SPORTaktiv Juni 2020

Sportaktiv.Magazin

JUNI/JULI 2020

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN

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EDITORIAL

KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv-Chefredakteur

klaus.molidor@styria.com

Foto: Thomas Polzer; Coverfoto: Stefan Leitner/Tourismusverband Gesäuse

WEGWEISER

GOETHE

Kein andrer als der Dichterfürst,/ zeigt durch Corona uns den Weg ins

Heil,/damit auch du das schöne Leben spürst/im „Faust“, in der Tragödie

erstem Teil: „Ich fühle Mut, mich in die Welt zu wagen,/Der Erde Weh,

der Erde Glück zu tragen,/Mit Stürmen mich herumzuschlagen,/

Und in des Schiffbruchs Knirschen nicht zu zagen.“

1808 hat Johann Wolfgang von Goethe diese Zeilen geschrieben und lässt

sie seine wohl berühmteste Figur, den Heinrich Faust sagen. 212 Jahre

danach sollen euch, sollen uns diese Zeilen in schwierigen Zeiten Mut

machen. Ja, es ist eine schwierige neue Normalität, die uns Entbehrungen

abverlangt. Ja, es ist eine wirtschaftlich alles andere als einfache Situation

für viele von uns. Und dennoch: Lassen wir uns nicht unterkriegen von

der Angst, von der Rezession, von was auch immer, sondern schreiten wir

mutig voran.

Uns allen ist Veränderung verordnet worden. So haben wir dieses Magazin

ausschließlich im Homeoffice produziert und dabei viel über uns und unser

kraftvolles Miteinander gelernt. Sehen wir die Veränderung positiv. Besinnen

wir uns auf uns selbst, ein Stückchen weiter noch und lernen wir

endlich Entschleunigung und das Schätzen dessen, was vor unserer Haustür

liegt: Berge, Seen, Almen, Täler. Ein so schönes Land, dass es Jahr für

Jahr Leute aus aller Herren Länder her zieht. Heuer, scheint’s, haben wir

dieses Paradies für uns allein. Gehen wir sorgsam damit um, so wie wir es

jetzt mit unseren Mitmenschen tun.

Dieses Magazin soll zeigen, dass Angst im richtigen Maß ein Motor ist

und wie wir aus dem verordneten Rückzug einen Gewinn für unser Leben

machen. Vor allem wollen wir mit dem Coverfoto vom Gesäuse in

der Steiermark und einem umfangreichen Outdoor-Teil zeigen, wie bereichernd

eine Sommerfrische in Österreich sein kann. Und wenn es die

Situation in dieser neuen Ära erlaubt, folgt den Worten Goethes: „Nur wo

du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

Bleibt fit,

Euer Klaus

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INHALT

TOP-STORY

12 UNSER NAT-UR-BEDÜRFNIS

Gerichtspsychiater Reinhard Haller über den Wert der Natur

FIT

20 DER SCHWEISS IST HEISS

Wie wichtig diese Flüssigkeit für die Menschheit ist

26 DAS GUTE SO NAH

„Superfoods“ gibt es auch bei uns, sogar auf Balkonen

32 SCHMERZEN ALS PRIVILEG

Leseraktion: Marko Webers Fortschritte beim Mentalcoaching

RUN

44 LAUFEN WIE DAMALS

Die Ziele sind weg. Daraus folgt eine glückliche Rückbesinnung

48 CRAZY NACH PLAN

Rainer Predl tut mit verrückten Läufen Gutes

54 LAUFEN MIT DEN ARMEN

Wie man mit wenig Aufwand seinen Laufstil verbessert

58 AUSPROBIERT

Graphene-Schuh, überraschende Hose, hauchdünnes Gewand

74

BIKE

62 ALLER ANFANG IST LEICHT

Rennradfahren ist so einsteigerfreundlich wie noch nie

68 SPEED, SPASS, SCHOTTER

Im Asphaltabseits: Gravelbikes sind groß in Mode

74 ONE WHEEL, ONE LIFE

Erwin Pieler radelt mit dem Einrad auf den Glockner & über Trails

78 PHÄNOMEN NINO SCHURTER

Der erfolgreichste Mountainbiker der letzten Jahre im Interview

OUTDOOR

108 DER WEG ZURÜCK ZUR URLAUBSFREUDE

Tourismusforscher Peter Zellmann über den Urlaubssommer

146

126 AUF DEM WEG ZUM ERLEBNIS

Je schmaler der Weg, desto größer das Erlebnis

132 ES BRODELT IM WALD

Was dürfen Sportler und Erholungssuchende in den Wäldern

138 KOMMUNIZIEREN & ÜBERALL NAVIGIEREN

Wie man sich am Berg auch ohne Handynetz verständigt

146 „BEI MIR WAR ES KURZ VOR KNAPP“

Kletterer Alexander Huber über Angst als Überlebensgarant

PRO

170 WIR GEGEN DIE STARS

Diesmal: Im Formel-Rennwagen mit David Coulthard

174 HIER SCHREIBEN DIE ATHLETEN

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger gewährt Einblicke

182 „ICH HALTE WENIG VOM SALARY CAP“

Gladbach-Publikumsliebling Stefan Lainer im Interview

Fotos: Erwin Pieler, Alexander Huber

6 SPORTaktiv


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Buben mittlerweile gut. Als er vor einigen

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Schwester in die Krisenpflege familie von

Christine und Christof kam, war er sehr still

und hatte viel zu verarbeiten. „Es ist schön

zu sehen, wie gut sich die Kinder entwickeln,

wenn man sich Zeit für sie nimmt“,

erzählt der Pflegepapa. „Wir legen den

Grundstein für eine gute Zukunft – das ist

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8 SPORTaktiv


SPORTaktiv

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136 SPORTaktiv


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SPORTaktiv

137


VOR EINEM JAHR HAT UNS REINHARD HALLER VON

DER MEDIZINISCHEN WIRKUNG DER BERGE ERZÄHLT.

JETZT FRAGEN WIR IHN, OB WIR DURCH CORONA WIE

IM GEFÄNGNIS SITZEN, WIE EIN „AUSBRUCH“ GELINGT

UND WARUM IHM POLITIKER LEID TUN.

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL

FOTOS: THOMAS POLZER

UR

UNSER

NAT

BEDÜRFNIS

12 SPORTaktiv


DR. REINHARD HALLER

geboren am 25. September 1951,

aus Mellau in Vorarlberg. Beruf: Psychiater,

Psychotherapeut, Neurologe, als Dozent,

Vortragender und Buchautor tätig.

Haller ist auch psychiatrischer Gerichtsgutachter,

die bekanntesten Fälle waren Jack

Unterweger und Franz Fuchs.

ie verbringen Sie die

corona bedingte Pause?

Haben Sie mehr Klienten

oder weniger?

Zunächst hatte ich sehr viele Medienanfragen

und Interviews. Bei den

Patienten haben die Anrufe nach

dem ersten Gefühl „endlich schulfrei!“

nach zwei, drei Wochen stark

zugenommen. Depressionen, Angstzustände,

Verlassenheitsgefühle, Partnerschaftskonflikte.

Das war zu erwarten.

Meine Prognose war, die großen

Verbrechen werden zurückgehen,

aber die Reibereien, die emotionalen

Gewalttätigkeiten und die Konflikte

werden zunehmen. Die Aggressivität

ist dazugekommen, weil viele ihre

Medikamente abgesetzt haben.

Den Lockdown in den eigenen vier

Wänden haben viele wie eine

Gefangenschaft erlebt. Sie waren

oft in Gefängnissen tätig. Würden

Sie das als Vergleich gelten lassen?

Das Gebundensein an zu Hause ist

für viele eine Form der modernen

Strafe. Aber es hängt natürlich davon

ab, ob man in der Großstadt lebt,

mit engen Wohnverhältnissen, oder

privilegiert wie ich am Waldesrand,

wo man direkt hinaus kann. Das

Phänomen ähnelt dem berühmten

Versuch mit den Hackhühnern: Je

enger man sie zusammenpfercht und

je länger das dauert, umso mehr hacken

sie aufeinander ein. Aggressivität

und Selbstaggressivität nehmen

zu. Ob es durch Corona auch zu einem

Anstieg der Suizidraten kommen

wird, wissen wir noch nicht.

Warum halten wir uns so folgsam

an die strengen Regeln? Weil wir

den Sinn erkennen?

Den Österreichern muss man ein

Kompliment machen, dass sie so mitgegangen

sind. Das hat mich schon

erstaunt, wie diszipliniert wir alle

mitgemacht haben. Ein toller Ausdruck

der Solidarität. Man nimmt

SPORTaktiv

13


DIE BEZIEHUNG ZUR NATUR IST BEI VIELEN

SICHER ZU KURZ GEKOMMEN. ABER DAS

IST EIN UR-BEDÜRFNIS, DAS MAN NICHT

UNTERDRÜCKEN KANN UND DAS JETZT

WIEDER ERWACHT.

die Maske, nicht um sich, sondern um

andere zu schützen. Offensichtlich erkennen

wir den Sinn dahinter. Wie immer

gibt es aber die Gruppe derer, die

sich nicht daran halten, das lässt sich

nicht vermeiden. Ich sage oft spöttisch,

wir haben eben die 95 Prozent der

„Normopathen“, die sich an alles halten,

und die fünf Prozent der persönlichkeitsgestörten

Psychopathen, die alles

ignorieren. Österreich hat gut abgeschnitten.

Auch das Phänomen des Vernaderns

war zu beobachten. Nachbarn und

Wirte wurden angezeigt? Warum wird

vernadert?

Zum Vernadern neigen auch normale

Menschen. Wer Angst hat und den ganzen

Tag zur Vorsicht aufruft, hat zusätzliche

Angst, wenn sich jemand nicht an

die Regeln hält. Das ist nachvollziehbar.

Bei anderen ist es der Neid auf jene, die

sich etwas trauen, was man selbst nicht

kann. Und der dritte Faktor ist, wenn

die Verhältnisse autoritärer werden. Es

ist auch bei uns bei aller Notwendigkeit

an den Rand des Demokratischen gegangen.

Dann weiß man, dass das Denunziantentum

zunimmt. Die Identifizierung

mit den Mächtigen geht so weit,

dass man andere denunziert.

Warum werden manche depressiv, anfällig

für Verschwörungstheorien und

zeigen den Nachbarn an? Und warum

erwacht in manchen Menschen unglaubliche

Solidarität? Sie gehen für

Ältere einkaufen, nähen Masken oder

geben Balkonkonzerte? Woher bezieht

das Virus diese Macht?

Das Virus hat vieles bewirken können,

was vorher 1000 Konferenzen, Appelle,

Vorträge, Bücher nicht bewirkt haben.

Nehmen wir die Umwelt und die plötzlich

sauberen Satellitenaufnahmen: Corona

hat mehr bewirkt als alle Konferenzen

von Paris bis Rio. Oder bei einem

meiner Spezialthemen wie dem Narzissmus:

Ich habe oft beklagt, wir leben in

einer narzisstischen Zeit mit emotionaler

Kälte und Entsolidarisierung. Nix hat‘s

geholfen. Das Virus hat das Gegenteil

bewirkt, es ist ein anti- narzisstisches

Virus. Es hat die Menschen zur Besinnung

gebracht, dass es nicht immer höher,

weiter, schneller gehen kann und

muss.

Ist Corona aus psychologischer Sicht

vergleichbar mit anderen Krisen?

Diese Zeit ist mit nichts vergleichbar.

Seit dem Zweiten Weltkrieg waren wir,

also unsere Generation, mit keinen

schweren Seuchen, Kriegen und Naturkatastrophen

konfrontiert. Große Hilfsbereitschaft

haben wir zwar in der

Flüchtlingswelle auch erlebt, aber nicht

in so einem Ausmaß, da waren es maximal

50 Prozent der Bevölkerung. Aber

schon da hat man erlebt, dass große Solidarität

in uns steckt. Das Besondere an

dieser Krise ist, dass sie nicht regional

auftritt, sondern global – und dann erträgt

man es scheinbar besser. Wenn es

den anderen auch dreckig geht, ist es für

uns selber auch leichter zu ertragen.

Dazu muss ich noch sagen, dass mir die

Politiker von Anfang an sehr leidgetan

haben, weil Wissenschaft und Virologen

völlig unterschiedliche Daten geliefert

haben. Von „die halbe Menschheit wird

dahingerafft“ bis zu „a bissl a stärkere

Grippe“ war alles dabei, alles dazwischen

auch. Da muss jede Entscheidung falsch

sein. (Lacht) Ausnahmsweise muss ich

die Politiker in Schutz nehmen, sie waren

zu bedauern. Ich bin Mediziner und

die Wahrheit ist, dass auch die Fachleute

noch nicht wissen, wie sich das Virus

verhält.

In ganz Österreich waren Spazierwege,

Wälder, Wanderwege und Berge in

den letzten Wochen bevölkert wie

noch nie. Überall Paare, Familien, Biker,

Läufer. Haben die Wälder als

Fluchtort eine neue magische Anziehungskraft?

Foto: Reinhard Haller

14 SPORTaktiv


Der Effekt ist alt, aber er ist uns neu bewusst geworden.

Die Corona-Krise hat uns auf alles zurückgeworfen,

auf unsere Beziehungen, auf unsere Familien,

auf unsere Wohnungen, letztlich auf uns selbst. Und

wir sind draufgekommen, dass es andere Dinge gibt

als noch mehr Erfolg und noch mehr Stress. Die Beziehung

zur Natur ist bei vielen in der Vergangenheit

sicher zu kurz gekommen. Aber das ist ein Ur-Bedürfnis,

das man nicht unterdrücken kann und das

jetzt wieder erwacht. Ich empfehle auch jetzt nach

wie vor jedem viel frische Luft und Bewegung, das ist

wichtig für den Aggressionsabbau, die Verhinderung

psychischer Schäden und eine besonders gesunde

Form der Selbstheilung.

„Wir steigen auf den Berg und sehen unsere Probleme

unten im Tal ganz klein“, haben Sie uns im

Vorjahr gesagt. Bleibt dieser Effekt dauerhaft oder

vergessen wir das in ein paar Monaten wieder und

sperren uns wieder freiwillig in unsere Büros, Autos

und Wohnungen?

Dieser Schock war so groß, weil so global und so anhaltend,

dass er einen dauerhaften Effekt haben wird.

Viele Menschen haben die Zeit für Besonnenheit genutzt

und überlegen: Wo sind die wahren Werte?

Was sind die wichtigen Dinge im Leben? Natürlich

werden die üblichen Gesetze des Menschseins wiederkommen

und bei einigen die Rückkehr in alte Muster,

aber der Effekt wird mit großer Breitenwirkung

ein bleibender sein.

Kaum Autos auf den Straßen, kaum Flugverkehr, Natur

pur, Stille, ein entschleunigtes Leben: Viele haben

sich über ein Lebenstempo wie in den 60er-Jahren

gefreut. Lassen wir uns dauerhaft auf diese Entschleunigung

ein?

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Im Vorjahr unterhielten wir uns mit Reinhard Haller (Mitte) in Feldkirch

über Wandern, Sucht und Morde, diesmal – via Handy – über Isolation,

Krisen und Solidarität.

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Wenn wir uns ehrlich sind, haben wir

uns doch in den letzten Jahren schon

nicht mehr mit Servas, Grüß Gott oder

Habe d’Ehre begrüßt, sondern mit

„keine Zeit“ und „hab an wahnsinnigen

Stress“. Jetzt haben wir die Zeit und

Ruhe bekommen. Aber verstehen Sie

mich nicht falsch: Ich will nicht nur sagen,

wie toll jetzt alles ist. Es ist bedrückend

und für die Wirtschaft und viele,

viele Menschen sehr schlimm, ich kann

„Krise als Chance nutzen“ schon nicht

mehr hören. Aber man soll und darf

eben nicht nur auf die Gefahren sehen,

sondern auch auf Positives.

Welche Lehren können wir für die

Zukunft ziehen?

Vieles ist infrage gestellt. Muss es sein,

dass wir für eine zweistündige Besprechung

eine halbe Weltreise antreten? Ist

es erforderlich, dass wir den Polterabend

in Stockholm verbringen? Kann man

am Samstagvormittag nicht am Grazer

Hauptplatz einkaufen, muss man dafür

nach Madrid, Rom oder London fliegen?

Das war doch alles maßlos übertrieben

und das hat man jetzt erkannt.

Vieles kann man über Telekommunikation

machen, auch Rundfunk- und

TV-Interviews (lacht). Es wird einen

enormen Fortschritt im E-Learning geben.

Und als Psychiater hoffe ich, dass

Corona auch eine Wirkung auf die Innenseite

hat, dass die Menschen wieder

DIE ANGST SOLL KEIN

REISSENDER WOLF

SEIN, DER UNS DIE SEE-

LE AUFFRISST, SON-

DERN EIN WACHHUND,

DER ANSCHLÄGT, WENN

ES GEFÄHRLICH WIRD.

empathischer werden, sich anhaltend

mehr für den anderen interessieren, dauerhaft

mehr Zuwendung und Zeit spenden.

Wenn man nicht auch auf das Positive

schaut, ist eine Krise immer zum

Verzweifeln. Krise bedeutet im Altgriechischen

ja so viel wie „Weggabelung“.

Ich kann links oder rechts weitergehen.

Die Folgen für die Zeit danach: Psychotherapeutin

Martina Leibovici-Mühlberger

sagte, entweder kommen

Misstrauen und Kontrollstaat als

Devise oder im Kontrast der „radikal

soziale Mensch“ mit seinen drei

stärksten Werkzeugen Gemeinschaft,

Kooperation und Kreativität. Was glauben

Sie?

Durch die modernen Kommunikationsformen

ist bei uns vieles verloren gegangen,

was face to face ablaufen sollte.

Wenn man die Menschen jetzt fragt, was

ihnen am meisten fehlt, sagen sie drei

Dinge: das Umarmen von lieben Menschen,

der Großeltern oder der Kinder.

Das Miteinanderzusammensitzen und

Biertrinken. Und als drittes, sich wieder

frei bewegen und durchatmen zu können.

Diese Urbedürfnisse sind sehr bewusst

geworden. Der Mensch ist ein

sehr soziales Wesen, ein emotional-empathisches

Wesen und ein sehr naturverbundenes

Wesen.

Und der Kontrast? Das Misstrauen?

Per App verordnete Kontrolle?

Das hoffe ich nicht. Das Thema Datenschutz

und Überwachungsstaat wird in

Österreich immer schon sehr konträr

diskutiert, da sind ausländische Staaten

wie Deutschland oder die Schweiz pragmatischer

und nicht so ängstlich. Vorsicht?

Ja. Angst? Nein. Die Angst soll

kein reißender Wolf sein, der uns die

Seele auffrisst, sondern ein Wachhund,

der anschlägt, wenn es gefährlich wird.

Aber Misstrauen und Paranoia werden

als Nebeneffekt unzweifelhaft größer,

das ist klar. Wenn Frau Merkel sagt,

man kann nicht genug konstruktive Opposition

betreiben, geht das in die richtige

Richtung.

In China sind die Scheidungsraten in

den Corona-Gebieten gestiegen.

Überspitzt formuliert: Wird es in einem

Jahr bei uns mehr Scheidungen geben

oder mehr Babys? Oder beides?

Beides. Das beobachten wir schon lange.

Nirgends wird etwa so häufig der Entschluss

zur Scheidung getroffen wie in

Urlaubszeiten, wo man Zeit hat, Reibungsverluste

stärker werden und Konflikte

angesprochen werden.

Optimismus oder Pessimismus?

Was hält länger gesund?

Mittelfristig und in den nächsten ein,

zwei Jahren wird wohl viel Pessimismus

regieren, weil die Kollateralschäden in

der Wirtschaft groß sind. Und da neigen

die Menschen stark zu Pessimismus.

Aber wir haben in dieser Krise keine zerstörten

Straßen und Brücken, die

Infrastruktur ist intakt. Auf Dauer wird

sich der Optimismus durch setzen.

16 SPORTaktiv


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Schreiben Sie ein Mail an sport@bmkoes.gv.at

oder informieren Sie sich unter

bmkoes.gv.at/faq-sport


24 Stunden schwimmen

für den guten

Zweck: Staffeln & Einzelschwimmer

rittern

beim Benefizevent um

Längen.

BAHN UM BAHN,

24 STUNDEN LANG

Am 14. und 15. November geht das Parktherme-

24-Stunden-Schwimmen in Bad Radkersburg

in eine neue Runde. Wir suchen wieder starke

Schwimmer/-innen für eine SPORTaktiv-Staffel.

Herausfinden, wie weit man in 24

Stunden schwimmen kann. Und mit

jeder Länge Licht ins Dunkel unterstützen:

Beides ermöglicht das Parktherme

24-Stunden-Schwimmen im steirischen Bad

Radkersburg jährlich im November. Am 14.

und 15. November findet der Benefizevent

bereits zum 15. Mal statt. Geschwommen wird

im 50-m-Sportbecken bei 25 Grad Wassertemperatur

für den guten Zweck. Neben Profis

und Promis bilden jährlich die Hobbyschwimmer

den Großteil des Starterfeldes. Denn die

Regeln sind so gestaltet, dass jeder sich an das

Abenteuer 24-Stunden-Schwimmen wagen

kann. Schwimmzeiten und Pausenzeiten sind

frei wählbar und Staffeln können bis zu fünf

Personen umfassen.

Auch sie ist schon Tradition: Die SPORTaktiv-Staffel

mit Leserinnen und Lesern

beim Parktherme-24-Stunden-Schwimmen.

Gute und ehrgeizige Hobbyschwimmer/-innen,

die dabei sein wollen, melden sich

einfach. Die fünf Ausgelosten bekommen

neben einer Schwimmausrüstung von MP

wieder jede Menge: ein Schwimmtraining

mit Trainer Markus Strini von 18. bis 19.

September inklusive zwei Übernachtungen

im 4*- Vitalhotel der Parktherme Bad

Radkersburg, dazu das Startpaket beim Event

von 14. bis 15. November. Bewerbungen: per

E-Mail bis spätestens 20. August mit dem

Kennwort „SPORTaktiv-Staffel“ an: gewinnspiel@parktherme.at.

Die fünf Teilnehmer/-innen

werden dann ausgelost und gleich

verständigt.

Wer ganz regulär dabei sein will, meldet

sich einfach an unter: www.parktherme.at/

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ANZEIGE/Foto: Parktherme 24-Stunden-Schwimmen

18 SPORTaktiv


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Training – Gesundheit – Ernährung

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FITNESS AM KLOPEINER SEE

Direkt am See liegt Kärntens 1.

Fitness-Beach, der ab Juni geöffnet

und kostenlos nutzbar ist – mit

Ergometern und Barzflex-Parcours.

Zur Belohnung kann man nach dem

Workout in den See springen.

www.klopeinersee.at

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Nudeln sind keine Dickmacher –

sagt eine neue italienische Studie.

Abnehmen mit einer kalorienreduzierten,

mediterranen Kost funktioniere

auch mit viel Nudeln. Wir

haben es immer schon gewusst.

www.deutschesgesundheitsportal.de

CORONA-AUSWIRKUNGEN

Big Data sei Dank: Wie Garmin ermittelt

hat, sank im Vergleich zum April 2019

die weltweit im Alltag zurückgelegte

Schrittzahl von Garmin-Nutzern um 12

Prozent. Sportaktivitäten stiegen im

Gegenzug um 24 Prozent.

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SPORTaktiv

19


er Schweiß bräuchte

dringend einen Imageberater.

Seine Beliebtheitswerte

sind im Keller, dabei ist seine Leistung

gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Allenthalben wird er mit gerümpften

Nasen begrüßt anstatt mit offenen

Armen, so wie es ihm gebühren würde.

Und er ist das Opfer von Trittbrettfahrern

auf der Haut, die ihn von der geruchslosen

Flüssigkeit zum stinkenden

Sekret machen. Weil der arme Tropf weder

Lobby noch Stimme hat, geben wir

ihm eine und versuchen aufzuklären,

dass er ganz bestimmt nicht per se pfui

ist, sondern super.

An unserer Seite: Dermatologin Dr.

Kerstin Ortlechner, die wissenschaftliche

Beraterin der porentiefen Charmeoffensive

quasi. Sie bestätigt gleich einmal,

dass wir – und damit ist in dem Fall

nicht weniger gemeint als die Menschheit

– nicht dort wären, wo wir sind,

ohne den Schweiß. Er gibt uns nämlich

die Fähigkeit zur Thermoregulierung.

Wird uns heiß, weil wir uns anstrengen

oder weil die Temperaturen steigen, tritt

die farb- und geruchlose Flüssigkeit aus

den Poren der Haut und kühlt uns via

Verdunstung. Viele Tiere können das

Fotos: iStock, Kerstin Ortlechner

20 SPORTaktiv


DER

SCHWEISS

IST HEISS

OHNE SCHWITZEN GEHT ES

NICHT. IM ALLTAG NICHT UND

BEIM SPORT SCHON GAR

NICHT. WIE WICHTIG DIESE

KLARE FLÜSSIGKEIT FÜR DIE

MENSCHHEIT IST UND WARUM

WIR AUCH AUS GUTEM GRUND

BEI ANGST SCHWITZEN .

VON KLAUS MOLIDOR

nicht. Diesen Vorteil haben sich schon

die Steinzeitmenschen zunutze gemacht

und die Gnuherde von einem schattigen

Platzerl zum nächsten gejagt. Irgendwann

sind die Tiere heißgelaufen und

konnten nicht mehr. Unsere Vorfahren

aber konnten schwitzen, sind handlungsfähig

geblieben und brauchten den

Tieren irgendwann nur noch die Nüstern

zuzuhalten und die Ernährung der

Sippe war wieder für eine zeitlang sichergestellt.

Was Kerstin Ortlechner auch klarstellt:

„Es gibt eine genetische Vorbestimmung,

an welchen Stellen wir

schwitzen und wie stark wir schwitzen.“

So schwitzen Männer definitiv stärker

als Frauen. „Das hat sicher auch mit der

Evolution zu tun“, sagt Ortlechner.

„Schweißdrüsen sitzen oft dort, wo Talgdrüsen

sitzen und die wiederum hängen

mit der Verteilung der Haarwurzeln zusammen.

Männer waren von jeher stärker

behaart als Frauen, also schwitzen sie

auch mehr.“ Vor allem hängt das aber

mit dem Hormon Testosteron zusammen,

von dem Männer bekanntermaßen

deutlich mehr haben als Frauen.

Ein weiterer Vorteil des Schweißes: Er

schützt unsere Haut und damit auch

SPORTaktiv

21


uns. „Auf unserer Haut sitzen Bakterien,

bei jedem“, erklärt die Expertin.

Dadurch entsteht zwar auch überhaupt

erst der unangenehme Geruch. Die

Bakterien sind der oben erwähnte

Trittbrettfahrer. Sie reagieren mit dem

Schweiß und verwandeln ihn zu Ameisen-

oder Buttersäure – und fertig ist

der Auslöser des Nasenrümpfens. „Andererseits

ist der Schweiß aber sauer,

hat also einen niedrigeren pH-Wert als

die Haut und tötet damit diese Viren

und Bakterien ab. Man spricht vom

Säureschutzmantel.“ Schwitzen ist also

durchaus auch wichtig. Den Schluss zu

ziehen, man könne mit Sport und dem

daraus entstehenden Schweiß auch

dem Coronavirus den Garaus machen,

ist aber nicht zulässig. „Sport hilft uns

generell, weil er unsere Grundkonstitution

verbessert“, sagt Ortlechner. Wäre

der Schweiß ein Mittel gegen Corona,

bedürfte es wiederum des Sports nicht.

„Denn wir schwitzen auch ohne Sport.

Das passiert weitgehend unbemerkt.

Über Tag und Nacht verteilt kommt

da rund ein halber Liter pro 24 Stunden

zusammen“, erklärt Ortlechner.

Abgesondert wird er aus zwei unterschiedlichen

Drüsen: den ekkrinen

und den apokrinen Schweißdrüsen.

Der „normale“ Schweiß kommt aus

den ekkrinen Drüsen, aus den apokrinen

wiederum kommen hauptsächlich

Pheromone, also Lockstoffe, die uns

beim anderen Geschlecht interessant

machen sollen. Sie befinden sich unter

den Achseln, im Genitalbereich, bei

manchen auch um die Brustwarzen.

Dieser Schweiß ist auch milchiger als

der ‚normale‘ und wird auch erst ab

der Pubertät produziert. „Ob wir einander

riechen können, hängt von diesem

Schweiß ab“, sagt Ortlechner.

Während wir also keine Möglichkeit

haben, das Schwitzen an bestimmten

Stellen zur Kühlung zu lernen (am

Kopf beispielsweise), so lässt sich die

genetische Prädisposition, was die Intensität

betrifft, sehr wohl ein wenig

DR. KERSTIN

ORTLECHNER

ist Fachärztin für Dermatologie

und lebt mit ihrem

Mann, Ex-Fußballprofi

Manuel Ortlechner, in Wien

verändern. Dafür hat die Hautärztin

Ortlechner ein Beispiel: „Als ich noch

wenig trainiert war und mit meinem

Mann in die Sauna gegangen bin, war

er schon waschelnass, während ich

noch gar nicht geschwitzt habe. Durch

mehr Sport hat sich das verändert.“

Bleibt noch die Frage, warum wir

unter Stress schnell schwitzen. Man

FLÜSSIGE

FAKTEN

kennt das ja. Vor einer Prüfung oder

einem wichtigen Termin hat man oft

rasch unansehnliche Schweißflecken

am Hemd. „Bei Stress werden Adrenalin

und Noradrenalin ausgeschüttet –

wir schwitzen“, sagt Ortlechner. Den

Grund dafür findet man wiederum

ganz ganz früh in der Steinzeit. „Das

Schwitzen dient auch dazu Gewicht zu

verlieren, damit man im Ernstfall

leichter und damit auch schneller war,

wenn man flüchten musste.“ Heute

wartet zwar kein Säbelzahntiger mehr

ums Eck, die genetische Prägung ist

aber so enorm stark, dass uns das

Schwitzen als Relikt aus dieser Zeit geblieben

ist. „Darum“, erklärt Ortlechner

auch, „müssen wir bei Nervosität

wie zum Beispiel vor einem Wettbewerb

oder einer Prüfung auch immer

so oft aufs WC – um leichter zu werden

und schneller davonlaufen zu

können.“

Ekkrine Drüsen: befinden sich am ganzen Körper, besonders

an Stirn, Hand- und Fußsohlen. Sie produzieren eine klare,

salzhaltige Flüssigkeit, die zu 99 Prozent aus Wasser besteht.

Dieser Schweiß ist an sich geruchlos und entsteht vor allem

beim Sport und durch Überhitzung des Körpers und dient der

Kühlung.

Apokrine Drüsen: Kommen nur an bestimmten Stellen vor,

wie z. B. Leistengegend, Achseln, Kopfhaut, Brustwarzen. Sie

produzieren ein milchiges, öliges Sekret, das Proteine und

Fettsäuren enthält. Sie produzieren Schweiß vor allem bei Erregung

und emotionalem Stress und sind verantwortlich für

den individuellen Eigengeruch. Dadurch spielen sie bei der

Partnerwahl eine entscheidende Rolle.

Kalter Schweiß: „Tritt der in Zusammenhang etwa mit Blässe

oder blauen Lippen auf, kann das ein Hinweis auf einen bevorstehenden

Herzinfarkt oder eine Lungenembolie sein“, warnt

Ortlechner.

22 SPORTaktiv


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LESERAKTION

MINUS 4 KG IN

EINEM MONAT

PEEROTON SUCHTE IM FEBRUAR DREI TESTPERSONEN, DIE DANN DEN SLIM SHAKE FÜR EINEN

MONAT TESTETEN. HIER DIE ERFAHRUNGSBERICHTE VON ALFRED, LILLY UND HERMANN,

DIE IM SCHNITT IN NUR EINEM MONAT UM 4 KG LEICHTER UND DAMIT SPORTLICHER WURDEN.

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NAME: Alfred Brunner

BERUF: Geschäftsführer

SPORT: Rennrad

KILO VORHER/NACHHER: 80kg/77kg

Der Gedanke, mal mit ein paar Kilo

weniger unterwegs zu sein, reizt. Das

Motto der Stunde lautet ja ohnehin

„Muster brechen“, um sich mit neuen

Zugängen im Leben und im Job anzufreunden.

Die 3-tägige Reinigungsphase

zu Beginn war mit 3x SLIM

SHAKE pro Tag ohne zusätzlich feste

Nahrung für mich vor allem eine

Prüfung für den Kopf! In den Tagen

danach wechselte ich

– abhängig von der

sportlichen Aktivität

– immer wieder

mal zwischen Abnehmphase

(2x SLIM

SHAKE pro Tag) und

Stabilisierungsphase

(1x SLIM SHAKE). Die Zubereitung

mit dem mitgelieferten Shaker ist easy

und in Sekundenschnelle erledigt.

Fazit: Ich spürte keine Mangelerscheinungen,

im Gegenteil: So

hohe Energie wie heuer im Frühjahr

verspürte ich schon lange nicht. Drei

Kilogramm weniger nach nur einem

Monat tun gut und motivieren, vor

allem wenn es so leicht geht.

NAME: Lilly Saric

BERUF: Außendienst

SPORT: Triathlon

KILO VORHER/NACHHER: 59,8kg/55,1kg

Nach meinen Trainings hatte ich

meist großen Hunger und nahm

daher eher zu als ab. Hab auch schon

vieles ausprobiert, bisher leider ohne

Erfolg. Da kam die Peeroton-

Testaktion gerade

recht. Die ersten

drei Tage nur mit

dem Shake ging es

mir überraschend

gut: Ich hatte kein

Hungergefühl und

konnte auch seit

Langem wieder richtig gut schlafen.

In der Folge purzelten meine Kilos

und meine sportliche Leistung ging

nach oben. Ich nehme den Shake

jetzt nach 5 Wochen immer am

Abend und möchte ihn gar nicht

mehr missen.

Fazit: Ich genieße ein neues und

besseres Lebensgefühl. Auf einmal ist

Abnehmen ganz leicht geworden.

Freu mich damit schon sehr auf die

nächsten Triathlons.

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NAME: Hermann Bauer

BERUF: Technischer Planer

SPORT: Laufen/Rad

KILO VORHER/NACHHER: 90kg/86kg

Nach 12 Jahren glücklicher Ehe mit

drei Kindern trage ich ein paar Kilo

zu viel mit mir herum. Da 2020 ein

Herbstmarathon auf der Liste steht,

kam die Peeroton-Testaktion genau

zum perfekten Zeitpunkt. Die

Reinigungsphase zu Beginn ist

natürlich eine sehr große Herausforderung;

es geht dabei vor allem um

die Umstellung auf neue Gewohnheiten.

Vor allem in der sogenannten

Abnehmphase mit 2x SLIM SHAKE

pro Tag ging es mir echt gut. Einzig

um die Osterfeiertage wurde etwas

genascht. Die

Shakes habe ich

meist mit

verschiedenen

Früchten bzw.

Obst aufgepeppt.

Fazit: SLIM

SHAKEN ist eine

sehr einfache Möglichkeit vier Kilo in

nur vier Wochen zu verlieren. Das

Lauftraining klappt nun im doppelten

Sinn noch leichter. Danke SLIM

SHAKE.

SPORTaktiv

25


DAS GUTE

SO NAH

uperfoods? Was ist das

überhaupt? Schon die Bezeichnung

hat das Potenzial,

unterschiedliche Gefühlsregungen

auszulösen: von neugierig bis

skeptisch. Sagen wir es geradeheraus:

„Superfoods“ ist ein Marketingbegriff.

Eine wissenschaftliche Definition gibt es

nicht. Gemeint sind damit pflanzliche

Lebensmittel, die von Natur aus mit einer

besonderen Dichte an Nährstoffen,

„SUPERFOODS“ WACHSEN NICHT NUR IN DER FERNE.

SPORTAKTIV-EXPERTIN JANE BERGTHALER BRICHT

EINE LANZE FÜR DIE KRAFT DER NAHRUNGSMITTEL,

DIE IN UNSEREN GÄRTEN, AUF BALKONEN UND SOGAR

FENSTERBRETTERN GEDEIHEN. UND NICHT WENIGER

„SUPER“ SIND WIE CHIA-SAMEN ODER GOJI-BEEREN.

VON CHRISTOF DOMENIG

Fotos: iStock, Jane Bergthaler

26 SPORTaktiv


JANE BERGTHALER,

BSC MSC

ist Diätologin mit

Spezialgebiet Sporternährung.

www.diaetologisch.at

ihre positiven Effekte sind andererseits

noch lange nicht zu Ende erforscht. In

jedem Fall aber sind sie ein wichtiger

Grund dafür, warum ein hoher Anteil

an pflanzlichen Nahrungsmitteln in der

tagtäglichen Ernährung so wichtig ist.

Um Superfoods zu erkennen, soll man

auf seine Sinne vertrauen, empfiehlt Jane

Bergthaler. Faustregel: Satte, auffällige

Farben, ein intensiver Geruch und ebensolcher

Geschmack deuten auf besondere

Eigenschaften hin. „Wie bei den Roten

Rüben oder Tomaten, bei Kohlgemüse,

Zwiebel oder Knoblauch.“

Studien belegen,

dass Ausdauersportler

von der

Kraft der Roten

Rübe profitieren.

Aber auch für

andere Sportler

sind sie spitze.

Substanzen oder Eigenschaften ausgestattet

sind, die einen Mehrwert versprechen.

Dabei geht es um die Gesundheit

wie um die sportliche Leistungsfähigkeit.

Die Superfoods als reinen Marketinghype

abzutun, würde ihnen aber unrecht

tun, weiß Jane Bergthaler, Diätologin

mit Spezialgebiet Sporternährung. Die

Expertin widmet sich seit Längerem Lebensmitteln,

die für Sportler von Natur

aus besser sind als andere.

Beim Wort Superfoods haben viele

vielleicht Acai- oder Goji-Beeren, Chia­

Samen oder andere Exoten vor dem

geistigen Auge. Oft jedenfalls Lebensmittel,

die rund um den Erdball gekarrt

werden. In Wahrheit liegt das Gute nah:

Brokkoli, Brennnessel, Kresse, Haferflocken,

Rote Rüben, Leinsamen, Heidelbeeren,

um nur einige zu nennen (siehe

Kasten hinten): Superfoods wachsen in

unseren Gärten oder wild auf den Wiesen,

lassen sich auf Balkonen und sogar

Fensterbrettern züchten. Nicht schlecht

in Zeiten von Klima- und Corona-Krise,

in denen viele wieder den Wert regionaler

Produktionskreisläufe entdecken.

„Allen, die ihrem Körper Gutes tun

wollen“, empfiehlt die Expertin einen

Blick auf die Superfoods zu werfen. Und

speziell auch den ambitionierten Sportlern,

die ihrem Körper durch Training

viel abverlangen: Intensiver Sport bedeutet

schließlich für den Körper Stress –

ebenso wie UV-Strahlung oder Umweltbelastungen:

„Eine gesunde Ernährung

ist für Sportler absolut wichtig, um einen

Nährstoff-Mehrverbrauch regelmäßig

auszugleichen.“ Auch dazu leisten

Superfoods ihren Beitrag.

Welche Inhalts- oder Nährstoffe ein

Superfood aus der Masse hervorheben,

ist unterschiedlich: Es kann die besondere

Dichte von Vitaminen oder Mikronährstoffen

oder auch von Antioxidantien

sein. Für Jane Bergthaler ist vor allem

ein hoher Anteil sekundärer Pflanzenstoffe

ein guter Grund, zuzugreifen.

Diese leisten vielfältige gute Dienste,

Die Basis muss stimmen

Wie integriert man Superfoods sinnvoll

in seine Ernährung? Zunächst gilt: Die

Basis muss stimmen. Ohne diese Grundvoraussetzung

hilft ein einzelnes Superfood

wenig. Dazu gehört die regelmäßige

und ausreichende Flüssigkeitszufuhr

ebenso wie ein gut abgestimmtes Verhältnis

bei der Aufnahme von Kohlenhydraten,

Proteinen und Fetten – wie

hier schon oft beschrieben. „Eine ausreichende

Zufuhr an Nährstoffen, Vitaminen,

Mineralstoffen und sekundären

Pflanzenstoffen ist für Sportler sehr

wichtig, für den Leistungszuwachs wie

für die Regeneration“, betont Bergthaler.

Ist man hier gut aufgestellt, kommen

Superfoods ins Spiel: sozusagen als wertvolles

„Topping“ obendrauf. Ein Praxisbeispiel:

Unmittelbar nach intensiven

Sporteinheiten kann die Zufuhr von Eiweiß

und Kohlenhydraten die Regenerationszeit

verkürzen. „Hier würde sich

zum Beispiel ein Smoothie mit Haferflocken,

Beeren, Samen, Spinat anbieten.

Ein perfekter Grundstock für eine

schnelle erste Regeneration“ – siehe den

Rezepttipp hinten.

Konkret empfiehlt Jane Bergthaler:

„Zunächst einmal die eigene Ernährungssituation

anschauen: Wie ernähre

ich mich, wo kann ich etwas adaptieren?

Aus Gründen der Verträglichkeit soll

man jedoch nicht von heute auf morgen

alles umstellen, sondern kleinweise mehr

von den besonders wertvollen Nahrungsmitteln

in den Speiseplan integrieren.“

Gerade im Sport ist dabei auch

SPORTaktiv

27


Regenerations-

Smoothie

1 große Hand voll Heidelbeeren

(oder Erdbeeren, Himbeeren ...)

3 Marillen (od. außerhalb der

Saison: 1/2 Banane)

1 EL Honig

3 gehäufte EL Haferflocken

150 g Naturjoghurt

250 ml Sojadrink mit Kalzium

nach Belieben „Grünes“ wie

Spinat, Minze, Zitronen melisse

(ergibt in etwa 70 g Kohlenhydrate

und 20 g Eiweiß)

Sprossen

Sprossen – wie die Gartenkresse, die jeder kennt – sind

wahre Energiebündel aus Mineralstoffen, Vitaminen, sekundären

Pflanzenstoffen oder auch mehrfach ungesättigstets

die Verträglichkeit

zu beachten, die sich

direkt auf die Leistungsfähigkeit

auswirke:

Kohlgemüse wie

Brokkoli können, so

wertvoll die Inhaltsstoffe

auch sind, schnell zu

Leistungsbremsen werden,

wenn sie unmittelbar

vorm Training

oder Wettkampf in

größeren Mengen gegessen

werden. „Generell

soll man immer beobachten,

wie man auf Änderungen in der Ernährung

reagiert. Denn das ist individuell unterschiedlich.“

Kurze Wege, schonende Verarbeitung

Seit der Ernst der Klimakrise erkannt wurde, achten viele

Konsumenten auf kurze Transportwege und mit Covid-19

hat sich der Trend noch verstärkt. Die Diätologin

sieht es auch als wichtiger an, auf Regionalität und Sai­

WAS STECKT DRIN?

Einige heimische Superfoods, die jeder kennt

Haferflocken

Haferflocken enthalten komplexe Kohlenhydrate, vergleichsweise

viel pflanzliches Eiweiß, viele Ballaststoffe

sowie wichtige Mineralstoffe wie Zink, Phosphor und Magnesium.

Von allen Getreidesorten enthält Hafer am meisten

B-Vitamine (B6 und B1), die zur Funktion des Energiestoffwechsels

und des Nervensystems beitragen.

Rote Rüben

Studien belegen, dass Roter-Rüben-Saft einen positiven

Einfluss auf die Ausdauer von Leistungssportlern hat.

Grund: Die darin enthaltenen Nitrate und Nitrite verbessern

die Sauerstoffaufnahmekapazität. Auch die Mineralstoffe

Kalium und Natrium unterstützen beim Sport und

spielen für Nerven wie Muskeln eine wichtige Rolle.

Knoblauch

Mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien

stärkt Knoblauch das Immunsystem und hält Gefäße gesund.

Die zahlreichen sekundären Pflanzenstoffe wirken

entzündungshemmend und beugen Infektionen vor. Beim

Pressen entsteht Allicin, das sorgt nicht nur für den typischen

Geruch, sondern wirkt unter anderem antibakteriell.


sonalität zu achten als auf ein Bio-Label: „Kleine Bauern,

die hervorragende Lebensmittel produzieren, können

sich oft keine Bio-Zertifizierung leisten.“ Man kann

aber auch selbst unter die Produzenten gehen und sich

Superfoods züchten, auch in einer Stadtwohnung:

Sprossen jeder Art lassen sich auf jeder Fensterbank ziehen

– „in diesen Keimlingen steckt ganz viel drin.“

Die Art der Zubereitung ist durchaus von Bedeutung:

Viele Nährstoffe können sonst verloren gehen.

Faustregel: sanfte Zubereitungsarten (wie garen, dünsten)

bevorzugen. Und zugleich auf jeweilige Eigenheiten

der Superfoods achten: Manche entfalten roh ihre

beste Wirkkraft, andere erst, wenn man sie behandelt.

Knoblauch etwa setzt erst beim Pressen Allicin, einen

besonders wertvollen Inhaltsstoff, frei.

Im Kasten haben wir euch ein paar heimische und

für Sportler besonders wertvolle Superfoods aufgelistet.

Freilich gibt es deutlich mehr. Als Fazit bleibt: „Superfoods

sind super“, sagt Jane Bergthaler – „es gibt aber

nicht das eine Lebensmittel, das allein alles leistet. Die

richtige Mischung macht es, und

die Superfoods sind die

Highlights oben drauf.“

Voll im

Takt.

Mit MSM und

Kurkumaextrakt

ten Fettsäuren. Der Nährstoffgehalt von

Sprossen steigt während der Keimung

kontinuierlich an. Auch keimfähige Samen

von Dinkel, Hafer, Kürbis oder Sonnenblumenkernen

eignen sich für das Ziehen

von Sprossen, das nur wenige Tage dauert.

Brokkoli

Er gehört zu den Kohlgemüsen und enthält viel Kalzium,

Karotin und Magnesium und wertvolle Senfölglycoside,

welche Infektionen vorbeugen sollen. Außerdem Phosphor,

Zink, die Vitamine B1, B2, B6 und E, sowie wertvolle

sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Flavonoide und

Lutein.

Heidelbeeren

Heidelbeeren sind reich an einer Vielzahl an gesunden Inhaltsstoffen:

Vor allem enthalten die „Schwarzbeeren“

eine Vielzahl an Antioxidantien – aber auch Ballaststoffe,

Vitamine (A, B, Beta-Carotin, C, E) sowie Mineralstoffe

wie Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium.

Brennnessel

Bekannte Wildkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn und

viele andere sind einheimische Superfoods. Brennnesseln

enthalten zum Beispiel mehr Vitamin C als vergleichbare

Mengen Zitrusfrüchte und ebenso viel Eiweiß wie die

bekannt proteinreichen Hülsenfrüchte. In den Blättern

stecken Provitamin A, B-Vitamine, Folsäure, Vitamin C und

Vitamin D, Flavonoide, wichtige Nervenbotenstoffe und

Mineralstoffe wie Kieselsäure, Eisen und Kalium.

Alpinamed ® MSM Arthro

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WIRBELSÄULENTRAINING

PILATESTRAINING

VS.

Zwei Wege, zwei

Namen, vereint in

einem: dem Ziel. Bei

beiden Trainingsmethoden

geht es um

die Stärkung unserer

Tiefenmuskulatur.

Egal, ob Pilates (links)

oder Wirbelsäulentraining

(rechts) – beide Trainingsvarianten

haben die Kräftigung

der Tiefenmuskulatur

zum Ziel.

Pilates ist eine Trainingsmethode,

welche von J.H. Pilates im Jahre

1922 konzipiert worden ist. Beim

Pilatestraining geht es primär um die

richtige Ansteuerung der Tiefenmuskulatur!

J.H. Pilates hatte also schon vor fast 100

Jahren diesen Zugang zu seinem Körper

und seiner rumpfstabilisierenden Muskulatur

in der „Tiefe“ – beeindruckend!

30 SPORTaktiv


MAG. CLAUDIA

NOVAK-TROPPER

hat Sportwissenschaften und Leibeserziehung

studiert, ist Personal Trainerin und am WIFI

Steiermark Lehrgangsleiterin in den Ausbildungen

„Dipl. Pilates trainer“ und

„Dipl. Wirbelsäulentrainer“

www.cgym.at

INFOS ZUR AUSBILDUNG:

www.stmk.wifi.at

ANZEIGE / Fotos: Basil

Wirbelsäulentraining ist eine Trainingsmethode,

die auch die Tiefenmuskulatur unseres

Rumpfes in den Vordergrund stellt. Diese

Grundlage ist jedoch nicht von Anfang an vermittelt

und unterrichtet worden.

In den letzten Jahren wird immer häufiger

von „Core Training“ gesprochen. Was bedeutet

Core? Wörtlich übersetzt heißt es Kern. Ein

Kern liegt in der Tiefe und Mitte einer Frucht.

Nur wenn der Kern gesund ist, kann sich die

Frucht gut und gesund entwickeln. Nicht

umsonst gibt es schließlich den altbekannten

Ausdruck: „Ich bin kerngesund.“

Dementsprechend bedeutet Core auf unseren

Körper bezogen die starke Mitte, die Muskulatur

in der Tiefe und Mitte unseres Körpers –

die Tiefenmuskulatur!

Somit sind sowohl die Pilatesmethode als

auch das Wirbesäulentraining zwei Wege, die

die Stärkung der Tiefenmuskulatur durch bewusste

Ansteuerung als primäres Ziel haben.

Doch Muskeln, die man nicht sehen und

angreifen kann, sind oft für viele nicht attraktiv,

nicht „trainingswürdig“, denn das Trainingsergebnis

ist nicht durch Muskelzuwachs

erkennbar. Das Trainingsergebnis ist spürbare

Stabilität, ein Gefühl, von innen getragen und

wider die Schwerkraft in Längsspannung des

Rumpfes aufgerichtet zu sein.

SPORTaktiv

31


SCHMERZEN

TRAIN THE BRAIN! SPORT­

AKTIV-LESER MARKO WEBER

HAT BEI UNSERER LESER­

AKTION „DU BIST RAUS“ EIN

MENTALCOACHING BEI WOLF­

GANG SEIDL GEWONNEN. WAS

ER DABEI GELERNT HAT, WIE

ER DAMIT UMGEHT, DASS IHM

SEIN ZIEL VIELLEICHT ABHAN­

DEN KOMMT UND WIE ER MIT

SCHMERZ UMGEHT.

VON KLAUS MOLIDOR

FOTOS: THOMAS POLZER

SIND EIN

PRIVILEG

32 SPORTaktiv


Wolfgang Seidl (links) mit

Leser Marko Weber bei

der Biofeedback-Messung

in seiner Praxis in Bierbaum

bei Bad Blumau.

DU BIST RAUS!

DIE SPORTAKTIV LESERAKTION

W

o, wenn nicht bei so einem

Unterfangen, ist ein

Mentalcoaching notwendig.

Marko Weber will

den 24-Stunden-Lauf im oststeirischen

Bad Blumau laufen. Alleine, auf einer

Runde, die gerade ein bisschen mehr als

einen Kilometer lang ist. Als einer der

Gewinner unserer Leseraktion „Du bist

raus“ bekommt er dabei Unterstützung

von Mentalcoach Wolfgang Seidl, der

schon Triathlon- und Fußballprofis betreut

hat und betreut. „Die Einheiten

mit Wolfgang haben mir schon sehr geholfen“,

berichtet Marko. Vor dem Corona-Lockdown

haben sich die beiden

schon dreimal getroffen, danach einmal

einen Termin via Skype absolviert.

Begonnen haben die beiden in der

Praxis von Wolfgang Seidl in Burgau bei

Bad Blumau mit Biofeedback-Messungen

und Atemübungen. „Um die Nervosität

und die Anspannung vor dem Start

zu senken“, erklärt Wolfgang Seidl. Also

atmet Marko langsam und länger aus als

ein. Kurz vor dem Einatmen hält er den

Atem kurz an. Schon nach ein, zwei Minuten

geht die Stresskurve merklich

nach unten. Weil zu viel Spannung der

optimalen Leistungsentfaltung aber

ebenso abträglich ist wie zu wenig Spannung,

arbeiten die beiden auch an der

Aktivierung. „Das gelingt durch Klopfen

auf die Thymusdrüse“, erzählt Marko.

Weil alle seine Vorbereitungswettkämpfe

abgesagt werden mussten, „werde

ich jetzt einmal im Training eine

Wettkampfsituation simulieren müssen“,

sagt der 45-Jährige. Drei Ausdauereinheiten

pro Woche stehen bei ihm jetzt

auf dem Programm, dazu ein Kraft-Ausdauer-Training

und eine Einheit Koordination

und Dehnen.

Besonders weitergeholfen haben ihm

Wolfgang Seidls Anregungen zum Thema

Schmerzen. „Er hat mir gesagt, ich

soll sie positiv nehmen und als Privileg

sehen, dass nur ich alleine sie spüre und

nur, weil ich so lange laufen kann. Tatsächlich

kann ich den Schmerz jetzt annehmen

und bekämpfe ihn nicht mehr.“

Generell arbeiten die beiden viel mit

Visualisierungen, die helfen sollen,

schwierige Situationen im Wettkampf zu

überstehen. „So wie ein Pilot im Simulator

immer und immer wieder z.B.

Triebwerksausfälle simuliert, bereite ich

Marko auf schwierige Momente vor“, erklärt

Wolfgang Seidl. „Diese Techniken

muss man präventiv und regelmäßig trainieren,

um sie im Ernstfall parat zu haben.“

So soll sich Marko beispielsweise

bereits errungene Erfolge vors geistige

Auge rufen. „Das hab ich schon öfter

ausprobiert und du bekommst dadurch

echt einen Extra-

Boost.“ Im jüngsten

Termin via Skype ist

dann das Thema

Energie im Mittelpunkt

gestanden. Jeder,

so Wolfgang

Seidl, hat ein Kraftzentrum

im Körper.

Ob Herz oder

Bauch oder ganz

woanders, das kann

individuell ganz verschieden

sein. „Ich hab so was vorher

noch nie gemacht und es war ein bisschen

komisch“, erinnert sich Marko.

„Aber ich habe dann mit geschlossenen

Augen ruhig geatmet und mich darauf

konzentriert es zu spüren.“ Siehe da, es

gelang. „Und von dem Zentrum aus,

stelle ich mir jetzt vor, wie sich die Energie

gleichmäßig auf den ganzen Körper

verteilt.“ Ebenfalls eine Übung, die ihn

weitergebracht hat und bei der er darauf

brennt sie einmal vor einem Wettkampf,

oder jetzt eben einer Wettkampfsimulation,

einsetzen zu können.

Kurven sind

aktuell in aller

Munde. Diese

zeigt aber die

Phasen mentaler

Spannung

und Entspannung.

SPORTaktiv

33


WOLFGANG SEIDL

ist ehemaliger Leistungssportler und arbeitet

jetzt als Mentalcoach in Wien und

Bierbaum bei Bad Blumau (St). Er betreut

Einzelsportler, stressgeplagte Menschen

sowie Fußballmannschaften und Unternehmen.

www.mana4you.at

Worauf sich Wolfgang Seidl und Marko

Weber aber natürlich auch vorbereiten

in Zeiten wie diesen, ist: eine mögliche

Absage des Wettkampfs und damit

den Wegfall des großen Ziels für Marko.

„Klar sprechen wir auch darüber. Ich

sehe das positiv. Ich bin sowieso gerne

draußen unterwegs. Sollte der Lauf

nicht stattfinden, freue ich mich darüber,

dass ich so fit wie nie in die Bergsaison

gehe. Ich hab jetzt schon so viel

erreicht für meine Fitness, dass ich dann

einfach größere oder anstrengendere

Touren unternehmen kann. Diese Einstellung

hatte ich schon, Wolfgang hat

sie aber noch verstärkt.“

Von der körperlichen Fitness seines

Gegenübers kann man sich aktuell nur

schwer überzeugen. Statt einer gemeinsamen

Laufrunde erzählt uns Marko via

Telefon von seinen Fortschritten. Seine

mentale Fitness hört man aber auch

durch den Handylautsprecher. Fröhlich

und optimistisch klingt er, was immer

die nächsten Wochen und Monate auch

bringen mögen. Einen 24-Stunden-Lauf

oder einen hohen Berggipfel, oder vielleicht

keines von beiden. Marko Weber

ist auf alle Fälle darauf vorbereitet. In jeder

Hinsicht. Denn wie ihm Wolfgang

Seidl mitgegeben hat: „Schau auf dich,

konzentrier dich auf deine Leistung, nur

die kannst du beeinflussen und sei zufrieden

damit, egal, was um dich geschieht.“

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34 SPORTaktiv


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1

„IM BREITENSPORT WIRD MEHR

GEDOPT ALS IM SPITZENSPORT“

Viele Sportler wissen oftmals nicht, was unter

die Definition von Doping fällt. Oft kommt

es zur Vermischung der Begriffe Doping und

Substanzmissbrauch (Schmerzmittel,

Nahrungsergänzungsmittel etc.). Im

Breitensport wird häufig Substanz- bzw.

Medikamentenmissbrauch betrieben, ohne

leistungssteigernde Wirkung. Aus gesundheitlicher

Sicht bestehen beim Substanzmissbrauch

ebenso hohe Risiken.

2

„IM BREITENSPORT GIBT ES KEINE

DOPINGKONTROLLEN“

Die NADA Austria kontrolliert seit Jahren

auch im Breitensport. Bei Veranstaltungen,

die unter den Zuständigkeitsbereich des

jeweiligen Sportfachverbands fallen, stimmen

die Teilnehmer mit der Anmeldung den

Anti-Doping-Regularien zu und können zu

einer Kontrolle aufgefordert werden. Die

NADA Austria führt aktuell jährlich ca. 3000

Dopingkontrollen durch.

3

„ALS SPORTLER DARF ICH KEINE

MEDIKAMENTE NEHMEN“

Bei der Einnahme von Medikamenten gilt

besondere Vorsicht, da ca. 2000 der im

Austria Codex registrierten Präparate

verbotene Substanzen enthalten oder mit

verbotenen Methoden verabreicht werden.

Die NADA Austria empfiehlt jede Art der

Behandlung selbst auf erlaubte Alternativen

zu überprüfen. Zur Unterstützung bietet die

NADA Austria eine Online-Medikamentenabfrage

und die MedApp, die alle Medikamente

des Austria Codex auf ihre Zulässigkeit

nach der aktuellen Verbotsliste klassifiziert.

4

„OHNE NAHRUNGSERGÄNZUNGS­

MITTEL GEHT NICHTS“

Nahrungsergänzungsmittel sollten nie

wahllos eingenommen werden, es sollte

immer der individuelle Bedarf bestimmt

werden. Die Einnahme sollte erst nach

entsprechender Beratung einer qualifizierten

Fachkraft erfolgen. Zudem sind sich Experten

einig, dass eine ausgewogene Ernährung nicht

durch Nahrungsergänzungsmittel ersetzt

werden kann.

MYTHOS

ODER FAKT?

Nahrungsergänzungsmittel bergen zudem

das Risiko von Verunreinigungen mit

verbotenen Substanzen, welche neben den

gesundheitlichen Gefahren auch zu positiven

Dopingtests führen können. Bei einem

tatsächlichen Bedarf sollte man auf getestete

Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, die

auf den Plattformen Kölner Liste, NSF Sport

oder Informed Sport eingesehen werden

können.

Der NADA-Selbsttest:

• Habe ich einen tatsächlichen diagnostizierten

Mangel oder erhöhten Bedarf?

• Kann ich diesen erhöhten Bedarf oder

Mangel nicht mit normaler Ernährung

abdecken?

• Ist mein Nahrungsergänzungsmittel

getestet?

• Ist meine Bezugsquelle vertrauenswürdig?

5

„BETRUG WIRD ES IMMER GEBEN,

DA KANN MAN NICHTS MACHEN“

Betrug kommt in der Gesellschaft leider

immer wieder vor. Umso wichtiger ist es, die

Vorbildwirkung im Sport für die gesamte

Gesellschaft zu erhalten und dem Prinzip der

Fairness nachzukommen, da schon jungen

Sportlern diese Werte vermittelt werden.

Betrügerische Vorgänge sind keinesfalls zu

akzeptieren!

Was kann ich als Einzelner für sauberen Sport

tun? Wie in anderen Bereichen braucht es

Menschen, die Betrug, Unfairness und

falsches Verhalten aufzeigen. Wir bieten

diesen Menschen (anonyme) Hinweisgebersysteme,

damit Athleten eine Stimme für

sauberen Sport gegeben wird. Als NADA

Austria führen wir täglich Maßnahmen für

ein besseres Bewusstsein in diesem Bereich

durch, wir setzen nicht nur beim Einzelnen

an, sondern versuchen auch Strukturen für

gesunden und sauberen Sport in Österreich

zu schaffen.

ALLE TIPPS UND MEHR INFOS

FÜR SAUBEREN SPORT: www.nada.at

SPORTaktiv

35


ALLES

IM BLICK

WARUM BRILLENTRÄGER AUCH BEIM SPORT IHRE

SEHLEISTUNG OPTIMIEREN UND IHRE AUGEN

SCHÜTZEN SOLLEN, WELCHE VARIANTEN ES FÜR

OPTISCHE SPORTSONNENBRILLEN GIBT UND

WELCHE SICH FÜR WEN EIGNEN.

Auf eine Brille im Alltag kann

kaum jemand mit Fehlsichtigkeit

verzichten. Beim Sport nehmen

viele aber in Kauf, nicht optimal

zu sehen. Dabei ist in vielen Sportarten

gutes Sehen ebenso sicherheits- wie leistungsrelevant.

„Nur wenige Sportler verwenden

eine optische Sportbrille. Allerdings

kann die UV-Strahlung, gerade bei

langen sportlichen Aktivitäten im Freien,

Hornhaut, Bindehaut und die Netzhaut

schädigen“, stellt Optikermeister Stefan

Gutmann klar.

Dabei ist der Aufwand auf dem Weg

zum scharfen Sehen im Sport gering. Gerade

in den letzten rund fünf Jahren hat

sich am Markt viel getan. Es lassen sich

heute deutlich mehr Sportbrillen optisch

verglasen, ebenso ist die Abbildungsqualität

besser geworden und es gibt ein größeres

scharfes Blickfeld. Mehr Glasfarben

und Verspiegelungsvarianten sorgen dafür,

dass es für jeden Sport eine große Auswahl

gibt.

Grundsätzlich stehen drei Systeme mit

optischer Verglasung zur Verfügung:

STEFAN

GUTMANN

ist Optikermeister und Sportbrillen-Spezialist

bei Miller

UNITED OPTICS in Innsbruck,

einem von über 90 UNITED-

OPTICS-Standorten in

Österreich und Deutschland.

www.unitedoptics.at

CLIP-IN: In die Sonnenbrille wird ein

Einsatz mit Korrekturgläsern geklippt.

Dabei ist der Aufwand gering, die getönten

Scheiben können beliebig gewechselt

werden. Und wenn sich die Sehstärke verändert,

reicht es, die Clip-in-Brille zu

tauschen. Der Nachteil: Die Korrekturgläser

sind kleiner als die getönten Scheiben,

wodurch nicht der komplette Sichtbereich

scharf ist. Und die Gläser können

leichter beschlagen.

ANZEIGE / Fotos: United Optics, Mirja Geh

36 SPORTaktiv


DAS ZEICHNET

GUTE SPORT-

BRILLEN AUS

GUTER SCHUTZ: Um vor Fremdkörpern

wie Insekten oder Pollen

geschützt zu sein, sollte die Brille

fest sitzen und das gesamte Gesicht

umschließen.

ANPASSBAR: Verstellbare Nasenpads

und anpassbare Bügel erhöhen den

Tragekomfort.

BRUCHSICHER: Metallteile und Glas

sind tabu – meist werden bei Sportbrillen

Kunststoffe wie Polycarbonat

verwendet.

BELÜFTUNG: Um nicht zu beschlagen,

sollte die Brille ausreichend belüftet

sein. Zusätzlich schützen spezielle

Glasbeschichtungen.

TÖNUNG: Farbe und Intensität dem

Sport anpassen:

• Gelb und Orange erhöhen die Kontraste

und sind optimal für Biken,

Trekking, Golf, Outdoorsportarten.

• Braun ist bei hellem Licht besonders

wirkungsvoll und bietet eine große

Farbtreue.

• Grau verringert die störende

Blendung, hat aber weniger

Kontrastwirkung.

• Selbsttönende Gläser passen sich

den jeweiligen Lichtverhältnissen an.

• Polarisierende Gläser vermindern

Lichtreflexe von spiegelenden

Oberflächen wie Wasser, Sand

oder Schnee.

UV-SCHUTZ: Dunkle Brillen tragen

sich an hellen Tagen angenehm, weil

sie den Blendungsgrad verringern.

Doch das allein sagt nichts über den

UV-Schutz aus. Ohne UV-Schutz dringen

die schädlichen Strahlen ungehindert

durch die Gläser hindurch. Daher

beim Kauf immer auf eine gute

Beratung achten!

SPORTaktiv

37


SCHUTZ FÜR

DEIN GEHÖR

Neben dem Sehsinn sollte auch das Gehör im

Freizeit sport Beachtung finden. Wer weiß zum Beispiel,

dass nicht nur Lärmeinwirkung, sondern etwa

auch das Schwimmen auf lange Sicht das Gehör

schädigen kann? „Ein Gehörschutz fürs Schwimmen

schützt vor dem Eindringen von Wasser und Entzündungen“,

erklärt Hörakustik-Expertin Lydia Zechmeister.

„Der Schutz verhindert auch das Austrocknen

des Gehörgangs. Durch ein

individuelles Anpassen an

den Gehörgang sitzt der

Schutz perfekt und kann

nicht herausfallen“, sagt

Zechmeister. Zu empfehlen

sei so ein Schutz für alle,

die viel und regelmäßig

schwimmen: von Kindern

über Hobbysportler bis hin

zu Triathleten.

Dass Schutz vor zu langer

und zu großer Lärmeinwirkung

im Sport ein wichtiges

Thema sein kann, ist auch klar. Man denke an

den Motorsport – oder auch das Motorradfahren als

Freizeitvergüngen. Neben kostengünstigen Standardprodukten

kann man auch hierfür einen Gehörschutz

maßanfertigen lassen. Vorteil: Diese hochwertigen

Produkte sind wesentlich langlebiger und sie

tragen sich deutlich komfortabler.

Viele Sportler dürfte interessieren, dass es auch

maßgefertigte Kopfhörer gibt: Sie tragen sich besonders

angenehm, können nicht herausfallen und bieten

nicht zuletzt einen erstklassigen Sound: „Sie tragen

sich so gut, wie sie klingen“, sagt Zechmeister.

Maßgefertige Kopfhörer sind also erste Wahl für alle,

die sich im Sport gern von Musik motivieren lassen.

LYDIA ZECHMEISTER

ist Expertin für Hörakustik bei Aigner

UNITED OPTICS in Grieskirchen (OÖ).

Eine kostenlose Höranalyse dauert nur 30

Minuten und ist an 43 Hörakustik-Standorten

von UNITED OPTICS in Österreich möglich.

www.unitedoptics.at

Fotos: Lydia Zechmeister, AUDIA AKUSTIK GmbH

ADAPTERVERGLASUNG: Hier werden Teile der Originalgläser

der Brille durch Korrekturgläser getauscht. Das

scharfe Sichtfeld ist größer als beim Clip-in und die Gläser

beschlagen nicht so leicht. Allerdings muss man sich

hier auf eine Tönung festlegen. Und die Adaptervariante

kostet etwas mehr als eine Clip-in-Verglasung.

DIREKTVERGLASUNG: Die beste Lösung für Sportler,

die mit nur einer Filterfarbe das Auslangen finden. Die

geschliffenen Gläser werden direkt in die Fassung der

Brille eingearbeitet. Dadurch reicht der korrigierte Sehbereich

bis an den Rand. Auch bei stark gebogenen Brillen

ist der Schliff kein Problem mehr, Gleitsichtgläser

sind ebenso möglich wie selbsttönende Brillengläser.

Nachteile? Eine Direktverglasung ist ebenfalls teurer als

die Clip-in-Variante und wenn sich die Sehstärke ändert,

muss die Brille zur Gänze ersetzt werden.

EINE DUNKLE GLAS-

FARBE ALLEIN SAGT

NICHTS ÜBER DEN

UV-SCHUTZ AUS.

Egal, ob mit optischen oder nur getönten Gläsern:

Sonnenbrillen gehören beim Sport dazu. Denn

UV-Strahlung kann gerade bei langen sportlichen Aktivitäten

im Freien Hornhaut, Bindehaut und die Netzhaut

schädigen. Das gilt besonders im Sommer, da man sich

häufiger und länger im Freien aufhält und so die UV-Belastung

länger auf das Auge wirken kann. „Dass vor allem

die Augen hochsensibel sind und durch übermäßigen

oder falschen Sonnenkonsum nachhaltig geschädigt werden,

wird gerade von Freizeitsportlern oft zu wenig beachtet“,

berichtet Gutmann.

Eine Bindehautentzündung ist da nicht das Schlimmste.

„Es können sogar dauerhafte Schäden entstehen“,

warnt Gutmann. Die Hornhaut wirkt zwar grundsätzlich

als natürlicher UV-Filter und es kommt nur wenig Strahlung

bis zur Linse durch. Aber es gilt: „Schäden, die hier

entstehen, sind irreparabel. Mit einer Sportsonnenbrille

mit gutem UV-Schutz kann man dem einfach vorbeugen“,

weiß der Optiker. Wie erkennt man einen solchen

Schutz? Eine dunkle Glasfarbe sagt noch nichts darüber

aus – daher beim Kauf immer auf das CE-Zeichen auf

der Innenseite der Bügel und den Vermerk „100 Prozent

UV“ oder „100 UV 400nm“ achten.

38 SPORTaktiv


KOPFSACHE

BLEIBENDE LÜCKE

PETER

GURMANN

Sport- und Gesundheitspsychologe

sowie

Beratungs lehrer in

Klagenfurt. Kontakt:

peter.gurmann@aon.at

Der Tod ist in unserer modernen Gesellschaft

ein Thema, über das nicht

gerne gesprochen wird. Die Medienberichte

über das Massensterben durch das

Corona-Virus weichen dieses Tabu gerade

ein wenig auf. Jeder von uns ist früher

oder später mit dem Tod eines geliebten

Menschen konfrontiert, auch Sportler.

„Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit

eines uns lieben Menschen ersetzen kann,

und man soll das auch gar nicht versuchen;

man muss es einfach aushalten und

durchhalten; das klingt zunächst sehr hart,

aber es ist doch zugleich ein großer Trost;

denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt

bleibt, bleibt man durch sie miteinander

verbunden“, schreibt der Theologe

Dietrich Bonhoeffer.

Wie können wir über diese Lücke hinweg

verbunden bleiben? Dafür ist Trauerarbeit

nötig. Trauer ist ein Gefühl, welches

mir zeigt, dass ich einen Verlust erlitten

habe. Je mehr ich diesen Schmerz zulasse,

desto schneller wird der Prozess der Trauer

in der Regel vollzogen. Trauerarbeit führt

dazu, dass ich ohne das Verlorene wieder

leben kann.

Eine kleine Geschichte: Der Skirennläufer

Thomas Dreßen verlor als Elfjähriger

bei einem Seilbahnunglück seinen Vater,

einen Skitrainer. 2018 gewinnt der Bayer

das härteste Abfahrtsrennen der Welt in

Kitzbühel. Auf dem Helm von Dreßen

prangt links und rechts die Nummer 44.

Diese Zahlenkombination steht für den

vierten Buchstaben im Alphabet, das zwei

Mal: D. D. Die beiden Initialen beziehen

sich auf Dirk Dreßen, den Vater von Thomas.

Dieser gab ihm seine große Leidenschaft

für den Skisport weiter und fährt so

immer mit.

Empfohlen von

Patrick Lange

Triathlon World Champion

ADVANCED SWISS SUNCARE

Made in Switzerland

Hohe

Verträglichkeit

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AUS

PRO

BIERT

FIT

FLIEG, IKARUS

Als Ikarus seine Flügel angeschnallt bekommen hatte, wurde

ihm gesagt, dass er nicht zu hoch fliegen sollte. Wenn das für

uns Trailläufer nicht eine Aufforderung gewesen wäre. Zu

hoch und zu weit, zwei Wörter, die für uns nicht existieren. Wie

soll uns aber eine 200 Gramm leichte Laufweste dabei unterstützen?

Unser Ikarus wäre beim ersten Anblick wohl freiwillig

am Boden geblieben. CamelBak hat sich mit der neuen

ZEPHYR VEST (UVP € 139,95) aber richtig was einfallen lassen.

Ich schnalle mir also die „Flügel“ auf den Rücken und kann

durch die Riemen die Weste genau auf meine Bedürfnisse, für

höchste Stabilität und Passform, einstellen. An den Stellen, an

denen der Körper die meiste Wärme generiert, bietet die Weste

mit der „Body Mapping Technology“ eine optimale Belüftung.

Bei der Zweckmäßigkeit entpuppt sie sich als wahre Unterstützung

während unserer Off-Road-Abenteuer. Eine Tasche

mit Reißverschluss für das Mobiltelefon, eine integrierte Notpfeife

sowie Befestigungselemente für Trekkingstöcke. Die Taschen

sind leicht zugänglich und bieten Raum für Gels und Co.

Hinten ist Platz für die Pflichtausrüstung bei Wettbewerben,

vorne sind zwei weiche Trinkflaschen zu je 0,5 Liter integriert,

die stabil unterhalb der Schulter sitzen, eine Trinkblase (1 Liter)

kann auch verwendet werden. Mit der Weste können wir also

hochmütig nach der Sonne greifen und Abenteuer angehen.

ALLES ZUM MITNEHMEN DIES-

MAL IN UNSERER TESTRUBRIK:

WASSER UND GEPÄCK,

WARMES ESSEN UND SOGAR

EIN MASSEUR FÜR DAHEIM.

VON KEVIN LAIMER, THOMAS POLZER UND

KLAUS MOLIDOR

Fotos: Kevin Laimer, Thomas Polzer, Klaus Molidor

40 SPORTaktiv


TRIGGER TO GO

REISS AUF DEN BEUTEL!

Mitte Mai hatten wir unseren ersten Ausflug mit Auto-Dachzelt

– in die Berge des oberen Murtals. Mit im Schlepptau ein

Gericht von FORESTIA Auf den Tageswanderungen gab’s

natürlich die klassische „Jausn“. Aber wir wollten testen, ob

Forestia eine Alternative ist. In unserem Fall war genug Platz

für Kocher und Co., aber was, wenn z. B. eine Mehrtageswanderung

ansteht? Dann ist zwischendurch eine warme Mahlzeit

ganz angenehm und wenn das ganze Equipment zum Kochen

nicht mitgeschleppt werden muss, umso besser!!

Verspannungen und Schmerzen sind ja nie gut. In der

Corona-Krise aber doppelt blöd, weil der Physiotherapeut

des Vertrauens ja nicht offen hatte. Homeoffice ist

in dem Job auch irgendwie nicht so ganz wirksam. Wobei

mein Marko auch dafür eine Lösung hat, in Form einer

Empfehlung und die betrifft den Selbstmassagehaken

von HIGH PULSE (um rund 30 Euro im Internet

bestellbar). Damit kann ich mir jetzt den vom Homeoffice

verspannteren Nacken super massieren oder Triggerpunkte

behandeln und damit Schmerzen und Problemchen

beim Sport lindern. Im Lieferumfang ist auch ein

Poster enthalten, wo welche Punkte sind und was man

mit dem Haken alles so massieren kann und wie. Ersetzt

den Arzt nicht und meinen Marko auch nicht, ist aber für

die schnelle Hilfe zwischendurch eine echte Hilfe und

lässt sich auch easy in den Urlaub mitnehmen.

Forestia bietet da eine innovative Lösung: der Self-Heat-Beutel.

Wie funktioniert’s? Man füllt den Beutel mit Wasser, wodurch

dieser sich mithilfe einer chemischen Reaktion erhitzt.

Das Essen darin ist dann angeblich in wenigen Sekunden

verzehrbereit. Leider konnten wir diese Version nicht testen,

obwohl er das Highlight an der Sache ist, somit haben wir uns

auf den Geschmack konzentriert und ganz klassisch unser

Chicken Madras mit Reis (€ 7,95) mittels Campingkocher in

kochendem Wasser aufgewärmt. Die großzügige Portion mit

350 Gramm haben wir dann direkt aus dem Beutel (wie empfohlen),

händisch leicht aufreißbar, gegessen. Der Geschmack

war gut, wie frisch gekocht, aber für unseren Maßstab war

es doch etwas zu salzig. Sehr positiv

ist, dass die Gerichte ausschließlich

aus natürlichen Lebensmitteln und

die Verpackungen aus recycelbaren

Materialien bestehen. Sie sind bis zu

36 Monate haltbar und haben einen

hohen Energie- und Ballaststoffgehalt

speziell für Outdooraktivitäten.

Fazit: Es gibt viele Argumente für diese Mahlzeiten als Alternative

zur Jause bei Outdooraktivitäten. Auch im Kocher. Aber

mit dem Heizbeutel ist es eine richtig runde Sache. Ich freu

mich drauf, die ganze Palette an internationalen Gerichten

(mit Fleisch, vegetarisch und vegan, € 7,95 bis € 9,95) im Beutel

dann aber mit Self-Heat -Beutel-System zu testen.

SPORTaktiv

41


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Infektionsgefahr wie z.B. Schürf- oder

Schnittwunden schützt BEPANTHEN ®

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Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen

informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

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42 SPORTaktiv


RUN

Training – Menschen – Material

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VIRTUELLER WETTBEWERB

Der LCC Wien hat seinen geplanten

Marathon als Virtual Run abgehalten.

Jeder lief für sich, mit Zeitnehmung

per App bzw Laufuhr. Die

Finisher-Medaille gab’s per Post.

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GLOCKNER „LIGHT“

Von 15. 6. bis 30. 9. soll es eine

„Light“-Version des Großglockner

Berglaufs geben. Dank Zeitmessstationen

kann man jederzeit gratis

laufen. Urkunden gibt es digital.

grossglocknerberglauf.at

CARBONSCHUH AUS JAPAN

Asics hat mit dem „Metaracer“ seinen

ersten Carbonschuh präsentiert,

der eine verbesserte Rückstellkraft

mit Federeffekt im Zehenbereich

hat. Alle Infos:

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SPORTaktiv

43


LAUFEN WIE

DAMALS

WAS TUN, WENN DAS ZIEL WEGFÄLLT? SO GANZ UND

KOMPLETT UND SAISONFLÄCHENDECKEND. ANTWORT:

DEN WEG ENTDECKEN UND DEN UR-ANTRIEB WIEDER-

FINDEN, DER UNS EINST ZUR BEWEGUNG GEBRACHT

UND UNS MIT IHRER FASZINATION ANGESTECKT HAT.

VON KLAUS MOLIDOR

s fühlt sich richtig an. So richtig und

gut wie schon lange nichts mehr. Laufen,

einfach laufen, ohne Pace und

ohne Ziel, ohne Herzfrequenzkontrolle

und ohne den imaginär erhobenen

Zeigefinger eines Trainingsplans. Einfach

Schuhe an und einen Schritt nach

dem anderen machen.

Die Corona-Krise hat alle Wettkampfplanungen

zunichte gemacht. Wie Perlen waren sie nacheinander

aufgereiht, die Laufbewerbe des Jahres. Halbmarathon

beim Welschlauf, 24-h-Staffellauf mit Freunden,

Großglockner Berglauf, Großglockner Ultra

Trail, und im Herbst als Krönung ein Marathon. In

Florenz vielleicht, oder in Valencia. Beide schön spät

im Kalender gelegen, damit sich ein Sommerurlaub

UND eine gute Vorbereitung ausgehen. Angesichts

dieser laufsportlichen Preziosen fallen die Vorsätze,

das gewohnte Verhaltensmuster zu durchbrechen,

gleich wieder über Bord. Wir drehen uns weiter in

der tiefen Rille der Schallplatte, bringen nicht den

Schubser zusammen, die Nadel aus der Bahn zu werfen

und das Immergleiche gegen eine neue Erfahrung

zu tauschen. Und dann: das Virus. Ein Schnitt und

die Perlen purzeln von der Schnur zu Boden, rollen

davon, die Nadel hüpft aus der Rille.

Was für ein Glück, dass wir Menschen sind. Die

radikale Veränderung, die über uns gestülpt wurde,

kann uns nicht dauerhaft etwas anhaben. Wir haben

die Fähigkeit zur Anpassung. Das hat das Überleben

unserer Art gesichert. Eiszeit, Tauwetter, Kontinentaldrift,

grundlegend veränderte Habitate – wir

haben uns angepasst. Dinosaurier? Mammuts? Mächtige

Tiere, aber ausgestorben. Wir passen uns an.

Und so fühlt es sich zwar gleich wie ein Verlust an,

als dämmert, dass es mit Wettbewerben heuer wohl

eher gar nichts werden wird. Gleich darauf aber

weicht dieses Gefühl einer tiefen, fundamentalen

Freude. Rausgehen ist plötzlich wieder ein Grundbedürfnis

wie Essen, Trinken und Schlafen. Selbst die

erste zaghafte Drei-Kilometer-Runde fühlt sich kostbar

an. Freiheit statt Beschränkung. Der Geist hört

den Atem, die Schritte, die Vögel statt Replikationsfaktor,

Kurvenabflachung, FFP2- Schutzmasken.

Daneben wird alles unwichtig. Wie schnell bin ich

denn gerade unterwegs? Völlig bedeutungslos. Ein

Rückschlag, ja, aber ein Rückschlag in ein damals, als

Laufen gleich Verbesserung des Wohlbefindens war.

Als die Tür hinter mir ins Schloss gefallen ist und ich

gewusst habe, wenn ich sie wieder aufsperre, geht es

mir deutlich besser. Egal, wie gut oder schlecht es mir

davor gegangen sein mag. Wie zaghaft sich die Blät-

Foto: Thomas Polzer

44 SPORTaktiv


SPORTaktiv

45


ICH LASSE MICH

ÜBERRASCHEN, VON

DER TAGESVERFAS-

SUNG, VON DEM,

WAS MIR MEIN

KÖRPER SAGT.

terknospen der Birke öffnen.

Wie viele unterschiedliche

Vogelstimmen

es gibt. Hab ich eigentlich

jemals eine Schwalbe über

mir gesehen auf dem

Trampelpfad meiner Hausrunde?

Laufen völlig nach Lust

und Laune hat wieder Einzug

gehalten, weil es keine

Mesozyklen mehr gibt,

keine spezifische Wettkampfvorbereitung,

kein

niedergeschriebenes Tapering

und keinen Formaufbau.

Dafür Laufen auf Gehör. Auf das Gehör des eigenen

Körpers. Wie weit wird es heute gehen? Auf

den ersten Schritten erlaube ich mir, diese Frage mit

„keine Ahnung“ zu beantworten. Ich lasse mich

überraschen, von der Tagesverfassung, von dem, was

mir mein Körper sagt. Schnell oder langsam, lange

oder kurz, Wald oder Straße – alles Optionen, die jedes

Mal offen sind. Der Zugang zum Gefühl ist wieder

schleusenweit geöffnet. Der Körper gibt den

Rhythmus vor. Was für ein Geschenk, wieder darauf

zu vertrauen, sich wieder daran auszurichten. Und

endlich gelingt es auch, Dehnungs- und Kräftigungsübungen

regelmäßig zu absolvieren, damit

eben das Grundbedürfnis nach Frischluft im Laufschritt

auch befriedigt werden kann.

Darunter verbirgt sich natürlich auch ein psychohygienischer

Effekt. In einer Lauftrance purzeln

die Gedanken losgelöst durchs Gehirn, springen

umher, fließen aus dem Innersten heraus. „Stream of

consciousness“ heißt das in der Literatur, „Bewusstseinsstrom“

auf Deutsch. Und genau so ist es. Ohne

Zusammenhang und Vorwarnung sprudelt es, tauchen

Ideen und Lösungen auf, neue Perspektiven auf

alte Situationen.

War das nicht einst der Katalysator meiner Laufbegeisterung?

Wo war dieses Gefühl der Leichtigkeit,

Zufriedenheit nur über die Jahre? Sicher, es war da,

aber in einer anderen Intensität und oft genug stand

vor dem Schuhbandbinden ein imperatives „muss“

und nicht ein dankbares „darf“. Wie schön wäre es

doch, wenn wir ein bisschen Gestern ins Morgen hinüberretten

könnten. In die Zeit, die wieder kommen

wird, mit ihren Wettkämpfen und Trainingsplänen

und dem Alltagstakt.

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zum Testen zur Verfügung. Leserin

Birgit Söls meint: „Ich trage den BH

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46 SPORTaktiv


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CHRISTOPH

SUMANN

war als Biathlet

viele Jahre

Weltklasse

und ist jetzt

leidenschaftlicher

Freizeitsportler.

Was passiert in der „Zeit danach“? Das

fragen sich jetzt viele und meinen die

Zeit n. C., nach Corona. Bei den

Profisportlern, die gerade ihre Karriere beendet

haben, bedeudet es die Phase ohne Leistungssport.

Mit Anna Veith und Dominik Landertinger

sind zwei Große zurückgetreten. Die

Karrieren waren übervoll mit Erfolgen, leider

auch mit gesundheitlichen Problemen. Auch in

der zweiten Reihe gibt es Rücktritte. Da spielt

wohl eher Corona und die unsichere Lage um

die Finanzierung und Wettkampfzukunft eine

Rolle. Das kann ich voll verstehen.

Was kommt „danach“? Bei mir war es keine

Notlage. Ich konnte mich zwei Jahre auf meinen

Rücktritt nach Olympia 2014 vorbereiten.

Am ersten Tag meiner „Pension“ habe ich mich

nicht in der Früh hingesetzt, die Zeitung aufgeblättert

und die Stellenangebote studiert. Ich

hatte längst einen Plan. Den braucht man,

denn Strukturen wie Trainingsplan, kleine und

große Ziele in Form von Wettkämpfen, Perioden

von Belastung und Entlastung fehlen. Damit

haben viele ein Problem, sie stürzen ins Bodenlose.

Was mir „danach“ nicht gefehlt hat, waren

die Hotels, die Flüge, die immer gleichen Wettkampforte.

Dafür waren die Emotionen und

der Reiz des Wettkampfes weg, Freude und Ärger

über Resultate. Ich für mich habe im Hobbysport

den Ausgleich gefunden und gelernt,

dass es nicht nur darauf ankommt, gut zu sein,

sondern auch einfach wo dabei zu sein. Halbmarathon,

Ironman und Radsport waren für

mich super Erfahrungen, echte Erlebnisse.

Wenn man will, kann man auch das bis zum

Exzess betreiben. Fast wie im Profisport. Oder

einfach genießen, endlich ohne Ziele und Beobachtung.

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Bildnachweis: © Philipp Reiter


DEN LOCKDOWN NUTZTE RAINER

PREDL ZU EINEM 70-KILOMETER-LAUF

UM SEINEN KÜCHENTISCH. DER

NIEDERÖSTERREICHER IST EINER DER

BESTEN ULTRALÄUFER ÖSTERREICHS –

UND GLEICHZEITIG DER RENNENDE

BEWEIS, WIE NAHE TRAGÖDIE UND

KOMÖDIE BEIEINANDERLIEGEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

CRAZY

NACH PLAN

Es klingt ein bisschen wie die Ausdauersport-Variante

der früheren

MTV-Serie Jackass. Kennt die

noch jemand? Rund ums Jahr

2000 versuchten sich in der US-Serie

„Stuntmen und/oder Verrückte“ an allerlei

schrägen Challenges, dass es oft

beim Zuschauen wehtat. Zu Beginn des

Corona-Lockdowns lief Rainer Predl aus

Lassee 11.024 jeweils 6,35 m kurze

Runden – oder 70 Kilometer rund um

seinen Küchentisch. Wer nur 20 Runden

um einen Tisch probehalber rennt,

kann den schwindelerregenden Aspekt

an der Tortur erahnen.

Im Livestream ließ sich denn auch

miterleben, dass Predl auf den ersten 20

Kilometern dreimal für längere Zeit aus

dem Bild verschwand. Weil sich der

Drehwurm und die Nahrungsaufnahme

(Banane, Cola, Wasser) nicht vertrugen,

musste er sich jeweils in den Garten

„verabschieden“. Nach dem dritten

rückwärtigen Frühstück verzichtete der

Ultraläufer auf weitere Verpflegung und

lief die restlichen 50 Kilometer mehr

oder weniger nüchtern. Mit Übelkeit

und Kopfschmerzen als Begleiter, wie er

berichtet, aber ohne sich noch ein weiteres

Mal übergeben zu müssen. 12 Stun-

Fotos: Sahara Marathon/O. Carrascosa, Nini Tschavoll, Rainer Predl

48 SPORTaktiv


Rainer Predl draußen und drinnen:

Beim Sahara-Marathon – und nach

dem Küchentischlauf über 70 Kilometer

(kleines Bild).

den 57 Minuten nach dem Start hieß

der (inoffizielle) Weltrekordhalter Rainer

Predl – zuvor hatte ein chinesischer Läufer

mit 66 Kilometern die Bestmarke

inne. Wie hieß es nicht schon bei

„Jackass“? „Don’t try this at home!“

Predl ist generell immer für eine

schräge Aktion gut: Er lief schon Rekorde

in einem Kreisverkehr, einen Marathon

in einem Windrad (auf einer

13-Meter-Runde – ohne Übelkeit) oder

sieben Tage hindurch mit nur kurzen

Schlafpausen auf einem Laufband. „Alle,

die mich persönlich kennen, wissen, dass

ich ein bisschen deppert bin“, witzelt

der Niederösterreicher. „Das kann ich

mit meinen Crazy Projects ausleben.“

Ihn auf die „verrückten“ Projekte zu

reduzieren, würde ihm jedoch nicht in

Ansätzen gerecht. Erstens ist Predl Nationalteammitglied

im Ultrastraßenlauf,

mit dem Spezialgebiet 100 Kilometer.

Schon mit 21 Jahren hat der jetzt

30-Jährige den österreichischen Rekord

im 6-Stunden-Lauf aufgestellt, seine

Bestmarke von 85,517 Kilometer in

sechs Stunden stehen sogar als Jahresweltbestleistung

zu Buche. Predl ist auch

zweifacher österreichischer Meister über

100 Kilometer, mehrmaliger WM-Teilnehmer

über seine Spezialdistanz sowie

auch im 24-Stunden-Lauf. Er hat auch

schon den prestigeträchtigen Sahara-Marathon

gewonnen (siehe Fakten-Kasten).

Laufen fürs Kinder-Hospiz

Seine „Crazy Projects“ sind außerdem

nicht Selbstzweck, sondern allesamt Benefizevents.

Die schrägen Formate dienen

dazu, eine möglichst breite Öffentlichkeit

zu erreichen und damit auch

möglichst große Spendensummen zu

SPORTaktiv

49


Abenteuerläufe

wie der Sahara-

Marathon

gefallen ihm –

aber eigentlich

sieht er sich als

Straßen-

Ultraläufer.

RAINER PREDL

Geb. 15. Jänner 1990

Wohnt in Lassee, NÖ

Beruf: Laufschuhberater bei

Intersport Winninger (Stadlau)

Erfolge (Auszüge):

österreichischer Rekordhalter

im 6 Stundenlauf: 85,517 km

Sahara-Marathon-Sieger 2014

2 x österreichischer Meister,

4 x WM-Teilnehmer 100 km

Weltrekorde:

12 Stunden am Laufband mit

149,5 km

7 Tage am Laufband mit 852 km

Marathon in einem Windrad in

4:21:37 Stunden

70 km um einen Küchentisch in

12:57:02 Stunden

Bestzeiten:

10 km: 32:44 min

21 km: 1:12:26 h

42 km: 2:39:46 h

50 km: 3:15:47 h

100 km: 7:08:12 h

www.rainerpredl.com

lukrieren, erklärt er. Meistens geht es dabei

um Unterstützung für den „Sterntalerhof“,

eine Kinder-Hospiz-Einrichtung,

deren Botschafter Predl ist.

Sein Küchentischlauf war ebenfalls ein

Einsatz für diese Organisation – als Ersatz

für den von ihm mit ins Leben gerufenen

„Lasseer Benefizlauf“. Der hätte

am 21. März 2020 zum neunten Mal

stattfinden sollen, fiel jedoch nach dem

Herunterfahren des öffentlichen Lebens

als einer der ersten österreichischen Laufevents

aus. Predl sowie etliche verhinderte

Benefizlauf-Teilnehmer aus mehreren

Ländern rannten daher gemeinsam

in ihren Wohnungen und Gärten, übertrugen

ihre Aktionen live über soziale

Medien und warben so doch noch um

Spenden für das in Loipersdorf-Kitzladen

im Burgenland angesiedelte Kinder-Hospiz.

Warum sich der Lasseer (neben dem

Tierschutz) gerade für diese Einrichtung

engagiert; und warum er überhaupt so

weite Strecken läuft: Das hat ebenfalls

einen Hintergrund, der alles andere als

lustig ist. 2007 fuhr er als 16-jähriger

Schüler mit der Bahn nach Hause, als

der Sturm „Kyrill“ tobte und die Ampelanlage

an einem Bahnübergang in seinem

Heimatort ausfallen ließ. Die Folgen

waren katastrophal: Ein Auto mit

drei Insassen wurde von dem Zug erfasst,

ein siebenjähriges Mädchen und

dessen Onkel starben, nur der Vater des

Mädchens überlebte schwerverletzt.

Predl gehörte zu den wenigen unmittelbaren

Ersthelfern bei dem Unglück, die

das Mädchen aus dem Auto zogen und

noch wiederzubeleben versuchten und

die dem eingeklemmten Schwerstverletzen

noch Mut zusprachen, der später

seinen Verletzungen erlag.

„Viele Ultralangstreckenläufer haben

eine Geschichte im Hintergrund“, sagt

Predl dazu – der bis zu diesem einschneidenden

Ereignis nur kurze Strecken

gelaufen war und danach immer

weitere Distanzen zu absolvieren begann.

Noch als Jugendlicher lief er in

sechs Stunden 77 Kilometer weit und

mit gerade einmal 18 Jahren rannte er

100 Kilometer in etwas über 8 Stunden.

Mit 21 holte er sich seinen ersten österreichischen

Rekord im Ultralangstreckenlauf

– in einer Sportart also,

in der die meisten erst über 30 ihren Zenit

erreichen. „Das Erlebnis ist mein

Antrieb, für die gute Sache, für Kinder

zu laufen“, erklärt er – „so habe ich aus

dem Erlebten etwas Positives gezogen.

Das Laufen ist dadurch meine Leidenschaft

geworden.“

Runde für Runde

Ehrgeizig und fokussiert ist der Ultraläufer

Rainer Predl ganz offensichtlich.

150 Trainingskilometer pro Woche sind

ein normaler Umfang – neben dem

40-Stunden-Job in der Laufabteilung bei

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ICH MAG ES AUSZULOTEN, WELCHES

POTENZIAL IM KÖRPER STECKT

Intersport Winninger in Stadlau. „Es ist

nur eine Frage des Zeitmanagements“,

sagt er dazu, wie sich das alles ausgeht.

Mitunter können es auch wesentlich

mehr Trainingskilometer sein. Predl

läuft dabei oft auf seiner 1,9 Kilometer

langen Hausstrecke unermüdlich Runde

um Runde – für perfekte Kontrollierbarkeit

der Zeiten, der Verpflegung wegen

und sicher auch ein wenig zur mentalen

Abhärtung, schließlich werden auch viele

Wettkämpfe im Ultrastraßenlauf in

verhältnismäßig kurzen Runden gelaufen.

In seinem Element ist Predl nach

50, 60, 70 oder noch mehr Kilometern.

„Ich nehme gerne Herausforderungen

an, mag es, Grenzen zu spüren und auszuloten,

welches Potenzial im Körper

steckt“, erklärt Rainer Predl auch. Dass

Ultralaufen gerade in der Trailrunning-Variante

boomt, sieht er positiv,

wenn auch nicht ungeteilt: „Viele wollen

heute an ihre Grenze gehen – leider

auch ein paar, die das noch nie zuvor gemacht

haben.“ In Tschechien hat der

Niederösterreicher einen Zwei-Tage-

Lauf einmal abgebrochen, weil er mitbekam,

dass viele Teilnehmer sich über

jede Grenze hinweg verausgabten.

Was Predl von den damaligen MTV-

Clowns wie auch von unvernünftigen

Mitläufern bei Extremevents unterscheidet,

ist der sportliche Erfahrungsschatz,

auf dem er aufbaut. Sowie die Tatsache,

dass (mit Ausnahme des spontanen, aus

der Benefizlaufabsage resultierenden

Küchentischlaufs) ein akribischer Plan

Im Vorjahr lief

Rainer Predl

einen Marathon

in einem Windrad

– auf einer

13-Meter-Runde

in 4:21:37

Stunden.

hinter allen Projekten steckt. Der Niederösterreicher

plant stets auf fünf Jahre

im Voraus. 2021 will er sich zum Beispiel

im zweiten Anlauf den Weltrekord

im 14-Tage-Laufbandlaufen holen.

Beim ersten Versuch musste er nach 400

Kilometern aufgeben, weil der Körper

nicht mitmachte: „Ich habe vor Enttäuschung

geweint. Aber letztlich macht

dich das auch mental stärker.“

Für seine schrägen Laufprojekte wurden

Rainer Predl auch schon „Selbstdarstellertum“

vorgeworfen: Nicht aus der

Laufszene, sondern von Menschen, die

mit Sport offensichtlich nichts am Hut

hätten: Schließlich schaffte er es mit seinen

verrückten Rekorden auch in deutsche

Massenmedien wie Spiegel, Stern-

TV oder die Bildzeitung. „Ich war schon

perplex über manches gehässige Mail“,

erzählt er. „Aber man lernt damit umzugehen.

Und von denen, die den Sport selber

ausüben, kommt immer Zuspruch.“

Ein Mann mit zwei Gesichtern

Rainer Predl sieht sich selbst als Läufer

mit zwei Gesichtern – einem ernsthaften

und einem verrückten. Er sagt auch,

dass die Trainer des Ultralauf-Nationalteams

über manches seiner Projekte

„nicht so begeistert“ seien – etwa die

100 Kilometer im Garten, die er wenige

Wochen nach dem Küchen tischlauf absolvierte.

Als ideale Verbindung zwischen „Crazy

Projects“ und ernsthaften Läufen

sieht er Abenteuerläufe an, wie den

Sahara Marathon in Algerien, den er

2014 gewonnen hat und heuer an dritter

Stelle beendete (in 3:03:19 Stunden).

Kein typischer Wüsten-Abenteuerlauf

wie etwa der „Marathon des Sables“

(„so ein Lauf wäre mir zu touristisch“),

sondern ein auf einer Piste durch die

Wüste führender klassischer 42,195 km

langer Marathonlauf.

Selbst der Schlusspunkt von Predls

Laufkarriere steht schon fest: Der „Badwater

Ultra“ im kalifornischen Death

Valley soll es sein, ein 217 Kilometer

langer Lauf, der für die extreme Hitze

bekannt ist: „Das ist mein Traumlauf,

der alles abdeckt, was mir Spaß macht:

Die Wüstenlandschaft taugt mir extrem

– und gleichzeitig wird auf einer Straße

gelaufen. Ich liebe die Hitze und die

mentale Herausforderung.“ Bloß wann

dieser für ihn finale große Lauf stattfinden

wird, weiß Rainer Predl noch nicht:

„Vielleicht erst, wenn ich 60 bin. Aber

es wird eine einmalige Sache sein.“

BERATUNG

VOM WELT-

REKORD

HALTER

Wer sich von Rainer Predl in Sachen

Laufschuhe und -ausrüstung beraten

lassen will, kann das bei Intersport

Winninger in Stadlau tun. Zum Laufschuh

rät Predl: „Auf jeden Fall auf

die Qualität der Beratung achten und

nach Möglichkeit eine Lauf analyse

machen lassen. Gerade beim Straßenlaufen

ist der richtige Laufschuh

extrem wichtig. Dafür sollte man ein

wenig Zeit investieren. Und man soll

gerade beim Schuh nicht vorrangig

auf den Preis schauen. Natürlich

kann auch ein günstiger Laufschuh

der Ideale sein – aber der Preis sollte

jedenfalls nicht das ausschlaggebende

Argument sein.“

52 SPORTaktiv


Vitamine

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54 SPORTaktiv

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx


LAUFENMIT

DEN

ARMEN

WARUM DIE ARME BEIM LAUFEN

EINE WESENTLICHE ROLLE SPIELEN

UND WARUM MAN MIT KLEINEN

ÄNDERUNGEN RELATIV GROSSE

WIRKUNG ERZIELEN UND ÜBER­

LASTUNGEN VORBEUGEN KANN.

VON KLAUS MOLIDOR FOTOS: THOMAS POLZER

Großes Bild: Armwinkel unter 90

Grad, die Arme schwingen mit

leichter Rotation nach innen.

Oben: zu großer Armwinkel,

Unten: zu starke Rotation der Arme.

Fersenauftritt, Rebound, Plantarfaszien

und Achillessehne, Gesäßmuskel,

Vorfußlandung. Immer stehen

die Beine und Füße beim Laufen im

Mittelpunkt des Interesses. Die Arme?

Nicht einmal eine Randnotiz wert. Dabei

kann man Laufökonomie und -stil

verbessern und Überbelastungen vorbeugen,

wenn man sich beim Laufen

auch einmal den Armen widmet und ihrem

nur scheinbar bedeutungslosen Herumschwingen,

während die unteren

Extremitäten für Vortrieb, Pace und Kilometerleistung

sorgen.

Der Grund dafür ist einfach: „Es geht

um die Kreuzkoordination“, sagt Bernd

Marl, der als Sportwissenschafter in

Graz auch Laufanalysen und Trainings

macht. „Also anders gesagt: Schwingt

der rechte Arm nach vor, machen wir

mit dem linken Bein einen Schritt und

umgekehrt.“ Die Arme sind damit nicht

bloße Anhängsel, sondern Taktgeber.

Der Versuch macht dich sicher. Arme

langsam zu schwingen und schnelle

Schritte zu machen ist unmöglich –

auch die Gegenprobe beweist den direkten

Zusammenhang.

„Die Arme haben aber auch einen

Einfluss auf die Schrittlänge“, erklärt

Marl. „Wenn du ausholende Bewegungen

mit den Armen machst, wird auch

der Schritt länger, während kurze

Schwünge die Schritte kleiner machen.“

SPORTaktiv

55


Man kann mit den Armen

also die Beine gut steuern.

„Viele Leute kommen stark

BERND MARL mit der Ferse auf“, berichtet

Bernd Marl aus der Praxis.

„Dadurch nimmst du

ist Sportwissenschafter in

Graz und trainiert Profis

und Hobbysportler

dir nicht nur Schwung,

gleichermaßen.

sondern belastest auch die

trainingmitverstand.at

Knie sehr stark. Schwingen

die Arme kurz und schnell,

geht es sich gar nicht aus,

dass die Füße so weit nach

vorne kommen.“ Der Auftrit wandert also Richtung

Fußmitte, was deutlich schonender für Gelenke und

den gesamten Bewegungsapparat ist.

Hier kommt nun auch die Armhaltung ins Spiel.

Beim Gehen lassen wir die Arme locker hängen, sie

pendeln einfach mit. Das ist gut, denn so sparen wir

Kraft in den Armen. Wer beim Laufen aber mit ausgestreckten

Armen unterwegs ist, wird schnell merken,

wie ausladend die Schritte werden und sich das

Gangmuster dem militärischen Stechschritt annähert

– das Gegenteil eines ökonomischen Laufstils ist die

Folge. „Der Winkel zwischen Oberarm und Unterarm

sollte weniger als 90 Grad betragen, dann spricht

man vom sogenannten Läuferdreieck“, sagt Marl

über die optimale Armhaltung beim Laufen. Die

Arme können also gar nicht mehr so weit vorschwingen

und die Frequenz steigt. „Man muss sich das vorstellen

wie bei einem Pendel. Ist das Seil lang

schwingt es lange nach vor und lange zurück. Ist es

kürzer, ist der Ausschlag geringer und es schwingt

schneller vor und zurück.“

Höhere Frequenz, kürzere Schritte und damit ein

Auftritt, der weg von der Ferse geht – all das spart

beim Laufen nicht nur Kraft, es beugt auch Überbelastungen

vor. „Das sind oft kleine Veränderungen,

mit denen man aber einen sehr großen Effekt erzielen

kann“, sagt Marl. Natürlich ist der Laufstil nicht

allein vom Schwung der Arme abhängig und gibt es

da auch meist noch viele Kleinigkeiten bis zur Perfektion

zu verändern. „Aber wenn man das verbessert,

ist gerade bei Gesundheits- und Hobbysportlern

schon sehr viel getan.“

Bei der richtigen Armarbeit gibt es aber neben dem

Winkel noch ein paar Dinge zu beachten, um den

optimalen Effekt zu erzielen. „Die Arme schwingen

in der Gelenkspfanne des Schultergelenks, am besten

ganz locker“, erklärt Marl. „Viele Läufer, denen man

die Wichtigkeit der Armarbeit erklärt, neigen dann

zur Übertreibung und ziehen die Unterarme so stark

und weit nach hinten, dass sie extrem aufrecht laufen

und fast schon in den Himmel schauen.“ Durch die

Form der Gelenkspfanne lassen sich die Arme nicht

ganz parallel zum Oberkörper bewegen – zumindest

nicht ohne Anstrengung. Daher rotieren sie leicht

nach innen. „Bis etwa zu Körpermitte“, sagt Marl.

Darüber hinaus ist der Schwung der Laufökonomie

schon wieder abträglich. Aber auch die Abhilfe dagegen

ist einfach, wenn sie auch kaum jemand gerne

hört: Rumpfstabilität.

Bleiben noch die Hände. „Immer wieder kommen

Leute zu mir, die das Handgelenk nach oben gezogen

haben oder in sonst eine Richtung verdreht haben“,

erzählt Marl. Locker und gerade soll man es halten,

die Finger nicht zur Faust ballen, weil das auf längere

Sicht ebenfalls unnötig Kraft kostet. „Irgendwann

sorgt das für Schmerzen im Unterarm, bis hin zum

Krampf“, warnt der Experte. Die Daumen sollten locker

auf den Zeigefingern liegen. Wem das anfangs

schwerfällt: Die Finger bewusst überstrecken und

dann einfach zurückfallen lassen. Das wäre die richtige

Haltung.

Immer noch werde der Anteil der Armarbeit unterschätzt.

„Dass man daran etwas verändern könnte,

daran denkt keiner der Läufer, die zu mir kommen“,

sagt Marl. „Umso größer ist der Aha-Effekt danach,

wenn sie die Arme bewusst richtig einsetzen.“

Dass Laufen so einfach ist, ist Fluch und Segen zugleich.

Einerseits ist da die Freiheit, de facto ohne

Vorbereitung loslegen zu können. Schuhe an, raus bei

der Tür, los geht’s. Gehen kann jeder, gelaufen ist

auch jeder Mensch in seinem

Leben einmal. Daher

nehmen sich die wenigsten

Zeit, sich mit dem optimalen

Bewegungsablauf auseinanderzusetzen.

Sich einmal

zeigen lassen, wie man

mit kleinen Veränderungen

viel mehr Spaß generieren

kann. Von Leistung gar

nicht zu reden. „Beim Golf

oder Tennis würde ja auch

keiner auf die Idee kommen,

sich einfach mit einem Schläger auf den Platz

zu stellen und loszuspielen“, sagt Marl. „Das lässt

man sich zeigen.“ Wer beim Laufen eine Analyse machen

lässt, hat in den allermeisten Fällen schon Probleme,

Schmerzen, Verletzungen. Dabei lässt sich mit

wenig Aufwand schon viel erreichen. Also, an die

(Arm-) Arbeit!

Mehr Videos zum

Lauftraining gibt’s hier

Foto: Sonja Haider

56 SPORTaktiv


präsentiert von

WO DER SPORT DIE NR. 1 IST

„WIR SIND

POSITIV GESTIMMT“

MICHI KUMMERER, INHABER DER

MJK SPORTMARKETING GMBH UND

VERANSTALTER VON KÄRNTEN

LÄUFT UND DEM GRAZ MARATHON,

ÜBER DIE AKTUELLE SITUATION.

Alle Infos zu den Events:

www.kaerntenlaeuft.at

www.grazmarathon.at

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Kleine Zeitung

Graz Marathon

Der österreichische Herbstklassiker

durch die Grazer Innenstadt!

Sei dabei wenn es vom 9. bis 11. Oktober 2020

heißt: „Pack die Laufschuhe und die

Shoppingtasche ein!“

Distanzen von 5 bis 42 km

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Knapp 10.000 Teilnehmer und tausende Zuschauer

Streckenführung durch die Innenstadt,

vorbei an Sehenswürdigkeiten

Einzigartige Stimmung durch „Hot-Spots“

mit Musik, Tanz, u. v. m.

Infos und Anmeldung: www.grazmarathon.at

daher wollen wir das Feeling der

Sommerferien mittransportieren.

Fotos: Kärnten Läuft, Graz Marathon/Gepa Pictures

KÄRNTEN LÄUFT ist eines deiner

Projekt-Flaggschiffe. Denkst du,

wird der Event stattfinden können?

Wir sind hier mit unserem Termin,

21.–23. August, positiv gestimmt. Wir

haben mehrere Varianten bzw. Pläne

ausgearbeitet und einen finalen Plan in

Abstimmung mit Stadt Klagenfurt und

Land Kärnten der Bundesregierung

präsentiert. Wenn das Okay kommt,

wird Kärnten Läuft eines der ersten

größeren Sport- bzw. Laufprojekte im

Land sein. Bei sämtlichen Entscheidungen

stehen das Wohlergehen und

die Gesundheit der Läuferinnen und

Läufer an erster Stelle.

Wie schaut der „Plan B“ nun aus?

Die Läufer erwartet ein Rundkurs mit

Start/Ziel im Wörthersee-Stadion.

Dieser Kurs ist über einen längeren

Zeitraum gesperrt, womit das Starterfeld

entsprechend auseinandergezogen

werden kann. Gestartet wird individuell

in zugeordneten Zeitintervallen,

womit Massenansammlungen vermieden

werden können. Die neue Strecke

mit Einbindung des Wörthersees

wird jedenfalls sehr attraktiv sein und

mit dem Zieleinlauf in das 30.000

Zuschauer fassende Stadion wartet ein

würdiger emotionaler Abschluss.

Falls dieser Plan B nicht genehmigt

wird, wollt ihr verschieben?

Ein möglicher Ersatztermin ist der

4.–6. September – eine Entscheidung

soll bis Mitte Juni fallen. Sollte dieser

auch nicht realisierbar sein, werden

wir nicht weiterverschieben. Kärnten

Läuft lebt von dem Motto „Pack die

Laufschuhe und die Badehose ein“,

Wie schaut es mit dem GRAZ

MARATHON aus?

Der Termin, 9.–11. Oktober, ist noch

fünf Monate entfernt. Es wird sich bis

dahin einiges ändern bzw. hoffentlich

wieder relativieren. Daher gehen wir

in Graz von unserem Grundkonzept

aus. Start und Ziel vor der Oper, auch

wenn es Adaptionen zum Programm

geben wird müssen.

Wie geht ihr generell mit der

Nenngeld-Thematik um?

Wir haben von Anfang an ein klares

Statement im Sinne der Läufer

abgegeben. Für nicht konsumierte

Leistungen kannst du von den Athleten

nicht Geld einbehalten. Über alle

Veranstaltungen hinweg haben wir

daher die gleiche Grundhaltung kommuniziert:

Bei Absage der Veranstaltung

besteht die Wahl, entweder den

Startplatz bei gleichen Konditionen

mit ins nächste Jahr zu nehmen oder

das Nenngeld zurückzubekommen.

SPORTaktiv

57


AUS

PRO

BIERT

RUN

DIE WAHRHEIT LIEGT DAZWISCHEN

Zwischen Fisch und Fleisch ist sie angesiedelt – die

Laufhose in Dreiviertellänge. Wenn es kalt ist, ist sie

nicht ganz richtig. Wenn es warm ist, ist sie nicht ganz

richtig. Sie ist aber eben auch nie ganz falsch. Nicht einmal

im Mai, in dem wir an sich ja schon „kurz-kurz“ unterwegs

sind, also kurze Hose, kurzärmeliges Shirt. Auf

den Hügeln und Bergen meines Laufaktionsradiusses

nämlich, da kann es schon auch in der warmen Jahreszeit

ungemütlich frisch werden. Ergo ist das GORE-Beinkleid

R3 3/4 TIGHTS (UVP € 69,95) das knickerbockerartig

über das Knie reicht, nicht zu verachten. Das Tragegefühl

ist angenehm weich, keine Nähte reiben, einzig: Ein bisschen

fester könnte sie den Oberschenkel umfassen, das

hab ich auf längeren Passagen bergab zu schätzen gelernt.

Zu heiß ist die Allrounderin aber keinesfalls, bis

deutlich über 20 Grad sind kein Problem. In der kleinen

Tasche am Rücken haben Schlüssel Platz oder ein

Smartphone, das noch nicht Tischtennisschlägergröße

hat. Fazit: Dreiviertellänge kann auch bei warmen Temperaturen

die ganz richtige Entscheidung sein.

EINE HOSE, DIE EIGENTLICH NIE

PASST UND DOCH PASST, EIN

SCHUH FÜR KEITH RICHARDS

UND EIN REGEN GEWAND FÜR

ALLE FÄLLE HABEN WIR

DIESMAL GETESTET.

VON CHRISTOPH HEIGL UND KLAUS MOLIDOR

Fotos: Thomas Polzer, Christoph Heigl

58 SPORTaktiv


TROCKEN DURCH DEN WASCHELREGEN

FÜR KEITH RICHARDS UND MICH

Was ist Graphene? Graphene ist die Bezeichnung für eine Modifikation

des Kohlenstoffs mit zweidimensionaler Struktur, in

der jedes Kohlenstoffatom im Winkel von 120 Grad von drei

weiteren umgeben ist, sodass sich ein bienenwabenförmiges

Muster ausbildet. Steht zumindest bei Wikipedia. Graphene ist

das stärkste Material der Welt, sagt Inov-8 (sprich: „inovate“,

erneuern) und preist den unglaublichen Grip der Sohle bei

gleichzeitig unglaublicher Haltbarkeit. In vielen Bereichen ist

das neue Material Graphene wegen seiner Haltbarkeit in den

letzten Jahren modern geworden, auch in der Sportartikelindustrie.

Inov-8 rühmt sich, damit als erste Firma die Sohle von

Sportschuhen verstärkt zu haben. Die Engländer setzen auch

auf die Zusammenarbeit mit dem National Graphene Institute

der Universität Manchester.

Laufen im Regen ist an sich ja was Herrliches. Vor allem wenn

man nicht weit in die trockene Stube hat. In den Bergen schaut

das schon anders aus. Darum gibt es bei Trailruns und Ultraläufen

immer eine Pflichtausrüstung, die auch Regengewand umfasst.

Der britische Outdoorspezialist Montane hat mit einer

Pull-on-Hosen-Kombi dafür ein Angebot. 15.000 mm Wassersäule

verspricht das „Race Kit“ und dass man es in die Hosentasche

bringt. Nun, dafür müssen die Taschen schon groß sein.

Aber wer länger im Gelände unterwegs ist, hat einen Rucksack

mit und dort finden die beiden superleichten Teile spielend

Platz. Das Oberteil hat einen Zipp bis zum unteren Ende des

Brustbeins. Warum es ein Pull-on und keine Jacke geworden

ist? Keine Ahnung. Eine Naht, durch die potenziell Wasser

dringt, gibt es ja trotzdem, ein bissl kürzer ist sie halt. Dafür ist

das Oberteil beim Laufen kaum zu spüren und hält auch Waschelregen

ordentlich stand. Auch die Hose sitzt dank Gummibund

angenehm und ist dank Reißverschlüssen an beiden

Seiten auch rasch über die Schuhe angezogen.

Also rein in die unverwüstlichen TERRA ULTRA G 260. Die Trailrunningschuhe

(UVP € 165,–) mussten Gatsch, Schnee, Wurzeln

und Asphalt überstehen und auch wenn es noch nicht

Hunderte von Kilometern sind, die Schuhe schauen noch aus

wie neu. Auch die Oberflächenstruktur ist sehr abriebsfest und

langlebig. Der nur 260 Gramm schwere Schuh (0 mm Sprengung)

schaut wuchtig aus, fühlt sich am Fuß aber sehr leicht

an, die Sohle ist trailtypisch groß und breit und gibt – mir

schwerem Läufer – guten Halt. 50 % stärker, 50 % elastischer

und 50 % abriebsfester, sagt Inov-8. Das lässt sich in der Praxis

schwer überprüfen, aber in England hat der Terra Ultra schon

einen Trailschuhtest gewonnen. Englisches Testfazit: „Wenn

die Apokalypse kommt, wird es nur zwei Überlebende geben:

Keith Richards und den Terra Ultra G260.“ Gut gebrüllt, Löwe.

SPORTaktiv

59


STRESSFREI

IN DER TIROLER

TRAUMKULISSE

SOMMERFRISCHE MIT AUSSICHT:

DIE FERIENREGION HOHE SALVE WARTET

AUF DICH MIT 1000 KM RADWEGEN, DEM

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Ferienregion Hohe Salve

Innsbrucker Straße 1

6300 Wörgl

T. +43 57507 7000

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Im Winter ist das Gebiet der Ferienregion

Hohe Salve und der Kitzbüheler Alpen

die perfekte „Spielwiese“ für Wintersportler,

im Sommer tollen die Radfahrer

auf den Trails und Wegen herum. 1000 km

Radwege garantieren Familien, Mountainbikern

und Elektroradlern Bikespaß ohne

Ende. Rundumblicke auf Wilden Kaiser,

Kitzbüheler Horn, Hohe Salve, Großvenediger

und Großglockner gibt’s inklusive.

Auch Rennradler kommen auf ihre Kosten.

Zahm oder wild? So lautet die Frage, die

sich Mountainbiker auf der bis zu 180 Kilometer

weiten Biketour namens KAT-Bike

im Angesicht des Kaisergebirges stellen

müssen. Alles andere ist arrangiert. In vier

Etappen von der Hohen Salve über das

Brixental und St. Johann in Tirol ins Pillerseetal.

Für jeden Abschnitt stehen Varianten

zur Wahl. Gut markiert, führen die Wege

über einsame Bergstraßen und Graspfade,

vorbei an Almhütten, hinauf zu den Weitblick-Highlights

der Region und können

auch spontan nach Motivation gewählt werden.

Komplett organisiert mit Kartenmaterial,

Gepäcktransport, Hotel und Halbpension

bieten die KAT-Bike-Pauschalen von

Juni bis Oktober (ab € 419,– pro Person im

DZ für 4 Nächte) absolut sorgenfreie Bikeerlebnisse.

Infos: www.kat-bike.com.

Dank hervorragender Bahnanbindung

können Gäste der Ferienregion ihr Auto

auch getrost zu Hause stehen lassen und

bequem und stressfrei in die Region reisen.

Die Gästekarte dient als Fahrkarte in allen

Nahverkehrszügen der ÖBB von Wörgl bis

Hochfilzen und in sämtlichen Busverbindungen

innerhalb der Regionsgrenzen.

Fotos: Norbert Eisele-Hein

60 SPORTaktiv


BIKE

Technik – Menschen – Material

Fotos: Klemens Koenig, ABUS, Dennis Stratmann

TRIO MIT WM-NEWS

Saalbach Hinterglemm, Saalfelden

Leogang und Fieberbrunn bündeln

jetzt auch im Sommer ihre Kräfte.

Das Trio stellt damit Österreichs

größte Bikeregion mit 70 km Trails,

7 Bergen und 9 Bergbahnen. Neu:

MTB-WM in Leogang, 7.-11. Okt.!

bike.saalbach.com

SCHUTZ GEGEN VIREN

Teile der Abus-Helmproduktion

in Italien wurden umgerüstet, um

hochwertige „Faceguards“ herzustellen.

Diese Gesichtsschutzschilder

werden nicht nur im medizinischen

Sektor dringend benötigt

sondern auch im Handel.

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PURE EMOTIONEN

Der Stoneman Taurista ist ein neues

MTB-Abenteuer in der Salzburger

Bergwelt: eine selektive Route über u.a.

Flachau und Obertauern in 3 Etappen mit

4500 Höhenmetern entlang idyllischer

Almtäler und aussichtsreicher Gipfel.

Saisoneröffnung ist am 10. Juni.

www.flachau.com/stoneman


ALLER

ANFANG

IST

DIE RENNRADSAISON BEGINNT HEUER SPÄT,

ABER FRÜH GENUG, UM NOCH VOLL IN DEN

RENNRADBOOM

LEICHT

EINZUSTEIGEN.

ANFÄNGER,

E-RENNRAD, GRA-

VEL – DIE THEMEN

STEHEN FEST. UND SCHON BLITZEN DIE

ERSTEN NEUHEITEN DER 2021-MODELLE

UM DIE ECKE.

VON CHRISTOPH HEIGL

Nach der langen Zwangspause

werden die Ärmel jetzt hochgekrempelt

und so schnell

nicht wieder heruntergeschoben.

„Die Nachfrage ist brutal groß und

übertrifft alle Erwartungen.“ Das meldet

Alexander Steurer aus der Firmenzentrale

von Simplon in Hard am Bodensee.

Radfahrer sind heiß auf die neuen Bikes.

Simplon spürt das speziell bei einem

Thema, das vor Kurzem noch Nische

war: dem E-Rennrad.

„Vor zwei Jahren waren viele skeptisch,

ob E und Rennrad zusammenpassen“,

erzählt Steurer. „Unserer Einschätzung

nach sind Rennradfahrer die großen Ästheten,

sie haben hohe optische Ansprüche,

da muss alles sauber integriert sein.“

Die Vorarlberger haben mit den neuen

E-Modellen vom Rennrad Kiaro und

dem Gravelbike Inissio zwei interessante

Modelle am Markt, die das besonders

gut hinbekommen, weil sie einen dezenten

Leichtlauf-Nabenmotor von Ebikemotion

im Hinterrad haben. „Von der

Seite schaut es wie ein klassisches Rennrad

aus, nur von hinten erkennt man die

etwas breitere Nabe.“ Rennradfans

schauen besonders auf das Gewicht, auch

da können die Vorarlberger beim Kiaro

mit 10,7 kg einen Topwert vorweisen.

Wie schaut die Zielgruppe für die

neuen E-Rennräder aus? „Die ist erstaunlich

groß, bunt und breit gefächert“,

weiß Steurer vom Kundenfeedback.

„Von älteren Rennradfahrern, die

noch gerne in den Bergen herumfahren,

bis hin zu Frauen und Paaren, die jetzt

gemeinsam ausfahren können.“ Unlängst

hat sich ein Rennradfahrer und

treuer Simplonkunde mit 85 Jahren (!)

ein neues E-Rennrad abgeholt.

Es muss aber nicht „E“ sein. Rennradfahren

macht auch in seiner Urform

besonderen Spaß. Diese Leichtigkeit,

scheinbar mühelos (zumindest mit ext-

rem niedrigem Rollwiderstand) durch

die Landschaft zu gleiten oder die Faszination,

Pässe zu befahren, ist für viele

Radfahrer das Nonplusultra. Und das

Beste: Dieser Sport ist extrem einsteigerfreundlich,

denn man braucht wirklich

nicht viel dazu. Keine Extrastrecken,

keine Tickets, keine Anreise. Rein ins

Sportgewand, Helm auf und rauf auf

den Renner. Strecke? Egal! Fahrtwind

um die Nase wollen wir haben! Auch in

Foto: Trek/Dylan Remis, Facebook

62 SPORTaktiv


der eigenen Heimat entdeckt man auf

diese Art und Weise schnell neue Flecken

und unbekannte Platzerl.

Bei der Rennradtechnik hat sich in

den letzten Jahren extrem viel getan.

Wer noch bis Mitte der 90er-Jahre

den Basken Miguel Indurain zu seinen

Seriensiegen bei der Tour de

France fliegen gesehen hat, sah einen

Stahlrahmen mit 1800 Gramm, der

noch wie aus den 50er-Jahren wirkt,

Felgenbremsen, einen Haufen Kabel.

Heute baut derselbe Hersteller für

den Tour-Sieger Egan Bernal ein futuristisches

Geschoss, das mit 700

Gramm Rahmengewicht leichter ist

als ein Packerl Milch, aus dem man

schon zweimal getrunken hat. 6,8 kg

ist das Gewichtslimit für UCI-Rennen,

Freaks kommen (privat) leicht

unter 6 kg, in der Regel pendeln sich

Rennräder zwischen 7 und 8,5 kg ein.

RENNRAD-

KATEGORIEN

1. Marathon-Rennräder bzw.

„Endurance“: modern, leicht,

vielseitig, unkompliziert, teilweise

gefedert bzw. gedämpft

2. Aero-Rennräder bzw. „Race“:

extrem aerodynamisch, fahrstabil,

etwas schwerer, hohe Felgen,

Kabel meistens voll integriert

(„unsichtbar“)

3. Performance/Allround:

Alleskönner

4. E-Rennrad: meistens als komfortable

Endurance-Variante mit leichtem

Motor und breiteren Reifen

Exotische Varianten: Zeitfahrrad,

Fixie, Bahnrad, Singlespeed,

Ultraleicht-Bergrad, Querfeldeinrad.

Wichtigste Technik:

Schaltung entweder per Seilzug,

elektronisch (Shimano Di2) oder per

Funk (Sram eTap), Scheibenbremsen,

in der Regel 2 x 11 oder 2 x 12

Gänge, Reifenbreite 25 bis 32 mm

(Gravelreifen 37 bis 54 mm), Reifendruck

je nach Breite und Modell

etwa 5 bis 8 bar, Rahmen aus

Carbon bzw. Alu (günstiger), sehr

selten aus Stahl oder Titan.

SPORTaktiv

63


INTERVIEW

ANDERS AHLBERG, ROAD PRODUCT

MANAGER BEI TREK IN DEN USA

Was ist das ideale Einsteiger-Rennrad?

Was muss es können?

Anfänger sollten ein Rad wählen,

das ihnen Vertrauen gibt und Vielseitigkeit

ermöglicht. Rennradfahren hat

so viele Facetten, vom Kriterium bis

Gravel. Anfänger wollen oft Allround-Räder,

die alles abdecken, weil

sie selbst noch nicht wissen, in welche

Richtung sich ihre neue Leidenschaft

entwickeln wird. Ich habe gerade

einer Bekannten ein leichtes

Alu-Einsteigerrad empfohlen, ein

Checkpoint AL. Sie liebt es.

Welche Technik garantiert gute

erste Erfahrungen? Braucht es

Carbon, Scheibenbremsen und

Di2 gleich zu Beginn?

Das hängt natürlich vom Budget ab.

Klar wäre ein Carbon-Rad mit Disc

und elektronischer Schaltung gleich

das Beste, aber das leistet sich nicht

jeder. Scheibenbremsen sind allerdings

meine klare Empfehlung! Sie

sind so viel besser als Felgenbremsen

und erlauben breitere Reifen –

ein doppeltes Sicherheitsplus!

Alu-Rahmen sind in den letzten 5 bis

10 Jahren extrem verbessert worden

und auch die günstigen Schaltgruppen

sind alle auf hohem Niveau. Ich

bin kürzlich mit einer Sora-Schaltgruppe

gefahren (Anm: zweitbilligste

Einsteigergruppe) und war echt erstaunt,

wie gut sie funktioniert hat.

Bevor man aber zu sehr auf die Komponenten

achtet, sollte man jemanden

an der Seite haben, der dir das

richtige Rad für deine Bedürfnisse

und deinen Stil zeigt.

Was war technisch gesehen die

größte Errungenschaft bei Trek

in den letzten Jahren im

Roadbereich?

Bei Trek allgemein ganz sicher die

WaveCel-Helme. Die Arbeit war hart,

aber das Ergebnis ist beeindruckend.

Am Rennradsektor ist es jenes Rad,

das wir jetzt im Juni rausbringen –

mehr darf ich noch nicht verraten!

(lacht). Bei den bestehenden Techniken

ist es sicher IsoSpeed (Anm:

Rahmendämpfung durch Entkoppelung

von Sattelrohr und Oberrohr sowie

des Gabelschaftes im Steuerrohr).

IsoSpeed hat die Art und Weise

verändert, wie wir Rennräder konstruieren

und hat diese ständigen

Kompromisse auf vielen Ebenen eliminiert.

Domane wurde komfortabler

und Madone aerodynamisch noch

schneller, wegen IsoSpeed.

Anders, wenn du in die Glaskugel

schaust, wie werden wir in fünf

Jahren Rennrad fahren?

Generell werden wir bei Rennrädern

wenige Kompromisse eingehen: So

wie wir bei Domane und Madone,

schneller und komfortabler. Wir werden

auch in Zukunft keine Zwei-Kilo-Rennräder

bauen, aber wir werden

Rennräder haben, die vielseitiger einsetzbar

sind und keine Kompromisse

machen.

Und der Clou ist, dass diese Technik

eben nicht nur den Profis zur Verfügung

steht, sondern jedem Anfänger

und damit das Rennradfahren

noch einsteigerfreundlicher macht.

Der Aufwand, den die Marken und

Ingenieursabteilungen dafür betreiben,

ist enorm, von den kleinen Feinen

wie Simplon in Vorarlberg bis hin

zu den Großen wie Trek in den USA.

Dort hat man das „Trek Performance

Research Center“ eingerichtet, ein

Forschungs- und Entwicklungslabor,

in dem mit modernster Technik Experimente

im Bereich Fahrradphysik

und Biomechanik durchgeführt werden.

Innovation und neue Produkte

stehen ganz oben auf der Wunschliste.

Das Labor ist mit einer Highspeed-

Kamera ausgestattet, die die physikalischen

Vorgänge mit über 5000 Bildern

pro Sekunde in Full-HD aufnimmt.

Trek hat auch ein „Radlaufband“ gebaut,

damit kann man Geschwindigkeiten

bis 40 km/h und Steigungen bis

35 % bei Laborbedingungen testen,

von glattem Asphalt bis hin zu variierenden

Oberflächen mit bis zu 50 mm

hohen Steinen und Wurzeln, die am

Laufband simuliert werden.

Aero, Gravel, E-Rennrad? Womit

steigt man ein? Der Gravelboom des

heurigen Jahres zeigt, dass viele mit

diesem Konzept (breite Reifen, Scheibenbremsen,

aufrechte Sitzposition,

siehe dazu auch die Folgestory

„Speed, Spaß, Schotter“) gut zurechtkommen

und Gravelräder ein guter

erster Kontaktpunkt mit dem Thema

Rennrad sind. Doch auch klassische

Räder, wenn es nicht gleich die extremste

Aeromaschine oder das

Tri-Zeitfahrrad ist, sind leicht zu beherrschen.

Die Hersteller unterstützen

den Trend und haben die Einstiegspreise

noch weiter nach unten

gezogen. Ab 600, 700 Euro findet

man passable Einstiegsrennräder.

Tipp: unbedingt auf Scheibenbremsen

achten! Speziell Anfänger tun

sich damit leichter. Und dann kann’s

auch schon losgehen.

64 SPORTaktiv


INDIVIDUELL ZU KONFIGUIEREN, SMART HEADSET MIT INTEGRIERTER

KABELFÜHRUNG, HOHER FAHR- UND SITZKOMFORT

SIMPLON KIARO DISC

RAHMEN/GABEL: Carbon-Rahmen und

Gabel in 6 Größen: 46, 49, 52, 55, 58, 61 cm

SCHALTUNG: Shimano Ultegra Di2 bzw. im

Konfigurator frei wählbar

BREMSEN: Shimano ST-R8070 mit 160 mm

Disc vorne und 140 mm hinten

BEREIFUNG: Schwalbe Pro One, 28 mm

(optional auch Tubeless)

GEWICHT: ab 7,65 kg je nach Wahl

PREIS (UVP): ab € 4799,– (Konfigurator)

www.simplon.com

2 X GÜNSTIG, 2 X HIGHEND - MACHT

VIER TOP-RENNRÄDER IN DER AUSLAGE.

STRASSENFEGER

INNOVATIVER CARBONRAHMEN, KOMFORT DURCH 32-MM-

REIFEN, GUTES PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS

TREK DOMANE SL4

RAHMEN: 500 Series OCLV Carbon

GABEL: Domane SL, Carbon

SCHALTUNG: Shimano Tiagra 4700

BREMSEN: hydraulische Scheibenbremse Shimano

Tiagra mit Shimano-SM-RT70-Bremsscheiben,

VR 160 mm und HR 160 mm

BEREIFUNG: Bontrager R1 Hard-Case Lite, 32 mm

GEWICHT: 9,87 kg

PREIS (UVP): € 2299,–

www.trekbikes.com/at

KTM REVELATOR ALTO PRO

RAHMEN/GABEL: Performance Carbon R-9830/Gabel:

Alto Carbon/Alloy-shaft F12; Größen: 49, 52, 55, 57, 59 cm

SCHALTUNG: Shimano 105

BREMSEN: Shimano 105 R7070

2 Kolben/Rotor: 160 mm/160 mm

BEREIFUNG: Continental Ultra Sport II SL, 25 mm

GEWICHT: 8,7 kg

PREIS (UVP): € 2499,–

www.ktm-bikes.at

AUFGERÄUMTE

OPTIK MIT DISC

BRAKES

EINSTEIGER

CARBON-

RENNRAD

Fotos: Hersteller

LEISTUNGSSTÄRKSTE CARBONSTRUKTUR

EXTREM LEICHT UND STEIF

VOLLSTÄNDIG INTEGRIERTE

ZUGVERLEGUNG

SCOTT ADDICT RC PRO

RAHMEN: Addict RC Disc HMX Carbon

GABEL: Addict RC HMX

SCHALTUNG: Shimano Dura-Ace

BREMSEN: Shimano BR-R9170 Hydr. Disc 160/F

and 160/R SM-RT900 CL Rotor

BEREIFUNG: Syncros Capital 1.0 35 Disc

Laufradsatz; Schwalbe ONE V-Guard Fold 28 mm

GEWICHT: 7,3 kg

PREIS (UVP): € 6999,–

www.scott-sports.com

SPORTaktiv

65


DIE WIENER-ALPEN-TOUR FÜR SPORTLICHE GENIESSER

VOM BUCKL ZUM BERG

E-Biken und regionale

Köstlichkeiten bei ausgewählten

Wirten genießen:

Das kombiniert

die neue, zweitägige

Tour von der Buckligen

Welt ins Schneebergland.

Erfahre Niederösterreichs

feinste Tour!

Mit dem E-Bike von Wirtshaus

zu Wirtshaus radeln

und die Kulinarik im Paradies

der Blicke genießen, bestens betreut

und vorzüglich versorgt von den

Wirten der niederösterreichischen

Wirtshauskultur: Das bietet die neue,

zweitägige Tour von der Buckligen

Welt ins Schneebergland, die jeweils

an Wochenenden gebucht werden

kann.

Klingt fein? Ist es auch. Die

sportliche Tour führt in rund 135

Kilometer von Krumbach in der

Buckligen Welt nach Grünbach am

Schneeberg und wieder zurück zum

Ausgangspunkt – quer durch die

Wiener Alpen. Und mit kulinarischen

Etappenzielen – denn neben

dem Radfahren kommt auch die

Kulinarik nicht zu kurz. Zur Einstimmung

wartet gleich ein viergängiges

Menü im Krumbacherhof auf die

Gäste. Vom Gastgeber und Initiator

der Tour, Andreas Ottner, gibt es die

passenden Tourentipps.

66 SPORTaktiv


Fotos: Wiener Alpen/Fröhlich, Wiener Alpen/Kremsl, Krumbacherhof

Nach der ersten Übernachtung

und dem Frühstück geht es rund

sechs Stunden lang über die Hügel

der Buckligen Welt und entlang

des Feistritztal-Radwegs Richtung

Wechselland. Das erste große

Zwischenziel ist zu Mittag das

Wirtshaus Grüner Baum in

Kirchberg am Wechsel (das wurde

2019 als „Top-Wirt“ ausgezeichnet).

Am Nachmittag geht es

aussichtsreich weiter bis ins

Schneebergland. Tagesziel ist der

Landgasthof „Zur Schubertlinde“

in Grünbach am Schneeberg, wo

ein viergängiges Abendmenü sowie

Sauna und Kräuterdampfbad einen

entspannten Tagesausklang

garantieren. Von Krumbach über

Kirchberg nach Grünbach sind zu

diesem Zeitpunkt 79 Kilometer

sowie rund 950 Bergauf- und

Bergab-Höhenmeter zurückgelegt.

Nach einer erholsamen Nacht

verbringen die Radfahrer am

nächsten Tag rund vier Stunden

im Sattel. Mit wunderschönem

Blick auf die Bucklige Welt geht es

über Bad Erlach nach Krumbach

zurück. 56 Kilometer sowie rund

375 Höhenmeter sind die Eckdaten.

Das Package mit zwei Übernachtungen

und Halbpension ist an

Wochenendterminen buchbar und

kostet ab € 216 pro Person.

INFO UND BUCHUNG

Wiener Alpen in

Niederösterreich Tourismus

T. +43 26 22/78 9 60

info@wieneralpen.at

www.wieneralpen.at/

buckl-zum-berg

VELOREGIO GRENZENLOS RAD FAHREN

Es ist noch nicht lange her, dass eine grenzüberschreitende Radregion zwischen Ungarn und Österreich unmöglich schien,

war doch der Eiserne Vorhang eine schier unüberwindbare Grenze mitten in Europa. Mit der Schaffung einer gemeinsamen

Radregion zwischen Kőszeg, dem Komitat Vas und den österreichischen Regionen

Südburgenland, Oststeiermark und Wiener Alpen in Niederösterreich

wird ein Beitrag zu Überwindung von Grenzen geleistet.

Nutze das Angebot, neben den geografischen auch die eigenen Grenzen zu

überwinden, und entdecke das gemeinsame Angebot der vier Regionen.

Den gesamten Überblick über das gemeinsame Angebot findest du unter:

www.veloregio.com.

PACKAGE-TIPP

VOM BUCKL ZUM BERG

Bis Oktober kann die

Genusstour als individuelle

Tour an allen Wochenenden

gebucht werden.

Preis: ab € 216,– p. P. im DZ

SPORTaktiv

67


Umfrage im Bekanntenkreis.

Leute, was ist ein Gravelbike?

Hmmm. Stirnrunzeln.

Telefonjoker. Ganz angekommen

ist die neueste Zweiradmodeströmung

also noch nicht in der Breite.

Kein Problem.

Selbst Experten tun sich mitunter

schwer. „Vielleicht existiert Gravel ja

auch gar nicht“, meint der italienische

Ausrüster Sportful provokant. „Es gibt

so viele verschiedene Interpretationen

dieses Konzeptes, dass es gar keinen Sinn

macht, es näher einzugrenzen“, heißt es

auf deren Website. Dann gehen die Italiener

aber gewitzt ins Detail – immerhin

haben sie gerade eine neue Gravel-Kollektion

vorgestellt. „Es reicht zu wissen,

dass es ab sofort egal ist, auf welchem

Untergrund wir fahren oder wie lange

wir im Sattel sitzen. Und zu wissen, dass

unser Spielplatz jetzt größer ist und länger

offen hat.“

Der Trend kommt aus den USA und

rührt daher, dass es quer durch die Staaten

noch ein riesiges Netzwerk an unasphaltierten

Landstraßen und Pässen

gibt. Die Amis haben diese staubigen,

sandigen Straßen immer schon geliebt

und Rennradfahrer und Abenteurer haben

sie längst als neuen Spielplatz auserkoren.

Dieses Netzwerk gibt es zwar

auch hierzulande, nur dass bei uns längst

jede Landes- und Bergstraße mit Asphalt

überzogen ist. Jetzt, in einer Art zweiten

Welle, scheint Gravel auch bei uns richtig

angekommen zu sein. 2020 könnte

der Durchbruch sein, wenngleich das

Konzept nur eine kleine Zielgruppe im

Fokus hat. Aber das haben wir damals

auch bei SUVs gedacht, oder? Wir haben

zwar keine Tausende Meilen echte

Gravel Roads, aber wer suchet, der findet.

Auch in und rund um die Alpen lassen

sich am Gravelbike wunderbare

Straßen und Wege befahren.

Das Beste aber: Mit den Gravelrädern

ist auch eine neue Einstellung in Mode

gekommen. Relax, es ist kein Rennen,

nimm nicht alles so ernst, hab Spaß.

Foto: Specialized

68 SPORTaktiv


Auch typisch amerikanisch, aber das fällt

in Europa auf fruchtbaren Boden. Italien

ist eines der ersten Länder, wo dieser

Lifestyle bestens mit dem Dolce Vita in

der Sportvariante harmoniert. Eat pasta,

ride fasta. Auch in Bella Italia gibt es

(Stichwort Toskana etwa) ein Netzwerk

an Wegen und Forststraßen, die sich

bestens zum „Graveln“ eignen.

En vogue ist auch die Gravel-Mode:

Vorbei sind die Zeiten der engen, neongelben

Radtrikots mit Pseudo-Sponsoraufklebern

und giftgrünen Hosen. Die

Gravelfarben sind Schwarz, Schwarz und

Schwarz, dazwischen Braun, aber Dunkelbraun,

Dunkelblau, Dunkelgrün und

Dunkelgrau, alles loose-fit. Die rosa Socken

und die neongelbe Oakley lassen

wir als netten Kontrast gelten.

SPEED,

SPASS,

ZWISCHEN BODENSEE

UND PODERSDORF

SIND GRAVELBIKES

GROSS IN MODE. VOR

ALLEM BEI EINSTEI-

GERN UND FRAUEN.

ABER WAS IST GRAVEL

NOCHMAL SCHNELL?

UND: SIND DIESE

GELÄNDE-RENNRÄDER

IN LETZTER KONSE-

QUENZ NICHT BALD

MOUNTAINBIKES?

VON CHRISTOPH HEIGL

SCHOTTER

SPORTaktiv

69


GRAVEL

Englisch für: Schotter. Mit

Gravelbikes sind Rennräder

gemeint, die dank breiter und

mehr oder weniger profilierter

Reifen und robuster Ausstattung

auch für Feldwege, Schotterstraßen

und leichtes Gelände

konzipiert sind und damit die

Nische zwischen Rennrad und

Mountainbike besetzen. Genaue

Definitionen gibt es (noch) nicht.

Ideal für: Abenteuer, Weltreise,

aber auch Eissalon und mit dem

„Go anywhere“-Versprechen vermutlich

für alle Bedingungen der

Apokalypse.

Gravelfahrende Männer tragen Schnauzer,

Oberlippler, auf jeden Fall Bärte,

lange Bärte, und das wieder modische

Kapperl. Damit wirkt man selbst im urbansten

Wien wie im sandigen Idaho.

Mal selbst ausprobieren: Auf einem Gravelkbike

fühlt man sich gleich doppelt

so verwegen. Anmerkung: Natürlich

darf man Gravel auch fahren, wenn man

nicht so aussieht.

Apropos USA: Dort gibt es längst eigene

Gravelrennen, ganz entspannt, oft

ohne herkömmliche Zeitnehmung, wo

ein enormer Frauenanteil (bis zu 30 Prozent)

verzeichnet wird. In unseren Breiten

haben auch viele Frauen durch

Gravel bikes, die neue Entspanntheit und

die lässige Gravel-Mode zum Radfahren

gefunden. Die breiten Reifen und Scheibenbremsen

sorgen nämlich für Spaß

genauso wie für ein sicheres Fahrgefühl.

Damit tun sich speziell Anfänger leicht,

die sonst vor den 25 mm dünnen Rennradreifen

viel Respekt haben. „Ja, das ist

sicher ein Verkaufsargument“, bestätigt

Claudia Egginger, die für den Schweizer

Hersteller BMC arbeitet und dank ihrer

Rennerfahrung im MTB-Marathon Infos

aus erster Hand hat. „Es funktioniert

aber allgemein so gut, weil Gravel im

Radsegment nicht so getrieben wirkt. Es

heißt nicht immer ,Kette rechts‘ und

30er-Schnitt, es geht auch um Abenteuer

und Bikepacking. Das spricht Männer

und Frauen an“, weiß die Verkaufsleiterin

von BMC Österreich. „Klassische

Rennradfahrer genauso wie die Anti-Wettkampfszene

und die Anti-Lycra-Typen,

die dann erstmals 100 km

fahren. Gravel lässt sich in keine Schublade

stecken.“ Bei BMC hat sich die

neue, spektakuläre Reihe „Urs“ nicht aus

der bestehenden Cyclocross-Palette entwickelt,

sondern ganz eigenständig, und

wird auch innovativ als „Gravel Plus“

bezeichnet. „Unsere Produktentwickler

hatten völlig freie Hand und haben vom

weißen Blatt weg begonnen. Das ist voll

aufgegangen, das Feedback ist sensationell“,

freut sich Egginger (siehe auch

Praxistest rechts).

Noch einmal zurück zu den Gravel-Events.

Wer eine Rotweinbottle in

der Flaschenhalterung sehen will, einen

Schlafsack um den Lenker gewickelt

und ein Zelt in der Packtasche, sollte bei

einem Gravelrennen vorbeischauen.

Heuer erstmals in Österreich, gastiert

die Jeroboam-Serie mit einer exklusiven

Auftaktveranstaltung am 2. und 3. Oktober

in Velden (Kärnten). Veranstalter

ist Ex-Profi Johnny Hoogerland, die

Strecken sind 75 und 150 km lang – es

ist kein Rennen (www.bohemians.cc.).

Von den schon vereinzelt in Europa in

Szene gegangenen Events kennt man die

lässigen Videos: Rad fahren mit einem

Lachen im Gesicht, Lagerfeuer, Bier,

Livemusik, erdiges Underground-Flair.

Das passt auch gut zum bikenden Hipster

aus der Anwaltskanzlei und zieht ihn

magisch an.

Fotos: Titici, Specialized, Christoph Heigl

Ist das noch ein Gravelbike oder schon ein Mountainbike?

Das neue Specialized Diverge Evo (oben) lässt die Grenzen

endgültig verschwimmen. Daneben gibt es klassische

Konzepte wie das A-GR01 von Titici (rechts).

70 SPORTaktiv


Luft und Reifen machen’s aus

Im Zentrum stehen natürlich die Räder,

eine neue Gattung? Auf den ersten

Blick sind es immer noch Rennräder,

wenn auch mit aufrechterer Sitzposition

und nicht so aggressivem Lenkverhalten.

Die Breite der Reifen variiert

stark zwischen 32 und 54 mm, Luftdruckempfehlungen

schwanken zwischen

2 und 6 bar – das sind Welten.

Aber auch schön: Es kommt wieder auf

Räder und Reifen an und nicht auf irgendeinen

Motor (auch wenn es längst

Gravelbikes mit Motor gibt). Viele Räder

haben Vorrichtungen für bis zu

drei Trinkflaschen, Gepäckträger, Kotflügel

und Lichtanlagen, manche nur

noch ein Kettenblatt (1 x 12 , also nur

zwölf Gänge).

Die Radindustrie freut sich über

neue Produkte und Kunden: Gravelbikes

sorgen für niedrige Einstiegspreise

ab 1000 Euro genauso wie für fünfstellige

Summen im High-End-Bereich.

Die Frage bei Federung, Breitreifen

und Co. ist nur: Komplett zu Ende

gedacht und wenn sich der Kreis

schließt, kommt am Ende doch wieder

ein Mountainbike raus, oder? Das neue

Diverge von Specialized gibt es mit Federung

im Steuersatz, mit Dropper-

Seat post und jetzt auch mit flachem

Lenker („flat bar“). So schaut es aus

wie ein Mountainbike von 1990. Back

to the Future? Ja, warum nicht?

Das Gravelbike wird in Magazinen

und auf Websites unter der Rubrik

Rennrad geführt. Anders als die klassische

Rennrad- und MTB-Szene ist die

neue Gravel-Generation raduntypisch

aber sehr aufgeschlossen für Neues und

kann die nächste Evolutionsstufe von

Rahmen, Reifen und Rotweinflaschenhalterungen

kaum erwarten.

PRAXISTEST BMC URS ONE

URS, DU BIST MEIN

BESTER FREUND

Wunderschöner, eleganter Rahmen, kantige, knackige Form – das dominiert

den ersten Eindruck vom BMC Urs One. Das brandneue Gravelrad

der Schweizer Innovationsexperten hat das Potenzial, Hälse zu verdrehen

und Augen zum Rollen zu bringen. Ersteres wegen der spektakulären

Optik und Fertigungskunst, Zweiteres wegen des Preises von 8999

Euro. Aber das Urs zählt zum Extremsten, was das

Segment hervorgebracht hat, und ist eben absolute

Luxusklasse. Und vorweg: So fährt es sich auch.

Das Einsteigermodell beginnt übrigens bei moderaten

2999 Euro

Das mit spaciger Sram-eTap-Funkschaltung

ausgestattete Urs (das steht für den Schweizer

Vornamen genauso wie für UnReStricted,

„uneingeschränkt“) rollt auf leichten Carbon-Gravel-Laufrädern

von DT Swiss (1540 g)

und 42-mm-Reifen von WTB (440 g). Diese

Kombi sorgt für einen megasteifen und raketenhaften

Antritt des nur 8,23 kg schweren

Rades. Im leichten Gelände bergauf schneller

als jedes Mountainbike, auf der Straße

mehr als ausreichend flott. Der Clou: Der

Hinterbau hat ein Federsystem (MTT, 8 mm) und dämpft Erschütterungen

erfolgreich weg, vorne ließe sich sogar eine Federgabel

nachrüsten. Ende Gelände heißt es erst, wenn Trails rumpelig und wurzelig

werden. Der unten breit ausgestellte Lenker ist top. Auf der Straße

lässt sich mit den 42er-„Walzen“ problemlos dahinglühen, wenngleich

nicht ganz so schnell wie mit einem Straßenrennrad. Schlechter Asphalt

verliert aber völlig an Schrecken, wenn man den Reifendruck von den 4.0

bar Maximum (knallhart) in Richtung 2.0 bar Minimum senkt. Urs kann

supersportlich genauso wie superkomfortabel, tatsächlich wird man

abenteuerlustig und probiert neue Trails, Straßen und fährt in unbekannte

Täler hinein. Man verspürt Abenteuerlust, Urs ist immer und für alles

gerüstet. Schotter, Asphalt, Wiese, Wald. Einmal um die Welt fahren?

Gerne, Urs, du bist mein neuer bester Freund.

Ausstattungsdetails: www.bmc-switzerland.com

SPORTaktiv

71


DIE SACHE

MIT DEM X

DIE BEISTEGUI HERMANOS (BH) AUS DEM

BASKENLAND VERFEINERN IHRE ERFOLGREICHE

ATOMX-SERIE MIT NEUEN ALU-MODELLEN UND

STELLEN DIE „X“-SERIE JETZT AUF 29-ZOLL-RÄDER.

BH ATOMX LYNX 6 PRO-SE

RAHMEN: Full Suspension, X-Serie Alu, Split Pivot, 29 Zoll

DÄMPFER: Fox Float DPS Performance, 160 mm

FEDERGABEL: Fox 36 Float Factory, 160 mm

SCHALTUNG: Shimano XT, 12-fach

MOTOR: Brose Drive S Mag

AKKU: 720 Wh

BREMSEN: Shimano XT 200/200 mm, 4-Kolben

LAUFRÄDER: BH Evo 35

REIFEN: Maxxis Minion DHR II, 29 x 2,5 bzw. 2,4

PREIS: UVP € 6999,–

www.bhbikes.com

72 SPORTaktiv


Die günstigeren Alu-Modelle ergänzen

die Carbon-Serie, neu für 2020 sind die

29-Zoll-Laufräder. Der Akku wird ganz

easy oben am Knick des Oberrohres

herausgenommen (Bild links).

STEFFEN

KRILL

ist Marketmanager des baskischen

Premiumherstellers BH BIKES

für Deutschland.

NOCH

DREI FRAGEN

AN DEN EXPERTEN

ANZEIGE / Fotos: BH Bikes

1. Was hat die neue AtomX-

2020er- Alu-Linie mit dem großen

Carbon-Bruder gemeinsam?

Wir haben mit dem AtomX Carbon

für uns einen Meilenstein in Sachen

Gewicht, Steifigkeit, Geometrie

und Technik gesetzt und gehen

2020 noch mal um einige Schritte

nach vorne. Wir verbauen erstmalig

den sehr erfolgreichen BROSE-

S-Mag-Antrieb nahezu komplett in

der 2020er-Alu- und -Carbonlinie.

Ja, warum eigentlich „X“? Zieht man den Akku oben

aus dem Unterrohr heraus, bilden Unterrohr, Akku

und Oberrohr ein X. So erklärt man bei BH Bikes die

ungewöhnliche Nomenklatur.

Die Markteinführung des AtomX-Carbon im letzten

Jahr markierte zweifellos einen Höhepunkt in der Produktenwicklung

im Hause BH Bikes. Ein Modell, das alle

Erfahrungen der baskischen Marke in puncto e-MTB

vereint, und bei dem neu entwickelte Features umgesetzt

wurden, die es zu einem der Referenzprodukte

machen. Die neue 2020er-AtomX-Linie geht noch

einen Schritt weiter, wartet mit 29-Zoll-Reifen auf

und hat aufgrund ihres 720 Wh Akkus in Kombination

mit dem leichten und leistungsstarken

Brose-Drive-S-Mag-Antrieb eine Reichweite von

bis zu 155 km. Verbaut wird ein 720-Wh-Akku,

der dank des 4A-Schnellladegeräts bereits in drei

Stunden auf 80 % der Gesamtkapazität geladen

werden kann. Das brandneue X-Display hat eine

„ANT+“ und Bluetooth-Schnittstelle. Darüber

hinaus verfügt die X-Remote-Bedienung über eine

Vibrationsfunktion. BH Bikes wechselt bei den für

2020 neuen Modellen auf 29-Zoll-Bereifung, da diese

die Reichweite spürbar erweiterte.

2. Die neuen Modelle rollen auf

29-Zoll-Bereifung. Warum?

Interne Testfahrten haben uns gezeigt,

dass wir je nach Fahrsituation

unter gleichen Umständen die

Reichweite mit 29 Zoll bis zu 15

% erhöhen können. Wir verbauen

in unseren X-Serie-Modellen (Xtep

und AtomX) größtenteils 720-Wh-

Akkus, damit können wir für den

Nutzer das Maximum rausholen.

3. Wurde das X-Display auch

überarbeitet?

Das X-Display ist quasi der Nachfolger

des bisher verbauten Headup

Displays. Wir haben uns nun für

eine sturzsichere Platzierung neben

dem Vorbau entschieden. Auch

die Lesbarkeit unter verschiedenen

Lichtverhältnissen wurde deutlich

verbessert. Die Einstellbarkeit aller

Stufen über das Display bleibt, neu

ist aber der Automodus.

SPORTaktiv

73


ERWIN PIELER AUS ROHRBACH

IM BURGENLAND HAT SCHON

DEN NEUSIEDLER SEE UMRUN-

DET UND SEIN HEIMATBUNDES-

LAND DURCHQUERT, ER IST

DIE GROSSGLOCKNER-HOCHAL-

PENSTRASSE HOCHGEFAHREN

UND OFFROAD VOM KITZSTEIN-

HORN RUNTERGEBRETTERT:

AUF DEM EINRAD.

VON CHRISTOF DOMENIG

ONE

WHEEL,

ONE

LIFE

ERWIN PIELER

aus Rohrbach (B) ist 53, verheiratet, ein Sohn (Erik, 17).

Beruf: Lehrer an der NMS Lichtenwörth; Obmann des

Einradclubs One Wheel Dragons Rohrbach.

www.theonewheel dragons.at

Es hat etwas Erhabenes, wenn Erwin Pieler auf dem Radweg

dahingleitet und lächelnd einen „Stützradler“ überholt.

Von seinem 36-Zoll-Einrad schaut er auf gewöhnliche

Zweirad-Pedalisten – die im Jargon der Einradfahrer

„Stützradler“ heißen – nämlich herunter (aber nur im wörtlichen,

nicht im übertragenen Sinn: Was Scherzbezeichnungen

betrifft, bleiben einander Zwei- und Einradfahrer nichts

schuldig). 25 bis 30 km/h sind eine gewöhnliche Reisegeschwindigkeit

auf seinem Marathon-Einrad, die Pieler

erreicht, bis zu 40 km/h sind drin. Mitunter radelt

der burgendländische NMS-Lehrer von seinem

Heimatort Rohrbach in die Schule nach Lichtenwörth,

das sind 55 Kilometer hin und retour.

„Es fühlt sich fast wie fliegen an – nur am Boden.

Man floatet so richtig durch die Gegend“,

erzählt der 53-Jährige mit fast jugendlicher Begeisterung

in der Stimme. Das fliegende Gefühl

ergibt sich logischerweise auch aus dem Blickwinkel

– wenn sich das Sportgerät unterm Hintern

befindet, der Blick aus luftiger Höhe in die

Ferne schweift, eine Hand sich am Sattel und die

andere sich zum Balancehalten in der Luft befindet.

Als unbedarfter Beobachter staunt man über die

Körperbeherrschung der seltenen Spezies Einradfahrer,

der Erwin Pieler seit gut 20 Jahren angehört.

Fragt man nach dem Ursprung seiner Leidenschaft, holt

der Rohrbacher ein wenig aus. Kurzversion: Als jungem

Englisch- und Zeichenlehrer sowie leidenschaftlichem Fußballer

habe man ihm damals auch gleich das Fach „Turnen“ überantwortet.

Und weil er seinen Unterricht immer schon etwas

anders gestalten wollte und er außerdem jonglieren konnte,

kam er irgendwann aufs „Zirkusgerät“ Einrad. Zunächst für

sich selbst, bald auch für seine Schüler.

„Ich bin irrsinning neugierig auf alles, was es in der Welt

gibt“, erklärt Pieler – der kürzlich etwa auch das Dudelsackspielen

entdeckt hat und momentan „wie ein Verrückter

lernt“. Mit diesem Instrument könne man das Einradfahren

auch vergleichen: „Da brauchst du auch wochenlang, bis du

nur einen Ton herausbringst.“ Aber genau das sei auch ein

Reiz für ihn: etwas zu beherrschen, was nicht alle können,

und am eigenen Leib zu spüren, welches Entwicklungspotenzial

in Körper und Geist steckt.

Denn natürlich hat ihn das Einrad zunächst etliche Male

abgeworfen. Als Mensch und Sportgerät sich zusammengerauft

hatten, wurde daraus eine Leidenschaft fürs Leben.

„One Wheel – One Life“ ist sein Motto. Dem in Rohrbach

aber nicht nur Erwin Pieler selbst verfallen ist: 2007 hat er mit

Mitstreitern die One Wheel Dragons gegründet. Der Verein

brachte es in Höchstzeiten auf 85 Mitglieder, davon viele Kinder

und Jugendliche, und ist bei nationalen und internationalen

Wettkämpfen in den unterschiedlichsten Wettkampfdisziplinen

meist ganz vorne dabei.

Erstaunlich ist auch die Vielfalt innerhalb der Sportart Einradfahren:

Neben dem 36-Zoll-großen Marathon-Einrad – so-

74 SPORTaktiv


Fotos: Erwin Pieler

SPORTaktiv

75


BLS-131

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dem Lenker montiert werden kann. So kannst du das ganze Jahr

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zusagen das Pendant zum Rennrad – gibt

es die Mountain-Unicycles, genannt Munis,

mit 26 oder 27,5 Zoll. Downhill,

Cross Country und Uphill – Letzteres

vergleichbar mit Hillclimbing auf zwei

Rädern – sind hier die Hauptdisziplinen.

Im Downhill seien mit dem Muni Steilstücke

fahrbar, „wo du gar nicht gehen

würdest“, wie Pieler erzählt. Es gibt auch

Trialbewerbe, bei denen spektakuläre

Hindernisse bewältigt werden. Auf Einrädern

wird Hockey gespielt,

es gibt Paarbewerbe

vergleichbar mit dem

Eiskunstlauf und noch

mehr.

Fast alles hat Pieler

probiert. Heute teilt sich

seine Leidenschaft aufs

Marathonrad und aufs

Muni zu gleichen Teilen

auf. „Das Spielerische“

taugt ihm dabei genauso

wie das Fitness element:

„Ein Ganzkörpertraining,

bei dem du nach einer

halben Stunde schweißgebadet

bist.“

Lebensfreude auf

einem Rad

Neben Wettbewerben –

wie dem Einrad-Downhill

bei der Salzkammergut

Trophy – stellt sich der Burgenländer

auch immer wieder gern selbst ausgedachten

Herausforderungen. Als Charity-Projekt

hat er vor wenigen Jahren den Neusiedlersee

umrundet und dabei 130 Kilometer

am Stück zurückgelegt, bei 40,5

Grad Sommerhitze, und dabei Geld für

die Behandlung eines Jugendlichen mit

Behinderung gesammelt. Körperlich am

anspruchsvollsten sei die Auffahrt auf der

Großglockner-Hochalpenstraße von der

Mautstelle Ferleiten weg gewesen, die er

mit Vereinskollegen unternommen hat.

Wobei nur Einradfahrer wissen, wie herausfordernd

Bergaufstücke mit dem Gerät

sind. Mit dem Muni sind eine Handvoll

One Wheel Dragons 2018 über Trails auf

das Kitzsteinhorn gefahren und danach

von 3100 m Seehöhe wieder im Downhill

bis ins Tal hinunter gebrettert.

Upside down.

Was Erwin Pieler ebenso gut gefällt:

Die Fröhlichkeit, die Einradfahrer von

Natur aus ausstrahlen, färbt auf die Umgebung

ab. „Im Gegensatz zum Mountainbike

bin ich auf dem Einrad noch

nie auf irgendeinem Weg geschimpft

worden“, erzählt er. „Ganz im Gegenteil,

es kommen immer gleich die Fragen:

Wie geht das, wie steigt man auf,

können wir ein Foto machen?“

Den „Gute-Laune-Effekt“ konnte er

auch auf seiner bislang

längsten Tour gut beobachten.

Eine Burgenland-Durchquerung

von

Nord nach Süd mit 239

Kilometern Länge, die er

in zwei Tagen bewältigte.

„Die Leute schauen dich

zuerst an wie einen Außerirdischen,

wenn man

wo daherkommt“, erzählt

er. Nachdem sich

von Ortschaft zu Ortschaft

die Meldung

schon verbreitet hatte,

dass ein Einradfahrer auf

einer irren Tour daherkommt,

sei er überall beklatscht,

bestaunt und

bewirtet worden. Als er

sich in einem Hagelschauer

unterstellen

musste, blieb ein Autofahrer

stehen und lud ihn zu sich nach

Hause ein.

Lediglich zu Beginn der Coronakrise

war doch alles ein wenig anders: „Da

hab ich mich kaum zu fahren getraut, so

bös’ haben die Leute geschaut. Der Spaß

und die Unbeschwertheit, die du mit

dem Einrad signalisierst, durften offenbar

nicht sein“, mutmaßt er. Entsprechend

hat Erwin Pieler 2020 noch Aufholbedarf

an Kilometern und Höhenmetern.

Seiner eigenen Lebensfreude auf

einem Rad („wenn ich draufsitze, bin

ich ein anderer Mensch“) tat selbst die

Krise keinen Abbruch. Mit allfälligen

Reisebeschränkungen im heurigen Sommer

hat er überhaupt kein Problem: Es

gibt schließlich in Österreich jede Menge

Ziele, die es sich auf dem Einrad zu

entdecken lohnt.


ACHTER MIT

AUSSICHT

EIGENTLICH IST EIN ACHTER

BEIM FAHRRAD NEGATIV. BEI

DER NEUEN ERLEBNISRUNDE

IN BAYERN UND TIROL UM

DEUTSCHLANDS HÖCHSTEN

BERG IST DAS ANDERS. WILL-

KOMMEN BEI DER ZUGSPITZ 8.

Fotos: Thomas Marzusch, Joe Hoelzl

DIE HIGHLIGHTS

DIE STRECKE

führt durch die Orte: Heiterwang,

Bichlbach, Biberwier,

Leermoos (alle in Österreich)

sowie Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen,

das

Zugspitzdorf Grainau und

Griesen in Deutschland.

WEITERE INFOS

zu Tourenvorschlägen,

Ausflugzielen, und Bike-Verleihstationen

gibt’s unter

WWW.ZUGSPITZE.COM

Es gibt ja auch unter Bikern eine

gewisse Liebe zu Zahlen. 29 zum

Beispiel, als Zollgröße der Laufräder.

Oder 150 als Millimeterangabe für

den Federweg. Aber 8? Ist mehr die

„Number of the Biker-Beast“ weil es ein

nicht mehr rund laufendes, ein eierndes

Rad beschreibt. Im Grenzgebiet

zwischen Bayern und Tirol wird die 8

jetzt aber äußerst positiv besetzt, mit der

„Zugspitz 8“. Dahinter verbirgt sich ein

Radweg, der auf 120 Kilometern

Deutschlands höchsten Berg, eben die

2962 m hohe Zugspitze umrundet. Und

der Weg eiert nicht, er ist vielmehr die

eierlegende Wollmilchsau, weil er alles

kann und bietet. Gemütliche

Mehrtages touren, bei denen der Genuss

und nicht die Höhenmeter im Vorder-

grund stehen, oder sportliche Herausforderungen

mit knackigen Anstiegen

und Single-Trail-Abfahrten.

Familien können in der Talebene an

mehreren Tagen das eindrucksvolle

Panorama genießen. Wer schon einmal

in der Früh auf die Zugspitze zugeradelt

ist, bei aufgehender Sonne, wird das

bestätigen.

Weil es an der Strecke viel zu

entdecken gibt, lohnen sich Abstecher.

Vom Zugspitzdorf Grainau schlängelt

sich etwa ein Wegerl hinauf zum Eibsee.

Nicht flach, aber nicht steil und dank

E-Bike für jedermann schaffbar. Wer es

noch sportlicher und härter liebt, kann

von dort auch weiter bergauf fahren

und sich an herrlichen Single-Trails

versuchen.

SPORTaktiv

77


PHÄNOMEN

NINO

SCHURTER

ino, wie geht es dir? Wie

und wo verbringst du

deine coronabedingte

Renn pause?

Wie alle versuche ich, mich bestmöglich

an die neue Situation anzupassen. Ich

bin zu Hause in Chur bei meiner Familie,

was das Positive ist in dieser Zeit.

Das Training ziehe ich voll durch, so als

wäre gerade Januar oder Februar. Wenn

die Weltcuprennen irgendwann wieder

losgehen, will ich bereit sein.

Ist deine Familie besonders vorsichtig,

weil deine Frau Nina an Multipler

Sklerose erkrankt ist? Wie geht ihr

damit um?

Wir nehmen beides sehr ernst, Ninas

Krankheit und Covid-19. Konsequenterweise

leben wir ziemlich isoliert und

treffen alle Maßnahmen, um das Risiko

so gering wie möglich zu halten.

Stichwort Corona: Verliert da auch

ein Olympiasieger und Weltmeister

manchmal die Lust auf Sport und

Training?

Grundsätzlich nein. Es gibt schon auch

mal Tage bei schlechtem Wetter, an denen

das Training zum Pflichtprogramm

wird. Aber grundsätzlich liebe ich die

Bewegung in der Natur.

DER SCHWEIZER IST

DER ERFOLGREICHSTE

MOUNTAINBIKER DER

LETZTEN ZEHN JAHRE. IM

SPORTAKTIV-INTERVIEW

SPRICHT ER ÜBER

CORONA, TRAININGSTIPPS

UND DAS BIKEN MIT

SEINER TOCHTER. UND ER

ERKLÄRT, WARUM SOCIAL

MEDIA SELBST FÜR EINEN

OLYMPIASIEGER

EIN WICHTIGER TEIL

DER ARBEIT IST.

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL

Warst du auch im Freien biken oder

hast du in den letzten Wochen viel indoor

trainiert?

In der Schweiz hatten wir zum Glück

immer die Möglichkeit, im Freien zu

trainieren, was bei dem tollen Frühlingswetter

dann auch die Normalität war.

Ab und zu nutze ich aber auch die Online-Trainingsplattform

Zwift, da ich

die Möglichkeiten, sich der Community

anzuschließen, sehr gut finde und ich

so auch etwas zurückgeben kann. Zum

Beispiel haben wir vor Kurzem zusammen

mit Scott Italia 6000 Euro für die

Krankenhäuser in Bergamo

gesammelt.

Wie geht es dem Wettkämpfer ohne

Wettkampf? Was fehlt dir am meisten?

Da ich mein letztes Rennen im Oktober

in Tokio gefahren bin, vermisse ich mittlerweile

den Wettkampf schon sehr. Die

Fotos: Scott Sports/RainedUponMedia

78 SPORTaktiv


TITELVERTEIDIGUNG

IN ÖSTERREICH

Seit dem Update der UCI fix:

Nino Schurter wird seinen

WM-Titel in Österreich verteidigen.

Denn Leogang wird am

neuen Termin der Downhill-WM

(inkl. Pumptrack) nun auch die

Disziplinen Cross Country (XCO)

und E-Bike (E-MTB) übernehmen.

Vormerken: 7. bis 11. Oktober

2020, Saalfelden Leogang.

Vorbereitung lief sehr gut und ich war

bereit für die Saison. Das würde ich natürlich

gerne in Resultaten bestätigt haben

und nicht nur im Training. Doch

das geht wohl allen Athleten gleich.

Wie und wo suchst du neue Herausforderungen

für Sport und Alltag?

Herausforderungen finde ich in Trainingsresultaten.

Die Zeit ohne Wettkämpfe

möchte ich nutzen, um mich

konsequent weiterzuentwickeln. Mit

Leistungsmessgeräten funktioniert dies

ziemlich gut.

Wie gut gelingt es dir, den Fokus auf

Ziele und Training zu halten?

Die Ziele sind ja nach wie vor da, wenn

auch zeitlich etwas verschoben. Motivationsprobleme

im Training kenne ich sowieso

nicht.

„We can’t wait to get back to races“

heißt es in einem deiner Videos. Wann

denkst du, wird es so weit sein? Die

UCI will demnächst den aktualisierten

Rennkalender für diese Saison bekannt

geben. (Anm.: Termin-Update mittlerweile

fix: Weltcupsaison startet ab 5./6.

September in Lenzerheide, Schweiz).

Du bist auf Social Media sehr präsent

und postest Videos von dir in der Kraft-

SPORTaktiv

79


kammer, am Balance Board, beim

Stiegenspringen, beim Zirkeltraining,

auf der Slackline. Offenbar wird dir

beim Training nie fad ...

Immer wieder neue Reize zu setzen, ist

Teil der Weiterentwicklung. Das benötigt

Kreativität und reizt mich.

Social Media scheint auf dich zugeschnitten.

Du bespielst alle Kanäle.

Macht dir das Spaß, lenkt dich das ab?

Das stimmt. Content für Social Media

zu produzieren, macht mir besonders

viel Spaß. Das kommt mir sehr wohl

entgegen, sind die sozialen Medien doch

mittlerweile ein wichtiger Bestandteil

meiner Arbeit.

Du hast eine eigene Videoserie namens

„Fitter, Faster, Stronger“, die viel

Einblick in dein Training gibt. Hast du

ein Erfolgsgeheimnis? Oder ist es die

Kombination deiner Physis, deines Talentes

und deiner Fahrtechnik?

Die Kombination aus allem ist entscheidend.

Erfahrung spielt hier auch eine

ganz wichtige Rolle. Über die Jahre habe

ich meinen Körper kennengelernt und

weiß, was er ertragen kann. Es geht immer

darum, die Grenzen auszuloten,

diese aber nicht zu überschreiten. Da

hilft Erfahrung sehr viel. Zudem habe

ich ein super Team um mich herum, um

diese Balance zu finden.

Du hast auch auf den Kanälen deines

Partners Oakley unter dem Slogan

„For The Love Of Sport“ dein Heimtraining

präsentiert. Was kannst du anderen

Athleten oder Hobbysportlern mit

auf den Weg geben, um motiviert und

fit zu bleiben?

#keepthepassion von Scott ist ein weiterer

dazu passender Slogan. Ich will aufzeigen,

dass man auch zu Hause viel für

seine Fitness tun kann. Eine gewisse

Struktur im Training ist zudem wichtig,

um motiviert zu bleiben. Nur, für mich

ist „bleibt motiviert“ einfach zu sagen.

Ich habe das Privileg, draußen trainieren

zu können.

Ein Hit war heuer das entzückende

Video von dir und deiner Tochter Lisa,

die hinter dir und vor dir am kleinen

Rad über die Trails hoppelt. Am Ende

sieht man Vater und Tochter beim Eisschlecken.

Das Video ging viral auf

den sozialen Medien. Wie hat eigentlich

Lisa darauf reagiert?

Sie ist sehr stolz darauf und gibt manchmal

bei Freunden ein wenig damit an

(lacht). Lustig waren auch die Tage vor

dem Shooting. Da hatte sie immer wieder

gefragt, wann wir das nun endlich

machen. Ich hoffe, sie ist auch später

noch stolz darauf.

„Heroes inspire Heroes“ heißt die

Kampagne, in die du involviert bist.

Wie kann man Kinder zum Sport motivieren?

Reicht die Vorbildwirkung der

Eltern aus oder braucht es schulische

und gesetzliche Vorgaben, die Kinder

mehr zum Sport zu bringen?

Bei uns zu Hause passiert das auf natürliche

Weise, indem ich meine Tochter in

meine Aktivitäten einbinde, wo immer

das möglich ist. Und, ja, die Vorbildwirkung

und das Vorleben sind ganz wichtig.

Ob es dazu gesetzliche Vorgaben

braucht, bezweifle ich eher.

Bei uns in Österreich ist Mountainbiken

als Breitensport sehr beliebt, die

Rennszene aber nicht im Fokus, auch

kaum in den Medien. Wie ist das in

der Schweiz?

Das ist bei uns anders. Dass ich in der

Schweiz als Mountainbiker „Sportler des

Jahres“ wurde – und dies vor einem Roger

Federer! – bestätigt das. Wir haben

in der Schweiz zahlreiche weitere Top-

Mountainbike-Athleten neben mir, die

erfolgreich dafür sorgen, dass Mountainbiken

im Gespräch bleibt.

Die Schweiz hat seit den Anfangstagen

immer Athleten an der Spitze: Thomas

Frischknecht, Christoph Sauser,

Mathias und Lukas Flückiger, Florian

Vogel, dazu die Dominanz von dir. Bei

den Damen ist Jolanda Neff ein Star.

Dazu im Marathonsport Leute wie Urs

Huber oder Bad-Goisern-Rekordhalter

Konny Looser. Wie schafft das die

kleine Schweiz? Österreich hat da

wohl Aufholbedarf ...

80 SPORTaktiv


NINO SCHURTER

geboren am 13. Mai 1986 in Tersnaus (Graubünden,

Schweiz). Schurter ist Mountainbike-Profi, der im

Cross-Country seit zehn Jahren dominiert, Olympia sieger

(Gold 2016, Silber 2012, Bronze 2008), achtfacher Weltmeister,

siebenfacher Sieger des UCI-Gesamtweltcups,

2 x Sieger beim Cape Epic in Südafrika. Privat: verheiratet

mit Nina, eine Tochter (Lisa). Ninos Bruder Mario und

Vater Ernst haben in der Toskana (ITA) eine MTB-Schule

und bauen Trails.

www.nsracing.ch // www.scott-sports.com

Fotos: Scott Sports/RainedUponMedia, Etienne van Rensburg

Die Schweiz ist ein Mountainbike-Land. Wir haben

die besten Voraussetzungen in Bezug auf Infrastruktur,

Förderung und Akzeptanz.

Du bist Olympiasieger, Weltmeister und Seriensieger

im Weltcup. Wir würden dich wohl zum „Marcel

Hirscher der Mountainbiker“ adeln. Was bedeuten

dir Erfolge und welcher war ein sehr spezieller?

Erfolg ist immer die Bestätigung und der Lohn für

harte Arbeit. Und ich bin von Natur aus ein sehr ehrgeiziger

Mensch. Der wichtigste Erfolg war sicher

mein Olympiasieg 2016 in Rio, der wohl schönste jedoch

der siebente WM-Titel im Jahr 2018, vor Heimpublikum

in der Lenzerheide mit 20.000 Zuschauern.

Dich sieht man nicht nur am Racefully, sondern

auch auf Trailbikes, Enduros und Rennrädern. Wie

viele Bikes hat der Herr Olympiasieger eigentlich

zu Hause?

Für jede Jahreszeit eines…(lacht). Die Racebikes sind

nicht bei mir zu Hause. Die hütet mein Mechaniker

„Yanick-theMechanic“ Yanick Gyger.

Könntest du dir vom Radsportweltverband UCI etwas

wünschen, neue Rennformate etwa, was würde das

sein?

Noch in diesem Jahr möglichst viele Rennen zu fahren

(lacht).

Nino, du bist 34 und hast eigentlich schon alles erreicht.

Welche Ziele hast du noch als Biker? Wird

ein Umstieg zu den Straßenfahrern noch einmal ein

Thema oder ist das abgehakt?Den Rekord von Julien

Absalon würde ich schon noch gerne knacken (Anm:

Absalon hat 33 Weltcup-Siege, Schurter 32). Und eine

vierte Medaille bei Olympia wäre ein Traum. Auf der

Straße habe ich keine Ambitionen, ich bin mit Mountainbiken

groß geworden und da möchte ich auch

bleiben.

WHATEVER THE REASON,

RUN WITH FORERUNNER ®

#BeatYesterday


DIE BESTEN

BIKEREGIONEN

IM SALZBURGER-

LAND

Leichtes Dahingleiten

über Almwege; müheloses

Erreichen des Gipfels

dank sanfter E-Mobilität;

Action und Adrenalin auf

alpinen Trails und in den

Bikeparks: Mountainbiken

und E-Mountainbiken im

SalzburgerLand gehören

zu den variantenreichsten

Sportarten, die man im

Almsommer betreiben kann.

Damit man aber nicht den

Trail vor lauter Wegen übersieht

und genau die richtige

Region findet, hat SalzburgerLand

Tourismus die

zwölf besten Bikeregionen

im Land auf einer Webseite

zusammengestellt.

Gleich drei Regionen –

nämlich Salzburger Sportwelt,

Flachau und Wagrain

– verbindet der Stoneman

Taurista, an dessen Höhepunkt

das Bild aufgenommen

wurde: am 1770 m

hohen Roßbrand mit seiner

großartigen Rundumsicht.

bike.salzburgerland.com

Foto: SalzburgerLand-WOM Medien/Andreas Mayer

82 SPORTaktiv


SPORTaktiv

83


RUNDUMSCHUTZ

BELL zählt zu den Pionieren,

was die abnehmbare

Kinnbügel-Technologie

betrifft. Den neuen Super

Air R MIPS® hat man von

Grund auf neu aufgebaut.

Ausgestattet mit der Flex-

Spherical- und MIPS®-

Technologie, überlegener

Belüftung und geringem

Gewicht kann man den Kinnschutz

mit nur zwei Klicks entfernen.

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mit Deckelverschluss aus PU-beschichtetem

Gewebe. Der stabile Aluminiumrahmen

hat einen verstellbaren Tragegriff, die

Innentasche einen Reißverschluss. Der Korb

steht selbstständig und packt bis zu 5 kg.

www.ortlieb.com

LEICHT UND SICHER

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Starvos WaveCel von BONTRAGER nicht nur

ein Leichtgewicht, sondern auch ein Meister

der Sicherheit. WaveCel ist eine komprimierbare

Zellstruktur an der Innenseite des

Helms. Das funktioniert wie eine

Knautschzone und hilft, den

Kopf besser zu schützen.

Ebenfalls neu sind der

Rally WaveCel für MTB

und der Jet WaveCel für

Kinder.

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BIKE

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NEWS

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ist fein abgestimmt auf die

Besonderheiten der E-Sparte. Es

verlängert die Nutzungsdauer der

Kette sowie die Kilometerlaufleistung

des Akkus. Das neue Fahrradpflegeprodukt

enthält ein EP-Additiv für

erhöhte Druckbeständigkeit, ein

Haftadditiv sowie ein Keramik-

Additiv, das Notlaufeigenschaften

gewährleistet.

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Fotos: Hersteller

84 SPORTaktiv


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Vereine und Unternehmen auf die

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2018 startete Extremsportler Franz

Preihs, der von DOWE R überzeugt

ist, bereits zum 5. Mal beim Race

Across America und trug dabei

einen Mundschutz, der ihn bei einigen

Passagen vor Sand, Staub und

anderen Luftverschmutzungen

schützte.

Damals wusste noch keiner, dass

dieses kleine Accessoire heute

nicht mehr wegzudenken ist.

Dieser Mundschutz war dafür

konzipiert, eine sehr gute

Atmungsaktivität und Filterwirkung

zu gewährleisten, um die Leistung

des Athleten nur wenig zu

beeinträchtigen.

Als im April der Mundschutz zur

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und konnte den Mundschutz,

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Kunden zu schützen.

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Der spezielle 2-lagige Aufbau ist

innen weich und angenehm zu

tragen. Das nachhaltige Produkt

ist wiederverwendbar, waschbar

und desinfi zierbar.

Die in Europa produzierten

Masken bekamen sogar von

Asthmatikern positive Resonanz.


1

Was spricht für die Klassiker Dachträger,

Kupplungsmontage und Heckträger?

Oben am Autodach: Dachträger sind für fast alle Fahrzeuge erhältlich und

schnell montiert, das ist ein Klassiker und ein gewohntes Bild von der

Südautobahn bis zur Tour de France. Nachteile: Die Räder stehen bei Autobahntempo

voll im Wind, zu niedrige Unterführungen werden zu

„Fahrrad-Killern“ und – vor alledem – die Zuladungsgrenzen für Dachträger

und Dach sind schnell erreicht. Vor allem der Transport von schweren

E-Bikes am Dachträger ist schwierig bis nahezu unmöglich.

Anhängekupplung (AHK): Radträger auf der Anhängekupplung hinten können

meist viel Zuladung aufnehmen. Der geringe Abstand zum Boden

kommt älteren Menschen und Menschen mit Rückenbeschwerden sehr

entgegen. Die Zuladungsgrenze (meist 60 kg) ermöglicht im Normalfall

den Transport von zwei E-Bikes, die bei marktüblichen Modellen derzeit

im Schnitt je 22 bis 25 kg wiegen. Nachteil: Es muss natürlich eine AHK

vorhanden sein, am besten als Originalausstattung. „Da die Nachrüstung

meist sehr teuer ist, empfehlen wir Interessenten meist den Transport über

einen Dachträger, falls keine AHK vorhanden ist“, heißt es bei Thule.

Heckklappe: Heckklappenträger spielen eine untergeordnete Rolle, da

diese Lösung mit vielen Nachteilen einhergeht. „Wir empfehlen sie nur,

falls der Transport über Dach oder AHK nicht möglich ist“, sagt Thule.

In Deutschland gibt es strengere rechtliche Vorgaben für den Betrieb

solcher Trägerlösungen (StVO), was Thules Angebot im Vergleich zu

anderen EU-Ländern einschränkt. Die Heckklappen vieler Fahrzeugmodelle

sind zudem immer öfter aus Kunststoff gefertigt, was der

Kompatibilität mit Heckklappenträgern abträglich ist. Ein weiterer

Nachteil: Der Kofferraum ist mit einem Träger voller Bikes nur

noch sehr eingeschränkt zugänglich, da die Gasdruckdämpfer des

Kofferraumdeckels ab Werk nicht für das zusätzliche Gewicht

ausgelegt sind.

2

Welches Konzept passt zu wem am

besten und was sind ideale Varianten

für Rennrad und E-Bikes oder gibt es

One-for-All-Lösungen?

DIE SIEBEN W-FRAGEN

„Zu bevorzugen ist ein AHK-Träger“, lautet die Empfehlung der Thule-Experten, „dieser ist am benutzerfreundlichsten

und zukunftssicher. Ist keine AHK vorhanden, empfehlen wir bei Rennrädern und regulären Mountainbikes den

Dachtransport. Traditionalisten unter Rennradfahrern schwören nach wie vor auf den klassischen Dachträger.“ Sind

Dach und Kupplung aus irgendwelchen Gründen kein Thema, kann man immer noch auf die Heckklappe ausweichen.

Für E-Bikes ist die AHK sowieso die Nummer eins.

86 SPORTaktiv


WER SEIN RAD GERNE IN DEN URLAUB UND INS WOCHENENDE MITNIMMT

ODER SPONTAN IN DEN BIKEPARK FÄHRT, STEHT VOR DER FRAGE: WIE KRIEGE

ICH DAS DING AUFS AUTO? SPORT AKTIV HAT BEI DEN EXPERTEN VON MARKT-

FÜHRER THULE NACH NEUEN ANTWORTEN FÜR DEN SOMMER 2020 GESUCHT

UND AUCH EINIGE WARNUNGEN BEKOMMEN.

VON CHRISTOPH HEIGL.

THULE

Schwedischer Hersteller von

Transportsystemen.

Erik Thulin begann 1942 mit der Herstellung

von Produkten für schwedische Fischer,

die Marke Thule entstand. Das erste

Thule-Produkt war 1955 ein Scheinwerferschutzgitter,

1962 folgte der erste Skiträger,

1964 der erste Dachträger mit

Korb, seit 1997 weltweit größter Hersteller

von Dachboxen. Mittlerweile macht

Thule auch Taschen, Schneeketten, Rucksäcke,

Kindersitze, Kinderwagen, Radanhänger

und Handwerker-Werkzeug.

Der Hauptsitz der Thule Group befindet

sich in Malmö (Schweden).

Foto: Thule

Wonach richte ich

mich bei der Kaufentscheidung

des

Trägersystems?

Nach dem Auto

oder dem Rad?

Sowohl als auch. Zum einen muss der Fahrradträger natürlich zum Zweirad passen (Zuladung, Dimension)

und zum anderen bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten zum Transport an, je nach Fahrzeug und dessen

Eigenschaften (Limousine, Van, SUV, Kombi, Bus). Entscheidet man nach Vorhandensein einer AHK, nach

Dachtyp und nach Beschaffenheit der Heckklappe, drängt sich meistens eine Transportlösung auf. Bei großen

Kombis und SUVs, Bussen und Vans kann man Räder natürlich auch ohne Fixierungssystem einfach im Inneren

transportieren, sofern Platz und ausreichend Höhe vorhanden sind. Ein schmutziges, nasses Bike nach

der Fahrt wieder einladen, ist dann aber kein so großes Vergnügen.

3

SPORTaktiv

87


4Wie viele Räder kann man mit einem normalen

Auto maximal transportieren?

Über die AHK maximal vier Räder, beim Dachträger kommt

es letztendlich auf die Breite des Fahrzeugs an, doch auch

hier ist bei vier Rädern in der Regel das Maximum erreicht.

Auch über einen Heckklappenträger lassen sich teilweise 4

Fahrräder transportieren.

5

Wie haben sich durch schwere E-Bikes

die Gewichtstoleranzen entwickelt?

„Zuladungsgrenzen werden nun natürlich kritischer beäugt,

den veränderten Rahmenkonstruktionen muss ebenfalls

Rechnung getragen werden.“ Der limitierende Faktor im Bereich

der Anhängerkupplung bleibt aber die Zuladungsgrenze

der AHK selbst. Das sind in der Regel 75 kg Stützlast.

Thule betont, nicht beim „Numbers Game“ der Konkurrenz

um noch mehr Zuladung (75+) mitzumachen, weil das die

meisten Kupplungen ohnehin nicht schaffen. Korrekterweise

muss ja auch das Gewicht des Trägers (um die 17 bis 19 kg)

miteinberechnet werden. „Die Kommunikation einer Zuladungsgrenze

von über 60 kg kann also irreführend sein“,

mahnt Thule und warnt vor dem Herantasten an die Gewichtslimits.

ABUS ALARMBOX

SICHER IST:

WAS DU WILLST

So einzigartig die Dinge sind die du

schützen möchtest, so vielseitig einsetzbar

ist die ABUS Alarmbox. Mit 100 dB Alarm

sicherst du was dir wichtig ist.

abus.com

6Welche Modelle sind Topseller und warum?

Im Bereich der Dachträger ist der „ProRide“ mehrfach ausgezeichnet

und bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Im Segment der AHK-Träger wird der EasyFold XT gerne

gekauft, weil er enorm platzsparend (klappbar) ist, oder der

VeloSpace XT, der vielseitigste aller AHK-Träger (Erweiterungsschiene,

Abklappwinkel 70 Grad, erweiterbar um Thule

7

BackSpace XT). Am US-Markt kann Thule wegen unterschiedlicher

gesetzlicher Bestimmungen andere Lösungen

(z.B. Klemmung an den Reifen) anbieten, Europas Gesetze

schränken diese Nutzung noch ein. „Wir sind ständig darum

bemüht, unser Portfolio um zukunftsorientierte, originelle

Lösungen zu erweitern“, sagt Thule. „Benutzerfreundlichkeit

und Sicherheit stehen bei uns immer im Fokus.“

Wie schütze ich teure und sensible

Carbonrahmen am besten?

Carbonrahmen transportiert man idealerweise ohne Rahmenkontakt,

am besten am Dachträger, denn hier gibt es Lösungen,

die das Bike an der Gabel oder über die Reifen fixieren

und somit gänzlich ohne Rahmenkontakt auskommen. Hat

man einen AHK-Träger, kommt man um den Rahmenkontakt

derzeit nicht herum. „In solchen Fällen bieten wir einen separat

erhältlichen Carbon Frame Protector an“, sagt Thule. Der

schützt den Rahmen vor Reibung und Beschädigung und hat

mit dem Thule AcuTight Drehmomentbegrenzer-Knopf die

Freigabe für alle Carbon-Rahmen.


WAS FÜR EIN

MANIFEST!

ANZEIGE / Fotos: Giro

Wenn es eine Sache gibt,

bei der du nur auf das Beste

vertrauen solltest, dann

ist das dein Mountainbike-

Helm. Vorhang auf für den

Manifest Spherical von Giro.

Der neue Manifest Spherical ist der hochwertigste

Trail-Helm auf dem Markt, mit

MIPS®-Sicherheitssystem, hervorragender

Belüftung und allerhöchstem Tragekomfort.

Zu den außergewöhnlichen Features gehört

das MIPS® Spherical Sicherheitssystsem, das

die herkömmliche Kunststoffgleitfläche im

Innenbereich des Helms eliminiert. Beim

MIPS®-Spherical-Design ist diese Gleitfläche

nahtlos zwischen den beiden Lagen aus

EPS-Schaum integriert und bietet die

Vorzüge des MIPS®-Systems und der

progressiven Innenschale, ohne den Komfort

oder die Belüftung einzuschränken. Das

Roc-Loc®-Trail-Air-Anpassungssystem hat

ebenfalls ein großzügiges Upgrade erhalten,

welches einen festen Sitz in ruppigem

Gelände gewährleistet. Der Manifest setzt

neue Maßstäbe in Sachen Style, Design und

Performance.

SITZT WELTMEISTERLICH

SQlab bekämpft erfolgreich Taubheitsgefühle und Schmerzen

im Dammbereich bei Damen und Herren. Neues Topmodell ist

der sportlich leichte und dennoch komfortable 612 R.

ANZEIGE / Foto: SQlab

Emma Hinze (Bild) ist dreimalige Weltmeisterin

und sie muss es wissen: Sie ist

unterwegs auf dem neuen SQlab-Sattel

„612 R“. Der bringt mehr Leistung durch

mehr Ergonomie. Die bewährte SQlab-

ERGOWAVE®-Form entlastet den Dammbereich

und verhindert energiezehrende

Schutzhaltungen. Die Sattelschale ist bis in

das letzte Detail gewichts- und flexoptimiert.

Das noch mal erhöhte Heck gibt

mehr Halt und damit eine bessere

Kraftübertragung. Mit der Sitzknochenvermessung

und bis zu vier unterschiedlichen

Sattelbreiten bekämpft SQlab Taubheitsgefühle

und Schmerzen erfolgreich. Tipp zum

Schluss: Ein zu weicher Fahrradsattel wird

nach ca. 30–45 Minuten Fahrzeit meist

unbequem. Je länger die Fahrt, desto härter

sollte der Sattel sein.

SQLAB

Sättel, Griffe, Lenker,

Pedale, Bekleidung.

Die Experten in

Sachen Ergonomie

am Rad.

www.sq-lab.com

SPORTaktiv

89


DER TRAIL-

RÄUBER

HAIBIKE TRUMPFT AUF! DAS NEUE ALLMTN 3.5 HAT

EINEN NEUEN RAHMEN MIT EXTREM NIEDRIGEM

SCHWERPUNKT, ERHÖHTEN STEIFIGKEITSWERTEN

UND ÜBERRAGENDER AGILITÄT. DER BOSCH-ANTRIEB

LÄSST SICH BIS AUF 1125 WH ERWEITERN.

DAMIT SCHAFFST DU MEHR TRAILS ALS JE ZUVOR.

HAIBIKE XDURO ALLMTN 3.5

RAHMEN: Haibike Full-Suspension, Aluminium 6061

DÄMPFER: RockShox Deluxe Select Plus, 160 mm

FEDERGABEL: RockShox Lyrik Select, 160 mm

SCHALTUNG: Shimano SLX/XT

MOTOR: Bosch Performance CX, 75 Nm

AKKU: Bosch PowerTube, 625 Wh,mit Option

auf Range Extender und insgesamt 1125 Wh

BREMSEN: Magura MT7, 203 mm

LAUFRÄDER: The Hub/DT Swiss H1900 Spline

REIFEN: Maxxis Minion DHR II 27.5 x 2.8 (hinten) und

Maxxis Minion DHF II 29 x 2.6 (vorne)

GEWICHT: 25,2 kg

PREIS: UVP € 5499,–

www.haibike.com/de

ANZEIGE / Fotos: Haibike

90 SPORTaktiv


MATTHIAS

RÜCKERL

ist Global Brand Manager

bei Haibike

NOCH

DREI FRAGEN

AN DEN EXPERTEN

Uphill oder

Downhill? Das

neue AllMtn 3.5

von Haibike macht

alles mit – und

auch am Strand

gute Figur.

Dieses E-Mountainbike will gefordert werden! Das

ist auf den ersten Blick sonnenklar. Auf anspruchsvollen

Fahrten und Entdeckungstouren durch die

Berge entfaltet das HAIBIKE XDURO AllMtn 3.5 sein

volles Potenzial. Mit gemischten Laufradgrößen bietet es

die ideale Kombi aus Traktion (hinten 27,5 x 2,8 Zoll)

und Überrollverhalten (vorne 29 x 2,6 Zoll), die griffigen

Maxxis-Reifen, ein satter Federweg von 160 Millimetern

und bissigen Magura-MT7-Scheibenbremsen

machen es wie geschaffen dafür, schwere Trails und

kniffliges Terrain zu erobern.

Über die Reichweite musst du dir auch bei

längeren Touren durch das Gebirge keine Gedanken

machen: Denn im Rahmen ist der große

PowerTube (625 Wh) schon fix und elegant

integriert und durch eine optional erhältliche

zweite Batterie (Range Extender Bosch Power

Pack 500, montiert über MRS-System) kannst

du deinen Tourenspaß mit zusätzlichen 500

Wh ganz einfach ausweiten. Auch Beleuchtung

kann problemlos nachgerüstet werden, denn das

Modell ist bestens vorbereitet für Skybeamer und

Twin Taillights.

1. An wen richten sich das

aggressive Design und die extrem

traillastige Komponentenauswahl

des neuen AllMtn 3.5?

Aggressiv? Ganz und gar nicht. Der

Anspruch von HAIBIKE war es, kein

Me-too-Produkt zu entwicklen, sondern

eine sportliche und progressive

Formensprache zu kreieren, bei der

Funktionalität klar im Vordergrund

steht. Die Benefits für den Kunden?

Ein Trailbike mit allen Vorteilen eines

extrem niedrigen Schwerpunkts, die

darauf ausgerichtete tiefstmögliche

Anbindung eines zweiten Akkus für

insgesamt 1125 Wh und eine bauartbedingte,

bessere Motorkühlung. Für

volle Performance im Uphill wie im

Downhill. Die Komponenten sind

auf diese Vielseitigkeit ausgelegt.

2. Was sind die News beim neuen

Rahmen? Wie wirkt sich das aus?

Das Konzept: extrem niedriger

Schwerpunkt, MRS-Integration,

Dual-Battery-Konzept, perfekte Ausgewogenheit

im Up-und Downhill,

komfortable Sitzposition für lange

Rides.

3. Wohin geht Haibike mit den

nächsten Trends? Was dürfen wir

erwarten?

Ihr dürft gespannt sein. Wir haben

den höchsten Anspruch an uns selber

und freuen uns, euch bald die Neuigkeiten

MY21 vorzustellen.

SPORTaktiv

91


AKKU

FITNESS

AKKUS SIND ENORM

LEISTUNGSFÄHIGE STROM-

SPEICHER, DIE JEDERZEIT

ENERGIE ABGEBEN. ES SIND

JEDOCH EINIGE DINGE ZU

BEACHTEN, DAMIT DIE

LEBENSDAUER MAXIMIERT

WIRD UND DIE SICHERHEIT

AM RADWEG UND AM BERG

GEWÄHRLEISTET BLEIBT.

VON CHRISTOPH MALIN

Akkus speichern die Energie für

den Elektromotor und die elektronische

Steuerung des E-Bikes

sowie das Batteriemanagement des Akkus

selbst. Es ist durchaus naheliegend,

sie als „Stromtanks“ zu sehen. Doch im

Gegensatz zum Benzintank im Auto, der

ungeachtet der Nutzungsdauer und des

Alters immer gleich funktioniert, befüllt

und entleert wird, hängen bei einem

Akku Funktion und Leistungsfähigkeit

wesentlich von der Pflege, Lagerung,

dem Alter des Akkus und den jeweiligen

Einsatzbedingungen wie Kälte, Hitze,

Belastung usw. ab. Gar nicht so trivial,

aber mit der Beachtung einiger grundsätzlicher

Regeln ist dem Akku schon

viel geholfen (siehe auch Infobox auf

der Folgeseite).

Beim Akku und seiner Lebensdauer

sind die Verlustarten, die im Betrieb des

Akkus auftreten, das Um und Auf. Diese

gilt es im Auge zu behalten und langfristig

über eine optimale Nutzung

möglichst zu minimieren. Denn die

Energie, die in chemischer Form im

Akku gespeichert ist, kann nicht verlustfrei

in elektrische Energie umgewandelt

werden. Selbstentladung und interne

Spannungsverluste sind hier maßgeblich.

Jedoch spielt die Selbstentladung

beim heute in Akkus durchgängig

Fotos: iStock, Christoph Malin

92 SPORTaktiv


verwendeten Li-Ionen-Akku mit rund

1% je Monat fast keine Rolle mehr. Das

in jedem Li-Ionen-Akku-Pack enthaltene

„Batterie Management System“ – kurz

BMS – benötigt zwar nur wenig Energie,

kann aber in einer mehrmonatigen Winterpause

zu einem durchaus messbaren

Ladungsverlust beitragen. Daher empfiehlt

es sich, Akkus über eine längere

Zeit geladen (zwischen 30–60 %) bei

einer Temperatur zwischen 0 und 20° C

zu lagern.

Nächste Lektion: Physik & Chemie

In der Verlustenergie-Bilanz am schwersten

wiegen jedoch die durch den Innenwiderstand

des Akkus verursachten

Spannungsverluste. Sie steigen proportional

mit dem Entladestrom und dem

Zellenwiderstand. Dieser wird durch den

natürlichen Alterungsprozess der Zelle

erhöht, der wiederum durch ungünstige

externe Faktoren wie Fehlbehandlung

oder eine mangelhafte Fertigung beschleunigt

wird.

Die Physik lässt sich hier nicht austricksen:

Die Energieerzeugung von Akkus

beruht auf elektrochemischen Reaktionen

und hier unterscheidet man zwischen

gewollten Hauptreaktionen und

ungewollten Nebenreaktionen.

Ungewollte Reaktionen haben ihre Ursache

oft auch in kleinen Verunreinigungen,

weshalb während der Zellenherstellung

im gesamten Produktionsprozess

auf ein Höchstmaß an Reinheit geachtet

wird. Große Hersteller wie LG, Panasonic,

Samsung, Sanyo oder Sony, deren

Zellen in den Akku-Packs der bekannten

Motorenhersteller verwendet werden,

können dies weitestgehend garantieren.

Billige No-Name-Nachrüstakkus sind

hier kritisch zu betrachten, wer weiß

schon, ob der Hersteller aufgrund von

Schleuderpreisen eine durchgehende

Qualitätskontrolle in der Fertigung garantieren

kann.

Beispiele für menschliche Fehlbehandlung

und daraus resultierende ungewollte

Nebenreaktionen: Der Innenwiderstand

bei allen elektrochemischen Stromquellen

wie einer Akkuzelle steigt kurzfristig

bei Kälte an. Bei Wärme fällt er ein wenig,

allerdings begünstigen hohe Temperaturen

wiederum schädliche Nebenreaktionen

in Zellen. Die optimale Arbeitstemperatur

liegt bei Li-Ionen-Akkus

im Bereich zwischen 15–40° C, weshalb

das Batteriemanagement zusammen mit

der Motorsteuerung bei hohen Temperaturen

die Leistung des Motors und die

Stromentnahme reduziert.

Zu den Akku-Todsünden gehört es daher,

ein Rad länger in der prallen Sonne

stehen zu lassen oder Akkus im Sommer

im heißen Innenraum eines Autos zu lagern.

Genauso, wie im tiefsten Winter

bei Temperaturen unter null Grad mit

kaltem Akku loszuballern, ohne den

Akku vorher auf Zimmertemperatur akklimatisiert

zu haben. Das schadet Akkus

immens. Es spricht übrigens bei einer

Hitzewelle nichts gegen eine gute Tourenplanung,

bei der der Aufstieg entweder

im Schatten oder frühmorgens erfolgt.

Und es spricht auch nichts gegen

einen Fahrradhersteller, der den Akkus in

seinen Bikes durch besondere Rahmenkonstruktionen

eine optimierte Kühlung

bietet (Airflow etc).

Nun altern Akkus durch die Chemie,

aber auch auf natürliche Art und Weise.

Wann ist diese Altersgrenze erreicht? Davon

spricht man bei Lithium-Ionen-Akkus,

wenn sie nur noch über 70–80 %

ihrer ursprünglichen Kapazität verfügen,

was in etwa 1000 vollen Ladezyklen entspricht.

Ein voller Ladezyklus ist erreicht,

wenn der Akku von unter 50 % geladen

wurde, ein halber Ladezyklus bei einer

Ladung über 50 % Ladezustand.

Allerdings gibt es auch die sogenannte

„kalendarische Alterung“, bei der nach

ca. 6–7 Jahren erkennbare Degenerationserscheinungen

auftreten können. Degenerative

Veränderungen innerhalb einer

Batteriezelle sind der Eigenart des Ionenstroms

geschuldet: Lade- und Entladevorgänge

basieren auf dem Ionenfluss

zwischen den Polelektroden und dem

Anlagern von Ionen an der aktiven Elektrodensubstanz.

Hierbei treten am sogenannten

Separator, einer Trennschicht

zwischen Akku-Anode und -Kathode,

über längere Zeit unregelmäßige Ablagerungen

an der Anode auf.

Bemerkbar machen sich dauerhaft erhöhte

Innenwiderstände der Akkuzellen

bei erreichen der Altersgrenze durch eine

verringerte Reichweite, deutlich frühere

Abschaltung und deutlich erhöhte Ladezeiten

des Akkus. Bei einer Kapazität von

60 % dauert die Ladezeit dann schon

eine gefühlte Ewigkeit, wobei der Akku

dann auf Tour ohnehin mit einem frühen

Abschalten nervt. Zeit für Recycling.

Last but not least verliert der Akku mit

jedem Lade-/Entladevorgang einen kleinen

Teil seiner Kapazität. Entscheidend

ist dabei der Energiedurchsatz, also die

gesamt abgegebene Energie während der

täglichen Nutzung. Noch entscheidender

für die Lebensdauer bei Li-Ionen-Akkus

sind allerdings extreme Ladezustände,

die die Alterung beschleunigen: extrem

leere oder volle Akkus. Es ist besser einen

Akku nie ganz leer zu fahren, sondern

maximal auf 15–20% (in etwa ein „Balken“).

Genauso wie es die Lebenserwartung

erhöht, den Akku immer nur bis zu

80–85% vollzuladen. Klingt blöd, denn

auf einer Tour will man ja möglichst viel

Reichweite haben, aber es gibt auch kurze

Touren, wo man eigentlich keinen vollen

Akku braucht und mit 80 % Ladung

sein Auslangen findet. Oder man fährt

ohnehin auf größeren Touren mit zweitem

Akku und tauscht früher. Besonders

clever ist hier das Bosch-Dual-Battery

System, bei dem zwei Akkus jeweils

scheibchenweise immer für kurze Zeit

entladen und so im Betrieb deutlich weniger

belastet werden.

Was tut dem Akku also wirklich gut,

sodass er lange seine Kapazität behält?

Wie ihr seht, ist eine Menge Physik und

Chemie im Spiel, aber wenn man ein

paar Regeln beachtet, halten eure Akkus

definitiv länger. Im Kasten im Anschluss

(bitte umblättern) haben wir für euch die

Basics zusammengefasst! Gute Fahrt!

Tipps vom

Experten für

mehr Fahrspaß

und Reichweite:

z.B. den

Akku nie ganz

voll (!) laden.

SPORTaktiv

93


AKKU LEBENSDAUER OPTIMIEREN

Faktoren, die die Lebensdauer verlängern:

• Geringe Beanspruchung

• Lagerung bei 0 bis 20° C Umgebungstemperatur

• Lagerung mit 30–-60 % Ladung

• Rad im Schatten oder in kühlen Räumen abstellen

• Akku nie ganz leer fahren (tauschen bei 20 % oder

einem „Balken“ Restanzeige)

• Kurze Touren nicht mit vollem Akku antreten

Faktoren, die die Lebensdauer verkürzen:

• Starke Beanspruchung

• Starke Beanspruchung bei großer Hitze

• Lagerung bei über 30° C Umgebungstemperatur

• Längere Lagerung in ganz vollem oder leerem Zustand

• Abstellen des Rades in der prallen Sonne

• Akku in heißem Zustand laden – abkühlen lassen!

• Sehr kalten Akku laden

• Akku schnellladen, insbesondere bei tiefen

Temperaturen – den Akku zuerst auf Zimmertemperatur

vortemperieren

• Kalten Akku belasten

Sonstiges:

• Laden nur in trockener Umgebung, bei Raumtemperatur

und bei installiertem Rauchmelder

• Akku mit feuchtem Tuch reinigen

• Akku vor und nach Fahrt auf Beschädigungen untersuchen

• Beschädigte Akkus umgehend zum Fachhändler bringen

• Steckerpole gelegentlich reinigen, auf Korrosion checken

und mit Polfett fetten

• Akkus nicht mit direktem Wasserstrahl oder Hochdruck

reinigen, vor der Reinigung des Fahrrads entnehmen

• Nur Originalladegeräte der Hersteller verwenden

• Auf einen guten Sitz des Akkus in der Halterung achten,

locker sitzende Akkus können die Kontakte beschädigen

• Regelmäßige Inspektion: Akkus gängiger Marken können

jederzeit vom Fachhändler ausgelesen werden, das

Batteriemanagement-System speichert Akku-Fehler,

Ladezyklen etc.

• Entsorgung: Ausgewählte Fahrradfachhändler nehmen

verbrauchte oder defekte Akkus kostenlos zurück und

kümmern sich um die fachgerechte Entsorgung

• Akkus keinesfalls öffnen, Lebensgefahr!

WWW.CENTURION.DE

BIKES SEIT 1976

LHASA E

Die neue Generation des extrem vielseitigen,

vollgefederten All-Terrain Bikes.

Das Lhasa E ist eines unserer beliebtesten E-Bikes, da es verschiedenste Ansprüche in

einem spannenden Gesamtpaket vereint. Die brandneue Modell palette mit vollintegriertem

Akku steht für leichte Off-Road-Abenteuer, Trekking-Touren sowie Bike-Reisen und wird

von Boschs Performance Line CX Antrieb kraftvoll und ausdauernd unterstützt. Als EQ-

Version ist das Lhasa E wahlweise auch mit Schutzblechen und Gepäckträger verfügbar

und bietet sich sowohl für den täglichen Weg zur Arbeit als auch für Radreisen an. Eine

Lichtanlage und viele smarte Details, wie die magnetisch schließende Ladebuchse, sind

Serie in allen Modellen. Ein waschechtes Rundum-Sorglos-Bike.

CENTURION – DESIGN, PERFECTION AND QUALITY.


Ob Petzen, Bad Kleinkirchheim

oder am Weissensee –

Kärnten spannt den Bogen.

GANZ KÄRNTEN

IST IM FLOW

KÄRNTENS SECHS TOP-FLOWTRAIL-

DESTINATIONEN BIETEN GEMEINSAM

EINEN MTB-URLAUB AN. INKLUDIERT SIND

BIKECARD, UNTERKUNFT UND SHUTTLE-

SERVICE MIT GEPÄCKTRANSPORT

ZWISCHEN DEN BIKE-AREAS.

Fotos: Gert Perauer, Heiko Mandl, Lukas Pilz

INFOS

FLOW TRAILS KÄRNTEN

Sechs Destinationen:

Weissensee, Nassfeld,

Bad Kleinkirchheim,

Turracher Höhe, Petzen, Koralpe.

BIKECARD KÄRNTEN

Saisonkartenpreise: 360,– für Erwachsene,

270,– für Jugendliche (JG 2002–

2005) und 216,– für Kinder (ab JG 2006).

BUCHUNGEN

TRAIL ANGELS GmbH

T.: +43 47 82/930 93

9821 Obervellach 15

www.bookyourtrail.com

E-Mail: info@bookyourtrail.com

www.flowtrails-kaernten.at

www.bikecard-kaernten.at

Die Kärntner MTB-Destinationen

haben in den letzten Jahren

enorm viel in neue Trails

investiert. Rund 50 neue Trails sind in

Kärnten seit 2012 gebaut worden,

darunter die längsten Flow Trails

Europas in Bad Kleinkirchheim (15 km)

und auf der Petzen (12 km).

Ab heuer gibt es in Kärnten ein einzigartiges

Angebot, die sogenannten

„Flow Trails Kärnten“. Sechs Destinationen,

die Trails mit Bergbahnen kombinieren,

haben sich zu einer ARGE zusammengeschlossen

und bieten dieses

Zuckerl für Urlauber und Biker an. Dabei

sind: Bike-Area Weissensee, Bike-

Area Nassfeld, Bike-Area Bad Kleinkirchheim,

Bike-Area Turracher Höhe,

Bike-Area Petzen, Bike-Area Koralpe.

Was genau bieten die Flow Trails

Kärnten? Eine in allen Destinationen

gültige Saisonkarte (Bike Card Kärnten),

mit welcher man das ganze Jahr

über alle Trails in den erwähnten Regionen

gemeinsam mit der Bergbahn

nutzen kann, Mehrtageskarten in den

einzelnen Destinationen (z.B. Bikecard

Nassfeld, Bikecard Koralpe etc.)

und Packages inklusive Bikecard,

Unterkunft, Mobilität (Shuttle) und

einem Gepäcktransport durch ein eigenes

Buchungsportal samt Hotline

von 8–20 Uhr (www.bookyourtrail.

com/trail/flow-trails-kaernten).

Zudem gibt es individuelle Angebote

für Gäste (von 3–8 Tage). Damit

festigt Kärnten seinen Ruf als

„Land of Flow“.

SPORTaktiv

95


DIE NUMMER 1

ÖFFNET DIE BIKE-TRAILS

Am 11. Juni startet der neue Salzburger und

Tiroler Bikeverbund in die Sommersaison. 70 km

Biketrails und 9 Bergbahnen sind genauso Highlights

wie Kulinarik und Familien-Angebote.

SAALBACH HINTERGLEMM

SAALFELDEN LEOGANG

FIEBERBRUNN

Der Zusammenschluss der

schon im Winter bestens

kooperierenden Orte lässt nun

im Sommer ein wahres

Bike-Eldorado entstehen.

bike.saalbach.com

A

m Anfang war das Bike. Und gleich

danach Saalbach Hinterglemm und

Saalfelden Leogang. Diese Orte

waren vom Ausbrechen der Mountain bike-

Welle weg die Vorreiter in Sachen Bike-

Trails und Infrastruktur. Die Region, die im

Winter längst zu einem der modernsten

und größten Skigebiete Europas gewachsen

ist („Skicircus“) und seit Jahren erfolgreich

zusammenarbeitet, hat jetzt auch im

Sommer den Schritt gewagt: Saalbach

Hinterglemm, Saalfelden Leogang und

Fieberbrunn verbünden sich zu Österreichs

größter Bike-Region.

Das Resultat: 70 Kilometer Single-Trails,

Downhill-Tracks und Flow-Lines, 9

Bergbahnen, 7 Berge, 1 Biketicket. Dazu

kommt mit Fieberbrunn im PillerseeTal

(Tirol) ein bundesländerübergreifendes

Mountainbike-Wegenetz dazu, dessen

Grenzen nur durch die eigene Kondition

entstehen. E-Bike-Ladestationen auf Hütten

und im Tal sorgen so für noch größere

Reichweiten und Tourenmöglichkeiten. Abgerundet

wird das Angebot durch die speziell

auf Biker abgestimmten Serviceleistungen

wie Bike-Shops, Verleih, Bikeschulen,

Guiding und Übungsareale für Anfänger.

Ob Genusstour mit dem E-Bike, Bikepark-Shredden

oder Mountainbike-Marathon

– hier findet jeder Biker sein Angebot.

Für jene, die ihre Tour gerne mit einem kulinarischen

Highlight verbinden, bieten sich

die Gourmet-E-Biketouren oder die Tour

zum Picknick am Bergsee in Fieberbrunn

an. Und für die Sportfans gibt es ein Highlight:

Die Downhill-WM in Leogang wurde

zwar auf 7. bis 11. Oktober verschoben,

bietet jetzt aber mit der WM-Entscheidung

im olympischen Cross-Country (Rundkurs)

und der WM im E-Mountainbike zwei

neue Gustostückerl.

Fotos: Klemens König

96 SPORTaktiv


MT PRESTIGE

MORE TRAVEL.

MORE PLEASURE.

KTM-BIKES.AT


WE MAKE

ENDURO

DAS STECKT BEI CONWAY HINTER DER ABKÜRZUNG WME.

MIT DEN BEIDEN E-MOUNTAINBIKES 427 UND 627 HABEN

DIE DEUTSCHEN ZWEI KRACHER IM PORTFOLIO. DABEI

VERGESSEN SIE IHRE TUGENDEN NICHT: PREIS-LEISTUNG

UND KEIN UNNÖTIGER SCHNICKSCHNACK.

CONWAY EWME 627

RAHMEN: Conway Full Suspension Alu

DÄMPFER: Fox Float DPX 2, 160 mm

FEDERGABEL: Fox Performance 36 Float, 160 mm

SCHALTUNG: Shimano SLX/XT, 12-fach,

34 x 10–51

MOTOR: Shimano Steps 8000

AKKU: Shimano 504 Wh

BREMSEN: Shimano XT 203 mm

LAUFRÄDER: Shimano/Rodi Ready 35

REIFEN: Schwalbe Magic Mary/Hans Dampf 27,5 x 2,6

GEWICHT: 22,5 kg

PREIS: UVP € 4999,95

www.conway-bikes.de

ANZEIGE / Fotos: Conway Bikes

98 SPORTaktiv


FLORIAN

ZEITLER

ist Product Manager beim

Bike-Hersteller Conway.

NOCH

DREI FRAGEN

AN DEN EXPERTEN

Die beiden

Conway-Modelle

427 (gelb) und 627

(rot) machen mit

160 mm Federweg,

fetten Reifen

und Top-Fahrwerk

jeden Spaß mit.

Sportlich, leicht, agil und mit viel Federweg: Die

160-mm-eWME-Fullies 427 und 627 sind perfekt

für grobes Gelände geeignet. Mit dem Shimano-

Steps- E-8000 Motor bieten sie knackige Unterstützung in technischen

Uphills – mit individuell anpassbarer Leistungsabgabe

per App. Das eWME hat sich bereits in vielen Tests bewiesen:

Sein leichtes Gewicht (22 kg) dank semi-integriertem Akku,

die Fahrwerksperformance und das Preis-Leistungs-Verhältnis

haben nicht nur die Magazine, sondern auch eine große Anhängerschar

überzeugen können. Diese Modelle mit der Laufradgröße

27,5 Zoll werden ergänzt durch die MX-Serie, die auf

29 Zoll und mit 140/145 mm Federweg rollt.

In Österreich trifft man das eWME auf hochalpinen

Trails: Mit dem Team von freeride.inc Austria werden die

Bikes artgerecht bewegt. Österreichs bekanntester Tourenblog

scheut vor keiner Abfahrt zurück und zeigt, welche

Touren mit dem E-Bike möglich sind.

Conway Bikes sind bekannt für faire Preise, durchdachte

Komponentenwahl und ausgetüftelte Neuentwicklungen

ohne Schnickschnack. Der direkte Draht zum Kunden ist

genauso wichtig wie das Feedback der Händler. Seit mehr als

25 Jahren gibt es die deutsche Marke schon, die Mutterfirma

Hartje schon sagenhafte 125 Jahre. Man steht für Zuverlässigkeit,

Bodenständigkeit und Vertrauen – und lebt das auch.

1. Wie definiert ihr die Zielgruppe

fürs eWME 427/627 und was kann

diese erwarten?

Unsere Definition sind sportlich

versierte Biker, die viele Höhenmeter

und schwierige Trails abdecken.

Auch Leute, die mit dem normalen

Bike nach Feierabend ihre Trails

zeitlich nicht mehr unterbekommen,

liegen mit dem eWME richtig.

Man ist schnell am Einstieg

ohne sich abzuhetzen, hat bergab

richtig Spaß und es fühlt sich nicht

wie ein träger Lkw an, sondern wie

ein normales Bike.

2. Auf welche Details habt ihr am

meisten Wert gelegt?

Hier braucht man den Kompromiss

aus leichtem System, Reichweite

und Zuverlässigkeit sowie natürlichem

Fahrgefühl. Deswegen haben

wir bewusst eine semiintegrierte

Lösung geschaffen. Durch den Shimano-Motor

und die Geometrie

haben wir da ein echt feines eBike

hinbekommen, welches Laufruhe

und Spritzigkeit gut vereint.

3. Worauf dürfen sich die Kunden

in Zukunft freuen?

Momentan entwickeln wir neue

Bikes und eBikes, schauen genau hin,

was der Markt braucht, und nehmen

das Feedback auf. Noch können wir

nichts verraten, aber dieses Jahr wird

für alle Biker und eBiker bei uns noch

mal einiges draufgelegt!

SPORTaktiv

99


GIFTGRÜNER PANNENSCHUTZ

AUS

PRO

BIERT

BIKE

Was gibt es beim Radfahren Lästigeres als einen „Patschen“?

Ärgerlich, gefährlich und mit der Gefahr, die Felge zu beschädigen.

Vittoria hat nun seine innovative Lösung überarbeitet und

präsentiert den AIR-LINER mit neuester Polymerstruktur (UVP

je nach Größe € 59,– bis 75,–). Der Air-Liner ist ein Pannen- und

Durchschlagschutz für Mountainbikes und verspricht im Gelände

sogar bessere Fahreigenschaften, weil mit noch weniger

Luftdruck gefahren werden kann.

Zunächst wirkt das giftgrüne Ding wie eine Schwimmnudel

aus dem Kinderschwimmbecken. Weit gefehlt! Ausgehend

von einem kreisrunden Querschnitt sind beim Air-Liner zwei

Längskanäle ausgefräst. Sie reduzieren das Gewicht und optimieren

die Progression des Durchschlagschutzes. Die richtige

Länge muss man zurechtschneiden, mit einem Kabelbinder die

Enden stramm verbinden und rein in die Reifen. Die Montage

funktioniert einfach, trotz der üblichen Dichtmilch-Patzerei

(Set-up auch mit Schlauch möglich). Das Polymer macht jetzt

viel vom Volumen des Reifens aus, man braucht gar nicht mehr

so viel Luft reinpumpen. Mit den empfohlenen nur 1,2 bis 1,4

bar (Size M) rollen die Reifen gleich besser über Trails, Gewichtsfetischisten

werden sich aber am (real kaum spürbaren)

Zusatzgewicht von je 195 g pro Reifen stoßen. Im Test hatten

wir keinerlei „Patschen“ und keine Probleme. Rund 2000 km

sollen die Air-Liner halten, selbst ohne Luft soll man damit bis

zu einer Stunde im „Notbetrieb“ fahren können. Interessant

auch für Rennfahrer, die unbedingt ins Ziel wollen ...

3 X SCHUTZ AM PRÜFSTAND:

GIFTGRÜNE SICHERHEIT FÜR

DIE RADFELGE, SCHWARZ-

GOLD FÜR DEN KOPF UND

ITALIENISCH FÜR

OBERKÖRPER UND KNIE.

VON CHRISTOPH HEIGL UND GEORG MICHL

Fotos: Georg Michl, Katja Heigl, Christoph Heigl

100

SPORTaktiv


SICHER SEHR ZUR FREUDE

DES SPORTMINISTERS

EIN ECHTER GAMECHANGER

Der GAMECHANGER macht seinem Namen alle Ehre. ABUS

hat mit dem Aero-Helm (UVP € 199,95) in diesem Segment

mit zahlreichen Innovationen neue Maßstäbe gesetzt, aber

auch das eigene Image auffrisiert. Der Helm wurde in Zusammenarbeit

mit dem Profiteam Movistar entwickelt und

vereint die gewohnte solide Qualität mit einem ansprechenden

Design und dem niedrigen Gewicht von nur 260 Gramm.

Der deutsche Sicherheitsspezialist hat sich selbst einen

coolen Touch verpasst und einen Helm gebaut, der auch

beim Kaffee danach stolz präsentiert werden kann. Aerodynamisch

verspricht ABUS durch das „Multi Position Design“

einen perfekten Luftfluss in allen möglichen Positionen

und eine „bis zu 23 Prozent geringere frontale Fläche

im Vergleich zu anderen Helmen dieser Klasse“. Ob das alle

Hobbyfahrer merken, sei dahingestellt.

#staysafe war die Devise des Sport-Frühlings. Und wie könnte

man den Empfehlungen des Sportministers besser Folge leisten,

als sich beim Mountainbiken zusätzlich mit Protektoren

auszustatten? Schließlich galt es, beim Freizeitsport das Verletzungsrisiko

zu minimieren.

Also rein in die neuen Knieschützer namens TRAIL SKINS PRO

vom italienischen Spezialisten Dainese (UVP € 84,90), die im

Fall des Sturzes bis zu 83 % der Aufprallenergie abdämpfen.

Mit Enduro-Profis entwickelt, lassen die Schützer keine Wünsche

offen. Sie sitzen gut, verrutschen nicht und man kann

auch problemlos bergauf fahren. In XL wiegt das Paar nur 372

g und lässt sich dank flexibler, wabenartiger Struktur easy im

Rucksack verstauen. Schwitzfaktor im Kniebereich? Erträglich.

Mehr geschwitzt wird bei der Protektorenjacke RIVAL VEST

PRO (UVP € 219,90). Wie für die Motorrad-Profis der MotoGP,

haben die Italiener im Rückenprotektor ein patentiertes

Trinksystem eingebaut, das 700 ml Flüssigkeit aufnimmt und

per Schlauch zum Mund führt. Perfekt für den Bikepark und

potenziell gefährliche Trails. Ein weicher Memory-Schaum füllt

den Brust- und Rippenpolster sowie den Schlüsselbeinpolster.

Getragen wird die Weste auf der nackten Haut oder über ein

Funktionsunterhemd. Nachteile: Über die Weste passen nur

sehr, sehr weite Trikots wie Downhill- oder MX-Jerseys, der

Rückenprotektor rutscht etwas hoch und an warmen Tagen ist

man bei aller Atmungsaktivität des Mesh-Gewebes schweißgebadet.

Aber man ist beim Biken auf der sicheren Seite.

Zufrieden, Herr Kogler?

Was auffällt, ist das gelungene Design der Lüftungskanäle.

Selbst bei langen Fahrten und hohen Temperaturen bleibt

es über die gesamte Kopfoberfläche konstant kühl, ohne

Zug. Bei einem genauen Blick in die Innenseite sind an den

hinteren Lüftungsöffnungen zusätzliche Aussparungen zu

erkennen, durch die die Brille sicher verstaut werden kann.

Zudem setzt ABUS auf fixe Riemen, die dennoch sehr gut

sitzen und nicht flattern. In der Position variabel ist unterdessen

das Verstellsystem, mit dem der Sitz des Helms am

Kopf justiert wird. Dadurch werden Druckstellen am Hinterkopf

verhindert, die sonst zu stechenden Kopfschmerzen

führen könnten.

SPORTaktiv

101


5

DIE

Das Verlangen nach Bewegung in

der freien Natur prägte aufgrund

der speziellen Situation

die ersten Wochen der warmen

Jahreszeit und motivierte mehr Menschen,

sich wieder einmal in den Sattel

zu schwingen. Gesünder leben und auf

mehr Sport und Bewegung achten, stehen

seither bei vielen ganz oben auf der

Prioritätenliste. Doch wie lassen sich

diese Vorhaben realisieren, ohne schnell

zurück in gewohnte Muster zu verfallen?

Die meisten Menschen nutzen für einen

Großteil ihrer Wege das Auto oder

Öffis, obwohl ein großer Prozentsatz der

Strecken kürzer als 10 Kilometer ist. Dabei

ließe sich das ganz einfach mit Sport

verbinden: Mit dem Rad sind die von

der WHO empfohlenen 150 Minuten

Bewegung pro Woche leicht zu erreichen.

Wer dazu auf elektrische Unterstützung

setzt, fährt übrigens zwei- bis

dreimal so häufig und legt deutlich längere

Strecken zurück.

Spezialist im Bereich der neuen eMobilität

ist „Bosch eBike Systems“. Speziell

bei den Mountainbikern hat der neue

Antrieb namens „Performance Line CX“

einen hohen Stellenwert. Dabei übersieht

man leicht, dass Bosch vier andere

Antriebe am Markt hat, die genauso perfekt

auf die Bedürfnisse der Radfahrer

zugeschnitten sind: Active Line, Active

Line Plus, Cargo Line und Performance

Line. Worin unterscheiden sich die fünf

Drive Units technisch? Ein Überblick:

102 SPORTaktiv

ES LOHNT SICH AUF ALLE FÄLLE, WIEDER IN DEN

SATTEL ZU STEIGEN, DENN RADELN HÄLT FIT,

SCHONT DIE GELDBÖRSE UND DIE UMWELT.

INZWISCHEN GIBT ES FÜR JEDEN RADFAHRER

NICHT NUR DAS PASSENDE RAD, SONDERN

DANK BOSCH AUCH DEN PASSENDEN ANTRIEB.

RADELN WAR NIE SCHÖNER UND EINFACHER.

E-BIKE-

TYPEN

Für ruhige City-Touren: Active Line

Für alle innerstädtischen Fahrten empfiehlt

sich ein City-Bike mit der Antriebseinheit

Active Line. Der Mittelmotor, der sich moderat

und wohl dosiert präsentiert, hat einen

günstigen Schwerpunkt. Ein Auf- und

Abstieg ist bei der Geometrie der City-

Bikes problemlos möglich. Zudem sitzt

man entspannt und aufrecht.

DATEN: Mit einem Gewicht von circa 2,9 Kilogramm

ist die Active Line sehr leicht und

unterstützt mit einem Drehmoment von bis

zu 40 Newtonmeter. Der Motor überzeugt

mit einer homogenen Leistungsentfaltung

und sorgt so für ein natürliches, entspanntes

und ausgewogenes Fahrgefühl.

1

Für Stilisten: Active Line Plus

Besonders stylish und elegant sind Urban-Bikes, bei denen häufig der

neue PowerTube-Akku von Bosch in den Rahmen integriert ist. Auch

hier sorgen Active Line und Active Line Plus für „Flow“ im Straßenverkehr.

Außerdem gibt es immer mehr eBikes im angesagten Retrooder

Nostalgie-Stil.

DATEN: Die Active Line Plus ist mit 3,2 Kilogramm etwas schwerer

und verhält sich mit einem Drehmoment von 50 Newtonmeter spritziger.

Sie eignet sich für komfortbewusste Pendler und erweitert den

Radius bei Ausflügen, egal, ob Tages- oder leichte Trekkingtouren. Dabei

liegt der Akzent auf einer harmonisch-agilen Unterstützung und einem

natürlichen Fahrgefühl. Active Line und Active Line Plus sind mit

2Ketten- und Nabenschaltung kompatibel und dank der

Schalterkennung gehen die Schaltabläufe leicht und flüssig

von der Hand.

ANZEIGE / Fotos: Bosch eBike Systems


Vorbildlich durch die Stadt: die Cargo Line

Für vorbildlichen innerstädtischen Transport bietet

Bosch eine spezielle Produktlinie: die Cargo Line. Sie

ist für Lastenräder mit einem zulässigen Gesamtge-

bis zu 250 Kilogramm konzipiert. Der Motor 3wicht

mit einem dreistufigen Stahlgetriebe ist in ein

kompaktes Magnesiumgehäuse integriert. Die

Drive Unit wiegt 2,9 Kilogramm, bietet bis zu 400

Prozent Unterstützung – und das gute Gefühl,

mit und ohne Fracht kontrolliert und stabil unterwegs

zu sein. Selbst mit schwerer Zuladung gelingt zügiges

Anfahren: Die Software ist so programmiert,

dass bereits bei niedrigen Trittfrequenzen die volle

Kraft von bis zu 75 Newtonmeter ausgeschöpft wird.

Die Cargo Line (25 km/h) ist mit Ketten- und Nabenschaltung

kompatibel. Die Cargo Line Speed (45

km/h) eignet sich ideal für längere Liefertouren und

den alltäglichen Lastentransport.

Für Rad- und Feldwege: Performance Line

Am Wochenende unternehmen Sie ausgedehnte

Radtouren und auch im Urlaub schwingen Sie sich

sportlich in den Sattel? An diese sportiven Radfahrer

richtet sich die Performance Line. Sie empfiehlt sich

für eBiker, die Freude an einem durchzugsstarken

Antrieb haben und gerne etwas flotter unterwegs

sind.

4

DATEN: Der Antrieb liefert eine Tretkraftunterstützung

von bis zu 300 Prozent und ein

maximales Drehmoment von 65 Newtonmeter

bei 3,2 Kilogramm Gewicht. Aufgrund der im

Vergleich zur Active Line höheren Kräfte, die im Motor

wirken, kommt bei der Performance Line ein

Stahlzahnrad zum Einsatz. Auch die Drehmomentkurve

ist etwas steiler: Eine aktive Fahr- und Schaltweise

belohnt der Motor mit mehr Durchzugskraft –

ideal für zügiges Vorankommen.

5Für Trails in den Bergen:

Performance Line CX

Kann es Ihnen gar nicht steil und herausfordernd genug

sein? Dann bietet es sich an, ein hochwertiges

eMountainbike zu kaufen – mit einem kräftigen Antrieb

wie der Performance Line CX. Im Motor kommt

ein besonders robustes, dreistufiges Getriebe aus

Stahl zum Einsatz. Ein Freilauf entkoppelt Motor und

Getriebe vollständig, sodass der eBiker auch effizient

tritt, wenn das System über die Abregelgeschwindigkeit

(25 km/h) hinaus nicht unterstützt.

DATEN: Die Performance Line CX verfügt über ein

maximales Drehmoment von 75 Newtonmeter und

bietet eine Unterstützung von maximal 340 Prozent.

Dank Magnesiumgehäuse und einer um fast 50 Prozent

reduzierten Baugröße im Vergleich zum Vorgänger

wiegt das Antriebssystem nur 2,9 Kilogramm.

GLOSSAR

AKKU: Für jeden eBike-Typ gibt es auch den passenden

Akku, von der Gepäckträgervariante über den Rahmenakku

bis hin zur integrierbaren Lösung. Perfekt für Tourenbiker,

Langstreckenpendler oder Lastenradler ist DualBattery:

Die Kombi aus zwei Akkus liefert bis zu 1250 Wh.

www.bosch-ebike.com/at/produkte/akkus/

DISPLAY: Mit Purion, Intuvia, Kiox, Nyon und dem

SmartphoneHub hat Bosch vier Bordcomputer und mit

COBI.Bike zwei Smartphone-Lösungen. Purion und Intuvia

sind einfach zu bedienende Displays. Klein, robust

und verbunden mit der Bosch-eBike-Connect-Welt bietet

Kiox alle Funktionen, die ein ambitionierter Fahrer

braucht. Nyon ist das All-in-one-Display, vereint voll vernetzt

Navigation, e-Bike-Steuerung und Fitnesstrainer in

einem Gerät. Und der SmartphoneHub macht das eBike

mit dem Smartphone und der COBI.Bike-App zum Teil

des digitalen Lebens.

www.bosch-ebike.com/at/service/

ebike-beratung/

Damit der eBike-Traum auch wirklich in Erfüllung geht,

empfiehlt sich zudem eine Probefahrt und Beratung bei

Ihrem Fachhändler.

SPORTaktiv

103


80ER-LOOK

WERKZEUG-SET

IM PROFI-KOFFER

Chronoshield heißt einer der

berühmtesten Shapes in der

Geschichte von BOLLÉ, erstmals 1986

am Markt. Mit dem typischen 80er-

Jahre-Design feiert die Brille, technisch

am Letztstand, ein Comeback und ist für

den Rad- wie auch für den Skisport ideal.

www.bolle.com

BIKE

Der Profikoffer 1600PROKIT von UNIOR

mit seiner 48-teiligen Werkzeugauswahl

wurde mit professionellen Mechanikern

entwickelt. Der robuste Hartschalenkoffer

hat ein durchdachtes Innendesign und ist

wasser- und staubdicht gemäß Schutzart

IP67. www.unior.at

NEWS

STILE

ITALIANO

FÜR GRAVEL­

BIKER

Das hochwertige Gravel-

Trikot Supergiara kommt von

SPORTFUL: ergonomische

Schnittführung, komprimierendes

Material, angenehm weich,

atmungsaktiv, Lasercut-Ärmel.

Dazu passt die Supergiara-

Bibshort mit speziell für Gravel

entwickeltem DMS-Sitzpolster und

eng anliegende Netztaschen.

www.sportful.com

Fotos: Hersteller

TRAILSPASS

FÜR DIE GANZE

FAMILIE

Egal ob große oder

kleine Radler – in der

Bike-Region Schladming-Dachstein

kommen

Biker jeder Altersund

Könnerstufe voll

auf ihre Kosten.

Der Bikepark Schladming hat heuer völlig

runderneuert eröffnet: Auf der Planai können

jetzt 35 km Trails entdeckt werden. Ob

Flowline, Uphill-Flow-Trail (ab Juli) oder die

Jumpline – die brandneuen Strecken

begeistern Anfänger und Profi-Downhiller.

Tipp: Mit ihren einfachen Kurven ist die acht

Kilometer lange Flowline ideal für Familien

mit Kindern geeignet. Und in der Bike-Area

finden all jene das richtige Gelände, die noch

nie in einem Bikepark waren.

Die sportlichen Reiteralm-Trails bieten

Bike-Spaß für die ganze Familie. Das Angebot

reicht von leichten bis schweren Lines.

TOP: Die Trails sind an bestimmten Stellen

verbunden und für viele Wiederholer-Fahrten

lädt die Seilbahn ein. Die Reiteralm-Junior-

Trails sind ein Eldorado für Kids & Beginner

- auf rund 500 Metern begeistern 4 spielerisch

leichte Strecken.

Weitere Infos unter:

www.schladming-dachstein.at/bike

Fotos: Roland Haschka, Gerald Grünwald, lorenzmasser.com

104 SPORTaktiv


IN TIROL AUF

DEN „EVEREST“

Foto: Andreas Meyer/Grubigstein/TZA

Mountainbike-Enthusiasten

erwartet in diesem

Sommer ein völlig

neues Abenteuer:

Bike Everest Tirol.

Mit ihren 8848 hm, was exakt der Höhe des

Mount Everest entspricht, führt diese

außergewöhnliche Tour in sieben Etappen

zu den schönsten Plätzen zwischen Garmisch-Partenkirchen

und Nauders am

Reschenpass. BIKE EVEREST TIROL ist

sowohl für hartgesottene Mountainbiker als

auch gemütlichere E-Bike-Fans. Ob man die

Tour zwischen Mai und Oktober in einer

Woche in Angriff nimmt oder lieber

etappenweise über mehrere Wochenenden,

bleibt jedem selbst überlassen. Gestartet

wird in Garmisch mit einer Rundtour, das

Ziel ist Plamort hoch über dem Reschenpass.

Inkludiert: faszinierende Ausblicke auf

Königsspitze und Ortler, jede Menge

Wasserfälle und Badeseen. Jeder Finisher

bekommt eine Urkunde, die Zirbenholz-Trophäe

und nimmt am Gewinnspiel

teil. Infos: www.bike-everest.tirol

UP-TOWN URBAN

NEW

BASKET

IN TOWN.

UP-TOWN URBAN: Der erste Fahrradkorb in cool. Und in wasserdicht.

Als Handtasche und Stoffbeutel. Für die Theater-Premiere. Und den

Unverpackt-Einkauf. Für Frauen und Männer. MADE IN GERMANY.


BIKE-BOTSCHAFTER

FÜR DAS KLIMA

DIESE DREI SPORTAKTIV-LESER

SIND BEIM VIP-EVENT ZUM

THEMA NATUR UND NACHHAL-

TIGKEIT IN OSTTIROL DABEI.

Diese Aktion wird nachhaltig für Schlagzeilen

sorgen – und zwar im buchstäblichen Sinn.

SPORT aktiv ruft mit seinen Partnern KTM,

Bosch und THULE in Osttirol ein Projekt ins Leben,

das perfekt zum Thema Natur und Nachhaltigkeit

passt. Drei unserer Leser sind bei dem Event dabei

(siehe rechts).

Ab 17. September heißt es im wahrsten Sinn des

Wortes „Klima erfahren“. Rund um Matrei in Osttirol,

im Nationalpark Hohe Tauern fährt die kleine Gruppe

mit E-Mountainbikes von KTM und der Unterstützung

der leistungsstarken Bosch-Antriebe besondere

Punkte an, um Flora und Fauna und neue Sichtweisen

auf erneuerbare Energie kennenzulernen. Drei Tage

lang kann man sein Wissen über Naturraumplanung,

Ökologie und integrativen Lösungen mit Experten

vertiefen. Bike-Guides führen die exklusive Gruppe in

drei Touren zu ausgewählten Plätzen, Kamingespräche

runden die Tage ab. „Das E-Bike eröffnet die Berge

auch Urlaubern, die zwar geübte Radfahrer sind, sich

aber bisher nicht in die Berge getraut haben“, sagt

Bernhard Pichler vom TVB Osttirol. „Grund genug für

die Bikearena Osttirol, ihr E-Bike-Angebot auszubauen

und neben einer Infrastruktur inklusive etwa 600 Kilometern

beschildertem Wegenetz, Leih-E-Bikes, attraktiven

Touren und neue Ladestationen anzubieten.“

ALEXANDER PINTER

Als MTB-Instruktor, Forstwirt, Besitzer

einer Eigenjagd, Sportsprecher der Grünen

Steiermark im Landtag sowie engagierter

Klimaschützer könnte ich die betreffenden

Themen durchaus mit mir selbst diskutieren

– wesentlich interessanter ist es aber natürlich im Austausch

mit anderen! Insofern freue ich mich sehr auf die

spannende Möglichkeit, im Rahmen dieser Tage nicht nur

ein paar schöne Touren mit netten Leuten kennenzulernen,

sondern auch diese spannenden und teilweise heiß diskutierten

Themen in mehreren Gesprächsrunden zu erörtern.

SIMONE FINDEIS

Mir sind der Klimaschutz und die Bewegung

in der Natur, an der frischen Luft

und auf den Bergen als Vorsitzende im

Naturschutzreferat und als vorsitzende Geschäftsführerin

des ÖAV-Landesverbandes

Niederösterreichs sehr wichtig. Bewegung

heißt für mich Leben, Gesundheit für Körper

und Geist. Dies benötigt einige Zutaten wie Mobilität

und Funktion. Hier ein Hybrid auf mehreren Ebenen

für sich persönlich schaffen zu können, den Radius zu

erweitern, Leichtigkeit ins Spiel zu bringen, fördert mir

neue unabhängige Horizonte – dies zu entdecken und

auszuprobieren stelle ich mir grandios vor.

NORBERT ZECHNER

Glücklicherweise habe ich zum Geburtstag

ein SPORTaktiv-Abo bekommen und mich

natürlich für das Event beworben. Für mich

ist der Nationalpark Hohe Tauern eine der

schönsten Regionen unserer traumhaften

Bergwelt. Das Verhältnis Natur und Tourismus

ist für mich als „Bio-Landwirt“ hier im

Einklang und ich freue mich auf interessante,

sportliche Tage. Ich bin mir sicher, wir werden viel

über den Nationalpark erfahren und neue Sichtweisen

auf erneuerbare Energien kennenlernen!

Fotos: Erwin Haiden, Thule Group, KTM, Andre Schienherr

106 SPORTaktiv


OUT

DOOR

Touren – Menschen – Sicherheit

Fotos: Getty Images, UYN, Vaude, Dynafit

GESTRICKTE MASKEN

Mund-Nasen-Schutz ist allgegenwärtig.

Also stellt jetzt auch die

italienische Sportbekleidungsfirma

UYN Masken her. Gestrickt und

verstärkt im Mundbereich für besseren

Schutz der anderen.

www.uynsports.com

GERECHTERE WELT

Antje von Dewitz, Geschäftsführerin

des Nachhaltigkeits-Vorreiters

VAUDE kommt in ihrem

persönlichen Buch zum Schluss:

„Wir alle können zu einer gerechteren

Welt beitragen.“

www.vaude.com

TRAIL-PODCAST

Jeden Freitag sprechen Athleten

und Szenekenner im Dynafit-

Podcast „Trail Talk“ eine Stunde

lang über lange Strecken und hohe

Ziele im Trailrunning. Alle Folgen

gibt’s zu hören unter:

www.dynafit.com/podcast

SPORTaktiv

107


DER WEG ZURÜCK ZUR

URLAUBSFREUDE

DIE BERGE, DIE SEEN UND DIE ANDEREN NATURRESSOURCEN: ÖSTERREICH

BIETET FÜR AKTIVURLAUBER EINZIGARTIGE VORAUSSETZUNGEN. DOCH

REICHT DAS IN SO AUSSERGEWÖHNLICHEN ZEITEN? WIR HABEN ZUNÄCHST

DEN TOURISMUS- UND FREIZEITFORSCHER PETER ZELLMANN UM SEINE

EINSCHÄTZUNG FÜR DEN URLAUBSSOMMER UND -HERBST GEBETEN.

VON CHRISTOF DOMENIG

108 SPORTaktiv


AKTIV-

SOMMERURLAUB

IN ÖSTERREICH

Fotos: Getty Images, iStock, Peter Zellmann

Wir leben in schnelllebigen

Zeiten. Ganz generell und

speziell seit Mitte März. Anfang

Mai hat noch alles danach

ausgeschaut, dass in diesem Sommer nur

Inlandsurlaube möglich sein werden. Entsprechend

wurde der Inlandsgast in Kampagnen

umgarnt wie lange nicht. Welche Rolle spielte

der österreichische Gast im österreichischen

Sommertourismus zuletzt eigentlich? Zur groben

Orientierung: Im Sommer 2019 kamen

25,6 Millionen Urlaubsgäste nach Österreich,

die für rund 79 Millionen Nächtigungen sorgten.

33 Prozent der Ankünfte (8,4 Millionen)

sowie 30 Prozent der Übernachtungen (23 Millionen)

entfielen dabei auf Inlands urlauber.

Also ein rundes Drittel mit wiederum starken

regionalen und lokalen Unterschieden: Während

etwa die Steiermark, Kärnten oder Oberösterreich

traditionell einen starken Anteil an

österreichischen Urlaubern aufwiesen, war dieser

etwa in Tirol sehr viel geringer.

Doch alle Überlegungen rund um dieses

Thema haben sich wieder deutlich relativiert.

Ende Mai – bei unserem Redaktionsschluss –

standen alle Zeichen auf Grenzöffnungen mit

den Nachbarländern ab Mitte Juni. Und das ist

aus Sicht der Tourismuswirtschaft absolut zu

begrüßen, sagt der Tourismus- und Freizeitforscher

Peter Zellmann. Denn selbst wenn alle

österreichischen Urlauber, die sonst ins In- oder

Ausland verreisten, den Sommer 2020 diesmal

im eigenen Land verbracht hätten, hätte das ein

Ausbleiben internationaler

WEG VON DER

VER ORDNUNGS-

KULTUR – IN DIE

EIGENVERANT-

WORTUNG

ÜBER GEHEN.

und vor allem deutscher

Urlaubsgäste keineswegs

ausgleichen können.

Doch Rechenspiele sind das

eine. Emotionen das andere –

und genau um diese geht es

hier im Kern, sagt Peter Zellmann:

Urlaub ist Emotion.

Rationale Entscheidungskriterien

treten in den Hintergrund.

„In einem Urlaub gelten

deutlich andere Prinzipien

als im Alltag, es ist alles emotional sehr verdichtet.

Einschränkungen, die man im Alltag und

zu Hause in der Freizeit in Kauf nimmt, werden

in einem Urlaub nur ungern akzeptiert.

Sind die Einschränkungen zu groß, kann es

leicht sein, dass viele sich sagen: heuer einmal

nicht. Immerhin ist schon bisher die größte

Destination der Österreicher Balkonien“, gibt

Zellmann zu bedenken.

Die Kernfrage, die sich für Zellman für die

Sommersaison 2020 im östereichischen Touris-

SPORTaktiv

109


PROF. MAG. PETER

ZELLMANN

leitet das Institut für Freizeitund

Tourismusforschung (IFT)

in Wien. Als Lebensstil- und

Zukunftsforscher berät Zellmann

zahlreiche Unternehmen.

www.zukunftsthemen.at

mus stellt, ist also: Inwiefern gelingt es,

Restriktionen weiter zu lockern, um ein

möglichst gewohntes und freies Urlaubsgefühl

aufkommen zu lassen? „Von der

Verordnungskultur wegkommen und in

die Eigenverantwortung übergehen“,

richtet der Tourismus-Grundlagenforscher

als Appell an die Politik.

Die Natur, die Berge, die Seen: Was

die natürlichen Ressourcen im heimischen

Sommertourismus betrifft, gibt es

nämlich durchaus auch Lichtblicke. Der

sanfte Outdoorsport wie das Wandern,

die österreichischen Berge und die Seen

stehen für Erlebnisse, die eigentlich jetzt

vergleichsweise gefragt sein müssten: Die

Berge, auf denen sich die Menschen

„verlaufen“ und ein Abstandhalten leicht

möglich ist, dazu die Seen als „Ersatz“

für den Strandurlaub. Das sieht auch Peter

Zellmann grundsätzlich so. Das aktive

Nutzen der Naturräume habe sich in

den letzten 10, 15 Jahren als sommerliches

Urlaubsmotiv stark entwickelt –

„den Sportplatz Natur auszunutzen, ist

gewissermaßen unser Alleinstellungsmerkmal“.

Zellmann meint auch: „Wanderer

oder Kletterer wollen ja mehr oder

weniger mit sich allein sein. Das ist also,

wenn man denn so will, durchaus ‚coronagerecht‘“.

Klar ist auch, dass Outdoor-

und Aktivdestinationen 2020 mit

klar besseren Voraussetzungen um Urlauber

kämpfen als die Städte oder andere

Destinationen, wo ein Event- und

Kulturangebot im Mittelpunkt steht.

Laut einer am 20. Mai veröffentlichten

Gallup-Erhebung hatten zu diesem

Zeitpunkt erst 36 Prozent der Österreicher

fixe Urlaubspläne für diesen Sommer.

Ebenfalls festgehalten: Für 57 Prozent

stand ein Österreich-Urlaub ganz

oben auf der Wunschliste. Daraus lässt

sich schließen, dass heuer noch viele

Gäste zu gewinnen sind. Doch das ist

nicht nur der speziellen Situation im

heurigen Jahr geschuldet, weiß Zellmann,

sondern ein Bild, das sich nicht

deutlich von den Jahren davor unterscheide.

Grob pauschaliert würden solche

Erhebungen in jedem Frühling etwa

ein Drittel fix entschlossener Gäste zeigen

sowie ein weiteres noch unentschlossenes

Drittel, das sich aber einen

Sommerurlaub gut vorstellen kann. Von

diesem Drittel würde sich dann erfahrungsgemäß

etwas mehr als die Hälfte

tatsächlich auch für eine Urlaubsreise

entscheiden. „Heuer könnten es wohl

etwas weniger als die Hälfte sein.“ Trotzdem

zeigt sich, dass kurzfristig noch viele

Unentschlossene für einen Urlaub im

eigenen Land zu motivieren sind.

Und: Laut Peter Zellmann darf man

auch auf den Herbst hoffen (die völligen

Unwägbarkeiten einer möglichen zweiten

Krankheitswelle einmal außer Acht

gelassen). Der Tourismusforscher rät

DEN SPORTPLATZ NATUR

AUS ZUNUTZEN, IST UNSER

ALLEINSTELLUNGSMERKMAL.

schon seit Langem dazu, die vorhandenen

Potenziale der Übergangssaisonen

Frühling und Herbst besser auszuschöpfen

– die Coronakrise könnte in dieser

Hinsicht gewissermaßen eine Entwicklung

anstoßen und beschleunigen. Gut

möglich, dass viele Gäste noch etwas zuwarten

und wenn die Lage sich weiter

positiv entwickelt, einen Urlaub im

„goldenen Herbst“ nachholen. Man dürfe

sich davon zwar keine „Wunderdinge“

erhoffen, doch könne sich durchaus

noch einiges etwas später als gewohnt in

den Bilanzen ausgleichen.

Bleibt noch der Blick in die etwas weitere

Zukunft. Mit der Frage, ob sich

durch die Krise auch längerfristig etwas

am Urlaubsverhalten der Menschen ändern

kann. Fernreisen und Massenansammlungen

sind ja zuletzt schon in der

Diskussion um den Klimawandel, um

CO2-Fußabdrücke usw. in die Kritik gekommen.

„Stimmt schon“, sagt Zellmann,

verweist aber auch auf das

„Kreuzfahrten-Paradox“: Diese sehr

stark kritisierte Reiseform, die freilich

insgesamt nur einen kleinen Anteil am

„Reisekuchen“ ausmacht, befand sich

110 SPORTaktiv


HOLZ ZUM

ANZIEHEN

trotz aller Kritik unbeirrbar auf Wachstumskurs.

Erklärbar damit, dass die Menschen, die Kreuzfahrten

stark kritisieren, und jene, die sie unternehmen,

völlig unterschiedliche Gruppen sind.

„Corona verstärkt sicher einige aktuelle Tendenzen

in Richtung eines nachhaltigen Tourismus und

Entschleunigung“, meint Zellmann – doch eine

völlig Veränderung von Lebensgewohnheiten, wie

schon zu Beginn der Krise von manchen prophezeit

wurde, erwartet Zellmann, der neben Tourismus-

auch Lebenstil- und Zukunftsforschung betreibt,

nicht. Veränderungen im Urlaubsverhalten

würden insgesamt langsam von Generation zu Generation

vonstatten gehen. Zellmann verweist auch

auf die Neujahrsvorsätze, die zwar ernsthaft gefasst,

aber dennoch selten umgesetzt würden. „Die Tendenz

zu Nachhaltigkeit wird sich langsam durchsetzen

– aber der Mensch ist auch ein Gewohnheitstier

mit allen Vor- und Nachteilen.“

Gibt es einen Impfstoff gegen das Virus, dann

werden wir im Großen und Ganzen so reisen wie

zuvor, erwartet Zellmann. Für die Tourismuswirtschaft

sei freilich die kurzfristige Perspektive die

entscheidende. Noch einmal: Urlaub ist Emotion,

Lebensfreude, Freiheitsgefühl – und die gelte es so

rasch wie möglich wieder aufzubauen. Das gehe

nur durch ein Entlassen der Menschen in die

Eigen verantwortung.

ANZEIGE / Fotos: Vaude

Gegen Mikroplastik: Outdoor-Spezialist

VAUDE verarbeitet den ersten biologisch

abbaubaren Fleecestoff aus Holzfasern zu

kuscheligen Outdoor jacken.

Kuschelige Fleecejacken sind im Outdoorbereich

beliebt, sie halten warm und trocknen schnell.

Das Problem: Die Jacken aus Synthetikfasern

verlieren beim Waschen winzig kleine Fasern, die

sich als Mikroplastik im Wasser und der Umwelt

ansammeln. VAUDE hat mit dem ersten biologisch

abbaubaren Fleecestoff aus Holzfasern eine Lösung

für dieses Thema gefunden. Für Bergsport, Wandern

und selbst für Kinder hat VAUDE verschiedene

Modelle im Programm.

Das „Valua Fleece Jacket“ (€ 90,–) für Damen

und Herren ist beim Wandern und auf Reisen ideal

einsetzbar. Der Stoff besteht aus Holzfasern und hat

hier einen 40-prozentigen Biobaumwollanteil. Die

Jacke trägt sich sehr angenehm und ist in Unifarben

erhältlich, wobei die Innenseite ungefärbt bleibt.

Mikrofasern, die sich beim Waschen ablösen, werden

vollständig biologisch abgebaut. Die nachwachsenden

Rohstoffe helfen somit bei der Reduzierung

von Mikroplastik in den Weltmeeren.

MEHR INFOS

www.vaude.com

SPORTaktiv

111


4 FRAGEN

Urlaub in Österreich ist das Thema der Stunde. Wie aber geht es dem heimischen Tourismus

und wie hat er die Krise überwunden? Ein Rundruf bei sechs Länderchefs.

1 WELCHEN WEG GIBT ES ZURÜCK IN DIE ERFOLGSSPUR?

2 WAS HABEN SIE AUS DER CORONA-KRISE GELERNT?

3 WAS KÖNNTEN DIE POSITIVEN FOLGEN DER KRISE FÜR SIE SEIN?

4 WARUM SOLLTE MAN GENAU JETZT BEI IHNEN URLAUB MACHEN?

FLORIAN

PHLEPS

Geschäftsführer

Tirol Werbung

1 Werte wie Natur, Freiheit und Gesundheit gewinnen

noch mehr an Bedeutung. Tirol bietet mit

seiner Bergnatur einen idealen Resonanzboden für

diese Sehnsuchtsmotive. Daher gilt es, unser Tun

noch stärker daran auszurichten. Langfristig wird

für eine erfolgreiche touristische Entwicklung

nicht ein ständiges „Mehr“ entscheidend sein, sondern

ein „Besser und Intelligenter“.

2 Sie hat uns eindrücklich vor Augen geführt,

dass auch Unvorstellbares möglich ist. Ein kompletter

Lockdown unseres Landes war für mich

bisher nicht einmal ein Gedankenexperiment. Was

mich die Krise ebenfalls gelehrt hat: Gewohnte

Abläufe können sich rasch ändern und funktionieren

trotzdem. Wir haben in der Tirol Werbung

beispielsweise von einem Tag auf den anderen auf

Homeoffice umgestellt. Das ist dank der Flexibilität

und des Engagements aller Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sehr gut gelungen.

3 Wenn man dieser Ausnahmesituation etwas Positives

abgewinnen möchte, dann ist es die Solidarität,

die sie ausgelöst hat. Gerade innerhalb unseres

Tiroler Tourismussystems spüre ich einen starken

Zusammenhalt, um diese Krise gemeinsam zu

bewältigen.

4 Nach den Ausgangsbeschränkungen und den

weiterhin gültigen Restriktionen eröffnet unser

Land vielfältige Möglichkeiten, die aktive Erholung

in der Natur zu genießen. Wandern oder

Radfahren bieten sich ideal dafür an.

1 Wir haben bereits unmittelbar nach dem

Lockdown begonnen, Kommunikation und Marketing

an die neue Situation anzupassen und mit

Anfang Mai eine Sommerkampagne gestartet unter

dem Motto „Das erste Mal wieder an Urlaub

denken“. Unser Ziel dabei war, keine 08/15-Werbekampagne

zu machen, sondern die Menschen

wirklich zu verstehen und sie mit gefühlvollen

Botschaften für einen Urlaub im SalzburgerLand

zu begeistern. Dieser Sommer wird anders als gewohnt,

aber er wird auf seine ganz besondere Art

und Weise auch einzigartig und unvergesslich.

2 In einer Krise liegt ja auch die Kraft, Dinge

neu zu denken und zu gestalten. Der Zusammenhalt

in unserer Region und auch im Tourismus

war jedenfalls noch nie so stark wie jetzt. Ich bin

sehr positiv gestimmt, dass wir gemeinsam gestärkt

aus dieser Zeit hervorgehen.

3 Diese Krise wird tiefgreifende Veränderungen

in unserem Wertesystem zur Folge haben und

auch unser Reiseverhalten beeinflussen. Wir werden

noch mehr Wert auf Natur, Nachhaltigkeit

und Regionalität legen. Das Schöne daran ist: All

diese Werte leben wir im SalzburgerLand bereits

seit vielen Jahren. Almsommer, Bauernherbst,

BioParadies SalzburgerLand – das müssen wir

nicht neu erfinden. Das verleiht diesen Angeboten

eine Glaubwürdigkeit und ich denke, dass

das jetzt umso mehr gefragt sein wird, wenn es

um den Urlaub geht.

4 Gemeinsame Zeit abseits der eigenen vier

Wände und Bewegung in der Natur brauchen

wir gerade jetzt mehr als je zuvor. Wo ginge das

besser als bei einer Wanderung zu einer Almhütte,

bei einer Rad- oder Mountainbiketour oder

beim Baden an einem weitläufigen Seeufer? Auch

im Bereich Kultur sehe ich eine sehr positive Entwicklung.

Die Salzburger Festspiele finden zum

Beispiel angepasst an die Situation statt. Ein ganz

persönlicher Tipp: Ein Spaziergang durch die

Salzburger Altstadt war selten so entspannend

wie in diesen Tagen.

LEO

BAUERNBERGER

Geschäftsführer SalzburgerLand Tourismus

ERICH

NEUHOLD

Geschäftsführer

Steiermark Tourismus

1 Für die Steiermark hat sich das Rezept

nicht wesentlich geändert: eine Prise herzliche

Gastfreundschaft, eine Prise unvergessliche

Urlaubserlebnisse und ein gutes

Preis-Leistungs-Verhältnis.

2 Dass Freiheit nicht selbstverständlich

ist.

3 Ich werde persönliche Momente und

Augenblicke – in der Natur, mit meiner

Familie und meinen Freunden – bewusster

wahrnehmen und genießen.

4 Die Steiermark mit ihrer landschaftlichen

Vielfalt vom Gletscher bis zum Wein

bietet unzählige Möglichkeiten für Bewegung

in der Natur und es gibt noch genügend

Freiraum für jeden Gast.

112 SPORTaktiv


AKTIV-

SOMMERURLAUB

IN ÖSTERREICH

Fotos: Nicolas Zangerle, Herta Hurnaus, Burgenland Tourismus, Valentin Weinhaeupl, Steiermark Tourismus, Tirol Werbung

MICHAEL

DUSCHER

Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung

GmbH

1 Wir haben gerade erst unseren neuen Claim

– Niederösterreich. Einfach erfrischend – gelauncht.

Wir möchten heuer dabei verstärkt

auf der einen Seite Familien, Singles und Paare

ansprechen, andererseits auch zusätzlich eine

urbane, jüngere Zielgruppe in Österreich ansprechen.

Wir wollen Menschen ansprechen,

die wir bisher noch nicht so umfassend erreicht

haben. Personen, die einen nachhaltigen

Lebensstil pflegen, Kulturveranstaltungen besuchen

und Entspannung und Erholung suchen.

2 Das Reiseverhalten unserer Gäste wird sich

maßgeblich ändern. Der Wunsch nach ruhigen

Naturerlebnissen, Entschleunigung und

Nachhaltigkeit wird in den Mittelpunkt rücken.

Und genau das bieten wir in Niederösterreich,

nämlich eine entspannte Atmosphäre,

Freude an der Weite der Natur, intakte Umwelt

und Gastfreundschaft. Bei uns können

die Gäste genießen, entspannen und erleben

ohne auf Sicherheit zu vergessen.

3 Die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität

und sanfte Tourismusmobilität werden immens

an Bedeutung gewinnen. Wir werden

Niederösterreich als die Ferien- und Freizeitregion

vor den Toren Wiens positionieren – es

ist authentisch, nachhaltig, erfrischend und

die Anreise ist kurz bzw. sind beispielsweise

Ausflugsziele bereits öffentlich gut erreichbar.

Die stressfreie Anreise zur Sommerfrische per

Bahn sowie das Abschalten und Krafttanken

ist heute gefragter denn je.

4 Niederösterreich bietet die perfekte Mischung

aus drei Bereichen: Natur mit viel Bewegungs-

und Freiraum, Kunst und Kultur,

Kulinarik und Wein. Niederösterreich bietet

ein dichtes Angebot an Kunst- und Kulturerlebnissen,

auch jenseits urbaner Räume. Die

Besonderheit dabei ist die einzigartige Kombination

mit Kulinarik- und Naturerlebnissen

an sogenannten magischen Orten wie Grafenegg.

Die regionale Kulinarik und der Wein

werden noch mehr als bisher in den Mittelpunkt

gerückt.

CHRISTIAN

KRESSE

Geschäftsführer Kärnten Werbung

1 Die Kärnten Werbung hat bereits Anfang

Mai mit einer großangelegten Werbekampagne

in TV, Radio und Printmedien begonnen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen bei den

Themen Natur, Radfahren, Wandern, Familie

und Kulinarik. Das sehr gute Image Kärntens

ist Rückenwind für zahlreiche Buchungen vieler

neuer Gäste vor allem aus Österreich, aber

auch aus Deutschland.

2 Ein dramatische Wertewandel hat sich mit

einer unfassbaren Geschwindigkeit eingestellt;

jedoch wollen die Menschen auf Urlaub fahren.

Kärnten – aber auch Gesamt-Österreich –

kann heuer als sicheres Urlaubsland mit kurzen

Anreisen punkten. „Sicherheit“ wird DAS

bestimmende Thema auch im Urlaub sein.

Kärnten hat mit den sehr geringen Corona-Fallzahlen

eine perfekte Ausgangslage.

3 2020 wird ein Jahr der Kurzbuchungen.

Alle Tourismusbetriebe in Kärnten werden

eine gute Stimmung für einen gelungenen Urlaub

im Süden vermitteln. Wir wollen bisherige

und neue Gäste mit nachhaltigen Themen

wie Seen, Natur, Radfahren, Wandern begeistern

und sie motivieren, auch in den nächsten

Jahren nach Kärnten zu kommen.

4 Kärnten punktet mit den zwei Themen

„Berg & Seen“. Die Seenregionen bieten die

Alternative zum Meer und dies mit sehr kurzer

Anreise. Das alpine Erlebnisthema „Berg“ wird

heuer nicht nur im Sommer stark angenommen

– wir rechnen im September und Oktober

mit einem starken Wanderherbst.

HANNES

ANTON

Geschäftsführer

Burgenland

Tourismus

1 Ich denke, es ist ein langer Weg zurück, auf

dem die Branche viel Ausdauer und Durchhaltevermögen

benötigen wird. Mit den Folgen der

Krise werden wir noch lange kämpfen. Schritt

für Schritt unter genauer Beobachtung der Entwicklung,

mittels vieler kreativer Ansätze und

natürlich mit viel Mut wird es möglich sein die

Räder des Tourismus wieder voll zum Laufen zu

bringen.

2 Die Corona-Krise lehrt uns, dass nicht alles

selbstverständlich ist. Reisen ist für viele zur

Selbstverständlichkeit geworden. Ich denke, wir

sollten hier ein größeres Bewusstsein entwickeln

und auch daraus lernen wieder mit mehr Demut

zu reisen.

3 Die jetzige Situation ist äußerst schwierig

und komplex und sehr viele Menschen sind

existenziell davon getroffen, trotzdem bietet die

Krise uns allen auch eine große Chance – nämlich

die Chance auf einen besseren, nachhaltigen

Tourismus. Tourismus wird weniger international

sein, dafür vermehrt lokal und regional. Die

Leute werden die Schönheit ihrer Umgebung,

die Vielfältigkeit der Landschaften mit anderen

Augen wahrnehmen, man wird das Reisen viel

mehr genießen und es wie nie zuvor schätzen,

sich an einem fremden Ort aufzuhalten.

4 Der Wunsch nach Geselligkeit, nach Erlebnissen

in der Natur, Entschleunigung und auch

Nachhaltigkeit wird aufgrund der Corona-Krise

verstärkt zutage gefördert. Die Menschen wollen

raus aus den eigenen vier Wänden und sich

selbst wieder nach wochenlanger Zeit der Entbehrungen

etwas gönnen. Wir sind im Burgenland

mit unseren Betrieben bestens vorbereitet

und können mit einem vielfältigen Angebot

und Themen wie Natur, Radfahren oder Genuss

punkten.

SPORTaktiv

113


UNTER DEN STERNEN

Zeit zu zweit ist der Wunsch nach Reduktion und Nähe zur

Natur. Besonderes Highlight: die sieben „Biwaks unter den

Sternen“ rund um den Millstätter See in Kärnten. Von den

exklusiven Logenplätzen direkt am See und am Berg kann

man den Sonnenuntergang über den Bergketten der Hohen

Tauern einmalig und gemeinsam genießen.

www.millstaettersee.com

FAMILIEN PARADIES

Wandern mit Kindern wird immer dann zum erholsamen

Erlebnis für die ganze Familie, wenn es für die Kleinen

etwas zu entdecken gibt. Wie auf dem über 1750 Meter

hohen Gernkogel in St. Johann in Salzburg mit seinen

Feuer-, Wasser-, Erd- und Luftgeistern. Der Geisterberg

mit seinen 40 Erlebnisstationen hält unzählige Abenteuer

für Groß und Klein bereit.

www.josalzburg.com

SAALACHTALER

HÖHENWEG

Wandern ist wohltuend für Körper,

Geist und Seele. Erleben kann man

das etwa am Saalachtaler Höhenweg,

der Saalfelden Leogang und Saalbach

Hinterglemm perfekt verbindet. Dabei

hat man einen tollen Ausblick ins Pillerseetal,

auf die umliegenden Grasberge,

die Leoganger Steinberge und das

imposante Steinerne Meer.

www.saalfelden-leogang.com

8 LIEBLINGS-

PLÄTZE

LAND DER VIELFALT. WAS MAN IM

SOMMER IN ÖSTERREICH SO ALLES

ERLEBEN KANN. OHNE ANSPRUCH

AUF VOLLSTÄNDIGKEIT.

RADRUNDEN-

GLÜCK

Für Genussradler und ambitionierte Biker

hat das Glück in der Ferienregion Imst einen

Namen: Sie können die prächtige

Bergwelt im Herzen der Tiroler Alpen auf

drei neuen Radrunden erobern. Die Radrunden

sind allesamt neu beschildert und

ein eigens kreiertes Logo für jede Runde

verschafft den Radurlaubern eine schnelle

visuelle Orientierung. Mehr Infos:

www.imst.at/bike

114 SPORTaktiv


ABTAUCHEN

Im Element Wasser lassen

sich zwei Fliegen mit einer

Klappe schlagen: Sport und

Regeneration. In der Parktherme

Bad Radkersburg (St)

etwa kann man im Sportbecken

seine Runden ziehen

und danach im Thermalwasser

entspannen.

www.parktherme.at

AKTIV-

SOMMERURLAUB

IN ÖSTERREICH

Fotos: MTG © Gert Perauer, www.MirjaGeh.com, Rudi Wyhlidal, Innsbruck Tourismus, Hansi Heckmair, GEPA pictures, Harald Eisenberger, Andreas Meyer

QUAL DER LAUF-WAHL

Egal, ob jung oder alt, sportlich oder gemütlich – Graz bietet durch

sein besonderes Stadtprofil mit den Wäldern, den umgebenden

Bergen und der Mur für so ziemlich jedermann eine passende Gelegenheit,

sich sportlich zu betätigen. Höhepunkt der Laufsaison

ist der Herbst mit dem Graz-Marathon Anfang Oktober.

www.grazmarathon.at

HOCHKÖNIG-RUNDE

Das Heinrich-Kiener-Haus auf 1800 m ist eine

Biketour wert. Die Hütte ist aus allen Himmelsrichtungen

erreichbar – von Wagrain über

Flachau, Eben, Hüttau und Bischofshofen bis St.

Johann in Salzburg – und zugleich höchster

Punkt der Watzmann-Hochkönig-Runde! Tipp:

Übernachtung einplanen und den Sonnenuntergang

auf der Terrasse genießen!

www.watzmann-hochkoenig-runde.com

KLETTERN

Volle Konzentration, fantastische Aussichten –

das macht Klettern aus. Ganzjährig ein Erlebnis

ist die Martinswand bei Zirl. Der markante

Kalkstein ist nicht nur von Innsbruck aus gesehen

ein Blickfang, mehr als 170 Sportkletterrouten

in den Schwierigkeitsgraden 3 bis 9

bieten viel Abwechslung und spektakuläre

Aussichten über das Inntal.

www.innsbruck.info/climbing

SPORTaktiv

115


Trailrunners Paradise

Entdecke die Vielfalt an faszinierenden und abwechslungsreichen

Trailrunning-Strecken in der Ferienregion Imst.

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Mit Produkten der „Trekking“-Serie

kannst du in

sportliche Regionen jenseits der

ausgetretenen und befestigten Wege

aufbrechen: technische Produkte mit

großem funktionellem Anspruch, die

sich aber auch sehen lassen können. Wir

stellen hier vier Beispiele aus dem

aktuellen Maier-Sports-Sortiment vor.

ANZEIGE / Fotos: Maier Sports

1 TANGSTAD-Jacke: Auf Touren ist

auch mit widrigen Bedingungen zu

rechnen – dafür ist die Jacke gemacht.

Mit ihrer 3-Lagen-Konstruktion und

mTEX-20.000-Membrane ist die

elastische Jacke wind- und wasserdicht

und zugleich sehr atmungsaktiv. Eine

tolle Passform zeichnet die PFC-frei

imprägnierte Tangstad aus. Es gibt sie

als Damen- wie Herrenmodell (im Bild).

2 NORIT-2.0-Hose: eine technische

Trekking-Hose mit cleverer Bundlösung

– mit elastischem Gurtband, Flexzone

und Gürtelschlaufen. Der leichte,

technische Stoff ist sehr abriebfest,

4-Wege-Stretch garantiert eine tolle

Bewegungsfreiheit. Die Hose gibt es

auch in Kurz- und Langgrößen, für

Damen wie für Herren.

3 TIND-Jacke: eine leichte 2,5-Lagenjacke

für schwere Touren. Leichtigkeit,

viel Bewegungsfreiheit und voller

Wetterschutz – das alles erfüllt die

Tind- Jacke. Das elastische Material

erlaubt eine körpernahe, sportliche

Schnittführung, die Imprägnierung ist

umweltfreundlich PFC-frei. Als

Damenmodell (im Bild) und für

Herren erhältlich.

4 NORIT SKORTIN: ein Trekking-

Skort mit tollem Tragekomfort. Die

locker unter dem Rock sitzende Short

trägt sich sehr angenehm. Der elastische

Vier-Wege-Stretch sorgt für volle

Bewegungsfreiheit.

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SPORTaktiv

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temperiertes 50 m Sportbecken

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und Genießer gleichermaßen.

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REGENERIEREN. IN DER PARK-

THERME BAD RADKERSBURG GEHT

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Tempel oder die Kräuter-Salz-

Grotte sorgen für nachhaltige

Entspannung.

Fotos: Harald Eisenberger

Die Sonne lacht vom

Himmel, die Tage sind

lang und die Abende mild

– Zeit, sich sportlich in der

Parktherme Bad Radkersburg

auszupowern und anschließend

im reichhaltigen Thermalwasser

zu regenerieren.

Bewegt ein- und abtauchen lässt

es sich im 50-m-Outdoor-Sportbecken.

Dieses lockt von März bis

November mit einer Temperatur

von garantierten 25 Grad Celsius

– im Hochsommer ideal für eine

Abkühlung, im Frühling und

Herbst gerade richtig, um

sportliche Längen zu schwimmen.

Neben den 2.700 m² abwechslungsreicher

Badelandschaft lädt

auch der fünf Hektar große

naturnahe Park zum Verweilen

und Entspannen ein – ob

Sonnenanbeter oder Schattenliebhaber,

mit der ganzen Familie

oder auch mal nur für sich.

Energie tanken, Kraft schöpfen

Die beanspruchten Muskeln

regeneriert man anschließend am

besten im reichhaltigen Thermalwasser

mit einer angenehmen

Wassertemperatur von 34 bis

36° C – treiben und den Stress

des Alltags von sich gleiten lassen,

während man die lang ersehnte

Wärme der Sommersonne auf der

Haut spürt. Innovative Relaxangebote

wie der Licht-Klang-

Eine sportliche Region

Doch nicht nur die Parktherme

bietet vielfältige Möglichkeiten

aktiv zu sein: Von Wanderungen

in den Murauen über Fahrradtouren

durch das Hügelmeer bis hin

zu aufregenden Tennismatches

bietet die Region Bad Radkersburg

zahlreiche Möglichkeiten

Ihren Aktivurlaub abwechslungsreich

zu gestalten – immer

gewürzt mit einer großen Portion

Genuss!

Unser TIPP: Lebensfreude spürt

man im ****Vitalhotel, mit

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präventive Gesundheitsangebote,

gepaart mit regionaler Kulinarik

und wettersicherem Wasserspaß

sorgen für eine besondere

Urlaubsqualität!

SPORTaktiv

119


GERLINDE

KALTENBRUNNER

Geb. 13. Dezember 1970.

Zwischen 1998 und 2011 bestieg

die Oberösterreicherin aus Kirchdorf

an der Krems als erste Frau

der Welt alle 14 Achttausender

ohne künstlichen Sauerstoff. Sie

ist unverändert Profibergsteigerin

und Vortragende, lebt aktuell

am Attersee in Oberösterreich.

www.gerlindekaltenbrunner.at

120 SPORTaktiv


UMKEHREN

IST KEIN VERZICHT

„SICH AUF WENIGE, WESENTLICHE DINGE ZU KONZENTRIEREN,

KANN SEHR ERLEICHTERND, ÖFFNEND UND BEFREIEND SEIN“

– SAGT ÖSTERREICHS BESTE BERGSTEIGERIN ALLER ZEITEN,

GERLINDE KALTENBRUNNER. EIN INTERVIEW IM ZEICHEN

EINER AUSSERGEWÖHNLICHEN ZEIT.

VON CHRISTOF DOMENIG

Fotos: Gerlinde Kaltenbrunner, Roland Haschka

ie 14 höchsten Berge der

Welt hat Gerlinde Kaltenbrunner

hinter sich gelassen,

die Berge wie auch die

Natur sind ihre Welt geblieben.

„Ein achtsamer, respekt- und liebevoller

Umgang mit der Natur und allen

Wesen ist der Grundpfeiler ihres

Lebens“, so steht es in der Biografie auf

ihrer Webseite. Und das spürt man

auch, wenn man bloß als Wanderer mit

ihr unterwegs ist. Im letzten Dezember

konnte SPORTaktiv die erste Höhenbergsteigerin

der Welt, die alle 14 Achttausender-Gipfel

ohne künstlichen Sauerstoff

besteigen konnte, bei einer einfachen

Winterwanderung in der Region

Seefeld in Tirol begleiten.

Kaltenbrunner erzählte damals unter

anderem von ihren Plänen einer sechswöchigen

Unternehmung in Indien im

April und Mai 2020. Aufgrund der Covid19-Pandemie

konnte die Oberösterreicherin

dieses Ziel logischerweise nicht

verwirklichen. Das damals vereinbarte

Interview ging jetzt natürlich auch in

eine andere Richtung: über den Wert

von Verzicht im Bergsport und im Leben,

Respekt vor der Natur und Zukunftspläne

in einer Zeit, die Planbarkeit

kaum zulässt.

Mit dem Erreichen des K2-Gipfels haben

Sie den letzten der 14 Achttausender

vor knapp neun Jahren erreicht

und damit diesen Teil Ihres Lebens abgeschlossen.

Rückblickend: Inwiefern

würden Sie sagen, hat sich Ihr Leben

seither verändert?

Nach meiner Zeit an den Achttausendern

hat sich mein Leben insofern verändert,

als ich nicht mehr insgesamt bis

zu fünf bis sechs Monaten im Jahr auf

Expedition bin. Seither verbringe ich

mehr Zeit in den heimischen Bergen

und auch meine persönliche Weiterentwicklung

auf mental-emotionaler Ebene

hat sich verstärkt. Yoga, Bergsteigen,

Klettern, mit meinen Erfahrungen andere

Menschen inspirieren: Das alles liegt

mir sehr am Herzen.

Unter gewöhnlichen Umständen hätten

Sie im heurigen April und Mai eine

Expedition auf einen „schönen 6000er“

unternommen. Welcher Berg wäre genau

das Ziel gewesen? Und warum

gerade dieser – was macht einen Berg

für Sie „schön“?

Wir wären am technisch unschwierigen

Kedar Dome (6831 m) im Garhwa-

Himalaya im Norden von Indien, der

inmitten anderer großartiger Berge wie

zum Bespiel des Shivling liegt, unterwegs

gewesen. Mit einigen Freunden

wollte ich dort auf Skiern unterwegs

sein. Ganz in der Nähe entspringt der

heilige Fluss Bhagirathi, der größte Zufluss

des Ganges – ein sicher sehr inspirierender

Platz.

Wir wollten einen Berg mit Skiern besteigen,

der technisch unschwierig ist,

sodass wir in dem Team, wie wir eben

starten wollten, auch gemeinsam unterwegs

sein können. Es sollte ein Sechstausender

sein und möglichst in Indien

– dort waren die meisten aus unserem

Team und auch ich noch nie zum Bergsteigen

unterwegs.

Wie verbringen Sie in der „Corona-Zeit“

jetzt stattdessen Ihre Zeit,

wie halten Sie sich fit?

Auch in dieser sehr außergewöhnlichen

Zeit war und bin ich so oft als möglich

draußen unterwegs. Der Wald und die

SPORTaktiv

121


Berg luft stärken das Immunsystem am

allerbesten.

Welche bergsportlichen Aktivitäten

allgemein in diesem Sommer möglich

– und vor allem auch nach Maßgaben

der Vernunft – sinnvoll sein werden:

Das kann aktuell (Anmerkung: Anfang

Mai) niemand wirklich abschätzen.

Was würden Sie allen Outdoorhungrigen,

die es jetzt in die Berge und die

Natur zieht, raten?

Mein Rat ist ganz einfach, eigenverantwortlich

und achtsam unterwegs zu sein.

Im Bergsteigen gehört „Verzicht“ im

Sinn von Reduktion selbstverständlich

dazu: Der Verzicht auf Annehmlichkeiten

wie Bett und Dusche auf einer Expedition.

Aber auch das Verzichten auf

einen Gipfel, wenn die Verhältnisse

nicht passen. Welche Rolle spielt dieses

Verzichten für Sie im Bergsteigen?

Sich auf wenige, wesentliche Dinge zu

reduzieren, kann sehr erleichternd, öffnend

und befreiend sein. Wenn ein Gipfel

aus welchen Gründen auch immer

nicht erreicht werden kann, bedeutet das

für mich keinen Verzicht. Eher ist es ein

Ansporn, es wieder zu versuchen oder

ein anderes mich ansprechendes Ziel zu

definieren.

Kann auch der derzeitige erzwungene

Verzicht auf potenziell riskante Unternehmungen,

auf Reisen etc. eine positive

Seite haben? Wie die Erkenntnis,

nicht ständig alles verfügbar zu haben

und das, was man hat, stärker zu

schätzen?

Das Positivste aus meiner Sicht ist, dass

sich die Natur zumindest ein Stück weit

erholen kann. Obwohl ich selbst gerne

reise, tut es so gut, einen so freien Himmel

zu sehen. Außer Lebensmittel kaufe

ich seit zwei Monaten kaum etwas ein.

Wir besitzen so vieles im Überfluss. Ganz

anders jedoch sieht es in Ländern wie

zum Beispiel Nepal oder Indien aus, hier

geht es im Moment ums pure Überleben!

Wenn man über Sie liest, hat man das

Gefühl, dass Sie sich der Natur und

den Bergen Ihrer Heimat ebenso stark

verbunden fühlen wie den hohen Gipfeln

der Welt. Was finden und empfinden

Sie zum Beispiel auf einer ganz

einfachen, schönen Tagestour „vor der

Haustür“?

Es ist jedes Mal auch wunderschön für

mich, hier in Österreich in der Natur

und den Bergen unterwegs sein zu dürfen.

Wir genießen hier so viele unterschiedliche

Möglichkeiten. Egal, wo ich

unterwegs bin, immer empfinde ich eine

starke Verbindung zur jeweiligen Situation,

ob in der Natur, am Berg, am Wasser

oder im Gespräch.

Ihre aktuellen Vorträge behandeln die

„innere Dimension des Bergsteigens“.

Was kann man sich unter diesem Begriff

vorstellen, was ist dabei Ihre Botschaft?

Bei der inneren Dimension des Bergsteigens

geht es weniger um das „Was“,

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an den interaktiven Touchwalls informierst

du dich über die besten Einkehrmöglichkeiten

und Touren. An der Werkbank in der

Lounge und am Waschplatz kannst du dein

Bike wieder auf Vordermann bringen und

nach einem aktiven Tag am Berg gönnst du

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Fotos: Explorer Hotels

122 SPORTaktiv


Gerlinde Kaltenbrunner mit Bergsteiger-Legende

Peter Habeler zu

Beginn des Jahres in Hintertux.

Man weiß, dass Ihnen ein respektvoller

Umgang mit der Natur ein großes

Anliegen ist. Nun ist öfters die Hoffnung

zu vernehmen, dass die Krise

auch ein Umdenken der Menschen hin

zu mehr Bescheidenheit, Respekt vor

der Natur mit sich bringt. Glauben Sie,

dass diese Hoffnung berechtigt ist?

Auf jeden Fall ist diese Hoffnung berechtigt.

sondern mehr um das „Wie“. Ich spreche

über meine innere Haltung und

Herangehensweise zum Bergsteigen.

Dies beinhaltet das Training, die Ernährung

und die Stärkung der Intuition

und Wahrnehmungsfähigkeit. Zudem

spreche ich über Meditation und Visualisierung,

und auch darüber wie ich mit

Rückschlägen und äußerst schwierigen

Situationen umgehe.

Bei aller Unplanbarkeit: Welche Pläne

und Ziele im Bergsport haben Sie für

die nahe Zukunft?

Im heurigen Jahr werde ich weiterhin

hauptsächlich in den Alpen unterwegs

sein. Immer wieder kommen mir jedoch

auch Bilder von der wunderschönen

Chogolisa (Anmerkung: 7668 m) und

dem Gasherbrum IV (7932 m) im

Karakorum in den Sinn.

Fotos: Hohe Salve

WILLKOMMEN IM AUSSICHTS-REICH

In der Ferienregion Hohe Salve kann man seinem Urlaub

entspannt entgegenblicken – dank Umbuchungsgarantie.

TIROL. In einer Zeit der Verunsicherung Gästen Sicherheit

geben: Das will die Ferienregion Hohe Salve. Gemeinsam

mit den Vermietern haben die Touristiker der Region (die

für Tirols schönsten Aussichtsberg, die Hohe Salve, bekannt

ist) nämlich ein besonderes Angebot ausgearbeitet: Alle

Sommerurlaube 2020, die über die Webseite der Ferienregion

Hohe Salve gebucht werden, können bis zu einer Woche

vor Anreise kostenlos storniert oder umgebucht werden.

Damit kann man dem Urlaub unbeschwert entgegensehen.

www.hohe-salve.com

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MIT ABSTAND

DIE VIELSEITIGSTE

WANDERUNG

SEIT LANGEM

Natur und Kultur, Geschichte und

Moderne: Auf den vier Etappen der

Dobratsch-Rundwanderung in der

Region Villach – Faaker See –

Ossiacher See gibt es

enorm viel zu erleben.

Wandern liegt im Trend und in der

Region Villach findet sich das

optimale geografische Umfeld dafür:

von der Mehrtagestour für engagierte Marschierer

bis hin zu familiären Erlebniswegen,

die den Einkehrschwung mit im Programm

haben. Was auffällt: Mehrtägige Touren über

große Distanzen erfreuen sich immer größerer

Beliebtheit. In Kärnten hat man mit dem

Alpe-Adria-Trail und dem Panoramaweg

Südalpen zwei bekannte länderüberschreitende

Mehrtagestouren im Repertoire. Das Prädikat

„empfehlenswert“ gilt aber genauso für den

Dobratsch-Rundwanderweg.

Die mehrtägige Tour verbindet mehrere

unterschiedliche Natur- und Kulturlandschaften,

Zeugnisse der Geschichte begegnen einem

hier auf Schritt und Tritt. Höhepunkte der

Zeitreise sind Ortschaften mit bedeutenden

Kulturdenkmälern und historischen Häuserbeständen.

Der Dobratsch-Rundwanderweg führt

über vier Teilstrecken, alle Etappenorte sind gut

mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Wer bei seiner Mehrtagestour auf Kärntner

Boden bleiben will, dem ist also die viertägige

Dobratsch-Umrundung unbedingt anzuraten.

Die vier Etappen sind jeweils in vier bis sechs

Stunden für jeden Wanderer gut zu schaffen.

Ausgehend von Warmbad-Villach führt die

Strecke über Bad Bleiberg, Nötsch und Feistritz

im Gailtal sowie Arnoldstein zurück zum Start.

Dem geografisch Kundigen wird auffallen, dass

der Weg gegen den Uhrzeigersinn verläuft. Das

ist durchaus gewollt, denn – so die Organisatoren

– nur so lasse sich die Dramaturgie der

Wanderung in vollem Umfang erfassen. Der

vom Naturpark Dobratsch und den Naturpark

Gemeinden angelegte Rundwanderweg

verbindet so viele unterschiedliche Naturräume

und Kulturlandschaften, dass er kaum abwechs-

Fotos: Region Villach Tourismus, Hannes Kohlmeier,

Franz Gerdl; Arthur Mrsl

124 SPORTaktiv


INFOS UND BUCHUNG

Trail Angels

T. +43 47 82/93 0 93

E-Mail:

office@trail-angels.com

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MEHR ZUR REGION

Villach – Faaker See –

Ossiacher See

www.visitvillach.at

Der Naturpark Dobratsch ist Dreh- und Angelpunkt der

viertägigen Rundwanderung, die die Region Villach in

ihrer ganzen Vielfalt präsentiert.

lungsreicher sein könnte. Trotz kleinem Radius

ändert sich ständig das Bild.

Die Moderne erlebt man mit der KärntenTherme

in Warmbad-Villach, das Altertum

mit den Kelten- und Römersiedlungen am

Tscheltschnigkogel. Die montanistische

Vergangenheit der Region macht der Bergbau

in Bad Bleiberg sichtbar und das künstlerische

Schaffen die Maler des unteren Gailtales, die

den sogenannten Nötscher Kreis bildeten.

Einzigartig ist auch die Tier- und Pflanzenwelt

der Schütt am Fuße des Dobratsch, Überbleibsel

eines gigantischen Felssturzes im Jahr 1348.

Auch das gastronomische Angebot ist fein.

Und: Alle Etappenorte sind mit öffentlichen

Verkehrsmitteln erreichbar (drei davon mit der

Eisenbahn), woraus sich mehrere Variationsund

Abkürzungsmöglichkeiten ergeben. So

erfüllt der Dobratsch-Rundwanderweg alle Voraussetzungen

für eine kurze Weitwanderung,

die allen Freunden entschleunigten Naturgenusses

in bester Erinnerung bleiben wird!

SPORTaktiv

125


AUF DEMWEG

ZUM

ERLEBNIS

Fotos: iStock, Helge Bauer

126 SPORTaktiv


WELCHE EMOTIONEN BLEIBEN

NACH EINER WANDERUNG ODER

BERGTOUR HÄNGEN? DER WEG

MACHT SCHON EINEN GROSSTEIL

DAVON AUS. JE SCHMALER, UMSO

MEHR ERLEBNIS. ABER WIE WIRD

DER WEG UND DIE WANDERUNG

ERLEBBAR? UND WAS MACHT

CORONA MIT DEM HEIMISCHEN

WANDERTOURISMUS?

VON CHRISTOPH HEIGL

elches Foto zeigst du nach einer Wanderung

sofort deinen Freunden? Was postest du auf

Instagram oder Facebook? Was kommt fix ins

Familienalbum? Welches Erlebnis bleibt hängen? Wem

bist du begegnet? Was hat dich berührt?

Emotionen sind es, die unsere Erlebnisse besonders,

spürbar und nachhaltig machen. Und besonders berichtenswert.

Der Schnürlregen, der dich in der Hangquerung

erwischt, dich aber fünf Minuten später mit einem

schimmernden Regenbogen über dem dampfenden Tal

entlohnt. Der Schweinsbraten, der dich die letzten 70

Meter wie ein Magnet zur Almhütte zieht. Der Steinbock,

der majestätisch nickt und dir Demut und Dankbarkeit

einimpft. Das Gespräch mit der Sennerin, nach dem du

den Stress deiner Arbeitswoche ganz anders siehst.

Bei all diesen Erlebnissen bist du unterwegs auf deinen

zwei Beinen. Auf einem Weg, einem Steig, einer Almwiese.

Dieser Weg ist beim Wandern die Grundvoraussetzung,

etwas zu erleben. Das definiert Andreas Kranzmayr

sogar noch präziser: „Das Wandererlebnis steigt mit dem

Sinken der Wegbreite.“ Der gebürtige Münchener war

jahrelang Wanderführer im Alpen- und Mittelmeerraum,

ist Geschäftsführer der Alpinen Wandermanagement

GmbH und bietet eine Wandertourismus-Akademie an.

Je schmaler der Weg, umso größer das Erlebnis, ist er

überzeugt. Beim Wandern denken wir ja ohnehin nicht

an asphaltierte Bergautobahnen und riesige Gruppen anderer

Wanderer um uns. „Bergauf ein schmaler Weg sorgt

für ein intensives Bergerlebnis. Je naturnaher, umso intensiver

ist das Wandererlebnis“, weiß Kranzmayr. Auch

SPORTaktiv

127


wenn das meistens bedeutet, dass die

Route, wenn sie enger und steiler wird,

auch anspruchsvoller wird. Überfordert

sollte aber keiner sein. Im Idealfall ist

man am Weg in Gedanken voll bei sich,

mit sich selbst beschäftigt. Hintereinandergehend.

„Es braucht beim Wandern

aber auch andere

Qualitäten“, so

Kranzmayr. „Für die

„DAS

soziale Komponente

sorgen die Hütte

oben, der Gipfel oder vor allem der Retourweg

über einen breiten Wanderweg

oder die Forststraße. Hier kann man

dann das Erlebte in der Gruppe

besprechen, tratschen und Erlebnisse

verarbeiten.“ Gemeinsam

in der Gruppe. Die ideale

Wanderung könnte aus diesem

Kontrast bestehen: bergauf ein schmaler,

enger, naturnaher Pfad, bergab ein breit

angelegter Weg. 100 Alternativen sind

genauso denkbar. Immer nur der

schönste Pfad sei auf Dauer jedenfalls zu

monoton, selbst ein durchgehend spektakulärer

Grat verliert seinen Reiz. „Das

ist wie bei einer Fotosafari. Am ersten

Tag wird jeder Löwe fotografiert, am

dritten Tag nur noch der Größte.“

Kranzmayr nennt das „Erlebnisreizwechsel“.

Jetzt in Corona- und Post-Ausgangsbeschränkungszeiten

sind Touristiker

und Marketing

besonders gefragt.

„Der

Markt ist kleiner

geworden

und zusammengerückt“, sagt Kranzmayr.

„Die Wanderwochen auf den Kanaren

sind vorerst genauso wenig Thema

wie Marokko, Griechenland und die

Türkei, viel Mitbewerb fällt also weg.

Das ist gut für jene in Österreich, die

sich bereits als Wanderregion aufgestellt

haben.“ Aber dafür ist innerösterreichisch

das Ringen um den Urlaubs- und

Wandergast so richtig losgegangen. Einen

Startvorteil haben jene, die von

Haus aus mit einer hochattraktiven

Landschaft punkten können, also in erster

Linie mit Bergen und Seen. Kranzmayr

spricht aber gerne auch von den

„schlummernden Potenzialen“ in vielen

Regionen. „Wir haben ja nix“,

hört er oft in Orten, wo vermeintlich

wenig Spektakuläres zu finden

ist. Dabei sind da oft die besten

Geschichten versteckt, man müsse

sie nur mit „Gefühl und Gespür“ erzählen.

Das könne man versuchen, so

Kranzmayr, „über eine Kreativagentur

extern anzukaufen“, oder selbst „mit viel

Herzblut, Ecken und Kanten“ und authentisch

zu vermitteln. „Wie funktioniert

die Landschaft? Was für ein besonderes

Zusammenspiel haben Berg und

Tal? Das alles kann man dem Gast erlebbar

machen.“ Und das sei sehr individuell

und im Gasteiner Tal anders als auf

der Turrach, im Joglland, im Mostviertel


oder an der Donau. Die Besonderheit

der Landschaft gilt es herauszuarbeiten.

„Jedes Dorf, jedes Tal hat seinen eigenen

Charakter“, ist er überzeugt, „und im

Kern bin auch ich immer noch Wanderführer

und will das Besondere einer Region

vermitteln.“ Und dabei mache es

gar nichts, wenn etwa die in den winterlichen

Werbetexten oft stereotyp verwendete

„romantische Pferdeschlittenfahrt

durch die tiefverschneite Landschaft“

vorkommt. „Gar kein Problem.

Die Pferdeschlittenfahrt kann ein Werkzeug

sein, wo hinzukommen und das

Besondere aus der Landschaft herauszulesen.

Wieso ist das hier der schönste

Ort der Welt?“ Die Pferdeschlittenfahrt

als Weg zum Erlebnis.

Auch die Anreise zum Urlaubsort

könne schon ein wesentlicher Teil des

Erlebniswertes sein. „Früher sind die

Wiener mit der Bahn zur Sommerfrische

auf den Semmering gefahren. Und auch

heute kann man mit einer entspannten

WANDER ERLEBNIS

STEIGT MIT DEM

SINKEN DER

WEG BREITE.

Zugfahrt in die Destination werben und

den Leuten sagen, was sie alles vom

Zugfenster aus schon sehen und erleben

können.“

Wenn Kranzmayr vom Wandermarketing

spricht, fallen Begriffe wie Storytelling,

Wandern 4.0, Markenräume, Markenversprechen

und Markenerlebnis. Er

kann das auch in ganz einfache Geschichten

packen.

Story 1 zum Thema Empathie: „In

einer kleinen Pension

lag am Tisch

im Zimmer ein

hochwertiges Regionsmagazin,

mit

den richtigen, zum Betrieb passenden

Seiten schon aufgeblättert. Auf der Garderobe

war ein kleines Set mit Stoff, Nadel

und Faden – für kleineres Flickwerk,

wenn am Berg was kaputtgeht. Da ist

beim Gast sofort präsent: Da hat sich jemand

was gedacht dabei.“

Story 2 zum Thema Zeit und Entschleunigung:

„Man muss nicht immer

so schnell wie möglich ins Tal, man

kann auch so lange wie möglich am

Berg bleiben.“ Bei einer Wanderung hastete

Kranzmayr nicht mit der Gruppe

ins Tal, sondern blieb alleine und länger

oben und kam dann erst gegen 18 Uhr

beim Rückweg noch an einer einsamen

Alm vorbei. Der Bauer dort war ver-

128 SPORTaktiv


wundert: „Mit dir stimmt jo wos net“,

habe er festgestellt. „Du bist spät dran

und hatscht net.“ Sofort kamen die beiden

ins Gespräch, der Bauer zeigte ihm

sogar seine kleine Käserei – bleibende

Eindrücke, weil Zeit war.

Story 3 zum Thema Zeit und Reife:

Als Wanderführer erkundete Kranzmayr

die Insel Lanzarote und scoutete passende

Routen und Geschichten für seine

Gäste. Stunden- und tagelang kraxelte er

durch ödes Lavagestein und fand:

nichts. Am Abend des dritten Tages war

er knapp am Verzweifeln. „Da habe ich

im Streiflicht des Sonnenunterganges

kleine, begehbare Wege in der Lava entdeckt

und dadurch ein ganzes Wegenetz

gefunden.“ Seine Erkenntnis: „Man

muss reif sein, bis die Landschaft den

Reiz und die Besonderheit offenbart.“

Und jeder Weg zum Erlebnis wird.

DIE EUROPÄISCHE WANDER-

TOURISMUS-AKADEMIE:

Die Akademie versteht sich als Bildungspartner von Organisationen

wie Tourismusregionen, Angebotsgruppen und Vereinigungen.

Ziele: Markenerlebnis und Qualität steigern.

„In den gesättigten Tourismusmärkten ist

heute eine strahlkräftige Differenzierung von

den Marktteilnehmern notwendiger denn je.

Die Faktoren: ein begeisterndes (Marken-)

Erlebnis und eine bedarfsorientierte Basisleistung.

Kenntnis um schlummernde Potentiale

und deren kreative Nutzung ist gefragt.“

Die Akademie unterstützt Wandertouristiker

mit neuen Denkansätzen.

www.wandertourismus-akademie.eu

Andreas Kranzmayr (Bild) ist Geschäftsführer „Alpines Wandermanagement“

in Klagenfurt. Spezialist für Wandertourismus. Kern:

Wie mache ich Wandern zum Markenerlebnis?

www.alpines-wandermanagement.at

Fotos: Hersteller

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DOOR

VON DEN SOCKEN

Merinowolle sorgt in Kombination

mit einer hochwertigen Hightech-

Faser für perfektes Klima manage

ment. Die „CEP Outdoor

Light Merino Mid Cut Socks“

bieten zudem eine leichte Kompressionswirkung,

was für mehr

Ausdauer und Trittsicherheit sorgt.

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SEHEN UND GESEHEN WERDEN

„Fusor“ heißt die – auch optisch verglasbare – Multisportbrille

von EVIL EYE aus Österreich. Das Ventilationssystem

leitet die Feuchtigkeit ab und verringert so das

Beschlagen der Filter. Durch die gewölbte Rahmenform

bietet sie ein extrem weites Sichtfeld.

www.evileye.com

KLETTERKIDS

Der EDELRID-Finn ist ein Klettergurt

für die Kletterstars von morgen – für

erste Kletterversuche von Kindern am

Fels wie in der Halle. Es gibt ihn in

zwei Größen und er ist nachhaltig

und ressourcenschonend nach

dem bluesign-System produziert.

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SPORTaktiv

129


ALPIN-URBANE

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6020 Innsbruck

T. +43 512 / 59 850

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www.innsbruck.info

www.innsbruck.info/mehr-als-stadt

In der Region Innsbruck liegen die

atemberaubende Bergnatur und

zahlreiche Sportmöglichkeiten nicht

nur vor der Tür, sondern quasi in der

Stadt. Die Angebotsvielfalt macht die

Alpenmetropole gerade in diesem Sommer

zum perfekten Urlaubsziel – mit ganz viel

Platz, um sich mit Abstand wohlzufühlen!

Mit der kostenlosen Gästekarte

Welcome Card, die Gäste ab 2 Übernachtungen

bei Partnerbetrieben erhalten,

kann man seinen Innsbruck-Urlaub

äußerst abwechslungsreich gestalten:

Zahlreiche Ermäßigungen und viele

kostenlosen Angebote bei Bergbahnen

und geführten Wanderungen, bei Familienprogramm,

Schwimmbädern und

Badeseen lassen kleine und große Gäste

erstrahlen. Auch die Kaufkarte Innsbruck

Card light ist perfekter Begleiter beim

Stadtbesuch: Für 24 Stunden ist der

Eintritt zu 21 Sehenswürdigkeiten sowie

je eine Berg- und Talfahrt mit zwei

ausgewählten Bergbahnen kostenlos.

Beide Karten inkludieren zudem die

öffentlichen Verkehrsmittel.

Für die unterschiedlichsten Urlaubswünsche

gibt es in Innsbruck in diesem

Sommer das passende Urlaubspaket.

Bereits ab einer Übernachtung lädt die

Region zum City Break ein – Innsbruck

Card light inklusive. Ab zwei Nächten

sind nicht nur alle Leistungen der

Innsbruck Card light, sondern auch die

Vorteile der Gästekarte Welcome Card

inkludiert. Ein besonderes Urlaubszuckerl

gibt es für Familien: (ab 3 Übernachtungen)

sind die Innsbruck Card light, die

Welcome Card plus gratis. Und noch on

top: Kinder bis 14 Jahre übernachten bei

zwei vollzahlenden Erwachsenen völlig

kostenfrei im selben Zimmer.

Fotos: Innsbruck Tourismus

130 SPORTaktiv


ENTDECKE;

WAS “FOR YOUR

MOUNTAIN”

FÜR ULTRA-RUNNER

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n Japan heißt es „Shinrin Yoku“

und hat viel Tradition – bei uns

kommt „Waldbaden“ erst seit Kurzem

richtig in Mode. Gemeint ist

das Eintauchen in einen Wald mit

allen Sinnen. Dass Körper, Geist und

Seele in den Wäldern profitieren, bestätigt

zunehmend auch die Wissenschaft.

So sollen Terpene – ätherische Öle, die

von Nadeln und Blättern abgegeben

werden und die Waldluft anreichern –

das Immunsystem unterstützen und

krebsvorbeugend wirken. Auch als Laie

kann man freilich leicht feststellen, dass

Stress und Alltagssorgen in einem Wald

rasch in den Hintergrund treten. Und

dass die Ruhe und Kühle im Kontrast zu

lauten, hektischen und heißen Städten

Seelenbalsam sind.

Leider trübt auch manches

die Idylle: Erholungssuchende

beklagen Tendenzen,

dass Waldgebiete zunehmend

gesperrt und die

Zugänge zu den grünen

Erholungsoasen erschwert

würden. Von

dubiosen „Betreten

verboten“-Tafeln oder

„vergessenen“ Hinweisen

auf Forst arbeiten

ist öfters zu hören. Auf

der anderen Seite berichten

Waldbesitzer und

Forstwirte von Störung

der Tier- und Zerstörung

der Pflanzenwelt durch mehr

und rücksichtslosere Gäste.

Von Ignoranz von Besuchern, die

Hinweistafeln auf Forstarbeiten ignorieren

und sich damit potenziell in

Gefahr bringen, wird ebenso berichtet

wie von ausgerissenen und „entsorgten“

Schildern.

Fragt sich zunächst: Was darf man eigentlich

im Wald? Wie verhält man sich

naturgerecht und so, dass das Miteinander

zwischen Besitzern, beruflichen

Waldnutzern und Erholungssuchenden

möglichst gelingt? Eines sei noch vorweggeschickt:

Die Problematik des

Mountainbikens in Wäldern und auf

Forststraßen soll hier nur am Rande

Thema sein (mehr dazu siehe im Kasten

Wandern und laufen

auf Waldwegen

ist in jedem Fall

naturgerecht und

gutes Recht, das

das österreichische

Forstgesetz

von 1975 allen

einräumt.

hinten): Das ist in Österreichs Wäldern

bekanntlich überall dort verboten, wo es

nicht ausdrücklich durch den Eigentümer

erlaubt ist – und ein Thema für

sich. Hier wollen wir uns mit jenen Erholungssuchenden,

die zu Fuß die grünen

Lungen aufsuchen, beschäftigen.

Rund die Hälfte Österreichs ist bewaldet,

der weitaus überwiegende Teil davon

in privatem Besitz: So viel zur Ausgangslage.

Wanderer, Sportler und ande-

re Erholungssuchende

sind daher Gäste

im Wald – denen der

Gesetzgeber aber auch

Rechte einräumt: Mit dem

Forstgesetz von 1975 ist es grundsätzlich

jedermann erlaubt, Wälder „zu

Erholungszwecken“ zu betreten. Ein

Recht, für das etwa die alpinen Vereine

in Österreich lange gekämpft haben.

Juristisch spricht man von Wegefreiheit

– „ein Betretungs- und Aufenthaltsrecht

beinhaltet jedoch den gesamten

Wald“, erklärt der auf Freizeitrecht spezialisierte

Jurist Dr. Wolfgang Stock.

Man darf also auch querfeldein gehen

oder laufen, zumindest in einem „gewöhnlichen“

Wald. Anders schaut das in

Fotos: iStock

132 SPORTaktiv


NEBEN DEN BERGEN WIRD

DER WALD FÜR IMMER

MEHR MENSCHEN ZUM

SEHNSUCHTSORT. LEIDER

HERRSCHT IM FORST NICHT

IMMER NUR IDYLLISCHES

MITEINANDER: WAS

DÜRFEN SPORTLER UND

ERHOLUNGSSUCHENDE IN

DEN WÄLDERN, DIE

GROSSTEILS IN PRIVATEM

BESITZ SIND?

VON CHRISTOF DOMENIG

ES BRODELT

IM WALD

einem Naturschutzgebiet oder in den

Nationalparks aus, hier muss man auf

den Wegen bleiben.

„Betreten verboten“ gilt immer auch

in einem aufgeforsteten Jungwald, in

dem die Bäume unter drei Meter hoch

sind. Bei Forstarbeiten können Grundbesitzer

Betretungsverbote verhängen,

die mit Schildern kundgemacht werden.

Verständlich, denn werden etwa

Bäume gefällt, würde für Passanten tatsächlich

Lebensgefahr herrschen.

Zeitliche Beschränkung auf die Tagesstunden,

um sich in einem Wald zu

erholen, gibt es keine, auch wenn

Schilder manchmal anderes suggerieren.

„Das Betretungsrecht gilt 24 Stunden

am Tag“, weiß Jurist Stock.

SPORTaktiv

133


Zweite,

aktualisierte

Auflage

1

Schonender Umgang

Nicht alles, was erlaubt ist, muss freilich

im Sinne des Naturschutzes sein? Also

nachgefragt bei Regina Hrbek, Leiterin

der Naturschutzabteilung der Naturfreunde

Österreich: Auch, um Konflikte

nicht weiter anzuheizen, empfiehlt

Hrbek: „Auf Wanderwegen sollte man

schon aus Sicherheitsgründen bleiben.

Und die Natur so wenig wie möglich

verletzen.“ Zum Thema Blumen pflücken

rät etwa die Naturschützerin: „Ein

Foto ist auch schön und viel länger haltbar.“

Grundsätzlich appelliert Hrbek an

schonenden Umgang. So, wie es schon

der Hausverstand gebiete.

Wo sich Recht und Hausverstand treffen,

ist, dass durch Besucher keine Schäden

im Wald entstehen dürfen. Nicht als

Schäden gelten etwa ein geknickter Ast

oder Fußbadrücke beim normalen Betreten

– doch was darüber hinausgeht,

ist schon nicht erlaubt. Etwa ein eingeritztes

Herzerl in einer Baumrinde.

TIPP

Dr. Wolfgang

Stock: „Berg

frei – Weg frei?!“

Die Naturfreunde

Österreich haben die Broschüre über

das Wegerecht herausgegeben.

Gratis-Download unter:

umwelt.naturfreunde.at im Bereich

Service > Infofolder und Broschüren

OFFENE FORSTSTRASSEN

DANK CORONA?

Dr. Wolfgang Stock

Berg frei – Weg frei?!

Ein Leitfaden für alle, die in ihrer Freizeit

in der Natur unterwegs sind

Was gibt es zur Lautstärke zu sagen?

„Sich in normaler Lautstärke unterhalten,

um das Wild vorzuwarnen. Wildtiere

erschrecken eher, wenn man durch

den Wald schleicht und dann plötzlich

vor ihnen steht“, sagt Regina Hrbek.

In Waldstücken befinden sich auch oft

Boulder- und Kletterfelsen. „Felsen im

Wald sind gleich wie Waldboden zu behandeln“,

sagt Jurist Stock. Verboten

sind aber auch hier jedwede Veränderungen

ohne Zustimmung des Waldbesitzers,

etwa Bohrhaken anzubringen.

In den Zeiten der Corona-Beschränkungen wurden die Wälder in vielen

Gebieten Österreichs zum noch beliebteren Rückzugs-, Erholungs- und

Sportplatz als sonst. Spaziergänger, Wanderer, Hundebesitzer, Läufer,

Walker und Mountainbiker haben – solo oder im Familienverbund – in

der Nähe von Ballungsräumen wie Wien und Graz für regelrechte Hotspots

gesorgt. Mit Folgen auch für die Biker: In einigen Gegenden kam

es zu altbekannten Konflikten Grundbesitzer/Wanderer/Biker/E-Biker,

was Verbote, Sperren und neue Verbotsschilder zur Folge hatte.

Im Internet-Talk „Tretlager“ kam es zu einem überraschenden Ansatz:

Der bikeaffine Jurist Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit

(KfV) meinte, dass es aufgrund der Corona-Beschränkungen

bei Sportplätzen, Fitnessklubs und Vereinen gar nicht so abwegig sei,

eine vorübergehende Öffnung der Forststraßen zu erwirken. Damit

könnten Hotspots entschärft und der Bevölkerung mehr Möglichkeiten

geboten werden, im geforderten Abstand Sport zu betreiben. Rene

Sendlhofer-Schag (Geschäftsführer von bikefex.at) schlug darauf eine

Freigabe aller Forststraßen und Wanderwege im Sommer vor: „Am

Ende der Saison ziehen wir einen Schlussstrich: Gab es vermehrt Konflikte?

Hat es funktioniert? Wo waren die Probleme, wo lief es gut?“

Man könne zeigen, dass die flächendeckende Wegfreigabe für Mountainbiker

nicht zu Sodom und Gomorrha führt. Auch Tourismus und lokale

Politik zeigen Initiative und suchen Lösungen. CHRISTOPH HEIGL

Zwei Seelen in einer Brust

Leider hapere es bei vielen Erholungssuchenden

schon bei den einfachsten

Grundregeln – berichtet Fritz Wolf. Der

Oberösterreicher ist Waldbesitzer, Jäger

und Förster und hat einst die Waldpädagogik

nach Österreich gebracht. Mit seinem

Sohn betreibt der heute 70-Jährige

die Waldschule Almtal, rund 150 Führungen

machen Vater und Sohn Wolf in

ihren Wäldern pro Jahr. Etwa für die

Angebotsgruppe „Waldness“, die den

Erholungsort Wald in den Mittelpunkt

ihres touristischen Konzepts stellt. Fritz

Wolf stöhnt: „Zwei Seelen wohnen ach

in meiner Brust – als Vermittler der Natur

einerseits und andererseits Beschützer

und Bewahrer des Waldes.“

Nur ein paar Beispiele, die Wolf

nennt: „Wege werden neben den Bestehenden

angelegt, kleine Fichten ausgerissen,

Bäume umgeschnitten.“ Um das

„sensible Ökosystem Wald“ zu schützen,

versuchten Jäger und Förster aufklärend

zu wirken – bei Hinweisen auf Fehlverhalten

von Erholungssuchenden bekäme

man jedoch oft grobe Beschimpfungen

zur Antwort. Konflikte hätten in den

letzten Jahren deutlich zugenommen,

sagt Wolf. Und auch: „Der gut gepflegte

Wald in Österreich ist zum Großteil den

kleinen Waldbesitzern und Bauern geschuldet.“

Konfliktpotenzial liegt übrigens sogar

in der Formulierung „zu Erholungszwecken“:

Um Gruppen entgeltlich in einem

Wald zu führen und anderen Menschen

den Erholungsraum professionell näherzubringen,

bedarf es der Zustimmung

des Waldbesitzers. Das ist durch ein

OGH-Urteil so entschieden, weiß Jurist

Stock. Und das könnte sogar für Bergführer

zum Problem werden, die einfach

Gäste auf einem Wanderweg durch einen

Wald hindurch in die Berge führen.

Was man abschließend raten kann?

Eine differenzierte Sichtweise, Verständnis

für den jeweils anderen Blickwinkel

bei Erholungssuchenden und Waldbesitzern,

nicht nur auf dem eigenen Recht

beharren. Geholfen wäre auch schon,

wenn sich alle Beteiligten an ein Sprichwort

hielten: „Wie man in den Wald

hineinruft, so kommt es zurück ...“

134 SPORTaktiv


BERGE UND SEEN:

EIN HOCHGENUSS

DIE EINZIGARTIGE LAND-

SCHAFT IM AUSSEER-

LAND – SALZKAMMERGUT

LÄSST AUCH BIKER IMMER

WIEDERKOMMEN.

Foto: TVB Ausseerland – Salzkammergut/Tom Lamm/Himsl

INFOS & BUCHUNGEN

TOURISMUSVERBAND

AUSSEERLAND –

SALZKAMMERGUT

A-8990 Bad Aussee

T. +43 36 22/540 40-0

E-Mail: info@ausseerland.at

www.ausseerland.at

Wer einmal kommt, kommt

immer wieder – so halten es

die vielen Gäste, welche die

Anziehungskraft der „5-Sterne-Landschaft“

spüren, die hier abschalten und

Kraft tanken. Das Landschaftsbild ist

geprägt von imposanten Bergen und

glasklaren Seen. Es macht unbändige

Freude, sich im unmittelbaren,

intensiven Dialog mit der Natur

wiederzufinden. Die einzigartige

Landschaft ist Garantie für einen

erholsamen Urlaub.

Das Ausseerland – Salzkammergut

ist speziell für Entdeckungstouren mit

dem Bike auch ein hervorragendes

Basislager. Die Region bietet für

Genießer und Sportler unterschiedliche

Touren in allen Schwierigkeitsgraden

zwischen Dachstein und Totem

Gebirge. Im Frühling führen diese an

blühenden Narzissenwiesen vorbei,

im Sommer laden die Seen zu einer

willkommenen und erfrischenden

Abkühlung ein. Als Abschluss der

Saison radelt man im Herbst unter

goldenen Wäldern.

Für das leibliche Wohl nach der

sportlichen Betätigung ist bei den

vielen Einkehrmöglichkeiten bestens

gesorgt. So können die Kraftreserven

für die nächste Tour wieder aufgeladen

werden.

In drei Worten: rundum ein Genuss!

SPORTaktiv

135


Der Nationalpark Hohe Tauern Osttirol und SPORTaktiv laden ein ins:

AM ISELTRAIL: WEITWANDERN

BIS ZUM GLETSCHERTOR

17.–20. September 2020 (Do.–So.)

• 1 x Nächtigung inkl. HP im Nationalpark-Partnerhotel

Hinteregger, 1x Nächtigung inkl. HP im Gasthof

Islitzer, 1x Übernachtung inkl. HP auf der Clarahütte

(Mehrbettzimmer)

• 3 geführte Touren inkl. Test-Ferngläsern von

Swarovski Optik

• Lunchpakete für die Touren am Freitag & Samstag

• Gratis-Bergschutz der Nürnberger Versicherung für

die Dauer des Camps (optional)

• Rücktransfer von Prägraten am Großvenediger nach

Matrei in Osttirol

• Preis: € 380,– im DZ; € 399,– im EZ, exklusive Kurtaxe

(Hüttenübernachtung immer im Mehrbettzimmer)

PROGRAMM

Do.: Anreise, Zeit zum Nutzen von Naturpool und

Sauna, gemeinsames Abendessen und Kennenlernen,

Übernachtung im Hotel Hinteregger

Fr.: Tour durch das idyllische Virgental mit einem

Nationalpark-Ranger nach Prägraten am Großvenediger

(ca. 15,5 km/500 hm bergauf, 5–6 h Gehzeit);

Abendessen und Übernachtung im Gasthof Islitzer

Sa.: Variante 1: anspruchsvolle Tour mit Nationalpark-Ranger

Richtung Gletschertor über die Clarahütte

(ca. 23 km/1200 hm bergauf, 7–8 h Gehzeit);

Variante 2: mittelschwere Tour mit Nationalpark-

Ranger über das Umbaltal bis zur Clarahütte (ca.

12,8 km/850 hm bergauf, 4,5 h Gehzeit);

gemeinsamer Ausklang inkl. Abendessen und

Übernachtung auf der Clarahütte (2038 m)

So.: Frühstück und gemeinsamer Abstieg nach

Prägraten (ca. 7 km/700 hm bergab, 2 h Gehzeit),

Rücktransfer nach Matrei

ANMELDUNG

Hotel Hinteregger – Familie Hradecky

T. +43 48 75/65 87

E-Mail: info@hotelhinteregger.at

www.hotelhinteregger.at

Buchungskennwort:

SPORTaktiv-Nationalparkcamp 2020

Infos zum Nationalpark Hohe Tauern unter

nationalpark.osttirol.com

DAS ANGEBOT:

3 ÜBERNACHTUNGEN

UND GEFÜHRTE

TOUREN MIT EINEM

NATIONALPARK-

RANGER AB € 380,–

DEINE GESCHENKE

1x Thule-AllTrail-X-25L-Rucksack,

1 Paar CEP-Merinosocken,

1x Microfiber-Mütze von Buff,

1x Peeroton-Paket

TEILNEHMER

max. 18 Personen

136 SPORTaktiv


NATIONALPARK HOHE TAUERN WANDERCAMP

www.sportaktiv.com

Fotos: Umbalfälle Nationalpark Hohe Tauern Martin Lugger,

Hotel Hinteregger Matrei i.O. /Profer & Partner

DIE UNTERKÜNFTE

Die Unterkünfte Hotel Hinteregger, Gasthof Islitzer &

Clarahütte (2038 m) überzeugen mit Osttiroler Gastfreundlichkeit

und regionalen Spezialitäten.

Ein Wochenende im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern

im idyllischen Virgental, eine geführte Tour zu den spektakulären

Umbalfällen und einen Einblick in die unglaubliche

Welt des ewigen Eises: Das alles können 18 unserer Leserinnen

und Leser beim Nationalpark-Hohe-Tauern-Camp in Osttirol von

17. bis 20. September erleben.

Das Camp verspricht für passionierte Wanderer und Naturbegeisterte

ein Highlight zu werden: Wir erwandern drei von fünf

Etappen des neuen Iseltrails, welcher von Matrei in Osttirol bis

nach Prägraten führt. Während der gesamten Tour werden wir

von einem Nationalpark-Ranger begleitet. Die Wanderung startet

am Freitag mit der offiziellen dritten Etappe des Iseltrails, die von

Matrei in Osttirol bis nach Prägraten am Großvenediger führt.

Auf diesem Streckenabschnitt zeigt die Isel ihre ungestüme Seite:

Wuchtige Katarakte und die markante Schluchtwildnis lassen jedes

Abenteurerherz höherschlagen.

Nach Übernachtung im Gasthof Islitzer teilt sich die Gruppe

am Samstagmorgen: Beide Gruppen wandern über das romantische

Umbaltal zur 2038 m hoch gelegenen Clarahütte, wobei die

erste Gruppe ein wenig früher startet, um noch weiter taleinwärts

Richtung Gletschertor des beeindruckenden Umbalkees zu gehen.

Diese Tour ist anspruchsvoll. Als Alternative endet die mittelschwere

Wanderung der zweiten Gruppe bei der Clarahütte.

Ausgerüstet mit Ferngläsern und Teleskopen von SWAROVSKI

OPTIK ergibt sich auch so manche Wildtierbeobachtung im Nationalpark.

Mit dem Blick durch die hochwertige Fernoptik sind

wir ganz nah am Geschehen, ohne die Tiere in ihrem geschützten

Lebensraum zu stören.

Die Weitwanderer beider Gruppen erwartet ein Einblick in die

atemberaubende Welt des letzten unverbauten Gletscherflusses

Österreichs. Der Natur-Kraft-Weg „Umbalfälle“ mit mehreren

Aussichtsplattformen lässt jeden die Kraft und Urgewalt des

Wassers hautnah erleben. Während man die Natur in vollen Zügen

genießt, erzählt der Nationalpark-Ranger Spannendes zum

Element Wasser und zum Wasserreichtum der Hohen Tauern.

Bei einem gemütlichen Abendessen auf der Clarahütte, mitten

in der Kernzone des Nationalparks, lassen wir den erlebnisreichen

Tag gemeinsam ausklingen. Nach der Nacht in den Bergen auf

2038 m Seehöhe steht am Sonntag noch der gemeinsame

Abstieg auf dem Programm.

SPORTaktiv

137


138 SPORTaktiv

Fotos: Expeditionstechnik Därr, Garmin


KOMMUNIZIEREN

ÜBERALL NAVIGIEREN

&

In weiten Teilen der alpinen Bergwelt

gibt es kein Handynetz. Gar

keines. Und dann funktioniert alles

am Smartphone, wofür Netzverbindung

benötigt wird, nicht mehr.

Beispielsweise telefonieren, SMS oder

E-Mail senden bzw. empfangen, aber

auch Karten-Apps. Ist man nicht erreichbar,

kann ein kleines Problem

schnell groß werden. Zwar gibt es für

die Netzlosigkeit Lösungen. Alleine, um

sie muss man sich kümmern und sie

nutzen lernen, bevor es hinaus zum

nächsten Outdoor-Abenteuer geht.

Karten-Apps auch offline

Gute Karten-Apps gibt es zahlreiche.

Für sie gilt: Viele lassen sich nur mit Internetverbindung

starten und wenn

man die Karten nur online nutzt,

geht offline gar nichts mehr. Zwar

bieten alle Apps Downloadmöglichkeiten

an, allerdings meist nur

im Rahmen von Bezahlversionen.

Hat man die Karte für die Region,

in der man unterwegs ist,

aufs Smartphone geladen und

die App im Netz gestartet, sieht

man – dank GPS – immer, wo

man sich befindet. Das ist sehr

hilfreich und löst nahezu alle

Navigations- oder Orientierungsprobleme.

Im Test sehr bewährt

haben sich: Bergfex Touren

„UNGLAUBLICH! ÜBERALL GIBT ES HANDYNETZ, NUR

HIER NICHT.“ „WIESO FUNKTIONIERT DIE KARTEN-APP

PLÖTZLICH NICHT MEHR?“ ZWEI DER TYPISCHEN

PROBLEME, WENN MAN ERWARTET, ÜBERALL IN DEN

BERGEN VIA SMARTPHONE KOMMUNIZIEREN UND

NAVIGIEREN ZU KÖNNEN. WAS TUN, UM AUCH OHNE

NETZ SICHER UNTERWEGS ZU SEIN?

VON OLIVER PICHLER

(praktisch, einfach, intuitiv, solide Karten),

Naturfreunde Tourenportal (neu,

sehr umfangreich, in der Pro+ Version

enorme Kartenauswahl), Kompass Karten

(sehr gute Kartografie, alle wichtigen

Funktionen) und Ortovox Bergtouren

(gut, klug, durchdacht – etwa die

schnell verfügbare Notruffunktion). Keine

Lösung bieten all die Apps,

wenn man Kontakt zur Außenwelt

aufnehmen will. Zwar

funktioniert GPS auch

via Satellit, es dient der

Positionsbestimmung,

bietet aber keine

Kommunikationsmöglichkeit.

SMS & E-Mail

per Satellit

Satellitennetzwerke

sind notwendig

um überall,

auch in den entlegendsten,

handynetzfreien Flecken der

Welt Textnachrichten als SMS oder

E-Mail versenden zu können. Konkret

das Satellitennetzwerk Iridium. 66 um

die Erde kreisende Satelliten garantieren

weltweite Abdeckung. Da alle Geräte

mit einer eigenen App arbeiten, ist die

Grundfunktionalität des Schreibens,

Sendens und Empfangens nahezu gleich

wie beim klassischen SMS- oder

E-Mail-Einsatz. Nur im Satellitennetz

dauert der Versand bzw. Empfang deutlich

länger (im Test bis zu zehn Minuten),

als man es vom klassischen SMS

gewohnt ist. Zwingend notwendig ist

die freie Sicht zum Himmel. In Innenräumen

oder auch nur unter dem Dach

einer Terrasse funktioniert das System

nicht. Zwei Firmen bieten im Test bewährte

Möglichkeiten:

A*Live von ProteGear ist ein feines

Gerät. Es nutzt für all seine Funktionen

Handynetz, solange eines verfügbar ist.

Steht kein Netz mehr zur Verfügung,

Garmin InReach Mini

SPORTaktiv

139


IM REICH DER

WILDEN WÄLDER

Der Bayerische Wald um das Berg dorf Sankt Englmar

ist das Reich der wilden Wälder und der „Fünf Tausender“

und ein idealer Ausgangspunkt für Wander- und

MTB-Touren.

Jeder der Gipfel hat sein unverwechselbares Gesicht

und bietet Wanderern wie echten Bergfexen

verschiedenste Herausforderungen. Oben wird man

immer mit einer atemberaubenden Aussicht über die

beinahe grenzenlose Waldwildnis des Bayerischen

Waldes und des Böhmerwaldes belohnt. Als Etappenort

am Goldsteig, einem der

schönsten Wanderwege in

Deutschland, verfügt Sankt

Englmar über ein Wanderwegenetz

von 125 km.

Auch für Bergradler hat die

Gegend viel zu bieten: Einsteigertouren

wie auch flowige bis

ausgesetzte Singletrails. 300 km markierte Touren

passen für hartgesottene und begnadete Fahrtechniker

wie auch für E-Biker und lässige Tourenbiker. Ein

Pumptrack und der Bikepark Hochpröller ergänzen

das Angebot. Und etliche Gastgeber sind besonders

auf Biker-Bedürfnisse eingestellt.

TOURIST-INFO

SANKT ENGLMAR

D-94739 Sankt Englmar

T. +49 99 65/84 03 20

www.urlaubsregion-sankt-englmar.de

Fotos: TI Sankt Englmar/Piermeier

wird automatisch auf Satellit umgeschaltet. A*Live

ist mehr als ein Kommunikationstool. Es ist auch

Crashsender mit einstellbarem, automatischem Rettungsauslöser

und es kann fürs Tracking genützt

werden. Noch ein Vorteil: ProteGear ist eine deutsche

Firma.

InReach von Garmin steht im Kern für das Versenden

und Empfangen von Textnachrichten via Satellit.

Das funktioniert gut und verlässlich. Zur Wahl

stehen das InReach Mini (nur Kommunikation) und

das 66i als vollwertiges GPS-Gerät inklusive Kommunikation.

Telefonie via Umlaufbahn

Eine Stufe über dem Versenden von Textnachrichten

via Satellit steht Satellitentelefonie. Nahezu wie vom

Handy gewohnt, kann man mit entsprechenden Geräten

telefonieren. Sie sehen aus wie Handys der

Vor-Smartphonezeit, nur haben sie übergroße Antennen.

Auch die Funktionalität und Bedienung erinnert

an ein altes Handy. Natürlich ist auch das

„OHNE NETZ“-APPS & KOMMUN

Apps via GPS

Zur Navigation gibt es zahlreiche

Lösungen auf Basis

von Smartphone-Apps, die

gut und leistungsfähig sind.

Wichtig ist, um auch abseits

der Handynetze auf

die App zurückgreifen zu

können, 1. die benötigten

Karten für Offline-Einsatz

zu speichern und 2. die App

zu starten, solange man im

Netz ist, weil es sein kann,

dass sie zum Hochfahren

Netzverbindung braucht.

BERGFEX TOUREN

Sehr gut, verlässlich und

solide. Im Langzeittest sehr

bewährt. Bestes Preis-

Leistungs-Verhältnis aller

Bezahl-Apps. € 6,99 p.a.

www.bergfex.at

NATURFREUNDE

TOURENPORTAL

Sehr gute, umfassende

App mit vielen Spezialkarten.

Top für alle, die es

genau wissen wollen.

Ab € 29,99 p.a.

www.tourenportal.at

KOMPASS KARTEN

Gute App mit hervorragender

Kartografie der Kompass-Kartenspezialisten.

€ 19,99 p.a.

www.kompass.de

ORTOVOX BERGTOUREN

Sehr gute Lösung inklusive

Offline-Kartenspeichermöglichkeit.

Kostenlos.

www.ortovox.com

SMS & E-Mail

Einzig per Satellit lassen

sich in netzlosen Regionen

Textnachrichten versenden

und empfangen, sofern

man dabei freien Kontakt

zum Himmel hat.

A*LIVE VON PROTEGEAR

Neue, vielversprechende

Lösung. Handliches Gerät,

140 SPORTaktiv


Versenden (tippen via Nummerntastatur) und Empfangen

von Textnachrichten möglich. Alternativ zu

Satellitentelefonen gibt es auch Geräte, die als Satellitenerweiterungen

des eigenen Smartphones dienen.

Unabdingbar ist bei allen Modellen eine direkte Verbindung

zum Himmel und damit der Kontakt zu einem

der Satelliten des Netzanbieters. Dieser direkte

Sichtkontakt zu „seinem“ Satelliten ist Voraussetzung,

ob eine Verbindung zustande kommt oder

nicht. Die Netzwerke der drei Anbieter – Iridium,

Inmarsat und Thuraya – bieten unterschiedliche

Weltabdeckung. Wichtig für die Netz- und die Geräteauswahl

ist, den konkreten eigenen Bedarf genau

abzustecken. Da die Satellitentelefonie

viel komplexer ist als

die klassische Telefonie, ist

es sehr ratsam, sich an einen

der wenigen erfahrenen

Anbieter, etwa Expeditionstechnik

in München,

zu wenden.

POCKET

CL MOUNTAIN

FÜR BLICKE,

DIE WEITER

GEHEN

A*Live von ProteGear

IKATIONSLÖSUNGEN

das auch automatisch Notfallalarmierungen

übernehmen

kann und Trackingfunktionen

bietet. Kommunikation

via Smartphone- App.

Der große Vorteil: nutzt

Handynetz und wechselt

erst automatisch zum Satellit,

wenn notwendig. Gerät:

€ 498,–; pro Jahr ab €

99,–. Kann auch gemietet

werden: € 79,– pro Monat.

www.protegear.de

GARMIN INREACH

Garmin bietet Geräte mit

in Reach-Funktion, die immer

via Satellit Nachrichten

versenden und empfangen.

InReach verursacht zusätzlich

zum Gerät Kosten von

ab € 19,99 pro Monat.

GARMIN INREACH MINI

Kleines Gerät für Kommunikation

mittels Satelliten-

Textnachrichten. € 349,99

GARMIN 66I – hervorragendes

GPS-Gerät mit

enorm vielen Funktionen

und inReach. € 599,99

www.garmin.com

Telefonie

Sprachkontakt ist einzig via

Satellitentelefonie möglich.

Drei Netze mit unterschiedlicher

Reichweite und deutlich

anderen Kosten – Iridium,

Inmarsat, Thuraya –

stehen zur Wahl. Geräte

€ 559,– bis € 1339,–. Kosten

je Minute Telefonat

€ 1,– bis € 2,-- Neben dem

Kauf werden Satellitentelefone

auch zur Miete angeboten.

Geräte pro Tag

€ 4,50 bis € 5,50.

www.expeditionstechnik.de

und www.satfon.de

SEE THE UNSEEN


YOUR ROCK PARTNER

WWW.HANWAG.DE

HANWAG FERRATA LOW GTX

Sehr leichter und dennoch sehr widerstandsfähiger

Rock- Halbschuh für Klettersteige und technisches

Gelände. Hochabriebfeste Polyurethan Garne

schützen den Schuh an den entscheidenden Stellen

und reduzieren das Gewicht.


OUTSIDE

LOGBUCH EINES

KLETTERERS 2

Foto: Ranggetiner

HERBERT

RANGGETINER

... ist Profikletterer

und einer der

besten Extremkletterer

Europas –

und ein „Querdenker“

der Outdoorsportszene.

In seiner

„Outside“­ Kolumne

lässt er die SPORTaktiv-Leser

an seinen

Gedanken teilhaben.

Die Bergwelt, unendliche Weiten, wir schreiben

das Jahr 2000. Dies sind die Abenteuer des

VW-Busses T2, der mit seiner 2 bis 7 Mann

starken Besatzung mehrere Jahre unterwegs ist, um

fremde Felsen zu erforschen.Viele Autostunden von

der Heimat entfernt dringt der VW T2 in Felsgalaxien

vor, die noch nie zuvor ein Mensch beklettert hat!

Sternzeit 1029,4 abends, irgendwo in Italien. Captain

Franz und ich beschließen einen Kurswechsel, heute

wird der tägliche Nudeleintopf boykottiert, der Plan:

ein Happen irgendwas im nächsten Hafenstädtchen!

Bei Dämmerung schlendern wir zu Fuß (nein, wir haben

uns nicht hingebeamt) im Nebel stadteinwärts.

Minuten später stand kein Wein auf dem Tisch,

sondern der kalte Angstschweiß auf der Stirn! Drei

räudige, von einer Flohwolke umgebene Köter steuerten

von der anderen Straßenseite direkt auf uns

zu, auch genug vom Nudeleintopf? Der schlitzäugige

Boss, sein hirnloser Schläger und der Letzte im

Bunde war diese kleine fiese Ratte, der Restlfresser.

Ein paar Meter vor uns machte die Truppe plötzlich

einen Rechtsschwenk, unser Spielbild im Fenster der

Kneipe war für uns wie eine Eingebung! Im Flow des

Forscherdranges litt die Körperhygiene derart, dass

unsere Erscheinung um einiges räudiger war als die

der Köterbande! Da wir mittlerweile den wortlosen

Austausch von Informationen beherrschten, genügte

ein scharfer Blick, morgen Waschtag! Gesagt, getan

und so lagen wir zeitig in der Früh, wie uns Gott

schuf, im knietiefen Bach außerhalb eines Dorfes. Ich

saß bereits wieder im T2, als Captain Franz noch immer

nackt und luftanhaltend im Bach lag. Das unaufgeregte

Weltbild einer Frau mit Tochter auf dem Weg

zum Kindergarten sollte leider heute zerbröseln! Just

in dem Moment, als sie nichtsahnend auf der Höhe

des nicht sichtbaren Captain Franz waren, tauchte

dieser nach minutenlanger Sauerstoffabstinenz auf.

Schreiend und mit langem grauen Haar (übrigens exakt

diesen Farbton hatte das Gesicht der Frau) stand

der Captain mit geschlossenen Augen im Bach und

schüttelte sich trocken und das dauerte!

To be continued ... !

OHM

Vorschaltwiderstand zur

Erhöhung der Seilreibung

Vorschaltwiderstand zur Erhöhung der Seilreibung

bei großem Gewichtsunterschied

zwischen Sicherer und Vorsteiger. Im Falle

eines Sturzes wird die Seilreibung soweit

erhöht, dass ein leichter Sicherer den

schwereren Vorsteiger ohne Probleme

halten kann.

www.edelrid.de


SCARPA MESCALITO MID GTX

• wasserabweisendes Veloursleder-

Obermaterial

• wasserdichte Gore-Tex-Extended-

Comfort-Membrane

• elastischer Schaft für höchsten

Komfort

• innovatives Sohlenkonzept mit

Vibram®-Base-Technologie

und Vibram®-Megagrip-Laufsohle

• perfekt geeignet für Zustiege, alpine

Wanderungen und Klettersteige

PREIS (UVP): € 220,–

www.scarpa.net

HANWAG BANKS GTX

• die Neuauflage des Klassikers Banks ist ein

Leichtwanderschuh

• leicht vergrößerter Vorfußbereich für noch

größeren Gehkomfort

• neuer Sohlenaufbau mit weicherer Dämpfung

und besserer Traktion

• mit der neuen Vibram-„Endurance Pro“ hat

er eine Laufsohle mit einem für Wanderungen

optimierten Profil und einer langjährig

bewährten Trekking-Gummimischung

PREIS (UVP): € 220,–

www.hanwag.de

SALEWA MOUNTAIN TRAINER LITE MID GTX M

• strapazierfähiges, leichtes Obermaterial

• wasserdicht dank Gore-Tex, atmungsaktiv

für hohen Komfort

• hohe Stabilität – auch in

felsigem Gelände

• uneingeschränkte

Bewegungsfreiheit und

zugleich starker Halt

PREIS (UVP): € 200,–

www.salewa.com

AB IN DIE

NATUR

FÜNF AKTUELLE TOP

WANDERSCHUHE IM ÜBERBLICK..

LA SPORTIVA TXS GTX

• technischer Schuh für Wanderungen und

Rucksacktouren

• auch für Klettersteige und mit schwerem

Rucksack geeignet

• wasserdicht, atmungsaktiv

• geringes Gewicht

• Vibram®-Megagrip-Sohle für allerbesten Grip

PREIS (UVP): € 189,–

www.lasportiva.com

GARMONT VETTA GTX

• Gore-Tex-Extended-Comfort-Futter

• 1,8 mm Veloursleder

• Geröllschutzrand und

Anziehschlaufe

• Vibram-Maton®-Zweikom-

ponenten-Sohle

• Damen und Herrenvariante

PREIS (UVP): € 189,99

www.garmont.com

Fotos: Hersteller

144 SPORTaktiv


INFOS & BUCHUNGEN

ZUGSPITZ ARENA BAYERN-TIROL

E-Mail: info@zugspitze.com

www.zugspitze.com

DIE ZUGSPITZ-3: GRENZENLOSES

GIPFELVERGNÜGEN

DIE ZUGSPITZ ARENA

BAYERN-TIROL STARTET IN

DIE SOMMERSAISON. IN DER

ZWISCHENZEIT IST EINIGES

PASSIERT – WAS WANDER-

FREUNDEN VIEL FREUDE

BEREITEN WIRD.

Fotos: Zugspitz Arena Bayern-Tirol/Thomas Marzusch, Zugspitz Arena Bayern-Tirol/Christoph Jorda

WEITERE INFOS

zu den beschriebenen

Touren gibt es in den

Tourenportalen und interaktiven

Karten auf:

www.grainau.de

www.gapa.de

www.zugspitzarena.com

Die Wanderwege sind vorbereitet,

die Parkplätze gesäubert, die

Grashalme der Wiesen gekämmt

und die Wälder von altem Holz befreit.

Die Zwangspause vor dem Start in den

Sommer haben die Verantwortlichen der

Zugspitz Arena Bayern-Tirol weidlich

genutzt: „Wir haben uns die Zeit

genommen, einmal selbst jeden Winkel

unserer Heimat kennenzulernen, zu Fuß

und auch auf dem Rad. Nun freuen wir

uns auf treue und neue Urlaubsgäste.“

Herausgekommen sind auch drei neue

Vorschläge, den Gipfel der Zugspitze

(2962 m) zu erreichen: eine Kombination

aus wandern, bzw. Bergsteigen und

Nutzung der Seilbahnen. Sowohl von

bayerischer als auch Tiroler Seite. Hier

sind die „Zugspitz-3“:

Zugspitz-3, die gemütliche Variante:

von Garmisch-Partenkirchen zu Fuß

zum Eibsee in Grainau. Mit der

„Seilbahn Zugspitze“ auf den Gipfel

und hinunter mit der Tiroler Zugspitzbahn

nach Ehrwald. Zurück geht’s mit

dem Gästebus Bayern-Tirol.

Zugspitz-3, die alpine Variante: von der

Talstation der Ehrwalder Almbahn zu

Fuß über die Ehrwalder Alm und das

Gatterl auf den Zugspitzgipfel. Talfahrt

mit der Tiroler Zugspitzbahn.

Zugspitz-3, die kompakte Variante: vom

Kurhaus in Grainau zu Fuß zum Eibsee.

Mit der „Seilbahn Zugspitze“ auf den

Gipfel. Mit der Tiroler Zugspitzbahn

hinunter nach Ehrwald und zu Fuß

über die Hochthörle-Hütte zum Eibsee

und nach Grainau.

SPORTaktiv

145


Alexander, wann hast du in den Bergen

das letzte Mal Angst gehabt?

Bergsteigen ist etwas, das durchaus gefährlich

ist. Man kann es ganz gemütlich machen,

einen Wanderberg ersteigen. Aber ich

bin ein engagierter Bergsteiger und immer,

wenn ich engagiert unterwegs bin, bin ich

im Absturzgelände unterwegs. Und in so einem

Gelände hat man berechtigterweise

Angst im Falle eines Sturzes sein Leben zu

verlieren. Die Frage ist: Wie reagiert man

auf diese Angst?

Und wie reagierst du?

Typischerweise – und so sollte es sein – löst

die Angst in mir nichts anderes als Konzentration

aus, sodass ich in dem Moment voll

auf die Aufgabe fixiert und fokussiert bin

und sie sauber durchschreite. Dann hat

man alles unter Kontrolle! Ist man dagegen

der Aufgabe nicht gewachsen oder stimmen

die äußeren Umstände nicht, dann wird

man allerdings nervös. Und auch dann ist

die Angst mein bester Freund, weil sie mir

was mitteilen will. Dass ich überfordert bin,

dass das Risiko unkontrollierbar ist. Die logische

Konsequenz lautet umkehren.

Wann bist du denn draufgekommen,

dass die Angst etwas

Wichtiges ist. Hat es da ein

auslösendes Moment gegeben?

Sehr früh. Ich hab in der Schule Handball

gespielt und mein wichtigster Mitspieler ist

bei einem Skitourenausflug in eine Lawine

gekommen, verschüttet und erst vier Tage

später geborgen worden. Das war in einem

Alter von 10 Jahren und das prägt. Jetzt ist

die Lawine eine sehr tückische Gefahr, weil

die Gefahr nur sehr schwer wahrnehmbar

ist. Da sieht man: Es wird dann richtig brisant,

wenn einem die Kompetenz fehlt, die

Gefahr richtig einzuschätzen. Auf dem

wunderschönen Tiefschneehang steht ja

nicht drauf: „Ich bin sehr gefährlich“, sondern

es ist einfach nur sehr verlockend.

Und dann geht vielleicht schon eine Spur

rein und dann fährt man halt hinterher.

BEI

MIR

WAR

ES

KURZ

VOR

KNAPP

Wirklich gefährlich wird es immer dann,

wenn die Leute die Gefahr überhaupt nicht

erkennen. Das Erkennen der Gefahr sichert

uns das Überleben. An der Straße werde ich

vor dem Überqueren nicht nervös, sondern

für einen kurzen Moment konzentriert,

dann analysiere ich und wenn die Straße

frei ist, geh ich drüber. Ich werde nicht nervös,

weil ich der Aufgabe gewachsen bin.

Du schreibst in deinem neuen Buch auch,

wie wichtig es ist, die Angst zuzugeben.

Wie viel Mut gehört denn dazu, in der harten

Welt der Bergsteiger seine Angst zuzugeben?

Fotos: Alexander Huber

146 SPORTaktiv


ALEXANDER HUBER VON DEN „HUBERBUAM“ SPRICHT

IM INTERVIEW ÜBER DIE ANGST ALS ÜBERLEBENS­

VERSICHERUNG UND WARUM UNS DIE GEFAHREN

DES TÄGLICHEN LEBENS FEHLEN. UND ER ERZÄHLT

VON SEINER EIGENEN ANGST-ERKRANKUNG UND

WAS ER DARAUS GELERNT HAT.

VON KLAUS MOLIDOR

SPORTaktiv

147


Das ist tatsächlich gar nicht so einfach,

weil man beizeiten schon ein Problem

hat, zuzugeben, dass man Angst hat. Es

braucht Mut Angst zuzugeben, da muss

man echt mutig sein. Das Angst zugeben

passiert am besten in einer Seilschaft,

in der man sehr sehr miteinander

vertraut ist.

Wie bei dir mit deinem Bruder Thomas.

Genau. Da wird einfach alles angesprochen.

Und da kann es vielleicht auch

sein, dass sich die Sorge als unbegründet

herausstellt im Gespräch. Im Grunde ist

es aber so, wenn einer ein schlechtes Gefühl

hat, gibt’s nur eines: umkehren.

Du sagst auch, dass Bergführer alle

Gefahren vermeiden sollen und damit

oft „Abenteuer-Vermeider“ werden.

Es ist ein Phänomen unserer Gesellschaft,

dass man versucht, alles an Gefahren

einfach auszublenden. Wir sind

ja auch schon ein ganz großes Stück weit

weg vom natürlichen Leben. Da machen

sich beizeiten die Ängste wieder selbstständig.

Weil ihnen quasi schon eine reale

Grundlage fehlt, sich zu entwickeln.

Früher vor 500 Jahren, wenn du auf einem

Bergbauernhof gewohnt hast, da

warst du gefordert. Du hast wirklich

Sorge dafür tragen müssen, dass du

übern Sommer genügend Nahrungsmittel

generierst, damit du übern Winter

kommst. Für psychische Erkrankungen

war auf einem Bergbauernhof gar kein

Platz. Da gab es weniger Anlässe dafür,

eine Depression oder Perspektivlosigkeit

zu entwickeln als heute. Heute wirst du

arbeitslos und fühlst dich schnell gescheitert

in unserer Gesellschaft. Du

kannst zwar weiterleben, weil die Gesellschaft

über die Grundsicherung die Sorge

trägt, aber wer ist schon gerne arbeitslos?

Wer ist gerne perspektivenlos? Und

das ist genau das, was unsere Gesellschaft

für unseren Geist so herausfordernd

macht und warum es auch heute

so viele psychische Erkrankungen gibt.

Von 100 Jahren hat jeder auf einem

Berg bauernhof seinen Platz gehabt. Die

Arbeitskraft eines jeden war notwendig,

egal wie fähig er war. Man hat seine Aufgabe

zugewiesen bekommen und die

WENN EINER

EIN SCHLECH-

TES GEFÜHL

HAT, GIBT’S

NUR EINES:

UMKEHREN.

war auch da. Das fehlt uns heute und

das macht auch Platz für viele psychische

Erkrankungen. Weil es unsere Gesellschaft

für den Geist sehr herausfordernd

macht.

Als Bergführer: Lässt du Leute im dosierten

Maß Risikokompetenz erlernen,

mit dir als Sicherheitsnetz?

Man kann als Bergführer so unterwegs

sein, dass die Leute nur den Service bekommen

und sicher in den Bergen unterwegs

sind. Der Großteil wird so unterwegs

sein, dass der Gast auch selbst

profitiert. Ein guter Gast, der mit einem

guten Bergführer unterwegs ist, der wird

auch selbst etwas im Bergsteigen dazulernen.

Natürlich wird das Ganze reflektiert

und es gehört zum gelebten

Miteinander, dass man mitteilt, warum

man jetzt welche Entscheidung trifft.

Und wenn die anderen offene Augen haben,

offene Ohren, dann hören sie zu,

nehmen wahr und lernen selbst dabei.

Du schreibst auch von deiner persönlichen

Angsterkrankung … Wollen wir

darüber auch reden?

Absolut, die Erkrankung war einer der

Hauptgründe für dieses Buch. Ich habe

es bei mir selber beobachtet, was passiert,

wenn man lange genug versucht,

Problemen im Leben aus dem Weg zu

gehen. Ich hab über längere Zeit gewisse

Probleme in meinem Leben ignoriert,

bin immer den Sachen davongelaufen

und hab halt immer wieder versucht ein

altes Prinzip zu verwenden. Nächster

Berg. Erfolg beim Bergsteigen, Klettern

und dann ist einmal wieder alles gut.

Das funktioniert. Da lassen sich die Probleme

des Lebens in der Euphorie des

Erfolgs ausblenden. Aber: Wenn die

grundlegende Problematik nicht beseitigt

ist, dann kommen die Probleme

wieder. Und irgendwann ist es dann so,

dass dir kein Erfolg mehr hilft, über Probleme

drüberzukommen.

Und so war es dann bei dir.

Da waren finanzielle Probleme über längere

Zeit, Kritik von anderen, die man

148 SPORTaktiv


sich viel zu stark zu Herzen nimmt.

Und irgendwann war die Gemengelage

langandauernd und schwer genug,

dass ich meine seelische Mitte nicht

mehr hatte. Da war ich am Berg und

hatte wieder einmal das Gefühl, so einen

Erfolg erzwingen zu müssen.

Trotz schlechter Bedingungen am

Berg und auch sonst war alles so, dass

man nicht zum Erfolg kommen kann.

Ich spürte nicht mehr die Freiheit, in

die Berge zu gehen. Die Berge wurden

für mich zu einem Zwang. Ich hatte

gar keine grundlegende Motivation,

keinen inneren Antrieb mehr, da raufzusteigen.

Ich hatte die Freude am

Bergsteigen verloren und das war für

mich tatsächlich dramatisch, denn bis

dahin waren doch die Berge einer der

tragenden Grundpfeiler in meinem

Leben.

Aus dem Hobby ist eine wirtschaftliche

Notwendigkeit geworden.

Es ist passiert, dass sich das in einem

schleichenden Prozess in meinem

Denken eingepflanzt hat. Und dann

war da diese massive Angst, dass ich

die Freude am Bergsteigen verloren

habe und eigentlich nicht mehr weiß,

was ich in meinem Leben anfangen

soll. Da bin ich wirklich vom einen

ins Nächste reingestolpert. Die wichtigste

Entscheidung war dann, dass ich

einen Therapeuten aufsuche, mit dem

ich meine Gedanken sortiere. Eins ist

mir da schnell vermittelt worden,

nämlich dass ich die Freude am Bergsteigen

nicht verloren habe. Sondern

dass sie überlagert wurde. Man kann

jetzt wirklich sagen, einfach mal den

Reset-Knopf drücken und von Grund

auf die Festplatte neu programmieren.

Mit den gleichen Voraussetzungen im

Leben, nämlich dass ich ein Bergsteiger

bin, dass ich natürlich eine Lebensfreude

hab. Das war ein Weg, der

mit kleinen Schritten beginnt, der

aber erfolgreich und sicher war. Das

Wichtige ist: Man muss das noch

halbwegs rechtzeitig machen und

nicht dann, wenn die Hütte schon

lichterloh brennt, also die Psyche. Da

war ich kurz vor knapp unterwegs.

Was hast du aus dieser Angsterfahrung

gelernt?

Als ich Jahre später im Buch „Der

Berg in mir“ das erste Mal über die

Angst geschrieben hab, habe ich sehr

viele positive Rückmeldungen bekommen,

die dann zu dem neuen

Buch geführt haben. Am Ende kann

ich sagen: Ich habe gewonnen. Allerdings

ist es immer gut, wenn man so

eine Krise nicht so massiv auslebt.

Deswegen: nicht bis zum Schluss warten,

sondern sich relativ zeitig jemanden

suchen, mit dem man sich kompetent

auseinandersetzen kann. Die

Gesellschaft ist so herausfordernd für

unseren Geist. So herausfordernd,

dass es leider immer wieder mal notwendig

wird, dass man solche Hilfe in

Anspruch nehmen sollte.

Warum haben die Berge so eine magische

Anziehungskraft? Eine größere

als bei vielen anderen Sportarten?

Ich bin gerne draußen unterwegs. Nicht

nur am Berg. Aber wenn ich oben steh

und runterschauen kann, dann ist das

ein erhabenes Gefühl. Über den Dingen

stehen, das kann man am Berg sehr

real erleben. Und wenn man am Berg

dann auch noch wirklich steil unterwegs

ist, dann ist das natürlich mit Gefahr

verbunden. Das reizt den Menschen,

das bringt ihn ein Stück weit zurück

zum ursprünglichen Leben, denn

Gefahren waren schon immer Bestandteil

unseres Lebens. Sicher, man will

sich nicht hirnlos mit Gefahren auseinandersetzen,

die unkontrollierbar sind,

aber wenn’s steil ist und man konzentriert

steigen muss und man macht das

den ganzen Tag lang, dann ist man

am Abend einfach erfüllt.

BUCHTIPP

Alexander Huber:

„Die Angst, dein bester

Freund“ Warum

Angst beim Klettern

eine gute Sache ist

und was wir im Tal

daraus lernen können.

PHOTO Hansi Heckmair

ENTDECKE

UNSERE

DIGITALE

AUSBILDUNGS-

PLATTFORM

FÜR HOCH-

TOUREN

Profi

Know-How

AKADEMIE FÜR

ALPINISTEN

ORTOVOX SCHÜTZT. Mit unseren Produkten und

mit der Vermittlung von Expertenwissen. In

unserem neuen SAFETY ACADEMY LAB ICE haben

wir gemeinsam mit dem Deutschen Bergführerverband

die Hochtouren-Kunde multimedial aufbereitet.

Kostenloses Know-how, Tests & Tipps für die

alpine Königsdisziplin.

Unsere Ausbildungsplattform findest du

unter ortovox.com

18 T utorials

Interaktives

E-Learning


150 SPORTaktiv


GREAT LINES

IM CLIMBERS

PARADISE

Wer leidenschaftlich gern klettert,

sucht immer wieder neue,

extraschöne Routen und wahre

Herausforderungen – physisch

und mental. Fündig wird man

garantiert im Climbers Paradise

Tirol. Über 5000 Sportkletterrouten

sowie unzählige Boulderprobleme

und Mehrseillängenrouten

machen Tirol tatsächlich

zum Paradies für Kletterer.

Local Heros wie Barbara Bacher,

Barbara Zangerl, Kilian Fischhuber,

Markus Schwaiger, Martina

Harnisch und Michael Meisl

haben jetzt ihr Favourite Routes

definiert. Herausgekommen sind

schließlich fünf „Great Lines“

– besonders schöne Projekte in

den Schwierigkeitsgraden 6 und

7. Topos, Fotos, Videos und alle

Details findet man unter www.

tirol.at/greatlines. Die volle

riesige Auswahl im Climbers

Paradise Tirol ist unter www.

climbers-paradise.com abrufbar.

So findest auch du deine persönliche

Great Line im Herz

der Alpen.

www.climbers-paradise.com

www.tirol.at/greatlines

Foto: Michael Meisl

SPORTaktiv

151


ASOLO TRAVERSE GV M

• Veloursleder und Schöller-Softshell

für Schutz und Langlebigkeit

• spezielle Brandsohle für lange

Trekking-/Backpackingtouren und

schweres Gelände entwickelt

• selbstreinigende und enorm

gripstarke Asolo/Vibram-Master-

Sohle für forderndes Gelände

• Stoßabsorbierende EVA-

Zwischensohle mit Shock-

Absorb- Absatzkeil in der Ferse

für Gehkomfort

PREIS (UVP): € 249,95

www.asolo.com

SALEWA MOUNTAIN TRAINER

MID GTX M

• für gemischtes technisches Gelände

• leichter Bergschuh mit abriebfestem

Material

• bietet optimalen Halt und

verlässlichen Grip

• wasserdicht dank Gore-Tex-

Membran

• gibt es auch als Halbschuhvariante

PREIS (UVP): € 220,–

www.salewa.com

FELSEN

BEISSER

FÜNF AKTUELLE TOP

BERGSCHUHE AUF EINEN BLICK.|

DOLOMITI STEINBOCK WT GTX W

• All-Terrain-Michelin®-Sohle –

Stabilität – Halt

• OCX Gummiverbundstoff –

exzellenter Halt auf nassem und

auf trockenem Untergrund

• Gore-Tex®-Vision-3Ly-Futter

– Wasserfestigkeit – Atmungsaktivität

– niedrige Isolierung

• Perspair®-Gewebe – Leichtigkeit

PREIS (UVP): € 219,95

www.dolomite.it/at

LA SPORTIVA TRANGO TECH LEATHER M

• neues Modell der legendären Trango-Serie

• einzigartige Schnürung fixiert den Fuß auch

oberhalb des Sprunggelenks

• bedingt steigeisenfest

• leicht und bequem dank Leder-Obermaterial

• La Sportiva Cube Sole by Vibram®

PREIS (UVP): € 259,–

www.lasportiva.com

SALOMON OUTBACK 500 GTX W

• leichtgewichtiger Bergschuh mit nur 400 g

• Stabilität und Bewegungsfreiheit vereint

• speziell geformter Schaftabschluss für

mehr Komfort

• Gore-Tex-Membran für trockene Füße

• optimaler Schutz dank Zehenschutzkappe

und vernähter Zunge

PREIS (UVP): € 180,–

www.salomon.com/de-at

Fotos: Hersteller

152 SPORTaktiv


AUF INS

KÜHLE NASS

DREI BAYERISCHE ORTE

BILDEN DIE ALPENWELT

KARWENDEL – DIE MIT DER

NÄHE VON WASSER UND

BERGEN BEGEISTERT.

Foto: Blindtext

INFOS & BUCHUNGEN

ALPENWELT KARWENDEL

TOURISMUS

D-82481 Mittenwald, Bayern

T. +49 88 23/33 9 81

E-Mail: info@alpenweltkarwendel.de

www.alpenwelt-karwendel.de

Zwischen Karwendel-, Wetterstein-,

Soiern- und Estergebirge

eingebettet liegen die drei

Urlaubsorte Mittenwald, Krün und

Wallgau. Gemeinsam bilden sie die

Alpenwelt Karwendel in Bayern. Beim

Blick auf die Wanderkarte fallen gleich

einmal zehn kleine Seen auf, Souvenirs

der Eiszeit.

Das Wanderangebot erstreckt sich

quasi auf drei Etagen: von Spazierwegen

über Seenwanderungen, Hüttentouren

und Klammerlebnisse bis hin zum

Mittenwalder Klettersteig. Rund 30

Almen und Hütten für eine zünftige

„Brotzeit“ sind in wanderbarer Reichweite.

Dank der Ziegen- und Schafweidewirtschaft

und vieler Schutzgebiete ist

die Natur besonders artenreich und reizvoll.

Im heißen Sommer gibt es nichts

Schöneres als einen Sprung ins Wasser.

Die Badeseen in Mittenwald, Krün und

Wallgau eignen sich perfekt dafür. Das

Beste: Man schwimmt geradezu ins Bergpanorama

hinein. Die Isar, Deutschlands

letzter Wildfluss, entspringt knapp vor

Mittenwald und lädt zum Kneippen ein

– „zapfig“, wie man hier sagt. Die Nähe

zu Bachläufen und Flüssen ist an heißen

Sommertagen generell eine Wohltat.

Erfrischend ist auch ein Besuch in der

Geister- oder Hüttlebachklamm oder auf

einem der vielen luftigen Plätzchen.

Die grenzüberschreitende Geisterklamm,

auch Leutaschklamm genannt,

ist ein Geheimtipp unter den Naturhighlights

im Karwendelgebiet. Über

Jahrtausende hinweg hat sich ein kleiner

Wildbach, die Leutascher Ache, ihren

Weg gebahnt – dabei entstand die bis zu

75 m tiefe Klamm im massiven Gestein,

die mit sprudelnden Wasserfällen

und tobenden Wasserwalzen Besucher

begeistert.

SPORTaktiv

153


MODE FÜR

DEN BERG

FÜNF AKTUELLE OUTDOOR-

JACKEN UND -HOSEN IM ÜBERBLICK

ORTOVOX WINDBREAKER JACKE M

• superleicht, 100 % winddicht und

wasserabweisend

• 55 % Merino-Faseranteil kombiniert

mit Polyamid, superbequem

und geruchsneutralisierend

• funktionell, aber minimalistisch: in

Brusttasche verstaubar, elastische

Bündchen und Kapuze

PREIS (UVP): € 190,–

ORTOVOX PELMO HOSE M

• strapazierfähig durch Elasthan +

Polyamid-Materialkombination

• leicht, elastisch und schmale

Passform mit vorgeformten Knie

• wasserabweisend

PREIS (UVP): € 120,–

www.ortovox.com

MAIER SPORTS TREKKING-JACKE TIND M

• strapazierfähige, angenehm leichte

2,5- Lagen- Jacke mit mTEX-10.000-Membrane

• wasserdicht, winddicht, hoch atmungsaktiv,

Unterarm-Ventilation

• Jacke mit viel Bewegungsfreiheit, körpernah

geschnitten

PREIS (UVP): ab € 199,95

MAIER SPORTS TREKKINGHOSE NORIT 2.0 M

• technische Outdoor-Hose mit 4-Wege-Stretch

• abriebfestes und leichtes Doppelgewebe

• innovative Bundlösung mit Flexzone, die sich

an den Körper anpasst

• umweltfreundliche, PFC-freie Imprägnierung

PREIS (UVP): ab € 119,95

www.maier-sports.com

SALEWA AGNER POWERTEX 3-

LAGEN-HARDSHELL-JACKE M

• leicht, abriebfest, kleines Packmaß

• geeignet für Alpintouren jeder Art

• 260 Gramm

• optimale Balance zwischen Performance,

Gewicht und Langlebigkeit

PREIS (UVP): € 250,–

SALEWA AGNER LIGHT DURASTRETCH

ENGINEERED HOSE M

• kombiniert Bewegungsfreiheit und Komfort

• 300 Gramm

• trägt sich leicht und angenehm weich dank

CORDURA®-Technologie

PREIS (UVP): € 120,–

www.salewa.com

VAUDE ROSEMOOR JACKE W

• Allround-Regenjacke zum

Wandern und Reisen

• wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv

mit Ceplex-Active-Membran

• umweltfreundlich hergestellt,

ohne Fluorcarbone

• 50 % Recycling-Polyester

PREIS (UVP): € 140,–

VAUDE SCOMER HOSE W

• komfortable Hose zum Wandern und Reisen

• elastischer Bund

• pflegeleicht und schnelltrocknend

• umweltfreundlich hergestellt, PFC-freie DWR

PREIS (UVP): € 95,–

www.vaude.com

FJÄLLRÄVEN ABISKO MID-

SUMMER JACKE UND HOSE W

• leicht, luftig, packbar

• Hybrid-Kombination mit G-1000

Air Stretch (recyceltes

Polyester/Bio-Baumwolle) an

Kapuze, Schultern und Teilen der

Ärmel und geschmeidigem

Polyester-Material an Vorderund

Rückseite

• Hose: flexible Passform mit

vorgeformten Knien

PREIS (UVP): € 229,95 / € 169,95

www.fjallraven.com/de

Fotos: Hersteller

154 SPORTaktiv


6 Bergbahnen,

eine Bikecard

Wir kümmern uns

um deinen Bike urlaub

südlich der Alpen!

• 6 Bergbahnen

• 1 Bikecard

• Unterkünfte

• Shuttleservice

• Gepäcktransport

FLOW

TRAIL-

PACKAGE

AB € 217,-

3 Tage/2 Nächte/

2 Bikeareas

www.flowtrails-kaernten.at

www.bikecard-kaernten.at


DRACHEN

ZÄHMEN

AM SEE

Foto: Ferienregion Franken/Bernhard Huber

156 SPORTaktiv


SCHNELL ÜBERS WASSER FLITZEN, HOCH SPRINGEN UND SOGAR EIN STÜCK

FLIEGEN – KITESURFEN IST EINE DER SPEKTAKULÄRSTEN WASSERSPORT­

ARTEN, DIE MAN AUCH IN UNSEREN BREITEN AUSÜBEN KANN.

VON KLAUS MOLIDOR

iel spektakulärer kann man

sich nicht über das Wasser

bewegen als beim Kitesurfen.

Zumindest in unseren Breiten

nicht, denn meterhohe Wellen wie vor

Tahiti oder Hawaii sind in den Binnengewässern

Mitteleuropas ja nicht

anzutreffen. Dabei steht man auf einem

Wakeboard und lässt sich von einem

Lenkdrachen, der auf Englisch

eben „Kite“ heißt, ziehen. Durch den

aufwärts gerichteten Zug des Drachens

und durch Wellen kann man

damit spektakuläre Tricks vollführen

und mehrere Sekunden lang in der

Luft schweben.

Der Einstieg in den Sport beginnt

mit Trockentraining und damit, den

Drachen einmal sicher fliegen zu können.

Erst dann geht es aufs Wasser.

Erfahrung im Windsurfen oder Wakeboarden

ist sicher kein Nachteil. Wer

jetzt glaubt, dass der Sport eine Erfindung

der Nullerjahre ist, der irrt.

Schon 1820 experimentierte der englische

Lehrer George Pocock mit Lenkdrachen

um damit Kutschen und kleine

Boote anzutreiben. Der Durchbruch

im Breiten- und Hobbysport

gelang dem Kitesurfen in Mitteleuropa

freilich erst Ende der 1990er-Jahre,

befeuert von Videos legendärer Surfer

wie des Hawaiianers Laird Hamilton.

Neben den klassischen europäischen

Surf- und Windsurfspots in Portugal,

auf den Kanarischen Inseln oder vor

der britischen Küste lässt sich der

Sport aber auch sehr gut auf Seen wie

dem Neusiedler See im Burgenland

oder dem Großen Brombachsee in

Bayern ausüben. „Dort gibt es den

besten und konstantesten Wind in

Bayern“, schwärmt Andreas „Dresi“

Hemmeter, gelernter Werzeugbauer,

Erfinder der mobilen Rückenlehne

„Mei Leni“ und passionierter Kitesurfer.

Seine Einschätzung ist beileibe keine

Einzelmeinung und wird vor allem

dadurch untermauert, dass Florian

Gruber, Welt- und Europameister im

Kitesurfen, seine Surfschule am Großen

Brombachsee hat und dabei Kurse

für alle Könnerstufen im Angebot hat.

Dresi verrät auch seine Lieblingsspots

am See. „Von Allmannsdorf weg Richtung

Enderndorf. Dort ist dann weniger

los und zudem ist es die längste gerade

Strecke am See“, sagt der 33-Jährige.

„Mir geht’s nämlich immer ums

Fahren und nicht ums Springen – das

ist meine große Leidenschaft.“

Wer Lust hat, diesen Sport einmal

auszuprobieren, sollte unbedingt einen

Kurs machen. Dort lernt man den

Kite sicher an Land zu fliegen, danach

geht es ins Wasser und erst wenn du

den Drachen sicher über Wasser steuern

kannst, geht es an die ersten Versuche

auf dem Board. Mitzubringen

ist eine solide Grundfitness und wer

Erfahrung im Windsurfen oder Wakeboarden

hat, ist im Vorteil. Angst, dass

der Drachen das Kommando übernimmt

und man nur noch Passagier

ist, braucht man keine zu haben. Mit

einem Handgriff kann man die Leine

so lösen, dass der Kite kaum noch

Druck hat und zu Boden sinkt.

DER RUCKSACK FÜR BACKPACKER & ZIVILISATIONSFLÜCHTER

www.tatonka.com/yukon


Der Draupaddelweg in Villach im Sommer.

Foto: Wolfgang Handler

ALLES IM FLUSS

Paddeln am Kärntner

Draupaddelweg ist ein

sportliches Naturvergnügen,

das auch für

Einsteiger und Familien

passt. Also auch für

die SPORTaktiv-

Familie: Wir stechen in

den Fluss!

VON CHRISTOF DOMENIG

FOTOS: THOMAS POLZER

Ich weiß nicht, wie es anderen

geht. Aber bei mir hat der

Gedanke, ein fließendes

Gewässer sportlich zu nutzen,

immer Respekt ausgelöst. Der ist

grundsätzlich auch berechtigt, bloß

darf man nicht Wildwasser und

Zahmwasser verwechseln. Dass es die

zahme Variante überhaupt gibt, weiß

ich jetzt von Manfred Winkler, der

gemeinsam mit Daniel Rebernik

Paddeln am Draupaddelweg anbietet.

Die Draupaddel-Pakete beinhalten

volle Leihausrüstung, auf Wunsch

auch Übernachtungen und/oder

einen Guide. Und sie werden als ein

Vergnügen, das vollkommen

familientauglich ist, angeboten.

Lediglich schwimmen zu können

müssen Kinder wie Erwachsene als

Grundvoraussetzung mitbringen.

Ein guter Grund, die Sache einmal

zu probieren. Beziehungsweise auch:

der Beliebtheit des Flusspaddelns in

anderen Ländern wie Tschechien

wörtlich auf den Grund zu gehen.

„In Tschechien muss man sich an beliebten

Einstiegsstellen in die Flüsse

oft sogar anstellen. Viele tschechische

Gäste, oder auch solche aus Deutschland,

können es fast nicht glauben, in

welcher Einsamkeit man den Sport

hier betreiben kann“, erzählt Steffen

Steiner, der uns als Guide auf der

Tour auf Kärntens größtem Fluss begleitet.

158 SPORTaktiv


Nur ein paar Minuten

Einführung von Manfred

Winkler (im weißen

Shirt) sind notwendig –

und schon geht es los.

LIENZ

SPITTAL

OBERDRAUBURG

KLAGENFURT

VILLACH

VÖLKERMARKT

Die theoretische Einführung ist in wenigen

Minuten erledigt. Inklusive Begriffslehre:

Mannschaft eins (Kevin und

Roland) steigen in ein Kajak und verwenden

Doppelpaddel. Die Teams zwei

und drei (Guide Steffen mit Fotograf

Thomas; Alfred und meine Wenigkeit)

fassen einen Kanadier aus und bedienen

Stechpaddel. Kanu ist eigentlich der

Überbegriff für beide Bootsgattungen –

umgangssprachlich werden jedoch Kanadier

meist als Kanu bezeichnet.

Was man sonst noch wissen muss?

Wie man „anschiebt“, wie man lenkt

(im Kanadier ist Letzteres die Aufgabe

des hinten Sitzenden). Und dass man

möglichst keine Faxen machen, sondern

ruhig sitzen soll, um nicht baden zu gehen.

Für diesen unwahrscheinlichen

Notfall gibt es für jeden eine Schwimmweste

im Leihpaket. That’s it!

Ende Mai ist der Wasserstand der

Drau übrigens noch relativ hoch und

knapp vor Villach, wo wir einsteigen,

SPORTaktiv

159


Kajaks sind sportlicher

und fahraktiver.

„Kanus“ (eigentlich

„Kanadier“)

dafür stabiler. Das

Paddeln hat etwas

Meditatives.

DRAUPADDELN

ALS ANGEBOT

Die Wassersportler Manfred Winkler (im Bild) und Daniel Rebernik bieten

das Paddeln am Draupaddelweg heuer in der dritten Saison an. Je

nach Bedarf gibt es unterschiedliche Pakete

mit oder ohne Übernachtungen, mit oder

ohne Guide zu buchen. Immer dabei: Leih-

1er- oder -2er-Kajaks, -Kanus oder -SUPs.

Das Equipment wird zum vereinbarten

Treffpunkt geliefert und dort gibt es auch

die kurze Einführung, die für Einsteiger

notwendig ist. Dann kann man nach Lust

und Laune drauflospaddeln. Das Sportgerät

lässt man später an der Ausstiegsstelle liegen,

es wird von den Anbietern dann wieder abgeholt.

Von erfahrenen Paddlern bis zu Familien reichen die Kunden. Für Letztere

ideal: Ein Kanu mit drei Sitzbänken – vorn und hinten sitzen die

Erwachsenen, in der Mitte bis zu zwei Kinder. Volles Gepäck (wasserdichte

Packsäcke gibt es dazu) kann mitgenommen werden.

Beliebt sind auch kombinierte Touren wie zum Beispiel: zwei Tage im

Kanu, ein Tag Radfahren am Drauradweg. Alle Details und Preise:

www.draupaddelweg.com

herrschen rund 12 km/h Fließgeschwindigkeit.

Und schon geht es dahin. Nach Lust

und Laune paddelnd oder auch mal sich

treiben lassend. Durch die Häuserreihen

Villachs hindurch (mit kurzer Espressopause)

und weiter vorbei an herrlichen Au- und

Schilflandschaften. Radfahrer grüßen vom

Drauradweg genauso begeistert herüber wie

Passanten von mancher Brücke herunter.

Man erregt hierzulande echt Aufsehen als

Flusspaddler. Die gute Laune, die das fröhliche

Dahingleiten erzeugt, wirkt offenbar

ansteckend.

Die ungewohnte Perspektive vom Wasser

aus wirkt sich auch bald aufs „Mindset“

aus. Pflichten, Termine? Verschwinden

schnell irgendwo weit hinten in der geistigen

Prioritätenliste. Da treffen sich dann

Flußwandern und „Zu-Fuß-Wandern“ und

es ist völlig schlüssig, warum die Draupaddelweg-Pakete

gerne als Mehrtagesvarianten

gebucht werden, bei denen man jeden Tag

einen anderen Flussabschnitt erkundet.

Zehn Etappen werden zur Zeit angeboten

– zwischen Lienz in Osttirol und Dullach

knapp nach Völkermarkt. Wobei die

erste Etappe zwischen Lienz und Oberdrauburg

tatsächlich Wildwasser ist und damit

Können und Erfahrung voraussetzt. Doch

ab Oberdrauburg flussabwärts gilt alles wie

beschrieben, zumal in den Sommermonaten

der Fluss noch ruhiger ist (und dann

auch von türkiser Farbe – was bei uns der

vorangegangene Regen verhindert hat).

Nach zwölf Kilometern in zwei Stunden

(inklusive Pause) gehen wir an der Anlegestelle

in St. Niklas an Land und ziehen mit

einem breiten Grinsen im Gesicht Bilanz.

In einem Wort: Wow! Es ist ein wenig bekannter,

aber echt toller Mehrwert, dass die

Flüsse in Österreich für jedermann frei zugänglich

sind. „Das Obere Drautal ist

sportlicher, aber auch für jeden machbar.

Von Villach bis Rosegg und weiter bis Völkermarkt

ist es sicher der schönste Abschnitt

für Flusswanderer und absolut kindertauglich“,

sagt uns Manfred Winkler.

Noch etwas: „Der Herbst ist dafür mindestens

so schön wie der Sommer.“ An alle, die

noch auf der Suche nach einem alternativen

sportlichen Urlaubsziel für die nächsten Wochen

sind – das wäre doch ein cooles Motto:

„An die Paddel, wir stechen in den Fluss!“

160 SPORTaktiv


G-1000® AIR STRETCH

Leicht, luftig, flexibel

Fjällrävens eigens entwickeltes Material.

Ungewachst für die bestmögliche

Atmungsaktivität und mit mechanischem

Stretch für mehr Bewegungsfreiheit.

Gefertigt aus Bio-Baumwolle und teilweise

recyceltem Polyester mit fluorcarbonfreier

Imprägnierung. Kann mit Greenland Wax

behandelt werden.

abisko midsummer

trousers

Leicht und luftig unterwegs.

ob du im südlichen Voralpenland unterwegs

bist oder den hohen Norden erkundest, um deine

Bekleidung und Ausrüstung solltest du dir keine

Gedanken machen müssen. Sie sollten dich

bei deinen Abenteuern unterstützen, aber diese

nicht bestimmen – dafür ist schließlich die Natur

zuständig. Das gilt insbesondere für Hosen und für

warmes Klima. Eine Naht an der falschen Stelle oder

unnachgiebiges Material, das deine Bewegungsfreiheit

einschränkt, kann dir deine Abenteuerlust im

Handumdrehen nehmen. Unsere neuen, aus G-1000

Air Stretch (recyceltes Polyester und Bio-Baumwolle)

gefertigten Abisko Midsummer Trousers sind leicht

und funktionell und bieten viel Bewegungsfreiheit.

Mit den Belüftungsreißverschlüssen an den Seiten

kann die Luftzufuhr individuell angepasst werden

und die anschmiegsame Passform sorgt für hohen

Tragekomfort - selbst auf langen Wanderungen.

Eine Hose, die perfekt funktioniert und in keinster

Weise dein Trekking-Erlebnis beeinträchtigt. Die

Natur wartet auf dich. Wir sehen uns draußen.

www.fjallraven.de


Fotos: Hersteller

ORTLIEB ATRACK BP

• wasserdicht

• speziell auf die Ansprüche von Bikern

zugeschnitten

• neben der Reduktion der beim Biken

störenden Hüftflossen überzeugt der

Rucksack auch durch die schlanke

Silhouette und die spezielle Helmhalterung

• einzigartig durch die Lage des Tizip-

Reißverschlusses und das damit

verbundene Öffnungsprinzip

PREIS (UVP): € 179,99

www.ortlieb.com/de

VERLÄSSLICHER

BEGLEITER

TATONKA HIKING PACK 30

• großer Wanderrucksack mit unterteiltem

Haupt- und Bodenfach sowie einer

flachen Reißverschluss-Fronttasche mit

Steckfächern

• praktische Extras: Wanderstockhalterung,

Regenhülle, Trinksystemvorbereitung und

elastische Seitentaschen

• perfekt belüfteter Rücken dank X-Vent-

Zero-Tragesystem

• anteilig aus recycelten Materialien

hergestellt

PREIS (UVP): € 120,–

www.tatonka.com

ORTOVOX TRAVERSE 20

• Comfort-Contact-Rückensystem,

leicht mit Rückenpads, trotzdem

Luftzirkulation

• ergonomisch geformte Schulterträger

• breiter Hüftgurt, bequem, gute

Lastenverteilung

• alle Features für Tagestouren

(Trinksystemvorbereitung,

Trinkflaschenhalterung)

PREIS (UVP): € 100,–

www.ortovox.com/de-de

FÜNF AKTUELLE TAGESRUCKSÄCKE

AUF EINEN BLICK.

DEUTER FUTURA 30

• revolutionäres Aircomfort-Netzrückensystem

mit Active-Comfort-Fit

• viel Stauraum dank mehrerer

Außentaschen, Deckeltasche

• perfekte Organisation

dank Wertsacheninnenfach,

frontaler

RV-Zugang

• integrierte Regenhülle

• perfekter Sitz durch

Lageverstellriemen und

speziell gepolstertem

Hüftgurt

PREIS (UVP): € 149,95

www.deuter.com

THULE STIR 25

• dank wetter- und abriebfestem, beschichtetem

Nylonmaterial bereit für jedes Abenteuer

• optimaler Tragekomfort auf Stadttouren dank

abnehmbaren Brust- und Hüftgurten

• praktische Netztasche

mit Reißverschluss für

Schlüssel, Mobiltelefon

und Portemonnaie

• kein Hitzestau dank

atmungsaktivem Design

von Rückenteil und

Schultergurten

PREIS (UVP): € 129,95

www.thule.com

162 SPORTaktiv


HÖR, WAS DIR DIE

BERGE ERZÄHLEN

INFOS & BUCHUNGEN

FLACHAU TOURISMUS

Hermann-Maier-Platz 1

5542 Flachau

T. +43 64 57/22 14

info@flachau.com

www.flachau.com/gipfelspiel

BEGEBT EUCH BEIM

„SALZBURGER GIPFELSPIEL“

AUF DIE SIEBEN SCHÖNSTEN

GIPFEL DER SALZBURGER

SPORTWELT UND

AUF DIE SPUREN DER

„WOHLWOLLENDEN KÖNIGIN“.

Fotos: Michael Grössinger

SALZBURGER

GIPFELSPIEL

SO GEHT‘S

In den Tourismusbüros der Salzburger

Sportwelt „Tourenbox“

(mit Tourenbuch, Trinkbecher

und Karabiner) kaufen und auf

jedem Gipfel einen Prägestempel

ins Tourenbuch eintragen.

Für jeden gesammelten Prägestempel

erhalten Wanderer einen

Sammelgipfel und am Ende

eine tolle Belohnung.

SAISONSTART

für das Gipfelspiel ist

Mitte Juni 2020

Beim Salzburger Gipfelspiel begebt

ihr euch „auf die Spuren der

wohlwollenden Königin und ihrer

sechs Edelmänner“. Bergwandern wird

dabei zu einem spielerischen Naturerlebnis

für die ganze Familie. Ziel ist es,

sieben wunderschöne Gipfel zu erklimmen

und deren Botschaft buchstäblich

zu erwandern. Neben dem Wandern

geht es auch ums achtsame Lauschen

und Innehalten.

„Es war einmal eine Königin …“ – so

beginnen die bekanntesten Märchen.

Mit diesen Worten beginnt auch das

Salzburger Gipfelspiel. Die wohlwollende

Königin und ihre sechs Edelmänner

– einst eine mächtige Herrscherin und

ihre klugen Berater. Längst sind sie zu

Bergen versteinert – und erinnern an

diese außerordentlichen Persönlichkeiten,

ihr Wissen und ihre Weisheit.

Die den einstigen Edelmännern

zugeordneten Gipfel verfügen über

machtvolle Fähigkeiten, von denen

Menschen lernen und profitieren

können. Es sind das die landschaftsprägenden

Gipfel in den sieben Orten der

Salzburger Sportwelt: die Bischofsmütze

in Filzmoos mit dem markanten

Doppelgipfel („Wohlwollende Königin“),

das Hochgründeck in St. Johann

in Salzburg („Heiler“), der Penkkopf in

Wagrain-Kleinarl („Magier“), der

Saukarfunktel in Flachau („Poet“), der

Lackenkogel in Altenmarkt-Zauchensee

(„Wächter“), der Rossbrand in Radstadt

(„Späher“) und der Gerzkopf in Eben

(„Geheimnisträger“).

SPORTaktiv

163


SOMMER

VOLLER GLÜCKSMOMENTE

ST. JOHANN IN SALZBURG IST DER

PERFEKTE AUSGANGSPUNKT FÜR

SPORTLICHE FAMILIENURLAUBE.

TVB ST. JOHANN

IN SALZBURG

T. +43 64 12/60 36

E-Mail: info@

JOsalzburg.com

www.JOsalzburg.com

Leichte Erreichbarkeit, auf Familien

eingestellte Gastgeber und eine

herrliche Naturlandschaft, so weit das

Auge reicht: Familien fühlen sich in der

idyllischen Kleinstadt St. Johann in

Salzburg vollkommen zu Hause. Doch

Vorsicht: Es spukt auf 1750 m Seehöhe:

Wenn die Gipfel wieder schneefrei sind,

erwachen auf dem Gernkogel die Feuer-,

Wasser- und Luftgeister. Der Geisterberg

sowie die Panormawanderwege mit über 40

Erlebnisstationen bringen nicht nur kleine

Bergwanderer zum Staunen.

Vor der Bergfahrt können sich Kinder

bereits beim Abenteuerspielplatz an der

Talstation der „Alpendorf Gondelbahn“

„einspielen“. Eine weitere Attraktion für Familien

ist der Baumlehrpfad am Panoramaweg,

wo über 30 Baumarten samt „Steckbrief“

erwandert werden können. Tipp: Die

„JoKiWo“ – die St. Johanner Kinderwoche

– bietet von 12. bis 18. Juli alles, was sich

kleine Abenteuerherzen wünschen.

Die Berge über St. Johann bieten freilich

für alle ein wunderbares Wandergebiet: Der

Aufstieg lässt sich mit der Gondel abkürzen

– oben zeigt sich das majestätische Hochkönig-Massiv

zum Greifen nah. Die Wege

führen vorbei an glasklaren Bergseen, der

Duft und die sanften Klänge der Natur sind

ständige Begleiter. Und auf den Hütten

kann man sich bei Köstlichkeiten wie Kaiserschmarrn

und Brettljause stärken.

Die Kleinstadt bietet aber auch urbanes

Flair mit unzähligen Shoppingmöglichkeiten.

Der Geheimtipp nach einem erfolgreichen

Einkaufstag: sich einfach eine Tasse

Kaffee mit einem herzhaften Stück Sachertorte

gönnen. Dafür ist der Urlaub schließlich

da – zum grenzenlosen Genießen!

Fotos: TVB St. Johann in Salzburg/Mirja Geh

164 SPORTaktiv


Saalachtal, Hochkönig,

Wagrain-Kleinarl und

Tennengau (im Bild: die

Karalm bei St. Martin am

Tennengebirge) sind vier

auf E-Biker spezialisierte

Regionen.

HÖHER, WEITER, SCHÖNER!

Foto: SalzburgerLand-WOM Medien/Stefan Schopf

Ob entspannte Mehrtagestour

über alle Berge oder

stromgestützte Premiere

mit Guide und Leihrad: Die

Service-Angebote rund ums

Thema E-Bike im SalzburgerLand

machen Urlaubsträume

wahr!

ALLE E-BIKE-REGIONEN IM

SALZBURGER LAND:

bike.salzburgerland.com

E-MTB heißt der große Trend, der im

SalzburgerLand schon sehr früh seine

Heimat gefunden hat. Denn hierzulande

sind die Ziele lohnend, aber die Wege dorthin

mitunter lang und steil.

Das Salzburger Saalachtal rund um Lofer hat

sich zu einem Familien-Eldorado für E-Biker

entwickelt: Schließlich wartet das Familienparadies

sogar mit Leih-E-Bikes für Kinder auf.

Auch in den anderen auf E-Biker spezialisierten

Regionen – Hochkönig, Wagrain-Kleinarl und

Tennengau – sorgt ein dichtes Netz an Verleihern

und Ladestationen, speziellen Einsteigerkursen

und geführten Touren, ausgesuchten

Routenvorschlägen und herzlichen Gastgebern

für so unvergessliche wie einfach organisierbare

Stunden am E-Bike. Und die grandiose

Landschaft mit ihren lieblichen Almen, stolzen

Gipfeln und herrlichen Logenplätzen trägt

mehr als nur ein Scherflein dazu bei, das

mühelose „Höher und Weiter“ immer schöner

werden zu lassen …

SPORTaktiv

165


AUS

PRO

BIERT

OUTDOOR

WASSER MARSCH!

Gemütliche Sommerwanderungen inklusive fußerfrischender

Abstecher in Bäche oder Seen, wilde Raftingtouren,

Querungen felsiger Gebirgsbäche. Oder einfach nur „danach“,

um Bergschuhe gegen Luftigeres zu tauschen. Gründe

als Outdoorsportler nach einer robusten Sandale Ausschau

zu halten gibt es viele. Wir sind auf der Suche bei

einem Sandalenprofi aus den USA fündig geworden. Die

neuen KEEN-SOLR-Sandalen (€ 89,95, als Damen- und Herrenmodell

verfügbar) haben wir uns genauer angesehen:

Am Fuß sitzen die Sandalen perfekt, obwohl luftig hat man

das Gefühl, dass die Füße verlässlich geschützt sind. Dabei

sind die SOLR trotz ihrer Robustheit und der festen Sohle

nicht schwer (etwa 300 Gramm je Schuh). Die spezielle

„Aquagrip-Gummisohle“ hat Keen entwickelt, um auf rutschigem

Fels, wie etwa auf Flusssteinen sowie generell auf

nassem Untergrund, sicheren Halt zu garantieren. Das

Obergewebe fühlt sich nicht nur angenehm am Fuß an, es

ist auch strapazierfähig, abriebfest und wasserabweisend.

Felskontakt etwa hinterlässt kaum Spuren. Und sehr schnell

trocknend sind die SOLR überdies. Ideal für alle Outdoor-Einsätze,

auch auf rutschigem Untergrund, bei denen

es auch zu intensivem Wasserkontakt kommen kann.

DER BERGSOMMER KANN

KOMMEN: MIT EINER

ROBUSTEN SANDALE, EINEM

SAFE FÜR WALD UND WIESE

UND CLEVEREN RUCKSÄCKEN.

VON OLIVER PICHLER UND KLAUS MOLIDOR

Fotos:Oliver Pichler, Klaus Molidor, Keen

166

SPORTaktiv


FÜR MÜLLER UND ANDERE WANDERER

SAFE ZUM MITNEHMEN

Bestohlen zu werden gilt als Restrisiko – bei jeder Zeltübernachtung,

beim Wassersport, beim Baden und immer dann,

wenn man seine Wertsachen ungesichert zurücklassen

muss. Außer Smartphone & Co immer am Körper zu tragen,

gibt es kaum verlässliche Lösungen zum Schutz vor Gelegenheitsdieben.

Bis jetzt. SPINSAFE heißt der Outdoor-Tresor

von RELAGS (€ 59,95), der Abhilfe verspricht. Die Idee ist

ebenso einfach wie klug: Man fixiert ein zylinderartiges Etwas

im Boden und verschließt den Zylinder, in dem man seine

Wertsachen unterbringt, mit einem Nummernschloss.

Per eigener Spinsafe-App wird lautstark Alarm geschlagen,

wenn jemand am Zylinder zu hantieren beginnt. Im Test zeigt

sich, dass das Vorhaben „Diebstahlschutz“ dann funktioniert,

wenn der Boden weich genug (Erde, fester Sand) ist,

um die rund 20 cm lange Bodenschraube mit dem integrierten

Hebel in den Untergrund zu drehen. Selbst wenn man

die Schraube nicht ganz in den Boden bringt, erfüllt das

System seine Funktion. Einzig extrem trockene, weil harte,

oder felsige Böden machen den Einsatz des Spinsafes unmöglich.

Im Zylinder lassen sich Schlüssel, Geld, Ausweis,

Smartphone u.v.m. sichern. Als Nachteil zu verbuchen ist

die Tatsache, dass der Spinsafe ein zusätzliches Packstück

(25 cm lang, 13 cm Durchmesser, 530 Gramm) darstellt, das

mitgetragen werden muss.

Migrare, hat man früher gesungen, „migrare molitoris est“

– auf deutsch: Das wandern ist des Müllers Lust. Jetzt bin

ich kein Müller, weder professionell noch namentlich, auch

wenn sich das von der lateinischen Wortherkunft vermuten

lässt, aber Wandern, das tu ich wieder gern. Als Kind hat die

Wanderung vom Spaziergang unterschieden, wenn wir einen

Rucksack mithatten. Das hat einen Hauch von Abenteuer

vermittelt. Warum? Ich weiß es nicht. War aber so. Und ist ein

bissl so geblieben. Darum: wandern in den Tiroler Bergen von

Fieberbrunn hinauf auf den Wildseelodersee. Da braucht es

natürlich Jause, Regenschutz, Wechselhemd, Taschenmesser.

Hat alles super Platz im SKARAB 34 von OSPREY (€ 120,– UVP).

Eine Trinkblase praktischerweise auch. Übrigens: auch in der

Jugendversion des ACE 38 (€ 160,– UVP) , den der Sohnemann

am Bild stolz trägt. Kompakter Sitz oder halbwegs trockener

Rücken, das ist heute ja oft die Frage bei der Rucksackwahl.

Der Osprey sitzt kompakt, der Transpirationsgrad hält sich

dennoch in Grenzen. Gut eingestellt ist er auf einer Tagestour

kaum spürbar. Dass er auch fürs Klettern gemacht ist, zeigen

die seitlichen verschließbaren Fächer für die Trinkflaschen

und die üblichen Schlaufen rundum. Der Jugendrucksack

wiederum hat einen Netzrücken. Besonders praktisch: der

Magnetverschluss der Brustgurte, an denen sich auch der

Schlauch der Osprey-Trinkblase super und ohne Fummelei

fixieren lässt. So ein Teil wird zum ständigen Begleiter auf allen

Outdoor-Tagesunternehmungen. Ob Müller oder Molidor.

SPORTaktiv

167


WANDERN MIT

BLICK AUF DIE

3000ER

DIE REGION MITTERSILL-HOLLERSBACH-

STUHLFELDEN IST EIN ECHTES

URLAUBS-PARADIES FÜR WANDERER,

RADFAHRER UND GOLFER.

Mittersill Plus GmbH

Stadtplatz 1

5730 Mittersill

welcome@mittersill.info

www.mittersill.info

Mittersill-Hollersbach-Stuhlfelden

ist der ideale Ausgangspunkt für

hochalpines Wandern und

Bergwandern. Zwischen Tälern und

Gipfeln erstreckt sich ein ursprüngliches

Bergerlebnis mit Bächen, Wasserfällen,

Bergseen, Wäldern, jahrhundertealten

Almen und Gletschern. Umgeben von den

3000ern des Nationalparks Hohe Tauern

und den Grasbergen der Kitzbüheler Alpen

ist die Berglandschaft im Oberpinzgau ein

wahres Paradies für Bergliebhaber. Unzählige

markierte Wanderwege unterschiedlicher

Schwierigkeitsgrade führen von Mittersill,

Hollersbach und Stuhlfelden aus zu immer

neuen Zielen.

Wer mehr über den Nationalpark Hohe

Tauern rund um den 3798 m hohen

Großglockner erfahren will, kann im

Nationalparkzentrum Mittersill acht

faszinierende Naturräume durchwandern

und dabei die außergewöhnliche Vielfalt

des größten Schutzgebietes der Alpen

kennen und verstehen lernen. Mit sechs

geführten Wanderungen pro Woche in der

Hauptsaison und drei geführten Wanderungen

pro Woche in der Nebensaison schlägt

das Wanderherz höher.

Doch nicht nur Wanderer kommen auf

ihre Kosten. Mit dem Tauernradweg

entlang der Salzach und anspruchsvollen

Mountainbikestrecken ist der Oberpinzgau

eine der reizvollsten Radregionen Österreichs.

Und Golfer sind im Golfclub Hohe

Tauern mit seinem abwechslungsreichen

18-Loch-Platz genau richtig.

Fotos: Daniel Kogler, Michael Huber

168 SPORTaktiv


PRO

Heimische Stars wie

Dennis Novak sind bei

der ÖTV Challenge Series

2020 dabei, die am 30.

Juni ins Finale geht und

bei der sich Österreichs

Top-Spieler in Corona-Zeiten

messen können.

Fotos: Getty Images (3), Gepa Pictures (1)

MEISTER-FRAGE

Am 5. Juli wissen wir, ob die

Bundesliga fertig gespielt werden

konnte und wer den Meisterteller in

die Höhe stemmen darf.

www.bundesliga.at

GOLF-FIEBER

Am 11. Juni geht für Rory McIlroy &

Co. mit der Charles Schwab Challenge

im texanischen Fort Worth

die Saison der Golfprofis weiter.

www.pgatour.com

PLAYOFF-TRAUM

Die NHL (Philadelphias Raffl) will

ihre Saison direkt mit den Playoffs,

die in wenigen geeigneten Hallen

stattfinden sollen, fortsetzen.

www.nhl.com


FAST SO GUT

WIE SEX!

BEI „GO WITH YOUR PRO“ AM SPIELBERG GEBEN VOLLGAS-GURUS WIE DAVID

COULTHARD ODER PATRICK FRIESACHER TIPPS, WIE MAN EIN RENNAUTO

PROFIMÄSSIG ÜBER DIE STRECKE JAGT. EINE GENIALE SPIELWIESE FÜR

PS-FREAKS, WIE SICH BEI DER SPORT-AKTIV-CHALLENGE HERAUSSTELLT.

TEXT: MARKUS GEISLER FOTOS: LUCAS PRIPFL

s ist oft hilfreich, wenn jemand

deine Gedanken erraten

kann. Vor allem, wenn

man sich in einer Notsituation

wähnt. „Don’t worry“,

sagt David Coulthard. „Wenn du erst einmal

losgefahren bist, wird das Gefühl der

Platzangst gleich vergehen.“ Wirklich? Bis

jetzt dachte ich ja, man sitzt in einem Formel-Auto.

Die Wahrheit ist: Man liegt, so

festgeschnallt wie möglich, mit eng anliegendem

Helm einem Ungetüm namens

HANS auf den Schultern. Und spätestens,

nachdem das abnehmbare Lenkrad angesteckt

wurde, weiß man: In fünf Sekunden,

wie es die Regeln besagen, kann man diese

Sardinenbüchse, in die ich mich nur durch

170 SPORTaktiv


Ob im X-Bow

oder im

Formel-

4- Renn -

auto – die

Profis David

Coulthard

und Patrick

Friesacher

geben Tipps,

wie man gekonnt

um die

Rennstrecke

cruist.

geschmeidiges Hineindrehen manövrieren

konnte, nie und nimmer verlassen.

„Fühlt sich cool an, oder?“, fragt

Patrick Friesacher, nachdem er den

Motor gestartet und meinen Hintern

zum Vibrieren gebracht hat, und weil

die Frage durch und durch rhetorisch

gemeint war, signalisiere ich abgeklärt

mit Daumen nach oben: Alles roger!

Dabei beschleicht mich das Gefühl,

dass ich der Einzige bin, dem gerade etwas

mulmig zumute ist. Denn meine

Mitstreiter beim „Go with your Pro“

am Red-Bull-Ring sind so begeistert

wie ein Ferrari-Mechaniker nach einem

Sieg in Monza. „Ist das geil“, sagt Martin,

der gerade schon ein paar Runden

gedreht hat. „Ein Wahnsinnsgefühl“,

bestätigt Matthias, „vor allem in den

Kurven.“ Ich dagegen bin in erster Linie

froh, von absoluten Profis bei diesem

zweitägigen Crashkurs (Achtung:

Wortspiel!) zum Rennfahrer angeleitet

zu werden. David Coulthard, Vizeweltmeister,

der 246 Grand-Prix-Rennen in

den Füßen hat. Patrick Friesacher, einer

von acht lebenden Österreichern, die es

in die Formel 1 geschafft haben. Und

sein Bruder Kevin, der es immerhin bis

in die Formel 3 gebracht hat. Drei Benzinbrüder,

die augenscheinlich eine

Menge Spaß daran haben, einer kleinen

Gruppe von PS-Gläubigen und mir ihren

Sport näherzubringen.

Und das mit Erfolg. Während wir

nach buchstäblichen Startschwierigkeiten

(„Ihr dürft die Kupplung ruhig 80

Meter schleifen lassen, Hauptsache, ihr

lasst sie langsam kommen“) unsere

Runden über den Ring drehen, haben

sich David, Patrick und Kevin an verschiedenen

Punkten aufgestellt, um

über Funk Tipps zu geben. „Später einlenken“,

sagt David. „Früher bremsen“,

meint Patrick. „Vor Kurve 1 beim Zurückschalten

langsamer auskuppeln“,

ruft Kevin, als die blockierenden Reifen

quietschen. Während mich das Multitasking

von Runde zu Runde mehr

überfordert, steigt bei meinen Mitstreitern

der Speed äquivalent zu ihrer Begeisterung.

Bei mir steigt dagegen in

erster Linie der Puls, was auch daran

liegt, dass man aus unserem Formel-4-Renner

nicht wirklich viel von

der durchaus schönen Umgebung mitbekommt.

Durch die Bewegungsunfä-

SPORTaktiv

171


IMMER WAS LOS AM SPIELBERG

Wer Lust bekommen hat, selbst einmal ein Training mit dem früheren

Formel-1-Fahrer David Coulthard zu absolvieren, hat im Laufe des Jahres am

Red-Bull-Ring die Gelegenheit dazu. Die nächsten geplanten Termine dafür

sind der 21./22. Juni und der 9./10. September 2020. Das Format gibt es

übrigens auch für zwei Räder, wenn beispielsweise der aktuelle Moto-GP -

Fahrer Miguel Oliveira eine Session übernimmt.

Alle Infos und Updates unter www.projekt-spielberg.com.

higkeit und die tiefe Position ist das

Sichtfeld eingeschränkt, die kleinen

Rückspiegel helfen auch nur bedingt.

An so etwas wie einen Schulterblick,

wie in der Fahrschule gelernt, ist jedenfalls

nicht zu denken.

Natürlich haben wir unsere Ausbildung

zum Mini-Lauda nicht im Formel-Auto

begonnen, sondern waren

zunächst im X-Bow von KTM, der

von 0 auf 100 in weniger als vier Sekunden

beschleunigen kann, unterwegs.

„Ein ehrliches Auto“, wie es Patrick

nennt. „Keine Traktionskontrolle,

kein ABS, kein Bremskraftverstärker,

keine Servolenkung. Hier bekommt

schwärmt: „Er hat immer 50 Meter

später gebremst, als man es erwartet

hätte.“ Stimmt leider alles.

Um ein besseres Gefühl für das

Auto zu bekommen, üben wir im Driver’s

Center, eine Art Mini-Übungskurs

im Infield des Rings, das Driften.

In der Theorie ein Kinderspiel. „Wenn

man in der Kurve im richtigen Moment

einlenkt und genau in der Sekunde,

wenn das Auto hinten ausbricht,

voll ins Gas reinlatscht, macht

man es richtig“, erklärt Kevin. Eindeutig

eine Frage der Überwindung,

bei der sich der eine mehr, der andere

weniger leicht tut. Um das Ganze auf

die Spitze zu treiben, brennt David

zur Veranschaulichung ein paar Doihr

ein unmittelbares Feedback.“ Der

Vorteil: Dadurch, dass es ein Zweisitzer

ist, kann man sich als Beifahrer von

seinem Profi-Chauffeur etwas abschauen.

Der Nachteil: Dadurch, dass es ein

Zweisitzer ist, bietet David Coulthard

mit wachsendem Vergnügen an, mit

ihm ein paar Runden über den Ring

zu drehen. Tipp unter Freunden: Wer

einen nervösen Magen hat, sollte dankend

ablehnen. Ansonsten bekommt

man vor Augen geführt, dass die eigene

Wahrnehmung nur eine von mehreren

Optionen ist. „Ich dachte in jeder

Kurve, dass wir gleich im Kiesbett

landen“, sagt Claudia durchaus euphorisch.

„Gigantisch!“ Und Martin

172 SPORTaktiv


nuts in den Asphalt. Das Quietschen

der Reifen ist ohrenbetäubend, der

Rauch, in dem das Auto komplett

verschwindet, riecht extrem nach

Gummi. Drei Kreuze, dass ich in

dem Moment nicht sein Co-Pilot

bin. „Wie geil ist das denn“, fragt

Matthias, der meine Bedenken ganz

offensichtlich nicht teilt.

So gerüstet geht es auf den Ring,

wo ein paar Porsche Cayman S auf

uns warten, mit denen wir die Strecke

abfahren, um sie uns einzuprägen. Ich

klemme mich auf Coulthards Beifahrersitz,

um den Meister erste Reihe

fußfrei beobachten zu können. Eine

Hand am Steuer, in der anderen das

Funkgerät, gibt DC Einblicke in das

Racer-ABC. „Ihr fahrt die Kurve immer

ganz außen an, gebremst wird in

Turn 3 beim Schild 150 (Anm.: Meter

vor der Kurve), zieht dann Richtung

innerer Kerbs und ab dem Scheitelpunkt

gebt ihr wieder Vollgas.“ Während

der gebürtige Schotte so dahinerzählt,

wird er jedes Mal etwas

schneller. Am Ende krachen wir mit

einer Geschwindigkeit von jenseits der

200 km/h aus der Kurve, mich und

meinen Magen reißt es von rechts

nach links und wieder zurück. Als David

meine Schweißperlen sieht, fragt

er fürsorglich: „Do you like it?“ Aber

sicher, alles bestens!

Bei aller Mulmigkeit fühle ich mich

neben DC trotz allem so sicher wie in

Abrahams Schoß. Der mittlerweile

49-Jährige wuchs im Süden Schottlands

im Transportunternehmen seines

Vaters auf und wurde von Kindesbeinen

mit motorisierter Fortbewegung

konfrontiert. So schaffte er es bis

in die Königsklasse des Motorsports,

Lernen von den Besten. Unser Reporter Markus Geisler hat sich von den PS-Profis

Patrick Friesacher, David Coulthard und Kevin Friesacher (von links) in die Welt der

späten Bremspunkte und waghalsigen Überholmanöver einführen lassen. Ein Spaß

für Vollgas-Freaks und solche, die es werden wollen.

wo er an der Seite von Mika Häkkinen

oder Mark Webber fuhr und es

bis zur Vizeweltmeisterschaft 2001

brachte. Dass es nie zum Titel reichte,

nimmt der Wahl-Monegasse gelassen:

„Ich wusste immer, dass sich die Welt

auch drehen würde, wenn ich nicht in

der Formel 1 fahre.“ Den Fanatismus,

für einen Sieg bis ans Äußerste zu gehen

und die Regeln zu brechen, hatte

er nie, erzählt er auf der Start-Ziel-Geraden.

„Wie soll man stolz auf einen

Sieg sein, wenn man ihn durch Betrügen

errungen hat?“

Als ich von ihm wissen will, wie

man es als Rennfahrer bis ganz nach

oben schafft, gönnt er sich eine Runde

zum Nachdenken. Dann sagte er:

„Neben Talent, Speed, Begeisterung

ist das Allerwichtigste deine Einstellung,

die Arbeitsethik. Nur wenn du

bereit bist, dich 24/7 mit dem Thema

Motorsport zu beschäftigen, ist der

Weg nach oben frei. So wie es Michael

Schumacher immer getan hat.“ Spannende

Einsichten in die Gedankenwelt

einer Rennikone, der man den

Superstarstatus nur dadurch anmerkt,

da er regelmäßig um ein Selfie gebeten

wird.

Als der Tag zu Ende geht, gibt er

uns vor der letzten Ausfahrt ein paar

salbungsvolle Worte mit auf den Weg.

„Ihr seid jetzt so gut, dass ihr das Auto

am Limit über den Kurs bewegen

könnt. Wohlgemerkt an eurem Limit,

nicht darüber hinaus. Also fahrt raus

und habt noch mal so richtig viel

Spaß.“ Ein Motto, das sich jeder zu

Herzen nimmt, wie nicht zuletzt die

verklärten Gesichter zeigen, die nachher

unter den Sturmhauben zum Vorschein

kommen. Die Autos werden in

die Box geschoben, die Rennoveralls

abgestreift. „Manche sagen, einen Formel-Wagen

am Limit zu bewegen, ist

fast so gut wie Sex“, sagt Kevin mit einem

breiten Grinsen. Aus dem leisen

Gemurmel, dem kein Wort des Widerspruchs

zu entnehmen ist, kann

man schließen, dass er damit für die

meisten wohl nicht allzu falsch liegt.

SPORTaktiv

173


ATHLETE’S CORNER

HIER SCHREIBEN DIE ATHLETEN:

ÖSTERREICHS WELTKLASSE-

DISKUSWERFER LUKAS

WEISSHAIDINGER ÜBER SEINEN

HÄRTESTEN KONKURRENTEN,

ERHÖHTE CHANCEN FÜR

OLYMPIA, FINANZIELLE

EINBUSSEN UND EINEN DEAL MIT

DER VERTEIDIGUNGSMINISTERIN.

Fotos: ÖOC/GEPA Pictures, Christian Walgram, GEPA Pictures

RANNERSDORF

STATT TOKIO

ins vorweg: Ich halte nichts

vom Jammern und habe

auch nicht vor, aufgrund der

Corona-Krise damit anzufangen.

Man muss die Dinge nehmen,

wie sie kommen, und versuchen, das

Beste daraus zu machen. Mich hat Jammern

jedenfalls noch nie weitergebracht.

Trotzdem muss man feststellen: Für

uns Sommersportler kam der Lockdown

zum brutalst ungünstigsten Zeitpunkt.

März und April sind die Monate des

174 SPORTaktiv


LUKAS WEISSHAIDINGER

bewahren. Das habe ich einigermaßen

hinbekommen – zumindest für meine

Verhältnisse ...

Zwei bis drei Prozent habe ich durch

die Corona-Krise sicher verloren. Das

klingt nicht nach viel. Aber bei 68 Metern

Weite sind ein Prozent schon 68

Zentimeter, das kann am Ende locker

über Sieg und Niederlage entscheiden.

Jeder kann sich vorstellen, wie erleichtert

ich war, als ich endlich wieder

mit Gregor in der Südstadt trainieren

konnte. Wir haben schnell unseren

gewohnten Rhythmus gefunden und

uns auf unser gewohntes (Trainings-)

Niveau eingependelt. Und niemand

kann sich ausmalen, wie happy ich

war, endlich wieder ein paar Massagen

zu bekommen. Elektrotherapie,

Kältebecken, Lasertherapie, ich habe

alles gemacht, was allein möglich ist.

Aber ich habe mir noch nie im Leben

so sehr gewünscht, einen Physio- oder

Massagetermin zu bekommen. Ich war

nach 5 Wochen Heimtraining total

verspannt, mein ganzer Körper tat mir

weh, es war wirklich hart. Ich habe

jedenfalls sehr zu schätzen gelernt, was

Gregor und ich in den letzten Jahren

an Infrastruktur in der Südstadt aufgebaut

haben.

Was für mich jetzt total ungewohnt

ist: Ich habe jahrelang immer auf ein

MAN DARF NICHT

UNTERSCHÄTZEN, WIE

WICHTIG ES FÜR EINEN

SPORTLER IST, DASS

ER ZIELE HAT, DASS

ER WEISS, DASS SEIN

TRAINING IRGENDWO

HINFÜHRT.

Highlight im Sommer hintrainiert. Das

geht mir jetzt ab. So etwas bringt dich

aus der Mitte, macht alles schwieriger.

Da die Saison so gut wie komplett abgesagt

ist und auch die EM Ende August

in Paris nicht stattfindet, werden

wir auf jeden Fall ein paar Mini-Meetings

bestreiten. Das sind Wettkämpfe

mit einer Minimalanzahl von Athleten,

Trainern und Kampfrichtern, so, wie

es erlaubt ist. Jetzt ist mein Höhepunkt

eben nicht das Olympiafinale in Tokio,

sondern ein Wettkampf in Schwechat

oder Rannersdorf. Man darf nicht

unterschätzen, wie wichtig es für einen

Sportler ist, dass er Ziele hat, dass

er weiß, dass sein Training irgendwo

hinführt. Es gibt nichts Schlimmeres,

als über einen langen Zeitraum ins

Leere zu trainieren. Mit einem Ziel vor

Augen, hat jede Einheit eine höhere

Jahres, in der die Form und die Technik

für die ganze Saison geschliffen

werden. Genau das war jetzt nur sehr

eingeschränkt möglich. Mein Trainer

Gregor Högler und ich haben viel über

Skype trainiert, was unter diesen Umständen

schwer okay war. Aber in einen

Bildschirm zu starren ist auf lange Sicht

doch etwas ganz anderes, als einen

Wurf in 3D zu analysieren. Das hat an

meinen Nerven gezehrt, da haben wir

sicher an Qualität verloren. Das Wichtigste

in dieser Phase war, Ruhe zu

Siegerpose:

Bei

der WM

2019 in

Doha holte

Lukas

Weißhaidinger

Bronze für

Österreich.

SPORTaktiv

175


Qualität und Intensität, ist der Fokus

ein ganz anderer. So etwas lässt sich

nicht simulieren.

Dass es bei diesen Mini-Meetings

gegen nationale Konkurrenz geht und

nicht gegen andere Weltklasseathleten,

ist dagegen kein großes Problem.

Denn mein größter Konkurrent ist

das Maßband und das ist immer und

überall dabei. Daher weiß ich, wo ich

im internationalen Vergleich stehe. Oft

werde ich in der Vorbereitung gefragt:

Luki, wann wirfst du wieder richtig

weit? Ich sage dann: Wenn ich es muss!

Wir Sportler sind mental darauf getriggert,

im Moment X unser gesamtes

Potenzial abrufen zu können. Und das

ist der Wettkampf, egal, ob groß oder

klein.

Natürlich hat einer meiner stärksten

Gegner, der Schwede Daniel Stahl,

momentan einen Vorteil mir gegenüber.

Weil die Schweden eine andere

Strategie gegen Corona hatten, konnte

ICH HABE JETZT EIN

JAHR LÄNGER ZEIT,

NOCH PRÄZISER AN

MIR ZU ARBEITEN,

NOCH MEHR AN KLEI-

NIGKEITEN ZU FEILEN.

er durchtrainieren. Ich habe sogar gehört,

dass er demnächst einen Weltrekordversuch

starten will. Soll er ruhig

machen, in gewisser Weise ist es ja

irrelevant, wie weit er dieses Jahr wirft.

Wenn wir beide wieder im Ring stehen

und gegeneinander werfen, dann erst

kommt ein zählbares Ergebnis heraus.

Mit Blickrichtung Olympia sehe ich

durch die Verschiebung auf 2021 sogar

einen kleinen Vorteil für mich. Ich gehöre

ja nicht zu den Kraftwerfern, sondern

bin ein Techniker, der extrem von

der Biomechanik oder dem Drehmo-

Lukas Weißhaidinger bereitet sich in der Südstadt auf sogenannte Mini-Meetings vor,

die heuer als Saisonhöhepunkte EM und Olympia ersetzen müssen.

ment lebt. In dem Bereich geht es um

Nuancen. Da habe ich jetzt ein Jahr

länger Zeit, noch präziser an mir zu arbeiten,

noch mehr an Kleinigkeiten zu

feilen, noch mehr die Ergebnisse unserer

Trainingsgeräte auszuwerten. Das

könnte für mich sprechen und gegen

meine Konkurrenten, die schon jetzt

relativ viel in ihren Körper investiert

haben und die jetzt noch ein Jahr lang

ihr Topniveau halten müssen.

Eine ganze Saison keine großen

Wettkämpfe zu haben, bedeutet auch:

keine Preisgelder, kein Präsentieren der

Sponsoren. Das trifft viele hart. Als

Sportler habe ich nur eine begrenzte

Zeitspanne, in der ich Geld verdienen

kann, bei den meisten sind es zwei bis

drei olympische Zyklen. Ich bin froh,

eine Vielzahl an treuen Partnern zu

haben. Natürlich sind auch welche

abgesprungen, die gesagt haben: Luki,

ich muss Mitarbeiter in Kurzarbeit

schicken, ich kann dich heuer nicht

unterstützen. Das verstehe ich vollkommen!

Dass ein Mitarbeiter seinen

Job behalten kann, geht eindeutig vor.

Andere Partner sagen: Wir tauchen da

gemeinsam durch, es gibt auch ein Jahr

nach Corona. Am wichtigsten ist ja

am Ende des Tages, dass möglichst alle

gesund und unbeschadet durch diese

Zeit kommen.

Viele wissen ja von meiner Idee,

dass ich ein Bäumchen bei der 70-Meter-Marke

in der Südstadt pflanzen

will, wenn ich es geschafft habe, sie

zu übertreffen oder bei Olympia eine

Medaille zu holen. Kurz nachdem wir

Anfang Mai dort wieder trainieren

konnten, hat mich Verteidigungsministern

Klaudia Tanner, als Heeressportler

ja so etwas wie meine oberste Chefin,

besucht. Was mich, das gebe ich zu,

schon stolz gemacht hat. Ich habe ihr

von meiner Idee erzählt, worauf sie

spontan meinte: Wenn ich das wirklich

schaffe, besorgt sie einen Apfelbaum

und wir pflanzen ihn gemeinsam ein.

Fand ich richtig cool von ihr. Top,

die Wette gilt!

176 SPORTaktiv


Lukas Weißhaidinger

Diskus

T AMGEIST

Die Energie AG unterstützt und fördert in ihrer Sportfamilie 15 Sportlerinnen und Sportler aus Oberösterreich, die

sich mit Topleistungen revanchieren. Kapitän ist der Abfahrtsweltmeister von 2001, Hannes Trinkl. Leistungswille,

Zusammengehörigkeit und Authentizität zeichnen die Sportfamilie der Energie AG aus. www.sportfamilie.at

Bilder: Robert Maybach und gepa-pictures

v.l.n.r. Hannes Trinkl, Kapitän // Thomas Mayrpeter, Ski Cross // Viktoria Schwarz, Kanu-Flachwasser // Max Lahnsteiner, Ski Alpin // David Brandl,

Schwimmen // Vincent Kriechmayr, Ski Alpin // Ana Roxana Lehaci, Kanu-Flachwasser // Mendy Swoboda, Paracanoe // Lukas Weißhaidinger, Diskus

// Barbara Haas, Tennis // Alexander Trampitsch, Schwimmen // Johnny Rohrweck, Ski Cross // Andrea Limbacher, Ski Cross // Michael Hayböck,

Skisprung // Stefan Spiessberger, Kitesurfing //

Entgeltliche Einschaltung

SPORTaktiv

177


Magdalena Lobnig gehört

zu den Sportlerinnen,

deren Blick stets über

den Tellerrand hinausgeht,

oder um ein Bild aus ihrer

Sportart zu verwenden: Ihre Welt

endet nicht an der Bootsspitze.

Zum Beispiel während der heißen

Phase der Corona-Krise, als auch

ihr das Training auf dem Wasser

verboten war. „Natürlich hätte

nichts dagegen gesprochen, wenn

ich alleine im Einer meine Bahnen

gezogen hätte, ich hätte ja niemanden

anstecken können“, sagt sie.

„Aber erstens war es nicht erlaubt

und zweitens wollte ich auch keinen

Unmut in der Bevölkerung provozieren,

so nach dem Motto: Ich

muss zu Hause bleiben und die

kann sich auf der Drau austoben.“

Also verzichtete die 29-Jährige fünf

Wochen auf das, was die Ruderer

„Boots-Feeling“ nennen, das Wackeln,

das Lesen des Wassers, des

Windes und der Wellen. Und auf

den Schmerz, der bei einer auf Geschwindigkeit

gefahrenen Strecke

über 2000 Meter so sicher kommt

wie die Schwielen an den Händen.

Natürlich lag die Kärntnerin in

der Zeit nicht auf der faulen Haut,

ganz im Gegenteil. Fast täglich

spulte sie Einheiten auf ihrem Indoor-Rudergerät

ab, und um ihrem

Kopf ein wenig Wettkampfmodus

vorzugaukeln, startete sie mit ihrer

Schwester Katharina, mit der sie

früher im Zweier fuhr und bis heute

auf Regatten unterwegs ist, ein spezielles

Projekt. „Wir haben uns vorgenommen,

mit dem Rad vier Sättel

in unserer Umgebung in einer Tour

zu fahren, was gut 2500 Höhenmetern

entspricht. Ich war in den Tagen

vorher richtig nervös, hab

schlecht geschlafen und mich gefragt,

ob ich das wirklich packe. So

wie es bei einem wichtigen Rennen

hen. Eine Strecke, mit der sie in inniger

Freundschaft verbunden ist.

Nicht nur wegen der Erfolge, die sie

dort bereits einfuhr, sondern weil

ihr 2017 auf diesem Fluss das Husaauch

ist.“ Ein Sportlerleben ohne

Wettkampf ist wie ein Boot ohne

Ruder – der Antrieb fehlt.

Dabei kam Lobnig der wichtigste

Wettkampf überhaupt vorläufig abhanden.

Deshalb gibt sie unumwunden

zu, dass sie – bei aller Richtigkeit

der Entscheidung – erst einmal

über Bord fiel, als die Olympischen

Spiele auf 2021 verschoben

wurden. „Als darüber debattiert

wurde, dachte ich: Na ja, ist ja nicht

so schlimm. Als es dann aber fix

war, hab ich realisiert, dass die Spiele

auf einmal richtig weit weg waren.

Eine Woche lang hatte ich total

Schwierigkeiten, mich zu motivieren.“

Und Motivation ist für eine

Ruderin wie Lobnig das A und O,

schließlich reißt sie in einem normalen

Jahr mehr als 4000 Kilometer

alleine auf dem Wasser ab. Damit

kann man in elf Profijahren, die

sie auf dem Buckel hat, viermal von

Lissabon nach New York rudern –

und wieder zurück.

Die Frage, ob sie sich die täglichen

Einheiten auf der Drau mit etwas

Musik versüßt, kostet sie ein

müdes Lächeln. No way! Zum einen

gilt es, sich bei jedem einzelnen

Schlag zu konzentrieren, auf den

Rhythmus zu achten und gegebenenfalls

die Kommentare des Trainers

im Begleitboot aufzunehmen.

Und zum anderen würde sie es als

akustische Umweltverschmutzung

empfinden, wenn man die schöne

Natur mit Bass und Beats behelligt.

„Nur indoor auf dem Ergometer

kann es gar nicht laut genug sein.

Da brauche ich Techno, House oder

Rock, um mich zu pushen.“

Mittlerweile weiß die Sportmanagement-Studentin

auch wieder,

wofür sie sich pusht. Der Ersatztermin

für Olympia ist fixiert, im Oktober

sollen die Europameisterschaften

in Posen über den Maltasee ge-

Foto: GEPA-pictures.com

178 SPORTaktiv


RUDERN IST EIN

MIND GAME

MAGDALENA LOBNIG IST SEIT JAHREN ÖSTER-

REICHS FIRST LADY IM EINER. HIER ERKLÄRT

SIE, WIE SIE IHR GEHIRN AUSTRICKST, WARUM

MUSIK BEIM WASSERTRAINING EIN NO-GO

IST UND WARUM SIE SICH DIE SCHMERZEN IM

BOOT ÜBERHAUPT NOCH ANTUT.

VON MARKUS GEISLER

renstück gelang, mit 7:13,26 Minuten

die bis heute gültige Weltcup-Bestzeit

aufzustellen. „Dass

mein Name schon so lange in dieser

Bestenliste ganz oben steht, ist

schon extrem cool“, sagt sie.

Überhaupt war 2017 für Magdalena

Lobnig ein äußerst erfolgreiches

Jahr, vielleicht sogar das wichtigste

in ihrer Karriere. Denn eigentlich

war sie sich sicher, nach

den Olympischen Spielen in Rio

ihre Karriere zu beenden. Dort belegte

sie Platz sechs, holte also ein

mehr als respektables Ergebnis, mit

SPORTaktiv

179


ICH DACHTE, ICH

HABE MIT OLYMPIA

NOCH EINE RECH-

NUNG OFFEN. ALSO

HABE ICH MEINE

PLÄNE ÜBER BORD

GEWORFEN UND

WEITERGEMACHT.

dem sie aber doch nicht richtig

warm wurde. Eine schwer zu erfüllende

Erwartungshaltung von Medien

und Öffentlichkeit, ein bärenstarker

Halbfinal lauf, der die eigenen

Ambitionen weckte und am

Ende ein Rückstand von mehr als

zehn Sekunden auf die Medaillenränge,

der sie fuchste. Eine Melange,

an der sie länger zu schlürfen

hatte. „Das alles führte zu dem Gefühl,

mein Maximum noch nicht

gezeigt zu haben. Ich dachte, ich

habe mit Olympia noch eine Rechnung

offen. Also habe ich meine

Pläne über Bord geworfen und weitergemacht.“

Und dann eine Saison zu Wasser

gelassen, die es in sich hatte. Sieg

im Gesamtweltcup, WM-Bronze in

Florida und besagter Rekord. Und

auch wenn 2019 aufgrund diverser

Krankheiten und einem Trainerwechsel

(mittlerweile wird sie vom

Deutschen Robert Sens gecoacht,

seit April auch österreichischer Bundestrainer)

maximal durchwachsen

war, weiß jeder in der Ruder-Szene:

Wer ganz vorne mit dabei sein will,

muss Magdalena Lobnig schlagen.

Dementsprechend hat sie auch ihr

Visier Richtung Tokio eingestellt.

„Besser als Platz sechs sollte es

schon sein, was nicht heißt, dass ich

mit Rang fünf zufrieden wäre“, sagt

sie. Dass sie dann mit Platz vier

glücklich wäre, kann man getrost

vergessen. Um aber wirklich beim

Kampf um die Medaillen dabei zu

sein, müssen am Tag X viele Faktoren

zusammenkommen – nicht zuletzt

auch das Glück.

„Rudern ist ein Mind Game“,

sagt Lobnig. „Du fährst zwar gegen

deine Konkurrentinnen, in erster

Linie aber gegen die Zeit. Wenn

dich wer überholt, siehst du die

Gegnerin nicht mehr, sie ist schwer

wieder einzufangen, du musst dich

auf deine Taktik verlassen. Ab einem

gewissen Punkt musst du alles

hineinwerfen und kommst dabei

auf einen Laktatwert von über 20.“

Das Schöne daran sei, sagt sie, dass

jede Athletin komplett auf sich allein

gestellt sei und niemanden außer

sich selbst für Sieg oder Niederlage

verantwortlich machen könne.

Klingt nach einem Haifischbecken,

in dem man nur überlebt, wenn

man mit sich und seiner Art zu

trainieren so im Reinen ist wie

Magdalena Lobnig.

Foto: GEPA-pictures.com

180 SPORTaktiv


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SPORTaktiv

181


Man hört von Spielern nach Matches

in Hexenkessel-Atmosphäre oft den

Satz: „Für solche Spiele bin ich Profi

geworden.“ Gilt umgekehrt: „Für

Geisterspiele bin ich bestimmt nicht

Profi geworden“?

Nein. Erstens ist es eine Ehre, wenn

man mit seiner Leidenschaft Geld verdienen

kann. Dann kommt dazu, dass

man gern vor vollem Haus spielt. Ich

als Profi bin aber froh, dass ich jetzt

überhaupt wieder spielen kann, auch

wenn nicht fix ist, dass wir die Saison

zu Ende bringen können. Und, ja, drittens

würden wir uns freuen, wenn die

Stadien bald wieder voll sind und wir

den oben zitierten Satz wieder sagen

können.

Gladbach wurde nach sieben Punkten

aus vier Geisterspielen schon als

„Geister-Meister“ gefeiert. Warum

kommt ihr mit diesen Bedingungen

so gut zurecht?

Uns kommt sicherlich entgegen, dass

wir eine spielstarke Mannschaft haben

mit vielen spielerisch versierten Akteuren.

Ich hatte in den meisten Partien

das Gefühl, dass wir das Tempo mit

dem Ball kontrollieren und unser Spiel

aufziehen konnten. Für den Gegner ist

es dann nicht einfach, erst recht, wenn

die Fans fehlen, die ihn nach vorne

pushen können.

„ICH HALTE

WENIG VOM

SALARY CAP”

GLADBACHS PUBLIKUMS-LIEBLING STEFAN LAINER IM GROSSEN INTERVIEW: ÜBER

GEISTERSPIELE, DAS KRISEN-MANAGEMENT VON MARCO ROSE, GEHALTSVERZICHT,

VORBILDFUNKTION UND DEN TITELKAMPF IN DER DEUTSCHEN BUNDESLIGA.“

VON MARKUS GEISLER

182 SPORTaktiv


Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat

ein striktes Sicherheitskonzept entworfen

mit weitreichenden Maßnahmen,

die teils ins Private der Spieler

gehen. Hat sich dein Leben seit Trainingsbeginn

stark verändert?

Ich bin schon einer, der gern mit seiner

Frau ins Restaurant geht oder mit

Freunden etwas unternimmt. Ich war

seitdem nicht ein mal in einem Lokal –

das geht mir schon ab. Aber auch Kleinigkeiten

sind gewöhnungsbedürftig:

Die Maske ist überall dabei, man desinfiziert

sich immer und überall. De facto

bin ich nur noch zu Hause oder im Hotel,

wenn wir in Quarantäne sind.

Gutes Stichwort: Es gibt Bilder, auf denen

du mit Gitarre in euer Hotel im

Borussia Park einziehst. Sitzt ihr dann

im Kaminzimmer, du spielst DJ Ötzi

und alle singen mit?

(Lacht.) Nein, nein, auch im Hotel ist

jeder überwiegend in seinem Zimmer.

Aber ich denke, man kann seine Zeit

sinnvoller nutzen als nur fernzuschauen

oder Play Station zu spielen. Deswegen

war die Gitarre dabei. Ich wollte mich

mal wieder in anderen Bereichen verbessern

und kann dabei gut entspannen,

das ist ein wichtiger Ausgleich für mich.

Viel wird in diesen Zeiten über die Zukunft

des Fußballs diskutiert. Ein Ansatz

ist der in den USA übliche Salary

Cap, eine Art Gehaltsobergrenze. Einverstanden?

Schwieriges Thema! Wenn es den Salary

Cap nur in Deutschland gäbe, würden

die Topspieler womöglich alle nach England

oder Spanien gehen. Dann wäre es

kontraproduktiv. Er müsste also für ganz

Europa gelten, was wohl schwer umsetzbar

wäre. Ganz grundsätzlich halte ich

eher wenig davon. Das Fußballgeschäft

gehört zur freien Marktwirtschaft wie

jede andere Branche auch. Wenn jemand

bereit ist, für gewisse Leistungen

einen gewissen Preis zu bezahlen, dann

ist das einfach so. In der Autoindustrie

gibt es ja auch keine Obergrenzen für

die besten Designer oder Ingenieure. Ich

denke aber trotzdem, dass sich das Geschäft

verändern wird.

Inwiefern?

Es wird ein Umdenken bei den Vereinen

stattfinden. Der eine oder andere Klub

wird nicht mehr das Maximum an Gehalt

ausschütten oder in Transfers investieren,

sondern vermehrt Rücklagen bilden,

um auf so eine Art von Krise vorbereitet

zu sein. Es wird nachhaltiger gewirtschaftet

werden, vorsichtiger.

Dadurch wird sich auch das Gehaltsgefüge

ändern.

Gladbach war der erste Klub in

Deutschland, bei dem die Spieler freiwillig

auf einen Teil ihres Gehalts verzichteten.

Wie kam das zustande?

Wir wussten, dass der Verein mit Einbußen

zu kämpfen hatte. Viele Mitarbeiter

wurden in Kurzarbeit geschickt, mit den

meisten von ihnen stehen wir täglich in

Verbindung. Uns war es ein Anliegen,

sie zu unterstützen, damit sie ihr volles

Gehalt bekommen und auf möglichst

wenig verzichten müssen.

Fotos: Getty Images

Von der Idee des Fanprojekts Mönchengladbach, Pappkameraden in den Borussia

Park zu stellen, ist Lainer begeistert. „Eine coole Aktion, die was hermacht.“

Euer Trainer Marco Rose gilt als Spezialist

in Sachen Menschenführung.

Gab es besondere Maßnahmen, mit

denen er euch durch die Corona-Krise

gelotst hat?

Ja, schon. Er ist ein sehr authentischer

Trainer, dementsprechend offen und

SPORTaktiv

183


ehrlich sind wir als Gruppe mit der Situation

umgegangen. Jeder hat ganz offen

Feedback gegeben, wie es ihm in der jeweiligen

Lage geht. Und jedem wurde

aufrichtig freigestellt, ob er sich bereit

und sicher fühlt. Oder ob er vielleicht

bei den Eltern zu Hause ist und noch

nicht ins Training einsteigen will. Er hat

sich alles angehört und respektiert.

In dieser Phase wurde die überwiegende

Mehrheit der Fußballprofis ihrer

Vorbildrolle gerecht, es gab aber auch

den Fall Kalou in Deutschland oder

den Fall LASK in Österreich. Was ging

dir durch den Kopf, als du davon gehört

hast?

Was beim LASK passiert ist, habe ich zu

wenig verfolgt, um mich äußern zu können.

Der Fall in der Bundesliga war natürlich

ein Aussetzer, völlig fehl am

Platz. Und er hätte beinahe vieles von

dem kaputt gemacht, was die DFL und

alle Beteiligten zuvor mühsam aufgebaut

hatten.

Erfolgreich in Salzburg und in Gladbach:

Marco Rose und Stefan Lainer.

Sportlich spielt Gladbach eine herausragende

Saison, ihr seid auf Champions-League-Kurs.

Gab es mal den

Gedanken: Ein Abbruch wäre besser,

um mit unsicheren Geisterspielen das

Erreichte nicht zu gefährden?

Nein, nie! Wir haben alle gehofft, dass es

weitergeht. Auch weil für viele Vereine

aus der Bundesliga der wirtschaftliche

Druck so hoch war. Wenn es für manche

ums Überleben geht, ist der rein

sportliche Gedanke zweitrangig. Und als

es weiterging, haben wir es als Chance

gesehen, dass wir jetzt noch mal richtig

angreifen können. Mit dem Start haben

wir ein Zeichen gesetzt, dass wir das maximal

Mögliche erreichen wollen.

Also auch den Titel? Das M-Wort ist ja

in Gladbach an sich verpönt ...

Wir wollen jedes Spiel gewinnen, das ist

die Vorgabe. Das gilt für die Partie bei

Bayern München genauso wie für jeden

anderen Gegner.

Mit Martin Hinteregger auf dem Weg zur EURO:

„Wir wären dafür bereit gewesen.“

Viele warnen, dass wegen der kurzen

Vorbereitung und der vielen Spiele die

Verletzungsgefahr steigt. Wie schätzt

du das ein?

Ich verstehe die Gefahr, muss aber sagen,

dass ich das nicht als großes Problem

sehe. Mit den fünf Wechseln, die

von der FIFA in dieser Phase erlaubt

sind, kann man die Belastung gut steuern.

Damit kann man die Hälfte aller

Feldspieler wechseln, das ist schon ordentlich.

Ich mache mir keine Sorgen,

dass eine große Verletzungswelle auf uns

zurollen wird.

Ohne Corona würdest du dich jetzt auf

die EURO vorbereiten. Wie traurig bist

du, dass du um dein erstes großes internationales

Turnier umfällst?

Ein wenig bitter ist es schon. Wir hätten

eine richtig coole Mannschaft zusammen,

die gut eingespielt ist und bei der

die Harmonie passt. Für mich hätte es

jetzt mit der EURO losgehen können,

die Vorfreude war riesig. Aber natürlich

war die Verschiebung richtig. Freuen wir

uns halt auf 2021.

Gab es in der Phase Kontakt mit

Teamchef Franco Foda?

Mit ihm direkt nicht, es gab ja auch

nichts zu besprechen. Aber wir Spieler

haben eine Whats-App-Gruppe, in der

wir uns gegenseitig auf dem Laufenden

gehalten haben.

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NACHSPIEL

HOUSING.

GARDENING. CORONING.

EGYD

GSTÄTTNER

Der Klagenfurter

ist freier

Schriftsteller

und Hobbysportler.

Not macht erfinderisch, Elend kreativ. In der

Quarantänezeit, wo alles abgesagt war und

Ausgangssperre und Vermummungsgebot angesagt

waren, blieb mir gar nichts anderes übrig, als

eine neue Sportart zu erfinden – oder jedenfalls einen

neuen Parcours auszustecken: Es handelte sich

um eine Art Querfeldeinlaufen, nur statt Feld Haus

und Garten, Keller und Dachboden.

Die Strecke führte mich also von meinem Dachbodenatelier

(Homeoffice) – zweimal rund um den

Schreibtisch – treppab zwei Stockwerke – in die

Wohnung (zweimal rund um die Wohnlandschaft,

zweimal rund um den Küchentisch, dreimal in die

Bade wanne springen), in den Keller hinunter und

abschließend tausendmal rund um den Tischtennistisch


Was für ein Segen, dass ich meinen Kohlekeller als

junger Mensch vor einem Vierteljahrhundert zum

Literaturmuseum & Tischtennisraum umgebaut

habe! Als hätte ich die Apokalypse vorausgesehen!

Bei den Tischtennisumrundungen viele gute

Gedanken zu stabilitas loci, pauperitas, conversio

morum und anderen mönchischen Tugenden.

Platons Höhlengleichnis, Pascals Zimmergleichnis,

Leibniz’s beste aller Welten, Und dann all die tollen

Partien mit meiner Frau – mittlerweile die beste

Tischtennisspielerin weit und breit! Es steht momentan

13.492 zu 13.492 – falls ich mich nicht verzählt

habe, was aber durchaus sein kann. Wir spielen

ja nicht gegen- sondern miteinander – natürlich

den Respektabstand wahrend, drei Meter, außerdem

Netz – (allerdings haben wir nur einen gemeinsamen

Tischtennisball): Unseren Ehetischtennisball, außerdem

mit Musikbegleitung – in Disco-Lautstärke!

– die (unserem Geschmack nach) besten Song-Contest-

und Sanremo-Beiträge dieses Jahres, England,

Frankreich, Italien, die Ärmsten der Armen, und so

schöne Musik! Der tapfere Achille Lauro erklärt „Me

ne frego!“ Le Vibrazioni! Backhand longline. Rita

Pavone meint überhaupt trotzig „Niente“! Forehand

cross. Die Rumänin Roxen röhrt „I wrote some

stupid words before I lost my mind and called you!!“

Backhand topspin longline. Nur der Brite James

Newman singt angesichts der Gesamtsituation ein

wenig geschmacklos: „I give you my last breath!“

Forehand topspin cross! Das heißt, wir spielten uns

Tag für Tag in ein Power-Tischtennistanzen hinein

(© by me!!) Wir kriegen das schon hin!

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