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SPORTaktiv Juni 2020

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JUNI/JULI <strong>2020</strong><br />

ÖSTERREICHS GRÖSSTES AKTIVSPORT-MAGAZIN<br />

SPEED, SPASS, SCHOTTER<br />

JETZT IST GRAVEL DA<br />

CRAZY NACH PLAN<br />

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FOTO: STEFAN LEITNER / TOURISMUSVERBAND GESÄUSE; ÖSTERREICHISCHE POST AG, MZ 03Z034992M, RETOUREN AN POSTFACH 100, 1350 WIEN<br />

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erleben.<br />

Wer sich nach Natur sowie der unendlichen Freiheit<br />

der Berge sehnt, um dabei zu sich selbst zu finden,<br />

den führt die Reise zu Falkensteiner.<br />

Willkommen im Wanderurlaub!<br />

JETZT<br />

KRAFT IN<br />

DER NATUR<br />

TANKEN!<br />

MEHR INFOS UNTER<br />

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EDITORIAL<br />

KLAUS MOLIDOR<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>-Chefredakteur<br />

klaus.molidor@styria.com<br />

Foto: Thomas Polzer; Coverfoto: Stefan Leitner/Tourismusverband Gesäuse<br />

WEGWEISER<br />

GOETHE<br />

Kein andrer als der Dichterfürst,/ zeigt durch Corona uns den Weg ins<br />

Heil,/damit auch du das schöne Leben spürst/im „Faust“, in der Tragödie<br />

erstem Teil: „Ich fühle Mut, mich in die Welt zu wagen,/Der Erde Weh,<br />

der Erde Glück zu tragen,/Mit Stürmen mich herumzuschlagen,/<br />

Und in des Schiffbruchs Knirschen nicht zu zagen.“<br />

1808 hat Johann Wolfgang von Goethe diese Zeilen geschrieben und lässt<br />

sie seine wohl berühmteste Figur, den Heinrich Faust sagen. 212 Jahre<br />

danach sollen euch, sollen uns diese Zeilen in schwierigen Zeiten Mut<br />

machen. Ja, es ist eine schwierige neue Normalität, die uns Entbehrungen<br />

abverlangt. Ja, es ist eine wirtschaftlich alles andere als einfache Situation<br />

für viele von uns. Und dennoch: Lassen wir uns nicht unterkriegen von<br />

der Angst, von der Rezession, von was auch immer, sondern schreiten wir<br />

mutig voran.<br />

Uns allen ist Veränderung verordnet worden. So haben wir dieses Magazin<br />

ausschließlich im Homeoffice produziert und dabei viel über uns und unser<br />

kraftvolles Miteinander gelernt. Sehen wir die Veränderung positiv. Besinnen<br />

wir uns auf uns selbst, ein Stückchen weiter noch und lernen wir<br />

endlich Entschleunigung und das Schätzen dessen, was vor unserer Haustür<br />

liegt: Berge, Seen, Almen, Täler. Ein so schönes Land, dass es Jahr für<br />

Jahr Leute aus aller Herren Länder her zieht. Heuer, scheint’s, haben wir<br />

dieses Paradies für uns allein. Gehen wir sorgsam damit um, so wie wir es<br />

jetzt mit unseren Mitmenschen tun.<br />

Dieses Magazin soll zeigen, dass Angst im richtigen Maß ein Motor ist<br />

und wie wir aus dem verordneten Rückzug einen Gewinn für unser Leben<br />

machen. Vor allem wollen wir mit dem Coverfoto vom Gesäuse in<br />

der Steiermark und einem umfangreichen Outdoor-Teil zeigen, wie bereichernd<br />

eine Sommerfrische in Österreich sein kann. Und wenn es die<br />

Situation in dieser neuen Ära erlaubt, folgt den Worten Goethes: „Nur wo<br />

du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“<br />

Bleibt fit,<br />

Euer Klaus<br />

LEICHTE BEINE<br />

DURCH MEDI KOMPRESSION<br />

THANK US LATER<br />

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INHALT<br />

TOP-STORY<br />

12 UNSER NAT-UR-BEDÜRFNIS<br />

Gerichtspsychiater Reinhard Haller über den Wert der Natur<br />

FIT<br />

20 DER SCHWEISS IST HEISS<br />

Wie wichtig diese Flüssigkeit für die Menschheit ist<br />

26 DAS GUTE SO NAH<br />

„Superfoods“ gibt es auch bei uns, sogar auf Balkonen<br />

32 SCHMERZEN ALS PRIVILEG<br />

Leseraktion: Marko Webers Fortschritte beim Mentalcoaching<br />

RUN<br />

44 LAUFEN WIE DAMALS<br />

Die Ziele sind weg. Daraus folgt eine glückliche Rückbesinnung<br />

48 CRAZY NACH PLAN<br />

Rainer Predl tut mit verrückten Läufen Gutes<br />

54 LAUFEN MIT DEN ARMEN<br />

Wie man mit wenig Aufwand seinen Laufstil verbessert<br />

58 AUSPROBIERT<br />

Graphene-Schuh, überraschende Hose, hauchdünnes Gewand<br />

74<br />

BIKE<br />

62 ALLER ANFANG IST LEICHT<br />

Rennradfahren ist so einsteigerfreundlich wie noch nie<br />

68 SPEED, SPASS, SCHOTTER<br />

Im Asphaltabseits: Gravelbikes sind groß in Mode<br />

74 ONE WHEEL, ONE LIFE<br />

Erwin Pieler radelt mit dem Einrad auf den Glockner & über Trails<br />

78 PHÄNOMEN NINO SCHURTER<br />

Der erfolgreichste Mountainbiker der letzten Jahre im Interview<br />

OUTDOOR<br />

108 DER WEG ZURÜCK ZUR URLAUBSFREUDE<br />

Tourismusforscher Peter Zellmann über den Urlaubssommer<br />

146<br />

126 AUF DEM WEG ZUM ERLEBNIS<br />

Je schmaler der Weg, desto größer das Erlebnis<br />

132 ES BRODELT IM WALD<br />

Was dürfen Sportler und Erholungssuchende in den Wäldern<br />

138 KOMMUNIZIEREN & ÜBERALL NAVIGIEREN<br />

Wie man sich am Berg auch ohne Handynetz verständigt<br />

146 „BEI MIR WAR ES KURZ VOR KNAPP“<br />

Kletterer Alexander Huber über Angst als Überlebensgarant<br />

PRO<br />

170 WIR GEGEN DIE STARS<br />

Diesmal: Im Formel-Rennwagen mit David Coulthard<br />

174 HIER SCHREIBEN DIE ATHLETEN<br />

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger gewährt Einblicke<br />

182 „ICH HALTE WENIG VOM SALARY CAP“<br />

Gladbach-Publikumsliebling Stefan Lainer im Interview<br />

Fotos: Erwin Pieler, Alexander Huber<br />

6 <strong>SPORTaktiv</strong>


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Foto: Bohmann/Andrew Rinkhy<br />

Liebevolle Eltern<br />

auf Zeit gesucht<br />

Wenn Kinder nicht in ihrer Familie bleiben können, ist schnelle Hilfe<br />

gefragt. Krisenpflegeeltern nehmen Babys und Kleinkinder auf.<br />

Das Sprechen geht beim dreijährigen<br />

Buben mittlerweile gut. Als er vor einigen<br />

Wochen mit der drei Monate alten<br />

Schwester in die Krisenpflege familie von<br />

Christine und Christof kam, war er sehr still<br />

und hatte viel zu verarbeiten. „Es ist schön<br />

zu sehen, wie gut sich die Kinder entwickeln,<br />

wenn man sich Zeit für sie nimmt“,<br />

erzählt der Pflegepapa. „Wir legen den<br />

Grundstein für eine gute Zukunft – das ist<br />

eine lohnende Aufgabe.“<br />

DIE KINDER BRAUCHEN SIE JETZT<br />

Ob AlleinerzieherIn oder Ehepaar, Freischaffende<br />

oder Menschen, die einen<br />

Job mit Mehrwert suchen – gefragt sind<br />

Frauen und Männer, die ihr Leben nach<br />

den Bedürfnissen der Kinder ausrichten<br />

können. Nach belastenden Erfahrungen<br />

brauchen sie besonders viel Verständnis,<br />

Zuneigung und Geduld.<br />

Mehr Infos beim Referat für Adoptivund<br />

Pflegekinder, Tel. 01/4000-90770<br />

oder -8011, wien.gv.at/krisenpflege


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Den Mythos Triathlon<br />

spürt man in Klagenfurt<br />

am Wörthersee das ganze<br />

Jahr. In der Umgebung<br />

von Klagenfurt findet<br />

man optimale Trainingsmöglichkeiten.<br />

Abwechslungsreiche<br />

Lauf- und<br />

Radstrecken, ob flach,<br />

hügelig oder bergig, sowie<br />

große Gewässer mit bester<br />

Wasserqualität sind super<br />

Voraussetzungen. Das alles<br />

hat die Kärntner Landeshauptstadt<br />

für einen<br />

aktiven Sommerurlaub<br />

reichlich zu bieten.<br />

www.visitklagenfurt.at<br />

Foto: Franz Gerdl<br />

8 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong><br />

9


136 <strong>SPORTaktiv</strong>


ATME DIE PURE<br />

NATUR DER<br />

DOLOMITEN EIN<br />

Noch nie hat uns die frische<br />

Luft so gut getan wie jetzt. Die<br />

Freiheit, die Natur und die reine<br />

Bergluft schätzen wir mehr als je<br />

zuvor, denn unsere Gesundheit ist<br />

das wertvollste Gut.<br />

In der Dolomitenregion<br />

3 Zinnen, mitten im UNESCO-<br />

Welterbe, kannst du die pure<br />

Natur auf ganz verschiedene<br />

Weise erleben und einatmen:<br />

Wanderer können sich auf weitläufige<br />

Wanderwege mit viel Platz<br />

zum Entspannen und Erholen<br />

freuen. Kletterer werden von den<br />

unzähligen Klettersteigen und<br />

Berggipfeln begeistert sein. Biker<br />

werden die nahen und fernen<br />

Touren sowie knackige Trails für<br />

jede Schwierigkeitsstufe lieben.<br />

Familien werden sich besonders<br />

wohl bei uns fühlen. Die<br />

„3 Zinnen Family Parks“ auf den<br />

vier Ausflugsbergen werden mit<br />

Sicherheit Platz in vielen deiner<br />

Erzählungen finden. Und für<br />

die Genießer wird die gesamte<br />

Ferienregion ein Genuss sein: die<br />

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Foto: 3 Zinnen Dolomites / M. Kottersteger<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

137


VOR EINEM JAHR HAT UNS REINHARD HALLER VON<br />

DER MEDIZINISCHEN WIRKUNG DER BERGE ERZÄHLT.<br />

JETZT FRAGEN WIR IHN, OB WIR DURCH CORONA WIE<br />

IM GEFÄNGNIS SITZEN, WIE EIN „AUSBRUCH“ GELINGT<br />

UND WARUM IHM POLITIKER LEID TUN.<br />

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL<br />

FOTOS: THOMAS POLZER<br />

UR<br />

UNSER<br />

NAT<br />

BEDÜRFNIS<br />

12 <strong>SPORTaktiv</strong>


DR. REINHARD HALLER<br />

geboren am 25. September 1951,<br />

aus Mellau in Vorarlberg. Beruf: Psychiater,<br />

Psychotherapeut, Neurologe, als Dozent,<br />

Vortragender und Buchautor tätig.<br />

Haller ist auch psychiatrischer Gerichtsgutachter,<br />

die bekanntesten Fälle waren Jack<br />

Unterweger und Franz Fuchs.<br />

ie verbringen Sie die<br />

corona bedingte Pause?<br />

Haben Sie mehr Klienten<br />

oder weniger?<br />

Zunächst hatte ich sehr viele Medienanfragen<br />

und Interviews. Bei den<br />

Patienten haben die Anrufe nach<br />

dem ersten Gefühl „endlich schulfrei!“<br />

nach zwei, drei Wochen stark<br />

zugenommen. Depressionen, Angstzustände,<br />

Verlassenheitsgefühle, Partnerschaftskonflikte.<br />

Das war zu erwarten.<br />

Meine Prognose war, die großen<br />

Verbrechen werden zurückgehen,<br />

aber die Reibereien, die emotionalen<br />

Gewalttätigkeiten und die Konflikte<br />

werden zunehmen. Die Aggressivität<br />

ist dazugekommen, weil viele ihre<br />

Medikamente abgesetzt haben.<br />

Den Lockdown in den eigenen vier<br />

Wänden haben viele wie eine<br />

Gefangenschaft erlebt. Sie waren<br />

oft in Gefängnissen tätig. Würden<br />

Sie das als Vergleich gelten lassen?<br />

Das Gebundensein an zu Hause ist<br />

für viele eine Form der modernen<br />

Strafe. Aber es hängt natürlich davon<br />

ab, ob man in der Großstadt lebt,<br />

mit engen Wohnverhältnissen, oder<br />

privilegiert wie ich am Waldesrand,<br />

wo man direkt hinaus kann. Das<br />

Phänomen ähnelt dem berühmten<br />

Versuch mit den Hackhühnern: Je<br />

enger man sie zusammenpfercht und<br />

je länger das dauert, umso mehr hacken<br />

sie aufeinander ein. Aggressivität<br />

und Selbstaggressivität nehmen<br />

zu. Ob es durch Corona auch zu einem<br />

Anstieg der Suizidraten kommen<br />

wird, wissen wir noch nicht.<br />

Warum halten wir uns so folgsam<br />

an die strengen Regeln? Weil wir<br />

den Sinn erkennen?<br />

Den Österreichern muss man ein<br />

Kompliment machen, dass sie so mitgegangen<br />

sind. Das hat mich schon<br />

erstaunt, wie diszipliniert wir alle<br />

mitgemacht haben. Ein toller Ausdruck<br />

der Solidarität. Man nimmt<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

13


DIE BEZIEHUNG ZUR NATUR IST BEI VIELEN<br />

SICHER ZU KURZ GEKOMMEN. ABER DAS<br />

IST EIN UR-BEDÜRFNIS, DAS MAN NICHT<br />

UNTERDRÜCKEN KANN UND DAS JETZT<br />

WIEDER ERWACHT.<br />

die Maske, nicht um sich, sondern um<br />

andere zu schützen. Offensichtlich erkennen<br />

wir den Sinn dahinter. Wie immer<br />

gibt es aber die Gruppe derer, die<br />

sich nicht daran halten, das lässt sich<br />

nicht vermeiden. Ich sage oft spöttisch,<br />

wir haben eben die 95 Prozent der<br />

„Normopathen“, die sich an alles halten,<br />

und die fünf Prozent der persönlichkeitsgestörten<br />

Psychopathen, die alles<br />

ignorieren. Österreich hat gut abgeschnitten.<br />

Auch das Phänomen des Vernaderns<br />

war zu beobachten. Nachbarn und<br />

Wirte wurden angezeigt? Warum wird<br />

vernadert?<br />

Zum Vernadern neigen auch normale<br />

Menschen. Wer Angst hat und den ganzen<br />

Tag zur Vorsicht aufruft, hat zusätzliche<br />

Angst, wenn sich jemand nicht an<br />

die Regeln hält. Das ist nachvollziehbar.<br />

Bei anderen ist es der Neid auf jene, die<br />

sich etwas trauen, was man selbst nicht<br />

kann. Und der dritte Faktor ist, wenn<br />

die Verhältnisse autoritärer werden. Es<br />

ist auch bei uns bei aller Notwendigkeit<br />

an den Rand des Demokratischen gegangen.<br />

Dann weiß man, dass das Denunziantentum<br />

zunimmt. Die Identifizierung<br />

mit den Mächtigen geht so weit,<br />

dass man andere denunziert.<br />

Warum werden manche depressiv, anfällig<br />

für Verschwörungstheorien und<br />

zeigen den Nachbarn an? Und warum<br />

erwacht in manchen Menschen unglaubliche<br />

Solidarität? Sie gehen für<br />

Ältere einkaufen, nähen Masken oder<br />

geben Balkonkonzerte? Woher bezieht<br />

das Virus diese Macht?<br />

Das Virus hat vieles bewirken können,<br />

was vorher 1000 Konferenzen, Appelle,<br />

Vorträge, Bücher nicht bewirkt haben.<br />

Nehmen wir die Umwelt und die plötzlich<br />

sauberen Satellitenaufnahmen: Corona<br />

hat mehr bewirkt als alle Konferenzen<br />

von Paris bis Rio. Oder bei einem<br />

meiner Spezialthemen wie dem Narzissmus:<br />

Ich habe oft beklagt, wir leben in<br />

einer narzisstischen Zeit mit emotionaler<br />

Kälte und Entsolidarisierung. Nix hat‘s<br />

geholfen. Das Virus hat das Gegenteil<br />

bewirkt, es ist ein anti- narzisstisches<br />

Virus. Es hat die Menschen zur Besinnung<br />

gebracht, dass es nicht immer höher,<br />

weiter, schneller gehen kann und<br />

muss.<br />

Ist Corona aus psychologischer Sicht<br />

vergleichbar mit anderen Krisen?<br />

Diese Zeit ist mit nichts vergleichbar.<br />

Seit dem Zweiten Weltkrieg waren wir,<br />

also unsere Generation, mit keinen<br />

schweren Seuchen, Kriegen und Naturkatastrophen<br />

konfrontiert. Große Hilfsbereitschaft<br />

haben wir zwar in der<br />

Flüchtlingswelle auch erlebt, aber nicht<br />

in so einem Ausmaß, da waren es maximal<br />

50 Prozent der Bevölkerung. Aber<br />

schon da hat man erlebt, dass große Solidarität<br />

in uns steckt. Das Besondere an<br />

dieser Krise ist, dass sie nicht regional<br />

auftritt, sondern global – und dann erträgt<br />

man es scheinbar besser. Wenn es<br />

den anderen auch dreckig geht, ist es für<br />

uns selber auch leichter zu ertragen.<br />

Dazu muss ich noch sagen, dass mir die<br />

Politiker von Anfang an sehr leidgetan<br />

haben, weil Wissenschaft und Virologen<br />

völlig unterschiedliche Daten geliefert<br />

haben. Von „die halbe Menschheit wird<br />

dahingerafft“ bis zu „a bissl a stärkere<br />

Grippe“ war alles dabei, alles dazwischen<br />

auch. Da muss jede Entscheidung falsch<br />

sein. (Lacht) Ausnahmsweise muss ich<br />

die Politiker in Schutz nehmen, sie waren<br />

zu bedauern. Ich bin Mediziner und<br />

die Wahrheit ist, dass auch die Fachleute<br />

noch nicht wissen, wie sich das Virus<br />

verhält.<br />

In ganz Österreich waren Spazierwege,<br />

Wälder, Wanderwege und Berge in<br />

den letzten Wochen bevölkert wie<br />

noch nie. Überall Paare, Familien, Biker,<br />

Läufer. Haben die Wälder als<br />

Fluchtort eine neue magische Anziehungskraft?<br />

Foto: Reinhard Haller<br />

14 <strong>SPORTaktiv</strong>


Der Effekt ist alt, aber er ist uns neu bewusst geworden.<br />

Die Corona-Krise hat uns auf alles zurückgeworfen,<br />

auf unsere Beziehungen, auf unsere Familien,<br />

auf unsere Wohnungen, letztlich auf uns selbst. Und<br />

wir sind draufgekommen, dass es andere Dinge gibt<br />

als noch mehr Erfolg und noch mehr Stress. Die Beziehung<br />

zur Natur ist bei vielen in der Vergangenheit<br />

sicher zu kurz gekommen. Aber das ist ein Ur-Bedürfnis,<br />

das man nicht unterdrücken kann und das<br />

jetzt wieder erwacht. Ich empfehle auch jetzt nach<br />

wie vor jedem viel frische Luft und Bewegung, das ist<br />

wichtig für den Aggressionsabbau, die Verhinderung<br />

psychischer Schäden und eine besonders gesunde<br />

Form der Selbstheilung.<br />

„Wir steigen auf den Berg und sehen unsere Probleme<br />

unten im Tal ganz klein“, haben Sie uns im<br />

Vorjahr gesagt. Bleibt dieser Effekt dauerhaft oder<br />

vergessen wir das in ein paar Monaten wieder und<br />

sperren uns wieder freiwillig in unsere Büros, Autos<br />

und Wohnungen?<br />

Dieser Schock war so groß, weil so global und so anhaltend,<br />

dass er einen dauerhaften Effekt haben wird.<br />

Viele Menschen haben die Zeit für Besonnenheit genutzt<br />

und überlegen: Wo sind die wahren Werte?<br />

Was sind die wichtigen Dinge im Leben? Natürlich<br />

werden die üblichen Gesetze des Menschseins wiederkommen<br />

und bei einigen die Rückkehr in alte Muster,<br />

aber der Effekt wird mit großer Breitenwirkung<br />

ein bleibender sein.<br />

Kaum Autos auf den Straßen, kaum Flugverkehr, Natur<br />

pur, Stille, ein entschleunigtes Leben: Viele haben<br />

sich über ein Lebenstempo wie in den 60er-Jahren<br />

gefreut. Lassen wir uns dauerhaft auf diese Entschleunigung<br />

ein?<br />

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Im Vorjahr unterhielten wir uns mit Reinhard Haller (Mitte) in Feldkirch<br />

über Wandern, Sucht und Morde, diesmal – via Handy – über Isolation,<br />

Krisen und Solidarität.<br />

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Wenn wir uns ehrlich sind, haben wir<br />

uns doch in den letzten Jahren schon<br />

nicht mehr mit Servas, Grüß Gott oder<br />

Habe d’Ehre begrüßt, sondern mit<br />

„keine Zeit“ und „hab an wahnsinnigen<br />

Stress“. Jetzt haben wir die Zeit und<br />

Ruhe bekommen. Aber verstehen Sie<br />

mich nicht falsch: Ich will nicht nur sagen,<br />

wie toll jetzt alles ist. Es ist bedrückend<br />

und für die Wirtschaft und viele,<br />

viele Menschen sehr schlimm, ich kann<br />

„Krise als Chance nutzen“ schon nicht<br />

mehr hören. Aber man soll und darf<br />

eben nicht nur auf die Gefahren sehen,<br />

sondern auch auf Positives.<br />

Welche Lehren können wir für die<br />

Zukunft ziehen?<br />

Vieles ist infrage gestellt. Muss es sein,<br />

dass wir für eine zweistündige Besprechung<br />

eine halbe Weltreise antreten? Ist<br />

es erforderlich, dass wir den Polterabend<br />

in Stockholm verbringen? Kann man<br />

am Samstagvormittag nicht am Grazer<br />

Hauptplatz einkaufen, muss man dafür<br />

nach Madrid, Rom oder London fliegen?<br />

Das war doch alles maßlos übertrieben<br />

und das hat man jetzt erkannt.<br />

Vieles kann man über Telekommunikation<br />

machen, auch Rundfunk- und<br />

TV-Interviews (lacht). Es wird einen<br />

enormen Fortschritt im E-Learning geben.<br />

Und als Psychiater hoffe ich, dass<br />

Corona auch eine Wirkung auf die Innenseite<br />

hat, dass die Menschen wieder<br />

DIE ANGST SOLL KEIN<br />

REISSENDER WOLF<br />

SEIN, DER UNS DIE SEE-<br />

LE AUFFRISST, SON-<br />

DERN EIN WACHHUND,<br />

DER ANSCHLÄGT, WENN<br />

ES GEFÄHRLICH WIRD.<br />

empathischer werden, sich anhaltend<br />

mehr für den anderen interessieren, dauerhaft<br />

mehr Zuwendung und Zeit spenden.<br />

Wenn man nicht auch auf das Positive<br />

schaut, ist eine Krise immer zum<br />

Verzweifeln. Krise bedeutet im Altgriechischen<br />

ja so viel wie „Weggabelung“.<br />

Ich kann links oder rechts weitergehen.<br />

Die Folgen für die Zeit danach: Psychotherapeutin<br />

Martina Leibovici-Mühlberger<br />

sagte, entweder kommen<br />

Misstrauen und Kontrollstaat als<br />

Devise oder im Kontrast der „radikal<br />

soziale Mensch“ mit seinen drei<br />

stärksten Werkzeugen Gemeinschaft,<br />

Kooperation und Kreativität. Was glauben<br />

Sie?<br />

Durch die modernen Kommunikationsformen<br />

ist bei uns vieles verloren gegangen,<br />

was face to face ablaufen sollte.<br />

Wenn man die Menschen jetzt fragt, was<br />

ihnen am meisten fehlt, sagen sie drei<br />

Dinge: das Umarmen von lieben Menschen,<br />

der Großeltern oder der Kinder.<br />

Das Miteinanderzusammensitzen und<br />

Biertrinken. Und als drittes, sich wieder<br />

frei bewegen und durchatmen zu können.<br />

Diese Urbedürfnisse sind sehr bewusst<br />

geworden. Der Mensch ist ein<br />

sehr soziales Wesen, ein emotional-empathisches<br />

Wesen und ein sehr naturverbundenes<br />

Wesen.<br />

Und der Kontrast? Das Misstrauen?<br />

Per App verordnete Kontrolle?<br />

Das hoffe ich nicht. Das Thema Datenschutz<br />

und Überwachungsstaat wird in<br />

Österreich immer schon sehr konträr<br />

diskutiert, da sind ausländische Staaten<br />

wie Deutschland oder die Schweiz pragmatischer<br />

und nicht so ängstlich. Vorsicht?<br />

Ja. Angst? Nein. Die Angst soll<br />

kein reißender Wolf sein, der uns die<br />

Seele auffrisst, sondern ein Wachhund,<br />

der anschlägt, wenn es gefährlich wird.<br />

Aber Misstrauen und Paranoia werden<br />

als Nebeneffekt unzweifelhaft größer,<br />

das ist klar. Wenn Frau Merkel sagt,<br />

man kann nicht genug konstruktive Opposition<br />

betreiben, geht das in die richtige<br />

Richtung.<br />

In China sind die Scheidungsraten in<br />

den Corona-Gebieten gestiegen.<br />

Überspitzt formuliert: Wird es in einem<br />

Jahr bei uns mehr Scheidungen geben<br />

oder mehr Babys? Oder beides?<br />

Beides. Das beobachten wir schon lange.<br />

Nirgends wird etwa so häufig der Entschluss<br />

zur Scheidung getroffen wie in<br />

Urlaubszeiten, wo man Zeit hat, Reibungsverluste<br />

stärker werden und Konflikte<br />

angesprochen werden.<br />

Optimismus oder Pessimismus?<br />

Was hält länger gesund?<br />

Mittelfristig und in den nächsten ein,<br />

zwei Jahren wird wohl viel Pessimismus<br />

regieren, weil die Kollateralschäden in<br />

der Wirtschaft groß sind. Und da neigen<br />

die Menschen stark zu Pessimismus.<br />

Aber wir haben in dieser Krise keine zerstörten<br />

Straßen und Brücken, die<br />

Infrastruktur ist intakt. Auf Dauer wird<br />

sich der Optimismus durch setzen.<br />

16 <strong>SPORTaktiv</strong>


mkoes.gv.at<br />

Alle<br />

Sportstätten<br />

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Halten Sie<br />

sich fit<br />

Bitte beachten Sie<br />

den Mindestabstand<br />

2 m<br />

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Haben Sie Fragen ?<br />

Schreiben Sie ein Mail an sport@bmkoes.gv.at<br />

oder informieren Sie sich unter<br />

bmkoes.gv.at/faq-sport


24 Stunden schwimmen<br />

für den guten<br />

Zweck: Staffeln & Einzelschwimmer<br />

rittern<br />

beim Benefizevent um<br />

Längen.<br />

BAHN UM BAHN,<br />

24 STUNDEN LANG<br />

Am 14. und 15. November geht das Parktherme-<br />

24-Stunden-Schwimmen in Bad Radkersburg<br />

in eine neue Runde. Wir suchen wieder starke<br />

Schwimmer/-innen für eine <strong>SPORTaktiv</strong>-Staffel.<br />

Herausfinden, wie weit man in 24<br />

Stunden schwimmen kann. Und mit<br />

jeder Länge Licht ins Dunkel unterstützen:<br />

Beides ermöglicht das Parktherme<br />

24-Stunden-Schwimmen im steirischen Bad<br />

Radkersburg jährlich im November. Am 14.<br />

und 15. November findet der Benefizevent<br />

bereits zum 15. Mal statt. Geschwommen wird<br />

im 50-m-Sportbecken bei 25 Grad Wassertemperatur<br />

für den guten Zweck. Neben Profis<br />

und Promis bilden jährlich die Hobbyschwimmer<br />

den Großteil des Starterfeldes. Denn die<br />

Regeln sind so gestaltet, dass jeder sich an das<br />

Abenteuer 24-Stunden-Schwimmen wagen<br />

kann. Schwimmzeiten und Pausenzeiten sind<br />

frei wählbar und Staffeln können bis zu fünf<br />

Personen umfassen.<br />

Auch sie ist schon Tradition: Die <strong>SPORTaktiv</strong>-Staffel<br />

mit Leserinnen und Lesern<br />

beim Parktherme-24-Stunden-Schwimmen.<br />

Gute und ehrgeizige Hobbyschwimmer/-innen,<br />

die dabei sein wollen, melden sich<br />

einfach. Die fünf Ausgelosten bekommen<br />

neben einer Schwimmausrüstung von MP<br />

wieder jede Menge: ein Schwimmtraining<br />

mit Trainer Markus Strini von 18. bis 19.<br />

September inklusive zwei Übernachtungen<br />

im 4*- Vitalhotel der Parktherme Bad<br />

Radkersburg, dazu das Startpaket beim Event<br />

von 14. bis 15. November. Bewerbungen: per<br />

E-Mail bis spätestens 20. August mit dem<br />

Kennwort „<strong>SPORTaktiv</strong>-Staffel“ an: gewinnspiel@parktherme.at.<br />

Die fünf Teilnehmer/-innen<br />

werden dann ausgelost und gleich<br />

verständigt.<br />

Wer ganz regulär dabei sein will, meldet<br />

sich einfach an unter: www.parktherme.at/<br />

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18 <strong>SPORTaktiv</strong>


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Training – Gesundheit – Ernährung<br />

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Direkt am See liegt Kärntens 1.<br />

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und kostenlos nutzbar ist – mit<br />

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Workout in den See springen.<br />

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Nudeln sind keine Dickmacher –<br />

sagt eine neue italienische Studie.<br />

Abnehmen mit einer kalorienreduzierten,<br />

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auch mit viel Nudeln. Wir<br />

haben es immer schon gewusst.<br />

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CORONA-AUSWIRKUNGEN<br />

Big Data sei Dank: Wie Garmin ermittelt<br />

hat, sank im Vergleich zum April 2019<br />

die weltweit im Alltag zurückgelegte<br />

Schrittzahl von Garmin-Nutzern um 12<br />

Prozent. Sportaktivitäten stiegen im<br />

Gegenzug um 24 Prozent.<br />

www.garmin.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

19


er Schweiß bräuchte<br />

dringend einen Imageberater.<br />

Seine Beliebtheitswerte<br />

sind im Keller, dabei ist seine Leistung<br />

gar nicht hoch genug einzuschätzen.<br />

Allenthalben wird er mit gerümpften<br />

Nasen begrüßt anstatt mit offenen<br />

Armen, so wie es ihm gebühren würde.<br />

Und er ist das Opfer von Trittbrettfahrern<br />

auf der Haut, die ihn von der geruchslosen<br />

Flüssigkeit zum stinkenden<br />

Sekret machen. Weil der arme Tropf weder<br />

Lobby noch Stimme hat, geben wir<br />

ihm eine und versuchen aufzuklären,<br />

dass er ganz bestimmt nicht per se pfui<br />

ist, sondern super.<br />

An unserer Seite: Dermatologin Dr.<br />

Kerstin Ortlechner, die wissenschaftliche<br />

Beraterin der porentiefen Charmeoffensive<br />

quasi. Sie bestätigt gleich einmal,<br />

dass wir – und damit ist in dem Fall<br />

nicht weniger gemeint als die Menschheit<br />

– nicht dort wären, wo wir sind,<br />

ohne den Schweiß. Er gibt uns nämlich<br />

die Fähigkeit zur Thermoregulierung.<br />

Wird uns heiß, weil wir uns anstrengen<br />

oder weil die Temperaturen steigen, tritt<br />

die farb- und geruchlose Flüssigkeit aus<br />

den Poren der Haut und kühlt uns via<br />

Verdunstung. Viele Tiere können das<br />

Fotos: iStock, Kerstin Ortlechner<br />

20 <strong>SPORTaktiv</strong>


DER<br />

SCHWEISS<br />

IST HEISS<br />

OHNE SCHWITZEN GEHT ES<br />

NICHT. IM ALLTAG NICHT UND<br />

BEIM SPORT SCHON GAR<br />

NICHT. WIE WICHTIG DIESE<br />

KLARE FLÜSSIGKEIT FÜR DIE<br />

MENSCHHEIT IST UND WARUM<br />

WIR AUCH AUS GUTEM GRUND<br />

BEI ANGST SCHWITZEN .<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

nicht. Diesen Vorteil haben sich schon<br />

die Steinzeitmenschen zunutze gemacht<br />

und die Gnuherde von einem schattigen<br />

Platzerl zum nächsten gejagt. Irgendwann<br />

sind die Tiere heißgelaufen und<br />

konnten nicht mehr. Unsere Vorfahren<br />

aber konnten schwitzen, sind handlungsfähig<br />

geblieben und brauchten den<br />

Tieren irgendwann nur noch die Nüstern<br />

zuzuhalten und die Ernährung der<br />

Sippe war wieder für eine zeitlang sichergestellt.<br />

Was Kerstin Ortlechner auch klarstellt:<br />

„Es gibt eine genetische Vorbestimmung,<br />

an welchen Stellen wir<br />

schwitzen und wie stark wir schwitzen.“<br />

So schwitzen Männer definitiv stärker<br />

als Frauen. „Das hat sicher auch mit der<br />

Evolution zu tun“, sagt Ortlechner.<br />

„Schweißdrüsen sitzen oft dort, wo Talgdrüsen<br />

sitzen und die wiederum hängen<br />

mit der Verteilung der Haarwurzeln zusammen.<br />

Männer waren von jeher stärker<br />

behaart als Frauen, also schwitzen sie<br />

auch mehr.“ Vor allem hängt das aber<br />

mit dem Hormon Testosteron zusammen,<br />

von dem Männer bekanntermaßen<br />

deutlich mehr haben als Frauen.<br />

Ein weiterer Vorteil des Schweißes: Er<br />

schützt unsere Haut und damit auch<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

21


uns. „Auf unserer Haut sitzen Bakterien,<br />

bei jedem“, erklärt die Expertin.<br />

Dadurch entsteht zwar auch überhaupt<br />

erst der unangenehme Geruch. Die<br />

Bakterien sind der oben erwähnte<br />

Trittbrettfahrer. Sie reagieren mit dem<br />

Schweiß und verwandeln ihn zu Ameisen-<br />

oder Buttersäure – und fertig ist<br />

der Auslöser des Nasenrümpfens. „Andererseits<br />

ist der Schweiß aber sauer,<br />

hat also einen niedrigeren pH-Wert als<br />

die Haut und tötet damit diese Viren<br />

und Bakterien ab. Man spricht vom<br />

Säureschutzmantel.“ Schwitzen ist also<br />

durchaus auch wichtig. Den Schluss zu<br />

ziehen, man könne mit Sport und dem<br />

daraus entstehenden Schweiß auch<br />

dem Coronavirus den Garaus machen,<br />

ist aber nicht zulässig. „Sport hilft uns<br />

generell, weil er unsere Grundkonstitution<br />

verbessert“, sagt Ortlechner. Wäre<br />

der Schweiß ein Mittel gegen Corona,<br />

bedürfte es wiederum des Sports nicht.<br />

„Denn wir schwitzen auch ohne Sport.<br />

Das passiert weitgehend unbemerkt.<br />

Über Tag und Nacht verteilt kommt<br />

da rund ein halber Liter pro 24 Stunden<br />

zusammen“, erklärt Ortlechner.<br />

Abgesondert wird er aus zwei unterschiedlichen<br />

Drüsen: den ekkrinen<br />

und den apokrinen Schweißdrüsen.<br />

Der „normale“ Schweiß kommt aus<br />

den ekkrinen Drüsen, aus den apokrinen<br />

wiederum kommen hauptsächlich<br />

Pheromone, also Lockstoffe, die uns<br />

beim anderen Geschlecht interessant<br />

machen sollen. Sie befinden sich unter<br />

den Achseln, im Genitalbereich, bei<br />

manchen auch um die Brustwarzen.<br />

Dieser Schweiß ist auch milchiger als<br />

der ‚normale‘ und wird auch erst ab<br />

der Pubertät produziert. „Ob wir einander<br />

riechen können, hängt von diesem<br />

Schweiß ab“, sagt Ortlechner.<br />

Während wir also keine Möglichkeit<br />

haben, das Schwitzen an bestimmten<br />

Stellen zur Kühlung zu lernen (am<br />

Kopf beispielsweise), so lässt sich die<br />

genetische Prädisposition, was die Intensität<br />

betrifft, sehr wohl ein wenig<br />

DR. KERSTIN<br />

ORTLECHNER<br />

ist Fachärztin für Dermatologie<br />

und lebt mit ihrem<br />

Mann, Ex-Fußballprofi<br />

Manuel Ortlechner, in Wien<br />

verändern. Dafür hat die Hautärztin<br />

Ortlechner ein Beispiel: „Als ich noch<br />

wenig trainiert war und mit meinem<br />

Mann in die Sauna gegangen bin, war<br />

er schon waschelnass, während ich<br />

noch gar nicht geschwitzt habe. Durch<br />

mehr Sport hat sich das verändert.“<br />

Bleibt noch die Frage, warum wir<br />

unter Stress schnell schwitzen. Man<br />

FLÜSSIGE<br />

FAKTEN<br />

kennt das ja. Vor einer Prüfung oder<br />

einem wichtigen Termin hat man oft<br />

rasch unansehnliche Schweißflecken<br />

am Hemd. „Bei Stress werden Adrenalin<br />

und Noradrenalin ausgeschüttet –<br />

wir schwitzen“, sagt Ortlechner. Den<br />

Grund dafür findet man wiederum<br />

ganz ganz früh in der Steinzeit. „Das<br />

Schwitzen dient auch dazu Gewicht zu<br />

verlieren, damit man im Ernstfall<br />

leichter und damit auch schneller war,<br />

wenn man flüchten musste.“ Heute<br />

wartet zwar kein Säbelzahntiger mehr<br />

ums Eck, die genetische Prägung ist<br />

aber so enorm stark, dass uns das<br />

Schwitzen als Relikt aus dieser Zeit geblieben<br />

ist. „Darum“, erklärt Ortlechner<br />

auch, „müssen wir bei Nervosität<br />

wie zum Beispiel vor einem Wettbewerb<br />

oder einer Prüfung auch immer<br />

so oft aufs WC – um leichter zu werden<br />

und schneller davonlaufen zu<br />

können.“<br />

Ekkrine Drüsen: befinden sich am ganzen Körper, besonders<br />

an Stirn, Hand- und Fußsohlen. Sie produzieren eine klare,<br />

salzhaltige Flüssigkeit, die zu 99 Prozent aus Wasser besteht.<br />

Dieser Schweiß ist an sich geruchlos und entsteht vor allem<br />

beim Sport und durch Überhitzung des Körpers und dient der<br />

Kühlung.<br />

Apokrine Drüsen: Kommen nur an bestimmten Stellen vor,<br />

wie z. B. Leistengegend, Achseln, Kopfhaut, Brustwarzen. Sie<br />

produzieren ein milchiges, öliges Sekret, das Proteine und<br />

Fettsäuren enthält. Sie produzieren Schweiß vor allem bei Erregung<br />

und emotionalem Stress und sind verantwortlich für<br />

den individuellen Eigengeruch. Dadurch spielen sie bei der<br />

Partnerwahl eine entscheidende Rolle.<br />

Kalter Schweiß: „Tritt der in Zusammenhang etwa mit Blässe<br />

oder blauen Lippen auf, kann das ein Hinweis auf einen bevorstehenden<br />

Herzinfarkt oder eine Lungenembolie sein“, warnt<br />

Ortlechner.<br />

22 <strong>SPORTaktiv</strong>


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LESERAKTION<br />

MINUS 4 KG IN<br />

EINEM MONAT<br />

PEEROTON SUCHTE IM FEBRUAR DREI TESTPERSONEN, DIE DANN DEN SLIM SHAKE FÜR EINEN<br />

MONAT TESTETEN. HIER DIE ERFAHRUNGSBERICHTE VON ALFRED, LILLY UND HERMANN,<br />

DIE IM SCHNITT IN NUR EINEM MONAT UM 4 KG LEICHTER UND DAMIT SPORTLICHER WURDEN.<br />

ANZEIGE / Fotos: iStock, Peeroton, Thomas Polzer<br />

NAME: Alfred Brunner<br />

BERUF: Geschäftsführer<br />

SPORT: Rennrad<br />

KILO VORHER/NACHHER: 80kg/77kg<br />

Der Gedanke, mal mit ein paar Kilo<br />

weniger unterwegs zu sein, reizt. Das<br />

Motto der Stunde lautet ja ohnehin<br />

„Muster brechen“, um sich mit neuen<br />

Zugängen im Leben und im Job anzufreunden.<br />

Die 3-tägige Reinigungsphase<br />

zu Beginn war mit 3x SLIM<br />

SHAKE pro Tag ohne zusätzlich feste<br />

Nahrung für mich vor allem eine<br />

Prüfung für den Kopf! In den Tagen<br />

danach wechselte ich<br />

– abhängig von der<br />

sportlichen Aktivität<br />

– immer wieder<br />

mal zwischen Abnehmphase<br />

(2x SLIM<br />

SHAKE pro Tag) und<br />

Stabilisierungsphase<br />

(1x SLIM SHAKE). Die Zubereitung<br />

mit dem mitgelieferten Shaker ist easy<br />

und in Sekundenschnelle erledigt.<br />

Fazit: Ich spürte keine Mangelerscheinungen,<br />

im Gegenteil: So<br />

hohe Energie wie heuer im Frühjahr<br />

verspürte ich schon lange nicht. Drei<br />

Kilogramm weniger nach nur einem<br />

Monat tun gut und motivieren, vor<br />

allem wenn es so leicht geht.<br />

NAME: Lilly Saric<br />

BERUF: Außendienst<br />

SPORT: Triathlon<br />

KILO VORHER/NACHHER: 59,8kg/55,1kg<br />

Nach meinen Trainings hatte ich<br />

meist großen Hunger und nahm<br />

daher eher zu als ab. Hab auch schon<br />

vieles ausprobiert, bisher leider ohne<br />

Erfolg. Da kam die Peeroton-<br />

Testaktion gerade<br />

recht. Die ersten<br />

drei Tage nur mit<br />

dem Shake ging es<br />

mir überraschend<br />

gut: Ich hatte kein<br />

Hungergefühl und<br />

konnte auch seit<br />

Langem wieder richtig gut schlafen.<br />

In der Folge purzelten meine Kilos<br />

und meine sportliche Leistung ging<br />

nach oben. Ich nehme den Shake<br />

jetzt nach 5 Wochen immer am<br />

Abend und möchte ihn gar nicht<br />

mehr missen.<br />

Fazit: Ich genieße ein neues und<br />

besseres Lebensgefühl. Auf einmal ist<br />

Abnehmen ganz leicht geworden.<br />

Freu mich damit schon sehr auf die<br />

nächsten Triathlons.<br />

PEEROTON SLIM SHAKE Wertvolles Sojaprotein und Joghurt liefern die benötigten Proteine, während<br />

Kohlen hydrate aus Honig die Energie beisteuern. Trotz reduzierter Kalorienzufuhr versorgt dich der Shake<br />

außerdem mit allen Vitaminen und Mineralstoffen und beugt Mängeln vor. Und: Der Peeroton Slim Shake<br />

schmeckt lecker, nach Vanille oder Schoko.<br />

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NAME: Hermann Bauer<br />

BERUF: Technischer Planer<br />

SPORT: Laufen/Rad<br />

KILO VORHER/NACHHER: 90kg/86kg<br />

Nach 12 Jahren glücklicher Ehe mit<br />

drei Kindern trage ich ein paar Kilo<br />

zu viel mit mir herum. Da <strong>2020</strong> ein<br />

Herbstmarathon auf der Liste steht,<br />

kam die Peeroton-Testaktion genau<br />

zum perfekten Zeitpunkt. Die<br />

Reinigungsphase zu Beginn ist<br />

natürlich eine sehr große Herausforderung;<br />

es geht dabei vor allem um<br />

die Umstellung auf neue Gewohnheiten.<br />

Vor allem in der sogenannten<br />

Abnehmphase mit 2x SLIM SHAKE<br />

pro Tag ging es mir echt gut. Einzig<br />

um die Osterfeiertage wurde etwas<br />

genascht. Die<br />

Shakes habe ich<br />

meist mit<br />

verschiedenen<br />

Früchten bzw.<br />

Obst aufgepeppt.<br />

Fazit: SLIM<br />

SHAKEN ist eine<br />

sehr einfache Möglichkeit vier Kilo in<br />

nur vier Wochen zu verlieren. Das<br />

Lauftraining klappt nun im doppelten<br />

Sinn noch leichter. Danke SLIM<br />

SHAKE.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

25


DAS GUTE<br />

SO NAH<br />

uperfoods? Was ist das<br />

überhaupt? Schon die Bezeichnung<br />

hat das Potenzial,<br />

unterschiedliche Gefühlsregungen<br />

auszulösen: von neugierig bis<br />

skeptisch. Sagen wir es geradeheraus:<br />

„Superfoods“ ist ein Marketingbegriff.<br />

Eine wissenschaftliche Definition gibt es<br />

nicht. Gemeint sind damit pflanzliche<br />

Lebensmittel, die von Natur aus mit einer<br />

besonderen Dichte an Nährstoffen,<br />

„SUPERFOODS“ WACHSEN NICHT NUR IN DER FERNE.<br />

SPORTAKTIV-EXPERTIN JANE BERGTHALER BRICHT<br />

EINE LANZE FÜR DIE KRAFT DER NAHRUNGSMITTEL,<br />

DIE IN UNSEREN GÄRTEN, AUF BALKONEN UND SOGAR<br />

FENSTERBRETTERN GEDEIHEN. UND NICHT WENIGER<br />

„SUPER“ SIND WIE CHIA-SAMEN ODER GOJI-BEEREN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

Fotos: iStock, Jane Bergthaler<br />

26 <strong>SPORTaktiv</strong>


JANE BERGTHALER,<br />

BSC MSC<br />

ist Diätologin mit<br />

Spezialgebiet Sporternährung.<br />

www.diaetologisch.at<br />

ihre positiven Effekte sind andererseits<br />

noch lange nicht zu Ende erforscht. In<br />

jedem Fall aber sind sie ein wichtiger<br />

Grund dafür, warum ein hoher Anteil<br />

an pflanzlichen Nahrungsmitteln in der<br />

tagtäglichen Ernährung so wichtig ist.<br />

Um Superfoods zu erkennen, soll man<br />

auf seine Sinne vertrauen, empfiehlt Jane<br />

Bergthaler. Faustregel: Satte, auffällige<br />

Farben, ein intensiver Geruch und ebensolcher<br />

Geschmack deuten auf besondere<br />

Eigenschaften hin. „Wie bei den Roten<br />

Rüben oder Tomaten, bei Kohlgemüse,<br />

Zwiebel oder Knoblauch.“<br />

Studien belegen,<br />

dass Ausdauersportler<br />

von der<br />

Kraft der Roten<br />

Rübe profitieren.<br />

Aber auch für<br />

andere Sportler<br />

sind sie spitze.<br />

Substanzen oder Eigenschaften ausgestattet<br />

sind, die einen Mehrwert versprechen.<br />

Dabei geht es um die Gesundheit<br />

wie um die sportliche Leistungsfähigkeit.<br />

Die Superfoods als reinen Marketinghype<br />

abzutun, würde ihnen aber unrecht<br />

tun, weiß Jane Bergthaler, Diätologin<br />

mit Spezialgebiet Sporternährung. Die<br />

Expertin widmet sich seit Längerem Lebensmitteln,<br />

die für Sportler von Natur<br />

aus besser sind als andere.<br />

Beim Wort Superfoods haben viele<br />

vielleicht Acai- oder Goji-Beeren, Chia­<br />

Samen oder andere Exoten vor dem<br />

geistigen Auge. Oft jedenfalls Lebensmittel,<br />

die rund um den Erdball gekarrt<br />

werden. In Wahrheit liegt das Gute nah:<br />

Brokkoli, Brennnessel, Kresse, Haferflocken,<br />

Rote Rüben, Leinsamen, Heidelbeeren,<br />

um nur einige zu nennen (siehe<br />

Kasten hinten): Superfoods wachsen in<br />

unseren Gärten oder wild auf den Wiesen,<br />

lassen sich auf Balkonen und sogar<br />

Fensterbrettern züchten. Nicht schlecht<br />

in Zeiten von Klima- und Corona-Krise,<br />

in denen viele wieder den Wert regionaler<br />

Produktionskreisläufe entdecken.<br />

„Allen, die ihrem Körper Gutes tun<br />

wollen“, empfiehlt die Expertin einen<br />

Blick auf die Superfoods zu werfen. Und<br />

speziell auch den ambitionierten Sportlern,<br />

die ihrem Körper durch Training<br />

viel abverlangen: Intensiver Sport bedeutet<br />

schließlich für den Körper Stress –<br />

ebenso wie UV-Strahlung oder Umweltbelastungen:<br />

„Eine gesunde Ernährung<br />

ist für Sportler absolut wichtig, um einen<br />

Nährstoff-Mehrverbrauch regelmäßig<br />

auszugleichen.“ Auch dazu leisten<br />

Superfoods ihren Beitrag.<br />

Welche Inhalts- oder Nährstoffe ein<br />

Superfood aus der Masse hervorheben,<br />

ist unterschiedlich: Es kann die besondere<br />

Dichte von Vitaminen oder Mikronährstoffen<br />

oder auch von Antioxidantien<br />

sein. Für Jane Bergthaler ist vor allem<br />

ein hoher Anteil sekundärer Pflanzenstoffe<br />

ein guter Grund, zuzugreifen.<br />

Diese leisten vielfältige gute Dienste,<br />

Die Basis muss stimmen<br />

Wie integriert man Superfoods sinnvoll<br />

in seine Ernährung? Zunächst gilt: Die<br />

Basis muss stimmen. Ohne diese Grundvoraussetzung<br />

hilft ein einzelnes Superfood<br />

wenig. Dazu gehört die regelmäßige<br />

und ausreichende Flüssigkeitszufuhr<br />

ebenso wie ein gut abgestimmtes Verhältnis<br />

bei der Aufnahme von Kohlenhydraten,<br />

Proteinen und Fetten – wie<br />

hier schon oft beschrieben. „Eine ausreichende<br />

Zufuhr an Nährstoffen, Vitaminen,<br />

Mineralstoffen und sekundären<br />

Pflanzenstoffen ist für Sportler sehr<br />

wichtig, für den Leistungszuwachs wie<br />

für die Regeneration“, betont Bergthaler.<br />

Ist man hier gut aufgestellt, kommen<br />

Superfoods ins Spiel: sozusagen als wertvolles<br />

„Topping“ obendrauf. Ein Praxisbeispiel:<br />

Unmittelbar nach intensiven<br />

Sporteinheiten kann die Zufuhr von Eiweiß<br />

und Kohlenhydraten die Regenerationszeit<br />

verkürzen. „Hier würde sich<br />

zum Beispiel ein Smoothie mit Haferflocken,<br />

Beeren, Samen, Spinat anbieten.<br />

Ein perfekter Grundstock für eine<br />

schnelle erste Regeneration“ – siehe den<br />

Rezepttipp hinten.<br />

Konkret empfiehlt Jane Bergthaler:<br />

„Zunächst einmal die eigene Ernährungssituation<br />

anschauen: Wie ernähre<br />

ich mich, wo kann ich etwas adaptieren?<br />

Aus Gründen der Verträglichkeit soll<br />

man jedoch nicht von heute auf morgen<br />

alles umstellen, sondern kleinweise mehr<br />

von den besonders wertvollen Nahrungsmitteln<br />

in den Speiseplan integrieren.“<br />

Gerade im Sport ist dabei auch<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

27


Regenerations-<br />

Smoothie<br />

1 große Hand voll Heidelbeeren<br />

(oder Erdbeeren, Himbeeren ...)<br />

3 Marillen (od. außerhalb der<br />

Saison: 1/2 Banane)<br />

1 EL Honig<br />

3 gehäufte EL Haferflocken<br />

150 g Naturjoghurt<br />

250 ml Sojadrink mit Kalzium<br />

nach Belieben „Grünes“ wie<br />

Spinat, Minze, Zitronen melisse<br />

(ergibt in etwa 70 g Kohlenhydrate<br />

und 20 g Eiweiß)<br />

Sprossen<br />

Sprossen – wie die Gartenkresse, die jeder kennt – sind<br />

wahre Energiebündel aus Mineralstoffen, Vitaminen, sekundären<br />

Pflanzenstoffen oder auch mehrfach ungesättigstets<br />

die Verträglichkeit<br />

zu beachten, die sich<br />

direkt auf die Leistungsfähigkeit<br />

auswirke:<br />

Kohlgemüse wie<br />

Brokkoli können, so<br />

wertvoll die Inhaltsstoffe<br />

auch sind, schnell zu<br />

Leistungsbremsen werden,<br />

wenn sie unmittelbar<br />

vorm Training<br />

oder Wettkampf in<br />

größeren Mengen gegessen<br />

werden. „Generell<br />

soll man immer beobachten,<br />

wie man auf Änderungen in der Ernährung<br />

reagiert. Denn das ist individuell unterschiedlich.“<br />

Kurze Wege, schonende Verarbeitung<br />

Seit der Ernst der Klimakrise erkannt wurde, achten viele<br />

Konsumenten auf kurze Transportwege und mit Covid-19<br />

hat sich der Trend noch verstärkt. Die Diätologin<br />

sieht es auch als wichtiger an, auf Regionalität und Sai­<br />

WAS STECKT DRIN?<br />

Einige heimische Superfoods, die jeder kennt<br />

Haferflocken<br />

Haferflocken enthalten komplexe Kohlenhydrate, vergleichsweise<br />

viel pflanzliches Eiweiß, viele Ballaststoffe<br />

sowie wichtige Mineralstoffe wie Zink, Phosphor und Magnesium.<br />

Von allen Getreidesorten enthält Hafer am meisten<br />

B-Vitamine (B6 und B1), die zur Funktion des Energiestoffwechsels<br />

und des Nervensystems beitragen.<br />

Rote Rüben<br />

Studien belegen, dass Roter-Rüben-Saft einen positiven<br />

Einfluss auf die Ausdauer von Leistungssportlern hat.<br />

Grund: Die darin enthaltenen Nitrate und Nitrite verbessern<br />

die Sauerstoffaufnahmekapazität. Auch die Mineralstoffe<br />

Kalium und Natrium unterstützen beim Sport und<br />

spielen für Nerven wie Muskeln eine wichtige Rolle.<br />

Knoblauch<br />

Mit vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien<br />

stärkt Knoblauch das Immunsystem und hält Gefäße gesund.<br />

Die zahlreichen sekundären Pflanzenstoffe wirken<br />

entzündungshemmend und beugen Infektionen vor. Beim<br />

Pressen entsteht Allicin, das sorgt nicht nur für den typischen<br />

Geruch, sondern wirkt unter anderem antibakteriell.


sonalität zu achten als auf ein Bio-Label: „Kleine Bauern,<br />

die hervorragende Lebensmittel produzieren, können<br />

sich oft keine Bio-Zertifizierung leisten.“ Man kann<br />

aber auch selbst unter die Produzenten gehen und sich<br />

Superfoods züchten, auch in einer Stadtwohnung:<br />

Sprossen jeder Art lassen sich auf jeder Fensterbank ziehen<br />

– „in diesen Keimlingen steckt ganz viel drin.“<br />

Die Art der Zubereitung ist durchaus von Bedeutung:<br />

Viele Nährstoffe können sonst verloren gehen.<br />

Faustregel: sanfte Zubereitungsarten (wie garen, dünsten)<br />

bevorzugen. Und zugleich auf jeweilige Eigenheiten<br />

der Superfoods achten: Manche entfalten roh ihre<br />

beste Wirkkraft, andere erst, wenn man sie behandelt.<br />

Knoblauch etwa setzt erst beim Pressen Allicin, einen<br />

besonders wertvollen Inhaltsstoff, frei.<br />

Im Kasten haben wir euch ein paar heimische und<br />

für Sportler besonders wertvolle Superfoods aufgelistet.<br />

Freilich gibt es deutlich mehr. Als Fazit bleibt: „Superfoods<br />

sind super“, sagt Jane Bergthaler – „es gibt aber<br />

nicht das eine Lebensmittel, das allein alles leistet. Die<br />

richtige Mischung macht es, und<br />

die Superfoods sind die<br />

Highlights oben drauf.“<br />

Voll im<br />

Takt.<br />

Mit MSM und<br />

Kurkumaextrakt<br />

ten Fettsäuren. Der Nährstoffgehalt von<br />

Sprossen steigt während der Keimung<br />

kontinuierlich an. Auch keimfähige Samen<br />

von Dinkel, Hafer, Kürbis oder Sonnenblumenkernen<br />

eignen sich für das Ziehen<br />

von Sprossen, das nur wenige Tage dauert.<br />

Brokkoli<br />

Er gehört zu den Kohlgemüsen und enthält viel Kalzium,<br />

Karotin und Magnesium und wertvolle Senfölglycoside,<br />

welche Infektionen vorbeugen sollen. Außerdem Phosphor,<br />

Zink, die Vitamine B1, B2, B6 und E, sowie wertvolle<br />

sekundäre Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Flavonoide und<br />

Lutein.<br />

Heidelbeeren<br />

Heidelbeeren sind reich an einer Vielzahl an gesunden Inhaltsstoffen:<br />

Vor allem enthalten die „Schwarzbeeren“<br />

eine Vielzahl an Antioxidantien – aber auch Ballaststoffe,<br />

Vitamine (A, B, Beta-Carotin, C, E) sowie Mineralstoffe<br />

wie Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium.<br />

Brennnessel<br />

Bekannte Wildkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn und<br />

viele andere sind einheimische Superfoods. Brennnesseln<br />

enthalten zum Beispiel mehr Vitamin C als vergleichbare<br />

Mengen Zitrusfrüchte und ebenso viel Eiweiß wie die<br />

bekannt proteinreichen Hülsenfrüchte. In den Blättern<br />

stecken Provitamin A, B-Vitamine, Folsäure, Vitamin C und<br />

Vitamin D, Flavonoide, wichtige Nervenbotenstoffe und<br />

Mineralstoffe wie Kieselsäure, Eisen und Kalium.<br />

Alpinamed ® MSM Arthro<br />

Für Knochen, Knorpel und Bindegewebe<br />

Nährstoffquelle mit MSM-Schwefel, Kurkuma,<br />

Vitamin C und Mineralstoffen.<br />

Unterstützt geforderte<br />

und vernachlässigte Gelenke<br />

Ideal für Profi- und Hobbysportler<br />

Erhältlich in Ihrer Apotheke.<br />

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GCB.ALP-MSM 200508<br />

Gebro Pharma GmbH, Österreich<br />

www.alpinamed.at


WIRBELSÄULENTRAINING<br />

PILATESTRAINING<br />

VS.<br />

Zwei Wege, zwei<br />

Namen, vereint in<br />

einem: dem Ziel. Bei<br />

beiden Trainingsmethoden<br />

geht es um<br />

die Stärkung unserer<br />

Tiefenmuskulatur.<br />

Egal, ob Pilates (links)<br />

oder Wirbelsäulentraining<br />

(rechts) – beide Trainingsvarianten<br />

haben die Kräftigung<br />

der Tiefenmuskulatur<br />

zum Ziel.<br />

Pilates ist eine Trainingsmethode,<br />

welche von J.H. Pilates im Jahre<br />

1922 konzipiert worden ist. Beim<br />

Pilatestraining geht es primär um die<br />

richtige Ansteuerung der Tiefenmuskulatur!<br />

J.H. Pilates hatte also schon vor fast 100<br />

Jahren diesen Zugang zu seinem Körper<br />

und seiner rumpfstabilisierenden Muskulatur<br />

in der „Tiefe“ – beeindruckend!<br />

30 <strong>SPORTaktiv</strong>


MAG. CLAUDIA<br />

NOVAK-TROPPER<br />

hat Sportwissenschaften und Leibeserziehung<br />

studiert, ist Personal Trainerin und am WIFI<br />

Steiermark Lehrgangsleiterin in den Ausbildungen<br />

„Dipl. Pilates trainer“ und<br />

„Dipl. Wirbelsäulentrainer“<br />

www.cgym.at<br />

INFOS ZUR AUSBILDUNG:<br />

www.stmk.wifi.at<br />

ANZEIGE / Fotos: Basil<br />

Wirbelsäulentraining ist eine Trainingsmethode,<br />

die auch die Tiefenmuskulatur unseres<br />

Rumpfes in den Vordergrund stellt. Diese<br />

Grundlage ist jedoch nicht von Anfang an vermittelt<br />

und unterrichtet worden.<br />

In den letzten Jahren wird immer häufiger<br />

von „Core Training“ gesprochen. Was bedeutet<br />

Core? Wörtlich übersetzt heißt es Kern. Ein<br />

Kern liegt in der Tiefe und Mitte einer Frucht.<br />

Nur wenn der Kern gesund ist, kann sich die<br />

Frucht gut und gesund entwickeln. Nicht<br />

umsonst gibt es schließlich den altbekannten<br />

Ausdruck: „Ich bin kerngesund.“<br />

Dementsprechend bedeutet Core auf unseren<br />

Körper bezogen die starke Mitte, die Muskulatur<br />

in der Tiefe und Mitte unseres Körpers –<br />

die Tiefenmuskulatur!<br />

Somit sind sowohl die Pilatesmethode als<br />

auch das Wirbesäulentraining zwei Wege, die<br />

die Stärkung der Tiefenmuskulatur durch bewusste<br />

Ansteuerung als primäres Ziel haben.<br />

Doch Muskeln, die man nicht sehen und<br />

angreifen kann, sind oft für viele nicht attraktiv,<br />

nicht „trainingswürdig“, denn das Trainingsergebnis<br />

ist nicht durch Muskelzuwachs<br />

erkennbar. Das Trainingsergebnis ist spürbare<br />

Stabilität, ein Gefühl, von innen getragen und<br />

wider die Schwerkraft in Längsspannung des<br />

Rumpfes aufgerichtet zu sein.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

31


SCHMERZEN<br />

TRAIN THE BRAIN! SPORT­<br />

AKTIV-LESER MARKO WEBER<br />

HAT BEI UNSERER LESER­<br />

AKTION „DU BIST RAUS“ EIN<br />

MENTALCOACHING BEI WOLF­<br />

GANG SEIDL GEWONNEN. WAS<br />

ER DABEI GELERNT HAT, WIE<br />

ER DAMIT UMGEHT, DASS IHM<br />

SEIN ZIEL VIELLEICHT ABHAN­<br />

DEN KOMMT UND WIE ER MIT<br />

SCHMERZ UMGEHT.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

FOTOS: THOMAS POLZER<br />

SIND EIN<br />

PRIVILEG<br />

32 <strong>SPORTaktiv</strong>


Wolfgang Seidl (links) mit<br />

Leser Marko Weber bei<br />

der Biofeedback-Messung<br />

in seiner Praxis in Bierbaum<br />

bei Bad Blumau.<br />

DU BIST RAUS!<br />

DIE SPORTAKTIV LESERAKTION<br />

W<br />

o, wenn nicht bei so einem<br />

Unterfangen, ist ein<br />

Mentalcoaching notwendig.<br />

Marko Weber will<br />

den 24-Stunden-Lauf im oststeirischen<br />

Bad Blumau laufen. Alleine, auf einer<br />

Runde, die gerade ein bisschen mehr als<br />

einen Kilometer lang ist. Als einer der<br />

Gewinner unserer Leseraktion „Du bist<br />

raus“ bekommt er dabei Unterstützung<br />

von Mentalcoach Wolfgang Seidl, der<br />

schon Triathlon- und Fußballprofis betreut<br />

hat und betreut. „Die Einheiten<br />

mit Wolfgang haben mir schon sehr geholfen“,<br />

berichtet Marko. Vor dem Corona-Lockdown<br />

haben sich die beiden<br />

schon dreimal getroffen, danach einmal<br />

einen Termin via Skype absolviert.<br />

Begonnen haben die beiden in der<br />

Praxis von Wolfgang Seidl in Burgau bei<br />

Bad Blumau mit Biofeedback-Messungen<br />

und Atemübungen. „Um die Nervosität<br />

und die Anspannung vor dem Start<br />

zu senken“, erklärt Wolfgang Seidl. Also<br />

atmet Marko langsam und länger aus als<br />

ein. Kurz vor dem Einatmen hält er den<br />

Atem kurz an. Schon nach ein, zwei Minuten<br />

geht die Stresskurve merklich<br />

nach unten. Weil zu viel Spannung der<br />

optimalen Leistungsentfaltung aber<br />

ebenso abträglich ist wie zu wenig Spannung,<br />

arbeiten die beiden auch an der<br />

Aktivierung. „Das gelingt durch Klopfen<br />

auf die Thymusdrüse“, erzählt Marko.<br />

Weil alle seine Vorbereitungswettkämpfe<br />

abgesagt werden mussten, „werde<br />

ich jetzt einmal im Training eine<br />

Wettkampfsituation simulieren müssen“,<br />

sagt der 45-Jährige. Drei Ausdauereinheiten<br />

pro Woche stehen bei ihm jetzt<br />

auf dem Programm, dazu ein Kraft-Ausdauer-Training<br />

und eine Einheit Koordination<br />

und Dehnen.<br />

Besonders weitergeholfen haben ihm<br />

Wolfgang Seidls Anregungen zum Thema<br />

Schmerzen. „Er hat mir gesagt, ich<br />

soll sie positiv nehmen und als Privileg<br />

sehen, dass nur ich alleine sie spüre und<br />

nur, weil ich so lange laufen kann. Tatsächlich<br />

kann ich den Schmerz jetzt annehmen<br />

und bekämpfe ihn nicht mehr.“<br />

Generell arbeiten die beiden viel mit<br />

Visualisierungen, die helfen sollen,<br />

schwierige Situationen im Wettkampf zu<br />

überstehen. „So wie ein Pilot im Simulator<br />

immer und immer wieder z.B.<br />

Triebwerksausfälle simuliert, bereite ich<br />

Marko auf schwierige Momente vor“, erklärt<br />

Wolfgang Seidl. „Diese Techniken<br />

muss man präventiv und regelmäßig trainieren,<br />

um sie im Ernstfall parat zu haben.“<br />

So soll sich Marko beispielsweise<br />

bereits errungene Erfolge vors geistige<br />

Auge rufen. „Das hab ich schon öfter<br />

ausprobiert und du bekommst dadurch<br />

echt einen Extra-<br />

Boost.“ Im jüngsten<br />

Termin via Skype ist<br />

dann das Thema<br />

Energie im Mittelpunkt<br />

gestanden. Jeder,<br />

so Wolfgang<br />

Seidl, hat ein Kraftzentrum<br />

im Körper.<br />

Ob Herz oder<br />

Bauch oder ganz<br />

woanders, das kann<br />

individuell ganz verschieden<br />

sein. „Ich hab so was vorher<br />

noch nie gemacht und es war ein bisschen<br />

komisch“, erinnert sich Marko.<br />

„Aber ich habe dann mit geschlossenen<br />

Augen ruhig geatmet und mich darauf<br />

konzentriert es zu spüren.“ Siehe da, es<br />

gelang. „Und von dem Zentrum aus,<br />

stelle ich mir jetzt vor, wie sich die Energie<br />

gleichmäßig auf den ganzen Körper<br />

verteilt.“ Ebenfalls eine Übung, die ihn<br />

weitergebracht hat und bei der er darauf<br />

brennt sie einmal vor einem Wettkampf,<br />

oder jetzt eben einer Wettkampfsimulation,<br />

einsetzen zu können.<br />

Kurven sind<br />

aktuell in aller<br />

Munde. Diese<br />

zeigt aber die<br />

Phasen mentaler<br />

Spannung<br />

und Entspannung.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

33


WOLFGANG SEIDL<br />

ist ehemaliger Leistungssportler und arbeitet<br />

jetzt als Mentalcoach in Wien und<br />

Bierbaum bei Bad Blumau (St). Er betreut<br />

Einzelsportler, stressgeplagte Menschen<br />

sowie Fußballmannschaften und Unternehmen.<br />

www.mana4you.at<br />

Worauf sich Wolfgang Seidl und Marko<br />

Weber aber natürlich auch vorbereiten<br />

in Zeiten wie diesen, ist: eine mögliche<br />

Absage des Wettkampfs und damit<br />

den Wegfall des großen Ziels für Marko.<br />

„Klar sprechen wir auch darüber. Ich<br />

sehe das positiv. Ich bin sowieso gerne<br />

draußen unterwegs. Sollte der Lauf<br />

nicht stattfinden, freue ich mich darüber,<br />

dass ich so fit wie nie in die Bergsaison<br />

gehe. Ich hab jetzt schon so viel<br />

erreicht für meine Fitness, dass ich dann<br />

einfach größere oder anstrengendere<br />

Touren unternehmen kann. Diese Einstellung<br />

hatte ich schon, Wolfgang hat<br />

sie aber noch verstärkt.“<br />

Von der körperlichen Fitness seines<br />

Gegenübers kann man sich aktuell nur<br />

schwer überzeugen. Statt einer gemeinsamen<br />

Laufrunde erzählt uns Marko via<br />

Telefon von seinen Fortschritten. Seine<br />

mentale Fitness hört man aber auch<br />

durch den Handylautsprecher. Fröhlich<br />

und optimistisch klingt er, was immer<br />

die nächsten Wochen und Monate auch<br />

bringen mögen. Einen 24-Stunden-Lauf<br />

oder einen hohen Berggipfel, oder vielleicht<br />

keines von beiden. Marko Weber<br />

ist auf alle Fälle darauf vorbereitet. In jeder<br />

Hinsicht. Denn wie ihm Wolfgang<br />

Seidl mitgegeben hat: „Schau auf dich,<br />

konzentrier dich auf deine Leistung, nur<br />

die kannst du beeinflussen und sei zufrieden<br />

damit, egal, was um dich geschieht.“<br />

FIT<br />

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Maximales Reflex- und<br />

Koordinationstraining in<br />

unterschiedlichen Stand- und<br />

Stützpositionen bietet das<br />

SENSOBOARD. Die<br />

Boards bestehen fast<br />

zu 100 Prozent aus<br />

nachwachsenden<br />

Rohstoffen, der<br />

Schwierigkeitsgrad lässt<br />

sich einstellen.<br />

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Die Sonnenbrille „BOW“ vereint Funktion und Design.<br />

Polarisierte und bruchfeste Polycarbonat Linsen sorgen für<br />

optimale Sicht in jeder Lebenslage, das innovative WING-<br />

System garantiert einen sicheren Halt ohne Rutschen. Mehr<br />

Details und weitere Modelle auf specteyewear.com<br />

GUT FÜRS HERZ<br />

Schwarzer Knoblauch<br />

verursacht weder Mundnoch<br />

Körpergeruch. In Kombination mit den<br />

Vitaminen B1 und B2 ist Alpinamed ® Schwarzer<br />

Knoblauch ein ideales Nahrungsergänzungsmittel,<br />

um Herz und Gefäße ausgezeichnet zu versorgen.<br />

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Fotos: Hersteller<br />

34 <strong>SPORTaktiv</strong>


ANZEIGE / Foto: iStock<br />

1<br />

„IM BREITENSPORT WIRD MEHR<br />

GEDOPT ALS IM SPITZENSPORT“<br />

Viele Sportler wissen oftmals nicht, was unter<br />

die Definition von Doping fällt. Oft kommt<br />

es zur Vermischung der Begriffe Doping und<br />

Substanzmissbrauch (Schmerzmittel,<br />

Nahrungsergänzungsmittel etc.). Im<br />

Breitensport wird häufig Substanz- bzw.<br />

Medikamentenmissbrauch betrieben, ohne<br />

leistungssteigernde Wirkung. Aus gesundheitlicher<br />

Sicht bestehen beim Substanzmissbrauch<br />

ebenso hohe Risiken.<br />

2<br />

„IM BREITENSPORT GIBT ES KEINE<br />

DOPINGKONTROLLEN“<br />

Die NADA Austria kontrolliert seit Jahren<br />

auch im Breitensport. Bei Veranstaltungen,<br />

die unter den Zuständigkeitsbereich des<br />

jeweiligen Sportfachverbands fallen, stimmen<br />

die Teilnehmer mit der Anmeldung den<br />

Anti-Doping-Regularien zu und können zu<br />

einer Kontrolle aufgefordert werden. Die<br />

NADA Austria führt aktuell jährlich ca. 3000<br />

Dopingkontrollen durch.<br />

3<br />

„ALS SPORTLER DARF ICH KEINE<br />

MEDIKAMENTE NEHMEN“<br />

Bei der Einnahme von Medikamenten gilt<br />

besondere Vorsicht, da ca. 2000 der im<br />

Austria Codex registrierten Präparate<br />

verbotene Substanzen enthalten oder mit<br />

verbotenen Methoden verabreicht werden.<br />

Die NADA Austria empfiehlt jede Art der<br />

Behandlung selbst auf erlaubte Alternativen<br />

zu überprüfen. Zur Unterstützung bietet die<br />

NADA Austria eine Online-Medikamentenabfrage<br />

und die MedApp, die alle Medikamente<br />

des Austria Codex auf ihre Zulässigkeit<br />

nach der aktuellen Verbotsliste klassifiziert.<br />

4<br />

„OHNE NAHRUNGSERGÄNZUNGS­<br />

MITTEL GEHT NICHTS“<br />

Nahrungsergänzungsmittel sollten nie<br />

wahllos eingenommen werden, es sollte<br />

immer der individuelle Bedarf bestimmt<br />

werden. Die Einnahme sollte erst nach<br />

entsprechender Beratung einer qualifizierten<br />

Fachkraft erfolgen. Zudem sind sich Experten<br />

einig, dass eine ausgewogene Ernährung nicht<br />

durch Nahrungsergänzungsmittel ersetzt<br />

werden kann.<br />

MYTHOS<br />

ODER FAKT?<br />

Nahrungsergänzungsmittel bergen zudem<br />

das Risiko von Verunreinigungen mit<br />

verbotenen Substanzen, welche neben den<br />

gesundheitlichen Gefahren auch zu positiven<br />

Dopingtests führen können. Bei einem<br />

tatsächlichen Bedarf sollte man auf getestete<br />

Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, die<br />

auf den Plattformen Kölner Liste, NSF Sport<br />

oder Informed Sport eingesehen werden<br />

können.<br />

Der NADA-Selbsttest:<br />

• Habe ich einen tatsächlichen diagnostizierten<br />

Mangel oder erhöhten Bedarf?<br />

• Kann ich diesen erhöhten Bedarf oder<br />

Mangel nicht mit normaler Ernährung<br />

abdecken?<br />

• Ist mein Nahrungsergänzungsmittel<br />

getestet?<br />

• Ist meine Bezugsquelle vertrauenswürdig?<br />

5<br />

„BETRUG WIRD ES IMMER GEBEN,<br />

DA KANN MAN NICHTS MACHEN“<br />

Betrug kommt in der Gesellschaft leider<br />

immer wieder vor. Umso wichtiger ist es, die<br />

Vorbildwirkung im Sport für die gesamte<br />

Gesellschaft zu erhalten und dem Prinzip der<br />

Fairness nachzukommen, da schon jungen<br />

Sportlern diese Werte vermittelt werden.<br />

Betrügerische Vorgänge sind keinesfalls zu<br />

akzeptieren!<br />

Was kann ich als Einzelner für sauberen Sport<br />

tun? Wie in anderen Bereichen braucht es<br />

Menschen, die Betrug, Unfairness und<br />

falsches Verhalten aufzeigen. Wir bieten<br />

diesen Menschen (anonyme) Hinweisgebersysteme,<br />

damit Athleten eine Stimme für<br />

sauberen Sport gegeben wird. Als NADA<br />

Austria führen wir täglich Maßnahmen für<br />

ein besseres Bewusstsein in diesem Bereich<br />

durch, wir setzen nicht nur beim Einzelnen<br />

an, sondern versuchen auch Strukturen für<br />

gesunden und sauberen Sport in Österreich<br />

zu schaffen.<br />

ALLE TIPPS UND MEHR INFOS<br />

FÜR SAUBEREN SPORT: www.nada.at<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

35


ALLES<br />

IM BLICK<br />

WARUM BRILLENTRÄGER AUCH BEIM SPORT IHRE<br />

SEHLEISTUNG OPTIMIEREN UND IHRE AUGEN<br />

SCHÜTZEN SOLLEN, WELCHE VARIANTEN ES FÜR<br />

OPTISCHE SPORTSONNENBRILLEN GIBT UND<br />

WELCHE SICH FÜR WEN EIGNEN.<br />

Auf eine Brille im Alltag kann<br />

kaum jemand mit Fehlsichtigkeit<br />

verzichten. Beim Sport nehmen<br />

viele aber in Kauf, nicht optimal<br />

zu sehen. Dabei ist in vielen Sportarten<br />

gutes Sehen ebenso sicherheits- wie leistungsrelevant.<br />

„Nur wenige Sportler verwenden<br />

eine optische Sportbrille. Allerdings<br />

kann die UV-Strahlung, gerade bei<br />

langen sportlichen Aktivitäten im Freien,<br />

Hornhaut, Bindehaut und die Netzhaut<br />

schädigen“, stellt Optikermeister Stefan<br />

Gutmann klar.<br />

Dabei ist der Aufwand auf dem Weg<br />

zum scharfen Sehen im Sport gering. Gerade<br />

in den letzten rund fünf Jahren hat<br />

sich am Markt viel getan. Es lassen sich<br />

heute deutlich mehr Sportbrillen optisch<br />

verglasen, ebenso ist die Abbildungsqualität<br />

besser geworden und es gibt ein größeres<br />

scharfes Blickfeld. Mehr Glasfarben<br />

und Verspiegelungsvarianten sorgen dafür,<br />

dass es für jeden Sport eine große Auswahl<br />

gibt.<br />

Grundsätzlich stehen drei Systeme mit<br />

optischer Verglasung zur Verfügung:<br />

STEFAN<br />

GUTMANN<br />

ist Optikermeister und Sportbrillen-Spezialist<br />

bei Miller<br />

UNITED OPTICS in Innsbruck,<br />

einem von über 90 UNITED-<br />

OPTICS-Standorten in<br />

Österreich und Deutschland.<br />

www.unitedoptics.at<br />

CLIP-IN: In die Sonnenbrille wird ein<br />

Einsatz mit Korrekturgläsern geklippt.<br />

Dabei ist der Aufwand gering, die getönten<br />

Scheiben können beliebig gewechselt<br />

werden. Und wenn sich die Sehstärke verändert,<br />

reicht es, die Clip-in-Brille zu<br />

tauschen. Der Nachteil: Die Korrekturgläser<br />

sind kleiner als die getönten Scheiben,<br />

wodurch nicht der komplette Sichtbereich<br />

scharf ist. Und die Gläser können<br />

leichter beschlagen.<br />

ANZEIGE / Fotos: United Optics, Mirja Geh<br />

36 <strong>SPORTaktiv</strong>


DAS ZEICHNET<br />

GUTE SPORT-<br />

BRILLEN AUS<br />

GUTER SCHUTZ: Um vor Fremdkörpern<br />

wie Insekten oder Pollen<br />

geschützt zu sein, sollte die Brille<br />

fest sitzen und das gesamte Gesicht<br />

umschließen.<br />

ANPASSBAR: Verstellbare Nasenpads<br />

und anpassbare Bügel erhöhen den<br />

Tragekomfort.<br />

BRUCHSICHER: Metallteile und Glas<br />

sind tabu – meist werden bei Sportbrillen<br />

Kunststoffe wie Polycarbonat<br />

verwendet.<br />

BELÜFTUNG: Um nicht zu beschlagen,<br />

sollte die Brille ausreichend belüftet<br />

sein. Zusätzlich schützen spezielle<br />

Glasbeschichtungen.<br />

TÖNUNG: Farbe und Intensität dem<br />

Sport anpassen:<br />

• Gelb und Orange erhöhen die Kontraste<br />

und sind optimal für Biken,<br />

Trekking, Golf, Outdoorsportarten.<br />

• Braun ist bei hellem Licht besonders<br />

wirkungsvoll und bietet eine große<br />

Farbtreue.<br />

• Grau verringert die störende<br />

Blendung, hat aber weniger<br />

Kontrastwirkung.<br />

• Selbsttönende Gläser passen sich<br />

den jeweiligen Lichtverhältnissen an.<br />

• Polarisierende Gläser vermindern<br />

Lichtreflexe von spiegelenden<br />

Oberflächen wie Wasser, Sand<br />

oder Schnee.<br />

UV-SCHUTZ: Dunkle Brillen tragen<br />

sich an hellen Tagen angenehm, weil<br />

sie den Blendungsgrad verringern.<br />

Doch das allein sagt nichts über den<br />

UV-Schutz aus. Ohne UV-Schutz dringen<br />

die schädlichen Strahlen ungehindert<br />

durch die Gläser hindurch. Daher<br />

beim Kauf immer auf eine gute<br />

Beratung achten!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

37


SCHUTZ FÜR<br />

DEIN GEHÖR<br />

Neben dem Sehsinn sollte auch das Gehör im<br />

Freizeit sport Beachtung finden. Wer weiß zum Beispiel,<br />

dass nicht nur Lärmeinwirkung, sondern etwa<br />

auch das Schwimmen auf lange Sicht das Gehör<br />

schädigen kann? „Ein Gehörschutz fürs Schwimmen<br />

schützt vor dem Eindringen von Wasser und Entzündungen“,<br />

erklärt Hörakustik-Expertin Lydia Zechmeister.<br />

„Der Schutz verhindert auch das Austrocknen<br />

des Gehörgangs. Durch ein<br />

individuelles Anpassen an<br />

den Gehörgang sitzt der<br />

Schutz perfekt und kann<br />

nicht herausfallen“, sagt<br />

Zechmeister. Zu empfehlen<br />

sei so ein Schutz für alle,<br />

die viel und regelmäßig<br />

schwimmen: von Kindern<br />

über Hobbysportler bis hin<br />

zu Triathleten.<br />

Dass Schutz vor zu langer<br />

und zu großer Lärmeinwirkung<br />

im Sport ein wichtiges<br />

Thema sein kann, ist auch klar. Man denke an<br />

den Motorsport – oder auch das Motorradfahren als<br />

Freizeitvergüngen. Neben kostengünstigen Standardprodukten<br />

kann man auch hierfür einen Gehörschutz<br />

maßanfertigen lassen. Vorteil: Diese hochwertigen<br />

Produkte sind wesentlich langlebiger und sie<br />

tragen sich deutlich komfortabler.<br />

Viele Sportler dürfte interessieren, dass es auch<br />

maßgefertigte Kopfhörer gibt: Sie tragen sich besonders<br />

angenehm, können nicht herausfallen und bieten<br />

nicht zuletzt einen erstklassigen Sound: „Sie tragen<br />

sich so gut, wie sie klingen“, sagt Zechmeister.<br />

Maßgefertige Kopfhörer sind also erste Wahl für alle,<br />

die sich im Sport gern von Musik motivieren lassen.<br />

LYDIA ZECHMEISTER<br />

ist Expertin für Hörakustik bei Aigner<br />

UNITED OPTICS in Grieskirchen (OÖ).<br />

Eine kostenlose Höranalyse dauert nur 30<br />

Minuten und ist an 43 Hörakustik-Standorten<br />

von UNITED OPTICS in Österreich möglich.<br />

www.unitedoptics.at<br />

Fotos: Lydia Zechmeister, AUDIA AKUSTIK GmbH<br />

ADAPTERVERGLASUNG: Hier werden Teile der Originalgläser<br />

der Brille durch Korrekturgläser getauscht. Das<br />

scharfe Sichtfeld ist größer als beim Clip-in und die Gläser<br />

beschlagen nicht so leicht. Allerdings muss man sich<br />

hier auf eine Tönung festlegen. Und die Adaptervariante<br />

kostet etwas mehr als eine Clip-in-Verglasung.<br />

DIREKTVERGLASUNG: Die beste Lösung für Sportler,<br />

die mit nur einer Filterfarbe das Auslangen finden. Die<br />

geschliffenen Gläser werden direkt in die Fassung der<br />

Brille eingearbeitet. Dadurch reicht der korrigierte Sehbereich<br />

bis an den Rand. Auch bei stark gebogenen Brillen<br />

ist der Schliff kein Problem mehr, Gleitsichtgläser<br />

sind ebenso möglich wie selbsttönende Brillengläser.<br />

Nachteile? Eine Direktverglasung ist ebenfalls teurer als<br />

die Clip-in-Variante und wenn sich die Sehstärke ändert,<br />

muss die Brille zur Gänze ersetzt werden.<br />

EINE DUNKLE GLAS-<br />

FARBE ALLEIN SAGT<br />

NICHTS ÜBER DEN<br />

UV-SCHUTZ AUS.<br />

Egal, ob mit optischen oder nur getönten Gläsern:<br />

Sonnenbrillen gehören beim Sport dazu. Denn<br />

UV-Strahlung kann gerade bei langen sportlichen Aktivitäten<br />

im Freien Hornhaut, Bindehaut und die Netzhaut<br />

schädigen. Das gilt besonders im Sommer, da man sich<br />

häufiger und länger im Freien aufhält und so die UV-Belastung<br />

länger auf das Auge wirken kann. „Dass vor allem<br />

die Augen hochsensibel sind und durch übermäßigen<br />

oder falschen Sonnenkonsum nachhaltig geschädigt werden,<br />

wird gerade von Freizeitsportlern oft zu wenig beachtet“,<br />

berichtet Gutmann.<br />

Eine Bindehautentzündung ist da nicht das Schlimmste.<br />

„Es können sogar dauerhafte Schäden entstehen“,<br />

warnt Gutmann. Die Hornhaut wirkt zwar grundsätzlich<br />

als natürlicher UV-Filter und es kommt nur wenig Strahlung<br />

bis zur Linse durch. Aber es gilt: „Schäden, die hier<br />

entstehen, sind irreparabel. Mit einer Sportsonnenbrille<br />

mit gutem UV-Schutz kann man dem einfach vorbeugen“,<br />

weiß der Optiker. Wie erkennt man einen solchen<br />

Schutz? Eine dunkle Glasfarbe sagt noch nichts darüber<br />

aus – daher beim Kauf immer auf das CE-Zeichen auf<br />

der Innenseite der Bügel und den Vermerk „100 Prozent<br />

UV“ oder „100 UV 400nm“ achten.<br />

38 <strong>SPORTaktiv</strong>


KOPFSACHE<br />

BLEIBENDE LÜCKE<br />

PETER<br />

GURMANN<br />

Sport- und Gesundheitspsychologe<br />

sowie<br />

Beratungs lehrer in<br />

Klagenfurt. Kontakt:<br />

peter.gurmann@aon.at<br />

Der Tod ist in unserer modernen Gesellschaft<br />

ein Thema, über das nicht<br />

gerne gesprochen wird. Die Medienberichte<br />

über das Massensterben durch das<br />

Corona-Virus weichen dieses Tabu gerade<br />

ein wenig auf. Jeder von uns ist früher<br />

oder später mit dem Tod eines geliebten<br />

Menschen konfrontiert, auch Sportler.<br />

„Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit<br />

eines uns lieben Menschen ersetzen kann,<br />

und man soll das auch gar nicht versuchen;<br />

man muss es einfach aushalten und<br />

durchhalten; das klingt zunächst sehr hart,<br />

aber es ist doch zugleich ein großer Trost;<br />

denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt<br />

bleibt, bleibt man durch sie miteinander<br />

verbunden“, schreibt der Theologe<br />

Dietrich Bonhoeffer.<br />

Wie können wir über diese Lücke hinweg<br />

verbunden bleiben? Dafür ist Trauerarbeit<br />

nötig. Trauer ist ein Gefühl, welches<br />

mir zeigt, dass ich einen Verlust erlitten<br />

habe. Je mehr ich diesen Schmerz zulasse,<br />

desto schneller wird der Prozess der Trauer<br />

in der Regel vollzogen. Trauerarbeit führt<br />

dazu, dass ich ohne das Verlorene wieder<br />

leben kann.<br />

Eine kleine Geschichte: Der Skirennläufer<br />

Thomas Dreßen verlor als Elfjähriger<br />

bei einem Seilbahnunglück seinen Vater,<br />

einen Skitrainer. 2018 gewinnt der Bayer<br />

das härteste Abfahrtsrennen der Welt in<br />

Kitzbühel. Auf dem Helm von Dreßen<br />

prangt links und rechts die Nummer 44.<br />

Diese Zahlenkombination steht für den<br />

vierten Buchstaben im Alphabet, das zwei<br />

Mal: D. D. Die beiden Initialen beziehen<br />

sich auf Dirk Dreßen, den Vater von Thomas.<br />

Dieser gab ihm seine große Leidenschaft<br />

für den Skisport weiter und fährt so<br />

immer mit.<br />

Empfohlen von<br />

Patrick Lange<br />

Triathlon World Champion<br />

ADVANCED SWISS SUNCARE<br />

Made in Switzerland<br />

Hohe<br />

Verträglichkeit<br />

Leicht<br />

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Dermatologischer<br />

Sonnenschutz<br />

OHNE Kompromisse


AUS<br />

PRO<br />

BIERT<br />

FIT<br />

FLIEG, IKARUS<br />

Als Ikarus seine Flügel angeschnallt bekommen hatte, wurde<br />

ihm gesagt, dass er nicht zu hoch fliegen sollte. Wenn das für<br />

uns Trailläufer nicht eine Aufforderung gewesen wäre. Zu<br />

hoch und zu weit, zwei Wörter, die für uns nicht existieren. Wie<br />

soll uns aber eine 200 Gramm leichte Laufweste dabei unterstützen?<br />

Unser Ikarus wäre beim ersten Anblick wohl freiwillig<br />

am Boden geblieben. CamelBak hat sich mit der neuen<br />

ZEPHYR VEST (UVP € 139,95) aber richtig was einfallen lassen.<br />

Ich schnalle mir also die „Flügel“ auf den Rücken und kann<br />

durch die Riemen die Weste genau auf meine Bedürfnisse, für<br />

höchste Stabilität und Passform, einstellen. An den Stellen, an<br />

denen der Körper die meiste Wärme generiert, bietet die Weste<br />

mit der „Body Mapping Technology“ eine optimale Belüftung.<br />

Bei der Zweckmäßigkeit entpuppt sie sich als wahre Unterstützung<br />

während unserer Off-Road-Abenteuer. Eine Tasche<br />

mit Reißverschluss für das Mobiltelefon, eine integrierte Notpfeife<br />

sowie Befestigungselemente für Trekkingstöcke. Die Taschen<br />

sind leicht zugänglich und bieten Raum für Gels und Co.<br />

Hinten ist Platz für die Pflichtausrüstung bei Wettbewerben,<br />

vorne sind zwei weiche Trinkflaschen zu je 0,5 Liter integriert,<br />

die stabil unterhalb der Schulter sitzen, eine Trinkblase (1 Liter)<br />

kann auch verwendet werden. Mit der Weste können wir also<br />

hochmütig nach der Sonne greifen und Abenteuer angehen.<br />

ALLES ZUM MITNEHMEN DIES-<br />

MAL IN UNSERER TESTRUBRIK:<br />

WASSER UND GEPÄCK,<br />

WARMES ESSEN UND SOGAR<br />

EIN MASSEUR FÜR DAHEIM.<br />

VON KEVIN LAIMER, THOMAS POLZER UND<br />

KLAUS MOLIDOR<br />

Fotos: Kevin Laimer, Thomas Polzer, Klaus Molidor<br />

40 <strong>SPORTaktiv</strong>


TRIGGER TO GO<br />

REISS AUF DEN BEUTEL!<br />

Mitte Mai hatten wir unseren ersten Ausflug mit Auto-Dachzelt<br />

– in die Berge des oberen Murtals. Mit im Schlepptau ein<br />

Gericht von FORESTIA Auf den Tageswanderungen gab’s<br />

natürlich die klassische „Jausn“. Aber wir wollten testen, ob<br />

Forestia eine Alternative ist. In unserem Fall war genug Platz<br />

für Kocher und Co., aber was, wenn z. B. eine Mehrtageswanderung<br />

ansteht? Dann ist zwischendurch eine warme Mahlzeit<br />

ganz angenehm und wenn das ganze Equipment zum Kochen<br />

nicht mitgeschleppt werden muss, umso besser!!<br />

Verspannungen und Schmerzen sind ja nie gut. In der<br />

Corona-Krise aber doppelt blöd, weil der Physiotherapeut<br />

des Vertrauens ja nicht offen hatte. Homeoffice ist<br />

in dem Job auch irgendwie nicht so ganz wirksam. Wobei<br />

mein Marko auch dafür eine Lösung hat, in Form einer<br />

Empfehlung und die betrifft den Selbstmassagehaken<br />

von HIGH PULSE (um rund 30 Euro im Internet<br />

bestellbar). Damit kann ich mir jetzt den vom Homeoffice<br />

verspannteren Nacken super massieren oder Triggerpunkte<br />

behandeln und damit Schmerzen und Problemchen<br />

beim Sport lindern. Im Lieferumfang ist auch ein<br />

Poster enthalten, wo welche Punkte sind und was man<br />

mit dem Haken alles so massieren kann und wie. Ersetzt<br />

den Arzt nicht und meinen Marko auch nicht, ist aber für<br />

die schnelle Hilfe zwischendurch eine echte Hilfe und<br />

lässt sich auch easy in den Urlaub mitnehmen.<br />

Forestia bietet da eine innovative Lösung: der Self-Heat-Beutel.<br />

Wie funktioniert’s? Man füllt den Beutel mit Wasser, wodurch<br />

dieser sich mithilfe einer chemischen Reaktion erhitzt.<br />

Das Essen darin ist dann angeblich in wenigen Sekunden<br />

verzehrbereit. Leider konnten wir diese Version nicht testen,<br />

obwohl er das Highlight an der Sache ist, somit haben wir uns<br />

auf den Geschmack konzentriert und ganz klassisch unser<br />

Chicken Madras mit Reis (€ 7,95) mittels Campingkocher in<br />

kochendem Wasser aufgewärmt. Die großzügige Portion mit<br />

350 Gramm haben wir dann direkt aus dem Beutel (wie empfohlen),<br />

händisch leicht aufreißbar, gegessen. Der Geschmack<br />

war gut, wie frisch gekocht, aber für unseren Maßstab war<br />

es doch etwas zu salzig. Sehr positiv<br />

ist, dass die Gerichte ausschließlich<br />

aus natürlichen Lebensmitteln und<br />

die Verpackungen aus recycelbaren<br />

Materialien bestehen. Sie sind bis zu<br />

36 Monate haltbar und haben einen<br />

hohen Energie- und Ballaststoffgehalt<br />

speziell für Outdooraktivitäten.<br />

Fazit: Es gibt viele Argumente für diese Mahlzeiten als Alternative<br />

zur Jause bei Outdooraktivitäten. Auch im Kocher. Aber<br />

mit dem Heizbeutel ist es eine richtig runde Sache. Ich freu<br />

mich drauf, die ganze Palette an internationalen Gerichten<br />

(mit Fleisch, vegetarisch und vegan, € 7,95 bis € 9,95) im Beutel<br />

dann aber mit Self-Heat -Beutel-System zu testen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

41


DESINFIZIERT & HEILT<br />

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Infektionsgefahr wie z.B. Schürf- oder<br />

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Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen<br />

informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.<br />

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Fotos: Hersteller<br />

42 <strong>SPORTaktiv</strong>


RUN<br />

Training – Menschen – Material<br />

Fotos: Getty images, Asics, Großglocknerberglaiuf/Wisthaler, LCC Wien FB<br />

VIRTUELLER WETTBEWERB<br />

Der LCC Wien hat seinen geplanten<br />

Marathon als Virtual Run abgehalten.<br />

Jeder lief für sich, mit Zeitnehmung<br />

per App bzw Laufuhr. Die<br />

Finisher-Medaille gab’s per Post.<br />

www.lcc-wien.at<br />

GLOCKNER „LIGHT“<br />

Von 15. 6. bis 30. 9. soll es eine<br />

„Light“-Version des Großglockner<br />

Berglaufs geben. Dank Zeitmessstationen<br />

kann man jederzeit gratis<br />

laufen. Urkunden gibt es digital.<br />

grossglocknerberglauf.at<br />

CARBONSCHUH AUS JAPAN<br />

Asics hat mit dem „Metaracer“ seinen<br />

ersten Carbonschuh präsentiert,<br />

der eine verbesserte Rückstellkraft<br />

mit Federeffekt im Zehenbereich<br />

hat. Alle Infos:<br />

www.asics.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

43


LAUFEN WIE<br />

DAMALS<br />

WAS TUN, WENN DAS ZIEL WEGFÄLLT? SO GANZ UND<br />

KOMPLETT UND SAISONFLÄCHENDECKEND. ANTWORT:<br />

DEN WEG ENTDECKEN UND DEN UR-ANTRIEB WIEDER-<br />

FINDEN, DER UNS EINST ZUR BEWEGUNG GEBRACHT<br />

UND UNS MIT IHRER FASZINATION ANGESTECKT HAT.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

s fühlt sich richtig an. So richtig und<br />

gut wie schon lange nichts mehr. Laufen,<br />

einfach laufen, ohne Pace und<br />

ohne Ziel, ohne Herzfrequenzkontrolle<br />

und ohne den imaginär erhobenen<br />

Zeigefinger eines Trainingsplans. Einfach<br />

Schuhe an und einen Schritt nach<br />

dem anderen machen.<br />

Die Corona-Krise hat alle Wettkampfplanungen<br />

zunichte gemacht. Wie Perlen waren sie nacheinander<br />

aufgereiht, die Laufbewerbe des Jahres. Halbmarathon<br />

beim Welschlauf, 24-h-Staffellauf mit Freunden,<br />

Großglockner Berglauf, Großglockner Ultra<br />

Trail, und im Herbst als Krönung ein Marathon. In<br />

Florenz vielleicht, oder in Valencia. Beide schön spät<br />

im Kalender gelegen, damit sich ein Sommerurlaub<br />

UND eine gute Vorbereitung ausgehen. Angesichts<br />

dieser laufsportlichen Preziosen fallen die Vorsätze,<br />

das gewohnte Verhaltensmuster zu durchbrechen,<br />

gleich wieder über Bord. Wir drehen uns weiter in<br />

der tiefen Rille der Schallplatte, bringen nicht den<br />

Schubser zusammen, die Nadel aus der Bahn zu werfen<br />

und das Immergleiche gegen eine neue Erfahrung<br />

zu tauschen. Und dann: das Virus. Ein Schnitt und<br />

die Perlen purzeln von der Schnur zu Boden, rollen<br />

davon, die Nadel hüpft aus der Rille.<br />

Was für ein Glück, dass wir Menschen sind. Die<br />

radikale Veränderung, die über uns gestülpt wurde,<br />

kann uns nicht dauerhaft etwas anhaben. Wir haben<br />

die Fähigkeit zur Anpassung. Das hat das Überleben<br />

unserer Art gesichert. Eiszeit, Tauwetter, Kontinentaldrift,<br />

grundlegend veränderte Habitate – wir<br />

haben uns angepasst. Dinosaurier? Mammuts? Mächtige<br />

Tiere, aber ausgestorben. Wir passen uns an.<br />

Und so fühlt es sich zwar gleich wie ein Verlust an,<br />

als dämmert, dass es mit Wettbewerben heuer wohl<br />

eher gar nichts werden wird. Gleich darauf aber<br />

weicht dieses Gefühl einer tiefen, fundamentalen<br />

Freude. Rausgehen ist plötzlich wieder ein Grundbedürfnis<br />

wie Essen, Trinken und Schlafen. Selbst die<br />

erste zaghafte Drei-Kilometer-Runde fühlt sich kostbar<br />

an. Freiheit statt Beschränkung. Der Geist hört<br />

den Atem, die Schritte, die Vögel statt Replikationsfaktor,<br />

Kurvenabflachung, FFP2- Schutzmasken.<br />

Daneben wird alles unwichtig. Wie schnell bin ich<br />

denn gerade unterwegs? Völlig bedeutungslos. Ein<br />

Rückschlag, ja, aber ein Rückschlag in ein damals, als<br />

Laufen gleich Verbesserung des Wohlbefindens war.<br />

Als die Tür hinter mir ins Schloss gefallen ist und ich<br />

gewusst habe, wenn ich sie wieder aufsperre, geht es<br />

mir deutlich besser. Egal, wie gut oder schlecht es mir<br />

davor gegangen sein mag. Wie zaghaft sich die Blät-<br />

Foto: Thomas Polzer<br />

44 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong><br />

45


ICH LASSE MICH<br />

ÜBERRASCHEN, VON<br />

DER TAGESVERFAS-<br />

SUNG, VON DEM,<br />

WAS MIR MEIN<br />

KÖRPER SAGT.<br />

terknospen der Birke öffnen.<br />

Wie viele unterschiedliche<br />

Vogelstimmen<br />

es gibt. Hab ich eigentlich<br />

jemals eine Schwalbe über<br />

mir gesehen auf dem<br />

Trampelpfad meiner Hausrunde?<br />

Laufen völlig nach Lust<br />

und Laune hat wieder Einzug<br />

gehalten, weil es keine<br />

Mesozyklen mehr gibt,<br />

keine spezifische Wettkampfvorbereitung,<br />

kein<br />

niedergeschriebenes Tapering<br />

und keinen Formaufbau.<br />

Dafür Laufen auf Gehör. Auf das Gehör des eigenen<br />

Körpers. Wie weit wird es heute gehen? Auf<br />

den ersten Schritten erlaube ich mir, diese Frage mit<br />

„keine Ahnung“ zu beantworten. Ich lasse mich<br />

überraschen, von der Tagesverfassung, von dem, was<br />

mir mein Körper sagt. Schnell oder langsam, lange<br />

oder kurz, Wald oder Straße – alles Optionen, die jedes<br />

Mal offen sind. Der Zugang zum Gefühl ist wieder<br />

schleusenweit geöffnet. Der Körper gibt den<br />

Rhythmus vor. Was für ein Geschenk, wieder darauf<br />

zu vertrauen, sich wieder daran auszurichten. Und<br />

endlich gelingt es auch, Dehnungs- und Kräftigungsübungen<br />

regelmäßig zu absolvieren, damit<br />

eben das Grundbedürfnis nach Frischluft im Laufschritt<br />

auch befriedigt werden kann.<br />

Darunter verbirgt sich natürlich auch ein psychohygienischer<br />

Effekt. In einer Lauftrance purzeln<br />

die Gedanken losgelöst durchs Gehirn, springen<br />

umher, fließen aus dem Innersten heraus. „Stream of<br />

consciousness“ heißt das in der Literatur, „Bewusstseinsstrom“<br />

auf Deutsch. Und genau so ist es. Ohne<br />

Zusammenhang und Vorwarnung sprudelt es, tauchen<br />

Ideen und Lösungen auf, neue Perspektiven auf<br />

alte Situationen.<br />

War das nicht einst der Katalysator meiner Laufbegeisterung?<br />

Wo war dieses Gefühl der Leichtigkeit,<br />

Zufriedenheit nur über die Jahre? Sicher, es war da,<br />

aber in einer anderen Intensität und oft genug stand<br />

vor dem Schuhbandbinden ein imperatives „muss“<br />

und nicht ein dankbares „darf“. Wie schön wäre es<br />

doch, wenn wir ein bisschen Gestern ins Morgen hinüberretten<br />

könnten. In die Zeit, die wieder kommen<br />

wird, mit ihren Wettkämpfen und Trainingsplänen<br />

und dem Alltagstakt.<br />

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BH momentum feiert heuer seinen zehnten Geburtstag.<br />

Er feiert in einer stylishen neuen Farbe: Iconic Grey.<br />

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-transportierendem Frottee für ein ausgeglichenes Körperklima.<br />

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zum Testen zur Verfügung. Leserin<br />

Birgit Söls meint: „Ich trage den BH<br />

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46 <strong>SPORTaktiv</strong>


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Foto: Thomas Polzer<br />

CHRISTOPH<br />

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war als Biathlet<br />

viele Jahre<br />

Weltklasse<br />

und ist jetzt<br />

leidenschaftlicher<br />

Freizeitsportler.<br />

Was passiert in der „Zeit danach“? Das<br />

fragen sich jetzt viele und meinen die<br />

Zeit n. C., nach Corona. Bei den<br />

Profisportlern, die gerade ihre Karriere beendet<br />

haben, bedeudet es die Phase ohne Leistungssport.<br />

Mit Anna Veith und Dominik Landertinger<br />

sind zwei Große zurückgetreten. Die<br />

Karrieren waren übervoll mit Erfolgen, leider<br />

auch mit gesundheitlichen Problemen. Auch in<br />

der zweiten Reihe gibt es Rücktritte. Da spielt<br />

wohl eher Corona und die unsichere Lage um<br />

die Finanzierung und Wettkampfzukunft eine<br />

Rolle. Das kann ich voll verstehen.<br />

Was kommt „danach“? Bei mir war es keine<br />

Notlage. Ich konnte mich zwei Jahre auf meinen<br />

Rücktritt nach Olympia 2014 vorbereiten.<br />

Am ersten Tag meiner „Pension“ habe ich mich<br />

nicht in der Früh hingesetzt, die Zeitung aufgeblättert<br />

und die Stellenangebote studiert. Ich<br />

hatte längst einen Plan. Den braucht man,<br />

denn Strukturen wie Trainingsplan, kleine und<br />

große Ziele in Form von Wettkämpfen, Perioden<br />

von Belastung und Entlastung fehlen. Damit<br />

haben viele ein Problem, sie stürzen ins Bodenlose.<br />

Was mir „danach“ nicht gefehlt hat, waren<br />

die Hotels, die Flüge, die immer gleichen Wettkampforte.<br />

Dafür waren die Emotionen und<br />

der Reiz des Wettkampfes weg, Freude und Ärger<br />

über Resultate. Ich für mich habe im Hobbysport<br />

den Ausgleich gefunden und gelernt,<br />

dass es nicht nur darauf ankommt, gut zu sein,<br />

sondern auch einfach wo dabei zu sein. Halbmarathon,<br />

Ironman und Radsport waren für<br />

mich super Erfahrungen, echte Erlebnisse.<br />

Wenn man will, kann man auch das bis zum<br />

Exzess betreiben. Fast wie im Profisport. Oder<br />

einfach genießen, endlich ohne Ziele und Beobachtung.<br />

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Bildnachweis: © Philipp Reiter


DEN LOCKDOWN NUTZTE RAINER<br />

PREDL ZU EINEM 70-KILOMETER-LAUF<br />

UM SEINEN KÜCHENTISCH. DER<br />

NIEDERÖSTERREICHER IST EINER DER<br />

BESTEN ULTRALÄUFER ÖSTERREICHS –<br />

UND GLEICHZEITIG DER RENNENDE<br />

BEWEIS, WIE NAHE TRAGÖDIE UND<br />

KOMÖDIE BEIEINANDERLIEGEN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

CRAZY<br />

NACH PLAN<br />

Es klingt ein bisschen wie die Ausdauersport-Variante<br />

der früheren<br />

MTV-Serie Jackass. Kennt die<br />

noch jemand? Rund ums Jahr<br />

2000 versuchten sich in der US-Serie<br />

„Stuntmen und/oder Verrückte“ an allerlei<br />

schrägen Challenges, dass es oft<br />

beim Zuschauen wehtat. Zu Beginn des<br />

Corona-Lockdowns lief Rainer Predl aus<br />

Lassee 11.024 jeweils 6,35 m kurze<br />

Runden – oder 70 Kilometer rund um<br />

seinen Küchentisch. Wer nur 20 Runden<br />

um einen Tisch probehalber rennt,<br />

kann den schwindelerregenden Aspekt<br />

an der Tortur erahnen.<br />

Im Livestream ließ sich denn auch<br />

miterleben, dass Predl auf den ersten 20<br />

Kilometern dreimal für längere Zeit aus<br />

dem Bild verschwand. Weil sich der<br />

Drehwurm und die Nahrungsaufnahme<br />

(Banane, Cola, Wasser) nicht vertrugen,<br />

musste er sich jeweils in den Garten<br />

„verabschieden“. Nach dem dritten<br />

rückwärtigen Frühstück verzichtete der<br />

Ultraläufer auf weitere Verpflegung und<br />

lief die restlichen 50 Kilometer mehr<br />

oder weniger nüchtern. Mit Übelkeit<br />

und Kopfschmerzen als Begleiter, wie er<br />

berichtet, aber ohne sich noch ein weiteres<br />

Mal übergeben zu müssen. 12 Stun-<br />

Fotos: Sahara Marathon/O. Carrascosa, Nini Tschavoll, Rainer Predl<br />

48 <strong>SPORTaktiv</strong>


Rainer Predl draußen und drinnen:<br />

Beim Sahara-Marathon – und nach<br />

dem Küchentischlauf über 70 Kilometer<br />

(kleines Bild).<br />

den 57 Minuten nach dem Start hieß<br />

der (inoffizielle) Weltrekordhalter Rainer<br />

Predl – zuvor hatte ein chinesischer Läufer<br />

mit 66 Kilometern die Bestmarke<br />

inne. Wie hieß es nicht schon bei<br />

„Jackass“? „Don’t try this at home!“<br />

Predl ist generell immer für eine<br />

schräge Aktion gut: Er lief schon Rekorde<br />

in einem Kreisverkehr, einen Marathon<br />

in einem Windrad (auf einer<br />

13-Meter-Runde – ohne Übelkeit) oder<br />

sieben Tage hindurch mit nur kurzen<br />

Schlafpausen auf einem Laufband. „Alle,<br />

die mich persönlich kennen, wissen, dass<br />

ich ein bisschen deppert bin“, witzelt<br />

der Niederösterreicher. „Das kann ich<br />

mit meinen Crazy Projects ausleben.“<br />

Ihn auf die „verrückten“ Projekte zu<br />

reduzieren, würde ihm jedoch nicht in<br />

Ansätzen gerecht. Erstens ist Predl Nationalteammitglied<br />

im Ultrastraßenlauf,<br />

mit dem Spezialgebiet 100 Kilometer.<br />

Schon mit 21 Jahren hat der jetzt<br />

30-Jährige den österreichischen Rekord<br />

im 6-Stunden-Lauf aufgestellt, seine<br />

Bestmarke von 85,517 Kilometer in<br />

sechs Stunden stehen sogar als Jahresweltbestleistung<br />

zu Buche. Predl ist auch<br />

zweifacher österreichischer Meister über<br />

100 Kilometer, mehrmaliger WM-Teilnehmer<br />

über seine Spezialdistanz sowie<br />

auch im 24-Stunden-Lauf. Er hat auch<br />

schon den prestigeträchtigen Sahara-Marathon<br />

gewonnen (siehe Fakten-Kasten).<br />

Laufen fürs Kinder-Hospiz<br />

Seine „Crazy Projects“ sind außerdem<br />

nicht Selbstzweck, sondern allesamt Benefizevents.<br />

Die schrägen Formate dienen<br />

dazu, eine möglichst breite Öffentlichkeit<br />

zu erreichen und damit auch<br />

möglichst große Spendensummen zu<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

49


Abenteuerläufe<br />

wie der Sahara-<br />

Marathon<br />

gefallen ihm –<br />

aber eigentlich<br />

sieht er sich als<br />

Straßen-<br />

Ultraläufer.<br />

RAINER PREDL<br />

Geb. 15. Jänner 1990<br />

Wohnt in Lassee, NÖ<br />

Beruf: Laufschuhberater bei<br />

Intersport Winninger (Stadlau)<br />

Erfolge (Auszüge):<br />

österreichischer Rekordhalter<br />

im 6 Stundenlauf: 85,517 km<br />

Sahara-Marathon-Sieger 2014<br />

2 x österreichischer Meister,<br />

4 x WM-Teilnehmer 100 km<br />

Weltrekorde:<br />

12 Stunden am Laufband mit<br />

149,5 km<br />

7 Tage am Laufband mit 852 km<br />

Marathon in einem Windrad in<br />

4:21:37 Stunden<br />

70 km um einen Küchentisch in<br />

12:57:02 Stunden<br />

Bestzeiten:<br />

10 km: 32:44 min<br />

21 km: 1:12:26 h<br />

42 km: 2:39:46 h<br />

50 km: 3:15:47 h<br />

100 km: 7:08:12 h<br />

www.rainerpredl.com<br />

lukrieren, erklärt er. Meistens geht es dabei<br />

um Unterstützung für den „Sterntalerhof“,<br />

eine Kinder-Hospiz-Einrichtung,<br />

deren Botschafter Predl ist.<br />

Sein Küchentischlauf war ebenfalls ein<br />

Einsatz für diese Organisation – als Ersatz<br />

für den von ihm mit ins Leben gerufenen<br />

„Lasseer Benefizlauf“. Der hätte<br />

am 21. März <strong>2020</strong> zum neunten Mal<br />

stattfinden sollen, fiel jedoch nach dem<br />

Herunterfahren des öffentlichen Lebens<br />

als einer der ersten österreichischen Laufevents<br />

aus. Predl sowie etliche verhinderte<br />

Benefizlauf-Teilnehmer aus mehreren<br />

Ländern rannten daher gemeinsam<br />

in ihren Wohnungen und Gärten, übertrugen<br />

ihre Aktionen live über soziale<br />

Medien und warben so doch noch um<br />

Spenden für das in Loipersdorf-Kitzladen<br />

im Burgenland angesiedelte Kinder-Hospiz.<br />

Warum sich der Lasseer (neben dem<br />

Tierschutz) gerade für diese Einrichtung<br />

engagiert; und warum er überhaupt so<br />

weite Strecken läuft: Das hat ebenfalls<br />

einen Hintergrund, der alles andere als<br />

lustig ist. 2007 fuhr er als 16-jähriger<br />

Schüler mit der Bahn nach Hause, als<br />

der Sturm „Kyrill“ tobte und die Ampelanlage<br />

an einem Bahnübergang in seinem<br />

Heimatort ausfallen ließ. Die Folgen<br />

waren katastrophal: Ein Auto mit<br />

drei Insassen wurde von dem Zug erfasst,<br />

ein siebenjähriges Mädchen und<br />

dessen Onkel starben, nur der Vater des<br />

Mädchens überlebte schwerverletzt.<br />

Predl gehörte zu den wenigen unmittelbaren<br />

Ersthelfern bei dem Unglück, die<br />

das Mädchen aus dem Auto zogen und<br />

noch wiederzubeleben versuchten und<br />

die dem eingeklemmten Schwerstverletzen<br />

noch Mut zusprachen, der später<br />

seinen Verletzungen erlag.<br />

„Viele Ultralangstreckenläufer haben<br />

eine Geschichte im Hintergrund“, sagt<br />

Predl dazu – der bis zu diesem einschneidenden<br />

Ereignis nur kurze Strecken<br />

gelaufen war und danach immer<br />

weitere Distanzen zu absolvieren begann.<br />

Noch als Jugendlicher lief er in<br />

sechs Stunden 77 Kilometer weit und<br />

mit gerade einmal 18 Jahren rannte er<br />

100 Kilometer in etwas über 8 Stunden.<br />

Mit 21 holte er sich seinen ersten österreichischen<br />

Rekord im Ultralangstreckenlauf<br />

– in einer Sportart also,<br />

in der die meisten erst über 30 ihren Zenit<br />

erreichen. „Das Erlebnis ist mein<br />

Antrieb, für die gute Sache, für Kinder<br />

zu laufen“, erklärt er – „so habe ich aus<br />

dem Erlebten etwas Positives gezogen.<br />

Das Laufen ist dadurch meine Leidenschaft<br />

geworden.“<br />

Runde für Runde<br />

Ehrgeizig und fokussiert ist der Ultraläufer<br />

Rainer Predl ganz offensichtlich.<br />

150 Trainingskilometer pro Woche sind<br />

ein normaler Umfang – neben dem<br />

40-Stunden-Job in der Laufabteilung bei<br />

50 <strong>SPORTaktiv</strong>


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Wichtig! Schnelle Aufnahme dank Brauseform<br />

sowie Ausgleich des Elektrolytverlusts.<br />

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Österreich.<br />

Dr. Böhm – Die Nr. 1 aus der Apotheke


ICH MAG ES AUSZULOTEN, WELCHES<br />

POTENZIAL IM KÖRPER STECKT<br />

Intersport Winninger in Stadlau. „Es ist<br />

nur eine Frage des Zeitmanagements“,<br />

sagt er dazu, wie sich das alles ausgeht.<br />

Mitunter können es auch wesentlich<br />

mehr Trainingskilometer sein. Predl<br />

läuft dabei oft auf seiner 1,9 Kilometer<br />

langen Hausstrecke unermüdlich Runde<br />

um Runde – für perfekte Kontrollierbarkeit<br />

der Zeiten, der Verpflegung wegen<br />

und sicher auch ein wenig zur mentalen<br />

Abhärtung, schließlich werden auch viele<br />

Wettkämpfe im Ultrastraßenlauf in<br />

verhältnismäßig kurzen Runden gelaufen.<br />

In seinem Element ist Predl nach<br />

50, 60, 70 oder noch mehr Kilometern.<br />

„Ich nehme gerne Herausforderungen<br />

an, mag es, Grenzen zu spüren und auszuloten,<br />

welches Potenzial im Körper<br />

steckt“, erklärt Rainer Predl auch. Dass<br />

Ultralaufen gerade in der Trailrunning-Variante<br />

boomt, sieht er positiv,<br />

wenn auch nicht ungeteilt: „Viele wollen<br />

heute an ihre Grenze gehen – leider<br />

auch ein paar, die das noch nie zuvor gemacht<br />

haben.“ In Tschechien hat der<br />

Niederösterreicher einen Zwei-Tage-<br />

Lauf einmal abgebrochen, weil er mitbekam,<br />

dass viele Teilnehmer sich über<br />

jede Grenze hinweg verausgabten.<br />

Was Predl von den damaligen MTV-<br />

Clowns wie auch von unvernünftigen<br />

Mitläufern bei Extremevents unterscheidet,<br />

ist der sportliche Erfahrungsschatz,<br />

auf dem er aufbaut. Sowie die Tatsache,<br />

dass (mit Ausnahme des spontanen, aus<br />

der Benefizlaufabsage resultierenden<br />

Küchentischlaufs) ein akribischer Plan<br />

Im Vorjahr lief<br />

Rainer Predl<br />

einen Marathon<br />

in einem Windrad<br />

– auf einer<br />

13-Meter-Runde<br />

in 4:21:37<br />

Stunden.<br />

hinter allen Projekten steckt. Der Niederösterreicher<br />

plant stets auf fünf Jahre<br />

im Voraus. 2021 will er sich zum Beispiel<br />

im zweiten Anlauf den Weltrekord<br />

im 14-Tage-Laufbandlaufen holen.<br />

Beim ersten Versuch musste er nach 400<br />

Kilometern aufgeben, weil der Körper<br />

nicht mitmachte: „Ich habe vor Enttäuschung<br />

geweint. Aber letztlich macht<br />

dich das auch mental stärker.“<br />

Für seine schrägen Laufprojekte wurden<br />

Rainer Predl auch schon „Selbstdarstellertum“<br />

vorgeworfen: Nicht aus der<br />

Laufszene, sondern von Menschen, die<br />

mit Sport offensichtlich nichts am Hut<br />

hätten: Schließlich schaffte er es mit seinen<br />

verrückten Rekorden auch in deutsche<br />

Massenmedien wie Spiegel, Stern-<br />

TV oder die Bildzeitung. „Ich war schon<br />

perplex über manches gehässige Mail“,<br />

erzählt er. „Aber man lernt damit umzugehen.<br />

Und von denen, die den Sport selber<br />

ausüben, kommt immer Zuspruch.“<br />

Ein Mann mit zwei Gesichtern<br />

Rainer Predl sieht sich selbst als Läufer<br />

mit zwei Gesichtern – einem ernsthaften<br />

und einem verrückten. Er sagt auch,<br />

dass die Trainer des Ultralauf-Nationalteams<br />

über manches seiner Projekte<br />

„nicht so begeistert“ seien – etwa die<br />

100 Kilometer im Garten, die er wenige<br />

Wochen nach dem Küchen tischlauf absolvierte.<br />

Als ideale Verbindung zwischen „Crazy<br />

Projects“ und ernsthaften Läufen<br />

sieht er Abenteuerläufe an, wie den<br />

Sahara Marathon in Algerien, den er<br />

2014 gewonnen hat und heuer an dritter<br />

Stelle beendete (in 3:03:19 Stunden).<br />

Kein typischer Wüsten-Abenteuerlauf<br />

wie etwa der „Marathon des Sables“<br />

(„so ein Lauf wäre mir zu touristisch“),<br />

sondern ein auf einer Piste durch die<br />

Wüste führender klassischer 42,195 km<br />

langer Marathonlauf.<br />

Selbst der Schlusspunkt von Predls<br />

Laufkarriere steht schon fest: Der „Badwater<br />

Ultra“ im kalifornischen Death<br />

Valley soll es sein, ein 217 Kilometer<br />

langer Lauf, der für die extreme Hitze<br />

bekannt ist: „Das ist mein Traumlauf,<br />

der alles abdeckt, was mir Spaß macht:<br />

Die Wüstenlandschaft taugt mir extrem<br />

– und gleichzeitig wird auf einer Straße<br />

gelaufen. Ich liebe die Hitze und die<br />

mentale Herausforderung.“ Bloß wann<br />

dieser für ihn finale große Lauf stattfinden<br />

wird, weiß Rainer Predl noch nicht:<br />

„Vielleicht erst, wenn ich 60 bin. Aber<br />

es wird eine einmalige Sache sein.“<br />

BERATUNG<br />

VOM WELT-<br />

REKORD<br />

HALTER<br />

Wer sich von Rainer Predl in Sachen<br />

Laufschuhe und -ausrüstung beraten<br />

lassen will, kann das bei Intersport<br />

Winninger in Stadlau tun. Zum Laufschuh<br />

rät Predl: „Auf jeden Fall auf<br />

die Qualität der Beratung achten und<br />

nach Möglichkeit eine Lauf analyse<br />

machen lassen. Gerade beim Straßenlaufen<br />

ist der richtige Laufschuh<br />

extrem wichtig. Dafür sollte man ein<br />

wenig Zeit investieren. Und man soll<br />

gerade beim Schuh nicht vorrangig<br />

auf den Preis schauen. Natürlich<br />

kann auch ein günstiger Laufschuh<br />

der Ideale sein – aber der Preis sollte<br />

jedenfalls nicht das ausschlaggebende<br />

Argument sein.“<br />

52 <strong>SPORTaktiv</strong>


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LIFESTYLE<br />

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Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.)<br />

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54 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx


LAUFENMIT<br />

DEN<br />

ARMEN<br />

WARUM DIE ARME BEIM LAUFEN<br />

EINE WESENTLICHE ROLLE SPIELEN<br />

UND WARUM MAN MIT KLEINEN<br />

ÄNDERUNGEN RELATIV GROSSE<br />

WIRKUNG ERZIELEN UND ÜBER­<br />

LASTUNGEN VORBEUGEN KANN.<br />

VON KLAUS MOLIDOR FOTOS: THOMAS POLZER<br />

Großes Bild: Armwinkel unter 90<br />

Grad, die Arme schwingen mit<br />

leichter Rotation nach innen.<br />

Oben: zu großer Armwinkel,<br />

Unten: zu starke Rotation der Arme.<br />

Fersenauftritt, Rebound, Plantarfaszien<br />

und Achillessehne, Gesäßmuskel,<br />

Vorfußlandung. Immer stehen<br />

die Beine und Füße beim Laufen im<br />

Mittelpunkt des Interesses. Die Arme?<br />

Nicht einmal eine Randnotiz wert. Dabei<br />

kann man Laufökonomie und -stil<br />

verbessern und Überbelastungen vorbeugen,<br />

wenn man sich beim Laufen<br />

auch einmal den Armen widmet und ihrem<br />

nur scheinbar bedeutungslosen Herumschwingen,<br />

während die unteren<br />

Extremitäten für Vortrieb, Pace und Kilometerleistung<br />

sorgen.<br />

Der Grund dafür ist einfach: „Es geht<br />

um die Kreuzkoordination“, sagt Bernd<br />

Marl, der als Sportwissenschafter in<br />

Graz auch Laufanalysen und Trainings<br />

macht. „Also anders gesagt: Schwingt<br />

der rechte Arm nach vor, machen wir<br />

mit dem linken Bein einen Schritt und<br />

umgekehrt.“ Die Arme sind damit nicht<br />

bloße Anhängsel, sondern Taktgeber.<br />

Der Versuch macht dich sicher. Arme<br />

langsam zu schwingen und schnelle<br />

Schritte zu machen ist unmöglich –<br />

auch die Gegenprobe beweist den direkten<br />

Zusammenhang.<br />

„Die Arme haben aber auch einen<br />

Einfluss auf die Schrittlänge“, erklärt<br />

Marl. „Wenn du ausholende Bewegungen<br />

mit den Armen machst, wird auch<br />

der Schritt länger, während kurze<br />

Schwünge die Schritte kleiner machen.“<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

55


Man kann mit den Armen<br />

also die Beine gut steuern.<br />

„Viele Leute kommen stark<br />

BERND MARL mit der Ferse auf“, berichtet<br />

Bernd Marl aus der Praxis.<br />

„Dadurch nimmst du<br />

ist Sportwissenschafter in<br />

Graz und trainiert Profis<br />

und Hobbysportler<br />

dir nicht nur Schwung,<br />

gleichermaßen.<br />

sondern belastest auch die<br />

trainingmitverstand.at<br />

Knie sehr stark. Schwingen<br />

die Arme kurz und schnell,<br />

geht es sich gar nicht aus,<br />

dass die Füße so weit nach<br />

vorne kommen.“ Der Auftrit wandert also Richtung<br />

Fußmitte, was deutlich schonender für Gelenke und<br />

den gesamten Bewegungsapparat ist.<br />

Hier kommt nun auch die Armhaltung ins Spiel.<br />

Beim Gehen lassen wir die Arme locker hängen, sie<br />

pendeln einfach mit. Das ist gut, denn so sparen wir<br />

Kraft in den Armen. Wer beim Laufen aber mit ausgestreckten<br />

Armen unterwegs ist, wird schnell merken,<br />

wie ausladend die Schritte werden und sich das<br />

Gangmuster dem militärischen Stechschritt annähert<br />

– das Gegenteil eines ökonomischen Laufstils ist die<br />

Folge. „Der Winkel zwischen Oberarm und Unterarm<br />

sollte weniger als 90 Grad betragen, dann spricht<br />

man vom sogenannten Läuferdreieck“, sagt Marl<br />

über die optimale Armhaltung beim Laufen. Die<br />

Arme können also gar nicht mehr so weit vorschwingen<br />

und die Frequenz steigt. „Man muss sich das vorstellen<br />

wie bei einem Pendel. Ist das Seil lang<br />

schwingt es lange nach vor und lange zurück. Ist es<br />

kürzer, ist der Ausschlag geringer und es schwingt<br />

schneller vor und zurück.“<br />

Höhere Frequenz, kürzere Schritte und damit ein<br />

Auftritt, der weg von der Ferse geht – all das spart<br />

beim Laufen nicht nur Kraft, es beugt auch Überbelastungen<br />

vor. „Das sind oft kleine Veränderungen,<br />

mit denen man aber einen sehr großen Effekt erzielen<br />

kann“, sagt Marl. Natürlich ist der Laufstil nicht<br />

allein vom Schwung der Arme abhängig und gibt es<br />

da auch meist noch viele Kleinigkeiten bis zur Perfektion<br />

zu verändern. „Aber wenn man das verbessert,<br />

ist gerade bei Gesundheits- und Hobbysportlern<br />

schon sehr viel getan.“<br />

Bei der richtigen Armarbeit gibt es aber neben dem<br />

Winkel noch ein paar Dinge zu beachten, um den<br />

optimalen Effekt zu erzielen. „Die Arme schwingen<br />

in der Gelenkspfanne des Schultergelenks, am besten<br />

ganz locker“, erklärt Marl. „Viele Läufer, denen man<br />

die Wichtigkeit der Armarbeit erklärt, neigen dann<br />

zur Übertreibung und ziehen die Unterarme so stark<br />

und weit nach hinten, dass sie extrem aufrecht laufen<br />

und fast schon in den Himmel schauen.“ Durch die<br />

Form der Gelenkspfanne lassen sich die Arme nicht<br />

ganz parallel zum Oberkörper bewegen – zumindest<br />

nicht ohne Anstrengung. Daher rotieren sie leicht<br />

nach innen. „Bis etwa zu Körpermitte“, sagt Marl.<br />

Darüber hinaus ist der Schwung der Laufökonomie<br />

schon wieder abträglich. Aber auch die Abhilfe dagegen<br />

ist einfach, wenn sie auch kaum jemand gerne<br />

hört: Rumpfstabilität.<br />

Bleiben noch die Hände. „Immer wieder kommen<br />

Leute zu mir, die das Handgelenk nach oben gezogen<br />

haben oder in sonst eine Richtung verdreht haben“,<br />

erzählt Marl. Locker und gerade soll man es halten,<br />

die Finger nicht zur Faust ballen, weil das auf längere<br />

Sicht ebenfalls unnötig Kraft kostet. „Irgendwann<br />

sorgt das für Schmerzen im Unterarm, bis hin zum<br />

Krampf“, warnt der Experte. Die Daumen sollten locker<br />

auf den Zeigefingern liegen. Wem das anfangs<br />

schwerfällt: Die Finger bewusst überstrecken und<br />

dann einfach zurückfallen lassen. Das wäre die richtige<br />

Haltung.<br />

Immer noch werde der Anteil der Armarbeit unterschätzt.<br />

„Dass man daran etwas verändern könnte,<br />

daran denkt keiner der Läufer, die zu mir kommen“,<br />

sagt Marl. „Umso größer ist der Aha-Effekt danach,<br />

wenn sie die Arme bewusst richtig einsetzen.“<br />

Dass Laufen so einfach ist, ist Fluch und Segen zugleich.<br />

Einerseits ist da die Freiheit, de facto ohne<br />

Vorbereitung loslegen zu können. Schuhe an, raus bei<br />

der Tür, los geht’s. Gehen kann jeder, gelaufen ist<br />

auch jeder Mensch in seinem<br />

Leben einmal. Daher<br />

nehmen sich die wenigsten<br />

Zeit, sich mit dem optimalen<br />

Bewegungsablauf auseinanderzusetzen.<br />

Sich einmal<br />

zeigen lassen, wie man<br />

mit kleinen Veränderungen<br />

viel mehr Spaß generieren<br />

kann. Von Leistung gar<br />

nicht zu reden. „Beim Golf<br />

oder Tennis würde ja auch<br />

keiner auf die Idee kommen,<br />

sich einfach mit einem Schläger auf den Platz<br />

zu stellen und loszuspielen“, sagt Marl. „Das lässt<br />

man sich zeigen.“ Wer beim Laufen eine Analyse machen<br />

lässt, hat in den allermeisten Fällen schon Probleme,<br />

Schmerzen, Verletzungen. Dabei lässt sich mit<br />

wenig Aufwand schon viel erreichen. Also, an die<br />

(Arm-) Arbeit!<br />

Mehr Videos zum<br />

Lauftraining gibt’s hier<br />

Foto: Sonja Haider<br />

56 <strong>SPORTaktiv</strong>


präsentiert von<br />

WO DER SPORT DIE NR. 1 IST<br />

„WIR SIND<br />

POSITIV GESTIMMT“<br />

MICHI KUMMERER, INHABER DER<br />

MJK SPORTMARKETING GMBH UND<br />

VERANSTALTER VON KÄRNTEN<br />

LÄUFT UND DEM GRAZ MARATHON,<br />

ÜBER DIE AKTUELLE SITUATION.<br />

Alle Infos zu den Events:<br />

www.kaerntenlaeuft.at<br />

www.grazmarathon.at<br />

www.mjk-sportmarketing.at<br />

Kleine Zeitung<br />

Graz Marathon<br />

Der österreichische Herbstklassiker<br />

durch die Grazer Innenstadt!<br />

Sei dabei wenn es vom 9. bis 11. Oktober <strong>2020</strong><br />

heißt: „Pack die Laufschuhe und die<br />

Shoppingtasche ein!“<br />

Distanzen von 5 bis 42 km<br />

Kinder- und Jugendläufe<br />

Lauf-Urlaub-Packages für die ganze Familie<br />

Knapp 10.000 Teilnehmer und tausende Zuschauer<br />

Streckenführung durch die Innenstadt,<br />

vorbei an Sehenswürdigkeiten<br />

Einzigartige Stimmung durch „Hot-Spots“<br />

mit Musik, Tanz, u. v. m.<br />

Infos und Anmeldung: www.grazmarathon.at<br />

daher wollen wir das Feeling der<br />

Sommerferien mittransportieren.<br />

Fotos: Kärnten Läuft, Graz Marathon/Gepa Pictures<br />

KÄRNTEN LÄUFT ist eines deiner<br />

Projekt-Flaggschiffe. Denkst du,<br />

wird der Event stattfinden können?<br />

Wir sind hier mit unserem Termin,<br />

21.–23. August, positiv gestimmt. Wir<br />

haben mehrere Varianten bzw. Pläne<br />

ausgearbeitet und einen finalen Plan in<br />

Abstimmung mit Stadt Klagenfurt und<br />

Land Kärnten der Bundesregierung<br />

präsentiert. Wenn das Okay kommt,<br />

wird Kärnten Läuft eines der ersten<br />

größeren Sport- bzw. Laufprojekte im<br />

Land sein. Bei sämtlichen Entscheidungen<br />

stehen das Wohlergehen und<br />

die Gesundheit der Läuferinnen und<br />

Läufer an erster Stelle.<br />

Wie schaut der „Plan B“ nun aus?<br />

Die Läufer erwartet ein Rundkurs mit<br />

Start/Ziel im Wörthersee-Stadion.<br />

Dieser Kurs ist über einen längeren<br />

Zeitraum gesperrt, womit das Starterfeld<br />

entsprechend auseinandergezogen<br />

werden kann. Gestartet wird individuell<br />

in zugeordneten Zeitintervallen,<br />

womit Massenansammlungen vermieden<br />

werden können. Die neue Strecke<br />

mit Einbindung des Wörthersees<br />

wird jedenfalls sehr attraktiv sein und<br />

mit dem Zieleinlauf in das 30.000<br />

Zuschauer fassende Stadion wartet ein<br />

würdiger emotionaler Abschluss.<br />

Falls dieser Plan B nicht genehmigt<br />

wird, wollt ihr verschieben?<br />

Ein möglicher Ersatztermin ist der<br />

4.–6. September – eine Entscheidung<br />

soll bis Mitte <strong>Juni</strong> fallen. Sollte dieser<br />

auch nicht realisierbar sein, werden<br />

wir nicht weiterverschieben. Kärnten<br />

Läuft lebt von dem Motto „Pack die<br />

Laufschuhe und die Badehose ein“,<br />

Wie schaut es mit dem GRAZ<br />

MARATHON aus?<br />

Der Termin, 9.–11. Oktober, ist noch<br />

fünf Monate entfernt. Es wird sich bis<br />

dahin einiges ändern bzw. hoffentlich<br />

wieder relativieren. Daher gehen wir<br />

in Graz von unserem Grundkonzept<br />

aus. Start und Ziel vor der Oper, auch<br />

wenn es Adaptionen zum Programm<br />

geben wird müssen.<br />

Wie geht ihr generell mit der<br />

Nenngeld-Thematik um?<br />

Wir haben von Anfang an ein klares<br />

Statement im Sinne der Läufer<br />

abgegeben. Für nicht konsumierte<br />

Leistungen kannst du von den Athleten<br />

nicht Geld einbehalten. Über alle<br />

Veranstaltungen hinweg haben wir<br />

daher die gleiche Grundhaltung kommuniziert:<br />

Bei Absage der Veranstaltung<br />

besteht die Wahl, entweder den<br />

Startplatz bei gleichen Konditionen<br />

mit ins nächste Jahr zu nehmen oder<br />

das Nenngeld zurückzubekommen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

57


AUS<br />

PRO<br />

BIERT<br />

RUN<br />

DIE WAHRHEIT LIEGT DAZWISCHEN<br />

Zwischen Fisch und Fleisch ist sie angesiedelt – die<br />

Laufhose in Dreiviertellänge. Wenn es kalt ist, ist sie<br />

nicht ganz richtig. Wenn es warm ist, ist sie nicht ganz<br />

richtig. Sie ist aber eben auch nie ganz falsch. Nicht einmal<br />

im Mai, in dem wir an sich ja schon „kurz-kurz“ unterwegs<br />

sind, also kurze Hose, kurzärmeliges Shirt. Auf<br />

den Hügeln und Bergen meines Laufaktionsradiusses<br />

nämlich, da kann es schon auch in der warmen Jahreszeit<br />

ungemütlich frisch werden. Ergo ist das GORE-Beinkleid<br />

R3 3/4 TIGHTS (UVP € 69,95) das knickerbockerartig<br />

über das Knie reicht, nicht zu verachten. Das Tragegefühl<br />

ist angenehm weich, keine Nähte reiben, einzig: Ein bisschen<br />

fester könnte sie den Oberschenkel umfassen, das<br />

hab ich auf längeren Passagen bergab zu schätzen gelernt.<br />

Zu heiß ist die Allrounderin aber keinesfalls, bis<br />

deutlich über 20 Grad sind kein Problem. In der kleinen<br />

Tasche am Rücken haben Schlüssel Platz oder ein<br />

Smartphone, das noch nicht Tischtennisschlägergröße<br />

hat. Fazit: Dreiviertellänge kann auch bei warmen Temperaturen<br />

die ganz richtige Entscheidung sein.<br />

EINE HOSE, DIE EIGENTLICH NIE<br />

PASST UND DOCH PASST, EIN<br />

SCHUH FÜR KEITH RICHARDS<br />

UND EIN REGEN GEWAND FÜR<br />

ALLE FÄLLE HABEN WIR<br />

DIESMAL GETESTET.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL UND KLAUS MOLIDOR<br />

Fotos: Thomas Polzer, Christoph Heigl<br />

58 <strong>SPORTaktiv</strong>


TROCKEN DURCH DEN WASCHELREGEN<br />

FÜR KEITH RICHARDS UND MICH<br />

Was ist Graphene? Graphene ist die Bezeichnung für eine Modifikation<br />

des Kohlenstoffs mit zweidimensionaler Struktur, in<br />

der jedes Kohlenstoffatom im Winkel von 120 Grad von drei<br />

weiteren umgeben ist, sodass sich ein bienenwabenförmiges<br />

Muster ausbildet. Steht zumindest bei Wikipedia. Graphene ist<br />

das stärkste Material der Welt, sagt Inov-8 (sprich: „inovate“,<br />

erneuern) und preist den unglaublichen Grip der Sohle bei<br />

gleichzeitig unglaublicher Haltbarkeit. In vielen Bereichen ist<br />

das neue Material Graphene wegen seiner Haltbarkeit in den<br />

letzten Jahren modern geworden, auch in der Sportartikelindustrie.<br />

Inov-8 rühmt sich, damit als erste Firma die Sohle von<br />

Sportschuhen verstärkt zu haben. Die Engländer setzen auch<br />

auf die Zusammenarbeit mit dem National Graphene Institute<br />

der Universität Manchester.<br />

Laufen im Regen ist an sich ja was Herrliches. Vor allem wenn<br />

man nicht weit in die trockene Stube hat. In den Bergen schaut<br />

das schon anders aus. Darum gibt es bei Trailruns und Ultraläufen<br />

immer eine Pflichtausrüstung, die auch Regengewand umfasst.<br />

Der britische Outdoorspezialist Montane hat mit einer<br />

Pull-on-Hosen-Kombi dafür ein Angebot. 15.000 mm Wassersäule<br />

verspricht das „Race Kit“ und dass man es in die Hosentasche<br />

bringt. Nun, dafür müssen die Taschen schon groß sein.<br />

Aber wer länger im Gelände unterwegs ist, hat einen Rucksack<br />

mit und dort finden die beiden superleichten Teile spielend<br />

Platz. Das Oberteil hat einen Zipp bis zum unteren Ende des<br />

Brustbeins. Warum es ein Pull-on und keine Jacke geworden<br />

ist? Keine Ahnung. Eine Naht, durch die potenziell Wasser<br />

dringt, gibt es ja trotzdem, ein bissl kürzer ist sie halt. Dafür ist<br />

das Oberteil beim Laufen kaum zu spüren und hält auch Waschelregen<br />

ordentlich stand. Auch die Hose sitzt dank Gummibund<br />

angenehm und ist dank Reißverschlüssen an beiden<br />

Seiten auch rasch über die Schuhe angezogen.<br />

Also rein in die unverwüstlichen TERRA ULTRA G 260. Die Trailrunningschuhe<br />

(UVP € 165,–) mussten Gatsch, Schnee, Wurzeln<br />

und Asphalt überstehen und auch wenn es noch nicht<br />

Hunderte von Kilometern sind, die Schuhe schauen noch aus<br />

wie neu. Auch die Oberflächenstruktur ist sehr abriebsfest und<br />

langlebig. Der nur 260 Gramm schwere Schuh (0 mm Sprengung)<br />

schaut wuchtig aus, fühlt sich am Fuß aber sehr leicht<br />

an, die Sohle ist trailtypisch groß und breit und gibt – mir<br />

schwerem Läufer – guten Halt. 50 % stärker, 50 % elastischer<br />

und 50 % abriebsfester, sagt Inov-8. Das lässt sich in der Praxis<br />

schwer überprüfen, aber in England hat der Terra Ultra schon<br />

einen Trailschuhtest gewonnen. Englisches Testfazit: „Wenn<br />

die Apokalypse kommt, wird es nur zwei Überlebende geben:<br />

Keith Richards und den Terra Ultra G260.“ Gut gebrüllt, Löwe.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

59


STRESSFREI<br />

IN DER TIROLER<br />

TRAUMKULISSE<br />

SOMMERFRISCHE MIT AUSSICHT:<br />

DIE FERIENREGION HOHE SALVE WARTET<br />

AUF DICH MIT 1000 KM RADWEGEN, DEM<br />

KAT-BIKE UND BESTER STRESSFREIER<br />

ERREICHBARKEIT MIT ZUG UND BUS.<br />

Kontakt<br />

Ferienregion Hohe Salve<br />

Innsbrucker Straße 1<br />

6300 Wörgl<br />

T. +43 57507 7000<br />

info@hohe-salve.com<br />

www.hohe-salve.com<br />

Im Winter ist das Gebiet der Ferienregion<br />

Hohe Salve und der Kitzbüheler Alpen<br />

die perfekte „Spielwiese“ für Wintersportler,<br />

im Sommer tollen die Radfahrer<br />

auf den Trails und Wegen herum. 1000 km<br />

Radwege garantieren Familien, Mountainbikern<br />

und Elektroradlern Bikespaß ohne<br />

Ende. Rundumblicke auf Wilden Kaiser,<br />

Kitzbüheler Horn, Hohe Salve, Großvenediger<br />

und Großglockner gibt’s inklusive.<br />

Auch Rennradler kommen auf ihre Kosten.<br />

Zahm oder wild? So lautet die Frage, die<br />

sich Mountainbiker auf der bis zu 180 Kilometer<br />

weiten Biketour namens KAT-Bike<br />

im Angesicht des Kaisergebirges stellen<br />

müssen. Alles andere ist arrangiert. In vier<br />

Etappen von der Hohen Salve über das<br />

Brixental und St. Johann in Tirol ins Pillerseetal.<br />

Für jeden Abschnitt stehen Varianten<br />

zur Wahl. Gut markiert, führen die Wege<br />

über einsame Bergstraßen und Graspfade,<br />

vorbei an Almhütten, hinauf zu den Weitblick-Highlights<br />

der Region und können<br />

auch spontan nach Motivation gewählt werden.<br />

Komplett organisiert mit Kartenmaterial,<br />

Gepäcktransport, Hotel und Halbpension<br />

bieten die KAT-Bike-Pauschalen von<br />

<strong>Juni</strong> bis Oktober (ab € 419,– pro Person im<br />

DZ für 4 Nächte) absolut sorgenfreie Bikeerlebnisse.<br />

Infos: www.kat-bike.com.<br />

Dank hervorragender Bahnanbindung<br />

können Gäste der Ferienregion ihr Auto<br />

auch getrost zu Hause stehen lassen und<br />

bequem und stressfrei in die Region reisen.<br />

Die Gästekarte dient als Fahrkarte in allen<br />

Nahverkehrszügen der ÖBB von Wörgl bis<br />

Hochfilzen und in sämtlichen Busverbindungen<br />

innerhalb der Regionsgrenzen.<br />

Fotos: Norbert Eisele-Hein<br />

60 <strong>SPORTaktiv</strong>


BIKE<br />

Technik – Menschen – Material<br />

Fotos: Klemens Koenig, ABUS, Dennis Stratmann<br />

TRIO MIT WM-NEWS<br />

Saalbach Hinterglemm, Saalfelden<br />

Leogang und Fieberbrunn bündeln<br />

jetzt auch im Sommer ihre Kräfte.<br />

Das Trio stellt damit Österreichs<br />

größte Bikeregion mit 70 km Trails,<br />

7 Bergen und 9 Bergbahnen. Neu:<br />

MTB-WM in Leogang, 7.-11. Okt.!<br />

bike.saalbach.com<br />

SCHUTZ GEGEN VIREN<br />

Teile der Abus-Helmproduktion<br />

in Italien wurden umgerüstet, um<br />

hochwertige „Faceguards“ herzustellen.<br />

Diese Gesichtsschutzschilder<br />

werden nicht nur im medizinischen<br />

Sektor dringend benötigt<br />

sondern auch im Handel.<br />

www.abus.com<br />

PURE EMOTIONEN<br />

Der Stoneman Taurista ist ein neues<br />

MTB-Abenteuer in der Salzburger<br />

Bergwelt: eine selektive Route über u.a.<br />

Flachau und Obertauern in 3 Etappen mit<br />

4500 Höhenmetern entlang idyllischer<br />

Almtäler und aussichtsreicher Gipfel.<br />

Saisoneröffnung ist am 10. <strong>Juni</strong>.<br />

www.flachau.com/stoneman


ALLER<br />

ANFANG<br />

IST<br />

DIE RENNRADSAISON BEGINNT HEUER SPÄT,<br />

ABER FRÜH GENUG, UM NOCH VOLL IN DEN<br />

RENNRADBOOM<br />

LEICHT<br />

EINZUSTEIGEN.<br />

ANFÄNGER,<br />

E-RENNRAD, GRA-<br />

VEL – DIE THEMEN<br />

STEHEN FEST. UND SCHON BLITZEN DIE<br />

ERSTEN NEUHEITEN DER 2021-MODELLE<br />

UM DIE ECKE.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

Nach der langen Zwangspause<br />

werden die Ärmel jetzt hochgekrempelt<br />

und so schnell<br />

nicht wieder heruntergeschoben.<br />

„Die Nachfrage ist brutal groß und<br />

übertrifft alle Erwartungen.“ Das meldet<br />

Alexander Steurer aus der Firmenzentrale<br />

von Simplon in Hard am Bodensee.<br />

Radfahrer sind heiß auf die neuen Bikes.<br />

Simplon spürt das speziell bei einem<br />

Thema, das vor Kurzem noch Nische<br />

war: dem E-Rennrad.<br />

„Vor zwei Jahren waren viele skeptisch,<br />

ob E und Rennrad zusammenpassen“,<br />

erzählt Steurer. „Unserer Einschätzung<br />

nach sind Rennradfahrer die großen Ästheten,<br />

sie haben hohe optische Ansprüche,<br />

da muss alles sauber integriert sein.“<br />

Die Vorarlberger haben mit den neuen<br />

E-Modellen vom Rennrad Kiaro und<br />

dem Gravelbike Inissio zwei interessante<br />

Modelle am Markt, die das besonders<br />

gut hinbekommen, weil sie einen dezenten<br />

Leichtlauf-Nabenmotor von Ebikemotion<br />

im Hinterrad haben. „Von der<br />

Seite schaut es wie ein klassisches Rennrad<br />

aus, nur von hinten erkennt man die<br />

etwas breitere Nabe.“ Rennradfans<br />

schauen besonders auf das Gewicht, auch<br />

da können die Vorarlberger beim Kiaro<br />

mit 10,7 kg einen Topwert vorweisen.<br />

Wie schaut die Zielgruppe für die<br />

neuen E-Rennräder aus? „Die ist erstaunlich<br />

groß, bunt und breit gefächert“,<br />

weiß Steurer vom Kundenfeedback.<br />

„Von älteren Rennradfahrern, die<br />

noch gerne in den Bergen herumfahren,<br />

bis hin zu Frauen und Paaren, die jetzt<br />

gemeinsam ausfahren können.“ Unlängst<br />

hat sich ein Rennradfahrer und<br />

treuer Simplonkunde mit 85 Jahren (!)<br />

ein neues E-Rennrad abgeholt.<br />

Es muss aber nicht „E“ sein. Rennradfahren<br />

macht auch in seiner Urform<br />

besonderen Spaß. Diese Leichtigkeit,<br />

scheinbar mühelos (zumindest mit ext-<br />

rem niedrigem Rollwiderstand) durch<br />

die Landschaft zu gleiten oder die Faszination,<br />

Pässe zu befahren, ist für viele<br />

Radfahrer das Nonplusultra. Und das<br />

Beste: Dieser Sport ist extrem einsteigerfreundlich,<br />

denn man braucht wirklich<br />

nicht viel dazu. Keine Extrastrecken,<br />

keine Tickets, keine Anreise. Rein ins<br />

Sportgewand, Helm auf und rauf auf<br />

den Renner. Strecke? Egal! Fahrtwind<br />

um die Nase wollen wir haben! Auch in<br />

Foto: Trek/Dylan Remis, Facebook<br />

62 <strong>SPORTaktiv</strong>


der eigenen Heimat entdeckt man auf<br />

diese Art und Weise schnell neue Flecken<br />

und unbekannte Platzerl.<br />

Bei der Rennradtechnik hat sich in<br />

den letzten Jahren extrem viel getan.<br />

Wer noch bis Mitte der 90er-Jahre<br />

den Basken Miguel Indurain zu seinen<br />

Seriensiegen bei der Tour de<br />

France fliegen gesehen hat, sah einen<br />

Stahlrahmen mit 1800 Gramm, der<br />

noch wie aus den 50er-Jahren wirkt,<br />

Felgenbremsen, einen Haufen Kabel.<br />

Heute baut derselbe Hersteller für<br />

den Tour-Sieger Egan Bernal ein futuristisches<br />

Geschoss, das mit 700<br />

Gramm Rahmengewicht leichter ist<br />

als ein Packerl Milch, aus dem man<br />

schon zweimal getrunken hat. 6,8 kg<br />

ist das Gewichtslimit für UCI-Rennen,<br />

Freaks kommen (privat) leicht<br />

unter 6 kg, in der Regel pendeln sich<br />

Rennräder zwischen 7 und 8,5 kg ein.<br />

RENNRAD-<br />

KATEGORIEN<br />

1. Marathon-Rennräder bzw.<br />

„Endurance“: modern, leicht,<br />

vielseitig, unkompliziert, teilweise<br />

gefedert bzw. gedämpft<br />

2. Aero-Rennräder bzw. „Race“:<br />

extrem aerodynamisch, fahrstabil,<br />

etwas schwerer, hohe Felgen,<br />

Kabel meistens voll integriert<br />

(„unsichtbar“)<br />

3. Performance/Allround:<br />

Alleskönner<br />

4. E-Rennrad: meistens als komfortable<br />

Endurance-Variante mit leichtem<br />

Motor und breiteren Reifen<br />

Exotische Varianten: Zeitfahrrad,<br />

Fixie, Bahnrad, Singlespeed,<br />

Ultraleicht-Bergrad, Querfeldeinrad.<br />

Wichtigste Technik:<br />

Schaltung entweder per Seilzug,<br />

elektronisch (Shimano Di2) oder per<br />

Funk (Sram eTap), Scheibenbremsen,<br />

in der Regel 2 x 11 oder 2 x 12<br />

Gänge, Reifenbreite 25 bis 32 mm<br />

(Gravelreifen 37 bis 54 mm), Reifendruck<br />

je nach Breite und Modell<br />

etwa 5 bis 8 bar, Rahmen aus<br />

Carbon bzw. Alu (günstiger), sehr<br />

selten aus Stahl oder Titan.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

63


INTERVIEW<br />

ANDERS AHLBERG, ROAD PRODUCT<br />

MANAGER BEI TREK IN DEN USA<br />

Was ist das ideale Einsteiger-Rennrad?<br />

Was muss es können?<br />

Anfänger sollten ein Rad wählen,<br />

das ihnen Vertrauen gibt und Vielseitigkeit<br />

ermöglicht. Rennradfahren hat<br />

so viele Facetten, vom Kriterium bis<br />

Gravel. Anfänger wollen oft Allround-Räder,<br />

die alles abdecken, weil<br />

sie selbst noch nicht wissen, in welche<br />

Richtung sich ihre neue Leidenschaft<br />

entwickeln wird. Ich habe gerade<br />

einer Bekannten ein leichtes<br />

Alu-Einsteigerrad empfohlen, ein<br />

Checkpoint AL. Sie liebt es.<br />

Welche Technik garantiert gute<br />

erste Erfahrungen? Braucht es<br />

Carbon, Scheibenbremsen und<br />

Di2 gleich zu Beginn?<br />

Das hängt natürlich vom Budget ab.<br />

Klar wäre ein Carbon-Rad mit Disc<br />

und elektronischer Schaltung gleich<br />

das Beste, aber das leistet sich nicht<br />

jeder. Scheibenbremsen sind allerdings<br />

meine klare Empfehlung! Sie<br />

sind so viel besser als Felgenbremsen<br />

und erlauben breitere Reifen –<br />

ein doppeltes Sicherheitsplus!<br />

Alu-Rahmen sind in den letzten 5 bis<br />

10 Jahren extrem verbessert worden<br />

und auch die günstigen Schaltgruppen<br />

sind alle auf hohem Niveau. Ich<br />

bin kürzlich mit einer Sora-Schaltgruppe<br />

gefahren (Anm: zweitbilligste<br />

Einsteigergruppe) und war echt erstaunt,<br />

wie gut sie funktioniert hat.<br />

Bevor man aber zu sehr auf die Komponenten<br />

achtet, sollte man jemanden<br />

an der Seite haben, der dir das<br />

richtige Rad für deine Bedürfnisse<br />

und deinen Stil zeigt.<br />

Was war technisch gesehen die<br />

größte Errungenschaft bei Trek<br />

in den letzten Jahren im<br />

Roadbereich?<br />

Bei Trek allgemein ganz sicher die<br />

WaveCel-Helme. Die Arbeit war hart,<br />

aber das Ergebnis ist beeindruckend.<br />

Am Rennradsektor ist es jenes Rad,<br />

das wir jetzt im <strong>Juni</strong> rausbringen –<br />

mehr darf ich noch nicht verraten!<br />

(lacht). Bei den bestehenden Techniken<br />

ist es sicher IsoSpeed (Anm:<br />

Rahmendämpfung durch Entkoppelung<br />

von Sattelrohr und Oberrohr sowie<br />

des Gabelschaftes im Steuerrohr).<br />

IsoSpeed hat die Art und Weise<br />

verändert, wie wir Rennräder konstruieren<br />

und hat diese ständigen<br />

Kompromisse auf vielen Ebenen eliminiert.<br />

Domane wurde komfortabler<br />

und Madone aerodynamisch noch<br />

schneller, wegen IsoSpeed.<br />

Anders, wenn du in die Glaskugel<br />

schaust, wie werden wir in fünf<br />

Jahren Rennrad fahren?<br />

Generell werden wir bei Rennrädern<br />

wenige Kompromisse eingehen: So<br />

wie wir bei Domane und Madone,<br />

schneller und komfortabler. Wir werden<br />

auch in Zukunft keine Zwei-Kilo-Rennräder<br />

bauen, aber wir werden<br />

Rennräder haben, die vielseitiger einsetzbar<br />

sind und keine Kompromisse<br />

machen.<br />

Und der Clou ist, dass diese Technik<br />

eben nicht nur den Profis zur Verfügung<br />

steht, sondern jedem Anfänger<br />

und damit das Rennradfahren<br />

noch einsteigerfreundlicher macht.<br />

Der Aufwand, den die Marken und<br />

Ingenieursabteilungen dafür betreiben,<br />

ist enorm, von den kleinen Feinen<br />

wie Simplon in Vorarlberg bis hin<br />

zu den Großen wie Trek in den USA.<br />

Dort hat man das „Trek Performance<br />

Research Center“ eingerichtet, ein<br />

Forschungs- und Entwicklungslabor,<br />

in dem mit modernster Technik Experimente<br />

im Bereich Fahrradphysik<br />

und Biomechanik durchgeführt werden.<br />

Innovation und neue Produkte<br />

stehen ganz oben auf der Wunschliste.<br />

Das Labor ist mit einer Highspeed-<br />

Kamera ausgestattet, die die physikalischen<br />

Vorgänge mit über 5000 Bildern<br />

pro Sekunde in Full-HD aufnimmt.<br />

Trek hat auch ein „Radlaufband“ gebaut,<br />

damit kann man Geschwindigkeiten<br />

bis 40 km/h und Steigungen bis<br />

35 % bei Laborbedingungen testen,<br />

von glattem Asphalt bis hin zu variierenden<br />

Oberflächen mit bis zu 50 mm<br />

hohen Steinen und Wurzeln, die am<br />

Laufband simuliert werden.<br />

Aero, Gravel, E-Rennrad? Womit<br />

steigt man ein? Der Gravelboom des<br />

heurigen Jahres zeigt, dass viele mit<br />

diesem Konzept (breite Reifen, Scheibenbremsen,<br />

aufrechte Sitzposition,<br />

siehe dazu auch die Folgestory<br />

„Speed, Spaß, Schotter“) gut zurechtkommen<br />

und Gravelräder ein guter<br />

erster Kontaktpunkt mit dem Thema<br />

Rennrad sind. Doch auch klassische<br />

Räder, wenn es nicht gleich die extremste<br />

Aeromaschine oder das<br />

Tri-Zeitfahrrad ist, sind leicht zu beherrschen.<br />

Die Hersteller unterstützen<br />

den Trend und haben die Einstiegspreise<br />

noch weiter nach unten<br />

gezogen. Ab 600, 700 Euro findet<br />

man passable Einstiegsrennräder.<br />

Tipp: unbedingt auf Scheibenbremsen<br />

achten! Speziell Anfänger tun<br />

sich damit leichter. Und dann kann’s<br />

auch schon losgehen.<br />

64 <strong>SPORTaktiv</strong>


INDIVIDUELL ZU KONFIGUIEREN, SMART HEADSET MIT INTEGRIERTER<br />

KABELFÜHRUNG, HOHER FAHR- UND SITZKOMFORT<br />

SIMPLON KIARO DISC<br />

RAHMEN/GABEL: Carbon-Rahmen und<br />

Gabel in 6 Größen: 46, 49, 52, 55, 58, 61 cm<br />

SCHALTUNG: Shimano Ultegra Di2 bzw. im<br />

Konfigurator frei wählbar<br />

BREMSEN: Shimano ST-R8070 mit 160 mm<br />

Disc vorne und 140 mm hinten<br />

BEREIFUNG: Schwalbe Pro One, 28 mm<br />

(optional auch Tubeless)<br />

GEWICHT: ab 7,65 kg je nach Wahl<br />

PREIS (UVP): ab € 4799,– (Konfigurator)<br />

www.simplon.com<br />

2 X GÜNSTIG, 2 X HIGHEND - MACHT<br />

VIER TOP-RENNRÄDER IN DER AUSLAGE.<br />

STRASSENFEGER<br />

INNOVATIVER CARBONRAHMEN, KOMFORT DURCH 32-MM-<br />

REIFEN, GUTES PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS<br />

TREK DOMANE SL4<br />

RAHMEN: 500 Series OCLV Carbon<br />

GABEL: Domane SL, Carbon<br />

SCHALTUNG: Shimano Tiagra 4700<br />

BREMSEN: hydraulische Scheibenbremse Shimano<br />

Tiagra mit Shimano-SM-RT70-Bremsscheiben,<br />

VR 160 mm und HR 160 mm<br />

BEREIFUNG: Bontrager R1 Hard-Case Lite, 32 mm<br />

GEWICHT: 9,87 kg<br />

PREIS (UVP): € 2299,–<br />

www.trekbikes.com/at<br />

KTM REVELATOR ALTO PRO<br />

RAHMEN/GABEL: Performance Carbon R-9830/Gabel:<br />

Alto Carbon/Alloy-shaft F12; Größen: 49, 52, 55, 57, 59 cm<br />

SCHALTUNG: Shimano 105<br />

BREMSEN: Shimano 105 R7070<br />

2 Kolben/Rotor: 160 mm/160 mm<br />

BEREIFUNG: Continental Ultra Sport II SL, 25 mm<br />

GEWICHT: 8,7 kg<br />

PREIS (UVP): € 2499,–<br />

www.ktm-bikes.at<br />

AUFGERÄUMTE<br />

OPTIK MIT DISC<br />

BRAKES<br />

EINSTEIGER<br />

CARBON-<br />

RENNRAD<br />

Fotos: Hersteller<br />

LEISTUNGSSTÄRKSTE CARBONSTRUKTUR<br />

EXTREM LEICHT UND STEIF<br />

VOLLSTÄNDIG INTEGRIERTE<br />

ZUGVERLEGUNG<br />

SCOTT ADDICT RC PRO<br />

RAHMEN: Addict RC Disc HMX Carbon<br />

GABEL: Addict RC HMX<br />

SCHALTUNG: Shimano Dura-Ace<br />

BREMSEN: Shimano BR-R9170 Hydr. Disc 160/F<br />

and 160/R SM-RT900 CL Rotor<br />

BEREIFUNG: Syncros Capital 1.0 35 Disc<br />

Laufradsatz; Schwalbe ONE V-Guard Fold 28 mm<br />

GEWICHT: 7,3 kg<br />

PREIS (UVP): € 6999,–<br />

www.scott-sports.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

65


DIE WIENER-ALPEN-TOUR FÜR SPORTLICHE GENIESSER<br />

VOM BUCKL ZUM BERG<br />

E-Biken und regionale<br />

Köstlichkeiten bei ausgewählten<br />

Wirten genießen:<br />

Das kombiniert<br />

die neue, zweitägige<br />

Tour von der Buckligen<br />

Welt ins Schneebergland.<br />

Erfahre Niederösterreichs<br />

feinste Tour!<br />

Mit dem E-Bike von Wirtshaus<br />

zu Wirtshaus radeln<br />

und die Kulinarik im Paradies<br />

der Blicke genießen, bestens betreut<br />

und vorzüglich versorgt von den<br />

Wirten der niederösterreichischen<br />

Wirtshauskultur: Das bietet die neue,<br />

zweitägige Tour von der Buckligen<br />

Welt ins Schneebergland, die jeweils<br />

an Wochenenden gebucht werden<br />

kann.<br />

Klingt fein? Ist es auch. Die<br />

sportliche Tour führt in rund 135<br />

Kilometer von Krumbach in der<br />

Buckligen Welt nach Grünbach am<br />

Schneeberg und wieder zurück zum<br />

Ausgangspunkt – quer durch die<br />

Wiener Alpen. Und mit kulinarischen<br />

Etappenzielen – denn neben<br />

dem Radfahren kommt auch die<br />

Kulinarik nicht zu kurz. Zur Einstimmung<br />

wartet gleich ein viergängiges<br />

Menü im Krumbacherhof auf die<br />

Gäste. Vom Gastgeber und Initiator<br />

der Tour, Andreas Ottner, gibt es die<br />

passenden Tourentipps.<br />

66 <strong>SPORTaktiv</strong>


Fotos: Wiener Alpen/Fröhlich, Wiener Alpen/Kremsl, Krumbacherhof<br />

Nach der ersten Übernachtung<br />

und dem Frühstück geht es rund<br />

sechs Stunden lang über die Hügel<br />

der Buckligen Welt und entlang<br />

des Feistritztal-Radwegs Richtung<br />

Wechselland. Das erste große<br />

Zwischenziel ist zu Mittag das<br />

Wirtshaus Grüner Baum in<br />

Kirchberg am Wechsel (das wurde<br />

2019 als „Top-Wirt“ ausgezeichnet).<br />

Am Nachmittag geht es<br />

aussichtsreich weiter bis ins<br />

Schneebergland. Tagesziel ist der<br />

Landgasthof „Zur Schubertlinde“<br />

in Grünbach am Schneeberg, wo<br />

ein viergängiges Abendmenü sowie<br />

Sauna und Kräuterdampfbad einen<br />

entspannten Tagesausklang<br />

garantieren. Von Krumbach über<br />

Kirchberg nach Grünbach sind zu<br />

diesem Zeitpunkt 79 Kilometer<br />

sowie rund 950 Bergauf- und<br />

Bergab-Höhenmeter zurückgelegt.<br />

Nach einer erholsamen Nacht<br />

verbringen die Radfahrer am<br />

nächsten Tag rund vier Stunden<br />

im Sattel. Mit wunderschönem<br />

Blick auf die Bucklige Welt geht es<br />

über Bad Erlach nach Krumbach<br />

zurück. 56 Kilometer sowie rund<br />

375 Höhenmeter sind die Eckdaten.<br />

Das Package mit zwei Übernachtungen<br />

und Halbpension ist an<br />

Wochenendterminen buchbar und<br />

kostet ab € 216 pro Person.<br />

INFO UND BUCHUNG<br />

Wiener Alpen in<br />

Niederösterreich Tourismus<br />

T. +43 26 22/78 9 60<br />

info@wieneralpen.at<br />

www.wieneralpen.at/<br />

buckl-zum-berg<br />

VELOREGIO GRENZENLOS RAD FAHREN<br />

Es ist noch nicht lange her, dass eine grenzüberschreitende Radregion zwischen Ungarn und Österreich unmöglich schien,<br />

war doch der Eiserne Vorhang eine schier unüberwindbare Grenze mitten in Europa. Mit der Schaffung einer gemeinsamen<br />

Radregion zwischen Kőszeg, dem Komitat Vas und den österreichischen Regionen<br />

Südburgenland, Oststeiermark und Wiener Alpen in Niederösterreich<br />

wird ein Beitrag zu Überwindung von Grenzen geleistet.<br />

Nutze das Angebot, neben den geografischen auch die eigenen Grenzen zu<br />

überwinden, und entdecke das gemeinsame Angebot der vier Regionen.<br />

Den gesamten Überblick über das gemeinsame Angebot findest du unter:<br />

www.veloregio.com.<br />

PACKAGE-TIPP<br />

VOM BUCKL ZUM BERG<br />

Bis Oktober kann die<br />

Genusstour als individuelle<br />

Tour an allen Wochenenden<br />

gebucht werden.<br />

Preis: ab € 216,– p. P. im DZ<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

67


Umfrage im Bekanntenkreis.<br />

Leute, was ist ein Gravelbike?<br />

Hmmm. Stirnrunzeln.<br />

Telefonjoker. Ganz angekommen<br />

ist die neueste Zweiradmodeströmung<br />

also noch nicht in der Breite.<br />

Kein Problem.<br />

Selbst Experten tun sich mitunter<br />

schwer. „Vielleicht existiert Gravel ja<br />

auch gar nicht“, meint der italienische<br />

Ausrüster Sportful provokant. „Es gibt<br />

so viele verschiedene Interpretationen<br />

dieses Konzeptes, dass es gar keinen Sinn<br />

macht, es näher einzugrenzen“, heißt es<br />

auf deren Website. Dann gehen die Italiener<br />

aber gewitzt ins Detail – immerhin<br />

haben sie gerade eine neue Gravel-Kollektion<br />

vorgestellt. „Es reicht zu wissen,<br />

dass es ab sofort egal ist, auf welchem<br />

Untergrund wir fahren oder wie lange<br />

wir im Sattel sitzen. Und zu wissen, dass<br />

unser Spielplatz jetzt größer ist und länger<br />

offen hat.“<br />

Der Trend kommt aus den USA und<br />

rührt daher, dass es quer durch die Staaten<br />

noch ein riesiges Netzwerk an unasphaltierten<br />

Landstraßen und Pässen<br />

gibt. Die Amis haben diese staubigen,<br />

sandigen Straßen immer schon geliebt<br />

und Rennradfahrer und Abenteurer haben<br />

sie längst als neuen Spielplatz auserkoren.<br />

Dieses Netzwerk gibt es zwar<br />

auch hierzulande, nur dass bei uns längst<br />

jede Landes- und Bergstraße mit Asphalt<br />

überzogen ist. Jetzt, in einer Art zweiten<br />

Welle, scheint Gravel auch bei uns richtig<br />

angekommen zu sein. <strong>2020</strong> könnte<br />

der Durchbruch sein, wenngleich das<br />

Konzept nur eine kleine Zielgruppe im<br />

Fokus hat. Aber das haben wir damals<br />

auch bei SUVs gedacht, oder? Wir haben<br />

zwar keine Tausende Meilen echte<br />

Gravel Roads, aber wer suchet, der findet.<br />

Auch in und rund um die Alpen lassen<br />

sich am Gravelbike wunderbare<br />

Straßen und Wege befahren.<br />

Das Beste aber: Mit den Gravelrädern<br />

ist auch eine neue Einstellung in Mode<br />

gekommen. Relax, es ist kein Rennen,<br />

nimm nicht alles so ernst, hab Spaß.<br />

Foto: Specialized<br />

68 <strong>SPORTaktiv</strong>


Auch typisch amerikanisch, aber das fällt<br />

in Europa auf fruchtbaren Boden. Italien<br />

ist eines der ersten Länder, wo dieser<br />

Lifestyle bestens mit dem Dolce Vita in<br />

der Sportvariante harmoniert. Eat pasta,<br />

ride fasta. Auch in Bella Italia gibt es<br />

(Stichwort Toskana etwa) ein Netzwerk<br />

an Wegen und Forststraßen, die sich<br />

bestens zum „Graveln“ eignen.<br />

En vogue ist auch die Gravel-Mode:<br />

Vorbei sind die Zeiten der engen, neongelben<br />

Radtrikots mit Pseudo-Sponsoraufklebern<br />

und giftgrünen Hosen. Die<br />

Gravelfarben sind Schwarz, Schwarz und<br />

Schwarz, dazwischen Braun, aber Dunkelbraun,<br />

Dunkelblau, Dunkelgrün und<br />

Dunkelgrau, alles loose-fit. Die rosa Socken<br />

und die neongelbe Oakley lassen<br />

wir als netten Kontrast gelten.<br />

SPEED,<br />

SPASS,<br />

ZWISCHEN BODENSEE<br />

UND PODERSDORF<br />

SIND GRAVELBIKES<br />

GROSS IN MODE. VOR<br />

ALLEM BEI EINSTEI-<br />

GERN UND FRAUEN.<br />

ABER WAS IST GRAVEL<br />

NOCHMAL SCHNELL?<br />

UND: SIND DIESE<br />

GELÄNDE-RENNRÄDER<br />

IN LETZTER KONSE-<br />

QUENZ NICHT BALD<br />

MOUNTAINBIKES?<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

SCHOTTER<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

69


GRAVEL<br />

Englisch für: Schotter. Mit<br />

Gravelbikes sind Rennräder<br />

gemeint, die dank breiter und<br />

mehr oder weniger profilierter<br />

Reifen und robuster Ausstattung<br />

auch für Feldwege, Schotterstraßen<br />

und leichtes Gelände<br />

konzipiert sind und damit die<br />

Nische zwischen Rennrad und<br />

Mountainbike besetzen. Genaue<br />

Definitionen gibt es (noch) nicht.<br />

Ideal für: Abenteuer, Weltreise,<br />

aber auch Eissalon und mit dem<br />

„Go anywhere“-Versprechen vermutlich<br />

für alle Bedingungen der<br />

Apokalypse.<br />

Gravelfahrende Männer tragen Schnauzer,<br />

Oberlippler, auf jeden Fall Bärte,<br />

lange Bärte, und das wieder modische<br />

Kapperl. Damit wirkt man selbst im urbansten<br />

Wien wie im sandigen Idaho.<br />

Mal selbst ausprobieren: Auf einem Gravelkbike<br />

fühlt man sich gleich doppelt<br />

so verwegen. Anmerkung: Natürlich<br />

darf man Gravel auch fahren, wenn man<br />

nicht so aussieht.<br />

Apropos USA: Dort gibt es längst eigene<br />

Gravelrennen, ganz entspannt, oft<br />

ohne herkömmliche Zeitnehmung, wo<br />

ein enormer Frauenanteil (bis zu 30 Prozent)<br />

verzeichnet wird. In unseren Breiten<br />

haben auch viele Frauen durch<br />

Gravel bikes, die neue Entspanntheit und<br />

die lässige Gravel-Mode zum Radfahren<br />

gefunden. Die breiten Reifen und Scheibenbremsen<br />

sorgen nämlich für Spaß<br />

genauso wie für ein sicheres Fahrgefühl.<br />

Damit tun sich speziell Anfänger leicht,<br />

die sonst vor den 25 mm dünnen Rennradreifen<br />

viel Respekt haben. „Ja, das ist<br />

sicher ein Verkaufsargument“, bestätigt<br />

Claudia Egginger, die für den Schweizer<br />

Hersteller BMC arbeitet und dank ihrer<br />

Rennerfahrung im MTB-Marathon Infos<br />

aus erster Hand hat. „Es funktioniert<br />

aber allgemein so gut, weil Gravel im<br />

Radsegment nicht so getrieben wirkt. Es<br />

heißt nicht immer ,Kette rechts‘ und<br />

30er-Schnitt, es geht auch um Abenteuer<br />

und Bikepacking. Das spricht Männer<br />

und Frauen an“, weiß die Verkaufsleiterin<br />

von BMC Österreich. „Klassische<br />

Rennradfahrer genauso wie die Anti-Wettkampfszene<br />

und die Anti-Lycra-Typen,<br />

die dann erstmals 100 km<br />

fahren. Gravel lässt sich in keine Schublade<br />

stecken.“ Bei BMC hat sich die<br />

neue, spektakuläre Reihe „Urs“ nicht aus<br />

der bestehenden Cyclocross-Palette entwickelt,<br />

sondern ganz eigenständig, und<br />

wird auch innovativ als „Gravel Plus“<br />

bezeichnet. „Unsere Produktentwickler<br />

hatten völlig freie Hand und haben vom<br />

weißen Blatt weg begonnen. Das ist voll<br />

aufgegangen, das Feedback ist sensationell“,<br />

freut sich Egginger (siehe auch<br />

Praxistest rechts).<br />

Noch einmal zurück zu den Gravel-Events.<br />

Wer eine Rotweinbottle in<br />

der Flaschenhalterung sehen will, einen<br />

Schlafsack um den Lenker gewickelt<br />

und ein Zelt in der Packtasche, sollte bei<br />

einem Gravelrennen vorbeischauen.<br />

Heuer erstmals in Österreich, gastiert<br />

die Jeroboam-Serie mit einer exklusiven<br />

Auftaktveranstaltung am 2. und 3. Oktober<br />

in Velden (Kärnten). Veranstalter<br />

ist Ex-Profi Johnny Hoogerland, die<br />

Strecken sind 75 und 150 km lang – es<br />

ist kein Rennen (www.bohemians.cc.).<br />

Von den schon vereinzelt in Europa in<br />

Szene gegangenen Events kennt man die<br />

lässigen Videos: Rad fahren mit einem<br />

Lachen im Gesicht, Lagerfeuer, Bier,<br />

Livemusik, erdiges Underground-Flair.<br />

Das passt auch gut zum bikenden Hipster<br />

aus der Anwaltskanzlei und zieht ihn<br />

magisch an.<br />

Fotos: Titici, Specialized, Christoph Heigl<br />

Ist das noch ein Gravelbike oder schon ein Mountainbike?<br />

Das neue Specialized Diverge Evo (oben) lässt die Grenzen<br />

endgültig verschwimmen. Daneben gibt es klassische<br />

Konzepte wie das A-GR01 von Titici (rechts).<br />

70 <strong>SPORTaktiv</strong>


Luft und Reifen machen’s aus<br />

Im Zentrum stehen natürlich die Räder,<br />

eine neue Gattung? Auf den ersten<br />

Blick sind es immer noch Rennräder,<br />

wenn auch mit aufrechterer Sitzposition<br />

und nicht so aggressivem Lenkverhalten.<br />

Die Breite der Reifen variiert<br />

stark zwischen 32 und 54 mm, Luftdruckempfehlungen<br />

schwanken zwischen<br />

2 und 6 bar – das sind Welten.<br />

Aber auch schön: Es kommt wieder auf<br />

Räder und Reifen an und nicht auf irgendeinen<br />

Motor (auch wenn es längst<br />

Gravelbikes mit Motor gibt). Viele Räder<br />

haben Vorrichtungen für bis zu<br />

drei Trinkflaschen, Gepäckträger, Kotflügel<br />

und Lichtanlagen, manche nur<br />

noch ein Kettenblatt (1 x 12 , also nur<br />

zwölf Gänge).<br />

Die Radindustrie freut sich über<br />

neue Produkte und Kunden: Gravelbikes<br />

sorgen für niedrige Einstiegspreise<br />

ab 1000 Euro genauso wie für fünfstellige<br />

Summen im High-End-Bereich.<br />

Die Frage bei Federung, Breitreifen<br />

und Co. ist nur: Komplett zu Ende<br />

gedacht und wenn sich der Kreis<br />

schließt, kommt am Ende doch wieder<br />

ein Mountainbike raus, oder? Das neue<br />

Diverge von Specialized gibt es mit Federung<br />

im Steuersatz, mit Dropper-<br />

Seat post und jetzt auch mit flachem<br />

Lenker („flat bar“). So schaut es aus<br />

wie ein Mountainbike von 1990. Back<br />

to the Future? Ja, warum nicht?<br />

Das Gravelbike wird in Magazinen<br />

und auf Websites unter der Rubrik<br />

Rennrad geführt. Anders als die klassische<br />

Rennrad- und MTB-Szene ist die<br />

neue Gravel-Generation raduntypisch<br />

aber sehr aufgeschlossen für Neues und<br />

kann die nächste Evolutionsstufe von<br />

Rahmen, Reifen und Rotweinflaschenhalterungen<br />

kaum erwarten.<br />

PRAXISTEST BMC URS ONE<br />

URS, DU BIST MEIN<br />

BESTER FREUND<br />

Wunderschöner, eleganter Rahmen, kantige, knackige Form – das dominiert<br />

den ersten Eindruck vom BMC Urs One. Das brandneue Gravelrad<br />

der Schweizer Innovationsexperten hat das Potenzial, Hälse zu verdrehen<br />

und Augen zum Rollen zu bringen. Ersteres wegen der spektakulären<br />

Optik und Fertigungskunst, Zweiteres wegen des Preises von 8999<br />

Euro. Aber das Urs zählt zum Extremsten, was das<br />

Segment hervorgebracht hat, und ist eben absolute<br />

Luxusklasse. Und vorweg: So fährt es sich auch.<br />

Das Einsteigermodell beginnt übrigens bei moderaten<br />

2999 Euro<br />

Das mit spaciger Sram-eTap-Funkschaltung<br />

ausgestattete Urs (das steht für den Schweizer<br />

Vornamen genauso wie für UnReStricted,<br />

„uneingeschränkt“) rollt auf leichten Carbon-Gravel-Laufrädern<br />

von DT Swiss (1540 g)<br />

und 42-mm-Reifen von WTB (440 g). Diese<br />

Kombi sorgt für einen megasteifen und raketenhaften<br />

Antritt des nur 8,23 kg schweren<br />

Rades. Im leichten Gelände bergauf schneller<br />

als jedes Mountainbike, auf der Straße<br />

mehr als ausreichend flott. Der Clou: Der<br />

Hinterbau hat ein Federsystem (MTT, 8 mm) und dämpft Erschütterungen<br />

erfolgreich weg, vorne ließe sich sogar eine Federgabel<br />

nachrüsten. Ende Gelände heißt es erst, wenn Trails rumpelig und wurzelig<br />

werden. Der unten breit ausgestellte Lenker ist top. Auf der Straße<br />

lässt sich mit den 42er-„Walzen“ problemlos dahinglühen, wenngleich<br />

nicht ganz so schnell wie mit einem Straßenrennrad. Schlechter Asphalt<br />

verliert aber völlig an Schrecken, wenn man den Reifendruck von den 4.0<br />

bar Maximum (knallhart) in Richtung 2.0 bar Minimum senkt. Urs kann<br />

supersportlich genauso wie superkomfortabel, tatsächlich wird man<br />

abenteuerlustig und probiert neue Trails, Straßen und fährt in unbekannte<br />

Täler hinein. Man verspürt Abenteuerlust, Urs ist immer und für alles<br />

gerüstet. Schotter, Asphalt, Wiese, Wald. Einmal um die Welt fahren?<br />

Gerne, Urs, du bist mein neuer bester Freund.<br />

Ausstattungsdetails: www.bmc-switzerland.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

71


DIE SACHE<br />

MIT DEM X<br />

DIE BEISTEGUI HERMANOS (BH) AUS DEM<br />

BASKENLAND VERFEINERN IHRE ERFOLGREICHE<br />

ATOMX-SERIE MIT NEUEN ALU-MODELLEN UND<br />

STELLEN DIE „X“-SERIE JETZT AUF 29-ZOLL-RÄDER.<br />

BH ATOMX LYNX 6 PRO-SE<br />

RAHMEN: Full Suspension, X-Serie Alu, Split Pivot, 29 Zoll<br />

DÄMPFER: Fox Float DPS Performance, 160 mm<br />

FEDERGABEL: Fox 36 Float Factory, 160 mm<br />

SCHALTUNG: Shimano XT, 12-fach<br />

MOTOR: Brose Drive S Mag<br />

AKKU: 720 Wh<br />

BREMSEN: Shimano XT 200/200 mm, 4-Kolben<br />

LAUFRÄDER: BH Evo 35<br />

REIFEN: Maxxis Minion DHR II, 29 x 2,5 bzw. 2,4<br />

PREIS: UVP € 6999,–<br />

www.bhbikes.com<br />

72 <strong>SPORTaktiv</strong>


Die günstigeren Alu-Modelle ergänzen<br />

die Carbon-Serie, neu für <strong>2020</strong> sind die<br />

29-Zoll-Laufräder. Der Akku wird ganz<br />

easy oben am Knick des Oberrohres<br />

herausgenommen (Bild links).<br />

STEFFEN<br />

KRILL<br />

ist Marketmanager des baskischen<br />

Premiumherstellers BH BIKES<br />

für Deutschland.<br />

NOCH<br />

DREI FRAGEN<br />

AN DEN EXPERTEN<br />

ANZEIGE / Fotos: BH Bikes<br />

1. Was hat die neue AtomX-<br />

<strong>2020</strong>er- Alu-Linie mit dem großen<br />

Carbon-Bruder gemeinsam?<br />

Wir haben mit dem AtomX Carbon<br />

für uns einen Meilenstein in Sachen<br />

Gewicht, Steifigkeit, Geometrie<br />

und Technik gesetzt und gehen<br />

<strong>2020</strong> noch mal um einige Schritte<br />

nach vorne. Wir verbauen erstmalig<br />

den sehr erfolgreichen BROSE-<br />

S-Mag-Antrieb nahezu komplett in<br />

der <strong>2020</strong>er-Alu- und -Carbonlinie.<br />

Ja, warum eigentlich „X“? Zieht man den Akku oben<br />

aus dem Unterrohr heraus, bilden Unterrohr, Akku<br />

und Oberrohr ein X. So erklärt man bei BH Bikes die<br />

ungewöhnliche Nomenklatur.<br />

Die Markteinführung des AtomX-Carbon im letzten<br />

Jahr markierte zweifellos einen Höhepunkt in der Produktenwicklung<br />

im Hause BH Bikes. Ein Modell, das alle<br />

Erfahrungen der baskischen Marke in puncto e-MTB<br />

vereint, und bei dem neu entwickelte Features umgesetzt<br />

wurden, die es zu einem der Referenzprodukte<br />

machen. Die neue <strong>2020</strong>er-AtomX-Linie geht noch<br />

einen Schritt weiter, wartet mit 29-Zoll-Reifen auf<br />

und hat aufgrund ihres 720 Wh Akkus in Kombination<br />

mit dem leichten und leistungsstarken<br />

Brose-Drive-S-Mag-Antrieb eine Reichweite von<br />

bis zu 155 km. Verbaut wird ein 720-Wh-Akku,<br />

der dank des 4A-Schnellladegeräts bereits in drei<br />

Stunden auf 80 % der Gesamtkapazität geladen<br />

werden kann. Das brandneue X-Display hat eine<br />

„ANT+“ und Bluetooth-Schnittstelle. Darüber<br />

hinaus verfügt die X-Remote-Bedienung über eine<br />

Vibrationsfunktion. BH Bikes wechselt bei den für<br />

<strong>2020</strong> neuen Modellen auf 29-Zoll-Bereifung, da diese<br />

die Reichweite spürbar erweiterte.<br />

2. Die neuen Modelle rollen auf<br />

29-Zoll-Bereifung. Warum?<br />

Interne Testfahrten haben uns gezeigt,<br />

dass wir je nach Fahrsituation<br />

unter gleichen Umständen die<br />

Reichweite mit 29 Zoll bis zu 15<br />

% erhöhen können. Wir verbauen<br />

in unseren X-Serie-Modellen (Xtep<br />

und AtomX) größtenteils 720-Wh-<br />

Akkus, damit können wir für den<br />

Nutzer das Maximum rausholen.<br />

3. Wurde das X-Display auch<br />

überarbeitet?<br />

Das X-Display ist quasi der Nachfolger<br />

des bisher verbauten Headup<br />

Displays. Wir haben uns nun für<br />

eine sturzsichere Platzierung neben<br />

dem Vorbau entschieden. Auch<br />

die Lesbarkeit unter verschiedenen<br />

Lichtverhältnissen wurde deutlich<br />

verbessert. Die Einstellbarkeit aller<br />

Stufen über das Display bleibt, neu<br />

ist aber der Automodus.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

73


ERWIN PIELER AUS ROHRBACH<br />

IM BURGENLAND HAT SCHON<br />

DEN NEUSIEDLER SEE UMRUN-<br />

DET UND SEIN HEIMATBUNDES-<br />

LAND DURCHQUERT, ER IST<br />

DIE GROSSGLOCKNER-HOCHAL-<br />

PENSTRASSE HOCHGEFAHREN<br />

UND OFFROAD VOM KITZSTEIN-<br />

HORN RUNTERGEBRETTERT:<br />

AUF DEM EINRAD.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

ONE<br />

WHEEL,<br />

ONE<br />

LIFE<br />

ERWIN PIELER<br />

aus Rohrbach (B) ist 53, verheiratet, ein Sohn (Erik, 17).<br />

Beruf: Lehrer an der NMS Lichtenwörth; Obmann des<br />

Einradclubs One Wheel Dragons Rohrbach.<br />

www.theonewheel dragons.at<br />

Es hat etwas Erhabenes, wenn Erwin Pieler auf dem Radweg<br />

dahingleitet und lächelnd einen „Stützradler“ überholt.<br />

Von seinem 36-Zoll-Einrad schaut er auf gewöhnliche<br />

Zweirad-Pedalisten – die im Jargon der Einradfahrer<br />

„Stützradler“ heißen – nämlich herunter (aber nur im wörtlichen,<br />

nicht im übertragenen Sinn: Was Scherzbezeichnungen<br />

betrifft, bleiben einander Zwei- und Einradfahrer nichts<br />

schuldig). 25 bis 30 km/h sind eine gewöhnliche Reisegeschwindigkeit<br />

auf seinem Marathon-Einrad, die Pieler<br />

erreicht, bis zu 40 km/h sind drin. Mitunter radelt<br />

der burgendländische NMS-Lehrer von seinem<br />

Heimatort Rohrbach in die Schule nach Lichtenwörth,<br />

das sind 55 Kilometer hin und retour.<br />

„Es fühlt sich fast wie fliegen an – nur am Boden.<br />

Man floatet so richtig durch die Gegend“,<br />

erzählt der 53-Jährige mit fast jugendlicher Begeisterung<br />

in der Stimme. Das fliegende Gefühl<br />

ergibt sich logischerweise auch aus dem Blickwinkel<br />

– wenn sich das Sportgerät unterm Hintern<br />

befindet, der Blick aus luftiger Höhe in die<br />

Ferne schweift, eine Hand sich am Sattel und die<br />

andere sich zum Balancehalten in der Luft befindet.<br />

Als unbedarfter Beobachter staunt man über die<br />

Körperbeherrschung der seltenen Spezies Einradfahrer,<br />

der Erwin Pieler seit gut 20 Jahren angehört.<br />

Fragt man nach dem Ursprung seiner Leidenschaft, holt<br />

der Rohrbacher ein wenig aus. Kurzversion: Als jungem<br />

Englisch- und Zeichenlehrer sowie leidenschaftlichem Fußballer<br />

habe man ihm damals auch gleich das Fach „Turnen“ überantwortet.<br />

Und weil er seinen Unterricht immer schon etwas<br />

anders gestalten wollte und er außerdem jonglieren konnte,<br />

kam er irgendwann aufs „Zirkusgerät“ Einrad. Zunächst für<br />

sich selbst, bald auch für seine Schüler.<br />

„Ich bin irrsinning neugierig auf alles, was es in der Welt<br />

gibt“, erklärt Pieler – der kürzlich etwa auch das Dudelsackspielen<br />

entdeckt hat und momentan „wie ein Verrückter<br />

lernt“. Mit diesem Instrument könne man das Einradfahren<br />

auch vergleichen: „Da brauchst du auch wochenlang, bis du<br />

nur einen Ton herausbringst.“ Aber genau das sei auch ein<br />

Reiz für ihn: etwas zu beherrschen, was nicht alle können,<br />

und am eigenen Leib zu spüren, welches Entwicklungspotenzial<br />

in Körper und Geist steckt.<br />

Denn natürlich hat ihn das Einrad zunächst etliche Male<br />

abgeworfen. Als Mensch und Sportgerät sich zusammengerauft<br />

hatten, wurde daraus eine Leidenschaft fürs Leben.<br />

„One Wheel – One Life“ ist sein Motto. Dem in Rohrbach<br />

aber nicht nur Erwin Pieler selbst verfallen ist: 2007 hat er mit<br />

Mitstreitern die One Wheel Dragons gegründet. Der Verein<br />

brachte es in Höchstzeiten auf 85 Mitglieder, davon viele Kinder<br />

und Jugendliche, und ist bei nationalen und internationalen<br />

Wettkämpfen in den unterschiedlichsten Wettkampfdisziplinen<br />

meist ganz vorne dabei.<br />

Erstaunlich ist auch die Vielfalt innerhalb der Sportart Einradfahren:<br />

Neben dem 36-Zoll-großen Marathon-Einrad – so-<br />

74 <strong>SPORTaktiv</strong>


Fotos: Erwin Pieler<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

75


BLS-131<br />

/BLS-132<br />

Upside down.<br />

Upside down.<br />

Upsid<br />

Upside down.<br />

Mit der Strike wirst du nie wieder von der Dunkelheit überwältigt.<br />

Diese Lampe garantiert unter allen Umständen eine perfekte Sicht.<br />

Durch die 6 Modi ist sie sowohl für den regen Stadtverkehr als auch<br />

für eine pechschwarze Landstraße geeignet. Eine multifunktionale<br />

Lampe mit umkehrbarem Kopf, so dass sie problemlos auch unter<br />

dem Lenker montiert werden kann. So kannst du das ganze Jahr<br />

über sorgenfrei zur Arbeit radeln.<br />

-<br />

BBBcycling.com/nl_nl/accessoires/verlichting<br />

Mit der Strike lässt dich die dunkle Seite<br />

des Tages kalt. Diese Lampe garantiert<br />

unter allen Bedingungen eine perfekte<br />

Sicht. Durch die sechs Modi ist sie sowohl<br />

für den gut ausgeleuchteten Stadtverkehr<br />

als auch für die pechschwarze Landstraße<br />

geeignet. Eine multifunktionale Lampe mit<br />

umkehrbarem Kopf, so dass sie problemlos<br />

auch unter dem Lenker<br />

montiert werden kann. So<br />

kannst du das ganze Jahr<br />

über entspannt zur Arbeit<br />

pendeln.<br />

BBBcycling.com/de_de/bls-131-strike-500<br />

ältigt.<br />

Sicht.<br />

s auch<br />

nale /BLS-131<br />

nter /BLS-132<br />

ahr<br />

Upside down.<br />

Upside down.<br />

Upside down.<br />

Mit der Strike wirst du nie wieder von der Dunkelheit überwältigt.<br />

Diese Lampe garantiert unter allen Umständen eine perfekte Sicht.<br />

Durch die 6 Modi ist sie sowohl für den regen Stadtverkehr als auch<br />

für eine pechschwarze Landstraße geeignet. Eine multifunktionale<br />

Lampe mit umkehrbarem Kopf, so dass sie problemlos auch unter<br />

dem Lenker montiert werden kann. So kannst du das ganze Jahr<br />

über sorgenfrei zur Arbeit radeln.<br />

-<br />

BBBcycling.com/nl_nl/accessoires/verlichting<br />

zusagen das Pendant zum Rennrad – gibt<br />

es die Mountain-Unicycles, genannt Munis,<br />

mit 26 oder 27,5 Zoll. Downhill,<br />

Cross Country und Uphill – Letzteres<br />

vergleichbar mit Hillclimbing auf zwei<br />

Rädern – sind hier die Hauptdisziplinen.<br />

Im Downhill seien mit dem Muni Steilstücke<br />

fahrbar, „wo du gar nicht gehen<br />

würdest“, wie Pieler erzählt. Es gibt auch<br />

Trialbewerbe, bei denen spektakuläre<br />

Hindernisse bewältigt werden. Auf Einrädern<br />

wird Hockey gespielt,<br />

es gibt Paarbewerbe<br />

vergleichbar mit dem<br />

Eiskunstlauf und noch<br />

mehr.<br />

Fast alles hat Pieler<br />

probiert. Heute teilt sich<br />

seine Leidenschaft aufs<br />

Marathonrad und aufs<br />

Muni zu gleichen Teilen<br />

auf. „Das Spielerische“<br />

taugt ihm dabei genauso<br />

wie das Fitness element:<br />

„Ein Ganzkörpertraining,<br />

bei dem du nach einer<br />

halben Stunde schweißgebadet<br />

bist.“<br />

Lebensfreude auf<br />

einem Rad<br />

Neben Wettbewerben –<br />

wie dem Einrad-Downhill<br />

bei der Salzkammergut<br />

Trophy – stellt sich der Burgenländer<br />

auch immer wieder gern selbst ausgedachten<br />

Herausforderungen. Als Charity-Projekt<br />

hat er vor wenigen Jahren den Neusiedlersee<br />

umrundet und dabei 130 Kilometer<br />

am Stück zurückgelegt, bei 40,5<br />

Grad Sommerhitze, und dabei Geld für<br />

die Behandlung eines Jugendlichen mit<br />

Behinderung gesammelt. Körperlich am<br />

anspruchsvollsten sei die Auffahrt auf der<br />

Großglockner-Hochalpenstraße von der<br />

Mautstelle Ferleiten weg gewesen, die er<br />

mit Vereinskollegen unternommen hat.<br />

Wobei nur Einradfahrer wissen, wie herausfordernd<br />

Bergaufstücke mit dem Gerät<br />

sind. Mit dem Muni sind eine Handvoll<br />

One Wheel Dragons 2018 über Trails auf<br />

das Kitzsteinhorn gefahren und danach<br />

von 3100 m Seehöhe wieder im Downhill<br />

bis ins Tal hinunter gebrettert.<br />

Upside down.<br />

Was Erwin Pieler ebenso gut gefällt:<br />

Die Fröhlichkeit, die Einradfahrer von<br />

Natur aus ausstrahlen, färbt auf die Umgebung<br />

ab. „Im Gegensatz zum Mountainbike<br />

bin ich auf dem Einrad noch<br />

nie auf irgendeinem Weg geschimpft<br />

worden“, erzählt er. „Ganz im Gegenteil,<br />

es kommen immer gleich die Fragen:<br />

Wie geht das, wie steigt man auf,<br />

können wir ein Foto machen?“<br />

Den „Gute-Laune-Effekt“ konnte er<br />

auch auf seiner bislang<br />

längsten Tour gut beobachten.<br />

Eine Burgenland-Durchquerung<br />

von<br />

Nord nach Süd mit 239<br />

Kilometern Länge, die er<br />

in zwei Tagen bewältigte.<br />

„Die Leute schauen dich<br />

zuerst an wie einen Außerirdischen,<br />

wenn man<br />

wo daherkommt“, erzählt<br />

er. Nachdem sich<br />

von Ortschaft zu Ortschaft<br />

die Meldung<br />

schon verbreitet hatte,<br />

dass ein Einradfahrer auf<br />

einer irren Tour daherkommt,<br />

sei er überall beklatscht,<br />

bestaunt und<br />

bewirtet worden. Als er<br />

sich in einem Hagelschauer<br />

unterstellen<br />

musste, blieb ein Autofahrer<br />

stehen und lud ihn zu sich nach<br />

Hause ein.<br />

Lediglich zu Beginn der Coronakrise<br />

war doch alles ein wenig anders: „Da<br />

hab ich mich kaum zu fahren getraut, so<br />

bös’ haben die Leute geschaut. Der Spaß<br />

und die Unbeschwertheit, die du mit<br />

dem Einrad signalisierst, durften offenbar<br />

nicht sein“, mutmaßt er. Entsprechend<br />

hat Erwin Pieler <strong>2020</strong> noch Aufholbedarf<br />

an Kilometern und Höhenmetern.<br />

Seiner eigenen Lebensfreude auf<br />

einem Rad („wenn ich draufsitze, bin<br />

ich ein anderer Mensch“) tat selbst die<br />

Krise keinen Abbruch. Mit allfälligen<br />

Reisebeschränkungen im heurigen Sommer<br />

hat er überhaupt kein Problem: Es<br />

gibt schließlich in Österreich jede Menge<br />

Ziele, die es sich auf dem Einrad zu<br />

entdecken lohnt.


ACHTER MIT<br />

AUSSICHT<br />

EIGENTLICH IST EIN ACHTER<br />

BEIM FAHRRAD NEGATIV. BEI<br />

DER NEUEN ERLEBNISRUNDE<br />

IN BAYERN UND TIROL UM<br />

DEUTSCHLANDS HÖCHSTEN<br />

BERG IST DAS ANDERS. WILL-<br />

KOMMEN BEI DER ZUGSPITZ 8.<br />

Fotos: Thomas Marzusch, Joe Hoelzl<br />

DIE HIGHLIGHTS<br />

DIE STRECKE<br />

führt durch die Orte: Heiterwang,<br />

Bichlbach, Biberwier,<br />

Leermoos (alle in Österreich)<br />

sowie Mittenwald, Garmisch-Partenkirchen,<br />

das<br />

Zugspitzdorf Grainau und<br />

Griesen in Deutschland.<br />

WEITERE INFOS<br />

zu Tourenvorschlägen,<br />

Ausflugzielen, und Bike-Verleihstationen<br />

gibt’s unter<br />

WWW.ZUGSPITZE.COM<br />

Es gibt ja auch unter Bikern eine<br />

gewisse Liebe zu Zahlen. 29 zum<br />

Beispiel, als Zollgröße der Laufräder.<br />

Oder 150 als Millimeterangabe für<br />

den Federweg. Aber 8? Ist mehr die<br />

„Number of the Biker-Beast“ weil es ein<br />

nicht mehr rund laufendes, ein eierndes<br />

Rad beschreibt. Im Grenzgebiet<br />

zwischen Bayern und Tirol wird die 8<br />

jetzt aber äußerst positiv besetzt, mit der<br />

„Zugspitz 8“. Dahinter verbirgt sich ein<br />

Radweg, der auf 120 Kilometern<br />

Deutschlands höchsten Berg, eben die<br />

2962 m hohe Zugspitze umrundet. Und<br />

der Weg eiert nicht, er ist vielmehr die<br />

eierlegende Wollmilchsau, weil er alles<br />

kann und bietet. Gemütliche<br />

Mehrtages touren, bei denen der Genuss<br />

und nicht die Höhenmeter im Vorder-<br />

grund stehen, oder sportliche Herausforderungen<br />

mit knackigen Anstiegen<br />

und Single-Trail-Abfahrten.<br />

Familien können in der Talebene an<br />

mehreren Tagen das eindrucksvolle<br />

Panorama genießen. Wer schon einmal<br />

in der Früh auf die Zugspitze zugeradelt<br />

ist, bei aufgehender Sonne, wird das<br />

bestätigen.<br />

Weil es an der Strecke viel zu<br />

entdecken gibt, lohnen sich Abstecher.<br />

Vom Zugspitzdorf Grainau schlängelt<br />

sich etwa ein Wegerl hinauf zum Eibsee.<br />

Nicht flach, aber nicht steil und dank<br />

E-Bike für jedermann schaffbar. Wer es<br />

noch sportlicher und härter liebt, kann<br />

von dort auch weiter bergauf fahren<br />

und sich an herrlichen Single-Trails<br />

versuchen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

77


PHÄNOMEN<br />

NINO<br />

SCHURTER<br />

ino, wie geht es dir? Wie<br />

und wo verbringst du<br />

deine coronabedingte<br />

Renn pause?<br />

Wie alle versuche ich, mich bestmöglich<br />

an die neue Situation anzupassen. Ich<br />

bin zu Hause in Chur bei meiner Familie,<br />

was das Positive ist in dieser Zeit.<br />

Das Training ziehe ich voll durch, so als<br />

wäre gerade Januar oder Februar. Wenn<br />

die Weltcuprennen irgendwann wieder<br />

losgehen, will ich bereit sein.<br />

Ist deine Familie besonders vorsichtig,<br />

weil deine Frau Nina an Multipler<br />

Sklerose erkrankt ist? Wie geht ihr<br />

damit um?<br />

Wir nehmen beides sehr ernst, Ninas<br />

Krankheit und Covid-19. Konsequenterweise<br />

leben wir ziemlich isoliert und<br />

treffen alle Maßnahmen, um das Risiko<br />

so gering wie möglich zu halten.<br />

Stichwort Corona: Verliert da auch<br />

ein Olympiasieger und Weltmeister<br />

manchmal die Lust auf Sport und<br />

Training?<br />

Grundsätzlich nein. Es gibt schon auch<br />

mal Tage bei schlechtem Wetter, an denen<br />

das Training zum Pflichtprogramm<br />

wird. Aber grundsätzlich liebe ich die<br />

Bewegung in der Natur.<br />

DER SCHWEIZER IST<br />

DER ERFOLGREICHSTE<br />

MOUNTAINBIKER DER<br />

LETZTEN ZEHN JAHRE. IM<br />

SPORTAKTIV-INTERVIEW<br />

SPRICHT ER ÜBER<br />

CORONA, TRAININGSTIPPS<br />

UND DAS BIKEN MIT<br />

SEINER TOCHTER. UND ER<br />

ERKLÄRT, WARUM SOCIAL<br />

MEDIA SELBST FÜR EINEN<br />

OLYMPIASIEGER<br />

EIN WICHTIGER TEIL<br />

DER ARBEIT IST.<br />

INTERVIEW: CHRISTOPH HEIGL<br />

Warst du auch im Freien biken oder<br />

hast du in den letzten Wochen viel indoor<br />

trainiert?<br />

In der Schweiz hatten wir zum Glück<br />

immer die Möglichkeit, im Freien zu<br />

trainieren, was bei dem tollen Frühlingswetter<br />

dann auch die Normalität war.<br />

Ab und zu nutze ich aber auch die Online-Trainingsplattform<br />

Zwift, da ich<br />

die Möglichkeiten, sich der Community<br />

anzuschließen, sehr gut finde und ich<br />

so auch etwas zurückgeben kann. Zum<br />

Beispiel haben wir vor Kurzem zusammen<br />

mit Scott Italia 6000 Euro für die<br />

Krankenhäuser in Bergamo<br />

gesammelt.<br />

Wie geht es dem Wettkämpfer ohne<br />

Wettkampf? Was fehlt dir am meisten?<br />

Da ich mein letztes Rennen im Oktober<br />

in Tokio gefahren bin, vermisse ich mittlerweile<br />

den Wettkampf schon sehr. Die<br />

Fotos: Scott Sports/RainedUponMedia<br />

78 <strong>SPORTaktiv</strong>


TITELVERTEIDIGUNG<br />

IN ÖSTERREICH<br />

Seit dem Update der UCI fix:<br />

Nino Schurter wird seinen<br />

WM-Titel in Österreich verteidigen.<br />

Denn Leogang wird am<br />

neuen Termin der Downhill-WM<br />

(inkl. Pumptrack) nun auch die<br />

Disziplinen Cross Country (XCO)<br />

und E-Bike (E-MTB) übernehmen.<br />

Vormerken: 7. bis 11. Oktober<br />

<strong>2020</strong>, Saalfelden Leogang.<br />

Vorbereitung lief sehr gut und ich war<br />

bereit für die Saison. Das würde ich natürlich<br />

gerne in Resultaten bestätigt haben<br />

und nicht nur im Training. Doch<br />

das geht wohl allen Athleten gleich.<br />

Wie und wo suchst du neue Herausforderungen<br />

für Sport und Alltag?<br />

Herausforderungen finde ich in Trainingsresultaten.<br />

Die Zeit ohne Wettkämpfe<br />

möchte ich nutzen, um mich<br />

konsequent weiterzuentwickeln. Mit<br />

Leistungsmessgeräten funktioniert dies<br />

ziemlich gut.<br />

Wie gut gelingt es dir, den Fokus auf<br />

Ziele und Training zu halten?<br />

Die Ziele sind ja nach wie vor da, wenn<br />

auch zeitlich etwas verschoben. Motivationsprobleme<br />

im Training kenne ich sowieso<br />

nicht.<br />

„We can’t wait to get back to races“<br />

heißt es in einem deiner Videos. Wann<br />

denkst du, wird es so weit sein? Die<br />

UCI will demnächst den aktualisierten<br />

Rennkalender für diese Saison bekannt<br />

geben. (Anm.: Termin-Update mittlerweile<br />

fix: Weltcupsaison startet ab 5./6.<br />

September in Lenzerheide, Schweiz).<br />

Du bist auf Social Media sehr präsent<br />

und postest Videos von dir in der Kraft-<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

79


kammer, am Balance Board, beim<br />

Stiegenspringen, beim Zirkeltraining,<br />

auf der Slackline. Offenbar wird dir<br />

beim Training nie fad ...<br />

Immer wieder neue Reize zu setzen, ist<br />

Teil der Weiterentwicklung. Das benötigt<br />

Kreativität und reizt mich.<br />

Social Media scheint auf dich zugeschnitten.<br />

Du bespielst alle Kanäle.<br />

Macht dir das Spaß, lenkt dich das ab?<br />

Das stimmt. Content für Social Media<br />

zu produzieren, macht mir besonders<br />

viel Spaß. Das kommt mir sehr wohl<br />

entgegen, sind die sozialen Medien doch<br />

mittlerweile ein wichtiger Bestandteil<br />

meiner Arbeit.<br />

Du hast eine eigene Videoserie namens<br />

„Fitter, Faster, Stronger“, die viel<br />

Einblick in dein Training gibt. Hast du<br />

ein Erfolgsgeheimnis? Oder ist es die<br />

Kombination deiner Physis, deines Talentes<br />

und deiner Fahrtechnik?<br />

Die Kombination aus allem ist entscheidend.<br />

Erfahrung spielt hier auch eine<br />

ganz wichtige Rolle. Über die Jahre habe<br />

ich meinen Körper kennengelernt und<br />

weiß, was er ertragen kann. Es geht immer<br />

darum, die Grenzen auszuloten,<br />

diese aber nicht zu überschreiten. Da<br />

hilft Erfahrung sehr viel. Zudem habe<br />

ich ein super Team um mich herum, um<br />

diese Balance zu finden.<br />

Du hast auch auf den Kanälen deines<br />

Partners Oakley unter dem Slogan<br />

„For The Love Of Sport“ dein Heimtraining<br />

präsentiert. Was kannst du anderen<br />

Athleten oder Hobbysportlern mit<br />

auf den Weg geben, um motiviert und<br />

fit zu bleiben?<br />

#keepthepassion von Scott ist ein weiterer<br />

dazu passender Slogan. Ich will aufzeigen,<br />

dass man auch zu Hause viel für<br />

seine Fitness tun kann. Eine gewisse<br />

Struktur im Training ist zudem wichtig,<br />

um motiviert zu bleiben. Nur, für mich<br />

ist „bleibt motiviert“ einfach zu sagen.<br />

Ich habe das Privileg, draußen trainieren<br />

zu können.<br />

Ein Hit war heuer das entzückende<br />

Video von dir und deiner Tochter Lisa,<br />

die hinter dir und vor dir am kleinen<br />

Rad über die Trails hoppelt. Am Ende<br />

sieht man Vater und Tochter beim Eisschlecken.<br />

Das Video ging viral auf<br />

den sozialen Medien. Wie hat eigentlich<br />

Lisa darauf reagiert?<br />

Sie ist sehr stolz darauf und gibt manchmal<br />

bei Freunden ein wenig damit an<br />

(lacht). Lustig waren auch die Tage vor<br />

dem Shooting. Da hatte sie immer wieder<br />

gefragt, wann wir das nun endlich<br />

machen. Ich hoffe, sie ist auch später<br />

noch stolz darauf.<br />

„Heroes inspire Heroes“ heißt die<br />

Kampagne, in die du involviert bist.<br />

Wie kann man Kinder zum Sport motivieren?<br />

Reicht die Vorbildwirkung der<br />

Eltern aus oder braucht es schulische<br />

und gesetzliche Vorgaben, die Kinder<br />

mehr zum Sport zu bringen?<br />

Bei uns zu Hause passiert das auf natürliche<br />

Weise, indem ich meine Tochter in<br />

meine Aktivitäten einbinde, wo immer<br />

das möglich ist. Und, ja, die Vorbildwirkung<br />

und das Vorleben sind ganz wichtig.<br />

Ob es dazu gesetzliche Vorgaben<br />

braucht, bezweifle ich eher.<br />

Bei uns in Österreich ist Mountainbiken<br />

als Breitensport sehr beliebt, die<br />

Rennszene aber nicht im Fokus, auch<br />

kaum in den Medien. Wie ist das in<br />

der Schweiz?<br />

Das ist bei uns anders. Dass ich in der<br />

Schweiz als Mountainbiker „Sportler des<br />

Jahres“ wurde – und dies vor einem Roger<br />

Federer! – bestätigt das. Wir haben<br />

in der Schweiz zahlreiche weitere Top-<br />

Mountainbike-Athleten neben mir, die<br />

erfolgreich dafür sorgen, dass Mountainbiken<br />

im Gespräch bleibt.<br />

Die Schweiz hat seit den Anfangstagen<br />

immer Athleten an der Spitze: Thomas<br />

Frischknecht, Christoph Sauser,<br />

Mathias und Lukas Flückiger, Florian<br />

Vogel, dazu die Dominanz von dir. Bei<br />

den Damen ist Jolanda Neff ein Star.<br />

Dazu im Marathonsport Leute wie Urs<br />

Huber oder Bad-Goisern-Rekordhalter<br />

Konny Looser. Wie schafft das die<br />

kleine Schweiz? Österreich hat da<br />

wohl Aufholbedarf ...<br />

80 <strong>SPORTaktiv</strong>


NINO SCHURTER<br />

geboren am 13. Mai 1986 in Tersnaus (Graubünden,<br />

Schweiz). Schurter ist Mountainbike-Profi, der im<br />

Cross-Country seit zehn Jahren dominiert, Olympia sieger<br />

(Gold 2016, Silber 2012, Bronze 2008), achtfacher Weltmeister,<br />

siebenfacher Sieger des UCI-Gesamtweltcups,<br />

2 x Sieger beim Cape Epic in Südafrika. Privat: verheiratet<br />

mit Nina, eine Tochter (Lisa). Ninos Bruder Mario und<br />

Vater Ernst haben in der Toskana (ITA) eine MTB-Schule<br />

und bauen Trails.<br />

www.nsracing.ch // www.scott-sports.com<br />

Fotos: Scott Sports/RainedUponMedia, Etienne van Rensburg<br />

Die Schweiz ist ein Mountainbike-Land. Wir haben<br />

die besten Voraussetzungen in Bezug auf Infrastruktur,<br />

Förderung und Akzeptanz.<br />

Du bist Olympiasieger, Weltmeister und Seriensieger<br />

im Weltcup. Wir würden dich wohl zum „Marcel<br />

Hirscher der Mountainbiker“ adeln. Was bedeuten<br />

dir Erfolge und welcher war ein sehr spezieller?<br />

Erfolg ist immer die Bestätigung und der Lohn für<br />

harte Arbeit. Und ich bin von Natur aus ein sehr ehrgeiziger<br />

Mensch. Der wichtigste Erfolg war sicher<br />

mein Olympiasieg 2016 in Rio, der wohl schönste jedoch<br />

der siebente WM-Titel im Jahr 2018, vor Heimpublikum<br />

in der Lenzerheide mit 20.000 Zuschauern.<br />

Dich sieht man nicht nur am Racefully, sondern<br />

auch auf Trailbikes, Enduros und Rennrädern. Wie<br />

viele Bikes hat der Herr Olympiasieger eigentlich<br />

zu Hause?<br />

Für jede Jahreszeit eines…(lacht). Die Racebikes sind<br />

nicht bei mir zu Hause. Die hütet mein Mechaniker<br />

„Yanick-theMechanic“ Yanick Gyger.<br />

Könntest du dir vom Radsportweltverband UCI etwas<br />

wünschen, neue Rennformate etwa, was würde das<br />

sein?<br />

Noch in diesem Jahr möglichst viele Rennen zu fahren<br />

(lacht).<br />

Nino, du bist 34 und hast eigentlich schon alles erreicht.<br />

Welche Ziele hast du noch als Biker? Wird<br />

ein Umstieg zu den Straßenfahrern noch einmal ein<br />

Thema oder ist das abgehakt?Den Rekord von Julien<br />

Absalon würde ich schon noch gerne knacken (Anm:<br />

Absalon hat 33 Weltcup-Siege, Schurter 32). Und eine<br />

vierte Medaille bei Olympia wäre ein Traum. Auf der<br />

Straße habe ich keine Ambitionen, ich bin mit Mountainbiken<br />

groß geworden und da möchte ich auch<br />

bleiben.<br />

WHATEVER THE REASON,<br />

RUN WITH FORERUNNER ®<br />

#BeatYesterday


DIE BESTEN<br />

BIKEREGIONEN<br />

IM SALZBURGER-<br />

LAND<br />

Leichtes Dahingleiten<br />

über Almwege; müheloses<br />

Erreichen des Gipfels<br />

dank sanfter E-Mobilität;<br />

Action und Adrenalin auf<br />

alpinen Trails und in den<br />

Bikeparks: Mountainbiken<br />

und E-Mountainbiken im<br />

SalzburgerLand gehören<br />

zu den variantenreichsten<br />

Sportarten, die man im<br />

Almsommer betreiben kann.<br />

Damit man aber nicht den<br />

Trail vor lauter Wegen übersieht<br />

und genau die richtige<br />

Region findet, hat SalzburgerLand<br />

Tourismus die<br />

zwölf besten Bikeregionen<br />

im Land auf einer Webseite<br />

zusammengestellt.<br />

Gleich drei Regionen –<br />

nämlich Salzburger Sportwelt,<br />

Flachau und Wagrain<br />

– verbindet der Stoneman<br />

Taurista, an dessen Höhepunkt<br />

das Bild aufgenommen<br />

wurde: am 1770 m<br />

hohen Roßbrand mit seiner<br />

großartigen Rundumsicht.<br />

bike.salzburgerland.com<br />

Foto: SalzburgerLand-WOM Medien/Andreas Mayer<br />

82 <strong>SPORTaktiv</strong>


<strong>SPORTaktiv</strong><br />

83


RUNDUMSCHUTZ<br />

BELL zählt zu den Pionieren,<br />

was die abnehmbare<br />

Kinnbügel-Technologie<br />

betrifft. Den neuen Super<br />

Air R MIPS® hat man von<br />

Grund auf neu aufgebaut.<br />

Ausgestattet mit der Flex-<br />

Spherical- und MIPS®-<br />

Technologie, überlegener<br />

Belüftung und geringem<br />

Gewicht kann man den Kinnschutz<br />

mit nur zwei Klicks entfernen.<br />

www.bellhelmets.com<br />

HYDROFASTE<br />

ENERGIE ALS GEL<br />

Mit innovativer Hydrofast-Formel ist beim<br />

Hydro-Gel von PEEROTON kein Wasser<br />

mehr notwendig. Du hast länger anhaltende<br />

Energie durch Isomaltulose. Die 391mg<br />

BCAA unterstützen die<br />

Muskeln, perfekt für<br />

den Ausdauersport,<br />

ideal für Triathlon.<br />

Zwei Geschmacksrichtungen,<br />

für Veganer geeignet<br />

und ohne Koffein.<br />

www.peeroton.com<br />

PRAKTISCH UND<br />

SIEHT GUT AUS<br />

ORTLIEB präsentiert mit dem Up-Town City<br />

einen wasserdichten Fahrrad-Lenkerkorb<br />

mit Deckelverschluss aus PU-beschichtetem<br />

Gewebe. Der stabile Aluminiumrahmen<br />

hat einen verstellbaren Tragegriff, die<br />

Innentasche einen Reißverschluss. Der Korb<br />

steht selbstständig und packt bis zu 5 kg.<br />

www.ortlieb.com<br />

LEICHT UND SICHER<br />

Mit nur 335 Gramm ist der neue Road-Helm<br />

Starvos WaveCel von BONTRAGER nicht nur<br />

ein Leichtgewicht, sondern auch ein Meister<br />

der Sicherheit. WaveCel ist eine komprimierbare<br />

Zellstruktur an der Innenseite des<br />

Helms. Das funktioniert wie eine<br />

Knautschzone und hilft, den<br />

Kopf besser zu schützen.<br />

Ebenfalls neu sind der<br />

Rally WaveCel für MTB<br />

und der Jet WaveCel für<br />

Kinder.<br />

www.bontrager.com<br />

BIKE<br />

ÖL FÜR E-BIKER<br />

NEWS<br />

Das E-Bike-Kettenöl von BALLISTOL<br />

ist fein abgestimmt auf die<br />

Besonderheiten der E-Sparte. Es<br />

verlängert die Nutzungsdauer der<br />

Kette sowie die Kilometerlaufleistung<br />

des Akkus. Das neue Fahrradpflegeprodukt<br />

enthält ein EP-Additiv für<br />

erhöhte Druckbeständigkeit, ein<br />

Haftadditiv sowie ein Keramik-<br />

Additiv, das Notlaufeigenschaften<br />

gewährleistet.<br />

www.ballistol.de<br />

Fotos: Hersteller<br />

84 <strong>SPORTaktiv</strong>


AB 50 STK FÜR FIRMEN, VEREINE UND<br />

UNTERNEHMEN INDIVIDUALISIERBAR UNTER<br />

www.dowe-sportswear.com<br />

EINZELN IN VIELEN DESIGNS ERHÄLTLICH UNTER www.dowe-shop.com<br />

MUNDSCHUTZ<br />

KANN AUCH<br />

KOMFORTABEL SEIN<br />

ENTWICKELT FÜR DIE<br />

LANGSTRECKE -<br />

ATMUNGSAKTIV, MIT SPEZI-<br />

ELLEM 2-LAGIGEM AUFBAU,<br />

WEICH UND SEHR ANGENEHM<br />

ZU TRAGEN.<br />

DOWE R Sportswear ist bekannt<br />

für seine hochwertige Teamwear<br />

für Radsport, Triathlon und<br />

Running. Europaweit vertrauen<br />

Vereine und Unternehmen auf die<br />

Premium Qualität der Produkte.<br />

2018 startete Extremsportler Franz<br />

Preihs, der von DOWE R überzeugt<br />

ist, bereits zum 5. Mal beim Race<br />

Across America und trug dabei<br />

einen Mundschutz, der ihn bei einigen<br />

Passagen vor Sand, Staub und<br />

anderen Luftverschmutzungen<br />

schützte.<br />

Damals wusste noch keiner, dass<br />

dieses kleine Accessoire heute<br />

nicht mehr wegzudenken ist.<br />

Dieser Mundschutz war dafür<br />

konzipiert, eine sehr gute<br />

Atmungsaktivität und Filterwirkung<br />

zu gewährleisten, um die Leistung<br />

des Athleten nur wenig zu<br />

beeinträchtigen.<br />

Als im April der Mundschutz zur<br />

Pfl icht wurde, reagierte<br />

DOWE R Sportswear umgehend<br />

und konnte den Mundschutz,<br />

vor allem für Firmen, mit deren<br />

eigenen Designs und Logos,<br />

schnell produzieren.<br />

Viele Vereine und Unternehmen<br />

nutzen bereits die Masken, die ab<br />

50 Stück komplett individualisierbar<br />

sind, um Ihre Mitarbeiter und<br />

Kunden zu schützen.<br />

Die Masken zeichnen sich aus<br />

durch eine hohe Atmungsaktivität<br />

und leichtes Material.<br />

Der spezielle 2-lagige Aufbau ist<br />

innen weich und angenehm zu<br />

tragen. Das nachhaltige Produkt<br />

ist wiederverwendbar, waschbar<br />

und desinfi zierbar.<br />

Die in Europa produzierten<br />

Masken bekamen sogar von<br />

Asthmatikern positive Resonanz.


1<br />

Was spricht für die Klassiker Dachträger,<br />

Kupplungsmontage und Heckträger?<br />

Oben am Autodach: Dachträger sind für fast alle Fahrzeuge erhältlich und<br />

schnell montiert, das ist ein Klassiker und ein gewohntes Bild von der<br />

Südautobahn bis zur Tour de France. Nachteile: Die Räder stehen bei Autobahntempo<br />

voll im Wind, zu niedrige Unterführungen werden zu<br />

„Fahrrad-Killern“ und – vor alledem – die Zuladungsgrenzen für Dachträger<br />

und Dach sind schnell erreicht. Vor allem der Transport von schweren<br />

E-Bikes am Dachträger ist schwierig bis nahezu unmöglich.<br />

Anhängekupplung (AHK): Radträger auf der Anhängekupplung hinten können<br />

meist viel Zuladung aufnehmen. Der geringe Abstand zum Boden<br />

kommt älteren Menschen und Menschen mit Rückenbeschwerden sehr<br />

entgegen. Die Zuladungsgrenze (meist 60 kg) ermöglicht im Normalfall<br />

den Transport von zwei E-Bikes, die bei marktüblichen Modellen derzeit<br />

im Schnitt je 22 bis 25 kg wiegen. Nachteil: Es muss natürlich eine AHK<br />

vorhanden sein, am besten als Originalausstattung. „Da die Nachrüstung<br />

meist sehr teuer ist, empfehlen wir Interessenten meist den Transport über<br />

einen Dachträger, falls keine AHK vorhanden ist“, heißt es bei Thule.<br />

Heckklappe: Heckklappenträger spielen eine untergeordnete Rolle, da<br />

diese Lösung mit vielen Nachteilen einhergeht. „Wir empfehlen sie nur,<br />

falls der Transport über Dach oder AHK nicht möglich ist“, sagt Thule.<br />

In Deutschland gibt es strengere rechtliche Vorgaben für den Betrieb<br />

solcher Trägerlösungen (StVO), was Thules Angebot im Vergleich zu<br />

anderen EU-Ländern einschränkt. Die Heckklappen vieler Fahrzeugmodelle<br />

sind zudem immer öfter aus Kunststoff gefertigt, was der<br />

Kompatibilität mit Heckklappenträgern abträglich ist. Ein weiterer<br />

Nachteil: Der Kofferraum ist mit einem Träger voller Bikes nur<br />

noch sehr eingeschränkt zugänglich, da die Gasdruckdämpfer des<br />

Kofferraumdeckels ab Werk nicht für das zusätzliche Gewicht<br />

ausgelegt sind.<br />

2<br />

Welches Konzept passt zu wem am<br />

besten und was sind ideale Varianten<br />

für Rennrad und E-Bikes oder gibt es<br />

One-for-All-Lösungen?<br />

DIE SIEBEN W-FRAGEN<br />

„Zu bevorzugen ist ein AHK-Träger“, lautet die Empfehlung der Thule-Experten, „dieser ist am benutzerfreundlichsten<br />

und zukunftssicher. Ist keine AHK vorhanden, empfehlen wir bei Rennrädern und regulären Mountainbikes den<br />

Dachtransport. Traditionalisten unter Rennradfahrern schwören nach wie vor auf den klassischen Dachträger.“ Sind<br />

Dach und Kupplung aus irgendwelchen Gründen kein Thema, kann man immer noch auf die Heckklappe ausweichen.<br />

Für E-Bikes ist die AHK sowieso die Nummer eins.<br />

86 <strong>SPORTaktiv</strong>


WER SEIN RAD GERNE IN DEN URLAUB UND INS WOCHENENDE MITNIMMT<br />

ODER SPONTAN IN DEN BIKEPARK FÄHRT, STEHT VOR DER FRAGE: WIE KRIEGE<br />

ICH DAS DING AUFS AUTO? SPORT AKTIV HAT BEI DEN EXPERTEN VON MARKT-<br />

FÜHRER THULE NACH NEUEN ANTWORTEN FÜR DEN SOMMER <strong>2020</strong> GESUCHT<br />

UND AUCH EINIGE WARNUNGEN BEKOMMEN.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL.<br />

THULE<br />

Schwedischer Hersteller von<br />

Transportsystemen.<br />

Erik Thulin begann 1942 mit der Herstellung<br />

von Produkten für schwedische Fischer,<br />

die Marke Thule entstand. Das erste<br />

Thule-Produkt war 1955 ein Scheinwerferschutzgitter,<br />

1962 folgte der erste Skiträger,<br />

1964 der erste Dachträger mit<br />

Korb, seit 1997 weltweit größter Hersteller<br />

von Dachboxen. Mittlerweile macht<br />

Thule auch Taschen, Schneeketten, Rucksäcke,<br />

Kindersitze, Kinderwagen, Radanhänger<br />

und Handwerker-Werkzeug.<br />

Der Hauptsitz der Thule Group befindet<br />

sich in Malmö (Schweden).<br />

Foto: Thule<br />

Wonach richte ich<br />

mich bei der Kaufentscheidung<br />

des<br />

Trägersystems?<br />

Nach dem Auto<br />

oder dem Rad?<br />

Sowohl als auch. Zum einen muss der Fahrradträger natürlich zum Zweirad passen (Zuladung, Dimension)<br />

und zum anderen bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten zum Transport an, je nach Fahrzeug und dessen<br />

Eigenschaften (Limousine, Van, SUV, Kombi, Bus). Entscheidet man nach Vorhandensein einer AHK, nach<br />

Dachtyp und nach Beschaffenheit der Heckklappe, drängt sich meistens eine Transportlösung auf. Bei großen<br />

Kombis und SUVs, Bussen und Vans kann man Räder natürlich auch ohne Fixierungssystem einfach im Inneren<br />

transportieren, sofern Platz und ausreichend Höhe vorhanden sind. Ein schmutziges, nasses Bike nach<br />

der Fahrt wieder einladen, ist dann aber kein so großes Vergnügen.<br />

3<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

87


4Wie viele Räder kann man mit einem normalen<br />

Auto maximal transportieren?<br />

Über die AHK maximal vier Räder, beim Dachträger kommt<br />

es letztendlich auf die Breite des Fahrzeugs an, doch auch<br />

hier ist bei vier Rädern in der Regel das Maximum erreicht.<br />

Auch über einen Heckklappenträger lassen sich teilweise 4<br />

Fahrräder transportieren.<br />

5<br />

Wie haben sich durch schwere E-Bikes<br />

die Gewichtstoleranzen entwickelt?<br />

„Zuladungsgrenzen werden nun natürlich kritischer beäugt,<br />

den veränderten Rahmenkonstruktionen muss ebenfalls<br />

Rechnung getragen werden.“ Der limitierende Faktor im Bereich<br />

der Anhängerkupplung bleibt aber die Zuladungsgrenze<br />

der AHK selbst. Das sind in der Regel 75 kg Stützlast.<br />

Thule betont, nicht beim „Numbers Game“ der Konkurrenz<br />

um noch mehr Zuladung (75+) mitzumachen, weil das die<br />

meisten Kupplungen ohnehin nicht schaffen. Korrekterweise<br />

muss ja auch das Gewicht des Trägers (um die 17 bis 19 kg)<br />

miteinberechnet werden. „Die Kommunikation einer Zuladungsgrenze<br />

von über 60 kg kann also irreführend sein“,<br />

mahnt Thule und warnt vor dem Herantasten an die Gewichtslimits.<br />

ABUS ALARMBOX<br />

SICHER IST:<br />

WAS DU WILLST<br />

So einzigartig die Dinge sind die du<br />

schützen möchtest, so vielseitig einsetzbar<br />

ist die ABUS Alarmbox. Mit 100 dB Alarm<br />

sicherst du was dir wichtig ist.<br />

abus.com<br />

6Welche Modelle sind Topseller und warum?<br />

Im Bereich der Dachträger ist der „ProRide“ mehrfach ausgezeichnet<br />

und bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />

Im Segment der AHK-Träger wird der EasyFold XT gerne<br />

gekauft, weil er enorm platzsparend (klappbar) ist, oder der<br />

VeloSpace XT, der vielseitigste aller AHK-Träger (Erweiterungsschiene,<br />

Abklappwinkel 70 Grad, erweiterbar um Thule<br />

7<br />

BackSpace XT). Am US-Markt kann Thule wegen unterschiedlicher<br />

gesetzlicher Bestimmungen andere Lösungen<br />

(z.B. Klemmung an den Reifen) anbieten, Europas Gesetze<br />

schränken diese Nutzung noch ein. „Wir sind ständig darum<br />

bemüht, unser Portfolio um zukunftsorientierte, originelle<br />

Lösungen zu erweitern“, sagt Thule. „Benutzerfreundlichkeit<br />

und Sicherheit stehen bei uns immer im Fokus.“<br />

Wie schütze ich teure und sensible<br />

Carbonrahmen am besten?<br />

Carbonrahmen transportiert man idealerweise ohne Rahmenkontakt,<br />

am besten am Dachträger, denn hier gibt es Lösungen,<br />

die das Bike an der Gabel oder über die Reifen fixieren<br />

und somit gänzlich ohne Rahmenkontakt auskommen. Hat<br />

man einen AHK-Träger, kommt man um den Rahmenkontakt<br />

derzeit nicht herum. „In solchen Fällen bieten wir einen separat<br />

erhältlichen Carbon Frame Protector an“, sagt Thule. Der<br />

schützt den Rahmen vor Reibung und Beschädigung und hat<br />

mit dem Thule AcuTight Drehmomentbegrenzer-Knopf die<br />

Freigabe für alle Carbon-Rahmen.


WAS FÜR EIN<br />

MANIFEST!<br />

ANZEIGE / Fotos: Giro<br />

Wenn es eine Sache gibt,<br />

bei der du nur auf das Beste<br />

vertrauen solltest, dann<br />

ist das dein Mountainbike-<br />

Helm. Vorhang auf für den<br />

Manifest Spherical von Giro.<br />

Der neue Manifest Spherical ist der hochwertigste<br />

Trail-Helm auf dem Markt, mit<br />

MIPS®-Sicherheitssystem, hervorragender<br />

Belüftung und allerhöchstem Tragekomfort.<br />

Zu den außergewöhnlichen Features gehört<br />

das MIPS® Spherical Sicherheitssystsem, das<br />

die herkömmliche Kunststoffgleitfläche im<br />

Innenbereich des Helms eliminiert. Beim<br />

MIPS®-Spherical-Design ist diese Gleitfläche<br />

nahtlos zwischen den beiden Lagen aus<br />

EPS-Schaum integriert und bietet die<br />

Vorzüge des MIPS®-Systems und der<br />

progressiven Innenschale, ohne den Komfort<br />

oder die Belüftung einzuschränken. Das<br />

Roc-Loc®-Trail-Air-Anpassungssystem hat<br />

ebenfalls ein großzügiges Upgrade erhalten,<br />

welches einen festen Sitz in ruppigem<br />

Gelände gewährleistet. Der Manifest setzt<br />

neue Maßstäbe in Sachen Style, Design und<br />

Performance.<br />

SITZT WELTMEISTERLICH<br />

SQlab bekämpft erfolgreich Taubheitsgefühle und Schmerzen<br />

im Dammbereich bei Damen und Herren. Neues Topmodell ist<br />

der sportlich leichte und dennoch komfortable 612 R.<br />

ANZEIGE / Foto: SQlab<br />

Emma Hinze (Bild) ist dreimalige Weltmeisterin<br />

und sie muss es wissen: Sie ist<br />

unterwegs auf dem neuen SQlab-Sattel<br />

„612 R“. Der bringt mehr Leistung durch<br />

mehr Ergonomie. Die bewährte SQlab-<br />

ERGOWAVE®-Form entlastet den Dammbereich<br />

und verhindert energiezehrende<br />

Schutzhaltungen. Die Sattelschale ist bis in<br />

das letzte Detail gewichts- und flexoptimiert.<br />

Das noch mal erhöhte Heck gibt<br />

mehr Halt und damit eine bessere<br />

Kraftübertragung. Mit der Sitzknochenvermessung<br />

und bis zu vier unterschiedlichen<br />

Sattelbreiten bekämpft SQlab Taubheitsgefühle<br />

und Schmerzen erfolgreich. Tipp zum<br />

Schluss: Ein zu weicher Fahrradsattel wird<br />

nach ca. 30–45 Minuten Fahrzeit meist<br />

unbequem. Je länger die Fahrt, desto härter<br />

sollte der Sattel sein.<br />

SQLAB<br />

Sättel, Griffe, Lenker,<br />

Pedale, Bekleidung.<br />

Die Experten in<br />

Sachen Ergonomie<br />

am Rad.<br />

www.sq-lab.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

89


DER TRAIL-<br />

RÄUBER<br />

HAIBIKE TRUMPFT AUF! DAS NEUE ALLMTN 3.5 HAT<br />

EINEN NEUEN RAHMEN MIT EXTREM NIEDRIGEM<br />

SCHWERPUNKT, ERHÖHTEN STEIFIGKEITSWERTEN<br />

UND ÜBERRAGENDER AGILITÄT. DER BOSCH-ANTRIEB<br />

LÄSST SICH BIS AUF 1125 WH ERWEITERN.<br />

DAMIT SCHAFFST DU MEHR TRAILS ALS JE ZUVOR.<br />

HAIBIKE XDURO ALLMTN 3.5<br />

RAHMEN: Haibike Full-Suspension, Aluminium 6061<br />

DÄMPFER: RockShox Deluxe Select Plus, 160 mm<br />

FEDERGABEL: RockShox Lyrik Select, 160 mm<br />

SCHALTUNG: Shimano SLX/XT<br />

MOTOR: Bosch Performance CX, 75 Nm<br />

AKKU: Bosch PowerTube, 625 Wh,mit Option<br />

auf Range Extender und insgesamt 1125 Wh<br />

BREMSEN: Magura MT7, 203 mm<br />

LAUFRÄDER: The Hub/DT Swiss H1900 Spline<br />

REIFEN: Maxxis Minion DHR II 27.5 x 2.8 (hinten) und<br />

Maxxis Minion DHF II 29 x 2.6 (vorne)<br />

GEWICHT: 25,2 kg<br />

PREIS: UVP € 5499,–<br />

www.haibike.com/de<br />

ANZEIGE / Fotos: Haibike<br />

90 <strong>SPORTaktiv</strong>


MATTHIAS<br />

RÜCKERL<br />

ist Global Brand Manager<br />

bei Haibike<br />

NOCH<br />

DREI FRAGEN<br />

AN DEN EXPERTEN<br />

Uphill oder<br />

Downhill? Das<br />

neue AllMtn 3.5<br />

von Haibike macht<br />

alles mit – und<br />

auch am Strand<br />

gute Figur.<br />

Dieses E-Mountainbike will gefordert werden! Das<br />

ist auf den ersten Blick sonnenklar. Auf anspruchsvollen<br />

Fahrten und Entdeckungstouren durch die<br />

Berge entfaltet das HAIBIKE XDURO AllMtn 3.5 sein<br />

volles Potenzial. Mit gemischten Laufradgrößen bietet es<br />

die ideale Kombi aus Traktion (hinten 27,5 x 2,8 Zoll)<br />

und Überrollverhalten (vorne 29 x 2,6 Zoll), die griffigen<br />

Maxxis-Reifen, ein satter Federweg von 160 Millimetern<br />

und bissigen Magura-MT7-Scheibenbremsen<br />

machen es wie geschaffen dafür, schwere Trails und<br />

kniffliges Terrain zu erobern.<br />

Über die Reichweite musst du dir auch bei<br />

längeren Touren durch das Gebirge keine Gedanken<br />

machen: Denn im Rahmen ist der große<br />

PowerTube (625 Wh) schon fix und elegant<br />

integriert und durch eine optional erhältliche<br />

zweite Batterie (Range Extender Bosch Power<br />

Pack 500, montiert über MRS-System) kannst<br />

du deinen Tourenspaß mit zusätzlichen 500<br />

Wh ganz einfach ausweiten. Auch Beleuchtung<br />

kann problemlos nachgerüstet werden, denn das<br />

Modell ist bestens vorbereitet für Skybeamer und<br />

Twin Taillights.<br />

1. An wen richten sich das<br />

aggressive Design und die extrem<br />

traillastige Komponentenauswahl<br />

des neuen AllMtn 3.5?<br />

Aggressiv? Ganz und gar nicht. Der<br />

Anspruch von HAIBIKE war es, kein<br />

Me-too-Produkt zu entwicklen, sondern<br />

eine sportliche und progressive<br />

Formensprache zu kreieren, bei der<br />

Funktionalität klar im Vordergrund<br />

steht. Die Benefits für den Kunden?<br />

Ein Trailbike mit allen Vorteilen eines<br />

extrem niedrigen Schwerpunkts, die<br />

darauf ausgerichtete tiefstmögliche<br />

Anbindung eines zweiten Akkus für<br />

insgesamt 1125 Wh und eine bauartbedingte,<br />

bessere Motorkühlung. Für<br />

volle Performance im Uphill wie im<br />

Downhill. Die Komponenten sind<br />

auf diese Vielseitigkeit ausgelegt.<br />

2. Was sind die News beim neuen<br />

Rahmen? Wie wirkt sich das aus?<br />

Das Konzept: extrem niedriger<br />

Schwerpunkt, MRS-Integration,<br />

Dual-Battery-Konzept, perfekte Ausgewogenheit<br />

im Up-und Downhill,<br />

komfortable Sitzposition für lange<br />

Rides.<br />

3. Wohin geht Haibike mit den<br />

nächsten Trends? Was dürfen wir<br />

erwarten?<br />

Ihr dürft gespannt sein. Wir haben<br />

den höchsten Anspruch an uns selber<br />

und freuen uns, euch bald die Neuigkeiten<br />

MY21 vorzustellen.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

91


AKKU<br />

FITNESS<br />

AKKUS SIND ENORM<br />

LEISTUNGSFÄHIGE STROM-<br />

SPEICHER, DIE JEDERZEIT<br />

ENERGIE ABGEBEN. ES SIND<br />

JEDOCH EINIGE DINGE ZU<br />

BEACHTEN, DAMIT DIE<br />

LEBENSDAUER MAXIMIERT<br />

WIRD UND DIE SICHERHEIT<br />

AM RADWEG UND AM BERG<br />

GEWÄHRLEISTET BLEIBT.<br />

VON CHRISTOPH MALIN<br />

Akkus speichern die Energie für<br />

den Elektromotor und die elektronische<br />

Steuerung des E-Bikes<br />

sowie das Batteriemanagement des Akkus<br />

selbst. Es ist durchaus naheliegend,<br />

sie als „Stromtanks“ zu sehen. Doch im<br />

Gegensatz zum Benzintank im Auto, der<br />

ungeachtet der Nutzungsdauer und des<br />

Alters immer gleich funktioniert, befüllt<br />

und entleert wird, hängen bei einem<br />

Akku Funktion und Leistungsfähigkeit<br />

wesentlich von der Pflege, Lagerung,<br />

dem Alter des Akkus und den jeweiligen<br />

Einsatzbedingungen wie Kälte, Hitze,<br />

Belastung usw. ab. Gar nicht so trivial,<br />

aber mit der Beachtung einiger grundsätzlicher<br />

Regeln ist dem Akku schon<br />

viel geholfen (siehe auch Infobox auf<br />

der Folgeseite).<br />

Beim Akku und seiner Lebensdauer<br />

sind die Verlustarten, die im Betrieb des<br />

Akkus auftreten, das Um und Auf. Diese<br />

gilt es im Auge zu behalten und langfristig<br />

über eine optimale Nutzung<br />

möglichst zu minimieren. Denn die<br />

Energie, die in chemischer Form im<br />

Akku gespeichert ist, kann nicht verlustfrei<br />

in elektrische Energie umgewandelt<br />

werden. Selbstentladung und interne<br />

Spannungsverluste sind hier maßgeblich.<br />

Jedoch spielt die Selbstentladung<br />

beim heute in Akkus durchgängig<br />

Fotos: iStock, Christoph Malin<br />

92 <strong>SPORTaktiv</strong>


verwendeten Li-Ionen-Akku mit rund<br />

1% je Monat fast keine Rolle mehr. Das<br />

in jedem Li-Ionen-Akku-Pack enthaltene<br />

„Batterie Management System“ – kurz<br />

BMS – benötigt zwar nur wenig Energie,<br />

kann aber in einer mehrmonatigen Winterpause<br />

zu einem durchaus messbaren<br />

Ladungsverlust beitragen. Daher empfiehlt<br />

es sich, Akkus über eine längere<br />

Zeit geladen (zwischen 30–60 %) bei<br />

einer Temperatur zwischen 0 und 20° C<br />

zu lagern.<br />

Nächste Lektion: Physik & Chemie<br />

In der Verlustenergie-Bilanz am schwersten<br />

wiegen jedoch die durch den Innenwiderstand<br />

des Akkus verursachten<br />

Spannungsverluste. Sie steigen proportional<br />

mit dem Entladestrom und dem<br />

Zellenwiderstand. Dieser wird durch den<br />

natürlichen Alterungsprozess der Zelle<br />

erhöht, der wiederum durch ungünstige<br />

externe Faktoren wie Fehlbehandlung<br />

oder eine mangelhafte Fertigung beschleunigt<br />

wird.<br />

Die Physik lässt sich hier nicht austricksen:<br />

Die Energieerzeugung von Akkus<br />

beruht auf elektrochemischen Reaktionen<br />

und hier unterscheidet man zwischen<br />

gewollten Hauptreaktionen und<br />

ungewollten Nebenreaktionen.<br />

Ungewollte Reaktionen haben ihre Ursache<br />

oft auch in kleinen Verunreinigungen,<br />

weshalb während der Zellenherstellung<br />

im gesamten Produktionsprozess<br />

auf ein Höchstmaß an Reinheit geachtet<br />

wird. Große Hersteller wie LG, Panasonic,<br />

Samsung, Sanyo oder Sony, deren<br />

Zellen in den Akku-Packs der bekannten<br />

Motorenhersteller verwendet werden,<br />

können dies weitestgehend garantieren.<br />

Billige No-Name-Nachrüstakkus sind<br />

hier kritisch zu betrachten, wer weiß<br />

schon, ob der Hersteller aufgrund von<br />

Schleuderpreisen eine durchgehende<br />

Qualitätskontrolle in der Fertigung garantieren<br />

kann.<br />

Beispiele für menschliche Fehlbehandlung<br />

und daraus resultierende ungewollte<br />

Nebenreaktionen: Der Innenwiderstand<br />

bei allen elektrochemischen Stromquellen<br />

wie einer Akkuzelle steigt kurzfristig<br />

bei Kälte an. Bei Wärme fällt er ein wenig,<br />

allerdings begünstigen hohe Temperaturen<br />

wiederum schädliche Nebenreaktionen<br />

in Zellen. Die optimale Arbeitstemperatur<br />

liegt bei Li-Ionen-Akkus<br />

im Bereich zwischen 15–40° C, weshalb<br />

das Batteriemanagement zusammen mit<br />

der Motorsteuerung bei hohen Temperaturen<br />

die Leistung des Motors und die<br />

Stromentnahme reduziert.<br />

Zu den Akku-Todsünden gehört es daher,<br />

ein Rad länger in der prallen Sonne<br />

stehen zu lassen oder Akkus im Sommer<br />

im heißen Innenraum eines Autos zu lagern.<br />

Genauso, wie im tiefsten Winter<br />

bei Temperaturen unter null Grad mit<br />

kaltem Akku loszuballern, ohne den<br />

Akku vorher auf Zimmertemperatur akklimatisiert<br />

zu haben. Das schadet Akkus<br />

immens. Es spricht übrigens bei einer<br />

Hitzewelle nichts gegen eine gute Tourenplanung,<br />

bei der der Aufstieg entweder<br />

im Schatten oder frühmorgens erfolgt.<br />

Und es spricht auch nichts gegen<br />

einen Fahrradhersteller, der den Akkus in<br />

seinen Bikes durch besondere Rahmenkonstruktionen<br />

eine optimierte Kühlung<br />

bietet (Airflow etc).<br />

Nun altern Akkus durch die Chemie,<br />

aber auch auf natürliche Art und Weise.<br />

Wann ist diese Altersgrenze erreicht? Davon<br />

spricht man bei Lithium-Ionen-Akkus,<br />

wenn sie nur noch über 70–80 %<br />

ihrer ursprünglichen Kapazität verfügen,<br />

was in etwa 1000 vollen Ladezyklen entspricht.<br />

Ein voller Ladezyklus ist erreicht,<br />

wenn der Akku von unter 50 % geladen<br />

wurde, ein halber Ladezyklus bei einer<br />

Ladung über 50 % Ladezustand.<br />

Allerdings gibt es auch die sogenannte<br />

„kalendarische Alterung“, bei der nach<br />

ca. 6–7 Jahren erkennbare Degenerationserscheinungen<br />

auftreten können. Degenerative<br />

Veränderungen innerhalb einer<br />

Batteriezelle sind der Eigenart des Ionenstroms<br />

geschuldet: Lade- und Entladevorgänge<br />

basieren auf dem Ionenfluss<br />

zwischen den Polelektroden und dem<br />

Anlagern von Ionen an der aktiven Elektrodensubstanz.<br />

Hierbei treten am sogenannten<br />

Separator, einer Trennschicht<br />

zwischen Akku-Anode und -Kathode,<br />

über längere Zeit unregelmäßige Ablagerungen<br />

an der Anode auf.<br />

Bemerkbar machen sich dauerhaft erhöhte<br />

Innenwiderstände der Akkuzellen<br />

bei erreichen der Altersgrenze durch eine<br />

verringerte Reichweite, deutlich frühere<br />

Abschaltung und deutlich erhöhte Ladezeiten<br />

des Akkus. Bei einer Kapazität von<br />

60 % dauert die Ladezeit dann schon<br />

eine gefühlte Ewigkeit, wobei der Akku<br />

dann auf Tour ohnehin mit einem frühen<br />

Abschalten nervt. Zeit für Recycling.<br />

Last but not least verliert der Akku mit<br />

jedem Lade-/Entladevorgang einen kleinen<br />

Teil seiner Kapazität. Entscheidend<br />

ist dabei der Energiedurchsatz, also die<br />

gesamt abgegebene Energie während der<br />

täglichen Nutzung. Noch entscheidender<br />

für die Lebensdauer bei Li-Ionen-Akkus<br />

sind allerdings extreme Ladezustände,<br />

die die Alterung beschleunigen: extrem<br />

leere oder volle Akkus. Es ist besser einen<br />

Akku nie ganz leer zu fahren, sondern<br />

maximal auf 15–20% (in etwa ein „Balken“).<br />

Genauso wie es die Lebenserwartung<br />

erhöht, den Akku immer nur bis zu<br />

80–85% vollzuladen. Klingt blöd, denn<br />

auf einer Tour will man ja möglichst viel<br />

Reichweite haben, aber es gibt auch kurze<br />

Touren, wo man eigentlich keinen vollen<br />

Akku braucht und mit 80 % Ladung<br />

sein Auslangen findet. Oder man fährt<br />

ohnehin auf größeren Touren mit zweitem<br />

Akku und tauscht früher. Besonders<br />

clever ist hier das Bosch-Dual-Battery<br />

System, bei dem zwei Akkus jeweils<br />

scheibchenweise immer für kurze Zeit<br />

entladen und so im Betrieb deutlich weniger<br />

belastet werden.<br />

Was tut dem Akku also wirklich gut,<br />

sodass er lange seine Kapazität behält?<br />

Wie ihr seht, ist eine Menge Physik und<br />

Chemie im Spiel, aber wenn man ein<br />

paar Regeln beachtet, halten eure Akkus<br />

definitiv länger. Im Kasten im Anschluss<br />

(bitte umblättern) haben wir für euch die<br />

Basics zusammengefasst! Gute Fahrt!<br />

Tipps vom<br />

Experten für<br />

mehr Fahrspaß<br />

und Reichweite:<br />

z.B. den<br />

Akku nie ganz<br />

voll (!) laden.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

93


AKKU LEBENSDAUER OPTIMIEREN<br />

Faktoren, die die Lebensdauer verlängern:<br />

• Geringe Beanspruchung<br />

• Lagerung bei 0 bis 20° C Umgebungstemperatur<br />

• Lagerung mit 30–-60 % Ladung<br />

• Rad im Schatten oder in kühlen Räumen abstellen<br />

• Akku nie ganz leer fahren (tauschen bei 20 % oder<br />

einem „Balken“ Restanzeige)<br />

• Kurze Touren nicht mit vollem Akku antreten<br />

Faktoren, die die Lebensdauer verkürzen:<br />

• Starke Beanspruchung<br />

• Starke Beanspruchung bei großer Hitze<br />

• Lagerung bei über 30° C Umgebungstemperatur<br />

• Längere Lagerung in ganz vollem oder leerem Zustand<br />

• Abstellen des Rades in der prallen Sonne<br />

• Akku in heißem Zustand laden – abkühlen lassen!<br />

• Sehr kalten Akku laden<br />

• Akku schnellladen, insbesondere bei tiefen<br />

Temperaturen – den Akku zuerst auf Zimmertemperatur<br />

vortemperieren<br />

• Kalten Akku belasten<br />

Sonstiges:<br />

• Laden nur in trockener Umgebung, bei Raumtemperatur<br />

und bei installiertem Rauchmelder<br />

• Akku mit feuchtem Tuch reinigen<br />

• Akku vor und nach Fahrt auf Beschädigungen untersuchen<br />

• Beschädigte Akkus umgehend zum Fachhändler bringen<br />

• Steckerpole gelegentlich reinigen, auf Korrosion checken<br />

und mit Polfett fetten<br />

• Akkus nicht mit direktem Wasserstrahl oder Hochdruck<br />

reinigen, vor der Reinigung des Fahrrads entnehmen<br />

• Nur Originalladegeräte der Hersteller verwenden<br />

• Auf einen guten Sitz des Akkus in der Halterung achten,<br />

locker sitzende Akkus können die Kontakte beschädigen<br />

• Regelmäßige Inspektion: Akkus gängiger Marken können<br />

jederzeit vom Fachhändler ausgelesen werden, das<br />

Batteriemanagement-System speichert Akku-Fehler,<br />

Ladezyklen etc.<br />

• Entsorgung: Ausgewählte Fahrradfachhändler nehmen<br />

verbrauchte oder defekte Akkus kostenlos zurück und<br />

kümmern sich um die fachgerechte Entsorgung<br />

• Akkus keinesfalls öffnen, Lebensgefahr!<br />

WWW.CENTURION.DE<br />

BIKES SEIT 1976<br />

LHASA E<br />

Die neue Generation des extrem vielseitigen,<br />

vollgefederten All-Terrain Bikes.<br />

Das Lhasa E ist eines unserer beliebtesten E-Bikes, da es verschiedenste Ansprüche in<br />

einem spannenden Gesamtpaket vereint. Die brandneue Modell palette mit vollintegriertem<br />

Akku steht für leichte Off-Road-Abenteuer, Trekking-Touren sowie Bike-Reisen und wird<br />

von Boschs Performance Line CX Antrieb kraftvoll und ausdauernd unterstützt. Als EQ-<br />

Version ist das Lhasa E wahlweise auch mit Schutzblechen und Gepäckträger verfügbar<br />

und bietet sich sowohl für den täglichen Weg zur Arbeit als auch für Radreisen an. Eine<br />

Lichtanlage und viele smarte Details, wie die magnetisch schließende Ladebuchse, sind<br />

Serie in allen Modellen. Ein waschechtes Rundum-Sorglos-Bike.<br />

CENTURION – DESIGN, PERFECTION AND QUALITY.


Ob Petzen, Bad Kleinkirchheim<br />

oder am Weissensee –<br />

Kärnten spannt den Bogen.<br />

GANZ KÄRNTEN<br />

IST IM FLOW<br />

KÄRNTENS SECHS TOP-FLOWTRAIL-<br />

DESTINATIONEN BIETEN GEMEINSAM<br />

EINEN MTB-URLAUB AN. INKLUDIERT SIND<br />

BIKECARD, UNTERKUNFT UND SHUTTLE-<br />

SERVICE MIT GEPÄCKTRANSPORT<br />

ZWISCHEN DEN BIKE-AREAS.<br />

Fotos: Gert Perauer, Heiko Mandl, Lukas Pilz<br />

INFOS<br />

FLOW TRAILS KÄRNTEN<br />

Sechs Destinationen:<br />

Weissensee, Nassfeld,<br />

Bad Kleinkirchheim,<br />

Turracher Höhe, Petzen, Koralpe.<br />

BIKECARD KÄRNTEN<br />

Saisonkartenpreise: 360,– für Erwachsene,<br />

270,– für Jugendliche (JG 2002–<br />

2005) und 216,– für Kinder (ab JG 2006).<br />

BUCHUNGEN<br />

TRAIL ANGELS GmbH<br />

T.: +43 47 82/930 93<br />

9821 Obervellach 15<br />

www.bookyourtrail.com<br />

E-Mail: info@bookyourtrail.com<br />

www.flowtrails-kaernten.at<br />

www.bikecard-kaernten.at<br />

Die Kärntner MTB-Destinationen<br />

haben in den letzten Jahren<br />

enorm viel in neue Trails<br />

investiert. Rund 50 neue Trails sind in<br />

Kärnten seit 2012 gebaut worden,<br />

darunter die längsten Flow Trails<br />

Europas in Bad Kleinkirchheim (15 km)<br />

und auf der Petzen (12 km).<br />

Ab heuer gibt es in Kärnten ein einzigartiges<br />

Angebot, die sogenannten<br />

„Flow Trails Kärnten“. Sechs Destinationen,<br />

die Trails mit Bergbahnen kombinieren,<br />

haben sich zu einer ARGE zusammengeschlossen<br />

und bieten dieses<br />

Zuckerl für Urlauber und Biker an. Dabei<br />

sind: Bike-Area Weissensee, Bike-<br />

Area Nassfeld, Bike-Area Bad Kleinkirchheim,<br />

Bike-Area Turracher Höhe,<br />

Bike-Area Petzen, Bike-Area Koralpe.<br />

Was genau bieten die Flow Trails<br />

Kärnten? Eine in allen Destinationen<br />

gültige Saisonkarte (Bike Card Kärnten),<br />

mit welcher man das ganze Jahr<br />

über alle Trails in den erwähnten Regionen<br />

gemeinsam mit der Bergbahn<br />

nutzen kann, Mehrtageskarten in den<br />

einzelnen Destinationen (z.B. Bikecard<br />

Nassfeld, Bikecard Koralpe etc.)<br />

und Packages inklusive Bikecard,<br />

Unterkunft, Mobilität (Shuttle) und<br />

einem Gepäcktransport durch ein eigenes<br />

Buchungsportal samt Hotline<br />

von 8–20 Uhr (www.bookyourtrail.<br />

com/trail/flow-trails-kaernten).<br />

Zudem gibt es individuelle Angebote<br />

für Gäste (von 3–8 Tage). Damit<br />

festigt Kärnten seinen Ruf als<br />

„Land of Flow“.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

95


DIE NUMMER 1<br />

ÖFFNET DIE BIKE-TRAILS<br />

Am 11. <strong>Juni</strong> startet der neue Salzburger und<br />

Tiroler Bikeverbund in die Sommersaison. 70 km<br />

Biketrails und 9 Bergbahnen sind genauso Highlights<br />

wie Kulinarik und Familien-Angebote.<br />

SAALBACH HINTERGLEMM<br />

SAALFELDEN LEOGANG<br />

FIEBERBRUNN<br />

Der Zusammenschluss der<br />

schon im Winter bestens<br />

kooperierenden Orte lässt nun<br />

im Sommer ein wahres<br />

Bike-Eldorado entstehen.<br />

bike.saalbach.com<br />

A<br />

m Anfang war das Bike. Und gleich<br />

danach Saalbach Hinterglemm und<br />

Saalfelden Leogang. Diese Orte<br />

waren vom Ausbrechen der Mountain bike-<br />

Welle weg die Vorreiter in Sachen Bike-<br />

Trails und Infrastruktur. Die Region, die im<br />

Winter längst zu einem der modernsten<br />

und größten Skigebiete Europas gewachsen<br />

ist („Skicircus“) und seit Jahren erfolgreich<br />

zusammenarbeitet, hat jetzt auch im<br />

Sommer den Schritt gewagt: Saalbach<br />

Hinterglemm, Saalfelden Leogang und<br />

Fieberbrunn verbünden sich zu Österreichs<br />

größter Bike-Region.<br />

Das Resultat: 70 Kilometer Single-Trails,<br />

Downhill-Tracks und Flow-Lines, 9<br />

Bergbahnen, 7 Berge, 1 Biketicket. Dazu<br />

kommt mit Fieberbrunn im PillerseeTal<br />

(Tirol) ein bundesländerübergreifendes<br />

Mountainbike-Wegenetz dazu, dessen<br />

Grenzen nur durch die eigene Kondition<br />

entstehen. E-Bike-Ladestationen auf Hütten<br />

und im Tal sorgen so für noch größere<br />

Reichweiten und Tourenmöglichkeiten. Abgerundet<br />

wird das Angebot durch die speziell<br />

auf Biker abgestimmten Serviceleistungen<br />

wie Bike-Shops, Verleih, Bikeschulen,<br />

Guiding und Übungsareale für Anfänger.<br />

Ob Genusstour mit dem E-Bike, Bikepark-Shredden<br />

oder Mountainbike-Marathon<br />

– hier findet jeder Biker sein Angebot.<br />

Für jene, die ihre Tour gerne mit einem kulinarischen<br />

Highlight verbinden, bieten sich<br />

die Gourmet-E-Biketouren oder die Tour<br />

zum Picknick am Bergsee in Fieberbrunn<br />

an. Und für die Sportfans gibt es ein Highlight:<br />

Die Downhill-WM in Leogang wurde<br />

zwar auf 7. bis 11. Oktober verschoben,<br />

bietet jetzt aber mit der WM-Entscheidung<br />

im olympischen Cross-Country (Rundkurs)<br />

und der WM im E-Mountainbike zwei<br />

neue Gustostückerl.<br />

Fotos: Klemens König<br />

96 <strong>SPORTaktiv</strong>


MT PRESTIGE<br />

MORE TRAVEL.<br />

MORE PLEASURE.<br />

KTM-BIKES.AT


WE MAKE<br />

ENDURO<br />

DAS STECKT BEI CONWAY HINTER DER ABKÜRZUNG WME.<br />

MIT DEN BEIDEN E-MOUNTAINBIKES 427 UND 627 HABEN<br />

DIE DEUTSCHEN ZWEI KRACHER IM PORTFOLIO. DABEI<br />

VERGESSEN SIE IHRE TUGENDEN NICHT: PREIS-LEISTUNG<br />

UND KEIN UNNÖTIGER SCHNICKSCHNACK.<br />

CONWAY EWME 627<br />

RAHMEN: Conway Full Suspension Alu<br />

DÄMPFER: Fox Float DPX 2, 160 mm<br />

FEDERGABEL: Fox Performance 36 Float, 160 mm<br />

SCHALTUNG: Shimano SLX/XT, 12-fach,<br />

34 x 10–51<br />

MOTOR: Shimano Steps 8000<br />

AKKU: Shimano 504 Wh<br />

BREMSEN: Shimano XT 203 mm<br />

LAUFRÄDER: Shimano/Rodi Ready 35<br />

REIFEN: Schwalbe Magic Mary/Hans Dampf 27,5 x 2,6<br />

GEWICHT: 22,5 kg<br />

PREIS: UVP € 4999,95<br />

www.conway-bikes.de<br />

ANZEIGE / Fotos: Conway Bikes<br />

98 <strong>SPORTaktiv</strong>


FLORIAN<br />

ZEITLER<br />

ist Product Manager beim<br />

Bike-Hersteller Conway.<br />

NOCH<br />

DREI FRAGEN<br />

AN DEN EXPERTEN<br />

Die beiden<br />

Conway-Modelle<br />

427 (gelb) und 627<br />

(rot) machen mit<br />

160 mm Federweg,<br />

fetten Reifen<br />

und Top-Fahrwerk<br />

jeden Spaß mit.<br />

Sportlich, leicht, agil und mit viel Federweg: Die<br />

160-mm-eWME-Fullies 427 und 627 sind perfekt<br />

für grobes Gelände geeignet. Mit dem Shimano-<br />

Steps- E-8000 Motor bieten sie knackige Unterstützung in technischen<br />

Uphills – mit individuell anpassbarer Leistungsabgabe<br />

per App. Das eWME hat sich bereits in vielen Tests bewiesen:<br />

Sein leichtes Gewicht (22 kg) dank semi-integriertem Akku,<br />

die Fahrwerksperformance und das Preis-Leistungs-Verhältnis<br />

haben nicht nur die Magazine, sondern auch eine große Anhängerschar<br />

überzeugen können. Diese Modelle mit der Laufradgröße<br />

27,5 Zoll werden ergänzt durch die MX-Serie, die auf<br />

29 Zoll und mit 140/145 mm Federweg rollt.<br />

In Österreich trifft man das eWME auf hochalpinen<br />

Trails: Mit dem Team von freeride.inc Austria werden die<br />

Bikes artgerecht bewegt. Österreichs bekanntester Tourenblog<br />

scheut vor keiner Abfahrt zurück und zeigt, welche<br />

Touren mit dem E-Bike möglich sind.<br />

Conway Bikes sind bekannt für faire Preise, durchdachte<br />

Komponentenwahl und ausgetüftelte Neuentwicklungen<br />

ohne Schnickschnack. Der direkte Draht zum Kunden ist<br />

genauso wichtig wie das Feedback der Händler. Seit mehr als<br />

25 Jahren gibt es die deutsche Marke schon, die Mutterfirma<br />

Hartje schon sagenhafte 125 Jahre. Man steht für Zuverlässigkeit,<br />

Bodenständigkeit und Vertrauen – und lebt das auch.<br />

1. Wie definiert ihr die Zielgruppe<br />

fürs eWME 427/627 und was kann<br />

diese erwarten?<br />

Unsere Definition sind sportlich<br />

versierte Biker, die viele Höhenmeter<br />

und schwierige Trails abdecken.<br />

Auch Leute, die mit dem normalen<br />

Bike nach Feierabend ihre Trails<br />

zeitlich nicht mehr unterbekommen,<br />

liegen mit dem eWME richtig.<br />

Man ist schnell am Einstieg<br />

ohne sich abzuhetzen, hat bergab<br />

richtig Spaß und es fühlt sich nicht<br />

wie ein träger Lkw an, sondern wie<br />

ein normales Bike.<br />

2. Auf welche Details habt ihr am<br />

meisten Wert gelegt?<br />

Hier braucht man den Kompromiss<br />

aus leichtem System, Reichweite<br />

und Zuverlässigkeit sowie natürlichem<br />

Fahrgefühl. Deswegen haben<br />

wir bewusst eine semiintegrierte<br />

Lösung geschaffen. Durch den Shimano-Motor<br />

und die Geometrie<br />

haben wir da ein echt feines eBike<br />

hinbekommen, welches Laufruhe<br />

und Spritzigkeit gut vereint.<br />

3. Worauf dürfen sich die Kunden<br />

in Zukunft freuen?<br />

Momentan entwickeln wir neue<br />

Bikes und eBikes, schauen genau hin,<br />

was der Markt braucht, und nehmen<br />

das Feedback auf. Noch können wir<br />

nichts verraten, aber dieses Jahr wird<br />

für alle Biker und eBiker bei uns noch<br />

mal einiges draufgelegt!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

99


GIFTGRÜNER PANNENSCHUTZ<br />

AUS<br />

PRO<br />

BIERT<br />

BIKE<br />

Was gibt es beim Radfahren Lästigeres als einen „Patschen“?<br />

Ärgerlich, gefährlich und mit der Gefahr, die Felge zu beschädigen.<br />

Vittoria hat nun seine innovative Lösung überarbeitet und<br />

präsentiert den AIR-LINER mit neuester Polymerstruktur (UVP<br />

je nach Größe € 59,– bis 75,–). Der Air-Liner ist ein Pannen- und<br />

Durchschlagschutz für Mountainbikes und verspricht im Gelände<br />

sogar bessere Fahreigenschaften, weil mit noch weniger<br />

Luftdruck gefahren werden kann.<br />

Zunächst wirkt das giftgrüne Ding wie eine Schwimmnudel<br />

aus dem Kinderschwimmbecken. Weit gefehlt! Ausgehend<br />

von einem kreisrunden Querschnitt sind beim Air-Liner zwei<br />

Längskanäle ausgefräst. Sie reduzieren das Gewicht und optimieren<br />

die Progression des Durchschlagschutzes. Die richtige<br />

Länge muss man zurechtschneiden, mit einem Kabelbinder die<br />

Enden stramm verbinden und rein in die Reifen. Die Montage<br />

funktioniert einfach, trotz der üblichen Dichtmilch-Patzerei<br />

(Set-up auch mit Schlauch möglich). Das Polymer macht jetzt<br />

viel vom Volumen des Reifens aus, man braucht gar nicht mehr<br />

so viel Luft reinpumpen. Mit den empfohlenen nur 1,2 bis 1,4<br />

bar (Size M) rollen die Reifen gleich besser über Trails, Gewichtsfetischisten<br />

werden sich aber am (real kaum spürbaren)<br />

Zusatzgewicht von je 195 g pro Reifen stoßen. Im Test hatten<br />

wir keinerlei „Patschen“ und keine Probleme. Rund 2000 km<br />

sollen die Air-Liner halten, selbst ohne Luft soll man damit bis<br />

zu einer Stunde im „Notbetrieb“ fahren können. Interessant<br />

auch für Rennfahrer, die unbedingt ins Ziel wollen ...<br />

3 X SCHUTZ AM PRÜFSTAND:<br />

GIFTGRÜNE SICHERHEIT FÜR<br />

DIE RADFELGE, SCHWARZ-<br />

GOLD FÜR DEN KOPF UND<br />

ITALIENISCH FÜR<br />

OBERKÖRPER UND KNIE.<br />

VON CHRISTOPH HEIGL UND GEORG MICHL<br />

Fotos: Georg Michl, Katja Heigl, Christoph Heigl<br />

100<br />

<strong>SPORTaktiv</strong>


SICHER SEHR ZUR FREUDE<br />

DES SPORTMINISTERS<br />

EIN ECHTER GAMECHANGER<br />

Der GAMECHANGER macht seinem Namen alle Ehre. ABUS<br />

hat mit dem Aero-Helm (UVP € 199,95) in diesem Segment<br />

mit zahlreichen Innovationen neue Maßstäbe gesetzt, aber<br />

auch das eigene Image auffrisiert. Der Helm wurde in Zusammenarbeit<br />

mit dem Profiteam Movistar entwickelt und<br />

vereint die gewohnte solide Qualität mit einem ansprechenden<br />

Design und dem niedrigen Gewicht von nur 260 Gramm.<br />

Der deutsche Sicherheitsspezialist hat sich selbst einen<br />

coolen Touch verpasst und einen Helm gebaut, der auch<br />

beim Kaffee danach stolz präsentiert werden kann. Aerodynamisch<br />

verspricht ABUS durch das „Multi Position Design“<br />

einen perfekten Luftfluss in allen möglichen Positionen<br />

und eine „bis zu 23 Prozent geringere frontale Fläche<br />

im Vergleich zu anderen Helmen dieser Klasse“. Ob das alle<br />

Hobbyfahrer merken, sei dahingestellt.<br />

#staysafe war die Devise des Sport-Frühlings. Und wie könnte<br />

man den Empfehlungen des Sportministers besser Folge leisten,<br />

als sich beim Mountainbiken zusätzlich mit Protektoren<br />

auszustatten? Schließlich galt es, beim Freizeitsport das Verletzungsrisiko<br />

zu minimieren.<br />

Also rein in die neuen Knieschützer namens TRAIL SKINS PRO<br />

vom italienischen Spezialisten Dainese (UVP € 84,90), die im<br />

Fall des Sturzes bis zu 83 % der Aufprallenergie abdämpfen.<br />

Mit Enduro-Profis entwickelt, lassen die Schützer keine Wünsche<br />

offen. Sie sitzen gut, verrutschen nicht und man kann<br />

auch problemlos bergauf fahren. In XL wiegt das Paar nur 372<br />

g und lässt sich dank flexibler, wabenartiger Struktur easy im<br />

Rucksack verstauen. Schwitzfaktor im Kniebereich? Erträglich.<br />

Mehr geschwitzt wird bei der Protektorenjacke RIVAL VEST<br />

PRO (UVP € 219,90). Wie für die Motorrad-Profis der MotoGP,<br />

haben die Italiener im Rückenprotektor ein patentiertes<br />

Trinksystem eingebaut, das 700 ml Flüssigkeit aufnimmt und<br />

per Schlauch zum Mund führt. Perfekt für den Bikepark und<br />

potenziell gefährliche Trails. Ein weicher Memory-Schaum füllt<br />

den Brust- und Rippenpolster sowie den Schlüsselbeinpolster.<br />

Getragen wird die Weste auf der nackten Haut oder über ein<br />

Funktionsunterhemd. Nachteile: Über die Weste passen nur<br />

sehr, sehr weite Trikots wie Downhill- oder MX-Jerseys, der<br />

Rückenprotektor rutscht etwas hoch und an warmen Tagen ist<br />

man bei aller Atmungsaktivität des Mesh-Gewebes schweißgebadet.<br />

Aber man ist beim Biken auf der sicheren Seite.<br />

Zufrieden, Herr Kogler?<br />

Was auffällt, ist das gelungene Design der Lüftungskanäle.<br />

Selbst bei langen Fahrten und hohen Temperaturen bleibt<br />

es über die gesamte Kopfoberfläche konstant kühl, ohne<br />

Zug. Bei einem genauen Blick in die Innenseite sind an den<br />

hinteren Lüftungsöffnungen zusätzliche Aussparungen zu<br />

erkennen, durch die die Brille sicher verstaut werden kann.<br />

Zudem setzt ABUS auf fixe Riemen, die dennoch sehr gut<br />

sitzen und nicht flattern. In der Position variabel ist unterdessen<br />

das Verstellsystem, mit dem der Sitz des Helms am<br />

Kopf justiert wird. Dadurch werden Druckstellen am Hinterkopf<br />

verhindert, die sonst zu stechenden Kopfschmerzen<br />

führen könnten.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

101


5<br />

DIE<br />

Das Verlangen nach Bewegung in<br />

der freien Natur prägte aufgrund<br />

der speziellen Situation<br />

die ersten Wochen der warmen<br />

Jahreszeit und motivierte mehr Menschen,<br />

sich wieder einmal in den Sattel<br />

zu schwingen. Gesünder leben und auf<br />

mehr Sport und Bewegung achten, stehen<br />

seither bei vielen ganz oben auf der<br />

Prioritätenliste. Doch wie lassen sich<br />

diese Vorhaben realisieren, ohne schnell<br />

zurück in gewohnte Muster zu verfallen?<br />

Die meisten Menschen nutzen für einen<br />

Großteil ihrer Wege das Auto oder<br />

Öffis, obwohl ein großer Prozentsatz der<br />

Strecken kürzer als 10 Kilometer ist. Dabei<br />

ließe sich das ganz einfach mit Sport<br />

verbinden: Mit dem Rad sind die von<br />

der WHO empfohlenen 150 Minuten<br />

Bewegung pro Woche leicht zu erreichen.<br />

Wer dazu auf elektrische Unterstützung<br />

setzt, fährt übrigens zwei- bis<br />

dreimal so häufig und legt deutlich längere<br />

Strecken zurück.<br />

Spezialist im Bereich der neuen eMobilität<br />

ist „Bosch eBike Systems“. Speziell<br />

bei den Mountainbikern hat der neue<br />

Antrieb namens „Performance Line CX“<br />

einen hohen Stellenwert. Dabei übersieht<br />

man leicht, dass Bosch vier andere<br />

Antriebe am Markt hat, die genauso perfekt<br />

auf die Bedürfnisse der Radfahrer<br />

zugeschnitten sind: Active Line, Active<br />

Line Plus, Cargo Line und Performance<br />

Line. Worin unterscheiden sich die fünf<br />

Drive Units technisch? Ein Überblick:<br />

102 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

ES LOHNT SICH AUF ALLE FÄLLE, WIEDER IN DEN<br />

SATTEL ZU STEIGEN, DENN RADELN HÄLT FIT,<br />

SCHONT DIE GELDBÖRSE UND DIE UMWELT.<br />

INZWISCHEN GIBT ES FÜR JEDEN RADFAHRER<br />

NICHT NUR DAS PASSENDE RAD, SONDERN<br />

DANK BOSCH AUCH DEN PASSENDEN ANTRIEB.<br />

RADELN WAR NIE SCHÖNER UND EINFACHER.<br />

E-BIKE-<br />

TYPEN<br />

Für ruhige City-Touren: Active Line<br />

Für alle innerstädtischen Fahrten empfiehlt<br />

sich ein City-Bike mit der Antriebseinheit<br />

Active Line. Der Mittelmotor, der sich moderat<br />

und wohl dosiert präsentiert, hat einen<br />

günstigen Schwerpunkt. Ein Auf- und<br />

Abstieg ist bei der Geometrie der City-<br />

Bikes problemlos möglich. Zudem sitzt<br />

man entspannt und aufrecht.<br />

DATEN: Mit einem Gewicht von circa 2,9 Kilogramm<br />

ist die Active Line sehr leicht und<br />

unterstützt mit einem Drehmoment von bis<br />

zu 40 Newtonmeter. Der Motor überzeugt<br />

mit einer homogenen Leistungsentfaltung<br />

und sorgt so für ein natürliches, entspanntes<br />

und ausgewogenes Fahrgefühl.<br />

1<br />

Für Stilisten: Active Line Plus<br />

Besonders stylish und elegant sind Urban-Bikes, bei denen häufig der<br />

neue PowerTube-Akku von Bosch in den Rahmen integriert ist. Auch<br />

hier sorgen Active Line und Active Line Plus für „Flow“ im Straßenverkehr.<br />

Außerdem gibt es immer mehr eBikes im angesagten Retrooder<br />

Nostalgie-Stil.<br />

DATEN: Die Active Line Plus ist mit 3,2 Kilogramm etwas schwerer<br />

und verhält sich mit einem Drehmoment von 50 Newtonmeter spritziger.<br />

Sie eignet sich für komfortbewusste Pendler und erweitert den<br />

Radius bei Ausflügen, egal, ob Tages- oder leichte Trekkingtouren. Dabei<br />

liegt der Akzent auf einer harmonisch-agilen Unterstützung und einem<br />

natürlichen Fahrgefühl. Active Line und Active Line Plus sind mit<br />

2Ketten- und Nabenschaltung kompatibel und dank der<br />

Schalterkennung gehen die Schaltabläufe leicht und flüssig<br />

von der Hand.<br />

ANZEIGE / Fotos: Bosch eBike Systems


Vorbildlich durch die Stadt: die Cargo Line<br />

Für vorbildlichen innerstädtischen Transport bietet<br />

Bosch eine spezielle Produktlinie: die Cargo Line. Sie<br />

ist für Lastenräder mit einem zulässigen Gesamtge-<br />

bis zu 250 Kilogramm konzipiert. Der Motor 3wicht<br />

mit einem dreistufigen Stahlgetriebe ist in ein<br />

kompaktes Magnesiumgehäuse integriert. Die<br />

Drive Unit wiegt 2,9 Kilogramm, bietet bis zu 400<br />

Prozent Unterstützung – und das gute Gefühl,<br />

mit und ohne Fracht kontrolliert und stabil unterwegs<br />

zu sein. Selbst mit schwerer Zuladung gelingt zügiges<br />

Anfahren: Die Software ist so programmiert,<br />

dass bereits bei niedrigen Trittfrequenzen die volle<br />

Kraft von bis zu 75 Newtonmeter ausgeschöpft wird.<br />

Die Cargo Line (25 km/h) ist mit Ketten- und Nabenschaltung<br />

kompatibel. Die Cargo Line Speed (45<br />

km/h) eignet sich ideal für längere Liefertouren und<br />

den alltäglichen Lastentransport.<br />

Für Rad- und Feldwege: Performance Line<br />

Am Wochenende unternehmen Sie ausgedehnte<br />

Radtouren und auch im Urlaub schwingen Sie sich<br />

sportlich in den Sattel? An diese sportiven Radfahrer<br />

richtet sich die Performance Line. Sie empfiehlt sich<br />

für eBiker, die Freude an einem durchzugsstarken<br />

Antrieb haben und gerne etwas flotter unterwegs<br />

sind.<br />

4<br />

DATEN: Der Antrieb liefert eine Tretkraftunterstützung<br />

von bis zu 300 Prozent und ein<br />

maximales Drehmoment von 65 Newtonmeter<br />

bei 3,2 Kilogramm Gewicht. Aufgrund der im<br />

Vergleich zur Active Line höheren Kräfte, die im Motor<br />

wirken, kommt bei der Performance Line ein<br />

Stahlzahnrad zum Einsatz. Auch die Drehmomentkurve<br />

ist etwas steiler: Eine aktive Fahr- und Schaltweise<br />

belohnt der Motor mit mehr Durchzugskraft –<br />

ideal für zügiges Vorankommen.<br />

5Für Trails in den Bergen:<br />

Performance Line CX<br />

Kann es Ihnen gar nicht steil und herausfordernd genug<br />

sein? Dann bietet es sich an, ein hochwertiges<br />

eMountainbike zu kaufen – mit einem kräftigen Antrieb<br />

wie der Performance Line CX. Im Motor kommt<br />

ein besonders robustes, dreistufiges Getriebe aus<br />

Stahl zum Einsatz. Ein Freilauf entkoppelt Motor und<br />

Getriebe vollständig, sodass der eBiker auch effizient<br />

tritt, wenn das System über die Abregelgeschwindigkeit<br />

(25 km/h) hinaus nicht unterstützt.<br />

DATEN: Die Performance Line CX verfügt über ein<br />

maximales Drehmoment von 75 Newtonmeter und<br />

bietet eine Unterstützung von maximal 340 Prozent.<br />

Dank Magnesiumgehäuse und einer um fast 50 Prozent<br />

reduzierten Baugröße im Vergleich zum Vorgänger<br />

wiegt das Antriebssystem nur 2,9 Kilogramm.<br />

GLOSSAR<br />

AKKU: Für jeden eBike-Typ gibt es auch den passenden<br />

Akku, von der Gepäckträgervariante über den Rahmenakku<br />

bis hin zur integrierbaren Lösung. Perfekt für Tourenbiker,<br />

Langstreckenpendler oder Lastenradler ist DualBattery:<br />

Die Kombi aus zwei Akkus liefert bis zu 1250 Wh.<br />

www.bosch-ebike.com/at/produkte/akkus/<br />

DISPLAY: Mit Purion, Intuvia, Kiox, Nyon und dem<br />

SmartphoneHub hat Bosch vier Bordcomputer und mit<br />

COBI.Bike zwei Smartphone-Lösungen. Purion und Intuvia<br />

sind einfach zu bedienende Displays. Klein, robust<br />

und verbunden mit der Bosch-eBike-Connect-Welt bietet<br />

Kiox alle Funktionen, die ein ambitionierter Fahrer<br />

braucht. Nyon ist das All-in-one-Display, vereint voll vernetzt<br />

Navigation, e-Bike-Steuerung und Fitnesstrainer in<br />

einem Gerät. Und der SmartphoneHub macht das eBike<br />

mit dem Smartphone und der COBI.Bike-App zum Teil<br />

des digitalen Lebens.<br />

www.bosch-ebike.com/at/service/<br />

ebike-beratung/<br />

Damit der eBike-Traum auch wirklich in Erfüllung geht,<br />

empfiehlt sich zudem eine Probefahrt und Beratung bei<br />

Ihrem Fachhändler.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

103


80ER-LOOK<br />

WERKZEUG-SET<br />

IM PROFI-KOFFER<br />

Chronoshield heißt einer der<br />

berühmtesten Shapes in der<br />

Geschichte von BOLLÉ, erstmals 1986<br />

am Markt. Mit dem typischen 80er-<br />

Jahre-Design feiert die Brille, technisch<br />

am Letztstand, ein Comeback und ist für<br />

den Rad- wie auch für den Skisport ideal.<br />

www.bolle.com<br />

BIKE<br />

Der Profikoffer 1600PROKIT von UNIOR<br />

mit seiner 48-teiligen Werkzeugauswahl<br />

wurde mit professionellen Mechanikern<br />

entwickelt. Der robuste Hartschalenkoffer<br />

hat ein durchdachtes Innendesign und ist<br />

wasser- und staubdicht gemäß Schutzart<br />

IP67. www.unior.at<br />

NEWS<br />

STILE<br />

ITALIANO<br />

FÜR GRAVEL­<br />

BIKER<br />

Das hochwertige Gravel-<br />

Trikot Supergiara kommt von<br />

SPORTFUL: ergonomische<br />

Schnittführung, komprimierendes<br />

Material, angenehm weich,<br />

atmungsaktiv, Lasercut-Ärmel.<br />

Dazu passt die Supergiara-<br />

Bibshort mit speziell für Gravel<br />

entwickeltem DMS-Sitzpolster und<br />

eng anliegende Netztaschen.<br />

www.sportful.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

TRAILSPASS<br />

FÜR DIE GANZE<br />

FAMILIE<br />

Egal ob große oder<br />

kleine Radler – in der<br />

Bike-Region Schladming-Dachstein<br />

kommen<br />

Biker jeder Altersund<br />

Könnerstufe voll<br />

auf ihre Kosten.<br />

Der Bikepark Schladming hat heuer völlig<br />

runderneuert eröffnet: Auf der Planai können<br />

jetzt 35 km Trails entdeckt werden. Ob<br />

Flowline, Uphill-Flow-Trail (ab Juli) oder die<br />

Jumpline – die brandneuen Strecken<br />

begeistern Anfänger und Profi-Downhiller.<br />

Tipp: Mit ihren einfachen Kurven ist die acht<br />

Kilometer lange Flowline ideal für Familien<br />

mit Kindern geeignet. Und in der Bike-Area<br />

finden all jene das richtige Gelände, die noch<br />

nie in einem Bikepark waren.<br />

Die sportlichen Reiteralm-Trails bieten<br />

Bike-Spaß für die ganze Familie. Das Angebot<br />

reicht von leichten bis schweren Lines.<br />

TOP: Die Trails sind an bestimmten Stellen<br />

verbunden und für viele Wiederholer-Fahrten<br />

lädt die Seilbahn ein. Die Reiteralm-<strong>Juni</strong>or-<br />

Trails sind ein Eldorado für Kids & Beginner<br />

- auf rund 500 Metern begeistern 4 spielerisch<br />

leichte Strecken.<br />

Weitere Infos unter:<br />

www.schladming-dachstein.at/bike<br />

Fotos: Roland Haschka, Gerald Grünwald, lorenzmasser.com<br />

104 <strong>SPORTaktiv</strong>


IN TIROL AUF<br />

DEN „EVEREST“<br />

Foto: Andreas Meyer/Grubigstein/TZA<br />

Mountainbike-Enthusiasten<br />

erwartet in diesem<br />

Sommer ein völlig<br />

neues Abenteuer:<br />

Bike Everest Tirol.<br />

Mit ihren 8848 hm, was exakt der Höhe des<br />

Mount Everest entspricht, führt diese<br />

außergewöhnliche Tour in sieben Etappen<br />

zu den schönsten Plätzen zwischen Garmisch-Partenkirchen<br />

und Nauders am<br />

Reschenpass. BIKE EVEREST TIROL ist<br />

sowohl für hartgesottene Mountainbiker als<br />

auch gemütlichere E-Bike-Fans. Ob man die<br />

Tour zwischen Mai und Oktober in einer<br />

Woche in Angriff nimmt oder lieber<br />

etappenweise über mehrere Wochenenden,<br />

bleibt jedem selbst überlassen. Gestartet<br />

wird in Garmisch mit einer Rundtour, das<br />

Ziel ist Plamort hoch über dem Reschenpass.<br />

Inkludiert: faszinierende Ausblicke auf<br />

Königsspitze und Ortler, jede Menge<br />

Wasserfälle und Badeseen. Jeder Finisher<br />

bekommt eine Urkunde, die Zirbenholz-Trophäe<br />

und nimmt am Gewinnspiel<br />

teil. Infos: www.bike-everest.tirol<br />

UP-TOWN URBAN<br />

NEW<br />

BASKET<br />

IN TOWN.<br />

UP-TOWN URBAN: Der erste Fahrradkorb in cool. Und in wasserdicht.<br />

Als Handtasche und Stoffbeutel. Für die Theater-Premiere. Und den<br />

Unverpackt-Einkauf. Für Frauen und Männer. MADE IN GERMANY.


BIKE-BOTSCHAFTER<br />

FÜR DAS KLIMA<br />

DIESE DREI SPORTAKTIV-LESER<br />

SIND BEIM VIP-EVENT ZUM<br />

THEMA NATUR UND NACHHAL-<br />

TIGKEIT IN OSTTIROL DABEI.<br />

Diese Aktion wird nachhaltig für Schlagzeilen<br />

sorgen – und zwar im buchstäblichen Sinn.<br />

SPORT aktiv ruft mit seinen Partnern KTM,<br />

Bosch und THULE in Osttirol ein Projekt ins Leben,<br />

das perfekt zum Thema Natur und Nachhaltigkeit<br />

passt. Drei unserer Leser sind bei dem Event dabei<br />

(siehe rechts).<br />

Ab 17. September heißt es im wahrsten Sinn des<br />

Wortes „Klima erfahren“. Rund um Matrei in Osttirol,<br />

im Nationalpark Hohe Tauern fährt die kleine Gruppe<br />

mit E-Mountainbikes von KTM und der Unterstützung<br />

der leistungsstarken Bosch-Antriebe besondere<br />

Punkte an, um Flora und Fauna und neue Sichtweisen<br />

auf erneuerbare Energie kennenzulernen. Drei Tage<br />

lang kann man sein Wissen über Naturraumplanung,<br />

Ökologie und integrativen Lösungen mit Experten<br />

vertiefen. Bike-Guides führen die exklusive Gruppe in<br />

drei Touren zu ausgewählten Plätzen, Kamingespräche<br />

runden die Tage ab. „Das E-Bike eröffnet die Berge<br />

auch Urlaubern, die zwar geübte Radfahrer sind, sich<br />

aber bisher nicht in die Berge getraut haben“, sagt<br />

Bernhard Pichler vom TVB Osttirol. „Grund genug für<br />

die Bikearena Osttirol, ihr E-Bike-Angebot auszubauen<br />

und neben einer Infrastruktur inklusive etwa 600 Kilometern<br />

beschildertem Wegenetz, Leih-E-Bikes, attraktiven<br />

Touren und neue Ladestationen anzubieten.“<br />

ALEXANDER PINTER<br />

Als MTB-Instruktor, Forstwirt, Besitzer<br />

einer Eigenjagd, Sportsprecher der Grünen<br />

Steiermark im Landtag sowie engagierter<br />

Klimaschützer könnte ich die betreffenden<br />

Themen durchaus mit mir selbst diskutieren<br />

– wesentlich interessanter ist es aber natürlich im Austausch<br />

mit anderen! Insofern freue ich mich sehr auf die<br />

spannende Möglichkeit, im Rahmen dieser Tage nicht nur<br />

ein paar schöne Touren mit netten Leuten kennenzulernen,<br />

sondern auch diese spannenden und teilweise heiß diskutierten<br />

Themen in mehreren Gesprächsrunden zu erörtern.<br />

SIMONE FINDEIS<br />

Mir sind der Klimaschutz und die Bewegung<br />

in der Natur, an der frischen Luft<br />

und auf den Bergen als Vorsitzende im<br />

Naturschutzreferat und als vorsitzende Geschäftsführerin<br />

des ÖAV-Landesverbandes<br />

Niederösterreichs sehr wichtig. Bewegung<br />

heißt für mich Leben, Gesundheit für Körper<br />

und Geist. Dies benötigt einige Zutaten wie Mobilität<br />

und Funktion. Hier ein Hybrid auf mehreren Ebenen<br />

für sich persönlich schaffen zu können, den Radius zu<br />

erweitern, Leichtigkeit ins Spiel zu bringen, fördert mir<br />

neue unabhängige Horizonte – dies zu entdecken und<br />

auszuprobieren stelle ich mir grandios vor.<br />

NORBERT ZECHNER<br />

Glücklicherweise habe ich zum Geburtstag<br />

ein <strong>SPORTaktiv</strong>-Abo bekommen und mich<br />

natürlich für das Event beworben. Für mich<br />

ist der Nationalpark Hohe Tauern eine der<br />

schönsten Regionen unserer traumhaften<br />

Bergwelt. Das Verhältnis Natur und Tourismus<br />

ist für mich als „Bio-Landwirt“ hier im<br />

Einklang und ich freue mich auf interessante,<br />

sportliche Tage. Ich bin mir sicher, wir werden viel<br />

über den Nationalpark erfahren und neue Sichtweisen<br />

auf erneuerbare Energien kennenlernen!<br />

Fotos: Erwin Haiden, Thule Group, KTM, Andre Schienherr<br />

106 <strong>SPORTaktiv</strong>


OUT<br />

DOOR<br />

Touren – Menschen – Sicherheit<br />

Fotos: Getty Images, UYN, Vaude, Dynafit<br />

GESTRICKTE MASKEN<br />

Mund-Nasen-Schutz ist allgegenwärtig.<br />

Also stellt jetzt auch die<br />

italienische Sportbekleidungsfirma<br />

UYN Masken her. Gestrickt und<br />

verstärkt im Mundbereich für besseren<br />

Schutz der anderen.<br />

www.uynsports.com<br />

GERECHTERE WELT<br />

Antje von Dewitz, Geschäftsführerin<br />

des Nachhaltigkeits-Vorreiters<br />

VAUDE kommt in ihrem<br />

persönlichen Buch zum Schluss:<br />

„Wir alle können zu einer gerechteren<br />

Welt beitragen.“<br />

www.vaude.com<br />

TRAIL-PODCAST<br />

Jeden Freitag sprechen Athleten<br />

und Szenekenner im Dynafit-<br />

Podcast „Trail Talk“ eine Stunde<br />

lang über lange Strecken und hohe<br />

Ziele im Trailrunning. Alle Folgen<br />

gibt’s zu hören unter:<br />

www.dynafit.com/podcast<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

107


DER WEG ZURÜCK ZUR<br />

URLAUBSFREUDE<br />

DIE BERGE, DIE SEEN UND DIE ANDEREN NATURRESSOURCEN: ÖSTERREICH<br />

BIETET FÜR AKTIVURLAUBER EINZIGARTIGE VORAUSSETZUNGEN. DOCH<br />

REICHT DAS IN SO AUSSERGEWÖHNLICHEN ZEITEN? WIR HABEN ZUNÄCHST<br />

DEN TOURISMUS- UND FREIZEITFORSCHER PETER ZELLMANN UM SEINE<br />

EINSCHÄTZUNG FÜR DEN URLAUBSSOMMER UND -HERBST GEBETEN.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

108 <strong>SPORTaktiv</strong>


AKTIV-<br />

SOMMERURLAUB<br />

IN ÖSTERREICH<br />

Fotos: Getty Images, iStock, Peter Zellmann<br />

Wir leben in schnelllebigen<br />

Zeiten. Ganz generell und<br />

speziell seit Mitte März. Anfang<br />

Mai hat noch alles danach<br />

ausgeschaut, dass in diesem Sommer nur<br />

Inlandsurlaube möglich sein werden. Entsprechend<br />

wurde der Inlandsgast in Kampagnen<br />

umgarnt wie lange nicht. Welche Rolle spielte<br />

der österreichische Gast im österreichischen<br />

Sommertourismus zuletzt eigentlich? Zur groben<br />

Orientierung: Im Sommer 2019 kamen<br />

25,6 Millionen Urlaubsgäste nach Österreich,<br />

die für rund 79 Millionen Nächtigungen sorgten.<br />

33 Prozent der Ankünfte (8,4 Millionen)<br />

sowie 30 Prozent der Übernachtungen (23 Millionen)<br />

entfielen dabei auf Inlands urlauber.<br />

Also ein rundes Drittel mit wiederum starken<br />

regionalen und lokalen Unterschieden: Während<br />

etwa die Steiermark, Kärnten oder Oberösterreich<br />

traditionell einen starken Anteil an<br />

österreichischen Urlaubern aufwiesen, war dieser<br />

etwa in Tirol sehr viel geringer.<br />

Doch alle Überlegungen rund um dieses<br />

Thema haben sich wieder deutlich relativiert.<br />

Ende Mai – bei unserem Redaktionsschluss –<br />

standen alle Zeichen auf Grenzöffnungen mit<br />

den Nachbarländern ab Mitte <strong>Juni</strong>. Und das ist<br />

aus Sicht der Tourismuswirtschaft absolut zu<br />

begrüßen, sagt der Tourismus- und Freizeitforscher<br />

Peter Zellmann. Denn selbst wenn alle<br />

österreichischen Urlauber, die sonst ins In- oder<br />

Ausland verreisten, den Sommer <strong>2020</strong> diesmal<br />

im eigenen Land verbracht hätten, hätte das ein<br />

Ausbleiben internationaler<br />

WEG VON DER<br />

VER ORDNUNGS-<br />

KULTUR – IN DIE<br />

EIGENVERANT-<br />

WORTUNG<br />

ÜBER GEHEN.<br />

und vor allem deutscher<br />

Urlaubsgäste keineswegs<br />

ausgleichen können.<br />

Doch Rechenspiele sind das<br />

eine. Emotionen das andere –<br />

und genau um diese geht es<br />

hier im Kern, sagt Peter Zellmann:<br />

Urlaub ist Emotion.<br />

Rationale Entscheidungskriterien<br />

treten in den Hintergrund.<br />

„In einem Urlaub gelten<br />

deutlich andere Prinzipien<br />

als im Alltag, es ist alles emotional sehr verdichtet.<br />

Einschränkungen, die man im Alltag und<br />

zu Hause in der Freizeit in Kauf nimmt, werden<br />

in einem Urlaub nur ungern akzeptiert.<br />

Sind die Einschränkungen zu groß, kann es<br />

leicht sein, dass viele sich sagen: heuer einmal<br />

nicht. Immerhin ist schon bisher die größte<br />

Destination der Österreicher Balkonien“, gibt<br />

Zellmann zu bedenken.<br />

Die Kernfrage, die sich für Zellman für die<br />

Sommersaison <strong>2020</strong> im östereichischen Touris-<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

109


PROF. MAG. PETER<br />

ZELLMANN<br />

leitet das Institut für Freizeitund<br />

Tourismusforschung (IFT)<br />

in Wien. Als Lebensstil- und<br />

Zukunftsforscher berät Zellmann<br />

zahlreiche Unternehmen.<br />

www.zukunftsthemen.at<br />

mus stellt, ist also: Inwiefern gelingt es,<br />

Restriktionen weiter zu lockern, um ein<br />

möglichst gewohntes und freies Urlaubsgefühl<br />

aufkommen zu lassen? „Von der<br />

Verordnungskultur wegkommen und in<br />

die Eigenverantwortung übergehen“,<br />

richtet der Tourismus-Grundlagenforscher<br />

als Appell an die Politik.<br />

Die Natur, die Berge, die Seen: Was<br />

die natürlichen Ressourcen im heimischen<br />

Sommertourismus betrifft, gibt es<br />

nämlich durchaus auch Lichtblicke. Der<br />

sanfte Outdoorsport wie das Wandern,<br />

die österreichischen Berge und die Seen<br />

stehen für Erlebnisse, die eigentlich jetzt<br />

vergleichsweise gefragt sein müssten: Die<br />

Berge, auf denen sich die Menschen<br />

„verlaufen“ und ein Abstandhalten leicht<br />

möglich ist, dazu die Seen als „Ersatz“<br />

für den Strandurlaub. Das sieht auch Peter<br />

Zellmann grundsätzlich so. Das aktive<br />

Nutzen der Naturräume habe sich in<br />

den letzten 10, 15 Jahren als sommerliches<br />

Urlaubsmotiv stark entwickelt –<br />

„den Sportplatz Natur auszunutzen, ist<br />

gewissermaßen unser Alleinstellungsmerkmal“.<br />

Zellmann meint auch: „Wanderer<br />

oder Kletterer wollen ja mehr oder<br />

weniger mit sich allein sein. Das ist also,<br />

wenn man denn so will, durchaus ‚coronagerecht‘“.<br />

Klar ist auch, dass Outdoor-<br />

und Aktivdestinationen <strong>2020</strong> mit<br />

klar besseren Voraussetzungen um Urlauber<br />

kämpfen als die Städte oder andere<br />

Destinationen, wo ein Event- und<br />

Kulturangebot im Mittelpunkt steht.<br />

Laut einer am 20. Mai veröffentlichten<br />

Gallup-Erhebung hatten zu diesem<br />

Zeitpunkt erst 36 Prozent der Österreicher<br />

fixe Urlaubspläne für diesen Sommer.<br />

Ebenfalls festgehalten: Für 57 Prozent<br />

stand ein Österreich-Urlaub ganz<br />

oben auf der Wunschliste. Daraus lässt<br />

sich schließen, dass heuer noch viele<br />

Gäste zu gewinnen sind. Doch das ist<br />

nicht nur der speziellen Situation im<br />

heurigen Jahr geschuldet, weiß Zellmann,<br />

sondern ein Bild, das sich nicht<br />

deutlich von den Jahren davor unterscheide.<br />

Grob pauschaliert würden solche<br />

Erhebungen in jedem Frühling etwa<br />

ein Drittel fix entschlossener Gäste zeigen<br />

sowie ein weiteres noch unentschlossenes<br />

Drittel, das sich aber einen<br />

Sommerurlaub gut vorstellen kann. Von<br />

diesem Drittel würde sich dann erfahrungsgemäß<br />

etwas mehr als die Hälfte<br />

tatsächlich auch für eine Urlaubsreise<br />

entscheiden. „Heuer könnten es wohl<br />

etwas weniger als die Hälfte sein.“ Trotzdem<br />

zeigt sich, dass kurzfristig noch viele<br />

Unentschlossene für einen Urlaub im<br />

eigenen Land zu motivieren sind.<br />

Und: Laut Peter Zellmann darf man<br />

auch auf den Herbst hoffen (die völligen<br />

Unwägbarkeiten einer möglichen zweiten<br />

Krankheitswelle einmal außer Acht<br />

gelassen). Der Tourismusforscher rät<br />

DEN SPORTPLATZ NATUR<br />

AUS ZUNUTZEN, IST UNSER<br />

ALLEINSTELLUNGSMERKMAL.<br />

schon seit Langem dazu, die vorhandenen<br />

Potenziale der Übergangssaisonen<br />

Frühling und Herbst besser auszuschöpfen<br />

– die Coronakrise könnte in dieser<br />

Hinsicht gewissermaßen eine Entwicklung<br />

anstoßen und beschleunigen. Gut<br />

möglich, dass viele Gäste noch etwas zuwarten<br />

und wenn die Lage sich weiter<br />

positiv entwickelt, einen Urlaub im<br />

„goldenen Herbst“ nachholen. Man dürfe<br />

sich davon zwar keine „Wunderdinge“<br />

erhoffen, doch könne sich durchaus<br />

noch einiges etwas später als gewohnt in<br />

den Bilanzen ausgleichen.<br />

Bleibt noch der Blick in die etwas weitere<br />

Zukunft. Mit der Frage, ob sich<br />

durch die Krise auch längerfristig etwas<br />

am Urlaubsverhalten der Menschen ändern<br />

kann. Fernreisen und Massenansammlungen<br />

sind ja zuletzt schon in der<br />

Diskussion um den Klimawandel, um<br />

CO2-Fußabdrücke usw. in die Kritik gekommen.<br />

„Stimmt schon“, sagt Zellmann,<br />

verweist aber auch auf das<br />

„Kreuzfahrten-Paradox“: Diese sehr<br />

stark kritisierte Reiseform, die freilich<br />

insgesamt nur einen kleinen Anteil am<br />

„Reisekuchen“ ausmacht, befand sich<br />

110 <strong>SPORTaktiv</strong>


HOLZ ZUM<br />

ANZIEHEN<br />

trotz aller Kritik unbeirrbar auf Wachstumskurs.<br />

Erklärbar damit, dass die Menschen, die Kreuzfahrten<br />

stark kritisieren, und jene, die sie unternehmen,<br />

völlig unterschiedliche Gruppen sind.<br />

„Corona verstärkt sicher einige aktuelle Tendenzen<br />

in Richtung eines nachhaltigen Tourismus und<br />

Entschleunigung“, meint Zellmann – doch eine<br />

völlig Veränderung von Lebensgewohnheiten, wie<br />

schon zu Beginn der Krise von manchen prophezeit<br />

wurde, erwartet Zellmann, der neben Tourismus-<br />

auch Lebenstil- und Zukunftsforschung betreibt,<br />

nicht. Veränderungen im Urlaubsverhalten<br />

würden insgesamt langsam von Generation zu Generation<br />

vonstatten gehen. Zellmann verweist auch<br />

auf die Neujahrsvorsätze, die zwar ernsthaft gefasst,<br />

aber dennoch selten umgesetzt würden. „Die Tendenz<br />

zu Nachhaltigkeit wird sich langsam durchsetzen<br />

– aber der Mensch ist auch ein Gewohnheitstier<br />

mit allen Vor- und Nachteilen.“<br />

Gibt es einen Impfstoff gegen das Virus, dann<br />

werden wir im Großen und Ganzen so reisen wie<br />

zuvor, erwartet Zellmann. Für die Tourismuswirtschaft<br />

sei freilich die kurzfristige Perspektive die<br />

entscheidende. Noch einmal: Urlaub ist Emotion,<br />

Lebensfreude, Freiheitsgefühl – und die gelte es so<br />

rasch wie möglich wieder aufzubauen. Das gehe<br />

nur durch ein Entlassen der Menschen in die<br />

Eigen verantwortung.<br />

ANZEIGE / Fotos: Vaude<br />

Gegen Mikroplastik: Outdoor-Spezialist<br />

VAUDE verarbeitet den ersten biologisch<br />

abbaubaren Fleecestoff aus Holzfasern zu<br />

kuscheligen Outdoor jacken.<br />

Kuschelige Fleecejacken sind im Outdoorbereich<br />

beliebt, sie halten warm und trocknen schnell.<br />

Das Problem: Die Jacken aus Synthetikfasern<br />

verlieren beim Waschen winzig kleine Fasern, die<br />

sich als Mikroplastik im Wasser und der Umwelt<br />

ansammeln. VAUDE hat mit dem ersten biologisch<br />

abbaubaren Fleecestoff aus Holzfasern eine Lösung<br />

für dieses Thema gefunden. Für Bergsport, Wandern<br />

und selbst für Kinder hat VAUDE verschiedene<br />

Modelle im Programm.<br />

Das „Valua Fleece Jacket“ (€ 90,–) für Damen<br />

und Herren ist beim Wandern und auf Reisen ideal<br />

einsetzbar. Der Stoff besteht aus Holzfasern und hat<br />

hier einen 40-prozentigen Biobaumwollanteil. Die<br />

Jacke trägt sich sehr angenehm und ist in Unifarben<br />

erhältlich, wobei die Innenseite ungefärbt bleibt.<br />

Mikrofasern, die sich beim Waschen ablösen, werden<br />

vollständig biologisch abgebaut. Die nachwachsenden<br />

Rohstoffe helfen somit bei der Reduzierung<br />

von Mikroplastik in den Weltmeeren.<br />

MEHR INFOS<br />

www.vaude.com<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

111


4 FRAGEN<br />

Urlaub in Österreich ist das Thema der Stunde. Wie aber geht es dem heimischen Tourismus<br />

und wie hat er die Krise überwunden? Ein Rundruf bei sechs Länderchefs.<br />

1 WELCHEN WEG GIBT ES ZURÜCK IN DIE ERFOLGSSPUR?<br />

2 WAS HABEN SIE AUS DER CORONA-KRISE GELERNT?<br />

3 WAS KÖNNTEN DIE POSITIVEN FOLGEN DER KRISE FÜR SIE SEIN?<br />

4 WARUM SOLLTE MAN GENAU JETZT BEI IHNEN URLAUB MACHEN?<br />

FLORIAN<br />

PHLEPS<br />

Geschäftsführer<br />

Tirol Werbung<br />

1 Werte wie Natur, Freiheit und Gesundheit gewinnen<br />

noch mehr an Bedeutung. Tirol bietet mit<br />

seiner Bergnatur einen idealen Resonanzboden für<br />

diese Sehnsuchtsmotive. Daher gilt es, unser Tun<br />

noch stärker daran auszurichten. Langfristig wird<br />

für eine erfolgreiche touristische Entwicklung<br />

nicht ein ständiges „Mehr“ entscheidend sein, sondern<br />

ein „Besser und Intelligenter“.<br />

2 Sie hat uns eindrücklich vor Augen geführt,<br />

dass auch Unvorstellbares möglich ist. Ein kompletter<br />

Lockdown unseres Landes war für mich<br />

bisher nicht einmal ein Gedankenexperiment. Was<br />

mich die Krise ebenfalls gelehrt hat: Gewohnte<br />

Abläufe können sich rasch ändern und funktionieren<br />

trotzdem. Wir haben in der Tirol Werbung<br />

beispielsweise von einem Tag auf den anderen auf<br />

Homeoffice umgestellt. Das ist dank der Flexibilität<br />

und des Engagements aller Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter sehr gut gelungen.<br />

3 Wenn man dieser Ausnahmesituation etwas Positives<br />

abgewinnen möchte, dann ist es die Solidarität,<br />

die sie ausgelöst hat. Gerade innerhalb unseres<br />

Tiroler Tourismussystems spüre ich einen starken<br />

Zusammenhalt, um diese Krise gemeinsam zu<br />

bewältigen.<br />

4 Nach den Ausgangsbeschränkungen und den<br />

weiterhin gültigen Restriktionen eröffnet unser<br />

Land vielfältige Möglichkeiten, die aktive Erholung<br />

in der Natur zu genießen. Wandern oder<br />

Radfahren bieten sich ideal dafür an.<br />

1 Wir haben bereits unmittelbar nach dem<br />

Lockdown begonnen, Kommunikation und Marketing<br />

an die neue Situation anzupassen und mit<br />

Anfang Mai eine Sommerkampagne gestartet unter<br />

dem Motto „Das erste Mal wieder an Urlaub<br />

denken“. Unser Ziel dabei war, keine 08/15-Werbekampagne<br />

zu machen, sondern die Menschen<br />

wirklich zu verstehen und sie mit gefühlvollen<br />

Botschaften für einen Urlaub im SalzburgerLand<br />

zu begeistern. Dieser Sommer wird anders als gewohnt,<br />

aber er wird auf seine ganz besondere Art<br />

und Weise auch einzigartig und unvergesslich.<br />

2 In einer Krise liegt ja auch die Kraft, Dinge<br />

neu zu denken und zu gestalten. Der Zusammenhalt<br />

in unserer Region und auch im Tourismus<br />

war jedenfalls noch nie so stark wie jetzt. Ich bin<br />

sehr positiv gestimmt, dass wir gemeinsam gestärkt<br />

aus dieser Zeit hervorgehen.<br />

3 Diese Krise wird tiefgreifende Veränderungen<br />

in unserem Wertesystem zur Folge haben und<br />

auch unser Reiseverhalten beeinflussen. Wir werden<br />

noch mehr Wert auf Natur, Nachhaltigkeit<br />

und Regionalität legen. Das Schöne daran ist: All<br />

diese Werte leben wir im SalzburgerLand bereits<br />

seit vielen Jahren. Almsommer, Bauernherbst,<br />

BioParadies SalzburgerLand – das müssen wir<br />

nicht neu erfinden. Das verleiht diesen Angeboten<br />

eine Glaubwürdigkeit und ich denke, dass<br />

das jetzt umso mehr gefragt sein wird, wenn es<br />

um den Urlaub geht.<br />

4 Gemeinsame Zeit abseits der eigenen vier<br />

Wände und Bewegung in der Natur brauchen<br />

wir gerade jetzt mehr als je zuvor. Wo ginge das<br />

besser als bei einer Wanderung zu einer Almhütte,<br />

bei einer Rad- oder Mountainbiketour oder<br />

beim Baden an einem weitläufigen Seeufer? Auch<br />

im Bereich Kultur sehe ich eine sehr positive Entwicklung.<br />

Die Salzburger Festspiele finden zum<br />

Beispiel angepasst an die Situation statt. Ein ganz<br />

persönlicher Tipp: Ein Spaziergang durch die<br />

Salzburger Altstadt war selten so entspannend<br />

wie in diesen Tagen.<br />

LEO<br />

BAUERNBERGER<br />

Geschäftsführer SalzburgerLand Tourismus<br />

ERICH<br />

NEUHOLD<br />

Geschäftsführer<br />

Steiermark Tourismus<br />

1 Für die Steiermark hat sich das Rezept<br />

nicht wesentlich geändert: eine Prise herzliche<br />

Gastfreundschaft, eine Prise unvergessliche<br />

Urlaubserlebnisse und ein gutes<br />

Preis-Leistungs-Verhältnis.<br />

2 Dass Freiheit nicht selbstverständlich<br />

ist.<br />

3 Ich werde persönliche Momente und<br />

Augenblicke – in der Natur, mit meiner<br />

Familie und meinen Freunden – bewusster<br />

wahrnehmen und genießen.<br />

4 Die Steiermark mit ihrer landschaftlichen<br />

Vielfalt vom Gletscher bis zum Wein<br />

bietet unzählige Möglichkeiten für Bewegung<br />

in der Natur und es gibt noch genügend<br />

Freiraum für jeden Gast.<br />

112 <strong>SPORTaktiv</strong>


AKTIV-<br />

SOMMERURLAUB<br />

IN ÖSTERREICH<br />

Fotos: Nicolas Zangerle, Herta Hurnaus, Burgenland Tourismus, Valentin Weinhaeupl, Steiermark Tourismus, Tirol Werbung<br />

MICHAEL<br />

DUSCHER<br />

Geschäftsführer der Niederösterreich-Werbung<br />

GmbH<br />

1 Wir haben gerade erst unseren neuen Claim<br />

– Niederösterreich. Einfach erfrischend – gelauncht.<br />

Wir möchten heuer dabei verstärkt<br />

auf der einen Seite Familien, Singles und Paare<br />

ansprechen, andererseits auch zusätzlich eine<br />

urbane, jüngere Zielgruppe in Österreich ansprechen.<br />

Wir wollen Menschen ansprechen,<br />

die wir bisher noch nicht so umfassend erreicht<br />

haben. Personen, die einen nachhaltigen<br />

Lebensstil pflegen, Kulturveranstaltungen besuchen<br />

und Entspannung und Erholung suchen.<br />

2 Das Reiseverhalten unserer Gäste wird sich<br />

maßgeblich ändern. Der Wunsch nach ruhigen<br />

Naturerlebnissen, Entschleunigung und<br />

Nachhaltigkeit wird in den Mittelpunkt rücken.<br />

Und genau das bieten wir in Niederösterreich,<br />

nämlich eine entspannte Atmosphäre,<br />

Freude an der Weite der Natur, intakte Umwelt<br />

und Gastfreundschaft. Bei uns können<br />

die Gäste genießen, entspannen und erleben<br />

ohne auf Sicherheit zu vergessen.<br />

3 Die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität<br />

und sanfte Tourismusmobilität werden immens<br />

an Bedeutung gewinnen. Wir werden<br />

Niederösterreich als die Ferien- und Freizeitregion<br />

vor den Toren Wiens positionieren – es<br />

ist authentisch, nachhaltig, erfrischend und<br />

die Anreise ist kurz bzw. sind beispielsweise<br />

Ausflugsziele bereits öffentlich gut erreichbar.<br />

Die stressfreie Anreise zur Sommerfrische per<br />

Bahn sowie das Abschalten und Krafttanken<br />

ist heute gefragter denn je.<br />

4 Niederösterreich bietet die perfekte Mischung<br />

aus drei Bereichen: Natur mit viel Bewegungs-<br />

und Freiraum, Kunst und Kultur,<br />

Kulinarik und Wein. Niederösterreich bietet<br />

ein dichtes Angebot an Kunst- und Kulturerlebnissen,<br />

auch jenseits urbaner Räume. Die<br />

Besonderheit dabei ist die einzigartige Kombination<br />

mit Kulinarik- und Naturerlebnissen<br />

an sogenannten magischen Orten wie Grafenegg.<br />

Die regionale Kulinarik und der Wein<br />

werden noch mehr als bisher in den Mittelpunkt<br />

gerückt.<br />

CHRISTIAN<br />

KRESSE<br />

Geschäftsführer Kärnten Werbung<br />

1 Die Kärnten Werbung hat bereits Anfang<br />

Mai mit einer großangelegten Werbekampagne<br />

in TV, Radio und Printmedien begonnen.<br />

Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen bei den<br />

Themen Natur, Radfahren, Wandern, Familie<br />

und Kulinarik. Das sehr gute Image Kärntens<br />

ist Rückenwind für zahlreiche Buchungen vieler<br />

neuer Gäste vor allem aus Österreich, aber<br />

auch aus Deutschland.<br />

2 Ein dramatische Wertewandel hat sich mit<br />

einer unfassbaren Geschwindigkeit eingestellt;<br />

jedoch wollen die Menschen auf Urlaub fahren.<br />

Kärnten – aber auch Gesamt-Österreich –<br />

kann heuer als sicheres Urlaubsland mit kurzen<br />

Anreisen punkten. „Sicherheit“ wird DAS<br />

bestimmende Thema auch im Urlaub sein.<br />

Kärnten hat mit den sehr geringen Corona-Fallzahlen<br />

eine perfekte Ausgangslage.<br />

3 <strong>2020</strong> wird ein Jahr der Kurzbuchungen.<br />

Alle Tourismusbetriebe in Kärnten werden<br />

eine gute Stimmung für einen gelungenen Urlaub<br />

im Süden vermitteln. Wir wollen bisherige<br />

und neue Gäste mit nachhaltigen Themen<br />

wie Seen, Natur, Radfahren, Wandern begeistern<br />

und sie motivieren, auch in den nächsten<br />

Jahren nach Kärnten zu kommen.<br />

4 Kärnten punktet mit den zwei Themen<br />

„Berg & Seen“. Die Seenregionen bieten die<br />

Alternative zum Meer und dies mit sehr kurzer<br />

Anreise. Das alpine Erlebnisthema „Berg“ wird<br />

heuer nicht nur im Sommer stark angenommen<br />

– wir rechnen im September und Oktober<br />

mit einem starken Wanderherbst.<br />

HANNES<br />

ANTON<br />

Geschäftsführer<br />

Burgenland<br />

Tourismus<br />

1 Ich denke, es ist ein langer Weg zurück, auf<br />

dem die Branche viel Ausdauer und Durchhaltevermögen<br />

benötigen wird. Mit den Folgen der<br />

Krise werden wir noch lange kämpfen. Schritt<br />

für Schritt unter genauer Beobachtung der Entwicklung,<br />

mittels vieler kreativer Ansätze und<br />

natürlich mit viel Mut wird es möglich sein die<br />

Räder des Tourismus wieder voll zum Laufen zu<br />

bringen.<br />

2 Die Corona-Krise lehrt uns, dass nicht alles<br />

selbstverständlich ist. Reisen ist für viele zur<br />

Selbstverständlichkeit geworden. Ich denke, wir<br />

sollten hier ein größeres Bewusstsein entwickeln<br />

und auch daraus lernen wieder mit mehr Demut<br />

zu reisen.<br />

3 Die jetzige Situation ist äußerst schwierig<br />

und komplex und sehr viele Menschen sind<br />

existenziell davon getroffen, trotzdem bietet die<br />

Krise uns allen auch eine große Chance – nämlich<br />

die Chance auf einen besseren, nachhaltigen<br />

Tourismus. Tourismus wird weniger international<br />

sein, dafür vermehrt lokal und regional. Die<br />

Leute werden die Schönheit ihrer Umgebung,<br />

die Vielfältigkeit der Landschaften mit anderen<br />

Augen wahrnehmen, man wird das Reisen viel<br />

mehr genießen und es wie nie zuvor schätzen,<br />

sich an einem fremden Ort aufzuhalten.<br />

4 Der Wunsch nach Geselligkeit, nach Erlebnissen<br />

in der Natur, Entschleunigung und auch<br />

Nachhaltigkeit wird aufgrund der Corona-Krise<br />

verstärkt zutage gefördert. Die Menschen wollen<br />

raus aus den eigenen vier Wänden und sich<br />

selbst wieder nach wochenlanger Zeit der Entbehrungen<br />

etwas gönnen. Wir sind im Burgenland<br />

mit unseren Betrieben bestens vorbereitet<br />

und können mit einem vielfältigen Angebot<br />

und Themen wie Natur, Radfahren oder Genuss<br />

punkten.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

113


UNTER DEN STERNEN<br />

Zeit zu zweit ist der Wunsch nach Reduktion und Nähe zur<br />

Natur. Besonderes Highlight: die sieben „Biwaks unter den<br />

Sternen“ rund um den Millstätter See in Kärnten. Von den<br />

exklusiven Logenplätzen direkt am See und am Berg kann<br />

man den Sonnenuntergang über den Bergketten der Hohen<br />

Tauern einmalig und gemeinsam genießen.<br />

www.millstaettersee.com<br />

FAMILIEN PARADIES<br />

Wandern mit Kindern wird immer dann zum erholsamen<br />

Erlebnis für die ganze Familie, wenn es für die Kleinen<br />

etwas zu entdecken gibt. Wie auf dem über 1750 Meter<br />

hohen Gernkogel in St. Johann in Salzburg mit seinen<br />

Feuer-, Wasser-, Erd- und Luftgeistern. Der Geisterberg<br />

mit seinen 40 Erlebnisstationen hält unzählige Abenteuer<br />

für Groß und Klein bereit.<br />

www.josalzburg.com<br />

SAALACHTALER<br />

HÖHENWEG<br />

Wandern ist wohltuend für Körper,<br />

Geist und Seele. Erleben kann man<br />

das etwa am Saalachtaler Höhenweg,<br />

der Saalfelden Leogang und Saalbach<br />

Hinterglemm perfekt verbindet. Dabei<br />

hat man einen tollen Ausblick ins Pillerseetal,<br />

auf die umliegenden Grasberge,<br />

die Leoganger Steinberge und das<br />

imposante Steinerne Meer.<br />

www.saalfelden-leogang.com<br />

8 LIEBLINGS-<br />

PLÄTZE<br />

LAND DER VIELFALT. WAS MAN IM<br />

SOMMER IN ÖSTERREICH SO ALLES<br />

ERLEBEN KANN. OHNE ANSPRUCH<br />

AUF VOLLSTÄNDIGKEIT.<br />

RADRUNDEN-<br />

GLÜCK<br />

Für Genussradler und ambitionierte Biker<br />

hat das Glück in der Ferienregion Imst einen<br />

Namen: Sie können die prächtige<br />

Bergwelt im Herzen der Tiroler Alpen auf<br />

drei neuen Radrunden erobern. Die Radrunden<br />

sind allesamt neu beschildert und<br />

ein eigens kreiertes Logo für jede Runde<br />

verschafft den Radurlaubern eine schnelle<br />

visuelle Orientierung. Mehr Infos:<br />

www.imst.at/bike<br />

114 <strong>SPORTaktiv</strong>


ABTAUCHEN<br />

Im Element Wasser lassen<br />

sich zwei Fliegen mit einer<br />

Klappe schlagen: Sport und<br />

Regeneration. In der Parktherme<br />

Bad Radkersburg (St)<br />

etwa kann man im Sportbecken<br />

seine Runden ziehen<br />

und danach im Thermalwasser<br />

entspannen.<br />

www.parktherme.at<br />

AKTIV-<br />

SOMMERURLAUB<br />

IN ÖSTERREICH<br />

Fotos: MTG © Gert Perauer, www.MirjaGeh.com, Rudi Wyhlidal, Innsbruck Tourismus, Hansi Heckmair, GEPA pictures, Harald Eisenberger, Andreas Meyer<br />

QUAL DER LAUF-WAHL<br />

Egal, ob jung oder alt, sportlich oder gemütlich – Graz bietet durch<br />

sein besonderes Stadtprofil mit den Wäldern, den umgebenden<br />

Bergen und der Mur für so ziemlich jedermann eine passende Gelegenheit,<br />

sich sportlich zu betätigen. Höhepunkt der Laufsaison<br />

ist der Herbst mit dem Graz-Marathon Anfang Oktober.<br />

www.grazmarathon.at<br />

HOCHKÖNIG-RUNDE<br />

Das Heinrich-Kiener-Haus auf 1800 m ist eine<br />

Biketour wert. Die Hütte ist aus allen Himmelsrichtungen<br />

erreichbar – von Wagrain über<br />

Flachau, Eben, Hüttau und Bischofshofen bis St.<br />

Johann in Salzburg – und zugleich höchster<br />

Punkt der Watzmann-Hochkönig-Runde! Tipp:<br />

Übernachtung einplanen und den Sonnenuntergang<br />

auf der Terrasse genießen!<br />

www.watzmann-hochkoenig-runde.com<br />

KLETTERN<br />

Volle Konzentration, fantastische Aussichten –<br />

das macht Klettern aus. Ganzjährig ein Erlebnis<br />

ist die Martinswand bei Zirl. Der markante<br />

Kalkstein ist nicht nur von Innsbruck aus gesehen<br />

ein Blickfang, mehr als 170 Sportkletterrouten<br />

in den Schwierigkeitsgraden 3 bis 9<br />

bieten viel Abwechslung und spektakuläre<br />

Aussichten über das Inntal.<br />

www.innsbruck.info/climbing<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

115


Trailrunners Paradise<br />

Entdecke die Vielfalt an faszinierenden und abwechslungsreichen<br />

Trailrunning-Strecken in der Ferienregion Imst.<br />

IMST TOURISMUS · Johannesplatz 4 · A-6460 Imst · Tel. +43 5412 6910 0 · info@imst.at · www.imst.at · #JedenTagTirol


Mit Produkten der „Trekking“-Serie<br />

kannst du in<br />

sportliche Regionen jenseits der<br />

ausgetretenen und befestigten Wege<br />

aufbrechen: technische Produkte mit<br />

großem funktionellem Anspruch, die<br />

sich aber auch sehen lassen können. Wir<br />

stellen hier vier Beispiele aus dem<br />

aktuellen Maier-Sports-Sortiment vor.<br />

ANZEIGE / Fotos: Maier Sports<br />

1 TANGSTAD-Jacke: Auf Touren ist<br />

auch mit widrigen Bedingungen zu<br />

rechnen – dafür ist die Jacke gemacht.<br />

Mit ihrer 3-Lagen-Konstruktion und<br />

mTEX-20.000-Membrane ist die<br />

elastische Jacke wind- und wasserdicht<br />

und zugleich sehr atmungsaktiv. Eine<br />

tolle Passform zeichnet die PFC-frei<br />

imprägnierte Tangstad aus. Es gibt sie<br />

als Damen- wie Herrenmodell (im Bild).<br />

2 NORIT-2.0-Hose: eine technische<br />

Trekking-Hose mit cleverer Bundlösung<br />

– mit elastischem Gurtband, Flexzone<br />

und Gürtelschlaufen. Der leichte,<br />

technische Stoff ist sehr abriebfest,<br />

4-Wege-Stretch garantiert eine tolle<br />

Bewegungsfreiheit. Die Hose gibt es<br />

auch in Kurz- und Langgrößen, für<br />

Damen wie für Herren.<br />

3 TIND-Jacke: eine leichte 2,5-Lagenjacke<br />

für schwere Touren. Leichtigkeit,<br />

viel Bewegungsfreiheit und voller<br />

Wetterschutz – das alles erfüllt die<br />

Tind- Jacke. Das elastische Material<br />

erlaubt eine körpernahe, sportliche<br />

Schnittführung, die Imprägnierung ist<br />

umweltfreundlich PFC-frei. Als<br />

Damenmodell (im Bild) und für<br />

Herren erhältlich.<br />

4 NORIT SKORTIN: ein Trekking-<br />

Skort mit tollem Tragekomfort. Die<br />

locker unter dem Rock sitzende Short<br />

trägt sich sehr angenehm. Der elastische<br />

Vier-Wege-Stretch sorgt für volle<br />

Bewegungsfreiheit.<br />

MEHR INFOS:<br />

www.maier-sports.com<br />

1<br />

TREKKING<br />

MIT MAIER SPORTS<br />

BLEIB IN BEWEGUNG – MIT DEN PRODUKTEN DER<br />

NEUEN TREKKING-LINIE VON MAIER SPORTS.<br />

FÜR NATURGENUSS, SPASS UND ABENTEUER.<br />

2<br />

3<br />

4<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

117


Mit Sicherheit Ihr Urlaub.<br />

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Mit einem Reisemobil von KNAUS genießen Sie in Zeiten wie diesen einen Urlaub im Kreis der Familie. Zugleich<br />

halten Sie sich an alle gesetzlichen Vorschriften. Schützen Sie sich und andere: Reisen Sie mit KNAUS. Sicher,<br />

flexibel, unabhängig. Mehr Informationen finden Sie unter: www.knaus.com/urlaub-trotz-corona


AKTIVITÄT UND<br />

ERHOLUNG<br />

Hochmineralisiertes<br />

Thermalwasser und ein<br />

temperiertes 50 m Sportbecken<br />

locken Sportler<br />

und Genießer gleichermaßen.<br />

Jetzt Urlaubsangebote<br />

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SPORTLICH AKTIV SEIN UND AKTIV<br />

REGENERIEREN. IN DER PARK-<br />

THERME BAD RADKERSBURG GEHT<br />

DAS IN PERFEKTER BALANCE.<br />

Tempel oder die Kräuter-Salz-<br />

Grotte sorgen für nachhaltige<br />

Entspannung.<br />

Fotos: Harald Eisenberger<br />

Die Sonne lacht vom<br />

Himmel, die Tage sind<br />

lang und die Abende mild<br />

– Zeit, sich sportlich in der<br />

Parktherme Bad Radkersburg<br />

auszupowern und anschließend<br />

im reichhaltigen Thermalwasser<br />

zu regenerieren.<br />

Bewegt ein- und abtauchen lässt<br />

es sich im 50-m-Outdoor-Sportbecken.<br />

Dieses lockt von März bis<br />

November mit einer Temperatur<br />

von garantierten 25 Grad Celsius<br />

– im Hochsommer ideal für eine<br />

Abkühlung, im Frühling und<br />

Herbst gerade richtig, um<br />

sportliche Längen zu schwimmen.<br />

Neben den 2.700 m² abwechslungsreicher<br />

Badelandschaft lädt<br />

auch der fünf Hektar große<br />

naturnahe Park zum Verweilen<br />

und Entspannen ein – ob<br />

Sonnenanbeter oder Schattenliebhaber,<br />

mit der ganzen Familie<br />

oder auch mal nur für sich.<br />

Energie tanken, Kraft schöpfen<br />

Die beanspruchten Muskeln<br />

regeneriert man anschließend am<br />

besten im reichhaltigen Thermalwasser<br />

mit einer angenehmen<br />

Wassertemperatur von 34 bis<br />

36° C – treiben und den Stress<br />

des Alltags von sich gleiten lassen,<br />

während man die lang ersehnte<br />

Wärme der Sommersonne auf der<br />

Haut spürt. Innovative Relaxangebote<br />

wie der Licht-Klang-<br />

Eine sportliche Region<br />

Doch nicht nur die Parktherme<br />

bietet vielfältige Möglichkeiten<br />

aktiv zu sein: Von Wanderungen<br />

in den Murauen über Fahrradtouren<br />

durch das Hügelmeer bis hin<br />

zu aufregenden Tennismatches<br />

bietet die Region Bad Radkersburg<br />

zahlreiche Möglichkeiten<br />

Ihren Aktivurlaub abwechslungsreich<br />

zu gestalten – immer<br />

gewürzt mit einer großen Portion<br />

Genuss!<br />

Unser TIPP: Lebensfreude spürt<br />

man im ****Vitalhotel, mit<br />

direktem Verbindungsgang in die<br />

Parktherme. Stilvolles Ambiente,<br />

präventive Gesundheitsangebote,<br />

gepaart mit regionaler Kulinarik<br />

und wettersicherem Wasserspaß<br />

sorgen für eine besondere<br />

Urlaubsqualität!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

119


GERLINDE<br />

KALTENBRUNNER<br />

Geb. 13. Dezember 1970.<br />

Zwischen 1998 und 2011 bestieg<br />

die Oberösterreicherin aus Kirchdorf<br />

an der Krems als erste Frau<br />

der Welt alle 14 Achttausender<br />

ohne künstlichen Sauerstoff. Sie<br />

ist unverändert Profibergsteigerin<br />

und Vortragende, lebt aktuell<br />

am Attersee in Oberösterreich.<br />

www.gerlindekaltenbrunner.at<br />

120 <strong>SPORTaktiv</strong>


UMKEHREN<br />

IST KEIN VERZICHT<br />

„SICH AUF WENIGE, WESENTLICHE DINGE ZU KONZENTRIEREN,<br />

KANN SEHR ERLEICHTERND, ÖFFNEND UND BEFREIEND SEIN“<br />

– SAGT ÖSTERREICHS BESTE BERGSTEIGERIN ALLER ZEITEN,<br />

GERLINDE KALTENBRUNNER. EIN INTERVIEW IM ZEICHEN<br />

EINER AUSSERGEWÖHNLICHEN ZEIT.<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

Fotos: Gerlinde Kaltenbrunner, Roland Haschka<br />

ie 14 höchsten Berge der<br />

Welt hat Gerlinde Kaltenbrunner<br />

hinter sich gelassen,<br />

die Berge wie auch die<br />

Natur sind ihre Welt geblieben.<br />

„Ein achtsamer, respekt- und liebevoller<br />

Umgang mit der Natur und allen<br />

Wesen ist der Grundpfeiler ihres<br />

Lebens“, so steht es in der Biografie auf<br />

ihrer Webseite. Und das spürt man<br />

auch, wenn man bloß als Wanderer mit<br />

ihr unterwegs ist. Im letzten Dezember<br />

konnte <strong>SPORTaktiv</strong> die erste Höhenbergsteigerin<br />

der Welt, die alle 14 Achttausender-Gipfel<br />

ohne künstlichen Sauerstoff<br />

besteigen konnte, bei einer einfachen<br />

Winterwanderung in der Region<br />

Seefeld in Tirol begleiten.<br />

Kaltenbrunner erzählte damals unter<br />

anderem von ihren Plänen einer sechswöchigen<br />

Unternehmung in Indien im<br />

April und Mai <strong>2020</strong>. Aufgrund der Covid19-Pandemie<br />

konnte die Oberösterreicherin<br />

dieses Ziel logischerweise nicht<br />

verwirklichen. Das damals vereinbarte<br />

Interview ging jetzt natürlich auch in<br />

eine andere Richtung: über den Wert<br />

von Verzicht im Bergsport und im Leben,<br />

Respekt vor der Natur und Zukunftspläne<br />

in einer Zeit, die Planbarkeit<br />

kaum zulässt.<br />

Mit dem Erreichen des K2-Gipfels haben<br />

Sie den letzten der 14 Achttausender<br />

vor knapp neun Jahren erreicht<br />

und damit diesen Teil Ihres Lebens abgeschlossen.<br />

Rückblickend: Inwiefern<br />

würden Sie sagen, hat sich Ihr Leben<br />

seither verändert?<br />

Nach meiner Zeit an den Achttausendern<br />

hat sich mein Leben insofern verändert,<br />

als ich nicht mehr insgesamt bis<br />

zu fünf bis sechs Monaten im Jahr auf<br />

Expedition bin. Seither verbringe ich<br />

mehr Zeit in den heimischen Bergen<br />

und auch meine persönliche Weiterentwicklung<br />

auf mental-emotionaler Ebene<br />

hat sich verstärkt. Yoga, Bergsteigen,<br />

Klettern, mit meinen Erfahrungen andere<br />

Menschen inspirieren: Das alles liegt<br />

mir sehr am Herzen.<br />

Unter gewöhnlichen Umständen hätten<br />

Sie im heurigen April und Mai eine<br />

Expedition auf einen „schönen 6000er“<br />

unternommen. Welcher Berg wäre genau<br />

das Ziel gewesen? Und warum<br />

gerade dieser – was macht einen Berg<br />

für Sie „schön“?<br />

Wir wären am technisch unschwierigen<br />

Kedar Dome (6831 m) im Garhwa-<br />

Himalaya im Norden von Indien, der<br />

inmitten anderer großartiger Berge wie<br />

zum Bespiel des Shivling liegt, unterwegs<br />

gewesen. Mit einigen Freunden<br />

wollte ich dort auf Skiern unterwegs<br />

sein. Ganz in der Nähe entspringt der<br />

heilige Fluss Bhagirathi, der größte Zufluss<br />

des Ganges – ein sicher sehr inspirierender<br />

Platz.<br />

Wir wollten einen Berg mit Skiern besteigen,<br />

der technisch unschwierig ist,<br />

sodass wir in dem Team, wie wir eben<br />

starten wollten, auch gemeinsam unterwegs<br />

sein können. Es sollte ein Sechstausender<br />

sein und möglichst in Indien<br />

– dort waren die meisten aus unserem<br />

Team und auch ich noch nie zum Bergsteigen<br />

unterwegs.<br />

Wie verbringen Sie in der „Corona-Zeit“<br />

jetzt stattdessen Ihre Zeit,<br />

wie halten Sie sich fit?<br />

Auch in dieser sehr außergewöhnlichen<br />

Zeit war und bin ich so oft als möglich<br />

draußen unterwegs. Der Wald und die<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

121


Berg luft stärken das Immunsystem am<br />

allerbesten.<br />

Welche bergsportlichen Aktivitäten<br />

allgemein in diesem Sommer möglich<br />

– und vor allem auch nach Maßgaben<br />

der Vernunft – sinnvoll sein werden:<br />

Das kann aktuell (Anmerkung: Anfang<br />

Mai) niemand wirklich abschätzen.<br />

Was würden Sie allen Outdoorhungrigen,<br />

die es jetzt in die Berge und die<br />

Natur zieht, raten?<br />

Mein Rat ist ganz einfach, eigenverantwortlich<br />

und achtsam unterwegs zu sein.<br />

Im Bergsteigen gehört „Verzicht“ im<br />

Sinn von Reduktion selbstverständlich<br />

dazu: Der Verzicht auf Annehmlichkeiten<br />

wie Bett und Dusche auf einer Expedition.<br />

Aber auch das Verzichten auf<br />

einen Gipfel, wenn die Verhältnisse<br />

nicht passen. Welche Rolle spielt dieses<br />

Verzichten für Sie im Bergsteigen?<br />

Sich auf wenige, wesentliche Dinge zu<br />

reduzieren, kann sehr erleichternd, öffnend<br />

und befreiend sein. Wenn ein Gipfel<br />

aus welchen Gründen auch immer<br />

nicht erreicht werden kann, bedeutet das<br />

für mich keinen Verzicht. Eher ist es ein<br />

Ansporn, es wieder zu versuchen oder<br />

ein anderes mich ansprechendes Ziel zu<br />

definieren.<br />

Kann auch der derzeitige erzwungene<br />

Verzicht auf potenziell riskante Unternehmungen,<br />

auf Reisen etc. eine positive<br />

Seite haben? Wie die Erkenntnis,<br />

nicht ständig alles verfügbar zu haben<br />

und das, was man hat, stärker zu<br />

schätzen?<br />

Das Positivste aus meiner Sicht ist, dass<br />

sich die Natur zumindest ein Stück weit<br />

erholen kann. Obwohl ich selbst gerne<br />

reise, tut es so gut, einen so freien Himmel<br />

zu sehen. Außer Lebensmittel kaufe<br />

ich seit zwei Monaten kaum etwas ein.<br />

Wir besitzen so vieles im Überfluss. Ganz<br />

anders jedoch sieht es in Ländern wie<br />

zum Beispiel Nepal oder Indien aus, hier<br />

geht es im Moment ums pure Überleben!<br />

Wenn man über Sie liest, hat man das<br />

Gefühl, dass Sie sich der Natur und<br />

den Bergen Ihrer Heimat ebenso stark<br />

verbunden fühlen wie den hohen Gipfeln<br />

der Welt. Was finden und empfinden<br />

Sie zum Beispiel auf einer ganz<br />

einfachen, schönen Tagestour „vor der<br />

Haustür“?<br />

Es ist jedes Mal auch wunderschön für<br />

mich, hier in Österreich in der Natur<br />

und den Bergen unterwegs sein zu dürfen.<br />

Wir genießen hier so viele unterschiedliche<br />

Möglichkeiten. Egal, wo ich<br />

unterwegs bin, immer empfinde ich eine<br />

starke Verbindung zur jeweiligen Situation,<br />

ob in der Natur, am Berg, am Wasser<br />

oder im Gespräch.<br />

Ihre aktuellen Vorträge behandeln die<br />

„innere Dimension des Bergsteigens“.<br />

Was kann man sich unter diesem Begriff<br />

vorstellen, was ist dabei Ihre Botschaft?<br />

Bei der inneren Dimension des Bergsteigens<br />

geht es weniger um das „Was“,<br />

BIKE DEAL<br />

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inkl. Gratis-E-MTB für 1–2 Tage,<br />

vitalem Frühstück, Bike-Area mit<br />

Werkbank & Waschplatz, WLAN<br />

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Mitten in den Alpen gelegen sind die<br />

Explorer Hotels die passende Location für<br />

deinen aktiven Urlaub in den Bergen. Du<br />

übernachtest im trendigen Design-Zimmer<br />

mit jeder Menge Stauraum und gemütlicher<br />

Sitznische mit Bergblick. Das vitale<br />

Frühstück mit Gratis-Heißgetränken<br />

versorgt dich mit Energie für den Tag und<br />

an den interaktiven Touchwalls informierst<br />

du dich über die besten Einkehrmöglichkeiten<br />

und Touren. An der Werkbank in der<br />

Lounge und am Waschplatz kannst du dein<br />

Bike wieder auf Vordermann bringen und<br />

nach einem aktiven Tag am Berg gönnst du<br />

dir eine kühle Erfrischung an der Bar.<br />

Montafon, Kitzbüheler Alpen, Zillertal,<br />

Ötztal, Hinterstoder oder Bad Kleinkirchheim<br />

in Kärnten: Für welche Region wirst<br />

du dich entscheiden? Unkompliziert &<br />

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Fotos: Explorer Hotels<br />

122 <strong>SPORTaktiv</strong>


Gerlinde Kaltenbrunner mit Bergsteiger-Legende<br />

Peter Habeler zu<br />

Beginn des Jahres in Hintertux.<br />

Man weiß, dass Ihnen ein respektvoller<br />

Umgang mit der Natur ein großes<br />

Anliegen ist. Nun ist öfters die Hoffnung<br />

zu vernehmen, dass die Krise<br />

auch ein Umdenken der Menschen hin<br />

zu mehr Bescheidenheit, Respekt vor<br />

der Natur mit sich bringt. Glauben Sie,<br />

dass diese Hoffnung berechtigt ist?<br />

Auf jeden Fall ist diese Hoffnung berechtigt.<br />

sondern mehr um das „Wie“. Ich spreche<br />

über meine innere Haltung und<br />

Herangehensweise zum Bergsteigen.<br />

Dies beinhaltet das Training, die Ernährung<br />

und die Stärkung der Intuition<br />

und Wahrnehmungsfähigkeit. Zudem<br />

spreche ich über Meditation und Visualisierung,<br />

und auch darüber wie ich mit<br />

Rückschlägen und äußerst schwierigen<br />

Situationen umgehe.<br />

Bei aller Unplanbarkeit: Welche Pläne<br />

und Ziele im Bergsport haben Sie für<br />

die nahe Zukunft?<br />

Im heurigen Jahr werde ich weiterhin<br />

hauptsächlich in den Alpen unterwegs<br />

sein. Immer wieder kommen mir jedoch<br />

auch Bilder von der wunderschönen<br />

Chogolisa (Anmerkung: 7668 m) und<br />

dem Gasherbrum IV (7932 m) im<br />

Karakorum in den Sinn.<br />

Fotos: Hohe Salve<br />

WILLKOMMEN IM AUSSICHTS-REICH<br />

In der Ferienregion Hohe Salve kann man seinem Urlaub<br />

entspannt entgegenblicken – dank Umbuchungsgarantie.<br />

TIROL. In einer Zeit der Verunsicherung Gästen Sicherheit<br />

geben: Das will die Ferienregion Hohe Salve. Gemeinsam<br />

mit den Vermietern haben die Touristiker der Region (die<br />

für Tirols schönsten Aussichtsberg, die Hohe Salve, bekannt<br />

ist) nämlich ein besonderes Angebot ausgearbeitet: Alle<br />

Sommerurlaube <strong>2020</strong>, die über die Webseite der Ferienregion<br />

Hohe Salve gebucht werden, können bis zu einer Woche<br />

vor Anreise kostenlos storniert oder umgebucht werden.<br />

Damit kann man dem Urlaub unbeschwert entgegensehen.<br />

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MIT ABSTAND<br />

DIE VIELSEITIGSTE<br />

WANDERUNG<br />

SEIT LANGEM<br />

Natur und Kultur, Geschichte und<br />

Moderne: Auf den vier Etappen der<br />

Dobratsch-Rundwanderung in der<br />

Region Villach – Faaker See –<br />

Ossiacher See gibt es<br />

enorm viel zu erleben.<br />

Wandern liegt im Trend und in der<br />

Region Villach findet sich das<br />

optimale geografische Umfeld dafür:<br />

von der Mehrtagestour für engagierte Marschierer<br />

bis hin zu familiären Erlebniswegen,<br />

die den Einkehrschwung mit im Programm<br />

haben. Was auffällt: Mehrtägige Touren über<br />

große Distanzen erfreuen sich immer größerer<br />

Beliebtheit. In Kärnten hat man mit dem<br />

Alpe-Adria-Trail und dem Panoramaweg<br />

Südalpen zwei bekannte länderüberschreitende<br />

Mehrtagestouren im Repertoire. Das Prädikat<br />

„empfehlenswert“ gilt aber genauso für den<br />

Dobratsch-Rundwanderweg.<br />

Die mehrtägige Tour verbindet mehrere<br />

unterschiedliche Natur- und Kulturlandschaften,<br />

Zeugnisse der Geschichte begegnen einem<br />

hier auf Schritt und Tritt. Höhepunkte der<br />

Zeitreise sind Ortschaften mit bedeutenden<br />

Kulturdenkmälern und historischen Häuserbeständen.<br />

Der Dobratsch-Rundwanderweg führt<br />

über vier Teilstrecken, alle Etappenorte sind gut<br />

mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.<br />

Wer bei seiner Mehrtagestour auf Kärntner<br />

Boden bleiben will, dem ist also die viertägige<br />

Dobratsch-Umrundung unbedingt anzuraten.<br />

Die vier Etappen sind jeweils in vier bis sechs<br />

Stunden für jeden Wanderer gut zu schaffen.<br />

Ausgehend von Warmbad-Villach führt die<br />

Strecke über Bad Bleiberg, Nötsch und Feistritz<br />

im Gailtal sowie Arnoldstein zurück zum Start.<br />

Dem geografisch Kundigen wird auffallen, dass<br />

der Weg gegen den Uhrzeigersinn verläuft. Das<br />

ist durchaus gewollt, denn – so die Organisatoren<br />

– nur so lasse sich die Dramaturgie der<br />

Wanderung in vollem Umfang erfassen. Der<br />

vom Naturpark Dobratsch und den Naturpark<br />

Gemeinden angelegte Rundwanderweg<br />

verbindet so viele unterschiedliche Naturräume<br />

und Kulturlandschaften, dass er kaum abwechs-<br />

Fotos: Region Villach Tourismus, Hannes Kohlmeier,<br />

Franz Gerdl; Arthur Mrsl<br />

124 <strong>SPORTaktiv</strong>


INFOS UND BUCHUNG<br />

Trail Angels<br />

T. +43 47 82/93 0 93<br />

E-Mail:<br />

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MEHR ZUR REGION<br />

Villach – Faaker See –<br />

Ossiacher See<br />

www.visitvillach.at<br />

Der Naturpark Dobratsch ist Dreh- und Angelpunkt der<br />

viertägigen Rundwanderung, die die Region Villach in<br />

ihrer ganzen Vielfalt präsentiert.<br />

lungsreicher sein könnte. Trotz kleinem Radius<br />

ändert sich ständig das Bild.<br />

Die Moderne erlebt man mit der KärntenTherme<br />

in Warmbad-Villach, das Altertum<br />

mit den Kelten- und Römersiedlungen am<br />

Tscheltschnigkogel. Die montanistische<br />

Vergangenheit der Region macht der Bergbau<br />

in Bad Bleiberg sichtbar und das künstlerische<br />

Schaffen die Maler des unteren Gailtales, die<br />

den sogenannten Nötscher Kreis bildeten.<br />

Einzigartig ist auch die Tier- und Pflanzenwelt<br />

der Schütt am Fuße des Dobratsch, Überbleibsel<br />

eines gigantischen Felssturzes im Jahr 1348.<br />

Auch das gastronomische Angebot ist fein.<br />

Und: Alle Etappenorte sind mit öffentlichen<br />

Verkehrsmitteln erreichbar (drei davon mit der<br />

Eisenbahn), woraus sich mehrere Variationsund<br />

Abkürzungsmöglichkeiten ergeben. So<br />

erfüllt der Dobratsch-Rundwanderweg alle Voraussetzungen<br />

für eine kurze Weitwanderung,<br />

die allen Freunden entschleunigten Naturgenusses<br />

in bester Erinnerung bleiben wird!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

125


AUF DEMWEG<br />

ZUM<br />

ERLEBNIS<br />

Fotos: iStock, Helge Bauer<br />

126 <strong>SPORTaktiv</strong>


WELCHE EMOTIONEN BLEIBEN<br />

NACH EINER WANDERUNG ODER<br />

BERGTOUR HÄNGEN? DER WEG<br />

MACHT SCHON EINEN GROSSTEIL<br />

DAVON AUS. JE SCHMALER, UMSO<br />

MEHR ERLEBNIS. ABER WIE WIRD<br />

DER WEG UND DIE WANDERUNG<br />

ERLEBBAR? UND WAS MACHT<br />

CORONA MIT DEM HEIMISCHEN<br />

WANDERTOURISMUS?<br />

VON CHRISTOPH HEIGL<br />

elches Foto zeigst du nach einer Wanderung<br />

sofort deinen Freunden? Was postest du auf<br />

Instagram oder Facebook? Was kommt fix ins<br />

Familienalbum? Welches Erlebnis bleibt hängen? Wem<br />

bist du begegnet? Was hat dich berührt?<br />

Emotionen sind es, die unsere Erlebnisse besonders,<br />

spürbar und nachhaltig machen. Und besonders berichtenswert.<br />

Der Schnürlregen, der dich in der Hangquerung<br />

erwischt, dich aber fünf Minuten später mit einem<br />

schimmernden Regenbogen über dem dampfenden Tal<br />

entlohnt. Der Schweinsbraten, der dich die letzten 70<br />

Meter wie ein Magnet zur Almhütte zieht. Der Steinbock,<br />

der majestätisch nickt und dir Demut und Dankbarkeit<br />

einimpft. Das Gespräch mit der Sennerin, nach dem du<br />

den Stress deiner Arbeitswoche ganz anders siehst.<br />

Bei all diesen Erlebnissen bist du unterwegs auf deinen<br />

zwei Beinen. Auf einem Weg, einem Steig, einer Almwiese.<br />

Dieser Weg ist beim Wandern die Grundvoraussetzung,<br />

etwas zu erleben. Das definiert Andreas Kranzmayr<br />

sogar noch präziser: „Das Wandererlebnis steigt mit dem<br />

Sinken der Wegbreite.“ Der gebürtige Münchener war<br />

jahrelang Wanderführer im Alpen- und Mittelmeerraum,<br />

ist Geschäftsführer der Alpinen Wandermanagement<br />

GmbH und bietet eine Wandertourismus-Akademie an.<br />

Je schmaler der Weg, umso größer das Erlebnis, ist er<br />

überzeugt. Beim Wandern denken wir ja ohnehin nicht<br />

an asphaltierte Bergautobahnen und riesige Gruppen anderer<br />

Wanderer um uns. „Bergauf ein schmaler Weg sorgt<br />

für ein intensives Bergerlebnis. Je naturnaher, umso intensiver<br />

ist das Wandererlebnis“, weiß Kranzmayr. Auch<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

127


wenn das meistens bedeutet, dass die<br />

Route, wenn sie enger und steiler wird,<br />

auch anspruchsvoller wird. Überfordert<br />

sollte aber keiner sein. Im Idealfall ist<br />

man am Weg in Gedanken voll bei sich,<br />

mit sich selbst beschäftigt. Hintereinandergehend.<br />

„Es braucht beim Wandern<br />

aber auch andere<br />

Qualitäten“, so<br />

Kranzmayr. „Für die<br />

„DAS<br />

soziale Komponente<br />

sorgen die Hütte<br />

oben, der Gipfel oder vor allem der Retourweg<br />

über einen breiten Wanderweg<br />

oder die Forststraße. Hier kann man<br />

dann das Erlebte in der Gruppe<br />

besprechen, tratschen und Erlebnisse<br />

verarbeiten.“ Gemeinsam<br />

in der Gruppe. Die ideale<br />

Wanderung könnte aus diesem<br />

Kontrast bestehen: bergauf ein schmaler,<br />

enger, naturnaher Pfad, bergab ein breit<br />

angelegter Weg. 100 Alternativen sind<br />

genauso denkbar. Immer nur der<br />

schönste Pfad sei auf Dauer jedenfalls zu<br />

monoton, selbst ein durchgehend spektakulärer<br />

Grat verliert seinen Reiz. „Das<br />

ist wie bei einer Fotosafari. Am ersten<br />

Tag wird jeder Löwe fotografiert, am<br />

dritten Tag nur noch der Größte.“<br />

Kranzmayr nennt das „Erlebnisreizwechsel“.<br />

Jetzt in Corona- und Post-Ausgangsbeschränkungszeiten<br />

sind Touristiker<br />

und Marketing<br />

besonders gefragt.<br />

„Der<br />

Markt ist kleiner<br />

geworden<br />

und zusammengerückt“, sagt Kranzmayr.<br />

„Die Wanderwochen auf den Kanaren<br />

sind vorerst genauso wenig Thema<br />

wie Marokko, Griechenland und die<br />

Türkei, viel Mitbewerb fällt also weg.<br />

Das ist gut für jene in Österreich, die<br />

sich bereits als Wanderregion aufgestellt<br />

haben.“ Aber dafür ist innerösterreichisch<br />

das Ringen um den Urlaubs- und<br />

Wandergast so richtig losgegangen. Einen<br />

Startvorteil haben jene, die von<br />

Haus aus mit einer hochattraktiven<br />

Landschaft punkten können, also in erster<br />

Linie mit Bergen und Seen. Kranzmayr<br />

spricht aber gerne auch von den<br />

„schlummernden Potenzialen“ in vielen<br />

Regionen. „Wir haben ja nix“,<br />

hört er oft in Orten, wo vermeintlich<br />

wenig Spektakuläres zu finden<br />

ist. Dabei sind da oft die besten<br />

Geschichten versteckt, man müsse<br />

sie nur mit „Gefühl und Gespür“ erzählen.<br />

Das könne man versuchen, so<br />

Kranzmayr, „über eine Kreativagentur<br />

extern anzukaufen“, oder selbst „mit viel<br />

Herzblut, Ecken und Kanten“ und authentisch<br />

zu vermitteln. „Wie funktioniert<br />

die Landschaft? Was für ein besonderes<br />

Zusammenspiel haben Berg und<br />

Tal? Das alles kann man dem Gast erlebbar<br />

machen.“ Und das sei sehr individuell<br />

und im Gasteiner Tal anders als auf<br />

der Turrach, im Joglland, im Mostviertel<br />

“<br />

oder an der Donau. Die Besonderheit<br />

der Landschaft gilt es herauszuarbeiten.<br />

„Jedes Dorf, jedes Tal hat seinen eigenen<br />

Charakter“, ist er überzeugt, „und im<br />

Kern bin auch ich immer noch Wanderführer<br />

und will das Besondere einer Region<br />

vermitteln.“ Und dabei mache es<br />

gar nichts, wenn etwa die in den winterlichen<br />

Werbetexten oft stereotyp verwendete<br />

„romantische Pferdeschlittenfahrt<br />

durch die tiefverschneite Landschaft“<br />

vorkommt. „Gar kein Problem.<br />

Die Pferdeschlittenfahrt kann ein Werkzeug<br />

sein, wo hinzukommen und das<br />

Besondere aus der Landschaft herauszulesen.<br />

Wieso ist das hier der schönste<br />

Ort der Welt?“ Die Pferdeschlittenfahrt<br />

als Weg zum Erlebnis.<br />

Auch die Anreise zum Urlaubsort<br />

könne schon ein wesentlicher Teil des<br />

Erlebniswertes sein. „Früher sind die<br />

Wiener mit der Bahn zur Sommerfrische<br />

auf den Semmering gefahren. Und auch<br />

heute kann man mit einer entspannten<br />

WANDER ERLEBNIS<br />

STEIGT MIT DEM<br />

SINKEN DER<br />

WEG BREITE.<br />

Zugfahrt in die Destination werben und<br />

den Leuten sagen, was sie alles vom<br />

Zugfenster aus schon sehen und erleben<br />

können.“<br />

Wenn Kranzmayr vom Wandermarketing<br />

spricht, fallen Begriffe wie Storytelling,<br />

Wandern 4.0, Markenräume, Markenversprechen<br />

und Markenerlebnis. Er<br />

kann das auch in ganz einfache Geschichten<br />

packen.<br />

Story 1 zum Thema Empathie: „In<br />

einer kleinen Pension<br />

lag am Tisch<br />

im Zimmer ein<br />

hochwertiges Regionsmagazin,<br />

mit<br />

den richtigen, zum Betrieb passenden<br />

Seiten schon aufgeblättert. Auf der Garderobe<br />

war ein kleines Set mit Stoff, Nadel<br />

und Faden – für kleineres Flickwerk,<br />

wenn am Berg was kaputtgeht. Da ist<br />

beim Gast sofort präsent: Da hat sich jemand<br />

was gedacht dabei.“<br />

Story 2 zum Thema Zeit und Entschleunigung:<br />

„Man muss nicht immer<br />

so schnell wie möglich ins Tal, man<br />

kann auch so lange wie möglich am<br />

Berg bleiben.“ Bei einer Wanderung hastete<br />

Kranzmayr nicht mit der Gruppe<br />

ins Tal, sondern blieb alleine und länger<br />

oben und kam dann erst gegen 18 Uhr<br />

beim Rückweg noch an einer einsamen<br />

Alm vorbei. Der Bauer dort war ver-<br />

128 <strong>SPORTaktiv</strong>


wundert: „Mit dir stimmt jo wos net“,<br />

habe er festgestellt. „Du bist spät dran<br />

und hatscht net.“ Sofort kamen die beiden<br />

ins Gespräch, der Bauer zeigte ihm<br />

sogar seine kleine Käserei – bleibende<br />

Eindrücke, weil Zeit war.<br />

Story 3 zum Thema Zeit und Reife:<br />

Als Wanderführer erkundete Kranzmayr<br />

die Insel Lanzarote und scoutete passende<br />

Routen und Geschichten für seine<br />

Gäste. Stunden- und tagelang kraxelte er<br />

durch ödes Lavagestein und fand:<br />

nichts. Am Abend des dritten Tages war<br />

er knapp am Verzweifeln. „Da habe ich<br />

im Streiflicht des Sonnenunterganges<br />

kleine, begehbare Wege in der Lava entdeckt<br />

und dadurch ein ganzes Wegenetz<br />

gefunden.“ Seine Erkenntnis: „Man<br />

muss reif sein, bis die Landschaft den<br />

Reiz und die Besonderheit offenbart.“<br />

Und jeder Weg zum Erlebnis wird.<br />

DIE EUROPÄISCHE WANDER-<br />

TOURISMUS-AKADEMIE:<br />

Die Akademie versteht sich als Bildungspartner von Organisationen<br />

wie Tourismusregionen, Angebotsgruppen und Vereinigungen.<br />

Ziele: Markenerlebnis und Qualität steigern.<br />

„In den gesättigten Tourismusmärkten ist<br />

heute eine strahlkräftige Differenzierung von<br />

den Marktteilnehmern notwendiger denn je.<br />

Die Faktoren: ein begeisterndes (Marken-)<br />

Erlebnis und eine bedarfsorientierte Basisleistung.<br />

Kenntnis um schlummernde Potentiale<br />

und deren kreative Nutzung ist gefragt.“<br />

Die Akademie unterstützt Wandertouristiker<br />

mit neuen Denkansätzen.<br />

www.wandertourismus-akademie.eu<br />

Andreas Kranzmayr (Bild) ist Geschäftsführer „Alpines Wandermanagement“<br />

in Klagenfurt. Spezialist für Wandertourismus. Kern:<br />

Wie mache ich Wandern zum Markenerlebnis?<br />

www.alpines-wandermanagement.at<br />

Fotos: Hersteller<br />

OUT<br />

DOOR<br />

VON DEN SOCKEN<br />

Merinowolle sorgt in Kombination<br />

mit einer hochwertigen Hightech-<br />

Faser für perfektes Klima manage<br />

ment. Die „CEP Outdoor<br />

Light Merino Mid Cut Socks“<br />

bieten zudem eine leichte Kompressionswirkung,<br />

was für mehr<br />

Ausdauer und Trittsicherheit sorgt.<br />

www.cepsports.com<br />

NEWS<br />

SEHEN UND GESEHEN WERDEN<br />

„Fusor“ heißt die – auch optisch verglasbare – Multisportbrille<br />

von EVIL EYE aus Österreich. Das Ventilationssystem<br />

leitet die Feuchtigkeit ab und verringert so das<br />

Beschlagen der Filter. Durch die gewölbte Rahmenform<br />

bietet sie ein extrem weites Sichtfeld.<br />

www.evileye.com<br />

KLETTERKIDS<br />

Der EDELRID-Finn ist ein Klettergurt<br />

für die Kletterstars von morgen – für<br />

erste Kletterversuche von Kindern am<br />

Fels wie in der Halle. Es gibt ihn in<br />

zwei Größen und er ist nachhaltig<br />

und ressourcenschonend nach<br />

dem bluesign-System produziert.<br />

www.edelrid.de<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

129


ALPIN-URBANE<br />

URLAUBSVIELFALT<br />

GOLDENES DACHL UND GE-<br />

WALTIGE DREITAUSENDER.<br />

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BIETET URBANES FLAIR UND<br />

NATUR PUR ZUGLEICH.<br />

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INNSBRUCK TOURISMUS<br />

Burggraben 3<br />

6020 Innsbruck<br />

T. +43 512 / 59 850<br />

office@innsbruck.info<br />

www.innsbruck.info<br />

www.innsbruck.info/mehr-als-stadt<br />

In der Region Innsbruck liegen die<br />

atemberaubende Bergnatur und<br />

zahlreiche Sportmöglichkeiten nicht<br />

nur vor der Tür, sondern quasi in der<br />

Stadt. Die Angebotsvielfalt macht die<br />

Alpenmetropole gerade in diesem Sommer<br />

zum perfekten Urlaubsziel – mit ganz viel<br />

Platz, um sich mit Abstand wohlzufühlen!<br />

Mit der kostenlosen Gästekarte<br />

Welcome Card, die Gäste ab 2 Übernachtungen<br />

bei Partnerbetrieben erhalten,<br />

kann man seinen Innsbruck-Urlaub<br />

äußerst abwechslungsreich gestalten:<br />

Zahlreiche Ermäßigungen und viele<br />

kostenlosen Angebote bei Bergbahnen<br />

und geführten Wanderungen, bei Familienprogramm,<br />

Schwimmbädern und<br />

Badeseen lassen kleine und große Gäste<br />

erstrahlen. Auch die Kaufkarte Innsbruck<br />

Card light ist perfekter Begleiter beim<br />

Stadtbesuch: Für 24 Stunden ist der<br />

Eintritt zu 21 Sehenswürdigkeiten sowie<br />

je eine Berg- und Talfahrt mit zwei<br />

ausgewählten Bergbahnen kostenlos.<br />

Beide Karten inkludieren zudem die<br />

öffentlichen Verkehrsmittel.<br />

Für die unterschiedlichsten Urlaubswünsche<br />

gibt es in Innsbruck in diesem<br />

Sommer das passende Urlaubspaket.<br />

Bereits ab einer Übernachtung lädt die<br />

Region zum City Break ein – Innsbruck<br />

Card light inklusive. Ab zwei Nächten<br />

sind nicht nur alle Leistungen der<br />

Innsbruck Card light, sondern auch die<br />

Vorteile der Gästekarte Welcome Card<br />

inkludiert. Ein besonderes Urlaubszuckerl<br />

gibt es für Familien: (ab 3 Übernachtungen)<br />

sind die Innsbruck Card light, die<br />

Welcome Card plus gratis. Und noch on<br />

top: Kinder bis 14 Jahre übernachten bei<br />

zwei vollzahlenden Erwachsenen völlig<br />

kostenfrei im selben Zimmer.<br />

Fotos: Innsbruck Tourismus<br />

130 <strong>SPORTaktiv</strong>


ENTDECKE;<br />

WAS “FOR YOUR<br />

MOUNTAIN”<br />

FÜR ULTRA-RUNNER<br />

MICHELE GRAGLIA<br />

BEDEUTET<br />

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n Japan heißt es „Shinrin Yoku“<br />

und hat viel Tradition – bei uns<br />

kommt „Waldbaden“ erst seit Kurzem<br />

richtig in Mode. Gemeint ist<br />

das Eintauchen in einen Wald mit<br />

allen Sinnen. Dass Körper, Geist und<br />

Seele in den Wäldern profitieren, bestätigt<br />

zunehmend auch die Wissenschaft.<br />

So sollen Terpene – ätherische Öle, die<br />

von Nadeln und Blättern abgegeben<br />

werden und die Waldluft anreichern –<br />

das Immunsystem unterstützen und<br />

krebsvorbeugend wirken. Auch als Laie<br />

kann man freilich leicht feststellen, dass<br />

Stress und Alltagssorgen in einem Wald<br />

rasch in den Hintergrund treten. Und<br />

dass die Ruhe und Kühle im Kontrast zu<br />

lauten, hektischen und heißen Städten<br />

Seelenbalsam sind.<br />

Leider trübt auch manches<br />

die Idylle: Erholungssuchende<br />

beklagen Tendenzen,<br />

dass Waldgebiete zunehmend<br />

gesperrt und die<br />

Zugänge zu den grünen<br />

Erholungsoasen erschwert<br />

würden. Von<br />

dubiosen „Betreten<br />

verboten“-Tafeln oder<br />

„vergessenen“ Hinweisen<br />

auf Forst arbeiten<br />

ist öfters zu hören. Auf<br />

der anderen Seite berichten<br />

Waldbesitzer und<br />

Forstwirte von Störung<br />

der Tier- und Zerstörung<br />

der Pflanzenwelt durch mehr<br />

und rücksichtslosere Gäste.<br />

Von Ignoranz von Besuchern, die<br />

Hinweistafeln auf Forstarbeiten ignorieren<br />

und sich damit potenziell in<br />

Gefahr bringen, wird ebenso berichtet<br />

wie von ausgerissenen und „entsorgten“<br />

Schildern.<br />

Fragt sich zunächst: Was darf man eigentlich<br />

im Wald? Wie verhält man sich<br />

naturgerecht und so, dass das Miteinander<br />

zwischen Besitzern, beruflichen<br />

Waldnutzern und Erholungssuchenden<br />

möglichst gelingt? Eines sei noch vorweggeschickt:<br />

Die Problematik des<br />

Mountainbikens in Wäldern und auf<br />

Forststraßen soll hier nur am Rande<br />

Thema sein (mehr dazu siehe im Kasten<br />

Wandern und laufen<br />

auf Waldwegen<br />

ist in jedem Fall<br />

naturgerecht und<br />

gutes Recht, das<br />

das österreichische<br />

Forstgesetz<br />

von 1975 allen<br />

einräumt.<br />

hinten): Das ist in Österreichs Wäldern<br />

bekanntlich überall dort verboten, wo es<br />

nicht ausdrücklich durch den Eigentümer<br />

erlaubt ist – und ein Thema für<br />

sich. Hier wollen wir uns mit jenen Erholungssuchenden,<br />

die zu Fuß die grünen<br />

Lungen aufsuchen, beschäftigen.<br />

Rund die Hälfte Österreichs ist bewaldet,<br />

der weitaus überwiegende Teil davon<br />

in privatem Besitz: So viel zur Ausgangslage.<br />

Wanderer, Sportler und ande-<br />

re Erholungssuchende<br />

sind daher Gäste<br />

im Wald – denen der<br />

Gesetzgeber aber auch<br />

Rechte einräumt: Mit dem<br />

Forstgesetz von 1975 ist es grundsätzlich<br />

jedermann erlaubt, Wälder „zu<br />

Erholungszwecken“ zu betreten. Ein<br />

Recht, für das etwa die alpinen Vereine<br />

in Österreich lange gekämpft haben.<br />

Juristisch spricht man von Wegefreiheit<br />

– „ein Betretungs- und Aufenthaltsrecht<br />

beinhaltet jedoch den gesamten<br />

Wald“, erklärt der auf Freizeitrecht spezialisierte<br />

Jurist Dr. Wolfgang Stock.<br />

Man darf also auch querfeldein gehen<br />

oder laufen, zumindest in einem „gewöhnlichen“<br />

Wald. Anders schaut das in<br />

Fotos: iStock<br />

132 <strong>SPORTaktiv</strong>


NEBEN DEN BERGEN WIRD<br />

DER WALD FÜR IMMER<br />

MEHR MENSCHEN ZUM<br />

SEHNSUCHTSORT. LEIDER<br />

HERRSCHT IM FORST NICHT<br />

IMMER NUR IDYLLISCHES<br />

MITEINANDER: WAS<br />

DÜRFEN SPORTLER UND<br />

ERHOLUNGSSUCHENDE IN<br />

DEN WÄLDERN, DIE<br />

GROSSTEILS IN PRIVATEM<br />

BESITZ SIND?<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

ES BRODELT<br />

IM WALD<br />

einem Naturschutzgebiet oder in den<br />

Nationalparks aus, hier muss man auf<br />

den Wegen bleiben.<br />

„Betreten verboten“ gilt immer auch<br />

in einem aufgeforsteten Jungwald, in<br />

dem die Bäume unter drei Meter hoch<br />

sind. Bei Forstarbeiten können Grundbesitzer<br />

Betretungsverbote verhängen,<br />

die mit Schildern kundgemacht werden.<br />

Verständlich, denn werden etwa<br />

Bäume gefällt, würde für Passanten tatsächlich<br />

Lebensgefahr herrschen.<br />

Zeitliche Beschränkung auf die Tagesstunden,<br />

um sich in einem Wald zu<br />

erholen, gibt es keine, auch wenn<br />

Schilder manchmal anderes suggerieren.<br />

„Das Betretungsrecht gilt 24 Stunden<br />

am Tag“, weiß Jurist Stock.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

133


Zweite,<br />

aktualisierte<br />

Auflage<br />

1<br />

Schonender Umgang<br />

Nicht alles, was erlaubt ist, muss freilich<br />

im Sinne des Naturschutzes sein? Also<br />

nachgefragt bei Regina Hrbek, Leiterin<br />

der Naturschutzabteilung der Naturfreunde<br />

Österreich: Auch, um Konflikte<br />

nicht weiter anzuheizen, empfiehlt<br />

Hrbek: „Auf Wanderwegen sollte man<br />

schon aus Sicherheitsgründen bleiben.<br />

Und die Natur so wenig wie möglich<br />

verletzen.“ Zum Thema Blumen pflücken<br />

rät etwa die Naturschützerin: „Ein<br />

Foto ist auch schön und viel länger haltbar.“<br />

Grundsätzlich appelliert Hrbek an<br />

schonenden Umgang. So, wie es schon<br />

der Hausverstand gebiete.<br />

Wo sich Recht und Hausverstand treffen,<br />

ist, dass durch Besucher keine Schäden<br />

im Wald entstehen dürfen. Nicht als<br />

Schäden gelten etwa ein geknickter Ast<br />

oder Fußbadrücke beim normalen Betreten<br />

– doch was darüber hinausgeht,<br />

ist schon nicht erlaubt. Etwa ein eingeritztes<br />

Herzerl in einer Baumrinde.<br />

TIPP<br />

Dr. Wolfgang<br />

Stock: „Berg<br />

frei – Weg frei?!“<br />

Die Naturfreunde<br />

Österreich haben die Broschüre über<br />

das Wegerecht herausgegeben.<br />

Gratis-Download unter:<br />

umwelt.naturfreunde.at im Bereich<br />

Service > Infofolder und Broschüren<br />

OFFENE FORSTSTRASSEN<br />

DANK CORONA?<br />

Dr. Wolfgang Stock<br />

Berg frei – Weg frei?!<br />

Ein Leitfaden für alle, die in ihrer Freizeit<br />

in der Natur unterwegs sind<br />

Was gibt es zur Lautstärke zu sagen?<br />

„Sich in normaler Lautstärke unterhalten,<br />

um das Wild vorzuwarnen. Wildtiere<br />

erschrecken eher, wenn man durch<br />

den Wald schleicht und dann plötzlich<br />

vor ihnen steht“, sagt Regina Hrbek.<br />

In Waldstücken befinden sich auch oft<br />

Boulder- und Kletterfelsen. „Felsen im<br />

Wald sind gleich wie Waldboden zu behandeln“,<br />

sagt Jurist Stock. Verboten<br />

sind aber auch hier jedwede Veränderungen<br />

ohne Zustimmung des Waldbesitzers,<br />

etwa Bohrhaken anzubringen.<br />

In den Zeiten der Corona-Beschränkungen wurden die Wälder in vielen<br />

Gebieten Österreichs zum noch beliebteren Rückzugs-, Erholungs- und<br />

Sportplatz als sonst. Spaziergänger, Wanderer, Hundebesitzer, Läufer,<br />

Walker und Mountainbiker haben – solo oder im Familienverbund – in<br />

der Nähe von Ballungsräumen wie Wien und Graz für regelrechte Hotspots<br />

gesorgt. Mit Folgen auch für die Biker: In einigen Gegenden kam<br />

es zu altbekannten Konflikten Grundbesitzer/Wanderer/Biker/E-Biker,<br />

was Verbote, Sperren und neue Verbotsschilder zur Folge hatte.<br />

Im Internet-Talk „Tretlager“ kam es zu einem überraschenden Ansatz:<br />

Der bikeaffine Jurist Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit<br />

(KfV) meinte, dass es aufgrund der Corona-Beschränkungen<br />

bei Sportplätzen, Fitnessklubs und Vereinen gar nicht so abwegig sei,<br />

eine vorübergehende Öffnung der Forststraßen zu erwirken. Damit<br />

könnten Hotspots entschärft und der Bevölkerung mehr Möglichkeiten<br />

geboten werden, im geforderten Abstand Sport zu betreiben. Rene<br />

Sendlhofer-Schag (Geschäftsführer von bikefex.at) schlug darauf eine<br />

Freigabe aller Forststraßen und Wanderwege im Sommer vor: „Am<br />

Ende der Saison ziehen wir einen Schlussstrich: Gab es vermehrt Konflikte?<br />

Hat es funktioniert? Wo waren die Probleme, wo lief es gut?“<br />

Man könne zeigen, dass die flächendeckende Wegfreigabe für Mountainbiker<br />

nicht zu Sodom und Gomorrha führt. Auch Tourismus und lokale<br />

Politik zeigen Initiative und suchen Lösungen. CHRISTOPH HEIGL<br />

Zwei Seelen in einer Brust<br />

Leider hapere es bei vielen Erholungssuchenden<br />

schon bei den einfachsten<br />

Grundregeln – berichtet Fritz Wolf. Der<br />

Oberösterreicher ist Waldbesitzer, Jäger<br />

und Förster und hat einst die Waldpädagogik<br />

nach Österreich gebracht. Mit seinem<br />

Sohn betreibt der heute 70-Jährige<br />

die Waldschule Almtal, rund 150 Führungen<br />

machen Vater und Sohn Wolf in<br />

ihren Wäldern pro Jahr. Etwa für die<br />

Angebotsgruppe „Waldness“, die den<br />

Erholungsort Wald in den Mittelpunkt<br />

ihres touristischen Konzepts stellt. Fritz<br />

Wolf stöhnt: „Zwei Seelen wohnen ach<br />

in meiner Brust – als Vermittler der Natur<br />

einerseits und andererseits Beschützer<br />

und Bewahrer des Waldes.“<br />

Nur ein paar Beispiele, die Wolf<br />

nennt: „Wege werden neben den Bestehenden<br />

angelegt, kleine Fichten ausgerissen,<br />

Bäume umgeschnitten.“ Um das<br />

„sensible Ökosystem Wald“ zu schützen,<br />

versuchten Jäger und Förster aufklärend<br />

zu wirken – bei Hinweisen auf Fehlverhalten<br />

von Erholungssuchenden bekäme<br />

man jedoch oft grobe Beschimpfungen<br />

zur Antwort. Konflikte hätten in den<br />

letzten Jahren deutlich zugenommen,<br />

sagt Wolf. Und auch: „Der gut gepflegte<br />

Wald in Österreich ist zum Großteil den<br />

kleinen Waldbesitzern und Bauern geschuldet.“<br />

Konfliktpotenzial liegt übrigens sogar<br />

in der Formulierung „zu Erholungszwecken“:<br />

Um Gruppen entgeltlich in einem<br />

Wald zu führen und anderen Menschen<br />

den Erholungsraum professionell näherzubringen,<br />

bedarf es der Zustimmung<br />

des Waldbesitzers. Das ist durch ein<br />

OGH-Urteil so entschieden, weiß Jurist<br />

Stock. Und das könnte sogar für Bergführer<br />

zum Problem werden, die einfach<br />

Gäste auf einem Wanderweg durch einen<br />

Wald hindurch in die Berge führen.<br />

Was man abschließend raten kann?<br />

Eine differenzierte Sichtweise, Verständnis<br />

für den jeweils anderen Blickwinkel<br />

bei Erholungssuchenden und Waldbesitzern,<br />

nicht nur auf dem eigenen Recht<br />

beharren. Geholfen wäre auch schon,<br />

wenn sich alle Beteiligten an ein Sprichwort<br />

hielten: „Wie man in den Wald<br />

hineinruft, so kommt es zurück ...“<br />

134 <strong>SPORTaktiv</strong>


BERGE UND SEEN:<br />

EIN HOCHGENUSS<br />

DIE EINZIGARTIGE LAND-<br />

SCHAFT IM AUSSEER-<br />

LAND – SALZKAMMERGUT<br />

LÄSST AUCH BIKER IMMER<br />

WIEDERKOMMEN.<br />

Foto: TVB Ausseerland – Salzkammergut/Tom Lamm/Himsl<br />

INFOS & BUCHUNGEN<br />

TOURISMUSVERBAND<br />

AUSSEERLAND –<br />

SALZKAMMERGUT<br />

A-8990 Bad Aussee<br />

T. +43 36 22/540 40-0<br />

E-Mail: info@ausseerland.at<br />

www.ausseerland.at<br />

Wer einmal kommt, kommt<br />

immer wieder – so halten es<br />

die vielen Gäste, welche die<br />

Anziehungskraft der „5-Sterne-Landschaft“<br />

spüren, die hier abschalten und<br />

Kraft tanken. Das Landschaftsbild ist<br />

geprägt von imposanten Bergen und<br />

glasklaren Seen. Es macht unbändige<br />

Freude, sich im unmittelbaren,<br />

intensiven Dialog mit der Natur<br />

wiederzufinden. Die einzigartige<br />

Landschaft ist Garantie für einen<br />

erholsamen Urlaub.<br />

Das Ausseerland – Salzkammergut<br />

ist speziell für Entdeckungstouren mit<br />

dem Bike auch ein hervorragendes<br />

Basislager. Die Region bietet für<br />

Genießer und Sportler unterschiedliche<br />

Touren in allen Schwierigkeitsgraden<br />

zwischen Dachstein und Totem<br />

Gebirge. Im Frühling führen diese an<br />

blühenden Narzissenwiesen vorbei,<br />

im Sommer laden die Seen zu einer<br />

willkommenen und erfrischenden<br />

Abkühlung ein. Als Abschluss der<br />

Saison radelt man im Herbst unter<br />

goldenen Wäldern.<br />

Für das leibliche Wohl nach der<br />

sportlichen Betätigung ist bei den<br />

vielen Einkehrmöglichkeiten bestens<br />

gesorgt. So können die Kraftreserven<br />

für die nächste Tour wieder aufgeladen<br />

werden.<br />

In drei Worten: rundum ein Genuss!<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

135


Der Nationalpark Hohe Tauern Osttirol und <strong>SPORTaktiv</strong> laden ein ins:<br />

AM ISELTRAIL: WEITWANDERN<br />

BIS ZUM GLETSCHERTOR<br />

17.–20. September <strong>2020</strong> (Do.–So.)<br />

• 1 x Nächtigung inkl. HP im Nationalpark-Partnerhotel<br />

Hinteregger, 1x Nächtigung inkl. HP im Gasthof<br />

Islitzer, 1x Übernachtung inkl. HP auf der Clarahütte<br />

(Mehrbettzimmer)<br />

• 3 geführte Touren inkl. Test-Ferngläsern von<br />

Swarovski Optik<br />

• Lunchpakete für die Touren am Freitag & Samstag<br />

• Gratis-Bergschutz der Nürnberger Versicherung für<br />

die Dauer des Camps (optional)<br />

• Rücktransfer von Prägraten am Großvenediger nach<br />

Matrei in Osttirol<br />

• Preis: € 380,– im DZ; € 399,– im EZ, exklusive Kurtaxe<br />

(Hüttenübernachtung immer im Mehrbettzimmer)<br />

PROGRAMM<br />

Do.: Anreise, Zeit zum Nutzen von Naturpool und<br />

Sauna, gemeinsames Abendessen und Kennenlernen,<br />

Übernachtung im Hotel Hinteregger<br />

Fr.: Tour durch das idyllische Virgental mit einem<br />

Nationalpark-Ranger nach Prägraten am Großvenediger<br />

(ca. 15,5 km/500 hm bergauf, 5–6 h Gehzeit);<br />

Abendessen und Übernachtung im Gasthof Islitzer<br />

Sa.: Variante 1: anspruchsvolle Tour mit Nationalpark-Ranger<br />

Richtung Gletschertor über die Clarahütte<br />

(ca. 23 km/1200 hm bergauf, 7–8 h Gehzeit);<br />

Variante 2: mittelschwere Tour mit Nationalpark-<br />

Ranger über das Umbaltal bis zur Clarahütte (ca.<br />

12,8 km/850 hm bergauf, 4,5 h Gehzeit);<br />

gemeinsamer Ausklang inkl. Abendessen und<br />

Übernachtung auf der Clarahütte (2038 m)<br />

So.: Frühstück und gemeinsamer Abstieg nach<br />

Prägraten (ca. 7 km/700 hm bergab, 2 h Gehzeit),<br />

Rücktransfer nach Matrei<br />

ANMELDUNG<br />

Hotel Hinteregger – Familie Hradecky<br />

T. +43 48 75/65 87<br />

E-Mail: info@hotelhinteregger.at<br />

www.hotelhinteregger.at<br />

Buchungskennwort:<br />

„<strong>SPORTaktiv</strong>-Nationalparkcamp <strong>2020</strong>“<br />

Infos zum Nationalpark Hohe Tauern unter<br />

nationalpark.osttirol.com<br />

DAS ANGEBOT:<br />

3 ÜBERNACHTUNGEN<br />

UND GEFÜHRTE<br />

TOUREN MIT EINEM<br />

NATIONALPARK-<br />

RANGER AB € 380,–<br />

DEINE GESCHENKE<br />

1x Thule-AllTrail-X-25L-Rucksack,<br />

1 Paar CEP-Merinosocken,<br />

1x Microfiber-Mütze von Buff,<br />

1x Peeroton-Paket<br />

TEILNEHMER<br />

max. 18 Personen<br />

136 <strong>SPORTaktiv</strong>


NATIONALPARK HOHE TAUERN WANDERCAMP<br />

www.sportaktiv.com<br />

Fotos: Umbalfälle Nationalpark Hohe Tauern Martin Lugger,<br />

Hotel Hinteregger Matrei i.O. /Profer & Partner<br />

DIE UNTERKÜNFTE<br />

Die Unterkünfte Hotel Hinteregger, Gasthof Islitzer &<br />

Clarahütte (2038 m) überzeugen mit Osttiroler Gastfreundlichkeit<br />

und regionalen Spezialitäten.<br />

Ein Wochenende im Herzen des Nationalparks Hohe Tauern<br />

im idyllischen Virgental, eine geführte Tour zu den spektakulären<br />

Umbalfällen und einen Einblick in die unglaubliche<br />

Welt des ewigen Eises: Das alles können 18 unserer Leserinnen<br />

und Leser beim Nationalpark-Hohe-Tauern-Camp in Osttirol von<br />

17. bis 20. September erleben.<br />

Das Camp verspricht für passionierte Wanderer und Naturbegeisterte<br />

ein Highlight zu werden: Wir erwandern drei von fünf<br />

Etappen des neuen Iseltrails, welcher von Matrei in Osttirol bis<br />

nach Prägraten führt. Während der gesamten Tour werden wir<br />

von einem Nationalpark-Ranger begleitet. Die Wanderung startet<br />

am Freitag mit der offiziellen dritten Etappe des Iseltrails, die von<br />

Matrei in Osttirol bis nach Prägraten am Großvenediger führt.<br />

Auf diesem Streckenabschnitt zeigt die Isel ihre ungestüme Seite:<br />

Wuchtige Katarakte und die markante Schluchtwildnis lassen jedes<br />

Abenteurerherz höherschlagen.<br />

Nach Übernachtung im Gasthof Islitzer teilt sich die Gruppe<br />

am Samstagmorgen: Beide Gruppen wandern über das romantische<br />

Umbaltal zur 2038 m hoch gelegenen Clarahütte, wobei die<br />

erste Gruppe ein wenig früher startet, um noch weiter taleinwärts<br />

Richtung Gletschertor des beeindruckenden Umbalkees zu gehen.<br />

Diese Tour ist anspruchsvoll. Als Alternative endet die mittelschwere<br />

Wanderung der zweiten Gruppe bei der Clarahütte.<br />

Ausgerüstet mit Ferngläsern und Teleskopen von SWAROVSKI<br />

OPTIK ergibt sich auch so manche Wildtierbeobachtung im Nationalpark.<br />

Mit dem Blick durch die hochwertige Fernoptik sind<br />

wir ganz nah am Geschehen, ohne die Tiere in ihrem geschützten<br />

Lebensraum zu stören.<br />

Die Weitwanderer beider Gruppen erwartet ein Einblick in die<br />

atemberaubende Welt des letzten unverbauten Gletscherflusses<br />

Österreichs. Der Natur-Kraft-Weg „Umbalfälle“ mit mehreren<br />

Aussichtsplattformen lässt jeden die Kraft und Urgewalt des<br />

Wassers hautnah erleben. Während man die Natur in vollen Zügen<br />

genießt, erzählt der Nationalpark-Ranger Spannendes zum<br />

Element Wasser und zum Wasserreichtum der Hohen Tauern.<br />

Bei einem gemütlichen Abendessen auf der Clarahütte, mitten<br />

in der Kernzone des Nationalparks, lassen wir den erlebnisreichen<br />

Tag gemeinsam ausklingen. Nach der Nacht in den Bergen auf<br />

2038 m Seehöhe steht am Sonntag noch der gemeinsame<br />

Abstieg auf dem Programm.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

137


138 <strong>SPORTaktiv</strong><br />

Fotos: Expeditionstechnik Därr, Garmin


KOMMUNIZIEREN<br />

ÜBERALL NAVIGIEREN<br />

&<br />

In weiten Teilen der alpinen Bergwelt<br />

gibt es kein Handynetz. Gar<br />

keines. Und dann funktioniert alles<br />

am Smartphone, wofür Netzverbindung<br />

benötigt wird, nicht mehr.<br />

Beispielsweise telefonieren, SMS oder<br />

E-Mail senden bzw. empfangen, aber<br />

auch Karten-Apps. Ist man nicht erreichbar,<br />

kann ein kleines Problem<br />

schnell groß werden. Zwar gibt es für<br />

die Netzlosigkeit Lösungen. Alleine, um<br />

sie muss man sich kümmern und sie<br />

nutzen lernen, bevor es hinaus zum<br />

nächsten Outdoor-Abenteuer geht.<br />

Karten-Apps auch offline<br />

Gute Karten-Apps gibt es zahlreiche.<br />

Für sie gilt: Viele lassen sich nur mit Internetverbindung<br />

starten und wenn<br />

man die Karten nur online nutzt,<br />

geht offline gar nichts mehr. Zwar<br />

bieten alle Apps Downloadmöglichkeiten<br />

an, allerdings meist nur<br />

im Rahmen von Bezahlversionen.<br />

Hat man die Karte für die Region,<br />

in der man unterwegs ist,<br />

aufs Smartphone geladen und<br />

die App im Netz gestartet, sieht<br />

man – dank GPS – immer, wo<br />

man sich befindet. Das ist sehr<br />

hilfreich und löst nahezu alle<br />

Navigations- oder Orientierungsprobleme.<br />

Im Test sehr bewährt<br />

haben sich: Bergfex Touren<br />

„UNGLAUBLICH! ÜBERALL GIBT ES HANDYNETZ, NUR<br />

HIER NICHT.“ „WIESO FUNKTIONIERT DIE KARTEN-APP<br />

PLÖTZLICH NICHT MEHR?“ ZWEI DER TYPISCHEN<br />

PROBLEME, WENN MAN ERWARTET, ÜBERALL IN DEN<br />

BERGEN VIA SMARTPHONE KOMMUNIZIEREN UND<br />

NAVIGIEREN ZU KÖNNEN. WAS TUN, UM AUCH OHNE<br />

NETZ SICHER UNTERWEGS ZU SEIN?<br />

VON OLIVER PICHLER<br />

(praktisch, einfach, intuitiv, solide Karten),<br />

Naturfreunde Tourenportal (neu,<br />

sehr umfangreich, in der Pro+ Version<br />

enorme Kartenauswahl), Kompass Karten<br />

(sehr gute Kartografie, alle wichtigen<br />

Funktionen) und Ortovox Bergtouren<br />

(gut, klug, durchdacht – etwa die<br />

schnell verfügbare Notruffunktion). Keine<br />

Lösung bieten all die Apps,<br />

wenn man Kontakt zur Außenwelt<br />

aufnehmen will. Zwar<br />

funktioniert GPS auch<br />

via Satellit, es dient der<br />

Positionsbestimmung,<br />

bietet aber keine<br />

Kommunikationsmöglichkeit.<br />

SMS & E-Mail<br />

per Satellit<br />

Satellitennetzwerke<br />

sind notwendig<br />

um überall,<br />

auch in den entlegendsten,<br />

handynetzfreien Flecken der<br />

Welt Textnachrichten als SMS oder<br />

E-Mail versenden zu können. Konkret<br />

das Satellitennetzwerk Iridium. 66 um<br />

die Erde kreisende Satelliten garantieren<br />

weltweite Abdeckung. Da alle Geräte<br />

mit einer eigenen App arbeiten, ist die<br />

Grundfunktionalität des Schreibens,<br />

Sendens und Empfangens nahezu gleich<br />

wie beim klassischen SMS- oder<br />

E-Mail-Einsatz. Nur im Satellitennetz<br />

dauert der Versand bzw. Empfang deutlich<br />

länger (im Test bis zu zehn Minuten),<br />

als man es vom klassischen SMS<br />

gewohnt ist. Zwingend notwendig ist<br />

die freie Sicht zum Himmel. In Innenräumen<br />

oder auch nur unter dem Dach<br />

einer Terrasse funktioniert das System<br />

nicht. Zwei Firmen bieten im Test bewährte<br />

Möglichkeiten:<br />

A*Live von ProteGear ist ein feines<br />

Gerät. Es nutzt für all seine Funktionen<br />

Handynetz, solange eines verfügbar ist.<br />

Steht kein Netz mehr zur Verfügung,<br />

Garmin InReach Mini<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

139


IM REICH DER<br />

WILDEN WÄLDER<br />

Der Bayerische Wald um das Berg dorf Sankt Englmar<br />

ist das Reich der wilden Wälder und der „Fünf Tausender“<br />

und ein idealer Ausgangspunkt für Wander- und<br />

MTB-Touren.<br />

Jeder der Gipfel hat sein unverwechselbares Gesicht<br />

und bietet Wanderern wie echten Bergfexen<br />

verschiedenste Herausforderungen. Oben wird man<br />

immer mit einer atemberaubenden Aussicht über die<br />

beinahe grenzenlose Waldwildnis des Bayerischen<br />

Waldes und des Böhmerwaldes belohnt. Als Etappenort<br />

am Goldsteig, einem der<br />

schönsten Wanderwege in<br />

Deutschland, verfügt Sankt<br />

Englmar über ein Wanderwegenetz<br />

von 125 km.<br />

Auch für Bergradler hat die<br />

Gegend viel zu bieten: Einsteigertouren<br />

wie auch flowige bis<br />

ausgesetzte Singletrails. 300 km markierte Touren<br />

passen für hartgesottene und begnadete Fahrtechniker<br />

wie auch für E-Biker und lässige Tourenbiker. Ein<br />

Pumptrack und der Bikepark Hochpröller ergänzen<br />

das Angebot. Und etliche Gastgeber sind besonders<br />

auf Biker-Bedürfnisse eingestellt.<br />

TOURIST-INFO<br />

SANKT ENGLMAR<br />

D-94739 Sankt Englmar<br />

T. +49 99 65/84 03 20<br />

www.urlaubsregion-sankt-englmar.de<br />

Fotos: TI Sankt Englmar/Piermeier<br />

wird automatisch auf Satellit umgeschaltet. A*Live<br />

ist mehr als ein Kommunikationstool. Es ist auch<br />

Crashsender mit einstellbarem, automatischem Rettungsauslöser<br />

und es kann fürs Tracking genützt<br />

werden. Noch ein Vorteil: ProteGear ist eine deutsche<br />

Firma.<br />

InReach von Garmin steht im Kern für das Versenden<br />

und Empfangen von Textnachrichten via Satellit.<br />

Das funktioniert gut und verlässlich. Zur Wahl<br />

stehen das InReach Mini (nur Kommunikation) und<br />

das 66i als vollwertiges GPS-Gerät inklusive Kommunikation.<br />

Telefonie via Umlaufbahn<br />

Eine Stufe über dem Versenden von Textnachrichten<br />

via Satellit steht Satellitentelefonie. Nahezu wie vom<br />

Handy gewohnt, kann man mit entsprechenden Geräten<br />

telefonieren. Sie sehen aus wie Handys der<br />

Vor-Smartphonezeit, nur haben sie übergroße Antennen.<br />

Auch die Funktionalität und Bedienung erinnert<br />

an ein altes Handy. Natürlich ist auch das<br />

„OHNE NETZ“-APPS & KOMMUN<br />

Apps via GPS<br />

Zur Navigation gibt es zahlreiche<br />

Lösungen auf Basis<br />

von Smartphone-Apps, die<br />

gut und leistungsfähig sind.<br />

Wichtig ist, um auch abseits<br />

der Handynetze auf<br />

die App zurückgreifen zu<br />

können, 1. die benötigten<br />

Karten für Offline-Einsatz<br />

zu speichern und 2. die App<br />

zu starten, solange man im<br />

Netz ist, weil es sein kann,<br />

dass sie zum Hochfahren<br />

Netzverbindung braucht.<br />

BERGFEX TOUREN<br />

Sehr gut, verlässlich und<br />

solide. Im Langzeittest sehr<br />

bewährt. Bestes Preis-<br />

Leistungs-Verhältnis aller<br />

Bezahl-Apps. € 6,99 p.a.<br />

www.bergfex.at<br />

NATURFREUNDE<br />

TOURENPORTAL<br />

Sehr gute, umfassende<br />

App mit vielen Spezialkarten.<br />

Top für alle, die es<br />

genau wissen wollen.<br />

Ab € 29,99 p.a.<br />

www.tourenportal.at<br />

KOMPASS KARTEN<br />

Gute App mit hervorragender<br />

Kartografie der Kompass-Kartenspezialisten.<br />

€ 19,99 p.a.<br />

www.kompass.de<br />

ORTOVOX BERGTOUREN<br />

Sehr gute Lösung inklusive<br />

Offline-Kartenspeichermöglichkeit.<br />

Kostenlos.<br />

www.ortovox.com<br />

SMS & E-Mail<br />

Einzig per Satellit lassen<br />

sich in netzlosen Regionen<br />

Textnachrichten versenden<br />

und empfangen, sofern<br />

man dabei freien Kontakt<br />

zum Himmel hat.<br />

A*LIVE VON PROTEGEAR<br />

Neue, vielversprechende<br />

Lösung. Handliches Gerät,<br />

140 <strong>SPORTaktiv</strong>


Versenden (tippen via Nummerntastatur) und Empfangen<br />

von Textnachrichten möglich. Alternativ zu<br />

Satellitentelefonen gibt es auch Geräte, die als Satellitenerweiterungen<br />

des eigenen Smartphones dienen.<br />

Unabdingbar ist bei allen Modellen eine direkte Verbindung<br />

zum Himmel und damit der Kontakt zu einem<br />

der Satelliten des Netzanbieters. Dieser direkte<br />

Sichtkontakt zu „seinem“ Satelliten ist Voraussetzung,<br />

ob eine Verbindung zustande kommt oder<br />

nicht. Die Netzwerke der drei Anbieter – Iridium,<br />

Inmarsat und Thuraya – bieten unterschiedliche<br />

Weltabdeckung. Wichtig für die Netz- und die Geräteauswahl<br />

ist, den konkreten eigenen Bedarf genau<br />

abzustecken. Da die Satellitentelefonie<br />

viel komplexer ist als<br />

die klassische Telefonie, ist<br />

es sehr ratsam, sich an einen<br />

der wenigen erfahrenen<br />

Anbieter, etwa Expeditionstechnik<br />

in München,<br />

zu wenden.<br />

POCKET<br />

CL MOUNTAIN<br />

FÜR BLICKE,<br />

DIE WEITER<br />

GEHEN<br />

A*Live von ProteGear<br />

IKATIONSLÖSUNGEN<br />

das auch automatisch Notfallalarmierungen<br />

übernehmen<br />

kann und Trackingfunktionen<br />

bietet. Kommunikation<br />

via Smartphone- App.<br />

Der große Vorteil: nutzt<br />

Handynetz und wechselt<br />

erst automatisch zum Satellit,<br />

wenn notwendig. Gerät:<br />

€ 498,–; pro Jahr ab €<br />

99,–. Kann auch gemietet<br />

werden: € 79,– pro Monat.<br />

www.protegear.de<br />

GARMIN INREACH<br />

Garmin bietet Geräte mit<br />

in Reach-Funktion, die immer<br />

via Satellit Nachrichten<br />

versenden und empfangen.<br />

InReach verursacht zusätzlich<br />

zum Gerät Kosten von<br />

ab € 19,99 pro Monat.<br />

GARMIN INREACH MINI<br />

Kleines Gerät für Kommunikation<br />

mittels Satelliten-<br />

Textnachrichten. € 349,99<br />

GARMIN 66I – hervorragendes<br />

GPS-Gerät mit<br />

enorm vielen Funktionen<br />

und inReach. € 599,99<br />

www.garmin.com<br />

Telefonie<br />

Sprachkontakt ist einzig via<br />

Satellitentelefonie möglich.<br />

Drei Netze mit unterschiedlicher<br />

Reichweite und deutlich<br />

anderen Kosten – Iridium,<br />

Inmarsat, Thuraya –<br />

stehen zur Wahl. Geräte<br />

€ 559,– bis € 1339,–. Kosten<br />

je Minute Telefonat<br />

€ 1,– bis € 2,-- Neben dem<br />

Kauf werden Satellitentelefone<br />

auch zur Miete angeboten.<br />

Geräte pro Tag<br />

€ 4,50 bis € 5,50.<br />

www.expeditionstechnik.de<br />

und www.satfon.de<br />

SEE THE UNSEEN


YOUR ROCK PARTNER<br />

WWW.HANWAG.DE<br />

HANWAG FERRATA LOW GTX<br />

Sehr leichter und dennoch sehr widerstandsfähiger<br />

Rock- Halbschuh für Klettersteige und technisches<br />

Gelände. Hochabriebfeste Polyurethan Garne<br />

schützen den Schuh an den entscheidenden Stellen<br />

und reduzieren das Gewicht.


OUTSIDE<br />

LOGBUCH EINES<br />

KLETTERERS 2<br />

Foto: Ranggetiner<br />

HERBERT<br />

RANGGETINER<br />

... ist Profikletterer<br />

und einer der<br />

besten Extremkletterer<br />

Europas –<br />

und ein „Querdenker“<br />

der Outdoorsportszene.<br />

In seiner<br />

„Outside“­ Kolumne<br />

lässt er die <strong>SPORTaktiv</strong>-Leser<br />

an seinen<br />

Gedanken teilhaben.<br />

Die Bergwelt, unendliche Weiten, wir schreiben<br />

das Jahr 2000. Dies sind die Abenteuer des<br />

VW-Busses T2, der mit seiner 2 bis 7 Mann<br />

starken Besatzung mehrere Jahre unterwegs ist, um<br />

fremde Felsen zu erforschen.Viele Autostunden von<br />

der Heimat entfernt dringt der VW T2 in Felsgalaxien<br />

vor, die noch nie zuvor ein Mensch beklettert hat!<br />

Sternzeit 1029,4 abends, irgendwo in Italien. Captain<br />

Franz und ich beschließen einen Kurswechsel, heute<br />

wird der tägliche Nudeleintopf boykottiert, der Plan:<br />

ein Happen irgendwas im nächsten Hafenstädtchen!<br />

Bei Dämmerung schlendern wir zu Fuß (nein, wir haben<br />

uns nicht hingebeamt) im Nebel stadteinwärts.<br />

Minuten später stand kein Wein auf dem Tisch,<br />

sondern der kalte Angstschweiß auf der Stirn! Drei<br />

räudige, von einer Flohwolke umgebene Köter steuerten<br />

von der anderen Straßenseite direkt auf uns<br />

zu, auch genug vom Nudeleintopf? Der schlitzäugige<br />

Boss, sein hirnloser Schläger und der Letzte im<br />

Bunde war diese kleine fiese Ratte, der Restlfresser.<br />

Ein paar Meter vor uns machte die Truppe plötzlich<br />

einen Rechtsschwenk, unser Spielbild im Fenster der<br />

Kneipe war für uns wie eine Eingebung! Im Flow des<br />

Forscherdranges litt die Körperhygiene derart, dass<br />

unsere Erscheinung um einiges räudiger war als die<br />

der Köterbande! Da wir mittlerweile den wortlosen<br />

Austausch von Informationen beherrschten, genügte<br />

ein scharfer Blick, morgen Waschtag! Gesagt, getan<br />

und so lagen wir zeitig in der Früh, wie uns Gott<br />

schuf, im knietiefen Bach außerhalb eines Dorfes. Ich<br />

saß bereits wieder im T2, als Captain Franz noch immer<br />

nackt und luftanhaltend im Bach lag. Das unaufgeregte<br />

Weltbild einer Frau mit Tochter auf dem Weg<br />

zum Kindergarten sollte leider heute zerbröseln! Just<br />

in dem Moment, als sie nichtsahnend auf der Höhe<br />

des nicht sichtbaren Captain Franz waren, tauchte<br />

dieser nach minutenlanger Sauerstoffabstinenz auf.<br />

Schreiend und mit langem grauen Haar (übrigens exakt<br />

diesen Farbton hatte das Gesicht der Frau) stand<br />

der Captain mit geschlossenen Augen im Bach und<br />

schüttelte sich trocken und das dauerte!<br />

To be continued ... !<br />

OHM<br />

Vorschaltwiderstand zur<br />

Erhöhung der Seilreibung<br />

Vorschaltwiderstand zur Erhöhung der Seilreibung<br />

bei großem Gewichtsunterschied<br />

zwischen Sicherer und Vorsteiger. Im Falle<br />

eines Sturzes wird die Seilreibung soweit<br />

erhöht, dass ein leichter Sicherer den<br />

schwereren Vorsteiger ohne Probleme<br />

halten kann.<br />

www.edelrid.de


SCARPA MESCALITO MID GTX<br />

• wasserabweisendes Veloursleder-<br />

Obermaterial<br />

• wasserdichte Gore-Tex-Extended-<br />

Comfort-Membrane<br />

• elastischer Schaft für höchsten<br />

Komfort<br />

• innovatives Sohlenkonzept mit<br />

Vibram®-Base-Technologie<br />

und Vibram®-Megagrip-Laufsohle<br />

• perfekt geeignet für Zustiege, alpine<br />

Wanderungen und Klettersteige<br />

PREIS (UVP): € 220,–<br />

www.scarpa.net<br />

HANWAG BANKS GTX<br />

• die Neuauflage des Klassikers Banks ist ein<br />

Leichtwanderschuh<br />

• leicht vergrößerter Vorfußbereich für noch<br />

größeren Gehkomfort<br />

• neuer Sohlenaufbau mit weicherer Dämpfung<br />

und besserer Traktion<br />

• mit der neuen Vibram-„Endurance Pro“ hat<br />

er eine Laufsohle mit einem für Wanderungen<br />

optimierten Profil und einer langjährig<br />

bewährten Trekking-Gummimischung<br />

PREIS (UVP): € 220,–<br />

www.hanwag.de<br />

SALEWA MOUNTAIN TRAINER LITE MID GTX M<br />

• strapazierfähiges, leichtes Obermaterial<br />

• wasserdicht dank Gore-Tex, atmungsaktiv<br />

für hohen Komfort<br />

• hohe Stabilität – auch in<br />

felsigem Gelände<br />

• uneingeschränkte<br />

Bewegungsfreiheit und<br />

zugleich starker Halt<br />

PREIS (UVP): € 200,–<br />

www.salewa.com<br />

AB IN DIE<br />

NATUR<br />

FÜNF AKTUELLE TOP<br />

WANDERSCHUHE IM ÜBERBLICK..<br />

LA SPORTIVA TXS GTX<br />

• technischer Schuh für Wanderungen und<br />

Rucksacktouren<br />

• auch für Klettersteige und mit schwerem<br />

Rucksack geeignet<br />

• wasserdicht, atmungsaktiv<br />

• geringes Gewicht<br />

• Vibram®-Megagrip-Sohle für allerbesten Grip<br />

PREIS (UVP): € 189,–<br />

www.lasportiva.com<br />

GARMONT VETTA GTX<br />

• Gore-Tex-Extended-Comfort-Futter<br />

• 1,8 mm Veloursleder<br />

• Geröllschutzrand und<br />

Anziehschlaufe<br />

• Vibram-Maton®-Zweikom-<br />

ponenten-Sohle<br />

• Damen und Herrenvariante<br />

PREIS (UVP): € 189,99<br />

www.garmont.com<br />

Fotos: Hersteller<br />

144 <strong>SPORTaktiv</strong>


INFOS & BUCHUNGEN<br />

ZUGSPITZ ARENA BAYERN-TIROL<br />

E-Mail: info@zugspitze.com<br />

www.zugspitze.com<br />

DIE ZUGSPITZ-3: GRENZENLOSES<br />

GIPFELVERGNÜGEN<br />

DIE ZUGSPITZ ARENA<br />

BAYERN-TIROL STARTET IN<br />

DIE SOMMERSAISON. IN DER<br />

ZWISCHENZEIT IST EINIGES<br />

PASSIERT – WAS WANDER-<br />

FREUNDEN VIEL FREUDE<br />

BEREITEN WIRD.<br />

Fotos: Zugspitz Arena Bayern-Tirol/Thomas Marzusch, Zugspitz Arena Bayern-Tirol/Christoph Jorda<br />

WEITERE INFOS<br />

zu den beschriebenen<br />

Touren gibt es in den<br />

Tourenportalen und interaktiven<br />

Karten auf:<br />

www.grainau.de<br />

www.gapa.de<br />

www.zugspitzarena.com<br />

Die Wanderwege sind vorbereitet,<br />

die Parkplätze gesäubert, die<br />

Grashalme der Wiesen gekämmt<br />

und die Wälder von altem Holz befreit.<br />

Die Zwangspause vor dem Start in den<br />

Sommer haben die Verantwortlichen der<br />

Zugspitz Arena Bayern-Tirol weidlich<br />

genutzt: „Wir haben uns die Zeit<br />

genommen, einmal selbst jeden Winkel<br />

unserer Heimat kennenzulernen, zu Fuß<br />

und auch auf dem Rad. Nun freuen wir<br />

uns auf treue und neue Urlaubsgäste.“<br />

Herausgekommen sind auch drei neue<br />

Vorschläge, den Gipfel der Zugspitze<br />

(2962 m) zu erreichen: eine Kombination<br />

aus wandern, bzw. Bergsteigen und<br />

Nutzung der Seilbahnen. Sowohl von<br />

bayerischer als auch Tiroler Seite. Hier<br />

sind die „Zugspitz-3“:<br />

Zugspitz-3, die gemütliche Variante:<br />

von Garmisch-Partenkirchen zu Fuß<br />

zum Eibsee in Grainau. Mit der<br />

„Seilbahn Zugspitze“ auf den Gipfel<br />

und hinunter mit der Tiroler Zugspitzbahn<br />

nach Ehrwald. Zurück geht’s mit<br />

dem Gästebus Bayern-Tirol.<br />

Zugspitz-3, die alpine Variante: von der<br />

Talstation der Ehrwalder Almbahn zu<br />

Fuß über die Ehrwalder Alm und das<br />

Gatterl auf den Zugspitzgipfel. Talfahrt<br />

mit der Tiroler Zugspitzbahn.<br />

Zugspitz-3, die kompakte Variante: vom<br />

Kurhaus in Grainau zu Fuß zum Eibsee.<br />

Mit der „Seilbahn Zugspitze“ auf den<br />

Gipfel. Mit der Tiroler Zugspitzbahn<br />

hinunter nach Ehrwald und zu Fuß<br />

über die Hochthörle-Hütte zum Eibsee<br />

und nach Grainau.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

145


Alexander, wann hast du in den Bergen<br />

das letzte Mal Angst gehabt?<br />

Bergsteigen ist etwas, das durchaus gefährlich<br />

ist. Man kann es ganz gemütlich machen,<br />

einen Wanderberg ersteigen. Aber ich<br />

bin ein engagierter Bergsteiger und immer,<br />

wenn ich engagiert unterwegs bin, bin ich<br />

im Absturzgelände unterwegs. Und in so einem<br />

Gelände hat man berechtigterweise<br />

Angst im Falle eines Sturzes sein Leben zu<br />

verlieren. Die Frage ist: Wie reagiert man<br />

auf diese Angst?<br />

Und wie reagierst du?<br />

Typischerweise – und so sollte es sein – löst<br />

die Angst in mir nichts anderes als Konzentration<br />

aus, sodass ich in dem Moment voll<br />

auf die Aufgabe fixiert und fokussiert bin<br />

und sie sauber durchschreite. Dann hat<br />

man alles unter Kontrolle! Ist man dagegen<br />

der Aufgabe nicht gewachsen oder stimmen<br />

die äußeren Umstände nicht, dann wird<br />

man allerdings nervös. Und auch dann ist<br />

die Angst mein bester Freund, weil sie mir<br />

was mitteilen will. Dass ich überfordert bin,<br />

dass das Risiko unkontrollierbar ist. Die logische<br />

Konsequenz lautet umkehren.<br />

Wann bist du denn draufgekommen,<br />

dass die Angst etwas<br />

Wichtiges ist. Hat es da ein<br />

auslösendes Moment gegeben?<br />

Sehr früh. Ich hab in der Schule Handball<br />

gespielt und mein wichtigster Mitspieler ist<br />

bei einem Skitourenausflug in eine Lawine<br />

gekommen, verschüttet und erst vier Tage<br />

später geborgen worden. Das war in einem<br />

Alter von 10 Jahren und das prägt. Jetzt ist<br />

die Lawine eine sehr tückische Gefahr, weil<br />

die Gefahr nur sehr schwer wahrnehmbar<br />

ist. Da sieht man: Es wird dann richtig brisant,<br />

wenn einem die Kompetenz fehlt, die<br />

Gefahr richtig einzuschätzen. Auf dem<br />

wunderschönen Tiefschneehang steht ja<br />

nicht drauf: „Ich bin sehr gefährlich“, sondern<br />

es ist einfach nur sehr verlockend.<br />

Und dann geht vielleicht schon eine Spur<br />

rein und dann fährt man halt hinterher.<br />

BEI<br />

MIR<br />

WAR<br />

ES<br />

KURZ<br />

VOR<br />

KNAPP<br />

Wirklich gefährlich wird es immer dann,<br />

wenn die Leute die Gefahr überhaupt nicht<br />

erkennen. Das Erkennen der Gefahr sichert<br />

uns das Überleben. An der Straße werde ich<br />

vor dem Überqueren nicht nervös, sondern<br />

für einen kurzen Moment konzentriert,<br />

dann analysiere ich und wenn die Straße<br />

frei ist, geh ich drüber. Ich werde nicht nervös,<br />

weil ich der Aufgabe gewachsen bin.<br />

Du schreibst in deinem neuen Buch auch,<br />

wie wichtig es ist, die Angst zuzugeben.<br />

Wie viel Mut gehört denn dazu, in der harten<br />

Welt der Bergsteiger seine Angst zuzugeben?<br />

Fotos: Alexander Huber<br />

146 <strong>SPORTaktiv</strong>


ALEXANDER HUBER VON DEN „HUBERBUAM“ SPRICHT<br />

IM INTERVIEW ÜBER DIE ANGST ALS ÜBERLEBENS­<br />

VERSICHERUNG UND WARUM UNS DIE GEFAHREN<br />

DES TÄGLICHEN LEBENS FEHLEN. UND ER ERZÄHLT<br />

VON SEINER EIGENEN ANGST-ERKRANKUNG UND<br />

WAS ER DARAUS GELERNT HAT.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

147


Das ist tatsächlich gar nicht so einfach,<br />

weil man beizeiten schon ein Problem<br />

hat, zuzugeben, dass man Angst hat. Es<br />

braucht Mut Angst zuzugeben, da muss<br />

man echt mutig sein. Das Angst zugeben<br />

passiert am besten in einer Seilschaft,<br />

in der man sehr sehr miteinander<br />

vertraut ist.<br />

Wie bei dir mit deinem Bruder Thomas.<br />

Genau. Da wird einfach alles angesprochen.<br />

Und da kann es vielleicht auch<br />

sein, dass sich die Sorge als unbegründet<br />

herausstellt im Gespräch. Im Grunde ist<br />

es aber so, wenn einer ein schlechtes Gefühl<br />

hat, gibt’s nur eines: umkehren.<br />

Du sagst auch, dass Bergführer alle<br />

Gefahren vermeiden sollen und damit<br />

oft „Abenteuer-Vermeider“ werden.<br />

Es ist ein Phänomen unserer Gesellschaft,<br />

dass man versucht, alles an Gefahren<br />

einfach auszublenden. Wir sind<br />

ja auch schon ein ganz großes Stück weit<br />

weg vom natürlichen Leben. Da machen<br />

sich beizeiten die Ängste wieder selbstständig.<br />

Weil ihnen quasi schon eine reale<br />

Grundlage fehlt, sich zu entwickeln.<br />

Früher vor 500 Jahren, wenn du auf einem<br />

Bergbauernhof gewohnt hast, da<br />

warst du gefordert. Du hast wirklich<br />

Sorge dafür tragen müssen, dass du<br />

übern Sommer genügend Nahrungsmittel<br />

generierst, damit du übern Winter<br />

kommst. Für psychische Erkrankungen<br />

war auf einem Bergbauernhof gar kein<br />

Platz. Da gab es weniger Anlässe dafür,<br />

eine Depression oder Perspektivlosigkeit<br />

zu entwickeln als heute. Heute wirst du<br />

arbeitslos und fühlst dich schnell gescheitert<br />

in unserer Gesellschaft. Du<br />

kannst zwar weiterleben, weil die Gesellschaft<br />

über die Grundsicherung die Sorge<br />

trägt, aber wer ist schon gerne arbeitslos?<br />

Wer ist gerne perspektivenlos? Und<br />

das ist genau das, was unsere Gesellschaft<br />

für unseren Geist so herausfordernd<br />

macht und warum es auch heute<br />

so viele psychische Erkrankungen gibt.<br />

Von 100 Jahren hat jeder auf einem<br />

Berg bauernhof seinen Platz gehabt. Die<br />

Arbeitskraft eines jeden war notwendig,<br />

egal wie fähig er war. Man hat seine Aufgabe<br />

zugewiesen bekommen und die<br />

WENN EINER<br />

EIN SCHLECH-<br />

TES GEFÜHL<br />

HAT, GIBT’S<br />

NUR EINES:<br />

UMKEHREN.<br />

war auch da. Das fehlt uns heute und<br />

das macht auch Platz für viele psychische<br />

Erkrankungen. Weil es unsere Gesellschaft<br />

für den Geist sehr herausfordernd<br />

macht.<br />

Als Bergführer: Lässt du Leute im dosierten<br />

Maß Risikokompetenz erlernen,<br />

mit dir als Sicherheitsnetz?<br />

Man kann als Bergführer so unterwegs<br />

sein, dass die Leute nur den Service bekommen<br />

und sicher in den Bergen unterwegs<br />

sind. Der Großteil wird so unterwegs<br />

sein, dass der Gast auch selbst<br />

profitiert. Ein guter Gast, der mit einem<br />

guten Bergführer unterwegs ist, der wird<br />

auch selbst etwas im Bergsteigen dazulernen.<br />

Natürlich wird das Ganze reflektiert<br />

und es gehört zum gelebten<br />

Miteinander, dass man mitteilt, warum<br />

man jetzt welche Entscheidung trifft.<br />

Und wenn die anderen offene Augen haben,<br />

offene Ohren, dann hören sie zu,<br />

nehmen wahr und lernen selbst dabei.<br />

Du schreibst auch von deiner persönlichen<br />

Angsterkrankung … Wollen wir<br />

darüber auch reden?<br />

Absolut, die Erkrankung war einer der<br />

Hauptgründe für dieses Buch. Ich habe<br />

es bei mir selber beobachtet, was passiert,<br />

wenn man lange genug versucht,<br />

Problemen im Leben aus dem Weg zu<br />

gehen. Ich hab über längere Zeit gewisse<br />

Probleme in meinem Leben ignoriert,<br />

bin immer den Sachen davongelaufen<br />

und hab halt immer wieder versucht ein<br />

altes Prinzip zu verwenden. Nächster<br />

Berg. Erfolg beim Bergsteigen, Klettern<br />

und dann ist einmal wieder alles gut.<br />

Das funktioniert. Da lassen sich die Probleme<br />

des Lebens in der Euphorie des<br />

Erfolgs ausblenden. Aber: Wenn die<br />

grundlegende Problematik nicht beseitigt<br />

ist, dann kommen die Probleme<br />

wieder. Und irgendwann ist es dann so,<br />

dass dir kein Erfolg mehr hilft, über Probleme<br />

drüberzukommen.<br />

Und so war es dann bei dir.<br />

Da waren finanzielle Probleme über längere<br />

Zeit, Kritik von anderen, die man<br />

148 <strong>SPORTaktiv</strong>


sich viel zu stark zu Herzen nimmt.<br />

Und irgendwann war die Gemengelage<br />

langandauernd und schwer genug,<br />

dass ich meine seelische Mitte nicht<br />

mehr hatte. Da war ich am Berg und<br />

hatte wieder einmal das Gefühl, so einen<br />

Erfolg erzwingen zu müssen.<br />

Trotz schlechter Bedingungen am<br />

Berg und auch sonst war alles so, dass<br />

man nicht zum Erfolg kommen kann.<br />

Ich spürte nicht mehr die Freiheit, in<br />

die Berge zu gehen. Die Berge wurden<br />

für mich zu einem Zwang. Ich hatte<br />

gar keine grundlegende Motivation,<br />

keinen inneren Antrieb mehr, da raufzusteigen.<br />

Ich hatte die Freude am<br />

Bergsteigen verloren und das war für<br />

mich tatsächlich dramatisch, denn bis<br />

dahin waren doch die Berge einer der<br />

tragenden Grundpfeiler in meinem<br />

Leben.<br />

Aus dem Hobby ist eine wirtschaftliche<br />

Notwendigkeit geworden.<br />

Es ist passiert, dass sich das in einem<br />

schleichenden Prozess in meinem<br />

Denken eingepflanzt hat. Und dann<br />

war da diese massive Angst, dass ich<br />

die Freude am Bergsteigen verloren<br />

habe und eigentlich nicht mehr weiß,<br />

was ich in meinem Leben anfangen<br />

soll. Da bin ich wirklich vom einen<br />

ins Nächste reingestolpert. Die wichtigste<br />

Entscheidung war dann, dass ich<br />

einen Therapeuten aufsuche, mit dem<br />

ich meine Gedanken sortiere. Eins ist<br />

mir da schnell vermittelt worden,<br />

nämlich dass ich die Freude am Bergsteigen<br />

nicht verloren habe. Sondern<br />

dass sie überlagert wurde. Man kann<br />

jetzt wirklich sagen, einfach mal den<br />

Reset-Knopf drücken und von Grund<br />

auf die Festplatte neu programmieren.<br />

Mit den gleichen Voraussetzungen im<br />

Leben, nämlich dass ich ein Bergsteiger<br />

bin, dass ich natürlich eine Lebensfreude<br />

hab. Das war ein Weg, der<br />

mit kleinen Schritten beginnt, der<br />

aber erfolgreich und sicher war. Das<br />

Wichtige ist: Man muss das noch<br />

halbwegs rechtzeitig machen und<br />

nicht dann, wenn die Hütte schon<br />

lichterloh brennt, also die Psyche. Da<br />

war ich kurz vor knapp unterwegs.<br />

Was hast du aus dieser Angsterfahrung<br />

gelernt?<br />

Als ich Jahre später im Buch „Der<br />

Berg in mir“ das erste Mal über die<br />

Angst geschrieben hab, habe ich sehr<br />

viele positive Rückmeldungen bekommen,<br />

die dann zu dem neuen<br />

Buch geführt haben. Am Ende kann<br />

ich sagen: Ich habe gewonnen. Allerdings<br />

ist es immer gut, wenn man so<br />

eine Krise nicht so massiv auslebt.<br />

Deswegen: nicht bis zum Schluss warten,<br />

sondern sich relativ zeitig jemanden<br />

suchen, mit dem man sich kompetent<br />

auseinandersetzen kann. Die<br />

Gesellschaft ist so herausfordernd für<br />

unseren Geist. So herausfordernd,<br />

dass es leider immer wieder mal notwendig<br />

wird, dass man solche Hilfe in<br />

Anspruch nehmen sollte.<br />

Warum haben die Berge so eine magische<br />

Anziehungskraft? Eine größere<br />

als bei vielen anderen Sportarten?<br />

Ich bin gerne draußen unterwegs. Nicht<br />

nur am Berg. Aber wenn ich oben steh<br />

und runterschauen kann, dann ist das<br />

ein erhabenes Gefühl. Über den Dingen<br />

stehen, das kann man am Berg sehr<br />

real erleben. Und wenn man am Berg<br />

dann auch noch wirklich steil unterwegs<br />

ist, dann ist das natürlich mit Gefahr<br />

verbunden. Das reizt den Menschen,<br />

das bringt ihn ein Stück weit zurück<br />

zum ursprünglichen Leben, denn<br />

Gefahren waren schon immer Bestandteil<br />

unseres Lebens. Sicher, man will<br />

sich nicht hirnlos mit Gefahren auseinandersetzen,<br />

die unkontrollierbar sind,<br />

aber wenn’s steil ist und man konzentriert<br />

steigen muss und man macht das<br />

den ganzen Tag lang, dann ist man<br />

am Abend einfach erfüllt.<br />

BUCHTIPP<br />

Alexander Huber:<br />

„Die Angst, dein bester<br />

Freund“ Warum<br />

Angst beim Klettern<br />

eine gute Sache ist<br />

und was wir im Tal<br />

daraus lernen können.<br />

PHOTO Hansi Heckmair<br />

ENTDECKE<br />

UNSERE<br />

DIGITALE<br />

AUSBILDUNGS-<br />

PLATTFORM<br />

FÜR HOCH-<br />

TOUREN<br />

Profi<br />

Know-How<br />

AKADEMIE FÜR<br />

ALPINISTEN<br />

ORTOVOX SCHÜTZT. Mit unseren Produkten und<br />

mit der Vermittlung von Expertenwissen. In<br />

unserem neuen SAFETY ACADEMY LAB ICE haben<br />

wir gemeinsam mit dem Deutschen Bergführerverband<br />

die Hochtouren-Kunde multimedial aufbereitet.<br />

Kostenloses Know-how, Tests & Tipps für die<br />

alpine Königsdisziplin.<br />

Unsere Ausbildungsplattform findest du<br />

unter ortovox.com<br />

18 T utorials<br />

Interaktives<br />

E-Learning


150 <strong>SPORTaktiv</strong>


GREAT LINES<br />

IM CLIMBERS<br />

PARADISE<br />

Wer leidenschaftlich gern klettert,<br />

sucht immer wieder neue,<br />

extraschöne Routen und wahre<br />

Herausforderungen – physisch<br />

und mental. Fündig wird man<br />

garantiert im Climbers Paradise<br />

Tirol. Über 5000 Sportkletterrouten<br />

sowie unzählige Boulderprobleme<br />

und Mehrseillängenrouten<br />

machen Tirol tatsächlich<br />

zum Paradies für Kletterer.<br />

Local Heros wie Barbara Bacher,<br />

Barbara Zangerl, Kilian Fischhuber,<br />

Markus Schwaiger, Martina<br />

Harnisch und Michael Meisl<br />

haben jetzt ihr Favourite Routes<br />

definiert. Herausgekommen sind<br />

schließlich fünf „Great Lines“<br />

– besonders schöne Projekte in<br />

den Schwierigkeitsgraden 6 und<br />

7. Topos, Fotos, Videos und alle<br />

Details findet man unter www.<br />

tirol.at/greatlines. Die volle<br />

riesige Auswahl im Climbers<br />

Paradise Tirol ist unter www.<br />

climbers-paradise.com abrufbar.<br />

So findest auch du deine persönliche<br />

Great Line im Herz<br />

der Alpen.<br />

www.climbers-paradise.com<br />

www.tirol.at/greatlines<br />

Foto: Michael Meisl<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

151


ASOLO TRAVERSE GV M<br />

• Veloursleder und Schöller-Softshell<br />

für Schutz und Langlebigkeit<br />

• spezielle Brandsohle für lange<br />

Trekking-/Backpackingtouren und<br />

schweres Gelände entwickelt<br />

• selbstreinigende und enorm<br />

gripstarke Asolo/Vibram-Master-<br />

Sohle für forderndes Gelände<br />

• Stoßabsorbierende EVA-<br />

Zwischensohle mit Shock-<br />

Absorb- Absatzkeil in der Ferse<br />

für Gehkomfort<br />

PREIS (UVP): € 249,95<br />

www.asolo.com<br />

SALEWA MOUNTAIN TRAINER<br />

MID GTX M<br />

• für gemischtes technisches Gelände<br />

• leichter Bergschuh mit abriebfestem<br />

Material<br />

• bietet optimalen Halt und<br />

verlässlichen Grip<br />

• wasserdicht dank Gore-Tex-<br />

Membran<br />

• gibt es auch als Halbschuhvariante<br />

PREIS (UVP): € 220,–<br />

www.salewa.com<br />

FELSEN<br />

BEISSER<br />

FÜNF AKTUELLE TOP<br />

BERGSCHUHE AUF EINEN BLICK.|<br />

DOLOMITI STEINBOCK WT GTX W<br />

• All-Terrain-Michelin®-Sohle –<br />

Stabilität – Halt<br />

• OCX Gummiverbundstoff –<br />

exzellenter Halt auf nassem und<br />

auf trockenem Untergrund<br />

• Gore-Tex®-Vision-3Ly-Futter<br />

– Wasserfestigkeit – Atmungsaktivität<br />

– niedrige Isolierung<br />

• Perspair®-Gewebe – Leichtigkeit<br />

PREIS (UVP): € 219,95<br />

www.dolomite.it/at<br />

LA SPORTIVA TRANGO TECH LEATHER M<br />

• neues Modell der legendären Trango-Serie<br />

• einzigartige Schnürung fixiert den Fuß auch<br />

oberhalb des Sprunggelenks<br />

• bedingt steigeisenfest<br />

• leicht und bequem dank Leder-Obermaterial<br />

• La Sportiva Cube Sole by Vibram®<br />

PREIS (UVP): € 259,–<br />

www.lasportiva.com<br />

SALOMON OUTBACK 500 GTX W<br />

• leichtgewichtiger Bergschuh mit nur 400 g<br />

• Stabilität und Bewegungsfreiheit vereint<br />

• speziell geformter Schaftabschluss für<br />

mehr Komfort<br />

• Gore-Tex-Membran für trockene Füße<br />

• optimaler Schutz dank Zehenschutzkappe<br />

und vernähter Zunge<br />

PREIS (UVP): € 180,–<br />

www.salomon.com/de-at<br />

Fotos: Hersteller<br />

152 <strong>SPORTaktiv</strong>


AUF INS<br />

KÜHLE NASS<br />

DREI BAYERISCHE ORTE<br />

BILDEN DIE ALPENWELT<br />

KARWENDEL – DIE MIT DER<br />

NÄHE VON WASSER UND<br />

BERGEN BEGEISTERT.<br />

Foto: Blindtext<br />

INFOS & BUCHUNGEN<br />

ALPENWELT KARWENDEL<br />

TOURISMUS<br />

D-82481 Mittenwald, Bayern<br />

T. +49 88 23/33 9 81<br />

E-Mail: info@alpenweltkarwendel.de<br />

www.alpenwelt-karwendel.de<br />

Zwischen Karwendel-, Wetterstein-,<br />

Soiern- und Estergebirge<br />

eingebettet liegen die drei<br />

Urlaubsorte Mittenwald, Krün und<br />

Wallgau. Gemeinsam bilden sie die<br />

Alpenwelt Karwendel in Bayern. Beim<br />

Blick auf die Wanderkarte fallen gleich<br />

einmal zehn kleine Seen auf, Souvenirs<br />

der Eiszeit.<br />

Das Wanderangebot erstreckt sich<br />

quasi auf drei Etagen: von Spazierwegen<br />

über Seenwanderungen, Hüttentouren<br />

und Klammerlebnisse bis hin zum<br />

Mittenwalder Klettersteig. Rund 30<br />

Almen und Hütten für eine zünftige<br />

„Brotzeit“ sind in wanderbarer Reichweite.<br />

Dank der Ziegen- und Schafweidewirtschaft<br />

und vieler Schutzgebiete ist<br />

die Natur besonders artenreich und reizvoll.<br />

Im heißen Sommer gibt es nichts<br />

Schöneres als einen Sprung ins Wasser.<br />

Die Badeseen in Mittenwald, Krün und<br />

Wallgau eignen sich perfekt dafür. Das<br />

Beste: Man schwimmt geradezu ins Bergpanorama<br />

hinein. Die Isar, Deutschlands<br />

letzter Wildfluss, entspringt knapp vor<br />

Mittenwald und lädt zum Kneippen ein<br />

– „zapfig“, wie man hier sagt. Die Nähe<br />

zu Bachläufen und Flüssen ist an heißen<br />

Sommertagen generell eine Wohltat.<br />

Erfrischend ist auch ein Besuch in der<br />

Geister- oder Hüttlebachklamm oder auf<br />

einem der vielen luftigen Plätzchen.<br />

Die grenzüberschreitende Geisterklamm,<br />

auch Leutaschklamm genannt,<br />

ist ein Geheimtipp unter den Naturhighlights<br />

im Karwendelgebiet. Über<br />

Jahrtausende hinweg hat sich ein kleiner<br />

Wildbach, die Leutascher Ache, ihren<br />

Weg gebahnt – dabei entstand die bis zu<br />

75 m tiefe Klamm im massiven Gestein,<br />

die mit sprudelnden Wasserfällen<br />

und tobenden Wasserwalzen Besucher<br />

begeistert.<br />

<strong>SPORTaktiv</strong><br />

153


MODE FÜR<br />

DEN BERG<br />

FÜNF AKTUELLE OUTDOOR-<br />

JACKEN UND -HOSEN IM ÜBERBLICK<br />

ORTOVOX WINDBREAKER JACKE M<br />

• superleicht, 100 % winddicht und<br />

wasserabweisend<br />

• 55 % Merino-Faseranteil kombiniert<br />

mit Polyamid, superbequem<br />

und geruchsneutralisierend<br />

• funktionell, aber minimalistisch: in<br />

Brusttasche verstaubar, elastische<br />

Bündchen und Kapuze<br />

PREIS (UVP): € 190,–<br />

ORTOVOX PELMO HOSE M<br />

• strapazierfähig durch Elasthan +<br />

Polyamid-Materialkombination<br />

• leicht, elastisch und schmale<br />

Passform mit vorgeformten Knie<br />

• wasserabweisend<br />

PREIS (UVP): € 120,–<br />

www.ortovox.com<br />

MAIER SPORTS TREKKING-JACKE TIND M<br />

• strapazierfähige, angenehm leichte<br />

2,5- Lagen- Jacke mit mTEX-10.000-Membrane<br />

• wasserdicht, winddicht, hoch atmungsaktiv,<br />

Unterarm-Ventilation<br />

• Jacke mit viel Bewegungsfreiheit, körpernah<br />

geschnitten<br />

PREIS (UVP): ab € 199,95<br />

MAIER SPORTS TREKKINGHOSE NORIT 2.0 M<br />

• technische Outdoor-Hose mit 4-Wege-Stretch<br />

• abriebfestes und leichtes Doppelgewebe<br />

• innovative Bundlösung mit Flexzone, die sich<br />

an den Körper anpasst<br />

• umweltfreundliche, PFC-freie Imprägnierung<br />

PREIS (UVP): ab € 119,95<br />

www.maier-sports.com<br />

SALEWA AGNER POWERTEX 3-<br />

LAGEN-HARDSHELL-JACKE M<br />

• leicht, abriebfest, kleines Packmaß<br />

• geeignet für Alpintouren jeder Art<br />

• 260 Gramm<br />

• optimale Balance zwischen Performance,<br />

Gewicht und Langlebigkeit<br />

PREIS (UVP): € 250,–<br />

SALEWA AGNER LIGHT DURASTRETCH<br />

ENGINEERED HOSE M<br />

• kombiniert Bewegungsfreiheit und Komfort<br />

• 300 Gramm<br />

• trägt sich leicht und angenehm weich dank<br />

CORDURA®-Technologie<br />

PREIS (UVP): € 120,–<br />

www.salewa.com<br />

VAUDE ROSEMOOR JACKE W<br />

• Allround-Regenjacke zum<br />

Wandern und Reisen<br />

• wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv<br />

mit Ceplex-Active-Membran<br />

• umweltfreundlich hergestellt,<br />

ohne Fluorcarbone<br />

• 50 % Recycling-Polyester<br />

PREIS (UVP): € 140,–<br />

VAUDE SCOMER HOSE W<br />

• komfortable Hose zum Wandern und Reisen<br />

• elastischer Bund<br />

• pflegeleicht und schnelltrocknend<br />

• umweltfreundlich hergestellt, PFC-freie DWR<br />

PREIS (UVP): € 95,–<br />

www.vaude.com<br />

FJÄLLRÄVEN ABISKO MID-<br />

SUMMER JACKE UND HOSE W<br />

• leicht, luftig, packbar<br />

• Hybrid-Kombination mit G-1000<br />

Air Stretch (recyceltes<br />

Polyester/Bio-Baumwolle) an<br />

Kapuze, Schultern und Teilen der<br />

Ärmel und geschmeidigem<br />

Polyester-Material an Vorderund<br />

Rückseite<br />

• Hose: flexible Passform mit<br />

vorgeformten Knien<br />

PREIS (UVP): € 229,95 / € 169,95<br />

www.fjallraven.com/de<br />

Fotos: Hersteller<br />

154 <strong>SPORTaktiv</strong>


6 Bergbahnen,<br />

eine Bikecard<br />

Wir kümmern uns<br />

um deinen Bike urlaub<br />

südlich der Alpen!<br />

• 6 Bergbahnen<br />

• 1 Bikecard<br />

• Unterkünfte<br />

• Shuttleservice<br />

• Gepäcktransport<br />

FLOW<br />

TRAIL-<br />

PACKAGE<br />

AB € 217,-<br />

3 Tage/2 Nächte/<br />

2 Bikeareas<br />

www.flowtrails-kaernten.at<br />

www.bikecard-kaernten.at


DRACHEN<br />

ZÄHMEN<br />

AM SEE<br />

Foto: Ferienregion Franken/Bernhard Huber<br />

156 <strong>SPORTaktiv</strong>


SCHNELL ÜBERS WASSER FLITZEN, HOCH SPRINGEN UND SOGAR EIN STÜCK<br />

FLIEGEN – KITESURFEN IST EINE DER SPEKTAKULÄRSTEN WASSERSPORT­<br />

ARTEN, DIE MAN AUCH IN UNSEREN BREITEN AUSÜBEN KANN.<br />

VON KLAUS MOLIDOR<br />

iel spektakulärer kann man<br />

sich nicht über das Wasser<br />

bewegen als beim Kitesurfen.<br />

Zumindest in unseren Breiten<br />

nicht, denn meterhohe Wellen wie vor<br />

Tahiti oder Hawaii sind in den Binnengewässern<br />

Mitteleuropas ja nicht<br />

anzutreffen. Dabei steht man auf einem<br />

Wakeboard und lässt sich von einem<br />

Lenkdrachen, der auf Englisch<br />

eben „Kite“ heißt, ziehen. Durch den<br />

aufwärts gerichteten Zug des Drachens<br />

und durch Wellen kann man<br />

damit spektakuläre Tricks vollführen<br />

und mehrere Sekunden lang in der<br />

Luft schweben.<br />

Der Einstieg in den Sport beginnt<br />

mit Trockentraining und damit, den<br />

Drachen einmal sicher fliegen zu können.<br />

Erst dann geht es aufs Wasser.<br />

Erfahrung im Windsurfen oder Wakeboarden<br />

ist sicher kein Nachteil. Wer<br />

jetzt glaubt, dass der Sport eine Erfindung<br />

der Nullerjahre ist, der irrt.<br />

Schon 1820 experimentierte der englische<br />

Lehrer George Pocock mit Lenkdrachen<br />

um damit Kutschen und kleine<br />

Boote anzutreiben. Der Durchbruch<br />

im Breiten- und Hobbysport<br />

gelang dem Kitesurfen in Mitteleuropa<br />

freilich erst Ende der 1990er-Jahre,<br />

befeuert von Videos legendärer Surfer<br />

wie des Hawaiianers Laird Hamilton.<br />

Neben den klassischen europäischen<br />

Surf- und Windsurfspots in Portugal,<br />

auf den Kanarischen Inseln oder vor<br />

der britischen Küste lässt sich der<br />

Sport aber auch sehr gut auf Seen wie<br />

dem Neusiedler See im Burgenland<br />

oder dem Großen Brombachsee in<br />

Bayern ausüben. „Dort gibt es den<br />

besten und konstantesten Wind in<br />

Bayern“, schwärmt Andreas „Dresi“<br />

Hemmeter, gelernter Werzeugbauer,<br />

Erfinder der mobilen Rückenlehne<br />

„Mei Leni“ und passionierter Kitesurfer.<br />

Seine Einschätzung ist beileibe keine<br />

Einzelmeinung und wird vor allem<br />

dadurch untermauert, dass Florian<br />

Gruber, Welt- und Europameister im<br />

Kitesurfen, seine Surfschule am Großen<br />

Brombachsee hat und dabei Kurse<br />

für alle Könnerstufen im Angebot hat.<br />

Dresi verrät auch seine Lieblingsspots<br />

am See. „Von Allmannsdorf weg Richtung<br />

Enderndorf. Dort ist dann weniger<br />

los und zudem ist es die längste gerade<br />

Strecke am See“, sagt der 33-Jährige.<br />

„Mir geht’s nämlich immer ums<br />

Fahren und nicht ums Springen – das<br />

ist meine große Leidenschaft.“<br />

Wer Lust hat, diesen Sport einmal<br />

auszuprobieren, sollte unbedingt einen<br />

Kurs machen. Dort lernt man den<br />

Kite sicher an Land zu fliegen, danach<br />

geht es ins Wasser und erst wenn du<br />

den Drachen sicher über Wasser steuern<br />

kannst, geht es an die ersten Versuche<br />

auf dem Board. Mitzubringen<br />

ist eine solide Grundfitness und wer<br />

Erfahrung im Windsurfen oder Wakeboarden<br />

hat, ist im Vorteil. Angst, dass<br />

der Drachen das Kommando übernimmt<br />

und man nur noch Passagier<br />

ist, braucht man keine zu haben. Mit<br />

einem Handgriff kann man die Leine<br />

so lösen, dass der Kite kaum noch<br />

Druck hat und zu Boden sinkt.<br />

DER RUCKSACK FÜR BACKPACKER & ZIVILISATIONSFLÜCHTER<br />

www.tatonka.com/yukon


Der Draupaddelweg in Villach im Sommer.<br />

Foto: Wolfgang Handler<br />

ALLES IM FLUSS<br />

Paddeln am Kärntner<br />

Draupaddelweg ist ein<br />

sportliches Naturvergnügen,<br />

das auch für<br />

Einsteiger und Familien<br />

passt. Also auch für<br />

die <strong>SPORTaktiv</strong>-<br />

Familie: Wir stechen in<br />

den Fluss!<br />

VON CHRISTOF DOMENIG<br />

FOTOS: THOMAS POLZER<br />

Ich weiß nicht, wie es anderen<br />

geht. Aber bei mir hat der<br />

Gedanke, ein fließendes<br />

Gewässer sportlich zu nutzen,<br />

immer Respekt ausgelöst. Der ist<br />

grundsätzlich auch berechtigt, bloß<br />

darf man nicht Wildwasser und<br />

Zahmwasser verwechseln. Dass es die<br />

zahme Variante überhaupt gibt, weiß<br />

ich jetzt von Manfred Winkler, der<br />

gemeinsam mit Daniel Rebernik<br />

Paddeln am Draupaddelweg anbietet.<br />

Die Draupaddel-Pakete beinhalten<br />

volle Leihausrüstung, auf Wunsch<br />

auch Übernachtungen und/oder<br />

einen Guide. Und sie werden als ein<br />

Vergnügen, das vollkommen<br />

familientauglich ist, angeboten.<br />

Lediglich schwimmen zu können<br />

müssen Kinder wie Erwachsene als<br />

Grundvoraussetzung mitbringen.<br />

Ein guter Grund, die Sache einmal<br />

zu probieren. Beziehungsweise auch:<br />

der Beliebtheit des Flusspaddelns in<br />

anderen Ländern wie Tschechien<br />

wörtlich auf den Grund zu gehen.<br />

„In Tschechien muss man sich an beliebten<br />

Einstiegsstellen in die Flüsse<br />

oft sogar anstellen. Viele tschechische<br />

Gäste, oder auch solche aus Deutschland,<br />

können es fast nicht glauben, in<br />

welcher Einsamkeit man den Sport<br />

hier betreiben kann“, erzählt Steffen<br />

Steiner, der uns als Guide auf der<br />

Tour auf Kärntens größtem Fluss begleitet.<br />

158 <strong>SPORTaktiv</strong>


Nur ein paar Minuten<br />

Einführung von Manfred<br />

Winkler (im weißen<br />

Shirt) sind notwendi