POST - Ev.-Luth. Kirchengemeinde Altona-Ost

gemeinde.altona.ost.de

POST - Ev.-Luth. Kirchengemeinde Altona-Ost

Gemeinde

JOURNAL

AltonaOst

Fernando Swiech vor der 1894 erbauten Orgel

der Christophoruskirche,

Es ist die einzige noch erhaltene Orgel von

Christian Heinrich Wolfsteller,

In diesem Heft:

2

Editorial

3 – 5

Jens Stellmacher: „Ich mache gerne Zirkus“

6 – 7

Solidarität: Neue Aufgaben

8 – 9

„Pingelig aufpassen“

10 – 11

Eine neue Pastorin, Kirche in der Stadt

12 – 13

Unser Weihnachtsprogramm

14 – 19

Kulturkirche, Theater in der Kirche: Elfen,

Zarathustra

19 – 21

Neues aus der Gemeinde

22 – 23

Gemeindesalon, Theologie

Winter 2007/08 Nr. 2

www.gemeinde-altona-ost.de


Monika Rulfs

gehört zum

Redationsteam

und ist

Mitglied im

Kirchenvorstand

2 . G e m e i n d e j o u r n a l

Liebe Leserin,lieber Leser,

Im Sommer hatten wir aufgerufen,sich einen neuen Namen

für dieses Heft,den Gemeindebrief der Gemeinde Altona-Ost,

auszudenken.Wir sind ja quasi der Osten des Westens, nicht nur

der Osten des Stadtteils Altona,sondern auch der des Kirchenkreises

Altona (der die Gemeinden von Altona bis Othmarschen

umfasst). Und wir werden auch der Osten bleiben, der

Osten des neuen großen Kirchenkreises, den ab 2009 die jetzigen

Kirchenkreise Altona, Blankenese, Niendorf und Pinneberg

zusammen bilden werden.Dort beschäftigt man sich schon

länger mit der Namensgebung. In der Diskussion war

„Hamburg-West“, was viele Hamburger gut fanden, weil der

Kirchenkreis der anderen Hälfte Hamburgs „Hamburg-Ost

heißen wird;nur die Pinneberger oder Südholsteiner waren verständlicherweise

nicht einverstanden, weil sie im Namen gar

nicht vorkamen. „Hamburg-Pinneberg“ machte nach Ansicht

der Hamburger wiederum Pinneberg zu wichtig, und daher hat

man sich jetzt auf „Hamburg-West/Südholstein“ geeinigt.

Für den Namen des Gemeindebriefs gingen bei uns drei sehr

interessante Vorschläge ein. Diese stellen wir vor, um noch

mehr Menschen unserer Gemeinde anzuregen, sich Gedanken

zu machen.

1. ....Na Ost. „Die vier Punkte zu Beginn stehen für ALTO“,

schreibt dazu der Einsender. „Nahost ist natürlich ein politischgeographischer

Begriff und ruft mancherlei Emotionen hervor,

aber wenn unter dem Titel dann Gemeinde JOURNAL (etc.)

stünde, wäre alles klar.“

2.

GEMEINDE

ALTONA POST

Hierzu gibt die Einsenderin keine Erklärung, aber sie hat

deutlich gemacht, dass die Gemeinde Altona-Ost durch das

„P“, gleichzeitig erster Buchstabe von „Post“, verbunden ist.

Der Gemeindebrief, die Post,bekommt eine besondere verbindende

Bedeutung.

3. A & O. Der Einsender ist offenbar theologisch vorgebildet

und dachte an den ersten und letzten Buchstaben des griechischen

Alphabets, Alpha und Omega, die als Symbol für das

Umfassende, Gott und Christus stehen. Christus sagt in der

Offenbarung des Johannes 22,13:„Ich bin das A und das O, der

Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ Nach einer

Kurzrecherche gibt die Redaktion jedoch zu bedenken, dass

sich auch gerne Firmen so nennen, zum Beispiel solche, die

etwas mit Technik zu tun haben (a&o media network, A&O

Sounds AG, a&o carport Zentrum, a&o after sales and online

services...), außerdem Firmen, deren Besitzer das A und das O

im Namen tragen (A&O multimedia von Arkadius und Oliver

Feldmann, a&o Journalistenbüro von Anke und Olaf Friedmann...);vielleicht

der Kirche etwas näher sind die Namen der

Zeitschrift A&O (für Arbeits- und Organisationspsychologie)

oder die Konzertreihe A&O (Alte Musik und Orgel der

Hochschule für Musik in Weimar). Es wäre interessant zu

sehen, wer als erster fordert, dass unser Gemeindebrief nicht

A&O heißen darf.

Der Wettbewerb geht weiter. Die bisherigen Einsendungen,

die natürlich noch im Rennen sind, haben hohe Maßstäbe

gesetzt! Schreiben Sie uns gerne auch dann, wenn Sie keine

eigene Idee, dafür aber Argumente für oder gegen einen der

drei bisherigen Vorschläge haben.

Monika Rulfs


Interview mit Jens Stellmacher

„Ich mache gerne

Zirkus“

Jens Stellmacher ist neu in unserer Kirche, naja fast... A b e r

es gibt da von uns Jugendlichen doch noch die eine oder

a n d e re Frage! Er ist so freundlich und verrät ein wenig in

einem kleinen Interview über sich und ist sich nicht zu schad

e, für uns ins Detail zu gehen! Das Interview führte A n g e l a

F l a g g e.

Angela: Jens, wieso bist du eigentlich auf einmal für die

Jugendarbeit in unserer Gemeinde zuständig?

Jens: Eines Tages stand der nette Thomas vor meiner Tür und

meinte, ich solle mir doch mal überlegen, ob ich den Stadtteil

St.Pauli und alles, was dazugehört,nicht auch schön fände. Und

da ich mich sowieso spätestens alle sieben Jahre gerne mal verändere

(was mir aber nicht immer gelingt!) und ich nur eine 25-

Stunden-Stelle hatte, bin ich mal vorbei gekommen und hab

mir das Ganze angeschaut... Hätte ich gewusst, wie viele alte

Bekannte ich hier wieder treffe...

Wieso alte Bekannte?

K I N D E R U N D J U G E N D

Naja,mit einigen von den alten Konfis war ich schon mehrmals

im Zeltlager oder Ferienprogramm unterwegs. Viele haben

mich teilweise über Jahre hinweg begleitet und viele meiner

guten Seiten kennen lernen dürfen. (Von den dunklen Seiten

reden wir hier lieber nicht!)

Ah,jetzt wird’s interessant! Was hast du denn so für „dunkle

Seiten“?

Eigentlich nur wenige und für viele sind die sogar spannend!

Nein, mal im Ernst, ich versuch’ nur manchmal Menschen ein

wenig aufs Korn zu nehmen und wenn ich richtig gut bin,dann

merken die das gar nicht! Kann ich dich nicht mit was anderem

ablenken, z. B. dass ich ein leidenschaftlicher Comic-Leser bin

oder welche Schuhgröße ich hab’???

Comic? Welche Art von Comic? Meinst du so was wie

Spiderman,Donald Duck oder Asterix?

Ich finde ja das Marsupilami am besten! Super Typ! Klein,aber

mit ordentlich Power! In unseren Sommerfreizeiten gibt es

sogar schon die „Comicpause“ und da gibt es für mich kein

Drumherum!!!

Jens

Stellmacher ist

der neue

Diakon in der

Gemeinde

Altona-Ost

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 3


Angela Flagge

unterhielt sich

mit Jens

Stellmacher

Bei einer

Andachtsreihe

zum Thema

„Mose“ im

Zeltlager 2007

entzündet Jens

den brennenden

Dornbusch

4 . G e m e i n d e j o u r n a l

K I N D E R U N D J U G E N D

Apropos Sommerfreizeit:Hast du schon Pläne für den

Sommer 2008?

Das ist so eine Sache...Meine Kollegin Mirjam und ich sind leider

noch nicht soweit mit unseren Planungen, was die

Sommerfreizeit 2008 angeht.Ich muss mich erst mal ein wenig

zu Recht finden. Wer macht wann, was, wo, mit wem und all

solche Dinge. Aber generell habe ich immer Lust,eine Freizeit

gemeinsam mit Jugendlichen zu planen! Soviel kann ich aber

schon mal verraten: Um Pfingsten herum werde ich an einem

langen Wochenende mit hoffentlich gutem Wetter und vielen

interessierten Jugendlichen eine Fahrradtour unternehmen!

Wer also Lust und Zeit hat,ist herzlich eingeladen,gemeinsam

mit mir in die Pedale zu treten.

Was hast Du sonst noch so vor?

Vieles, aber eines liegt mir besonders am Herzen: Ich möchte

mit den Schulen im Gemeindegebiet in irgendeiner Form eine

Kooperation beginnen.Und da die Kinder und Jugendlichen ja

immer länger in der Schule sind und dadurch die Kirche für

viele ein Zusatz-Programm wird,möchte ich die Kirche in die

Schule bringen.

Bringst Du was Neues mit in die Gemeinde?

Ich mache sehr gerne Zirkus! Eine Idee ist, mit allen Kindergruppen

ein Zirkuswochenende zu verbringen und ihnen

Jonglieren,Balancieren und Tellerdrehen beizubringen.

Oh,toll! Und wir Jugendlichen?

Wir können auch einen Workshop machen, Jonglieren oder

Feuerspucken oder so.

Au ja! Abschließend kann man also über dich sagen,dass du

ein Mensch mit Siebenjahreszyklus bist,einen Humor hast,den

nicht jeder versteht,du deine Mittagsstunde gerne mit einem

Comic in der Hand verbringst,du bestimmt nicht Pfingsten

zum Kaffee und Kuchen bei deiner Mutter auf dem Sofa sitzen

wirst,weil du in die Pedale trittst,du wieder die Schulbank drücken

möchtest und uns allen Feuer unterm Hintern machen

wirst. Vielen Dank für diesen (manchmal bestimmt von der

Norm abweichenden) Einblick in dein Leben und: Auf eine

schöne Zeit mit dir!

Angela Flagge


K I N D E R U N D J U G E N D

Nun ist Euch vielleicht schon einiges klarer geworden mit

unserem neuen Diakon. Ich weiß zwar nicht, was ein

„Marsupilami-Comic“ ist, aber das werde ich sicherlich bald

von ihm oder Euch, die Ihr dies lest, erfahren. Auch für mich

ist Jens kein Unbekannter, denn ich kenne ihn schon seit etwa

sieben Jahren.Immer wieder tauchte er in der Friedenskirche

auf, und da hat er sicherlich auch mich aufs Korn genommen,

wie er im Interview sagt.Aber ich ihn auch! Und so weiß ich,

dass wir mit ihm einen pfiffigen und sehr kontaktfreudigen

Diakon bekommen haben, der Witz und Humor hat, aber

auch ernsthaft sein kann. Und – was vielleicht das Wichtigste

ist – auseinander halten kann,wann Witz und wo Ernsthaftigkeit

angebracht ist.

Nun, er kommt leider aus einem Kaff – das spricht natürlich

gegen ihn. Was aber eindeutig für ihn spricht ist, dass er

ein Hanseat ist. Er ist nämlich geboren und aufgewachsen in

Bremerhaven und nach seinem Studium an der Evangelischen

Fachhochschule in Hannover bald ins eigentliche Zentrum

nach Hamburg übergesiedelt. Schön, dass er jetzt bei uns

gelandet ist. Denn wir hoffen, dass er zusammen mit Mirjam

Köhler die Kinder- und Jugendgruppen lebendig erhält und

neue Menschen dafür gewinnen kann.Projekte wird er anbieten

– ich habe da auch schon einiges gehört. Aber fragt ihn

mal selbst danach.Und wir freuen uns auch,dass wir mit Jens

Stellmacher jemanden in unserer Gemeinde haben, d e r

Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Schulen hat und den

Kontakt mit den Schulen in unserem Gemeindegebiet pflegen

wird. Wir sind sehr gespannt, welche Impulse Jens in die

Gemeinde bringen wird und freuen uns auf ihn.

Am 1.Advent, also am 2. Dezember, wird Jens im Gottesdienst

in der Friedenskirche (10 Uhr) feierlich in unserer

Gemeinde begrüßt und in sein Amt eingeführt. Kommt alle!

Friedrich Brandi-Hinnrichs

Neue Kindergruppen

Friedinos „draußen“ für Kinder von 6 bis 12 Jahren.

Sport- und Spaßspiele:

montags 16 bis 18 Uhr, Otzenstraße 19

Friedinos „Kleine“ für Kinder von 3 bis 6 Jahren.

Spielen und Basteln:

mittwochs 15.30 bis 17 Uhr, Otzenstraße 19

Friedinos „drinnen“ für Kinder von 6 bis 12 Jahren.

Spielen und Basteln:

donnerstags 16 bis 18 Uhr, Otzenstraße 19

Die Kindergruppen in der Eifflerstraße laufen wie

gewohnt weiter, freuen sich aber auch über neue Kinder

Jungengruppe für Jungen von von 11 bis 16 Jahren.

Natur erleben und draußen sein:

montags 15.30 bis 17 Uhr, Eifflerstraße 3

Kirchenmäuse für Kinder von 3 bis 5 Jahren.

Spielen und Basteln:

dienstags 15 bis 17 Uhr, Eifflerstraße 3

Schneeleoparden für Kinder von 4 bis 11 Jahren.

Spielen und Basteln:

freitags 15.30 bis 17 Uhr, Eifflerstraße 3

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 5


Der

Bücherbasar

war wieder

ein Eldorado

für große

und kleine

Bücherfreunde

6 . G e m e i n d e j o u r n a l

S O L I D A R I T Ä T

Bücher,

Bücher,

Bücher...

„ D rei in eins“ – so könnte

man die Wirkung des

Bücherbasars beschre ib

e n , der am letzten

Sonntag im Oktober in

der St. Jo h a n n i s k i r c h e

s t a t t f a n d .

Eins: Viele Menschen

brachten ihre alten Bücher

in unser Gemeindebüro

oder ließen sie von

uns abholen.Zwei:Viele hundert Menschen fanden Bücher, die

sie sich zu normalen Preisen nicht leisten könnten, hier aber

gegen eine kleine Spende erhielten.Drei:Der Erlös des Basars

kommt ausschließlich sozialen Zwecken zugute.

In diesem Jahr fließt das Geld an Rachamim, e i n e

Einrichtung der jüdischen Gemeinde in Minsk, an das

„Wohnschiffprojekt e.V.“, das sich für in Hamburg lebende

Flüchtlinge einsetzt,und vor allem an den Invalidenverein ehemaliger

Zwangsarbeiterinnen auf der Krim, von denen einige

auch in Hamburg arbeiten mussten.

Der Erlös war in diesem Jahr mit 2.550 Euro erfreulich

hoch; und damit auch eine gute Bestätigung für die harte

Arbeit der knapp zehn ehrenamtlichen Frauen und Männer,

die die Bücher ausgepackt, sortiert und aufgestellt und einen

Rest der nicht verkauften Bücher wieder eingepackt haben.

Diese Bücher bilden den Grundstock für den nächsten

Bücherbasar im Herbst 2008, für den wir dann wieder viele

neue und alte Bücher sammeln werden. Wer allerdings schon

vorher eine größere Sammlung, etwa aus einer Erbschaft,auflösen

möchte, kann sich gern an uns wenden. Ulrich Hentschel

Erlös geht auf die Krim

Ein großer Teil des Erlöses des Bücherbasars wird einer

Ve reinigung ehemaliger Zwangsarbeiterinnen auf der Krim

ü b e r m i t t e l t . Die Hamburger „Initiative Neue Ve r a n t wo rtung“

www. i n i t i a t i ve - n e u e - ve r a n t wortung.de/ ist hier aktiv.

Tina Fr i t s c h e, Journalistin und Tex t e r i n , die bei der

I n i t i a t i ve mitarbeitet, s c h re i b t , worum es geht.

Manche waren erst 16 oder 17 Jahre alt: Nach 1941 verschleppten

die Nazis tausende Jugendliche von der Krim nach

Deutschland und zwangen sie zu unentgeltlicher Arbeit.

Die Überlebenden von Zwangsarbeit und KZ-Haft sahen

sich nach Kriegsende, wieder zu Hause, mit dem Vorwurf konfrontiert,

mit den Faschisten kollaboriert zu haben. Wegen

Verrats am Vaterland wurden sie interniert, in ihren staatsbürgerlichen

Grundrechten beschnitten und gesellschaftlich geächtet.

Noch heute stoßen viele im Familienkreis auf Unverständnis,

wenn sie über die erlebten Grausamkeiten sprechen

wollen. Eine finanzielle Entschädigung von deutscher Seite

haben nur die bekommen, die akribisch dokumentieren konnten,

dass sie in einem KZ oder in einem Zwangsarbeiterbetrieb

in Deutschland waren. Doch viele Menschen haben

ihre Beweise – die persönlichen Unterlagen – aus Angst vor

Repressalien versteckt oder verbrannt.

Allein in Hamburg war während der Kriegsjahre eine halbe

Million Menschen aus verschiedenen Ländern zur Zwangs-


S O L I D A R I T Ä T

arbeit eingesetzt – in circa 1.000 Hamburger Unternehmen

aller Wirtschaftszweige, in Haushalten und auf Bauernhöfen.

Zu diesem Ergebnis kam die Historikerin Friederike Littmann

im Rahmen der Recherchen für ihre Dissertation

„Zwangsarbeit in der Hamburger Kriegswirtschaft“.

Untergebracht waren die Männer, Frauen und Kinder in rund

1.300 Lagern in ganz Hamburg.

Etwa 190 der noch rund 17.000 Überlebenden auf der Krim,

die im Zweiten Weltkrieg als KZ-Häftlinge und SklavenarbeiterInnen

vor allem in deutschen Rüstungsbetrieben und

in der Landwirtschaft ausgebeutet wurden, haben sich im

„Simferopoler Invalidenverein der ehemaligen KZ-Häftlinge

und Zwangsarbeiter auf der Krim e. V.“ organisiert. Das

Netzwerk gegenseitiger Unterstützung erstreckt sich über die

gesamte Halbinsel im Schwarzen Meer und ist von staatlichen

Strukturen unabhängig. In Simferopol hat der Verein eine eigene

Begegnungsstätte gekauft und eingerichtet: Im „Haus

Hoffnung“ laufen alle Informationen über Hilfsleistungen,

Feiern,nötige Arztbesuche und Spendenaktionen zusammen.

Seit einem ersten Besuch auf der Krim im Spätsommer 2005

hält eine Gruppe HamburgerInnen Kontakt zum Verein und

unterstützt als „Initiative Neue Verantwortung für die Opfer

faschistischer Zwangsarbeit“ die Menschen und ihre Familien

mit Sach- und Geldspenden.Die Initiative kooperiert dabei mit

dem „Fürstenberger Förderverein Mahn- und Gedenkstätte

Ravensbrück e. V.“ und der „Ukrainehilfe Lobetal“. Mit der

Hilfe aus Fürstenberg, Hamburg und auch Regensburg finanziert

der Verein Lebensmittelpakete, die an bedürftige

Menschen auf der Krim verteilt werden.Darin sind je ein Kilo

Reis, Zucker, Mehl, Buchweizengrütze, eine Flasche Öl, ein

Päckchen Tee und anderes enthalten.„Manche kommen damit

von der einen Lieferung bis zur nächsten aus“, e r z ä h l t

Vorstandsfrau Tatjana Romanenko, Tochter einer Ravensbrückerin.

„Die meisten unserer Mitglieder sind über 80 Jahre

a l t , haben keine Familien und leben in den entlegensten

Winkeln der Krim. Wer krank ist,kann oft nicht mehr aus dem

Haus gehen, um sich Lebensmittel oder Medikamente zu

besorgen. Die Rente ist durchschnittlich nicht höher als 50

Euro, das Lebensmittelpaket ist also überlebenswichtig.“ Auch

Gespräche und kleine Arbeiten im Haus erleichtern das

Leben. „Ich spreche sehr ungern darüber,“ erzählt Tatjana

Romanenko, „aber die ukrainische Regierung kümmert sich

nicht um diese alten Menschen.“

Im Juli 2007 konnte die Hamburger Initiative mit der

Unterstützung der „Stiftung :do“, der GEW und zahlreicher

privater Spenden zehn Überlebende und Vereinsaktive nach

Hamburg einladen. Die Woche in Hamburg brachte einen

gewaltigen Motivationsschub für die mühselige alltägliche

Vereinsarbeit. Auch in Zukunft wird es freundschaftlichen

Austausch und Besuchsreisen zwischen der Krim und

Norddeutschland geben. Tina Fritsche

Die

Hamburgerin

Herma Römer

(rechts) zu

Gast im „Haus

Hoffnung“ in

Simferopol

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 7


Die kleinste Orgel

steht in der

Christophoruskirche

Die Orgel der

Friedenskirche

wurde in den

50ern gebaut

An der

Kuhn-Orgel in

St. Johannis

werden oft

Prüfungen der

Musikhochschule

abgenommen

8 . G e m e i n d e j o u r n a l

D I E O R G E L N I N A L T O N A – O S T

„Pingelig aufpassen!“

K i r c h e n m u s i ker Fernando Swiech betreut die drei Orgeln

u n s e rer Gemeinde

„Sie waren alle fleißig, meine Familie, die Nachbarschaft“,

sagt Fernando Swiech.„Alle in meiner Stadt sind so. Wenn ich

jetzt drei Orgeln pflege, fühle ich die Verantwortung für die

Arbeit von Generationen. Es wäre sonst respektlos gegenüber

der Gemeinde und der Vergangenheit.“ Wer ihn sieht und so

reden hört, würde nicht als erstes darauf kommen, einen

Brasilianer vor sich zu haben.

Zumal er mittelblond ist und einen slawischen Nachnamen

trägt.Aber Fernando Swiech,der seit der Fusion für die Pflege

der Orgeln zuständig ist, wuchs in der kleinen Stadt Ponta

Grossa im südbrasilianischen Bundesland Parana auf.

Vorfahren der Familie kamen aus Österreich.Bei einer Nonne

erhielt er mit 10 Jahren Klavierunterricht.Ab dem Alter von 16

nahm er in der Hauptstadt Curitiba Orgelunterricht,mit 18 bis

21 Jahren studierte er dort Orgel an der Musikhochschule.

„Curitiba ist gut organisiert,hat ein super Bussystem und ist

vorbildlich in Recycling“, erzählt er von seinem Studienort.

„Die Bevölkerung hat europäische Wurzeln. Vielleicht war mir

deshalb Deutschland schon bald so vertraut!“

Nach dem Bachelor-Abschluss bewarb er sich an europäischen

Hochschulen um einen Studienplatz.1999 bestand er die

Aufnahmeprüfung für die Hamburger Musikhochschule und

erhielt gleichzeitig eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch

in Brasilien wegen eines Stipendiums. „Alles in einer

Woche – ich war mehr im Flugzeug als am Boden!“ Schließlich

erhielt er das Stipendium der brasilianischen Regierung – für

ein Studium in Hamburg.

Nach einem Sprachkurs in Bremen studierte er von 2000 bis

2004 Kirchenmusik in Hamburg. An das Studium schloss er

eine zweijährige künstlerische Orgelausbildung in Hannover

a n , bei einem italienischen Lehrer. „Nach der A b s c h l u s s -

prüfung im Juli 2006 sind wir zum WM-Spiel Deutschland–

Italien gegangen“,lacht Fernando Swiech.

Seit 2002 arbeitet er als Kantor an der Friedenskirche und

baute dort quasi aus dem Nichts einen Chor auf. „Ich musste

mich erst umgewöhnen“, erklärt er, „ich wollte ja vor allem

Organist sein.“ In fast allen Ländern ist die Orgel ein eigenständiges

Instrument; geistliche und weltliche Musik werden

nicht so streng getrennt.Anders in Deutschland,Skandinavien

und den Niederlanden: Hier ist der Organist bei einer

Kirchengemeinde angestellt und dort meist auch Chorleiter.

Nach der Fusion der Christophorus-, der Johannis- und der

Friedenskirche sind viele Aufgaben neu oder genauer verteilt

worden. Fernando Swiech ist seitdem für den Zustand der drei

Orgeln verantwortlich. Die Zungen, schwingende Blätter in

bestimmten Registern – in St. Johannes gibt es zwölf davon –,

stimmt er selbst.Dafür schlägt er, in einem engen Gehäuse sitzend,mit

einem eisernen Instrument auf einen Haken,der mit

der Pfeife verbunden ist. Vor allem im Winter ist das oft mehrmals

im Monat fällig, weil die Heizung mal an-,mal ausgestellt

wird und die Pfeifen sich durch die Temperaturunterschiede

v e r z i e h e n . Der Organist kontrolliert die Instrumente auf

Schimmel und Feuchtigkeit und arbeitet dabei auch mit dem

Heizungstechniker zusammen.

„Irgendwann will ich die Instrumente in gutem Zustand

übergeben“,erklärt er. „Deshalb muss ich pingelig aufpassen!“

Wenig machen kann er gegen Staub, Insekten und Taubenkot,

die in die Pfeifen fallen können. Etwa alle 40 Jahre muss eine

Orgel deshalb vollständig abgebaut und gereinigt werden.


D I E O R G E L N I N A L T O N A – O S T

In den drei Häusern der Gemeinde Altona-Ost stehen drei

völlig unterschiedliche Instrumente. Zumindest zwei davon

haben eine spannende Geschichte. Die alte Sauer-Orgel in

St. Johannis, die wie die Kirche selbst 1873 fertiggestellt worden

war, überstand die Luftangriffe des 2. Weltkriegs unbeschadet,wurde

aber 1994 durch einen von einem Jugendlichen

gelegten Brand völlig zerstört.Erst neun Jahre alt ist daher das

im französich-romantischen Stil gebaute Nachfolgeinstrument

der Schweizer Firma Kuhn. Orgeln mit diesem Klangkonzept

haben einen runden, weichen To n . Der satte Klang der

Grundstimmen wird ergänzt durch eine große Palette von

Zungenstimmen, charakteristischen Solostimmen und durch

die Wirkung der beiden Schwellwerke. Die in Hamburg singuläre

Klangwelt der Kuhn-Orgel erlaubt ein großes Repertoire

und eignet sich optimal für Werke der romantischen Epoche

bis zur Gegenwart.Sie wird daher oft für CD-Aufnahmen und

von der Musikhochschule für Prüfungen genutzt. Die Verwaltung

dieser Termine gehört auch zu Swiechs Aufgaben.

Fernando Swiech bezeichnet sich als Fan der französischen

Romantik.Das heißt aber nicht,dass er sich nicht auch mit der

neubarocken Orgel seines alten Arbeitgebers Friedenskirche

verwachsen fühlt. Neben ihr liegt auch sein kleines, dafür etwa

vier Meter hohes Arbeitszimmer. Mit dem Wiederaufbau der

kriegszerstörten Friedenskirche entstand 1955 auch die Orgel

im Stil der Fünfzigerjahre neu. Sie ist besonders geeignet für

Bach und die norddeutsche Barockmusik. Aber eine

Renovierung ist dringend notwendig.

„Ein noch unbekanntes, schönes Instrument bekannter

machen“, das möchte Fernando Swiech mit der 1894 erbauten

Orgel der Christophoruskirche, der zukünftigen Kirche der

Stille. Es ist die einzige noch erhaltene Orgel von Christian

Heinrich Wolfsteller, die aber 1902, 1947 und 1960 nach den

jeweiligen Moden umgebaut wurde. Im Jahr 2000 wurde der

Originalzustand wieder hergestellt.

Fernando Swiech entwickelt gerade die Idee eines

„ Wanderkonzertes“ durch die drei Häuser, bei dem alle

Orgeln,aber auch Chöre und Orchester zu hören sein werden.

Fest steht schon eine dreitägige Veranstaltung im September

2008 zum zehnjährigen Jubiläum der Kuhn-Orgel,ebenso eine

Besichtigung (und „Behörung“) von St. Christophorus am Tag

des Denkmals.

Nebenbei bereitet er sich auf die Promotion vor. Und im

Übrigen will er gern die guten Einflüsse seiner alten Heimat

mit denen seiner Wahlheimat verbinden: „Ich will fleißig, aber

locker bleiben!“ Karin Zickendraht

WIRF DEINE

STIMME

NICHT WEG

Chor der

Friedenskirche:

Montags 20 Uhr

im Seitenschiff

Otzenstr. 19,

22767 Hamburg.

Infos unter

43 28 07 53

Leitung:

Fernando Swiech

Fernando

Swiech beim

Stimmen der

Kuhn-Orgel in

der St. Johanniskirche

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 9


Eine der

Aufgaben der

neuen Pastorin

wird die

Arbeit mit

Kindern sein

10 . G e m e i n d e j o u r n a l

K I R C H E I N D E R S T A D T

Aktuell

Pastorin stellt sich am

1. Advent vor

„Neue Pastorin gesucht“, war im letzten Gemeindejournal

zu lesen. Nun sieht es so aus, dass wir bald sagen können:

„Neue Pastorin gefunden“.

Unsere Ausschreibung für die 50-

Prozent-Pfarrstelle hatte uns leider keine

für unsere Gemeinde geeignete Bewerberin

gebracht. Allerdings entstand dann

vor wenigen Wochen neben anderen auch

ein Kontakt zu Pastorin Annette Reimers.

Derzeit ist sie noch „Pastorin zur Anstellung“

und arbeitet in der Rathauspassage.

Die Gespräche mit ihr verliefen so gut,

dass der Kirchenvorstand am 20. November

beschloss, auf sie als neue Pastorin für

die Gemeinde Altona-Ost zuzugehen.Und

erfreulicherweise bekamen wir kurzfristig vom Nordelbischen

Kirchenamt die Genehmigung, bei unserem zweiten Anlauf

auf eine erneute Ausschreibung verzichten zu können.

Darum ist es jetzt so: Pastorin Reimers wird sich am

2. Advent im Gottesdienst um 10 Uhr in der Friedenskirche

vorstellen.Alle Gemeindemitglieder können sie da kennenlernen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, innerhalb von drei

Tagen Widerspruch gegen ihre mögliche Wahl einzulegen.Am

18. Dezember steht die Wahl von Pastorin Reimers auf der

Tagesordnung des Kirchenvorstandes.

Wenn alles gut geht, wie wir es uns wünschen, würde

Annette Reimers voraussichtlich zum 1. Februar 2008 ihren

Dienst bei uns antreten. Darauf freuen sich besonders die

Mitarbeiterinnen, die seit einigen Monaten vorübergehend

Arbeitsbereiche von Pastorin Zoske übernommen haben, vor

allem Mirjam Köhler und das Kindergottesdienstteam.

Ulrich Hentschel

Überlegungen zur

Kirche in der Stadt

Meistens entwickelt sich das Profil einer Kirchengemeinde

s o : Die T ä t i g keitsfelder werden unter den Haupt- und

E h renamtlichen so aufgeteilt, wie es deren Gab e n ,

Neigungen und Ausbildungen entspricht. Irgendwie rucke l t

sich mit der Zeit dann alles zure c h t . Das Gemeindeleben

gestaltet sich nämlich recht zufällig, vor allem wenn der

Pastor auch noch sein Hobby pflegt und zu seinen Lieblingsthemen

Gemeindeabende und Pre d i g t reihen anbietet.

So entstehen Reisegruppen, L i t e r a t u r z i r kel oder Opernf

a h r t e n , und die Teilnehmenden finden zueinander. D o c h

wird man damit den Mitgliedern einer Gemeinde oder der

Wo h n b ev ö l kerung gere c h t , die man ja auch ansprechen und

für sich gewinnen möchte?

Für jede Kirchengemeinde wäre es sicherlich hilfreich,so zu

tun,als dürfte man ganz neu anfangen.Dann könnte man nämlich

etwas genauer hinsehen auf die unterschiedlichen Milieus

und deren Bedürfnisse. Also: Was eigentlich wollen die Jungen

und Alten von der Kirche? Welche Kinder und welche Eltern

wollen etwas von der Kirchengemeinde, oder was brauchen

sie? Welche religiösen Bedürfnisse und Fragen sind in den


K I R C H E I N D E R S T A D T

unterschiedlichen Milieus in der Gemeinde entscheidend?

Unsere jetzt seit einem Jahr fusionierte Gemeinde hat zwar

nicht ganz von vorne angefangen,aber dennoch die Chance des

Neuanfangs durch die Fusion genutzt und in Zusammenarbeit

mit der „Arbeitsstelle Kirche und Stadt“ der Universität Hamburg

überlegt, mit welchen Milieus wir es in unserer neuen

Großgemeinde zu tun haben. Denn das neue Gemeindegebiet

umspannt ja einen Großteil der ehemals selbständigen Stadt

Altona sowie St. Pauli-Nord, also bürgerliche Quartiere wie

auch das Schanzenviertel mit der Roten Flora.

So stellte sich uns die Frage, ob denn die bisherigen, nach

und nach gewachsenen Angebote der bisher selbständigen

Gemeinden überhaupt noch stimmig sind für diese heterogene

Gemeinde. Müssen wir bei möglichen Schwerpunktsetzungen

nicht genauer hinsehen, was uns der Stadtteil bietet, anstatt

fortzusetzen,was wir immer schon hatten?

Privatdozent Dr. Dirk Schubert von der Hafencity-Universität

hat mit dem Blick von außen gezeigt, wie sich in unserer

„neuen“ Gemeinde in den letzten Jahren verschiedenen

Milieus herausgebildet haben,die so gut wie nichts miteinander

verbindet.Die Kinder aus dem Frauenwohnprojekt leben zwar

neben den Werbern und Fotografen oder Haus an Haus mit

Familien, die am Ende eines Monats in arge Geldsorgen geraten,

aber sie haben fast nichts, das sie miteinander teilen und

zusammenbringen könnte. Das gilt entsprechend auch für

Senioren oder Frauen und damit auch für die Senioren- oder

Frauenarbeit. Das Milieu, verstanden als ein Netz bestimmter

Lebensmuster, prägt jeden Menschen und sorgt dafür, dass wir

an ähnlich Gesinnte gebunden werden – ob wir das wollen oder

nicht. Und die Schnittmenge der verschiedenen Milieus ist

meistens sehr viel kleiner als vermutet.

Wie lässt sich darauf reagieren? Ein Rezept gibt es nicht,

und schon gar nicht ein allgemeingültiges. Prof. Dr. Wolfgang

Grünberg, Leiter der Arbeitsstelle Kirche und Stadt, hat im

Rahmen der Veranstaltung „Kirche und Stadt“ die Vertreter

der Gemeinde noch einmal daran erinnert, genau hinzusehen

und zu studieren,mit welchen Milieus wir es hier zu tun haben.

Erst wenn wir mit klarem Blick die verschiedenen Milieus

unterscheiden, können wir auch sagen,was not tut und welche

Angebote sinnvoll wären.

Vielleicht stellen wir beim genaueren Hinsehen auf unsere

Stadtteile fest: Mittwochs um 14 Uhr würden viele einsame

Menschen zu einem Gottesdienst kommen.Oder mit bestimmten

Jugendlichen wäre eine Freeclimbing-Gruppe genau die

richtige Form,über Angst und Vertrauen zu reden. Für wieder

andere wären ein Kinobesuch und ein Gespräch über den Film

viel sinnvoller. Oder es stellt sich heraus, dass die Pastoren viel

mehr Hausbesuche machen sollten.Und vielleicht gibt es einige

alte Menschen, die die „Rote Flora“ mal wieder von innen

sehen möchten, weil sie ihre Erinnerungen an die Varietés in

diesen Räumen auffrischen möchten.

Für die Pastorinnen und Pastoren, die Diakonin und den

Diakon und die Musiker heißt das:erst hinsehen und hinhören,

und dann handeln.Aber ebenso wichtig ist es, dass alle in unserer

neuen Kirchengemeinde aufmerksam durchs Quartier

gehen und die Hauptamtlichen hinweisen auf Herausforderungen

für unsere Kirchengemeinde. Nur so können wir lebendig

und am Puls der Zeit bleiben.

Friedrich Brandi-Hinnrichs

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 11


12 . Gemeindejournal

W E I H N A C H T E N

Musik und Singen in

Altona-Ost

Weihnachtsoratorium I bis III von Johann Sebastian Bach

Mit Solisten, dem Chor St. Johannis Altona und dem

Kammerorchester St. Johannis

Dirigent: Mike Steurenthaler

Karten: 12/16/20 Euro, Ermäßigungen an der Abendkasse

Vorbestellungen ab 10. Dezember: Tel. 4320 0133

Sonntag, 16. Dezember, 18 Uhr, St. Johanniskirche

A-Cappella-Klänge und Jazz-Duo zur Weihnacht

SIXMIX a-cappella und das Duo Tonus gestalten ein Weihnachtsprogramm

der besonderen Art mit bekannten Liedern

und unbekannten Melodien.

Samstag, 22. Dezember, 20 Uhr, St. Johanniskirche

„Das Improvisierende Streichorchester“

Das Erste Improvisierende Streichorchester spielt das etwas

andere Adventskonzert. Zwanzig Musikerinnen und Musiker

erfüllen die Kirche mit schrillen, ungewöhnlichen und schönen

Klängen. Anstelle eines Eintritts werden Spenden erbeten

zur Unterstützung von Flüchtlingen in Hamburg

Sonntag, 23. Dezember, 12 Uhr, St. Johanniskirche

Adventsliedersingen am 4. Advent

Im Rahmen des Abendgottesdienstes sind Große und Kleine

eingeladen, gemeinsam mit dem Chor St. Johannis unter der

Leitung von Mike Steurenthaler bekannte und weniger

bekannte Weihnachtslieder zu singen. Zwischendurch lauschen

wir besinnlichen wie heiteren weihnachtlichen

Geschichten, gelesen von Pastor Friedrich Brandi.

Sonntag, 23. Dezember, 18 Uhr, St. Johanniskirche

Orgel-CD-Präsentation

Eberhard Lauer präsentiert eine neue CD und spielt La

Nativité von Olivier Messiaen. Der Weihnachtszyklus (1935)

ist Messiaens erster großer Orgelzyklus.

Eintritt 7 Euro

2. Weihnachtstag, 26. Dezember, 12 Uhr,

St. Johanniskirche

G O T T E S D I E N S T E V O R

W E I H N A C H T E N

Freitag, 21. Dezember, 18 Uhr, Friedenskirche

„Deine Töchter werden sicher an deiner Seite sein“

(Jesaja 60,4)

Frauengottesdienst zur Einstimmung in die Weihnachtszeit

Im Anschluss Beisammensein bei Punsch und Keksen

Pastorin Irmgard Nauck, Karin Kluck und Bärbel Fünfsinn

Sonntag, 23. Dezember, 10 Uhr, Friedenskirche

„Wie aus Gottes Zorn doch Trost und Freude wird“

(Jesaja 52, 7-10)

Pastor Ulrich Hentschel

W A R T E N A U F

H E I L I G A B E N D

Friedenskirche: Am Morgen des 24. Dezembers gibt es

von 10 bis 12 Uhr

Basteln, Lieder und Geschichten mit Mirjam Köhler, Jens

Stellmacher & Team. Es gibt nur begrenzte Plätze!

Bitte meldet Euch an unter 439 12 83!


W E I H N A C H T E N

Gottesdienste

Heiligabend und

Weihnachten

. . . I N S T . J O H A N N I S

Heiligabend

14 Uhr und 15.30 Uhr Krippenspiel

Pastorin Irmgard Nauck, KrippenspielerInnen und Manfred

Arend

18 Uhr Christvesper

Pastor Friedrich Brandi-Hinnrichs

23 Uhr Christmette

„Die Nacht war heilig und gar nicht still...“

Pastor Ulrich Hentschel, der Chor St. Johannis und

Instrumentalisten unter Leitung von Mike Steurenthaler

Lesungen: Marlies Engel

2. Weihnachtstag, 18 Uhr

„Licht ist als heller Schein in unseren Herzen aufgegangen,

so dass wir Gottes Herrlichkeit erkennen“

(2. Korinther 4,4-6) – ein meditativer Abendgottesdienst

Pastorin Irmgard Nauck

Sonntag, 30. Dezember, 18 Uhr

„Was vom Jahre übrig blieb...“

Gottesdienst am letzten Sonntag des Jahres

Pastor Klaus Schläger

. . . I N D E R F R I E D E N S K I R C H E

Heiligabend

15 Uhr Gottesdienst mit Krippenspiel

Diakonin Mirjam Köhler mit Kindern und Pastor Friedrich

Brandi-Hinnrichs

18 Uhr Christvesper

„Erschrecken, hören, gehen und schauen – so kommt der

Messias zur Welt“

Pastor Ulrich Hentschel, Musik: Fernando Swiech

23.30 Uhr Christmette

mit dem Chor der Friedenskirche

Leitung und Orgel Fernando Swiech

Pastor Friedrich Brandi-Hinnrichs

Weihnachtsgottesdienst

Pastor Klaus Schläger

1. Weihnachtstag, 10 Uhr

31. Dezember, 17 Uhr

Andacht zum Jahresende mit dem traditionellen

Jahresrückblick

Pastor Friedrich Brandi-Hinnrichs

Gemeinde AltonaOst · 13


Der für die

Vermietung

verantwortliche

Mitarbeiter der

Kulturkirche

Altona GmbH

Stefan Kröhnert

(links) erklärt

Besuchern die

Kirchenräume

14 . 14 G e m e i n d e j o u r n a l

. G e m e i n d e j o u r n a l

K U L T U R K I R C H E

St. Johannis –

Die Kulturkirche

Unter diesem Namen soll es ab Januar 2008 eine neue Fo r m

der Zusammenarbeit zwischen der Kirchengemeinde

Altona-Ost und der Kulturkirche Altona GmbH geben. I n

einer Ve re i n b a r u n g , die jetzt vom Kirchenvo r s t a n d

beschlossen wurde, heißt es: „Die Gemeinde und die GmbH

schließen sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zur Gestaltung

und Entwicklung des Profils von St. Johannis als Ku l t u rveranstaltungsstätte

zusammen. (...) Die A r b e i t sgemeinschaft

wird unter dem Namen „St. Johannis – Die

Kulturkirche“ in Erscheinung treten und um die Steigerung

i h res Bekanntheitsgrades bemüht sein.“

In der Wahrnehmung vieler Gemeindemitglieder und der

weiteren Öffentlichkeit wurde schon lange kaum unterschieden

zwischen Gemeinde und Kulturkirche GmbH. Oft, wenn

von der St.Johanniskirche die Rede ist,wird gefragt,ob das die

Kulturkirche sei.Und dass wir gemeindeintern deutlich unter-

schieden haben und unterscheiden mussten zwischen den

Verantwortungsbereichen der Gemeinde und denen der

GmbH,spielte in der Praxis eine immer geringere Rolle.

Zur Erinnerung: Im Januar 1999 war nach langer Vorbereitung

und durchaus kontroversen inner- und außerkirchlichen

Debatten die Kulturkirche Altona GmbH gegründet worden.

Ziel war, die Kirche für kulturelle und kommerzielle Veranstaltungen

zu vermieten.Das Ziel war zum einen,sie als öffentlichen

Raum zu nutzen und ins Bewusstsein zu bringen und

zum andern, um mit den Einnahmen den baulichen Unterhalt

des Kirchengebäudes zu ermöglichen. Insbesondere die kommerzielle

Nutzung stieß in den ersten Jahren auf viel

Widerspruch. Das hat sich inzwischen geändert, weil viele

sehen, dass sich der Unterhalt der Kirchen nicht ohne kommerzielle

Nutzung sichern lässt. Das gilt im Michel, der etwa

musikalische Aufführungen an Hamburger Unternehmen

„verkauft“ ebenso wie für die Hauptkirche St. Petri, die sich

seit langer Zeit als Werbefläche präsentiert.

Nach rund zehn Jahren Erfahrung mit der ungewöhnlichen

Nutzung gibt es drei wichtige Erkenntnisse:

1. Die finanziellen Einnahmen sind deutlich geringer als

ursprünglich erwartet und erwünscht. Das liegt vor allem daran,

dass es wenig lukrative Vermietungen gibt, was zum Teil

von GmbH und Gemeinde auch so gewollt ist,denn Gemeinde

und Nachbarschaft vertragen nur eine bestimmte Zahl großer,

zum Teil lauter und langer nächtlicher Veranstaltungen.So gibt


K U L T U R K I R C H E

es nur noch äußerst selten öffentlich zugängliche Tanzveranstaltungen,

stattdessen aber mehr Produktpräsentationen oder

firmeninterne Weihnachts- oder Jubiläumsfeiern.

2.Stark zugenommen hat die Nachfrage nach dem Kirchenraum

für kulturelle und Benefiz-Veranstaltungen. Damit ist

kein Geld zu verdienen,eher im Gegenteil.Aber, wie auch die

kommerziellen Veranstaltungen,eröffnen diese Nutzungen bei

manchen Gästen einen neuen Blick auf die St. Johanniskirche

und auf die Bedeutung von Kirchengebäuden als öffentliche

Orte in einer Stadt,in der inzwischen fast alles privatisiert wird.

3.Die Kulturkirche GmbH nahm zunehmend die kulturelle

Kompetenz der Gemeinde in Anspruch;umgekehrt profitierte

die Gemeinde von der Professionalität der GmbH. Auch die in

den Anfangsjahren vertraglich genau vereinbarte und notwendige

Unterscheidung der Nutzungszeiten (montags bis

samstags die Kulturkirche GmbH und sonntags die Gemeinde)

war in der Praxis eher hinderlich für eine die Zusammenarbeit.

Gleichzeitig wuchs das gegenseitige Vertrauen.

Das alles macht es sinnvoll,in einer Arbeitsgemeinschaft die

unterschiedlichen Kompetenzen zusammenzubringen. Daran

hat auch unsere junge große Gemeinde Altona-Ost ein besonderes

Interesse, um das Profil der St. Johanniskirche als

Zentrum für Kultur und Kirchenmusik in Altona weiterzuentwickeln

und zu stärken. Es ist unsere Absicht, dass die dafür

vorhandene Kreativität und Motivation in der Arbeitsgemeinschaft

effektiv und professionell aufgenommen und umgesetzt

wird.Und wir hoffen,dass unsere Gemeindemitglieder weiterhin

kritisch-solidarisch diesen Weg begleiten und dass

„St. Johannis – Die Kulturkirche“ für ein gutes und einladendes

Programm weit über Gemeindegrenzen hinaus stehen

wird. .

Ulrich Hentschel

T H E AT E R I N S T . J O H A N N I S – E L F E N I M P A R K

Mit den „Elfen im Park“:

„Himmelwärts“

Seit Ja h ren gehören „die Elfen im Park“ im Wohlers Park in

Altona zu den kulturellen sommerlichen Höhepunkten.

Eine Gruppe von Schauspielerinnen und Schauspielern mit

der Regisseurin Gabriele Erler wagt es, allein auf Spendenbasis

Theater zu spielen. Hunderte von Zuschauern und

Zuschauerinnen haben so in diesem Sommer eine fre i e

Bearbeitung der „Vögel“ von Aristophanes genossen.

Im Februar und März traten die „Elfen“ zum ersten Mal in

der St. Johanniskirche auf. Sie spielten das Stück „Happy end“

von Dorothy Lane mit vielen Songs von Bertolt Brecht.Leider

konnte man ab der zehnten Sitzreihe schlecht hören, und so

stieß das Stück vor allem beim Publikum in den vorderen

Sitzreihen auf große Zustimmung.

Das wird sich jetzt deutlich bessern, wenn die „Elfen im

Park“ im Februar 2008 wieder in der St. Johanniskirche zu Gast

sein werden. Auch für dieses zweite „Gastspiel“ haben sie sich

und dem Publikum wieder ein unterhaltsames und beziehungsreiches

Stück ausgesucht.„Himmelwärts – ein Märchen in zwei

Teilen“ heißt die ungewöhnliche Komödie des 1938 gestorbenen

österreichischen Autors Ödön von Horvath,der vor allem

durch seine sozialkritischen Dramen und Tragödien bekannt

G e m e e i n n d d e A l t t o n a – O s t t · 15


Wohlerspark

im Sommer

2007: Julia

Heinemann

spielt den

Götterboten

Merkur und

und Tom

Keidel den

Herkules in

dem Stück

„Vögel“ von

Aristophanes

16 . 16 G e m e i n d e j o u r n a l

. G e m e i n d e j o u r n a l

K U L T U R K I R C H E

geworden ist (zum Beispiel „Glaube, Liebe Hoffnung“).

Die Gemeinde Altona-Ost unterstützt diese Aufführung

und hofft auf gute Resonanz.

Ulrich Hentschel

Die „Elfen im Park“ schreiben:

„Unten auf der Erde steht mitten im Winter Luise

Steinthaler vor der Pforte eines Theaters, ohne Schal,und wartet

auf die Chance, dem Intendant vorsingen zu können.

Immer im Visier von Frau Steinthaler, der Mutter, die, jung

verstorben, vom Himmel aus das Treiben ihrer Tochter beobachtet

und mit Petrus über das Tagesgeschäft plaudert. Und

über ihren Mann,den Herr Steinthaler, der unten in der Hölle

für seine Sünden büßt. In die Hölle kommt auch bald der

Intendant des Theaters, der beim Rasieren tot umfällt. Aber

weil der sich in der Hölle allzu wohl fühlt, schickt ihn der

Teufel im Tausch gegen eine reine Seele wieder auf die Erde,

und die Luise ist für den großen Erfolg schnell bereit sich zu

verkaufen. Da bleibt sogar im ersten Anlauf von ihr unbemerkt

der Herr Hilfsregisseur Lauterbach, der sich zu Tode

trinkt wegen der Zahnschmerzen. Aber man trifft sich ja

bekanntlich immer zwei Mal im Leben!

(...)

Wichtig war uns bei der Stückwahl, dass es wieder einen

Bezug gibt zwischen dem Inhalt des Stücks und dem Spielort.

Die Kirche soll nicht einfach nur ein Raum sein, der uns zur

Verfügung steht,er soll unverzichtbarer Teil der Inszenierung

sein. „Himmelwärts“, das im Himmel, auf Erden und in der

Hölle spielt, und in dem so eine illustre Gesellschaft wie

Petrus, der Teufel und Julius Cäsar zu Wort kommen, schien

uns zum 70.Todestag des Autors Ödön von Horvath sehr reizvoll.Immer

wieder wird hier die ewige Frage verhandelt,was

gut und was böse ist, wer in den Himmel darf und wer in die

Hölle muss. So wird der Hilfsregisseur Lauterbach nach seinem

Ableben sogar wieder zurück auf die Erde geschickt,weil

keiner der Herren Pförtner für die Ewigkeit sich für ihn

zuständig fühlt.“


K U L T U R K I R C H E

T H E AT E R I N S T . J O H A N N I S – Z A R AT H U S T R A

Zarathustra

So etwas hatte es in der St. Johanniskirche noch nicht gegeb

e n : Z wei Wochen lang trafen sich acht junge Frauen und

Männer hinter verschlossenen Kirchentüre n , lasen laut in

einem nur schwer ve r s t ä n d l i c h e n , 130 Ja h re alten philosophischen

Tex t , d i s k u t i e r t e n , probierten Körp e r b ewe g u n g e n ,

machten Musik und entwickelten aus dem Text Szenen. S o

entstand eine philosophische Pe r f o r m a n c e, geleitet von

D r. Christian Gefert, L e h re r, Philosoph und T h e a t e r m a n n .

Christian Gefert hatte sich und den „Performern“, die alle

frühere Schülerinnen und Schüler von ihm waren, die schwere

Aufgabe gestellt, das berühmteste Buch des Philosophen

Friedrich Nietzsche in seinen Thesen,Anklagen und Fragen für

die heutige Zeit nachvollziehbar und kritisierbar zu machen.

Es ist ihm gelungen.Nach allen vier Vorstellungen gab es im

Anschluss intensive Diskussionen über die Aufführung, die

Philosophie Nietzsches, über Gott, über die Menschen und

über die Frage, ob und wie eine solche Auseinandersetzung in

der Kirche stattfinden darf und soll. Eine ausführliche Kritik

im Abendblatt lobte gerade dies unter der Überschrift

„Hammermäßig philosophiert“.

In einem Abendgottesdienst wurde Nietzsches Christentumskritik

konfrontiert mit der biblischen Gottesvorstellung,

wie sie sich unter anderem im Buch Hiob findet.Zeugt Mitleid

von der Schwäche der Menschen oder ist es Ausdruck ihrer

Stärke?,lautete eine der Fragen.

Das Projekt wurde initiiert und begleitet von Pastor Dr.

Jörg Herrmann,dem damaligen Leiter der „Kulturdialoge“ im

Kirchenkreis Altona, und finanziert vor allem von der Hans-

Kauffman-Stiftung und dem Kirchenkreis Altona.

Im folgenden dokumentieren wir Auszüge aus einem Text

von Dr. Christian Gefert und aus einer spontanen Reaktion

Prof. theol. Wolfgang Grünbergs, der schon seit längerem mit

kritischer Sympathie die Profilbildung unserer Gemeinde

begleitet.

Ulrich Hentschel

An der Schnittstelle

von T h e a t e r, Philosophie

und Re l i g i o n

„Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll.“ So

lautet der vielzitierte Satz im zentralen Werk von Friedrich

Nietzsche „Also sprach Zarathustra“ (1885). Das Streben zum

Übermenschen, die lähmende Kraft der Herde Mensch, der

Tod Gottes und der Begriff von Freundschaft – die Themen,die

der Philosoph und Pfarrerssohn in diesem Buch verhandelt,

berühren den Kern der menschlichen Existenz und ihres

Wertekanons.

Das Ziel des Arbeitsprozesses, in dem „Zarathustra 2007“

entstand,war es, mit Hilfe der Methode des theatralen Philosophierens

eine Performance zu den philosophischen Ideen

Nietzsches zu entwickeln. Im Rahmen dieses unkonventionellen

Verfahrens zur Eröffnung philosophischer Texte gestaltet

sich der Prozess des Philosophierens nicht als rein intellektuell

„verkopft“. Es geht vielmehr darum, spielerisch die leiblichkreative

Ausdruckskraft in das Philosophieren einzubeziehen,

Ulrich

Hentschel

findet es gut,

wenn die Kirche

auch dem

Kirchen- und

Christentumkritiker

Nietzsche

Raum gibt

Dr. Christian

Gefert leitete

die Theater-

Performance

in der

St. Johanniskirche

Altona

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 17


18 . 18 G e m e i n d e j o u r n a l

. G e m e i n d e j o u r n a l

K U L T U R K I R C H E

um Performer und Zuschauer nicht nur zum schalen

Hinterherdenken, sondern mit ihrer ganzen Ausdrucks- und

Wahrnehmungskraft in das philosophische Denken als

„Abenteuer der Erkenntnis“ (Sloterdijk) zu involvieren.Dazu

interpretierten die Performer im Probenprozess den philosophischen

Text. Zum einen interpretierten sie seine Argumentationsmuster

im Gespräch, zum anderen experimentierten sie

spielerisch mit Improvisationen zur Darstellung seiner

Bedeutung.

Sie entwickelten auf diese Weise auch theatrale

Körperbilder für die Bedeutung von „Also sprach

Zarathustra“. Mit ihnen wurden Konsequenzen und Widersprüche

im Denken des erklärten Anti-Christen Nietzsche in

einem sakralen Raum sinnlich und intellektuell erfahrbar. Die

neogotische St. Johanniskirche in Altona war dabei gleichermaßen

Arbeitsraum und Aufführungsort für die Auseinandersetzung

mit aktuellen Fragen an Nietzsches Denken: Wie viel

Übermenschlichkeit verträgt der Mensch? Ist ein Leben ohne

die Zwänge des Menschlichen überhaupt erstrebenswert? Ist

Nietzsches Vision also Ausdruck einer maßlosen Selbstüberschätzung

oder einer überfälligen Befreiung von den Zwängen

bewährter gesellschaftlicher Vorstellungen?

Zarathustra 2007 gestaltete sich als Einladung zum

Wahrnehmen und Mitdenken über diese Fragen.Es war damit

ein Projekt an der Schnittstelle zwischen Theater, Philosophie

und Religion.

Dr. Christian Grefert

Richtung-weisend

Es war für uns ein nachhaltig beeindruckender Abend.Der

Begriff „Kulturkirche“ wurde gestern aufs Beste gefüllt. Ein

Theologie und Kirche wahrlich angehender Text wurde in innovativer

„kultureller Kommunikation“ so erschlossen und „dargestellt“,dass

es eine Freude – und – eine Anfrage und Aufgabe

für die Rezipienten war. Anders gesagt: Die Kirche war nicht

eine beliebige austauschbare „location“, sondern spielte – als

Raum, wie als Tradition – im Stück selbst mit. Das alles nicht

aus rein kommerziellen Absichten, sondern weil ein engagierter

Lehrer mit seinen Abiturienten eine Methode praktiziert,

philosophisch-theologische Texte darstellend zu erschließen.

Das alles war bewundernswert, vorbildlich und auch

Richtung-weisend. Man könnte (und sollte vielleicht) diese

Idee weiter ausziehen für das spezifische Profil einer

Kulturkirche im Stadtteil. Dann ginge es darum, bewusst die

Zusammenarbeit mit Schulen (u.a. Institutionen) im Stadtteil

zu suchen und zu pflegen, unter Umständen gar durch

„Auftragskompositionen“ oder „Auftragspräsentationen“ zu

animieren,die Kirche als Ort und Tradition,als Teil von Kultur-


K U L T U R K I R C H E

arbeit buchstäblich in Anspruch zu nehmen und so Kirche und

Stadtteil in kommunikative Prozesse zu verwickeln.

Nach so viel begeistertem Lob nun doch auch meine Frage:

Drei-,viermal zuckte ich während der Performance zusammen,

und ich versuche noch das zu verstehen: zum Beispiel als

Zarathustra bzw. seine Repräsentanzen sich auf den Altar stellten

und von dort das neue Credo des ersehnten freien

Menschen auf dem Weg zum Übermenschen verkündeten.Das

war sehr eindrücklich – und ich verstehe wohl, was gemeint

war: Es war symbolischer Bildersturm, bewusste symbolische

Profanierung eines oft als „heilig“ angesehenen „Prinzipalstückes“,

um es protestantisch auszudrücken.Die pathetische

Gestik in der Pose des Revolutionärs (breitbeinig, quasi

mit fast erhobener Faust),verriet,worum es ging:um eine neue

„Herrenhaltung“ gegenüber den – endlich abgeschafften –

Demuts- und Gebetsgesten am Altar im normalen Gottesdienst.

Schon diese Schilderung zeigt,wie gut diese Gesten dramaturgisch

eingesetzt wurden. Und doch mein ceterum censeo:

Muss nicht auch in einer Kulturkirche ein Tabu durchgehalten

werden:dass das Sanctissimum geschützt bleibt?

Die Frage hebt das Lob in keiner Weise auf. Ich bin froh,

dass es diese Kulturkirche gibt, die mit solchen Produktionen

wie dem Zarathustraprojekt geradezu zu sich selbst findet.

Es lohnt trotzdem sehr, auf dem eingeschlagenen Weg weiter

zu gehen. In ähnlicher Weise einmal Platons Dialoge szenisch

in der Kirche vorgeführt zu bekommen – das wäre hinreißend!

Prof. theol. Wolfgang Grünberg

Kindergottesdienst mal

ganz anders

Sie haben uns sicher schon bemerkt, denn wir ex i s t i e re n

schon lange! Wir haben in St. Johannis angefangen, u n d

b evor wir we c h s e l t e n , w a ren wir ein Kreis von 12 bis 25

K i n d e r n . Jetzt machen wir einen Neustart im momentan

noch kleinen Kreise im Pastorat der Fr i e d e n s k i r c h e, wo wir

uns auch einmal im Monat zur Te a m b e s p rechung tre f f e n .

An jedem ersten Sonntag im Monat ist Kindergottesdienst

(KIGO) um 10 Uhr in der Friedenskirche. Durch Fortbildung

versuchen wir unseren KIGO lebendig und spannend zu gestalten.Im

November sind wir aus diesem Grund ein Wochenende

weggefahren und haben viele neue, unterschiedliche Konzepte

kennen gelernt:Neue Umsetzungsarten für kleine Kinder, aber

auch die Frage, „Was machen wir mit den großen Kindern?“,

wurde behandelt.Gerade für die Großen haben wir viel Neues

mitgebracht. Deshalb freuen wir uns auf die kleinen und großen

Kinder, die zu uns kommen und auch auf die Erwachsenen/Jugendlichen/Senioren,die

bei uns mitmachen möchten.

Das Kindergottesdienst-Team

Darf der

Altarraum

bespielt werden

oder ist das

„Allerheiligste“

eine Tabuzone?

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 19


20 . 20 G e m e i n d e j o u r n a l

. G e m e i n d e j o u r n a l

A U S D E R G E M E I N D E

Abschied

von Petra Markovs

Petra Markovs hat gut zwei Ja h re das Kirchenbüro

der Friedenskirche geführt – mit Sachve r s t a n d ,

E i n f ü h l u n g s ve r m ö g e n , einer herrlichen Po r t i o n

Humor und hin und wieder auch mit der notwe ndigen

Hartnäckigke i t , wenn sie irgendwe l c h e

Unterlagen von mir brauchte.

Ein Kirchenbüro zu führen ist nicht leicht, weil

die Anforderungen sehr vielfältig sind und die

Pastoren auch nicht so ticken,wie es das Büro gerne

hätte. Ihr Büro in der Friedenskirche war Anlaufstation

und Gesprächszentrum für alle Mitarbeitenden.

Es war schon bei ihrer Einstellung 2005 klar, dass sie nur befristet

bei uns arbeiten würde. Wir konnten ihr A r b e i t s -

verhältnis noch um ein weiteres Jahr verlängern,und in dieser

Zeit hat Petra Markovs dafür gesorgt,dass die Friedenskirche

mit ihren Daten und Akten, mit dem Computer und all dem

Kleinkram gut in unsere neue Gemeinde geleitet wurde. Dafür

und für vieles andere sage ich stellvertretend für viele

Menschen in unserer Gemeinde ein herzliches Dankeschön!

Ich wünsche ihr, dass sie bald eine gute neue Arbeitsstelle findet,in

der sie sich wohl fühlt und zufrieden ist.

Friedrich Brandi-Hinnrichs

T A U F E N – T R A U U N G E N – B E E R D I G U N G E N

Getauft wurden:

Lotta Lund, Yann Lukas Hardt, Petra Eggert, Clara Dumat, Paul Günther,

Emma Fi s c h e r, Frido Ja n s e n , Paul Heymann, Mira Krasemann, Larissa David,

Fabienne Germer, Keanu Germer, Noel Germer, Joshua Schmidtpott, L e n a

R u n g e, Ole Gödecke, Karl Ostermayer, Victor Bolzmann, Emilia Meyer,

Joleen Gödke, Jule Olah, Bruno Mittelstraß, Arthur Schreck, Lili We l l n i t z ,

Micha Zimmermann, Denise Moltzen, Greta Brüggmann, Emmi Oettingen,

Bruno Dall, Tale Isfort, Luna Reifenrath, Alba Reifenrath, Phoebe Wo l f f, Th y s

Wo l f f, Carl Eickelberg, Friedrich A r e n s, Dunja Wa g e n k n e c h t , L i l i e n

Vo l l b r e c h t , Freja Vo l l b r e c h t , Lenja Schmidt-Lorenz, Boahemah A d j e i ,M i c h a e l

A d j e i - M e n s a h , Gabriela A d j e i - R o s e, Joseph Hochscherf, Zofia Hochscherf,

Klara Tr a w n y, Manuela Baumscheiper, Lydia Bachmann, Max Staiger, Ju l i

L a u f e r, Viveka Kircher.

Getraut wurden:

Thomas Süs, g e b. Fügener und Christine Süs, Herbert Cornels, g e b. Schade und

Christina Cornels, Kai Lüßmann und Alexandra Lüßmann,geb. Wi l k e n s, H a n s -

Christoph Michel und Christiane Hrasky, Felix Schreiber und Karen Schreiber,

g e b. We r n e r, Andreas Kaiser und Wera Maija Kaiser- L e m b k e, g e b. L e m b k e,

Frederik Vehling und Kathrin Ve h l i n g, g e b. A m m e r m ü l l e r, Thomas Kaack und

Julika Borchers-Kaack, g e b. B o r c h e r s, Timm Christensen und Matthias Roth,

David Rieß und Dagmar Rauwald, Andre Arjes und Ina A r j e s, g e b. L ö h m a n n ,

Michael Rohsius und Maike Hansen-Rohsius, g e b. H a n s e n , Lukas Isfort und

Silke Isfort, g e b. Wo l t m a n n , Kai Fe l s, g e b. Renziehausen und Mira Fe l s, g e b.

S i n g h , Dennis Bossel und Michaela Bossel, g e b. R e i ß m a n n , Stephan Otto und

Silke Otto, g e b. B a u m a n n , Micha Zimmermann und Diana Zimmermann, g e b.

S u w a r n o, Dominik Gogoll und Ute Gogoll, g e b. Wi ß n e r, A l e x a n d e r

Pfannkuche und Antje Fuhrmeister.

Bestattet wurden:

Martha Stritzel, g e b. P e t e r s e n , Margareta Wa g e n e r, g e b. I v e n s, H e r m a n n

S p o h n h o l z , Liselore Brune, g e b. R a p p o l d , Gerd Klitsch, Renate Heß, O t t o

Tr a u t m a n n , Wiebke Bender, Ilse Ti e d t , g e b. W ü r t z , Helene Biermann, g e b.

B a s l e r, Siegfried Wa r d a , Jens Michelsen.


A U S D E R G E M E I N D E

Neuer Mann an Bord

In und um unser Kirchenschiff der Friedenskirche am

Brunnenhof ist schon seit längerem ein neues Gesicht zu

s e h e n : Gerd Soko l l . Nicht zuletzt wegen seiner zupacke n d e n

Art ist er schon zum vielgefragten Mitarbeiter in A l t o n a - O s t

g ewo r d e n .

Gerd Sokoll (49) hatte gleich

nach seiner Lehre gemerkt, dass

Bäcker kein Beruf für ihn war.

Lieber „bastelte er“, wie er sagt,

hat gemauert,Fliesen gelegt,verp

u t z t . In seiner Heimat in

„Meck-Pomm“ wurde ihm mal

diese, mal jene Arbeit zugewiesen.

Die Wende brachte ihm die

Chance, 1990 in die Laden- und

Regalbaufirma eines Onkels in

Hamburg einzusteigen. 17 Jahre

arbeitete er dort – bis die dritte

Knie-Operation die Au s ü b u n g

des Berufs unmöglich machte. Er

war arbeitslos und bewarb sich

schließlich im Oktober 2005 um

einen Ein-Euro-Job bei der

gemeinnützigen Fi r m a , w e l c h e

die Friedenskirche saniert. A l s

der Vorarbeiter ausschied, „ w u rde

ich da zwangsläufig reinged

r ü c k t “ ,sagt er fröhlich und hat dann etwa ein Jahr lang mit seiner

Truppe an der Kirche gebaut. Die Zahl der Mithelfer

schwankte zwischen drei und fünfzehn.

Bei den Bauabnahmen lernte er Pastor Brandi kennen. So

kommt es, dass er nach einer vorschriftsmäßigen Pause von

sechs Monaten wieder einen neuen Ein-Euro-Job ausübt,diesmal

zur Einarbeitung als Hausmeister mit der Perspektive

einer festen Stelle. „Wir haben schon die Hecke geschnitten

und den Zaun angemalt.Und im Kindergarten und im Pastorat

mit all den Wohnungen und Gemeinderäumen ist auch immer

viel zu tun“, berichtet er. Mit dem Küster Pasquale

Manquanello und dem Kulturorganisator Manfred A r e n d

arbeitet er gut zusammen.Er wohnt auf dem Kiez und ist auch

von der Wohnung her Gemeindeglied.

Was gefällt ihm? „Die Freundlichkeit. An der Friedenskirche

ist man fast wie eine große Fa m i l i e “ . Bei der

Johanniskirche sei der Ton kühler. Aber mit allen Pastoren

komme er gut aus.

Katharina Weyandt

Jahresempfang 2008

Zusammen mit

Manfred Arend

(li.) hilft Gerd

Sokoll bei der

Vorbereitung

des Bücherbasars

Was gibt es Neues aus der neuen Gemeinde für unseren Stadtteil?

Welche Themen werden 2008 im Zentrum stehen? Antworten auf diese

Fragen und die Möglichkeit zum Gespräch gibt es beim Jahresempfang.

Eingeladen sind unsere Gemeindemitglieder, aber ebenso die Vertreterund

Verterterinnen von Initiativen aus unserem Stadtteil, Kaufleute und

Kulturschaffende, Politikerinnen und Politiker – eben alle die, mit denen

es eine Zusammenarbeit gibt oder geben sollte.

In der St. Johanniskirche Altona

Freitag, 25. Januar 19 Uhr

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 21


Beim letzten

Gemeinesalon

2007 hat

Dr. Ilse

Rüttgerodt-

Riechmann über

den Architekten

Otzen berichtet

Heinz Krieg

schreibt über

seine Erfahrung

mit dem

Gemeindesalon,

und warum es

richtig ist, wie

es ist

22 . 22 G e m e i n d e j o u r n a l

. G e m e i n d e j o u r n a l

Kurs halten

G E M E I N D E S A L O N

So soll der A r t i kel überschrieben sein, den Sie gleich lesen

we r d e n . Aber zuvor möchte ich noch eine Bemerkung über

den Gemeindesalom am 25. September 2007 machen, b e i

dem ich nun selbst auf dem „Heißen Stuhl“ gesessen hab e.

Je n e, die dabei ware n , werden sich ihre eigene Meinung

gebildet hab e n , ich schreibe das speziell für alle, die diesem

Unternehmen noch skeptisch gegenüber stehen.

Es ist schon spannend, wenn man zum Beispiel gleich zu

Beginn gefragt wird: „Welches sind die guten Erfahrungen in

Ihrem Leben und welches die schlechten?“ Da heißt es blitzschnell

ein Streiflicht über sein Leben gleiten zu lassen und

eine Antwort zu geben. Ob mir das gelungen ist, kann ich nur

hoffen! Einige Zuhörer haben sich bei mir bedankt, was mich

sehr gefreut hat. Es waren Besucher erschienen, die ich nicht

erwartet hatte, andere, mit denen ich fest gerechnet hatte,

waren nicht gekommen. Aber auf alle Fälle sollte dieses

Experiment fortgesetzt werden und ich werde jedes Mal dabei

sein!

„Kurs halten“, dieser Titel fiel mir heute morgen ein und

machte mich froh,denn ich hatte zuvor schon eine Reihe anderer

Titel in Reserve. Zur Erklärung: Ich bin nie zur See gefahren

wie die Großväter meiner Frau, aber „Kurs halten“, das

habe ich von meinem Fahrlehrer schon in der ersten Stunde

gelernt. „Schauen Sie weit voraus und lassen Sie sich durch

nichts irritieren!“, so sagte er und ich habe oft daran denken

m ü s s e n , wenn das Auto auf Glatteis oder regennassen

Basaltsteinen ins Schleudern kam. Diese Erfahrung werden

sicher viele von Ihnen gemacht haben.Aber ich möchte diese

Erfahrung mit dem Glauben in Verbindung bringen, den wir

Sonntag für Sonntag bekennen. Was bedeutet „Kurs halten“

im täglichen Leben, am A r b e i t s p l a t z , in der Fa m i l i e ?

Deswegen gehe ich sonntags in den Gottesdienst, u m

„Kurskorrektur“ vorzunehmen. Die Glaubenslieder, aber vor

allen Dingen die Auslegung von Gottes Wort durch die Predigt

helfen mir dabei.Geht es Ihnen auch so? Dann sollten wir bald

miteinander sprechen! Ich freue mich darauf!

Heinz Krieg


B I B E L , G L A U B E , T H E O L O G I E

Weihnachten – eine

einzige Enttäuschung.

Und Ostern auch.

Weihnachten ist in unseren Landen vermutlich eines der

wichtigsten Fe s t e. Kaum ein Fest weckt so viele Erwartungen

und Hoffnungen wie Heiligabend und We i h n a c h t e n .

Die Kinder hoffen auf die gewünschten (oder manchmal

auch bestellten) Geschenke, die Erwachsenen sehnen sich

d a n a c h , dass die Kinder und Enkelkinder kommen und sich

dieses Mal wirklich ve r t r a g e n . Meistens jedenfalls.

Doch die Enttäuschungen sind hier wie da vorprogrammiert.

Denn manchmal ist es nicht das ersehnte Geschenk,das

auf dem Gabentisch liegt. Und oft genug entpuppt sich der

ersehnte Familienfrieden als ein munteres Hick-Hack zwischen

den Generationen. Und die Pute schmeckt auch nicht so wie

gedacht.Enttäuschungen auf allen Ebenen.

An Weihnachten sind Enttäuschungen aber gar nicht so fehl

am Platz: Schließlich war der Messias verheißen, d e r

Friedefürst, der Erwählte Gottes, der die Welt hell macht und

die Dunkelheit vertreibt, der den Hass beendet und damit

sowohl Gerechtigkeit als auch Frieden stiftet. Ve r m u t l i c h

waren die inneren Bilder der Menschen, die auf den Messias

gewartet haben, so ähnlich wie unsere heutigen Gefühle: Man

erwartete etwas Besonderes, aber es kam etwas Gewöhnliches.

Gekommen ist nicht der allmächtige Erlöser oder ein gewaltiger

Friedefürst,sondern dieses kleine Kind,aus dem dann der

Wanderprediger wird. Ein ziemlich gewöhnlicher Mann, der

seine Zeitgenossen und die Nachgeborenen ganz anders

anspricht als erwartet. Der von Feindesliebe spricht und

Seligpreisungen verkündet. Für die Menschen von damals

muss das eine ziemliche Enttäuschung gewesen sein, und so

konnten und wollten viele auch nicht wahrhaben, dass dieser

Jesus von Nazareth tatsächlich der Gesalbte Gottes, d e r

Messias sein sollte.

Ostern ist es dann genau anders herum: Nachdem dieser

Prophet und Rabbi gestorben war, meinte man, jetzt sei alles

aus. Doch schon wieder eine Enttäuschung: Es war nicht zu

Ende. Der Tod sollte bei Gott nicht das letzte Wort behalten.Es

geht weiter – bis heute.

Enttäuschungen müssen nicht immer das Schlechteste sein.

Wenn es in unserem Leben hin und wieder anders kommt als

wir erwarten, dann machen Weihnachten und Ostern Mut.

Nämlich Mut,darauf zu hoffen,dass sich ausgerechnet das zum

Guten wendet, was bei uns erst einmal Enttäuschungen hervorgerufen

hat.

Friedrich Brandi-Hinnrichs

Pastor

Friedrich Brandi

schreibt über

Täuschung und

Enttäuschung zur

Weihnachtszeit

G e m e i n d e A l t o n a – O s t · 23


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24 . 24 G e m e i n d e j o u r n a l

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