Amorphe Poly-alpha-olefine und Polyester-Polyole - Evonik Industries

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Amorphe Poly-alpha-olefine und Polyester-Polyole - Evonik Industries

KLEBSTOFFE

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Weiterentwicklung:

APAO’s als reaktives Klebstoffsystem

Neben den rein thermoplastischen APAO’s wurden auch

reaktive Systeme auf Polyolefin-Basis entwickelt. Diese

durch Pfropfung hergestellten silanmodifizierten, feuchtigkeitshärtenden

Polyolefine ermöglichen eine verbesserte

Adhäsion zu polaren Substraten wie Glas und Keramik

aber auch zu unvorbehandeltem Polypropylen. Darüber

hinaus führt die Vernetzung auch zu einer verbesserten

Kohäsion des Klebstoffes. Eine Besonderheit

dieses reaktiven Hotmelts ist die Kennzeichnungsfreiheit.

Da er nicht mit Isocyanaten umgesetzt wird, benötigt

er keine Gefahrstoffkennzeichnung[7].

Aufgrund seiner besonderen Eigenschaften wird dieses

Klebstoffsystem insbesondere empfohlen für Fensterglasabdichtungen

und Solar-Zellen-Verklebungen (polare

Haftung und UV-Stabilität) sowie Autoinnenraumkaschierungen

mit PP (Verklebung von unbehandeltem PP

möglich und Kennzeichnungsfreiheit).

Reaktive PUR-Hotmelts (RHM)

auf Basis von Polyester-Polyolen

Im Gegensatz zu thermoplastischen Hotmelts härten Polyurethan-Schmelzklebstoffe

nach der Abkühlung nachträglich

durch Feuchteinwirkung noch chemisch aus. Es

entsteht ein vernetzter Klebstoff mit hoher thermischer,

mechanischer und chemischer Beständigkeit. Niedrigere

Verarbeitungstemperaturen in Kombination mit einer

ausgezeichneten Kohäsion und Alterungsbeständigkeit

zeichnen reaktive Hotmelts aus[8].

Die Entwicklung des DYNACOLL® 7000-Portfolios[9],

eine Produktreihe von maßgeschneiderten hydroxylgruppenhaltigen

Polyester-Polyolen, hat die Technologie

der einkomponentigen feuchtigkeitshärtenden

Schmelzklebstoffe bereits vor vielen Jahren maßgeblich

beeinflusst. Die nach einem Baukastenprinzip kombi-

nierbaren amorphen, flüssigen und kristallinen mittelmolekularen

Copolyester ermöglichen seitdem zielgenaue

Formulierungen von reaktiven PUR-Hotmelts (RHM)

für die vielfältigen Anwendungen in der Kleb- und

Dichtstoffindustrie.

Wie Abbildung 6 zeigt, führen die amorphen Polyester

zu einer verkürzten offenen Zeit und Abbindezeit, während

die flüssigen Typen die Formulierung hochflexibler

Klebstoffe ermöglichen. Die kristallinen Produkte steuern

das Abbindeverhalten und erhöhen die Kohäsion des

Klebstoffs. Je nach Auswahl und Mischungsverhältnis

von amorphen, flüssigen bzw. kristallinen Typen lassen

sich die Eigenschaften der RHM’s damit gezielt variieren.

Die Produktreihe der DYNACOLL® 7000- Serie umfasst

aktuell mehr als 20 Polyester-Polyole unterschiedlichster

Spezifikationen. Insbesondere die physikalischen

Eigenschaften der Polyester wie Viskositäten,

Schmelzpunkte und Glasübergangstemperaturen bestimmen

dabei wesentlich das Eigenschaftsprofil des formulierten

PUR-Hotmelts. Die Herstellung der feuchtigkeitshärtenden

Schmelzklebstoffe erfolgt in der Schmelze

durch Umsetzung der Polyol-Gemische mit einem

Überschuss an Diisocyanat (in der Regel MDI). Abbildung

7 zeigt beispielhaft die Bandbreite an offenen Zeiten

des RHM’s, aufgeteilt nach Polyester-Gruppen. Zur

Bestimmung der offenen Zeit[10] werden Papierstreifen

in Abhängigkeit von der Zeit auf den Klebstofffilm aufgebracht

und wieder abgezogen, sobald die Oberfläche

klebfrei ist. Die offene Zeit ist der Zeitpunkt, bei dem der

letzte abgezogene Papierstreifen Faserausriss zeigt. Das

Spektrum der offenen Zeiten kann je nach verwendetem

Polyester-Typen von weniger als einer Sekunde bis hin

zu mehreren Stunden reichen.

Die auf Polyester-Polyolen basierten 1K-PUR-Hotmelts

zeichnen sich darüber hinaus durch ein breites Haftungsspektrum

auf vielfältigsten Substraten aus, weshalb sie

Anwendung in den Fügetechniken verschiedenster Industriezweige

ihre Anwendung finden. Liegt der Fokus

W ELT DER F AR B EN 9/2011

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