon die Zeitgenossen

als große Anklage gegen die

Unterdrückung eines jeden Volkes

verstanden haben. Saimir Pirgu zeigt

den Entwicklungssprung von der Roman

tik zum Verismo, wenn er nach

der Verdiarie auch noch das Lamento

13

FOTO: KK

Tenorissimo: Saimir Pirgu

des Federico „É la solita storia” aus

Francesco Cileas Oper „L’Arlesiana“

anstimmt, einen dramatischen Monolog,

der sich ganz aus der Haltung

und nicht mehr der Form entwickelt.

Ganz so, wie es auch das faszinierende

„O soave fanciulla“ aus Giacomo

Puccinis „La Bohème“ tut, mit dem

der große Opernabend endet. Zuvor

jedoch singt Eva Mei noch ein Stück,

das wie kein zweites die Form des

Liedes in der italienischen Oper zugleich

ernst nimmt und ironisiert. In

Puccinis Einakter „Gianni Schicchi“

umschmeichelt die durchtriebene

Lauretta ihren scheinbar schwerkranken

Vater mit einem der

schönsten Lieder, das je komponiert

wurde. „O mio babbino caro“ ist so

süß, dass wir fast vergessen, dass die

kleine Lauretta eine Lügnerin ist.

Aber vielleicht ist ja das das Geheimnis

der Oper: Wir werden auf die

schönste Weise belogen, die sich denken

lässt.

Thomas Höft

Dienstag, 12. Juli, 20 Uhr

Helmut-List-Halle

UNA NOTTE ITALIANA

Rossini: Ouvertüre zu „Guillaume Tell“

Verdi: Ouvertüren zu „La Traviata“

und „La forza del destino“

Mascagni: Intermezzo Sinfonico

(aus: „Cavalleria Rusticana“)

Arien und Duette von Rossini, Donizetti,

Verdi, Mascagni, Puccini und Cilea

Eva Mei, Sopran

Saimir Pirgu, Tenor

recreation – GROSSES ORCHESTER GRAZ

Dirigent: Michael Hofstetter

Karten & Informationen:

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com

FOTO: WERNER KMETITSCH


BAROCKHITS

Evergreens

des Barock

„Wem sind nicht auch die vier Jahres zeiten eines Vivaldi

bekannt?“ In die sen Stoß seufzer brach bereits 1737 der Musik-

kritiker Johann Adolph Scheibe aus. Wie sehr würde er sich

wundern, dieselben Stücke noch fast 300 Jahre später unter den

Top Ten der klassischen Musik zu fi nden.

Heute, wo die Verkaufszahlen

von CDs und die Downloads

im Internet über das Schicksal

einer Melodie entscheiden, ist es

leicht, den Stellenwert eines Songs

in den Charts zu bestimmen. Anno

1725 aber, als Antonio Vivaldi sein

Opus 8 von einem Amsterdamer

Musikverleger herausbringen ließ,

regierten ganz andere Gesetze den

Musikmarkt. Die Notenausgabe – wie

üblich in Stimmen ohne Partitur

gedruckt – musste erst einmal Käufer

fi nden, und diese Käufer mussten

Multiplikatoren sein, sprich: Orchester,

die Vivaldis Werke live zu Gehör

brachten.

Im Falle der „Vier Jahreszeiten“

scheint sich der Ruhm der Werke wie

ein Lauffeuer verbreitet zu haben.

Vorsorglich schickte der Komponist

von Venedig aus auch handgeschriebene

Versionen des Zyklus in halb

Europa herum. In Paris lauschte bald

König Ludwig XV. höchst persönlich

dem Geiger Guignon in seinem

Lieblingskonzert, dem „Frühling“. In

Wien zeigte Kaiser Karl VI. mehr Be-

14

geisterung für Vivaldis neue Concerti

als für die politischen Vorträge seiner

Minister. Selbst in Leipzig kam

das „Bachische Collegium musicum“

im Zimmermann‘schen Kaffeehaus

nicht umhin, die Neugier des Publikums

auf Vivaldis berühmteste

Konzerte zu befriedigen. Nicht zufällig

hat Bach den „Frühling“ in einer

seiner Kantaten zitiert.

Wie aber stand es um Bachs eigene

Werke? War der Thomaskantor

nicht genau das Gegenteil seines

rührigen venezianischen Kollegen

mit dem roten Haar und der scharf

geschnittenen Nase? Im Gegenteil.

So manches Collegium musicum in

deutschen Städten kaufte Concerti

von Bach in Leipzig ebenso gerne wie

solche von Vivaldi. Bachs Kollegen

und Schüler verbreiteten seine Musik

an Hofkapellen von Merseburg bis

Kassel, selbst das große Dresden und

das ferne Berlin interessierten sich

für die Werke des Leipziger Musikdirektors.

Die schmelzende Schönheit

der Bach‘schen Vorhalte, wie sie sich

in der Air aus der dritten Orchester-


BAROCKHITS

Besuch auf den Gipfeln der barocken Tonkunst: bei Antonio Vivaldi (Federzeichnung

von Pier Leone Ghezzi, 1723), bei Johann Sebastian Bach (gemalt von Elias Gottlob

Haußmann, 1746) und bei Georg Friedrich Händel (gemalt von Thomas Hudson, 1749)

suite so anrührend bekundet, zog

Musikfreunde von Wien bis Danzig

in ihren Bann – auch wenn mancher

Liebhaber am Cembalo über die „unergründlich

schweren Capricen“ des

Meisters stöhnte.

Nicht erst die Nachwelt also entschied

über den Ruhm barocker

Orchesterhits: Schon damals gab es

einen Markt, der erobert sein wollte,

sei es mit eingängigen Melodien,

sei es mit einer marktgerechten

Verkaufspolitik. Was immer Georg

Friedrich Händel in London unter

der Überschrift „Royal“ produzierte,

verkaufte sich ebenso gut wie heutzutage

Andenken an die Hochzeit

zwischen William und Kate. Die

„Musick for the Royal Fireworks“

war Händels größtes Royalty-Erfolgsstück.

Schon ihre Generalprobe

löste einen stundenlangen Verkehrsstau

aus. In Metropolen wie London

war Erfolg von Musik statistisch

messbar, ja, er hatte Auswirkungen

auf das Leben in der City. Dies sollte

auch Joseph Haydn Jahrzehnte später

erfahren.

Am wankelmütigsten von allen

Zuhörern in Europa waren wohl

die Pariser: Top und Flop lagen hier

auf unberechenbare Weise nahe

beieinander. Dies bekam besonders

Jean-Philippe Rameau in seiner langen

Karriere zu spüren. Als sich der

Organist aus Dijon mit 50 Jahren

anschickte, die Herrschaft der Lully-

Opern auf den Pariser Bühnen zu

beenden, schlug ihm zunächst kalte

Verachtung entgegen: Die Tanzmelodien

in seinen Opern wirkten so

neuartig und verwirrend, dass man

sie für die Musik eines Verrückten

hielt, der sein Publikum quälen

wollte. Danach aber verbreiteten sich

die Melodien in zahllosen Bearbeitungen

auf dem Pariser Notenmarkt

so nachhaltig, dass sie vom Publikum

bei der Wiederaufnahme der

Oper mitgesummt wurden – eines der

drastischsten Beispiele für den radikalen

Stimmungswechsel auf dem

Musikmarkt des Barock.

15

Josef Beheimb

Dienstag, 28. Juni, 20 Uhr

Herz-Jesu-Kirche

TOCCATA

Bach: Toccata und Fuge in d, BWV 565

Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“

Aria aus „Goldberg-Variationen“ u. a.

Gunther Rost, Orgel

Dienstag, 19. Juli, 20 Uhr

Helmut-List-Halle

VIER JAHRESZEITEN

Vivaldi: Sinfonia in G, RV 149

Concerto in C, RV 443

Concerto in d, RV 127

Concerto in g, RV 531

Le Quattro stagioni, op. 8/1-4

Geminiani: Concerto grosso in d

„La follia“ (aus Corelli, op. 5/12)

Giulio Plotino, Violine

Venice Baroque Orchestra

Leitung: Andrea Marcon

Sonntag, 24. Juli, 20 Uhr

Helmut-List-Halle

FINALE BAROCCO

Bach: Ouvertüre in D, BWV 1068

Rameau: Suite aus „Dardanus“

Vivaldi: Concerto per l’orchestra

di Dresda in g, RV 577

Händel: Music for the Royal Fireworks

Pachelbel: Kanon und Gigue in D

Harmony of Nations

Baroque Orchestra

Leitung: Bjarte Eike, Violine

Karten & Informationen:

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com

FOTO: MATTEO

FOTO: PER BUHRE


Die Leichtigkeit

der Freiheit

Jordi Savall über Bach, Lateinamerika und das Wesen der Musik

Auf den ersten Blick scheinen die Programme, die Jordi Savall in der styriarte

zum „Schweren Leichten“ präsentiert, ganz auf der Waagschale des Gewichtigen

zu liegen. Bachs h-Moll-Messe gilt geradezu als Kathedrale des Tiefsinns,

die lateinamerikanische Musik aus der Zeit der Konquistadoren entstand nicht

eben in paradiesischen Verhältnissen, und Gambenmusik des Frühbarock würde man

ohnehin unter hochartifi ziell abbuchen. Aber der Katalane wäre nicht

der Philosoph der Alten Musik, wenn er dieses Angebot nicht mit Hintersinn

ausgewählt hätte. Thomas Höft sprach mit Jordi Savall über dessen

styriarte-Vorhaben.

Thomas Höft: Zu unserem Festivalthema

„Im schweren Leichten“ hätte

man ja mit viel von Jordi Savall gerechnet.

Aber Bachs h-Moll-Messe, das überrascht

denn doch.

Jordi Savall: Wirklich? Dann hat es ja

schon mal funktioniert. Genau dieses

Erstaunen wollte ich. Aber wenn man

genau hinschaut, dann erkennt man,

wie gerade das Leichte der innerliche

Antrieb der h-Moll-Messe ist. Bachs

Werk hat nämlich eine wahnsinnig

natürliche Struktur. Es besteht aus

lauter Einzelteilen, die für sich genommen

geradezu federleicht sind.

Erst zusammengesetzt ergeben sie das

Monument. Das ist wie bei einer gotischen

Kathedrale. Sie scheint hell

und schwungvoll zum Himmel aufzustreben,

ist ganz transparent und doch

komplex und diffi zil. Schaut man auf

die Einzelsätze von Bachs Messe, dann

sind nicht nur die Melodien oft klar

und einfach, sondern viel wichtiger

ist, dass sie häufi g auf einem Ostinato

basieren und sich über dem rhythmischen

Fundament quasi improvisatorisch

entfalten.

Und was ist mit der imposanten Kraft

des Stücks?

Die ist natürlich auch vorhanden,

aber sie baut sich von innen her auf.

Wir sollten das Stück ganz kammer-

musikalisch begreifen. Erst kommt

das Miteinander, dann das Monument.

Wenn nicht jeder einzelne

Musiker innerlich total engagiert ist,

dann ist das Monumentale nur Fassade,

es bedeutet nichts. Die wirkliche

Steigerung liegt in der Durchdringung

des Materials.

Da verlangen Sie aber viel von Ihren

Musikern.

Ja und nein. Wissen Sie, zurzeit von

Bach hat man viel weniger geprobt

als heute. Dafür haben damals alle

mit voller Aufmerksamkeit musiziert,

weil sie jeden Moment aufpassen

mussten, was passiert. Sie hatten

ja nur eine Chance, und die haben

alle entweder genutzt, oder es wurde

ganz fürchterlich. Allein diese positive

Anspannung hat schon ganz viel

von der Qualität ausgemacht. Das zu

gut Vorbereitete kann hingegen auch

ein Schlafmittel sein. Jeder weiß, was

wann passiert, und im Konzert passiert

es denn auch genau so wie in der

Probe. Das ist nicht meine Idee vom

Dirigieren. Nein, ein Dirigent ist ein

Vater, der darauf achtet, dass seine

Kinder nichts Schlimmes anstellen,

sie aber ansonsten frei lässt. Denn

so wie ein Kind muss sich auch jede

musikalische Persönlichkeit entfalten

dürfen. Jeder Sänger muss spüren,

16

dass alles in jedem Moment von ihm

abhängt. Geist und Körper, Stimme

und Denken müssen einhundert Prozent

in Harmonie schwingen, dann

ist alles richtig. Wahre Kreativität

kommt erst dann, wenn man frei ist

von allem.

Viele Genies haben ihre bahnbrechenden

Ideen im Traum oder besser im Halbschlaf

gehabt.

Ganz genau. Der traumartige Zustand,

in dem nichts mehr bewusst

ist, das ist der entscheidende Moment.

Zum Beispiel gestern. Da haben

wir fast die ganze Nacht hindurch

eine neue CD aufgenommen.

Und zwischen drei und fünf Uhr

waren die schönsten Momente. Wir

wussten nicht mehr, ob wir noch

müde waren oder schon schliefen.

Wir haben alles vergessen und in der

Musik gelebt. Und eben das müssen

wir mit Bachs h-Moll-Messe auch

versuchen. Denn sie ist der Versuch,

durch Komposition eine höhere Dimension

der Menschlichkeit wie der

Geistigkeit zu erreichen. Für diesen

Moment könnte man denken, dass

Gott existiert.

Ihr zweites, ganz groß angelegtes Projekt

in der styriarte lässt einen doch daran

zweifeln, denn was die spanischen Konquistadoren

im Namen Gottes in Latein


amerika angerichtet haben, war der

reine Schrecken.

Und doch zeigt unser Programm

vielleicht das einzig Positive an der

Geschichte. Denn tatsächlich gab

es in Lateinamerika auch eine Anerkennung

von anderen Kulturen.

Während in Nordamerika die indianischen

Völker völlig vernichtet

wurden, gab es in Lateinamerika

keinen Genozid. Die Spanier haben

zahllose Verbrechen begangen, aber

sie waren keine Rassisten. Sie haben

sofort Kinder mit jedem gezeugt,

mit Indianern und Afrikanern. Und

daraus erwächst etwas ganz Eigenes.

Und da ist es wieder, das Leichte im

Schweren.

Die Kulturen beeinfl ussen sich,

durchdringen sich. Volkstümliche

Tänze aus Lateinamerika werden

auch in Europa modern, Ciacona

und Sarabanda sind amerikanische

Musik. Und gerade darin ist der religiöse

Kontext wichtig: Die Priester

wollten, dass Indianer und Schwarze

im religiösen Ritual mitmachen

können. Sich einbezogen fühlen.

Mitsingen. Und das gibt eine faszinierende

Mischung. Und so ist es

bis heute geblieben. In abgeschiedenen

Regionen Mexikos spielt man

noch heute dieselben Melodien wie

vor 400 Jahren. Weil das Wesen

JORDI SAVALL

dieser Musik die Improvisation ist,

und die ist immer neu. Und sie

ist unkontrollierbar. Daher hat das

Leichte der lateinamerikanischen

Volksmusik immer auch eine Ventilfunktion.

Der Druck, der auf der

armen Gesellschaft lastet, in der

Musik kann er entweichen. Sie ist

voller Humor. Denn Humor schafft

Distanz, Humor ermöglicht Kritik.

Wenn wir das Leichte im Schweren

suchen, hier fi nden wir es: In der

lateinamerikanischen Volksmusik

wird getanzt, gelacht und gespottet,

auch und gerade über die Priester

und die Mächtigen.

Und hier schließt auch mein Soloprogramm

für die styriarte an. In

„The spirit of Gambo“ habe ich Musik

zusammengestellt, die ganz aus der

Improvisation kommt. Alle Zeitzeugen

sagen uns, dass Marais, Cabezon

oder Bach noch besser im Improvisieren

waren als im Konstruieren. Der

Sohn Cabezons meint im Vorwort

der Werk ausgabe seines Vaters, im

Vergleich zu dem, was er gespielt

habe, seien die notierten Werke nur

vom Tisch gefallene Brotkrumen.

Und deshalb spiele ich dieses Programm,

denn es verkörpert die Leichtigkeit,

die ich wirklich in der Musik

meine: Die Leichtigkeit, die entsteht,

weil du frei bist.

17

FOTO: WERNER KMETITSCH

Donnerstag, 21. Juli, 20 Uhr

Helmut-List-Halle

FOLÍAS CRIOLLAS

El nuevo mundo

Mexikanische Sones

und kreolische Folías

Montserrat Figueras, Sopran

Tembembe Ensamble Continuo (Mexiko)

La Capella Reial de Catalunya

Hespèrion XXI

Leitung: Jordi Savall

Samstag, 23. Juli, 20.30 Uhr

Pfarrkirche Afl enz

HOHE MESSE

Bach: Messe in h, BWV 232

Céline Scheen, Sopran

Marianne Beate Kielland, Sopran

Pascal Bertin, Countertenor

Makoto Sakurada, Tenor

Stephan MacLeod, Bariton

La Capella Reial de Catalunya

Le Concert des Nations

Dirigent: Jordi Savall

Sonntag, 24. Juli, 11 Uhr

Schloss Eggenberg

THE SPIRIT OF GAMBO

Hume: Poeticall Musicke

Werke von Ferrabosco, Ford, Playford

Keltische Traditionals

The Lancashire Pipes

Jordi Savall, Viola da gamba

Karten & Informationen:

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com

FOTO: DAVID IGNASZEWSKI

FOTO: LUKAS SEIRER


Spielplan 2011

Freitag, 24. Juni

Helmut-List-Halle, 19 Uhr (Premiere)

Einführung: 18 Uhr

Die verkaufte Braut

Smetana: Die verkaufte Braut

Röschmann, Streit, Drole, Scharinger, Kulman,

Schäfer, Hirano, von Magnus, Zednik & Nwobilo

Arnold Schoenberg Chor

Chamber Orchestra of Europe

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Regie: Philipp Harnoncourt

(Preise: EUR 220 / 160 / 100 / 70 / 50)

Samstag, 25. Juni

Stefaniensaal, 16 Uhr

Karneval der Tiere

Saint-Saëns: Le carnaval des animaux

mit neuen Texten von Thomas Höft

Solisten des Chamber Orchestra of Europe

Markus Schirmer & Aris Feslikidis, Klavier

Petra Morzé, Erzählerin

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Stefaniensaal, 20 Uhr

Die Forelle

Schubert: Notturno, D 897 / Forellenquintett, D 667

Mozart: Klavierquartett in g, KV 478

Christian Altenburger, Violine

Thomas Selditz, Viola

Danjulo Ishizaka, Violoncello

Nabil Shehata, Kontrabass

Markus Schirmer, Klavier

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Heimatsaal, 21 Uhr

Polka Rallye 1

Erste styriarte-Tanznacht: böhmisch

Domažlická dudácká muzika

Sonntag, 26. Juni

Schloss Eggenberg, 11 Uhr

Die Suiten

Bach: Drei Suiten, BWV 1007 –1009

Hopkinson Smith, Theorbe

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Helmut-List-Halle, 19 Uhr

Einführung: 18 Uhr

Die verkaufte Braut

Smetana: Die verkaufte Braut

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 170 / 130 / 90 / 60 / 30

Minoritensaal, 20 Uhr

Best of Satie

Satie: Gymnopédies, Gnossiennes, Sarabande No. 3 u. a.

Roland Pöntinen, Klavier

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Montag, 27. Juni

Stefaniensaal, 20 Uhr

Lust auf Lasso

Chansons von Lasso und Janequin

The King’s Singers

Preise: EUR 57 / 41 / 20

Dienstag, 28. Juni

Helmut-List-Halle, 19 Uhr

Einführung: 18 Uhr

Die verkaufte Braut

Smetana: Die verkaufte Braut

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 170 / 130 / 90 / 60 / 30

Herz-Jesu-Kirche, 20 Uhr

Toccata

Orgelhits von Bach, Mozart, Chopin und Widor

Gunther Rost, Orgel

Preis: EUR 15 (Freie Platzwahl)

Mittwoch, 29. Juni

Pfarrkirche Pöllau, 20 Uhr

Secrets of the Vatican

Palestrina: Missa Papae Marcelli / Motetten

Allegri: Miserere

Arnold Schoenberg Chor

Leitung: Erwin Ortner

Choralschola der Wiener Hofburgkappelle

Leitung: Kees Pouderoijen

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Donnerstag, 30. Juni

Helmut-List-Halle, 19 Uhr

Einführung: 18 Uhr

Die verkaufte Braut

Smetana: Die verkaufte Braut

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 170 / 130 / 90 / 60 / 30

Stefaniensaal, 20 Uhr

My Piano Album

Aimards Lieblingsstücke von Beethoven bis Bartók,

von Webern bis Ligeti

Pierre-Laurent Aimard, Klavier

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Freitag, 1. Juli

Stefaniensaal, 20 Uhr

Mozart pur

Mozart: Klavierkonzerte in d, KV 466 und in C,

KV 467 / Klavierquartett in Es, KV 493

Chamber Orchestra of Europe

Pierre-Laurent Aimard, Klavier & Leitung

Preise: EUR 57 / 44 / 38 / 31 / 17 (sichtlos)

Samstag, 2. Juli

Helmut-List-Halle, 19 Uhr

Einführung: 18 Uhr

Die verkaufte Braut

Smetana: Die verkaufte Braut

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 170 / 130 / 90 / 60 / 30

Schloss Eggenberg, 20 Uhr

Yesterday

Arrangements für Cello-Ensemble mit Musik von

Lennon/McCartney, Offenbach, Mozart, Schubert,

Dvo∏ák, Mahler, Grieg, Fauré, De Falla, Schmidt,

Milhaud u. a.

Die Acht Cellisten

Leitung: Rudolf Leopold

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Sonntag, 3. Juli

Stefaniensaal, 11 Uhr

Yesterday

Arrangements für Cello-Ensemble

Die Acht Cellisten

Leitung: Rudolf Leopold

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Schloss Eggenberg, 11 Uhr

Träumerei

Beethoven: Mondscheinsonate

Liszt: Liebestraum u. a. / Chopin: Walzer u. a.

Schumann: Träumerei aus „Kinderszenen“ u. a.

Schubert: Impromptu in As, D 935

Stefania Neonato, Hammerfl ügel

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Stefaniensaal, 20 Uhr

Mozart pur

Mozart: Klavierkonzerte in d, KV 466 und in C,

KV 467 / Klavierquartett in Es, KV 493

Chamber Orchestra of Europe

Pierre-Laurent Aimard, Klavier & Leitung

Preise: EUR 57 / 44 / 38 / 31 / 17 (sichtlos)

Montag, 4. Juli

Helmut-List-Halle, 19 Uhr

Einführung: 18 Uhr

Die verkaufte Braut

Smetana: Die verkaufte Braut

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 170 / 130 / 90 / 60 / 30

Schloss Eggenberg, 20 Uhr

Träumerei

Beethoven: Mondscheinsonate

Schumann: Träumerei aus „Kinderszenen“ u. a.

Stefania Neonato, Hammerfl ügel

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Minoritensaal, 20 Uhr

Aus meinem Leben

Smetana: Streichquartett „Aus meinem Leben“ in e

Janáμek: Streichquartett Nr. 2 („Intime Briefe“)

Dvo∏ák: Streichquartett in G, op. 106

Zemlinsky Quartett

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Dienstag, 5. Juli

Mariahilferkirche, 20.30 Uhr

L’homme armé

Josquin Desprez: Missa L’homme armé sexti toni,

Mille regretz, Ave Maria u. a.

Ensemble Cinquecento

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Mittwoch, 6. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Carmina Burana

Orff: Carmina Burana

Nwobilo, Chum, McShane

Chöre aus steirischen Schulen

recreation – GROSSES ORCHESTER GRAZ

Dirigent: Oswald Sallaberger

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Donnerstag, 7. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Carmina Burana

Orff: Carmina Burana

Nwobilo, Chum, McShane

Chöre aus steirischen Schulen

recreation – GROSSES ORCHESTER GRAZ

Dirigent: Oswald Sallaberger

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Schauspielhaus, 20 Uhr

Tango Sensations

Piazzolla: Coral, Fuga, Tango Sensations

Bach: aus „Die Kunst der Fuge“, Choral

Gershwin: Porgy and Bess Suite

Werke von Gardel, Strawinsky und Nisinman

Marcelo Nisinman, Bandoneon

casalQuartett

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Karten & Informationen:

styriarte-Kartenbüro

Sackstraße 17, 8010 Graz

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com


Freitag, 8. Juli

Schauspielhaus, 20 Uhr

Tango Sensations

Piazzolla: Coral, Fuga, Tango Sensations u. a.

Marcelo Nisinman, Bandoneon

casalQuartett

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Schloss Eggenberg, 20 Uhr

Eine kleine Nachtmusik

Mozart: Eine kleine Nachtmusik, KV 525

Dissonanzenquartett in C, KV 465

Boccherini: Streichquintett in D, op.39/3

Schuppanzigh Quartett

Dane Roberts, Kontrabass

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Samstag, 9. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Goldberg-Variationen

Bach: Goldberg-Variationen, BWV 988

In einer Bearbeitung für zwei Klaviere von

Joseph Rheinberger und Max Reger

Duo Tal & Groethuysen, Klavier

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Pfarrkirche Stainz, 20.30 Uhr

Caecilienmesse

Haydn: Missa Cellensis, Hob. XXII:5

Bobro, von Magnus, Johannsen, Boesch

Arnold Schoenberg Chor

Concentus Musicus Wien

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 120 / 100 / 75 / 45 / 20 (sichtlos)

Heimatsaal, 21 Uhr

Polka Rallye 2

Zweite styriarte-Tanznacht: steirisch

Citoller Tanzgeiger

Sonntag, 10. Juli

Schloss Eggenberg, 11 Uhr

Wohltemperiertes Klavier

Bach: aus „Das Wohltemperierte Klavier“ u. a.

Polonaisen, Fantasien und Sonaten der Bach-Söhne

Stefan Gottfried, Cembalo

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Gassenhauer

Beethoven: Gassenhauer-Trio in B, op. 11

Sonate für Cello und Klavier in D, op. 102/2

Berg: 5 Stücke für Klarinette und Klavier, op. 5

Brahms: Klarinettentrio in a, op. 114

Sabine Meyer, Klarinette

Heinrich Schiff, Violoncello

Martin Helmchen, Klavier

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Pfarrkirche Stainz, 20.30 Uhr

Caecilienmesse

Haydn: Missa Cellensis, Hob. XXII:5

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 120 / 100 / 75 / 45 / 20 (sichtlos)

Montag, 11. Juli

Schloss Eggenberg, 20 Uhr

Bravo! Cosa rara!

Harmoniemusik-Stücke aus Haydns „Schöpfung“

und aus Mozarts „Don Giovanni” und „Figaro“

Concentus Harmonie

Leitung: Milan Turkovi ć

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Dienstag, 12. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Una Notte Italiana

Ouvertüren, Arien und Duette von Rossini, Verdi,

Puccini, Mascagni u. a.

Eva Mei, Sopran / Saimir Pirgu, Tenor

recreation – GROSSES ORCHESTER GRAZ

Dirigent: Michael Hofstetter

Preise: EUR 57 / 44 / 38 / 31 / 17

Mittwoch, 13. Juli

Schloss Eggenberg, 20 Uhr

Alla Turca

Mozart: Sonate in A, KV 331

Hummel: Neue Walzer nebst einer großen

Schlacht-Coda / Steibelt: Der Brand von Moskau

Haslinger: Ideal einer Schlacht

Vanhal: Le combat naval de Trafalgar u. a.

Christoph Hammer, Hammerfl ügel

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Donnerstag, 14. Juli

Herz-Jesu-Kirche, 20 Uhr

Offi cium Novum

Musik aus Eriwan, Byzanz, Russland, Frankreich

und Spanien

Jan Garbarek, Saxophon

The Hilliard Ensemble

Preise: EUR 57 / 41 / 20

Freitag, 15. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Paukenschlag

Haydn: Sinfonien „Le matin“,

„Le midi“ & „Le soir“, Hob. I:6–8

Paukenschlag-Sinfonie in D, Hob: I:94

Concentus Musicus Wien

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 115 / 92 / 70 / 53 / 21

Samstag, 16. Juli

Schloss Eggenberg, 18 Uhr

Fest für Fux

Fux: Streichersuiten und Opernarien

aus „Orfeo ed Euridice“ und „Dafne in Lauro“ /

Musik für Cembalo solo / Sinfonia in F / Motetten

Zelenka: Triosonate Nr. 2 in g, ZWV 181

Volksmusik aus Hirtenfeld

Roberta Mameli, Sopran

Neue Hofkapelle Graz

Leitung: Lucia Froihofer, Violine

Marco Vitale, Cembalo

Ensemble „Affi nità“

Vocalforum Graz (Franz M. Herzog)

Schikaneders Jugend

Dominik Maringer, Lesung

Preis: EUR 57 / 41 / 20

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Paukenschlag

Haydn: Sinfonien

Concentus Musicus Wien

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 115 / 92 / 70 / 53 / 21

Sonntag, 17. Juli

Schloss Eggenberg, 11 Uhr

Der Tod und das Mädchen

Schubert: Streichquartett „Der Tod und das

Mädchen“ in d, D 810

Mozart: „Stadler-Quintett“ in A, KV 581

Wolfgang Meyer, Klarinette

Quatuor Mosaïques

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Paukenschlag

Haydn: Sinfonien

Concentus Musicus Wien

Dirigent: Nikolaus Harnoncourt

Preise: EUR 115 / 92 / 70 / 53 / 21

Montag, 18. Juli

Schloss Eggenberg, 20 Uhr

Der Tod und das Mädchen

Schubert: Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“

Mozart: „Stadler-Quintett“ in A, KV 581

Wolfgang Meyer, Klarinette

Quatuor Mosaïques

Preise: EUR 41 / 31 / 17

Dienstag, 19. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Vier Jahreszeiten

Vivaldi: Le Quattro stagioni, op. 8/1–4 u. a.

Geminiani: Concerto grosso in d „La follia“

Giulio Plotino, Violine

Venice Baroque Orchestra / Ltg.: Andrea Marcon

Preise: EUR 57 / 41 / 20

MUMUTH, 20 Uhr

dsudl – das schwere und das leichte

ein stück musiklaboratorium von bertl mütter

Fleischanderl, Heginger, Kovacic, Drechsler,

Sepperer, Sigl, Skuta & Waag

Bertl Mütter, Spielertrainer

Preis: EUR 15 (Freie Platzwahl)

Gemeinsam mit der Kunstuniversität Graz

Donnerstag, 21. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Folías Criollas

Mexikanische Sones und kreolische Folías

Montserrat Figueras, Sopran

Tembembe Ensamble Continuo (Mexiko)

La Capella Reial de Catalunya / Hespèrion XXI

Leitung: Jordi Savall

Preise: EUR 57 / 41 / 20

Samstag, 23. Juli

Pfarrkirche Afl enz, 20.30 Uhr

Hohe Messe

Bach: Messe in h, BWV 232

Scheen, Kielland, Bertin, Sakurada, MacLeod

La Capella Reial / Le Concert des Nations

Dirigent: Jordi Savall

Preise: EUR 57 / 41 / 20

Heimatsaal, 21 Uhr

Polka Rallye 3

Dritte styriarte-Tanznacht: aus Amerika

Alpen-Platt Kapelle (Minnesota)

Sonntag, 24. Juli

Schloss Eggenberg, 11 Uhr

The Spirit of Gambo

Hume: Poeticall Musicke

Gambenstücke von Ferrabosco, Ford, Playford u. a.

Jordi Savall, Viola da gamba

Preise: EUR 57 / 41 / 20

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

Finale barocco

Bach: Ouvertüre in D, BWV 1068

Vivaldi: Concerto per l’orchestra di Dresda in g

Händel: Music for the Royal Fireworks, HWV 351

Pachelbel: Kanon und Gigue in D u. a.

Harmony of Nations Baroque Orchestra

Leitung: Bjarte Eike, Violine

Preise: EUR 41 / 31 / 17


Momente,

in denen Sie

Ihre Kleine

nicht lesen

sollten.

Foto: Werner Kmetitsch

Als Partner der STYRIARTE

wünscht die Kleine Zeitung

gute Unterhaltung.

Meine Kleine.

TANZNÄCHTE

Samstag, 25. Juni

Heimatsaal, 21 Uhr

POLKA RALLYE 1

1. styriarte Tanznacht: böhmisch

Domažlická dudácká muzika

Samstag, 9. Juli

Heimatsaal, 21 Uhr

POLKA RALLYE 2

2. styriarte Tanznacht: steirisch

Citoller Tanzgeiger

Samstag, 23. Juli

Heimatsaal, 21 Uhr

POLKA RALLYE 3

3. styriarte Tanznacht: aus Amerika

Alpen-Platt Kapelle (Minnesota)

(Heimatsaal im Volkskundemuseum

Paulustorgasse 13a, 8010 Graz)

Karten & Informationen:

styriarte-Kartenbüro

Sackstraße 17, 8010 Graz

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com

20

FOTO: KK

FOTO: KK

Bei soviel Polka-Stimmung

wie sie das Kernstück der

styriarte 2011, „Die verkaufte

Braut“ auf die

Bühne der Grazer Helmut-

List-Halle zaubern wird,

liegt es nahe, das Phänomen

Polka einmal tiefer zu

ergründen, in einem dreiteiligen

Tanzfest, und das

heißt: nicht nur mit den

Ohren, sondern vor allem

mit den Füßen …

In der nun über 200-jährigen Geschichte

der Polka hat dieser Tanz im

geraden Takt mehr oder weniger alle

europäischen Länder erfasst und gefangen

genommen. Wenngleich man

der Legende nach die Erfi ndung der

Polka um 1830 einem böhmischen

Bauernmädchen aus dem Gebiet um

die nordostböhmische Stadt Königgrätz/Králové

Hradec zuschreibt, somit

bis heute Polka mit „böhmisch“

gedanklich verbunden ist, so dürfte

doch wahrscheinlicher das tschechische

Wort p °ulka (steht für halb oder

Hälfte) der Namensgeber für den in

der ganzen Welt verbreiteten Tanz

stehen: Es bezieht sich auf den Halb-

oder Wechselschritt, der dem Tanz

zugrunde liegt, eine musikalische

Entsprechung in der „böhmischen“

Melodie fi ndet und durch paarweises

Drehen um die eigene Achse

besondere Tanzlust bewirkt. Ab den

Vierzigerjahren des 19. Jahrhunderts

verbreitete sich der an den europäischen

Tanzschulen gelehrte Tanz

auch überall dahin, wohin vor allem

ab dem Revolutionsjahr 1848

Menschen aus politischen oder wirtschaftlichen

Gründen auswanderten,

vor allem in die „Neue Welt“ Amerika.

In diesem Hype, der bis in die Mitte


des 20. Jahrhunderts anhielt, kam es

durch regionale „ethnische“ Einfl üsse

der vielen Tänzer zu unzähligen

Varianten. Dem Spiel mit und der

Lust an Neuem waren keine Grenzen

gesetzt, und so feiert heute der

„Boarische“ (Bayrisch Polka) ein neues

Erwachen in einem Ausmaß, wie sie

vergleichsweise der Tango aber auch

die Popmusik kennen.

Entscheidend für das Entstehen

der Polka (wie auch des Walzers), war

die Emanzipierung des Tänzers vom

strengen Reglement des Tanzmeisters,

der bis zur Wende des 18. zum

19. Jahrhunderts das Tanzgeschehen

„überwachte“ und auch steuerte. Waren

die Paare noch im „höfi schen

Tanz“ einzeln oder, wenn es die Choreographie

erforderte, in einer festgelegten

Zahl zugelassen, so durften

nun alle Paare sich der Tanzlust ohne

besondere gesellschaftliche Verordnungen

hingeben. Dies entsprach

gleichsam einer vorweggenommenen

Revolution – am Tanzboden.

Der zentraleuropäische Volkstanz

kennt eine Unzahl von weiteren Polka-Begriffen,

die die massenweise

Übernahme von Formen und Abwandlungen

aus dem Gesellschaftstanz

beweisen, ebenso wie dieser vice

versa mit Impulsen aus „dem Volk“

bereichert wurde. Immer noch tanzt

man gerne Mischungen aus Galopp

und Schnellpolka, Dreher, Rheinländer,

Hupfen (Hopsen) und Walzen.

Der Zwiefache in Bayern besteht

aus Polka- und Walzerschritten in

einem Tanz, und wenige so genannte

geradtaktige Volkstänze kommen

ohne Polkaschritte aus. Denken wir

an die Schusterpolka, Ennstaler Polka,

Kreuzpolka und mehr. Besonders

beliebt sind jene Polkaformen,

die den Gesellschaftstanz bisweilen

karikierend in eine gesellschaftlich

„tiefere“ Ebene brachten, wie die Tragösser

Quadrill oder jene Tänze, die

von mindestens zwei oder mehreren

Paaren im Zusammenwirken getanzt

werden, wie z. B. die Topporzer

Kreuzpolka. Bei diesem Tanz bleibt

nur mehr der Name Polka, jedoch ist

der ursprüngliche gedrehte Paartanz

nicht mehr ausgeführt.

Für die Polka-Rallye wird die styriarte

drei wohlüberlegte Stationen

machen:

Böhmen muss als „legendenhafter“

Ausgangspunkt der Polka den

Start abgeben, hier dominieren die

meist langsamen, schier nicht enden

wollenden, gesanglichen Melodien.

21

Die Citoller Tanzgeiger gestalten den

zweiten Teil der styriarte Polka Rallye

mit Zweischritten auf Steirisch.

Boxenstop wird in der Steiermark

eingelegt: Hier wird kraftvoll aufgetankt,

mit einer atem(be)raubenden

Rasanz, die ihresgleichen wohl auch

in anderen europäischen Ländern fi ndet,

in Österreich aber einzig ist. Das

Ende erreicht die Rallye in einem der

bedeutendsten Zweischritt-Gebiete

auf diesem Planeten: dem Polka Belt

des nordamerikanischen Kontinents.

Von Pennsylvania über Wisconsin,

Minnesota und Ohio bis nach Mexiko

schafft der Polkahimmel für

Millionen europäischer Zuwanderer

aller Nationen einen Hafen für wöchentliche

Abmagerungskuren. Die

(polnischen, deutschen, böhmischen,

slowenischen, tschechischen, slowakischen,

ukrainischen, steirischen

und burgenländischen) amerikanischen

Polkabands sind auf Jahre

ausgebucht und scheuen sich nicht,

dem „ethnic mainstream“ zu huldigen,

wodurch auf ihren Tanzböden

auch Einfl üsse aus der Popmusik der

Gegenwart unüberhörbar sind.

Rudolf Pietsch

Rudolf Pietsch ist Volksmusikforscher und

Musikethnologe und am Institut für Volksmusikforschung

der Wiener Musikuniversität

tätig

FOTO: WERNER KMETITSCH


ÖMZ 03 2011

ÖSTERREICHISCHE

musik eitschrift

UMKÄMPFT,

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GELIEBT:

GUSTAV

MAHLER

DANIEL BRANDENBURG,

FRIEDER REININGHAUS

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JAHRGANG 66, 2011

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Seit Jänner 2011 erscheint die

ÖMZ mit neuem Team und

in neuem Gewand. Sie bietet

zweimonatlich Themenschwerpunkte

von Alter Musik bis

zur Gegenwart, die neuen

Rubriken „Lehren und Lernen“

und „Neue Musik im Diskurs“,

Berichte zu aktuellen Veranstaltungen,

Rezensionen neuer

Bücher und Tonträger sowie

Musiknachrichten.

HEFT 1: TRANSFORMATIONEN

HEFT 2: MUSIK IM DONAURAUM

HEFT 3: UMKÄMPFT, VERDRÄNGT,

GELIEBT: GUSTAV MAHLER

HEFT 4: MUSIKFESTIVALS –

NEUE UFER(LOSIGKEIT)

HEFT 5: FRANZ LISZT, WIEN

UND DIE MODERNE

HEFT 6: MUSIKKRITIK –

EIN ANACHRONISMUS?

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BÖHMISCHE AM KLAVIER TRIAS

Kinder inder genialer Komponisten

haben es mitunter

nicht leicht, beson-

ders dann nicht, wenn

ihren Vätern zu viele

Einfälle kommen. Otokar Dvo∏ák

wusste davon ein Lied zu singen,

wenn er vom Sommer 1893 erzählte,

den er mit seinem Vater Antonín

und dem Rest der Familie im ameri-

kanischen Örtchen Spillville in Iowa

zugebracht hatte. „Ich erinnere mich,

wie gerne mein Vater zu den Ufern

des Turkey River spazierte und dort

in völliger Stille den zarten Klängen

der Natur lauschte. Um Vater seinen

Gedanken zu überlassen, gingen wir

Kinder angeln. Leider aber kamen

ihm die Einfälle schneller, als wir

mit unseren Vorbereitungen fertig

waren, und so geschah es, dass er

schon bald zu uns zurückkam und

befahl: ,Jungs, packt euer Angelzeug

ein, wir gehen heim!‘ Ich wunderte

mich, dass unser Ausfl ug zu seinem

Lieblingsplatz so schnell zu Ende

gehen sollte, doch Vater antwortete

knapp: ‚Ich habe schon so viel auf

meiner Manschette notiert, dass sie

ganz voll ist.‘ Zu dieser Zeit schrieb

er gerade sein Opus 96, das Quartett

in F-Dur. Die Motive dazu sind ihm

in meiner Nähe an den Ufern des

Turkey River eingefallen, wo so man- man-

cher Fisch mir nur deshalb durch die

Lappen ging, weil die Manschetten

seiner Hemden bereits voller No-

ten waren. Vater brachte vom Fluss

den ganzen Aufbau eines Satzes mit

nachhause, während ich mit leeren

Händen heimkehrte.“

Kaum eine zweite Geschichte lässt

so unmittelbar die begnadete Erfi n-

dungsgabe des Melodikers Dvo∏ák

erahnen. Dabei sah der Heros der

22

Bed∏ich Smetana

tschechischen Nationalmusik seine

Einfälle ganz buchstäblich als ein

Geschenk von oben an: Dvo∏ák ver- ver-

traute lebenslang darauf, dass „der

liebe Gott ihm schon einige Melodien

zufl üstern“ werde, denn „die Lei-

den meines jungen Lebens versüßte

mir die Musik, mein Schutzengel.“

Die Armut war der Bodensatz, auf

dem die scheinbare Leichtigkeit der

Dvo∏ák’schen Melodien gedieh: die

harten Bänke der Dorfschule, die be-

scheidene Empore der Dorfkirche, auf

der er seine ersten Orchesterstimmen

spielte, schließlich das Musikstudi-

um in Prag, das er mit abendlichen

Auftritten in einer Tanzkapelle fi -

nanzierte. Auch beim Kammermusi-

zieren in einem Altenheim lernte der

„böhmische Musikant“ Dvo∏ák, dass

Streichquartett nichts mit abgeho- abgeho-

benen, bürgerlichen Bildungsidealen

zu tun hatte, sondern direkt aus

dem Volk kam. Die schmelzenden

Melodien, die er lebenslang den Strei- Streichersaiten

anvertraute, gipfeln in sei- sei-


nem letzten Streichquartett in G-Dur.

Es ist eine einzige Folge scheinbar

absichtslos hingestellter, volkstüm-

licher Melodien, die in souveräner

Weise zu großen, spätromantischen

Spannungsbögen aufgebaut werden.

Aus dem Leben

Mit diesem „summum opus“ des

geigenden Komponisten Dvo∏ák beschließt

das Prager Zemlinsky Quar-

tett einen Quartettabend, der alle

drei großen Tschechen zusammenführt:

Antonín Dvo∏ák, Bed∏ich Smetana

und Leoš Janáμek. Bei aller Ver-

schiedenheit in Temperament und

Stil teilten sie doch die Überzeugung,

dass die besten Melodien das Leben

selbst schreibt. „Was ich beabsichtig-

te, war, in Tönen meinen Lebenslauf

zu schildern.“ Diese Erklärung stellte

Smetana seinem e-Moll-Streichquar-

e-Moll-Streichquar-

tett voran, dem tragischen Werk mit

dem Titel „Aus meinem Leben“.

Wie eine viersätzige Programm- Programmsymphonie

schildert es den Lebensweg

des Komponisten von der „ju-

gendlichen Neigung zur Kunst “ über

„das lustige Leben meiner Jugendzeit,

wo ich meine Umwelt mit Tanz-

stücken überschüttete“, bis hin zur

tiefen Liebe zu seiner späteren Frau.

Über allem schwebt als Damokles- Damoklesschwert

die Krankheit, „jenes ver- ver-

Die Melodien

der großen

tschechischen

Romantiker

Antonín Dvo∏ák Leoš Janáμek

hängnisvolle Pfeifen in den höchsten

Tönen, das mir 1874 die beginnende

Taubheit anzeigte“ und das im Fina- Fina-

le zum tragischen Zusammenbruch

führt. Acht Jahre nach der Urauffüh-

rung der „Verkauften Braut“ wurde

Smetanas Gehör drastisch schlechter,

bis zur Uraufführung von „Mein

Vaterland“ war er völlig taub. In

dieser Spannung spielt sich sein ee-

Moll-Quartett ab, als „Unterhaltung

im engsten Freundeskreis über das,

was mich so bedeutungsvoll bewegt.“

Botschaften aus dem eigenen Le- Le-

ben enthält auch Janáμeks zweites

Streichquartett: Es ist eine einzige

Liebeserklärung an die fast 40 Jah- Jah-

re jüngere Kamila Stösslová. 1917

lernte der mehr als Sechzigjährige

die junge Frau kennen, in die er sich

leidenschaftlich verliebte. Seine letz-

ten Liebesbriefe an sie schrieb er in

Musik: in den Sätzen seines zweiten

Streichquartetts, das er ein Jahr vor

seinem Tod komponierte.

Josef Beheimb

23

Montag, 4. Juli, 20 Uhr

Minoritensaal

AUS MEINEM LEBEN

Smetana: Streichquartett Nr. 1 in e

(„Aus meinem Leben“)

Janáμek: Streichquartett Nr. 2

(„Intime Briefe“)

Dvo∏ák: Streichquartett in G, op. 106

Zemlinsky Quartett

Karten & Informationen:

styriarte-Kartenbüro

Sackstraße 17, 8010 Graz

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com


Ambraser Schlosskonzerte

12./19./26. Juli + 02. August 2011

Innsbrucker

Festwochen

der Alten

Musik

10. – 28. August 2011

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ERIK SATIE

Die wunderbaren

Volten des Genies

Erik Satie

Jeder wird Ihnen sagen, ich sei kein

Musiker“, schreibt Erik Satie in

seinen Memoiren eines Gedächtnislosen,

und fügt lakonisch an: „Das

stimmt!“ Und in diesen zwei Sätzen

ballt sich das ganze spöttische und

kluge Wesen eines der begabtesten

Komponisten aller Zeiten. Was natürlich

kühn behauptet ist über einen,

den die großen Akademiker jeder Zeit,

Adorno inklusive, verspotten und

missachten, den wichtige Pianisten

wegen vermeintlicher Niveaulosigkeit

in weitem Bogen umgehen und

dessen berühmteste Klavierstücke

von der Filmindustrie als zuverlässiger

Weichspüler unter beinahe

jedes kitschtriefende Bild mit plätscherndem

Wasser gelegt werden,

an das man sich erinnern kann. Und

doch spricht da etwas aus der Musik

von Erik Satie, das alles Nörgeln weit

übersteigt, vor allem aber etwas, das

unser gewohntes Bild von Musik auf

den Kopf stellt. Denn Saties Werke

scheinen unendlich leicht, scheinen

ganz und gar einfach, klar und simpel,

doch wenn man sie fassen möchte,

entgleiten sie. Entgleiten dem Verstand

wie den Kategorien. Deshalb

ist Satie der Leichteste unter den

Leichten, so luftig, dass man ihn

nicht Afassen kann.

lles an Erik Satie ist Attitüde.

Und bei jeder seiner Masken

dürfen wir uns sicher sein, dass

sie ebenso authentisch wie verlogen,

echt wie falsch sind. Stellen wir uns

einen wirklichen Sonderling vor, der

stets im gleichen Anzug durch die

Bohème des Paris der Jahrhundertwende

läuft, denn er hat sich diesen

Anzug gleich im Dutzend anfertigen

24

lassen. Er lebt in einem winzigen

Zimmer im Bezirk Montmartre, das

so zugemüllt ist, dass man ihn heute

wohl als Messie bezeichnen und

vom Gesundheitsamt zwangsräumen

lassen würde. Er spielt Klavier

in den zwielichtigen Lokalen

des Vergnügungsviertels, in denen

man sehr schnell Kontakt zu Damen

bekommen kann, wenn man das

nötige Bargeld investieren möchte.

In dieser Halbwelt malen Künstler,

die damals kaum ihr Mittagessen

bezahlen konnten, heute aber um

Millionen gehandelt werden, Künstler

wie Toulouse-Lautrec oder Pierre

Bonnard die Werbeplakate für die frivolen

Shows; und der merkwürdige

Mann spielt am Klavier merkwürdige

Stücke, die von nackten griechischen

Jünglingen der Antike handeln, die

um spartanische Götterstatuen tanzen,

die „Gymnopédien“. Keiner weiß

genau, ob der Komponist sich diese

Rituale nur ausgedacht hat oder ob

er von ihnen aufgrund seiner beeindruckenden

Belesenheit weiß. Auf jeden

Fall befördern die Klavierstücke

keineswegs aufbrausende Sinnlichkeit,

sondern sind wunderbar zarte,

melancholisch verhangene, musikalische

MPoesie.

al erscheint Satie als Anhänger

obskurer Gurus, deren

esoterisches Treiben zu der Zeit in

Paris en vogue ist, mal gibt er sich

als Rosenkreuzer, dann wieder als

schlichter kleiner Beamter aus, der

in seinem Leben nicht einen einzigen

musikalischen Einfall hat, sondern

all seine Miniaturen nur errechnet.

Auf jeden Fall erweckt er das Interesse

einer breiteren Öffentlichkeit.


Erik Satie auf einem

Gemälde von Antoine

de la Rochefoucault,

1894

Und Satie ist so avantgardistisch,

dass er all die symbolbeladenen, psychologiesüchtigen

oder sensitiven

Modernismen der Kunst seiner Zeit

über Bord wirft und sich seine ganz

eigene Kunsttheorie zurechtlegt. In

der ist Musik reines Handwerk und

will nichts bedeuten als das, was

sie im Moment erscheint. Musik,

die man wie ein Möbelstück in seiner

Umgebung akzeptiert, als formal

und handwerklich gearbeitete

Umgebung. Theoretisch ist er damit

ganz nah an den experimentellen

Vorstellungen von Literatur, wie sie

im Salon von Stéphane Mallarmé

gepfl egt werden, wo junge Dichter

sich um die Sprache als Struktur bemühen.

Und er ist nah an den Malern

des Kubismus, die die Wirklichkeit

auf ihren Bildern zerschlagen, um

sie neu zusammensetzen zu können.

Kein Wunder, dass niemand Geringerer

als Pablo Picasso die Kostüme

zu Erik Saties Skandalballett „Parade“

beisteuert, das Satie 1917 endgültig

in den Olymp der Avantgarde katapultiert.

Doch auch das ist dem

seltsamen Mann schon wieder zu viel.

Wieder schlägt er Haken und scheint

sich über seine Interpreten lustig zu

machen. Denn nicht um komplexe

Theoreme ginge es ihm, sondern nur

um Ieines: Einfachheit.

mmer wieder betont Satie,

wenn er nach dem Wesen seiner

Kunst gefragt wird, dass es ihm um

Simplizität ginge. Um das Wesen,

den Kern der Sache an sich, die er in

einer Zeit des Zuviel freilegen wolle.

Und führt man sich die unglaubliche

Bautätigkeit des Historismus vor

Augen, das geradezu wütende Protzen,

in dem die Weltstadt Paris aus

dem Boden gestampft wurde, denkt

man an die hybriden musikalischen

Auswüchse des Wagnerismus, der

immer mehr auf mehr häuft, oder

25

an dessen Epigonen, die den Meister,

wenn schon nicht an Erfolg, so zumindest

im orchestralen Aufwand

übertreffen wollen, dann scheint hier

bei allem Versteckspiel Saties sicher

ein Funken Wahrheit auf. Während

auf den Opernbühnen seiner Zeit der

gesamte Götterhimmel auf die Bühnenbretter

gewuchtet wird, und während

in den Orchesterwerken ganze

Ozeane aufgetürmt werden, sind Saties

Miniaturen am Klavier, die oft

nicht länger als drei Minuten dauern

und minimalistisch überschaubar

mit ihren wenigen Noten umgehen,

ein sehr klares Statement.

Unter Saties Bett in einem zerwühlten

Zimmer fand man übrigens

nach seinem Tod auch einen riesigen

literarischen Nachlass. Tausende von

Sätzen hatte er notiert, die ohne

jeden Zusammenhang nur eines wollen:

in höchster Präzision und äußerster

Kürze Gedanken festhalten. In

seiner Musik hat er nichts anderes

getan. Und jeder dieser Gedanken ist

kostbar wie ein Diamant.

Thomas Höft

Sonntag, 26. Juni, 20 Uhr

Minoritensaal

BEST OF SATIE

Satie: Gymnopédies, Gnossiennes,

Sarabande No. 3, Nocturne No. 3,

Sonatine bureaucratique, Je te veux u. a.

Roland Pöntinen, Klavier

Karten & Informationen:

styriarte-Kartenbüro

Sackstraße 17, 8010 Graz

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com

FOTO: MATS BÄCKER


© CATHERINE ASHMORE

ZUM VERLIEBEN!

Jetzt 2x kostenlos lesen.

Einfach online bestellen: www.kultiversum.de/shop

26


FOTOS: WERNER KMETITSCH (5), GERTRAUD HEIGL (3), CLAUDIA TSCHIDA (1)

Mi, 6. Juli & Do, 7. Juli

Helmut-List-Halle, 20 Uhr

CARMINA BURANA

Orff: Carmina Burana

Bibiana Nwobilo, Sopran

Johannes Chum, Tenor

David McShane, Bariton

Chöre aus steirischen Schulen

recreation – GROSSES ORCHESTER GRAZ

Dirigent: Oswald Sallaberger

Karten & Informationen:

Tel. 0316.825000

JUNGE STIMMEN

Mit diesem Projekt wird die styriarte 2011 bei einigen hundert

Schülern und Schülerinnen lange in Erinnerung bleiben: Orffs

„Carmina Burana“ gehen in der Helmut-List-Halle am 6. und

7. Juli zweimal über die Bühne: Getragen von „recreation –

GROSSES ORCHESTER GRAZ“ und dirigiert von Oswald Sallaberger

singen die Chöre von fünf steirischen Schulen den Mittelalter-

Evergreen über Liebe und Lebenslust. Auch wenn kein Tag im Jahr

vergeht, an dem die „Carmina Burana“ nicht irgendwo auf der

Welt aufgeführt werden – die Grazer Produktion verspricht

27

ganz besondere Frische!

Schon im März starten die Probenarbeiten zur Carl Orffs „Carmina Carmina Burana“ mit m t Oswald Sallaberger. Sallaberger Unterstützt von

massivem Schlagwerk und Klavier nähern sich die jungen Stimmen aus dem Grazer Musikgymnasium Dreihackengasse …

… und aus der Neuen Musikmittelschule Edelschrott der Orff’schen Partitur, die schon ihre Tücken hat, aber vor allem Spaß

macht. Auch die hoch prämierten p SängerInnen g vom HIB-Art-Chor Liebenau (hier bei ihrem Auftritt im Festival PSALM 2011) …

… sind im Team. Der Kinderchor kommt aus den Grazer Volksschulen Engelsdorf und St. Peter. Bei den ganz Kleinen

wechselt der Dirigent die Taktik, lässt das Schlagwerk daheim und kommt selbst mit seiner Geige.


Konzertkalender, die alle Stücke spielen.

Musikberichte, die den Ton angeben.

Rezensionen, die ins Ohr gehen.

4 Wochen gratis lesen:

derStandard.at/Abo oder

0810/20 30 40 Die Zeitung für Leserinnen

28

dsudl

d as

schwere und das leichte“ –

so heißt der Abend, und das

deutet schon darauf hin: Dieser

Teil von Mütters Doktorat (über

den dann im wissenschaftlichen Teil

refl ektiert werden wird) wurde im

Kontext der styriarte-Dramaturgie

entwickelt, die ja eben die Mühen

der Kreativen mit dem Leichten, das

so schwer zu gestalten ist, zur Diskussion

stellt. Eine illustre Schar

von Mitspielern hat sich Mütter für

seinen Abend zusammengestellt, in

deren Mitte er als Spielertrainer die

Fäden zieht oder die Bälle wirft.

Ziemlich sicher ist: dsudl wird das

am wenigsten leicht berechenbare

Projekt der styriarte 2011, ein Abend

voller kreativer Überraschung, und

wer genau wissen will, was da auf

ihn/sie zukommt, der kann sich mit

Bertl Mütters folgendem Projektportrait

sicher helfen:

„fl iegen, das ist natürlich seit ehundje

das schwerste, aber abheben, so

leicht geht das (wie auch sonst?).

denn selbst der ganz große airbus

hebt ab, und natürlich auch die wiener

philharmoniker, dieser supertanker,

die heben ab, zumindest (um lebende

nicht durch namensnennung bzw.

Das MUMUTH in der Grazer

Lichtenfelsgasse von innen

und von außen.

FOTO: OLIVER KENDL


MUSIKLAB

das schwere und das leichte

ein stück musiklaboratorium von bertl mütter

Die Kunstuniversität Graz geht neue Wege: Seit 2009 kann man

hier ein künstlerisches Doktorat erwerben, den Dr. artium, und das

ist einer, den man sich nicht einfach ergoogeln kann. Der Posaunist

und Komponist und styriarte-Stammgast Bertl Mütter ist der Erste,

der diesen Titel in Graz erwerben will, und der künstlerische Teil

seiner Arbeit ist ein Abend im MUMUTH, den die Kunstuniversität

gemeinsam mit der styriarte präsentiert.

Bertl Mütter:

„Ich “

bevorzuge

schöne Ergebnisse

nichterwähnung zu

kompromittieren), wenn

kleiber sie dirigiert, zu

neujahr, da schweben

sie regelrecht, tändelnd

und tänzelnd noch dazu.

wie schwer also ist das

leichte, wie schwer das

schwere (vor allem,

wenn sich herausstellt,

dass manches aus pappmaché

sein könnte)?

und: umgekehrt? – wie

schaut es also aus mit

dem (möglicherweise

gar nicht so) trivialen?

es ist doch so: oft führen

komplexe gedanken zu

banalen ergebnissen,

oder umgekehrt, banale

gedanken führen zu

komplexen ergebnissen.

weiters können auch

komplexe gedanken zu

komplexen ergebnissen

führen oder banale gedanken

führen zu banalen

ergebnissen.

bertl mütter untersucht

in seinem ensemblewerk

auf mannigfache weise

fragen zur kreativität

29

FOTOS: KUG/WENZEL, CHRISTIAN RICHTERS

und zur virtuosität: was denn das sei,

wie damit umgehen, wie sie (die virtuosität,

ja, auch die kreativität!)

umgehen, sich fallen lassen, reagieren

auf eine augenblicklich sich ändernde

situation …

wir dürfen gespannt sein auf ein

sinnlich lustvolles forschen, kunst als

(fröhliche) wissenschaft laute(t) die

devise, serious fun, und seine mitspielerinnen

sind allerdings mit allen

wassern gewaschen, sie müssen sich

aber auch, trotz der zu erwartenden

sommerlichen temperaturen, warm

anziehen, wird ihnen doch allerhand

abverlangt an wachheit und agilität,

beim spielen, im augenblick.

und nichts ist so, wie es auf den “

ersten

blick scheinen mag.

(bertl mütter)

Dienstag, 19. Juli, 20 Uhr

MUMUTH

DSUDL – DAS SCHWERE

UND DAS LEICHTE

ein stück musiklaboratorium

von bertl mütter

Agnes Heginger, Sopran

Markus Sepperer,

Englischhorn & Oboe

Ulrich Drechsler, Bassklarinetten

Bertl Mütter, Posaune

Ernst Kovacic, Violine

Peter Sigl, Violoncello

Franziska Fleischanderl,

Hackbrett & Sopran

Miki Skuta, Klavier

Bertl Mütter, Spielertrainer

Gemeinsam mit der Kunstuniversität

Graz im Rahmen des künstlerischen

Doktorandenforums

Karten & Informationen:

styriarte-Kartenbüro

Sackstraße 17, 8010 Graz

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com


Landeszeughaus

Kunsthaus Graz

Museum im Palais

Schloss Eggenberg

mit Alter Galerie,

Archäologiemuseum

und Münzkabinett

Volkskundemuseum

Österreichischer

Skulpturenpark

Schloss Trautenfels

Schloss Stainz

mit Jagdmuseum und

Landwirtschaftsmuseum

Römermuseum

Flavia Solva

Wir freuen uns auf

Ihren Besuch!

www.museum-joanneum.at

ERIK SATIE

Letzte Tippps

zur styriarte 2011

Die Stiftskirche in Pöllau –

Starker Rahmen für die „Secrets

of the Vatican“.

Es gibt Zeitgenossen,

die behaupten, die Karten

zur styriarte seien ihnen

zu teuer. Es gibt andere, die

zahlen angeblich überhaupt

nichts. Was ist jetzt wahr?

Vielleicht sogar beides?

30

Würde man die Kosten der

verschiedenen styriarte-

Produktionen exakt auf

die jeweiligen Eintrittskarten umlegen,

so würden einige Vorstellungen

fürs Publikum unerschwinglich teuer,

andere dagegen klar billiger. Eine

Karte für die Haupt-Produktion „Die

verkaufte Braut“ müsste dann im

Schnitt mehr als 200 Euro kosten,

kostet aber tatsächlich im Schnitt

rund 100 Euro, was nicht heißt, dass

man in der styriarte nicht auch für

30 Euro zu einer „Braut“ kommt, und

wenn man Teilnehmer der auch von

der styriarte unterstützten Aktion

„Hunger auf Kunst und Kultur“ ist,

ganz umsonst.

Fest steht: Wer genau weiß, was

er wann in der styriarte erleben will,

der wird sich bei Erscheinen des Jahresprogramms

mit Karten nach Tarif

eindecken und falls er/sie zu spät

FOTOS: WERNER KMENTITSCH (3)


gekommen ist, ganz schnell einen

Platz auf der Warteliste einnehmen.

Das kann, wenn man großen Konzerthunger

hat, natürlich wirklich

ins Geld gehen. Wer aber bei großem

Hunger und kleinem Börsel auf seine

Rechnung kommen möchte, der

sollte der Meinung sein, dass das Programm

der styriarte insgesamt super

ist (das ist ja nicht so schwer), und der

sollte in die Konzerte gehen wollen,

die ihm/ihr die styriarte am Ende

vorschlägt. Und der sollte rechtzeitig

ein „styriarte-Restplatzabo“ gebucht

haben. Jetzt ist es dafür zu spät, aber

vormerken für 2012 wäre eine Idee.

Die Restplatzabos

In den Restplatzabos 2011, deren

Inhalt dieser Tage gelüftet worden

ist, fi nden sich folgende Zuckerln

(deren jedes im Fünfer-Abo um 11

Euro und im Achter-Abo um 9 Euro

pro Vorstellung erworben werden

konnte): Die neue Version von Saint-

Saëns Evergreen „Der Karneval der

Tiere“ (25. Juni) mit den Solisten

des Chamber Orchestra of Europe

und Petra Morzé, die zwischen den

Nummern einen ziemlich pfi ffi gen

neuen Text von Thomas Höft lesen

wird. Die „Best of Satie“-Klavierorgie

(26. Juni) mit dem genialen schwedischen

Tastentiger Roland Pöntinen.

Die „Lust auf Lasso“-Nummer der

King’s Singers (27. Juni) und gleich

darauf die Landpartie des Arnold

Schoenberg Chores nach Pöllau, wo

ältere „Secrets of the Vatican“ von

Palestrina und Kollegen entschleiert

werden (29. Juni). Rein die optische

Opulenz dieses oststeirischen Gotteshauses

lohnt die Reise, und dann

erst der Klang!

„My Piano Album“ (30. Juni) nennt

Pierre-Laurent Aimard sein heuriges

styriarte-Programm, mit dem er

in neuer, neuester und älterer Kla-

FOTO: SERBAN MESTECANEANU

TIPPPS

viermusik dem schweren Leichten

nachspürt. Und gleich zwei Klaviere

braucht es für die „Goldberg-Variationen“,

die Yaara Tal und Andreas

Groethuysen am 9. Juli in die List-

Halle zaubern werden. Mit „Gassenhauer“

(10. Juli) feiert Heinrich Schiff

auch in der styriarte seinen 60. Geburtstag.

Milan Turkovi ć spielt mit

den Concentus-Bläsern unter dem

Motto „Bravo! Cosa rara!“ (11. Juli) gar

nicht so seltene Sachen aus „Don Giovanni“

und aus Haydns „Schöpfung“.

Noch mehr Mozart, aber am Hammerfl

ügel, gibt es in „Alla Turca“ (13.

Juli). Das „Fest für Fux“ in Schloss Eggenberg

am 16. Juli werden Restplatzabonnenten

nicht versäumen, und

mit dem „Finale barocco“, das ein

Feuerwerk barocker Hits bereithält,

am 24. Juli schließt das Festival ebenso

wie seine beiden Restplatzabos.

Eine Generalprobe

Jeweils 100 Abos in beiden Dimensionen

5 und 8 waren 2011 übrigens

aufgelegt. Denn zum Glück: So viele

Restplätze bleiben ja in der styriarte

gewöhnlich nicht frei. Der aktuelle

Stand: Rund 33.000 Karten konnte

das styriarte-Kartenbüro für 2011

anbieten, davon haben ein Monat vor

Festivalbeginn mehr als 24.000 schon

ihre Käufer gefunden. Die gute Nachricht:

Ergo sind rund 9.000 Karten

noch zu haben, und zwar fast in allen

Projekten von der „Verkauften Braut“

über die „Paukenschlag“-Produktion

bis zum Finale. Und auch dort, wo es

wahrscheinlich kein Hineinkommen

mehr gibt, könnte Rettung nahen: So

wird auch heuer die Generalprobe

des Stainzer Kirchenkonzertes mit

Nikolaus Harnoncourt wieder öffentlich

sein, wobei der Kartenertrag

daraus der Pfarre Stainz zugunsten

der endlosen Restaurierung des herrlichen

barocken Gotteshauses über-

31

lassen wird. Karten

für die Generalprobe

am 8. Juli um 19 Uhr

müssen unbedingt

vorher erworben

werden, im styriarte-

Kartenbüro oder in

der Pfarre Stainz.

Klassik-

Treffpunkt

Jeder Klassik-Fan

kennt die Sendung

am Samstag um zehn

in Ö1, die üblicherweise

aus der Wiener

Argentinierstraße kommt. Heuer, am

25. Juni kommt der „Klassik-Treffpunkt“

aus der Grazer Helmut-List-

Halle, es geht natürlich um die styriarte,

schwerpunktmäßig um die

„Verkaufte Braut“. Renate Burtscher

gestaltet die Sendung mit Solisten

aus der styriarte-Produktion direkt

in der Bühne der Oper, der Maestro

selbst kommt auch dazu. Wer live

dabei sein möchte, der ist herzlich

willkommen, Anmeldung ist nicht

erforderlich, nur rechtzeitig da sein.

Und noch eine letzte Meldung: Auch

die ORF-Klangwolke soll es 2011

wieder geben, weil fi nalement die

Finanzierung doch geglückt ist. Am

2. Juli soll die Wolke steigen, in

der ganzen Steiermark, live aus der

Helmut-List-Halle, und drinnen ist:

„Die verkaufte Braut“. Mehr dazu

demnächst.

Mathis Huber

Karten & Informationen:

styriarte-Kartenbüro

Sackstraße 17, 8010 Graz

Tel. 0316.825000

www.styriarte.com

Nikolaus Harnoncourt

kommt in den Klassiktreffpunkt.

Heiß begehrt, daher: Das casalQuartett spielt Piazzollas „Tango Sensations“ auch am 8. Juli, Stefania Neonato Schumanns

„Träumerei“ auch am 4. Juli, Rudolf Leopold bringt sein „Yesterday“-Programm für acht Cellisten zusätzlich am 3. Juli.

FOTO: CLAUDIA TSCHIDA


OSTERFESTIVAL

Close-up auf

Das Osterfestival PSALM 2011

bringt Lateinamerika nach Graz

Es gehört zu den schönsten und

größten Geheimnissen der Musik,

dass sie so begrenzt ist.

Einmal aufgeführt, gespielt und gehört,

ist sie auch schon wieder vorbei

und bleibt nur noch in der Erinnerung

lebendig. Auf der anderen

Seite erzeugt diese Vergänglichkeit

auch einen gehörigen Leidensdruck.

Soll wirklich unrettbar verloren sein,

was man einmal so überwältigend

empfunden hat, als man es hörte?

Aus dieser Sehnsucht hat sich der

technische Fortschritt gespeist, hat

Tonaufzeichnungs- und Übertragungstechniken

ins Spiel gebracht

und schließlich die heute universell

verfügbaren digitalen Speicher für

alle Arten von Daten ermöglicht.

Auch Musik liegt inzwischen auf

der schier unendlichen Halde des

kulturellen Gedächtnisses und kann

so leicht in Bild und Ton abgerufen

werden, dass der Wert des einzelnen

Ereignisses fast nivelliert erscheint.

Wenn man sich in dieser

Situation entschließt, dem Berg der

Erinnerung eigenes, neues Material

hinzuzufügen, dann muss man einerseits

wirklich vom Ewigkeitswert

des Angebots überzeugt sein und andererseits

mehr tun, als die nächste

32

Die Fortsetzung der

styriarte-Festival-Edition

mit „Má vlast“

Konzertkonserve auf digitale l Tonträger

zu bannen. Beides trifft if für

unsere Produkte zu, und deshalb al gibt

es Neues von der styriarte-Festival- es

Edition anzukündigen.

styriarte-Festival-Edition -Edition heißt, t, besonders

wichtige, ige, hherausragende

Au Aufführungen

unse unseres Programms verfügügbar zu halten. alte Aber nicht als nüchterne

Konserve, erve die nur ein fl aches Abbild

des ooriginären

musikalischen Ereignisses

iss liefert, sondern als ganz eigenes

Pr Produkt, das seinen Käufer ebenso

ernst nimmt wie den Besucher des

Livekonzertes. Denn so wie das Livekonzert

ganz und gar unwiederholbare,

spezifi sche Eindrücke und Erlebnisse nisse

bietet, kann auch die Konzertaufzeich- fze

nung eine ganz eigenständige Qu Qualität

haben, kann Werte anbieten, ddie

dem

Liveereignis fehlen müssen. Am

Beispiel

des brandneuen, gerade ersch erschienenen

Angebots der Festival-Edition

lässt sich das gut erklären. Sie bietet

eine fi lmisch wie akustisch brillante

AAufzeichnung

von Nikolaus Harnon-

co courts fulminanter, im vergangenen

Jahr hr von Publikum wie Presse gefeierter

er zzyklischer

Aufführung von Smetanas

„M „Má vlast“ auf DVD.

Durch h da das Auge der Kamera hat

man die ein einmalige Gelegenheit,


Harnoncourt

OSTERFESTIVAL

und Smetana

Blicke auf den Dirigenten und das

Chamber Orchestra rchestra of Europe Eu zu

werfen, die im m Konzert unmöglich

sind. Man vermag, dem Maestro wie

den Musikern wahrlich unverstellt

iins

Gesicht zu blicken wie auf die

Hände ände zzu

schauen. Und so fügt sich

zu der musikalischen musi Choreographie

des aufwühlenden hlen Orchesterzyklus

um das Paradestück des „Die Moldau“

auch eine visuelle. lle Welche Mittel

nutzt der Dirigent im Konzert, um

das gewünschte Ergebnis bn zu erzielen?

Wie

funktioniert die Interaktion nte zwii

schen n den Musikern? We Welche ellche

körper- körp

lichen und emotionalen Leistungen L

fordert Smetana eigentlich ch heraus?

All das lässt sich daheim m am Bildschirm

herausfi nden.

Darüber üb hinaus jjedoch

erfährt der

Zuschauer u der Festival-Edition t

noch

mehr. AAuf

einer zweiten w DVD kann

man einen n einstündigen nd Dokumentarfi

lm anschauen, s de der während der aufregenden

n Probenarbeit na an „Má vlast“

entstanden de ist. RRegisseur

Günter Schilhan

hat NNikolaus

ol Harnoncourt und

das Chamber be er Orchestra of Europe auf

dem langen gen n WWeg

der Realisierung des

Projektes ktes hautnah utn begleitet. Und der

Zuschauer cha erhält ält einen raren Einblick

in

die „Werkstatt t HHarnoncourt“.

Man

erfährt viel über die e In Interpretationsabsicht

des Dirigenten, über ber se seine Vorstellungen

vom Werk, aber darüber über hhinaus

auch ganz Grundsätzliches über ber die

Macht und die Kraft der Musik, über

die Romantik und besonders über das

Erhältlich im styriarte-Kartenbüro, Sackstraße 17, 8010 Graz

und auf www.styriarte.com à € 29.

33

COMING

SOON

schwierige Verhältnis Ve zwischen Öster-

reich und Tschechien Tsche – schließlich hat

Smetana mit „Má M vlast“ ganz bewusst

angestrebt, ein n nationales Kunstwerk

zu schaffen.

Ein solcher Blick unter die Oberfl äche

eines zu oft als Wunschkonzertmusik

missverstandenen Werkes ist

nicht hoch genug zu schätzen. Und die

anschauliche Sprache Harnoncourts

und die unmittelbar zu hörenden Beispiele

machen es jedem ganz leicht, der

musikalischen Spurensuche zu folgen. n.

Diese Dokumentation über die Proben- ben

arbeit zu Smetana ist überhaupt aupt kein

Spezialistenprogramm oder

musikologisches

Seminar, minar, sie

ist spannend,

ganz und d gar erfrischend und für

jeden zugänglich, der Ohren hat.

Wer aber doch lieber lesen und

schauen möchte, für den bietet das

Buch, das den DVDs den Rahmen

gibt, ebenfalls genügend Material. Ein

grundlegender Essay über Smetana

und sein Werk rundet ebenso wie eine

über vierzigseitige Fotostrecke aus

Proben und Konzert das opulente Angebot

ab. Zugegeben viel Stoff für den

Berg der Erinnerung, aber sicherlich

auch ein Steinbruch der Erkenntnis.

Thomas Höft

FOTO: WERNER KMETITSCH


KARTEN UND INFORMATIONEN

Unser Kartenbüro hat ganzjährig

Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr

für Sie geöffnet. Während des Festivals

betreuen Sie unsere Mitarbeiter

im Kartenbüro (Palais Attems, Sackstraße

17) von Montag bis Freitag in

der Zeit von 10 bis 18 Uhr, samstags

von 10 bis 17 Uhr. Die Abendkassen

vor Ort öffnen jeweils eine Stunde

vor Konzertbeginn.

INTERNET

Schauen Sie doch hin und wieder

vorbei auf www.styriarte.com. Sie

fi nden auf unseren Seiten ein reichhaltiges

Service – von Hörbeispielen,

Künstlerbiografi en, den DVDs der

Festival-Edition und den Magazinen

bis zu Beschreibungen der Veranstaltungsorte

samt Adressen und

Stadtplanlinks. Natürlich können Sie

dort auch Karten kaufen. Und das

Angebot wird ständig erweitert. Wir

freuen uns sehr über Ihre Beiträge in

unserem Forum. Oder folgen Sie uns

doch auf Facebook.

NEWSLETTER

Wir informieren Sie mit Passion

und immer lieber auch über unseren

Newsletter. Wir freuen uns, wenn Sie

uns dafür Ihre aktuelle Email Adresse

bekannt geben. Ihre Direktanmeldung

dafür ist auf www.styriarte.

com möglich!

BUSTRANSFER

Für die Fahrt zu und von den Konzerten

außerhalb von Graz stellen

wir wieder Busse zur Verfügung. Abfahrt

von Graz jeweils vor der Grazer

Oper (Franz Graf Allee). Rückfahrt

nach dem Konzert. Voranmeldung

im styriarte-Kartenbüro unbedingt

erforderlich.

SERVICE

DAS TEAM

Intendant: Mathis Huber

Dramaturgie:

Karl Böhmer & Thomas Höft

Produktion:

Irmgard Heschl & Gertraud Heigl

Verwaltung:

Alexandra Pifrader, Lisa Schrank &

Lukas Seirer (Buchhaltung)

Presse/Kommunikation:

Claudia Tschida

Marketing/Sponsoring:

Andrea Hrovat

Internetredaktion:

Margit Kleinburger

Kartenbüro: Margit Kleinburger,

Martin Exner & Patrizia Zechner

KONTAKT

A-8010 Graz, Sackstraße 17

Telefon +43.316.825000

Fax +43.316.825000-15

tickets@styriarte.com

www.styriarte.com

SAMMELTAXI

Wie bisher steht Ihnen auch heuer

wieder ein Sammeltaxi-Service

zur Verfügung. Sie melden sich vor

dem Konzert an und werden nach

Konzertende um EUR 4,50 von einem

2801-Taxi innerhalb von Graz nach

Hause gebracht.

34

PARKGARAGEN

Wenn Sie mit dem eigenen Auto

kommen, so können Sie an unseren

Abendkassen für folgende Innenstadt-Parkgaragen

Ausfahrtstickets

zu günstigen Preisen erwerben:

Weitzer Garage am Entenplatz:

zwischen 18 Uhr und 8 Uhr früh parken

Sie um EUR 1,50. APCOA-Parkgarage

am Andreas-Hofer-Platz und

am Mariahilferplatz: zwischen 17.30

und 2 Uhr früh parken Sie um EUR 5.

BOE Parking in der Einspinnergasse:

20% Nachlass auf das gezogene

Einfahrtsticket. In der Kunsthaus-

Garage und Kastner & Öhler-Garage

parken Sie von 19 Uhr bis 8 Uhr früh

um maximal EUR 3.

Den Besuchern der Helmut-

List-Halle steht der vom Grazer Parkraumservice

erschlossene Parkplatz

gegenüber und neben der Halle zur

Verfügung, Parktickets um 3 Euro

sind bei der Einfahrt zu bezahlen.

Der GVB-Bus Nr. 85 zur Helmut-List-

Halle verkehrt bis Mitternacht.

BEHINDERTEN-SERVICE

Wenn Sie unsere Hilfe brauchen,

um in die jeweiligen Konzertsäle

zu gelangen, dann melden Sie Sich

bei uns im Kartenbüro (825 000).

Frau Hrovat wird sich mit Ihnen

in Verbindung setzen und für alles

Notwendige sorgen.

ZU GUTER LETZT

Alle Fragen, die Sie im Zusammenhang

mit unserem Festival haben

– und zwar wirklich alle! – können Sie

getrost unserem Publikums-Coach

stellen. Und der hält bestimmt keine

für komisch! Rufen Sie einfach

0316.825000 und verlangen Sie den

Coach! Oder schreiben Sie per E-Mail

an coach@styriarte.com.


RECREATION

Zehnte Saison –

ein Fest!

Aller Herren Länder und fast alle

Zeitalter, die ein sinfonisches

Orchester bereisen kann, hat

sich recreation – GROSSES ORCHESTER

GRAZ für seine zehnte Saison vorgenommen.

Nach diesseits und jenseits

des Atlantiks wollen wir Sie entführen,

von der französischen Küste in

Debussys „La mer“ zur New Yorker

„Waterfront“ in den Tönen Leonard

Bernsteins. Am Ende reisen wir unter

charmantester Begleitung weiter

nach Mexiko. Im Zentrum unserer

zehnten Saison stehen freilich, wie

es sich gehört, die Meilensteine der

Orchesterliteratur, ein Programm

um Mozarts „Jupiter“-Sinfonie, eines

um Beethovens Dritte – die „Eroica“,

Mo, 10. & Di, 11. Oktober

CARMEN

Debussy: La mer

de Falla: Siete Canciones

populares españolas

Bizet: Carmen-Suite

Franck: Symphonie in d

Nora Gubisch, Mezzosopran

Dirigent: Oswald Sallaberger

Mo, 14. & Di, 15. November

TRISTAN

Weber: Ouvertüre zu „Oberon“

Liszt: „Von der Wiege bis zum Grabe“

Mephisto-Walzer Nr. 1

Mendelssohn: Das Märchen von

der schönen Melusine

Wagner: Ouvertüre zu „Tannhäuser“

Vorspiel und Liebestod aus

„Tristan und Isolde“

Dirigent: Heinrich Schiff

Mo, 5. & Di, 6. Dezember

JUPITER

Mozart: Ouvertüre zu „La Clemenza

di Tito“, KV 621

Klavierkonzert Nr. 24 in c, KV 491

Sinfonie Nr. 41 in C, KV 551 „Jupiter“

Markus Schirmer, Klavier

Dirigent: Michael Hofstetter

Weltreise mit dem

Orchester „recreation“

eines zwischen Liszts Mephisto-Walzer

und Wagners „Tristan“-Musik,

eines zwischen Brahms und Dvo∏ák.

Ganz große Erlebnisse sind also programmiert!

Die künstlerischen Partner, die

recreation in dieser zehnten Saison

führen und begleiten werden, versprechen

Sternstunden: Einige unserer

liebsten Dirigenten und Solisten

werden mit uns musizieren,

und es gibt auch neue im Programm:

ein gerade einmal 20-jähriger Solist

für Dvo∏áks Cellokonzert, ein Sir

unter den britischen Dirigenten, eine

feurige junge Dirigentin aus Mexiko …

Und das alles im Juwel des Grazer

Congress, im Stefaniensaal.

Mo, 23. & Di, 24. Jänner

NEW YORK – PARIS

Muthspiel: Prolog “Starting the Engine”

Adams: Short Ride in a Fast Machine

Ives: Central Park in the Dark

Ellington: In a Sentimental Mood

Bernstein: On the Waterfront

Satie: Parade

Lennon/McCartney: Michelle

Gershwin: An American in Paris

Dirigent: Christian Muthspiel

Mo, 27. & Di, 28. Februar

B.A.C.H.

Sinfonien von Carl Philipp

Emanuel Bach

und Werke der Bachischen Familie

Dirigent: Jordi Savall

Mo, 19. & Di, 20. März

BRAHMS & DVORÁK

Brahms: Ungarische Tänze Nr. 17 bis 21

Symphonie Nr. 2 in D, op. 73

Dvo∏ák: Cellokonzert in h, op. 104

Sol Daniel Kim, Cello

Dirigent: Paul Goodwin

Alle Konzerte fi nden im

Grazer Stefaniensaal statt

Beginn jeweils 19.45 Uhr

Tel. 0316.825000 • www.recre.at

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An der Struktur unserer Konzertzyklen

wird sich nichts ändern, nicht

einmal die Preise. Die kurzen Konzerteinführungen

vor jeder Vorstellung,

die wir seit der Saison 2010/11

anbieten, sind so gut angenommen

worden, dass wir auch damit weitermachen

werden, jedoch mit freundlicherer

Beginnzeit um 19.15 Uhr im

Stefaniensaal.

Viel Vorfreude und dann viel Vergnügen

mit der Saison 2011/12.

Mo, 16. & Di, 17. April

EROICA

Beethoven: Ouvertüre zu „Coriolan“, op. 62

Klavierkonzert Nr. 5 in Es, op. 73

Symphonie Nr. 3 in Es, op. 55 „Eroica“

Bernd Glemser, Klavier

Dirigent: Sascha Goetzel

Mo, 28. & Di, 29. Mai

SOMMERNACHTSTRAUM

Schubert: Symphonie Nr. 3 in D, D 200

Mendelssohn:

„Ein Sommernachtstraum“ –

Ouvertüre, op. 21 &

Schauspielmusik, op. 61

HIB.art.chor Liebenau

(Einstudierung: Maria Fürntratt)

Sprecherin: Daniela Fally

Dirigent: Michael Hofstetter

Mo, 11. & Di, 12. Juni

NUEVO MUNDO

Moncayo: Huapango

Ponce: Concierto del Sur

para guitarra y orquesta

Dvo∏ák: Symphonie Nr. 9 in e, op. 95

„Aus der Neuen Welt“

Pablo Sáinz Villegas, Gitarre

Dirigentin: Alondra de la Parra

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