VISIONEN 04 Juni-Juli 2020

VISIONEN.spirit.and.soul

SCHÖNHEIT WIRD DIE
WELT RETTEN
Fjodor Dostojewski

In einer Zeit, in der alles Kopf steht und das „normale“ Leben in den Hintergrund gedrängt wird, klingt dieser Satz fast schon wie Hohn. Weltumspannende Probleme bringen unterschiedlichste Lösungsansätze hervor, aber Schönheit als Weltretter? Fehlanzeige! Das Anschauen der fotogenen Social-Media-Glitzer-Welt, die immer schöner, ja künstlicher als die Realität scheinen möchte, hilft auch nicht wirklich weiter, denn diese konstruierte Schönheit dürfte bei tieferer Betrachtung
nicht ausreichen, um diesen Planeten zu retten.
Lasst uns dem Heute und dem Morgen mit Zuversicht, Vertrauen, innerer Stärke und Schönheit begegnen!
Eure Visionäre

visionen.com ISSN 1434-1921 | E08273 € 5,90 DEUTSCHLAND | A: € 6,50 | CH: SFR. 9,00 | L: € 6,90

SPIRIT& SOUL

JUNI / JULI 2020

GLÜCKLICH

WIE BUDDHA

EINFACH SCHÖN

Nur mit Krise

WANDERN

MIT GEIST UND

SEELE

Was Tomaten wollen

ESSEN FÜR DIE

ZUKUNFT

Hier wächst

Zuversicht



EDITORIAL

LIEBE

LESERINNEN

UND LESER,

SCHÖNHEIT WIRD DIE

WELT RETTEN

Fjodor Dostojewski

Aber in dem Begriff Schönheit verbirgt

sich viel mehr, man verbindet mit ihm die

Dimensionen der Ethik und des Geistes. So

ist es diese Schönheit, die die Liebe hervorruft

und uns den anderen als liebenswert

erscheinen lässt. Der heilige Franziskus

erkannte in der Schönheit der Geschöpfe

den Allerhöchsten. Sie ist in der Tat die

einzigartige Widerspiegelung Gottes in

unserer Seele, die aus uns hervorstrahlt.

Dieser Glanz hat ein anziehendes, verbindendes,

ja geradezu leuchtendes Gesicht,

dem keiner sich nicht entziehen kann,

das guttut und das nie vergeht. Mit dieser

Schönheit wird die Welt gerettet werden.

In einer Zeit, in der alles Kopf steht

und das „normale“ Leben in den Hintergrund

gedrängt wird, klingt dieser Satz

fast schon wie Hohn. Weltumspannende

Probleme bringen unterschiedlichste

Lösungsansätze hervor, aber Schönheit als

Weltretter? Fehlanzeige! Das Anschauen

der fotogenen Social-Media-Glitzer-Welt,

die immer schöner, ja künstlicher als die

Realität scheinen möchte, hilft auch nicht

wirklich weiter, denn diese konstruierte

Schönheit dürfte bei tieferer Betrachtung

nicht ausreichen, um diesen Planeten zu

retten.

Lasst uns dem Heute und dem Morgen

mit Zuversicht, Vertrauen, innerer Stärke

und Schönheit begegnen!

Eure Visionäre

3


TITELTHEMA

WO GEHT ES LANG

ZUM GLÜCK?

TIPPS VON BUDDHA

26

VISIONÄR:

GEMEINSAME

WALDGÄRTEN

ANLEGEN

102

ZERO WASTE: ALLES WAS

WÄCHST IST KOSTBAR

80

TITELTHEMA

WEISHEIT

DAS INNERE – QUELLE

DER WEISHEIT

WISDOM MEDITATION

Bernd Kolb

12

DIE KRAFT DES GLAUBENS

NEUE WEGE, NEUE WELTEN

Sophia Matteo

20

GLÜCKLICH WIE

BUDDHA

Soami Divyanand

26

EINFACH SCHÖN IST …

LEBENDIG SEIN

30

HAIKU – KLEINES GEDICHT,

GROSSE WIRKUNG

Christian Salvesen

42

MENSCHEN MIT VISIONEN

MILAD KARIMI

112

INSPIRATION

VOM GLAMOUR DER TIERE

EINE SELBSTBEGEGNUNG

Christian Stahlhut

36

FÜHRUNG AUS DER SEELE

Dieter Bulach

48

VOM REGEN INS LICHT

EMOTIONALE HEILUNG MIT

DER RAIN-METHODE

Martina Pahr

50

NUNCHI – DIE GEHEIME

SUPERKRAFT DER

KOREANER

TIna Engler

56

KRISEN ALS CHANCE

BEGREIFEN

Claudia Hötzendorfer

62

INNERE STÄRKE – AUCH IN

KRISENZEITEN

Axel Burkart

66

„ES IST SO EINFACH,

GLÜCKLICH ZU SEIN“

GABI RÖHRL AUF DEM

CAMINO – EIN FILM ÜBER

DEN JAKOBSWEG

Claudia Hötzendorfer

92

4


RAIN:

AUS SCHMERZ

WIRD LICHT

50

LEBENSHÖFE:

ÜBERLEBENSCHANCE

FÜR NUTZTIERE

96

NUNCHI

INTUITION AUF

KOREANISCH

56

WEISHEIT

AUS DER

SEELE

12

TITELTHEMA

WANDERN

MIT GEIST

UND SEELE

86

INHALT

04 / 2020

WOHLFÜHLEN

NACHHALTIGKEIT

YOGA FÜR DEN GUTEN

SCHLAF

Martina Pahr

72

ASTROMEDIZIN

VENUS ZEIGT DIR DEINE

SCHÖNHEIT

Susanne Dinkelmann

76

KOCHEN

ZERO-WASTE:

ESSEN FÜR DIE

ZUKUNFT

MIT FREUDE, FREUNDEN

UND DER ERDE

80

WANDERN –

SCHRITT FÜR

SCHRITT ZUM

EIGENEN SELBST

Martina Pahr

86

LEBENSHÖFE – EINE

CHANCE FÜR NUTZTIERE

HOF BUTENLAND

Claudia Hötzendorfer

96

URBANE WALDGÄRTEN

EIN NEUES MODELL MACHT

SCHULE

Martina Pahr

102

IMMER IN VISIONEN

Editorial, 3

Augenblicke, 6

Kurz & Visionär im April, 18

Poesie, 46

Veranstaltungen & Termine, 114

Kleinanzeigen, 110

Zu guter Letzt, 117

Vorschau & Impressum, 118

5


Wer nicht

an sich selbst

glaubt, kann

nicht an Gott

glauben.

SWAMI VIVEKANANDA

Hier wächst Zuversicht.

6


AUGENBLICKE

7


INNERE STÄRKE

DAS

INNERE

DER LOTUS

WÄCHST VON

INNEN NACH

AUSSEN

Von Bernd Kolb

12


WEISHEIT

Eintauchen in das eigene

Innere, was ist damit gemeint?

Und was wird man dort, jenseits

des Denkens, finden?

Die indischen Veden sind die ältesten dokumentierten

Weisheitslehren der Menschheit, in denen die

Geheimnisse und Erkenntnisse der indischen Mystiker

über das „wahre Selbst“ (atman) in Form von poetischen

Texten, Gleichnissen und Gesängen verewigt

sind. Sie umfassen mehr als 30.000 Seiten Text. Daraus

hat man mit den sog. „Mahavakyas“, den „großen

(maha) Sätzen (vakyas)“, die wichtigsten aller darin

enthaltenen Erkenntnisse hervorgehoben. Einer dieser

Mahavakyas lautet „Tat tvam asi“, was übersetzt so viel

bedeutet wie: „DAS bist du“.

Die Geschichte dazu geht so: Uddalaka, ein erleuchteter

indischer Meister, hatte einen Sohn, Svetakeku,

dem er von Kindesbeinen an die große Weisheit der

Veden vermittelte. Schon als Kind übte Svetakeku

jeden Tag die Innenschau, die sein Vater ihn lehrte.

Als der Knabe zum Manne reifte, sagte er eines Tages

zu Uddalaka: „Vater, seit ich mich erinnern kann, übe

ich täglich die Meditation. Wieder und wieder habe ich

versucht, in mein Inneres zu schauen, um herauszufinden,

wer und was ich bin. Aber ich habe bis heute noch

keine Antwort gefunden! So sage mir: Wer bin ich?“

Uddalaka, der sich der Wichtigkeit dieser Frage durchaus

bewusst war, besann sich einen Moment, schaute

auf und sprach: „Mein Sohn, siehst du den Feigenbaum

dort drüben? Bringe mir eine Feige.“ Svetakeku brachte

die Feige und legte sie vor sich auf den Tisch. Da

bat ihn sein Vater, die Feige aufzuschneiden und ihm

zu sagen, was er darin sah. „Ich sehe kleine Kerne“,

antwortete der Sohn. „Schneide einen der Kerne auf

und schau hinein – was siehst du?“ Svetakeku schnitt

den Feigenkern auf, sah hinein und sagte: „Da ist

nichts!“ Da lächelte der Vater und sprach: „Dieses

Nichts ist reiner, formloser, lebendiger Geist, den du

nicht mit deinen Sinnen wahrnehmen kannst. Aus

diesem lebendigen Geist erwuchs der Feigenbaum.

Das ist die feinste Essenz alles Lebendigen, aus der

alles entsteht; es ist die Seele des Universums. Das ist

das wahre Selbst, Tat tvam asi, DAS bist du!“

Dieses „Innere“ wird auch in der Bibel, im Lukas-

Evangelium, als das Göttliche in uns beschrieben:

„Als er (Jesus) von den Pharisäern gefragt wurde:

Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen

und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit

äußeren Zeichen; man wird auch nicht sagen: Siehe,

hier!, oder Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist

inwendig in euch.“ (Lukas 17, 20–21) Und im Sufismus,

der Mystik-Lehre des Islam, sagt Rumi: „Es gibt

nichts außerhalb von dir. Schau nach innen, in dir ist

alles, was du dir wünschst. Das, was da ist, bist du.“

Aber was ist das nun genau, was da ist, in unserem

„Inneren“?

13


GRETA

THUNBERG IST

NR 3 AUF

WATKINS-LISTE

Umweltaktivistin Greta

Thunberg rangiert auf

Platz 3 der Watkins-

Liste der 100 spirituell

einflussreichsten lebenden

Menschen 2020. Auf

Platz 1 steht erstmals

seit 2016 wieder der

Dalai Lama, gefolgt von

Papst Franziskus (2).

Auf den Plätzen 4 bis 12

rangieren: Eckhart Tolle,

Oprah Winfrey, Russell

Brand, Thich Nhat Hanh,

Erzbischof Desmond Tutu,

Marianne Williamson,

David Lynch, Paulo Coelho

und Deepak Chopra.

Die Liste der ältesten

esoterischen Buchhandlung

Englands will die Vielfalt

und den positiven Einfluss

heutiger spiritueller Lehrer

aufzeigen. (Foto: commons.

wikimedia.org © European

Union 2020, Greta Thunberg

spricht auf einer Sitzung

des Umweltausschusses des

Europäischen Parlaments

am 3. März 2020)

KURZ &

VISIONÄR

DALAI LAMA:

GLOBALE ANTWORT

AUF COVID-19

Angesichts der

Corona-Pandemie

müsse

die Welt sich für

eine koordinierte

globale Antwort

auf Covid-19

vereinen, forderte

der Dalai Lama

in einer Sonderbotschaft

Anfang

Mai. „Gerade in

Zeiten wie diesen

müssen wir uns

auf das konzentrieren,

was uns als

Teil einer einzigen

Menschheitsfamilie

verbindet.

Dementsprechend

müssen

wir einander mit

Mitgefühl die

Hand reichen. …

Unsere menschliche

Fähigkeit,

vernünftig zu

denken und die

Dinge klar und

realistisch zu

sehen, gibt uns

die Fähigkeit, Not

in eine Chance

zu verwandeln.

Diese Krise und

ihre Folgen sind

eine Warnung,

dass wir nur

durch eine koordinierte,

globale

Reaktion diese

beispiellosen

Herausforderungen

bewältigen

können.“ Info:

de.dalailama.com

LEBENS-

MITTEL

RETTEN,

LEBENSRAUM

BEWAHREN

Laut WWF werden

in Deutschland pro

Jahr rund 18 Mio.

Tonnen Lebensmittel

verschwendet. Würden

wir in Deutschland

alle vermeidbaren

Lebensmittelabfälle

verwerten, statt sie in

den Müll zu werfen,

könnte in Südamerika,

Asien und anderswo

eine landwirtschaftliche

Nutzfläche größer

als Mecklenburg-

Vorpommern eingespart

werden. „Etwa 70 % der

Verluste an biologischer

Vielfalt gehen auf die

Erzeugung von Nahrungsund

Futtermitteln

zurück. Wir können

das ändern, indem wir

unsere Produktionsund

Ernährungsweisen

verändern. Dazu

gehört maßgeblich der

Kampf gegen Lebensmittelverschwendung,

denn bisher landet

buchstäblich wertvoller

Lebensraum in unseren

Abfalltonnen.“

Info: wwf.de

+++ 75 Jahre UNO. Am 26. Juni 1945 wurden die Vereinten Nationen gegr

18


KURZ & VISIONÄR

CONFLICT

FOOD FÜR

FRIEDEN

Seit 2015 reisen die beiden

und suchen nach den

besten landestypischen

Spezialitäten: Safran

aus Afghanistan, Tee

auf Myanmar, Freekeh

aus Palästina… Nach

sorgfältiger Prüfung kauft

ohne Zwischenhändler

bei Kleinbauern und

Kooperativen vor Ort. Die

kulinarischen Köstlichkeiten

werden in Berlin in

Werkstätten für Menschen

mit Behinderung verpackt.

Jeder Packung liegt ein

Heftchen bei, das über den

auch über Geschichte und

Esskultur des jeweiligen

Landes. Darüber hinaus

geht ein Teil des Erlöses an

eine Bildungseinrichtung

im Herkunftsland. Blog/

Shop:

WILLIGIS JÄGER

VERSTORBEN

Der Benediktiner und

Zen-Meister Willigis

Jäger ist am 20. März

kurz nach seinem 95.

Geburtstag gestorben.

Neben Hugo Enomiya-

Lassalle und Thomas

Merton war er einer der

bedeutendsten Vermittler

einer transkonfessionellen

Spiritualität für das 21.

Jahrhundert. Er ergründete

selbst die spirituellen

Schulungswege der

christlichen Kontemplation

sowie des fernöstlichen

Zen und wurde 1996 von

Yamada Ko-Un Roshi als

Zen-Meister bestätigt.

Auf der Basis eigener

Studien verstand er die

Religionen als lediglich

unterschiedliche Wege zur

Annäherung an ein und

dasselbe Göttliche. Dies

Glaubenskongregation

in Rom, die ihn 2002

mit einem Rede- und

Schreibverbot belegte, an

das er sich aus Rücksicht

auf seine Schüler nicht

hielt. 2004 eröffnete

Willigis in Holzkirchen

den „Benediktushof“,

ein überkonfessionelles

„Zentrum für spirituelle

Wege“. 2009 gründete

er seine eigene Zen-

Linie „Leere Wolke“ und

vom chinesischen Chan-

Großmeister Jing Hui im

Bailin-Tempel erneut die

Bestätigung als Zen-

Meister. 2010 gründete er

die Kontemplationslinie

„Wolke des Nichtwissens“.

Mit der Unterstützung

von Weggefährten wurde

2007 die „West-Östliche

Weisheit Willigis Jäger

Stiftung“ gegründet,

mit der Aufgabe, die

zeitgenössische Spiritualität

zu erforschen und zu

fördern und somit sein

Lebenswerk fortzusetzen.

STADT -

BÄUMEN

DURCH DIE

TROCKEN-

HEIT

HELFEN

Der Erhalt von Straßenund

Parkbäumen durch

Städte und Kommunen

ist eine der wichtigsten

Anpassungsmaßnahmen

an die Klimaerwärmung.

Die meisten Bäume in

der Stadt haben jedoch

mit Bodenverdichtung, zu

kleinen Baumscheiben,

Schadstoff belastung und

Trockenheit zu kämpfen.

„Wer dem Stadtbaum

vor der Haustür helfen

möchte, kann die Arbeit

der Kommunen und

Städte beim Gießen

zeitweise unterstützen“,

rät Afra Heil, Expertin

für Stadtnaturschutz bei

BUND. Es empfiehlt sich,

ausgewachsene Bäume

einmal pro Woche mit

acht bis zehn 10-Liter-

Eimern (Regen- oder

Brauch-) Wasser zu

gießen. Mehr Öko-Tipps:

bund.net

ündet +++ 75 Jahre UNO. Am 26. Juni 1945 wurden die Vereinten Nationen gegründet +++ 75 Jahre UNO. Am 26. Juni 1945 wur

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KRAFT DES GLAUBENS

20


WEISHEIT

DIE KRAFT DES

GLAUBENS

WIR LEBEN OHNE ZWEIFEL AN EINEM ETHISCHEN UND

SPIRITUELLEN TIEFPUNKT DER MENSCHHEITSGESCHICHTE. UND

DOCH HABEN ES GERADE SPIRITUELL ERWACHENDE MENSCHEN IN

DER HAND, MIT DER KRAFT DES GLAUBENS FÜR SICH SELBST UND

ANDERE EINE BESSERE ZUKUNFT ZU ERSCHAFFEN.

Von Sophia Matteo

Wer hat ihn nicht gelesen, Yuval Noah

Hararis Bestseller „Eine kurze Geschichte

der Menschheit“? Im Schlusskapitel zeigt

Harari Entwicklungen in Forschung und

Wissenschaft auf, die man für ein SciFi-

Horrorfilm-Szenario halten möchte, die

aber schon längst konkrete Wirklichkeit

sind. So werden z. B. digitale Gehirne mit

Bewusstsein und Gedächtnis entwickelt, aus

denen neue Lebensformen entstehen können,

frei von Emotionen und somit hemmungslos.

Und niemand weiß, wozu diese

fähig sind. Oder Computerprogramme, die

sich eigenständig weiterentwickeln – es

fragt sich nur, wohin. Oder es werden

sogar menschliche Gehirne in Computer

verpflanzt. Dies alles wird initiiert von

Wissenschaftlern, die sich selbst in den

Stand von Göttern erheben – Harari nennt

sie „Dr. Frankensteins“.

Was mag sie antreiben, selbst so jegliche

Hemmung zu verlieren und nichts

mehr als unantastbar oder gar heilig zu

respektieren? Vielleicht die Hoffnung, der

Evolution ein Schnippchen zu schlagen und

Unsterblichkeit oder ein Ewiges Leben zu

erlangen, ohne die Mühsal, dafür das eigene

Bewusstsein zu wandeln und zu transzendieren?

Es wäre wohl eher ein in die Ewigkeit

hinein verlängertes Grauen.

Selbst Harari, der ansonsten recht

hartgesotten erscheint, wirkt in diesem

letzten Kapitel seines Buches mit seinen

Zukunftsaussichten für die Menschheit

erschüttert: „Gibt es etwas Gefährlicheres

als unzufriedene und verantwortungslose

Götter, die nicht wissen, was sie wollen?“ Und

munter drauflos frankensteinen, müsste

man ergänzen.

Verantwortung für sich und die Welt

Es ist inzwischen beim besten Willen

nicht mehr zu übersehen: Wir leben in

einem finsteren Zeitalter, an einem ethischen

und spirituellen Tiefpunkt, im Kali-

Yuga, dem dunkelsten der vier Zeitalter,

die die hinduistische Kosmologie kennt.

Angesichts der oben geschilderten Entwicklungen

tauchen Angst und beklemmende

Fragen auf: Wohin steuert unsere Welt?

Gibt es überhaupt noch eine Rettung für

die immer verwirrtere Menschheit,

die dann fraglos einem Wunder gleichkäme?

Oder haben enthemmte Zauberlehrlinge

nicht schon längst die Macht über die

von ihnen entfesselten Kräfte verloren

und sind dabei, unsere Welt in eine unvorstellbare

Hölle zu verwandeln? Es ist

stets Ausdruck solcher Kräfte, dass sie

eine Untergangsstimmung heraufbeschwören

und jegliche Hoffnung zu unterminieren

versuchen. – Aber, keine Sorge:

Wahre Unsterblichkeit ist an Vergöttlichung

gebunden und davon sind alle Dr.

Frankensteins dieser Welt Lichtjahre weit

entfernt.

21


GLÜCK

Sinn und Ziel

eines spirituellen

Lebens ist

es, dauerhaft

glücklich zu sein.

Alle spirituellen Wege, egal in

welchem Kulturkreis sie entstanden

sind, liefern eine Erklärung für den

Schmerz und das Leid in der Welt und

bieten gleichzeitig eine nachhaltige

Lösung an, einen Weg zur dauerhaften

Befreiung von Leid. Jesus Christus

in der Bergpredigt, Lord Krishna in

der Bhagavadgita, Gautama Buddha

im Dhammapada oder der Prophet

Mohammed im Koran – sie alle

lehren, dass der Mensch durch Verstöße

gegen die Grundregeln des

Lebens sich sein Unglück selbst einbrockt.

Zugleich geben sie konkrete

Hinweise, wie er sich a) durch eine

richtige Sicht auf die Welt und b)

durch eine Verhaltenskorrektur aus

dem Leiden befreien kann.

Dieser glückliche Zustand der

Erlösung oder Befreiung von Leiden

heißt im Buddhismus nirwana (Pali:

nibbanam). „Nirwana“ bedeutet nicht

„Nichts“, sondern das Verlöschen der

unheilsamen und leidverursachenden

geistigen Zustände. „Nirwana ist

das ultimative Glück“, sagt Buddha

(Dhammapada 204), und diesen Nirwana-Zustand

kann prinzipiell jeder zu

Lebzeiten erlangen.

Freude und Glück unterscheiden

Unser ganzes Leben lang haben

wir es in dieser Welt mit vielfältigem

Leiden und Unglück zu tun – von

der Schule über das Berufsleben,

aufgrund von Krankheit, dem Umfeld,

der Lebenssituation, dem Alter, sogar

aufgrund der eigenen Gedanken- und

Gefühlswelt. Sicherlich, zwischendurch

erleben wir Momente und Phasen

des Glücks, die das Leiden kurzfristig

vergessen lassen, die jedoch nicht

von Dauer sind. Wie kommt es, dass

ist?

In dem Moment, da wir unsere

Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand

in dieser Welt richten und daran

wir, zufrieden und glücklich zu sein.

Aber leider sind wir nur so lange

glücklich, wie wir unsere Aufmerksamkeit

auf diesen Gegenstand gerichtet

halten. Sobald unsere Aufmerksamkeit

aus irgendeinem Grund gestört

die Freude gar nicht mehr. Da sich

alles in der materiellen Welt ständig

verändert, ist es für uns Menschen gar

nicht möglich, unsere Aufmerksamkeit

GLÜCKLICH

WIE

BUDDHA

Von Soami Divyanand

26


WEISHEIT

Ohne Weisheit stecken wir

dauernd in Schwierigkeiten

und können deshalb nicht

glücklich sein.

27


GLÜCK

über längere Zeit auf eine bestimmte

Sache zu konzentrieren. Und deshalb

ist immerwährendes Glück in dieser

Welt nicht möglich. Ich möchte hier

betonen, dass das Glück nicht in den

materiellen Dingen liegt, sondern in

der Aufmerksamkeit, die wir auf diese

Dinge richten.

In Zusammenhang mit Glück muss

man zwei Begriffe unterscheiden: Zum

einen gibt es die Freude, die materielle

Dinge der Sinneswelt in uns

auslösen, aber dieses Vergnügen ist

sehr kurzlebig. Das andere ist Wonne,

Glückseligkeit, Glück im eigentlichen

Sinn, das nicht vergeht und sich

nicht verändert. Diese unbegrenzte,

beständige Glückseligkeit kommt von

Gott, dem Über-Selbst. Denn Gott

bzw. das Über-Selbst ist unveränderlich

und von ewiger Dauer.

Es gibt auf dieser Welt unzählige

Faktoren, die unsere Freude stören

können. Oft machen wir uns Illusionen

über die Bedingungen für unser

Glück. Zudem ändern sich unsere

Wünsche und Vorstellungen vom

Glück fortlaufend. So plagen uns

Zweifel und Unsicherheit, weil wir

immer wieder durch neue Überlegungen

und Wünsche gestört werden.

Aber wir wollen doch endgültig glücklich

sein!

Ethisch leben

Das Glück und die Befreiung des

Geistes von Illusion sind ein zentrales

Thema in der Lehre von Lord Buddha.

Im Dhammapada, einer Sammlung

sich wichtige Leitlinien zum Erlangen

von Glückseligkeit (Pali: sukha).

Nehmen wir zum Beispiel Vers

333, dort heißt es an erster Stelle:

„Tugend (sila), die das ganze Leben

lang währt, ist Glückseligkeit...“

Tugenden sind alle jene Haltungen

und ethisch einwandfreien Handlungen,

die uns dem Ziel, unserem

göttlichen Wesenskern, näher bringen:

Güte, Mitgefühl, Freigebigkeit,

Hilfsbereitschaft, Aufrichtigkeit usw.

Tugend der Wahrhaftigkeit ununterbrochen

bis ans Ende unserer Tage,

so erfüllt uns das zunehmend mit

Glück, weil wir unbelastet offen und

ehrlich mit allem umgehen. Alle

Tugenden, die wir kompromisslos

und dauerhaft einhalten, machen uns

glücklich. Wenn man wirklich Glückseligkeit

erfahren will, ist es notwendig,

den spirituellen Weg entschlossen

und beharrlich bis ans Ziel fortzusetzen.

Wer dauernd Kompromisse

eingeht und die Richtung wechselt,

kommt nicht ans Ziel.

Die unveränderliche Glückseligkeit,

die wir auf der Basis von

Tugendhaftigkeit erleben können,

strömt uns von Gott, dem Über-

Selbst, zu. Sie ist eine Ausdrucksform,

eine Emanation des Göttlichen.

Indem wir ohne Unterlass tugendhaft

leben, können wir solche göttliche

Glückseligkeit erfahren. Sie wird aber

getrübt, sobald wir uns aufgrund von

egoistischen Überlegungen gegen

das ethisch richtige Verhalten entscheiden.

Festes Vertrauen

Als zweites sagt Buddha in diesem

Vers: „Festes Vertrauen ist Glückseligkeit…“

Wenn unser Vertrauen

in Gott (das Über-Selbst) felsenfest

und unerschütterlich ist, sind wir

glücklich und nichts kann unser Glück

stören. Mag sein, dass wir zuzeiten in

Schwierigkeiten sind, aber wir lassen

uns davon nicht beirren, sondern sind

zuversichtlich, dass letztendlich alles zu

unserem Wohl aufgehen wird. Dieses

Vertrauen wird genährt und bestärkt,

wenn wir in der Meditation Eingebungen

und Erkenntnisse in Bezug auf

zukünftige und vorangegangene Ereignisse

erhalten; das wiederum festigt

uns in unseren Entscheidungen.

Weisheit erlangen

Als drittes sagt Buddha hier: „Das

Erlangen von Weisheit ist Glückseligkeit…“

Wenn wir Weisheit (Pali: panna,

Sanskrit: prajna) erwerben, empfangen

wir damit auch dauerhaftes Glück.

Weisheit erlangen wir, wenn wir unsere

Aufmerksamkeit in der Meditation nach

innen wenden und mit Gott in Verbindung

treten. Ob von Vertrauen oder

von Weisheit gesprochen wird: Glückseligkeit

hat ihren Ursprung immer in

Gott und wird uns in der Verbindung

mit ihm zuteil. Ohne Weisheit stecken

wir dauernd in Schwierigkeiten und

können deshalb nicht glücklich sein.

Logisches Abwägen, Diskussionen,

Überlegungen, ja unser ganzer Verstandesapparat

führen nur dazu, dass wir in

unseren Entscheidungen unsicher sind

und schwanken. Weisheit hingegen

28


WEISHEIT

ist eindeutig, klar, zuverlässig und

beständig, weil sie von Gott, dem

Über-Selbst, ausgeht.

Weisheit ermöglicht uns auch,

Phasen der Unzufriedenheit und

des Unglücklich-Seins gelassen zu

ertragen dank der Einsicht: Das ist

nur ein Zustand, in dem ich altes

Karma abtragen muss. Und indem wir

karmisch bedingtes Unglück durchstehen,

gewinnen wir unterm Strich

an Glückseligkeit. Das Wichtigste

aber ist, dass Gottes Weisheit uns in

Zeiten der Not führt und leitet. Wir

empfangen sie dann, wenn wir sie am

meisten brauchen. Gottes Weisheit ist

also auch eine Quelle des Glücks.

Nichts Böses tun

Als viertes erklärt Buddha in

diesem Vers: „Nichts Böses (Pali,

Sanskrit: papa) zu tun ist Glückseligkeit.“

Das Wort papa – Böses, Sünde

– bezeichnet nicht bestimmte Dinge,

die uns Freude oder Leid bereiten.

Vielmehr meint es generell alles,

was uns von unserem spirituellen

Ziel – dem Aufgehen in Gott – abhält,

indem es unsere Verstrickung, unser

Anhaften an die Dinge der materiellen

Welt vergrößert. Es mag sein,

dass wir jetzt Freude an einer Sache

haben, aber daraus kann Bindung entstehen,

die nach einer Wiederholung

verlangt, und so jagen wir ständig im

Kreislauf von Freude, Verlangen und

Wunscherfüllung umher.

Wie können wir uns vor dieser

unheilsamen Bindung beim

Handeln hüten? Indem wir unsere

Aufmerksamkeit nicht mit ichhaften

Hoffnungen und Wünschen auf die

Resultate unseres Handelns heften.

Das ist aber nur möglich, wenn wir

unsere Aufmerksamkeit nach innen

lenken und auf Gott hinter dem

Dritten Auge richten. Wir brauchen

dabei nicht in die tiefste Stufe der

Versenkung (samadhi) gehen, sondern

es geht darum, die Aufmerksamkeit

zuerst im Innern zu verankern und sie

dann zu einem Teil (so weit notwendig)

der anstehenden Arbeit zuzuwenden.

Solches Handeln nennt man

neh-karma, Nichthandeln im Handeln,

oder Handeln ohne Ich.

Nun mag jemand denken: Wenn

ich meine Aufmerksamkeit auf Gott

richte, während ich arbeite, könnte

es doch sein, dass ich meine Arbeit

nicht einwandfrei ausführe. Aber

das wird nicht passieren, denn wenn

wir unsere Aufmerksamkeit bei Gott

haben, wird er unsere Handlungen

lenken. Er wird uns so steuern, dass

das Resultat unserer Arbeit in seinen

Augen perfekt ist.

Manche Leute behaupten, dass

Buddha in der Überlieferung niemals

von Meditation spricht. Aber was ist

das dann, wenn er beschreibt, wie wir

Glückseligkeit erlangen – ist das nicht

Meditation? Es ist gar keine Frage,

dass wir meditieren müssen. Meditation,

die Versenkung des individuellen

Geistes in Gott bzw. das Allbewusstsein,

ist auch bei Buddha das zentrale

Fundament des spirituellen Weges.

Ohne Meditation können wir das Ziel

nicht erreichen.

Das Glück in aller Kürze

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit

so auf Gott konzentrieren, werden

wir dank diesem Fundament tugendhaft

handeln, und diese Tugenden

werden uns bis zu unserem Lebensende

begleiten. Die Eingebungen

und Erkenntnisse, die uns von Gott

und machen uns unerschütterlich. Sie

inspirieren und führen uns und vermitteln

uns das rechte Wissen. Wenn wir

im Handeln unsere Aufmerksamkeit

auf Gott gerichtet halten, sind nicht

wir der Handelnde, und wir hängen

nicht am Ergebnis unseres Tuns. Das

Beste, was wir tun können ist, so

lange wie wir in dieser Welt leben,

ständig an Gott, unser Ziel, unsere

Bestimmung zu denken.

Inspiration & Information:

Soami Divyanand:

Spirituelle Unterweisungen (Sandila)

Soami Divyanand (1932 – 2014), Meister des

Surat-Shabd-Yoga, lehrte mehr als 35 Jahre

lang den Pfad des inneren Lichtes und Klangs.

Er ist Veden-Übersetzer und Autor

zahlreicher Bücher.

29


30


WEISHEIT

EINFACH SCHÖN

IST…

…nicht der perfekte Mensch da auf

dem Bildschirm. Einfach schön ist ganz

lebendig sein. Schön fühle ich: in mir,

in diesem Moment, in dieser Situation.

Einfach schön ist, was mich jetzt tief

bewegt – VISIONEN probiert das einfach

mal aus. Zusammen mit dem Jetzt-

Gerald Weischede.

Fotos: Danny Giebe

on Unsplash (li) /

Gerald Weischede (re)

31


GLAMOUR & DÖSEN

VOM

GLAMOUR

DER

TIERE.

EINE SELBST-

BEGEGNUNG

Von

Christian Stahlhut

Mein Freund, der Fotograf, fragte

mich, ob ich ihm assistieren könne.

Bei Porträtaufnahmen. Samstag früh,

6 Uhr 30. Berlin Zoologischer Garten.

Aber stell dich auf eine Diva ein,

sagte er noch. Es wird nicht ganz

einfach werden.

I _ 4 2 _ a 1 2 0 0 _ i d :

36


INSPIRATION

37


HAIKU & ZEN

Der Zen-Buddhismus ist hierzulande bekannt

für langes Stillsitzen und verrückte Geschichten,

wie ein Zen-Meister seine Schüler zum

Erwachen (Satori) bringt. Vor allem in Japan

hat sich allerdings über die Jahrhunderte

eine vielfältige Zen-Kultur entwickelt, in der

es verschiedene Ausrichtungen oder Künste

gibt, zum Beispiel den Weg des Schwertes

(Aikido), den des Pinsels und der Tusche

(Hitsuzendo) oder des Blumensteckens (Kado,

Ikebana). Auch die Dichtkunst ist vom Geist

KLEINES GEDICHT,

STARKE WIRKUNG

Von Christian Salvesen

HAIKU

Ein Haiku ist ein drei

Zeilen kurzes Gedicht. So

knapp es ist, so tief lässt

es sich ausloten.

„Alter, stiller Teich –

Fröschlein springt hinein –

Platsch!“

42


INSPIRATION

-

(Lauteinheiten) als das kürzeste Gedicht

-

foren

und Arbeitskreise, in denen neue Haiku

sogar ins Japanische übersetzt und in Japan

BASHOS

FROSCH

und lehrte andere diese besondere Kunst,

und in eine Sache einzutauchen, bis ihre

als Zen-Meister.

wie Bashos bekanntestes Haiku deutlich

furuike ya

awazu tobikomu

von Einheit in

Ausdruck.

Es gibt etliche deutschsprachige Versionen

dieses Haiku, denn die japanischen Lautfolgen

sind äußerst vieldeutig und deuten

Worten gezeichnete Bild ist eindrucksvoll und

setzung,

die z. B. die Künstlerin Mila Bubliy

(s. u.) verwenden, lautet:

Der alte Teich

Ein Frosch springt hinein

das Geräusch des Wassers

Wir haben hier zunächst drei Vorstellungen

-

der für Lebendigkeit, Bewegung und natür-

genau jetzt.

spielen.

Bashos kleines Gedicht stellt eine

-

hergeholt, hier das Leben selbst abgebildet

eine gewisse Beständigkeit und Zeitlosigkeit

verheißt.

Alter, stiller Teich

Fröschlein springt hinein

Platsch!

43


POESIE

Schicksalstage

Wenn die trüben Tage grauen,

kalt und feindlich blickt die Welt,

findet bald sich dein Vertrauen

ganz auf dich allen gestellt.

Aber in dich selbst verwiesen

aus der alten Freuden Land,

siehst du neuen Paradiesen

deinen Glauben zugewandt.

Als dein Eigenstes erkennst du,

was dir fremd und feind erschienen,

und mit neuem Namen nennst du

dein Geschick und nimmst es hin.

Was dich zu erdrücken drohte,

zeigt sich freundlich, atmet Geist,

ist ein Führer, ist ein Bote,

der dich hoch und höher weist.

Julius Sturm


INSPIRATION


RAIN METHODE

VOM

REGEN

INS

LICHT

Von Tina Engler

Tiefe Heilung durch die

RAIN-Methode erfahren

Meditationslehrerin Tara Brach heilt selbst

ganz einfach zu praktizieren.

50


INSPIRATION

Dein Weg

besteht nicht

darin, nach Liebe

zu suchen, sondern

einfach nur darin,

in dir alle Hindernisse

zu suchen

und zu finden, die

du selbst gegen sie

aufgestellt hast.

(Maulana Rumi)

ausdrücken wollte, habe ich lange

Zeit nicht verstanden. Gedanken

schwer zu differenzieren, innezu-

-

Situationen geraten, die Verärgerung,

-

die ich schwer verarbeiten konnte.

Ich war eine wahre Meisterin darin,

hineinzusteigern, das dann starke,

die schlechte oder bedrückende

-

Ich habe verschiedenste Metho-

liche

Weisheitslehren gelesen und

sicher auch vieles verinnerlicht. Regel-

-

und oft auch gelassener werden

-

-

Statt zur Entspannung zu gelangen,

LEICHTE WERKZEUGE,

DIE HEILEN

in New York stieß ich durch einen

Meditationstrainerin und Psycho-

Alltagssituationen, die irgendwann

-

einen sehr viel tieferen und liebevol-

zu erkennen und heilen zu lassen. Ich

-

okay, sie dürfen da sein, doch sie

HEILEN DURCH

SELBSTFÜRSORGE

sondern auch andere Menschen und

Situationen in ihrer Andersartigkeit

der inneren Wandlung kann jeder

RAIN hilft jedoch nicht nur, heraus-

sondern heilt nach und nach das verletzte

Herz durch pure Selbstliebe und

tiefen Kern des wahrhaftigen Seins,

geschieht.

neu, sondern taucht schon seit Jahrzehnten

auf unterschiedliche Weise

51


NUNCHI

56


INSPIRATION

NUNCHI

Die geheime

Superkraft

der Koreaner

Schnelles Nunchi, Menschen und

Situationen blitzschnell einschätzen zu

können und entsprechend zu handeln,

lernen in Korea schon die Kinder. Wer

es beherrscht, dem erleichtert es das

Leben…

Von Tina Engler

57


KRISE ALS CHANCE

WAS ALS NACHRICHT IN

DEN MEDIEN IM BLOCK

MIT AUSLANDSBERICHTEN

BEGANN, ENTPUPPTE SICH

IN DEN LETZTEN MONATEN

ALS AUSLÖSER FÜR EINE

WELTWEITE KRISE. ROUTINEN

WERDEN DURCHBROCHEN,

SELBSTVERSTÄND-

LICHES ERFÄHRT

BESCHRÄNKUNGEN. DIE

EINSCHNITTE, DIE CORONA

IN ALLEN LEBENSBEREICHEN

HINTERLÄSST, SIND IN

IHREM VOLLEN AUSMASS

NOCH KAUM ZU ERFASSEN.

WAS ALLERDINGS BEREITS

NACH WENIGEN WOCHEN

DEUTLICH WIRD: VIELE

ERLEBEN DIE ERZWUNGENE

ENTSCHLEUNIGUNG ALS

POSITIV UND ENTDECKEN

GANZ NEUE SEITEN AN SICH

ODER IHREN MITMENSCHEN.

62


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66

FREI UND SELBSTBESTIMMT DENKEN

– DIE ANTHROPOSOPHIE HAT

WERTVOLLE TOOLS ZU BIETEN, UM

INNERE STÄRKE ZU ENTWICKELN

UND OHNE ANGST ZU LEBEN.


INSPIRATION

Innere Stärke

auch in

Krisenzeiten

Von Axel Burkart

„Corona-Krise“, ganz aktuell,

Wirtschaftskrise, Bildungskrise,

Finanzkrise, Scheidungskrise – sie

alle gehören zu unserem Leben.

Warum gibt es sie, wozu sind sie

da, wie meistern wir sie, welche

Kräfte brauchen wir dazu, wie

gewinnen wir innere Stärke, sie zu

meistern? Und wie gehen wir mit

unserer Angst um? Das sind die

Fragen, die sich jeder Mensch in

Krisenzeiten stellt. Was können wir

hier in aller Kürze dazu sagen, aus

einem Blickwinkel, den wir den

„anthroposophischen“ nennen?

Zunächst sei in einem Satz gesagt,

was die Anthroposophie ist, die

meist völlig falsch verstanden wird.

Wissenschaft von der

geistigen Welt

So wie es seit etwa 500 Jahren

eine „Naturwissenschaft“ gibt, also

eine verlässliche und systematische

Methode der Wissensgewinnung

und damit Sicherheit in Bezug auf

die materielle, „sinnlich-physische“

Welt, das Wissen über die Natur,

so gibt es seit 120 Jahren eine

echte „Geistwissenschaft“, die

Anthroposophie, also eine verlässliche

und systematische Methode

der Wissensgewinnung und damit

Sicherheit in Bezug auf die geistige

Welt. – Wenn wir „äußere Stärke“

suchen, dann wenden wir uns an

die Naturwissenschaft, die Technik

in der Materie. Wenn wir „innere

Stärke“ suchen, wenden wir uns

logischerweise an das verlässliche

wissenschaftliche Wissen über das

Geistige, oder?

Diese Geisteswissenschaft, die

Wissenschaft von der geistigen Welt,

den geistigen Wesen wie Engeln,

Erzengeln usw., den geistigen

Gesetzen und von unserer Seele

und unserem Geist, wird auch

„Anthroposophie“ genannt, korrekter:

„anthroposophisch orientierte

Geisteswissenschaft“. Der große

und entscheidende Unterschied zu

allen alten spirituellen Lehren und

modernen esoterischen Lehren ist,

dass wir es hier mit einem Wissen aus

einer exakten geistigen Schau zu tun

haben, das zudem in exakte, logisch

und mit dem gesunden Menschenverstand

nachvollziehbare Begriffe

gefasst ist.

Der Begründer dieser neuen

Wissenschaft ist Dr. Rudolf Steiner.

Dass seine Anthroposophie die Kriterien

der Wissenschaftlichkeit erfüllt,

zeigen die Beweise aus der Praxis der

verschiedenen anthroposophischen

Disziplinen: Anthroposophische Medizin,

Biologisch-Dynamischer Landbau

(Demeter), Waldorfpädagogik. Zweifel

grundsätzlicher Art an dieser Wissenschaft

sind daher in keiner Weise

mehr angebracht.

Erforschung von Seele

und Geist

Mit der Geisteswissenschaft

haben wir erstmals auch einen wissenschaftlichen

Zugang in unsere Seele

und unseren Geist. Damit haben

Psychologie und Philosophie ein wirkliches

wissenschaftliches Fundament

bekommen, auf das man verlässlich

bauen kann und auf das wir auch

persönlich vertrauen können. Zudem

haben die alten Religionen ihre

Berechtigung verloren, was ihr Wissen

als Dogma oder auf Autorität gebaute

Offenbarung betrifft. Zu den alten

Heiligen Schriften und Lehren wie

dem Veda, dem Buddhismus, dem

Schamanismus, dem Yoga usw. und zu

den neuen „esoterischen“ Lehren und

Strömungen wie „Channeling“ haben

wir nun ebenfalls eine wissenschaftliche

Basis verfügbar, mit der wir selbst

alle diese Systeme und Methoden auf

ihren Wert hin untersuchen können.

Dazu aber ist es wie in jeder

Wissenschaft notwendig, die Grundlagen

auch zu studieren. Neben den

Originalwerken von Rudolf Steiner hat

die Akademie Zukunft Mensch sich

dieses Wissen in systematischer und

einfacherer Weise als die Originalliteratur

weiterzugeben. Anhand

von diesem Wissen können wir auch

schauen, was uns die Anthroposophie

zu dem Thema „innere Stärke“ bietet.

67


INNERE STÄRKE

Die innere Wirklichkeit

Dazu müssen wir zuerst verstehen,

was unser „Inneres“ in Wirklichkeit

ist und aus welcher Instanz heraus wir

Stärke entwickeln können.

Unsere innere Wirklichkeit besteht

aus mehreren Instanzen, über die

auch in den modernen spirituellen

Richtungen viel geschrieben und

diskutiert wird. Da ist von Ego, Ich,

Höherem Ich, Göttlichem Ich usw.

die Rede, von Seele und Geist,

aber kaum jemand hat korrekte und

konkrete Begriffe dazu – es existiert

eine allgemeine Verwirrung. Das ist

verständlich, weil Klarheit nur durch

eine Wissenschaft kommen kann. Das

war auch mit der „Naturphilosophie“

der Fall, bevor die Naturwissenschaft

entstand. Ebenso ist es heute mit den

zahlreichen spirituellen Lehren, die

nun mit der Geisteswissenschaft ihre

einheitliche Fachsprache bekommen

haben.

Unser Innenleben, unser „Inneres“,

hat als zentralen Kern und

zentrale Führungsinstanz unser „Ich“.

Das ist unser geistiger Wesenskern,

der zugleich göttlich ist und den

höchsten geistigen Sphären angehört.

Unser Ich, also wir selbst in unserem

eigensten Wesen, ist zugleich der

„Gott“ in uns.

Ich habe unser Ich als den

„König“ in unserer Seele, unserem

Königreich bezeichnet. Innere Stärke

können wir nur aus dieser Ebene

heraus gewinnen! Daher besteht der

Weg zu gesundem Selbstvertrauen,

zu seelischer Stärke und Unerschütterlichkeit,

zu Angstfreiheit und innerer

Unsterblichkeit und Unbesiegbarkeit

in der Eroberung unseres Ich, besser:

in der Stärkung unserer Ich-Kraft.

Ich und Seele

Mit unserem Ich leben wir im

„Geisterland“, also in der geistigen

Welt, die seit Urzeiten als die Sphären

der sieben Himmel bezeichnet wird,

weil sie aus sieben geistigen Sphären

besteht. In dieser geistigen Welt leben

wir mit unserem Ich in einem geistigen

Körper, den wir seit den Zeiten des

Veda „Atman“ nennen. Das zusammen

nennen wir unseren „Geist“.

Da existieren wir als „Geistwesen“.

DER WEG ZU

GESUNDEM

SELBSTVER-

TRAUEN UND

SEELISCHER

STÄRKE UND

UNERSCHÜTTER-

LICHKEIT

BESTEHT IN

DER STÄRKUNG

UNSERER

ICH-KRAFT.

Hier müssen wir unterscheiden

zwischen unserem Ich als geistiges

Wesen und unserem „Ich-Bewusstsein“.

Wir sind zu jeder Zeit mit

unserem Ich in der geistigen Welt,

aber derzeit sind wir alle mit unserem

Ich-Bewusstsein in der physischen

Welt. Unser Körper hier gibt uns unser

Bewusstsein. Daher inkarnieren wir

uns in einen physischen Körper.

Unser Innenleben besteht weiterhin

aus unserer „Seele“. Unsere

Seele besitzt auch einen Körper: den

„Astralkörper“. Mit diesem leben

wir in der „Astralwelt“, der „Seelenwelt“.

Hier erleben wir unser Denken,

Fühlen und Wollen, unsere Wünsche,

Begierden usw.

Das Denken muss lenken

Wenn wir uns aus der Seele

alleine treiben und dirigieren lassen,

dann sind wir unfrei. Unser Ich ist

dann nicht der Chef, ist nicht der

König. Hier also müssen wir beginnen,

unsere Stärke zu entwickeln,

indem unser Ich die Herrschaft übernimmt.

Diese Herrschaft kann nur aus

dem Denken kommen, weil wir alleine

in unserem Denken vollbewusst sind,

voll wach. Das Fühlen ist nicht geeignet

als Führungskraft. Das ist eine der

großen Illusionen in der modernen

Esoterik und ist gelenkt von den so

genannten „luziferischen“ Wesen,

die uns über das Gefühlsleben lenken

wollen.

Innere Stärke aus unserem Ich

können wir also nur gewinnen, wenn

wir mit unserem Ich vollbewusst unser

Denken ergreifen. Das ist eine bittere

Pille für all jene, die gerne über das

Fühlen Herrschaft über das Leben

erreichen wollen. Tatsache ist aber,

dass wir über das Denken auch das

Fühlen frei machen und der Herrschaft

unseres Ichs übergeben. Damit

bleibt das Fühlen als der wichtige

Lebensfaktor bestehen, aber es

steuert nicht mehr uns, sondern wir

steuern es. Gefühle haben nicht mehr

uns, sondern wir haben sie und ihre

Qualität steigert sich sogar.

Dasselbe gilt für unser Wollen,

unsere Wünsche und Begierden. Auch

unseren Willen können wir nur über

die Macht unseres Denkens steuern.

68


Kontrolle des Denkens

Um volle innere Stärke zu entwickeln,

ist es notwendig, das Denken

beherrschen zu lernen. Das ist bereits

in einem der wichtigsten Dokumente

der Menschheit beschrieben, dem

Johannes-Evangelium:

„Einmal kommt die Zeit, und sie

ist schon da, dann werden die wahren

Gottesverehrer dem Va

ater mit der

Kraft des Geistes und in der Erkennt-

nis der Wa

ahrheit dienen.“ (Joh. 4,

23-24)

„So ihr bleiben werdet an meiner

Rede, so seid ihr meine rechten

Jünger und werdet die Wa

ahrheit

erkennen, und die Wa

ahrheit wird euch

frei machen.“ (Joh. 8, 32-33)

Hier erkennen wir wahres Christentum

jenseits aller Kirchen und

Konfessionen. Es geht um die Kraft

der Wahrheit, und diese kommt aus

dem Denken. Dazu hat uns Rudolf

Steiner mit seiner „Erkenntniswissen-

schaft“ die Grundlage gegeben,

unser Denken überhaupt bewusst zu

machen und beherrschen zu lernen.

Auch hier hat die Akademie Zukunft

Mensch einen Lehrgang entwickelt,

der erstmals weltweit einen systema-

tischen Zugang zu unserem Denken

und damit zu unserer Freiheit bietet.

Nur über unser freies Denken aus

unserem Ich, dem König unserer

Seele, ist innere Stärke möglich.

Es ist auch der Christus in uns,

der Christus, seine Kraft des „Ich

bin“, das wir über unser freies Denken

entwickeln. Das ist das I.CH. der deut-

schen Sprache, der „Jesus Christus“.

So konkret ist inneres Christentum,

und es hat nichts mit Religion zu tun.

Aus der Anthroposophie heraus

hat uns Rudolf Steiner dann noch

die „6 Nebenübungen“ gegeben,

die erste davon beginnt auch mit

der Kontrolle des Denkens. Und

er zeigt uns auf, dass durch diese

Übungen erst das Herzchakra ent-

wickelt wird! Das ist das Verblüf

ffende:

die Erkenntnis, dass dann auch das

Wahrheitsgefühl in uns, das wir zur

Wahrheitsprüfung benötigen und das

aus dem Herzen kommt, durch das

Denken entwickelt wird!

V S 0 / 0 l y _ 0 5 7 i d 9

Information & Inspiration

Axel Burkart ist Erster Vo

orsitzender

der Rudolf Steiner Gesellschaft e. V.

und Autor mehrerer Bücher über

Rudolf Steiner und Anthroposophie.

Akademie Zukunft Mensch:

akademie-zukunft-mensch.com

Steiner Gesellschaft Bad Reichenhall:

steiner-institut-badreichenhall.de

Buchtipp:

Rudolf Steiner

Die Nebenübungen

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69


JOHANN COMENIUS

WEGBEREITER DES ERWACHENS

DER MENSCHHEIT

Johann Amos Comenius ist

der latinisierte Name von

Jan Ámos Komenský, der

1592 in Mähren, dem heutigen

Tschechien, geboren

wurde. Trotz mehrerer harter

Schicksalsschläge verlor

Comenius zu keiner Zeit

seinen Glauben an die Güte

des Menschen. Er war so

sehr überzeugt von der

grenzenlosen Fassungskraft

des menschlichen Geistes

und der darauf beruhenden

Bildungsfähigkeit, dass er

auf Grund seiner humanis -

tischen Ideale heute als der

geistige Vater der UNESCO

gilt.

Von Alexander Crocoll

Johann Comenius (1592–1670) war

ein Eingeweihter der Pansophie, jener

mit dem Rosenkreuzertum verflochtenen

geistigen Strömung, als deren

Ziel die allumfassende Weisheit gilt.

Kein Wunder, dass man in seinen

Schriften auf Gedanken und Ideen

stößt, die auch in den Manifesten der

Rosenkreuzer vorkommen, nämlich

die Notwendigkeit einer Reform des

gesellschaftlichen, politischen und

religiösen Lebens. Was wäre heute

dringlicher?

Panpedia oder universale

Erziehung aller

Wir wollen, so Comenius, dass alle

Menschen – zusammen oder einzeln,

jung oder alt, reich oder arm, adelig

oder bürgerlich, Mann oder Frau –

die Möglichkeit haben, zu lernen und

sich zu bilden, um dadurch ein vollendetes

Wesen zu werden. Ferner wollen

wir, dass jeder Mensch vollkommen

belehrt und gebildet wird, nicht

nur auf diesem oder jenem Gebiet,

sondern auf allen Gebieten, die es

dem Menschen ermöglichen, sein

wahres Wesen in vollem Umfang zu

verwirklichen: zu lernen, die Wahrheit

zu erkennen, sich nicht durch Fälschungen

täuschen zu lassen, das

Gute zu lieben und vom Schlechten

sich nicht verführen zu lassen, zu tun

was man tun muss und sich vor dem

zu hüten, was vermieden werden

muss; zu lernen, weise zu sprechen

und nicht im Schweigen zu verharren,

und zwar über alles, was notwendig

ist gegenüber jedermann; schließlich

auf immer alle Dinge, alle Menschen

und Gott mit Behutsamkeit und nicht

leichtfertig zu behandeln und nie von

seinem Ziel, dem Glück, abzuweichen.

Dieses Programm soll universal

verwirklicht werden.

Es geht darum, so heißt es in einer

der Schriften der Rosenkreuzer, dass

alle Menschen immer mehr Gott

ähnlich werden, indem sie wahrhaftig

vernünftig, weise, aktiv, unternehmungsfreudig,

ehrlich und redlich,

fromm und heilig und dadurch glücklich

und heiter werden, hier unten

und für die Ewigkeit. Kurzum, es gilt,

70


PORTRAIT

das allerhöchste Gute anzustreben, um sich mit ihm unauflöslich

zu verbinden und so Glückseligkeit zu erlangen. So

zumindest das Ziel.

Und dennoch scheinen sich heute nur wenige um eine

wahrhaft glückliche Zukunft zu kümmern. Jeder scheint

sich im Konflikt mit allen Anderen zu befinden und

dadurch in Gedanken, Worten und Taten im Streit mit sich

selbst. Und dennoch, so Comenius: „Auch wenn man mir

vorwirft, dass wir verdorben sind, antworte ich: Ja, doch

der Neue Adam hat aus uns neue Menschen gemacht. Wir

haben den Auftrag erhalten, wiederherzustellen, was verdorben

war, das brachliegende Feld zu bearbeiten und

keine Dornen treiben zu lassen. Und dies ist das Ziel jeder

Erziehung.“

Lernen, die Vernunft zu gebrauchen

Doch wie ist dieses Ziel zu erlangen? Indem zunächst kein

Mensch mehr wie ein Tier lebt, und indem alle den Vorschriften

der Vernunft folgen, deren Licht jedem Menschen

gegeben wurde. Doch nicht alle verstehen, richtig anzuwenden,

was sie besitzen, wenn man sie es nicht lehrt.

Man muss sie also unterrichten. Sonst wäre es ähnlich

unsinnig, wie einen Acker zu besitzen und brachliegen zu

lassen oder Musikinstrumente zu besitzen, ohne darauf zu

spielen. Wozu diente unsere vernünftige Natur, wenn sie

nicht gebildet würde, der Vernunft zu dienen?

Gott hat bei den Menschen keine Unterschiede vorgenommen,

was die menschliche Essenz anbelangt. Er hat alle

Menschen aus demselben Blut und demselben Stoff

gemacht. Alle haben Anteil am Bild Gottes und sind so

von derselben Form. Alle sind sie Geschöpfe desselben

Schöpfers, und sie haben somit denselben Ursprung. Sie

sind die Erben derselben Ewigkeit, und sie haben alle das

gleiche Ziel.

Vordenker im Zeichen von Kreuz und Rose

Sicherlich war Comenius christlich-religiös geprägt und

doch war er einer der ersten Philosophen, der von einer

universalen Religion sprach, ein Thema, das den Rosenkreuzern

am Herzen liegt. Kein Wunder, war Comenius

doch nicht nur mit dem evangelischen Theologen Johann

Valentin Andreae (1586–1654) befreundet; beide gehörten

der Bruderschaft der Rosenkreuzer an. Die Geisteshaltung

der Rosenkreuzer scheint durch alle Werke Comenius‘,

dessen Herzensangelegenheit die Pädagogik war.

Gott hat bei den Menschen keine

Unterschiede vorgenommen, was

die menschliche Essenz anbelangt.

So entwickelte er die erste systematisch aufgebaute Pädagogik

der Neuzeit auf der Basis der Muttersprache und

entwarf das erste Bilderbuch für Kinder. Comenius war ein

so eigenständiger Denker, dass es ihm gelang, eine umfassende

Weltsicht zu vermitteln, die den Menschen auf

seinen ihm zugestandenen Platz stellt. Sein Werk Pansophia

z. B. ist dabei nicht nur Sammelpunkt seiner Weltansicht,

sondern auch Programm einer Geistesströmung, die

nicht nur auf ein ganzes Jahrhundert prägend wirkte, sondern

bis heute nachhallt. Die Verbindung von Mystik,

Natur und Gotteserkenntnis zeichnen Comenius nicht nur

als Theoretiker aus, sondern auch als Praktiker, dessen Ziel

immer der Mensch war.

Zum Wohl der gesamten Menschheit

Mit der Idee einer Dreigliederung der sozialen Gemeinschaft

auf den Gebieten des Wissens, der Religion und der

Politik wird Comenius seinen Zeitgenossen zu einem weit

vorausschauenden Wegweiser. Mehr als 200 Jahre später

wird Rudolf Steiner die Idee der Dreigliederung wieder

aufgreifen und dessen Name wird heute im Allgemeinen

mit dieser nach wie vor aktuellen Idee verbunden.

So ist Comenius auch mehr als der letzte Bischof der

Böhmisch Mährischen Brüder, der bereits Gedanken einer

Ökumene hegt – die keine Einheitskirche, wohl aber ein

harmonisches Zusammenwirken aller christlichen Kirchen

erstrebt; mehr auch als ein ausgezeichneter Pädagoge, der

sich um Entwicklung und Bildung des Volkes bemüht; und

mehr als ein umsichtiger Politiker, der schon die Erde

künftig als „ein Haus“ vor sich sieht! Er kennt die Mission

seines Lebens und behält unerschrocken das Ziel vor

Augen: Gott zu dienen, den Völkern zum Wohle. So ist er

Priester und Lehrer, Poet und Mystiker und bleibt stets

einer der hervorragenden Erzieher der Menschheit – ein

Seher und Wegbereiter.

Dr. Alexander Crocoll ist seit mehr als 30 Jahren

AMORC-Mitglied und arbeitet heute als Sekretär in der

deutschen AMORC-Zentrale.

amorc.de

facebook.com/AMORC.de

YouTube.com: AMORC Die Rosenkreuzer

71


GUT SCHLAFEN

YOGA FÜR

DEN GESUNDEN

SCHLAF

RUHIGER SCHLAFEN,

SÜSSER AUFWACHEN.

Von Martina Pahr

72


WOHLFÜHLEN

WENN DIE ÜBLICHEN

HAUSMITTEL GEGEN DIE

IMMER HÄUFIGEREN

SCHLAFSTÖRUNGEN NICHT

MEHR WIRKEN, KANN

DIE WEISHEIT DES YOGA

HELFEN.

02:15

Schlaf ist ein eigentümlicher Zustand:

wir imitieren ihn, um ihn anzulocken. Und

lebensnotwendig ist er noch dazu. Nicht von

ungefähr nannte Shakespeare ihn „Bad der

wunden Müh“ und „Balsam kranker Seele“.

Von diesem „nährendsten Gericht beim Fest

des Lebens“ essen wir jede Nacht – die einen

mehr, die anderen weniger. Alles zwischen

viereinhalb und zehn Stunden pro Nacht ist

normal, sechs bis acht Stunden sind optimal.

Wer regelmäßig zu wenig oder schlecht

schläft, hat dagegen schlechte Karten: Chronischer

Schlafmangel ist lebensverkürzend, kann

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes

keiten

und schwächt das Immunsystem. Ganz

abgesehen von den mentalen Folgen: Niedergeschlagenheit,

Gereiztheit, Konzentrationsstörungen,

Gedächtnisprobleme, Burn-out –

bis hin zu Angststörungen und Depressionen.

Ein Forscherteam der Universität Mainz

hat unlängst die Wechselwirkung von

psychischer und physischer Gesundheit und

Schlaf in einer Studie festgestellt: Menschen

mit Schlafproblemen haben mehr seelischen

und körperlichen Stress, während körperliche

Beschwerden und mentale Belastungen ihrerseits

die Qualität des Schlafes vermindern.

Ein Teufelskreis, könnte man meinen, und

tatsächlich nehmen Schlafstörungen aktuell

stark zu: In Deutschland schläft bereits ein

Drittel aller Erwachsenen schlecht ein, kann

nicht durchschlafen und wacht am Morgen

mit dem Gefühl auf, kein Auge zugetan zu

haben. Die Krankenkassen berichten, dass

Schlafstörungen oft unbemerkte Ursache für

Krankheitsausfälle in der Arbeit oder Verkehrsunfälle

sind.

SCHLAF IST

DAS HINEIN-

KRIECHEN DES

MENSCHEN IN

SICH SELBST.

(FRIEDRICH

HEBBEL)

Die konventionelle Medizin behandelt

Schlafstörungen vor allem mit Medikation

und kognitiver Verhaltenstherapie und kann

damit einigen, aber nicht allen Betroffenen

helfen. Mark Stephens ist dagegen überzeugt

davon, dass wirklich jeder Mensch „einen

besseren Schlafzustand und dadurch auch

einen besseren, bewussteren Wachzustand

erreichen“ kann. In seinem jüngsten Buch

erläutert der Yogalehrer und -therapeut, wie

Yoga mit seinem ganzheitlichen Ansatz zu

neuen Lebensgewohnheiten ermuntern und

so die Schlafqualität verbessern kann.

SCHLAF FÜR EIN KLARES

BEWUSSTSEIN

Unser Schlaf-Wach-Muster wird vom

sog. zirkadianen Rhythmus gesteuert, der

bei vielen Lebewesen den Ablauf der biologischen

Prozesse taktet. Bei uns Menschen

bestimmt er Zeitpunkt, Intensität und Dauer

des Schlafes. Dieser lässt sich in REM-Phasen

und Non-REM (NREM)-Phasen einteilen, die

einander abwechseln: beim REM-Schlaf (Rapid

Eye Movement, schnelle Augenbewegung),

wo der Hirnstamm vom Hypothalamus

gesteuert wird, dem Sitz von Gefühlen und

Gedächtnis, träumen wir. Hier kann man im

Hirn Theta-Wellen messen, wie bei der Meditation.

Beim NREM-Schlaf, von dem es vier

Stadien mit unterschiedlicher Schlaftiefe gibt,

schlafen wir dank langsamerer Hirnwellen tief

und erholsam.

„Der Schlaf ist ein Teil des angeborenen

Beharrens darauf, dass das Gehirn genährt

und geordnet wird und sich der Körper auf

das vorbereiten kann, was man im Wachzustand

unternimmt und erlebt“, so Stephens.

Yogis würden sagen: Er verhilft zu einem

Ausgleich der gunas (die Qualitäten rajas,

tamas und sattva, oder Energie, Trägheit und

Harmonie) und einem klareren Bewusstsein.

Deshalb geben Schlafstörungen Hinweise darauf,

dass uns Ausgeglichenheit und Qualität

im Leben fehlen oder aber dass wir ein noch

unbemerktes Gesundheitsproblem haben.

URSACHEN FÜR

SCHLAFSTÖRUNGEN

genheit

zum Schlafen verschafft, aber dennoch

nicht ausreichend Schlaf bekommt, hat

eine Form von Insomnie, egal ob damit eine

andere Erkrankung verbunden ist oder nicht.“

73


ESSEN

ESSEN MIT FREUDE,

FREUNDEN UND DER

ERDE

80


WOHLFÜHLEN

Ausgezeichnet als best ethical Koch beschreibt Tom Hunt in 80 Rezepten,

wie man sich einfach gut ernährt: fair und nachhaltig, pflanzlich und vielfältig.

Essen für die Zukunft heißt sein Kochbuch, und das geht vollwertig und

bewusst, slow und mitfühlend.

Tom Hunt ist 10 Jahre alt, als

seine Familie von der Stadt auf’s

Dorf zieht. Zum eigenen Haus

gehören zwei Ziegen und ein großer

Garten. Tom sorgt jeden Morgen

vor der Schule fürs Ziegenmilch-

Porridge. Dazu bekommt er ein

Stückchen Garten für die erste eigene

Gemüsezucht. Tom lernt, wo Essen

herkommt und wann die Zutaten dafür

reif sind.

Mit 17 klärt sich seine Berufung

zum Koch in einem so guten wie einfachen

Restaurant in Südengland. Tom

kocht sich dann sieben Jahre durch

die ganze Welt, wird Mitarbeiter beim

TV-Koch Hugh Fearnley Whittingstall,

und schließlich ‚Chef’ des Poco, ‚Best

Ethical Restaurant‘ in Bristol. Inzwischen

ist Tom Hunt 35 und sich sicher:

beim Food geht es um’s Ganze, am

bunden

mit höchstem Respekt und

null Abfall.“

40 % aller Lebensmittel landen

im Müll – Tom Hunt veranstaltet

in Bristol ein Forgotten Feast, ein

Festmahl des Vergessenen, für 200

Menschen, komplett zubereitet aus

weggeworfenen Lebensmitteln –

„überschwemmt von Unmengen

an Spenden aus herrlich frischem

Bio-Obst und -Gemüse: aus einem

Obstgarten gerettete Äpfel aus Kent;

unförmiger Blumenkohl von Feldern

aus der Umgebung; sogar perfekt

reife Avocados, die wir gerade noch

abfangen konnten, ehe sie in einem

Mülleimer am New Covent Garden

Market landeten.“

81


ESSEN

Ja, Tom Hunt…

KARAMELLISIERTE

SCHWARZWURZELN

MIT THYMIAN UND

BROMBEEREN

Portionen: 2 – 4

Holunderbeeren, Brombeeren lassen sich leicht

selbst sammeln. Gibt es keine Schwarzwurzeln, nehmen

Sie stattdessen in Stifte geschnittene Pastinaken.

8–12 Zweige Thymian

300 g Schwarzwurzeln, die Schale mit einem Buttermesser abge-

1 Zwiebel, geviertelt

1 Spritzer Ahornsirup oder ein anderes Süßungsmittel

30 g Haselnüsse, zerkleinert

120 g Holunderbeeren und/oder Brombeeren oder 100 g Brombeerkompott

Sauerklee, zum Dekorieren (optional)

Den Ofen auf 180 °C vorheizen.

Den Thymian auf den Boden einer Steingutform oder eines Backblechs

streuen. Die Schwarzwurzeln in 10 cm lange Stücke schneiden

und zusammen mit den Schalotten auf dem Thymian platzieren. Alles

Im Ofen 45 Minuten backen, bis alles goldbraun ist.

Das Gemüse wenden, sodass die karamellisierte Unterseite zum Vorschein

kommt, und die Zitronenschale darüber reiben. Haselnüsse,

Holunderbeeren, Brombeeren oder Brombeerkompott unterheben

und für weitere 4 Minuten in den Ofen schieben.

bestreuen und noch warm in der Form oder auf Tellern servieren.

VIER X SALAT-MIX

GRIECHISCHER SALAT (ABB.): Tomaten,

Optionale Extras: Paprika, Kapern, Labneh

KALIFORNISCHER SALAT: Grünkohl, geriebene

-

Optionale Extras: Sauerteigcroûtons, essbare

Blumen, getrocknete Cranberrys, Kürbiskerne,

Knoblauch etc.

WINTERSALAT

roter Chicorée, Stangensellerie, Rhabarber, Orangen, Rosmarin,

Mein Leben will und braucht

Vielfalt. Je mehr ich das in meiner

Ernährung realisiere, desto lebendiger

und vollwertiger und zufriedener

bin ich. Aufgewachsen in einer Welt,

die Lebensmittel in Supermärkten und

Kaufhausketten bietet, musste ich

weit wegziehen, um die ersten Bioläden

in Berlin Kreuzberg zu erleben.

Das erste Biobrot, das vor allem

dunkel und fest und vom Vorvortag

war – und auch noch teuer. Die vorwurfsvollen

Blicke der Verkäufer, wenn

ich nach frischem Brot fragte. Die

klugen Hinweise, wie gesund altes

Brot sei…

Aber die Bioläden und Biobäcker

und Biomärkte wurden nicht nur in

Berlin Kreuzberg immer vielfältiger

und lebendiger. Heute bietet der

Supermarkt hier im Südschwarzwald

fast so viel Bioprodukte wie

konventionelle. Und mein Lieblingshändler

Mutter stellt seinen kleinen

Lebensmittel-Markt um auf Bio und

Regio und verpackungsfrei. Ich gehe

einkaufen bei ihm mit einem Haufen

leerer kleiner Behälter, stelle sie unter

volle große, und fülle sie mit bestem

Hafer, Reis, Öl, Seife usw. usf.

„Die besten Speisen sind

vital und explosiv. Essen lässt uns

aufseufzen und in pure Freude

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Kochen ist heute vielfältige Kultur,

es verschmelzt die Tiegel der weiten

Küchen-Welt… Das Geheimnis des

Kochens daheim: hochwertige Zutaten

und dann: einfach kochen. Einfach

experimentieren, mit dem, was da ist

und was der Markt gerade hergibt.“

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ARABISCHER SALAT: Gurke, Tomaten, rote Zwiebeln, Minze, Peter-

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WANDERN

Spiritualität ergehen:

Schritt für Schritt

zum eigenen Selbst

Von Martina Pahr

86


INSPIRATION

WANDERN

Bei der Gehmeditation

wie beim Pilgern wird die

Erkenntnis umgesetzt, dass

der Weg das Ziel ist – wortwörtlich.

Doch auch das

„ganz normale“ Wandern

beinhaltet eine spirituelle

Komponente.

Wohin du auch gehst, weiß

das alte Sprichwort, nimmst du

doch immer dich selbst mit. Doch

das – wissen Wandererfahrene – ist

genau das, was uns hilft, nicht nur

in die Ferne oder Höhe zu gelangen

beim Gehen, sondern auch in die

eigene Mitte. Der Weg ist hier das

Ziel, könnte man sagen. Oder aber

auch erkennen, dass es gar keinen

Weg gibt, sondern nur den Akt des

Gehens, wie Joachim-Ernst Berendt

als Naturphilosoph in seinem gleichnamigen

Buch feststellt. So gibt

es auch weder Um- noch Irrwege,

denn jeder Weg, den wir gehen,

Heldenreise, klassischer Topos der

Literatur, lässt Held*innen ins Unbekannte

aufbrechen, wo sie sich gegen

Widrigkeiten behaupten, die eigenen

Schwächen konfrontieren und schließlich

den ultimativen Sieg erringen …

um dann wieder nach Hause zurückzukehren.

Wo sie vielleicht sogar, wie

der Alchemist im Roman von Paulo

Coelho, erkennen, dass sie bereits am

Ziel angekommen waren, bevor sie

überhaupt aufgebrochen sind.

Ein Weg ist nicht unbedingt das,

was man auf der Karte als Plan und

Überlegung vor sich sieht. Er ist auch

mehr als die Summe aller einzelnen

Schritte, die man zurückgelegt hat,

um dorthin zu gelangen, wo man

gerade ist – im Land, im Leben. Er

ist das Gehen selbst. Der Vorgang,

unablässig einen Schritt nach dem

anderen zu setzen, kann uns Einsichten

und Erkenntnisse schenken.

Wandern hat eine Komponente, die

weit über stramme Bewegung an

frischer Luft hinausgeht. Jenseits des

rein Physischen und Mentalen kann es

zum Instrument gelebter Spiritualität

werden.

87


JAKOBSWEG

ES IST SO

EINFACH,

GLÜCKLICH

ZU SEIN

Im Dokumentarfilm „Nur die

Füße tun mir leid“ ist der

Jakobsweg selbst der Hauptdarsteller

Von Claudia Hötzendorfer

Es sollte eine Auszeit sein, raus aus dem Hamsterrad

des Alltags. Gabi Röhrl ging den Jakobsweg und

drehte darüber einen Dokumentarfilm. Das Besondere

daran: Die Gastronomin hatte keine Erfahrung mit

dem Medium Film, aber eine klare Idee: Sie wollte

endlich den Camino selbst in den Fokus stellen. Denn

der, so sagt sie im Gespräch mit VISIONEN, mache die

Begegnungen, Erlebnisse und Ereignisse für die Pilger

erst möglich. Mit „Nur die Füße tun mir leid“ hat Gabi

Röhrl einen der besten Dokumentarfilme über den

Jakobsweg der letzten Jahre ins Kino gebracht.

VISIONEN: „Es ist so einfach glücklich zu

sein“, sagen Sie. Was ist Glück für Sie?

Gabi Röhrl: Freiheit. Das hat viel mit meiner

Kindheit zu tun. Wir sind sehr frei aufgewachsen, mit

der heutigen Zeit kaum vergleichbar. Auf dem Dorf

konnten wir uns den ganzen Tag frei bewegen. Diese

Form der Freiheit habe ich auf dem Camino wieder

erlebt. Man braucht nichts. So wie wir uns als Kinder

mit dem beschäftigt hatten, was es gab und was wir in

der Natur gefunden haben. Als ich nun wieder in der

Natur unterwegs war, habe ich das wiederentdeckt.

92


FILM

Medium Film eine Dokumentation über den Jakobsweg zu drehen.

Es war allerdings nicht von heute auf morgen so. Es

brauchte einige Wochen, um wieder in dieses Gefühl

zurück zu kommen. Zu sagen „Ich bin glücklich“

ist eine Sache. Aber Glück wirklich aus dem Bauch

heraus zu empfinden ist ein so intensives Gefühl, dass

ich heute oft denke, der Begriff wird viel zu schnell

verwendet, wenn nur alles irgendwie passt. Glück zu

empfinden, wirklich von innen heraus, hat für mich

persönlich noch eine ganz andere Dimension. Das

habe ich auf dem Jakobsweg wieder erleben dürfen.

Was gab den Ausschlag, den Jakobsweg

zu gehen?

Der Drang nach Aus- und Rauszeit. Aber auch

die Frage, ob ich es schaffe, 900 Kilometer zu Fuß

zu gehen. Meine erste Wanderung 2011 hatte deshalb

vornehmlich nichts mit religiösen Gründen zu

tun. Ich war als Gastronomin mit 120 Mitarbeitern

über sehr viele Jahre hinweg immer beruflich stark

gefordert. Wir haben immer durchgearbeitet, auch

in den beiden Wintermonaten, denn da standen

nötige Renovierungen an. Die Idee, den Jakobsweg

zu gehen, war schon früh da. Aber ich habe sieben

Jahre gebraucht, bis ich diesen Wunsch wirklich durchsetzen

konnte. Als ich dann unterwegs war, empfand

ich es als befreiend. Ich war endlich raus aus diesem

Hamsterrad und musste mich der Frage stellen: „Gabi,

schaffst du das wirklich, so weit zu Fuß zu gehen?“ Das

war die Herausforderung – und auch der ursprüngliche

Gedanke.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Für das erste Mal 2011 leider zu wenig. Der Weg

hat mich daher extrem gefordert. Ich habe lediglich vor

und nach der Arbeit Wanderungen auf einen kleinen

Berg von rund 80 Höhenmetern gemacht. Dementsprechend

hat mir der Weg physisch wie mental alles

abverlangt. Dem konnte ich nur damit begegnen, dass

ich so lange stehenblieb, bis ich wieder Luft zum Atmen

und die Kraft zum Weitergehen hatte. Ich habe da

auch die Erkenntnis gewonnen, dass ich nicht schnell

an mein Ziel komme. Denn ich bekam eine Knochenhautentzündung.

Ab diesem Zeitpunkt bin ich nur noch

sehr langsam gegangen und habe diese Entschleunigung

ganz bewusst erlebt.

93


LEBENSHÖFE

LEBENSHÖFE GEBEN

Tierschutz – da denken viele

gleich an Hunde und Katzen,

vielleicht noch an Kleintiere

und Pferde. Doch auch

Kühe, Schweine oder Ziegen

brauchen Menschen, die sie

human behandeln und vor

dem Grauen im Schlachthof

bewahren. In Deutschland

nehmen sich Lebenshöfe

wie Butenland Nutztieren

an, die dort oft zum ersten

Mal überhaupt eine Weide

kennen lernen.

96


NACHHALTIGKEIT

NUTZTIEREN EINE CHANCE

Bilder 1-2

Von Claudia Hötzendorfer

Genüsslich brummelt die Kuh vor sich

hin. Sie genießt es sichtlich, von Karin

Mück gestreichelt zu werden.

So sieht es aus, wenn sich ein Borstenvieh

„sauwohl“ fühlt.

Genüsslich brummelt die Kuh vor sich hin, streckt

ihren Hals in die Höhe, damit sie auch an den Stellen

gekrault werden kann, die sie selbst nicht erreicht.

Mensch und Tier stehen dabei auf einer saftigen Weide

und genießen die Nähe. Eine Szene, die so manchem im

Kinosaal die Tränen in die Augen treibt. Auf der Leinwand

läuft ein Dokumentarfilm über ein ganz besonderes

Projekt: Butenland, ein Gnadenhof für Nutztiere.

Obwohl: „Gnadenhof“ ist ein Begriff, den engagierte

Betreiber von solchen Refugien nicht so gerne verwenden.

Sie sprechen lieber von „Lebenshöfen“.

Anders als Haustiere, haben Nutztiere kaum eine

Lobby. Viele Menschen sind mittlerweile im Tierschutz

für Hunde, Katzen und Kleintiere aktiv. Manche auch

für Pferde. Doch Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe oder

Federvieh haben es schwer, die gleiche Aufmerksamkeit

zu bekommen. Im Bewusstsein der Gesellschaft sind

sie die Unsichtbaren, die in Ställen und Mastbetrieben

auf einen möglichst hohen Ertrag hin gehalten und

dann, wenn sie die Leistung nicht mehr erbringen

können, geschlachtet werden. Lebenshöfe wie das im

Niedersächsischen gelegene Butenland übernehmen

Nutztiere, die sonst entweder auf dem Teller gelandet

oder aus verschiedensten Gründen eingeschläfert worden

wären. Sie kommen oft in einem sehr schlechten

körperlichen und seelischen Zustand auf dem Hof an.

Dort steht jenseits aller wirtschaftlichen Interessen

allein ihr Wohl im Mittelpunkt.

Keine leichte Aufgabe, wie die Gründer Jan Gerdes

und Karin Mück berichten. „Es geht schon mit den

jährlichen Impfungen los“, lässt Tierschützerin Karin

Mück in den Hofalltag blicken. Für Nutztiere gibt es

keine Tierkliniken wie beispielsweise für Pferde. Die

Impfprozedur bedeutet für die Rinder extremen Stress,

denn sie müssen dafür einzeln in ein Gatter getrieben

werden. Für die Mitarbeiter auf dem Hof, jedes Mal

eine emotionale Herausforderung. „Das Veterinäramt

schreibt diese jährliche Impfung leider vor. Führen

wir sie nicht durch, wird uns der Status als Lebenshof

aberkannt“, erklärt der ehemalige Bio-Bauer Jan Gerdes

den Zuschauern im Kinosaal.

97


URBANE WALDGÄRTEN

URBANE

WALDGÄRTEN

„VIEL BEOBACHTENDE INTERAKTION

MIT DER NATUR“

102


NACHHALTIGKEIT

Das Konzept der urbanen

Waldgärten ist in Deutschland

brandneu. Dr. Jennifer Schulz über

das Potential dieser auf Dauer

angelegten Form des „Urban

Gardening“.

von Martina Pahr

Im Parterre des Waldgartens: Beerensträucher,

Wildgemüse und Kräuter.

Raum in den Großstädten ist heiß

umkämpft: Wohnungsnot, Umweltfragen wie

Klimaanpassung, Artenschutz und der Erhalt

qualität

der Menschen sind einige der vielen

Ansprüche an innerstädtische Flächen. Neue

Möglichkeiten der Nutzung und Mitgestaltung

ning“

zum Trend gemacht. Beim hierzulande

gärten

handelt es sich um eine neue multifunktionale

Form dessen, die es ermöglicht,

Arten mit unterschiedlichen Wuchsformen) in

waldartiger Struktur, nämlich in mehreren ein-

in der Höhe, Gemüse und Kräuter auf dem

Boden, Beerensträucher dazwischen.

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THEMA INSPIRATION

Ahmad Milad Karimi ist ein

aus Afghanistan, gestrandet

in einem Containerlager. In

Ahmad Milad Karimi ist

MENSCHEN MIT

VISIONEN

MILAD

KARIMI

Welchen Beruf haben Sie gelernt?

Keinen ‚richtigen‘. Aber dafür:

Fragen und Denken. Das bringt das

Studium der Philosophie mit sich:

Gedanken nicht zu verlassen. Und

doch, in Indien, im Rahmen meines

Auslandstudiums habe ich gelernt,

das Denken sein zu lassen: nicht

denken, sondern gedenken; Denken

und Gedenken sind sich nahe. Und

dann das Fragen: Wer fragt, hat

keinen Beruf, weil er keinen Beruf

sucht, sondern eine Berufung.

In welchem Bereich sind Sie derzeit

tätig? Heute denke ich leise,

wenn ich schreibe und denke laut,

wenn ich lehre – als Professor für

islamische Philosophie und Mystik

an der Westfälischen Wilhelms

Universität Münster.

Was möchten Sie sein? Sein, wie

ich war, bevor ich war.

112


SPIRITUELLER FRAGEBOGEN RUBRIK

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Frisches Brot, das die Hände nicht

halten können, weil es so heiß ist.

Sind Sie Vegetarier? Flexitarier?

Veganer? Flexitarier

Welche drei menschlichen bzw.

spirituellen Werte sind Ihnen

wichtig? Geduld, Geduld mit der

Geduld, Geduld mit der Ungeduld.

Was ist Ihr Traum vom Glück?

Denken, was ungedacht ist. Tun,

was keiner getan hat. Sagen, was

keiner sich traut. Aufstehen, wenn

andere schlafen. Stehen, wenn

andere sitzen. Laufen, wenn andere

gehen. Mich niederwerfen, wenn

niemand sich beugen will.

Was wäre für Sie das größte

Unglück? Wenn meinen Kindern

Ungerechtigkeit widerfährt,

wenn sie nicht sein können, was

sie begehren. Aber ich habe kein

Unglück, es sind immer die anderen,

um die sich mein Glück dreht.

Was bereitet Ihnen Bedenken oder

Sorgen in Bezug auf den Planeten

Erde oder die Menschheit? Die

Unachtsamkeit, die Endlichkeit

der Ressourcen zu ignorieren. So

zu leben, als würde alles selbstverständlich

und ewig sein, schnelllebig

und bequem.

Sind Sie karitativ oder ehrenamtlich

engagiert? Wenn ja, wie bzw.

wo? Wäre ich derart aktiv, dann

wäre ich vergesslich genug, es nicht

aufzulisten.

Wann bzw. in welchem Alter

haben Sie angefangen, sich für

Spiritualität zu interessieren? Im

Alter von dreizehn auf der Flucht

aus Afghanistan, in einer Zeit, in

der alles verloren schien, die Hoffnung

auf eine erfüllte Zukunft wie

eine Illusion wirkte, begann ich zu

beten; nicht deshalb, damit meine

Wünsche in Erfüllung gehen sollen,

sondern damit sich meine Wünsche

verändern.

Meditieren Sie? Wie? Seit wann?

Ja, indem ich nach dem muslimischen

rituellen Gebet, das ich

nach Möglichkeit fünfmal am Tag

vollführe, für einen Augenblick oder

mehrere Augenblicke still sitzen

bleibe, nichts sage, nichts anblicke,

nichts höre, nichts will. Es soll das

größte Gebet im Islam sein: zu

schweigen.

Was ist „Gott“ für Sie? Sehnsucht.

Die Frage meines Lebens.

Sehnsucht. Die Unruhe in mir, die

mir den Schlaf raubt, aber dann

plötzlich zur Ruhe kommt beim

Betrachten einer Kleinigkeit, einer

Spinne, die ein Haus errichtet aus

Fäden, die so leicht zerstörbar sind,

aus Hoffnung, die immer wieder

und immer neu baut, die sich nicht

aufhalten lässt.

Wie möchten Sie sterben?

In den Armen meines Sohnes, während

er mir die 36. Sure des Korans

vorträgt: „…Wahrlich, Wir beleben

die Toten …“

Und dann? Erwachen. Nicht mehr

sterben. Geworden zu sein, wie ich

war, bevor ich war. Eins sein, vergangen

sein.

Was ist Ihre größte Schwäche

bzw. Ihr größter Fehler? Ich halte

viel von mir, hänge jetzt Bilder auf,

die ich male, veröffentliche jedes

Gedicht, das ich schreibe, finde

mich einfach nur großartig.

Was ist Ihre Strategie dagegen?

Ich male immer mehr, schreibe

immer mehr Gedichte…

Was machen Sie in Ihren Mußestunden?

Ich sehe leidenschaftlich

gerne Mafiaserien, Qualitätsserien,

lasse mich verführen von Personen,

die es nicht geben kann und doch

gibt.

Welche Vision haben Sie für die

nächsten zehn Jahre? Mich für

mehr Spiritualität einsetzen – vor

allem im Kontext des Islam. Mehr

Spiritualität bedeutet: mehr von

weniger. Mehr an Frieden, Genügsamkeit,

Dankbarkeit, mehr Stille

– weniger schreiben, langsamer

lesen, weniger sagen – mehr hören.

Menschen suchen und eine Stimme

geben, die Visionen haben, die mehr

sehen als das Sichtbare.

Was sind für Sie die wichtigsten

Projekte für dieses Jahr? Mit

meiner Tochter Rumi-Gedichte auf

Persisch vortragen, mit meinem

Sohn einen japanischen Bonsai

einpflanzen und pflegen, ein Buch

über das Böse schreiben, aber vor

allem: einsamer und ärmer werden

als letztes Jahr.

VISIONEN

113


VERANSTALTUNGEN 2020

BIS AUF WEITERES

LIVE ONLINE SEMINARE BEI YOGA VIDYA!

Zuhause übt es sich viel besser. Mit Live Online-Seminaren, Workshops sowie Ausund

Fortbildungen kommt Yoga Vidya in die Wohnzimmer derer, die sich entspannen,

bewegen und dazulernen wollen. Auf www.yoga-vidya.de/seminare/ort/liveonline/

gibt es für einen guten Start in den Tag ein breites Spektrum zur Auswahl.

Und das Schöne dabei: „Der Funke springt auch online über!“ – so eine Teilnehmerin.

Von Koch-, Yoga-, Meditations- und Entspannungskursen über vierwöchige Ausbildungen

bis hin zu Yoga-Philosophie- und Sanskritseminaren gibt es alles online,

und das zum halben Preis! Kostenlose Yogastunden, Vorträge, Meditationen, Satsang

und Mantrakonzerte stehen ebenfalls zur Verfügung. Auf Youtube sind die

Videos für eine spätere Teilnahme verfügbar. Bei körperlichen oder psychischen Beschwerden können sich Interessierte an die „Yogatherapeutische

Online-Beratung” wenden. Terminvereinbarung unter: yogatherapie@yoga-vidya.de & psychologische-yogatherapie@yogavidya.de

AB JUNI 2021

RELIGIONEN BEGEGNEN – SPIRITUALITÄT VERTIEFEN

Begegnung und Zusammenarbeit mit Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen gehören zu unserem

Alltag – sei es in der Bildung, in der Seelsorge, in der Sozialarbeit oder im privaten Bereich. Religionen zu

begegnen und die eigene Spiritualität zu vertiefen kann dabei ein sehr bereichernder Prozess sein. Genau dies

ermöglicht der Lehrgang „Spirituelle Theologie im interreligiösen Prozess“, den das Lassalle-Haus in Zusammenarbeit

mit der Universität Salzburg und dem Romero-Haus/Comundo von 2021 – 2024 anbietet. Er ermöglicht

den Teilnehmenden, mit Tiefgang und Weitblick ihre spirituellen Wurzeln zu stärken und in den Dialog mit

anderen religiösen Traditionen zu treten. Informationsabende am 26.06. in Zürich und 23.10. in Bern.

Alle Infos auf www.lassalle-haus.org/spirituelle-theologie

FR – SO 12. – 14.06.

WELCHER PERSÖNLICHKEITSTYP BIST DU?

Entdecke deine eigene Chakra-Persönlichkeit mit Shai Tubali! Er kombiniert

Psychologie, Philosophie, yogische Traditionen sowie östliche Ansätze und

Übungen zu äußerst kraftvollen, effektiven und integralen Prozessen innerer

Transformation. Sein System der Persönlichkeitstypen ist eine Weiterentwicklung

grundlegender Prinzipien der Yoga-Lehren. Die Erkenntnis, von welchen

Chakren das Leben geleitet wird, dient der Potentialentfaltung und unterstützt

uns, die richtigen Entscheidungen in der Karriereplanung, im Lebensstil und in

Beziehungen zu treffen. Shai Tubali gilt als Experte im Bereich der Selbstentwicklung

und des Selbst-Empowerments. Seit 2012 lebt er in Berlin, wo er das

„Human Greatness Center“ leitet. Ab 04. – 06.09. startet er die „Schule der

Meditation“, eine 8-teilige Workshopreihe. Termine in Frankfurt a.M.: Erlebnisabend

12.06.; Workshop 13./14.06. Infos & Anmeldung auf www.frankfurterring.de

oder Tel. 069–51 15 55

DO – SO 20. – 23.08.

ONE SPIRIT FESTIVAL IN FREUDENSTADT

Das Festival wartet mit der aktiven Aufarbeitung und inspirierenden

Visionen zum Bewusstseinswandel rund um die

Corona-Krise auf. Unter dem Motto „Die Resonanz von Licht

und Liebe“ öffnet das Festival ein intensives Begegnungsund

Energiefeld, an dem SEOM, Satyaa & Pari, Rowenna,

Muni, Andreé Nama’Him u.v.a. mitwirken werden. Eine Ausstellung, Vorträge, Tanz und Konzerte runden das Festival in einer harmonischen

Atmosphäre ab. Veranstaltungsort: Kur- und Kongresshaus in Freudenstadt (Nord-Schwarzwald).

Mehr Infos & kostenloses Programm-Magazin auf www.one-spirit-festival.de

SA – SO 05. – 06.09.

AKASHA CONGRESS BACK2HEALTH IN KÖLN /

BERGHEIM

In spannenden Zeiten des ständigen Wandels, mit großen Herausforderungen

an jeden Einzelnen wird auch das körperliche und emotionale

Gleichgewicht gefordert. Viele fragen sich, wie man den wachsenden

Belastungen aus den Bereichen Umwelt und Nahrungsmittel zeitgemäß

und wirkungsvoll begegnen kann. Der Congress widmet sich diesen Fragen.

Ziel ist es, eine Brücke zwischen altem Wissen und neuen Ansätzen

auf den Gebieten der Ernährung, des Gesundheitswesens und der Bewusstseinsentwicklung zu bauen. Dabei werden komplementäre Techniken,

Mittel und Methoden in einem interaktiven Erlebnis-Event vorgestellt. Top-Referenten wie Dr. med. Dietrich Klinghard, Lothar Hinreise,

Dr. Dominik Nischwitz, Thornton Streeter DSC. u.v.m. stehen auch für persönliche Gespräche zur Verfügung. Geboten werden nicht nur

hochaktuelle Vorträge, sondern auch interaktive Workshops, Live-Experimente und Ministudien.

Weitere Infos & Tickets auf www.akasha-congress.com

114


VERANSTALTUNGEN 2020

SA – SO 05. – 06.09.

WELT IM WANDEL-KONGRESS IN WÜRZBURG

Nach dem fast ausverkauften „Welt im Wandel“-Kongress 2019 können

sich die Teilnehmer wieder auf etwas ganz Besonderes freuen! Beim

Mega-Event im Congress Centrum Würzburg sind folgende Top-Referenten

mit dabei: Dr. Ruediger Dahlke, Dieter Broers, Andy Schwab, Alexander

Kalen, Roberto Martinez, Jana Haas, Thomas Young, Sabine Linek,

Dr. Markus Strauss, Dr. Ulrich Bauhofer, Dr. med. Milan Meder, Horst

Vogel, Helena Paulus und Dr. Matthias Wittfoth. Neben den Bühnenauftritten

–Vorträgen und Interviews – werden parallel auch Seminare und

Workshops einzelner Referenten angeboten. Im Foyer des Congress

Centrums findet eine Messe mit Ausstellern statt, wo es u.a. Büchertische

mit Signierstunden u.v.m. gibt. Freuen Sie sich auf das 2-tägige Kongress-Highlight

mit 15 Top-Referenten. Die 2-Tages-Tickets zum Vorverkaufspreis

von 129.– € sind nur solange der Vorrat reicht erhältlich.

Infos & Tickets auf www.welt-im-wandel.tv

FR – SO 09. – 11.10.

18. DGH-KONGRESS IN ROTENBURG A.D. FULDA

25 Jahre Dachverband Geistiges Heilen! Zur Spirituellen

Einkehr lädt auch im Jubiläumsjahr der DGH e.V. alle Interessierten

zu 50 Vorträgen, Workshops und Veranstaltungen

nach Rotenburg ein. Highlights werden u.a. sein:

beim Konzert und Mantra-Mitsing-Abend „Seelennahrung

pur!“ öffnet der Musiker, spirituelle Lehrer und Heiler

Lex van Someren mit seinem intuitiven Gesang den

Zugang zu höheren Dimensionen; ein besonderes Erlebnis

auch die „Healing Performance“ der Profi-Tänzerin

und Schamanin Jessica Sánchez-Palencia; unnachahmlich

Graziella Schmidts Heilungs-Workshop „Im Herzen berührt“ und faszinierende „Prophezeiungen der Kristallschädel“ mit Kristallhüter Thomas

Ritter. Neu: Kostenfreie Heilbehandlungen für Kongressbesucher in voller Länge!

Alle Infos auf www.dgh-ev.de, Tickets unter www.shop.dgh-ev.de (vergünstigter Vorverkauf bis zum 15.08.)

(Foto: Lex van Someren2 (c) privat)

one spirit festival

20.-23.8.2020 Freudenstadt

100 Vorträge & Workshops

zu spirituellen und

ganzheitlichen Themen

16 Konzerte - 60 Aussteller

Heilung, Tanz, Singen

Meditation, Satsang, Yoga

Diskussion, Stille, Chillen

Das ganze Programm auf

one-spirit-festival.de

Das One Spirit Multimedia Magazin

erscheint vierteljährlich

gratis auf www.onespirit.de

Einmalig unsere gratis Ausgabe

anfordern bei: one@onespirit.de

56

Seiten

gratis

The Resonance of Love and Light


BÜCHER

BÜCHER ZUM THEMA…

AUSGEWÄHLT ZUR INSPIRATION!

Die Kunst, das

Leben anzu -

nehmen

Oft stoßen wir im

Alltag an unsere

Grenzen, wenn wir

von der Arbeit

gestresst sind, zu

viele Verpflichtungen

eingehen oder ungeahnte

Schicksalsschläge

das Leben

erschweren. Da verliert

man schnell die

Zuversicht, und Unzufriedenheit

macht

sich breit. Der

bekannte Lebensberater

und Coach Kurt

Tepperwein zeigt,

wie man seinen

Fokus auf die positiven

Aspekte des

Geschehens lenkt

und das Leben so

annehmen kann, wie

es kommt. Denn

auch Hindernisse und

Krisen bringen uns

weiter, wenn wir sie

akzeptieren und aus

ihnen für die Zukunft

lernen.

Unsere Welt neu

denken

Unsere Welt steht an

einem Kipp-Punkt:

Einerseits geht es

uns so gut wie nie,

andererseits zeigen

sich Verwerfungen,

Zerstörung und Krise,

wohin wir sehen. Ob

Umwelt oder Gesellschaft,

unsere Systeme

sind unter

Stress geraten. Wir

ahnen: So wie es ist,

wird und kann es

nicht bleiben. Aber

wie finden wir zu

einer Lebensweise,

die das Wohlergehen

des Planeten mit

dem der Menschheit

versöhnt? Wo liegt

der Weg zwischen

Verbotsregime und

Schuldfragen auf der

einen und Wachstumswahn

und Technikversprechen

auf

der anderen Seite?

Diese Zukunft neu zu

sehen – darin besteht

die Einladung, die

Maja Göpel ausspricht.

Die Nebenübungen

Die so genannten

Nebenübungen sind

von zentraler Bedeutung

für den durch

Rudolf Steiner gegebenen

Erkenntnisweg.

Sie dienen der

Stärkung des Seelenlebens

und sind

Vorbedingung und

Begleitübung für alle,

die eine geistige

Schulung anstreben.

In sechs Stufen lassen

sich Gedankenkontrolle,

Willensinitiative,

Gleichmut,

Positivität, Unbefangenheit

und seelisches

Gleichgewicht

üben. Dies ist ein

Weg der Selbsterkenntnis

und Selbsterziehung,

der sich

als Quelle innerer

Kraft und seelischer

Gesundheit im täglichen

Leben erweist.

Yoga für guten

Schlaf

Rund 40 % der Deutschen

haben regelmäßig

Schlafprobleme.

Schuld daran

sind neben negativen

Umwelteinflüssen wie

Lärm oder Licht auch

mentale und physische

Beschwerden.

Entspannende

Rituale am Abend

können den Schlaf

signifikant verbessern.

Yoga ist dafür

perfekt geeignet,

denn die Kombination

aus Meditation,

Atemübungen und

Asanas beruhigt

Geist und Körper. In

seinem neuen Buch

liefert Yoga-Therapeut

Mark Stephens

vielseitige Sequenzen,

die Schlafstörungen

gezielt entgegenwirken.

Tipps zu

Schlafhygiene, Tagesroutinen

und Ernährung

helfen zusätzlich,

den Schlaf zu

optimieren.

Das Glück des

Gehens

Die erste populärwissenschaftliche

Abhandlung über das

Gehen. So einfach

und doch so befriedigend:

Kaum etwas

bringt uns so schnell

auf andere Gedanken

und befördert das

eigene Wohlbefinden

so problemlos wie

ein Spaziergang. Der

renommierte Neurowissenschaftler

Shane O’Mara ist

selbst leidenschaftlicher

Spaziergänger

und zeigt anschaulich

und unterhaltsam,

warum der aufrechte

Gang entscheidend

für unsere Evolution

war, was sich, während

wir laufen oder

wandern, in unserem

Gehirn und Nervensystem

abspielt und

wie wichtig Gehen

für den sozialen

Zusammenhalt ist.

Kurt Tepperwein: Die

Kunst, das Leben anzunehmen.

Wie Sie wahre

Stärke für die Herausforderungen

des Alltags

gewinnen können.

MVG Verlag, 2020. Softcover,

176 Seiten. ISBN 978-

3-7474-0151-4. Euro 14,99

Maja Göpel: Unsere Welt

neu denken. Eine Einladung.

Ullstein Verlag, 2020.

Hardcover, 208 Seiten.

ISBN 978-3-55020-079-3.

Euro 17,99

Rudolf Steiner: Die

Nebenübungen. Sechs

Schritte zur Selbster -

ziehung. Ausgewählt

und hrsg. v. Ateş Baydur.

Rudolf Steiner Verlag,

2019. Gebunden m.

Lesebändchen, 146

Seiten. ISBN 978-3-7274-

5295-6. Euro 22,80 /

CHF 26,80

Mark Stephens: Yoga für

guten Schlaf. Das Übungsprogramm

auf Basis

neuester Forschung.

Riva Verlag, 2020. Softcover,

320 Seiten. ISBN 978-

3-7423-1184-9. Euro 19,99

Shane O´Mara, Das Glück

des Gehens. Was die

Wissenschaft darüber

weiß und warum es uns so

guttut.

Rowohlt Verlag, 2020.

Hardcover, 256 Seiten.

ISBN 978-3-498-03579-2.

Euro 22,00

116


ZU GUTER LETZT

ZUFRIEDENHEIT IST STIMMIG

Kolumne von Karl Gamper

„Wer nach außen sieht, träumt.

Wer nach innen sieht, erwacht.“

Carl Gustav Jung hat diesen

weisen Satz geprägt und damit

den Weg gezeigt für das, was so

gut wie alle Menschen wollen.

Und was ist das?

Zufriedenheit.

Wahrhaftige, tiefe, satte, stimmige

Zufriedenheit ist niemals

im Außen zu finden. Wer dort

sucht, verliert sich in Milliarden

von Formen. Geht letztlich in die

Irre. Er mag eine momentane

Befriedigung erfahren, ja. Doch

nie und nimmer erblüht aus dem

Wandel und Wechsel der Formen

jenes befreiende Ankommen,

das uns den Segen der

Zufriedenheit schenkt.

DEIN ZENTRUM FINDEN

Dieser Weg ist im Grunde kein

Weg. Sondern? Ein Ankommen.

Wo? In jenem Zentrum, das wir

Quelle nennen können. Oder

das Formlose. Es ist dieser

raumlose Raum, diese paradoxe

Mitte, die Ort und Zeit transzendiert

und sich als das zeigt, was

wir „göttlich“ nennen. Hier sind

alle Wünsche erfüllt. Hier hat

sich aller Aufruhr gesetzt. Hier

sind alle Versprechungen erfüllt.

Daher ist die Bezeichnung „Zentrum“

nur der Finger zum Mond.

Dieses „Zentrum“ ist die Quelle

allen Lebens. Es ist das ortlose,

zeitlose, allgegenwärtige Mysterium.

Nur wenn du dein Zentrum

findest, wirst du zufrieden. Bist

du zufrieden. Das macht klar:

Zufriedenheit ist ein Seinszustand.

Du erblickst ihn, wenn du

nach innen schaust. Jung nennt

diesen Prozess „erwachen“.

Erwachen woraus? Aus dem

Trugbild der Formen, aus den

Fängen nie erlahmender

Begehrlichkeit, aus dem Meer

der Wünsche, die uns immer

weiter und weiter fortführen in

ein letztlich nie erlahmendes

Verlangen.

Viel zu viele Menschen verirren

sich in dieser Konsumwelt, verlieren

ihren inneren Kern und

erleben mit Schrecken, dass sie

die nie erlahmende Anhäufung

von Materie zwar kurzfristig

befriedigt, doch niemals wahrlich

zufrieden macht. Daher ist

die äußere Suche nach Zufriedenheit

ein Irrweg. Das sind

leere Kilometer. Es ist eine vergebene

Liebesmüh.

Selbstverständlich ist es wichtig,

dass wir das anschaffen, was wir

brauchen. Und natürlich darf das

auch schön sein, edel – passend

für uns. Stimmig. Doch dort ist

nicht die Quelle der Zufriedenheit.

STIMMIGKEIT IST

DER GRADMESSER

Die Weisheit unseres Herzens ist

untrüglich. Und unbestechlich.

Wir fühlen genau, was stimmig

ist und was überzogen. Unnütz.

Letztlich ein Ballast, der uns

belastet.

Unser Herz ist wie ein feiner

Seismograph. Wir können uns

darauf verlassen, dass das, was

uns das Herz vermittelt, gut für

uns ist. Ebenso wie das, was sich

unstimmig anfühlt, ein Warnsignal

des Herzens ist.

Stimmigkeit ist ein Feintuning.

Stimmigkeit setzt die Fähigkeit

des Lauschens voraus. Und um

zu lauschen, bedarf es der Stille.

Ohne Stille verlieren wir uns im

Lärm der Formen. Wir verlieren

uns in dem, was C. G. Jung

„träumen“ nennt und die Inder

„Maya“. Maya ist eine Illusion,

wenngleich eine sehr hartnäckige,

um auf Einstein hinzuweisen.

STIMMIGKEIT IST

DER TON DES HERZENS

Diesen Ton fühlen wir. Es ist so

einfach: Fühlt sich etwas stimmig

an – sind wir zufrieden.

Fühlt sich etwas unstimmig an –

sind wir unzufrieden. Daher sind

Zufriedenheit und Stimmigkeit

Geschwister. Zwillinge. Dort, wo

der eine ist, ist auch der andere.

So einfach ist das.

Wenn wir das beachten, leben

wir stimmig. Und sind zufrieden.

Herz, was willst du mehr?

Mögen deine Visionen stimmig

sein und sich erfüllen.

Karl Gamper

www.SignShop.tirol

117


RUEDIGER

DAHLKE –

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WERDEN

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GEHT DAS?

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DIE NÄCHSTE AUSGABE

VON VISIONEN SPIRIT & SOUL

ERSCHEINT

AM 31. JULI 2020

VOR-

SCHAU

Unter anderem

mit diesen Themen:

IMPRESSUM

VISIONEN SPIRIT & SOUL

ISSN 1434-1921

Erscheint 6x im Jahr.

25. Jahrgang / Nr. 4 Juni / Juli 2020

Verleger und Herausgeber

Sandila Import-Export Handels-GmbH,

Sägestraße 37, 79737 Herrischried

Tel. 07764 93970, Fax 07764 939739

(Anschrift von Verleger, Herausgeber,

Redaktion und Anzeigenabteilung)

eMail: info@visionen.com

Online: www.visionen.com

Ansprechpartner in der Redaktion

Herausgeberin und Chefredaktion (verantwortl.):

Gerlinde Glöckner

Redaktion: Inge Hasswani, Frank Schüre (fs)

redaktion@visionen.com

Mitwirkende dieser Ausgabe

Susanne Dinkelmann

Tina Engler

Martina Pahr

Christian Salvesen

Dieter Bulach

Axel Burkart

Bernd Kolb

Sophia Matteo

Christian Stahlhut

Die Redaktion behält sich vor,

eingesandte Texte in Form und Inhalt

dem Stil des Magazins anzupassen.

Marketingkoordination + Anzeigen:

bg medien service, Bernd Glöckner

anzeigen@visionen.com, Tel. 07764 939710

Design & Layout

Kaner Thompson mit Lange + Durach

Freiburg/Köln, kanerthompson.de

Bildnachweis: Nicht im Artikel gekennzeichnete

Bilder stammen von Getty Images

Vertrieb

IPS Pressevertrieb GmbH

Carl-Zeiss-Str. 5, 53340 Meckenheim

Druck & Herstellung

Divyanand Verlags-GmbH, 79737 Herrischried

Druck auf ökologisch zertifiziertem Papier FSC

(Forest Stewardship Council)

Bezugspreise

Einzelheft € 5,90, Jahresabo € 49,00,

inkl. 4 Sonderhefte GOOD LIFE

Probeabo € 10,00

Bankverbindungen

D: Sparkasse Hochrhein IBAN: DE38

6845 2290 0036 0180 18, BIC: SKHRDE6WXXX

A: Deutsche Bank Freiburg IBAN: DE12

6807 0024 0265 7187 00, BIC: DEUTDEDBFRE

CH: Postscheckamt Aarau, Konto 91-286837-7

CH3409000000912868377

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