Der Harz_06_20

Harzdruckerei

Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 06_2020

Wanderung nach

Freckleben

Seite 4

Neue Informationstafeln

in Hohegeiß

Seite 8

Hexen erwandern

den Harzer Hexen-

Stieg Seite 16

www.harzklub.de


Wichtiger Hinweis!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Urlauber,

die aktuelle Viruslage mit der Corona-Epidemie zwingt viele

Veranstalter dazu, alle Veranstaltungen zumindest bis Mitte

Juni zu stornieren. Wir hoffen trotzdem darauf, dass sich

danach die Situation wieder bessert. Bis zum Redaktionsschluss

ist der Harz eines der weniger betroffenen Gebiete

Deutschlands. Wenn die eingeleiteten Schutzmaßnahmen

weiter greifen, kann das von Vorteil sein und im günstigen

Fall zu einer baldigen weiteren Entspannung der Lage führen.

Bitte beachten Sie, dass die Situation täglich neu bewertet

wird und informieren Sie sich über Veränderungen. Wir

appellieren an den solidarischen Zusammenhalt unserer

lebens- und liebenswerten Region, um optimistisch in die

Zukunft blicken zu können.

Die aktuelle Lage der Erreichbarkeit und Öffnung einzelner

Ausflugsziele und der Gastro nomie wie auch des Veranstaltungsangebots

erfahren Sie am schnellsten im Internet. Bitte

nutzen Sie diese Möglichkeit, bevor Sie irgendwelche Unternehmungen

planen.

Erstes

Köhlereimuseum

Deutschlands!

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Köhlerei-Museum Tradition & Entwicklungsgeschichte

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Solange es keine gegenteiligen Verfügungen gibt, seien das

umfangreiche Wanderwegenetz im Harz und die Stempelstellen

der Harzer Wandernadel erwähnt, die sicher eine gute

Empfehlung in Zeiten von nicht erwünschter Zusammenkunft

vieler Personen sind.

Das Team der Harzdruckerei

Harzdruckerei für den Harz,

stark für die Region.

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

Impressum

Herausgeber:

Der Harzklub e.V.

Heimat-, Wander- und

Naturschutzbund

Am Alten Bahnhof 5a

38678 Clausthal-Zellerfeld

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Redaktion:

Christoph Steingaß

Redaktionskollegium:

Matthias Bein (Haupt pressewart),

Michael Rudolph (Stellv. Hauptpressewart),

Marion Schmidt

(Hauptschrift wartin), Christoph

Steingaß (verantwortlich), Klaus

Dumeier (Stellv. Präsidenten).

Beiträge, die nicht ausdrücklich

als Stellungnahme der genannten

Institutionen gekennzeichnet sind,

stellen die persönliche Meinung

des Verfassers dar. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos

übernimmt der Verlag keine Gewähr.

Der auszugsweise oder vollständige

Abdruck von Beiträgen ist nur

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gestattet.

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(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)

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DER HARZ erscheint Anfang des

Monats. Jahresabonnementpreis:

31,57 € inkl. Versandkosten und

7 % MwSt. Zeitung ist kündbar bis

30. September des laufenden Jahres

für das Folgejahr.

Foto Titelseite:

Burg Freckleben Burgfried 3

vom Aussichtsturm

(Foto: Gerd Horenburg)

wochenlang befand sich nicht nur der Harztourismus im Shutdown.

Beherbergungsbetriebe, Freizeit- und Kultureinrichtungen waren geschlossen, touristische

Angebote konnten nicht offeriert werden.

Leistungsträger, Anbieter aber auch die Kommunen müssen massive Umsatzausfälle verkraften.

Ob und inwieweit das in jedem Fall gelingt, werden die nächsten Monate zeigen.

Mit einem Positionspapier – welches die dramatischen Auswirkungen des Shutdowns für

den Harz genau beziffert – startete der HTV im April einen Hilferuf für die Harzer Tourismusbranche

in Richtung Politik. Das Papier erfuhr eine hohe mediale Aufmerksamkeit, dennoch

wird nur ein zweites umfangreiches Hilfspaket der Bundesregierung den Leistungsträgern

wirklich durch die Krise helfen. Dafür werden wir uns auch weiter massiv einsetzen.

Denn: Aufgeben kommt nicht in Frage! Seit wenigen Wochen kommt die Branche langsam

wieder in Gang, der Weg in eine neue Normalität wird erprobt. Mit hohem Einsatz und

Engagement setzen die Anbieter die Hygienevorschriften und Abstandsregeln um und

geben ihr Bestes, um den Gästen ein gutes und sicheres Gefühl zu vermitteln. Und doch

bleibt die ungewisse Frage: Geht das gut, bleibt das Infektionsgeschehen stabil, ist die

Saison 2020 noch zu retten?

Wir sind zuversichtlich! Da die Weichen für den internationalen Tourismus noch nicht gestellt

sind, rücken unsere deutschen Reiseziele verstärkt in den Fokus der Reisewilligen.

Das bietet auch für den Harz eine Chance neue Zielgruppen zu gewinnen, nämlich die, die

eigentlich eher ferne, spektakuläre Ziele bevorzugen. Zum Wiedereinstieg hat das Team

des Harzer Tourismusverbandes die FERNWEH HARZ-Kampagne konzipiert und setzt die

damit verbundenen Kommunikationsmaßnahmen seit Ende Mai um. Erfahren Sie mehr

dazu im HTV-Beitrag in diesem Heft.

Und eines hat uns durch die gesamte Zeit der Corona-Krise begleitet und Mut gemacht –

das Wandern. Die Freiheit den Wald zu erleben, auf Stempeljagd im Harz zu gehen und die

Natur zu genießen, haben sich viele Menschen in den letzten Monaten nicht nehmen lassen.

Ihre Verbundenheit zu unserer Wanderregion hat die Corona-Krise überdauert und lässt

uns zuversichtlich in die Zukunft blicken. Lassen Sie uns gemeinsam diese Zukunft aktiv

gestalten. Bleiben wir positiv, engagiert und vor allem gesund.

Ihre Carola Schmidt & das HTV-Team

INHALT

Wanderung nach Freckleben 4

Der Harztourismus in der Corona-Krise 6

Aus der Arbeit des Hauptvorstandes des Harzklub e.V. 7

Regionalverband Harz – Neue Beschilderungen 8

Die HSB fahrt seit dem 18. Mai wieder eingeschränkt 10

Nationalpark Harz nimmt an genetischem Monitoring teil 11

Merkwürdiche Hygenie in dr Goschlarer Gastronomie 12

Wandertipp Thale 13

HTV startet Kampagne zur Sommersaison 2020 14

Untersuchung der Fischfauna in der Thyra 15

Drei Hexen erwandern den Harzer Hexen-Stieg 16

Tierbeobachtungen auf Wanderungen im Harz und Umgebung 18

Auf den Spuren des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz im Harz 19

Impressionen zum 88. Geburtstag von Brocken-Benno 18

Historie: Mörder hauchte Leben in beißendem Qualm aus 21

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3


HARZ WANDERN

Wanderung nach Freckleben

mit Besichtigung der Burg und

der Winkelkirche

Winkelkirche von der Burg aufgenommen

Das Dorf Freckleben liegt im Wippertal

und ist seit 2008 ein Ortsteil meiner

Heimatstadt Aschersleben.

Freckleben befindet sich im östlichen Vorharz

und ist von zwei Höhenzügen umgeben.

Schon von weitem ist die, auf dem

westlichen Höhenzug befindliche, Burg

zu sehen. Sie ist eine Höhenburg – die

Freckleber nennen die Burg auch liebevoll

Schloss – und befindet sich auf einem

Bergsporn. Er wird aus drei Steilhängen

gebildet. Die Burg entstand im 10. oder

im 11. Jahrhundert. Sie hat die beachtlichen

Ausmaße von 300 x 600 Metern. Ab

dem Jahr 1999 – dem Gründungsjahr des

Heimatvereins Freckleben e.V. - wurde die

Burganlage aufwändig restauriert. Darunter

den Bergfried 3. Er beherbergt seit dem

Jahre 1740 im 5. und 6. Stock des Turms je

eine für Deutschland einmalige Drehspindelleiter.

Der, ab dem 5. Stock, achteckige

Turm wurde als Taubenturm genutzt. Die

Taubennester waren auf unterschiedlichen

Höhen an den Innenwänden des Turms

angebracht. Um ohne Leitern an die Nester

zu gelangen, wurden die drehbaren Drehspindelleitern

eingebaut. Sie dienten den

Tauben auch zugleich als Sitzstangen. Mit

ein wenig Mut kann man über die Drehspindelleitern

in ein anderes Stockwerk

gelangen. Ein weiterer Bergfried wurde

Burg Freckleben Bergfried 3 vom

Aussichtsturm

zu einem Aussichtsturm ausgebaut. Auch

mehrere restaurierte Nebengebäude und

ein Burgbrunnen sind vorhanden. Ein besonderer

Höhepunkt im Jahr ist die dortige

Eröffnung des Tag des Denkmals der

Stadt Aschersleben durch den Oberbürgermeister

Ascherslebens, der ältesten Stadt

Sachsen-Anhalts, Andreas Michelmann. Der

Außenbereich der Burganlage ist permanent

frei zugänglich. In Freckleben befindet

sich auch die Winkelkirche St. Stephanus.

Drehspindelleiter

Durch einen späteren Kirchenanbau steht

das neue Kirchenschiff rechtwinklig zu dem

bereits vorhandenen Kirchenschiff. Diese

Form der Kirche ist in Deutschland sehr selten.

Der Heimatverein bietet, nach Absprache,

eine Besichtigung der Burg zusammen

mit der Winkelkirche an. Für eine Besichtigung

beider Bauwerke sollte man etwa

1,5 Stunden einplanen. Als Ausgangspunkt

für eine Wanderung, zu diesen beiden einmaligen

Kulturdenkmälern, bietet sich die

4 06 | 2020


HARZ WANDERN

ehemalige Walkmühle von Mehringen an.

Leider vermisse ich, an der historischen

Walkmühle, eine Informationstafel über

dieses Bauwerk und dem, mit der Industriealisierung,

ausgestorbenen Handwerks.

Bis auf den An- und Abstieg zur Burg ist die

ca. 14 km lange Wanderstrecke durch das

Wippertal absolut eben. Es besteht natürlich

auch die Möglichkeit mit den PKW auf

die Burganlage zu fahren. Gerd Horenburg

Walkmühle

Zwei Vorschläge für leichte Wanderungen

1. Wanderung mit Weitblick

Leichte Wanderung zum Carlshausturm

zwischen Trautenstein und Sophienhof,

6 km für Hin- und Rückweg – Ausgangspunkt:

Radeweghaus bei Hasselfelde

Wir beginnen unsere Wanderung am

Parkplatz Radeweghaus (an manchen

Wochentagen gibt es dort auch eine Imbissmöglichkeit)

an der B 81 hinter Hasselfelde.

Der überwiegend durch schöne Nadel-

und Laubwälder führende Wanderweg

bringt uns ohne nennenswerte Steigungen

zum Carlshausturm, gelegen zwischen

Trautenstein und Sophienhof. Vom Turm,

der auf 626 m gelegenen Carlshaushöhe,

hat man nach der Bewältigung der 155

Stufen eine phantastische Aussicht auf

weite Teile des Harzes. Zu sehen sind u.a.

so markante Punkte, wie Brocken, Wurmberg,

Poppenberg und Kyffhäuser. Dieser

Turm wird neben seiner Funktion als Aussichtsturm

haupsächlich von den Harzer

Schmalspurbahnen (HSB) als Funkturm

genutzt. Unterhalb des Turmes befinden

sich ein Rastplatz, sowie eine Schutzhütte,

wo sich mit der Nr. 51 eine Stempelstelle der

Harzer Wandernadel befindet. Vom Turm

aus führen zahlreiche gut beschilderte

Wanderwege in die nähere und weitere

Umgebung.

2. Wanderung mit Pfiff

Leichte Wanderung von Schierke durch

das Elendstal zum Bf Drei Annen- Hohne,

9 km Gesamtlänge – Ausgangspunkt:

Bushaltestelle Schierke, Arena, Buslinie

264 von Wernigerode

Wir beginnen unsere Wanderung an der

Schierker Feuerstein-Arena, nach Überqueren

der Straße geht es auf einem gut

ausgeschilderten Wanderweg hinab ins

Elendstal. Wir wandern neben der am Weg

friedlich dahinplätschernden Kalten Bode

hinab bis uns rechts der „Talwächter“, eine

40 m hohe Fichte, das Ende des Elendstals

anzeigt.

Kurz vor der Eisenbahnbrücke in Elend geht

es bergauf zum „Rundweg“, (Markierung

28 E) der wenig später als „Alte Heer straße“

rechts von diesem abzweigt. Vorbei an

„Kukkis Suppenparadies“ geht es über

eine vielbefahrene Bundesstraße weiter

auf der Alten Heerstraße, wo wir an einer

Schutzhütte in der Nähe eines Bahnübergangs

eine Rast einlegen können. Mit

etwas Glück begegnet uns dort auch die

Harzquerbahn auf ihrer Fahrt nach Nordhausen

bzw. Wernigerode. Gut gestärkt

geht es weiter durch schöne Fichtenwälder

(Markierung grünes Dreieck) mit Blick zum

imposanten Trudenstein bei Schierke. Wir

bleiben links auf dem Weg (von rechts mündet

der Harzer Hexenstieg von Mandelholz

ein) und wandern , immer der Markierung

folgend, zum Bf Drei Annen Hohne, wo wir

mit dem Bus der Linie 264 oder einem Zug

der Harzer Schmalspurbahnen wieder zu

unserem Ausgangspunkt, Wernigerode, zurückkehren

können. Martina und Matthias

Döhler, Harzklub ZV Wernigerode

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HARZ AKTUELL

HTV-bringt Positionspapier auf den Weg

Der Harztourismus in der Corona-Krise

Der Harztourismus befand sich von Mitte

März bis Mitte Mai im vollständigen Shutdown.

In einer Region, in der Tourismus als

Wirtschaftsfaktor vielerorts eine herausragende

Rolle spielt, sind die Auswirkung

dessen dramatisch. Mit einem umfangreichen

Positionspapier hat sich der Harzer

Tourismusverband daher am 22. April 2020

an die verantwortlichen Vertreter der Ministerien

der Harzanrainerländer und die

flankierenden Branchenverbände gewandt.

Im Mittelpunkt des eindringlichen Appells

stand die Forderung, den Tourismusbetrieben

mit wirkungsvollen Instrumentarien

und Unterstützungen durch die Corona-

Krise zu helfen. Aus Sicht des Verbandes

ist eine Konzentration der Hilfsprogramme

des Bundes auf große Tourismusunternehmen

wie TUI, Condor oder Lufthansa bei

weitem nicht ausreichend. Der Deutschlandtourismus

ist kleinteilig strukturiert,

dennoch hängen tausende – im Harz über

20.000 – Arbeitsplätze von ihm ab. Die bisherigen

Umsatzverluste – die der Verband

unter anderem in seinem Papier beziffert

– sind enorm.

Von März bis Mitte Mai sind bereits insgesamt

292 Mio. € für die Harzer Tourismusbranche

unwiederbringlich verloren. Auch

der Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf

ist ernüchternd. Realisiert sich das angekündigte

Szenario des Kompetenzzentrums

Tourismus des Bundes für das Jahr 2020

drohen dem Harztourismus Umsatzverlust

von 57 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum,

das entspricht fast 1 Mrd. Euro.

Diese Umsatzverluste werden zahlreiche

Betriebe existenziell gefährden, es drohen

Insolvenzen in Größenordnungen. Trotz

seiner eher kleinteiligen Struktur ist der

Tourismus im Harz in seiner Gesamtheit

einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.

Unter Berücksichtigung dessen wurden

folgende Forderungen im HTV-Papier an

die Landesregierungen der drei Harzanrainerländer

formuliert:

Der Harz-Tourismus braucht – wie bereits

deutschlandweit gefordert – ein Soforthilfeprogramm.

• Die Unterstützung muss in Form nichtrückzahlbarer

Zuschüsse orientiert an

den Umsatzausfällen erfolgen.

• Alle nachweislich in Not geratenen touristischen

Einrichtungen – egal welcher Größe,

Trägerschaft und Struktur – müssen diese

Unterstützung in Anspruch nehmen

können.

• Darüber hinaus gilt es Unterstützungsprogramme

(Kurzarbeitergeld, Steuererleichterungen,

Liquiditätshilfen) mittelfristig

auszubauen. Die Bewältigung der Krise

wird den Tourismus langfristig beschäftigen.

• Mittelfristig braucht der Tourismus nachhaltige,

verlässliche Unterstützung und

ein Offensivprogramm zur Wiederbelebung

in allen Ebenen.

• Eine Verkürzung der Sommerferien darf

nicht erfolgen. Das würde die Situation

bei hoffentlich zulässigem Reiseverkehr

weiter verschärfen.

Das gesamte Positionspapier ist unter

www.harzinfo.de/coronavirus/infosfuer-touristiker.html

zu finden.

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6 06 | 2020


HARZKLUB

Aus der Arbeit des Hauptvorstandes

des Harzklub e.V.

Thema Jahreshauptversammlung

2020:

Viele Termine müssen aufgrund der

Pandemie in diesem Jahr verschoben

oder gar abgesagt werden. Dies betrifft

auch unsere Jahreshauptversammlung,

die nun am 7. November 2020 in Braunlage

stattfinden soll. In Vorbereitung hat der

Hauptvorstand eine Resolution zum „Erhalt

unserer Harzer Wälder“ erarbeitet. Den

Entwurf erhalten die Zweigvereine etwa

vier Wochen vorher mit der Einladung. Mit

großer Vorfreude gehen wir auch an die

Planung unserer Baum-Pflanzaktion, die

wir im Herbst zur Unterstützung der Landesforsten

durchführen wollen.

Thema geführte Wanderungen:

Auch dazu haben wir natürlich auf unserer

jüngsten Hauptvorstandssitzung Ende Mai

debattiert. Bisher liegen noch keine Richtlinien

für geführte Wanderungen seitens

der Bundesländer vor. Der Deutsche Wanderverband

unterbreitete einen Vorschlag

zu künftigen geführten Wanderungen mit

12 Personen + Wanderführer. Mit diesem

Vorschlag hat sich unsere stellvertretende

Hauptwanderwartin Bärbel Meyer dankenswerterweise

näher beschäftigt. Sie

legte dem Hauptvorstand ihre Bedenken

dar. Insbesondere unser Präsident Dr. Oliver

Junk wird sich bei den entsprechenden

Stellen um eine Präzisierung der Auflagen

kümmern. Ziel ist es, schnellstmöglich

Hier handelt es sich nicht um ein gehäuftes Auftreten des Corona-Virus, sondern um

Sonnentau in der Nähe des Oderteiches. (Foto: Christoph Steingaß)

unseren Zweigvereinen eine geeignete

Handlungsempfehlung zu geben.

Thema Renovierung unserer

Geschäftsstelle:

Noch im Sommer wollen wir unsere

Geschäftsstelle in Clausthal-Zellerfeld

renovieren. Der Vermieter wird neue

Fenster einsetzen und wir nehmen dies

zum Anlass, die Räume mit neuem Fußbodenbelag,

frisch gestrichenen Wänden

und zeitgemäßem Mobiliar zu verschönern.

Große Unterstützung hat uns bereits unser

stellvertretender Hauptschatzmeister

Hans-Albert Tadge zugesagt, der sich auch

intensiv um die Modernisierung unseres

Wanderheimes in Wildemann kümmert.

Ganz herzlichen Dank dafür!

Marion Schmidt

(Hauptschriftwartin)

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REGIONALVERBAND HARZ

Neue Stelen im Natur- und Geopark

Im Ort, der einem ganzen

Gesteinssystem seinen Namen gab

Kürzlich wurde in Tanne (Stadt Oberharz

am Brocken) eine neue Natur- und

Geoparkstele aufgestellt. War das in

schwerer Zeit wirklich notwendig?

Die Präsentation der Stele in Tanne fand

aufgrund der Kontaktbeschränkung zur Eindämmung

der Corona-Pandemie in kleinem

Rahmen statt. Aber Ronald Fiebelkorn, Bürgermeister

der Stadt Oberharz am Brocken,

hatte sich die Einweihung nicht entgehen

lassen und freut sich, dass Einwohner und

Gäste nun auch in Tanne mehr über den

Natur- und Geopark erfahren können. Interessiert

zeigte sich auch sein Amtskollege

Thomas Balcerowski, Vorsitzender der

CDU-Fraktion im Kreistag des Landkreises

Harz. Die Landkreise der Harzregion haben

den Regionalverband Harz, der die Stele

errichten ließ, gegründet und sind bis heute

ordentliche Mitglieder des Verbandes.

Insbesondere das am Fuß der Stele in einer

Gabione präsentierte Gestein, die Tanner

Grauwacke, sorgte für zahlreiche Nachfragen.

Ortsbürgermeister Christian Resow

hatte die Idee für die neue Natur- und Geoparkstele

und zugleich auch den passenden

Standortvorschlag. Am Fuße des Kurparks

ist sie sowohl für Spaziergänger, als auch für

Autofahrer nicht zu übersehen. Wer auf der

B 242 in Richtung Trautenstein – Hasselfelde

fährt, liest den Schriftzug GEOPARK. In Gegenrichtung

(Sorge – Clausthal- Zellerfeld)

bzw. von der L 98 aus Königshütte kommend,

ist der Schriftzug NATURPARK zu

lesen. Eine Informationstafel an der Rückseite

der Stele, dem Kurpark zugewandt,

erklärt Bedeutung und die weitgehend

Bürgermeister Ronald Fiebelkorn, Fraktionsvorsitzender Thomas Balcerowski,

Natur- und Geoparkleiter Dr. Klaus George und Ortsbürgermeister

Christian Resow (v.l.) an der neuen Stele in Tanne. (Foto: Michelle Müller/RVH)

deckungsgleichen Ziele von Natur- und

Geoparks. Vor allem werden aber auch die

Geologie und die Ortsgeschichte vermittelt.

Tanne ist ein Ortsteil der seit 2010 bestehenden

Stadt Oberharz am Brocken.

Geologisch gesehen befinden wir uns

jedoch im Mittelharz. Die südliche Begrenzung

der Tanner Zone markiert den

Übergang zum Unterharz. Typisch für die

drei bis vier Kilometer breite Muldenzone

ist die Wechsellagerung von Grauwacke

und Grauwackeschiefern. Sie entstanden

aus Ablagerungen, die während der Zeit

des Unteren Karbons vor mehr als 330

Mio. Jahren untermeerisch erfolgten. Die

Tanner Grauwacke prägt das Ortsbild, ist

etwa zur Böschungssicherung verbaut und

sichtbar in mehreren Gesteinsaufschlüssen.

Grauwacke ist ein gefragter Rohstoff

nicht nur im Straßenbau. Das dichte Gestein

lässt kein Wasser eindringen. Es ist daher

besonders verwitterungsbeständig und

kann so auch als Wasserbaustein eingesetzt

werden. Im als Welterbe geschützten

Oberharzer Teich- und Grabensystem ist

diese Verwendung vielfach zu erkennen.

Ob es in Corona- Zeiten nichts Wichtigeres

gab, als diese Stele zu errichten, wurde der

Ortsbürgermeister von einigen Einwohnern

gefragt. Dr. Klaus George erklärte, dass

der Regionalverband Harz gerade jetzt alle

Anstrengungen unternimmt, Infrastrukturprojekte

des Natur- und Geoparks voranzubringen.

Firmen in der Region sind in

dieser Krisenzeit für jeden Auftrag und für

jede pünktlich bezahlte Rechnung dankbar.

Die Errichtung der Stele war auch dank einer

Förderung des Ministeriums für Umwelt,

Landwirtschaft und Energie des Landes

Sachsen-Anhalt möglich. Michelle Müller

NATURA Tipp 16

Neue Informationstafeln in Hohegeiß

Das fällt zuerst ins Auge: Am großen

Parkplatz an der B 4 und an der Kirchstraße

gegenüber der Tourist-Information

in Hohegeiß wurden die Informationstafeln

erneuert. Sie nehmen u.a.

Bezug auf das FFH-Gebiet „Bergwiesen

und Wolfsbachtal bei Hohegeiß“.

Durch dieses FFH-Gebiet führen zwei Rundwege.

Solche Rundwege anzulegen, war

lange ein unerfüllbarer Wunsch. Die Grenze

am östlichen Ortsrand ließ das jahrzehntelang

nicht zu, denn ein Stück der Wege hätte

über DDR-Territorium führen müssen. Das

änderte sich 1990. Nach der Grenzöffnung

reagierte der Hohegeißer Harzklub sehr

schnell. Er markierte den vorgesehenen

kleinen und großen „Rundweg um Hohegeiß“,

ließ neue Wegetafeln anfertigen und

aufstellen und konnte 1992 die neuen Wege

„einweihen“. In den seither vergangenen

fast drei Jahrzehnten waren allerdings viele

8 06 | 2020


REGIONALVERBAND HARZ

Die Informationstafel zu den Rundwegen durch das FFH-Gebiet

steht gegenüber der Tourist-Information. (Fotos: K. George/RVH)

Tafeln unansehnlich und die Rahmen der

Tafeln altersschwach geworden. Doch dem

Harzklub-Zweigverein fehlte das Geld, um

alles zu erneuern.

Da kam Hilfe von der Stadt Braunlage,

die die alten Aufsteller entfernte, um

Baufreiheit zu schaffen. Die nutzte der in

Quedlinburg geschäftsansässige Regionalverband

Harz. Der hatte in den Natura-

2000-Gebieten des Harzes einige Bereiche

mit besonders interessanten Wanderwegen

in den Blick genommen und dabei auch

Hohegeiß ausgewählt. Unter dem Motto

„Landschaft lesen lernen“ zeigen die jetzt

vom Regionalverband Harz aufgestellten

Tafeln nicht nur den

Verlauf der Wege,

sondern informieren

mit Bildern und

Texten auch über

die Besonderheiten

des Hohegeißer

Wandergebietes.

Schwerpunkte

sind dabei die

Themen „Grenzort

Hohegeiß“ und

das FFH-Gebiet

„Bergwiesen und

Wolfsbachtal bei

Die neue Informationstafel unweit des „Grenzimbiss“ nimmt das

Naturmonument „Grünes Band“ in den Blick.

Hohegeiß“. Wer darüber noch mehr wissen

möchte, findet zusätzliche Informationen

in der kleinen Broschüre „Natura Tipp 16“,

die vom Regionalverband Harz herausgegeben

wurde. Sie kann in der Naturparkgeschäftsstelle

in Quedlinburg (Hohe Straße

6) angefordert werden. Auf der Internetseite

www.harzregion.de lässt sie sich auch

online bestellen.

Das Projekt „Landschaft lesen lernen“ wird

gefördert aus Mitteln der Euro päischen

Union, des Landes Niedersachsen und

der Landkreise Goslar und Göttingen.

Friedemann Schwarz & Dr. Klaus George

Beschilderung im Natur- und Geopark

Nicht nur für die Zeit danach

Bei Alterode, Hayn, Stangerode

und Tilkerode wurden beschädigte

Wegweiser und Informationstafeln

erneuert.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie

gibt es aktuell noch Einschränkungen. Die

seit April unablässig strahlende Frühlingssonne

macht dennoch Lust auf Bewegung!

Menschen sind allein, mit Familie oder einer

begrenzten Zahl enger Freunde unterwegs.

In ungewohnter Zahl anzutreffen sind Wanderer

abseits der touristischen Hotspots.

Der Regionalverband Harz hat deshalb

seine Aktivitäten verstärkt, fehlende bzw.

beschädigte Wegweiser, Wegemarken und

Informationstafel zu erneuern.

Solche interaktiven Tafeln wurden

beispielsweise am Baumerlebnispfad bei

Hayn in der Gemeinde Südharz erneuert.

(Foto: Dr. Klaus George/RVH)

Nicht nur aufgrund von Sturmereignissen

und Vandalismus müssen hin und wieder

Schilder und Tafeln ausgetauscht werden.

Auch bei forst- oder landwirtschaftlichen

Arbeiten können einzelne Schilder oder

Tafeln versehentlich beschädigt werden.

Der Regionalverband Harz kontrolliert jährlich

alle Informationstafeln im Natur- und

Geopark. Sollten dennoch beschädigte

Tafeln entdeckt werden, wird um entsprechende

Hinweise gebeten. Kontakt: info@

harzregion.de

Die Öffentlichkeitsarbeit des

Regionalverbands Harz wird gefördert

aus Mitteln des Ministeriums für

Umwelt, Landwirtschaft und Energie

des Landes Sachsen-Anhalt.

06 | 2020

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HARZER SCHMALSPURBAHNEN

Seit dem 18. Mai verkehren wieder Dampfzüge auf den Brocken. Auf den Strecken der Harzquer- und Selketalbahn

verkehren zunächst Triebwagen. (Foto: Archiv HSB/Volker Schadach)

Wir fahren seit dem 18. Mai

wieder eingeschränkt

Seit dem 18. Mai dampft es wieder im

Harz! Die Harzer Schmalspurbahnen

GmbH (HSB) hat nach über zwei

Monaten zumindest wieder einen

eingeschränkten Betrieb auf ihrem

Gesamtnetz aufgenommen. Abhängig

von der weiteren Entwicklung der

Corona-Pandemie fahren nun

zunächst zwei Dampfzüge von

Wernigerode auf den Brocken, zwei

weitere Abfahrten finden von Drei

Annen Hohne statt. Auch auf dem

übrigen Netz bietet die HSB einen

vorerst reduzierten Verkehr mit

Triebwagen an.

Um die Verbreitung von COVID-19 (Coronavirus)

durch den Wegfall der Kontakte

im Fahrgastverkehr zu unterbinden bzw.

zu verlangsamen, hatte die HSB den Zugverkehr

am 17. März mit Ausnahme des

thüringischen Abschnitts zwischen Nordhausen

Nord und Ilfeld Neanderklinik

eingestellt. Im Zuge der aktuellen Lockerungen

für den Tourismus hat das kommunale

Bahnunternehmen den Zugverkehr ab

dem 18. Mai nun auch auf dem in Sachsen-

Anhalt liegenden Großteil des insgesamt

140,4 km umfassenden Schmalspurnetzes

»Informationen zu den

aktuellen Fahrplänen der

Harzer Schmalspurbahnen

gibt es auf der Homepage

unter www.hsb-wr.de sowie

telefonisch unter 03943/ 558-0.

wieder aufgenommen. Allerdings mit Einschränkungen,

so verkehren die beliebten

Dampfzüge zunächst nur zwischen

Wernigerode, Drei Annen Hohne und dem

Brocken. Mit Dampf geht es täglich um 9:10

und 11:55 Uhr von der „Bunten Stadt am

Harz“ auf den höchsten Berg des Harzes.

Durch Pendelfahrten der beiden Dampfzüge

finden von Drei Annen Hohne um 9:57,

12:00, 12:46 und 15:06 Uhr insgesamt vier

Abfahrten zum Brocken statt.

Auch auf den Strecken der Harzquer- und

Selketalbahn bietet die HSB vorerst nur

wenige Fahrten an. Aus Infektionsschutzgründen

kommen dabei ausschließlich

Triebwagen mit separaten Fahrerkabinen

zum Einsatz. In beiden Bereichen pendelt

täglich jeweils ein Triebwagen, wodurch

die Relation von Wernigerode über Drei

Annen Hohne und Benneckenstein insgesamt

zweimal pro Richtung befahren wird.

Auf der Selketalbahn verkehren zwischen

Alexisbad, Harzgerode und Eisfelder Talmühle

ebenfalls zwei Fahrtenpaare. Die

Welterbestadt Quedlinburg sowie Hasselfelde

werden vorerst nur einmal täglich von

dem Triebwagen angesteuert.

In allen Zügen des kommunalen Bahnunternehmens

gelten auch weiterhin

die Auf lagen der Bundesländer Sachsen-

Anhalt und Thüringen, wie beispielsweise

die Pflicht zum Tragen eines Mund- und

Nasenschutzes sowie die Beachtung der

Abstandsregelung und der allgemeinen

Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Die Auflagen gelten darüber hinaus

auch für das Betreten der ab dem 18. Mai

wieder zu den regulären Öffnungszeiten besetzten

Fahrkartenausgaben und Dampfläden

der HSB. Vorerst geschlossen bleibt

allerdings die Verkaufsstelle im Bahnhof

Gernrode (Harz), und für die Fahrkartenausgaben

in Schierke sowie auf dem Brocken

gelten zunächst verkürzte Öffnungszeiten.

Der Erwerb von Online-Tickets ist derzeit

aus technischen Gründen nicht möglich.

10 06 | 2020


NATIONALPARK HARZ

Fichtenwald unterhalb des Brockens ist Teil des Projekts GenMon

Nationalpark Harz nimmt an

genetischem Monitoring teil

Im Projekt GenMon wurde ein

deutschlandweites genetisches

Monitoringnetz für die Baumarten

Buche (14 Flächen) und Fichte

(10 Flächen) eingerichtet. Nach

einheitlichen Verfahren werden

räumliche und zeitliche Veränderungen

der genetischen Variation

beobachtet.

Die Ergebnisse des Langzeitmonitorings

liefern Informationen über den gegenwärtigen

Zustand des genetischen Systems. Die

Feststellungen fungieren als „Frühwarnsystem“

für mögliche Auswirkungen des

Klimawandels auf die Stabilität und Vitalität

von Waldbaumpopulationen. So kann

es beispielsweise durch Veränderungen im

Blüh- und Fruktifikationsverhalten, aber

auch durch unterschiedliche Selektionsbedingungen

dazu kommen, dass nicht

alle Erbanlagen an nachfolgende Generationen

weitergegeben werden. Langfristig

kann dies zu einem Verlust der genetischen

Vielfalt führen. Weitere Informationen sind

unter www.gen-mon.de zu finden.

Der Fichtenwald unterhalb des Brockens ist

eine der 24 Untersuchungsflächen des Projekts.

Durch Mitarbeiter der NW-FVA wurde

die Untersuchungsfläche 2016 eingerichtet.

Die Waldfläche befindet sich nahe der natürlichen

Waldgrenze auf einer Höhe von

1.050 m ü. NHN südöstlich des Brockens.

Wegen der Kürze der Vegetationsperiode

und aufgrund des hier meist stärker wehenden

Windes sowie Schneebruch und

Eisanhang kommt es zu verkrüppelten

Baumformen und geringeren Baumhöhen.

Dieser Bereich zieht sich wie ein Gürtel um

die baumfreie Brockenkuppe und wird auch

als „Kampfzone“ bezeichnet.

Die Untersuchungsfläche in den Hochlagen

des Harzes ist dabei für das Projekt von

besonderer Bedeutung, da die Fichte hier

eine Art exklavenhafte, natürliche Verbreitung

aufweist. Interessant ist die Frage, ob

dieser Bestand künstlich begründet wurde

oder ob es sich um ein wertvolles natürliches

Vorkommen handelt. Zur Klärung

dieser Frage laufen derzeit die statistischen

Auswertungen der erhobenen genetischen

Daten der letzten Jahre.

Fichten in der Kampfzone unterhalb der waldfreien Brockenkuppe (Foto: Mandy Gebara)

Vegetationsprofil des Nationalparks Harz (Grafik: Mandy Gebara)

Der Brockenwald ist deutschlandweit der

einzige, dessen Nachkommenschaft aufgrund

fehlender Fruktifikation noch nicht

analysiert werden konnte. Aufgrund der

extremen standörtlichen Gegebenheiten

am Fuße des Brockens sind Fichtenblüte

und Zapfenbildung hier nur begrenzt

möglich – die Fruchtbildung für die betreffenden

Bäume bedeutet immer einen

starken „Aderlass“, da dabei große Mengen

an Reservestoffen verbraucht werden. So

kann das nur seltene Fruktifizieren unseres

Fichtenwaldes am Brocken erklärt werden.

Bei einem Besuch im Sommer 2019 stellten

die Mitarbeiter der NW-FVA dann fest, dass

der Bestand nun endlich Zapfen trägt. So

konnten im September die Proben für die

weiteren Untersuchungen entnommen

werden.

Dr. Aki Höltken (NW-FVA) und Ute Springemann

(Nationalpark Harz)

»Weitere Informa -

tionen finden Sie unter

www.gen-mon.de.

06 | 2020

11


HARZKLUB

Merkwürdiche Hygenie in

dr Goschlarer Gastronomie

Dr Karel un dr Fritze hahn suwos noch

net arlahbt!

Per Mertesacker, Fußballer – dar hot nischt

mit dissen Traktatle (Geschichte) zu tun,

nur, dosser sänne Gene in Ewerharz hot. Es

Irmel (Oma) un dr Michel (Opa, kam aus dn

Rheinland), hahn an Willemanner Bohlweg

gelahbt. Stefan un sänne Frah Bärbel (aus

Annerschbarrich) hots nohch Pattensen

vrschlahn, un drei Borsch gekrähng. Wenn

die in dn Ferien bei de Gruhßeltern worn,

dann wornse von morrings bis ohmds off

dn Schportplatz gewasen, hahn do es Fußballschpieln

gelarnt! Dos nur su nahmbei,

jetze ower zum Traktatle.

Dar Per hot in Hannuver bei de 96er geschpielt,

dr Karel und Fritz wollten beim Heimschpiel

gähgn Köln ins Niedersachsen Stadion.

Morrings mit dn Bus nohch Goschlar,

un dr Bohn nohch Hannuver. Ja, de "Roten"

hahn gewunne, bähde Willemanner worn

zefrieden. Als se in Goschlar zerick worn,

hottn se noch iewer zwä Schtunne Zeit,

bis dr letzte Bus nohch dn Ewerharz fuhr.

Dr Karel hot gewißt, dosses in dr Gastschtädt

gehngiewer dn Bohnhof gutes Assen

gah, besunnersch Brohtkartuffeln mit Silse,

Remoulade und ähner Gewerzgurk; dn

Karel sänn Leibgericht, dos gahs nirgndwu

besser!

Als dr Kellner de Beschtellung offnahm, fiel

dn Bähden auf, dos alle Kellner ä Löffel in dr

Brusttasch truhgn, wos natierlich komisch

aussah. "Sahnse mol", Harr Ober , "for wos

trahnse in dr Brusttasch ä Löffel?" "Meine

Herren", saht har, "das möchte ich ihnen

gerne sagen. Man hat wissenschaftlich

ermittelt, unsere Gäste lassen drei Löffel

in der Stunde fallen. Wir tauschen dann

die mit den aus dr Brusttasche, sparen

somit den Weg in die Küche. Pro Schicht

macht das 1,5 Stunden!" Kaum hottr dos

gesaht, machts in Lokal all wieder"ping",

un ä Löffel lohg ahn Buden, wurde ower

sofort dorrich ä neien Löffel von unnern

Kellner arsetzt. "Wenn ich das nächste Mal

in die Küche gehe", kunnt mr vonne hährn,

"tausche ich ihn um"! Dr Karel schittelt dn

Kopp, un sahte nur: "Dunnerwatter!" Als dr

Kellner off sänn Zattel de Winsche von dn

Fußballfans notiert hatte, do sah dr Fritz

ä dünnen, schwarzen Fohden, dar dorich

dn Ober sänn Huhsenschlitz nausguckte.

Foto: ArchivFuchs – In Spiegeltaler Zechenhaus hots suwos wie in Goschlar

net gegahn!

Genah wie bei "unnern" Kellner guckte

ahch bei allen annern ä schwarzer Fohden

aus dn Schlitz. Neifahdrig gewurrn, hahnse

gefrähcht, wos diss denn auf sich hätt.

"Ach ja", saht har ä habbel leiser, "nicht alle

Leute sind so aufmerksam. Aber die Wissenschaftler

haben auch herausgefunden, dass

wir auf der Toilette Zeit sparen können". Dr

Karel un dr Fritz guckten sich verdutzt ahn,

un mr hährte se wie mit ähner Schtimm

sahn:"Mit dn Fohden aus dn Huhsenschlitz?"

Dos kunnten se net verschtiehn. "Sehen Sie,

der Faden wird an den .......ähhh.......Sie

wissen schon ......gebunden, und wenn wir

müssen, können wir ihn , sozusagen ohne

Hände, herausziehen. Und dann müssen wir

uns auch nicht die Hände waschen. Wissen

sie, das spart uns über 90 Prozent der Zeit,

die wir am Waschbecken brauchen. Und

5.000 Liter Wasser sparen wir im Jahr auch!"

Bähde krauln sich in de Haar, dr Karel saht:"

Ja, dos macht schun Sinn". Un weil har noch

ähn Problem bei dar Aktion sah, fügte har

noch ahn:" Wennse dos, mhhm, "Ding", mit

dn Fohden nauszauln, wie schteckense ne

wieder rein?" "Na ja," kams von dn Kellner,

"ich weiß nicht, wies die anderen machen,

aber ich benutze immer den Löffel, den ich

in der Brusttasche trage!"

Wies heißt, solln die Bähden Hals iewer

Kopp dos Lokal verloßhsen, un auf Brohtkartuffeln,

Silse, Remoulade un Gewärzgurke

verzichtet hahn! Ob de Kellner in Zukunft

off die seltsame Methode verzichtet, un

wieder mit der alten Methode alle Geschäfte

"erledigt" hahn, is net bekannt. Es kann

ower ahch sein, dos dis Traktatle net gans

dr Wahrhäht entschpricht! Wahr is ower, in

unnerer Zeit mit Corona: Abschtand halten,

un immer sich de Pfuhten waschen! Bleibt

gesund!

Dos winscht dr Fuchs Horscht

aus Willemann

12 06 | 2020


HARZ WANDERN

Von Thale aus durch das

wildromantische Bodetal,

über den Weißen Hirsch,

den Hexentanzplatz zurück

nach Thale

Teufelsbrücke

Aussichtspunkt W. Hirsch

Route insgsamt 19,5 km bei 594 m Anstieg

un 589 m Abstieg; mittelschwer; festes

Schuhwerk sollte Pflicht sein; insgesamt

5 Stempelstellen (178, 69, 67, 68 und 72

welche ca. 300 m abseits der eigentlichen

Route liegt)

Die Route kann auch in drei verschiedenen

Teilstrecken gewandert werden.

1. vom zentralen Wandertreff in Thale aus

durchs Bodetal nach Treseburg. Teil des

Harzer Hexenstieg (erste 10 km oder die

letzten 10 km, je nach ablaufen der Strecke).

Zurück von Treseburg mit dem Bus nach

Thale. Wahlweise kann diese Strecke auch

in Treseburg gestartet werden.

Streckenlänge 10 km; 2 STST der HWN (178

und 69) 219 m Anstieg; 126 m Abstieg.

Besonders der erste Teil von Thale aus ist

sehr reizvoll. Rechts und links die Felsenmassive

von Roßtrappe u. Hexentanzplatz;

die rauschende Bode als ständiger „Wegbegleiter“.

Sehenswert die Teufelsbrücke

und der Bodekessel.

2. erster Teil wie beschrieben (von Thale

nach Treseburg). Weiter über den Aussichtspunkt

„Weißer Hirsch“, ca. 1 km steiler

Anstieg. Hier STST 67 und wunderbarer

Ausblick auf Treseburg und die Harzberge

bis hin zum Brocken. Weiter auf dem 32C

(roter Punkt) zum Pfeil- Denkmal. Hier STST

68. Weiter auf dem 32C/roter Punkt zum

Hexentanzplatz. Mit der Seilbahn abwärts

nach Thale.

Streckenlänge 16,5 km; 3 STST HWN (67 und

68; 72 etwas abseits der Strecke)

452 m Anstieg; 178 m Abstieg.

Bergmassiv des Hexentanzplatz besonders

reizvoll, da spektakuläre Aussichten ins

Harzvorland, Bodetal, Roßtrappe bis hin

zum Brocken.

3. erster u. zweiter Teil wie beschrieben.

Weiter wandern bis zum zentralen Wandertreff

in Thale. Hier endet die Tour. Strecke

vom Hexentanzplatz über den Jäger- und

Pionierstieg abwärts nach Thale. Teile des

Pionierstieg teilweise mit steilen Steinstufen.

Sehenswert die „Mausefalle“, eine

Gesteinsformation.

Streckenlänge insg. 19,5 km; 594 m Anstieg;

589 m Abstieg.

Wandervorschlag von Axel Seiler

Hexentanzplatz

Mausefalle

06 | 2020

13


HARZER TOURISMUSVERBAND

HTV startet Kampagne zur Sommersaison 2020

FERNWEH HARZ

Harzer Tourismusverband

Wochenlang beschäftigte sich die

HTV-Geschäftsstelle mit Verordnungen,

Erlässen und Vorschriften für Tourismusunternehmen

in der Corona-Krise. Es galt

Unternehmen, Partner und Gäste stets auf

dem Laufenden zu halten und durch den

Vorschriften-Dschungel dreier Bundesländer

zu helfen.

Nun steht aber wieder verstärkt das eigentliche

Marketing im Mittelpunkt der

Verbandsarbeit. Es gilt die Saison 2020 wieder

in Gang zu bringen. Da die Weichen für

den internationalen Tourismus noch nicht

gestellt sind, rücken deutsche Reiseziele

verstärkt in den Fokus der Reisewilligen –

eine Chance neue Zielgruppen für den Harz

zu gewinnen, nämlich die, die eigentlich

eher ferne, spektakuläre Ziele bevorzugen.

Der aktuelle Trend „back-to-the-roots“, hin

zur Bescheidenheit, Bodenständigkeit und

zur Strategie der kleinen Schritte zurück

zu einer neuen Normalität, kann additiv

wirken. Vor diesem Hintergrund hat das

HTV-Team die Kampagne FERNWEH HARZ

konzipiert und setzt seit Ende Mai erste

Kommunikationsmaßnahmen um.

Mit der Kampagne soll einerseits das treue

Stammpublikum modern, teils spektakulär

und vor allem aus einem neuen Blickwinkel

angesprochen werden. Andererseits sollen

neue Gästegruppen für den Harz gewonnen

werden, um eine grundlegend hohe

Auslastung der touristischen Infrastruktur

im Harz in nächsten Monaten zu sichern.

Im Mittelpunkt der Kampagne steht der

selbstbewusste Vergleich Harzer Attraktionen

mit internationalen Reisezielen/-

destinationen. Im Kern wird dem Konsumenten

suggeriert, dass eine weite Reise

zum „Heilen“ des Fernwehs nicht nötig ist,

sondern die in der Nähe liegende Harzregion

mit ähnlich spektakulären Angeboten

aufwarten kann, wie die Wunschziele in

aller Welt.

Die Grundlage aller Kommunikationsmaßnahmen

bilden die neun zentralen Kampagnenmotive.

Jedes Motiv stellt zum einen

den Bezug zu einem konkreten internationalen

Reiseziel her, zum anderen lassen

sich jedoch auch Harzer Themenwelten

damit verbinden. Nach der erfolgreichen

Erstansprache werden diese dann entsprechend

in Szene gesetzt, um die Reisemotivation

weiter zu erhöhen. Folgende Themenwelten

werden dabei kommuniziert:

• Kampagnenmotiv Elsass? –

Thema: Städte, Burgen, Schlösser

• Kampagnenmotiv Nepal? –

Thema: Action/Outdoor-Erlebnisse

• Kampagnenmotiv Schweden? –

Thema: Wasser

• Kampagnenmotiv Kroatien?–

Thema: Wandern

• Kampagnenmotiv Slowenien? –

Thema: Höhlen

• Kampagnenmotiv Versailles? –

Thema: Gärten/Parks

• Kampagnenmotiv Norwegen? –

Thema: Kirchen und Klöster

• Kampagnenmotiv Schottland? –

Thema: Unterkünfte

• Kampagnenmotiv Utah? –

Thema: Bergwelt/Felsen

Alle Motive, Aussagen und Themenwelten

sind auf den Kampagnenseiten www.harzinfo.de/fernweh

zu finden.

Aufbauend auf diesen Inhalten werden seit

Mai bis voraussichtlich Mitte Juli verschiedene

Maßnahmen umgesetzt. Neben einem

umfangreichen Onlinemarketing und der

Kommunikation über die gängigen Social

Media-Kanäle, gehört die Zusammenarbeit

mit zahlreichen Bloggern und Influencern

sowie der Blogmarketing-Plattform trusted-blogs

dazu. Auch auf anderen Online-

Plattformen mit hoher Frequentierung,

darunter BestFewo, wird für den Harz geworben.

Ein Reise-Podcast über (R)auszeit

– einer der beliebtesten Podcasts, rund ums

Thema Reisen – zahlt ebenfalls auf die Werbebotschaft

ein.

Darüber hinaus werden im Juni passende

Radiospots über verschiedene Sender ausgestrahlt

und durch Anzeigenschaltungen

in harzaffinen Quellmärkten ergänzt. Der

Vertrieb von Citycards mit den entsprechenden

Kampagnenmotiven an mehr als

1000 Standorten komplettiert das umfangreiche

Maßnahmenportfolio.

Möglich wird die Kampagne durch die Projektförderung

der Länder, die der HTV auch

in 2020 erhält.

14 06 | 2020


BIOSPHÄRENRESERVAT

Untersuchung der

Fischfauna in der Thyra

Die Thyra zwischen Stolberg und Rottleberode, naturnaher

Lebensraum für zahlreiche Arten (Foto: Marten Kiess)

Die Erfassung der Artenvielfalt als

Teil der Biodiversität gehört nach

den UNESCO-Kriterien zu den Haupt -

auf gaben in Biosphärenreservaten.

Nach dem Kriterienkatalog für die

Anerkennung und Überprüfung von

Biosphärenreservaten der UNESCO

in Deutschland sind die Lebensgemeinschaften

der Pflanzen und Tiere

mit ihren Standorten unter spezieller

Berücksichtigung von Arten und

Biotopen der Roten Liste zu erfassen.

Im Rahmenkonzept des BRKSH ist diese

Aufgabe in den Handlungsfeldern

Naturhaushalt und Naturschutz sowie

Forschung und Monitoring für das

Schutzgebiet untersetzt.

Die überwiegende Fläche des Biosphärenreservats

entwässert nach Süden zur

Helme, im Nordosten in die Wipper und ein

sehr kleiner Bereich am Auerberg zur Selke.

Im Schutzgebiet gibt es zahlreiche Gebirgsbäche

mit naturnahen Abschnitten, z.B. die

Thyra. Bezüglich der Fischarten im Biosphärenreservat

liegen wenig aktuelle Daten vor.

Um den Kenntnisstand über die Verbreitung

von Fischarten und deren Bestandsentwicklung

zu erweitern, wurde im Jahr

2019 die Thyra untersucht. Zielarten der

Untersuchungen sind in der sogenannten

Forellenregion vor allem Bachforelle

(Salmo trutta) Groppe (Cottus gobio) und

Bachneunauge (Lampetra planeri). Groppe

und Bachneunauge haben als stark gefährdete

Arten Einzug in den Anhang II der

europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie

(FFH-Richtlinie) gehalten. Insgesamt

wurden im Biosphärenreservat bisher 26

Fischarten nachgewiesen.

Ausgerüstet mit den entsprechenden Genehmigungen

wurden die Untersuchungen

von Herrn Otfried Wüstemann, Nationalpark

Harz, und Mitarbeitern der Verwaltung

des Biosphärenreservates durchgeführt.

Mithilfe eines Elektrofanggeräts können annähernd

alle vorhandenen Fische schonend

abgefischt werden. Anschließend werden

sie bestimmt, vermessen und umgehend

wieder in den Bachlauf zurückgesetzt.

Insgesamt 9 Stichproben wurden an zwei

Terminen im August und Oktober untersucht.

Aufgrund der extremen Trockenheit

war an einigen geplanten Abschnitten keine

Befischung möglich. Größere Bachforellen

waren demzufolge häufig in Kolken oder

Elementen einer Fischaufstiegsanlage zu

finden, kleinere Bachforellen und Groppen

kamen fast an allen Probestellen vor.

Insgesamt wurden an den 9 Probestellen

449 Bachforellen, 289 Groppen und 13

Bachneunaugen nachgewiesen. An der

Mündung der Thyra in die Nebenhelme

bei Berga wurde erwartungsgemäß ein

größeres Artenspektrum als in den oberen

Bereichen flussaufwärts nachgewiesen.

Neben Bachforelle und Groppe waren Aal,

Schleie, Plötze, Gründling, Giebel, Flussbarsch,

Kaulbarsch und Bachschmerle

anzutreffen. Marten Kieß

Foto oben rechts: Die Groppe

benötigt eine hohe Wasserqualität

mit hoher Sauerstoffkonzentra tion

und passendem Untergrund.

Foto darunter: Die Bach forelle

– Leitart in schnell fließenden,

sauerstoffreichen, kühlen und

klaren Bächen mit Kies- oder Sandgrund

(Fotos: Otfried Wüstemann)

06 | 2020

15


HARZ WANDERN

Tag 1: Start in Osterode

Tag 1: Eselsplatz

Ein Erlebnisbericht

Drei Hexen erwandern

den Harzer Hexen-Stieg

Etappe 1 – Osterode-Torfhaus:

Ungeahnte Hindernisse

Start am frühen Morgen in Osterode, Parkplatz

Bleichestelle. Hoch motiviert schultern

wir – Martina, Kati und ich – unsere

Rucksäcke. Martina zaubert ein sehr treffendes

Accessoire aus ihrer Tasche, welches

uns in den nächsten Tagen begleiten wird:

den schwarzen Hexenhut. Voller Vorfreude

begeben wir uns auf den Harzer Hexen-

Stieg. Nach einem knackigen Anstieg den

Hundscher Weg hinauf treffen wir die alte

Kiepenfrau aus Holz. Auch wir spüren bald,

wie 9 kg Gepäck immer schwerer werden.

Nach 4 km erreichen wir den Eselsplatz, wo

es heute zugeht wie auf einer Wanderautobahn.

Wenigstens brauchen wir beim Abstempeln

unseres Wanderheftes der Harzer

Wandernadel nicht Schlange zu stehen. Der

erste Stempel des Tages, Nr. 140!

Einige Meter weiter kommen wir am Aussichtspunkt

Körnigs Eck an. Wir folgen dem

Weg Rote Sohle bis zum Marienblick. Dort

haben wir eine wunderschöne Aussicht auf

die blühende Skiwiese von Lerbach und

den gegenüberliegenden Aussichtsturm

Kuckholzklippe. Einen Katzensprung neben

der Hütte am Marienblick entdecken

wir einen metallenen Kasten für Wanderer

des Hexen-Stiegs, die sich dort in einem

Gästebuch eintragen können. Machen wir

natürlich auch. Dann geht es weiter aufwärts.

Kleine Verschnaufpause am Dorotheenblick,

wo wir doch einige Meter von

Tag 1: Am Bärenbrucher Teich

unserem Weg abweichen müssen, um den

Blick ins freie Grün überhaupt genießen zu

können. So ergibt sich in kleinen Schritten

die 10% Regelung. Diese besagt, dass wir

immer 10% des Weges mehr gehen, ohne

es eingeplant zu haben. Wir genießen die

wärmende Sonne und tanken viel Vitamin

D. Derweil begegnen wir drei Männern, die

sogar mit Zelt und Schlafsack ausgerüstet

sind. Wo schlafen die bloß? In Gedanken

und mit Blick auf den Ziegenberger und

Bärenbrucher Teich erreichen wir freudig

nach 11,6 km unseren nächsten Stempel,

Nr. 137. Über sich schlängelnde kleine Pfade

wandern wir vorbei am Entensumpf und

dem Innerstesprung und erreichen bald

schon die Hutthaler Widerwaage (Stempel

Nr. 128); im Sprachgebrauch der Bergleute:

ein kleines Wasserbecken, erbaut um

1763. Und es hält immer noch! Hier kommen

wir mit Wanderern aus Magdeburg ins Gespräch.

Wir haben den gleichen Weg und

tauschen uns mit ihnen über verschiedene,

interessante Fernwege und Erfahrungen

aus. So vergeht die Zeit schneller und der

Weg scheint kürzer.

Auf dem Hutthaler Graben unterwegs,

überqueren wir die B 242 und wandern

Richtung Sperberhaier Dammhaus. Die

Magdeburger verabschieden sich nun mit

den Worten: „Der Magdeburger Weg nach

Torfhaus ist gesperrt!“ Inzwischen ist es

schon früher Nachmittag und so langsam

merken wir, dass es heute recht spät werden

wird, bevor wir in unseren Betten liegen.

Die Sitzgelegenheit am Rotenberger

Wasserlauf bietet sich nach der Hälfte der

Strecke unseren schmerzenden Waden

förmlich an. Mit unserem Gewicht auf dem

Rücken spüren wir 17 km Weg viel intensiver.

Die Sonne versteckt sich langsam

hinter immer mehr Wolken und wir fürchten,

doch noch in das vorhergesagte Gewitter

zu geraten. Und dann wäre da auch noch

der wahrscheinlich gesperrte Magdeburger

Weg, auch wenn wir zu dieser Zeit noch

nicht wissen, wo dieser genau liegt...

16 06 | 2020


HARZ WANDERN

Auf dem Dammweg und in Vorfreude auf ein

Eis am Sperberhaier Dammhaus kommen

wir gut voran. Es wird allerdings merklich

kühler und am Dammhaus gibt es leider

kein Eis. Stattdessen beginnt es zu donnern

und einige Tropfen fallen sanft auf

uns nieder. Ein mulmiges Gefühl im Bauch

treibt uns spürbar an. Richtig nass im Gewitter

herumlaufen möchte doch keiner

von uns. Am Fieke-Märtens-Brunnen blitzt

und donnert es immer mehr. Wir sputen

uns und erreichen fast trockenen Fußes die

Eisenquelle, an der wir in der Schutzhütte

Zuflucht finden. Es ist kurz nach 15 Uhr und

das Gewitter nimmt allmählich Fahrt auf.

Wir warten bis 16.30 Uhr ab, bevor wir auf

den durchnässten Wegen weiterziehen.

Von der Eisenquelle folgen wir dem Dammgraben

bis zur Stempelstelle Kleine Oker

Nr. 149 und versuchen den entstandenen

Pfützen aus dem Weg zu gehen – nicht

so einfach auf dem schmalen Pfad. Viele

Bäume sind hier durch den Sturm 2017

umgestürzt und liegen teils quer auf dem

Dammgrabenweg. Wir müssen immer wieder

unter oder über die Stämme klettern,

um dem Weg folgen zu können. Es ist nicht

nur kühler geworden, auch das Licht zeigt

uns, dass der Spätnachmittag zum Abend

übergeht. Am Ludwig-Förster-Platz mit der

Stempelnummer 133 ist das Tagesziel nur

noch 5 km voraus. Wäre da nicht der restliche,

versperrte Weg des Dammgrabens,

der uns zum Magdeburger Weg führen soll.

Ach, da ist er ja! WARNUNG: Magdeburger

Weg gesperrt! Echt jetzt? So versuchen

wir uns über kleinen Umwegen durch das

Tag 1: Nabentaler Wasserfall

teilweise umgefallene oder gesägte Gehölz

zum Magdeburger Weg durchzuschlagen.

Doch am Nabentaler Wasserfall ist dann

doch endgültig Schluss. Hier fehlt nach

der kleinen Brücke über die Nabe nicht

nur ein Teil des Weges (einfach durch den

anhaltenden Regen weggespült), sondern

ist der noch intakte Weg danach voll mit

totem Holz gesäumt. Wir müssen umkehren

und doch den Umweg, der uns südlich

des Magdeburger Weges an der Straße entlangführt,

nehmen! Kurze Überlegung: Per

Anhalter weiter? Nein! Den Rest des Magdeburger

Weges kurz vor Torfhaus können

wir wieder begehen. Wir erreichen gegen

21 Uhr ziemlich erschöpft die Bavaria Alm

in Torfhaus. Nach einem kleinen Snack am

wärmenden Feuer geht es noch wenige Meter

zum Schullandheim. Zimmer-duschen-

Bett-schlafen! Wir haben die erste Etappe

nach 37,2 km geschafft.

Zur Autorin:

Simone Meyer, geboren 1977, ist verheiratet

und hat 2 Kinder. Ihre Leidenschaft

gehört dem Wandern und der

sportlichen Bewegung. Seit Februar

2020 ist sie Mitglied im Zweigverein

Seesen, war jedoch schon das Jahr

zuvor im Hauptverein des Harzklub

e.V. gemeldet. Zu ihren bevorzugten

Wandergebieten gehören das abwechslungsreiche

Weserbergland,

der vielseitige Solling/Vogler und der

mystische Harz. Je öfter sie unterwegs

war, desto entspannter, begeisterter

und motivierter wurde sie.

Fortsetzung in der Juli-Ausgabe…

HTV Kampagne FERNWEH HARZ

06 | 2020

17


HARZ AKTUELL

Tierbeobachtungen auf Wanderungen im Harz und Umgebung

Der Feuersalamander

Jedes Jahr von Ende März bis in den

Oktober beobachte ich diese herrlichen

Tiere und gehe sehr oft rund

um Oker und Goslar auf Feuersalamander-Tour.

Im Okertal sind sie

auch zu finden, aber dort kann man sie

nicht ungestört betrachten. Die Orte,

an denen ich sie beobachte möchte ich

hier nicht nennen, um diese schönen

Tiere in ihrem Lebensraum nicht zu

stören. Ich beobachte diese Tiere

schon sehr viele Jahre und muss sagen,

dass sie sich in den letzten Jahren

wieder stark vermehrt haben – so ist

jedenfalls mein Eindruck.

Dieses Jahr war ich am 8. April das erste

Mal unterwegs. Ich bin ca. 3,4 km an einem

kleinen Bach entlang gegangen und habe

sage und schreibe 29 Feuersalamander zählen

können. Mit Sicherheit habe ich den ein

oder anderen übersehen, und auch nicht

alle kommen aus ihren Verstecken und zeigen

sich. Einige Exemplare waren ca. 16 – 18

cm lang. Ein Exemplar war fast schwarz,

hatte nur ein paar winzige gelbe Flecken.

Wissenswertes

Der Feuersalamander ist eine europäische

Amphibienart. In Deutschland ist

er vor allem in bewaldeten Landschaften

beheimatet. Dies sind vor allem Hügel- und

Berglandschaften, Verbreitungsschwerpunkte

gibt es im westlichen, mittleren und

südwestlichen Deutschland. Dazu kommen

zusammenhängende Bereiche unter

anderem im Erzgebirge und in Nord- und

Ostbayern. Im nordwestdeutschen Tiefland

gibt es mehrere isolierte Vorkommen, insbesondere

auch im Gebiet der Lüneburger

Heide.

Die Höhenlage ist nicht in erster Linie

typisch für Feuersalamandervorkommen

in Mitteleuropa, aber das Vorkommen alter,

relativ stabiler Laubwälder, dem Lebensraum

der Feuersalamander. Diese liegen

etwa zwischen 200 und 600 Metern über

NN; darüber hinaus werden aber auch maximale

Höhen zwischen 650 Meter ü. NN im

Harz und 1000 Meter ü. NN im Schwarzwald

und in den Alpen erreicht. In Niedersachsen

und in Nordrhein-Westfalen sind

auch Vorkommen deutlich unter 100 Meter

ü. NN bekannt. Manche Vorkommen des

Feuersalamanders sind wohl immer noch

unbekannt. Durch ihre versteckte Lebensweise

sowie durch ihre nächtliche Aktivität,

vor allem bei „schlechtem“ Wetter wie Regen

oder Nebel, können diese Lurche trotz

ihrer auffälligen Färbung jahrzehntelang

einen Lebensraum besiedeln, ohne dass

der Mensch sie jemals bemerkt.

Besondere Kennzeichnung

Ausgewachsene mitteleuropäische Feuersalamander

erreichen eine maximale

Körperlänge von Kopf bis Schwanzspitze

von 23 Zentimetern und ein Körpergewicht

von etwa 40 Gramm.

Der Gefleckte Feuersalamander wird

vergleichsweise nur 16 bis wenig über 20

Zentimeter lang. Innerhalb der Geschlechter

werden die Weibchen im Durchschnitt

etwas größer als die Männchen.

Die Paarung

Die Paarung des Feuersalamanders unterscheidet

sich von der in Mitteleuropa

heimischen Amphibien und stellt einen

Sonderfall dar. Während die meisten Lurche

im Frühjahr für einen gewissen Zeitraum

Teiche und Tümpel aufsuchen, um

sich dort zu paaren und Eier abzulegen,

paaren sich Feuersalamander ausschließlich

an Land. Die Paarungszeit erstreckt

sich von etwa April bis September mit

einem klaren Schwerpunkt im Juli. Die

Geschlechter finden wahrscheinlich über

Geruchs- und Berührungsreize zueinander.

Zur Paarung schiebt sich das männliche Tier

unter das Weibchen und umgreift mit den

Vorderbeinen diejenigen der Partnerin. Das

Weibchen nimmt dazu ein vom Männchen

auf dem Untergrund abgesetztes Samenpaket

mit seiner Kloake auf. Nach einer

erfolgreich verlaufenden Paarung ist das

Weibchen in der Lage, die Samenflüssigkeit

des Männchens mehrere Jahre im

Körper aufzubewahren. Infolge dieser

Strategie ist es den Tieren möglich, über

längere Zeiträume auch ohne Sexualpartner

alljährlich für Nachwuchs zu sorgen.

Text und Fotos: Otto Unruh, Oker

»Weitere Infos findet ihr

unter diesem Link: https://

de.wikipedia.org/wiki/

Feuersalamander

18 06 | 2020


BUCHTIPP

Friedrich-W. Wellmer, Wolfgang Lampe, Jürgen Gottschalk und Ariane Walsdorf:

Auf den Spuren des Universalgelehrten

Gottfried Wilhelm Leibniz im Harz

Dieser farbige Führer plus Erläuterungsband

mit 222 Seiten leitet zu

den Stätten der Arbeit von Gottfried

Wilhelm Leibniz im Harz – eine wichtige

Neuerscheinung, die es genauer

anzuschauen lohnt.

Viel ist schon geschrieben worden über

den Universalgelehrten Gottfried Wilhelm

Leibniz, doch die Allgemeinheit assoziiert

ihn gemeinhin mit Philosophie, Mathematik

oder Physik, kaum mit Bergbau und Geologie.

Dabei bemühte er sich, den Silberbergbau

im Oberharz technologisch zu

verbessern. Von 1680 bis 1686 verbrachte

er etwa 165 Arbeitswochen dort und sowohl

Clausthal als auch Zellerfeld wurden

neben dem Welfenhof in Hannover sein

zweiter Lebensmittelpunkt. Hier verfasste

er wesentliche philosophische und

physikalische Schriften. Der von Prof. Dr.

Friedrich-Wilhelm Wellmer, Dr. Wolfgang

Lampe (†), Jürgen Gottschalk und Dr. Ariane

Walsdorf herausgegebene Führer leitet zu

den Stätten von Leibniz’ Wirken, seinen

Kontaktpersonen und anderen Orten mit

Bezug zu Leibniz im und am Harz. Den Autoren

ist es gelungen, einen ansehnlichen

Führer in zwei Bänden herauszugeben, der

auch profunden Harzkennern noch Neues

bieten kann!

Nach einführenden Kapiteln zum Thema

wird der in die Harzer Welterbe-Landschaft

eingebettete Leibniz-Welterbe-Erkenntnisweg

beschrieben mit den Stationen

Zellerfelder Münze, Haus von Caspar Calvör,

Dietzelhaus, St. Salvatoriskirche, Eschenbacher

Flutgraben und Unterer Eschenbacher

Teich, Oberharzer Eisenbahnstrecke,

gusseiserner Treibkessel am Brauhausberg,

Trebra-Terrassen, Oberharzer Bergwerksmuseum

und Oberer Eschenbacher Teich.

Vier Ergänzungsrouten decken für den

tiefergründig Interessierten weitere Stationen

im Oberharz und auch im Südharz

ab, denn Leibniz war auch dort aktiv – die

Einhornhöhle bei Scharzfeld mit ihren fossilen

Funden war ein Ideengeber für sein

berühmtes Geologiebuch „Protogaea“.

Sehr empfehlenswert für ein ruhiges

Wochenende – nicht nur zum Lesen, sondern

auch zum Besuch einiger oder gar aller

Stationen dieser beiden gründlich recherchierten

Bände! Friedhart Knolle

»Friedrich-W. Wellmer, Wolfgang

Lampe, Jürgen Gottschalk und

Ariane Walsdorf: Auf den Spuren

des Universalgelehrten Gottfried

Wilhelm Leibniz im Harz.

Band 1: Kurzführer.

Band 2: Erläuterungen. – Hrsg.:

Akademie für Geowissenschaften

und Geotechnologien,

Verlag Papierflieger GmbH und

E. Schweizerbart‘sche Verlagsbuchhandlung,

Clausthal-Zellerfeld 2019

Löwenzahn –

mehr als nur ein Unkraut

Löwenzahngelee

Der Löwenzahn mit seiner leuchtend gelben

Blüte, der wunderschönen Pusteblume

und seinen markant zahnigen Blättern, ist

eine der schönsten Pflanzen in Mitteleuropa.

Er ist weit verbreitet auf Wiesen und

Feldern, an Wegrändern und macht sich leider

auch oft im Garten im Rasen breit. Viele

Gartenbesitzer bezeichnen ihn daher auch

als Unkraut, die wenigsten wissen, welche

erstaunlichen Fähigkeiten und heilsamen

Kräfte in ihm stecken. Von der Wurzel bis zur

Blüte sind alle Pflanzenteile verwertbar. Sie

können beim Abnehmen helfen, als Muntermacher

wirken, Speisen schmackhafter

machen und vieles mehr. Löwenzahn dient

als Heilkraut und er bereichert zahlreiche

Speisen, vom Salat, über den Tee bis hin

zum Gelee. (Foto: Sonja Kalee/Pixabay)

250 gr. Löwenzahnblüten möglichst

morgens abseits auf unseren schönen

Wiesen pflücken.

Abwaschen, mit 3 kleingeschnittenen

Zitronen und 2 Liter Wasser 15 Minuten

sprudelnd aufkochen.

Dann den Sud 24 Stunden ziehen lassen.

Am nächsten Tag den Sud durch ein

Küchentuch drücken und die so entstandene

Flüssigkeit wiegen, mit der

gleichen Menge Gelierzucker aufkochen.

Nach 5 Minuten Gelierprobe machen, anschließend

in vorbereitete Gläser füllen

und fest verschließen.

Rezept von Erika Börker/Wildemann

06 | 2020

19


Brocken-Benno feierte

am 22. Mai 2020 seinen

88. Geburtstag und den

8.888 Brocken-Aufstieg.

Harzklub und Redaktion

der Mitgliederzeitschrift

„DER HARZ“ gratulieren

harzlich-herzlich!

Benno Schmidt mit Frau Helga

und seinen Töchtern Susann

und Annett. (Fotos: Matthias Bein,

Klaus Dumeier)

Auch Dr. Michael Ermrich

gratuliert persönlich.

Klaus Dumeier gratuliert

Brocken-Benno zum 88. Geburtstag.

20 06 | 2020


HISTORIE

von Rainer Kutscher

Mörder hauchte Leben in beißendem

Qualm aus

Zwei kriminelle Burschen verübten

1913 in Braunlage und Osterode

Straftaten und erschossen Gastwirt

und Ratsarbeiter.

Schlägt man die Zeitung auf, wird fast täglich

von gravierenden Straftaten berichtet

und weltweit erschüttern Terroranschläge

und Amokschützen die Bevölkerung. Auch

im Fernsehen vergeht kaum ein Abend wo

Krimis auf dem Bildschirm laufen. Von sensationellen

Geschehen und Ereignissen

sind Protokolle von Polizei und Ermittlungsbehörden

sowie Gerichtsurteile ein wichtiges

Zeitdokument. Vor über 100 Jahren

hat ein Osteroder Polizeikommissar ein

„Spektakel“ von Raub, Flucht, Mord und

Schießerei erlebt und 1930 mit dem Titel

„Mein wichtiges dienstliches Erlebnis im

Vollzugsdienst“ veröffentlicht.

Raub – Mord – Flucht und Feuergefecht

Was damals geschah und in Braunlage seinen

Anfang nahm, darüber die folgenden

Ausführungen vom Autor.

Im September 1913 wurden die Polizeibehörden

telefonisch in Kenntnis gesetzt,

dass in Braunlage ein Raub und Mord erfolgt

sei. Die zwei Täter sollen die Flucht

ergriffen haben und sich in Osterode am

Harz aufhalten. Nachfolgend der Text vom

genannten Polizeibeamten:

„Am 10. September 1913, mittags kurz vor

1 Uhr, wurde die Polizeiverwaltung hier

(das Telephongespräch nahm der Verfasser

selbst entgegen) davon in Kenntnis gesetzt,

daß in der Nacht vom 9. zum 10. September

1913 der Gastwirt Schröder in Braunlage beraubt

und durch Revolverschüsse ermordet

sei. Zwei in Verdacht stehende junge Burschen

sollten in größter Eile die Chaussee

nach dem Sonnenberger Weghaus entlang

gehastet und in Richtung Clausthal-Zellerfeld

weiter geeilt sein. Festgestellt war, daß

die beiden in Verdacht stehenden Personen

dann in Clausthal-Zellerfeld gefrühstückt

und sich in einem Lohnfuhrwerk nach Osterode

am Harz weiter begeben hatten. Die

Verdächtigen waren also hier in Osterode

zu erwarten. Die verfügbaren Polizeikräfte

waren in Kenntnis gesetzt. Während ein Teil

sich nach dem Ausgange der Stadt begab,

von wo die Verbrecher zu erwarten waren,

begab sich der andere Teil in die Stadt, um

in den Wirtschaften nach den fraglichen

Verbrechern zu suchen. Der letzteren Tätigkeit

schloss sich auch der derzeitig hier

stationierte Gendarmerie-Wachtmeister

Müller an. Die letztgenannte Streife stellte

dann alsbald fest, daß beide Verbrecher

hier in Osterode a. H. in einem Hotel gut

zu Mittag gegessen hatten und dann zum

Kaufmann Auerhahn hier gegangen waren,

um sich daselbst einzukleiden. Hier wurden

sie von der letztgenannten Streife gestellt.

Nach ihren Personalien befragt, zogen beide

Raubmörder sofort ihre Schußwaffen

und eröffneten das Feuer auf die beiden

Polizeibeamten. (Ein Polizeibeamter und

ein Gendarmerie-Wachtmeister.) Dem

Gendarmerie-Wachtmeister Müller gelang

es schließlich, den einen der Verbrecher

(Plog) festzunehmen, wogegen der Polizei-Sergeant

Müller drei Revolverschüsse

erhielt, von denen einer das Kinn durchdrang,

ein anderer an dem Schulterblatt

abprallte und ein dritter im Rockkragen

stecken blieb. Der dem Beamten zur Hilfe

eilende Ratsarbeiter Luchterhand erhielt

einen Schuß durch den Magen, dem er in

wenigen Minuten erlag. Der zweite Raubmörder,

Hannemann, entsprang in dem

Augenblick aus dem Fenster und flüchtete

auf den Dachboden des Auerhahnschen

Hauses, als der Gendarmerie-Wachtmeister

Müller den Plog an Zivilpersonen übergab,

die diesen zur Polizeiwache führten. Inzwischen

waren auch die Polizeibeamten auf

dem Kampfplatz erschienen, die die Verbrecher

noch auf dem Anmarsch nach Osterode

erwarteten. Ebenso war inzwischen

Verstärkung von der Gendarmerie herbeigeeilt.

Das Auerhahnsche Haus wurde nun

umstellt, und als der Verbrecher auf die Aufforderung,

sich zu ergeben, mit Revolverschüssen

antwortete, mit vereinten Kräften

das Feuergefecht auf ihn eröffnet. Aber der

Verbrecher ergab sich nicht. Schließlich

wurde die Feuerwehr alarmiert, die mit voller

Ausrüstung anrückte. Mit langen Haken

wurde das Dach eingeschlagen, die innere

Verkleidung herabgerissen, so daß große

Oeffnungen entstanden. In diese richtete

man den Wasserstrahl, daß das nasse

Element fußhoch auf dem Boden stand.

Der Mörder ergab sich immer noch nicht.

Nun wurde versucht, den Mörder auszuräuchern.

Stroh und sonst leicht verbrennbare

Gegenstände wurden unter der Treppe angezündet.

Der beizende Qualm stieg hinauf

zu dem Mörder. Er drang aus allen Öffnungen

des Daches in dicken Schwaden heraus,

so daß der Verbrecher kaum atmen konnte.

Aber noch immer ergab er sich nicht. Der

Kampf tobte weiter. Schließlich sah man

durch eine große Öffnung hindurch den

Verbrecher in Todeszuckungen mit dem

Oberkörper auf einem Koffer liegen. Beim

Eindringen auf den Boden hauchte der

Mörder sein Leben aus. Inzwischen war die

Gerichts-Kommission aus Braunschweig

erschienen, und es wurde nun bekannt,

was diese beiden Verbrecher weiter auf

dem Kerbholz hatten. Es handelte sich um

den 19jährigen Kellner Hannemann aus

Wiesenau in Ostpreußen und um den 23jährigen

Diener Plog aus Peine. Beide hatten

außerdem kurz zuvor in der Gemeinde-

Sparkasse zu Wilhelmsburg bei Hamburg

einen verwegenen Bankraub ausgeführt.

Ganz nach dem Muster der Pariser Apachen

waren sie im Auto vorgefahren, waren unter

dem Ruf „Hände hoch“ in das Sparkassenlokal

eingedrungen und schossen ohne

weiteres dem Kassierer eine Kugel in den

Kopf. Sie raubten 213 Mark, die auf dem

Tische lagen, mußten aber flüchten, weil

es dem einen der Bankbeamten gelungen

war, durchs Fenster zu entfliehen. Bevor

Hilfe herbeigeeilt war, hatten die Räuber

das Auto wieder bestiegen und waren nach

Hamburg zurückgefahren. Da man inzwischen

ihre Persönlichkeiten festgestellt

hatte, konnten sie sich in Hamburg nicht

lange halten. Sie traten deshalb eine Reise

nach dem Harz an und wohnten eine Zeit

lang im Sonnenberger Wegehaus. Von hier

aus machten sie Abstecher nach Braunlage,

wo sie bei dem Gastwirt Schröder einen

Einbruchdiebstahl verübten. In der Nacht

vom 9. zum 10. September 1913 kehrten

sie abermals bei Schröder ein, gaben sich

als Weinreisende aus und machten eine

große Zeche. Nachdem die übrigen Gäste

das Lokal verlassen hatten, kneipten

sie mit Schröder allein weiter. Gegen 4.30

Uhr morgens setzten sie einen Streit mit

Schröder in Szene, in dessen Verlauf sie den

Schröder durch Revolverschüsse ermorde-

06 | 2020

21


Schutzgebühr 2,00 E | Ausgabe 05_2020

Der Harz_05_20.indd 1 27.04.20 12:07

HARZKLUB

ten. Den in den letzten Zügen liegenden

Mann beraubten die Mörder, drehten noch

sämtliche Gashähne in dem Lokal auf und

flohen dann über Clausthal-Zellerfeld bis

Osterode, wo sie ihr Schicksal ereilte.

Wie später in der Anatomie in Göttingen

festgestellt ist, hat Hannemann am Körper

ca. 38 Schußverletzungen gehabt.

Plog ist von verschiedenen Schwurgerichten

zu langjährigen Zuchthausstrafen

abgeurteilt.“

Dieser Artikel wurde in der Jubiläumsausgabe

1930 vom Osteroder-Kreisanzeiger

(Amtliches Kreisblatt) veröffentlicht. Polizeikommissar

Pfahlert wurde am 14. Januar

1929 für seinen Artikel von der Zeitschrift

„Die Polizei“ mit einem Preis ausgezeichnet.


Beitrittserklärung

Zutreffendes bitte ankreuzen:

Ja, ich möchte die wichtigen Ziele und Aufgaben des Harzklubs unterstützen und

erkläre hiermit meinen Beitritt als:

Vollmitglied Lebenspartner Jugendlicher/Kind

Familie

Vorname/Name:

Geburtsdatum:

Straße:

PLZ /Ort:

E-Mail:

Beitritt zum Harzklub-Hauptverein/Zweigverein:

Der Jahresbeitrag ist unterschiedlich und liegt zwischen 10,- und 30,- €

Ort, Datum

Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«:

Unterschrift

Bei Minderjährigen, Unterschrift

eines Erziehungsberechtigten.

Ich abonniere die Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«

(Jahresabonnement 31,57 € – erscheint monatlich).

Ort, Datum

Unterschrift

Gesprächsstoff und filmreife Kulisse

Damals war dieses Ereignis sicherlich lange

Gesprächsstoff in Osterode und es wurde

vielleicht auch etwas „dazu gedichtet“. Im

Volksmund sind die Aussprüche – Worte

von Strauchdieben, Räuberpistolen,

Spitzbuben, Klemm und Klau noch heute

bekannt.

Da vor kurzer Zeit „HARZ-KRIMIS“ auf dem

Bildschirm zu sehen waren, wo Kriminalfälle

in den Ortschaften Braunlage und St.

Andreasberg geschildert wurden, könnte

auch das dramatische Ereignis von 1913

ein filmreifer Reißer werden.

Der Waldkauz im

Nationalpark Harz

Seite 11

Poster zum Heraustrennen:

Frühblüher

im Harz Seite 12

Was macht eigentlich

der HTV in der

Corona-Krise Seite 14

www.harzklub.de

Vorteile der Mitgliedschaft

im Harzklub e.V.

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung

von Wanderheimen z.B. beim Kauf

von Wanderkarten, Übernachtungen in den

Wanderheimen

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher

Wanderverband): Vergünstigungen regional

und deutschlandweit bei vielen Partnern

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme

an Veranstaltungen des Harzklub e.V., z.B.

Harzer Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,

Brockenveranstaltungen, den

Veranstaltungen der Zweigvereine und an

den geführten Wanderungen und Ausflügen

des Harzklubs

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit

der Teilnahme an den Lehrgängen,

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,

Wegebeschilderung, Naturschutz,

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,

Klöppeln)

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,

Basteln, Harzer Brauchtum und Lagerfeuer,

Ausflüge zum Weltwald Harz, auf den Brocken,

in Höhlen oder Bergwerke

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund

der hohen Mitgliederzahl im Harzklub-

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-

Musikinstrumente)

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft

im Deutschen Wanderverband

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im

Landestrachtenverband

✔ Vermarktung und Werbung für die

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen

über die Geschäftsstelle, das Internet,

Rundschreiben und Presseinformationen

✔ Information sämtlicher Zweigvereine

zu den Geschehnissen im Harzklub und im

gesamten Harz z.B. durch Rundschreiben,

Vereinszeitschrift „Der Harz“, Versammlungen,

Internet, Presse

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,

Internet

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien

für besondere Projekte der Zweigvereine

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,

Veranstaltungen usw.

✔ Beratung durch den Hauptverein über

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,

Datenschutz usw.

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder

im gesamten Harzklub können sich viel besser

Gehör verschaffen, als einzeln agierende

„Ortsvereine“

✔ Aktive Mitwirkung in der großen

Harzklub-Familie: Umsetzung gemeinsamer

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns

22 06 | 2020


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rzes

Zeit Eliteschulen für den Führernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausnen

erwarben an diesen paramilitärischen Internatsschulen nicht nur das Abitur,

das Rüstzeug später in Staat, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle

tische Gesinnung durchzusetzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen

Nationalpolitische Erziehungsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwanm

einstigen humanistischen Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung

ftserziehung. Im anhaltischen Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau

eutschland, der mit seiner gigantomanischen Architektur heute befremdet und einer

. Abseits von Städten sollten im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafheranwachsen,

die später als „Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos

Auch hier funktionierte das NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder

nstalten, Landschulheime und die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen

ftlichen Prägung. Unter der Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausals

Führungskräfte heran, die auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüsselen,

wenn sie nicht vorher im II. Weltkrieg ihr Leben ließen.

den Orten werden die nächstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg

le Hintergründe zur NS-Herrschaft erhellt.

NEUERSCHEINUNG NS-Eliteschulen gab es im Harz in

Ballenstedt und Ilfeld. Erstmals befasst sich ein vierköpfiges

Autorenteam umfassend mit diesem lange tabuisierten

Thema. Im

Internat sollten

die Jungs nach

sieben Jahren

Konditionierung

und ideologischer

Schulung

in einer paramilitärisch

geführten

Einrichtung

das Abitur erreichen.

Danach

war ihnen die

Berufswahl freigestellt.

Kriegsbedingt

gingen

viele von ihnen

zur Wehrmacht oder SS.

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An insgesamt 222 sehenswerten Plätzen

im gesamten Harz stehen die Stempelstellen

der „Harzer Wandernadel“ für Sie

bereit. Sie befinden sich in der Nähe von

romantischen Waldgaststätten, rustikalen

Schutzhütten und einer Vielzahl von interessanten

Aussichtspunkten. Auch Bergwerke,

Burgruinen oder Naturdenkmäler und

natürlich der majestätische Brocken warten

auf Ihren Besuch und halten einen Stempel für den einheimischen Wanderer oder

den Touristen bereit.

Das System der Harzer Wandernadel ist eine Erfolgsgeschichte und eines von

wenigen Projekten, welche harzübergreifend über die Grenzen von Deutschland

hinweg Anerkennung finden.

Für Natur- und Wanderfreunde ist der Harz

für einen Urlaub wie geschaffen. Kaum

eine andere Region kann mit so vielen

interessanten Landschafts- und Kulturformen

aufwarten. Der Harz erstreckt sich

über die drei Bundesländer Niedersachsen,

Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Durch das Stempelheft der Harzer Wandernadel, unser dreiteiliges Kartenset und

die Hinweise auf unserer Webseite werden Sie sanft zu den schönsten und erlebnisreichsten

Stellen im gesamten Harz geleitet.

Es gibt wohl kein Wanderprojekt in Deutschland, welches von ihren Nutzern, egal

ob Einheimischen, Naherholungssuchenden oder Touristen in dieser Form permanent

an andere teilweise wildfremde Menschen weiterempfohlen wird.

Über 6.500 Wanderern ist es bislang

gelungen alle 222 Stempelstellen in Ihren

Wanderpass zu sammeln, ca. 850 km zu

wandern und Harzer Wanderkaiser zu

werden. Gerade Kinder lassen sich von der

Stempeljagd schnell begeistern und begleiten

so Eltern oder Großeltern gern auf

Stempeltouren. Dafür haben wir die Auszeichnung

„Wanderprinz und Wanderprinzessin“ entwickelt, welche man bereits

für 11 gesammelte Stempel bekommt und Ansporn für weitere Wanderungen und

Wandernadeln ist. Durch unser Projekt konnten wir bereits viele Kinder aus der

digitalen Welt in den schönen Harz entführen!

Für die Teilnahme an diesem einmaligen Projekt benötigen

Sie nur einen Wanderpass und diesen erhalten Sie

für eine Schutzgebühr von 3,00 € bei vielen Vertriebspartnern,

z.B. allen Harzer Touristinformationen.

Harzer Wandernadel

Schnappelberg 6 | 38889 Blankenburg | Tel. 03944 9547148

Fotos:

Jürgen Gamping La Viershöhe

Andrea Werner Rabenklippe

Lisa Weber Ferdinandstein

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