Leseprobe: Im Hexenhäuschen Nr. 8 bei Mondenschein um Mitternacht

obelisk.verlag

Leseprobe zu Micchaela Holzinger: Im Hexenhäuschen Nr. 8 bei Mondenschein um Mitternacht

1.

Im Knisterknastergruselwald

trifft Hexe Krim auf Archibald,

den Schlimmsten aller Monsterfratzen

und Anführer der Zombiekatzen.

„Oh Archibald, stell dir nur vor“,

keucht Hexe Krim der Katz ins Ohr.

„Es klopfte jemand an mein Häuschen!“

„Vielleicht war es ein fettes Mäuschen?!“,

fragt Archibald und reibt sich den Bauch,

er denkt dabei an Maus auf Lauch,

doch Hexe Krim, sie schüttelt sich

und wimmert leis:

„Nein, angeblich …


2.

… ist heut der Tag der Kürbislichter,

der Kinder und der Schminkgesichter.

Da ziehen sie von Haus zu Haus

und sehen gar zum Fürchten aus,

wenn sie um Süßes

oder Saures bitten,

um Schokominz

und Himbeerschnitten

mit Puddingkeks

und Sahne drauf …“

Der Kater stöhnt:

„Jetzt hör schon auf!

Ich habe längst ein Loch

im Magen.

Also Krim,

was willst du fragen?“


3.

Die alte Hexe zittert nun.

„Bei mir sind drei, was soll ich tun?

Sie kennen weder Furcht noch Pein,

wollen grausiger als ich noch sein,

und das ist nicht normal, sag ich.

Diese Kinder sind mir unheimlich!

Kannst du nicht kurz mit mir gehen?

Ich bin mir sicher, wenn sie dich sehen,

dich Schlimmsten aller Monsterfratzen

und Anführer der Zombiekatzen,

nehmen sie garantiert Reißaus!“

„Krieg ich dafür dann Speck mit Maus?“,

fragt Archibald mit Sabberrachen.

Krim nickt froh. „Das lässt sich machen.“

Und so folgt sie dem Archibald

in den Knisterknastergruselwald

zum Hexenhäuschen

Nummer acht

bei Mondenschein

um Mitternacht.


4.

Vor dem Häuschen angekommen,

versteckt sich Hexe Krim beklommen

hinter Archibald und wispert:

„Hörst du, wie es drinnen knistert?

Sie spielen mit den Hexensachen.“

„Wir werden dem ein Ende machen“,

knurrt der Kater und stürmt ins Haus.

Archibald, er staunt und sagt:

„Die sind wirklich nicht verzagt!

Holen wir schnell Schlotterbein,

er soll der Schlimmste von uns sein.“

Die Kinder lachen. „Wie siehst du aus?

Wie eine alte Gruselkatze

mit Zackenbart und Opaglatze!“


5.

Zum Glück hat Schlotterbein im Moor,

gerade nichts Besonderes vor,

deshalb raunzt der Irrwicht keck:

„Ich mach euch gern den Kinderschreck!“

Und so folgen sie dem Archibald

in den Knisterknastergruselwald

zum Hexenhäuschen Nummer acht

bei Mondenschein um Mitternacht.


6.

Vor dem Häuschen rät der Kater:

„Mach gleich ein furchtbares Theater,

denn diese Kinder sind fürwahr

wirklich etwas sonderbar!“

„Lass das ruhig meine Sorge sein“,

knurrt Schlotterbein und stürmt hinein.

Die Kinder lachen. „Bist du ein Wicht?

mit buntem Taschenlampenlicht?“

Schlotterbein raunzt ziemlich bitter:

„Die sind was für den dunklen Ritter!“


7.

In dem Tal der Winterstürme

und der Burg der sieben Türme

finden sie den dunklen Ritter.

„Kannst du sorgen für Gezitter?“,

fragt Archibald. Der Ritter nickt.

„Das ist wirklich nicht verzwickt“,

sagt er und greift nach seiner Kette.

„Die verduften, jede Wette!“

Und so folgen sie dem Archibald

in den Knisterknastergruselwald

zum Hexenhäuschen

Nummer acht

bei Mondenschein

um Mitternacht.


8.

Doch auch der dunkle Edelmann

zieht die Kinder nicht in Bann,

denn als er in die Bude tritt

mit schepperlautem Ritterschritt,

fangen die Kinder zu lachen an.

„Ei, da kommt der Dosenmann!“

rufen sie. Der Ritter murrt.

„Jetzt holen wir den fiesen Kurt!“

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