Kiwanis-Magazin 2/2020

axelgoetzerohen

Ausgabe 2/2020 des Kiwanis-Magazins mit dem Schwerpunktthema #KiwanisLiest

MAGAZIN

DISTRIKT

DEUTSCHLAND

02

2020

KIWANIS

LIEST.


WERDE TEIL

EINER GROS-

SEN GEMEIN-

SCHAFT.

Weltweit engagieren sich über 600.000 Kiwanis in 8.300 Clubs, um Kindern eine

bessere Zukunft zu geben. Die 3.000 deutschen Kiwanis freuen sich darauf, dich

kennenzulernen. Auf www.kiwanis.de/distrikt findest du Clubs in deiner Nähe.

Und wenn nicht: dann gründen wir einen!

Hilf mit, damit es Kindern in Deutschland besser geht.

KINDER BRAUCHEN KIWANIS


EDITORIAL

INHALT

AKTIV TROTZ

CORONA!

Liebe Kiwanis-Freundinnen,

liebe Kiwanis-Freunde,

da saßen wir nun bei herrlichstem Sonnenwetter

am Convention-Wochenende wegen

der Corona-Kontaktsperre allein auf der

Terrasse. Sofern wir denn eine haben und

nicht zu den Familien gehören, die sich mit

mehreren Kindern beständig in einer kleinen

Wohnung ohne Balkon im 4. Stock in einer

Wohnsiedlung aufhalten müssen.

Die Braunschweiger Kiwanier hatten sich alle

Mühe gegeben und waren perfekt vorbereitet,

dass es eine rundum schöne Convention werden

sollte. Ihnen gebührt unser Dank. Sicherlich

war es eine richtige Entscheidung, die

Convention rechtzeitig abzusagen. Auch die

Europa- und die Welt-Convention in Brügge

und in Indianapolis finden nicht statt. Einen

solchen Ausfall hat es bislang in der Geschichte

von Kiwanis nur in den Kriegsjahren 1944

und 1945 gegeben.

Leidtragende der Schutzmaßnahmen sind in

großem Maße die Familien. Eltern, die neben

Homeoffice mit teilweise erhöhtem Arbeitsaufwand

für den Beruf, Haushalt und Kinderbetreuung,

zusätzlich noch Erzieher- und

Lehrertätigkeiten übernehmen mussten und

müssen. Oder die in Arbeitslosigkeit gerieten,

was in manchen Familien zu stressbedingter

Gewalt führte. Hier hilft unter anderem das

Mütterzentrum des SOS-Kinderdorfs, das

von der Kiwanis-Foundation unterstützt

wird. Alle Clubs sollten Mitglied dieser

Foundation sein, um auch überregional zu

helfen (mit 10 Euro pro Jahr seid Ihr dabei!).

Und natürlich haben auch die Kinder darunter

gelitten, keine Freunde und Schulkameraden

treffen zu können und in den oft engen

vier Wänden eingesperrt zu sein.

Clubs leiden darunter, sich nicht mehr treffen

zu dürfen und dass viele Fundraising-Aktionen

nicht stattfinden können. Aber die Not

macht auch erfinderisch: Regelmäßig treffen

sich inzwischen viele Clubs per Videokonferenz

am Bildschirm. Wer Hilfe braucht, möge

sich bitte melden - wir unterstützen gerne. Es

gibt Kiwanis-Gesprächsrunden, sogar eine

Wein-Probe fand überregional statt. Und

jeden Donnerstag konnten wir am Seminar

unseres Vice-Präsidenten KI-EF, Sepp aus

Österreich teilnehmen. Eine besonders großartige

Aktion fand länderübergreifend statt:

#KiwanisLiest. Darüber mehr in diesem Magazin

an anderer Stelle. Axel gebührt hier besonderer

Dank, der die Video-Beiträge vieler

Kiwanierinnen und Kiwanier bearbeitet und

dann ins Netz gestellt hat. Unsere Intention,

Kindern zu helfen, Kiwanis bekannter zu machen

und Kiwanierinnen und Kiwanier zum

Mittun anzuregen, ging voll auf – DANKE!

Die Wahlen zum Club-Vorstand sollten inzwischen

abgeschlossen sein. Wenn nicht:

Bitte melden, wir unterstützen und beraten,

wie das online geht, wenn es immer noch Versammlungsverbote

gibt. Die Wahl zum neuen

Distrikt-Vorstandes erfolgt erstmals per Post.

Die Gesundheit unserer Mitglieder ist uns als

Distriktvorstand sehr wichtig. Um sie nicht

zu gefährden, verzichten wir auf die Mitgliederversammlung

als Präsenz-Meeting. Denn

Corona wird auch in einigen Monaten nicht

nur Geschichte sein. Meine große Bitte an

alle Clubs: Beteiligt Euch an der Wahl, nur

wenn mindestens 50 Prozent der Clubs teilnehmen,

kann das Ergebnis gewertet werden.

Mehr dazu auf Seite 12.

Jetzt wünsche ich Euch viel Vergnügen bei der

Lektüre des neues Kiwanis-Magazins, das ich

Euch mit einem Dank an die Redaktion unter

der bewährten Leitung von Axel Götze-Rohen

vorlege.

Bleibt gesund und seid herzlich gegrüßt!

Mit herzlichen Grüßen

Euer Governor 2019/20

Hermann Büsing

EDITORIAL 3

SCHWERPUNKTTHEMA:

KIWANIS LIEST

Lesestunde für Groß und Klein 4

#kiwanisliest 5

Kiwanische Vorleser in Deutschland 6

Vorlesen? Unbedingt! 8

Kopfkino »an«! 9

MENTOR: Die Lese-Lernhelfer 9

Lesend tausend Leben leben 10

Der »Welttag des Buches« 11

Der bundesweite Vorlesetag 11

AUS DEM DISTRIKT

Mitglieder-Versammlung per Post 12

Neuer Schulranzen-Shop 13

KIWANIS STIFTUNG

Die Kiwanis-Stiftung ist gut aufgestellt!

14

Neuer Vorstand 14

Kinder helfen Kindern 15

KIWANIS FOUNDATION, KCF

Hilfe für Kinder- und Jugenddorf 16

Corona: Foundation & KCF springen

ein

ZUKUNFTSWERKSTATT

Eine Lanze brechen für den Lieutenant

Governor

CLUB EXTRA

16

17

Lockdown? Nicht für Kiwanis! 18

Masken für Kinderklinik 18

KC Straubing im Einsatz gegen

Corona

19

Schutzmasken für »Die Tafel« 19

Tablets für den Kinderschutzbund 20

Lebensmittelhilfe in der Krise 20

Club-Hilfe in Albanien 21

Dafür sind die Rücklagen! 22

6.000 Euro für MAKS 22

Auktion in Corona-Zeiten 23

IN MEMORIAM 23

AUS DEN CLUBS 24

IN MEMORIAM 26

ZU GUTER LETZT

Neues aus dem »Feuchten Otter« 27

IMPRESSUM 27

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

3


SCHWERPUNKTTHEMA: KIWANIS LIEST

LESESTUNDEN FÜR GROSS

& KLEIN

Was hatten wir alles für Pläne in diesem Frühjahr und Sommer. Reisen und Ausflüge machen, Konzerte, Festivals und Theatervorstellungen

besuchen und vieles mehr. Und für uns Kiwanis standen Fundraising- und Charity-Events in den Kalendern...

Dann kam die Vollbremsung mit ihren teils dramatischen Auswirkungen

auf Familien, Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes. Plötzlich gab

es ein verbindendes Element: wir alle waren (und sind es teilweise noch immer)

isoliert in den eigenen vier Wänden. Für Millionen Menschen galt

es von heute auf morgen Home-Office, Schule am Küchentisch und eine

Rund-um-die-Uhr-Kinderbetreuung zu organisieren. Und Kiwanis? Kiwanis

hat gezeigt, dass es immer neue Wege gibt, sich zu engagieren. Sepp Schachermayr,

Kiwanis-Europa Vice-President aus Wien hatte eine wunderbare Idee:

#KiwanisLiest. Also Märchen und Kindergeschichte vor laufender Videokamera

vorlesen. Entstanden sind zahlreiche wunderbare Lesungen, die Kindern

(sogar im fernen Neuseeland) erfreut und die Langeweile vertrieben haben.

Vorlesen ist aber keine kiwanische Exklusivität. NRW, SWR und diverse

Kinderbuchverlage habe die Initiative #LiveLesen gestartet. Dabei

haben Kinderbuchautor*innen ihre eigenen Geschichten gelesen und

über YouTube in die Wohnstuben geliefert. Auch international wurde

in Corona-Zeiten vorgelesen. Eine der berühmtesten Vorleserinnen ist

die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama. Wunderbar zu

sehen, wie sie (teils unterstützt von ihrem Mann Barack) vorliest.

Zur eigenen Kunstform wurde das Vorlesen

bei Hörbüchern. Professionelle

Sprecher, Schauspielerinnen und Kaba-

rettisten liehen Autoren ihre markanten Stimmen oder sprachen eigene Texte

ein. Mit eigenen Texten wurde das Duo Tresenlesen mit Jochen Malmsheimer

und Frank Goosen bekannt. Der Schauspieler Rufus Beck hat auf geniale

Weise die Harry Potter Bücher eingelesen. Aber auf der Zugspitze deutscher

Vorleser thront der 2015 verstorbene, aber aus gutem Grund unvergessene

Harry Rowohlt. Rowohlt war Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer, Rezitator,

Schauspieler und Vorleser. Grandios war seine Fähigkeit, jedem einzelnen

Buch-Charakter eine eigene Stimme zu geben. Dazu gehörten unter anderem

Winnie Puuh und seine Freunde. Aber auch Maulwurf, Dachs, Kröterich und

Ratte in »Der Wind in den Weiden« von Kenneth Grahame sowie so schräge

Figuren wie der wahnsinnige Onkel Jack und die noch wahninnigere Tante

Maud in der Eddie-Dickens-Trilogie von Philip Ardagh wurden von Rowohlt

auf höchst-prächtige Weise stimmlich beseelt.

Auf den folgenden Seiten werden die geschätzten Leser lesen, was wir

zum Lesen im Allgemeinen und zum Vorlesen im Besonderen erst selbst

gelesen, dann zusammengetragen und hernach selbst geschrieben haben.

Viel Spaß … beim Lesen und Zuhören. Diverse Links gibt es in der

Online-Version dieses Beitrags auf: https://de.kiwanis.news.401142

Autor: Axel Götze-Rohen

Bild: pixabay

https://de.kiwanis.news/401142

4 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


SCHWERPUNKTTHEMA: KIWANIS LIEST

#KIWANISLIEST

Sepp Schachermayr, Vice-President 2019/2020 von Kiwanis Europa stellt die Initiative #KiwanisLiest vor

Homeoffice und Spaziergänge mit meinem kleinen Sohn führen bei mir

immer zu kreativen Ideen, die ich zusätzlich auch noch versuche umzusetzen.

Nachdem ich zum gefühlten hundersten Mal über einen Artikel gestolpert

bin, in dem es darum ging, dass sich Kinder, denen vorgelesen wird,

besser konzentrieren können und eine längere Ausdauer beim Zuhören

haben, reifte eine Idee heran, die ich zu diesem Zeitpunkt mit einer zweiten

koppeln konnte. Einer unserer österreichischen Kiwanis-Freunde ist

das aus Fernsehen und Hörfunk bekannte »Stimmwunder« Wolf Frank.

Wolf wollte dabei helfen, Kiwanis in der Öffentlichkeit zu unterstützen.

Damit war die Grundidee geboren – #KiwanisLiest. Mir ging es dabei

hauptsächlich um zwei Dinge:

• Den Bekanntheitsgrad von Kiwanis weiter voranzutreiben

• Unserem Motto »Serving the Children of the World« gerecht

zu werden.

In Österreich war meine Vorgabe, Märchen der Gebrüder Grimm zu lesen.

Das lag zum einen daran, dass ich mein Uraltmärchenbuch wieder gefunden

hatte und ich begeistert wieder darin herumblätterte, zum anderen,

weil wir dadurch keine rechtlichen Problem zu erwarten hatten. Beide

Brüder sind seit mehr als 70 Jahren verstorben. Allerdings hatte ich nicht

bedacht, und das wurde mir erst nach den ersten Märchen richtig bewusst,

wie grausam manche dieser Märchen enden. Aber es heißt ja nicht umsonst:

»Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.«

Die österreichischen Kiwanier stürzten sich mit Freude auf die neue Aufgabe.

Waren es am Anfang sogar Liveschaltungen auf Facebook, was mich

teilweise wieder mit einer neuen Technik vertraut machte, war der größte

Aufwand der einheitliche Auftritt und das Verpacken der wesentlichen

Botschaften im Intro der nun auf Youtube und Facebook zu findenden

Videos. Da in der Liveschaltung noch zusätzliche andere Inhalte zu sehen

waren, war mein täglicher Einsatz zur Sendezeit um 16:00 manchmal ein

wenig stressig, vor allem, wenn der kleine Sohn ebenfalls noch Geschichten

erzählen wollte.

Die Aktion läuft auch weiterhin, eine Aktion, auf die ich echt stolz bin, vor

allem, wenn ich mir die Zugriffszahlen und Reichweiten auf den einzelnen

Social Media Kanälen ansehe. Manche der Videos haben bereits heue eine

Reichweite von über 1.000 erreichten Personen. Damit haben wir wirklich

das erfüllt, was ich mir zu Beginn als Ziel vorgestellt habe.

Und es gibt natürlich schon die nächste Idee, aber da warte ich noch auf das

»OK« von Bill Gates ;-)

Autor: Sepp Schachermayr

https://de.kiwanis.news/401125

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

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SCHWERPUNKTTHEMA: KIWANIS LIEST

KIWANISCHE

VORLESER

IN DEUTSCHLAND

In der aktuellen Krise können wir Kiwanis uns nicht so engagieren, wie wir es gewohnt sind oder es geplant haben. Um aber

nicht untätig zu sein und Kindern doch eine kleine Freude zu machen, hat Governor Hermann Büsing eine Idee unserer Österreichischen

Kiwanis-Freunde aufgegriffen: #KiwanisLiest

Mit dieser Aktion verfolgt der Distrikt drei Ziele:

1. Kinder, die in der Zwangspause von Kita und Schule zu Hause sind,

sollen niveauvoll beschäftigt und unterhalten werden.

2. Der Name Kiwanis soll bekannter werden.

3. Trotz Zwangspause vom Clubleben, bekommen alle Kiwanis doch

die Möglichkeit, sich einzubringen.

Das Coronavirus ist nur ca. 120 - 160 Nanometer klein (Das bedeutet, dass

eine Kette von 10.000 dieser Viren nur 1 mm lang wäre), hat aber eine globale

Krise verursacht. Und die gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen

Folgen der Pandemie werden noch lange nachwirken. Das Virus hat

die Menschheit im Griff. Auch an Kindern geht die Krise natürlich nicht

spurlos vorbei. Keine Freunde treffen, zu Hause mehr oder weniger eingesperrt

zu sein und besorgte oder gestresste Eltern machen Kindern sicher

Angst. (Computer-)Spiele, fernsehen und Videos streamen verlieren dann

auch bald den Reiz. Hier sind Leseratten und Bücherwürmer im Vorteil,

die gerne in Geschichten versinken. Aber nicht alle Kinder sind geübte Leser.

Hier will Kiwanis ein wenig helfen. Unter dem Hashtag #KiwanisLiest

haben die Kiwanis-Freunde in Österreich eine Initiative gestartet, bei der

Profis Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm vorlesen. Governor

Hermann Büsing hat mit dem österreichischen Initiator Sepp Schachermayr

vereinbart, dass sich der Deutsche Distrikt dranhängt (Siehe Beitrag

auf Seite 5).

Bärbel Kappler vom KC Bremen-Ginkgo

Anstatt bekannter Märchen, hat unsere Kiwanis-Freundin Bärbel Geschichten

vorgelesen, die sie selbst verfasst hat. Ihre Motivation beschreibt

Bärbel so: »Zusätzlich zu den unterschiedlichen Projekten unseres Clubs

Bremen Ginkgo, mache ich bereits seit Jahren Kindern auch mit meinen

Geschichten Freude. Ich schreibe Fröhliches für Kindergarten- und

Grundschulkinder. Meistens steht die kleine Plüschkuh Oytinchen im

Mittelpunkt. Sie soll die Kinder neugierig machen auf die Welt, ihnen auf

unterhaltsame Weise Wissen vermitteln und sie zum Lesen und Lernen

motivieren. Ich gehe in Kindergärten und Schulen, um dort den Kindern

aus meinen Büchern vorzulesen und sie auch zum Malen und Singen anzuregen.

Ich freue mich riesig darüber, dass uns die Plattform #KiwanisLiest

die Möglichkeit gibt, auch in der Zeit möglicher Corona-Langeweile Kinder

mit Vorlesen zu unterhalten und Eltern oder Großeltern zu entlasten.

Es ist auch für mich ein großer Spaß.«

Brigitte Maier-Becker, ebenfalls KC Bremen-Ginkgo

Brigitte hat neben traditionellen Märchen aus der Sammlung der Brüder

Grimm auch Geschichten aus dem Kinderbuch »Die grauen und die grünen

Felder« von Ursula Wölfel vorgelesen. Sie sagt zu ihrer Teilnahme

an der Aktion: »Mein Interesse an Märchen und Geschichten ist geprägt

durch mein Lesen in der Kindheit, sowie durch mein Psychologiestudium,

in dem ich mich besonders mit der Bedeutung von Märchen beschäftigte.

#KiwanisLiest begeisterte mich sofort. Das war eine wunderbare Idee, gerade

in einer für Kinder und Eltern schwierigen Zeit (Lockdown). Ich konnte

hier den Kindern Freude bereiten. Außerdem schätze ich die Hilfe hoch

ein, die ihnen Märchen und Geschichten geben können.«

Klaus Baldauf vom KC Frankfurt/Oder

Ebenfalls fleißiger Vorleser ist Klaus Baldauf. Neben Märchen der Brüder

Grimm (Der alte Sultan, Die faule Spinnerin und Das Hirtenbüblein) hat

Klaus auch »Ali Baba und die 40 Räuber« vorgelesen. Wegen der Länge

hat Klaus diese Geschichte in vier Teilen aufgenommen.

»Die Idee unserer österreichischen Kiwanis-Freunde kam zur rechten

Zeit. Eine gute Vorbereitung war die Vorleseaktion meines Clubs in der

Kinderbibliothek Frankfurt a.d. Oder im Herbst 2019. Besonderes Spaß

hat es mir gemacht, einigen Lesungen auch mit der Gitarre zu begleiten.

Sogar meine Enkelin aus Neuseeland hat da reingehört und mich zum

weiteren Videos motiviert. Wegen der diversen Nachfragen, wann denn

weitere Lesungen kommen, werde ich so schnell nicht aufhören. Es lohnt

6 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


SCHWERPUNKTTHEMA: KIWANIS LIEST

sich also, auch weiterhin, bei #KiwanisLiest nachzuschauen.

vorgelesen und das Video dann per E-Mail geschickt hat. Harald schreibt:

»Beteiligt habe ich mich sofort, weil ich die Idee brillant finde besonders

in dieser Corona Zeit, wo viele Kinder nicht zur Schule gehen dürfen. Mir

kam spontan mein altes Kinderbuch in den Sinn, an dessen Märchen ich

mich bis heute lebhaft erinnere. Obwohl ich gerne vorlese, hatte und habe

ich dazu fast keine Gelegenheit.«

Jürgen Donner vom KC Kassel Wilhelmshöhe

Wie Bärbel aus Bremen, hat Jürgen Donner selbst verfasste Geschichten

vorgelesen. Geschrieben hat Jürgen die »Sechs Abenteuer der kleinen

Hasen Wolli und Blume« für seinen Enkel Kjell-Lasse. »Ich wollte ein

Mutmachbuch schreiben, in dem ich zeige, dass jede Situation immer auch

Auswege bietet«, sagte Jürgen zu seinen Geschichten.

Stefanie und Stefan Uhrig vom KC Erbach/Odenwald

Die beiden jungen Eltern haben statt klassischer Märchen Rätsel-Krimis

aus der Reihe »Professor Berkley und Witty von Baskerville« des Autoren-Duos

Corinna Harder und Jens Schumacher vorgelesen. Im jeweils

ersten Video wurde ein Verbrechen erzählt. Zum Ende hat dann Professor

Berkley das Rätsel gelöst, welches dann aber nicht sofort verraten wird.

So haben die Zuhörer erst die Möglichkeit, selbst zu überlegen, was der

schlaue Professor herausgefunden hat. Zwei Tage später haben Stefanie und

Stefan dann jeweils in einem weiteren Video das Geheimnis des Rätsels

gelüftet. Ein schöner Knobelspaß für junge Hobby-Detektive.

Axel Götze-Rohen vom KC Xanten-Niederrhein

»Ich war sofort von der Initiative der Kiwanis-Freunde in Österreich begeistert.

Denn ich bin auch Lesepate in der Xantener Stadtbücherei. Märchen

sind aber nicht so recht »mein Ding«. Ich mag es lieber moderner

und frecher. Also habe ich recherchiert und bin so auf die Hobby-Autorin

Anna Kiepsel (Link siehe unten) gestoßen, die Kurzgeschichten für Kinder

schreibt. Sie war einverstanden, dass ihre Geschichten für die Aktion

genutzt werden können. Viel Spaß hatte ich auch dabei, die Videos der Vorleser

zu bearbeiten. Und dann hat es mich aber in den Fingern gejuckt und

ich habe selbst eine Geschichte verfasst: Ein modernes Märchen aus dem

Königreich Kiwanien.

Highlight: Der See

Ein Highlight von #KiwanisLiest war sicher die Geschichte »Der See«

des Autoren-Duos Vanesssa Pröll und Alexander Wendel. Unser Kiwanis-Freund

Thomas Schickentanz vom KC Idar-Oberstein hatte einen

alten Freund in München für eine Lesung gewonnen. Armand Presser ist

Sprecher und Moderator. Gemeinsam mit seiner Kollegin Janina Dietz hat

er die Geschichte als professionelles Hörspiel aufgenommen.

Alle Videos sind im Youtube-Kanal und auf der Website des Distriktes

(Projekte) zu finden.

Autor: Axel Götze-Rohen

https://de.kiwanis.news/401122

Harald Nottebohm vom KC Frankfurt am Main

Kiwanis-Freund Harald hat in seinem Video das grönländische Märchen

»Der Geist Lakalak« vorgestellt. Beeindruckend ist, dass er sich mit seinen

immerhin 92 (!) Jahren einfach vor sein Handy gesetzt, die Geschichte

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

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SCHWERPUNKTTHEMA: KIWANIS LIEST

VORLESEN? UNBEDINGT!

»Aber Bobo antwortet nicht. Er ist gemütlich auf Mamas Arm eingeschlafen.« Ich bin Mama, meine Kinder sind drei und fünf

Jahre alt. Immer und immer wieder habe ich diese Sätze schon vorgelesen.

Bis mir der kleine Siebenschläfer zugegebenermaßen ein wenig zum Hals raushing.

Zum Glück gibt es ja auch noch Leo Lausemaus, Conny, Tiger und Bär

und viele andere. So kann auch Mama immer mal abwechseln.

Aber egal, was wir den Kindern vorlesen (solange es ihnen gefällt), es fördert sie

auf vielfältige Weise. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Kinder besser

lesen und schreiben lernen, wenn sie Zuhause öfter Geschichten aus Büchern

gehört hatten. Auch für andere geistige Fähigkeiten kann es nützlich sein –

etwa die Konzentration oder das Kurzzeitgedächtnis. Nun sind Geschichten

für die ganz Kleinen nicht unbedingt anspruchsvoll. Das müssen sie auch nicht

sein. Die Kinder zeigen meist ganz von selbst, welches Level ihnen gerade gefällt.

Zu leicht oder zu schwer, beides wird schnell langweilig.

Kinder aus »Vorlese-Familien« drücken sich zudem häufig gewählter aus.

Das kann aber auch an anderen Umständen liegen: Gerade in diesen Familien

benutzen die Eltern allgemein eine gehobenere Sprache. Ob die Entwicklung

der Kinder also (nur) den Büchern zu verdanken ist, weiß man nicht so genau.

Es geht aber nicht nur darum, Fähigkeiten zu fördern – Vorlesen stärkt auch die

Liebe zum Lesen an sich. So wissen die Kinder Bücher mehr zu schätzen und

lesen möglicherweise später von sich aus mehr. Dazu bekommen sie ein Gespür

für das Geschichtenerzählen und den Wert einer guten Story.

Nicht zuletzt ist die Vorlesezeit auch eine Zeit der Ruhe und Geborgenheit.

Zusammen auf der Couch, im Bett, auf der Wiese: Beim Vorlesen sitzen wir automatisch

nahe beieinander. Wir können die Zeit zum Kuscheln nutzen oder

zumindest die Nähe spüren. Beim Vorlesen bündeln wir unsere Konzentration

auf eine gemeinsame Sache. Das verbindet.

Ich habe meinen Kindern schon im Babyalter vorgelesen. Zugegeben, in den

ersten Wochen hat sich mein älteres Kind verschiedene Thriller anhören

dürfen. Die schlimmsten Szenen habe ich dann sicherheitshalber doch lieber

stumm gelesen – auch wenn er den Inhalt so oder so nicht verstehen konnte. Es

ist jedenfalls nie zu früh, mit dem Vorlesen zu beginnen. Nach dem ersten Monat

oder so bin ich dann doch mehr auf Kinderbücher umgestiegen oder habe

selbst ausgedachte Geschichten erzählt. Vielleicht habe ich mir dadurch eingebrockt,

dass ich mir mittlerweile an manchen Tagen gefühlte 50 Geschichten

ausdenken muss. Oft sogar nach Vorgabe, wer mitspielen und was ungefähr

geschehen soll. Tja, manchmal fällt mir das dann schwer. Aber es freut mich

auch unheimlich, wie sich mein Kind in die Geschichten hineindenkt und

welche Kreativität es dabei entwickelt. Für mich waren Bücher schon immer

ein wichtiger Teil des Lebens, und vielleicht gebe ich ein wenig dieser Liebe für

Geschichten an meine Kinder weiter.

Tipps zum Vorlesen gibt es unter anderem auf www.einfachvorlesen.de und

www.stiftunglesen.de.

Autor: Stefanie Uhrig, Bild: pixabay

https://de.kiwanis.news/401133

Weitere Vorleser sind willkommen!

Mit #KiwanisLiest können wir zeigen, dass Kiwanis auch im Lockdown

aktiv sein kann. Warum also die Reihe »nach Corona« beenden?

Wir können noch viel mehr Vorleser gebrauchen. Bitte aber die

Regeln beachten:

– Nur Texte verwenden, bei denen die ausdrückliche Genehmigung

vom Rechteinhaber (Verlag o. Autor) vorliegt. Problemlos sind

Texte von Autoren, die länger als 70 Jahren tot sind.

– Die österreichischen Freunde lesen vor allem Märchen der Brüder

Grimm. Um Dopplungen zu vermeiden, bitte euer Märchen bei

Axel Götze-Rohen »anmelden«.

– Stellt euch im Video gerne kurz vor (Name + Club)

– Bitte im Querformat filmen und auf ruhige Umgebung achten.

Windgeräusche stören sehr!

– Die Video-Datei dann bitte an magazin@kiwanis.de mailen oder

per www.wetransfer.com übertragen.

– Bitte Titel und Autoren angeben. Sollte es sich nicht um einen

alten Text handeln (s.o.), bitte die Genehmigung des Rechteinhabers

mitsenden.

8 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


KOPFKINO »AN«!

SCHWERPUNKTTHEMA: KIWANIS LIEST

Die Zukunft: Zwei Jungen kommen aus einer Schule, in der sie gerade durch einen Wissenstransfer den Stoff eines ganzen Tages

binnen Sekunden ins Gehirn »gespritzt« bekommen haben. Vor der Schule finden Sie eine Leiche, wenige Meter entfernt

verwandelt sich ein DeLorean plötzlich in Luft...

Als mein Klassenlehrer damals in der vierten Klasse die Deutschhausaufgabe

aufgab, hatte er das wohl nicht im Sinn. Anstatt eine halbe Seite aus

einem Buch abzuschreiben, habe ich selbst eine zweiseitige Geschichte geschrieben.

Es machte Spaß, Elemente aus den Serien und Filmen, die ich

am Wochenende gesehen hatte, in eine kleine Geschichte zu verwursten.

Gelesen habe ich nie sonderlich viel. Mal im Urlaub ein halbes Buch, mal

nur ein paar Seiten; aber ich schreibe gerne. Artikel, Kommentare und

auch mal die ein oder andere Geschichte. Die meisten Menschen, die gerne

schreiben, sind selbst begeisterte Leseratten, was auch irgendwie Sinn ergibt.

Aber es geht auch anders. Wenn ich mal was lese, spielt sich in meinem

Kopf immer ein kleiner Film ab. Die Charaktere werden durch mir bekannte

Schauspieler gespielt, es gibt Kameraperspektiven, einen Soundtrack und

die Schnitte werden so gemacht, wie ich es mir vorstelle. Das ultimative

Kopfkino.

Das Lesen von Geschichten macht kreativ, das Hirn muss die Buchstaben

auf der Seite selbst interpretieren. Am Ende bleibt aber vielleicht gar nicht

die Vision des Schriftstellers übrig, sondern etwas ganz anderes. Filme-

macher haben es da einfacher; mit den entsprechenden Partnern kann die

Vorstellung des Regisseurs oder des Drehbuchschreibers genau umgesetzt

werden.

Ich habe immer sehr viel Fernsehen geschaut und das tue ich auch heute

noch. Man könnte meinen, es würde die eigene Kreativität einschränken,

aber ich finde, das Gegenteil ist der Fall. Die genauen Vorstellungen des

Kopfkinos können beim Schreiben helfen, exakt das zu Papier zu bringen,

was im Kopf abgespielt wird. Es ist einfach, eine Szene zu schreiben, um

Informationen an den Leser zu vermitteln, aber schwerer, die Szene so zu

schreiben, dass auch ein Gefühl vermittelt wird, z. B. Angst, Freude oder

Unbehagen.

Bücher sind also nicht das einzige Medium, das Schreiben und Kreativität

fördert. Filme von Scorsese, DePalma oder Nolan können auch sehr hilfreich

sein!

Autor: Stefan Uhrig

https://de.kiwanis.news/401127

MENTOR: DIE LESE-LERNHELFER

»Lesen als die Fähigkeit, Texte und Bilder erlesen zu können und zu verstehen,

ist die Grundlage allen Lernens. Es öffnet Kindern und Jugendlichen

das Tor zur Welt. Sie lernen neue Sichtweisen kennen und bekommen

Denkanstöße und entdecken fremde Welten. Sie entwickeln ihre Fantasie,

Empathie und ihre Sprache. Wer lesen kann und die Bedeutung von Texten

erfasst, kann einen Schulabschluss machen, sich eine eigene Meinung

bilden und sein Leben selbst in die Hand nehmen.«

So steht es auf der Homepage von »MENTOR – Die Leselernhelfer Bundesverband

e. V.« (www.mentor-bundesverband.de). In MENTOR

engagieren sich derzeit ca. 12.500 Erwachsene, die als Lesementoren ca.

16.500 Schülerinnen und Schüler beim Lesen fördern. Die Initiative

wurde 2003 von dem Buchhändler Otto Stender in Hannover gestartet.

2008 gründete sich der Bundesverband mit inzwischen 90 Vereinen und

11 kooperierenden Initiativen in ganz Deutschland. MENTOR unterscheidet

sich von anderen Leseinitiativen durch das 1:1-Förderprinzip: Die

Lesekompetenz wird vermittelt, indem jeweils ein Kind von einem Mentor

ein Jahr lang kontinuierlich begleitet wird. Der Bundesverband bildet das

Dach für die regionalen Vereine und unterstützt diese mit Weiterbildungsangeboten

und Materialien für die Leseförderung.

Schirmherren von Mentor sind der Philosoph und Publizist Prof. Richard

David Precht, Skilegende und Buchautor Markus Wasmeier, die Journalistin

Sandra Maischberger, der Autor, Regisseur und Fernsehproduzent

Armin Maiwald sowie die Journalistin Simone Standl. Unterstützt wird

MENTOR finanziell und organisatorisch von diversen großen Unternehmen,

Stiftungen und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung

(BMBF). Aber auch Kiwanis-Clubs haben sich schon für MENTOR engagiert

(worüber das Kiwanis-Magazin auch berichtet hat). So hat der KC

Lübeck-Lubeca das Fundraising-Ergebnis einer Impro-Show an MENTOR

gespendet. Und der KC Ostholstein hat für die Lesementoren der Region

die Leseausweisgebühren der Kreisbibliothek übernommen. (Links zu den

Berichten in der Onlineversion dieses Artikels).

»MENTOR - Die Leselernhelfer« und Kiwanis: eine gute Kombination,

die noch viel Potenzial hat.

Autor: agr

Bild: MENTOR/Andreas Endemann

https://de.kiwanis.news/401144

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

9


SCHWERPUNKTTHEMA: KIWANIS LIEST

LESEND

TAUSEND

LEBEN LEBEN...

Óskar Guðjónsson ist Bibliothekar und Past-President von Kiwanis-Europa. Gerne hat er den nachfolgenden Gastbeitrag für

das Kiwanis-Magazin geschrieben.

Ich war über 40 Jahre aktiv im öffentlichen Bibliothekswesen. Aber schon

sehr früh wurde dieses Motto das Leitmotiv meiner Karriere. Für mich ist

Lesen etwas Magisches. Wer es einmal für sich entdeckt hat, kann es eigentlich

nie mehr verlieren. Auch wenn das Lesen seine physikalischen und

psychischen Effekte hat, die Magie entsteht, weil man durch Lesen tausend

Leben (er)leben kann.

Die Isländer haben sich schon immer als ein sehr belesenes Volk betrachtet.

Es gibt Quellen, gemäß denen Island auf Rang drei der belesensten Nationen

steht. Unser kulturelles Erbe ist eng verflochten mit der Literatur. Island

kann nur wenige Denkmäler oder Objekte aus vergangenen Jahrhunderten

vorweisen. Aber die auf unseren Sagen beruhende isländische Literatur ist

unser größtes kulturelles Erbe. Und wir Isländer haben eine große Tradition

im Erzählen von Geschichten und dabei, unsere Beobachtungen in Reimform

zu bringen. Unser literarisches Vermächtnis wird verkörpert durch die

mündlich übermittelten Sagen und Gedichte, welche seit Jahrhunderten in

der Bevölkerung geschätzt werden.

Auch meinen ersten Kontakt mit Kiwanis verdanke ich der Literatur. Damals

war ich Direktor der NATO-Bibliothek in Keflavik. Der Kiwanis-Club

der NATO-Basis bot der Bibliothek eine umfangreiche Schenkung Isländischer

Bücher in englischer Sprache an. Kurz danach wurde ich eingeladen,

dem Kiwanis-Club beizutreten. Kiwanis hatte mich an der Angel – aber das

ist eine andere Geschichte.

Kiwanis-Clubs in Island unterstützen immer wieder lokale Bibliotheken.

Nach der großen Finanzkrise im Jahr 2008, förderten viele Clubs in finanzielle

Not geratene Schulbibliotheken. Viele Clubs zeichnen auch regelmäßig Kinder

für besondere Leistungen beim Lesen oder Lernfortschritte mit Buchpreisen

aus. Ein exemplarisches Projekt ist das des Kiwanis-Club Reykjavík. Dabei

werden jährlich professionelle Audio-Aufzeichnungen finanziert, bei denen

isländische Kinder für die Blinden-Bibliothek vorlesen.

Man würde kaum ahnen, dass Island nur ca. 340.000 Einwohner hat, wenn

man bedenkt, mit welchem Einsatz das Land dafür kämpft, seinen Einfluss

und seine Einzigartigkeit im Vergleich zum Rest der Welt zu beweisen. Die

geringe Bevölkerung ist eine gute Basis für »Erfolg pro Einwohner«. Als Beispiele

darf ich hier nennen: die höchste Internetnutzung pro Einwohner, die

höchste Alphabetisierungsrate der Welt pro Kopf mit 99,9 Prozent und die

meisten Autoren pro Einwohner. Darüber hinaus lesen Isländer pro Kopf die

meisten Bücher auf der Welt und Island hat die meisten Nobelpreis-Träger

pro Einwohner (Halldór Kiljan Laxness erhielt als erster Isländer 1955 den

Nobelpreis für Literatur ).

Wo wir beim Thema Rekorde sind. Inmitten der Corona-Krise hat das isländische

Ministerium für Kultur und Bildung die Isländer aufgefordert, das

»National-Team für das Lesen« bei einem Weltrekordversuch zu unterstützen

und ihr Lese-Engagement im April digital aufzuzeichnen. Die Ergebnisse

liegen jetzt vor: Die Isländer haben gemeinsam insgesamt 8.770.257

Minuten vorgelesen. Das sind 16 Jahre, 8 Monate, 2 Tage, 22 Stunden und

57 Minuten. Die Experten des Guinness Book of World Records sind immer

noch dabei, diesen Rekord zu verdauen.

Der englische Originaltext von Óskar ist in der Online-Version dieses Artikels

zu lesen: de.kiwanis.news/401134

Autor: Óskar Guðjónsson, Bild: Privat, Bibliothek Reykjavik

10 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


DER »WELTTAG DES BUCHES«

SCHWERPUNKTTHEMA: KIWANIS LIEST

Eigentlich wollten Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken,

Schulen und Lesebegeisterte am 23. April den UNESCO-Welttag

des Buches als großes Lesefest feiern. Nun hat die Corona-Krise

auch die Pläne für diesen Tag zunichte gemacht.

Unter anderem war dazu erneut die Buch-Gutschein-Aktion »Ich schenke

dir eine Geschichte« geplant; eine Initiative vom Börsenverein des Deutschen

Buchhandels und seiner Mitglieder, dem örtlichen Buchhandel, der Stiftung

Lesen, dem cbj-Verlag sowie der Deutschen Post AG und des ZDF.

»Ich schenke dir eine Geschichte« ist eine Kampagne zur Leseförderung,

mit dem Ziel, rund eine Millionen Kinder der 4. und 5. Klassen für das Lesen

zu begeistern. In jedem Jahr bestellen dann ca. 3.500 Buchhandlungen

auf eigene Kosten das Welttagsbuch. Die Schulen können für die Klassen

Gutscheine bestellen, mit denen die Kinder ein kostenlos Exemplar des Welttagsbuchs

erhalten. Das Welttagsbuch 2020 ist der Kurzroman »Abenteuer

in der Megaworld« von Sven Gerhardt. In der Geschichte müssen sich vier

Freunde gemeinsam aus brenzligen Situationen beim Besuch eines Erlebnisparkes

befreien. Ergänzt wird das Buch durch eine 32-seitige Comic-Version,

die Timo Grubing illustriert hat, sowie Begleitmaterial mit Ideen für

den Schulunterricht.

Verschoben – nicht ausgefallen

Wegen der Corona-Krise wurde das diesjährige Lesefest »Ich schenke dir

eine Geschichte« auf den 20. September, den Weltkindertag, verschoben.

Hierdurch haben auch wir Kiwanis die Gelegenheit, uns noch bei diesem

Projekt zu engagieren. Gerade am Weltkindertag, der für uns Kiwanis besonders

bedeutsam ist, eine Chance, die wir nutzen sollten.

Autor: Axel Götze-Rohen, Bild: Welttag des Buches

https://de.kiwanis.news/401139

Seit 2014 ist der Bundesweite Vorlesetag das größte deutsche Vorlesefest.

Initiiert haben den Tag die Wochenzeitung DIE ZEIT, die Stiftung Lesen

und die Deutsche Bahn Stiftung. Jeweils am dritten Freitag im November

zeigt der Vorlesetag, wie bedeutsam das Vorlesen ist. Und er begeistert Kinder

und Erwachsene für Geschichten.

Das Schöne an der Aktion: Mitmachen ist ganz einfach. Wer Spaß am

Vorlesen hat, liest anderen vor. Dabei ist es egal, was, wie lange, wem und

wo vorgelesen wird. Nur die eigene Fantasie setzt die Grenzen. Vorgelesen

wurde und wird in Schulen, Kitas, Bibliotheken, Buchhandlungen, aber

auch in Zoos, Museen, Parks und Fußgängerzonen. Am ersten Aktionstag

2014 beteiligten sich gerade einmal 1.900 Menschen. Inzwischen ist die

Zahl der Vorleser*innen und Zuhörer*innen zwischen Nordsee und Alpen

auf rund 700.000 gestiegen.

In diesem Jahr findet der Bundesweite Vorlesetag am 20. November 2020

statt. Das Jahresmotto für die 17. Ausgabe des Aktionstages lautet »Europa

und die Welt«. Vorleserinnen und Vorleser sind eingeladen, das junge

und jung-gebliebene Publikum mit auf die Reise zu nehmen; durch Länder,

Regionen, Kulturen und zu Menschen, die so viel unterscheidet und doch

so viel verbindet. »Europa und die Welt« bietet Spielraum für Vorlese-Ideen,

denn Vorlesen heißt, gemeinsam Neues zu entdecken und zu lernen,

einander zu verstehen. Der Bundesweite Vorlesetag soll in diesem Jahr die

Vielfalt und das Miteinander in Europa und auf der ganzen Welt aufzeigen.

Die Freunde des KC Frankfurt an der Oder und des KC Deutschland

Netzwerk haben sich schon 2018 und 2019 an der Aktion beteiligt. Und

auch in diesem Jahr wollen sie wieder dabei sein. Es wäre doch wunderbar,

wenn sich noch mehr Clubs beteiligen würden. Wer mitmachen möchte,

kann sich dazu auf www.vorlesetag.de anmelden. Dort gibt es auch Anregungen

und viele nützliche Tips.

Autor: Axel Götze-Rohen, Bild: Der Bundesweite Vorlesetag

https://de.kiwanis.news/401141

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

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AUS DEM DISTRIKT

MITGLIEDER-VERSAMMLUNG

PER POST

Die Corona-Krise hat nicht nur das Highlight eines kiwanischen Jahres zunichte gemacht. Friendship-Dinner, Sitzungen, Gala,

der innige Austausch mit Freunden – all das konnte im Mai nicht stattfinden. Auch das höchste Gremium des Distriktes – die

Mitgliederversammlung (MV) musste vertagt werden. Die Hoffnung lag dabei auf einem Ersatztermin im September. Im Rahmen

der Ämterübergabe hätten die Delegierten zusammenkommen sollen.

Die Sachlage heute (Mitte Mai) ist aber die, dass Versammlungen mit mehr

als 100 Personen bis Ende August verboten sind. Bei der in der Distrikt-Satzung

vorgeschriebenen sechswöchigen Einladungsfrist hätte zu dieser Versammlung

also bereits Mitte August eingeladen werden müssen. Mit dem Risiko,

dass der Termin wieder ins Wasser fällt. Der Gesetzgeber hat in seinem

»Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19 Pandemie im Zivil-,

Insolvenz- und Strafverfahrensrecht« verschiedene Wege eröffnet. Paragraf

5.1. eröffnet die Möglichkeit, dass der aktuell amtierende Vorstand […] bis

zur Bestellung seines Nachfolgers im Amt bleibt. Das hätte den Vorteil,

dass Governor Hermann die Chance hätte, sein quasi ins Wasser gefallene

Amtsjahr nachholen zu können. Diesen Weg gehen die Kiwanis-Freunde

in Frankreich – weitere europäische Distrikte diskutieren diese Option. Da

Governor elect Eric Meurer-Eichberg dies aber kategorisch abgelehnt hat,

weil er auf dem pünktlichen Beginn seines Amtsjahres besteht, muss in einer

Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt werden.

Aber wie soll diese im Zeichen von Corona stattfinden? Dem Geschäftsführenden

Vorstand standen vier Alternativen zur Wahl:

1. Eine MV als Präsenztreffen. Im Zweifel hätte diese dann als außerordentliche

MV stattfinden müssen. In diesem Fall hätten z. B. nur

15 Teilnehmer über alle Wahlen und Beschlüsse entscheiden können.

Dies wäre weder Kiwanis noch den Kandidaten für die diversen

Wahlämter gerecht geworden.

2. Ein Präsenztreffen ergänzt um die Möglichkeit, die Stimmen vor der

Durchführung der Mitgliederversammlung schriftlich abzugeben.

Dabei hätten die vor Ort anwesenden Delegierten abstimmen können.

Diese Stimmen hätten dann um solche, die per Post eingehen,

ergänzt werden müssen. Ein aus Sicht des Vorstands ebenfalls unbefriedigendes

und umständliches Procedere. Denn bei einem dann

doch noch möglichen Ausfall der MV könnte es passieren, dass es kein

Wahlergebnis gibt.

3. Eine rein digitale MV: Dabei hätten Beratungen und Wahlen im Internet

stattgefunden und die Delegierten hätten per Mausklick am

Computer abgestimmt. Der Vorstand hat sich gegen diese Variante

entschieden. Es hätte nicht garantiert werden können, dass alle Delegierten

die erforderliche technische Ausrüstung und das nötige

Know-how haben.

4. Das o. g. Gesetz erlaubt in § 5.3 auch Versammlungen, die ohne die

Anwesenheit der Mitglieder / Delegierten stattfinden. Dabei ist zu

beachten, dass das Quorum mindestens 50 Prozent der Mitglieder

beträgt. Von den 134 Mitgliedern des Kiwanis-International Distrikt-Deutschland

e. V. (die organisierten Clubs) müssten 67 mindestens

eine Stimme abgeben.

Der Vorstand hat sich nach eingehenden Beratungen und Konsultation

unseres Chairman für Rechtsfragen, RA Martin Becker, für die vierte Variante

entschieden.

Das Procedere wird voraussichtlich so aussehen:

1. Die Clubs bestätigen/ korrigieren bis zum 30. Juni eine vorbereitete

Liste mit den Präsidenten, Sekretären und Schatzmeistern als

Club-Delegierte. Änderungen sind bis zum 30. Juni - 24.00 Uhr an

den Governor zu melden. Bis zum diesem Termin sind auch weitere

Kandidatenvorschläge oder Anträge einzureichen.

2. Alle Clubs werden rechtzeitig über die Beschlüsse und Wahlen infor-

12 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


miert. Die Unterlagen werden in myKiwanis hinterlegt und den Delegierten

übersandt. Hinzu kommen Informationen zu den einzelnen

Beratungspunkten per Rundmail und Website. Dies gilt auch für die

Vorstellung der Kandidaten, die ja auch bereits im Kiwanis-Magazin

1/2020 erfolgt ist.

3. Über die Website können mittels Kommentar-Funktionen

Fragen gestellt und beantwortet werden. Alle Kiwanis haben

so die Gelegenheit, sich umfänglich zu informieren.

4. Die Delegierten erhalten rechtzeitig vor dem Wahltermin die Wahlunterlagen.

Nach heutigem Stand stehen folgende Wahlen und Abstimmungen

an:

a. Wahl des Vice-Governors (Kandidaten sind Annegret Pachner vom

KC Kulmbach, Nina Schütz vom KC Erbach/Odenwald und Thomas

Schickentanz vom KC Idar-Oberstein - Links zu den Vorstellungen

der drei Kandidaten im Magazin 1/2020 auf der Online-Version

dieses Artikels)

b. Wahl des Governor elect. Kandidat: Karl-Wilhelm Groß

vom KC Karlsruhe

c. Wahl des Governors. Kandidat: Eric Meurer-Eichberg vom KC Köln

d. Wahl des Distrikt-Sekretärs. Vorgeschlagener Kandidat: Jürgen

Winkelsen vom KC Wuppertal

e. Wahl des Distrikt-Schatzmeisters. Vorgeschlagener Kandidat:

Werner Schulze vom KC Deutschland-Netzwerk

f. Wahl der Rechnungsprüfer. Kandidaten sind Manfred R. Eisenbach

und Christoph Hussy.

g. Genehmigung des Haushaltsplans für das Amtsjahr 2020/21, sofern

er vom Erweiterten Vorstand beschlossen ist. (Ein Haushaltsplan lag

zum Redaktionsschluss am 20.5.2020 noch nicht vor)

h. Genehmigung des Jahresabschlusses 2018/19

i. Entlastung des Vorstands 2018/2019

j. Zustimmung zur vom Vorstand empfohlenen Verwendung des

Überschusses im Amtsjahr 2018/2019

k. Zustimmung über die Verwendung der Provisionen aus dem Kiwanis-Shop.

NEUER SCHULRANZENSHOP

Für die meisten Familien ist der erste Schultag eine aufregende Angelegenheit.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Die Kinder entdecken eine neue Welt und

die Eltern müssen lernen, ihre Kleinen ein Stück los zu lassen.

Der erste Schultag bedeutet für viele Familien auch Stress – finanziellen Stress.

Der Kauf der »Ausrüstung«, die heutzutage erwartet wird, schlägt auf die

Haushaltskasse. Für ein Schulranzenset inkl. Sportbeutel, Brustbeutel und

Mäppchen müssen oft über 250 Euro auf die Ladentheke geblättert werden.

Für einkommensschwache Familien ein zu großer Brocken.

Gut, dass es Kiwanis und das Schulranzen-Projekt gibt, welches ursprünglich

von Past-Governor (2017/18) Burkhard Kemmann vom KC Grünstadt-Leiningerland

aufgesetzt wurde. Durch den Kontakt zu einem namhaften Hersteller

können die deutschen Kiwanis-Clubs hochwertige Schulranzen zu

sehr günstigen Preisen erstehen und weitergeben. Bisher lief die Bestellung

über eine Formular, welches ausgefüllt und dann per Fax oder E-Mail an das

Büro von Burkhard gesandt werden musste. Dort wurde diese dann bearbeitet

und an die Versandabteilung des Produzenten weitergeleitet. Inzwischen hat

AUS DEM DISTRIKT

l. Endorsement (Zustimmung) zur Kandidatur von Axel Götze-Rohen

für das Amt des Kiwanis Vize-Präsidenten Kiwanis-Europa für das

Amtsjahr 2021/22.

(Weitere Anträge, über welche die MV zu befinden hat, lagen bis zum Redaktionsschluss

am 20.5.2020 noch nicht vor.)

5. Alle Wahlunterlagen sind bis zum Wahltag, den 28.08.2020 - 24.00

Uhr eintreffend an das Servicebüro in Koblenz zu senden. Diese werden

dort geprüft und mit dem Delegiertenverzeichnis abgeglichen.

6. Danach gehen die noch geschlossenen Wahlumschläge an einen Notar,

unter dessen Aufsicht die Auszählung durchgeführt wird.

7. Der Notar informiert den Distrikt-Vorstand über die Ergebnisse der

Abstimmungen und Wahlen, welcher danach die Mitglieder unterrichtet.

Die exakten Details des oben skizzierten Procedere wir der Distrikt-Vorstand

nach Rücksprache mit dem Notar präzisieren und darüber schnellstmöglich

per Rundmail informieren.

Hohe Wahlbeteiligung erwartet

Auch wenn der diesjährigen Mitgliederversammlung des Distriktes der besondere

Charme des normalen Convention-Rahmens fehlen wird, bietet sie

doch eine Chance: die Mitgliederbeteiligung sollte deutlich höher liegen

als die in der Vergangenheit üblichen 25 bis 30 Prozent. Denn statt langer

Autofahrten können die Delegierten ihre Stimmen mit einem kurzen Spaziergang

zum Briefkasten abgeben. Insbesondere die Wahlen für die höchsten

Ämter des Distriktes erhielten damit eine besondere Legitimation.

Convention light in Königslutter?

Unabhängig von der jetzt notgedrungen geplanten Mitgliederversammlung

per Post werden wir (wenn Corona und der Gesetzgeber es erlauben) zu einem

Präsenztreffen am 25. und 26. September nach Königslutter einladen.

So ist es möglich (ohne den Druck von Quoren) entspannt Freunde zu treffen,

Gedanken austauschen und Spaß zu haben. Das Treffen wäre eine Art

Mini-Convention mit Ämterübergabe, erster Sitzung des neuen Vorstands

und einem gemeinsamen Abendessen. Und da zum gleichen Zeitpunkt die

Charterfeier des KC Cremlingen geplant ist, könnte auch diese durch die

Anwesenheit vieler Kiwanis-Freunde aufgewertet werden.

Autor: Hermann Büsing & Axel Götze-Rohen, Bild: pixabay

https://de.kiwanis.news/401136

Burkhard die Leitung der B+B Unternehmensberatung an seinen Sohn Sören

übergeben, der ebenfalls Mitglied im KC Grünstadt-Leiningerland ist. Weil

jedes Jahr mehrere Hundert Schulranzen über diesen umständlichen Prozess

abgewickelt wurden, musste das Procedere modernisiert werden.

Ab sofort können die Bestellungen über einen modernen Webshop erfolgen.

Nach der Registrierung auf https://charity.myway-services.de können die

Clubs nun einfach online bestellen. Das Lieferprogramm umfasst die bekannten

Schulranzensets und Schul-Ukulelen.

Der Distrikt-Vorstand dankt Sören Kemmann dafür, dass er die Bestellungen

auch weiterhin mit dem Personal seines Unternehmens abwickelt. Die Clubs

werden ausdrücklich ermuntert, das Angebot weiter zu nutzen. Denn auch in

diesem schwierigen Corona-Jahr werden sich wieder ABC-Schützen auf ihren

ersten Schultag freuen - und manche Eltern mit Bangen an die Kosten für

Schulranzen und Co. denken.

Autor: agr, https://de.kiwanis.news/401140

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

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KIWANIS STIFTUNG

DIE KIWANIS STIFTUNG IST GUT AUFGESTELLT!

Aufgaben wurden neu verteilt und der Webauftritt der Kiwanis Stiftung aktualisiert

Mit dem neuen Vorstand, will die Kiwanis-Stiftung Deutschland die Arbeit

fokussiert und professionell weiterführen. Der Plan dazu steht und im ersten

Schritt wurden die Aufgaben der drei Vorstände in Ressorts eingeteilt.

Der Vorstandsvorsitzende Frank Arenz zeichnet verantwortlich für die

allgemeine Verwaltung, die interne Kommunikation, die Akquisition von

Nachlässen und Erbschaften sowie Finanzen und Buchhaltung. Kersten T.

Janik verantwortet die Entwicklung von Arbeits- und Organisationsstrukturen

sowie Prozessen. Weiterhin wird der Axel Götze-Rohen in dessen

Ressort Marketing unterstützen. Axel verantwortet darüber hinaus die Pressearbeit

der Stiftung. Die drei Vorstände haben als ersten Schritt die Arbeit

digitalisiert. So wurde in CRM (Customer Relationship Management) für

NEUER VORSTAND

die Betreuung der Stifter und ein webbasiertes Collaboration-Tool für die interne

Kommunikation eingeführt. Danach wurde die Website der Stiftung

(www-kiwanis-stiftung.de) restrukturiert und aktualisiert. Neu sind dabei

Videos, in denen die Stiftung und einige Stifter vorgestellt werden.

Autor: Axel Götze-Rohen

Bild: wokandapix auf pixabay

https://de.kiwanis.news/401143

Das Kuratorium der Kiwanis-Stiftung Deutschland hat am 29. Februar

2020 einen neuen Vorstand bestellt. Kersten T. Janik vom Kiwanis-Club

Stuttgart wurde als Nachfolger von Dieter Hagelstein neu in den Vorstand

berufen. Dieter Hagelstein stand wegen zahlreicher neuer Verpflichtungen

nicht mehr für eine Verlängerung des Mandats zur Verfügung. Kersten T.

Janik ist seit 1992 Kiwanier und war von 2017-2019 Lt. Governor der Division

9. Er ist Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens der

Automobilzulieferindustrie.

Weiterhin hat das Kuratorium beschlossen, den Stiftungsvorstands auf

drei Mitglieder zu erweitern. Als weiterer Vorstand wurde Axel Götze-Rohen

vom Kiwanis-Club Xanten-Niederrhein bestellt. Axel, der derzeitige

Immediate Past Governor, wechselt damit aus dem Kuratorium in den Vorstand.

Die neuen Stiftungsvorstände haben ihre Ämter am 11. Mai 2020

angetreten.

Das Kuratorium dankt Dieter Hagelstein, der auch zu den Gründungsstiftern

gehört, für seinen großen Einsatz bei Entwicklung und Aufbau

der Stiftung und für seine Bereitschaft diese auch in Zukunft weiter zu

unterstützen.

Kersten T. Janik

Autor: Axel Götze-Rohen

Bilder: A. Götze-Rohen und Andrea Fauré

https://de.kiwanis.news/401121

Axel Götze-Rohen

14 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


KIWANIS STIFTUNG

KINDER HELFEN KINDERN!

Viele Kinder und Jugendliche stehen gerne singend oder musizierend auf der Bühne, um Eltern, Verwandte und Freunde mit

herzerwärmendem Gesang und musikalischen Talenten zu erfreuen. Beflügelt wird der Einsatz erfahrungsgemäß um so mehr,

wenn sie wissen, dass sie anderen Kindern helfen können, die nichts haben und von ihren Familien oder ihrem Umfeld nichts

erwarten können.

In der letzten Ausgabe des Magazins gab es diverse Beispiele, wie Clubs

Kinder bei ihrem Engagement unterstützen. Dazu gehören auch Förderpreise

für Kinder und Jugendliche, dich sich für andere einsetzen. Zu

den alljährlichen Unterstützern von Kinder-Projekten zählt auch das

langjährige Mitglied des KC Frankfurt am Main, Peter Luyendyk. Nach

seinem Beitritt in 1992 besuchte er den gerade erst gegründeten KC Kiew

in der Ukraine. Er erfuhr, wie sich dessen Mitglieder schon seit langem

um die Straßenkinder kümmern. In Kiew leben einige Tausend Kinder

und Jugendliche auf der Straße, unter Brücken, in Kellern oder in Heizungsschächten;

und jedes fünfte von ihnen soll unter sieben Jahre alt

sein. Die Not ist groß und zahlreiche Kinder erkranken auch heute noch

aufgrund der Tschernobyl-Katastrophe vor 20 Jahren.

Als Peter Luyendyk dem KC Kiew vorschlug, die Kinder zu bitten, ihm

eine Weihnachts-Wunschliste zu schicken, staunte er nicht schlecht. In

der Aufstellung fanden sich Seife, Zahnpasta, Zahnbürsten, Shampoo

und Kekse. Die Kiwanis vor Ort, die später auch Mittagsbetreuung anboten,

ergänzten die Liste um Fertiggerichte, Suppen, Reis und Muesli.

Peter organisierte die Sachen, stellte mehr und mehr Pakete jährlich zusammen

und schickte diese nach Kiew. Dann stellte sich heraus, dass sich

die Kinder auch über gebrauchte Kinderkleidung oder Spielsachen freuen

würden. Peter informierte seine Freunde und Bekannten. Und jetzt kamen

mehr und mehr junge Menschen hinzu, die - unterstützt von ihren

Eltern - Peter mit Kleiderspenden und Spielen versorgten.

Nach dem alljährlichen Versand der Weihnachtspakete erhält der Frankfurter

Club regelmäßig ausführliche Berichte mit Bildern von den Aktivitäten

des Clubs in Kiew. Diese dokumentieren, wie groß die Freude bei

den von ihnen betreuten Kindern ist, etwas Unerwartetes geschenkt zu

bekommen.

Es gibt zahlreiche Kirchengemeinden und Organisationen, die ähnliche

Wege beschreiten. Aber es reicht leider nicht, denn die wirtschaftliche

Lage in der Ukraine ist nicht besser geworden. Wir haben häufig zu viel

und andere benötigen fast alles zum täglichen Leben von Dritten. Das

ist um so trauriger, wenn es um Kinder geht. Wenn wir unseren Kindern

erklären, was sie alles für benachteiligte Kinder in anderen Ländern machen

könnten, wären sicherlich sehr viele mit Herzblut dabei, zum Beispiel

gebrauchte Kleidung oder Spiele weiterzugeben. Und die Ukraine ist

nur eines der Länder mit großen sozialen Problemen.

»Kinder helfen Kindern«: Die Kiwanis-Stiftung unterstützt

Die Kiwanis-Stiftung Deutschland wird ihre Arbeit in Zukunft stark

auf das Motto »Kinder helfen Kindern« konzentrieren. Denn Kinder

und Jugendliche, die sich heute für ihre Mitmenschen engagieren, sind

die Stützen der Gesellschaft von morgen - und dann auch gefragte Mitglieder

von Kiwanis.

Lasst uns also von Clubs wie Kulmbach oder Bonn sowie von aktiven

Kiwanis-Freunden wie Peter zu weiteren Projekten inspirieren. Wir

Kiwanis können junge Menschen motivieren und dabei unterstützen,

stark benachteiligten Kindern zu helfen. Und jeder Kiwanis-Club wird

gebeten, über seine kreativen Lösungen zu berichten. Es gibt immer etwas

dazuzulernen, zu optimieren oder neu anzufangen. Die Kiwanis-Stiftung

wird die Clubs bei diesen Initiativen tatkräftig unterstützen.

Mit herzlichen kiwanischen Grüßen aus Frankfurt. Bleibt alle gesund,

aber auch weiterhin aktiv!

Autor: Gernot Warmuth

KC Frankfurt/Main

Mitglied des Kuratoriums der Kiwanis Stiftung Deutschland

Bild: KC Kiew

https://de.kiwanis.news/401124

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

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KIWANIS FOUNDATION, KCF

HILFE FÜR »BETHANIEN«

https://de.kiwanis.news/401105

Das Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville eröffnet am 1. April eine

Außenwohngruppe für Kinder, die aufgrund schwerer Erfahrungen und

Belastungen eine besonders intensive Form der Betreuung benötigen. In

der Taubenmühle, einem ehemaligen Bauernhof in ländlicher Abgeschiedenheit,

werden die Kinder mit tiergestützter Pädagogik unterstützt, sich

zu stabilisieren und sich anschließend wieder in Schule und Lebensumfeld

zu integrieren. Damit wird Kindern in Notsituationen geholfen, die in der

regulären Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz finden. Für sie stellt der Bauernhof

einen geschützten Rückzugsort dar, der sich durch feste Strukturen

und Sicherheit auszeichnet. Leben und Umgang mit Tieren erfordert Verantwortung

und Empathie, Eigenschaften, die sogenannte »Systemsprenger«

auf diesem Weg lernen können. Der Hilfsfonds e. V. des ehemaligen KC

Wiesbaden, die Kiwanis Foundation Deutschland und der KC Deutschland-Netzwerk

haben das Projekt gemeinsam mit 10.000 Euro unterstützt.

Autor: Dr. Michael Henrich, Bild: Christina Bergold, Bethanien Kinderdorf

FOUNDATION & KCF SPRINGEN EIN

Während der Corona-Pandemie ist an vielen Stellen besonders viel Hilfe nötig. Die Kiwanis Deutschland Foundation unterstützt

daher SOS Kinderdorf und UNICEF. Der Kiwanis Children’s Fund ruft zu großer Spendenaktion für Corona-Hilfen auf.

Gewalt ist in jedem Umfeld furchtbar. Besonders schlimm kann sie aber in der

eigenen Familie sein – dort, wo sich Kinder eigentlich geborgen und sicher fühlen

sollen. Das SOS Kinderdorf-Mütterzentrum Salzgitter bietet deshalb Kurse

für Familien an, in denen es auch um den gewaltfreien Umgang miteinander

geht. Das allerdings funktionierte nun aufgrund der Corona-Pandemie nicht

mehr, die Kurse mussten entfallen. Dank einer Spende von 2.000 Euro von

der Kiwanis-Foundation konnten nun die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

weiter beschäftigt werden und täglich mit den Familien telefonieren. Auch das

kann einen großen Teil dazu beitragen, angespannte Situationen zu Hause zu

entschärfen und hoffentlich so viel Gewalt wie möglich zu verhindern.

1.500 Stück Handseife und 2.400 Paar Sicherheitshandschuhe – das hat die

Foundation im April an UNICEF Deutschland gespendet. Was banal klingt,

ist derzeit wirklich unersetzlich und hilft dabei, Kinder und ihre Familien vor

COVID-19 zu schützen. Wenn schon in Deutschland die Schutzkleidung

knapp wird, wie sieht es dann in anderen Ländern aus? Wie geht es Flüchtlingen

in Lagern in Syrien oder Griechenland? UNICEF weiß, wo Hilfe benötigt

wird, und gibt konkret an, wie man sich beteiligen kann: mit Seife, Schutzkleidung

für das Gesundheitspersonal oder Basis-Hygienesets. Jede Hilfe zählt

nun auch doppelt, da die UNICEF-Unterstützer Susan und Stefan Findel die

Spenden aufstocken.

Auch der Kiwanis Children’s Fund (KCF) ist in der Corona-Krise weiterhin

aktiv. So ging ein Aufruf an alle KCF-Botschafter weltweit, auf Facebook

Spendenaufrufe zu posten, so dass COVID-19-Hilfsprojekte unterstützt werden

können. Auch unser Botschafter Julio Srulijes hat eine Aktion gestartet

– vielleicht hat der ein oder andere Kiwanis es ja auf Facebook gesehen.

#KidsNeedKiwanis – #KinderBrauchenKiwanis: Jetzt noch mehr als sonst,

sind Kinder auf unsere Unterstützung angewiesen. Wir danken allen Organisationen

für ihre Arbeit, und allen Kiwanis, Freunden, Bekannten, die Kindern

auf verschiedenste Weise helfen.

Autor: Stefanie Uhrig, Bild: pixabay

https://de.kiwanis.news/401132

16 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


ZUKUNFTSWERKSTATT

EINE LANZE BRECHEN FÜR

DEN LT. GOVERNOR

»Der Lt. Governor und sein unmittelbarer Nachfolger im Amt, genannt Lt. Governor elect, werden für ein oder zwei Amtsjahre

auf einer [...] Divisionsversammlung gewählt, die jährlich in der Zeit vor der Jahresversammlung des Distrikts stattfindet.«

So bestimmt es unsere Satzung im Distrikt.

Was sich so einfach und selbstverständlich liest, ist mitunter gar nicht

so einfach umzusetzen. Dabei geht es weniger um die Wahl selbst, als

vielmehr darum, Kiwanier zu finden, die bereit sind, sich in das Amt

wählen zu lassen. Berufliche Belastung, Familie oder zeitliche Engpässe

sind vielfach die Argumente mit denen das Amtsangebot abgelehnt wird.

Diese und zahlreiche weitere Gründe haben natürlich alle ihre Berechtigung,

sind aber in der Summe im Ergebnis doch sehr schade. Nicht nur,

weil eine Division eventuell verwaist oder der derzeitige Amtsinhaber in

Ermangelung eines Nachfolgers das Amt zum wiederholten Mal quasi

ausführen muss. Nein, schade besonders auch deshalb, weil das Amt des

Lt. Governors seinem Inhaber viele persönliche Impulse und Benefits

bietet. Dabei geht es nicht so sehr um die Bedeutung der Position wie sie

z. B. ausführlich im »Kiwanis International Leadership Guide« (2019)

beschrieben ist, sondern um die Erweiterung des Blickfeldes weit über die

eigenen Clubgrenzen hinaus.

Die Besuche und das Kennenlernen der umliegenden Clubs mit ihren

Mitgliedern und Aktivitäten sind per se eine Bereicherung. Jeder Kiwanis-Club

tickt anders. Es ist einfach spannend, die Kreativität der

Clubs zu erleben: Bei deren Einsatz und den Aktionen für Kinder und

Jugendliche, der Durchführung von Konzerten, Fundraising Projekten,

Vorträgen und all den Events, die ein Clubleben attraktiv machen. Oder

auch bei den Diskussionen, wenn es um die weitere Zukunft und die Gewinnung

neuer Mitglieder geht. Von all diesen Erfahrungen kann last but

not least natürlich auch der Heimatclub des Lt. Governors profitieren.

Aber es geht nicht nur um die Clubs in der Division, sondern auch um

das Kennenlernen und die Beziehungen zu ganz vielen Kiwanis-Freundinnen

und -freunden landesweit im Distrikt. Als Mitglied des Distriktvorstandes

nimmt der Lt. Governor an den i. d. R. dreimal jährlich

stattfindenden Arbeitssitzungen des Erweiterten Vorstandes teil (Reise-

und Übernachtungskosten werden vom Distrikt übernommen). Die

Präsentationen und Workshops zu ganz unterschiedlichen Themen und

insbesondere der Gedankenaustausch der Teilnehmer untereinander bieten

Horizonterweiterung und eine Fülle von Möglichkeiten, Kontakte

herzustellen und Freundschaften zu vertiefen. Und damit wird es ganz

einfach, zum Telefon zu greifen, wenn einem einmal »der Schuh drückt«

oder man einen Rat oder Anregungen sucht.

Natürlich erfordert das Amt des Lt. Governors auch die Bereitschaft,

einige Stunden der Freizeit für Kiwans zu investieren. Auch Fahrzeiten

anlässlich von Clubbesuchen und Meetings sind nicht ganz zu vernachlässigen.

Aber es gilt, eine Lanze zu brechen für das Amt des Lt. Governor,

das leider mitunter und völlig zu Unrecht wenig begehrenswert zu sein

scheint. Denn dieses Amt ist es allemal wert: Eine persönliche Bereicherung

und ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung unseres kiwanischen

Zusammenhalts zugleich.

Eine ausführliche Beschreibung der Aufgaben und Kompetenzen enthält

der Flyer »Der Lieutenant Governor – Stellvertreter, Macher, Leader«.

Im Kiwanis-Shop kann sie bestellt werden.

Autor: Karl-Wilhelm Groß

Bild: Kiwanis International

https://de.kiwanis.news/401131

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

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CLUB EXTRA

LOCKDOWN?

NICHT FÜR

KIWANIS!

Wie Kiwanis-Clubs dem Corona-Virus trotzen

Das Corona-Virus hat eine gesellschaftliche und ökonomische Vollbremsung

verursacht, wie die Menschheit sie wohl kaum zuvor gesehen hat. In

dieser Ausgabe des Kiwanis-Magazins wollten wir die Auswirkungen der

Pandemie auf die Aktivitäten der Clubs beleuchten. Wir haben gefragt, welche

Alternativen zu den klassischen Club-Meetings gefunden wurden. Wie

haben Kiwanis-Freundinnen und -Freunde trotz Kontaktbeschränkungen

und geschlossenen Hotels und Restaurants den Kontakt untereinander gepflegt?

Welche besonderen Aktivitäten gab es, um in Zeiten von Corona zu

helfen? Fünf Clubs haben über ihre Corona-Aktionen berichtet: Ahrensbök,

Böblingen-Sindefingen, Erbach, Emmendingen-Tara und Straubing.

Autor: Axel Götze-Rohen, Bild: pixabay

https://de.kiwanis.news/401128

MASKEN FÜR KINDERKLINIK

Der Kiwanis-Club Böblingen-Sindelfingen und die Jugendfarm Böblingen

e. V. haben am 8. April 50 Kinder-Nasen-/Mundmasken an die Klinik für

Kinder- und Jugendmedizin an den Kliniken Böblingen übergeben. Unter

Einhaltung hoher Sicherheitsstandards nahm Dr. Gerald Nachtrodt, stellvertretend

für den geschäftsführenden Chefarztes Dr. Lutz Feldhahn, die

Masken entgegen.

Die Jugendfarm Böblingen e. V. hat die Kinder-Nasen-/Mundmasken hergestellt

und der Kiwanis-Hilfsfonds Böblingen-Sindelfingen e. V. hat diese

finanziert. 50 weitere Masken werden in den nächsten Tagen an die Kinderklinik

übergeben. Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz dankte

beiden Vereinen für die Aktion: »Engagement für Hilfsbedürftige und damit

für das Gemeinwohl unserer Stadtgesellschaft ist gerade in Krisenzeiten

um so wichtiger. Daher freut mich diese hervorragende konzertierte Aktion

zwischen der Jugendfarm und Kiwanis zugunsten der Böblinger Kinderklinik

sehr! Sie ist angesichts der gesundheitlichen Herausforderungen durch

das Corona-Virus vorbildlich, verdient viel Lob und Anerkennung.«

Autor und Bild: Georg Jager

https://de.kiwanis.news/401108

18 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


CLUB EXTRA

KC IM EINSATZ

GEGEN CORONA!

Auch im Kiwanis-Club Straubing steht das gewohnte Clubleben

still. Doch die Mitglieder bleiben weiter ehrenamtlich aktiv.

So baut Dr. Matthis Kiefl in seiner Praxis mit dem 3D-Drucker Schutzmasken

für medizinisches Personal – gleichzeitig betätigt er sich als freiwilliger

Tester in der Corona-Teststrecke. Für eine lokale Initiative, bei der Essen

gegen freiwillige Spenden gekocht wird, spendet Josef Erl die Getränke. Er

ist Braumeister der gleichnamigen Brauerei und derzeit Schatzmeister des

KC Straubing. Auch Präsident Christian Dummer bringt sich ein: Er fährt

für das Freiwilligenzentrum Straubing Lebensmittel für ältere Mitbürger

und Personen aus Risikogruppen aus. Als Chefarzt im Klinikum Straubing

ist Prof. Dr. Robert Obermeier zudem täglich an vorderster Stelle im Einsatz.

Wie man sieht, setzt sich der Kiwanis-Club Straubing auch während

der Corona-Zeit für die Bürger ein – und für die Zeit danach gibt es schon

jede Menge Ideen.

Autor: Stefanie Uhrig

Bild: Geliefert von Autor

https://de.kiwanis.news/401118

SCHUTZMASKEN FÜR

DIE TAFEL

Der Kiwanis-Club Ahrensbök e. V. hilft helfen und hat der Ahrensböker

Tafel 200 Mund-Nasen-Schutzmasken zur Verfügung gestellt. Mit diesen

Masken wurden die freiwilligen Helferinnen und Helfer der Tafel ausgestattet.

Gerade für sie ist das Tragen einer solchen Schutzmaske bei der

Ausgabe von Lebensmitteln enorm wichtig. Auch der Vorstand der Tafel

freut sich über die Spende der Schutzmasken: »Wir können die Schutzmasken

sehr gut gebrauchen. Für den Schutz der Kolleginnen und Kollegen

sowie der Besucher der Tafel sind die Masken eine große Hilfe in der täglichen

Arbeit. Für uns bedeutet diese Spende eine besondere Form der Anerkennung

für unsere Arbeit in der Corona-Zeit. Auf den Kiwanis-Club

Ahrensbök kann man sich verlassen.«

Autor: Marko Kindermann, Bild: Geliefert von Autor

https://de.kiwanis.news/401119

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

19


CLUB EXTRA

TABLETS FÜR

DEN KINDER-

SCHUTZBUND.

Der KC Ostholstein spendet Endgeräte

Das war ein Highlight in der langen Vereinsgeschichte des KC Ostholstein.

Nach diversen Videokonferenzen traf man sich zum ersten Präsenzmeeting

im Rittersaal des Eutiner Schlosses. »Die Corona-Verordnungen konnten

gut eingehalten und ein sehr produktives Meeting in schönem Ambiente

durchgeführt werden«, so Clubpräsident Rainer Steinbock. Im Rahmen

der Tagesordnung konnten wichtige Themen besprochen werden. Als aktuelles

Charityprojekt spendet der Club dem Kinderschutzbund Ostholstein

2.500 Euro, damit dieser Tablet-Computer für benachteiligte Kinder

und Jugendliche für das Homeschooling kaufen kann. Damit wird gewährleistet,

dass diese am digitalen Unterricht teilnehmen und ihre Aufgaben

erledigen können. So verlieren auch sie nicht den schulischen Anschluss.

Autor: Uwe Paap

Bild: Uwe Paap

https://de.kiwanis.news/401146

LEBENSMITTELHILFE IN DER KRISE

Für Kinder aus finanzschwachen Familien gibt es aus dem »Bildungs- und

Teilhabepaket« des Bundes in Kitas oder Schulen kostenlose Mittagessen.

Weil das mit Schließung der Kitas und Schulen wegfiel, packt der KC Speyer

seit Mitte Mai Lebensmitteltüten. Engpässe bei der Grundversorgung möchte

der Club entschärfen und gibt wöchentlich Tüten mit haltbaren Nahrungsmitteln,

Gemüse, Obst sowie Rezeptideen aus. Bedürftige Familien

wurden von den Kitas und Schulen angesprochen. Diese erhielten einen Gutschein,

der vorgelegt werden musste, um die Anonymität gegenüber Kiwanis

zu gewährleisten. Einige Einrichtungen holen die Tüten für ihre Kinder bei

der Kiwanis-Ausgabestelle ab, viele Familien nehmen sie dort aber auch persönlich

entgegen und zeigen sich überaus dankbar für die Unterstützung.

Autor: Nicole Kaminsky

Bild: Manfred Kabs und Tina Krauß

https://de.kiwanis.news/401147

20 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


CLUB EXTRA

CLUB-HILFE

IN ALBANIEN

Der KC Kulmbach engagiert sich zusammen mit lokalen Kiwanis

in der Stadt Durrës an der albanischen Mittelmeer-Küste

Bei seiner Rundreise 2019 in Albanien, hat der KC Kulmbach auch Mitglieder

des KC Shkoder getroffen und für gemeinsame Projekte seine Verbundenheit

versichert. Als im November 2019 ein schweres Erdbeben auch

die Stadt Durrës verwüstete, die den Kulmbachern noch in sehr guter Erinnerung

ist, haben die Mitglieder unter sich zu einer Sammlung aufgerufen.

Die Fördergesellschaft hat aufgestockt und 1.000 Euro zur Unterstützung

von Betroffenen an den KC Shkoder überwiesen. Leider kam die Corona-Krise

dazwischen, bei der in Albanien eine wesentlich straffere Ausgangsbeschränkung

galt als bei uns. Erst jetzt können aber langsam Pakete

per Fahrrad mit dringend benötigten Hilfsgütern und Lebensmitteln für

hilfsbedürftige Familien, die auch behinderte Kinder zu versorgen haben,

ausgeteilt werden.

Autor: Rosi Müller, Bilder: Arbana vom KC Shkoder

https://de.kiwanis.news/401123

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

21


CLUB EXTRA

DAFÜR SIND DIE RÜCKLAGEN!

Schnell Hilfe leisten, auch wenn Fundraising-Events wegbrechen? Genau das ist jetzt wichtig, hier sind die Clubs gefragt!

Funktionieren kann es, wie beim KC Erbach/Odenwald, mit Hilfe von

Rücklagen. Jeder Club, der sie hat, sollte jetzt dort spenden, wo es dringend

gebraucht wird. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Der KC Erbach/Odenwald konnte auf diese Weise sowohl lokal als auch

international helfen. Das Erbacher Frauenhaus erhielt altersgerechte Spielsachen

für die vielen Jugendlichen, die gerade dort leben – und dazu noch

Kiwanis-Masken vom KC Schärding, dem Partnerclub der Erbacher.

Zudem spendete der Club an den Abaana Afrika e. V., der ein Schulprojekt

in einem Dorf in Uganda leitet. Seit auch dort die Schulen geschlossen wurden,

leben die Kinder wieder bei ihren Familien im Dorf. Das stellt viele

vor große Probleme, denn die Kinder hatten in der Schule ihre Mahlzeiten

bekommen. Nun müssen die Familien also mehr Menschen ernähren. Und

das, obwohl viele durch die Ausgangssperren nicht arbeiten können. Die

Spende des KC Erbach versorgt nun für vier Wochen etwa sieben Familien

mit Nahrungsmitteln.

Vom KC Erbach/Odenwald an alle Kiwanis-Freunde: Bleibt gesund, bleibt

optimistisch, helft, wo ihr könnt!

Autor: Stefanie Uhrig, Bild: Abaana Afrika e. V.

https://de.kiwanis.news/401130

6.000 EURO FÜR MAKS

Wegen der Corona-Pandemie musste der KC Emmendingen TARA eine

lange geplanten Benefizabend absagen. Die gute Nachricht: Alle Sponsoren

und viele Gäste, die auf die Rückgabe der Eintrittsgelder verzichteten,

unterstützten den Club trotzdem, um die wertvolle Arbeit für MAKS

fortsetzen zu können. MAKS ist eine ambulante Einrichtung für Kinder

und Jugendliche deren Eltern sucht- und/ oder psychisch krank sind oder

waren.

So konnte der Vorstand letzte Woche 6.000 Euro an Helga Dilger und

Claudia Quilitzsch von MAKS übergeben. Das Geld füllt die Lücke, der

aktuell pandemie-bedingt entfallenden Spendengelder aus Vorträgen,

Benefizveranstaltungen und Geburtstagsfeiern für Angebote und Förderungen,

die sonst nicht möglich wären. Die beiden berichteten, dass der

Arbeits-, Zeit und Kostenaufwand durch Corona beträchtlich höher ist.

Gerade jetzt in der Krisensituation wurde offensichtlich, wie wichtig Unterstützung

und Betreuung sind. MAKS versucht Struktur und Zuversicht

zu geben und die Kinder wo es geht zu unterstützen. Je früher Hilfen erfolgen,

um so eher können die Kinder in ihren Kompetenzen unterstützt

werden und um so geringer ist das Risiko einer eigenen Erkrankung.

Der Club ist seinen treuen Sponsoren/Unterstützern außerordentlich

dankbar. So war die Benefizaktion dank der Unterstützer trotz Absage ein

großer Erfolg.

Autor: Christiane Schlüter, Bild: KC Emmendingen-Tara

https://de.kiwanis.news/401135

22 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


CLUB EXTRA

AUKTION IN

CORONA-ZEITEN

Mit Abstand und Vorsicht: Der KC Melle versteigert trotz der

Pandemie auch in diesem Jahr Handtaschen

Auch in Corona-Zeiten bleibt der KC Melle aktiv. Die Organisatorinnen

Sabine Knabe-Vieler, Heike Niemann, Christine Pietsch-Heine und Dr.

Julia Wedegärtner bereiten die diesjährige Handtaschen-Auktion vor. Die

Auktion, die seit der Gründung des Clubs angeboten wird, findet in Melle

und Umgebung großen Anklang, so dass sie einen festen Platz im Meller

Veranstaltungskalender gefunden hat. Nicht nur das große und vielseitige

Angebot an gut erhaltenen Handtaschen überzeugt die Gäste, vielmehr

kommt auch die lockere und unterhaltsame Atmosphäre gut an und ist ein

Garant für einen vergnüglichen Abend. Und die Besucherzahlen wachsen

stetig. Der Club ist zuversichtlich, dass die Veranstaltung in einem Autohaus,

selbst in Corona-Zeiten, in denen es auf Abstand ankommt, durchgeführt

werden kann.

Autor: Beate Reifenberger, Bild: KC Melle

https://de.kiwanis.news/401120

IN MEMORIAM

Mit großer Trauer nimmt der KC Ratzeburg Abschied von

† Dr. Jörn Werner Herold

* 20.05.1941 †19.05.2020

Als Gründungsmitglied hat er seit 1986 unseren Club maßgeblich

geprägt. Mit kreativen Ideen und großem Engagement

hat er sich immer wieder für dieKiwanis-Idee eingebracht. Wir

vermissen ihn sehr und werden ihn ganz sicher nicht vergessen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Für die Freunde des Kiwanis Club Ratzeburg

Dr. Jochen Tiedemann, Präsident

Wir trauern um unser Clubmitglied und lieben Freund

† Erich L`hoste

Sein Engagement, seine positive Ausstrahlung und seine

Freundlichkeit werden uns sehr fehlen. Erich gehörte unserem

Club als Gründungsmitglied seit dem Jahre 1980 an. Viele Jahre

war er zuständig für alle technischen Fragen rund um den

Charity-Stand am Weihnachtsmarkt. Sein Fachwissen und sein

feinsinniger Humor sind verbunden mit vielen gemeinsamen

Arbeitsstunden zum Wohl der Menschen in unserer Stadt.

Vorstand und Mitglieder des Kiwanis-Club Lörrach

Wir trauern um unser Clubmitglied und lieben Freund

† Josef Gromer

Josef engagierte sich vorbildlich für die Kiwanis-Idee und setzte

sich auch in seinem öffentlichen Wirken für die Schwachen in

unserer Gesellschaft ein. Er war im Amtsjahr 2016/2017 unser

Präsident. Seine Menschenfreundlichkeit und sein ausgleichendes

Wesen waren ein Ruhepol in unserem Club. Konstruktiv

und zielführend beteiligte er sich an den Diskussionen. Josefs

Hilfsbereitschaft, Toleranz und liebenswerte Art werden uns

sehr fehlen. Wir werden ihn in dankbarer Erinnerung behalten.

ICH HELFE – AUCH

WENN ICH MAL

NICHT MEHR DA BIN

Vorstand und Mitglieder des Kiwanis-Club Lörrach

www.kiwanis-stiftung.de

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

23


AUS DEN CLUBS

RATZEBURG

Erfolgreiche Mitgliederwerbung!

Zum vierten Mal hatte der KC Ratzeburg Interessenten

zu einem Informationsabend mit gemeinsamen

Essen eingeladen. Die Idee kommt

von KF Dr. Eckhard Zunker. Ergänzend zu

einer Präsentation des Clubs, bat Eckhard die

Freunde darum, ihre Motivation für Kiwanis

vorzustellen. Daraus ergab sich ein schöner

Querschnitt von Gründen für die Kiwanis-Idee.

Mit der Idee zur Einladung von Interessenten

hat der KC in vier Jahren bereits sechs neue

Mitglieder gewinnen können. Und auch dieser

Abend war wieder ein Erfolg: Der Club wartet

auf das Ende der »Corona-Zeit«, damit zwei

neue Mitglieder aufgenommen werden können.

Autor: Werner Büttner

Bild: Wolfram Braun

https://de.kiwanis.news/401109

ERBACH/ODENWALD

Zweckvoll volle Bäuche

Das Muschelessen des KC Erbach/Odenwald ist

ein gutes Beispiel fürs »Event-Splitting«. Auch

wenn die Leute wegen des Essens kommen - der

Spendenzweck ist wichtig. Der Club unterstützt

eine Jugendsegelreise mit 1.250 Euro und der selbe

Betrag geht an das internationale Projekt »Casa

Verde«, ein Heim für Straßenkinder in Peru. Das

Muschelessen bedeutet relativ viel Aufwand, hat

aber positive Aspekte: Der Zusammenhalt wird

gestärkt und auch Mitglieder, die wenig Zeit haben

um sich einbringen, finden hier eine Rolle,

die zu ihnen passt. Wiederkehrende Events haben

auch den Charme, dass man sie immer weiter optimieren

kann. Man weiß, was zu tun ist und aus

Fehler wird gelernt. So werden Veranstaltungen

immer besser. Mit Wiedererkennungswert, treuen

Teilnehmern und viel Spaß. Empfehlenswert!

Autor: Dr. Stefanie Uhrig

Bild: KC Erbach/Odenwald

https://de.kiwanis.news/401098

MÖCKMÜHL

Geheimsache Igel

Vom 11. bis zum 14. November 2019 fanden an

den Kindergärten und Schulen in Möckmühl,

Jagsthausen und Herbolzheim Aufführungen

der »Geheimsache Igel« statt. Geheimsache Igel

ist ein Theaterstück, das Kinder stark macht.

Das Stück soll Kinder zu selbständigen, aktivem

Handeln anregen und dazu beitragen, ihr Selbstbewusstsein

zu stärken. Den kleinen Zuschauern

wurden auf kindgerechte, spannende und humorvolle

Weise die Themen Abgrenzung, »Nein

- Sagen« und gewaltfreie Kommunikation vermittelt.

Das Theaterstück dauerte jeweils ca. 35

Minuten. Anschließend fand in den jeweiligen

Klassen oder Kindergärten eine Nachbereitung

von ca. 40 Minuten statt. Der Kiwanis Club

Möckmühl e. V. hat die Veranstaltungen, an

denen insgesamt ca. 300 Kinder teilgenommen

haben, im vollen Umfang finanziert.

Autor: Andreas Drexler , Bild: Geliefert von Autor

https://de.kiwanis.news/401099

MÖCKMÜHL

MELLE

ACHERN-ORTENAU

Helfende Pfoten für Aron

Auch in diesem Jahr nahm der KC Möckmühl

am Winterglühen in Möckmühl teil. Das diesjährige

Wintergrillen widmeten die Möckmühler

Kiwanis einem besonderen Zweck: Der Club

wollte dem 5-jährigen Aron aus Osterburken

einen Epilepsie-Warnhund ermöglichen. Der

Junge leidet an einer nicht therapierbaren Epilepsie

mit lebensbedrohlichem Sauerstoffmangel.

Er kam mit einem schweren Herzfehler zur Welt

und musste bereits als Säugling am Herzen operiert

werden. Außerdem leidet Aron am »Klinefelter-Syndrom«.

Er ist entwicklungsverzögert

und körperlich sehr eingeschränkt. Ein Epilepsie-Warnhund

erkennt Anfälle schon einige Zeit

vorher und kann so schlimme Folgen verhindern.

Anschaffung, Versorgung und Ausbildung eines

Epilepsie-Warnhundes kosten ca. 21.000 Euro,

die der Club jetzt zur Verfügung stellt.

Autor: Andreas Drexler, Bild: Geliefert von Autor

https://de.kiwanis.news/401100

24 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

Kleine (Socken-)Spende

Seit fast einem Jahr beliefert der Strickkreis um

Beate Reifenberger den Babybesuchsdienst im

Landkreis Osnabrück mit Babysöckchen. Diese

werden Begrüßungspäckchen beigefügt, in denen

auch die Broschüre »Bitte nicht schütteln«

zum Thema Schütteltrauma liegt. Beim Schütteltrauma

schlägt der Babykopf hin und her. Die

schwache Nackenmuskulatur kann den Kopf

nicht abfangen, so dass Blutgefäße und Nervenbahnen

reißen können, was zu bleibenden Schäden

führen kann. Überforderung oder andere

Stresssituationen können zu unbedachten Aktionen

im Umgang mit Neugeborenen führen.

Meist ist es den Eltern ihnen nicht bewusst, wie

gefährlich dies für das Baby ist. Darum ist aufklären

und sensibilisien so wichtig. Der Meller

Kiwanis-Club ist froh, mit dieser kleinen Aktion

dazu beitragen zu können.

Autor: Beate Reifenberger

Bild: Presseabt. des LK Osnabrück

https://de.kiwanis.news/401101

Frauen helfen Frauen

Im Rahmen des letzten Clubabends übergaben

Club-Präsident Frank Limberger und Charitypräsident

Jürgen Klemm eine 20.000-Euro-Spende

an die stellv. Geschäftsführerin des Vereins

»Frauen helfen Frauen Ortenau e. V.« Diese

bedankte sich für die regelmäßige Unterstützung

durch die Acherner Kiwanis-Freunde seit 2005.

Sie berichtete, wie sich der Verein seit fast 40 Jahren

für Frauen und deren Kinder stark macht, die

physische und psychische Gewalt ertragen müssen:

Frauen, die geschlagen, verletzt, beschimpft,

bedroht, vergewaltigt und kontrolliert werden;

Frauen, die sich nicht mit Freunden, Bekannten,

Verwandten treffen dürfen; Frauen die Angst haben.

Die Förderung durch Kiwanis kommt den

Kindern der Frauen in Form einer Reittherapie

zugute, durch die sich recht bald positive Veränderungen

zeigen.

Autor: Jürgen Klemm, Bild: Uta Vogel

https://de.kiwanis.news/401102


SPEYER

Gelungene Ostertüten-Aktion

Der Kiwanis-Club Speyer hat für Kindergartenund

Grundschulkinder aus finanziell schwachen

Familien und jenen, die die Corona-Krise in eine

prekäre Situation gebracht hat, eine leckere Ostertüte

gefüllt. Am Gründonnerstag verteilten die

Mitglieder die bunten Tüten mit gesundem und

leckerem Inhalt, und natürlich fehlte auch der

Schokoladenosterhase nicht. Einige Tüten erhielt

auch die Speyerer Tafel, weitere 150 Ostertüten

wurden für ein Speyerer Kinderhaus vorbereitet,

das zuvor großen Bedarf angemeldet hatte. »Auf

ein paar Osterleckereien sollte kein Kind verzichten

müssen«, war die einhellige Meinung der

Speyerer Mitglieder. Nach drei Stunden waren

über 300 Tüten vergeben und zahlreiche Kinder

ein wenig glücklicher.

Autor: Axel Götze-Rohen

Bild: Tina Krauß

https://de.kiwanis.news/401110

KULMBACH

Kiwanis unterstützt die Tafel

Wie viele andere hat die Tafel Kulmbach geschlossen

– schließen müssen, wegen der Corona-Pandemie,

um die meist schon älteren ehrenamtlichen

Mitarbeiter zu schützen. Ein Dankeschön hat die

1. Vorsitzende der Tafel Kulmbach jetzt an alle gerichtet,

die die Tafel in der letzten Zeit unterstützt

haben, z.B. mit Geld- und Sachspenden. Und doch

könne die Tafel auch weiterhin jede Unterstützung

gebrauchen. Aufgrund der Corona-Krise werden

von der Kulmbacher Tafel bis auf weiteres Gutscheine

statt Lebensmittel ausgegeben. Die Gutscheine

sind von Supermärkten in Kulmbach und

haben einen Wert von 10 bis 25 Euro. Pro Ausgabe

kommen um die 60 bis 70 Personen. Auch

der Förderverein des KC Kulmbach hat, neben

Einzelspenden von Mitgliedern, der Kulmbacher

Tafel 500 Euro gespendet.

Autor: Rosi Müller

Bild: Jasmine Lin auf Pixabay

https://de.kiwanis.news/401111

AHRENSBÖK

T-Shirts für kleine Turner

Die Abenteuer-Turn-Kinder des MTV Ahrensbök

haben vom Kiwanis-Club Ahrensbök e. V.

einen Satz neuer T-Shirts erhalten. 30 Shirts in

der Vereinsfarbe Rot wechselten zum Jahresanfang

ihren Besitzer. Im Anschluss wurde die

neue Ausstattung direkt von den 4 bis 6-jährigen

Turnern auf die Probe gestellt. Die Inhalte einer

Turnstunde sind das Erlernen von turnerischen

Grundfähigkeiten und -techniken, das sich selber

Ausprobieren an Gerätelandschaften, die

Förderung der Motorik sowie Ausdauertraining

und das Kennenlernen von Mannschaftsspielen.

Aktivierende Impulse und positive Bestärkungen

werden den Kindern gegeben und vermitteln

Selbstbewusstsein. Der Kiwanis-Club

Ahrensbök wünscht viel Spaß beim Springen,

Klettern und Balancieren in den neuen Shirts.

Autor: Marko Kindermann

Bild: Geliefert von Autor

https://de.kiwanis.news/401117

FULDA I.GR.

Kiwanis jetzt auch in Fulda

Auch in Fulda haben sich einige Interessierte

zusammengefunden, um den Kiwanis Club

Region Fulda zu gründen. In der konstituierenden

Sitzung wurde Roland Frank zum 1.

Vorsitzenden gewählt. Erste Projekte in Fulda

mit der Cuno-Raabe-Schule wurden vereinbart,

weitere sind geplant. William Burdumy, der 2.

Vorsitzende, sagte nach der Gründung: »Wir

möchten die Idee von Kiwanis auch in der Region

rund um Fulda bekannt machen und freuen

uns auf positive Rückmeldungen und jede Art

der Unterstützung. Jeder Einsatz, und sei er

noch so klein, hilft dem Ziel, die Situation benachteiligter

Kinder und Jugendlicher in Fulda

zu verbessern». Die Kiwanis-Freunde aus der

Region Fulda treffen sich an jedem 2. Montag

im Monat im Hotel Nußknacker in Fulda. Interessenten

sind jederzeit herzlich willkommen.

Autor: Stephan Kottusch, Bild: KC Fulda

https://de.kiwanis.news/401129

KULMBACH

Neue Tischtennis-Schläger

Der KC Kulmbach fördert zwei Mädchen einer

Kulmbacher Familie im Tischtennis-Sport. Die

beiden hatten bei den Mini-Meisterschaften in

ihrer Altersklasse den 1. und 2. Preis gewonnen

und sich für den Kreisentscheid qualifiziert. Ihr

Trainer Pavel attestiert den Mädchen Spielfreunde

und viel Talent. Er trainiert die Kinder für

den »Profi-Sport«, um sie gezielt darauf vorzubereiten,

dass sie später im Punktspielbetrieb in

einer Mannschaft spielen zu können. Allerdings

stießen beiden mit ihren einfachen Schlägern an

Grenzen. Die Feinheiten im Tischtennis setzen

doch etwas professionelleres »Material« voraus.

Also ein Holz, das für die Hand gut passt sowie

für die Vorder- und Rückseite des Schlägers entsprechende

Beläge. Solche Schläger hat der KC

Kulmbach nun den beiden Mädchen geschenkt.

Autor: Rosi Müller

Bild: Werner Reißaus

https://de.kiwanis.news/401114

ACHERN-ORTENAU

Pflanzen für die Zukunft

350 Schüler der Beruflichen Schulen Achern

haben insgesamt 5.000 zweijährige Stieleichen

gepflanzt und so mitgeholfen, eine durch das

Eschensterben betroffene Waldfläche wieder aufzuforsten.

Dass eine ganze Schule an mehreren

Tagen auch bei schlechtem Wetter zum Pflanzen

komme, sei einmalig in Baden-Württemberg,

freute sich der zuständige Waldexperte von

Forst BW. Für den Bustransfer hatte Schulleiter

Schneider den Kiwanis-Club Achern-Ortenau

als Sponsor gewonnen. Die Entscheidung, dieses

Klimaprojekt zu unterstützen, sei schnell und

sehr leicht gefallen, bestätigte Charitypräsident

Klemm. Viele Schülerinnen und Schüler hätten

mit ihrem Engagement bewiesen, dass sie nicht

nur für »Fridays for future« demonstrieren,

sondern auch anpacken können, wenn es darauf

ankommt, der Natur zu helfen.

Autor: Jürgen Klemm, Bild: Ralf Schneider

https://de.kiwanis.news/401103

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

25


IN MEMORIAM

Mit tiefer Betroffenheit und Trauer nehmen wir Abschied von

unserem allseits geschätzten Freund

Dr. Axel Harwerth

*18.8.1947 †13.1.2020

Axel kam 2009 nach seiner Pensionierung als leitender Werksarzt

bei der Firma Daimler AG zu uns in den Kiwanis-Club

Bremen Hanse. Schon ein Jahr später wurde er auf der Mitgliederversammlung

zum Präsidenten unseres Clubs gewählt. Vier

Jahre lang hat er engagiert und voller guter Ideen dieses Amt

bekleidet. Auch als Past-President hat er sich in den Folgejahren

stets mit großem Elan für die Kiwanis-Idee und die Clubinteressen

eingesetzt.

So traf uns die Nachricht von seinem Tode nach kurzer, schwerer

Krankheit völlig überraschend. Wir haben einen hoch geschätzten

Freund verloren. Sein Einsatz und seine Freude am Mitgestalten

unseres Clublebens wird uns fehlen. Er wird weiter in

unserer Erinnerung leben.

Seiner Ehefrau Elisabeth wünschen wir viel Kraft in dieser

schweren Zeit.

Vorstand und Mitglieder des

Kiwanis-Club Bremen-Hanse e. V.

Ekkehard Schmidt

*26. Mai 1942 †11. März 2020

Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses 1975-1995

Mit Bestürzung haben wir die für uns alle völlig unerwartete Todesnachricht

empfangen. Noch beim vorletzten Clubmeeting im

Februar hatten wir ihm bei bester Gesundheit Adieu gesagt und

ihm für seinen traditionellen Skiaufenthalt im Oberengadin

eine schöne Zeit gewünscht.

Kiwanis-Freund Ekkehard war seit 1992 Kiwanier und gehörte

seitdem dem Kiwanis-Club Berlin an, dem er in vielen Ämtern

diente, zuletzt als Rechnungsprüfer. Der Präsident des Abgeordnetenhauses

gedachte in der letzten Sitzung vor der parlamentarischen

Osterpause seines verstorbenen ehemaligen Kollegen,

der 16 Jahre den Wahlkreis Spandau 7 als Abgeordneter der

CDU vertrat, und verwies in der Vita am Beispiel von Kiwanis

auf sein vielfältiges zivilgesellschaftliches Engagement.

Ekkehard, der auch der Berliner Freimaurerloge angehörte, hat

viel aus seinem Leben gemacht und erreicht: Nach Oberschule

mit der Fachschulreife in schwieriger Zeit, machte er zunächst

eine Lehre als Kfz-Mechaniker. Nach der Gesellenprüfung bildete

er sich weiter und schloß seine Ausbildung zunächst als

Ingenieur für allgemeinen Maschinenbau und später zusätzlich

als technischer Betriebswirt ab. Anschließend arbeitete er in leitender

Funktion in der Wirtschaft Berlins.

Wir verlieren mit ihm einen liebenswerten, aufrechten, den

Menschen zugewandten, aktiven Freund, den wir dankbar und

ehrend in Erinnerung behalten werden.

Sit tibi terra levis!

In tiefer Trauer

Harro Prior

(President)

Manfred R. Eisenbach

(Honorary Secretary)

26 Kiwanis-Magazin | Sommer 2020


ZU GUTER LETZT

NEUES AUS DEM »FEUCHTEN OTTER«

Der KC Molchenheim-Mopfenstett blickt auf eine über 40-jährige Geschichte zurück. Bereits in den 70er Jahren veranstaltete

der junge Club das Mopfenstetter Dackelrennen zugunsten der Jugendgruppe des lokalen Taubenzuchtvereins. Auch die

jährliche Wildschweintreibjagd konnte der Club erfolgreich übernehmen. Der Erlös aus dem Wildschweinbratwurstverkauf

geht jedes Jahr an die Jugendreserve des Trachtenvereins »Hubertus Ginseng Molchenheim 1884«. Karl-Heinz und Hans-Georg

sitzen regelmäßig nach den Clubabenden an der Theke des Clublokals »Zum feuchten Otter« und reflektieren über die

aktuellen Themen des Abends.

Heute berichtete der Präsident von einer Anfrage des internationalen Kiwanis

Childrens Fund, wonach Gelder für den Kenianischen Kindergarten

»Sümpfe der Traurigkeit« gebraucht werden, um das Asbest aus den Wänden

zu bekommen. Die Mitglieder wollen beraten.

Karl-Heinz: »Warum sollen wir aus Deutschland da Geld spenden? Uns

geht’s hier auch nicht so gut!«

Hans-Georg: »Vollkommen Recht hast du! Unsere Kinder brauchen

genauso unsere Unterstützung! Wir in Deutschland können nicht allen

helfen!«

Karl-Heinz: »Und überhaupt…warum gibt es diesen Childrens Fund eigentlich?

Braucht kein Mensch, nehmen nur Geld und verteilen es überall,

pff.«

Hans-Georg: »Genau! Was ein komisches Konzept, das Geld zu verteilen…wo

es…nun…gebraucht wird.«

Karl-Heinz wischt einen Kaviarrest von seiner brandneuen Omega Speedmaster

Armbanduhr und schaut nachdenklich in das Glas 85er Veuve Clicquot.

Hans-Georg spielt gedankenverloren mit dem Autoschlüssel seines

neuen Porsche 918, den er aus seiner Prada Herrenhandtasche geholt hat.

Karl-Heinz: »Wusstest du, dass unsere Spende für das neue Spielgerät

für die Schule nicht umgesetzt werden kann, weil kein Platz für noch eins

ist?«

Hans-Georg nickt.

Hans-Georg: »Und das Steinway Piano was wir der Musikschule spenden

wollten, passt nicht in den Klassensaal.«

Karl-Heinz stößt auf und stellt das Champagnerglas zur Seite. Hans-Georg

steckt beschämt den Schlüssel in die Tasche.

Karl-Heinz: »Ich sprech’ mal mit ein paar Leuten, ich denke da bekommen

wir eine Spende durch.«

Hans-Georg: »Ja, ich auch. Ich fülle schon mal ein paar Überweisungsträger

aus.«

Beim Aufstehen schaut Karl-Heinz erstaunt auf die nackten Füße von

Hans-Georg.

Karl-Heinz: »Wo sind deine neuen Gucci Schuhe, auf die du so stolz

warst?«

Hans-Georg tritt vorsichtig auf und autscht sichtlich.

HG: »Blasen«

Karl-Heinz öffnet grinsend den Mund, wird aber sofort unterbrochen.

Hans-Georg: »WER HAT SICH LETZTE WOCHE AM CHAM-

PAGNERSÄBEL GESCHNITTEN??«

Karl-Heinz senkt den Kopf

Beide trinken ihr Bierchen aus, klopfen sich gegenseitig auf die Schulter

und gehen hinaus in die kühle Nacht.

Autor: Stefan Uhrig

https://de.kiwanis.news/401137

IMPRESSUM

Kiwanis-Magazin

Offizielles Informationsorgan des Distrikts Deutschland

und seiner Mitglieder

Herausgeber

Governor Kiwanis International Distrikt Deutschland e. V.

Vertrieb

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Marienfelder Straße 52, 56070 Koblenz,

kiwanis@kompagnon.eu

Ansprechpartnerin: Diana Mutschall

Telefon 0261 88 44 70, Hotline 0261 9 82 23 97

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Redaktion

Axel Götze-Rohen (agr), Fischerstraße 4a, 46509 Xanten

Tel.: 02801 984730 , Mob.: 0171 7835143, magazin@kiwanis.de

Stefanie Uhrig (su), stefanie.uhrig@kc-erbach.de

Korrektorat: Anne Spelmans

Versand

Dieter F. Begiebing, An der Schlucht 4, 90579 Langenzenn

Tel.: 09101 71 11, begiebing@online.de

Erscheinungsweise, Auflage

Vier Mal jährlich: Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter.

Auflage: 3.500; Nächster Redaktionsschluss ist der 30.08.2020

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder,

nicht unbedingt die des Herausgebers oder die der Redaktion. Die Redaktion

behält sich das Recht vor, eingesandte Artikel zu bearbeiten.

Titelbild dieser Ausgabe: pixabay

Kiwanis-Magazin | Sommer 2020

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