KMU Wirtschaft 2/2020

vessamedia

Das Magazin der Schweizer KMU's mit Bernhard Bauhofer zum Thema Covid 19 in der Arbeitswelt.

2/2020

Die Wirtschaft nach COVID 19

Ab Seite 4

Vorsorge ist kein Hexenwerk

Ab Seite 20

Cyber Security im Home Office

AB Seite 32


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Liebe Leserinnen, liebe Leser

Langsam bewegen wir uns in Richtung Normalität, doch was ist jetzt noch normal? Werden wir

unser Leben wie früher weiterleben, oder hat sich alles verändert? Tja, das sind alles Fragen

die jeden interessieren. Wenn es um Business Themen geht, werden wir versuchen sie in dieser

Ausgabe zu beantworten. Dafür haben wir mit Herrn Bernhard Bauhofer über sein neues

Buch Corona Lektionen fürs Leben gesprochen. Ausserdem erhielten wir einen Einblick in die

Forschung der COVID 19, das Wettrennen zur Entwicklung eines Impfstoffes ist bereits voll im

Gange. Was dies bedeutet haben wir auch mit Herrn Dr. Axel Müller besprochen, zudem haben

wir interessante Infos zur zukünftigen Arbeitswelt erhalten. Ein weiteres Thema, das in dieser

Ausgabe eine wesentliche Rolle spielt, ist das Thema Digitalisierung. Jedes Unternehmen

musste von einen zum anderen Tag die ganze Infrastruktur auf Home Office umstellen. Doch

was bedeutet dies für den Datenschutz und für einen reibungslosen Ablauf im Unternehmen,

alles Fragen die beantwortet werden müssen. Hierfür haben wir mit Herrn Michi Müller gesprochen

sowie über die neue Partnerschaft mit Eset. Es werden also viele aktuelle Themen

angesprochen, nun möchte ich euch nicht länger davon abhalten diese Ausgabe zu lesen.

mit Freundlichen Grüssen

Herr Dieter Mertel

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Highlights

COVID 19 und die Auswirkungen auf die

Schweizer Wirtschaft

Von einem auf den anderen Tag hat sich unsere Arbeitsweise

und dadurch die Wirtschaft komplett

verändert. Somit stellt es allen Unternehmern die gleiche Frage:

Was wird die Zukunft bringen

und wie sieht dadurch der Alltag zukünftig aus?

Home Office, die Lösung in der heutigen Zeit?

Das Thema Home Office ist in allem Munde, doch was beutet

dies für ein Unternehmen? Welche

Kosten sind zu erwarten? Wie schaffe ich den Spagat zwischen

Sicherheit und Kosteneffizienz?

Wirtschaftlichkeit und Vorsorge im Unternehmen

Wie sichere ich mich für die Zukunft ab? Sind die Risiken in der

heutigen Zeit überhaupt noch kalkulierbar? Wie funktioniert

eine sichere Vorsorge in einer unsicheren Wirtschaftszeit?

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Inhaltsverzeichniss:

Wie COVID-19 den Handel zum Umdenken zwingt S. 4 5

Quick Wins schaffen Zuversicht S. 6 7

Wegen Corona im Home Office? So klappt es!“ S. 8 10

Nach Corona: Denkanstöße für Wirtschaft und Politik S.12 13

Uns entgehen zu viele weibliche Talente S.14 15

Strukturiert zur externen Nachfolgelösung S.16 17

Vorsorge für Unternehmen: der 1e-Vorsorgeplan S.18 19

Liquidität schonenund neue Absatzwege finden S.20 21

Freihandel sichert Arbeitsplätze S.22

KMU im Gespräch mit Michi Müller S.24 26

Home Office aber sicher S. 28 29

LIQUIDITÄT SCHONEN UND NEUE ABSATZWEGE FINDEN S.30 32

Hacker rekrutieren KI für Cyberangriffe S.34 35

Security in der Smart Production S.36 37

KI lässt sich nutzen, um Schadprogramme besser zu erkennen S.38 40

So fordert der digitale Wandel Organisation und Kundenbindung S.42 44

Professionell digitalisieren, entspannter arbeiten im Homeoffice S.46 47

KI in der Cybersicherheit – aber auch ein neues Hacker-Tool S.48 49

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Highlight

Wie COVID-19 den Handel

zum Umdenken zwingt

Wie sich die Konsumenten in der «Neuen Normalität», nach dem Höhepunkt der Krise, verhalten

werden, ist noch nicht sicher. Klar ist, dass sich schon heute Ideen und Entwicklungen im

Handel zeigen, die es ohne die Pandemie nicht gegeben hätte. Drei Beispiele.

Seniorenstunde» für gefährdete Shopper

Um ältere Menschen und gefährdete Bevölkerungsgruppen vor

dem Coronavirus zu schützen, haben Supermarktketten wie

zum Beispiel Walmart, Safeway oder Carrefour in den USA und

Europa spezielle Shopping-Stunden für Senioren eingeführt.

Bei Walmart gilt die «Seniorenstunde» für Kunden ab 60 Jahren.

Sie bekommen vor der offiziellen Öffnungszeit eine Stunde lang

exklusiven Zugang zu Walmart-Geschäften und -Apotheken.

Auch in den Safeway-Supermärkten können Senioren, Schwan-

gere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem während

extra für sie reservierten Zeitfenstern einkaufen. Doch bieten

diese Massnahmen Sicherheit und Schutz für Käufer und Mitarbeiter

oder sind sie der Beginn von Altersdiskriminierung?

Zero-Waste ist vorbei, Plastik ist zurück

Die Sorge um Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wird zu

einer erhöhten Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln führen.

Der Boom der Zero-Waste-Läden könnte abreissen, wenn

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Highlight

Shopper Keime und Viren fürchten. Auf jeden Fall ist die Verpackungsindustrie

mehr denn je gefragt, umweltverträgliche,

abbaubare Verpackungen für Obst und Gemüse zu entwickeln.

Der Convenience-Markt bricht ein

Wenn ein Grossteil der Bevölkerung im Homeoffice arbeitet und

niemand mehr zur Arbeit pendelt, bricht die Nachfrage nach

Convenience-Food ein. Auch Touristen, die sich unterwegs verpflegen,

sind als Abnehmer nicht mehr da. Davon sind die Convenience-Läden

in den Bahnhöfen genauso betroffen wie der

Imbiss in der Stadt. Supermärkte und Lieferdienste hingegen

dürften als Gewinner aus der Krise gehen.

Von der Krise zum «New Normal»

Entscheidend wird sein, wie der Handel auf das veränderte Konsumentenverhalten

in den einzelnen Phasen der Pandemie reagiert.

Krise

Das Konsumentenverhalten verändert sich kurzfristig. Verbraucher

reagieren sofort auf die neue Situation. Sie tätigen Hamsterkäufe,

schaffen Vorräte an, Supermärkte führen «Seniorenstunden»

ein.

Halb-Normalität

Die Konsumenten verändern ihr Verhalten mittelfristig und sie

gewöhnen sich langsam an die neuen Umstände. Verbraucher

tragen Schutzmasken, Sicherheitsmassnahmen wie Abstandsmarkierungen

werden in Geschäften eingeführt, man reicht

sich nicht mehr die Hand.

Neue Normalität

Nach der Pandemie ändert sich das Konsumentenverhalten auf

lange Zeit. Hygienestandarts bleiben hoch, Abstandhalten wird

zur Normalität und man berührt in der Öffentlichkeit so wenig

wie möglich Gegenstände.

((Hinweis)) Der Text ist ein Auszug aus einer Studie des Gottlieb

Duttweiler Instituts, die in Kürze veröffentlicht wird.

Mehr unter gdi.ch

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Highlight

„Quick Wins schaffen Zuversicht“

Interview Bernhard Bauhofer in KMU Wirtschaft 2/2020

KMU Wirtschaft: Herr Bauhofer, Sie haben mitten in der Krise

ein Buch „Corona. Einsichten fürs Leben“ geschrieben. Wie

kam es dazu?

Bernhard Bauhofer: Mit dem Taschenbuch wollte ich Perspektiven

aufzeigen und Hoffnung vermitteln. Das Jahr 2020 wird

in der Menschheitsgeschichte einen bedeutenden Platz einnehmen.

Schon jetzt hat die Corona-Pandemie das Leben der

Menschen weltweit radikal und fundamental verändert. Die

Nachbeben der Krise werden für die Kinder unserer Kinder zu

spüren sein. Auf mein eigenes Leben zurückblickend versuchte

ich durch das Verfassen des Taschenbuchs diese Jahrhundertkrise

einzuordnen. Ich habe schon vieles erlebt und überlebt –

vom kalten Krieg, über Tschernobyl, die deutsche Wiedervereinigung,

den Jahrtausendwechsel, die Dotcom-Blase, die 2010er

Jahre als Krisenjahrzehnt- bis hin zur Finanzkrise in 2008, als

dessen Krönung. Und jetzt – die Corona-Krise. Sie scheint alles

bisher Dagewesene in den Schatten zu stellen.

Wie hat Sie die Krise persönlich getroffen und wie ist Ihre Reaktion

darauf?

Quasi über Nacht hatte ich 40% meines Umsatzes wegen Corona

verloren, darunter einen grossen Auftrag an der Hannover

Messe, die dieses Jahr komplett der Pandemie zum Opfer fiel.

Selbst langjährige Kunden sahen sich aufgrund der Wucht der

Krise gezwungen, die Zusammenarbeit kurzfristig zu kündigen.

Die freiwerdende Zeit habe ich fürs Schreiben verwendet,

daneben habe ich über LinkedIn den besonders hart getroffenen

Startup-Unternehmen meine Gratisberatung angeboten.

Das gibt mir ein gutes Gefühl, etwas Sinnvolles zu machen. Die

Quintessenz: Man muss aktiv bleiben, sich bewegen, solidarisch

zeigen und Netzwerke leben. Nur so können wir aus diesem Dilemma

wieder gemeinsam herauskommen.

Wie schnell kann eine wirtschaftliche Erholung erfolgen?

Es liegt auf der Hand, dass die wirtschaftlichen Schäden massiv

und nachhaltig sein werden. Da diese Krise „truly global“ ist, erleben

wir jetzt die Schattenseite der weltweiten Vernetzung im

Zuge der Globalisierung und den Einbruch der gesamten Weltwirtschaft.

Anders als in früheren Krisen können wir nicht auf

ein Land hoffen, dass uns als Konjunkturlokomotive aus der Rezession

holen wird. Und – die Wirtschaft kann sich nicht mehr

selbst retten, sondern ist auf massive Unterstützung durch den

Staat und die Zentralbanken angewiesen. Und dennoch sehen

wir schon jetzt einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit,

welche zukünftig schwer abzubauen sein wird. Konzerne wie

auch KMU oder Einzelunternehmen – wir alle sind von dieser

Krise betroffen. Wie in jeder Krise wird es auch hier Gewinner

geben.

Wer profitiert Ihrer Meinung nach von dieser Krise?

Während beispielsweise der eh schon leidende stationäre Handel

noch tiefer in die Krise schlittern wird, zähle ich vor allem

aufgrund der überragenden Bedeutung von Gesundheit die

Pharmabranche zu den grossen Gewinnern. Grundsätzlich werden

die Unternehmen profitieren, die in der Digitalisierung weit

fortgeschritten sind. Für viele Unternehmen wird die tägliche

Bewältigung der Krise der Beweis sein, dass Teams sich sehr

wohl virtuell organisieren und effektiv arbeiten können. Längst

vorhandene Technologien wie Tele-Conferencing oder Skype

haben den Härtetest bestanden und ihre Alltagstauglichkeit

unter Beweis gestellt. Der Shutdown hat sich als der Beschleuniger

unser aller Transformation in die digitale Welt dargestellt.

Agilität zahlt sich für alle Firmen aus, die mit innovativen Massnahmen

schnell auf die Krise reagieren. Und mit Sicherheit werden

die Unternehmen vergleichsweise besser dastehen, welche

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Highlight

sich über Jahre eine solide Reputation und krisenfeste, loyale

Beziehungen mit Kunden, Lieferanten und vor allem Mitarbeitern

aufgebaut haben.

Für die meisten Unternehmen geht es ums blanke Überleben.

Spielt da die Reputation überhaupt noch eine Rolle?

Unternehmen, die sich eine robuste Reputation erarbeitet haben,

sind jetzt besser aufgestellt – und, wer sich jetzt richtig

verhält, wird seine Reputation und damit Wettbewerbsposition

nachhaltig stärken können. Gerade jetzt gilt es, die in Leitbildern

festgeschriebenen Werte zu leben. Dazu zählen Solidarität, Zusammenhalt

und gesellschaftliche Verantwortung. Unternehmen,

die in diesen herausfordernden Zeiten alles daransetzen,

Arbeitsplätze zu erhalten oder gar neue zu schaffen, werden

sich nachhaltigen Goodwill sichern. In den letzten Jahren hat

sich eine Kälte und Anonymität im Umgang mit den Mitarbeitern

festgesetzt, die im krassen Gegensatz zu der nach aussen

propagierten Unternehmenskultur stehen. Neben Krisen-Management-Skills

ist jetzt vor allem Menschlichkeit gefragt.

Was bedeutet dies für KMU?

Unternehmensführer sind jetzt gefordert, mit Fingerspitzengefühl,

Empathie und betriebswirtschaftlichem Geschick, ihr

Unternehmen durch die Krise zu manövrieren. Gerade aufgrund

der persönlichen Nähe und enger Beziehungen haben KMU

gegenüber Konzernen hier einen Wettbewerbsvorteil. Das sorgende

Element des Patrons, seine hohe Motivationskraft sind

jetzt für das Durchhalten des Teams entscheidend. Die über

Jahre aufgebauten Beziehungen mit Kunden und Partnern sind

jetzt die Basis für neue Allianzen, um gemeinsam die Krise zu

bewältigen und sich neu aufzustellen.

Was raten Sie KMU, wie sie sich verhalten sollen?

In jeder Krise stecken bekanntlich auch Chancen – auch für

KMU. Sie sollten sich auf ihre ureigenen Stärken besinnen –

Unternehmergeist, Innovationskraft und vor allem Agilität,

Flexibilität und Schnelligkeit, um in der Krise aus der Not eine

Tugend zu machen. Das deutsche Textilunternehmen Trigema

beispielsweise stellte ihre Produktion kurzerhand auf die Herstellung

margenstarker Masken um, was das Magazin „Der

Spiegel“ kommentierte: „Wie eines der uncoolsten Unternehmen

zum Profiteur der Krise werden könnte“. Für Schweizer

KMU liegt eine enorme Chance im Qualitätslabel „Made in Switzerland“,

welchem neues Leben eingehaucht werden kann. Die

Unternehmen sollten im Sinne von „Trial & Error“ den Mut zu

unkonventionellen Innovationen haben. Jetzt sind visionäre

Unternehmer gefragt.

In Ihrem Buch trennen Sie die Zeit vor (B.C. Before Corona)

Corona und danach. Wie können Sie KMU in der jetzigen Situation

helfen?

Da ich ja selbst Unternehmer, Patron und Inhaber eines KMU

bin, kann ich mich sehr gut in Kunden reinversetzen und sie beraten.

Von entscheidender Bedeutung ist jetzt die Einstellung

des Unternehmers, sich der neuen Situation zu stellen, aktiv zu

werden und nicht abzuwarten, bis sich die Lage verbessert.

Wir unterstützen Unternehmen in der Kommunikation mit allen

Stakeholder. Ein enger Austausch schafft gerade jetzt Vertrauen

und Zuversicht. In strategischen Workshops erarbeiten wir

die zukünftige Positionierung des Unternehmens und ermitteln

kurzfristig taktische Massnahmen im Sinne von Quick-Wins,

welche ein Wir-Gefühl und Zuversicht schaffen. So wird der Silberstreifen

am Horizont früher sichtbar.

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Highlights

Highlight

Quelle: Brigitta Garcia Lopez

Von Constantin Gillies und Stefan Mair

Aufgrund des Coronavirus arbeiten mehr Menschen im Homeoffice – viele zum

ersten Mal. Mit diesen Grundregeln wird das Experiment zum Erfolg.

Wegen Corona im Home Office?

So klappt es!

Mit dieser Nebenwirkung des Coronavirus hat kaum ein Unternehmen

gerechnet: Der Erreger ist dabei, das weltweit grösste

Experiment in Sachen Heimarbeit auszulösen. Um Ansteckungen

zu verhindern, lassen immer mehr Unternehmen ihre Angestellten

nämlich in den eigenen vier Wänden arbeiten. Die

Business-¬Distrikte in Hongkong und Singapur sind bereits verwaist,

ebenso in Mailand. Auch Schweizer Unternehmen bereiten

sich auf virusbedingte Telearbeit vor: «Wir ver¬fügen über

Homeoffice-Optionen sowie über die richtigen Technologien

und Anwendungen, um flexible Arbeitsmodelle zu erleichtern»,

heisst es zum Beispiel von Zurich Versicherungen.

Normalerweise planen Unternehmen den Einstieg ins ¬sogenannte

Remote Working von langer Hand, führen Schulungen

durch, starten Pilotprojekte. All das fällt in der jetzigen Lage

weg, mancherorts heisst es einfach «Ab morgen arbeiten alle

zu Hause». Das könnte gerade für Neulinge zur Heraus¬forderung

werden, denn die vermeintlich lockere Heimarbeit hat ihre

eigenen ¬Regeln und Fallstricke.

«Am schlimmsten ist die Einstellung ‹Die werden das schon irgendwie

machen›», sagt Christian Pirker, Unternehmensbera-

ter aus dem österreichischen Klagenfurt. Er unterstützt Firmen

aus dem DACH-Raum beim Einstieg in virtuelle Teamarbeit und

führt Seminare zum ¬Thema durch. Pirker erlebt häufig, dass

Unternehmen unterschätzen, wie schwierig sich die Kollaboration

auf Distanz im Alltag darstellt. «Die Arbeit im Homeoffice

wirkt nur locker und informell, doch ge¬rade seitens der Führungskräfte

braucht es wesentlich genauere Vorgaben als im

Büro.» Führungsarbeit müsse bewusster und intensiver sein, so

Pirker. «Schliesslich ist es so nicht mehr möglich, nach einem

Meeting jemandem zwei, drei Sätze zuzurufen.»

Prioritäten festlegen

Am wichtigsten ist, dass Heimarbei¬tende klare Ziele bekommen.

Ein virtuelles Team sollte nicht einfach loslaufen, sondern

zunächst genau abstimmen, was es in einem gewissen Zeitraum

erledigen will. Hier sieht Experte Pirker die Führungskräfte

in der Pflicht. «Ist ein Mitarbeiter zum Beispiel für mehrere

Bereiche tätig, sollte die Führungskraft klarmachen, welcher

jetzt Priorität hat.» Prinzipiell braucht jedes virtuelle Team einen

Satz von Regeln für die Zusammenarbeit.

Das klingt zunächst bürokratisch, ist aber unerlässlich, weil

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schon kleinste Unklarheiten zu Problemen und Ablehnung führen

können. Beispiel Telefon- und Videokonferenzen:

Highlight

Gerade in multinationalen Unternehmen müssen sie so gelegt

werden, dass auch Heimarbeitende aus anderen Zeitzonen problemlos

teilnehmen können (der Slot von 12 bis 14 Uhr mitteleuropäischer

Zeit hat sich bewährt).

Ebenso klare Regeln sollten bei der Durchführung gelten. «Bis

zu drei Teilnehmer können sich noch – mit vornehmer Zurückhaltung

– selbst organisieren, bei mehr sollte es einen Moderator

geben, der mitschreibt und die Meinungen aller Beteiligten

abfragt», empfiehlt Clemens Graf von Hoyos, ein führender Experte

für -Umgangsformen im Geschäftsleben.

Fingerspitzengefühl ist zudem bei der Wahl der richtigen Kommunikationsmittel

gefragt.

Von Hoyos stellt eine einfache Regel auf: Eine E-Mail sollte aus

nicht mehr als drei Absätzen mit jeweils drei Sätzen und einer

abschliessenden Handlungsaufforderung bestehen. Lässt sich

der Sachverhalt nicht in dieser Kürze darstellen, sollte man zum

Telefonhörer greifen.

Reicht das wiederum nicht, ist eine -Videokonferenz angezeigt –

oder besser noch ein persönliches Treffen. Da das in der gegenwärtigen

Lage nicht möglich ist, sei es unter Umständen besser,

eine Entscheidung zu vertagen, meint von Hoyos.

Davon, Kurznachrichtendienste wie Whatsapp kurzerhand

auch geschäftlich zu nutzen, rät der Experte stark ab, unter anderem

aus Sicherheits- und Datenschutzgründen.

«Für die gemeinsame Freizeitgestaltung geht das, aber kundenbezogene

Daten oder Strategisches haben auf Whatsapp nichts

zu suchen.» Ausnahme: Ist ein Kurznachrichtenprogramm

(Messenger) Teil einer Business-Software wie Slack, kann es

auch für Geschäftliches verwendet werden, solange der zu

kommunizierende Sachverhalt nicht zu komplex ist.

Heimarbeitende hören von ihren Kollegen häufig Bemerkungen

wie «Da kannst du ja im Schlafanzug arbeiten».

Experten raten genau von diesem Dresscode ab. «Man muss

sich nicht im Anzug vor den Rechner setzen, aber es sollte schon

ordentliche Kleidung sein», meint Experte von Hoyos. Er nennt

zwei Gründe: Zum einen haben psychologische Untersuchungen

gezeigt, dass Menschen, die formaler gekleidet sind, sich

selbst anders wahrnehmen und auch konzentrierter arbeiten.

Zum anderen besteht immer die Möglichkeit, dass man zu einem

Videocall hinzugezogen wird.

«Dann macht es ¬einen schlechten Eindruck, wenn man ein

schmutziges Unterhemd trägt», lacht von Hoyos, der unter anderem

Schweizer ¬Medizintechnikfirmen und Banken berät.

Der Arbeitsort sollte ebenfalls mit Bedacht gewählt werden:

Profis reservieren für ihre dienstlichen Tätigkeiten einen ¬eigenen

Schreibtisch, der sich an einem Ort befindet, an dem keine

Nebengeräusche ein Telefonat stören können. Werden Videokonferenzen

geführt, sollte darauf geachtet werden, dass der

Hintergrund neutral ist und das Licht dem Arbeitenden ins Gesicht

scheint (sonst droht der sogenannt Scherenschnitteffekt

– man sieht den Konferenzteilnehmer nur als Schatten). «Ich

habe mal erlebt, dass ein Teilnehmer in der Videokonferenz

sein Kind auf dem Schoss hatte», schmunzelt Berater Pirker.

Die Folge in diesem Fall war, dass alle nur noch auf den kleinen

Zuschauer achteten und nicht mehr auf das zu Besprechende.

Die grundsätzliche Empfehlung aller Experten lautet: Daheim

sollte möglichst wie im Büro gearbeitet werden, das heisst zu

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Highlight

festen Zeiten, am Stück und möglichst ohne lange Pausen. Alle

Kollegen müssen sich darauf verlassen können, dass die Heimarbeitenden

genauso schnell und -zuverlässig ans Telefon gehen

und Mails beantworten, wie wenn sie neben ihnen im Büro

sässen.

Klare Linie ziehen

«Das muss auch gegenüber der Partnerin respektive dem Partner

kommuniziert werden», betont Etikette-Trainer von Hoyos,

«es muss klar sein, dass man eben nicht zwischendurch mal

schnell den Rasen mähen kann.» Wer das doch tut, riskiert, zwischen

Minijobs im Haushalt und ernsthaften beruflichen Aufgaben

zer¬rieben zu werden – und befördert zudem die Vorurteile

der Bürokollegen, die Heimarbeit für bezahlte Freizeit halten.

Gerade wenn über längere Zeiträume nur per Bildschirm zusammengearbeitet

werden soll, sollte zudem eine klare Linie

zwischen Arbeit und Freizeit gezogen werden. Grosse Unternehmen

haben längst Regelungen dazu formuliert. In der internen

Vorgabe der Swisscom zum Beispiel heisst es: «Während

der Ferien lesen und beantworten Mitarbeitende weder E-Mails

noch sind sie telefonisch erreichbar. In der Abwesenheitsmeldung

ist die Stellvertretung zu regeln (keine Angabe der eigenen

Handynummer).»

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Daneben stellt der Telekommunikationskonzern klar, dass in

der Zeit vor und nach der Arbeit sowie an Wochenenden und

freien Tagen keine Verpflichtung besteht, E-Mails zu lesen oder

telefonisch erreichbar zu sein. Nur für absolute Notfälle ist eine

Kontaktaufnahme per SMS gestattet.

Warum Home-Office der Firma nützt

Für Unternehmen gibt es neben der Vermeidung von Pendelkilometern

diverse Gründe, die für das Einführen flexibler Arbeitsmodelle

sprechen. «Es hilft uns bei der Rekrutierung von

Fachkräften und dabei, diese zu behalten», sagt etwa Axa-Sprecherin

Christina Ratmoko. Das Bedürfnis nach Home-Office sei

in ihrem Unternehmen weit verbreitet, und wenn man dies den

Mitarbeitenden ermögliche, erhöhe das selbstverständlich deren

Zufriedenheit.

Auch das Arbeiten im Coworking-Space sieht Ratmoko positiv:

«Dort herrscht nochmals eine völlig andere Atmosphäre

als zu Hause oder in der Firma.» Dieses andere Umfeld könne

beispielsweise viel zur Entwicklung von kreativen Ideen beitragen.

Ausserdem sei dort das Ablenkungspotenzial viel kleiner

als etwa zu Hause. Welche weiteren Vorteile Unternehmen aus

flexiblen Arbeitsmodellen ziehen können, ist unter anderem auf

der Website der Work Smart Initiative zu finden.

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Highlights

Interview Dr. Axel Müller in „Basler Wirtschaft“, 2/2020

Nach Corona:

Denkanstöße für Wirtschaft und Politik

Herr Müller, seit dem Beginn der Corona-Krise sind Gesundheitsexperten

wie Sie in den Medien omnipräsent. Wie schätzen

Sie diesen Boom ein?

Axel Müller: Ich denke, dass die Corona-Krise uns allen den

überragenden Wert der Gesundheit und eines funktionierenden

Gesundheitssystems vor Augen geführt hat.

Die Bewältigung der Pandemie stellt auch die Schweiz vor

grosse Herausforderungen und hier ist Fachexpertise gefragt.

Während insbesondere seit der Finanzkrise Wirtschafts- und

Finanzexperten eine starke Medienpräsenz hatten, stehen nun

aktuell Spezialisten wie Virologen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Da die Krise noch lange nicht ausgestanden ist, wird

dies wohl bis auf weiteres so bleiben.

Zu welchen Themen beziehen Sie Stellung?

Als Apotheker sind Medikamente mein Fachgebiet, und als

Geschäftsführer des Branchenverbands Intergenerika liegen

Generika, die günstigeren Nachfolgemedikamente, in meinem

Fokus. Wir setzen uns für eine qualitativ hochwertige und gesicherte

Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit diesen patentabgelaufenen

Qualitätsarzneimitteln zu günstigen Preisen

ein.

Was uns im Moment besonders besorgt, sind die Lieferengpässe

bei teilweise lebensnotwendigen Medikamenten wie Antibiotika

oder Schmerzmittel. Die eh schon akute Verknappung — derzeit

bestehen hierzulande Lieferengpässe bei über 600 Medikamenten – hat

sich im Zuge der Corona-Krise weiter verschärft. Hier besteht akuter Handlungsbedarf.

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Wie kommt es zu diesen Lieferengpässen und welche Lösungsansätze

sehen Sie?

Das Problem liegt vor allem in der hohen Abhängigkeit der

Schweiz und Europas von China als weltweitem Produzenten

von Arzneimittelwirkstoffen begründet. Patentfreie Wirkstoffe

sind über Jahrzehnte hinweg immer mehr zu margenschwachen

„Commodities“ verkommen und so für die Hersteller im hochpreisigen

Europa uninteressant geworden.

Die Corona-Krise ist deshalb als ein Weckruf zu verstehen, dass

wir die Abhängigkeit von der Monopolstellung Chinas reduzieren

müssen. Die Repatriierung der Produktion einiger wichtigern

Arzneistoffe schätze ich von nationaler strategischer

Bedeutung ein, um die Medikamentenversorgung der Bevölkerung

in Krisenzeiten nachhaltig sicherzustellen.

Aufgrund der teilweise über Jahrzehnte aufgebauten Lieferketten,

kann dies nicht von heute auf morgen geschehen und

sollte im Schulterschluss mit unseren europäischen Nachbarn

erfolgen.

Da dort, vor allem in Deutschland, ähnliche Überlegungen derzeit

laufen, ist das Timing für eine solche „Entente“ wohl ideal.

Ich habe die Idee eines „New Deal“ für Generika-Wirkstoffe zur

Diskussion gestellt, der am runden Tisch mit Vertretern der

Politik, Schweizer und europäischen Wirkstoffproduzenten und

weiteren Interessensgruppen wie Ärzte, Apotheker und Krankenkassen

ausgearbeitet werden sollte.

Im Übrigen freue ich mich, dass sich mittlerweile Politiker jeglicher

Couleur mit ähnlichen Überlegungen äußern.


Highlights

Wem würde ein solches Vorhaben Nutzen bringen?

Allem voran geht es hier um die Sicherung der Arzneimittelgrundversorgung

der Schweizer Bevölkerung. Für Hersteller

und darunter befinden sich auch zahlreiche KMU – müssten

interessante Anreize geschaffen werden, um die Produktion

einiger essentielle Wirkstoffe in Europa wieder fest zu verankern.

Zu diesen Anreizen können Steuererleichterungen oder garantierte

Abnahmekontingente zählen. Langfristig, so bin ich überzeugt,

würde der Produktionsstandort und das Qualitätssiegel

„Made in Switzerland“ gestärkt werden.

Lassen Sie uns auf die Zeit nach der Corona-Pandemie

blicken. Wie wird sich unser Leben verändern?

Wir werden uns mit zahlreichen Veränderungen konfrontiert

sehen, die teilweise jetzt schon Realität sind. Ich bin davon überzeugt,

dass wir allgemein der Gesundheit und auch der

Gesundheitsversorgung wieder einen grösseren Wert beimessen

werden.

Wir müssen mit mehr Vorschriften und Regelungen rechnen,

die unsere Freiheit einschränken werden. Im täglichen Miteinander

werden wir zum Schutz von uns selbst und anderer wohl

von fest etablierten Ritualen wie dem Händeschütteln oder Umarmungen

Abstand nehmen.

Wir werden auf die Rückverfolgbarkeit von Produkten mehr

achten. Produkte und Dienstleistungen aus der Region werden

zukünftig noch mehr an Wert gewinnen.

Ein weiteres Ihrer Betätigungsfelder ist die menschliche Entstehungsgeschichte.

In Ihrem Vortrag „Der Neandertaler in

uns“ setzen Sie sich mit unserer Evolution zum modernen

Menschen auseinander. Welche Relevanz haben diese Erkenntnis

für uns heute?

Zwei bis vier Prozent unserer Gene stammen vom Neandertaler,

mit dem der Homo Sapiens Kinder zeugte. Unser gesamtes archaisches

Erbgut hat sich jedoch noch nicht an unsere moderne

Lebensweise angepasst.

Wir leben mit Steinzeitgenen, die nicht an langes Sitzen und

stark zuckerhaltige Nahrung gewohnt sind. Heute zählen Kreislauferkrankungen,

Krebs, Diabetes oder Demenz zu den grossen

Herausforderungen unserer Generation. Dass wir gesund

alt werden, hat die Evolution nicht vorgesehen.

Während wir immer älter werden, stellt sich die Frage: Wie können

wir für die zusätzlichen Lebensjahre die Lebensqualität bezahlbar

hochhalten? Neben dem Fortschritt bei Medikamenten

und Therapien liegt es vor allem in unserer eigenen Verantwortung,

durch gesunde Ernährung, Bewegung und eine ausgewogene

Lebensweise länger gesund zu bleiben.

Auch CEO‘s, welche sich als Vorbild aktiv um die Gesundheit

ihrer Belegschaft kümmern – sei es durch gesunde Ernährung,

Fitness- oder Therapieangebote – können hier im Rahmen ihrer

gesellschaftlichen Verantwortung und Unternehmenskultur

einen wichtigen Beitrag leisten.

Unternehmen – Konzerne wie KMU gleichermassen – stehen

vor unsicheren Zeiten. Welche einschneidenden Massnahmen

stehen bevor?

Da sich weder Politik noch Wirtschaft im Sinne eines Pandemie

Notfallplans auf das Corona-Szenario vorbereiten konnten, ist

die Zukunft für Unternehmen höchst ungewiss.

Es gibt kein Rezept, das man aus der Schublade holen kann.

Nach den schnellen Staatshilfen mit Kurzarbeitsentschädigung

und Krediten wird es längerfristig – und da dürfen wir uns nichts

vormachen – zu massiven Einschnitten und auch Entlassungen

in den Unternehmen kommen.

Schon jetzt erleben viele KMU, Freischaffende und Einzelunternehmen

in nie dagewesener Form, wie ihnen die Krise den Boden

unter den Füssen wegzieht, was eine enorme psychische

Belastung bedeutet. Bei Entlassungen in Unternehmen müssen

Vorgesetzte mit Empathie und Feinfühligkeit vorgehen.

Nach dem Motto meines vor geraumer Zeit veröffentlichten Essays

„Sanieren darf nicht krank machen“ darf die Corona-Krise

nicht als Ausrede dienen, Mitarbeiter ohne Würde und einem

anständigen Ritual aus dem Unternehmen hinaus zu komplementieren.

Führungskräfte sind gerade in Zeiten grosser Verunsicherung

und Ungewissheit nicht nur eine wichtige Orientierung, als Repräsentanten

des Unternehmens haben sie dessen Kultur und

Werte wie Anstand, Würde und Fairness vorzuleben.

Die Art und Weise,

wie Menschen

entlassen werden, ist auch ein wichtiges Signal für die im Unternehmen

verbleibenden Mitarbeitenden – und natürlich für die

Kunden des Unternehmens.

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Wirtschaft

Seit Jahren will die ETH Zürich den Frauenanteil, nicht zuletzt unter den Studierenden,

steigern. Bisher nicht mit durchschlagendem Erfolg. Weshalb? Und was

tut die ETH, um mehr Frauen für ein Studium zu gewinnen?

Wir haben bei Rektorin Sarah Springman nachgefragt.

Von: Roland Baumann

Uns entgehen zu viele weibliche Talente

ETH-Rektorin Sarah Springman ist mit dem Erreichten noch

nicht zufrieden. (Foto: ETH Zürich/Markus Bertschi)

Zufrieden sein können wir damit natürlich nicht. Ich wünschte

mir, dass wir ebenso viele junge Frauen wie Männer für ein ETH-

Studium begeistern könnten. Uns entgehen zu viele weibliche

Talente. Dennoch freue ich mich, dass wir in der Tendenz eine

Steigerung erzielen konnten.

Weshalb geht es nicht schneller voran?

Wir haben mit Stereotypen zu kämpfen, die in der ganzen Gesellschaft

verankert sind. Es gibt Berufsfelder, die bei uns immer

noch als typisch weiblich oder männlich gelten. Wir sehen

das auch bei unseren Studiengängen. So machen die Frauen

beispielsweise im Departement Gesundheitswissenschaften

und Technologie beinahe zwei Drittel aller Studierenden aus.

Und auch die Departemente Umweltsystemwissenschaften

und Biologie haben mehr Studentinnen als Studenten.

Frau Springman, dieses Jahr beträgt der Frauenanteil unter

den neu eingetretenen Bachelorstudierenden 34 Prozent.

Das bedeutet eine Steigerung von rund drei Prozentpunkten

über die letzten zehn Jahre. Sind Sie damit zufrieden?

Wo sind die Frauenanteile am niedrigsten?

Bei den klassischen Ingenieurwissenschaften: Maschinenbau,

Informatik, Elektrotechnik. Da sind die Studentinnen klar in der

Minderzahl und machen je nach Studiengang nur 12 bis 20 Prozent

aller Studierenden aus. Gerade diese Departemente sind

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aber besonders aktiv, wenn es darum geht, künftige Studentinnen

anzusprechen.

Was machen sie konkret?

Die Departemente laden Schülerinnen an die ETH ein, wo ihnen

Studentinnen und Alumnae zeigen, was sie erwartet und welche

beruflichen Perspektiven ein Ingenieurstudium eröffnet. An

den Informatiktagen für Mädchen oder an gemeinsamen Veranstaltungen

der Maschineningenieurinnen und Elektrotechnikerinnen

dürfen wir jeweils Dutzende von interessierten jungen

Frauen begrüssen. Auch beim Nationalen Zukunftstag bieten

wir spezielle Kursangebote im MINT-Bereich für Mädchen an.

«Wir können alle dazu beitragen, etwas zu ändern.» Sarah

Springman, Rektorin

Das scheint aber nicht zu reichen, wenn man die Zahlen betrachtet


Wie gesagt, bei den Rollenbildern handelt es sich um ein gesellschaftliches

Phänomen. Aber auch hier setzen wir an. So

sensibilisieren wir in der Didaktischen Ausbildung künftige Lehrerinnen

und Lehrer für das Thema. Und anlässlich des Internationalen

Frauentags haben wir dieses Jahr eine Serie mit Videoporträts

von ETH-Professorinnen auf den sozialen Netzwerken

veröffentlicht. Solche Vorbilder sind wichtig. Oder schauen Sie

sich den Globi-Band an, der an der ETH spielt, «Globi und die

verrückte Maschine». Als wir zusammen mit dem Verlag die Geschichte

entwickelt haben, stand von Anfang an fest, dass die

Hauptfigur, eine Professorin, weiblich sein soll.

Sie selbst sind ja auch Ingenieurin. Wie haben Sie zu Ihrem Gebiet

gefunden?

Ich habe schon als Kind mit meinen Brüdern gerne Sandburgen

und Staudämme gebaut. Als ich 15 Jahre alt war, haben wir

einen Schulausflug zu Marconi Elliott Automation Systems gemacht,

und da wurde mir klar, dass ich Ingenieurin werden will.

Während meines Studiums in Cambridge hat mich die Bodenmechanik

gepackt – die Interaktion zwischen dem Boden und

Gebäuden.

Wirtschaft

begeistern. Ich weiss nicht, wie viele Sandburgen ich mit ihnen

gebaut habe (lacht). Jedenfalls hatte ich jedes Jahr eine Gruppe

von begeisterten Mädchen in meinem Labor – wie andere Kollegen

übrigens auch. Heute haben wir in unserem Departement

einen Frauenanteil von rund einem Drittel, was ziemlich genau

dem ETH-Durchschnitt entspricht.

Heute sind Sie Rektorin. Welche Hebel haben Sie da in der

Hand?

Der wichtigste Beitrag, den ich leisten kann, ist wohl die weibliche

Sicht, die ich in die Entscheidungsgremien an der ETH

einbringen kann. Frauen ticken oft etwas anders als Männer,

verkaufen sich beispielsweise weniger gut. Das ist gerade im

Zusammenhang mit Berufungen von neuen Professorinnen

und Professoren von Bedeutung. Es ist mir aber ein Anliegen,

überall Frauen zu fördern, wo es sinnvoll ist.

Können Sie dafür ein Beispiel geben?

Vor wenigen Wochen wurde am ETH-Tag Professorin Evelyn Hu

mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Zwischen 2008 und

2014 betrug der Frauenanteil der Persönlichkeiten, denen diese

Ehre zufiel, neun Prozent. Ich habe diese Tatsache gegenüber

den Departementen, die die Nominierungen vornehmen, thematisiert.

Denn es gibt weltweit viele herausragende potenzielle

Empfängerinnen. Und es hat sich etwas geändert: Über die

letzten fünf Jahre haben wir einen Frauenanteil von 43 Prozent

erzielt. Das Beispiel an sich mag wenig bedeutend erscheinen.

Was ich damit aber sagen will: Wir können alle im Alltag dazu

beitragen, etwas zu ändern, wenn wir auf gewisse Fragen sensibilisiert

sind.

Als Sie 1997 an die ETH berufen wurden, betrug der Frauenanteil

rund 7 Prozent bei den ordentlichen Professuren, heute

sind es etwa 15 Prozent. Sie waren in der Schweiz die erste

Professorin in Bauingenieurwissenschaften. Wie ist es Ihnen

da ergangen?

Ich wurde sowohl innerhalb wie auch ausserhalb des Departements

sehr herzlich empfangen. Zwei Kollegen haben mich in

ihre Projektgruppen eingeladen, sodass ich mich auch schnell

in der ETH-Kultur zurechtfand. Die grössere Herausforderung

als eine Frau zu sein, war allerdings die Sprache. Ich hatte nur

rudimentäre Deutschkenntnisse.

Hatten Sie als Professorin die Möglichkeit, Frauen aktiv zu

fördern?

In meiner Gruppe konnte ich natürlich Einfluss nehmen. Über

die letzten 17 Jahre habe ich 15 Männer und 7 Frauen eingestellt,

und die Hälfte meiner Postdocs waren Frauen. Selbstverständlich

erhielten alle den gleichen Lohn. Grossen Wert legte

ich in meiner Gruppe auch auf die Familienverträglichkeit, indem

wir beispielsweise früh die Möglichkeit von Home-Office

einführten oder beim Festlegen von Sitzungen die Bedürfnisse

von Müttern und Vätern berücksichtigten.

«Es ist mir ein Anliegen, Frauen zu fördern. » Sarah Springman,

Rektorin

Und wie sieht es mit den Studentinnen in «Ihrem» Departement

aus?

Als ich begann, machten sie rund fünf Prozent aus. Ich habe

mich als Professorin an sämtlichen Initiativen beteiligt, bei

denen es darum ging, Mädchen für Ingenieurwissenschaften zu

17


Wirtschaft

Strukturiert zur externen

Nachfolgelösung

Mit der gelungenen Nachfolgeregelung der eigenen unternehmerischen Karriere

den Höhepunkt verleihen – das Ziel eines jeden Firmeninhabers. Doch was erwartet

den Unternehmer auf diesem Weg? Die Nachfolgeregelung der Ifanger AG gibt

dazu einmalige Einblicke

Die Nachfolge beschäftigt früher oder später die meisten Unternehmer.

Das Thema ist in der Öffentlichkeit brennender denn je.

Gemäss aktuellen Studien der Universität St. Gallen steht jedes

fünfte KMU vor der Unternehmensnachfolge und viele davon

werden einer externen Partei übergeben.

Dabei sind die Ziele der Inhaberschaft klar: Einerseits wollen

sie ihre mit viel Herzblut geführte Firma in bestmögliche Hände

übergeben, andererseits soll aber auch der höchstmögliche

Verkaufspreis erzielt werden. Beides ist durchaus möglich. Erfahrungsgemäss

nimmt das Durchlaufen von klar definierten

Prozessschritten eine entscheidende Rolle ein. Die erfolgreiche

Nachfolgeregelung der Ifanger AG, einem international bekannten

Produktionsunternehmen mit 100-jähriger Familientradition,

veranschaulicht dies. Dabei wurden die Interessen der

Inhaberschaft durch einen Intermediär, die auf Nachfolgereglungen

im KMU-Bereich spezialisierten Business Transaction

AG, vertreten.

Vorbereitung – eine solide Basis schaffen

Nachdem der Entschluss gefasst wurde, den Betrieb zu übergeben,

muss in einem ersten Schritt der bevorstehende Unternehmensverkauf

gewissenhaft vorbereitet werden. Nur wenn

dieser auf einem soliden Gerüst steht, ist es möglich, den Transaktionsprozess

erfolgsversprechend voranzubringen. Daher

müssen in der Startphase der Nachfolgeplanung die Zahlen und

Fakten des Unternehmens zusammengetragen und eine Ist-Situation

der Firma eruiert werden.

Käuferansprache - Käufermarkt erschaffen

Essenziell beim Firmenverkauf ist, eine ausgewählte Basis an

mehreren potentiellen Käufern zu generieren. So entsteht eine

Dynamik im Verkaufsprozess, welche die Position des Verkäufers

erheblich stärkt und die Chance auf einen erfolgreichen

Verkauf zu den gewünschten Konditionen signifikant erhöht.

Dazu braucht es eine effektive Käuferansprache und es ist erfolgskritisch,

dass bei der Käufersuche so diskret wie möglich

vorgegangen wird, um bei den verschiedenen Anspruchsgruppen

keine Verunsicherung hervorzurufen.

Dies hat sich auch bei der Ifanger AG als überaus wichtig herausgestellt.

Infolge deren Marktbekanntheit wurde eine detaillierte

Prüfung der Interessenten seitens Business Transaction

vorgenommen und die Unternehmensdokumentation höchst

restriktiv versandt. Es bestand die Besorgnis, dass Mitbewerber

eher an dem Produkt und nicht am Unternehmen interessiert

18


wären und damit nicht die gewünschte nachhaltige Unternehmensfortführung

hätten garantieren können.

Käuferselektion - Spreu vom Weizen trennen

Sobald ein Käufer konkretes Interesse signalisiert, empfiehlt

es sich, ein Interessensbekundungsschreiben einzufordern,

welches die Käufervorstellung und dessen Kaufmotivation umfasst.

Anschliessend ist es an der Zeit, dass sich die Parteien persönlich

kennen lernen. Dieses Treffen bietet dem Interessenten

die Gelegenheit, vertiefte Fragen zum Unternehmen zu stellen.

Neben den Fakten spielen auch zwischenmenschliche Aspekte

eine Rolle, denn eine gegenseitige Sympathie ist die Basis einer

jeden Beziehung.

Dies kann eine besondere Herausforderung darstellen, wenn innerhalb

der Verkäuferschaft Uneinigkeit bezüglich des Käuferprofils

und den Vorstellungen betreffend Verkaufsziel herrscht,

wie es bei der Ifanger AG der Fall war. Nur durch die Mediation

des Intermediären sowie dem gezielten Informieren der Verkaufsparteien

und einem stetigen Abgleich des Wissensstandes

war es möglich, die einzelnen Interessen einander anzugleichen

und so eine wirkungsmächtige Käuferselektion durchzuführen.

Wirtschaft

Da die Ifanger AG neben ihrer Kerntätigkeit noch über ein umfangreiches

Liegenschaftsportfolio verfügte, welche die Inhaber

nicht veräussern wollten, wurde die Transaktion als Asset-Deal

durchgeführt. Dabei war es essenziell, dass eine klare

Definition der betriebsnotwendigen Aktiven sowie ein ausführliches

Vertragswerk erstellt wurden, um keine Missverständnisse

aufkommen zu lassen.

Fazit

Eine Unternehmensnachfolge ist eine hochkomplexe Angelegenheit

und will professionell durchgeführt werden. Wie das

Beispiel der Ifanger AG zeigt, können in jeder Phase von allen

Seiten her Schwierigkeiten auftreten.

Daher stellt die Möglichkeit, auf einen externen Transaktionsspezialisten

zurückzugreifen, eine erhebliche Entlastung des

Unternehmers dar. Zunächst einmal wird mit dem Einbezug

einer solchen Fachkraft der Prozess wesentlich strukturierter

und zielführender gestaltet.

Darüber hinaus kann diese nicht nur hochemotionale Situationen

entschärfen und Lösungswege aufzeigen, sondern mit

einem qualifizierten Käufernetzwerk eine Vielzahl an potenziellen

Käufern generieren, um so den höchstmöglichen Preis

zu erzielen.

Verhandlung - Konkretisierung der Transaktion

Sind die Transaktionsparteien weiterhin gewillt den Prozess

fortzuführen, erfolgt ein unverbindliches Angebot des Käufers.

Bei Einigkeit in den wesentlichen Punkten wie Kaufpreis, Zahlungsmodus,

Übernahmezeitpunkt und Einarbeitungszeit wird

dem Käufer die Möglichkeit einer Unternehmensbesichtigung

eröffnet. Anschliessend kann er eine Sorgfaltspflichtprüfung

(Due Diligence) durchzuführen, Einsicht in die Firmenunterlagen

nehmen und sich dabei vergewissern, dass die bisher erhaltenen

Informationen den Tatsachen entsprechen.

Erschwerend kann sich auswirken, wenn verschiedene Käufertypen

mit unterschiedlichen Übernahmekonzepten Interesse

zeigen, so auch bei der Ifanger AG. Dabei standen der Verkäuferschaft

Privatpersonen und Investoren gegenüber, die mit

der Firmenübernahme verschiedene Ziele anstrebten, die Verhandlungen

mit unterschiedlicher Professionalität führten und

ungleiche Schwerpunkte hinsichtlich der Transaktionsstruktur

setzten. Dementsprechend war es von grösster Wichtigkeit,

dass sich die Verkaufspartei jeweils schon im Vorfeld so gut wie

möglich auf den Interessenten einstellte und ein ständiger Informationsfluss

seitens der Berater gewährleistet wurde.

Transaktion abschliessen

Mir der Unterzeichnung des Kaufvertrages wird auf die Zielgerade

eingebogen. Eine Kaufpreisanzahlung unterstreicht dabei

die Verbindlichkeit. Mit dem Vollzug geht schliesslich das Eigentum

an den Aktien, Stammanteilen oder ausgewählten Aktiven

auf den Käufer über. Dabei kommt der Transaktionsstruktur

eine hohe Bedeutung zu. Meist wird in der KMU-Nachfolge-Praxis

der Share Deal angewandt, bei welcher der Vertragsgegenstand

klar auf die Anteile respektive Aktien oder Stammanteile

des Transaktionsobjekts eingegrenzt wird.

Der Käufer übernimmt in Form der Anteile das gesamte Grundkapital

des Unternehmens und wird somit zum Eigentümer

der Firma. Demgegenüber ist die Umschreibung des Vertragsgegenstandes

beim Asset Deal ungleich umfangreicher. Die zu

verkaufenden Aktiven, welche den Verkaufsgegenstand ausmachen,

müssen einzeln und klar umschrieben werden.

19


Wirtschaft

Vorsorge für Unternehmen:

der 1e-Vorsorgeplan

Mit 1e-Vorsorgeplänen können Unternehmen ihren Angestellten mehr Freiheit in

der Gestaltung der Vorsorge bieten und gleichzeitig selbst von attraktiven Vorteilen

profitieren. Zum Beispiel, um die Unternehmensbilanz zu entlasten.

Das Vorsorgevermögen gehört zur meistprivilegierten Vermögensmasse

von Unternehmen – sowohl aus steuerlicher Sicht

als auch in Bezug auf das Konkursprivileg. Gerade die gewählte

Strategie zur Anlage des Vermögens gewinnt zunehmend

an Bedeutung. Mehr Möglichkeiten und taktische Vorteile für

Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Kaderleute versprechen

hierbei 1e-Vorsorgelösungen.

Für Unternehmen steuerlich attraktiv

Für Unternehmen bieten 1e-Lösungen attraktive Steuervorteile.

So fungieren 1e-Pläne beispielsweise als taktisches Instrument

der Entnahmestrategie. Das ist hinsichtlich der Erhöhung

der Dividendenbesteuerung infolge der Steuervorlage 17 zusätzlich

interessant.

Variable Umsetzung möglich

Unternehmen, die von den 1e-Plänen Gebrauch machen möchten,

müssen die entsprechenden Lohnanteile in einer separaten

Rechtseinheit versichern. Infolgedessen entsteht neben der

ersten Stiftung für Löhne im Obligatorium und Überobligatorium

bis zur 1e-Lohngrenze eine zweite Stiftung. Diese deckt die

ausserobligatorische Vorsorge für Löhne oberhalb der Grenze

ab.

Bietet ein Unternehmen 1e-Vorsorgepläne, müssen alle Mitarbeitenden,

welche die nach Vorsorgerecht definierten Kriterien

erfüllen, diese Lohnanteile im Rahmen der 1e-Vorsorgelösung

versichern. Dabei kann der Arbeitgeber die Grenze für die 1e-

Lösung auch höher als 127’980 Franken setzen. Für die Umsetzung

der 1e-Vorsorgepläne bietet es sich an, entweder eine

dedizierte neue Stiftung zu gründen oder Anschluss an eine

Sammelstiftung mit 1e-Vorsorgeplänen zu suchen.

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Vorsorgelösung mit separatem 1e-Vorsorgeplan


Fünf konkrete Vorteile für Arbeitgeber:

1. 1e-Pläne werden in Kapitalform ausgezahlt. Somit sinken

die Rentenverpflichtungen und die Sanierungspflicht wird reduziert.

2. Das Risiko für die Deckung von Vermögensverlusten auf

einem Teil der Vorsorgevermögen fällt weg.

3. Ein 1e-Plan muss bei internationaler Rechnungslegung

nicht als Vorsorgeverbindlichkeit verbucht werden und man

kann ihn aus der Bilanz entfernen. Dadurch wird Eigenkapital

freigesetzt.

4. Mit Kaderplänen kann eine steuerlich optimale Überführung

von Unternehmensvermögen in das Privatvermögen erreicht

werden.

5. Firmen werden mit der Einführung von 1e-Plänen für Mitarbeitende

attraktiv. Sie geben Fachkräften die Möglichkeit,

ihre persönliche Risikofähigkeit und -neigung abzubilden.

Mehr Selbstbestimmung für die Versicherten

Aus Sicht der Versicherten sind 1e-Vorsorgepläne eine Antwort

auf den zunehmenden Wunsch nach einer Individualisierung

der Vorsorgelösungen. Die darin versicherten Personen können

ihre Anlagen flexibler gestalten. Dadurch können sie von

potenziell höheren Renditechancen profitieren. Zudem müssen

sie auf diesen Teil des Vorsorgevermögens keine systemwidrige

Umverteilung zwischen Erwerbstätigen und Rentnern in Kauf

nehmen, da das 1e Guthaben nicht mehr Teil des Kollektivs im

Obligatorium und Überobligatorium ist.

Hans Baumgartner ist Leiter Entrepreneurs & Executives

Schweiz bei der Credit Suisse (Schweiz) AG und bereits seit

30 Jahren bei der Bank für Unternehmer tätig. Im Interview

spricht er darüber, wann 1e Vorsorgelösungen Sinn machen

und wie daraus Chancen entstehen können.

Die Credit Suisse hat eine Sammelstiftung 1e gegründet. Für

wen eignen sich 1e-Vorsorgelösungen?

Hans Baumgartner: Die Entscheidung, ob ein Unternehmen

eine 1e-Vorsorgelösung einführen möchte, hängt von den Bedürfnissen

und Erwartungen der Mitarbeitenden ab. In jedem

Fall ist die Einführung und Ausgestaltung gründlich zu erörtern.

Ein 1e-Plan muss zur Firma und zu den Mitarbeitenden passen.

Welche Voraussetzungen müssen Unternehmen und Belegschaft

also erfüllen?

1e-Pläne sind grundsätzlich anlagenbasiert. Deshalb ist ein langer

Anlagehorizont von Vorteil. Tendenziell eignen sich 1e-Lösungen

also für Firmen mit relativ junger Altersstruktur. Zudem

spielt die Einkommensstruktur eine Rolle: Gibt es überhaupt

Mitarbeitende im Unternehmen, deren jährliche Gesamtvergütung

über 127’980 Franken liegt? Denn nur der Lohnanteil,

der diesen Betrag übersteigt, darf in einem 1e-Plan versichert

werden.

Wie erfolgt eine solche Einführung von 1e-Vorsorgeplänen?

Sind die Rahmenbedingungen gegeben, muss die Firma ihre

Ist-Situation analysieren. Sie sollte sich dabei folgende Fragen

stellen: Welche Vorsorgelösung existiert bereits? Besteht eine

umhüllende Lösung, zu der ein 1e-Plan zusätzlich angeboten

werden soll? Oder ist bereits eine zusätzliche Kaderlösung vor-

handen, die durch einen 1e-Plan abgelöst wird? Anhand der

Ausgangslage wird die Einführung gestaltet.

Welche Anlagemöglichkeiten haben die Versicherten?

Versicherte können, abhängig vom 1e-Plan des Unternehmens,

aus bis zu zehn Anlagestrategien auswählen. Eine davon ist risikoarm.

Sie sprechen von Risiken. Mit welchen Risiken müssen Versicherte

in 1e-Vorsorgelösungen rechnen?

Im Gegensatz zu anderen Vorsorgelösungen trägt der Versicherte

bei den 1e-Plänen ein Anlagerisiko. Daher ist es sehr

wichtig, dass sich jeder Versicherte bei der Wahl der Anlagestrategie

beraten lässt und sein Portfolio regelmässig überprüft.

Versicherte müssen sich bewusst sein, dass eine ungünstige

Marktentwicklung oder gar ein Börsencrash zu markanten

Wertverlusten führen kann.

Ein gewisses Know-how in der Vermögensanlage oder aber

eine entsprechende Beratung seitens der Vorsorgeeinrichtung

hinsichtlich Risiken und Kosten ist in diesem Zusammenhang

notwendig. Durch die Übernahme des Anlagerisikos entstehen

aber auch Chancen: Eine positive Performance wird direkt dem

Anleger gutgeschrieben. Die Versicherten kommen darüber hinaus

in den Genuss von tiefen institutionellen Anlagegebühren,

wie sie in der Regel nur Pensionskassen vorbehalten sind. Ein

aktiv verwaltetes Mischvermögen gibt es bereits für eine jährliche

Gebühr von 0,45 %. Beim Wechsel der Anlagestrategie fallen

bei diesen Produkten zudem keine Kosten an. Noch günstiger

sind mit einer jährlichen Gebühr von 0,20 % die indexierten

Mischvermögen. Bei diesen sogenannten passiven Produkten

fallen zusätzlich noch geringe Ausgabe- und Rücknahmegebühren

an, womit sie sich vor allem für sehr langfristig orientierte

Anleger eignen, welche die Strategie nur selten wechseln

möchten.

Kadervorsorge mit 1e-Vorsorgeplänen

Die 1e-Lösungen richten sich nicht nur an Unternehmerinnen

und Unternehmer, sondern auch an Kadermitarbeitende

mit einem Einkommen von über 127’980 Franken.

Das 1e-Vorsorgevermögen ist vom bestehenden Pensionskassenvermögen

vollständig segregiert und betrifft

ausschliesslich den überobligatorischen Bereich der beruflichen

Vorsorge. Versicherte können dabei die Anlagestrategie

selbstständig bestimmen und in ihren eigenen

«Topf» sparen.

Haben Sie Tipps, wie Anleger ihre Strategie optimieren können?

Die Strategie sollte regelmässig überprüft werden. Denn die

Entscheidung, ob jemand eine konservative Anlagestrategie

oder eine riskantere Strategie mit höheren Renditechancen

wählt, muss mit der persönlichen Gesamtsituation abgestimmt

werden. So bietet sich möglicherweise kurz vor der Pensionierung

der Wechsel in risikoärmere Anlagen an. Das Interessante

aber ist: Die Strategie kann regelmässig gewechselt werden,

sollte sich beispielsweise die private Vermögenslage ändern.

Selbstbestimmt in der beruflichen Vorsorge und

ganzheitliche Beratung mit 1e-Vorsorgelösungen.

Mehr Informationen:

www.credit-suisse.com/zukunft1e

Wirtschaft

21


Wirtschaft

Publireportage

Von der Photovoltaik, über die Auto-Garage und den Sportladen bis hin zum

Elektro-Grosshandel: Diese Unternehmerinnen und Unternehmer stehen für

ein erfolgreiches KMU-Netzwerk.

LIQUIDITÄT SCHONEN –

UND NEUE ABSATZWEGE FINDEN

Die Lockerung des Corona-Lockdowns geht auch in der Schweiz nur schrittweise

voran. Für die Unternehmen zeigt sich mehr denn je: flexible Lösungen und

ein starkes Netzwerk sind äusserst wichtig. Ein Online-Shop, eine mobile Bezahllösung

und ein kostenloser Sofortkredit sind nur einige Begriffe, von denen die

KMU-Kunden der WIR Bank profitieren können.

Es ist für KMU eine schwierige, da und dort auch existenzbedrohliche

Situation: Die Schweiz befindet sich seit Mitte März in

einer «ausserordentlichen Lage», die Lockerung der im Zug der

Covid-19-Pandemie verhängten Massnahmen geht nur schrittweise

voran.

Trotz ersten Zeichen einer medizinischen Entspannung jagen

sich die Schlagzeilen rund um das Coronavirus noch immer im

Minutentakt. Trotzdem oder gerade deshalb müssen wir versuchen,

kühlen Kopf zu bewahren.

Seit dem 26. März gilt zudem das vom Bundesrat beschlossene

Spezialregime für das Bürgschaftswesen, das dafür ursprünglich

vorgesehene Kreditvolumen wurde Anfang April nochmals

massiv erhöht. Auch die WIR Bank nimmt am Hilfsprogramm

«COVID-19-Kredit» teil, um der Schweizer KMU-Wirtschaft rasche

Unterstützung zu bieten.

Da ist auch nötig, weil die Umsatzverluste der Unternehmen

noch immer schwer abschätzbar sind. Eine Einbusse, die viele

Unternehmerinnen und Unternehmer an ihre finanziellen Grenzen

bringen wird. Denn den fehlenden Einnahmen stehen grosse

laufende Kosten gegenüber. Viele Kostenpositionen lassen

sich nicht eben mal schnell reduzieren. In einigen Branchen hat

der «Lockdown» die Hauptsaison stark beeinträchtigt, also just

jene Phase, in der üblicherweise ein Grossteil des Jahresumsat-

zes erzielt wird. Das sind finanzielle Einbrüche, die sich in diesem

Jahr nicht mehr kompensieren lassen.

Jetzt braucht es Solidarität …

Die Geschichte der WIR Bank beginnt 1934 in einer Krisensituation

– entsprechend wird die Komplementärwährung WIR auch

als «Krisenwährung» bezeichnet. Und das stimmt. Wirtschaftliche

Parallelen zu damals lassen sich heute nicht viele ziehen,

doch die Eigenschaften, die die WIR-Idee auszeichnet, sind latent

aktuell: Jetzt braucht es Solidarität. Und mit der Solidarität

eng verzahnt ist das Stichwort Netzwerk, dass die WIR-Geschichte

seit über 85 Jahren prägt.

Gerade jetzt ist es wichtig, dass KMU, bekanntlich das Rückgrat

der Schweizer Wirtschaft, Lösungen finden, sich gegenseitig

berücksichtigen, um durch diese schwierige Zeit zu kommen. In

der jetzigen Phase sind schnelle Lösungen gefragt: Es gilt, seine

Liquidität zu schonen und neue Absatzwege zu finden. Das

KMU-Paket der WIR Bank kann Teil dieser Lösung sein.

Viele Ideen aus der Gründungszeit sind heute noch gut, viele

neue Möglichkeiten rund um WIR sind hinzugekommen: neue

Vorteile, moderne Tools und Möglichkeiten, die gerade in der

heutigen Zeit viele Chancen für KMU beinhalten. So können

Produkte und Dienstleistungen schnell und einfach im Internet

22


Wirtschaft

angeboten und verkauft werden – dazu Tools, mit denen man

schnell, bequem und sicher elektronisch Geld überweist. Und

Vorteile, mit denen man – wir erwähnten es bereits – die Liquidität

schont.

… mit und unter den Schweizer KMU

Eine Umfrage der Hochschule Luzern hat gezeigt, dass das die

Coronakrise bei Schweizer Konsumenten ein Umdenken ausgelöst

hat – es hat eine Sensibilisierung für lokale Ware stattgefunden.

Gleichzeitig ist es aber auch Fakt, dass in den vergangenen

Wochen die grossen Online-Shops einen riesigen Boom

erlebt haben, was mitunter die Kapazitäten der Auslieferlogistik

sprengte.

Die Frage ist nun natürlich: Wie nachhaltig wird dieses Umdenken

sein? Fakt ist: Im Internet sind die Grossen sehr gut aufgestellt.

Durch geschicktes Online- respektive Suchmaschinen-

Marketing sind sie sehr gut auffindbar, denn das ist ihr primäres

Geschäftsmodell. Die vielen kleineren Shops von Gewerbebetrieben

muss man schon gezielt suchen – das ist auf den ersten

Blick aufwändig und erfordert Geduld.

Konsumenten können ihre Solidarität unter Beweis stellen, indem

sie entweder auf Beschaffungen verzichten, die sie sonst in

einem KMU getätigt hätten.

Oder indem sie ganz gezielt nach einem Internet-Shop eines

KMU suchen und ihre Produkte da bestellen. Aber auch KMU

selbst können Solidarität beweisen – indem sie die anderen

KMU berücksichtigen. Denn nur, wenn sich Unternehmerinnen

und Unternehmer, die «Gewerb-lerinnen» und «Gewerbler»,

gegenseitig unterstützen, werden sie diese schwierige Situation

meistern.

Verlässliches und treues Netzwerk

In Zeiten wie diesen ist es wichtig, ein Netzwerk zu haben, auf

das man sich verlassen kann. Ein Netzwerk von treuen Kunden,

aber auch ein Netzwerk von Lieferanten. Auf einen einfachen

Nenner gebracht: Menschen, auf die man zählen kann. Geschäftspartner,

die nicht das Maximum für sich persönlich herausholen

möchten, sondern solche, die wissen, dass man nur

gemeinsam erfolgreich sein kann.

Solche Netzwerke gibt es viele und zum Teil schon seit vielen

Jahrzehnten. Das WIR-Netzwerk beispielsweise steht seit über

85 Jahren für ein solidarisches Unternehmertum. KMU berücksichtigen

sich gegenseitig bevorzugt bei der Auftragsvergabe

und verschaffen sich so gegenseitig einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.

Der IT-affine Unternehmer hilft seinem Netzwerk,

die Produkte schnell in einen Webshop zu bringen. Der Werbeprofi

hilft seinem Netzwerk, die neuen Absatzkanäle effektiv

online und offline zu bewerben. Das Transportunternehmen

hilft seinem Netzwerk, die so verkauften Produkte zur Käuferin

oder zum Käufer zu transportieren. Die Treuhänderin hilft ihrem

Netzwerk beim Schreiben von Rechnungen oder beim Inkasso.

Und alle gehen in der Feriensaison 2020 in Schweizer Hotels in

die Ferien!

WIRmarket, WIRpay und Sofortkredit

In der Hitze des Gefechts übersieht man gerne die Möglichkeiten,

auf die man schnell und zum Teil kostenlos Zugriff hat:

KMU-Kunden der WIR Bank können zum Beispiel ihre Produkte

auf wirmarket.ch verkaufen.

Und für die Zahlung bietet sich mit WIRpay eine einfache,

schnelle und sichere Möglichkeit – ganz ohne Zusatzkosten.

Mehr über das KMU-Paket erfahren

Aus der Schweiz. In der Schweiz. Für die Schweiz. WIR ist 1934 in einer schwierigen Zeit

entstanden – und thematisch aktueller denn je. Finden Sie heraus, welche Vorteile das

KMU-Paket für nur 150 Franken pro Jahr Ihrem Unternehmen konkret bringt.

WIR Bank Genossenschaft | wir.ch/paket | info@wir.ch | 0800 947 947

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Wirtschaft

Freihandel sichert Arbeitsplätze

Die Schweiz als Mitglied der EFTA und die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien,

Uruguay und Paraguay haben sich nach langen Verhandlungen auf ein umfassendes

Freihandelsabkommen geeinigt. Das Mercosur-Abkommen hat grosses

wirtschaftliches Potential. Denn der freie Handel ist für unsere Unternehmen und

damit für die Schweizer Arbeitsplätze bedeutsam.

von Dr. Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor Swissmem, Leiter Wirtschaftspolitik

MERCOSUR-ABKOMMEN NÜTZT DEM SCHWEIZER GEWERBE

Der Verhandlungserfolg mit dem südamerikanischen Wirtschaftsraum

Mercosur ist eine gute Nachricht für die exportorientierten

Betriebe und damit auch für KMU. Dank dem

Freihandelsabkommen erhalten sie die Möglichkeit, künftig

leichter von der Schweiz aus nach Südamerika zu exportieren.

So kommt das Mercosur-Abkommen auch den Zuliefererbetrieben

und dem Gewerbe zugute. Der ganze Wirtschaftsstandort

und Werkplatz Schweiz profitiert. Das schafft Arbeitsplätze

und Wohlstand.

INNOVATIVE TECHNOLOGIE FÜR MENSCHEN UND UMWELT IN

SÜDAMERIKA

Der Nutzen des Mercosur-Abkommens geht weit über wirtschaftliche

Aspekte hinaus. Vom Export innovativer Schweizer

Technologie profitieren nämlich auch Menschen und Umwelt

in Südamerika. So gehören Schweizer Produkte im Bereich der

Energieeffizienz, der Ressourcenschonung, der Mobilität oder

dem nachhaltigen Bauen zur Weltspitze. Gemäss Seco verleiht

das Abkommen der Schweiz zudem mehr Handhabe, um relevante

Nachhaltigkeitsaspekte zu thematisieren. Damit hat die

Schweiz einen gewichtigen Hebel in der Hand, um mehr Nachhaltigkeit

zu bewirken und zur Verbesserung der Lebensumstände

der Menschen in Südamerika beizutragen.

Heute sind die schweizerischen Ausfuhren nach Argentinien,

Brasilien, Uruguay und Paraguay mit hohen Zöllen belastet.

So schlagen die Mercosur-Staaten Zölle von bis zu 35 Prozent

auf die Exporte der Schweizer Industrieunternehmen. Für die

hiesigen Produzenten ist das ein grosser Nachteil, weil dadurch

Schweizer Waren stark verteuert werden.

ABBAU VON ZÖLLEN UND ANDEREN HANDELSHEMMNISSEN

Das Mercosur-Abkommen schafft endlich Abhilfe. Es befreit

rund 95 Prozent der Schweizer Ausfuhren von Zöllen. Neben

Zollschranken werden auch technische Handelshemmnisse abgebaut,

der Marktzugang für schweizerische Dienstleistungserbringer

erleichtert und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen

gestärkt. So ermöglicht das Mercosur-Abkommen den freien

Export von Gütern und Dienstleistungen in einen boomenden

Absatzmarkt mit mehr als 260 Millionen Einwohnerinnen und

Einwohnern.

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25


Digitalisierung

KMU Wirtschaft im Gespräch mit Michael Müller

Frage: Was ist Ihr Businessfeld und worin liegt Ihr Kerngeschäft?

Antwort: Die zurichnetgroup AG betreut an zwei Standorten

in der Schweiz vornehmlich KMUs in der Größenordnung zwischen

fünf und 150 IT-Arbeitsplätzen. Wir als Systemdienstleister

kümmern uns dabei um die gesamte IT-Infrastruktur

seitens der Soft- und Hardware sowie um alle Belange rund

ums Netzwerk. Zusätzlich haben wir vor einiger Zeit unsere Geschäftstätigkeit

um Cloud- und Managed-Services erweitert.

Dazu gehören dedizierte Mail-Services, MS Cloud 365 bis hin zu

kompletten, virtuellen Desktop-Lösungen.

Abgerundet werden die Dienstleistungen mit einem Rundum-

Hosting-Angebot mit dem Serverstandort in der Schweiz. Generell

liegt der Schwerpunkt auf Managed Services, um unseren

Kunden eine bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihren

Wartungsaufwand gleichzeitig möglichst gering zu halten.

26

Frage: Wie können wir uns Ihren Rundum-Service der

zurichnetgroup genau vorstellen?

Antwort: Wenn beispielsweise ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit

erweitert, neue Geschäftsbereiche oder einen

neuen Standort erschließen möchte, übernehmen wir die Einrichtung

und Pflege der Infrastruktur, angefangen von der Bedarfsermittlung

über die Implementierung bis hin zum Monitoring

während des Betriebs.

Lösungen für CRM- und BI-Systeme werden während des Prozesses

von dritter Seite implementiert.

Auf Wunsch koordinieren wir auch entsprechende Drittanbieter

für unsere Kunden. Sie haben den Vorteil, dass sie keine eigene

Expertise für IT-Systeme benötigen, sondern sich voll und ganz

auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.


Digitalisierung

Frage: Welche Unterstützung bieten Sie Ihren Kunden im

wichtigen Bereich Security?

Antwort: In diesem Bereich stellen unseren Kunden auf Wunsch

unterschiedliche Modelle zur Verfügung. Angefangen von

Desktop, mobiler oder Server-Hardware mit einem Security-Paket

zur Eigeninstallation und Verwaltung bis hin zu Managed

Services, bei dem jede im Unternehmen verwendete Hardware

automatisch ein integraler Bestandteil eines übergreifenden

Security-Konzepts ist. Das bedeutet, dass der Kunde je nach In-

House Kapazität und Kompetenz verschiedene Level der Unterstützung

wählen kann. Wir können dabei sogar als Mittler zwischen

dem Kunden und einem Drittanbieter fungieren, wenn

es darum geht, bestimmte Lösungsoptionen zu finden oder ein

Issue-Management zu betreiben.

Frage: Spielen dabei Cloud-Dienstleistungen eine Rolle?

Antwort: Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Wir haben beobachtet,

dass Schweizer eine recht lange Zeit noch sehr sensibel

gegenüber Cloud-Lösungen eingestellt waren und diese auch

nur sehr zögerlich adaptiert haben. In den letzten beiden Jahren

hingegen hat sich eine deutliche Akzeptanz von Cloud-basierten

Applikationen gezeigt. Wichtig ist dabei, dass die Daten

sicher sind, das bedeutet, die meisten Kunden wünschen sich

ausdrücklich Serverstandorte in der Schweiz.

Frage: Welche Vorteile sehen Sie in Managed Services für Ihre

Kunden?

Antwort: Unsere Kunden haben die Vorteile bei der Nutzung

von Cloud-Lösungen, dass wir das Management der entsprechenden

Anwendungen übernehmen können. Der Wartungsaufwand

vor Ort wird verringert, weil wir Verwaltungsvorgänge

bündeln können. Wenn wir beispielsweise bei 100 Kunden

jeweils lokal 100 Verwaltungskonsolen installieren würden

und die einzeln überwachen müssten oder zumindest unsere

Kunden beim Monitoring unterstützen müssten, wären der Aufwand,

aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fehler einschleichen,

ungleich höher.

Frage: Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang mit

Managed Security Services?

Antwort: Wir nutzen eine zentrale Plattform für unsere Kunden,

um einerseits als Großkunde gegenüber unseren Zulieferern

entsprechende Konditionen zu erzielen und andererseits

unseren Kunden neben umfassenden Service auch leistungsfähige

und wirtschaftliche Lösungen für ihre Bedürfnisse bieten

zu können.

Ein weiterer Vorteil für unsere Kunden liegt darin, dass sie nur

einen Ansprechpartner für alle Belange haben. Das bedeutet im

Security-Bereich, dass nicht zwischen unterschiedlichen Warnungen

oder Problemen differenziert werden muss.

Frage: Was bedeutet das in der Praxis?

Antwort: Viele unserer Kunden haben keinen eigene IT-Abteilung,

sondern höchstens einen IT-Verantwortlichen. Dadurch

fehlt es diesen Kunden in der Regel an den notwendigen Kenntnissen

bezüglich Security-Anforderungen.

Zudem ist es für sie schwierig, eine etwaige Bedrohungslage

schnell einschätzen zu können. Schwachstellen sind zu identifizieren

und ein lückenloser Schutz ist mittlerweile von vitaler

Bedeutung für ein Unternehmen. Als Managed Service Provider

bieten wir unseren Kunden eine Lösung, die alle relevanten

27


Digitalisierung

Aspekte und Besonderheiten des jeweiligen Unternehmens abdeckt

und so für einen umfassenden Schutz sorgen kann. Wir

können so aus unseren Erfahrungen schöpfen aber auch in besonderen

Fällen zusätzlich auf die Experten des Anbieters der

Security Lösung selbst zurückgreifen.

Frage: Und welche Vorzüge bietet Ihnen und Ihren Kunden

ESET als Security-Partner?

Antwort: Wir hatten anfangs einen anderen Anbieter als ESET,

der uns jedoch in Bezug auf die Manageability und insbesondere

aufgrund der technischen Voraussetzungen nicht überzeugen

konnte. Für uns war es daher wichtig, einen echten Spezialisten

im Bereich Security zu finden, der gleichzeitig aber auch

mit kleineren Partnern auf Augenhöhe zu agieren bereit ist. Wir

haben verschieden Anbieter dahingehend evaluiert und eine

besondere Anforderung von unserer Seite wurde von den meisten

dabei leider nicht berücksichtigt: Unser Anspruch nämlich

ist es, dass wir unsere Verwaltungskonsole selbst, in einem Rechenzentrum

in der Schweiz betreiben können. Das ist wichtig,

um das Vertrauen der Kunden in eine Cloud-Lösung zu stärken.

Frage: Was genau hat Sie letztendlich von ESET überzeugt?

Antwort: Ein gewichtiges Argument für ESET war die Tatsache,

dass wir komplett die Verwaltungskonsole für all unsere Kunden

selbst hosten und betreiben können. Damit haben wir die

Übersicht über alle Datenwege und können so zusichern, dass

sie auf Schweizer Servern verarbeitet werden.

Aber Verwaltung ist ja nur ein Aspekt einer leistungsfähigen Lösung.

Viel entscheidender ist die Erkennung von Bedrohungen

und das Sicherheitsmanagement. Unsere Kunden benötigen einen

umfassenden Schutz, und den kann nur eine entsprechend

leistungsfähige Lösung wie die Lösung von ESET bieten.

Frage: Was können wir unter Verträglichkeit verstehen?

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Implementierung der Lösung

beim Kunden. Jede Security-Lösung umfasst auch Module,

die in der Kundeninfrastruktur betrieben werden und von uns

remote gewartet werden. Da aber die verschiedenen Kunden

unterschiedlichste Plattformen und Anwendungen einsetzen,

ist es wichtig, dass eine Security-Lösung selbst nicht für Systemprobleme

wie Unverträglichkeiten oder Performance-Einbrüche

sorgt. Auch hier hat uns ESET voll und ganz überzeugt,

weil die Anwendungen. einfach und unauffällig im Hintergrund

arbeiten und Systemressourcen nicht nennenswert belasten.

Frage: Was schätzen Sie an der Partnerschaft mit ESET?

Antwort: ESET lebt wirklich Partnerschaft und bietet eine umfassende

und kompetente Unterstützung. ESET hat einen

deutschsprachigen Support, der Anfragen in der Regel sehr

kurzfristig bearbeitet und schnell Lösungen bereitstellt. Wir

haben einfach das Gefühl, fair und auf Augenhöhe behandelt zu

werden. Es ist für uns einfach wichtig, die Wertschätzung, die

wir unseren Kunden entgegenbringen, selbst quasi als Kunde

bei unserem Dienstleister ESET erfahren zu dürfen.

Background:

Die zurichnetgroup AG ist eines der führenden ICT-Dienstleistungsunternehmen

für KMU mit Sitz in Zürich und Pfäffikon SZ. Ob eine

zukunftsgerichtete IT-Arbeitsumgebung, eine professionelle Telekommunikationslösung

oder die Kombination aus beidem, das Unternehmen

bietet Kunden eine passgenaue Lösung. Die zurichnetgroup

AG plant, realisiert und wartet Informatik-Infrastrukturen in

den Bereichen Netzwerk, Storage, Server sowie Client- und Peripherie-Geräten.

Zusätzlich können Kunden Kernkompetenzen in der Beratung,

Analyse, Konzeption und allen damit verbundenen IT-Dienstleistungen

nutzen.

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Kontaktmanagement


Digitalisierung

Home Office – aber sicher

Von zu Hause aus arbeiten hat mit Vorsichtsmassnahmen rund um Corona neuen

Auftrieb erhalten. Aber auch schon vorher (und danach) war das Remote Arbeiten

sehr beliebt. Doch auch am heimatlichen Arbeitsplatz gelten klare Vorgaben an

den Datenschutz und die Informationssicherheit.

Artikel vonAndreas Wisler, Senior Security Consultant, CISSP, CISA

Auch wenn das Thema eigentlich selbstverständlich ist, haben

gemäss einer Umfrage von WatchGuard nur 30% der Unternehmen

Regeln im Zusammenhang mit dem Arbeiten von zu Hause,

in Co-Working Bereichen oder von unterwegs erstellt und

geschult. Dies macht es für beide Seiten unnötig schwer, sich

richtig zu verhalten.

In der Regel stellen Unternehmen den Mitarbeitern entweder

ein Arbeitsgerät zur Verfügung (z.B. ein Laptop) oder der Mitarbeitende

muss sich auf seinem privaten Gerät mit den Servern

des Unternehmens verbinden (z.B. via Citrix oder Terminal Server).

Als erstes sollte das Unternehmen klare Regeln aufstellen.

Diese sollten mindestens die folgenden Fragen beantworten:

Was darf alles von zu Hause aus gemacht werden? Was ist nicht

erwünscht oder gar verboten? Dürfen ausgedruckte Informationen

mit nach Hause genommen werden? Dürfen Informationen

zu Hause ausgedruckt werden? Wie müssen die Unterlagen

aufbewahrt werden? Welche weiteren Pflichten und Aufgaben

gilt es zu beachten?

Für ein Unternehmen ist es wichtig, dass die Datenschutzbestimmungen,

wie auch die Vorgaben zur Informationssicherheit,

zu jeder Zeit eingehalten werden. Es darf nicht sein, dass

im Büro strenge Regeln umgesetzt sind, regelmässige Kontrollen

durchgeführt werden und zu Hause wird alles über den

Haufen geworfen.

Dies kann bei einer Verletzung der Sorgfaltspflicht strafrechtlichen

Folgen nach sich ziehen. Gerade die Bestimmungen der

DSGVO sind hier unbarmherzig. Daher gilt es klare Vorgaben zu

definieren und durchzusetzen.

Klare Regeln geben Sicherheit

Das Gerät darf nicht mit anderen Familienmitgliedern geteilt

werden. Unabhängig, ob es dem Mitarbeitenden oder dem

Unternehmen gehört. Daten werden in diesem Fall lokal, das

heisst auf dem verwendeten Gerät, abgespeichert und plötzlich

haben andere Personen im Haushalt auch Zugriff darauf.

Auch wenn keine böse Absicht dahintersteckt, aber mal ein

spannend klingendes PDF öffnen und einen Blick riskieren, ist

schnell passiert.

30


Digitalisierung

Je nach Umsetzung hat das Gerät keine Verbindung mit den

Serverlaufwerken des Unternehmens. Das bedeutet, dass die

erstellten oder veränderten Daten auch nicht automatisch gesichert

werden. Die Mitarbeitenden sind also für die regelmässige

Sicherung der Daten selber verantwortlich.

Wird dies mit Wechselplatten oder USB-Sticks ausgeführt, müssen

diese verschlüsselt sein. So kommen auch bei einem unerwarteten

Diebstahl keine Daten in falsche Hände.

Auch Ausdrucke und Papier-Unterlagen gilt es zu schützen.

Ausdrucke sind sofort aus dem Drucker zu entfernen. Unterlagen

dürfen bei Abwesenheit, auch wenn dies nur kurz ist, nicht

offen herumliegen, sondern müssen sicher aufbewahrt werden,

idealerweise in einem abschliessbaren Behältnis z.B. Beispiel

ein Schrank oder ein Korpus. Familienmitglieder und Fremde

dürfen zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit haben, an diese

Unterlagen zu gelangen.

Weiter sollte der Datentransfer zwischen dem Unternehmen

und dem Mitarbeitenden geklärt sein. Dürfen Daten per E-

Mail verschickt werden? Wenn es von Geschäftsadresse zu Geschäftsadresse

geschieht, ist dies in der Regel unproblematisch,

da das E-Mail nie den E-Mail-Server des Unternehmens verlässt.

Auf keinen Fall dürfen solche E-Mails an private Adressen, z.B.

zu Google oder anderen Dienstleistern gesendet werden.

Ob die Daten zusätzlich verschlüsselt werden müssen, gilt es

in einer Risiko-Analyse abzuwägen. Gerade wenn kein eigener

Mailserver vorhanden ist und nur noch Cloud-Dienste genutzt

werden, macht diese Überlegung sicherlich grossen Sinn. Da

dies nicht trivial ist, müssen die Mitarbeitenden im Umgang mit

der Verschlüsselung geschult sein.

Wird das private Gerät für die Tätigkeiten genutzt, kann es sein,

dass wahlweise eine VPN-Verbindung, das bedeutet eine verschlüsselte

Verbindung zwischen Gerät und Unternehmen, zur

eingesetzt wird. Dies mag zwar für die Wartung von Servern

und anderen Systemen durchaus Sinn machen, aus Sicht der Sicherheit

ist dies aber keine gute Lösung, ist doch das Gerät dann

direkt mit dem Firmennetzwerk verbunden.

Da die Aktualität des privaten Gerätes sowie die Schutzmöglichkeiten

(Firewall, Antivirenprogramm, etc.) nicht bekannt

sind, geht das Unternehmen ein sehr grosses Risiko ein. Ist ein

Schädling auf diesem Gerät aktiv, kann es sein, dass dieser via

VPN den Weg ins Unternehmen findet und auch dort Schaden

anrichten kann. Daher sollte VPN wirklich nur im äussersten

Notfall eine Option sein.

Besser ist es, via ein Remote-Programm zu arbeiten. Viele kennen

sicherlich TeamViewer, mit welchem der Bildschirm des

entfernten Computers angezeigt wird und auf diesem gearbeitet

werden kann. Genau gleich verhält es sich mit Citrix oder

Terminal-Server.

grosse Verzögerungen. Alle Daten bleiben immer im Unternehmen

und verlassen dieses nie. Somit ist auch die Frage nach

einem aktuell gepatchten System irrelevant.

Wichtig an dieser Stelle ist aber zu erwähnen, dass lokale Laufwerke

nicht eingebunden werden. Ansonsten wird die Trennung

zwischen den Geräten wieder aufgehoben.

Wie im Büro gilt auch hier: wenn ich den Arbeitsplatz verlasse,

muss ich ihn sperren. Die so genannte Clear Screen Regel definiert,

dass die Sperre so eingerichtet sein sollte, dass nur mit der

Eingabe des Passwortes wieder weiter gearbeitet werden kann.

An das private Gerät gelten demnach die gleichen Anforderungen

an Passwörtern, wie in der Firma: mindestens 10 Zeichen

zusammengesetzt aus Gross- und Kleinbuchstaben, Zahlen

und Sonderzeichen.

Zudem sollten die Passwörter keinen persönlichen Bezug haben.

Idealerweise kommt auch hier ein Merksatz zum Einsatz.

«Ich sperre meinen Arbeitsplatzrechner immer, wenn ich ihn

verlasse». ergibt Is1Ai,wiiv. (Bitte nicht diesen verwenden).

Dieser Satz ist leicht zu merken und schützt die Daten.

Zu beachten ist, es gelten auch Schutzregeln bei Telefongesprächen.

Wenn sich andere Personen in der Nähe befinden,

dürfen keine vertraulichen Informationen über diesen Weg ausgetauscht

werden.

Vielleicht haben Sie es auch schon mal bei einer Zugsfahrt erlebt,

welche spannende Dinge da erzählt werden. Sei es geschäftliche

Belange, ja teilweise sogar sehr intime Dinge wie

Krankheiten oder Affären. Achten Sie daher darauf, was Sie

mündlich weitergeben.

Kleine Dinge helfen, die Informationssicherheit zu gewährleisten

Mit wenigen Verhaltensweisen können Sie auch von zu Hause

aus sicher arbeiten. Achten Sie darauf, dass niemand Fremdes

an Informationen kommt.

Dies gilt auch für Familienangehörige. Versorgen Sie alle Unterlagen

sicher, wenn diese nicht benötigt werden, idealerweise

eingeschlossen.

Sperren Sie Ihr Gerät, auch wenn Sie nur kurz weg sind. Und

passen Sie auf, welche Informationen Sie per E-Mail oder mündlich

weitergeben. Damit können Sie den Datenschutz und die

Informationssicherheit jederzeit gewährleisten.

weitere Infos: www.goSecurity.ch

Dort sehe ich den Bildschirm des Firmenservers, habe somit

meine gewohnte Oberfläche, die üblichen Programme und auch

die bekannte Ordnerstruktur zur Verfügung.

Es verhält sich für den Mitarbeitenden, wie wenn er oder sie im

Büro sitzen würde. Der grosse Vorteil ist hier natürlich, dass nur

Bildinformationen übertragen werden.

Dies schont auch die Internet-Bandbreite. Auch wenn nur eine

langsame Verbindung zur Verfügung steht, klappt dies ohne

31


Digitalisierung

LIQUIDITÄT SCHONEN –

UND NEUE ABSATZWEGE FINDEN

Homeoffice wird in Zeiten von Corona zum Standard.

Mehr denn je stellt sich für Unternehmen daher die Frage

der Endgerätesicherheit. Arbeitgeber müssen Lösungen

finden, mit denen sich Mobilität und der Schutz

der Unternehmensressourcen bestmöglich in Einklang

bringen lassen.

Im Zuge von Quarantänebestimmungen, geschlossenen Kindertagesstätten

und Schulen sowie Kontaktsperren blieb vielen

Unternehmen auf der ganzen Welt seit März 2020 gar keine

andere Möglichkeit, als ihre Mitarbeitenden – sofern Aufgabe

und technische Ausstattung dies zuliessen – ins Homeoffice zu

schicken. Nur so konnte der Geschäftsbetrieb in einigen Firmen

überhaupt am Laufen gehalten werden. Dabei war der Trend

zum mobilen Arbeiten „unter normalen Umständen“ bereits vor

dem Ausbrechen der Pandemie zu erkennen. So antworteten

im Rahmen einer 2018 in Deutschland durchgeführten Studie

von IDG Research Services über 31 Prozent der befragten Arbeitnehmer,

dass sie vereinzelt vom Homeoffice aus arbeiten.

Homeoffice als zukunftsfähiges Konzept

Von der Bedeutung des Homeoffices in der aktuellen Situation

ganz abgesehen, sprechen viele weitere Vorteile für ein mobiles

Beschäftigungskonzept: Gerade vor dem Hintergrund langer

Arbeitswege werden Arbeitnehmer durch die Möglichkeit des

32

Homeoffice entscheidend entlastet – sie sparen nicht nur Zeit,

sondern auch Geld und Nerven, indem sie dem täglichen Berufsverkehr

entgehen. Zudem gibt es mittlerweile genügend Forschungsergebnisse,

die den Effizienzgewinn im Homeoffice belegen.

So zeigt beispielsweise eine umfassende Untersuchung

der Universität Stanford, dass Mitarbeitende, die von zuhause

arbeiten, im Schnitt um 13 Prozent produktiver ans Werk gehen

als ihre Kollegen im traditionellen Büro. Und ein weiteres Argument

sollte Geschäftsführer hellhörig werden lassen: Durch das

Angebot von Remote-Arbeit lassen sich auch bisherige Fixkosten

einsparen. So ist beispielsweise weniger Bürofläche erforderlich

– von Ausgaben hinsichtlich der Büroausstattung oder

sonstigen Nebenkosten ganz abgesehen.

Last but not least öffnet die Digitalisierung neue Spielräume bei

der Rekrutierung von Fachkräften. Moderne Werkzeuge der Zusammenarbeit,

wie beispielsweise Microsoft Teams, Slack oder

Skype, legen das Fundament einer flexiblen Arbeitsplatzwahl

ohne grosse Abstriche hinsichtlich der teamübergreifenden

Zusammenarbeit. Dadurch wird eine zu besetzende Position

eventuell auch für Kandidaten interessant, die in grösserer Entfernung

zum Unternehmenssitz wohnen und für die Pendeln

oder Umzug keine Optionen sind. Im Kampf um Talente stellen

mobile Beschäftigungskonzepte somit nicht selten einen klaren

Wettbewerbsvorteil dar. Laut Studie des global agierenden Personaldienstleisters

Randstad sind beispielsweise 63 Prozent der

befragten Arbeitnehmer der Meinung, dass sie nicht an einem


Schreibtisch sitzen müssen, um ihre Aufgaben zu erledigen. Für

45 Prozent ist Flexibilität einer der wichtigsten Faktoren, wenn

ein Arbeitsplatzwechsel im Raum steht.

IT-Anforderungen auf der Spur

Doch egal aus welchen Gründen auch immer bereits vorher

mobile Beschäftigungskonzepte zum Unternehmensalltag gehörten:

Beim Ausbruch von Corona hatten Arbeitgeber, die in

dem Zusammenhang rechtzeitig die Weichen gestellt hatten,

die entscheidende Nasenlänge Vorsprung. Für viele andere

mussten kurzfristig Lösungen her. Für alle gilt jedoch: Um die

Potenziale des mobilen Arbeitens effektiv ausspielen zu können,

muss auch der Schutz der Unternehmensressourcen gegenüber

äusseren Bedrohungen ins Kalkül gezogen werden.

Die IT-Verantwortlichen stehen in der Pflicht, Lösungen zu finden,

mit denen sie das gleiche Mass an Sicherheit gewährleisten

können, wenn Anwender sowohl innerhalb als auch ausserhalb

des eigentlichen Firmennetzwerks arbeiten – egal ob damit das

Homeoffice, ein Café, ein Zug oder der Flughafen gemeint ist.

Angreifern die Tour vermasseln

Auch Cyberkriminelle haben das Potenzial des mobilen Arbeitens

erkannt und reiben sich in Anbetracht der Corona-Krise

natürlich die Hände. Wenn Geräte ausserhalb des eigentlichen

Netzwerks agieren und etablierte Sicherheitsfunktionen nicht

greifen, müssen Hacker in der Regel nur am Mitarbeitenden

selbst vorbei. Kein Wunder also, dass Phishing sowohl hinsichtlich

Quantität als auch Qualität immer wieder neue Rekorde

aufstellt. Mittlerweile lassen sich 90 Prozent aller Netzwerkübergriffe

darauf zurückführen. Von daher kommt es in erster

Linie darauf an, das Bewusstsein der Mitarbeitenden für diese

Gefahren zu schärfen und sie zu animieren, Auffälligkeiten zu

melden. Gerade letzteres wird im Zuge des mobilen Arbeitens

weiter erschwert. Schliesslich entfällt im Homeoffice der

schnelle Gang zum Kollegen, um ihn nach seiner Meinung fragen,

sobald etwas verdächtig erscheint. Hier schafft beispielsweise

ein direkter und dedizierter Kanal zur IT-Abteilung auf

Basis von Instant Messaging Abhilfe. Gleichzeitig sollte unbedingt

vermieden werden, betroffene Mitarbeitende zu stigmatisieren.

Jeder kann zum Opfer werden. Aus diesem Grund gilt

es, eine offene Gesprächskultur zu schaffen, in der solche Fälle

in der Gemeinschaft besprochen werden, um Wiederholungen

vorzubeugen. Entsprechende Initiativen sollten darüber hinaus

auch mit der Etablierung passgenauer technischer Möglichkeiten

einhergehen. Multifaktor-Authentifizierung und weitere

Mechanismen im Rahmen der Endgerätesicherheit spielen hier

eine wichtige Rolle.

Wirksamer Schutz, einfach umgesetzt

Digitalisierung

In diesem Zusammenhang hat WatchGuard mit Passport ein

Rundum-sorglos-Paket geschnürt, mit dem Unternehmen sowohl

die Mobilität ihrer Mitarbeitenden als auch deren Schutz

vor potenziellen Gefahren verlässlich gewährleisten können.

Dank des gezielten Zusammenwirkens der einzelnen Sicherheitsdienste

spielt es keine Rolle mehr, wo auf der Welt sich der

einzelne Mitarbeitende gerade befindet. Aktuell umfasst das

Lösungsangebot die folgenden Bausteine:

Multifaktor-Authentifizierung: Mit WatchGuard AuthPoint lässt

sich Angreifern, die sich über Diebstahl von Anmeldeinformationen

unbemerkt in Netzwerke einschleichen wollen, gezielt

ein Riegel vorschieben. Der zusätzliche Schutz erfordert dabei

keinerlei Investitionen in teure Hardwarekomponenten. Stattdessen

basiert die Lösung auf einer Smartphone-App, über

die sich Benutzer via Push-Meldung, QR-Code oder Einmal-

Mittlerweile lassen sich 90 Prozent aller Netzwerkübergriffe auf Phishing zurückführen.

33


Digitalisierung

passwort (OTP) auf Basis der einzigartigen, klar zuordenbaren

Gerätedaten identifizieren und authentifizieren können.

DNS-Filter am Endpunkt: DNSWatchGO sorgt für zusätzliche

Sicherheit auf DNS-Ebene. Dank leistungsstarker Content Filter

werden ungewollte Verbindungsversuche zu fragwürdigen Zielen

verhindert. Phishing-Angriffe lassen sich so aber nicht nur

ad-hoc abwenden. Durch die automatische Anzeige von Sicherheitshinweisen

werden Endbenutzer unmittelbar nach einem

solchen Versuch zudem gezielt sensibilisiert.

Diese bereits bestehenden, cloudbasierten Funktionalitäten

sollen in Kürze noch um einen modernen EDR-Sicherheitsservice

(Endpoint Detection & Response) zum Schutz vor Malware

ergänzt werden. Und das ist erst der Anfang: Nach und nach

wird WatchGuard das Passport-Paket für umfassende Endgerätesicherheit

auf Enterprise-Niveau weiter ausbauen. Die einfachen

Implementierungs- sowie Administrationsmöglichkeiten

spielen dabei insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen

in die Karten.

Gezielte Hilfe in der Krise

Da die Absicherung von Homeoffice- und Remote-Mitarbeitenden

gerade in der jetzigen Zeit von entscheidender Bedeutung

ist, bietet WatchGuard in Zusammenarbeit mit seinen Partnern

insbesondere mittelständischen Unternehmen gezielte

Unterstützung und leistet damit seinen ganz eigenen Beitrag

in Zeiten der Krise. Es besteht ab sofort die Möglichkeit,

WatchGuard Passport – und damit sowohl die Multifaktor-Authentifizierungslösung

„AuthPoint“ als auch „DNSWatchGO“

für 120 Tage und bis zu 250 Nutzer kostenlos einzusetzen. Darüber

hinaus vergibt WatchGuard für den gleichen Zeitraum Gratis-Lizenzen

für die „FireboxV“.

Durch die virtuelle Firewall und zusätzliche VPN-Optionen können

bestehende Infrastrukturen vor dem Hintergrund des Anstiegs

der Mitarbeitenden, die von aussen auf Unternehmensressourcen

zugreifen, zusätzlich entlastet werden.

Autor:

Paul Moll, Field Marketing Manager Central Europe bei

WatchGuard Technologies

34


35


Digitalisierung

Hacker rekrutieren KI für

Cyberangriffe

Autor / Redakteur: Lisa Marie Waschbusch / Nico Litzel

36


Digitalisierung

Eine aktuelle Studie zeigt: Mit einem weltweit wachsenden Machine-Learning-Markt,

müssen sich Unternehmen vermehrt mit

Cyberangriffen durch Künstliche Intelligenz auseinandersetzen.

Unternehmen müssen sich mit einer neuen Art von Cyberattacken

befassen: Hacker nutzen verstärkt Künstliche Intelligenz

(KI) für ihre Angriffe und setzen damit die IT-Sicherheitsverantwortlichen

unter Zugzwang. Das ist das Ergebnis der Studie

„Potenzialanalyse Unternehmen schützen, Risiken minimieren“

von Sopra Steria Consulting, bei der 308 Entscheider und Fachkräfte

verschiedener Branchen befragt wurden.

Der Grund dafür, so das IT-Unternehmen, sei die Tatsache,

dass Unternehmen oft noch nicht die Möglichkeit haben, neue

KI-Technologien zur Verteidigung zu nutzen. Nur jedes vierte

Unternehmen führt spezielle Überwachungswerkzeuge für den

Datenverkehr, wie zum Beispiel sogenannte Intrusion Detection-

oder Prevention-Systeme, ein.

Erkennung eindeutig identifizierbarer Bedrohungen

„KI kann IT-Sicherheitsexperten bei ihrer Einschätzung von Bedrohungen

assistieren und Entscheidungen vorbereiten“, sagt

Kerstin Sander, Beraterin für IT-Sicherheit von Sopra Steria Consulting.

Eine auf KI basierende Software könne beispielsweise

Daten wie E-Mails deutlich schneller durchsuchen und genauer

und eindeutig identifizierbare Bedrohungen anhand von definierten

Regeln erkennen.

Das Gefährliche: Ein von Künstlicher Intelligenz unterstützter

Cyberangriff umgeht herkömmliche Sicherheitsvorkehrungen

unter anderem durch Nachahmung menschlichen Verhaltens.

Mithilfe einer rudimentären Software wurde beispielsweise in

Indien das normale Nutzerverhalten innerhalb eines Netzwerkes

beobachtet und Muster erkannt.

Im zweiten Schritt begann die Software, das Verhalten nachzuahmen

und trat dabei bewusst in den Hintergrund. Für die

Sicherheits-Tools war sie deshalb nur noch äußerst schwer zu

erkennen.

37


Digitalisierung

Security in der Smart Production

Die Zahl der an das Internet angeschlossenen Endgeräte nimmt permanent

zu. In der IDG-Studie „Internet of Things (IoT) 2019“ sprach der Analyst von

einer Anzahl von 14,2 Milliarden IoT-Geräten.

Von Peter Meivers, Senior Product Manager bei baramundi software AG

auch die Anbindung Externer an das Unternehmen voraus.

Insbesondere im Bereich der Fertigung kann die Vernetzung

mit Spediteuren und Zulieferern bisher nicht genutztes Potenzial

freisetzen, da Kommunikationswege verkürzt und Abläufe

beschleunigt werden können. Gleichzeitig setzen sich so angebundene

Unternehmen bei unzureichender Absicherung auch

einem großen Risiko aus.

Schwachstellen überall

Durch die modernen intelligenten Produktionsmethoden ist

eine intensive Verzahnung der Prozesse und die Vernetzung der

an der Produktion beteiligten Unternehmen und der verwendeten

Maschinen notwendig. Dieser Informationsaustausch benötigt

eine Vielzahl von Schnittstellen zwischen den einzelnen

Unternehmen. Sogar bei besonders gut gesicherten Systemen

sind diese Schnittstellen oft ideale Einfallstore für Cyberangriffe.

Auch das Volumen des IoT-Marktes wird drastisch wachsen.

Laut einer Prognose von Fortune Business Insights wird er sich

im Jahr 2026 weltweit auf 1,1 Billionen US-Dollar belaufen.

Wesentliche Triebfeder für diese Entwicklung ist das Industrial

Internet of Things (IIoT), das für eine intelligente Produktion

essentiell ist. Ohne die Vernetzung von Maschinen und Anlagen

mit moderner Informations- und Kommunikationstechnologie

ist eine effiziente, verlässliche und kostengünstige Produktion

mittlerweile undenkbar. Daher sind Produktionsnetzwerke

heutzutage wesentlich zeit-, kosten- und umweltschonender

als sie es bei gleicher Auslastung früher hätten sein können.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass eine höhere Integration

von IT-Systemen in den Produktionsablauf das Risiko von Angriff

seitens Cyberkrimineller erhöht. Dadurch wird nicht nur

der unmittelbar angegriffene Abschnitt des Fertigungsablaufs

in Mitleidenschaft gezogen, sondern es kann zu einer enormen

Kettenreaktion in der gesamten Supply Chain kommen.

Die Störung oder Bedrohung der Produktionskette ist ein lohnendes

Geschäft: Cyberkriminelle können eine hohe Summe

fordern, wenn sie geschädigte Systeme wieder freigeben. Aber

auch Wettbewerber können hinter einem Angriff stecken, um

entweder vertrauliche Informationen auszuspähen oder Sabotage

zu betreiben. Der Fertigungsablauf bleibt so ein interessantes

Ziel für Attacken. Wie bei einem Angriff auf eine klassische

IT-Umgebung besteht auch bei der Attacke auf eine OT-Umgebung

die Gefahr der Infiltrierung angrenzender Netzwerke. Und

hier ist keineswegs nur die Rede von dem unternehmenseigenen

Netzwerk, sondern auch von denen der Partner und Lieferanten.

Die digitale Transformation setzt zum Teil schließlich

Auch mit dieser Problematik sind IT-Administratoren gut vertraut,

tritt sie doch auch möglicherweise auf, wenn Mitarbeiter

sich mit ihren mobilen Endgeräten mit einem Netzwerk verbinden.

Neu ist jedoch die Anzahl der durch den Einsatz von IIoT

entstehenden Schnittstellen und die damit einhergehende steigende

Bedrohungslage. Im Gegensatz zu früher, als lediglich einige

ausgewählte Server aus der Produktion mit der Außenwelt

verbunden waren, verbinden Automatisierungstechniker und

Mechatroniker nun alle möglichen Endgeräte mit dem Internet

– vom Servercluster bis hin zum Sensor, der den Zustand einer

Maschine an ihren Hersteller zurückmeldet.

Um eine komplette Produktionskette inklusive der IT-Ressourcen

bei den Lieferanten zu kompromittieren, genügt eine

Schwachstelle eines einzigen Endgeräts. Von diesem aus können

Kriminelle Einfluss auf weitere Bereiche des Netzwerks

nehmen. Dies kann neben einer ernsten Rufschädigung für das

betroffene Unternehmen zu immensen Kosten führen – und das

nicht nur im eigenen Betrieb, sondern auch bei den Partnern.

Smarte Produktion wiegt sich noch in Sicherheit

Vielerorts unterschätzen Unternehmen diese Risiken, wie die

Studie des TÜV Rheinland zur IT-Sicherheitslage in Industrieanlagen

herausgefunden hat.

Demnach haben 40 Prozent der befragten Sicherheitsbeauftragten

die Risiken für ihre Produktionssysteme bisher nicht

untersucht. Ob eine Risikoabschätzung überhaupt durchgeführt

wurde, konnten weitere 34 Prozent nicht genau sagen. Auf

der anderen Seite haben lediglich fünf Prozent bereits Schritte

zur Absicherung ihrer intelligenten Fertigungsanlage unternommen.

Ein Angriff auf Produktionsanlagen kann neben dem direkt erlittenen

Schaden im Unternehmen, auch eine Gefahr für wichtige

Infrastruktur des Gemeinwesens bedeuten, z.B. in der Energieversorgung

oder Kommunikation. Letzteres ist nicht nur für

Cyberkriminelle interessant, sondern auch für feindliche staatliche

Akteure.

38


Digitalisierung

Getrennt organisieren – zusammen agieren

Wie können IT-Sicherheitsverantwortliche ihre Unternehmen

nun vor Angriffen schützen? Zunächst sollte ein einheitliches

Sicherheitskonzept erarbeitet werden. In diesem werden die

verantwortlichen Personen und Stellen für die Planung und

Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen genau definiert. Der

Erfahrungsschatz sowohl aus IT als auch Produktion sollten

zielführend berücksichtigt werden, um die vernetzte Produktion

abzusichern.

Das Verantwortungsgebiet der IT sollte daher im Idealfall auch

jene Bereiche der Fertigung umfassen, wo der Einsatz von Informationstechnologie

wesentlicher Bestandteil des Arbeitsablaufes

ist. Damit ist die Unternehmens-IT nicht nur für die

Absicherung der Datenübertragung innerhalb von IT-Systemen

verantwortlich, sondern sichert auch den stabilen Informationsfluss

in der Produktion.

Mehr Sicherheit in komplexer Produktions-Umgebung durch

toolgestütztes Endpoint Management

Mit einer zunehmend komplexeren IT- und OT-Infrastruktur

muss das Management seiner Bestandteile effizienter und automatisierter

werden. Bei der großen Anzahl an verbundenen

Endgeräten kann die Administration nicht mehr manuell erfolgen

– zumal es sich da um eine völlig heterogene Mischung

aus älteren und neueren Geräten unterschiedlichster Herkunft

handelt.

Daher kann eine wirklich sichere Geräteverwaltung nur noch

durch ein toolgestütztes Endpunkt- und Schwachstellenmanagement

gewährleistet werden. Im Einzelnen automatisiert

es die Inventarisierung der Geräte, und die Erkennung von

Schwachstellen. Dadurch wird ein gezieltes Risikomanagement

ermöglicht. Im Weiteren erleichtert es die gezielte Aktualisierung

von Betriebssystemen, die Bereitstellung von Software

und die damit verbundene Schließung von Sicherheitslücken.

Außerdem können damit der aktuelle Status des gesamten IT-

Inventars, mögliche Probleme an der eingesetzten Hard- und

Software sowie den Betriebssystemen in einem zentralen,

plattformunabhängigen Dashboard visualisiert werden.

So können Administratoren schnell auf Probleme reagieren

und etwa notwendige Sicherheitsupdates auf Servern und Endgeräten

nach entsprechender Prüfung implementieren und die

smarte Produktion damit sicherer machen. Mit Blick auf den potentiellen

Schaden, den ein einziges kompromittiertes Endgerät

in der Produktionskette verursachen kann, ist die Investition in

eine moderne Unified-Endpoint-Management-Lösung für die

vernetzte Produktion dringend zu empfehlen.

Weitere Infos:

baramundi software AG

Beim Glaspalast 1

86153 Augsburg

www.baramundi.com

39


Digitalisierung

Interviewpartner: Tim Berghoff, Security Evangelist G DATA CyberDefense

KI lässt sich nutzen, um Schadprogramme

besser zu erkennen

Das Thema Digitalisierung ist nicht mehr aus den Medien wegzudenken

und zu diesem Thema gehört auch das Thema AI =

Künstliche Intelligenz.

1: AI-Technologie kennen die meisten Leute von Siri, Alexa,

usw. Wo finden wir AI noch im Alltag, obwohl wir es dort gar

nicht erwarten?

Zunächst einmal: Die Begriffe Artificial Intelligence und Künstliche

Intelligenz sind in der Forschung durchaus umstritten. Was

es derzeit gibt, sind verschiedene Technologien aus dem Themenbereich

des Machine Learning. Bis hin zu einer eventuellen,

echten künstlichen Intelligenz ist es noch ein weiter Weg.

Machine Learning gibt es mittlerweile in vielen Bereichen des

Alltags. Ein Beispiel ist die Medizin, hier werden Behandlungsmethoden

durch den Einsatz intelligenter Software verfeinert.

Apps, die zur Früherkennung von Krankheiten eingesetzt werden,

basieren ebenfalls auf KI.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist das Auto. Wenig verwunderlich ist

der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in autonomen Autos. KI

ist aber auch Teil von Einparkhilfen, auf die sich viele Menschen

40

verlassen, wenn sie ins Parkhaus fahren oder ihr Fahrzeug in

eine Lücke manövrieren möchten. So kann das Auto frühzeitig

vor Hindernissen warnen, damit es keinen Unfall gibt.

Im Bereich IT-Sicherheit basieren heute viele Technologien

ebenfalls auf Künstlicher Intelligenz, um besser und schneller

vor Schadprogrammen zu schützen. Dabei werden verdächtige

Samples anhand eines Rasters automatisch analysiert und

bewertet. Eine rein manuelle Analyse wäre bei der heutigen

Datenmenge nicht mehr möglich – bei G DATA CyberDefense

kommen pro Tag rund 500.000 neue Dateien herein, die geprüft

werden müssen.

2: Neulich habe ich mir einmal überlegt, wie oft ich Siri auf

meinem iPhone im Alltag einsetze, wie z.B. Terminplanung,

oder um Telefonate zu führen. Besonders im Auto oder im

Büro ist das ein recht gutes Hilfsmittel. Jedes Mal wenn ich

Siri einsetze, brauche ich eine Internetverbindung und meine

Daten gehen dann ins Netz?

Ja, das ist der Fall. Digitale Assistenten haben lokal auf dem Gerät

nur sehr begrenzte Ressourcen und können maximal auf


Digitalisierung

das Aktivierungswort „Hey Siri“ oder „Alexa“ reagieren. Interpretiert

werden die ausgesprochenen Befehle dann von einer

leistungsstarken Cloud-Infrastruktur im Hintergrund. Zu beachten

ist auch, dass die Daten aus Sprachassistenten bei fast

allen Anbietern zur Qualitätskontrolle auch in Stichproben von

menschlichen Mitarbeitern angehört und geprüft werden. Wirklich

vertrauliche Informationen sollte man mit einem solchen

System also eher nicht verarbeiten.

3: Kann man sagen, dass Unternehmen, die AI-Technologie

einsetzen, die dadurch gewonnenen Informationen dazu nutzen,

unsere Gewohnheiten zu analysieren und die dadurch

gewonnen Erkenntnisse zur Optimierung ihrer Produkte verwenden?

6: Kann diese Technologie auch von der anderen Seite aus eingesetzt

werden?

Im Alltag sehe ich das nicht, eher im akademischen Bereich.

Allerdings dürfte es nicht mehr lange so bleiben, denn die

Schadsoftware Emotet, die Allzweckwaffe des Cybercrime,

hat gezeigt, dass Cyberkriminelle bereits die ersten Schritte in

diese Richtung gegangen sind. Hier werden zum Beispiel Graphdatenbanken

und andere Technologien genutzt, um glaubwürdigere

Spam-Mails zu erstellen. Ein Beispiel, dass die möglichen

Gefahren von KI-basierter Malware aufzeigen soll, wurde

im vergangenen Jahr von IBM präsentiert. Eine experimentelle

Malware soll dabei helfen, mögliche Gegenmaßnahmen auf Seiten

der Antivirenhersteller vorzubereiten.

Dies ist der Fall. Ein bekanntes Negativ-Beispiel ist Cambridge

Analytica, die Praktiken dieser Datenanalyse-Firma haben bei

Bekanntwerden hohe Wellen geschlagen und für einen Skandal

gesorgt. Nennen kann man aber auch verschiedene Werbetreibende,

zum Beispiel Google oder Amazon, die ihren Kunden

potentiell interessante Artikel anbieten, um diese zum Kauf zu

animieren.

Diese Unternehmen verdienen damit viel Geld.

Ein anderes Beispiel sind iPhones. Seit dem letzten iOS-Update

lernen die Geräte, wann und wie lange sie an ein Ladegerät angeschlossen

sind und passen den Ladezyklus an, um den Akku

zu schonen und seine Lebensdauer zu verlängern. Google Maps

benutzt Machine Learning für automatische Stauanalysen und

die Berechnung von Verkehrsflüssen.

4: Wie lässt sich AI-Technologie in der IT-Security einsetzen?

Künstliche Intelligenz lässt sich in der IT-Security nutzen, um

Schadprogramme besser zu erkennen. Dies ist speziell beim

Aufspüren schädlicher Verhaltensmuster ein Vorteil, weil es

auch Fälle gibt, bei denen die einzelnen Aktionen an sich in Ordnung

sind, aber die Kombination aus allen Handlungen schadhaft

ist. Wir nutzen Künstliche Intelligenz beispielsweise bei

unserer G DATA DeepRay-Technologie, um getarnte Malware zu

entdecken. Viele Malwareautoren tarnen ihre Schadprogramme,

um eine Erkennung zu verhindern. Unsere Technologie

schaut dahinter und erkennt verhüllten Schadcode zuverlässig.

Mit Hilfe von neuronalen Netzen können wir sehr schnell auf

neue Bedrohungen reagieren.

5: Eignet sich KI auch als Hilfsmittel für kleinere Unternehmen,

die nicht über eigene Spezialisten verfügen?

Kleinere Unternehmen werden Künstliche Intelligenz normalerweise

nicht selbst entwickeln. Wie im Fall von Sicherheitslösungen,

werden aber häufig Modelle eingekauft, die die Arbeit

erleichtern sollen und somit den Profit steigern.

In China verkaufen Tech-Unternehmen wie Baidu, Alibaba und

Tencent KI-Produkte speziell für kleine Firmen. Sie bieten Paymentlösungen

und Module wie Business Intelligence an. Ein

weiterer Anwendungsfall für lizensierte KI-Technologien könnten

etwa Chatbots für die Kundenbetreuung sein.

Es muss dabei aber genauestens definiert sein, was die Aufgaben

der Technologie sind und welche Vorteile sie bringt. Vielleicht

gibt es für Unternehmen unter Umständen sogar Nachteile,

die vorher zu bedenken sind.

Der Einsatz von KI ist nicht immer notwendig – auch wenn das

mittlerweile häufig suggeriert wird. Oft reicht es, teilautomatisierte

Systeme einzusetzen.

41


Digitalisierung

7: Wie Sie wissen, werden im Internet schon länger Hack-Tools

zum Kauf angeboten, zum Teil sogar mit einem Support, falls

man nicht weiterkommt.

Nun stellt sich mir die Frage, was passiert, wenn die Hacker

die AI-Technologie für ihre Zwecke missbrauchen, z.B. um

Netzwerk auf Schwachstellen hin zu analysieren?

Schwachstellenanalysen in Software könnten grundsätzlich

auf KI-Basis durchgeführt werden.

Oft wird heute automatisiert nach Lücken gesucht, zum Beispiel

mittels Fuzzing. Das ist zwar an sich keine KI-Technologie,

kann aber um Machine-Learning-Elemente ergänzt werden.

Es wird deutlich: Die Begriffe Automatisierung und Künstliche

Intelligenz sind nicht unbedingt deckungsgleich. Ein Wecker

klingelt morgens auch automatisch – aber nicht, weil er intelligent

ist.

8: Ein grosses Thema ist der Schutz sensibler Daten. In letzter

Zeit hört man immer wieder, dass Unternehmen wie z.B.

Facebook sensible Daten gestohlen werden. Man könnte doch

eigentlich meinen, dass diese Unternehmen genügend Geld

haben, um sich gegen solche Angriffe erfolgreich zu schützen.

Wäre die AI-Technologie eine Möglichkeit, sein Netzwerk vor

solchen Angriffen zu schützen?

Künstliche Intelligenz kann helfen, Datenpannen zu entdecken

und zu beheben. Persönliche Daten werden aber oft nicht einfach

entwendet. Im Regelfall haben vorher bereits einige Sicherheitsmassnahmen

versagt bzw. die IT-Sicherheit war unzureichend.

Die Gründe, warum solche Datenverluste passieren,

lassen sich oft schnell feststellen und beseitigen. Grundsätzlich

kann Künstliche Intelligenz bei der Absicherung weiterhelfen.

Man kann zum Beispiel die Robustheit der Systeme mit Zufallsund

KI-basierten Angriffen aus dem Netzwerk heraus testen.

KI hilft allerdings nicht gegen Täter aus dem Inneren des Unternehmens.

9: Die letzte Frage: Ist die AI-Technologie ein Fluch oder ein

Segen in der Welt der Technologie?

Das sehe ich eher agnostisch. Künstliche Intelligenz ist weder

gut, noch böse.

Sie lässt sich zu positiven Zwecken einsetzen, zum Beispiel bei

der Erkennung von Schadprogrammen oder der Verbesserung

von medizinischen Behandlungen.

Sie kann aber auch missbraucht werden, sodass Menschen erhebliche

Nachteile haben.

Also ist sie vielleicht Fluch und Segen zugleich. Beispielsweise

ist ein Hammer ein nützliches Werkzeug, dieses kann leider

auch dazu genutzt werden, um jemanden zu verletzen.

Schwierig ist das Abwägen zwischen Datenschutz und Künstlicher

Intelligenz, denn KI braucht die Daten, mit denen sie gefüttert

wird, um ihren Zweck zu erfüllen.

Anders kann der Algorithmus nicht dazulernen. Auf der anderen

Seite kann Künstliche Intelligenz auch helfen, Datenpannen zu

erkennen und diese somit zu beheben.

42


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43


Digitalisierung

So fordert der digitale Wandel Organisation

und Kundenbindung

Wer über digitale Kanäle verkauft, der muss auch liefern können. Und damit

meine ich nicht per se den Versand der Waren an die Kunden, sondern getreu

dem Sprichwort «liefere nöd lafere» wie Unternehmen die PS auf den Boden

bringen und die Anforderungen an die Organisation meistern. Doch wie gelingt

es, von den Transformations-Dynamiken, die der Wandel im Handel bietet,

zu profitieren? Eine Transformation von aussen nach innen ist dazu unabdingbar.

Nur so können neue Erlösströme und Kundenbindung generiert werden.

Landauf und landab steht «Digitale Transformation» zuoberst

auf der Agenda und es wird «digitalisiert», was das Zeug hält.

Doch oft wird «Digitalisierung» mit «Elektrifizierung» missverstanden:

Bestehende Prozesse werden elektronisch abgebildet

und nicht ausnahmslos hinterfragt, vereinfacht, neu gedacht,

konsolidiert oder eliminiert.

Oder um einmal mehr Thorsten Dirks’ Bonmot zu bemühen:

«Wenn sie einen Scheissprozess digitalisieren, dann haben sie

einen scheiss digitalen Prozess.»

Der ehemalige CEO von Telefónica Deutschland hat es damit

exakt auf den Punkt gebracht: Ein Prozess wird nicht besser,

nur weil er elektrifiziert wurde. Mit dieser Denkweise entstehen

weder neue Geschäftsmodelle noch können bestehende adaptiert

oder skaliert werden noch finden sich damit Wege aus der

Transformationsfalle.

44

Wie neue digitale Services, Produkte und Erlösströme entwickelt

werden können, darüber wurde schon oft geschrieben.

Was häufig vernachlässigt wird ist jedoch, dass die Organisationen

selbst grosse Mühe haben, mit der Entwicklung Schritt zu

halten.

Neue Führungs- und Organisationsmodelle

Die Herausforderung liegt in der Gestaltung von neuen Führungs-

und Organisationsmodellen. Denn wenn der interne

Wandel innerhalb der Unternehmen nicht mindestens gleich

schnell getaktet ist wie nach aussen, dann ist Scheitern vorprogrammiert.

Das herausragendste digitale Angebot, die optimierteste

Customer Journey, die ausgefeilteste Customer

Experience nützen nichts, wenn die Ausführung fehlschlägt.

Und warum schlägt sie so oft fehl? Weil die Organisation nicht

Schritt halten kann, weil die Menschen darin überfordert sind,

die neuen Skills entweder nicht verfügbar sind oder sich noch


nicht etablieren konnten und es in der Regel ganz oft an Führung

und Kultur mangelt.

Ein Beispiel gefällig? Kein Omni-Channel-Händler wird Erfolg

haben, wenn es ihm nicht gelingt, die Silos intern einzureissen.

Silos in Form von Zuständigkeiten, Silos in Form von Messgrössen

und Führungsinstrumenten, Silos in Form von Organisationseinheiten.

Ein Kunde wird immer innert Sekunden spüren,

ob der Händler auch intern digital transformiert ist und seine

Kultur anpasst oder es bloss ein Lippenbekenntnis ist.

Will er als Händler den Kunden optimal bedienen («wir haben

den Artikel in Blau nicht hier, dürfen wir ihn für Sie online bestellen

und Sie haben ihn morgen zu Hause?») oder muss er weiterhin

seine kanalspezifischen Umsatzziele erreichen («wir haben

den Artikel in Blau nicht hier. Doch Rot steht Ihnen doch auch

gut und den hätte ich gleich da.»)?

Oft handelt ein Filialleiter seinen auferlegten Zielen zuwider,

wenn er Umsatz in einen anderen Kanal abgibt. Und dem wird

auch so bleiben, wenn sich ein Unternehmen nicht auch intern

fundamental wandelt, Umsätze nicht mehr nach Vertriebskanälen,

sondern beispielsweise nach Kundengruppen misst, Filialleiter

am Online-Umsatz beteiligt und vice-versa und gesamthaft

die Ziele am Unternehmens-EBIT festmacht.

Digitalisierung nach aussen und innen

Entscheidend für einen erfolgreichen Transformations-Prozess

nach aussen und für manche Branche gleichbedeutend mit dem

schlichten Überleben ist der Wandel nach innen im Rahmen

des Change-Managements und des Digital Leaderships. Unabdingbar

für eine nachhaltige Umsetzung der Strategie sind die

kulturellen Veränderungen, welche die Organisation inklusive

Systeme fit für das digitale Zeitalter machen.

Digitalisierung

erfolgreiche Transformationsprozesse. Konnten der Kulturwandel

wie auch neue Führungs- und Organisationsmodelle

nachhaltig etabliert werden, gelingt auch die Entwicklung neuer

Services und Erschliessung neuer Erlösströme.

Denn viele Branchen werden gezwungen sein, sich vom Gedanken

zu verabschieden, dass sie vom reinen Verkauf ihrer

Produkte genügend Deckungsbeiträge erzielen können. Gleichzeitig

stellen reine Verkaufsorganisationen keinen Differenzierungsfaktor

mehr dar.

Kundenbindung und neue Erlösströme

Kunden werden noch illoyaler, als sie es ohnehin schon sind. Ein

möglicher und erfolgsversprechender Weg ist die Generierung

von Lock-In-Effekten und gleichzeitiger Fokus auf Prozesskosten-Optimierung.

Im Maturity-Modell auf Seite 14 lassen sich die Stufen der Evolution

am Beispiel B2B exemplarisch zeigen.

Während sich viele B2B-Unternehmen mit einem Onlineshop

begnügen und sich damit schon am Ende der digitalen Transformation

wähnen, lassen sie ungeahnte Potenziale unerschlossen.

Insbesondere trägt der B2B-Onlineshop allein noch sehr wenig

zu möglichen Lock-In Effekten oder Loyalitätsvorteilen bei,

noch unterstützt er die Prozesskosten-Optimierung seitens des

Kunden und vergibt damit nicht nur eine wichtige Vorteilskommunikation.

Denn eine ganzheitliche Transformation des Unternehmens findet

strategisch aus zwei Perspektiven statt: Neben der Inside-

Out-Implementation und der Digital Market Transformation ist

eine nachhaltige Veränderung und konsequente Hinterfragung

bestehender Organisationen, Prozesse und Systeme unerlässlich.

Der Markterfolg wird sich kaum manifestieren, wenn nicht

gleichzeitig eine Outside-In-Implementation angegangen wird,

was beispielsweise mit dem Digital-Culture-Model erreicht werden

kann, das sämtliche für eine erfolgreiche Transformation

unabdingbaren Fragestellungen und Lösungskomponenten beinhaltet.

Wie ist das Unternehmen intern organisiert und strukturiert,

wie geht man mit Innovation und Collaboration um, welche

Technologien werden eingesetzt, was ist mit den immensen Datenbeständen

und wie werden diese genutzt? Welches Knowhow

ist verfügbar, steht es allen zur Verfügung, wie wird es geteilt,

vertieft, welche Skills bringen die Mitarbeitenden mit und

wie bringen sie das Unternehmen weiter?

Mitarbeitende und ihre Stärken, Motivationen aber auch Vertrauen

und Freiheiten sind so elementar und zentral wie kaum

je zuvor. Wie gegen aussen – wo der Kunde im absoluten Fokus

steht – steht auch innen der Mensch – die Mitarbeitenden – im

Zentrum.

Nur wer es schafft, diese beiden Perspektiven der Transformation

zu synchronisieren, der nähert sich der perfekten Customer-

Experience an.

Der interne Wandel ist Nährboden und Grundlage für weitere

45


Digitalisierung

Lock-In/Loyalität und Prozesskosten-Optimierung

Je durchdringender die Lock-In-Effekte und je einschneidender

die Prozesskosten-Optimierungen, je näher rücken Anbieter

und Nachfrager zusammen, sowohl technisch wie auch prozessual,

organisatorisch oder gar räumlich.

Wenn wir im B2B-Bereich von digitalen Vertriebsmodellen oder

Umsatzzahlen sprechen, gilt es jeweils zu differenzieren, welche

Erlöse über Online-/Mobile-Shops, Apps, Devices oder auch

Online-Marktplätze und Beschaffungsplattformen erzielt werden

und welche durch E-Procurement-Lösungen durch System-

Integrationen.

So lohnen sich Systemintegrationen nach unseren Erfahrungen

gerade für A-Kunden schnell, da spürbare Prozesskosten-Optimierungen

erzielt werden können, auf beiden Seiten. Stillschweigend

steigt natürlich auch der Lock-In bei einer entsprechenden

IT-Anbindung. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter

ist mit grösserem Aufwand verbunden und will mehr als einmal

überlegt sein.

Beratungsservices mit Branchen- und Sortiments-Know-how

sind für viele Hersteller und Händler eines ihrer wichtigsten Assets.

Oft hat sie dies auch gross gemacht und legitimiert sie für

ihre Position, die sie heute innehaben. Doch auch diese Position

ist im digitalen Zeitalter gefährdet, wenn es nicht gelingt, diese

Beratungsservices unterschiedlichster Natur zu transformieren

und mit den digitalen Services optimal und effizient zu integrieren.

Kunden mit Services langfristig binden

Bei den Nutzungsservices geht es darum, Zugang und Nutzung

der Produkte auf einen neuen Level zu heben. Neue Erlös- oder

Geschäftsmodelle gehören hier dazu, die das bestehende Geschäftsmodell

ergänzen oder gar konkurrenzieren mögen.

abgerechnet wird, quasi ein Selecta-Automat für Elektrotechnik,

Sanitärbedarf, Bewehrungen und mehr.

Die nächste Stufe sowohl bzgl. Lock-In wie auch Prozesskosten-

Optimierung kann mit Logistikservices erklommen werden. Darunter

haben wir Ausprägungen, wie die Bewirtschaftung der

Vorräte, Lager und Magazine vor Ort beim Kunden, ebenso zusammengefasst

wie hochgradig individualisierte Versand- und

Zustelllogistik-Konzepte bis hin zur Unterstützung von BIM-

Prozessen in der Bauwirtschaft.

Bei Plattform-Services unterscheiden wir zwischen der passiven

und der aktiven Strategie, die unterschiedliche Auswirkungen

auf den Lock-In und Kosten haben kann.

Die aktive Plattformstrategie ist bzgl. der Evolution und des

Impacts auf Lock-In und Prozesskosten-Optimierung die interessantere

Variante, wenn auch aufwendig, wenn man selbst zur

Plattform wird, ob branchen-, themen- oder kompetenzspezifisch.

Vom reinen Produktverkauf wird in Zukunft kaum noch ein

Unternehmen leben können. Höchste Zeit also, sich Gedanken

darüber zu machen, wie man neue Erlösströme erzielen kann

und die Kunden näher an sich bindet. Grundlage dazu ist jedoch,

dass man als Unternehmen dazu bereit und befähigt ist. Und

dazu ist eine Transformation nach innen dringend nötig mit

griffigem Change-Management, das vor Kultur, Führungs- und

Organisations-Modellen keinen Halt macht. Ansonsten könnte

es schwierig werden für viele Hersteller, Marken und Händler.

Der Autor

Thomas Lang ist Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG,

Denkbar und in der Praxis immer wieder anzutreffen sind Mietstatt

Kaufkonzepte, Selfservice-Lager mit Verbrauchsmaterial

vor Ort, z. B. auf Baustellen, wo automatisiert nach Verbrauch

46


Daten weg.

Desktop sperren rettet

Unternehmen.

gdata.ch/awareness-training

47


Digitalisierung

Professionell digitalisieren, entspannter

arbeiten im Homeoffice

Wenn die Corona-Krise etwas Gutes hat, dann, dass sie der Digitalisierung einen

so Großen Schub verliehen hat wie nur wenige Maßnahmen zuvor.

Was vorher die Aussnahme war, wurde quasi über Nacht zum

Normalfall: Unternehmen schicken ihre Mitarbeitenden im Großen

Stil ins Home office. Wir alle haben die damit verbundenen

Herausforderungen kennen gelernt. Ob es nun die fehlende

Infrastruktur (und sei es nur die ungenügende Bandbreite des

Internet-Anschlusses), der Umgang mit ganz neuen Instrumenten

(wer hat vorher schon mal eine Video-Konferenz mit mehr

als zwei bis ...drei Teilnehmenden gemacht) oder auch nur die

unzureichende Umgebung (nicht jeder kann sich in einen eigenen

Raum zurückziehen und dort in Ruhe arbeiten) im Home

Office waren. Wir waren alle eine gewisse Zeit gefordert, bis wir

uns zu Hause so eingerichtet hatten, dass wir unserer Arbeit im

mehr oder weniger gewohnten Rahmen nachgehen konnten.

Saubere Dokumentenablage wichtiger denn je

Das Gros der Unternehmen und die meisten Mitarbeitenden

haben die genannten Herausforderungen mittlerweile gut gemeistert.

Es sind allerdings auch Aspekte zum Vorschein gekommen,

die sich nicht so einfach organisieren lassen. So haben

viele Unternehmen erkannt, dass eine konsistente Daten- und

Dokumentenhaltung wichtiger ist als jemals zuvor. In Zeiten

einer sich rasch virtualisierenden Arbeitswelt ist es essenztiell,

dass nicht nur gemeinsame Lösungen für die Kommunikation

untereinander existieren. Es ist unterlässlich, dass alle von derselben

Version eines Dokuments reden.

Digitalisierung braucht Zeit

Gerade jetzt mussten viele Unternehmen feststellen, dass in

verschiedenen Systemen (Fileserver, lokale Festplatten der

Arbeitsplatz-Rechner, E-Mail-System, usw....) liegende Informationen

und Dokumente nur schwer zur Verfügung gestellt werden

können, wenn sie von heute auf morgen virtuell organisiert

werden müssen. Zu unterschiedlich sind die Zugriffspfade, zu

verschieden die Berechtigungskonzepte und Such-Mechanismen.

Hinzu kommt, dass es in vielen Unternehmen noch ein

Archiv in Papierform gibt. Die dort gehaltenen Informationen

lassen sich in aller Regel nicht auf die Schnelle digitalisieren

und stehen den Mitarbeitendenim Homeoffice somit erst mal

gar nicht zur Verfügung.

Selbst E-Mails –- und je nach dem auch Audio- und sogar Video-

Konferenzen –- sind im Grunde genommen nichts anderes als

Dokumente (also nichts anderes als Rechnungen, Angebote,

Lieferscheine und dergleichen mehr) die es unter Umständen

aufzubewahren gilt. Die Vielfalt bei der Wahl der Anwendungen,

die aus Sicht der Benutzer mitunter durchaus wünschenswert

ist, ist aus Sicht der Information Governance ein Graus: Nicht

nur, aber auch im Blick auf die geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen,

muss jedes Unternehmen für sich festlegen, was

als „Dokument“ gelten soll, wer auf ein Dokument zugreifen

darf und wie lange ein Dokument aufbewahrt werden muss,

sprich, wie lange es vor einer absichtlichen oder unabsichtlichen

Löschung zu schützen ist. Regeln für Compliance und Datenschutz

müssen kontrolliert und auditierbar befolgt werden –-

unabhängig davon, wer wann mit welcher Anwendung die Informationen

bearbeitet. Wir können wohl davon ausgehen, dass

es bei den diesbezüglichen gesetzlichen Rahmenbedingungen

wegen Corona keine Ausnahmen geben wird.

48


Hinter dem Schlagwort „Digitalisierung“ verbirgt sich also

offensichtlich mehr, als dass wir überall E-Mails senden und

empfangen können oder Video-Konferenzen anstelle von physischen

Sitzungen abhalten.

Ausweg mit System

Moderne Dokumentenmanagement- Systeme sind der Ausweg

aus diesem Dilemma. Sie sind der Ort an dem alles, was irgendwie

nach „Dokument“ aussieht, abgelegt, verwaltet und gegebenenfalls

auch im Rahmen eines definierten Prozesses durch

das Unternehmen geleitet werden kann. Die Basis hierfür sind

elektronische Dokumente, was nichts anderes bedeutet, als

dass analoge Dokumente gescannt und in digitaler Form archiviert

werden müssen.

Digitalisierte und digitale Dokumente werden zentral gespeichert

und verwaltet. Ob es an dieser Stelle sinnvoll ist, das gesamte

Papierarchiv zu digitalisieren, ist von Unternehmen zu

Unternehmen verschieden und hängt unter anderem auch davon

ab, wie wertvoll die darin gespeicherten Informationen sind

und wie häufig sie benötigt werden.

Dokumentenmanagement- Systeme helfen somit dabei, Papier

aus dem Büro zu verbannen oder zumindest stark zu reduzieren.

Durch die zentrale Speicherung aller Dateien in einem System

reduzieren sich die Suchzeiten enorm. Marktübliche Systeme

nutzen in der Regel (sofern die Dokumente auch durchsuchbar

sind) eine automatische Volltext-Erfassung, sodass die Dokumente

vom System indexiert und durchsucht werden können.

Ein integriertes Versionsmanagement stellt darüber hinaus sicher,

dass jedem Mitarbeitenden immer die aktuellste Version

eines Dokuments präsentiert wird.

Alle Mitarbeitenden können jederzeit schnell und ortsunabhängig

auf die aktuellsten Informationen zugreifen, sie nutzen und

Änderungen vornehmen. Damit alle Mitarbeitenden an die für

Digitalisierung

sie relevanten Informationen gelangent, werden ihnen mittels

entsprechender Gruppen verschiedene Berechtigungen zugeteilt.

So hat die Buchhaltung zum Beispiel Zugang zu allen

Lieferscheinen und Rechnungen, das Personalwesen Zugriff auf

die digitalen Personalakten.

Cloud-Lösungen gehen an dieser Stelle sogar noch einen Schritt

weiter, indem auch Lieferanten und Kunden selektiv und mit genau

spezifizierten Berechtigungen eingebunden werden können,

was Geschäftsprozesse beschleunigt und effizienter

macht.

Erster Schritt zur Digitalisierung

Die Vereinheitlichung bzw. Optimierung des internen Umgangs

mit Dokumenten durch ein Dokumentenmanagement- System

ist gerade für KMU ein sinnvoller erster Schritt auf dem Weg der

Digitalisierung. Dokumenten Management Systeme bringen

bereits bestehende Informationen und Dokumente zusammen

und machen sie sinnvoll und ihm Berechtigungskontext des

Benutzers verfügbar. Natürlich geht nicht alles auf einmal. Es

empfiehlt sich, das Dokumentenmanagement- System nach

und nach in den unterschiedlichen Bereichen zu implementieren.

Als Startpunkt bietet sich zum Beispiel die Buchhaltung

und der Prozess des Rechnungsdurchlaufs an. Wichtig ist es,

immer an das grosse Ganze zu denken und, statt Insellösungen

zu schaffen, auf ein einheitliches, unternehmensweites und

zentrales Dokumentenmanagement hinzuarbeiten.

Zugriff via Smartphone

Wenn das Ganze dann noch web-basiert, Mobile-Device-tauglich

und via Internet von überall her erreichbar ist, steht der

weitgehend virtuellen Organisation eines Unternehmens nichts

mehr im Weg. Dass dies verschiedene Vorteile haben kann, wissen

wir allerdings nicht erst seit Corona.

49


Digitalisierung

KI in der Cybersicherheit – aber

auch ein neues Hacker-Tool

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe

relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz

(KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte

deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise.

Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken

nicht mehr viel gemein.

50


Digitalisierung

Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die

nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert,

wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad

Guys, gerät?

Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim

Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe

Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik

über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision.

Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für

Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in

der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit

weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch

das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim

Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf

verlassen bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte

Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken. Der

Schutz beruht allerdings darauf, dass es bereits einen Virenausbruch

gegeben hat. Sicherheitsexperten haben die schädlichen

Dateien isoliert und eindeutige Signaturen identifiziert. Die werden

anderen Systemen zur Verfügung gestellt um sie gegen die

betreffende Bedrohung zu immunisieren. Das Prinzip regelbasierter

Systeme funktioniert ganz ähnlich: Die Regelerstellung

basiert auf den bereits gemachten Erfahrungen mit potenziell

böswilligen Aktivitäten. Oder man sperrt die Systeme ganz, um

auf der sicheren Seite zu sein. Das gemeinsame Problem dieser

Ansätze ist ihre reaktive Natur. Hacker sind sehr kreativ darin

bekannte Regeln zu umgehen. Bevor ein Sicherheitsexperte

eine Datenschutzverletzung entdeckt, ist es oft zu spät.

KI in der Cybersicherheit – ein zweischneidiges Schwert

Herkömmliche Malware ist so konzipiert, dass sie ihre schädlichen

Funktionen auf jedem System oder Gerät ausführt, auf das

sie gelangt. Ein Beispiel sind die NotPetya Ransomware-Ausbrüche,

bei denen in kurzer Zeit Hunderttausende von Computern

infiziert wurden. Diese Methode eignet sich hervorragend,

wenn der Angreifer maximalen Schaden anrichten will. Hat er

hingegen ein ganz bestimmtes Ziel im Auge sind sie weit weniger

effektiv.

Disruptive Technologien wie künstliche Intelligenz sorgen (im

Idealfall dafür), dass unsere Geräte und Anwendungen uns besser

verstehen. Ein iPhoneX beispielsweise verwendet Methoden

der künstlichen Intelligenz um Gesichter automatisch zu erkennen.

Dieses Feature schafft jedoch gleichzeitig ein komplexes

Puzzle, bei dem die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sensible

Daten in falsche Hände geraten. Heutzutage verwenden Hacker

dieselben KI-basierenden Technologien um intelligente Malware

zu entwickeln. Malware, die ein ganz bestimmtes Ziel aus

Millionen von Usern exakt lokalisieren kann.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Mit jedem Jahr werden Angriffe personalisierter, und ihre Erfolgswahrscheinlichkeit

steigt. Hacker haben sogar damit begonnen,

KI zu nutzen, um polymorphe Malware schneller zu

machen. Sie ändert ständig ihren Code und lässt sich nicht mehr

erkennen. Dank fortschrittlicher Taktiken umgehen Hacker

Maßnahmen wie Gesichtserkennung und Spam-Filter, führen

falsche Sprachbefehle aus und umgehen die Anomalienaufdeckung.

Die mithilfe von KI gewonnenen Informationen lassen sich

aber genauso zum Schutz der Infrastruktur verwenden. Was

KI-basierende Cybersicherheit einzigartig macht, ist ihre Anpassungsfähigkeit.

Intelligente Cybersicherheit muss nicht bestimmten

Regeln folgen. Vielmehr beobachtet sie das Auftreten

von Mustern und kann daraus lernen. Außerdem kann man KIbasierende

Funktionen auch direkt in übliche Sicherheitslösungen

integrieren - wie Spam-Filter, Netzwerk-Intrusion- und Betrugserkennung,

Multi-Faktor-Authentifizierung und Incident

Response.

KI hat die Spielregeln innerhalb der Cybersicherheit verändert.

In einigen spezifischen Bereichen ist künstliche Intelligenz besonders

hilfreich:

Maschinelles Lernen - KI und maschinelles Lernen (ML) sind

zwei unterschiedliche Welten. Tatsächlich kann man maschinelles

Lernen als Teilmenge der KI betrachten, die hauptsächlich

genutzt wird um die Intelligenz zu verbessern. Innerhalb

der Cybersicherheit füllt maschinelles Lernen automatisch eine

Kompetenzlücke.

Wird im Netzwerk eine Schadsoftware erkannt wird ein automatischer

Incident Response gesendet. Darüber hinaus sind

bestimmte KI-Bots in der Lage den Zugriff auf Websites vollständig

zu blockieren. KI verbessert die Sicherheit eines Unternehmens

aber auch die von Individuen im Internet.

Datenanalyse - Daten sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen

Cyberumgebung. Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, die

Daten zu identifizieren, die das beste Ergebnis erzielen. Die erhobenen

Informationen erlauben ein umfassenderes Verständnis

einer Cyberbedrohung und damit zur proaktiven Abwehr

von Bedrohungen.

Technische Ansätze und menschliches Denken - Der wirkungsvollste

Sicherheitsansatz kombiniert die Leistungsfähigkeit von

KI mit menschlichen Interventionen. Ein gutes Beispiel dafür ist

maschinelles Lernen. Künstliche Intelligenz hilft dabei, komplexe

automatische Prozesse zum Erkennen von Angriffen und

eine angemessene Reaktion zu analysieren. Die ultimative Herausforderung

besteht jedoch darin, messbare Ergebnisse mit

Methoden zu erzielen, mit denen Angriffe antizipiert und erkannt

sowie später analysiert und verhindert werden können.

Ansätze wie maschinelles Lernen automatisieren einen Großteil

der anfallenden Aufgaben. Sicherheitsexperten können ihre

Aufmerksamkeit auf andere Bereiche konzentrieren und einen

proaktiven und zuverlässigen Cyber-Responseplan auf der Basis

von Daten erstellen.

Ein Blick nach vorn

Cybersicherheit und künstliche Intelligenz werden sich weiterentwickeln.

Das gilt aber auch für die Beharrlichkeit und Innovationskraft

von Hackern. Weitere Ressourcen:

Über die Autorin

Stephanie Donahole arbeitet als Business Analyst bei Tatvasoft.com.au,

einem Unternehmen für Webentwicklung in

Melbourne, Australien. Sie liebt es, über technologische Innovation

und Entwicklungen zu schreiben.

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Mobilität

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Mobilität

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Mobilität

BMW X1 & X2 xDrive25e

(wohl ab Frühjahr oder Sommer 2020)

Auch ein BMW X1 oder X2 mit Plug-in-Antrieb ist angekündigt. Der Antrieb X2 xDrive25e

ist der gleiche wie beim entsprechenden X1, das heißt, das Auto hat 220 PS Systemleistung

und eine elektrische Hinterachse. Auch die elektrische Reichweite nach

NEFZ (57 Kilometer) ist die gleiche.

Noch nicht bekannt sind Kofferraumvolumen und Preis. Aufgrund vergleichender Betrachtungen

gehen wir davon aus, dass der Wagen CHF 51260.00 kosten wird. Das genaue

Marktstartdatum ist noch unbekannt; die Corona-Krise dürfte die Sache derzeit

eher verlangsamen.

• Basispreis: noch nicht bekannt

• Motoren: Benziner mit 125 PS, E-Motor mit 70 kW (95 PS)

• Systemleistung: 220 PS (temporär 231 PS)

• Elektrische Reichweite: 57 km NEFZ

• Marktstart: noch nicht bekannt

• Stand: 4. Mai 2020

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Mobilität

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Mobilität

Land Rover Range Rover Evoque P300e

Auch der Range Rover Evoque ist ab sofort mit einem Plug-in-

Hybridantrieb bestellbar. Basis ist ein neuer 1,5-Liter-Dreizylinder

mit 200 PS, dazu kommen ein 109 PS starker Elektromotor

an der Hinterachse sowie eine neue Achtgangautomatik.

Die Preise für die neue P300e-Version sind kürzlich gestiegen.

Seit Kurzem steht der Wagen nicht nur im Konfigurator, sondern

auch in der Preisliste. Bei 50.750 Euro geht es los.

• Basispreis: 50.750 Euro

• Motoren: 1,5-Liter-Dreizylinder mit 200 PS,

ein E-Motor mit 80 kW/109 PS an der Hinterachse

• Systemleistung: 309 PS

• Getriebe: Achtgang-Automatik

• 0-100 km/h: 6,4 Sek.

• Elektrische Reichweite: 68 km

• Stand: 29. April 2020

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Mobilität

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Mobilität

VW Touareg R (ab Sommer 2020)

Der Touareg R ist das erste R-Modell von VW mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Dieser kombiniert einen

340 PS starken V6 mit einem 136 PS starken Elektromotor, der ins Getriebe eingebaut ist. So ergibt

sich eine Systemleistung von 462 PS, die an alle vier Räder abgegeben wird. Wem die Daten bekannt

vorkommen, täuscht sich nicht: Der Antrieb ist der gleiche wie im Porsche Cayenne E-Hybrid.

Der 14-kWh-Akku im Heckbereich ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von 48 Kilometer.

Marktstart ist in der zweiten Jahreshälfte, die Preise sind noch nicht bekannt. Sie dürften deutlich

über den rund 62.000 Euro liegen, die der Touareg V6 ohne Elektro-Krimskrams kostet, aber auch

deutlich unter den knapp 92.000 Euro, die Porsche für seinen Cayenne E-Hybrid verlangt.

• Basispreis: Noch nicht bekannt

• Motoren: V6-Benziner mit 340 PS, E-Motor mit 100 kW (136 PS)

• Systemleistung: 462 PS

• Reichweite: 48 km

• Stand: 1. April 2020

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Mobilität

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Impressum

Impressum

Herausgeber:

Vessa GmbH

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4252 Bärschwil

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