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Verfahrenstechnik 6/2020

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19098

06

www.verfahrenstechnik.de

Juni 2020

TITELSTORY

FIT FÜR EX

Sensorik in der

Prozessautomation


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Exzentrisch – Für höchste Ansprüche!

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(bis DN 1200) oder Gewindeflansch (bis DN 600).

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Neu bei ARI: Die doppelt-exzentrische High

Performance-Armatur – die wirtschaftliche

Alternative, für Temperaturen von -40°C bis

+260°C (max. +400°C). Mit Schweißenden

(bis DN 1600), Doppelflansch (bis DN 1200)

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Fordern Sie weitere Informationen auch über

das breite Portfolio von weichdichtenden

zentrischen Standard-Klappen ZESA ® , GESA ®

und ZIVA ® !

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EDITORIAL

NEWSLETTER

Dazugelernt

Wir haben in den vergangenen Wochen viele neue Erfahrungen

gemacht. Uns ist klar geworden, dass wir die Digitalisierung noch

stärker vorantreiben müssen, dass zuverlässige Informationen durch

die klassischen Medien viel wert sind und dass Gesundheit, Solidarität

und gegenseitige Wertschätzung an erster Stelle stehen sollten.

Der E-Mail-Service

für Verfahrens ingenieure

in der Prozessindustrie.

Aktuelle und

branchenüber greifende

technische Informationen

über Anlagen,

Komponenten und

Systeme.

Und wir können noch mehr dazu lernen, wenn wir da etwas

verändern, wo es noch nicht rund läuft, und uns das bewahren, was

gut funktioniert. Dazu gehört beispielsweise das Homeoffice, das

sich bei vielen Chefs als sehr produktives, effizientes und nebenbei

auch noch umweltfreundliches Arbeiten beweisen konnte. Dazu

zählen aber auch die vielen kreativen Ideen von Firmen und deren

Mitarbeitern, die zum Teil ihre Produktionen umgestellt haben und

jetzt dafür sorgen, dass es genügend Masken, Beatmungsgeräte,

Tests oder medizinische Bauteile aus dem 3-D-Drucker gibt. Wer es

allein nicht stemmen konnte, hat interdisziplinäre Netzwerke

gebildet, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Wir haben gelernt, gespendet und geholfen und

werden das auch weiter tun. Über einen Teil der

vielen guten Ideen und Aktionen berichten wir

in dieser Ausgabe ab Seite 8 und auf unserer

Homepage (www.verfahrenstechnik.de).

Bleiben Sie gesund.

Eva Linder

Chefredakteurin

e.linder@vfmz.de

IMMER

AKTUELL

INFORMIERT

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kostenlos

anmelden!

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INHALT

16 24 32

Schonend: Mit Bandtrocknern lassen sich

zerkleinerte Produkte erfolgreich und

energieeffizient trocknen

Zuverlässig: Hochdruckventilatoren

unterstützen die Aufbereitung von

Brauch- und Trinkwasser

Verfügbar: Prozessanlagen-Engineering

erfordert smarte Daten für eine durchgängige,

verlässliche Datenkonsistenz

AKTUELLES

6 Die Verfahrensingenieurin – Dr.-Ing. Katrin Wagner

7 Personen, Märkte, Unternehmen

12 Der Mensch steht im Mittelpunkt

TOP-THEMA THERMISCHE VERFAHREN

16 Schonende Trocknung von Holz und anderen langfaserigen

Produkten vor der Pelletierung

18 Plattenwärmeübertrager übernehmen thermische

Verfahrenstechnik bei der Cannabis-Rohölgewinnung

20 Produktinformationen

BETRIEBSTECHNIK

38 Fünf Fakten zum effektiven Explosionsschutz

39 Produktinformationen

RUBRIKEN

3 Editorial

40 Impressum

42 Verfahrenstechnik im Alltag

43 Vorschau

KOMPONENTEN UND SYSTEME

22 Armaturen-Programm für die Prozessindustrie

24 Feinblasige Luftverteilung in der Wasseraufbereitung

23 Produktinformationen

MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

26 TITEL Ex-geschützte Sensoren unterstützen

Automatisierung in der Prozessindustrie

ANZEIGE

28 Verfahrensoptimierung bei der Schlammverbrennung

30 Netzwerk der digitalen Zwillinge

32 Smarte Engineering-Daten für Prozessanlagen

34 Produktinformationen

TITELBILD

Pepperl+Fuchs AG, Mannheim

4 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


MIT SICHERHEIT

EDELSTAHL

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TECHNIK

VON PH.

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AKTUELLES I PERSÖNLICH

Die Verfahrensingenieurin

DR.-ING. KATRIN WAGNER

Wie sind Sie auf die Idee gekommen,

Bioverfahrenstechnik zu studieren?

Ich war schon immer von den Naturwissenschaften

begeistert. In meiner Kindheit

hatte ich stets die Möglichkeit, alles auszuprobieren

und zu hinterfragen. Ich wollte

nach der Schule Biologie mit Technik verbinden.

Meine erste Wahl fiel damals auf

„Molekulare Biotechnologie“, was – aus

heutiger Sicht – zum Glück nicht funktioniert

hat. Nach einem langen Gespräch

mit einem Dozenten der Bioverfahrenstechnik

war ich mir dann sicher, dass die

Interdisziplinarität der Bioverfahrenstechnik

genau mein Fall ist. Eine große Inspiration

war und ist bis heute meine Mutter.

Sie selbst hat Schiffsbau studiert, hat sich

über mehrere Etappen zu einer Geschäftsführerin

und Gründerin entwickelt und

geht mit technischem Know-how und sehr

viel Menschlichkeit voran.

Dr.-Ing. Katrin Wagner ist

Verfahrensingenieurin

bei der IHM Engineering

GmbH in Lingen

Sie haben promoviert, in die Industrie

gewechselt, wo Sie eine Abteilung

aufbauen, und sind „nebenbei“ noch

Mutter geworden. Wie hat das funktioniert

und wo tanken Sie die nötige

Energie?

Da ist gutes Zeitmanagement, gepaart mit

familiärer Unterstützung das A und O. Wir

sind aber auch froh über eine Ganztagsbetreuung,

und gerade aktuell sind wir uns

dieser notwendigen Unterstützung noch

bewusster. Es ist schon auch anstrengend,

allem gerecht zu werden. Die nötige Energie

für diesen Spagat tanke ich im Garten

und in der Natur mit der Familie. Außerdem

lese und zeichne ich gerne.

Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

Ich bin fasziniert von interdisziplinären

Arbeiten und habe viel Freiraum in der

Gestaltung meiner Abteilung. Ich beschäftige

mich an einem Tag intensiv mit zwei

bis drei unterschiedlichen Themen und

habe flexible Arbeitszeiten, die eben auch

familiär wichtig sind. Das Potpourri an

Kollegen, Aufgaben und neuen Themen,

die sich an den aktuellen technischen

Fortschritten anlehnen, begeistert mich

immer wieder aufs Neue.

Was sollte unternommen werden, um

mehr Frauen in Ingenieurberufe zu

bekommen?

Arbeitgeber sollten sich zum Beispiel die

Frage stellen, was sie explizit für Frauen im

Unternehmen vorbereiten können. Dazu

zählt zum einen passende Arbeitskleidung,

aber auch Räumlichkeiten wie Umkleiden

und Sanitärbereiche. Genauso sind für mich

flexible Arbeitszeiten mit Home-Office-

Option, Kinderbetreuung und eine leistungsbezogene

Vergütung wichtig. Die Politiker

sollten aufhören, sinnentleerte Debatten

über Quoten zu führen, sondern lieber

die Gesetze anpassen. Ich verweise dazu

zum Beispiel auf den vorübergehenden

zwangsartigen Rücktritt der Westwing-Gründerin

Delia Lachance, die ein Kind bekommt.

Generell brauchen wir eine bessere

Interessenvertretung und weibliche Vorbilder

in Ingenieurberufen, um das gesamtgesellschaftliche

Bild nachhaltig zu wandeln.

Wie können Sie Ihr kreatives Hobby in

beruflichen Zusammenhängen ausleben?

Meine Begeisterung für das Zeichnen spiegelt

sich beispielsweise in Sketchnotes

wider, die ich in Projektpräsentationen

einbaue (Anmerkung der Redaktion:

Sketchnotes sind gezeichnete Notizen,

die aus Texten und Visualisierungen bestehen).

Das lockert auf und fördert sehr effektiv

das visuelle Verständnis der Zuhörer. Ich

habe dazu durchweg positives Feedback

erhalten und bin der Überzeugung, dass

auch technische Vorstellungen an Aussagekraft

gewinnen, wenn man den Inhalt oder

die Kernaussage verbildlichen kann. Der

Mensch ist einfach ein visuelles Wesen.

Sie bezeichnen sich selbst als „kleine“

Frau und müssen deshalb auch bei Ihrer

Arbeitskleidung sehr kreativ sein ...

Ja, für das Emsland bin ich mit einer

Größe von 1,60 m nicht sehr groß. Als

ich bei IHM anfing, stand ich vor dem

Problem, dass es nur Arbeitskleidung für

Männer mit den benötigten sehr hohen

Sicherheitsstandards der Petrochemie

gab. Passende Arbeitskleidung habe ich

dann in der Filmindustrie gefunden und

trage jetzt Kleidung für Stunt-Personal und

Pyrotechniker.

www.ihm-gmbh.de

6 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


AKTUELLES

Innovationspreis für Klima und Umwelt

Das Bundesumweltministerium (BMU) und der Bundesverband

der Deutschen Industrie (BDI) haben den Deutschen Innovationspreis

für Klima und Umwelt (IKU) verliehen. Eine hochrangig besetzte

Jury unter dem Vorsitz von Prof. Ottmar Edenhofer, Direktor

am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat die Preisträger

in sechs Wettbewerbskategorien ausgewählt. Grundlage der

Jury-Entscheidung war die wissenschaftliche Bewertung durch das

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI. In

der Kategorie „Umweltfreundliche Technologien“ wurde in diesem

Jahr die Sulfotools GmbH aus Darmstadt mit ihrer Clean Peptide

Technology ausgezeichnet. In diesem Prozess zur Peptidherstellung

werden wasserlösliche Schutzgruppen eingesetzt, sodass auf

giftige organische Lösemittel verzichtet werden kann.

www.isi-fraunhofer.de

Fernstudium Pumpenfachingenieur

In diesem Lehrgang zum Pumpenfachingenieur wird das spezielle

Wissen zum optimalen Auslegen, Betreiben und Instandhalten von

Pumpen und Systemen vermittelt. Der Fernstudien-Lehrgang wird

durch acht Präsenzphasen zu je zwei Tagen ergänzt. Der Veranstalter

geht aktuell davon aus, dass die Präsenztage stattfinden können,

alternativ wird eine Online-Lösung angeboten. Die Ausbildung

zum Energieberater für Pumpen und

Systeme ist inkludiert. „Dass wir die

Weiterbildung mit Praxisorientierung

und Augenmaß abwickeln,

kommt bei den Unternehmen offensichtlich

sehr gut an“, freut sich Geschäftsführer

Prof. Helmut Jaberg.

www.pump-engineer.org

Rembe Safety Days jetzt digital

Um den Erfahrungsaustausch

von Experten im Bereich

der Sicherheitstechnik

weiterhin zu ermöglichen,

hat Rembe die „Rembe Safety

Days – Digital Home Edition“

ins Leben gerufen. Die Vorträge

richten sich an Betreiber,

Planer, Techniker, Ingenieure,

Instandhalter, Sicherheitsbeauftragte, Sachverständige und

Inspekteure in Überwachungsorganisationen. Einmal wöchentlich,

jeden Mittwoch ab 13:15 Uhr, findet ein 45-minütiger Vortrag zu

den unterschiedlichsten Themen des Explosionsschutzes und der

Prozesssicherheit statt.

www.rembe-safetydays.de

Keine Sensor+Test 2020

Die Vorbereitungen für die Sensor+Test 2020 in Nürnberg liefen

bereits auf Hochtouren. Vom 23. bis 25. Juni 2020 sollte es wieder

heißen: Willkommen zum Innovationsdialog. Wie viele andere Veranstaltungen,

wird nun auch diese Messe aufgrund der Covid-

19-Pandemie nicht stattfinden können. „Unser Team hat bis zum

heutigen Tag mit allen Kräften

für die Durchführung der

Sensor+Test 2020 gekämpft.

Letztendlich ist es nun leider

unmöglich, die Veranstaltung

durchzuführen“, erklärt Veranstalter

Holger Bödeker. Die

nächste Messe ist für den 4. bis

6. Mai 2021 geplant.

www.sensor-test.de

Netzwerk: All around filtration

Von Energieeffizienz bis Industrie 4.0 – das Netzwerk der Automatisierungs- und Filtertechnik-

Branche „all around filtration“, das am 25. Juni in Frankfurt stattfindet, soll Insider-Infos von

Experten bieten. Zwischen den Kurz-Vorträgen von Referenten namhafter Firmen haben die

Teilnehmer Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist,

empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung unter www.all-around-filtration.de.

www.hesch.de

ATEX zertifiziertes Temperatur Profil System

Neu:

• Zertifiziert für ATEX Zone 2

• Eigensicherer Epsilon-x Datenlogger (Group II Cat 3G)

• 10 Messpunkte

• Hitzeschutzleistung für 3.5 Std. bei 200 °C

... weil Erfahrung zählt !

• Automatisierte Analyse mit

graphischer Auswertung

PhoenixTM GmbH www.phoenixtm.de info@phoenixtm.de +49 5731 30028 0


AKTUELLES I CORONA-SPECIAL

Masken und Desinfektionsmittel

Bosch will 2020 mehr als eine Million Schnelltests produzieren, im nächsten Jahr sollen es drei

Millionen sein. Das Analysegerät Vivalytic soll ergänzend zu den bisherigen Labortests

zunächst in Krankenhäusern und Arztpraxen und dort vor allem zum Schutz des medizinischen

Personals eingesetzt werden, für das die rasche Verfügbarkeit der Testergebnisse in

weniger als zweieinhalb Stunden entscheidend ist. Ausgeliefert wird der Schnelltest bereits in

Europa, er kann im Status „research use only“ nach einer

Validierung eingesetzt werden. Eine europaweite

CE-Kennzeichnung erwartet Bosch bis Ende Mai. Ein noch

schnellerer Test, der in weniger als 45 min eine Covid-

19-Erkrankung verlässlich ermitteln kann, befindet sich in

der Endphase der Entwicklung.

Bosch hat bereits die Fertigung von Mund- und Nasenmasken

aufgenommen. Schon jetzt stellen 13 Bosch-Werke in neun

Ländern solche Masken für ihren lokalen Bedarf her. Darüber hinaus baut das Unternehmen derzeit

zwei vollautomatische Fertigungslinien am Standort Stuttgart-Feuerbach auf – weitere Linien folgen.

Insgesamt können pro Tag mehr als 500 000 Masken produziert werden. Zudem stellt Bosch

wöchentlich 5 000 Liter Desinfektionsmittel in Deutschland und in den USA her, um seine

Mitarbeiter in amerikanischen und europäischen Werken zu versorgen.

Aldeca Productions/stock.adobe.com

www.bosch.de

Technologien für hochwertige Impfstoffproduktion

Die Anforderungen der pharmazeutischen Biotechnologie sind

sehr hoch. Mit speziell für diesen Sektor entwickelten Technologien

und Anlagen steht der Maschinen- und Anlagenbauer Gea

für die vollständige Einhaltung dieser Anforderungen. Ein

kritischer Erfolgsfaktor ist die Fähigkeit, Erkenntnisse und

Ergebnisse der Laborforschung in eine industrielle Großproduktion

so umzusetzen, dass sie den

komplexen Anforderungen der biotechnologischen

Verfahren in vollem Umfang

gerecht werden. Dazu muss ein Prozess

etabliert werden, der nicht nur die

Überführung von einer Produktion im

Labormaßstab in eine millionenfache

Größenordnung erlaubt, sondern auch

jederzeit überprüfbare, reproduzierbare

Ergebnisse hinsichtlich Qualität, Sicherheit

und Wirksamkeit jeder einzelnen

Impfstoffcharge gewährleistet. Ein streng regulierter Herstellungsprozesses

mit In-Prozess und Freigabe-Tests stellt deshalb sicher,

dass die gleichbleibende Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des

Endprodukts gewährleistet ist. Aus all diesen Gründen lassen sich

bestehende Produktionsanlagen und Kapazitäten auch nicht

beliebig vervielfachen. Die Lösungen müssen vor der Phase III

einer jeden Impfstoffentwicklung, der

Massen-Studie, erarbeitet und funktionsfähig

sein – also noch vor der eigentlichen

Massenproduktion für den Markt.

Wichtigste Voraussetzung für den Beginn

von groß angelegten Phase-III-Studien

ist, dass zu diesem Zeitpunkt ein endgültiger

Herstellungsprozess etabliert

wurde.

www.gea.com

Gemeinsam Schutzmasken herstellen

Bei der Herstellung von Atemschutz- und OP-Masken, die derzeit

überwiegend in Asien produziert werden, spielt das Ultraschallschweißen

eine wichtige Rolle. Als erfahrener Technologieanbieter

für Equipment zur Maskenherstellung fertigt die Weber Ultrasonics

AG Masken und Mundschutz jetzt in Deutschland. Eine eigene

Maskenproduktion war nie ein Thema, bis die Anfrage eines

Kunden aus dem Maschinenbau kam, der aufgrund der praktisch in

allen Ländern für diese Produkte erlassenen Exportbeschränkungen

keine Filterdome für seine speziellen, belüfteten Filtermasken der

Schutzstufe FFP2 mehr erhielt. Gemeinsam mit dem Kunden wurde

ein Anlagenkonzept für die Herstellung der dreidimensionalen

Filterelemente entwickelt. Parallel dazu

setzte Weber Ultrasonics das Konzept in

eine Standardmaschine für die Herstellung

kompletter Atemschutzmasken um. Die

Produktionskapazität liegt bei rund

60 Atemschutzmasken pro Stunde.

www.weber-ultrasonics.com

Kopfbänder für Face Shields

Um Ärzte und Pflegepersonal zu

schützen, hat der 3-D-Drucker-

Hersteller Prusa einen Gesichtsschutz

entwickelt und das Design kostenlos

zum Download ins Netz gestellt. Die

Bauweise eines Face Shields ist

äußerst einfach: Ein 3-D-gedruckter

Träger aus Kunststoffhält eine

auswechselbare Plastikfolie, die das Gesicht abschirmt.

Die Herstellung des Kopfbandes als zentrales Bauteil ist im

3-D-Drucker vergleichsweise teuer und dauert mehr als zwei

Stunden. Daher setzt Igus auf die Vorteile eines anderen Verfahrens,

den Spritzguss. Mit einem entsprechenden Werkzeug können in der

Kölner Fabrik über 10 000 Kopfbänder pro Woche hergestellt und

ausgeliefert werden. Die ersten 100 000 Kopfbänder stehen kostenfrei

zur Verfügung, anschließend sind sie zu Herstellerkosten erhältlich.

Sollten Nettoerlöse erzielt werden, werden diese gespendet.

www.igus.de

8 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


CORONA-SPECIAL I AKTUELLES

Wärmebildlösung für Hauttemperatur- und industrielle

Überwachung

Mit diesen fest installierten Wärmebildkameras, die als Smart-Sensor- und Image-Streaming-

Lösung erhältlich sind, lassen sich Anlagen, Fertigungsstraßen und kritische Infrastrukturen

überwachen und Personen auf eine erhöhte Körpertemperatur überprüfen. Diese umfangreich

konfigurierbaren Kamerasysteme ermöglichen bei zahlreichen verschiedenen Diszi-

-plinen eine präzise und berührungsfreie Temperaturüberwachung. Dazu gehören unter

anderem die Fertigungsprozesssteuerung, die Produktentwicklung, die Emissionsüberwachung,

das Abfallmanagement, die Anlageninstandhaltung

und die Verbesserung von

Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekten

(EHS). Die A400/A700 Smart-Sensor-

Wärmebildlösung wird zunächst vorrangig im

Rahmen von Covid-19 ausgeliefert. Diese Serie

bietet für alle Anwendungen ein gleichzeitiges

Bild-Streaming von mehreren Kameras,

netzwerkgestützte Analysefunktionen und eine

Wlan-Konnektivität.

www.flir.de

Mit hochgenauen Temperaturen gegen Covid-19

Der Forschung nach wirksamen Medikamenten und Impfstoffen gegen das Coronavirus gilt

im Moment höchste Priorität. Temperiergeräte leisten hier einen wichtigen Beitrag in den

Forschungslaboratorien und Produktionsanlagen von Chemie, Pharma und Medizintechnik.

Temperiertechnik wird beispielsweise für die Herstellung von Chemikalien für Coronavirus-

Tests eingesetzt. Zudem werden Reaktionsgefäße temperiert, in denen vielleicht schon bald

erste Impfstoffe gegen

SARS-CoV-2 produziert

werden können. Bei der

Produktion von

medizintechnischen

Geräten und Schutzausrüstung kommt Temperiertechnik z. B. für

Material- und Funktionstests und zur Qualitätssicherung zum

Einsatz. Auch im Bereich der Labordiagnostik übernehmen die

Produkte der Firma Huber die Kühlung von Analysegeräten und

sorgen für genaue Temperaturen bei der Züchtung von Kulturen

sowie bei der Aufbereitung und Lagerung von Laborproben. Das

Unternehmen steht nach eigenen Aussagen mit kurzfristigen

Gerätelieferungen und Supportleistungen bereit, wo immer die

Produkte für Forschungs- oder Produktionsaufgaben gegen das

Coronavirus benötigt werden.

www.huber-online.com

Wartung per App

Kontaktsperre und Reiseverbote verhindern aktuell nicht nur

Messen, sondern bremsen vielerorts auch dringende Reparaturen

und Servicearbeiten aus. Das Start-up Raumtänzer hat mit der

Software Flux Remote eine Lösung

entwickelt, die auf Basis der Augmented

Reality Technologie visuelle Hilfe

leistet. Der Anwender scannt damit

binnen Sekunden die reale Maschinenumgebung

ab. Der Experte aus der

Ferne kann nun mithilfe von

Augmented Reality Schritt für Schritt

den Anwender vor Ort unterstützen.

www.raumtaenzer.com

www.ruwac.de

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 9


AKTUELLES I CORONA-SPECIAL

Diagnose und Montage via Augmented Reality

Per Augmented Reality können Experten unabhängig von ihrem Standort Arbeitern mit

konkreten visuellen Anweisungen direkt an der Maschine helfen – als wären sie vor Ort. Über

Chats oder Videotelefonie können Mitarbeiter die jeweils zuständigen Experten konsultieren.

Auf Fotos oder direkt in der Video-Übertragung kann per AR-Anmerkung die Diagnose

gestellt oder die Lösung des Fehlers markiert werden. Mit genauen Markierungen wird der

Fokus in AR-Anleitungen auf das Wesentliche gelenkt.

Dabei arbeiten die Teilnehmer mittels Smartphone, Tablet oder

AR-Brille in Echtzeit gefühlt am selben Ort zusammen. Da alle

Teilnehmer das gleiche Bild sehen, können sie exakte Diagnosen

stellen und gemeinsam Lösungen finden. Mit jederzeit aktualisierbaren

digitalen Anleitungen auf Basis der bisherigen technischen

Dokumentation ist nahezu jeder Mitarbeiter in der Lage,

AR-geführte Inspektionen oder Montagen vorzunehmen.

Aldeca Productions/stock.adobe.com

www.re-flekt.com

Covid-19: Wägelösungen unterstützen

Impfstoffproduktion

Das Biotech-Unternehmen CanSino setzt bei der Herstellung des

Impfstoffs an drei wesentlichen Punkten auf die Expertise von

Minebea Intec. Mit der auf dem Adenovirus basierenden Virus-

Vektor-Impfstofftechnologie wurden die RNA-Fragmente des

Covid-19-Virus in das Adenovirus eingefügt, um einen rekombinanten

Protein-Impfstoff zu bilden. Dieses Kombinationsprodukt

wurde in einen Bioreaktor gegeben,

unter dem drei kompakte

PR 6212-Wägezellen installiert

sind.

In diesem Bioreaktor werden die

Kombinationsprodukte unter

genau kontrollierten Bedingungen

hochskaliert und gereinigt,

um die Grundlage für den Impfstoff

zu schaffen. Die Wägezelle

PR6212 wird hier zur Gewichtsmessung

in Echtzeit eingesetzt, um bei Bedarf schnellstmöglich

Anpassungen vornehmen zu können. Die Ergebnisse der Wägezelle

sind hochgenau und haben eine Fehlerklasse von nur 0,04 %,

obwohl der Bioreaktor die Materialien ständig umrührt und damit

präzise Messungen erschwert. Die Wägezellen sind an einen

Kabelverbindungskasten PR 6130/65S angeschlossen, der einen

IP-Schutz bis IP69 aufweist und damit extrem widerstandsfähig

gegen äußere Kräfte ist.

www.minebea-intec.com

Gesichtsvisiere als

Komplettsatz

Schütz entwickelt und fertigt am Stammsitz in Selters Gesichtsvisiere

und versorgt damit bereits umliegende Einrichtungen. Sie

bestehen aus drei Komponenten: einer Halterung, einem Gummiband

und dem Gesichtsschild. Dank der jahrzehntelangen Erfahrung

in der Kunststoffverarbeitung und im Spritzguss realisierte das

Unternehmen innerhalb von nur zwei Tagen im hauseigenen Werkzeugbau

ein entsprechendes Spritzgusswerkzeug

zur Fertigung des Visierhalters

in großen Stückzahlen. Die Folie für das

Visier stammt vom Kooperationspartner

Klöckner Pentaplast GmbH in Montabaur.

Auch dieser hat eine große Anzahl an

Visieren gespendet.

In einer ersten Hilfsaktion konnte Schütz

innerhalb kürzester Zeit lokale Krankenhäuser,

Kliniken, Pflegeeinrichtungen

und Hebammen mit tausenden Gesichtsvisieren

kostenfrei versorgen. Als Feedback auf dieses Hilfspaket

meldeten sich zahlreiche weitere Krankenhäuser und Pflegeheime,

die ihre großen Bedarfe an Gesichtsvisieren nicht decken können.

Um dem schnell entgegenzukommen und die Kapazitäten entsprechend

zu steigern, wurden sofort größere Mengen an Materialien

für diese Sonderproduktion bezogen. Damit ist das Unternehmen

nun in der Lage, die Gesichtsvisiere als Komplettsatz zur Selbstmontage

in noch höheren Stückzahlen zu Selbstkosten anzubieten.

www.schuetz.net

VCI-Plattform Notversorgung Desinfektionsmittel

Die Internetplattform Notversorgung Desinfektionsmittel des

Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) wird kurz nach

Freischaltung bereits intensiv genutzt. Der

digitale Marktplatz ist am Gründonnerstag

als Hilfsmaßnahme für Krankenhäuser,

Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen

offiziell gestartet.

Damit die Hilfe ankommt, müssen sich

teilweise mehrere Akteure auf der

Plattform zusammenschließen, um die

vollständige Lieferkette von der Produktion

über Abfüllung und Transport aufzubauen.

Das kostenlose Hilfsangebot des VCI wurde mit unentgeltlicher

Unterstützung durch die Boston Consulting Group und BCG

Digital Ventures aufgebaut. Die Internetplattform

fungiert hierbei als vermittelnder

B2B-Marktplatz für Desinfektionsmittel.

Dieser Marktplatz soll dazu beitragen,

unterschiedliche Angebote der Industrie

mit Nachfragen von Krankenhäusern,

Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen zu

vernetzen.

www.vci.de

10 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


CORONA-SPECIAL I AKTUELLES

Zerkleinerungslösung behebt Störungen im Abwassersystem

Die Corona-Krise und das Arbeiten aus dem Home-Office

wirken sich auch auf die örtlichen Kläranlagen und Abwassersysteme

aus, weil ein Teil der Bevölkerung auf Alternativen zum

Toilettenpapier zurückgreift, die wiederum Pumpen und

Kanalisation verstopfen können. Mit der Vermietung von

Zerkleinerern will die Firma Vogelsang Kommunen und

Abwasserbetrieben helfen, kurzfristig auf die zusätzliche

Belastung zu reagieren und Blockaden in den Pumpwerken zu

verhindern. In einem telefonischen Beratungsgespräch klären

die Fachansprechpartner zunächst, ob und welche Zerkleinerungslösung zur Anlage passt.

Vogelsang liefert das ausgewählte Modell aus und vermietet es an den Betreiber. Dabei entfällt

die Miete für die ersten vier Wochen der Nutzung. Infos zum Vermietungsmodell gibt es per Mail

unter sales@vogelsang.info.

www.vogelsang.info

Desinfektionsmittelproduktion

Leading Trair Fair for Powder & Bulk

Solids Processing and Analytics

Prominent Italiana S.r.l. hat der

Gemeinde Chieri in der

Provinz Turin, Italien, zwei

Elektrolyseanlagen überlassen.

Sie erzeugen vor Ort ein

wirksames Desinfektionsmittel.

Damit lassen sich alle harten

Oberflächen, beispielsweise

von Treppengeländern,

Türklinken, Krankennachttischen,

Böden und Wänden

zuverlässig desinfizieren.

Mit den Elektrolyseanlagen

kann direkt vor Ort das

hochwirksame Desinfektionsmittel

Natriumhypochlorit

erzeugt werden. Dazu benötigt

man lediglich Salz, Wasser und

Strom. Das Besondere ist die

sehr geringe Konzentration,

die desinfizierend wirkt. Die

desinfizierende Lösung kann

direkt verwendet werden

und sorgt für virenfreie

Oberflächen. Zwei Elektrolyseanlagen

wurden geliefert und

vor Ort von Prominent-

Mitarbeitern installiert und

in Betrieb genommen.

29.9.-1.10.2020

NURNBERG, GERMANY

SAVE THE DATE

www.prominent.de

POWTECH.DE

Ideelle Träger


AKTUELLES

SERIE

DER JDN-WEG:

DER MENSCH STEHT IM MITTELPUNKT

Von der Schmiede in Heven hat sich das

Unternehmen J.D. Neuhaus im Laufe von

275 Jahren zum Weltmarktführer in der

pneumatischen und hydraulischen Hebetechnik

entwickelt, mit Kunden in 70 Ländern der Welt.

Die Grundlagen für das tagtägliche Handeln

werden im JDN-Weg untermauert.

Die Corona-Krise setzt der Weltwirtschaft hart zu. Es gibt

wohl kaum ein Unternehmen, das nicht von den Beschlüssen

der politischen Entscheidungsträger betroffen ist, die

zur Eindämmung der Pandemie verabschiedet wurden.

„Wir haben keine Zeit verstreichen lassen und uns sofort auf die

Auswirkungen vorbereitet und haben entsprechende Maßnahmen

eingeleitet“, so Wilfried Neuhaus-Galladé, geschäftsführender

Gesellschafter der J.D. Neuhaus GmbH & Co. KG, Witten-Heven.

„Jeder Mitarbeiter hat zum Beispiel eine Schutzmaske und ein

Schutzvisier erhalten, wenn sich aufgrund der Tätigkeiten der

Sicherheitsabstand zwischen den Kollegen nicht einhalten lässt.

Mitarbeiter, die bis dato in unserem Großraumbüro ihren Aufgaben

nachgegangen sind, haben wir auf mehrere Gebäude auf dem Unternehmensgelände

verteilt. Des Weiteren haben wir einen Blog ins

Leben gerufen, in dem sich das Personal über Themen bezüglich

der Corona-Krise informieren kann. Die Inhalte werden in regelmäßigen

Abständen aktualisiert.“

Die Schutzvisiere produziert der Hebezeughersteller für seine

Mitarbeiter über die firmeneigenen 3-D-Drucker in Eigenregie. Da

die Leistungsfähigkeit der 3-D-Drucker-Flotte durch den Eigenbedarf

an Visieren nicht ausgeschöpft ist, werden auch für das

Personal in Arzt- und Zahnarztpraxen in Witten entsprechende

Schutzausrüstungen zur Verfügung gestellt.

Ein Merkmal der Unternehmenskultur des Hebezeugherstellers

aus dem Ruhrgebiet ist die zuvor bereits erwähnte offene

Kommunika tion. Des Weiteren gehören dazu, die Anforderungen der

Kunden an die erste Stelle der eigenen Überlegungen zu stellen sowie

verantwortungsbewusst zu agieren. Alle die Unternehmenskultur

prägenden und beschreibenden Werte wurden in dem JDN-Weg festgehalten

(s. Kasten Seite 14). Die drei Wertepaare Tradition & Innova-

12 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


SERIE AKTUELLES

BEGLEITET J.D. NEUHAUS-JUBILÄUM

Das Unternehmen J.D. Neuhaus kann auf eine lange

Historie zurückblicken. Dem Anlass angemessen begleitet

die Redaktion unserer Schwesterzeitschrift f+h dieses

Ereignis über das ganze Jahr. In der vor Ihnen liegenden

Ausgabe gehen wir auf die Unternehmenskultur der J.D.

Neuhaus GmbH & Co. KG ein. Die Themen JDN-Werksinfrastruktur

und nachhaltiges

Wirtschaften stehen dann im

Fokus der Ausgabe 7-8/2020.

auch unsere Lieferanten und Kunden nachvoll ziehen, warum wir so

arbeiten, wie wir arbeiten. Dies erhöht die Transparenz, das Vertrauen

und das Verständnis für unser Handeln.“

Und das Engagement in Sachen JDN-Weg zahlt sich aus, wie sich

am aktuellen „Produktionssystem“ zeigen lässt. Vor etwa 15 Jahren

hat man sich auf die Reise der systematischen Verbesserung des

„Produktionssystems“ gemacht. In klassischen Change-Projekten

wird vielfach versucht, die vier Produktionsfaktoren (Mensch, Maschine

sowie Material und Methode) zu optimieren. Doch darin

sieht Neuhaus-Galladé eine der Ursachen dafür, dass Change-Prozesse

zwar vielfach durchgeführt werden, aber nicht immer gelingen:

Weil der Mensch als Produktionsfaktor verstanden wird,

gleichgesetzt mit der Maschine, dem Material und den Methoden.

Bei einer derartigen Betrachtungsweise wird der Mensch als ein

Kostenfaktor angesehen, anstatt ihn als Individuum einschließlich

seiner Kreativität und seinen Ideen zu begreifen. „Kein Wunder also,

dass dann die Motivation der Mitarbeiter häufig auf der Strecke

bleibt – und viele Veränderungen von vorneherein zum Scheitern

verurteilt sind. Dies wollten wir auf jeden Fall verhindern.“

01 Wilfried Neuhaus-Galladé: „Die im JDN-Weg beschriebenen Werte

bilden die Grundlage für jegliches Handeln in unserer Firmengruppe“

tion, Performance & Langlebigkeit sowie Partnerschaftlichkeit & Leidenschaft

setzen den Grundstein für das tägliche Handeln. Dabei ist

es Neuhaus-Galladé wichtig zu betonen, „dass der JDN-Weg gemeinsam

mit der Neuhaus-Kernfamilie und den Mitarbeitern entstanden

ist. Wir verstehen dieses Papier nicht als ein für alle Zeit festgeschriebenes

Dokument. Vielmehr kann und soll das Papier flexibel auf neue

Randbedingungen angepasst werden, immer aber auf der Basis unserer

Wertepaare. Diese Veränderungen müssen aber immer von jedem

mitgetragen werden. Durch das Papier können unser Personal, aber

SCHRITT FÜR SCHRITT, MIT HERZ UND VERSTAND

Ratsam ist es, bewährte Erfolgsgewohnheiten zu überprüfen, an

diese anzuknüpfen und sie an neue Rahmenbedingungen anzupassen.

Doch um auf solche sanften Verbesserungen anstelle

von ständigen knallharten Veränderungen zu setzen, braucht

man keine starre Change-Methodik. Gefragt sind vielmehr die

Fähigkeiten und Ideen der Mitarbeiter – also derjenigen, die eng

mit dem Prozess verbunden sind. Denn sie haben die Motivation

und das Wissen, Verbesserungspotenziale zu erkennen. Die Mitarbeiter

sind in der Lage, Gutes noch besser zu machen und nur

das zu verändern, was tatsächlich korrigiert werden muss. Der

Mensch wurde sozu sagen in den Mittelpunkt gerückt und nicht

die Maschinen.

In diesem Sinn fanden die Analyse, die Optimierung und der

Umbau des „Produktionssystems“ bei J.D. Neuhaus statt. Am Ende

dieses Prozesses stand in den Hallen auf dem Werksgelände in

Witten-Heven nur noch eine einzige Maschine am selben Platz wie

vorher. Gleichzeitig haben Methoden und Prinzipien wie Lean

Management, just in time oder das Pull-Prinzip-Einzug in die Fertigung

gehalten. Das heißt, erst wenn ein Kunde tatsächlich ein

Hebezeug bestellt, beginnt auch dessen Produktion. Diese Arbeitsweise

setzt akkurat definierte und ablaufende Prozesse voraus.

Informationen sowie Teile müssen immer zum richtigen Zeitpunkt,

in der richtigen Qualität und Menge am vorgeschriebenen Ort sein.

So lassen sich Bestände reduzieren, unnötige innerbetriebliche

Transporte von Teilen verringern und eine Überproduktion vermeiwww.verfahrenstechnik.de

VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 13


AKTUELLES

SERIE

02+03 Mit Leidenschaft bei der Sache und nicht „Dienst nach

Vorschrift“; nur so lassen sich immer bessere Lösungen realisieren

BAUSTEINE

DES JDN-WEGS

Als Rahmen für das unternehmerische Handeln hat das

Unternehmen J.D. Neuhaus den JDN-Weg definiert.

Die Bausteine des JDN-Wegs sind:

n Kunden an erste Stelle stellen

n immer Ziel und Zweck der Arbeit prüfen

n Verantwortung übernehmen

n Vorhaben visualisieren

n faktenbasiert vorgehen

n beharrlich sein im Denken und Handeln

n mit Ernsthaftigkeit arbeiten, auch im Kleinen

n ehrlich und gründlich kommunizieren

n auf wirkliche Beteiligung aller Betroffenen setzen

den. Neuhaus-Galladé: „Wir konnten zum Beispiel den Weg, den

Bau teile zurücklegen, bis aus ihnen in der Fertigung ein Endprodukt

entstanden ist, um mehr als 90 Prozent reduzieren.“

Doch derartige Erfolge stellen sich nicht von selbst ein. Zur Aufdeckung

von Verbesserungsmöglichkeiten in den Abläufen nutzte

das Projektteam „plan-do-check-adjust“ (PDCA). Gemäß diesem

Arbeitsprinzip der kontinuierlichen Verbesserung ließ sich nach

den Ursachen forschen, warum sich erhoffte Ergebnisse nicht wie

gewünscht eingestellt hatten. Mit Blick auf die Produktionspro

zesse zeigte sich: Das Unternehmen wird sich nur dann weiter

verbessern können, wenn die Mitarbeiter selbst, und zwar aus

Produktion und Management, dazu in die Lage versetzt werden,

ihre Aufgaben auch besser zu machen. Ein nicht zu unterschätzender

Aspekt, um dieses Ziel zu erreichen, ist die Begegnung von

allen Mitarbeitern auf Augenhöhe. Nur durch gegenseitigen Respekt

lässt sich ein exzellentes Ergebnis erreichen. Der Leitgedanke,

die beste Qualität zu schaffen, hat die Veränderungen in der

Unternehmenskultur forciert. Auch hier spielen die Werte eine

entscheidende Rolle.

VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN GEGENÜBER

MITARBEITERN UND KUNDEN

Die Erfahrung der zurückliegenden Jahre zeigt, dass die Umsetzung

von kontinuierlicher Verbesserung nur zu 20 Prozent von der Anwendung

geeigneter „Tools“ abhängt, zu 80 Prozent jedoch von der

Denkweise der Beteiligten: die Erkenntnis in Verständnis und

schlussendlich in Handeln umzusetzen. „Und dies üben wir täglich

gemeinsam – zurzeit unter Einhaltung der gebotenen Abstandsund

Hygieneregeln, zu denen uns die Corona-Pandemie zwingt“, so

Neuhaus-Galladé. „Aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber

unseren Mitarbeitern, aber auch gegenüber unseren Kunden

haben wir uns zum Beispiel dazu entschieden, Kundenbesuche

und Servicefahrten noch genauer auf Sicherheit zu überprüfen. Die

Kommunikation innerhalb des Unternehmens sowie mit Lieferanten

und Kunden findet primär über Telefon und Videoanrufe statt.

Zur Wissensvermittlung haben wir ferner einen virtuellen Verkaufsraum

eröffnet. All dies kann jedoch den persönlichen Austausch,

der uns in diesen Tagen fehlt, nur ein Stück weit ersetzen. Doch ich

bin mir sicher: So wie wir in den vergangenen drei Jahrhunderten

bei J.D. Neuhaus gemeinsam einige Herausforderungen gemeistert

haben, so werden wir auch die aktuelle Situation meistern und

gestärkt aus dieser hervor gehen.“

Bilder: J.D. Neuhaus

Autor: Winfried Bauer, Chefredakteur unserer Schwesterzeitschrift f+h, Mainz

14 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


AKTUELLES

VIRTUELLE MESSEN UND WEBINARE

Veranstaltung Datum, Ort Anmeldung

VIRTUELLE MESSE Pumpen ab sofort SPA

https://bit.ly/2WHQmp6

WEBINAR IO-Link – Grundlagen, Anschluss

und Parametrierung

04.06.20 Jumo

https://bit.ly/2WMTy2K

WEBINAR How to protect your safety valve 10.06.2020 Rembe

https://bit.ly/2zq5v6w

WEBINAR Zertifikatslehrgang

EnergiemanagerIn/-auditorIn

WEBINAR Profinet Zertifizierungs-

Workshop

WEBINAR In Krisensituationen handlungsfähig

bleiben

WEBINAR Unternehmen in der Pandemie

– mehr Sicherheit und Gesundheit

16.–18.06.20 Umweltinstitut Offenbach

https://bit.ly/2yON0IS

17.06.20 PNO

https://bit.ly/3dy4pEA

18.06.2020 Tüv Nord

https://bit.ly/3cnvxGd

22.06.2020 Haus der Technik

https://bit.ly/35PpF60

WEBINAR Kostenschätzung 22./23.06.20 Dechema

https://bit.ly/3bpsUCi

WEBINAR Die Blockchain-Technologie in der

Chemieindustrie

WEBINAR Qualitätsbeauftragter (TÜV) –

ISO-9001-Ausbildung mit Zertifikat

WEBINAR Heute Ingenieur, morgen

Vertriebsingenieur

WEBINAR Digital Leadership: Spielregeln

und Kompetenzen in der Arbeitswelt 4.0

30.06.20 GDCh

https://bit.ly/3ci9Veh

13.– 22.07.2020 Tüv Nord

https://bit.ly/2yJyoKQ

15.–16.07.20 VDI Wissensforum

https://bit.ly/3cnvOZL

16.07.2020 Haus der Technik

https://bit.ly/35QJ8U8

Gemü investiert in

Shanghai

Die Produktion von Absperrklappen

bei Gemü Valves China

ist Teil des globalen Produktionskonzeptes

von Gemü. Jetzt

wurden die Weichen gestellt,

um in Shanghai die Kompetenz

für die Produktion von Absperrklappen

weiter auszubauen.

„Der Ausbau der Fertigungskompetenz

in unserem

Butterfly Valve Production

Center in China ist ein wichtiger

Schritt auf dem Weg, ein

globales Produktionskonzept

umzusetzen“, kommentiert

Gert Müller, geschäftsführender

Gesellschafter von Gemü,

den Ausbau der Produktionskapazitäten

in China. „Mit der

Erweiterung bieten wir unseren

Kunden deutlich mehr

Sicherheit und Flexibilität.“

www.gemu-group.com

Solids und Recycling-Technik auf März 2021

verschoben

Der Veranstalter Easyfairs verschiebt das diesjährige Branchenevent

Solids & Recycling-Technik Dortmund auf den 17. und

18. März 2021. Alle bisher erworbenen Tickets und Registrierungen

behalten auch weiterhin ihre Gültigkeit, ebenso hält sich der Veranstalter

an die mit den Ausstellern für das Event abgeschlossenen

Verträge.

www.easyfairs.com

Infraserv Höchst investiert in umweltfreundliche

Energieerzeugung

Im Industriepark Höchst wird der Kohleausstieg Realität: Infraserv

Höchst, die Betreibergesellschaft des Industrieparks, investiert

einen dreistelligen Millionenbetrag in den Bau von zwei neuen

Gasturbinen und die Modernisierung der bestehenden Gasturbinen-Anlage,

um künftig bei der Nutzenergieerzeugung komplett

auf Kohle als Energieträger verzichten zu können.

Mit der für 2022 vorgesehenen Inbetriebnahme der Anlagen ist die

Vermeidung klimaschädlicher CO 2

-Emissionen in einer Größenordnung

von rund einer Mio. Tonnen pro Jahr verbunden. Inzwischen

haben die Arbeiten für den Bau der neuen Gasturbinenanlagen

begonnen – ein zukunftsweisendes

Großprojekt für

Infraserv Höchst und ein

wichtiger Meilenstein für die

Zukunftssicherung des Industrieparks

Höchst.

www.infraserv.com

Deutsche Exporte von Wasser- und

Abwassertechnik im Aufwärtstrend

Nach Angaben des VDMA konnten

die deutschen Hersteller von

Komponenten und Systemen zur

Wasseraufbereitung, Abwasserund

Schlammbehandlung ihre

Ausfuhren im Jahr 2019 auf mehr

als 1,1 Milliarden Euro deutlich

steigern. Gerade wegen der teilweise

deutlichen Veränderungen in einzelnen Regionen bleibt die

EU-28 nach wie vor wichtigste Abnehmerregion für die deutschen

Hersteller von Wasser- und Abwassertechnik und stabilisiert das

hohe Niveau deutscher Exporte. Diese Exporte in die Staaten der

EU-28 stiegen 2018 nochmals um 5,3 Prozent auf 454,2 Millionen

Euro. Der asiatische Markt blieb mit 210,4 Millionen Euro

(– 12,7 Prozent) trotz erheblicher Verluste in China zweitwichtigste

Abnehmerregion.

Foto: Darknightsky/stock.adobe.com

www.vtma.vdma.org

Dec übernimmt Inno4Life

Die Dec Group hat die Übernahme von Inno4Life in den Niederlanden

bekannt gegeben und bietet nun auch Lösungen im Bereich der

sterilen Abfüllung von Flüssigkeiten an. Decs Mikrodosiertechnologie

für Pulver sowie das Know-how von Inno4Life sollen sich perfekt

ergänzen, um Lösungen für komplett integrierte, sterile Abfüllanlagen

hervorzubringen.

www.dec-group.net

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 15


TOP-THEMA I THERMISCHE VERFAHREN

Effizienter Warmlufteinsatz

Schonende Trocknung von Holz und anderen langfaserigen

Produkten vor der Pelletierung

Einwandfrei getrocknetes Material

ist eine wichtige Voraussetzung, um

die Produktion hochwertiger Pellets

aus unterschiedlichen Materialien

zu ermöglichen. Mit Bandtrocknern

lassen sich zerkleinerte Produkte

aus verschiedenen Industrien

erfolgreich und energieeffizient bis

auf die erforderliche Restfeuchte

trocknen.

Das Fertigungsrepertoire von Amandus

Kahl umfasst rund 40 verschiedene

Maschinen. Eine gesonderte Rubrik darunter

bilden Maschinen zum Trocknen und

Kühlen von zermahlenem Material unterschiedlicher

Art. Doch wie sich Materialien

in ihren Eigenschaften unterscheiden, so

setzt es verschiedene Maschinen voraus, die

eine hochwertige Trocknung für eine bestmögliche

Weiterverarbeitung ermöglichen.

Für Biomassen wie Holz, Stroh, Heu oder

andere langfaserige Produkte kommt der

Kahl Gewebebandtrockner zum Einsatz.

Aufgrund ihrer Materialeigenschaften erfordern

sie ein besonderes Trocknungsverfahren.

Der Gewebebandtrockner ermöglicht

nicht nur eine produktabhängige Endfeuchte

von 8–13 %, sondern trocknet das Produkt

schonend, nachhaltig und wirtschaftlich.

Technische Voraussetzungen

Holz ist ein Feuchtigkeit bindendes Material.

Der prozentuale Anteil in frischem Holz

kann bei über 40 % Wasser liegen. Je nach

Verwendung oder Vorkommen variiert der

Feuchtigkeitsanteil stark. Der Verwendungsprozentsatz

liegt zwischen 8 und

16 %. Um das Produkt auf diesen Anteil zu

trocknen und auf die individuellen Voraussetzungen

ideal eingehen zu können, bietet

sich der Gewebebandtrockner an.

Diese Maschine grenzt sich im Vergleich

zu regulären Trocknern und Kühlern

durch ihr eng gewebtes Kunststoff-

Gewebeband ab. Dieses bietet zwei weitere

Vorteile in seiner Nutzung: Neben dem

Transport des zu trocknenden Materials

findet zeitgleich eine Filtration der Abluft

statt, um dem gesetzlichen Grenzwert von

Staubpartikeln in der Abluft zu entsprechen.

Unabhängige Messungen haben

gezeigt, dass die Partikelkonzentration bei

durchschnittlich weniger als der Hälfte

des erlaubten Wertes lag.

Zusätzlich verfügt der Gewebebandtrockner

über eine automatische Reinigungsfunktion,

die das Zusetzen der

Bandöffnungen mit Holzpartikeln verhindert.

Durch die geringen notwendigen

Zulufttemperaturen von weniger als 120 °C

eignet sich der Gewebebandtrockner, um

16 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


THERMISCHE VERFAHREN I TOP-THEMA

Das verwendete Kunststoffgewebeband

trocknet Biomassen schonend und dient

gleichzeitig als Filtermedium der Abluft

Abwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung zu

verwenden. Ein weiterer Vorteil hierbei ist

die geringe Belastung der Abluft mit

flüchtigen organischen Bestandteilen

(VOCs) und daraus resultierenden geringen

Geruchserscheinungen.

Gleichmäßige Endfeuchte

Das Produktaufgabesystem erlaubt auch bei

variierendem Eingangsmaterial und

schwankenden Durchsatzleistungen eine

stets gleichmäßige Schichthöhe im Trockner.

Eine ebenfalls gleichmäßige Endfeuchte

nach der Trocknung wird durch speziell angepasste

Wendeeinrichtungen ermöglicht.

Durch eine automatisierte Online-Messung

der Feuchtigkeit im Produkt wird

sichergestellt, dass der Trockner energetisch

durchgehend optimal betrieben wird

und die Restfeuchte einen definierten

Wert einhält.

Kahl Gewebebandtrockner können eine

Prozessbandbreite von 4 bzw. 6 m haben.

Die Prozessbandlänge liegt zwischen 8 und

50 m. Aufgrund der modularen Bauweise

lässt sich der Gewebebandtrockner in seiner

Länge und Breite problemlos variieren.

Viele Vorteile

Der Einsatz des Gewebebandtrockners bietet

ein umfangreiches Repertoire an Vorteilen.

Neben einer konsekutiven und scho-

nenden Trocknung durch Warmluft zeichnet

sich der Trockner durch ein modulares

System aus. Die Maschine passt sich zudem

individuell an das jeweilige Produkt an.

Durchsatz und gewünschte Wärmequelle

wie beispielsweise Warmwasser oder Sattdampf

sind ebenfalls spezifisch einstellbar.

Das verwendete Kunststoffgewebeband

trocknet Biomassen nicht nur

ideal und auf schonende

Weise, sondern dient gleichzeitig

als Filtermedium der

Abluft. Durch die intelligente

Kahl-Regelung wird eine

optimale und zugleich wirtschaftliche

Trocknung ermöglicht.

Durch Visualisierungen

erzielen Kunden eine

direkte Überwachung der

relevanten Betriebs- und Prozessparameter.

Ein automatischer

Betrieb, umfassende

Sicherheitssysteme und eine

wartungsfreundliche Konstruktion

runden die Maschine ab.

Um Holzhackschnitzel effizient und

optimal zu trocknen, ist auch eine ideale

Vorvermahlung essenziell. Neben Trocknern

konstruiert und fertigt Amandus

Kahl auch Kollermühlen zur effizienten

Holzzerkleinerung. Diese zeichnen sich

durch Energieeffizienz und Robustheit

aus und passen sich variierenden Materialgrößen

problemlos an.

Ein Schlüsselelement ist das werksinterne

Technikum, in dem Interessenten Versuche

durchführen können. Weltweit arbeiten inzwischen

mehr als 1 000 Kahl Maschinen

zur Trocknung und Kühlung in Anlagen

verschiedenster Größe und für unterschiedliche

Industriebereiche. Das Unternehmen

begleitet Kunden von der Idee bis zur

Für Amandus Kahl ist das

werksinterne Technikum

ein Schlüsselelement, in dem

Kunden und Interessenten

Versuche durchführen können,

um so einen Einblick in die

zukünftige Produktion zu

erhalten.

Karsten Beck, Vertriebsgebietsleiter,

Amandus Kahl GmbH & Co. KG

Umsetzung und darüber hinaus. Die Kombination

aus Forschung, neuester Technik,

langen Erfahrungswerten und Service ist

das Fundament, auf dem das Familienunternehmen

seit bald 150 Jahren erfolgreich

wächst.

Fotos: Amandus Kahl GmbH & Co. KG

www.akahl.de

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 17


TOP-THEMA I THERMISCHE VERFAHREN

Sensibler Prozess

Plattenwärmeübertrager übernehmen thermische Verfahrenstechnik

bei der Cannabis-Rohölgewinnung

Um aus der Hanfpflanze die relevanten Wirkstoffe zu extrahieren, hat ein

Unternehmen standardisierte Anlagen unterschiedlicher Größen

entwickelt. Das Kühlen, Verdampfen und Kondensieren übernehmen

dabei die vollverschweißten Edelstahl-Plattenwärmeübertrager.

Während die Behandlung

mit Hanf in

Kanada und in den USA

längst ein Milliardenmarkt

ist, wurde Cannabis in

Deutschland erst 2017 für

medizinische Zwecke zugelassen.

Damit die relevanten

Wirkstoffe CBD

(Cannabidiol) und THC

(Tetrahydrocannabinol) industriell

verarbeitet werden

können, müssen sie zunächst

aus der Hanfpflanze

extrahiert werden.

Die Devex Verfahrenstechnik

mit Sitz in Warendorf ist Spezialist

für Extraktions- und Eindampfanlagen

sowie Anlagen der Gefrierund

Vakuumtrocknung insbesondere

für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie.

Gemeinsam mit der amerikanischen

Firma Root Sciences hat Devex einzigartige

Komplettanlagen entwickelt, die in verschiedenen

aufeinander folgenden Schrit-

ten Cannabis-Rohöl extrahieren, filtrieren,

reinigen und auch die Rückgewinnung des

Lösungsmittels übernehmen. Die abschließende

Decarboxylierung des Cannabis-

Rohöls wird ebenfalls mit diesen sogenannten

CryoEXS-Anlagen bewerkstelligt. Es

gibt sie in drei verschiedenen Größen –

die kleinste schafft 180 kg Biomasse in acht

Stunden, die größte 5 t/d im 24-Stundenbetrieb.

Im Vordergrund steht die Gewinnung der

beiden Wirkstoffe THC und CBD. Während

THC für seine psychoaktive Wirkung bekannt

ist und als Ersatzstoff für Opiate in der

Schmerzbehandlung eingesetzt werden

kann, ist CBD kein Halluzinogen. Es verfügt

jedoch über eine Vielzahl medizinischer

Eigenschaften, die zum Beispiel bei chronischen

Schmerzen, Entzündungen, Migräne

oder Arthritis Abhilfe leisten können.

Autor: Ralph Christoffers, Sales Engineer Food &

Water Division, Alfa Laval Mid Europe GmbH,

Glinde

18 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


THERMISCHE VERFAHREN I TOP-THEMA

01

01 Der fusionsgebundene Wärmeübertrager

ist in 15 Variationen differenziert nach Größe

und maximalem Auslegungsdruck erhältlich

02 Blick ins Innere des Wärmeübertragers:

der Gegenstrom ermöglicht eine effiziente

Wärmeentnahme auch bei extrem geringen

Temperaturunterschieden

02

Know-how und Technik

Arzneimittel werden vom menschlichen

Körper aufgenommen. Daher gelten für

ihre Produktion ebenso wie bereits für die

Herstellung und Gewinnung der enthaltenen

Wirkstoffe besonders strenge Vorschriften

in Bezug auf Sauberkeit (Sterilität) und

Produkthomogenität (Wirkstoffdosis).

Die Extraktion von Cannabis-Rohöl setzt

also nicht nur ein tiefes verfahrenstechnisches

Know-how voraus, sondern auch

Maschinen und Komponenten, mit denen

sich diese Anforderungen erfüllen lassen.

Der Alfanova von Alfa Laval war der erste

vollverschweißte Wärmeübertrager aus gewellten

Edelstahlplatten, die ohne Kupfer

oder Nickel miteinander verbunden sind.

Damit kann er extremen Temperaturen und

Drücken standhalten und ist für Aufgaben

mit sehr hohen Hygieneanforderungen geeignet.

Bei der Cannabis-Extraktion kann er

sich bestens beweisen. Hier hat er es nicht

nur mit einer erheblichen Temperaturspreizung

von –45 bis +150 °C zu tun, sondern

auch mit hohen Anforderungen an die

Möglichkeiten der Reinigung. Die dichtungslose

Bauform des zu 100 Prozent aus

Edelstahl gefertigten Alfanova ermöglicht

zudem eine große mechanische Belastbarkeit

und hohe thermische Effizienz.

Gesamte Bandbreite

Daten des Wärmeübertragers

Auslegungstemperatur –196 °C bis +550 °C

Auslegungsdruck

Geringste erzielbare Temperaturannäherung

Thermisches Leistungsspektrum

Devex setzt die Alfanova-Wärmeübertrager

in ihren CryoEXS-Anlagen für die

gesamte Bandbreite der thermischen

Verfahrenstechnik ein: zum Kühlen des

Lösungsmittels, zum Trennen von Öl und

Lösungsmittel mittels Verdampfung und

schließlich zum Kondensieren. Bei der

Entscheidung für Alfa Laval als Lieferanten

spielte das Know-how die alles entscheidende

Rolle.

„Bei der Cannabis-Extraktion haben wir

es mit einem sensiblen Prozess beziehungsweise

hohen Anforderungen und

vielen Richtlinien zur Sicherung der Arzneimittelqualität

zu tun“, erläutert Devex

Geschäftsführer Sven Wildförster. „Entsprechend

legen wir viel Wert auf einen erfahrenen

und fachlich versierten Partner

auf Augenhöhe. Bei Alfa Laval haben wir

genau das gewünschte technische Knowhow

gefunden. Hier arbeiten wir mit Ingenieuren

zusammen, die unsere Anforderungen

verstehen, mit denen wir fachlich

diskutieren können und die uns in puncto

Der Wärmeübertrager im Überblick

von vollständigem Vakuum bis zu 30 barÜ

1–2 K

kurze als auch große thermische Länge

(NTU-Wert)

Qualitätssicherung mit allen erforderlichen

Dokumentationen und Zertifikaten unterstützen.

Das ist der große Vorteil von Alfa

Laval.“

Fotos: Devex, Alfa Laval, pokku/stock.adobe.com

www.alfalaval.de

n Höchste Hygiene-Standards:

Durch die patentierte Fügetechnik Alfafusion gelangt kein Schwermetall-Eintrag

wie z. B. Kupfer oder Nickel ins Medium.

n Hohe Korrosionsbeständigkeit:

Ein spezielles Edelstahl-Lotverfahren mit sehr guten Verbindungskontakten

zwischen Grund- und Zusatzwerkstoff sorgt für eine lange Lebensdauer und hohe

Zuverlässigkeit.

n Robust gegenüber Druck-Wechselbelastung:

Durch die Verstärkung des Plattenpakets hält der Alfanova größeren Druckunterschieden

stand als andere Wärmeübertrager.

n Hohe Temperaturbeständigkeit:

Die 100-prozentige Edelstahlkonstruktion ermöglicht den Einsatz bei Temperaturen

von bis zu 550 °C.

n Mechanische Festigkeit:

Durch die identischen Materialeigenschaften ist der Alfanova im Hinblick auf

seine Robustheit mit deutlichen teureren vollverschweißten Wärmeübertragern

vergleichbar.

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 19


TOP-THEMA I THERMISCHE VERFAHREN

Verdampferlinie im Dauereinsatz

Das indische Unternehmen

Utkal Alumina International

bekommt von Gea

technologische Unterstützung

bei der Kapazitätserweiterung

seiner Aluminiumoxidraffination

im Bundesstaat Orissa,

Indien. Es ist die dritte

Verdampferlinie, die Gea an diese Raffinerie liefert. Die ersten

beiden Verdampferlinien mit einer Kapazität von jeweils 310 t/h

gingen bereits im Jahre 2013 in Betrieb. In der Verdampfereinheit

werden verschiedene Wasch- und Prozesswässer aus der Produktund

Reststoffaufarbeitung und aus anderen Quellen aufkonzentriert.

Diese sogenannte Aluminiumoxidablauge wird dann wieder

für den Aufschluss des Bauxitgesteins verwendet. Die Anlage ist

so ausgelegt, dass sie 24 h/d und 365 Tage im Dauerbetrieb mit

ausreichender Reinigungsfrequenz arbeitet.

Mit dieser dritten Verdampferlinie kann die Gesamtkapazität von

bislang 1,5 Mio. t/a Aluminiumoxid auf 2 Mio. t/a gesteigert werden.

Der Lieferumfang umfasst auch Anlagenkomponenten wie

Druckbehälter, Wärmetauscher, Pumpen, Tanks und Separatoren,

Prozess- und Versorgungsleitungen sowie die Instrumentierung

und Inbetriebnahme, um die bestmögliche Ausführung dieses

Projekts zu gewährleisten. Auch bei diesem Auftrag achtet Gea

darauf, dass alle Anforderungen hinsichtlich Effizienz, Sicherheit

und Umwelt erfüllt werden.

www.gea.com

s 100 JAHRE s

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-

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Will & Hahnenstein GmbH

Spezialisten in Sachen Beheizung !

WÄRMEKAMMER

Material

Edelstahl, Stahl, lackiert oder

verzinkt, Aluminium

EX-Schutz

Zubehör

WHG-Auffangwannen,

Rollenbahnen, Wetterschutz,

Beschickungsgeräte

Kühl- und Temperiersysteme mit

Peltier-Technik

Termotek präsentiert kompakte Kühlgeräte auf Basis der Peltier-

Technik, modulare Systeme sowie Miniaturkühler mit Kompressortechnologie.

Die Kälteerzeugung auf Basis von Peltier-

Elementen erfolgt mithilfe von Halbleitern in Plattenform. Da

keine beweglichen Teile, wie z. B. bei einem Verdichter, zur

Kälteerzeugung erforderlich sind, entstehen weder Vibrationen

noch Schallemissionen. Die Halbleiterplatten reagieren

besonders schnell und passen die Kühlleistung bei Änderung der

Spannung unmittelbar an. Eine schnelle

und präzise Regelung der Vorlauftemperatur

gehören daher zu den Vorteilen des

neuen Kühlsystems.

Ozon einfach und wirksam herstellen

Ozon könnte aufgrund seiner Eigenschaften zum Desinfektionsmittel

des Jahrhunderts werden, es ist nicht nur extrem wirksam,

sondern kann einfach aus Luft erzeugt werden und hinterlässt

nach der Reaktion keinerlei umweltschädliche Stoffe. Da der

Betrieb von herkömmlichen

Ozonreaktoren wartungs- und

kostenintensiv ist, beschränkten sich

bisher die Einsatzmöglichkeiten.

Jetzt gibt es eine neue Technologie,

die uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten

für den Anwender

bieten soll: Ozopure-Ozongeneratoren

basieren auf der sogenannten

„Flate Plate Reaction (FPR) Technology“,

das ist ein robuster und kompakter Plattenreaktor mit einem

optimierten Energiebedarf. Weitere Vorteile sind die besonders

hohe Ozonkonzentration und die modulare Bauweise, die eine

ideale Anpassung an jede Anwendung ermöglichen.

Anwendungsgebiete für den Generator sind u.a. die Bereiche

Abwasser, Pharma- und Lebensmittelindustrie, Abfüllprozesse,

Desinfektion und Sterilisation, Umkehrosmose sowie Labor und

Forschung.

www.ozopureinternational.com

www.termotek.de

Kessel für die Dampferzeugung

FASSHEIZER

Für stehende und

liegende Fässer

L Bahnhofsweg 22, D-57562 Herdorf

0 Tel. +49 (0) 2744 9317-0 - Fax +49 (0) 2744 9317-17

1 E-Mail: info@will-hahnenstein.de

E www.will-hahnenstein.de

s 100 JAHRE s

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In Kürze soll ein Rotationskessel zur industriellen Dampferzeugung

präsentiert werden, der bei gleicher Leistung nur noch ein

Zehntel des Bauvolumens konventioneller Systeme benötigt.

Möglich wurde die Schrumpfung dank des Ersatzes herkömmlicher,

stillstehender Rohranordnungen durch rotierende Rohre.

Infolge der Rotation der Heizflächen steigt der Wärmübergang

stark an, ohne dass die

Druckverluste auf der

Rauchgasseite wesentlich

zunehmen. Hauptanwendungsfelder

des neuen Kessels sollen

Blockheizkraftwerke und

vielfältige Abhitzenutzungen im

gewerblichen Bereich sein.

www.erktubes.com

20 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


®

Hochfermenter aus Edelstahl

Ein Lebensmittelhersteller verwertet Produktionsabfälle in einer betriebseigenen Abfall- und Kläranlage,

um so die energetisch hochwertigen Abfälle in einer Biogasanlage zu nutzen. In diesem

Zusammenhang wurde die Erweiterung der Biogasanlage erforderlich. Die Entscheidung fiel auf

zwei Hochfermenter aus hochwertigem Edelstahl. Die zentralgerührten Fermenter nehmen einen

wichtigen Teil in der gesamten Aufbereitungskette ein. Sie zersetzen die energetischen Bestandteile

und verwerten sie zu Energie. Anschließend werden aus den Gärresten die Feststoffe abgeschieden,

sodass eine Flüssigkeit übrigbleibt, die in weiteren Klärstufen zu einleitungsfähigem Wasser

aufbereitet wird. Die Feststoffe werden getrocknet, pelletiert und

als Dünger weiterverarbeitet. Um Korrosion bei den anaeroben

Gärprozessen zu minimieren, setzt der Anlagenbetreiber bei den

neuen Fermentern konsequent auf hochwertiges Edelstahl. In

der Mitte des Daches gibt es eine Öffnung für das Zentralrührwerk.

Dieses durchmischt und homogenisiert das Gärgemisch

stetig und sorgt somit für eine optimale Prozessbiologie.

Solare Trockner

www.stallkamp.de

Covestro erhielt kürzlich das Solar Impulse Efficient Solutions Label, u.a. für eine Technologie, die

sich als wirtschaftlich rentable und umweltschonende Lösung erwiesen hat: Mit Solarenergie betriebene

Gewächshäuser zur Trocknung von Lebensmitteln, um diese zu konservieren. Der solare

Gewächshaustrockner ist eine effiziente, dezentrale, kostengünstige und nachhaltige Lösung zur

Reduzierung von Nachernteverlusten bei Agrarprodukten. Der hohe Wirkungsgrad des Trockners

wird durch die Verwendung von Polycarbonat für den Bau eines parabolisch geformten Gewächshauses

erreicht. Das Material ist transparent für sichtbares und insbesondere infrarotes Licht und

weist gute Wärmedämmeigenschaften auf, sodass sich der Trockner schnell aufheizen kann.

Innovationen rund ums

Heizen und Beheizen

Flexible

elektrische

Heiztechnik

• Heizschläuche

• Rohrbegleitheizungen

• Behälter- / Fassheizungen

• Heizplatten

• Heiztische

• Sonderlösungen

www.covestro.com

Wärmeübertrager mit langer Standzeit

Dank der großen Plattenfamilie mit unterschiedlichen Prägungen und verschiedenen thermischen

Längen lassen sich die Wärmeübertrager von Kelvion an die jeweiligen Medien und Einsatzgebiete

anpassen. Damit diese vorteilhafte Eigenschaftskombination lange

erhalten bleibt, bietet Kelvion neben den effizienten Wärmetauscherlösungen

auch die passenden Serviceleistungen. Dazu gehören ein

weltweiter Ersatzteilservice, Wartungsverträge oder zum Beispiel auch

ein Wasserstoff-Leckagetest vor Ort. Der präventive Test liefert

Aufschluss auf den Plattenverschleiß, sodass einer drohenden Leckage

rechtzeitig vorgebeugt werden kann. Das minimiert die Gefahr eines

Produktionsstillstands – und sorgt wiederum für Effizienz.

www.kelvion.com

Erweiterbares Kesselhaus

Um die richtige Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln zu gewährleisten, müssen die

Maschinen mit präziser Genauigkeit beheizt werden. Ein Hersteller von Fertigprodukten aus

Geflügelfleisch hat sein neues Kesselhaus so konzipiert, dass es stirnseitig zu beiden Seiten

erweiterbar ist. Zum einen, damit noch ein oder zwei zusätzliche Erhitzer Platz finden können und

zum anderen, damit auch die Möglichkeit der Erweiterbarkeit des Verteilers mit weiteren Transferpumpen

gegeben ist. Momentan ist der Mischverteiler mit drei

Erhitzer-Pumpen (zwei weitere Erhitzer befinden sich noch in

einem externen Kesselraum) und vier Transfer-Pumpen sowie

Filtergruppen mit Bypässen in den Rückläufen ausgerüstet. Da

hier teils Temperaturen > 200 °C notwendig sind, kommen

Thermoöle als Heizmittel in Frage.

www.heat11.com

Hillesheim GmbH

Am Haltepunkt 12

D-68753 Waghäusel

Tel.: 0 72 54 / 92 56-0

E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de

www.hillesheim-gmbh.de


KOMPONENTEN UND SYSTEME

Flexibel bei wechselnden Medien

Armaturen-Programm für die Prozessindustrie

Vordruckregler und Druckminderer

müssen in chemischen und

petrochemischen Produktions-

anlagen hohen Ansprüchen

genügen. Dies gilt auch für

Gasversorgungen vom Vakuum

bis zum Hochdruck und den

Hochtemperaturbereich. Eine neue

Serie trotzt allen Widrigkeiten.

Die neuen Vordruckregler sind ausgelegt

für die Anforderungen, die chemische

Produktionsprozesse hinsichtlich des

Drucks und der Temperatur an die verwendeten

Werkstoffe der Armaturen stellen.

Typisch für chemische Produktionsanlagen

ist der häufige Medienwechsel von Gasen

und Flüssigkeiten sowie die Verwendung

aggressiver oder korrosiver Medien bei

hohen Durchflussraten. Die Druckregler

sind darüber hinaus für den Einsatz in der

Prozesssteuerung und der Instrumentierung,

in Probennahmesystemen, in der

Brennstoffzellen-Gasversorgung sowie in

Analysensystemen geeignet.

Autor: Olaf Koch, Geschäftsführer, Keybits GmbH,

Essen

Die Vordruckregler der Serien BP-3 und BP-8

sind als Überdruckventil konstruiert und erlauben

eine feine Regelung des Eingangsdrucks

bis zu 69 bar bzw. 34,5 bar. Die

maximale Einsatztemperatur beträgt 260 °C

bzw. im Falle des BP-8 mit den zur Verfügung

stehenden Materialien 121 °C.

Die Druckminderer können in Rohrleitungssystemen

sowohl mit gasförmigen als

auch flüssigen Medien eingesetzt werden und

den Druck nach Belieben auf das benötigte

Druckniveau herabsetzen. Die neuen Druckminderer

der Serie PR-1 und PR-7 sind je nach

Ausführung geeignet für einen maximalen

Eingangsdruckbereich von 414 bzw. 248 bar

und Temperaturen von –40 bis +260 °C.

Klassisch werden die Hy-Lok-Druckminderer

eingesetzt für die Gasversorgung

aus Druckgas-Speichern, als Flaschendruckminderer,

als Druckminderer-Umschaltstation

für die kontinuierliche Prozessversorgung

auch bei leerlaufenden Druckgasflaschen

oder Bündeln sowie als Leitungsdruckminderer

und als Entspannungsstation.

Sie sind ausgelegt für den Einsatz in

sensiblen Reaktions- und Analysesystemen

zur eng tolerierten Druckbegrenzung auch

bei unstetem Volumenstrom.

Robust und variabel

Aufgrund der Bauweise und einer Vielzahl

zur Verfügung stehender Konstruktionsmaterialien

bieten die Druckminderer und

Vordruckregler eine hohe Medienbestän-

digkeit und große Flexibilität hinsichtlich

des Einsatzes verschiedenster Medien.

Die neuen Hy-Lok-Armaturen sind modular

aufgebaut, sodass unterschiedlichste

Ausführungen je nach Anwendung wählbar

sind. Neben der Standardausführung in

Edelstahl 316L können für den Körper spezielle

Werkstoffe wie Monel oder Hastelloy

verwendet werden. Für weitere medienberührte

Bauteile wie Öffnungselemente oder

Die Systeme sind für Gase und

Flüssigkeiten geeignet

die Membran werden chemisch beständige

Materialkombinationen wie Teflon, HD-

PTFE, Viton, Kalrez, Polyimid, modifiziertes

PTFE oder PEEK angeboten. Verschiedene

Anschlusskonfigurationen ermöglichen

eine flexible Einbindung des jeweiligen

Druckreglers in nahezu alle Prozesse.

Die Einstellung des gewünschten Ausgangs-

bzw. Vordrucks erfolgt in den meisten

Fällen manuell per Handrad. Dieses ist in

verschiedenen Ausführungen verfügbar und

stellt somit neben der Auswahl vielfältiger

medienberührter Materialen und Anschlusskonfigurationen

eine weitere Option dar.

Fotos: Hy-Lok

www.hy-lok.de

22 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


KOMPONENTEN UND SYSTEME

Rastbolzen mit Positionssignal

Rastbolzen übernehmen sehr häufig sicherheitsrelevante Funktionen

– aber nicht nur dann ist es wichtig, eine Rückmeldung über

ihre Position zu erhalten. Mit der neuen Reihe GN 817.6

ermöglicht Ganter nun die automatisierte Statusabfrage. Die

meldet mittels eines elektrischen Signals die Position des Stifts

weiter – über eine Kabelverbindung, an deren Ende sich ein

M8-Standard-Stecker befindet. Bei Ganter entschied man sich

bewusst für die Drei-Draht-Signalübertragung per Kabel. Diese ist

im industriellen Umfeld

sicherer, stabiler und vor allem

einfacher zu integrieren als eine

Funkverbindung, die zur Verlängerung

des Batteriewartungsintervalls

ohne jegliche Statusanzeige

auskommen müsste.

Hat der Raststift beim Bedienen

zwei Drittel des Einrastwegs

zurückgelegt, meldet der Sensor

das korrekte Einrasten: visuell

per LED-Anzeige am Sensor und

in Form eines High-Signals über das Kabel an eine nachgeschaltete

Steuerung oder Kontrolleinheit. Zuständig für die Positionsanzeige

ist ein kleiner Permanentmagnet im Raststift sowie der

Sensor, der besonders platzsparend mittels eines Clips unterhalb

des schwarzen Betätigungsknopfes in die dafür vorbereitete

Ringnut in beliebiger Lage eingeschoben wird.

www.ganternorm.com

Digitaler Helfer für die Antriebsbranche

Steht eine Anlage still, ist schnelle Hilfe

gefragt. Diese soll rund um die Uhr der

digitale Helfer „Troubleshooting

Chatbot“ leisten, indem er gezielt

Informationen zur Beseitigung von

Fehlern bietet. Der Anwender benötigt

dafür nur die Danfoss-Umrichterserie

sowie den im Display oder System

angezeigten Fehlercode. Damit kann der

digitale Helfer sofort mit Informationen

zur Ursache und Tipps zur Beseitigung aufwarten. Mit dieser

KI-Lösung aus der Antriebsbranche erweitert Danfoss Drives sein

Serviceportfolio und geht auf die Anforderungen moderner

B2B-Kommunikation ein.

www.danfoss.de

Silo-Auflockerungsventile mit

Metallerkennungsfunktion

Es kommt laut Hersteller selten vor, dass Solimar Auflockerungsventile

(Belüftungsdüsen) zu einer Produktkontamination beitragen.

Allerdings können Ventile, deren Mechanik bei der Siloreinigung

durch extrem hohen Luftdruck oder durch einen unsachgemäßen

Einbau beschädigt wurde, ein potenzielles Problem verursachen.

Solimar Pneumatics hat das erste Auflockerungsventil (Belüftungsdüse)

entwickelt, das durch Metalldetektoren geortet werden kann,

um strenge Prozessanforderungen zu erfüllen.

www.gardnerdenver.com

Pumpensuche über Online-Tool

de.starpumpalliance.com

Konditionierung von Dampfnetzen

Mit Einspritzkühlern gelingt es auf einfache Weise, Druck und

Temperatur in Dampfnetzen zu regeln und überhitzten Dampf für

den jeweiligen Verbraucher im Prozess zu konditionieren. Für das

Einspritzen von Kühlwasser oder Kondensat in überhitzten

Dampf haben sich Einspritzkühler seit langem bewährt. Einen

neuartigen Einspritzkühler hat

Schubert & Salzer unter Einbeziehung

eines Segmentplattenventils mit vier

Einspritzdüsen an der Lanze entwickelt.

Mit der speziellen Konstruktion sind

Segmentplattenventile eine der wenigen

Armaturen, die Regelpräzision auch bei

extremen Betriebsbedingungen mit einer

hohen Dichtigkeit und geringer Geräuschemission

kombinieren sowie kaum

Verschleiß ausgesetzt sind. Ein weiterer

Vorteil ist die außerhalb der Dampfströmung

liegende Regeleinheit aus Segmentplattenventil

mit bewährtem Stellungsregler

Typ 8049. Wärmeverzug aufgrund der Temperaturdifferenz ist

ausgeschlossen und Leckagen sind minimiert. Die Temperatur des

Einspritzmediums darf bis zu +220 °C betragen.

www.schubert-salzer.com

Um Anwendern den Weg zur für

sie passenden Lösung so einfach

wie möglich zu gestalten, bietet

die Star Pump Alliance mit dem

Pumpselector ein Onlinewerkzeug

an, mit dessen Hilfe nach

nur wenigen Klicks umfassende

Informationen und die Möglichkeit

zur unverbindlichen Anfrage

angezeigt werden.

Edelstahlrohrsysteme in hochreinen

Bereichen

Die fachgerechte Herstellung

vorgefertigter Einbauteile für

hochreine Edelstahlrohrsysteme

erfordert eine strenge

Eingangskontrolle der angelieferten

Vorprodukte, eine

umfassende Klassifizierung der

verwendeten Grundwerkstoffe

bezüglich ihrer Schweißeigenschaften

und nicht zuletzt eine technisch ausgereifte Schweißausrüstung.

Die gleichbleibend hohe Qualität der angebotenen

Einbauteile ist eine Voraussetzung, um den hohen Ansprüchen

gerecht zu werden, die an Rohrnetze in hochreinen Bereichen

gestellt werden. Das gilt besonders im Hinblick auf die Schweißverbindungen,

die anwenderseitig in der Werkstatt oder vor Ort

hergestellt werden.

www.polysoude.com

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 23


KOMPONENTEN UND SYSTEME

Luftiger Partner

Feinblasige Luftverteilung in

der Wasseraufbereitung

Ressourcen, Knappheit oder

Verschmutzung – wenn es um das

Thema Wasser geht, tauchen diese

Begriffe immer wieder auf. Um

trinkbares Wasser aus der Leitung

zu bekommen, ist eine

entsprechende Wasseraufbereitung

erforderlich. Hier kommen

Ventilatoren zum Einsatz.

Luft lässt Wasser nicht nur sprudeln, sondern

beeinflusst chemische Prozesse darin.

Deshalb nutzt die Wassertechnik Luft in

verschiedensten Anwendungen als vielfältig

einsetzbares Arbeitsmedium. Der Ventilatorenhersteller

Elektror Airsystems aus Ostfildern

liefert hierbei die Expertise rund um

die Lufttechnik. Ein wichtiges Arbeitsfeld der

Fusion beider Elemente nimmt die Trinkwasseraufbereitung

ein. Trinkwasser wird

zum größten Teil aus dem Grundwasser und

aus Oberflächengewässern gewonnen. Allerdings

kann das Wasser nicht immer direkt in

das Versorgungsnetz gespeist werden. Enthaltene

Stoffe wie Eisen, Mangan und Kohlenstoffdioxid

müssen zuerst entnommen

werden. In vielen Fällen kommt dabei Luft

ins Spiel; entweder als Oxidationsmittel für

Stoffe wie Eisen und Mangan oder als Träger

für den Gasaustausch.

Kohlenstoffdioxid bildet im Wasser Kohlensäure

und greift die metallenen Leitungen

des Versorgungsnetzes und der Hausinstallation

an. Es muss daher zur Vermeidung

von Störungen der Wasserversorgung

entfernt werden. Die Entfernung gelingt

effizient und kostengünstig durch die

Hochleistungsentsäuerung. Dabei wird

mittels Ventilatoren Luft feinblasig in das

Wasser eingetragen. Das Grundprinzip ist

einfach: Bringt man kohlenstoffdioxidhaltiges

Wasser in Kontakt mit Luft, geht das

Kohlenstoffdioxid in die Luft über. Neben

der Entsäuerung dient die Technik auch der

wirkungsvollen Belüftung von eisen- und

manganhaltigen Rohwässern sowie dem

Strippen flüchtiger Substanzen.

Hochdruckventilatoren im

Einsatz

Auch die Aquadosil Wasseraufbereitung

GmbH kooperiert in diesem Fall mit Elektror

Airsystems. Das Hauptgeschäftsfeld des

mittelständischen Unternehmens mit Sitz

in Essen ist die Aufbereitung von Trinkwasser.

Mit einem Team von rund 50 Mitarbeitern

liefert Aquadosil Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung

aus und ist in Deutschland

und Österreich Marktführer im Bereich der

physikalischen Entsäuerung.

Mit dem Aquadosil-System wird das

Wasser hocheffizient entsäuert. Durch den

Lufteintrag über poröse Sinterkeramik werden

hohe Entsäuerungsleistungen bei ge­

Hochdruckventilatoren fördern die Luft mit

hohem Druck und großem Volumenstrom

ringem Energiebedarf erreicht. Die Entsäuerungsleistung

lässt sich durch Variation der

Luftförderungsleistung mittels Drehzahlregelung

der Ventilatoren über einen

weiten Bereich punktgenau an wechselnde

Anforderungen anpassen. Die Hochdruckventilatoren

fördern die Luft mit hohem

Druck und großem Volumenstrom. Alle

eingesetzten Geräte arbeiten zuverlässig,

wirtschaftlich sowie schwingungs- und geräuscharm.

Aus diesem Grund setzt man

bei Aquadosil auf die Industrieventilatoren

von Elektror Airsystems.

Das Ergebnis des Verfahrens ist Reinwasser,

das als Trinkwasser in das Wasserversorgungsnetz

eingespeist werden kann.

Die Lufttechnik ergänzt die Wassertechnik

aber auch in anderen Bereichen und Anwendungsfällen:

So wird Luft auch eingesetzt,

um Abwässer in Kläranlagen zu

neutralisieren oder Whirlpools zum

Sprudeln zu bringen.

Fotos: Aquadosil Wasseraufbereitung GmbH

www.elektror.de

24 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


KOMPONENTEN UND SYSTEME

Individuelle Anschlusselemente

Für ein individuell angepasstes Anschlusselement wird in einem

besonderen Gießverfahren der flüssige Werkstoff in eine eigens

angefertigte Form gegossen und ausgehärtet. Dadurch ist es

gelungen, den Kunden eine unkomplizierte Komplettlösung für

diese Anschlusssituation zu liefern. So konnten auch Schlauchverbindungsstücke

entwickelt werden, die den Anschluss an eine

Maschine mit konisch geformten Anschlusstücken ermöglichen.

Die Schwierigkeit bestand darin, eine flexible, jedoch trotzdem

zuverlässige Lösung zu finden, die einen festen und reibschlüssigen

Sitz des Anschlusselements gewährleistete. Das Ergebnis ist

eine Sondermuffe mit konischem Aufnahmestutzen.

www.masterflex.de

Ventile in Sauerstoffanwendungen

Für den Einsatz von verdichtetem

Sauerstoff sollten geeignete und nach

Möglichkeit geprüfte Armaturen

verwendet werden. Allerdings handelt es

sich bei den meisten Untersuchungen

allein um eine Beurteilung des verwendeten

Dichtungsmaterials, nicht aber um

eine generelle Freigabe des Materials.

Die Hy-Lok-Sauerstoff-Armaturen sind

laut Hersteller von einem unabhängigen

und akkreditierten Institut geprüft und

die Angaben zu Druck und Temperatur

beziehen sich auf die Eignung des Dichtungsmaterials in

Zusammenhang mit den anderen Bauteilen der Armatur.

Ausgewählte und modifizierte Ausführungen der Serie NV mit

Regulierspindel erlauben das Absperren sowie das gezielte

Regulieren von komprimiertem Sauerstoff. Die Kugelhähne der

Serien 110 OS und T OS bieten in der speziellen Sauerstoffausführung

die Möglichkeit, verdichteten Sauerstoff sicher abzusperren.

Die Dichtungsmaterialien für Packungen und Kugelsitze PTFE

bzw. PEEK wurden für den Einsatz mit Sauerstoff modifiziert.

www.hy-lok.de

Elastomere mit Lebensmittelzulassung

Die Übergangsfrist der Elastomerleitlinie des UBA (Umweltbundesamtes)

endet zum 31.12.2021. Für Konstruktions- und

Entwicklungsabteilungen ist es unabdingbar, dass sie auf ein

Werkstoffspektrum zurückgreifen können, das nach diesem

Zeitpunkt uneingeschränkt genutzt werden kann. Basierend auf

der Mischungsserie Kraiburg Pure bietet die Tec-Joint AG

Lösungen für ihre Kunden. Die schwefelvernetzten Mischungen

haben das deutsche Trinkwasserzertifikat nach neuestem Stand

und der Rezepturaufbau entspricht den Anforderungen der

Positivliste für wässrige Lebensmittel nach CFR 21 § 177.2600,

FDA „Rubber Articles Intended For Repeated Use“ der Lebensmittelüberwachungs-

und Arzneibehörde der Vereinigten Staaten.

Der Mix der Anforderungen, einerseits eine möglichst geringe

Shorehärte und andererseits eine geforderte Druckstandfestigkeit

zu haben, erforderte den Einsatz eines Gewebes. Als Lösung

wurde in diesem Fall definiert, eine 50-Shore-Mischung mit

einem Vlies von 0,2 mm und einer Gesamtdicke von 0,7 mm zu

produzieren.

www.tec-joint.ch

Atex-Zulassung für den Einsatz in

Feldbussystemen

Die Ventilanschaltung Gemü 4242 ist für die unterschiedlichsten

industriellen Arbeitsumgebungen und alle gängigen Prozesslandschaften

konzipiert. Hierzu gehören auch die speziellen Anforderungen

für Anwendungsgebiete im Explosionsschutz wie Atex, IECEx

und NEC, für die die Ventilanschaltung

die entsprechenden

Zulassungen hat.

Zudem deckt das System

unterschiedliche elektrische

Anschlussszenarien ab.

Hierzu zählt die Kommunikation

über IO-Link ebenso wie

die Integration in moderne

Feldbussysteme wie AS-

Interface oder DeviceNet. Auch die Abwärtskompatibilität ist gegeben;

durch die Integrationsmöglichkeit in unterschiedliche AS-

Interface-Profile ist auch die Nachrüstung älterer Anlagen möglich.

www.gemu-group.com

Robuste Absperrklappe

Hydromat ist eine robuste Absperrklappe mit zentrisch gelagerter

Klappenscheibe, die in diversen Ausführungen erhältlich ist. Ein

großer Chemiekonzern setzte im Jahr 2019 im Rahmen eines

Großprojektes erfolgreich auf den Einbau von mehr als

60 Hydromaten in Nennweiten von DN500 bis DN1600.

Ein Merkmal des Hydromaten ist sein kraftschlüssiges Prinzip:

Die schräggestellte Klappenscheibe in der

Schließstellung bewirkt mit zunehmender

Drehbewegung eine konzentrische

Pressung des Gummiwulstes und dichtet

die Armatur kraftschlüssig ab. Selbst

wenn in der Anfangsphase der Schließstellung

noch Wasser durch die Absperrklappe

fließt, kann durch einen höheren

Krafteintrag die Klappenscheibe stärker

an die Gehäusewand gepresst werden und der Durchfluss wird

gestoppt. Handelsübliche Exzenterklappen stoppen bei 90°

Klappenstellung durch einen mechanischen Endanschlag und

können keinen Wasserfluss aufhalten, wenn in der Schließstellung

keine vollständige Dichtheit erreicht wird.

www.tue-hd.de

Ventile im Schüttgutbereich

Neben Förder- und Dosierschnecken zählen auch Entstaubungsfilter,

Becherwerke, Silokomponenten, Klappen und Schieber,

Verladegarnituren, Mischer, Vibratoren oder Komponenten für

die Abwasseraufbereitung zu den Hauptproduktbereichen der

Wam. So bietet der Hersteller beispielsweise das neue Druckausgleichsventil

VHS-C Membran aus Kunststoff an. Das Gehäuse

verfügt über Abluftstutzen aus Sint-Polymer zur Verhinderung

von Anbackungen und Verkrustungen. Der neue Drehklappenverschluss

VFP besitzt eine reduzierte Einbauhöhe, den passgenauen

Klappenrahmen „Fit Frame“ und eine erhöhte

Druckdichtigkeit.

www.wamgroup.de

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 25


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN I TITEL

Fit für die Zone

Ex-geschützte Sensoren unterstützen

Automatisierung in der Prozessindustrie

Das Fortschreiten des Automatisierungsgrads erhöht die Anforderungen

an die Zuverlässigkeit von Sensoren. Um Sensortechnik auch in

explosionsgefährdeten Bereichen der Prozessindustrie einsetzen zu

können, bietet ein Hersteller seinen Kunden jetzt vermehrt projektierte

Lösungen für die Zonen 1, 2, 21 und 22 an. Die Applikationen hierfür sind

vielfältig: beginnend bei der Überwachung von Prozessen bis hin zu

Einsätzen in Bereichen, in denen es vorrangig um Personen- und

Umweltschutz geht.

Die Produktivität von Anlagen in der

Prozessindustrie ist abhängig von der

Automatisierung. Diese wiederum steht

und fällt mit der Zuverlässigkeit der Sensoren,

die dafür verantwortlich sind, Prozesse

zu überwachen, Fehler zu detektieren und

weiterzusenden oder Prozessabläufe zu

steuern. Um Sensoren in explosionsgeschützten

Bereichen einsetzen zu können,

müssen diese für die entsprechenden Ex-

Schutz-Zonen angepasst werden.

Sensoren sind Helfer, die analoge Informationen

und Signale in digitale umwandeln.

Sie erfassen, analysieren und verarbeiten

die Prozessinformationen und leiten

diese dann über eine geeignete Schnittstelle

zu einer zentralen Steuer- oder Auswerteeinheit

weiter. In explosionsgeschützten

Bereichen vereinfachen Sensoren die ohnehin

empfindlichen Prozessabläufe und erhöhen

die Sicherheit, deshalb sollte deren

Autor: Alexander Aust, Produkt Marketing

Manager, Pepperl+Fuchs GmbH, Mannheim

mechanische Integration vereinfacht und

standardisiert werden.

Das Fortschreiten der Automatisierung

von Prozessanlagen zieht veränderte Kundenanforderungen

nach sich. Die immer

häufigere Vernetzung und Automatisierung

der Anlagen resultiert in einer erhöhten

Komplexität im Explosionsschutz.

Die Umsetzungsschwierigkeiten liegen

dabei oft an den aufwändigen Genehmigungen

und Zertifizierungen für den Explosionsschutz.

Wenn die Sensoren an potenziell

gefährlichen Stellen angebracht werden

müssen, erhöhen sich die Herausforderungen

noch einmal. Auf dieser Grundlage

werden dann ideale Lösungen erarbeitet,

um den Kundenprozess zu optimieren.

Abstürze verhindern

Dies beweist vor allem ein Projekt mit

einem Hersteller für Absturzsicherungen

zur Abfüllung von Flüssigkeiten in Kesselwagen.

Absturzsicherungen sind beim

Abfüllprozess notwendig, da die Abfüllung

chemischer Flüssigkeiten kein vollautoma-

tischer Vorgang ist, sondern immer mit Personeneinsatz

von einer Bühne aus erfolgt.

Individuelle Fehlentscheidungen können

somit weitreichende Folgen für Mensch

und Umwelt haben. Diesen Kunden unterstützte

Pepperl+Fuchs dabei, den bereits

bestehenden Prozess jetzt auch im Ex-Bereich

zu realisieren.

Im vorliegenden Fall überwacht der 2-D-

Lidar-Scanner R2000 die Ausrichtung der

Absturzsicherung, indem er unter dem

Bühnengeländer montiert wird und darunter

sein Scanfeld aufspannt. Sobald die

Hebebühne vor dem Abfüllprozess vom

Personal zu weit in Richtung des darunterstehenden

Kesselwagens heruntergelassen

wird, löst der Scanner ein doppeltes Warnsignal

aus (Blinklicht und akustisches

Signal). Zudem wird die Bewegung automatisch

unterbrochen, damit das Personal

reagieren kann und die Hebebühne per

Knopfdruck in die richtige Position bringt.

So ließen sich Beschädigungen an Hebebühne

und Geländer und gar Abstürze

eliminieren.

Die Umsetzung für den Einsatz im Ex-

Bereich erfolgte durch die Einhausung des

Scanners in ein druckfestes Aluminium-

Gehäuse mit integriertem Sichtfenster. Um

Streuung und Verfälschung der Signale

durch Lichtbrechung zu umgehen, wurde

der Scanner um 15° geneigt im Gehäuse

montiert. So garantierte man die volle

Funktionsfähigkeit des Scanners. Zugelassen

wurde die Lösung für die Ex-Zonen

1, 2, 21, und 22. Damit konnte der Kunde

bestehende Strukturen an der Anlage beibehalten

und die Abfüllung von chemischen

Substanzen auch in explosionsgefährdeten

Bereichen sicher überwachen.

26 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


TITEL I MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

Personen erfassen

Auch in rauen Umgebungen wie Öl-Plattformen

kommt Sensorik immer häufiger

zum Einsatz. So bspw. auf einer Öl-Plattform

in Malaysia. Um die Sicherheit für

seine Mitarbeiter zu erhöhen, suchte das

Unternehmen nach einer Lösung, um Zutrittsbeschränkungen

für kritische Bereiche

zu kontrollieren und Aufenthaltsorte seiner

Mitarbeiter zu dokumentieren. Eine Lösung

hat Pepperl+Fuchs durch eine

Kooperation mit einer für solche Anwendungen

spezialisierten Tracking-Softwarefirma

entwickelt.

Die Visualisierung der Software erfolgte

mit einem HMI-Gerät, das zudem mit dem

Zentralrechner verbunden ist. Die Erfassung

der Personen wird über ein RFID-System

realisiert, das in einem Ex-d-Gehäuse eingehaust

und damit speziell für den Einsatz in

explosionsfähigen Umgebungen zugelassen

ist. Die Mitarbeiter müssen sich nun für

jeden Bereich, den sie auf der Ölplattform

betreten, zunächst wie in üblichen Produktionshallen

via Transponder registrieren.

Dabei werden im Transponder alle prozessrelevanten

Informationen dezentral am

Objekt hinterlegt, wodurch Track & Trace-

Anwendungen realisiert werden, die eindeutige

Zuordnung und Nachverfolgbarkeit von

bspw. Rohstoffen, Produkten oder in dem

Fall auch Personen erlauben.

Die Software im Hintergrund erkennt, ob

der Mitarbeiter autorisiert ist, den gewünschten

Bereich zu betreten und gibt bei

Bedarf Schranken und Türen frei oder auch

nicht. Gleichzeitig dokumentiert die Software,

wo sich der Mitarbeiter aktuell befindet.

Dies ist vor allem in Not-Situationen

von entscheidender Bedeutung. Wenn ein

03

Alarm ausgelöst wird, sind Informationen

über die exakte Position der Mitarbeiter zu

Evakuierungszwecken essenziell.

Füllungsgrad ermitteln

Für den Einsatz in Ex-Umgebungen eignen

sich auch andere Sensoren, beispiels-

Übersicht industrieller Sensoren in Ex-Gehäusen

Industrielle Sensoren

Stationäre 2-D-

Code-Lesegeräte

Positioniersysteme

LiDAR-Sensoren

Optoelektronische

Distanzsensoren

RFID-Schreib-/

Leseköpfe

Neigungssensoren

Weitere industrielle

Sensoren

Gehäuse für explosionsgefährdete

Bereiche

01

bis Zone 1/21

02

01 Der Einsatz der Gehäusereihe in der

Zündschutzart Ex e kann an Hebebühnen

erfolgen und hier als Absturzsicherung dienen

02 Sensoren, die in Ex-Bereichen eingesetzt

werden können, erleichtern die Automatisierung

in der Prozessindustrie

weise mit PRT (Pulse Ranging Technology)

zur Objekterkennung – dieselbe

Technologie nutzt übrigens auch der

R2000. Die Sensoren werden ebenfalls im

Ex-d-Gehäuse verbaut, um viele unterschiedliche

Prozesse zu überwachen. Dabei

sendet eine leistungsstarke Lichtquelle

des Sensors kurze Impulse aus, die am

Zielobjekt reflektiert und von einem lichtempfindlichen

Empfangselement hochpräzise

erfasst werden. Aus den erfassten

Werten wird dann die Entfernung zum

Zielobjekt errechnet.

Diese Technologie nutzt beispielsweise

ein Unternehmen aus Norwegen, das

Schläuche und flexible Rohre für die Ölförderung

herstellt, um den Füllungsgrad

seines Lagers zu ermitteln – natürlich im

Ex-Bereich. Der eingesetzte VDM28-Sensor

ermöglicht im Ex-Gehäuse einen

Messbereich von bis zu 50 m auf den

Reflektor. Bei einer Unterschreitung des

Füllstands werden automatische Prozesse

zum Befüllen des Lagers bzw. zur Materialbestellung

ausgelöst.

Fotos: Pepperl+Fuchs, Wellnhofer Designs/

stock.adobe.com

www.pepperl-fuchs.com

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 27


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

Gut simuliert

Verfahrensoptimierung bei

der Schlammverbrennung

Mit Prozessdatenanalyse und

Simulationsmodellen lassen

sich auch ältere Anlagen

effizient modernisieren und

betriebswirtschaftlich sinnvoll

weiterführen. Wie das funktioniert,

wird hier am Beispiel einer

Schlammverbrennungsanlage

gezeigt.

Autorin: Silke Brügel, freie Autorin, Ottobrunn

Viele Anlagen können weit über den

Abschreibungszeitraum hinaus betrieben

werden. Aufgrund geänderter Rahmenbedingungen

– wie bspw. Wechsel der Rohstoffe

oder neue Emissionsgesetzgebung –

sind dafür jedoch mitunter Modifikationen

notwendig, die über gängige Reparaturen

und Instandhaltungsmaßnahmen hinausgehen.

Simulationsmodelle von Anlagenteilen

oder gar der ganzen Anlage unterstützen

effizient die Planung und Ausführung

solcher Maßnahmen und verkürzen

maßgeblich die Stillstandzeiten.

Bei dem hier vorgestellten Anwendungsbeispiel

handelt es sich um eine Schlammverbrennungsanlage,

die seit mehreren

Jahrzehnten in Betrieb ist. Die Problemstellung

war interessant: Vor Projektbeginn

schwankte die Schlammqualität

durch Zugabe von Fremdschlamm teilweise

sehr stark und auch die aufgegebene

Menge ließ sich über die Drehzahl der

Austragsschnecke nicht korrekt bestimmen.

Gleichzeitig kommen bis heute sehr

unterschiedliche Ersatzbrennstoffe zum

Einsatz; unter anderem Altöl, Tierfette und

Abfalllösungsmittel, was Anpassungen in

der Fahrweise erforderte.

Die ursprünglich implementierten Regelstrategien

waren damit nicht vereinbar, sodass

Ofenbelastung und Stillstandzeiten

zunahmen: Beispielsweise wurde früher die

Wirbelbetttemperatur geregelt, während

der Regler heute im Normalbetrieb auf die

Rauchgastemperatur wirkt, um die schärferen

Emissionsgrenzwerte einhalten zu können.

In der Folge kommt es bei schwankender

Schlammzugabe bzw. Schlammqualität

sehr schnell zu starken Sprüngen der

Wirbelbetttemperatur, die nur schwer be-

herrschbar sind und mitunter zur Abschaltung

des Ofens führen.

Da die Belastung des Rauchgases mit

Stickoxiden – und hier insbesondere auch

Lachgas – abhängig von der Verbrennungstemperatur

ist, kommt einer möglichst nah

am Optimum geführten Verbrennungstemperatur

(= Wirbelbetttemperatur) eine große

Bedeutung zu. Es gilt, die Schwankungsbreite

so klein wie möglich zu halten.

Datenerfassung und Bereinigung

Entsprechend befanden sich Regler und im

Leitsystem berechnete Werte zu Projektbeginn

gleichsam „im Blindflug“. Einige Betriebsweisen

waren überhaupt nicht mehr

nutzbar. Als ersten Schritt galt es, die Betriebsdaten

über einen Zeitraum von mehreren

Monaten aus dem Prozessleitsystem

der Anlage in einen besser geeigneten Data

Historian zu importieren und zu bereinigen.

„Unser Data Historian ist ein Software-System,

das eine Speicherung von Prozessdaten

in Echtzeit ermöglicht und damit eine detaillierte

Analyse“, erklärt PDE-Geschäftsführer

Jörg Wolf. „Das hat sich zur Prozessoptimierung

vielfach bei unseren Kunden bewährt

und dazu beigetragen, dass sie am Markt konkurrenzfähig

geblieben sind“, so Wolf weiter.

28 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

01 Für die Vorhersage der Abgastemperatur anhand der Eintrittsbedingungen

genügt dieses einfache Modell

02 Die Entwicklung der Temperatur kann über das installierte Modell

relativ zuverlässig vorhergesagt werden

Zu den Vorteilen zählen ein komfortables

Sichten aller relevanten Daten, deren Aufbereitung

(z. B. Kommentierung und einfache

Berechnungen) sowie das Erkennen

von Mustern – wie bspw. bestimmte Kombinationen

von Signalen. Zudem lassen sich

eine Vielzahl effizienter Analysetools direkt

an die Datenbasis anbinden.

Auf diese Weise gelang es dem Expertenteam

rasch, miteinander korrelierte Signale

aufzuspüren. Insbesondere bei den Temperaturen

im Brennraum fanden sich einige

„schwarze Schafe“, die ein mehr oder weniger

chaotisches Verhalten aufzeigten. „Leider

hebt man aus einem ‚Data Lake‘ eben

nicht nur Schätze, sondern auch ziemlich

viele alte Stiefel. Wichtig ist, dass man die

auch als solche erkennt“, meint Dr. Markus

Klingenberger, der bei PDE das Modell

entwickelt hat.

Fundierte Analyse

Das Auffinden aussagekräftiger Zeiträume

ermöglichte eine fundierte Analyse. In

Zeiten, in denen kein Schlamm in den

Bunker, aber vom Bunker aus in den Ofen

gefahren wurde, ließ sich mithilfe einer

einfachen Massenbilanz für verschiedene

Schneckendrehzahlen die geförderte

Schlammmenge bestimmen. Das Ergebnis

war eine Formel für die Schlammmenge,

die für die weitere Modellbildung

verwendet werden konnte.

Für die Vorhersage der Abgastemperatur

anhand der Eintrittsbedingungen genügte

ein recht einfaches Modell: Der Ofen wird in

Gasphase (Ofenraum) und Festphase (Ofenwand)

unterteilt. In der Bilanz über die Gasphase

werden der Wärmetransport durch

Konvektion, die Verbrennungswärme sowie

der Wärmeübergang auf die Ofenwand berücksichtigt.

Die Bilanz der festen Phase

enthält lediglich Wärmeübergangsterme für

den Austausch zwischen Wand und Ofeninnerem

sowie Wand und Umgebung.

Insgesamt enthält das Modell

etwas über 30 Parameter, zum

Großteil aus der Literatur entnommene

Daten für Stoffeigenschaften.

Die thermische Masse

des Ofens sowie die beiden

Wärmeübergangskoeffizienten

wurden anhand der Prozessdaten

ermittelt. Als letzter kritischer

Parameter verblieb der

Brennwert des eingesetzten

Schlammes. Auch hier erfolgte

der Rückgriff auf Prozessdaten:

Anhand des Temperaturverlaufs

der vergangenen 30 Minuten

wird mithilfe des Modells minütlich ein

neuer Brennwert ermittelt, der diesen –

vergangenen – Temperaturverlauf optimal

wiedergibt. Mit dem so gefundenen Parameter

lässt sich unter Annahme gleichbleibender

Eintrittsbedingungen die Abgastemperatur

vorhersagen.

Aussagekräftige Vorhersagen

Ein Prototyp des Modells wurde als „Jupyter

Notebook“ in Python implementiert. Die

breite Verfügbarkeit von Modulen für die

Anbindung an Datenquellen und die leistungsfähigen

Signalverarbeitungs- und Numerikmodule

für Python erlauben es dem

Anwender, sich anstelle von Detailfragen

auf die wesentliche Problemstellung zu

konzentrieren. Ein Proof-of-Concept ist als

Jupyter Notebook schnell erstellt. Das spart

Zeit und Geld.

Die Vorgehensweise ermöglichte es, das

Modell als „digitalen Zwilling“ live mitlaufen

zu lassen: Die benötigten Signale

werden minütlich aus dem Data Historian

geladen. Dann wird die Entwicklung der

Leider hebt man aus einem

„Data Lake“ eben nicht nur

Schätze, sondern auch ziemlich

viele alte Stiefel. Wichtig ist,

dass man die auch als solche

erkennt.

Dr. Markus Klingenberger,

PDE GmbH

Abgastemperatur in 5, 15 und 30 min. vorhergesagt

und über eine ODBC-Schnittstelle

in eine ebenfalls an den Data Historian

angekoppelte relationale Datenbank geschrieben.

Die Visualisierung der Werte erfolgt

im Web-Interface.

„Der Anlagenbetreiber und die Verantwortlichen

vor Ort zeigten sich überrascht

von der Qualität der Voraussagen des

installierten Modells“, so PDE-Geschäftsführer

Jörg Wolf.

Ein weiterer Vorteil: Mit dem Modell

lassen sich verschiedene Maßnahmen zur

Erhöhung der Abgastemperatur durchspielen.

Zudem sinken die Kosten für

Pilotversuche zur Verringerung von Lachgasemissionen.

Fotos: PDE, corepics/stock.adobe.com

www.pde-gmbh.de

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 29


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

Facebook für Maschinen?

Netzwerk der digitalen Zwillinge

Digitale Zwillinge punkten durch

die Einsparung physikalischer

Prototypen und die Möglichkeit,

Verhalten, Funktionalität und

Qualität des realen Zwillings unter

jedem relevanten Aspekt zu

simulieren. Werden die Daten

konsequent gepflegt, profitieren

Hersteller, Anwender und

Dienstleister.

Stellen Sie sich ein Getriebe, eine Pumpe

oder einen Filter vor. Je nachdem, ob Sie

Hersteller, Anwender oder Service-Partner

dieser Dinge sind, gibt es unterschiedliche

Sichten, unterschiedliche Interessen und

unterschiedliche Informationsbedarfe. Als

digitales Abbild in einem Internet der Dinge

kann dieser digitale Zwilling alle diese

unterschiedlichen Sichten bedienen. SAP

stellt mit dem Asset Intelligence Network

(AIN) eine geeignete Cloud-Plattform für

dieses Netzwerk zur Verfügung.

Der Hersteller von Geräten möchte vermutlich

mehr über die Verwendung seiner

Produkte erfahren und könnte für die

korrekte Verwendung die technischen Parameter

bereitstellen. Idealerweise ist mit

dem Gerät gleich ein Komponenten- und

Ersatzteilkatalog verknüpft, sodass im

Wartungsfall schnell die richtigen Originalteile

nachbestellt werden können. Davon

profitiert auch der Service-Partner, der im

Wartungsfall sofort sieht, welche Ersatzeile

genau für dieses Gerät in der verbauten

Ausstattung notwendig sind.

Der Anwender möchte sich nicht in

unzähligen, unterschiedlichen Hersteller-

Portalen einloggen, um die Datenblätter

und Wartungsanleitungen abzurufen. Ziel

ist eine einzige Plattform, in der alle verwendeten

Geräte zu finden sind und die

Daten durch den Hersteller (as designed, as

built) und den Service-Partner (as maintained)

über den Lebenszyklus zentral zur

Verfügung stehen.

Autor: Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) Ulf Kottig, Senior

Marketing Manager, Trebing + Himstedt

Prozessautomation GmbH & Co.KG, Schwerin

Struktur des virtuellen Abbildes

Wie aber muss ein digitaler Zwilling ausgestaltet

sein, damit er den unterschiedlichen

Anforderungen gerecht wird? Der

digitale Zwilling ist eine virtuelle Beschreibung

über die Beschaffung, Funktionen

und Prozesse von (realen) Dingen,

die kontextsensitiv notwendig sind. Dafür

bedarf es der Beschreibung der technischen

Infrastruktur und des Ding-Modells

über den gesamten Lebenszyklus von

Design und Erstellung über Wartung und

Pflege bis zum Ende des Produktlebenszyklus.

Die Abbildung der technischen

Infrastruktur ist notwendig, damit das

Modell unabhängig verwendet werden

kann. Die technische Infrastruktur lässt

sich aufteilen in Prozesse, Stammdaten

und Schnittstellen.

Die Prozesse beschreiben die Methoden

und Verfahren wie z. B. Arbeitsanweisungen

für Wartungsarbeiten. Stammdaten

sind das Herz des digitalen Zwillings, sie beschreiben

die genaue Beschaffenheit des

Dings im Internet der Dinge. Saubere

Stammdaten werden dafür sorgen, dass der

digitale Zwilling hilft, Arbeitsschritte und

Prozesse zu vereinfachen. Die Beschreibung

der Schnittstellen ermöglicht erst die

automatische Anbindung und das Netzwerken

des virtuellen Zwillings in einem

Verbund von Zwillingen sowie den Austausch

von Daten mit dem realen Pendant.

Modellierung des Dings

Umgesetzt wird das Abbild hierarchisch

strukturiert als sogenanntes „Thing Model“.

Dieses Modell bringt alle notwendigen

Eigenschaften mit, um im Internet der

Dinge Aufgaben zu übernehmen. Das

Thing Model bildet zunächst die Struktur

und das Modell des Originals ab. Dafür

wird das Modell in unterschiedliche

Schichten zerlegt, die als Vorlage für

mehrere Zwillinge dienen können. Die

Detailtiefe, die über den Lebenszyklus

wächst, erlaubt es, bestimmte Funktionen

über den digitalen Zwilling abzubilden.

Also beispielsweise ist bekannt, welcher

Dichtungsring in einer Pumpe verbaut ist

und für welche Flüssigkeiten dieser Dichtungsring

zugelassen ist – also z. B. keine

Säuren. Diese Funktion hängt an dem

digitalen Zwilling der physischen Pumpe

30 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

und kann so dafür Sorge tragen, dass im

Prozess bestimmte Funktionsparameter

eingehalten werden.

Über den Betrieb können dem digitalen

Zwilling dann auch Performance-Daten

zugeschrieben werden. Neben Druck- oder

Temperaturdaten können und müssen

auch Veränderungen am realen Produkt an

der virtuellen Kopie dokumentiert werden,

also bspw. wenn bei der Wartung ein Bauteil

getauscht wurde, wie der erwähnte

Dichtungsring, der nun für Säuren geeignet

ist, sodass der virtuelle Zwilling wieder dem

realen Gegenstück entspricht.

Das SAP Asset Intelligence Network

(AIN) als Teil des SAP Leonardo IoT-Innovations-Portfolios

bringt alle diese Dimensionen

in einer cloudbasierten Netzwerkplattform

zusammen. Hersteller können

ihre Geräte mit den spezifischen Eigenschaften

dort ablegen. Aber auch Anwender

können von ihrer Seite ein Netzwerk

initialisieren und ihre Partner einladen,

ihre Produkte als digitalen Zwilling dort

bereitzustellen. Das digitale Modell bleibt

in jedem Fall das Gleiche, nur die Rechtevergabe

und Sichten ändern sich. Also

doch kein Facebook, sondern eine Business-Plattform,

die sich an (Geschäfts-)

Prozesse und Sicherheitsanforderungen

von Unternehmen ideal anpassen lässt.

Anwendungsfall Instandhaltung

Wie sähe ein typischer Anwendungsfall

dafür aus? Ein Pumpenhersteller könnte

seine Pumpe gemäß den As-designed- und

As-built-Daten im Netzwerk bereitstellen.

Zusätzlich verknüpft er die Pumpe mit

weiteren Daten, wie den zugehörigen Ersatzteilen

und ggfs. dem Vorgänger- und

Nachfolger-Produkt. Die Dokumente hält er

dort zentral auf dem neusten Stand. Außerdem

nutzt der Hersteller die Plattform, um

über Neuerungen (bspw. Software-Updates)

proaktiv zu informieren.

Der Chemiepark bindet diese Pumpe in

seine Asset-Sicht ein und ergänzt den Zwilling

mit Performance-Daten, die über die

Sensoren gesammelt werden. Der Service-

Partner wiederum bekommt eine Dienstleister-Sicht

auf die Dinge. Neben regulären

Wartungsintervallen können es auch vorausschauende

Parameter sein, so ließe sich

eventuell aus dem steigenden Stromverbrauch

ablesen, dass die Pumpe bald eine

Wartung benötigt, damit sie nicht ausfällt.

Notwendige Ersatzteile können direkt

über das Netzwerk bestellt werden, da der

Anwender, Servicepartner und Hersteller können auf die

gleichen Daten zugreifen und schnell reagieren

Hersteller bereits angegeben hat, welche

Ersatzteile für diese Pumpe passend sind.

Also ein Netzwerk über Hersteller, Anwender

und Servicepartner mit dem digitalen

Zwilling im Zentrum, für eine effizientere

Zusammenarbeit.

Fotos: dundanim/stock.adobe.com,

Halfpoint/stock.adobe.com

www.t-h.de/ain

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 31


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

Big Data managen

Smarte Engineering-Daten für Prozessanlagen

Brownfield-Digitalisierung, Stillstandszeiten,

Wartungs- und Umbau-Effizienz, Know-how-

Sicherung: Die Herausforderungen an das

Prozessanlagen-Engineering sind vielfältig und enorm.

Das verlangt smarte Daten – und zwar schnell. Aber

wie schafft man durchgängige, verlässliche

Datenkonsistenz und -verfügbarkeit?

Die Aucotec AG, Engineering-Software-Haus seit 1985, hat die

kooperative Plattform Engineering Base entwickelt, deren universelles

Datenmodell als zentrales Element sämtliche Kerndisziplinen

des Anlagen-Engineerings vereint, den vollständigen

digitalen Anlagenzwilling abbildet und konsistentes, simultanes

Arbeiten auch global ermöglicht.

Wenn eine Branche weiß, was „Big Data“ bedeutet, dann die

prozesstechnische Industrie. Planer und Betreiber jonglieren seit

Jahrzehnten Tag für Tag mit oft mehr als 100 000 Messstellen,

Zigtausenden dazugehöriger Folgedokumente sowie entsprechenden

Mengen an Geräten, Kabeln, Adern, Drähten oder

Klemmen. Die meisten Objekte tauchen naturgemäß in mehreren

Gewerken auf, doch teilweise nutzt jede Disziplin ihr eigenes

System zur Datenentwicklung und -verwaltung. Das kostet nicht

nur Zeit für Datenübergaben und Schnittstellenpflege. Es erschwert

auch Änderungen und eine konsistente Gesamt-Dokumentation,

die als Voraussetzung für die Betriebsgenehmigung

einen belastbaren Nachweis des aktuellen As-built-Stands jeder

Anlage liefern muss.

Wie viel ist Zeit wert?

Stillstandszeiten werden oft länger als ein Jahr im Voraus geplant.

Allein der Stillstand etwa eines Crackers zur Rohbenzin-Aufspaltung

kann pro Tag rund eine Million Euro Gewinnausfall verursachen.

Schnellste Datenverfügbarkeit und gleichzeitig absolute

Verlässlichkeit sind hier entscheidend, zum Umbau wie auch für

die anschließende As-built-Dokumentation, um die Anlage wieder

hochfahren zu dürfen.

Hinzu kommt seit einigen Jahren eine steigende Fluktuation bei

Betreibern von Brownfield-Anlagen. Billionen an Hardware-Werten

Autorin: Johanna Kiesel, Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit, Aucotec AG,

Isernhagen

32 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

haben in den letzten Jahren in Europa die Besitzer gewechselt –

doch wo bleibt das Know-how zum Betrieb der Anlagen? Aus großen

Standorten einzelner Chemieriesen werden Chemieparks mit

diversen Anlagen- oder Teilanlagen-Besitzern, die Nischen der

Spezialchemie bedienen, seit sich die Grundstoffindustrie auf Asien

und die USA fokussiert hat. Oft liefert ein zentraler Chemieparkbetreiber

die Infrastruktur. Die ersten denken bereits darüber nach,

auch die Engineering-Software und Datenverwaltung als Service

anzubieten, um sich bei Eigentumsübergängen optimal als Konstante

präsentieren zu können.

Mit PDFs zum digitalen Zwilling?

In den meisten Fällen erhält der neue Anlagenbetreiber bislang die

Dokumentationen nur als „tote“ PDFs oder gar Papierpläne. Diese

Formate werden jedoch den intelligenten Logiken einer prozesstechnischen

Anlage nicht gerecht. Daten sollten sich ihres Kontexts

„bewusst“, also „smart“ sein. Selbst ohne Eigentümerwechsel

wollen daher immer mehr Betreiber die Altdaten ihrer oft über

Jahrzehnte existierenden Anlagen in ein System überführen, das in

der Lage ist, den digitalen Anlagenzwilling durchgängig darzustellen

– mit all seinen Vernetzungen, Logiken und leittechnikrelevanten

Informationen.

Ineos bezifferte einmal den Datenwert allein seines Kölner

Standorts auf fünf Millionen Euro. Ein guter Grund, ihn zur optimalen

Wertschöpfung zu modernisieren. Auch die Automatisierungs-

Konfiguration spielt eine wichtige Rolle bei der Effizienz von Anlagenplanung

und -betrieb. Das konsistente Zusammenspiel von

Engineering- und Leitsystem-Software ist unter anderem eine der

Voraussetzungen für effizientes Predictive Maintenance.

Verlässliche Daten

Wichtigste Konsequenz aus all diesen Herausforderungen ist:

Verlässliche, smarte Daten sind alles. Dazu ist ein Engineeringsystem

erforderlich, das sie auf schnellstem Weg bereitstellt, auf

höchster Digitalisierungsstufe. Das System muss zudem Änderungen

konsistent, unmittelbar und sicher in einen neuen

As-built-Stand überführen, bei alltäglichen Wartungsaufgaben

ebenso wie bei großen Umbauten; es muss Anlagen-Know-how

sichern, die Automatisierung nahtlos ins Engineering einbinden,

Inbetriebnahmen effizient unterstützen und Webservices für

Maintenance- und Managementaufgaben, aber auch für sicheres

Engineering in der Cloud bieten. Aus all diesen Gründen

bauen Chemie-Spezialisten wie Solvay, Oxea, Ineos oder Dow,

Oil-&-Gas-Experten wie Equinor und Kongsberg, aber auch große

Chemieparkbetreiber wie Infraserv Gendorf und viele weitere

02 Modernes Anlagen-Engineering ist parallel: Alle relevanten

Objekte sind in einem Modell in einer Datenbank verlinkt

Prozessprofis auf die kooperative Plattform Engineering Base

(EB) von Aucotec.

Digitalisierung ermöglichen

Der hannoversche System-Entwickler hat mit dieser durchgängigen

Lösung einen Nerv getroffen; besonders bei komplexen Anforderungen

und höchsten Ansprüchen an Digitalisierung sind ihre Fähigkeiten gefragt.

EB vereinheitlicht die System-Landschaft in den Unternehmen

und eliminiert Fehlerquellen, da die Plattform sämtliche Kerndisziplinen

der Anlagenplanung in sich vereint und durchgängig unterstützt.

Von der ersten Anlagenidee über automatisierte Simulationsdaten-Integration,

Prozess- und Detail-Engineering bis zu Leitsystemkonfiguration

deckt EB alle Aufgaben ab. Das schafft wertvollen Zeitgewinn.

Grund für diese Fähigkeiten ist das universelle Datenmodell in

EB. Jedes Objekt liegt nur einmal zentral in diesem Modell, das den

kompletten digitalen Zwilling einer Anlage abbildet; bidirektionale

Anbindungen an ergänzende Disziplinen wie 3-D und ERP lassen

sich ebenfalls integrieren. Das bedeutet, dass eine Entwicklung

oder Änderung an nur einer Stelle im Plan sofort in sämtlichen

Repräsentanzen des geänderten Objekts sichtbar ist: in Grafiken,

Listen und Explorer. Im Zentrum stehen die Daten, nicht die

Dokumente. Das sorgt auch für konsistente Cloudlösungen und

Webapplikationen, die mobilen Zugriff und globale Zusammenarbeit

ohne Grenzen erlauben. Als erste und einzige Plattform ohne

Synchronisierungs- und Schnittstellenaufwand für alle Engineering-Kerndisziplinen

ist sie ein wichtiger Digitalisierungs-Enabler

der Big-Data-getriebenen Prozessindustrie.

Fotos: Aucotec, InfraServ Gendorf

01 Mitarbeiter beim Inspizieren einer Rohrbrücke

im Chemiepark Gendorf

www.aucotec.com

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 33


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

Störstrahlung bei radiometrischen

Füllstandmessungen

Die Auswirkungen von Störstrahlung auf radiometrische

Messungen können erheblich sein und müssen daher kontrolliert

werden. Da weder vorhersagbar ist, wann die Störstrahlung

vorhanden sein wird, noch wie stark sich eine entfernte zerstörungsfreie

Prüfung auf eine radiometrische Messung auswirkt,

benötigen Anlagenbetreiber ein zuverlässiges System, das

automatisch mit solchen

Ereignissen umgeht. Im

Laufe der Zeit haben sich

die Technologien für den

Umgang mit Interferenzstrahlung

weiterentwickelt

und sind immer

ausgefeilter geworden.

Ein Hersteller bietet

hochentwickelte

Produkte an, die den

Umgang mit Störstrahlung beherrschen und eine stabile und

zuverlässige Messung ermöglichen, die einen kontinuierlichen

Prozess gewährleistet, ungeplante Abschaltungen vermeidet und

somit einen echten Nutzen für den Kunden generiert. Dazu

werden die Funktionen XIP (X-Ray Interference Protection) oder

RID (Radiation Interference Discrimination) eingesetzt.

Fremdstrahlung

www.berthold.com

Portabler Durchflussmesser

Mit dem neuen Fluxus G601 ST präsentiert Flexim einen

portablen Durchflussmesser für Dampf. Darüber hinaus eignet

sich das Clamp-on-Ultraschallsystem zur eingriffsfreien

Durchflussmessung

praktisch sämtlicher

Flüssigkeiten, Gase

sowie zur Erfassung

fluidbasierter thermischer

Energieströme.

Das neue Messsystem

bietet laut Hersteller

eine zuverlässige und

genaue Durchflussmessung

von der Außenseite des Rohres, ohne Druckverlust,

verschleiß- und somit wartungsfrei. Die Installation erfordert nur

minimalen Aufwand, keine Rohrarbeiten und beeinträchtigt nicht

den Anlagenbetrieb bzw. die Versorgung. Darüber hinaus bietet

das akustische Messverfahren eine hohe Messdynamik von sehr

niedrigen bis sehr hohen Strömungsgeschwindigkeiten. Dies

ermöglicht insbesondere auch die genaue Erfassung geringster

Durchflussmengen.

Konzipiert für die Volumen- und Massenstrommessung von Sattund

überhitztem Dampf bei Temperaturen bis 180 °C ist das Gerät

für mobile Messaufgaben in der Lebensmittel- und Getränke-, der

Pharma- sowie der chemischen Industrie geeignet.

www.flexim.de

CO 2 , Feuchte, Temperatur und Druck

www.epluse.com

Der Messfühler EE872 von E+E Elektronik misst die CO₂-Konzentration bis 5 % (50 000 ppm) sowie

relative Feuchte, Temperatur und Umgebungsdruck. Zusätzlich berechnet der 4-in-1-Fühler auch die

Taupunkttemperatur. Er eignet sich für den Einsatz in rauer und aggressiver Umgebung. Die aktive Druckund

Temperaturkompensation sorgt für eine besonders hohe CO₂-Messgenauigkeit. Speziell für die

CO₂-Messung im Hochfeuchte-Bereich ist eine beheizte Fühlerversion erhältlich.

Die Mehrpunkt CO₂- und Temperatur-Werksjustage gewährleistet laut Hersteller eine hohe Genauigkeit

über den gesamten Arbeitsbereich von – 40 bis + 60 °C. Der EE872 ist modular aufgebaut. Das steckbare

Sensormodul kann ganz ohne Werkzeug in nur wenigen Sekunden getauscht werden. Auch die Filterkappen

(PTFE oder katalytisch für H₂O₂-Sterilisation) lassen sich bei Bedarf rasch tauschen.

Zuverlässige Temperaturmessung

In der Metallurgie ist ein hohes Aufkommen von Staub, Dämpfen

und ähnlichen Störelementen, die die berührungslose Temperaturmessung

negativ beeinträchtigen, oft nicht zu vermeiden.

Quotientenpyrometer liefern im Vergleich zu Einkanalpyrometern

auch bei einer verschmutzten

Optik oder bei Objekten, die sich

innerhalb des Messfeldes

bewegen, noch konstante

Messergebnisse.

Die Erweiterung um ein Modell

mit spektraler Empfindlichkeit bei

1,45–1,75 µm ermöglicht

Messungen ab 250 °C. Auch nach oben konnten die Modelle

durch neue Kalibrierverfahren erweitert werden – maximal

können nun 3 000 °C gemessen werden. Der Messfehler beträgt

lediglich 0,5 %.

www.optris.de

Standard-Industrie-Schnittstelle gesetzt

Im Januar dieses Jahres ist mit

der IEC 63171-6 die internationale

Norm für Single Pair

Ethernet Schnittstellen in industriellen

Anwendungen veröffentlicht

worden. Die IEC 63171-6

(Industrial Style) ist ein vollständiges

Normendokument mit allen

notwendigen Spezifikationen und Prüfsequenzen und fließt in

aktuelle SPE-Verkabelungsstandards der Normenreihe für

strukturierte Verkabelung ISO/IEC 11801-x mit ein. Konsequente

Standardisierung zahlt sich aus. Mit der IEC 63171-6 ist nun der

letzte Baustein für eine durchgängig genormte SPE-Infrastruktur

gesetzt. IEC 63171-6, IEEE802.3cg, ISO/IEC JTC 1/SC 25/WG3 und

TIA TR-42 stehen geschlossen für den T1 Industrial Style als

industrielle SPE-Schnittstelle.

www.harting.com

34 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


Füllstandmessungen unter rauen

Prozessbedingungen

steute Extreme

// SICHER SCHALTEN UNTER

EXTREMEN BEDINGUNGEN

Ein Anbieter von Instrumenten zur Füllstandund

Durchflussmessung hat eine neue Lösung

zur Füllstandmessung auf den Markt gebracht,

die so konzipiert ist, dass sie von Turbulenzen,

Schaumbildung, Kochen und ausgasenden

Medien praktisch nicht beeinflusst wird. Die

Funktion zur Erkennung von Anhaftungen

minimiert die Wartungskosten, weil Abschaltungen

proaktiv geplant und somit die Verfügbarkeit

erhöht werden kann. Das neue Modell

ist für jede Komplexität ausgelegt, es bietet

einen Überfüllschutz durch das Sondendesign

und eine Füllstandmessung über die gesamte Sondenlänge

ohne Totzone am Prozessanschluss. Der Sensor ermöglicht eine

direkte Füllstandmessung und verfügt über ein optimales

Signal-Rausch-Verhältnis. Diese Merkmale ermöglichen die

Füllstandmessung von Flüssigkeiten, Schäumen und Feststoffen

und die Unterscheidung zwischen Flüssigkeits- und

Schaumschichten.

www.magnetrol.com

Prozesssensoren mit digitaler

Kommunikationsschnittstelle

Sowohl der Drucksensor PP20H

wie auch der Leitfähigkeitssensor

CombiLyz AFI bieten

dank IO-Link-Schnittstelle nun

weitere Funktionen wie die

einfache und schnelle Parametrierung

– auch während des

Betriebs. Zusätzliche Daten wie

die gleichzeitige Ausgabe mehrerer Prozessdaten oder nur so

zugängliche Diagnosedaten können nun an die Steuerung

kommuniziert oder bei Bedarf aus dem Speicher des Sensors

ausgelesen werden. Neben der digitalen Schnittstelle haben die

Sensoren zusätzlich noch einen oder mehrere konventionelle

analoge Ausgänge.

Dank Dual Channel können die Sensoren sowohl analog, digital

oder über beide Kanäle gleichzeitig betrieben werden. Die

bewährte analoge Schnittstelle ist in der Prozessautomation

nach wie vor sinnvoll, wenn der Anwender den Sensor an eine

bestehende Steuerungen anschließen möchte. Um den Prozess

zu steuern, kann parallel über einen 4–20-mA-Analogausgang

der Leitfähigkeits- oder Druckwert ausgelesen werden.

www.baumer.com

Info-App über Frequenzumrichter

Via Smartphone gibt es in einer App nun einen Gesamtüberblick

über Danfoss Drives Dienstleistungen und Produkte. Die

aktualisierte MyDrive Portfolio App informiert über Produkte,

Dienstleistungen und Branchen. Es finden sich Anwendungsbeispiele,

Videos, Publikationen und Datenblätter zu

Frequenzumrichtern.

ZS 92 S Extreme

Seilzug-Notschalter für

extreme Bedingungen

• Für Heavy-Duty Einsätze

• Bis zu 2 x 100 m Seillänge

• Verschiedene Montagemöglichkeiten

• 9 verschiedene Konfigurationen

für Auslöse- und Entriegelungshebel

• Hohe Schutzart bis IP 66/67/69

• Ex-Ausführung Zone 1/21 lieferbar

• Auch als Bandschieflaufschalter verfügbar

Weitere Informationen unter www.steute.com

Wir freuen uns auf Ihren Besuch:

SOLIDS 2020 in Dortmund, Halle 5, Stand J08-5

Anwendungs-Video:

www.danfoss.de


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

Dynamischer Strömungssensor

Der Strömungswächter SDN 501/1 GSP-DYN erfasst kleinste, pulsierende

Durchflussmengen ab 0,02 ml. Durch seine Eignung für

nahezu alle relevanten Medien wie Wasser, Alkohol, Öle und fließfähige

Schmierfette kann der

Durchflusssensor zur Überwachung

von Minimal schmierungen

oder zur Dosierungsüberwachung

von Chemikalien und

Zusatzstoffen eingesetzt werden.

Da der Sensor nach dem thermodynamischen

Prinzip arbeitet,

kommt er ohne bewegliche,

verschleißbare oder korrosionsanfällige Teile aus. Durch seine

hohe Ansprechempfindlichkeit reagiert er mit extrem kurzen Reaktionszeiten

von 0,1 s auf das Einsetzen von Medienströmungen,

die beispielweise durch die Betätigung von Dosierkolben ausgelöst

werden. Die integrierte Auswerteeinheit des Sensors gibt für jeden

detektierten Puls ein Schaltsignal über einen kurzschlussfesten

PNP-NO-Ausgang aus, das bis zu 10 s gehalten werden kann.

www.ege-elektronik.com

Modulare Frequenzumrichter

Mit dem Nordac Pro SK 500P bringt Nord Drivesystems einen

modernen Schaltschrankumrichter auf den Markt, der sich laut

Hersteller durch ein hohes Maß an Funktionalität, Konnektivität

und Modularität auszeichnet. Die modular aufgebaute Reihe ist

durch steckbare Bedienungs-, Sicherheits- und Optionsmodule

funktional erweiterbar. Der Anwender profitiert außerdem von

einer besonders kompakten Bauform im Booksize-Format. Das

schlanke Design spart Platz im Schaltschrank und erlaubt eine

Side-by-Side-Montage, verfügbar im Leistungsbereich von 0,25

bis 5,5 kW.

Neben der serienmäßigen Canopen-Schnittstelle ermöglicht ein

Multi-Chip für Industrial Ethernet die Nutzung der wichtigsten

Echtzeit-Ethernet-Standards über eine einzige Schnittstelle. Egal

ob Profinet, Ethernet IP, Powerlink oder Ethercat – das

gewünschte Protokoll lässt sich einfach per Parameter einstellen.

Über den USB-Anschluss lassen sich die Geräte auch ohne

externe Stromzufuhr parametrieren. Neu ist außerdem der

SD-Karten-Slot zur Parameterdatenspeicherung und

-übertragung.

www.nord.com

OPA-Prüf- und -Testlabor

Die Yokogawa Electric Corporation wurde von ExxonMobil als

Systemintegrator für Open Process Automation (OPA)

ausgewählt und mit dem Aufbau eines OPA-Prüf- und Testlabors

beauftragt. Entwicklungsarbeiten und Versuche mit der offenen

und flexiblen Automatisierungsarchitektur des Testsystems in

dem Prüflabor sollen die Bestrebungen von ExxonMobil

unterstützen, eine standardbasierte, offene, sichere und

inter operable Prozesssteuerungsarchitektur zu etablieren. In

dem Prüflabor werden geeignete Komponenten und Standards

evaluiert und die Grundlage für die Umsetzung der OPA-Technologie

bei ersten industriellen Feldversuchen geschaffen. Das

Design von OPA-basierten Automatisierungssystemen

unterstützt herstellerunabhängig die Integration von

Automatisierungskomponenten. Es lassen sich Anwendungen

von unterschiedlichen Automatisierungsplattformen leicht

portieren und herstellerunabhängig konfigurieren. Das Prüflabor

soll die bestehende OPA-Entwicklungsarbeit und die technologische

Expertise des US Technology Centers von Yokogawa

bündeln. ExxonMobil will die Ergebnisse der Systemtests in dem

Prüflabor mit Kooperationspartnern und OPAF teilen. Der

Mineralölkonzern bietet seinen Kooperationspartnern außerdem

an, das Testsystem zu nutzen, um zusätzliche Komponenten zu

evaluieren, die bei ihren unabhängigen Feldversuchen eingesetzt

werden sollen.

www.yokogawa.com/de

Visualisierung von Prozessen

Mit den industriellen Box Thin Clients hat Pepperl+Fuchs eine

robuste Rechnergeneration zur Visualisierung von Prozessinformationen

speziell für raue Bedingungen und den 24/7-Betrieb in

industriellen Umgebungen entwickelt. Konstruiert, um dauerhaft

hohen Temperaturen, Schlägen und Vibrationen standzuhalten,

können der neue BTC14 sowie die aus dem Portfolio bekannten

Thin Clients BTC12, ausgelegt für Dual-Monitor-Anwendungen

und BTC01, die erste

Quad-Monitor-Generation,

auch anspruchsvollste

Prozessanwendungen

bewältigen.

Die vier digitalen einheitlichen

DisplayPorts des BTC14

erlauben die Visualisierung

der Prozesse auf bis zu vier Ultra-HD (4K) Bildschirmen und

garantieren somit einen Überblick über alle Informationen. Die

vorinstallierte Pepperl+Fuchs Firmware VisuNet RM Shell 5

vereinfacht neben der schnellen und intuitiven Konfiguration

zudem die Virtualisierung von Hostsystemen.

www.pepperl-fuchs.de

Zirkonoxidsensor zur Sauerstoffmessung

Pewatron hat ein potentiometrisches

Zirkonoxidmodul

zur Sauerstoffmessung

entwickelt, das sich als

Massenware produzieren

lässt und bei dem der Sensor

nur auf etwa 500 °C erhitzt

wird. Die im Vergleich zu

anderen potentiometrischen

Sauerstoffsensoren niedrige Betriebstemperatur wirkt sich nicht

nur aufgrund der geringeren Wärmeentwicklung in der

Anwendung positiv aus, sondern ermöglicht auch eine kleine,

kompakte Bauweise des Sensorkopfs. Der A19-N-Sensorkopf lässt

sich einfach in die entsprechende Anwendung einschrauben,

ohne dass bei der Befestigung besondere Anforderungen

bezüglich der Schnittstellenmaterialien gelten. Das Standard-

OEM-Modul PZA-MC25 verfügt über zwei Standardmessbereiche:

0–1 000 ppm mit einer Auflösung von unter 1 ppm sowie

0–25 Vol.-% O₂ mit einer Auflösung von


MESSEN, REGELN, AUTOMATISIEREN

Kompakter Leitfähigkeitsmesser

Der konduktive Zwei-Elektroden-Leitfähigkeitssensor Jumo

Tecline CR S01 zeichnet sich durch eine besonders kompakte

Bauform aus. Dank des weiten Messbereichumfangs sowie

seiner Kälte-, Hitze- und Druckbeständigkeit ist er universell

einsetzbar. Das Gerät misst zuverlässig in einem Temperaturbereich

von –40 bis +100 °C und in einem Messbereich von 1 bis

zu 5 000 μS/cm. Durch die Verwendung von zwei hochwertigen

und korrosionsfesten Edelstahlelektroden, die in einen robusten

Kunststoffkörper aus PEEK eingebettet werden, kann der Sensor

in unterschiedlichsten Medien eingesetzt werden.

Als Prozessanschlüsse sind Ausführungen in Edelstahl, aus

vernickeltem Messing und aus Polyamid (PA) lieferbar. Die

kompakte Bauform ermöglicht

in allen Varianten eine einfache

und besonders platzsparende

Montage. Dank seiner geringen

Einbaulänge ist er auch für

Rohre mit kleinen Nennweiten

geeignet. Die soliden außenstehenden

Elektroden sind sehr

einfach zu reinigen, was den

Wartungsaufwand deutlich reduziert.

Das Gerät kann an handelsübliche Messumformer für elektrolytische

Leitfähigkeit angeschlossen werden, z. B. die Jumo

Geräteserien Ecotrans, Dtrans CR02 oder Aquis touch. Über die

Messelektronik Jumo Digiline CR wird aus dem neuen Sensor

ein digitaler Baustein moderner Wasseranlagen „4.0“ mit

Digiline/Modbus-Schnittstelle.

www.jumo.net

Asset Management sorgt für Cyber

Security

Netzwerkmanagement ist keine lästige Pflicht, sondern ein

wertvolles Tool über den gesamten Lebenszyklus einer Maschine

oder Anlage. Gutes Netzwerkmanagement unterstützt und vereinfacht

die Projektdokumentation vom Engineering, die Inbetriebnahme

und die Anlagenübergabe bis zum Betrieb. Dort erfüllt es

wichtige Aufgaben wie Diagnose, Predictive Maintenance und

Asset Management, es

unterstützt dabei, die Anlagendokumentation

auf dem

aktuellen Stand zu halten und

trägt zur Cyber Security bei.

Das von AIT Solutions

entwickelte Netzwerkmanagement-System

Herakles ist ein

vielfältig einsetzbares Monitoring-

und Frühwarnsystem, das die Anforderungen aller wichtigen

Use-Cases in den verschiedenen Lebensphasen einer Maschine

oder Anlage umsetzt. Es ist speziell für Netzwerke konzipiert, die

Profinet einsetzen.

Herakles verwaltet nicht nur die Anlagen, sondern auch die

Lebenszyklen aller Einzelgeräte und wird damit zu einem

wichtigen Werkzeug für das Asset Management. Die detaillierte

Erfassung aller Assets ist gleichzeitig eine Basismaßnahme für

Cyber Security in der Betriebstechnologie. Nur wenn alle Anlagenund

Geräte-Details bekannt sind, können wirksame Abwehrmaßnahmen

definiert werden.

www.ait-solutions.de

Umstellhilfe für Kompakt-Schaltschränke

und Kleingehäuse

Mit den neuen AX Kompakt-Schaltschränken und KX Kleingehäusen

haben Anwender für jede Aufgabe die passende Ausführung

zur Verfügung. 30 % weniger Montagezeit, 30 % mehr Raum

für Kabel und 30 neue Funktionen – das sind laut Hersteller die

wesentlichen Vorteile der neuen Serien. So steht etwa online

eine Umstellhilfe zur Verfügung, die auf Stücklisten in Excel

basiert. Der Anwender kann eine existierende Stückliste – etwa

aus einem bestehenden

Projekt – auf der Website

hochladen und erhält eine

entsprechend übersetzte

Stückliste mit den neuen

AX- bzw. KX-Komponenten.

Für Anwender, die für ihre

Projekte das Eplan Data

Portal verwenden, gibt es

eine weitere Möglichkeit,

die die neue Warenkorb-Funktion des Eplan Data Portals

verwendet. Sie können eine komplette Projekt-Stückliste in den

Warenkorb des Data Portals hochladen. Anschließend stehen

sämtliche Rittal Komponenten inklusive der zugehörigen

Makros für die neuen Gehäuse und Kompakt-Schaltschränke in

ihrer Artikeldatenbank zur Verfügung.

Auch Kunden, die ihre Gehäuse und Kompakt-Schaltschränke

mit dem Rittal Configuration System aufbauen, haben eine

komfortable Umstellhilfe zur Verfügung. Der Konfigurator

arbeitet auf Basis von elektronisch hinterlegten Regelwerken.

ProcessSensing.com

OPTIMIZE YOUR OPERATIONS,

SAFETY AND EFFICIENCY

Sensors | Transmitters | Loggers | Analyzers

Monitoring Systems ...

Humidity | Dew Point | Oxygen | Trace Impurities

Gas Concentration ...

PST Leading Brands

www.rittal.de


BETRIEBSTECHNIK

Gefahrenquelle Staubexplosion

Fünf Fakten zum effektiven Explosionsschutz

Kleine Funken in industriellen Prozessen reichen aus, um eine Explosion

mit gravierenden Folgen für Mitarbeiter und Produktionsanlagen

auszulösen. Doch was passiert während einer Explosion überhaupt und

für welche Kräfte muss ein Explosionsschutzsystem Unterdrückung oder

Entlastung gewährleisten können?

Explosionen in Industriebetrieben machen

weniger als vier Prozent aller

Störungen, aber beinahe 40 % aller Verluste

aus. Sie kommen insbesondere bei der Förderung,

Verarbeitung, Pulverisierung und

Lagerung verschiedenster Materialien vor.

Dazu zählen bspw. Zellulose, Kohle, Mais,

Mehl, Fungizide, Getreide, Milchpulver,

Holz- und Metallstaub, Arzneimittel, Kunststoffe,

Harze, Stärke und Zucker. All diese

Stoffe können unter bestimmten Bedingungen

explodieren – und dann kommt es auf

das richtige Konzept an, um Schlimmeres

zu verhindern. Ein Überblick über fünf

entscheidende Einflussfaktoren für das Entstehen

und den Verlauf einer Explosion:

1. Gefährliche Mischung

Damit ein zündfähiges Gemisch zustande

kommt, reicht bereits ein Staubanteil von 20

bis 60 g/m 3 Luft aus – immer abhängig von

dem jeweiligen Material, das verarbeitet

wird. Beispiel Getreide: Nicht nur während

der Lagerung in einem Silo, sondern auch

Autor: Markus Häseli, Director of Sales Europe,

IEP Technologies GmbH, Ratingen

bei der Produktion von Mehl besteht erhöhte

Gefahr, dass eine explosionsfähige Atmosphäre

entsteht. Als solche wird ein Gemisch

aus Sauerstoff und Staub aus brennbaren

feinsten Festpartikeln bezeichnet. Der

Dichteunterschied sorgt für ständiges Umherwirbeln

und Umwälzen, wodurch ein

homogenes Gemisch entsteht. Trifft dieser

dispergierte Staub auf eine Zündquelle, ist

die Wahrscheinlichkeit groß, dass es zur

Explosion kommt.

2. Hoher Druck

Alu- oder Magnesiumpulver, Holzmehl,

Mais und Torf oder Kunststoffe wie Polyester

machen richtig Druck: Bei Stäuben aus

diesen Stoffen erzielt der Explosionsüberdruck

einen Höchstwert von 10 bar und

mehr. Im Fall von verbrennenden Metallen

steigt die Temperatur im Reaktionsraum auf

einen Wert von bis zu 3 000 °C an.

3. Rasche Ausbreitung

Die Druckwelle einer Staubexplosion breitet

sich mit einer Geschwindigkeit von 330 m/s

aus. Vor diesem Hintergrund muss ein Explosionsschutz-System

rasch und effektiv eingreifen,

damit durch eine Explosion keine Ketten-

reaktion ausgelöst wird und sich eine unkontrollierbare

Detonation verhindern lässt.

4. Schnelle Reaktion

Der Wimpernschlag eines Menschen dauert

100 ms. Lediglich drei Viertel dieser Zeit –

nämlich genau 75 ms – hat derweil ein aktives

System zur Explosionsunterdrückung,

um eine Zündung zu detektieren, den Explosionsherd

mit Löschmittel zu versehen

und den Anstieg des Drucks sowie die damit

verbundene Gefahr aufzuhalten.

5. Elektrostatische Entladung

Stromschläge, die sich manchmal von Türklinken

auf Menschen übertragen, können

eine Spannung von bis zu 35 kV aufweisen.

Sie kommen dadurch zustande, dass sich

aufgestaute Reibungselektrizität schlagartig

entlädt. In der Industrie kann ein solcher

Funke eine Explosion auslösen.

Für wirksamen Schutz vor Staubexplosionen

sind eine anforderungsgerechte Explosionsschutzlösung

und die Kommunikation

zwischen Anlagenbetreiber, Anlagenbauer

und Explosionsschutzanbieter

entscheidend. Auf Basis lückenloser Informationen

hinsichtlich der Produktcharakteristika

und der verfahrenstechnischen

Abläufe kann IEP als Komplettanbieter die

Detailkonfiguration der Anlage mit dem

projektierten Schutzkonzept abstimmen

und somit eine maßgeschneiderte, Atexkonforme

Systemlösung implementieren.

Foto: Sirius125/stock.adobe.com

www.ieptechnologies.com

38 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


BETRIEBSTECHNIK

Abfüllsystem in Ex-Ausführung

Das halbautomatische Abfüllsystem Flux-Fill WT ist jetzt auch in

Ex-Ausführung erhältlich. Das System ist auf das effiziente,

eichgenaue Abfüllen von Fluiden ausgelegt. In der neuen,

ex-geschützten Variante eignet es sich nun auch zum Einsatz in

Ex-Bereichen der Zonen 1 und 2

sowie zum Abfüllen brennbarer

Fluide (Zone 0/1) bis 1 000 mPas.

Je nach Systemkonfiguration sind

Abfüllgewichte von 0,5 bis 50 kg

möglich. Das System arbeitet mit

eichgenauer Wägetechnik,

ungewollte Produktverluste

werden vermieden. Mit den

passenden Ex-Pumpen und

-Komponenten auf der Zuführseite

lässt sich das Ganze zu einer

kompakten, halbautomatischen Abfüllanlage erweitern. Für die

Abfüllung stehen drei automatisch gesteuerte Abfüllverfahren zur

Verfügung: Überspiegel, Unterspundloch und Unterspiegel. In der

Wahl der Gebinde ist der Anwender flexibel. Ob Kanister, Eimer,

Weithalsflaschen, Schraubdosen, Klemmdeckeldosen – es ist

vieles möglich. Dabei liegt die maximale Gebindehöhe bei

400 mm, der minimale Spundlochdurchmesser bei 40 mm.

www.flux-pumps.com

Track-System als IP69K-Variante

B&R bietet das intelligente Track-System Acopostrak nun auch in

der Schutzklasse IP69K an. Der Track kann in dieser Ausführung

mit Hochdruck und Temperaturen von bis zu 80 °C gereinigt

werden. Das Track-System lässt sich somit auch in Branchen mit

höchsten Ansprüchen an Reinigbarkeit einsetzen, zum Beispiel in

der Pharma- oder Lebensmittelindustrie. Die neue Track-Variante

ist nicht nur gegen Hochdruckreinigung, sondern auch

vollständig gegen Staub geschützt. Durch die Ausführung in

IP69K lässt sich das intelligente Track-System zum Beispiel für die

Abfüllung in Primärverpackungen

verwenden. Zudem

kann der Track sowohl im

Trocken- als auch im Nassbereich

verketteter Anlagen

eingesetzt werden.

Die Shuttles und Segmente

bestehen aus Edelstahl, sind

sicher verschweißt und somit

resistent gegen Korrosion. Das Edelstahlgehäuse ermöglicht den

Transport von korrosiven Produkten und einen Betrieb in

korrosiver Atmosphäre wie Salznebel. Dadurch können keinerlei

Partikel und Fluide aus der Umgebung ins Innere eines Shuttles

oder Segmentes eindringen.

www.br-automation.com

Reparaturen an

Verschleißschutz-Lösungen

Beschädigte Stellen an Verschleißschutz-Platten lassen sich laut

Anbieter einfach mit Pu-Tix von Pucest nachbessern. Das pastöse

Zwei-Komponenten-System wurde speziell für die Reparatur von

verschlissenen Pucest-Platten entwickelt und ist seit 15 Jahren im

Einsatz.

Die Verarbeitung sei anwenderfreundlich und könne im „Do-ityourself“-Prinzip

vor Ort durchgeführt werden. Zuerst wird dazu

die beschädigte Stelle geschliffen, dann gesäubert und anschließend

großzügig abgeklebt. Um die gewünschte Spachtelmasse zu

erhalten, werden die zwei Komponenten Härter und Harz

zusammengerührt. Mit einem Spachtel wird die Masse auf die

beschädigte Oberfläche aufgetragen. Innerhalb kürzester Zeit

erhärtet das Material und ist unlösbar mit dem Grundwerkstoff

verbunden.

www.pucest.com

Nasschemische Analysen auf einer

Plattform

Omnis ist ein Titrationssystem

von Metrohm, das nasschemische

Analysen auf einer universellen

Plattform vereint. Die

Plattform kann jederzeit erweitert

werden, um zusätzliche Kapazität

für neue Applikationen und/oder

höheren Probendurchsatz zu

schaffen. Die Modularität bietet

die Möglichkeit, den Probendurchsatz durch Automation zu

erhöhen. Die Probenkapazität kann basierend auf dem x-y-z-

System inkrementell von 50 über 125 auf 175 Proben erhöht

werden. Die höchste Leistung wird erreicht, wenn an vier Arbeitsstationen

simultan vier Titrationen durchgeführt werden.

www.metrohm.com

Ein Piiiiieeeep für mehr Sicherheit.

NEU:

Mit Zulassung für

ATEX Zone 0

Bei ausgelaufenen Gefahrstoffen minimiert eine frühzeitige Reaktion Ihr Unfallrisiko,

Gesundheitsgefahren, Folgekosten und rechtliche Konsequenzen.

SpillGuard® – das weltweit erste autarke Warnsystem für

gefährliche Leckagen.

www.denios.de/my-spillguard

DENIOS | kostenlose Fachberatung: 0800 753-000-2


BETRIEBSTECHNIK

Sparsamer Großraum-Laborspüler

Die neuen Laborspüler PLW 86 warten mit 50 % mehr Pumpenleistung

als die Geräte der Vorgängergeneration auf und ermöglichen

dadurch beste Reinigungsergebnisse – auch bei schwierigen

Anschmutzungen. In der Reinigungsphase wird die volle Leistung

erreicht und anschließend für die Spülung reduziert. Verbunden

damit ist eine an die Beladung angepasste Senkung des Wasserbedarfs.

Dadurch sind gegenüber den

bisher verfügbaren Geräten, je nach

Modell und Beladung, Verbrauchsreduzierungen

von bis zu 27 % beim

Wasser und nahezu 30 % bei der

Chemie möglich.

In allen Geräten kann sauberes,

vollentsalztes Wasser aus der

Schlussspülung in einem Tank

zurückgehalten und im nächsten

Programm wiederverwendet

werden – entweder während der

Reinigung und/oder in einer

Zwischenspülung. Noch mehr

Effizienz entsteht durch das Vorheizen der Schlussspülung: Das

benötigte Wasser steht dann schon bereit, sobald dieser

Programm abschnitt beginnt, und die Laufzeit verkürzt sich

dementsprechend weiter.

Alle Gerätetypen bieten in Verbindung mit dem neuen modularen

Beladungssystem EasyLoad deutlich mehr Kapazität als bisher –

bei Laborflaschen von 2 l Volumen verdoppelt sie sich sogar. Die

Kombination von nur wenigen Grundkörben und Modulen bietet

eine maximale Flexibilität für die Bestückung unterschiedlichster

Laborgläser.

www.miele.de

Tischserie widersteht hohen

mechanischen Belastungen

In Laboren finden sich heutzutage

die unterschiedlichsten

Geräte, die teilweise je nach

Prozess und Aufgabe stark in

Größe und Aufbau variieren

können. Da diese Gerätschaften

häufig ein sehr hohes Gewicht

haben, aber in verschiedenen

Laboren eines Instituts zum

Einsatz kommen, sollten sie

idealerweise auf mobilen und speziell dafür ausgelegten Arbeitstischen

aufgestellt sein. Deshalb hat die Sonation GmbH eine

neue Tischserie entwickelt, die exakt auf die Anforderungen

beim Arbeiten mit solchen Laborgeräten ausgelegt ist. Um einen

sicheren Stand der Apparaturen bei maximaler Flexibilität im

Laboralltag zu gewährleisten, verfügen die Modelle über einen

verstärkten Unterbau. Zudem sorgt eine chemikalienresistente

Tischplatte dafür, dass verschüttete Lösemittel oder Kratzer

keinen dauerhaften Schaden anrichten. Dank der stufenlosen

elektrischen Höhenverstellung mit frei konfigurierbaren Positionsspeichern

und dem modularen Aufbau sowie optionalen

Erweiterungen lässt sich der Tisch an jede benötigte Arbeitssituation

anpassen. Der neue Labortisch ist gemäß den Sicherheitsbestimmungen

der DIN EN 61010-1 geprüft. Im Unterschied zu

herkömmlichen Varianten besitzt die HPLC-Reihe einen

stahlverstärkten Unterbau, der eine Tragkraft von 250 kg bei

gleichmäßiger Lastverteilung zulässt; einseitig sind bis zu 150 kg

problemlos möglich.

www.sonation.de

IMPRESSUM

vereinigt mit BioTec

erscheint 2020 im 54. Jahrgang, ISSN 0175-5315

Redaktion

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli)

Tel.: 06131/992-325, E-Mail: e.linder@vfmz.de

(verantwortlich für den redaktionellen Inhalt)

Redakteurin: Dipl.-Chem. Katja Friedl (kf),

Tel.: 06131/992-336, E-Mail: k.friedl@vfmz.de

Redaktionsassistenz: Angelina Haas,

Tel.: 06131/992-361, E-Mail: a.haas@vfmz.de,

Doris Buchenau, Melanie Lerch,

Petra Weidt, Ulla Winter

(Redaktionsadresse siehe Verlag)

Gestaltung

Sonja Daniel, Anette Fröder, Anna Schätzlein,

Mario Wüst

Chef vom Dienst

Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer

Sales

Oliver Jennen, Tel.: 06131/992-262,

E-Mail: o.jennen@vfmz.de

Andreas Zepig, Tel.: 06131/992-206,

E-Mail: a.zepig@vfmz.de

Nevenka Islamovic, Auftragsdisposition

Tel.: 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de

Anzeigenpreisliste Nr. 53: gültig ab 1. Oktober 2019

Leserservice

vertriebsunion meynen GmbH & Co. KG,

Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266

Bitte teilen Sie uns Anschriften- und sonstige Änderungen

Ihrer Bezugsdaten schriftlich mit

(Fax: 06123/9238-267, E-Mail: vfv@vertriebsunion.de).

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Jahresabonnement: Inland: € 96,- (inkl. Versandkosten)

Ausland: € 111,- (inkl. Versandkosten)

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weiteres Jahr, wenn sie nicht spätestens vier Wochen vor

Ablauf des Bezugsjahres schriftlich gekündigt werden.

Verlag

Vereinigte Fachverlage GmbH, Lise-Meitner-Straße 2,

55129 Mainz, Postfach 100465, 55135 Mainz

Tel.: 06131/992-0, Fax: 06131/992-100

E-Mail: info@vfmz.de,

www.vereinigte-fachverlage.de

Ein Unternehmen der Cahensly Medien

Handelsregister-Nr. HRB 2270, Amtsgericht Mainz

Umsatzsteur-ID: DE 149063659

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen

Gesellschafter: P.P. Cahensly GmbH & Co. KG,

Karl-Härle-Straße 2, 56075 Koblenz

Verlagsleiter: Dr. Michael Werner, Tel.: 06131/992-401

Head of Sales: Beatrice Thomas-Meyer,

Tel.: 06131/992-265, E-Mail: b.thomas-meyer@vfmz.de

(verantwortlich für den Anzeigenteil)

Vertrieb: Sarina Granzin, Tel.: 06131/992-148,

E-Mail: s.granzin@vfmz.de

Druck und Verarbeitung

Westdeutsche Verlags- und Druckerei GmbH

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und Verbreitung, das Recht zur Bearbeitung, Umgestaltung

und Übersetzung, das Recht zur Nutzung für eigene

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Systemen, zur Veröffentlichung in Datennetzen

sowie Datenträger jedweder Art, wie z. B. die Darstellung im

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40 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


BETRIEBSTECHNIK

Bestimmung von Kohlenhydraten

Im Zuckeranalyse-Chromatografiesystem

von Knauer kommt gepulste

amperometrische Detektion (PAD)

zum Einsatz, eine Variante, die eine

schnelle Messung inklusive der bei

Zuckerdetektion notwendigen Regeneration

der Elektrode in einer kleinen

Messzelle ermöglicht. Ein Zyklus aus

Messung, Desorption und Regeneration

der Elektrode benötigt nur eine

halbe Sekunde und wird während der

Analyse ständig wiederholt. So kann wie bei anderen Durchflussdetektoren

ein Chromatogramm mitgezeichnet werden. Das

Verfahren kommt bis auf den frisch bereiteten wässrigen

basischen Eluenten ohne zusätzliche Chemikalien aus.

Die einfach durchzuführende Methode mit unterschiedlichen

NaOH-Konzentrationen eignet sich für eine einfache und

reproduzierbare Analyse auch bei geringen Konzentrationen.

Neben der Erforschung von Biokraftstoffen sind die untersuchten

Zucker auch Bestandteile zahlreicher Prozesse in Lebensmittelanwendungen

und der Natur. Somit eignet sich diese Applikation

für verschiedene Bereiche, in denen Kohlenhydrate spezifisch

getrennt und analysiert werden müssen.

www.knauer.net

Über die Brücke schneller zum Ziel

Überstiege und Laufsteganlagen der Günzburger Steigtechnik

verkürzen die Wege in der Fertigung, im Lager und in der Logistik

sowie im Außenbereich. Die Überstiege können jetzt auch online

mit dem neuen Produktkonfigurator

individuell

zusammengestellt werden.

Dank ihres modularen

Aufbaus können diese nun bei

Bedarf flexibel verändert und

erweitert werden. Lochbleche

und Gitterroste aus

Aluminium empfehlen sich

z. B. bei hohen Hygienestandards, also etwa in Lebensmittellagern.

Wie auch die Korundbeschichtung des Unternehmens

erfüllen diese den strengen R13-Standard für Rutschhemmung

und sorgen somit auch in nassen, ölverschmierten und staubigen

Arbeitsbereichen für einen sicheren Tritt und Stand.

Die Überstiege sind standardmäßig in der benutzerfreundlichen

Version mit einem Steigwinkel von 45° oder in einer steileren

Ausführung mit 60°-Winkel erhältlich. Je nach Einsatzzweck und

zu übersteigender Höhe haben sie zwischen drei und elf Stufen

auf beiden Seiten, bereits im Standardprogramm lässt sich eine

lichte Höhe von bis zu rund 2,6 m übersteigen.

www.steigtechnik.de

Faseroptischer Brand- und Wärmemelder

Die deutsche Zulassungsstelle VdS Schadenverhütung hat

Yokogawas faseroptischen Brand- und Wärmemelder DTSX1

unter der Zulassungsnummer G 220001 nach EN 54-22 zertifiziert.

Das Gerät ist in einem Gehäuse untergebracht und für den

Einsatz mit von Yokogawa spezifizierten

Glasfaserkabeln geeignet. Bei DTSX1

handelt es sich um eine einfach zu

installierende All-in-one-Lösung zur

Branderkennung.

Alle DTSX1-Komponenten, einschließlich

leicht ablesbarem Display, Relais-

Ausgangsschaltungen, Alarmschaltungen

und weiterer Hardware, die für die

Branderkennung erforderlich ist, sind in

einem Einzelgehäuse mit den Abmessungen 50 × 50 × 25 cm

untergebracht. Durch diese kleine Stellfläche kann das Gehäuse an

der Wand montiert werden. Entlang des Lichtwellenleiters können

bis zu 1 000 Alarmzonen definiert werden. Insgesamt lassen sich

vier Sensorelemente mit jeweils bis zu 10 km Länge anschließen.

Beschichtung trotzt Feuer

Fissic ist eine neue Beschichtung, die ein hohes Maß an Feuerwiderstand

bietet. Außerdem eignet sich das Coating auch als

Thermosicherung an Kabel- und Rohrdurchführungen. Es kann

sowohl mit dem Pinsel als auch mit Spritzgeräten aufgebracht

werden. Für Anwendungen, bei denen Fissic wegen seiner

Dämmeigenschaften eingesetzt wird, ist auch eine Ausführung

mit geringerer Dichte und verbesserter Isolierwirkung lieferbar.

Das Coating wurde erfolgreich hinsichtlich seiner Flammenausbreitungseigenschaften

und Toxizität getestet und verfügt über

eine vom Bureau Veritas ausgestellte Bescheinigung 39278/A0 EC

nach der Schiffsausrüstungsrichtlinie

(MED). In Untersuchungen

von Kiwa Nederland wurden der

Feuerwiderstand und die

Salzwasserbeständigkeit

nachgewiesen.

www.beele.com

www.yokogawa.com/de

Zertifizierte Kreislaufpolymere

Diese Kunststoffe werden durch den Einsatz von Pyrolyseöl

hergestellt, das in einem Recyclingverfahren aus vermischten

Kunststoffabfällen gewonnen wird. Der zertifizierte Prozess führt

laut Hersteller zu neuwertigen Polymeren und stelle somit eine

echte Alternative zu mechanischen Methoden dar und schließe

den Recyclingkreis. Die Polymere werden nach den Vorgaben der

„International Sustainability and Carbon Certification plus“

(ISCC+) zertifiziert.

www.sabic.com

MOL Katalysatortechnik GmbH

info@molkat.de http://molkat.de

(+49) 3461 / 72 30 97

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 41


VERFAHRENSTECHNIK IM ALLTAG I SERIE

Wirksamer Schutz?

Erste klinische Prüfung eines Covid-19-Impfstoffs

in Deutschland genehmigt

gleichen Altersspanne geimpft. Der

zusätzliche Einschluss von Probanden

mit erhöhtem Infektionsrisiko

oder mit erhöhtem Risiko für einen

schweren Verlauf einer Covid-19-

Erkrankung ist im zweiten Teil der

klinischen Prüfung vorgesehen, für

die vorab weitere Studiendaten eingereicht

werden müssen.

Modifikation und Dosis

Das Paul-Ehrlich-Institut,

Bundesinstitut für Impfstoffe und

biomedizinische Arzneimittel, hat

Ende April die erste klinische Prüfung

eines Impfstoffs gegen Covid-19 in

Deutschland genehmigt. Die

Genehmigung ist das Ergebnis einer

sorgfältigen Bewertung des

potenziellen Nutzen-Risiko-Profils

des Impfstoffkandidaten.

Die Bereitstellung zugelassener sicherer

und wirksamer Covid-19-Impfstoffe ist

ein zentrales Ziel der Bekämpfung des grassierenden

neuen Sars-Coronavirus-2 (Sars-

CoV-2). Erste klinische Prüfungen haben

das Ziel, die generelle Verträglichkeit von

Impfstoffkandidaten und ihre Fähigkeit zu

ermitteln, eine spezifische Immunantwort

gegen den Erreger zu erzeugen.

Bei dem Impfstoffkandidaten des Mainzer

Biotechnologieunternehmens BioN-

Tech handelt es sich um einen RNA-Impfstoff,

der die genetische Information für

den Bau des sogenannten Spikeproteins

des CoV-2 oder Teilen davon in Form der

Ribonukleinsäure (RNA) enthält. Im genehmigten

ersten Teil der klinischen Prüfung

werden 200 gesunde Probanden im

Alter von 18 bis 55 Jahren mit jeweils einer

von mehreren gering modifizierten Impfstoffvarianten

geimpft.

Nach einer Wartezeit zur Beobachtung

der Geimpften werden im zweiten Teil der

klinischen Prüfung weitere Probanden der

Hintergrund RNA-Impfstoff

In dem genehmigten Teil der klinischen

Prüfung werden verschiedene Varianten

des RNA-Impfstoffkandidaten geprüft.

Neben der Verträglichkeit wird die Fähigkeit

zur Erzeugung einer Immunantwort

auf Sars-CoV-2 nach Gabe einer bestimmten

RNA-Menge (Dosis) untersucht (erste

Dosisfindung). Dabei werden unterschiedliche

RNA-Typen und unterschiedliche

Längen und Modifikationen des Spikeproteins

getestet sowie der Einfluss einer

zweiten Impfung geprüft.

Weltweit war dies Ende April erst die achte

genehmigte Prüfung von präventiven, spezifischen

Covid-19-Impfstoffkandidaten

am Menschen. Das Paul-Ehrlich-Institut

geht nach derzeitigem Erkenntnisstand

davon aus, dass weitere klinische Prüfungen

von Covid-19-Impfstoffkandidaten

in Deutschland in den nächsten Monaten

beginnen werden. Für die Bekämpfung der

Pandemie werden mehrere Impfstoffprodukte

notwendig sein, um eine ausreichende

Versorgung sicherzustellen.

Foto: sharryfoto/stock.adobe.com

www.pei.de

Bei der Impfung mit einem RNA-Impfstoff wird die genetische Information für den

Bau eines ungefährlichen Erregerbestandteils mittels Injektion beispielsweise in den

Muskel verabreicht. Die RNA wird in einige Körperzellen der geimpften Person

aufgenommen. Diese Körperzellen nutzen die genetische Information der RNA zum

Bau des Erregerbestandteils. Die so im geimpften Menschen produzierten Erregerbestandteile

sind nicht infektiös und lösen auch keine Erkrankung aus. Das menschliche

Immunsystem erkennt den fremden Erregerbestandteil und betrachtet die

Zellen, die diesen Erregerbestandteil gebaut haben, als vermeintlich infizierte

Zellen. Es baut eine schützende Immunantwort gegen den Erreger auf, die im Falle

einer Exposition die Infektion oder zumindest die Infektionskrankheit verhindert

oder ihren Verlauf abmildert.

Bislang erfolgen Impfungen hauptsächlich mit Lebend- oder Totimpfstoffen, die

abgeschwächte oder abgetötete Erreger bzw. Bestandteile davon enthalten, die die

Krankheit nicht auslösen können, sondern vom Körper als Antigene erkannt werden.

Beim RNA-Impfstoff entsteht das Antigen dagegen erst in der Wirtszelle.

42 VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 www.verfahrenstechnik.de


VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 7-8/2020

ERSCHEINUNGSTERMIN: 17. 08. 2020 • ANZEIGENSCHLUSS: 31. 07. 2020

01

02

03

04

01 Kompakte Regeleinheit gewährleistet definierten Kühlwasserzufluss

(Foto: Samson)

02 Mit Schraubenspindelpumpen lassen sich Lebensmittel schonend

und zugleich wirtschaftlich fördern (Foto: ITT Bornemann)

03 Eine standardisierte Integrationsschnittstelle bindet Komponenten

wie Pumpen unkompliziert ins Prozessleitsystem ein (Foto: Wago)

04 Ein Multifunktionscontroller optimiert die Produktion von

Lebensmittelzusatzstoffen (Foto: Hesch)

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

Der direkte Weg

Internet:

www.verfahrenstechnik.de

E-Paper:

digital.verfahrenstechnik.de

Redaktion:

redaktion@verfahrenstechnik.de

www.verfahrenstechnik.de VERFAHRENSTECHNIK 06/2020 43


TECHNIKWISSEN FÜR INGENIEURE

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Handbuch Prozesstechnologie

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zu mehr Wettbewerbsfähigkeit

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Ja, ich möchte die Zeitschrift „VERFAHRENSTECHNIK“ abonnieren

Das Jahresabonnement umfasst 10 Ausgaben und kostet € 96,- (Ausland € 111,- netto) inkl. Versandkosten. Als Begrüßungsgeschenk

erhalte ich den Bluetooth-Lautsprecher. Das Abonnement verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn es nicht spätestens

4 Wochen zum Ende des Bezugsjahres schriftlich gekündigt wird.

Unser Dienstleister, die Vertriebsunion Meynen, Eltville, erhebt Ihre Daten im Auftrag der Vereinigte Fachverlage (VFV) zum Zweck der Vertragsdurchführung, zur Erfüllung der

vertraglichen und vorvertraglichen Pflichten. Die Datenerhebung und Datenverarbeitung ist für die Durchführung des Vertrags erforderlich und beruht auf Artikel 6 Abs. 1 b) DSGVO.

Zudem verwenden wir Ihre Angaben zur Werbung für eigene und VFV verwandte Produkte. Falls Sie keine Werbung mehr auf dieser Grundlage erhalten wollen, können Sie jederzeit

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Firma

Abteilung

Straße oder Postfach

PLZ/Ort

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Vereinigte Fachverlage GmbH . Vertrieb . Postfach 10 04 65 . 55135 Mainz . Telefon: 06131/992-0 . Telefax: 06131/992-100

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44 VERFAHRENSTECHNIK 9/2015 „VERFAHRENSTECHNIK“ ist eine Zeitschrift der Vereinigten Fachverlage GmbH, Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz, HRB 2270, Amtsgericht Mainz,

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Umsatzsteuer-ID: DE 149063659, Gerichtsstand: Mainz

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