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DVG_FORUM_1_2020_ONLINE

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17. Jahrgang 1/<strong>2020</strong><br />

Mitgliederzeitschrift der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V.<br />

Fachgruppe im Fokus<br />

Naturheilverfahren und Regulationsmedizin<br />

Seite 30


4 th International<br />

Equine Congress<br />

im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses / ECC, Berlin<br />

in the context of the <strong>DVG</strong>-Vet-Congress / ECC, Berlin<br />

Freitag & Samstag, 16.-17. Oktober <strong>2020</strong><br />

Friday & Saturday, October 16-17, <strong>2020</strong><br />

THEMA TOPIC<br />

Sportpferdemedizin Medicine of sports horses<br />

Training & Muskulatur<br />

Training & Musculature<br />

Regenerative Therapie<br />

Regenerative Therapy<br />

Atemwegserkrankungen<br />

Airway diseases<br />

Orthopädie<br />

Orthopedics<br />

Herzerkrankungen<br />

Cardiac diseases<br />

Reproduktion & Sport<br />

Reproduction & sports<br />

Geplant:<br />

Präsenz & Online<br />

Fachgruppe<br />

Pferdekrankheiten<br />

Eine Veranstaltung der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft, Fachgruppe Pferdekrankheiten<br />

An Event of the German Veterinary Medical Society (GVMS-<strong>DVG</strong>),<br />

Subgroup Equine Medicine


EDITORIAL<br />

Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />

dieses Mal erscheint das <strong>DVG</strong>-Forum in<br />

einer überaus schwierigen Zeit. Die Coronavirus-Pandemie<br />

hat zu einschneidenden<br />

Maßnahmen in unserem Leben geführt<br />

und es wird aller Voraussicht nach<br />

noch einige Monate dauern, bis wir wieder<br />

eine gewisse Normalität erreichen.<br />

Nichtsdestotrotz ist aus meiner Sicht<br />

der von unseren politischen Verantwortungsträgern<br />

beschrittene Weg der einzig<br />

richtige und ohne Alternative. Wenn es um<br />

Menschenleben geht, müssen wir alle zusammenstehen<br />

und es darf dabei keine<br />

Kompromisse geben. Ich bin mir aber auch<br />

ganz sicher, dass wir es gemeinsam schaffen<br />

werden, diese Krise zu überwinden.<br />

Im neuen <strong>DVG</strong>-Forum geht es deshalb<br />

auch darum, was wir als Tierärzte/innen<br />

und als Deutsche Veterinärmedizinische<br />

Gesellschaft in dieser Krise zusätzlich tun<br />

können und getan haben.<br />

In den ersten Wochen der stärkeren<br />

Einschränkungen unseres normalen Lebensablaufs<br />

kam die Diskussion auf, ob<br />

unser tiermedizinischer Berufsstand systemrelevant<br />

sei. Eine gemeinsame Anfrage<br />

der veterinärmedi zinischen Verbände<br />

(bpt, BTK, BbT, Veterinärmedizinischer Fakultätentag,<br />

<strong>DVG</strong>) an Bundesministerin Julia<br />

Klöckner wurde positiv beschieden. In<br />

dem wichtigen Beschluss wurde explizit<br />

darauf hingewiesen, dass neben den klassischen<br />

Themen im Bereich Veterinary Public<br />

Health – VPH (Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz, Infektionskrankheiten,<br />

Tierschutz, Nutztiere) die Notfallversorgung<br />

unserer Gesellschaftstiere in<br />

Deutschland von herausragender Bedeutung<br />

ist.<br />

Auf einen wichtigen Punkt möchte ich<br />

in der Coronakrise auch noch zu sprechen<br />

kommen: die Situation in der Ausbildung<br />

unserer Studierenden. Zwar können Vorlesungen<br />

zu großen Teilen digital und<br />

ohne Präsenz abgehalten werden. Jedoch<br />

gerade Laborkurse, Praktika und die im<br />

letzten Studienjahr stattfindende Rotation<br />

bereiten sowohl den Dozenten als auch<br />

Studierenden große Sorgen. Aber auch hier<br />

arbeiten sowohl die Universitäten (Veterinärmedizinischer<br />

Fakultätentag, Dekanate,<br />

Regierungspräsidien/Ministerien), die<br />

Studierenden (Fachschaften und bvvd) als<br />

auch die Berufsverbände (BbT und bpt)<br />

hervorragend zusammen, um Lösungen<br />

flexibel und ohne größere Nachteile für<br />

unsere Studierenden zu finden. Ich möchte<br />

mich bei allen Protagonisten ganz herzlich<br />

für das überaus große Engagement<br />

und ihre Flexibilität bedanken.<br />

In dem vorliegenden <strong>DVG</strong>-Forum finden<br />

Sie die Berichte der Fachgruppentagungen,<br />

die Ende 2019/Anfang <strong>2020</strong> noch<br />

stattfinden konnten: Ethologie in Freiburg,<br />

InnLab in Gießen, Reproduktionsmedizin<br />

in Warnemünde/Dummerstorf und Pathologie<br />

in Fulda. Es waren allesamt sehr gut<br />

besuchte und wissenschaftlich hervorragende<br />

Tagungen. Danke an die Verantwortlichen.<br />

Seit März nun mussten wir aufgrund<br />

der Pandemie wichtige Tagungen absagen<br />

oder verlegen. Dies bedeutet für die örtlichen<br />

Organisatoren, Referenten, Helfer<br />

und anderen Beteiligten, dass ihre ganze<br />

Arbeit scheinbar umsonst war. Bei diesen<br />

Personen möchten wir uns als <strong>DVG</strong> persönlich<br />

dafür bedanken, dass sie alle Absagen<br />

ohne zu klagen mitgetragen haben<br />

und schon an der Zukunft mitarbeiten.<br />

Dazu gehören die überaus wichtigen Tagungen<br />

der Fachgruppen „Physiologie und<br />

Biochemie“ in Leipzig, „Tierschutz“ in<br />

München, „Bakteriologie und Mykologie“<br />

in Gießen, „Geflügelkrankheiten“ in Hannover,<br />

„Parasitologie und parasitäre Erkrankungen“<br />

in Herrsching am Ammersee,<br />

„Didaktik und Kommunikation“ in Leipzig,<br />

AVID im Kloster Banz sowie von der Deutschen<br />

Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />

(DGK-<strong>DVG</strong>) die Ahlener und die Augsburger<br />

Thementage.<br />

In der Fachgruppe „Tierzucht, Erbpathologie<br />

und Haustiergenetik“ wurden ein<br />

neuer Leiter und Stellvertreter gewählt,<br />

während in der Fachgruppe „Reproduktionsmedizin“<br />

die Leitung in ihrer Position<br />

bestätigt wurde. Allen gewählten Repräsentanten/innen<br />

gratuliere ich herzlich.<br />

Ebenfalls hat es in der Fachgruppe<br />

„Anatomie“ neue Aktivitäten gegeben und<br />

ich bin mir sicher, dass dies in den nächsten<br />

Jahren Früchte tragen wird.<br />

Ich freue mich schon sehr auf neue Anregungen<br />

und Impulse, immer mit dem Ansinnen,<br />

die veterinärmedizinischen Fachrichtungen<br />

wissenschaftlich zu vertreten<br />

und weiterzuentwickeln.<br />

Da wir noch lange mit den Nachwehen<br />

der Coronakrise werden leben müssen,<br />

möchte ich mich zum Abschluss bei all den<br />

aktiven Mitarbeitern/innen bedanken, die<br />

in unserem tierärztlichen Beruf mitgeholfen<br />

haben, dass wir unsere Arbeit sowohl<br />

in der Tierarztpraxis, in den Veterinärämtern<br />

und Ministerien, an den Universitäten<br />

und in der Industrie so machen konnten,<br />

wie es von uns erwartet wird, aber auch<br />

z. T. weit darüber hinaus.<br />

Ich wünsche Ihnen vor allem Gesundheit<br />

und Durchhaltevermögen und freue<br />

mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!<br />

Ihr/Euer<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />

Präsident der <strong>DVG</strong><br />

Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 1


INHALT<br />

EDITORIAL<br />

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer . . . . . . . . . . 1<br />

<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Besondere Maßnahmen in einer besonderen Zeit . . . .4<br />

Coronavirus-Pandemie –<br />

Engagement von <strong>DVG</strong>-Fachgruppen . . . . . . . 5<br />

Vorbeugende Desinfektion gegen<br />

das Coronavirus SARS-CoV-2 . . . . . . . . . .6<br />

ARBEITSGEBIETE<br />

• KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>) . . 7<br />

Fachgruppe „Innere Medizin und<br />

klinische Labordiagnostik (InnLab)“ . . . . . . . 12<br />

Fachgruppe „Chirurgie“ . . . . . . . . . . . . 13<br />

Fachgruppe „Reproduktionsmedizin“ . . . . . . . 14<br />

Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT-<strong>DVG</strong>) .15<br />

Fachgruppe „Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien,<br />

Amphibien und Fische (ZZWRAF)“ . . . . . . . 17<br />

Fachgruppe „Geflügelkrankheiten“ . . . . . . . . 18<br />

• GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Fachgruppe „Anatomie“ . . . . . . . . . . . . 18<br />

Fachgruppe „Pathologie“ . . . . . . . . . . . . 19<br />

Fachgruppe „Immunologie“ . . . . . . . . . . . 21<br />

Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“ . . . . 22<br />

• INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Tagungen des Arbeitsgebietes „Infektionsmedizin<br />

und Hygiene“ – Termine . . . . . . . . . . .26<br />

Konsiliarlabore . . . . . . . . . . . . . . . 26<br />

• TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

Fachgruppe „Ethologie und Tierhaltung“ . . . . . . 27<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong><br />

FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Fachgruppe „Naturheilverfahren und<br />

Regulationsmedizin“ . . . . . . . . . . . 30<br />

STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Frank-Mutschmann-Gedächtnispreis . . . . . . . 42<br />

Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler . . . 42<br />

Preis der Ursula und Heinz-Georg Klös-Stiftung . . . 43<br />

Bruns-Stiftung . . . . . . . . . . . . . . . 43<br />

Walter-Frei-Preis 2019 für Prof. Dr. Stefan Schwarz . . . 44<br />

Preis der Akademie für Tiergesundheit . . . . . . . 45<br />

NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Erreichbarkeit der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle . . . . . . .46<br />

Werde Schnuppermitglied! . . . . . . . . . . . 46<br />

Vorteile einer <strong>DVG</strong>-Mitgliedschaft . . . . . . . . 47<br />

Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse . . . . . . 47<br />

PERSONEN<br />

Ehrendoktorwürde für Prof. Hartung . . . . . . . .48<br />

Neue Fachgruppenleiter . . . . . . . . . . . . 48<br />

AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />

Wissenschaftlich-fachlicher Nachwuchs<br />

in der Tiermedizin von Heute & Morgen . . . . . 49<br />

Extremzuchten beim Hund . . . . . . . . . . . 50<br />

Aktuelle Stellungnahmen der StIKo Vet . . . . . . .50<br />

PUBLIKATIONEN<br />

Aktuelle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag . . . . . . . 51<br />

TAGUNGSKALENDER <strong>2020</strong>/2021 . . . . . . . . 52<br />

IMPRESSUM . . . . . . . . . . . . . . . . 54<br />

2 <strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


Wir wünschen Ihnen viel Kraft und<br />

Durchhaltevermögen<br />

in dieser schwierigen Zeit der Coronavirus-Pandemie.<br />

Bleiben Sie gesund!<br />

Geplant:<br />

Präsenz &<br />

Online<br />

15.-17.10.<strong>2020</strong><br />

Vet-Congress<br />

Estrel, Berlin<br />

mit VET-Messe<br />

Immer aktuell<br />

www.dvg-vet-congress.de<br />

Schwerpunkt-Thema Kleintier<br />

Präventivmedizin –<br />

Gesundheit schützen,<br />

Heilung unterstützen!<br />

außerdem:<br />

Seminare & Vorträge<br />

u.a. aus den Bereichen<br />

Zahnheilkunde<br />

Heimtiere<br />

Tierernährung<br />

Intern. Tiergesundheit<br />

TFA-Programm<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 3


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Besondere Maßnahmen in einer besonderen Zeit<br />

SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2, Isolat SARS-CoV-2/Italy-INMI1). Elektronenmikroskopie,<br />

Negativkontrastierung (PTA). Maßstab: 100 nm. Quelle: Robert Koch-Institut<br />

Noch immer hält das Coronavirus die Welt<br />

in Atem. Die vergangenen Wochen und Monate<br />

standen im Zeichen der Coronavirus-Pandemie<br />

und ihrer Auswirkungen auf<br />

das persönliche und berufliche Leben sowie<br />

die wirtschaftliche Situation. Die gravierenden<br />

Einschränkungen und die Unsicherheit,<br />

wie lange die getroffenen Maßnahmen<br />

noch gelten, wann welche Lockerungen<br />

oder auch Rücknahmen von Lockerungen<br />

greifen, rufen Irritationen und Verunsicherung<br />

hervor.<br />

Situation in der <strong>DVG</strong><br />

Natürlich ist auch die <strong>DVG</strong> von dieser Entwicklung<br />

betroffen. Wir mussten etliche<br />

Tagungen absagen oder verschieben – Tagungen,<br />

die z. T. seit Monaten geplant waren<br />

und kurz vor der Durchführung standen<br />

und bei denen sich Tagungsleiter und<br />

Organisationsteam sowie auch Referenten<br />

mit viel Herzblut für einen reibungslosen<br />

Ablauf und spannende Inhalte engagiert<br />

hatten. Doch die Sorge um die Gesundheit<br />

der Teilnehmer sowie auch die Bestrebungen<br />

zur Eindämmung der Pandemie hatten<br />

Vorrang und spätestens seit dem Verbot<br />

von Großveranstaltungen war klar,<br />

dass Tagungen, wie sie bislang stattfanden,<br />

vorerst nicht möglich sind. Doch die<br />

<strong>DVG</strong> ist dabei, alternative Konzepte zu entwickeln<br />

und damit ihrem Fortbildungsauftrag<br />

nachzukommen.<br />

Ab Herbst <strong>2020</strong>: Tagungen vor<br />

Ort, virtuell oder hybrid<br />

Schon auf der Tagung der Fachgruppe „Pathologie“,<br />

die Anfang März als letzte Veranstaltung<br />

wie geplant in Fulda durchgeführt<br />

werden konnte, haben wir parallel zu<br />

den Vor-Ort-Präsentationen einen Live<br />

Stream angeboten, so dass sich auch Teilnehmer,<br />

die nicht in Fulda waren, dazuschalten<br />

und die Vorträge miterleben<br />

konnten (Hybrid-Event). Diese Möglichkeit<br />

sowie ggf. auch ausschließliche Online-Tagungen<br />

werden wir ab dem Herbst ebenfalls<br />

anbieten. Zwar können dann voraussichtlich<br />

auch wieder Präsenz-Meetings<br />

stattfinden – allerdings mit einer maximalen<br />

Teilnehmerzahl, die wegen der einzuhaltenden<br />

Abstandsregeln geringer sein<br />

wird als bislang.<br />

So musste die Tagung der AG Katzenmedizin,<br />

die in Köln geplant war, wegen<br />

der durch die Abstandsregeln zu geringen<br />

Raumkapazitäten nach Bonn ausweichen<br />

(12.–13.09.<strong>2020</strong>). Zusätzlich zur Präsenz-<br />

Teilnahme wird die Teilnahme durch Live<br />

Streaming auch virtuell möglich sein.<br />

Die Tagung des Arbeitsgebietes „Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz“<br />

in Garmisch-Partenkirchen findet<br />

immer auch als internationale Tagung mit<br />

zahlreichen Teilnehmern aus Österreich<br />

und der Schweiz statt. Angesichts der unsicheren<br />

Situation u. a. im Hinblick auf Reisebeschränkungen<br />

wird sie in diesem Jahr<br />

nicht als Präsenz-Tagung durchgeführt.<br />

Voraussichtlich wird es ein Online-Angebot<br />

geben.<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress <strong>2020</strong><br />

Eine besondere Herausforderung in Zeiten<br />

von Corona stellt der <strong>DVG</strong>-Vet-Congress dar,<br />

unter dessen Dach etliche Fachgruppen<br />

ihre Jahrestagungen parallel durchführen<br />

und der mit einer großen Industrieausstellung<br />

und – unter normalen Umständen –<br />

etwa 2.500 Teilnehmern auch vom Austausch,<br />

von Gesprächen, der Diskussion<br />

und Impulsen durch die Begegnung mit<br />

Kolleginnen und Kollegen sowie Industriepartnern<br />

lebt.<br />

4<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Der <strong>DVG</strong>-Vet-Congress <strong>2020</strong> im Estrel<br />

Convention Center wird sicher ein anderes,<br />

jedoch besonderes Ereignis werden. Wir gehen<br />

derzeit davon aus, dass er stattfinden<br />

wird – natürlich unter Beachtung der Vorgaben<br />

zu maximalen Teilnehmerzahlen,<br />

Abstand und Hygiene. Um die Teilnahme<br />

auch für alle zu ermöglichen, die nicht<br />

nach Berlin kommen wollen oder können,<br />

werden wir das Programm soweit wie möglich<br />

zusätzlich zu den Vor-Ort-Präsentationen<br />

als Live Stream per Internet übertragen.<br />

Eventuell finden einzelne Tagungen<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses nur als Präsenztagung<br />

oder nur als Online-Konferenz statt.<br />

Auf diese Weise können wir auf die jeweils<br />

aktuelle Situation adäquat reagieren. Den<br />

Industriepartnern werden wir Möglichkeiten<br />

anbieten, ihre Produkte auch online<br />

vorzustellen.<br />

Bitte beachten Sie: Die vergangenen<br />

Monate haben uns gelehrt, dass vieles unwägbar<br />

ist und kurzfristige Entscheidungen<br />

vonseiten der Politik immer möglich<br />

sind. Änderungen im vorgesehenen Programm<br />

sowie der Wechsel von Präsenzoder<br />

Hybrid- zu virtuellen Veranstaltungen<br />

sind daher nicht ausgeschlossen. Aktuelle<br />

Informationen finden Sie unter:<br />

q www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />

q www.dvg-vet-congress.de<br />

Die Zukunft bleibt spannend …<br />

Ihr <strong>DVG</strong>-Team<br />

•<br />

Coronavirus-Pandemie – Engagement von <strong>DVG</strong>-Fachgruppen<br />

Dass der Zusammenschluss und die Vernetzung<br />

von Tierärztinnen und Tierärzten<br />

nicht nur, aber auch in Pandemiezeiten<br />

Sinn macht und einen wichtigen Beitrag<br />

zur Unterstützung der Humanmedizin<br />

leisten kann und auch, dass die <strong>DVG</strong> durch<br />

ihre Fachgruppen lebt, haben u. a. die Fachgruppen<br />

„Veterinärmedizinische Anästhesie,<br />

Intensivmedizin, Notfallmedizin und<br />

Schmerztherapie (VAINS)“ und „Arbeitskreis<br />

Veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik<br />

(AVID)“ gezeigt.<br />

Zu Beginn der Pandemie, als noch nicht<br />

absehbar war, ob es gelingen wird, das Ausmaß<br />

der Coronavirus-Infektionen einzudämmen,<br />

die Überlastung der Krankenhäuser<br />

zu vermeiden und für alle beatmungspflichtigen<br />

Patienten ein Beatmungsgerät<br />

zur Verfügung zu haben, hat die Fachgruppe<br />

VAINS über die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

einen Aufruf an Praxen und Kliniken gestartet.<br />

Dieser Aufruf enthielt die Bitte sich zu<br />

melden, falls Beatmungsgeräte für die Humanmedizin<br />

zur Verfügung gestellt werden<br />

können. Innerhalb weniger Tage meldeten<br />

sich etliche Kolleginnen und Kollegen. Bislang<br />

enthält die Liste, die auf der Webseite<br />

der <strong>DVG</strong> zur Verfügung steht (siehe Link<br />

rechts), 52 Einträge, teilweise mit mehreren<br />

Geräten. Diese Informationen wurden an<br />

Krisenstäbe und Ministerien sowie auch an<br />

die Tierärztekammern zur Weiterleitung an<br />

offizielle Stellen geschickt. Einige Bundesländer<br />

haben inzwischen eine Meldepflicht<br />

für Beatmungsgeräte erlassen. Die Fachgruppe<br />

veröffentlichte zudem auf der Webseite<br />

der <strong>DVG</strong> die Hinweise „Angepasste Injektions-<br />

und Inhalationsanästhesie in Zeiten<br />

von Corona“ (siehe Link rechts).<br />

Die Fachgruppe AVID stellte bereits im<br />

März ein Protokoll über Tests zum Nachweis<br />

des neuartigen Coronavirus (SARS-<br />

CoV-2) bei Tieren des Friedrich-Loeffler-Instituts<br />

zur Verfügung. Auch diese Information<br />

wurde über die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

zugänglich gemacht<br />

Diese Beispiele zeigen die große Nähe<br />

zwischen Veterinär- und Humanmedizin<br />

und bestätigen das One Health-Prinzip.<br />

Gendergerechte Sprache<br />

Leider – und nicht nachvollziehbar – hat<br />

das Bundesgesundheitsministerium im<br />

Gesetzentwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes<br />

die veterinärmedizinischen<br />

Labore herausgenommen. Eine<br />

verpasste Chance im gemeinsamen Einsatz<br />

zum Schutz von Mensch und Tier …<br />

Aktuelle Informationen zur Situation<br />

der Coronavirus-Pandemie, die Liste mit<br />

Beatmungsgeräten der Fachgruppe VAINS<br />

sowie weitere Informationen finden Sie<br />

unter:<br />

q www.dvg.de, Informationen zur Coronavirus-Infektion<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

In Artikeln, Beiträgen, Info-Broschüren und sonstigen Texten verwendet das Team<br />

der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle meist nur die männliche oder weibliche Berufs-, Statusoder<br />

Funktionsbezeichnung. Gleichzeitig weisen wir, z. B. im Impressum, immer darauf<br />

hin, dass diese Bezeichnungen geschlechtsneutral zu verstehen sind. Uns ist<br />

bewusst, dass dies keine Ideallösung ist und nicht allen gerecht wird. Die bessere<br />

Lesbarkeit sowie auch die Tatsache, dass es mehr als weibliches und männliches Geschlecht<br />

gibt, liegen dieser Entscheidung zugrunde. Wie andere Autorinnen und Autoren<br />

Berufs-, Status- oder Funktionsbezeichnungen in ihren Beiträgen verwenden,<br />

überlassen wir ihnen. Daher finden sich im <strong>DVG</strong>-Forum im Hinblick auf gendergerechte<br />

Sprache unterschiedliche Schreibweisen.<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 5


<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />

Vorbeugende Desinfektion gegen das Coronavirus SARS-CoV-2<br />

Die derzeitige Covid-19-Pandemie wird<br />

durch das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufen.<br />

Hier finden Sie Hinweise zur vorbeugenden<br />

Desinfektion gegen das Coronavirus<br />

SARS-CoV-2 in der Tierarztpraxis.<br />

Die Links zu allen genannten Webseiten<br />

finden Sie gesammelt, wenn Sie den untenstehenden<br />

Link anklicken.<br />

Haus- und Heimtiere scheinen nach<br />

derzeitigem Erkenntnisstand nicht in das<br />

Infektionsgeschehen beim Menschen involviert<br />

zu sein, jedoch gibt es Einzelfallberichte<br />

über mit SARS-CoV-2 infizierte<br />

Haustiere (Katzen und Hunde).<br />

Aktuelle Informationen zum Vorkommen<br />

von SARS-CoV-2 bei Tieren finden Sie<br />

auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Instituts<br />

(FLI). Entsprechende Informationen<br />

zum Vorkommen und zur Bedeutung<br />

von SARS-CoV-2 auf Lebensmitteln<br />

und Gegenständen finden Sie auf der<br />

Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung<br />

(BfR).<br />

Hinsichtlich der für den Selbstschutz<br />

im tierärztlichen Bereich anzuwendenden<br />

Desinfektionsmittel könnte es in der aktuellen<br />

Situation leider zu Lieferengpässen<br />

der gängigen in Tierarztpraxen, Tierkliniken<br />

und Tierheimen zur Oberflächendesinfektion<br />

eingesetzten Desinfektionsmittel<br />

kommen (siehe Link zur <strong>DVG</strong>-Desinfektionsmittelliste<br />

für die Tierärztliche Praxis<br />

und zur Desinfektionsmittelliste des Verbunds<br />

für Angewandte Hygiene, VAH).<br />

Sollte dieser Fall eintreten, empfiehlt<br />

der Ausschuss „Desinfektion in der Veterinärmedizin“<br />

der <strong>DVG</strong> für die Flächendesinfektion<br />

auf solche Produkte in der<br />

„<strong>DVG</strong>- Desinfektionsmittelliste für die<br />

Tierhaltung“ zurückzugreifen, die sowohl<br />

im Wirkungsbereich „begrenzte Viruzidie<br />

(behüllte Viren)“ (Spalte 7b) als auch im<br />

Wirkungsbereich „vorbeugende Desinfektion“<br />

(Spalte 4b) gelistet sind. Hier ist aufgrund<br />

der besonders hohen Widerstandsfähigkeit<br />

(Tenazität) der in der <strong>DVG</strong>-Prüfmethodik<br />

verwendeten Prüfviren eine<br />

entsprechende sehr gute Wirksamkeit<br />

gegenüber SARS-CoV-2 anzunehmen.<br />

Zu beachten ist dabei, dass die bei<br />

20°C in Spalte 4b („vorbeugende Desinfektion“)<br />

und in Spalte 7b („behüllte Viren“)<br />

bei der jeweiligen Einwirkzeit gelistete<br />

jeweils höhere Desinfektionsmittelkonzentration<br />

nicht unterschritten<br />

werden darf, da in der Tierärztlichen Praxis<br />

nicht nur SARS-CoV-2 (dies ist der derzeit<br />

eher seltenere Fall) sondern vor allem<br />

auch andere Infektionserreger auftreten<br />

können und sicher inaktiviert werden<br />

müssen.<br />

Die jeweils angegebenen, für eine effektive<br />

Desinfektion notwendigen Desinfektionsmittelkonzentrationen,<br />

Aufbringmengen<br />

und Einwirkzeiten sind zu berücksichtigen.<br />

Eine sichere Wirkung der<br />

jeweiligen Desinfektionsmittel ist dabei<br />

aufgrund der Gegebenheiten in der Tierhaltung<br />

nur bei Ausbringung einer ausreichend<br />

großen Menge (ca. 400 ml/m 2 ,<br />

ohne Nachwischen) und Einwirkzeiten von<br />

mindestens 30 min gegeben. Daher sollten,<br />

wo immer möglich, diese 30 Minuten<br />

Einwirkungszeit eingehalten werden (z. B.<br />

Mittagspausen, OP-Pausen, vor Neubelegung<br />

von Zwingern auf Station).<br />

Für die Händedesinfektion wird auf die<br />

entsprechende Desinfektionsmittelliste<br />

des VAH verwiesen. Aktuelle Empfehlungen<br />

zu weiteren Hygienemaßnahmen wie<br />

z. B. Wäschedesinfektion können über den<br />

VAH-Newsletter abgerufen werden.<br />

Ausschuss „Desinfektion in der Veterinärmedizin“<br />

der <strong>DVG</strong><br />

Weitere Informationen<br />

(oder QR-Code scannen):<br />

https://www.dvg.net/index.php?id=2525<br />

Die Webseite des Desinfektionsausschusses unter: www.desinfektion-dvg.de<br />

6<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

16. Gießener Wintersymposium<br />

Das inzwischen 16. Gießener Winter symposium<br />

am 7. Dezember 2019 beschäf -<br />

tigte sich mit dem Thema „Orthopädische<br />

Erkrankungen der Schulter und des Ellbogens“<br />

und wurde von der Klinik für Kleintiere<br />

(Chirurgie) der Justus-Liebig- Universität<br />

(JLU) Gießen in Zusammenarbeit<br />

mit der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />

(DGK-<strong>DVG</strong>) organisiert und<br />

von Royal Canin sowie Boehringer Ingelheim<br />

unterstützt. Wissenschaftliche Tagungsleiterin<br />

war Dr. Christine Peppler<br />

(Gießen), die ebenso die Anmoderation der<br />

einzelnen Vorträge übernahm.<br />

Nach der Begrüßung der rund 120 Teilnehmer<br />

durch Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer,<br />

Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin<br />

und Leiter der Klinik für Kleintiere<br />

(Chirurgie), widmete man sich zunächst<br />

der Anatomie des Ellbogengelenkes, um<br />

die Grundlagen der Physiologie in Erinnerung<br />

zu rufen. Es folgten Vorträge über die<br />

klinische Untersuchung und die bildgebende<br />

Diagnostik des Ellbogengelenks.<br />

Weiterhin wurden Rasseprädispositionen<br />

für Erkrankungen am Ellbogen aufgezeigt<br />

und zudem erhielten die Zuhörer tiefergehende<br />

Einblicke über die häufigsten Erkrankungen<br />

des Ellbogens. Hierzu wurden<br />

ausführlich Therapieoptionen erläutert.<br />

Spannend waren des Weiteren Fallvorstellungen<br />

aus dem klinischen Alltag, bei<br />

denen eine komplette Aufarbeitung des<br />

Falles von Anamnese bis Therapie nachvollzogen<br />

werden konnte. Häufig handelt<br />

es sich bei Gelenkerkrankungen um einen<br />

langwierigen, teils chronisch verlaufenden<br />

Prozess, der maßgeblich auch von einem<br />

guten Gewichtsmanagement der Tiere<br />

profitiert. Tierärztin Indra Fischer (Köln)<br />

von Royal Canin hielt hierzu einen sehr interessanten<br />

Vortrag. Prof. Dr. Sabine Tacke<br />

(Gießen) zeigte u. a. neue Ansätze im Wirkmechanismus<br />

von Schmerzmitteln. Nach<br />

der Mittagspause, in der die vielen Informationen<br />

rund um das Ellbogengelenk<br />

verarbeitet werden konnten, beschäftigten<br />

sich die Teilnehmer anschließend mit<br />

dem Schultergelenk. Auch hier wurden<br />

Anatomie, klinische Untersuchung, bildgebende<br />

Diagnostik sowie Therapieoptionen<br />

von allen Referenten anschaulich und<br />

hochinteressant dargelegt.<br />

Die Referenten standen den Teilnehmern<br />

am Ende für Fragen und Diskussionen<br />

zur Verfügung, was sehr gut angenommen<br />

wurde.<br />

Insgesamt bietet das eintägige, zentral<br />

gelegene Gießener Wintersymposium<br />

die Möglichkeit, in kurzer Zeit eine intensive<br />

Fortbildung zu erhalten. Es werden<br />

wichtige Themen aufgegriffen und punktgenau<br />

aufgearbeitet.<br />

Der Tagungsband kann unter dem<br />

Stichwort „Wintersymposium 2019“ für 10<br />

Euro (zzgl. 3 Euro für Verpackung und Versand)<br />

in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle bestellt<br />

werden (info@dvg.de, Fax: 0641 25375).<br />

Katharina Kleber,<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

Dr. Dennis Gluding bei seinem Vortrag.<br />

Registrierung der Teilnehmer durch das <strong>DVG</strong>-Team.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 7


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

6. Tierärztetag in Schleswig<br />

Am 8. Februar fand im Hotel Waldschlösschen<br />

in Schleswig bereits zum sechsten<br />

Mal der schleswig-holsteinische Tierärztetag<br />

statt. Die Veranstaltung mit Vorträgen<br />

zu den Themengebieten Kleintiere, Pferde,<br />

Rinder, Schweine und Öffentliches Veterinärwesen<br />

sowie mit einer Fortbildung für<br />

Tiermedizinische Fachangestellte war erneut<br />

ausgebucht. Über insgesamt etwa<br />

450 Teilnehmer freuten sich insbesondere<br />

Dr. Evelin Stampa (Mittelangeln), Präsidentin<br />

der Tierärztekammer Schleswig-Holstein<br />

und zugleich Kongresspräsidentin,<br />

und Dr. Friedrich Röcken (Schleswig), Koordinator<br />

und Ideengeber des Tierärztetages.<br />

Veranstalter war die Tierärztekammer<br />

Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit<br />

mit der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />

(DGK-<strong>DVG</strong>), der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft (<strong>DVG</strong>),<br />

den Landesverbänden Schleswig-Holstein<br />

der praktizierenden Tierärzte sowie der beamteten<br />

Tierärzte und der Gesellschaft für<br />

Pferdemedizin.<br />

Durch die parallel stattfindenden Veranstaltungen<br />

zu den verschiedenen Fachgebieten<br />

bot der Tierärztetag sowohl für<br />

Dr. Evelin Stampa, Präsidentin der Tierärztekammer<br />

Schleswig, freute sich, zahlreiche Teilnehmer<br />

begrüßen zu dürfen.<br />

praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte<br />

als auch für Amtstierärzte/innen ein spannendes<br />

Programm. Informationen über<br />

neue und bewährte Produkte sowie die<br />

Möglichkeit zum Austausch mit Kolleginnen<br />

und Kollegen gab es in der innovativen<br />

Industrieausstellung.<br />

Wissenschaftliches<br />

Vortragsprogramm<br />

Die Kleintierveranstaltung griff aktuelle<br />

Themen auf, so u. a. Risiken beim BARFen,<br />

das Dystokiemanagement bei der Hündin,<br />

Therapiemöglichkeiten bei Angst und<br />

Stress beim Hund sowie Störungen beim<br />

Harnabsatz und die Frage, ob die automatisierte<br />

Urinanalyse, die den großen Vorteil<br />

der Standardisierung hat, in der Kleintierpraxis<br />

einsetzbar sei.<br />

Das Vortragsprogramm Pferde stand<br />

ganz im Zeichen der Fohlenmedizin. Themen<br />

waren hier u. a. Geburtsmanagement<br />

und Erstversorgung des Fohlens, Notfall<br />

Fohlen, Atemwegserkrankungen und infektiöse<br />

Nabelerkrankungen, Gliedmaßenfehlstellungen,<br />

septische Arthritis sowie<br />

die Besonderheiten der Narkose beim<br />

Fohlen.<br />

Dr. Friedrich Röcken, Koordinator und Ideengeber<br />

des Tierärztetages, referierte zur Qualzucht<br />

beim Kleintier und wies auf Presseveröffentlichungen<br />

zum Thema hin.<br />

Bei den Veranstaltungen zu Rindern<br />

und Schweinen sowie Öffentlichem Veterinärwesen<br />

wurde ein gemeinsamer<br />

Übersichtsvortrag zur aktuellen Bedrohungslange<br />

von Tierseuchen in Deutschland<br />

angeboten. Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas<br />

C. Mettenleiter (Greifswald-Insel Riems),<br />

Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts,<br />

ging auf die Hochpathogene Aviäre Influanza,<br />

die Blauzungenkrankheit, Usutuund<br />

Schmallenbergvirus sowie natürlich<br />

auf die Afrikanische Schweinepest (ASP)<br />

ein. Bei ASP handele es sich um ein hämorrhagisches<br />

Fieber, „sozusagen Ebola bei<br />

Schweinen mit dem Leitsymptom tote<br />

Schweine“. Durch ein Bündel von Maßnahmen<br />

sei es jedoch möglich, Hausschweine<br />

frei von ASP zu halten, auch wenn in Wildschweinen<br />

Fälle von ASP aufträten. Zur<br />

Frage von ASP in Deutschland gab Prof.<br />

Mettenleiter an, die Frage sei nicht, ob die<br />

Seuche hier auftrete, sondern wann. Ein<br />

erheblicher Risikofaktor sei die Aktivität<br />

des Menschen, der als Transportvektor<br />

fungiere. Abschließend stellte der Referent<br />

dar, dass „wir epidemiologisch in einer<br />

Welt leben, in der Human- und Veterinärmedizin<br />

nicht zu trennen“ seien und bekräftigte<br />

dies mit einem Zitat von Rudolf<br />

Virchow (1821-1902): „Zwischen Tier- und<br />

Menschenarzneikunde ist oder sollte wissenschaftlich<br />

keine Scheidegrenze sein.<br />

Das Objekt ist verschieden, aber die Erfahrungen,<br />

die aus dem Objekt zu schöpfen<br />

sind, sind Lehrsätze, welche die Grundlage<br />

der Doktrinen bilden. Daher hat sich<br />

auch von Seiten der Wissenschaft die Verbindung<br />

zwischen Tier- und Menschenarzneimedizin<br />

immer inniger gestaltet.“<br />

Im Bereich Öffentliches Veterinärwesen<br />

stellte Dr. Friedrich Röcken (Schleswig)<br />

den „Stand der Initiative der Deutschen<br />

Tierärzteschaft gegen züchterische Fehlentwicklungen<br />

beim Kleintier“ dar. Die Initiative<br />

geht auf die Beschlüsse des 27.<br />

Deutschen Tierärztetages 2015 in Bamberg<br />

zurück, auf deren Grundlage die BTK die<br />

Arbeitsgruppe „Qualzuchten“ ins Leben<br />

8<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Eindeutig vor der Corona-Pandemie aufgenommen: der mit rund 450 Teilnehmern ausgebuchte<br />

Tierärztetag.<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer hielt den<br />

Festvortrag zum One Health-Prinzip.<br />

gerufen hatte. Die Arbeitsgruppe besteht<br />

aus Vertretern der großen tierärztlichen<br />

Verbände (Bundestierärztekammer, <strong>DVG</strong>,<br />

DGK-<strong>DVG</strong>, Bundesverband praktizierender<br />

Tierärzte, Bundesverband beamteter Tierärzte,<br />

Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz)<br />

und hat zum Ziel, die Forderungen<br />

des 27. Tierärztetages umzusetzen. Mit Engagement<br />

und Sachverstand hat die<br />

Arbeitsgruppe inzwischen mehrere Flyer<br />

zur Information der Öffentlichkeit erstellt<br />

sowie an Firmen und Medien appelliert,<br />

von einer Werbung mit qualgezüchteten<br />

Tieren abzusehen. Auch Zuchtverbände<br />

wurden kontaktiert, ebenso wie Politiker.<br />

Erfreulicherweise wurde das Thema im<br />

Rahmen des Fachgesprächs „Wenn Schönheit<br />

weht tut – Qualzuchten bei Hund,<br />

Katze und Co.“ von Bündnis 90 / Die Grünen<br />

im März 2017 im Deutschen Bundestag<br />

in Berlin aufgegriffen. Bundeslandwirtschaftsministerin<br />

Julia Klöckner<br />

wurde aufgefordert, ein gesetzliches Ausstellungsverbot<br />

für Tiere mit Qualzuchtmerkmalen<br />

zu erlassen. Zwar reagierte das<br />

Ministerium auf diese Forderung, schlug<br />

2019 jedoch lediglich die Aufnahme eines<br />

entsprechenden Verbotes für Hunde mit<br />

Qualzuchtmerkmalen in die Tierschutz-<br />

Hundeverordnung vor. Es bleibt abzuwarten,<br />

inwieweit der Gesetzgeber die<br />

daraufhin von der Bundestierärztekammer<br />

eingereichten konkreten Anregungen<br />

umsetzen wird (weitere Informationen:<br />

www.bundestieraerztekammer.de, Ordner<br />

„Qualzuchten“). Dr. Röcken schloss seinen<br />

Vortrag mit den Worten, das gemeinsame<br />

Ziel seien „vitale, schmerz- und leidensfreie<br />

Tiere, die einer gesunden Rasse angehören!“<br />

Weitere Themen in den Bereichen Rinder,<br />

Schweine sowie Öffentliches Veterinärwesen<br />

waren u. a. die Klauengesundheit<br />

bei Milchkühen, die Möglichkeiten<br />

und Grenzen automatischer Melksysteme<br />

sowie ein Lagebericht zur Kastration von<br />

Ferkeln ohne Narkose.<br />

Gemeinsames Vortragsprogramm<br />

Auf dem Tierärztetag in Schleswig findet<br />

nach den Präsentationen in den jeweiligen<br />

Fachgebieten am Nachmittag traditionell<br />

ein gemeinsames wissenschaftliches Vortragsprogramm<br />

für alle Teilnehmer statt.<br />

Im Vortragsprogramm „Kleintiere“ stellte DGK- <strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr.<br />

Andreas Moritz die Mög lichkeiten der automatisierten Urinanalyse vor.<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts,<br />

ging auf die aktuelle Seuchenlage ein.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 9


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Dr. Evelin Stampa (links), überreichte die Verdienstmedaille<br />

für Dr. Dr. Peter Fahrenkrug an<br />

dessen Frau und Sohn. Rechts: Dr. Friedrich<br />

Röcken.<br />

Nach Grußworten von Kongress- und Kammerpräsidentin<br />

Dr. Evelin Stampa begrüßte<br />

auch Dr. Wolfgang Buschmann, Landrat<br />

des Landkreises Schleswig-Flensburg, die<br />

zahlreichen Kolleginnen und Kollegen.<br />

Den Festvortrag hielt in diesem Jahr Prof.<br />

Dr. Dr. h.c. Martin Kramer (Gießen), Präsident<br />

der <strong>DVG</strong>, über „Das One Health-Prinzip<br />

– Welche Rolle spielen wir Tierärzte/<br />

innen in dem Konzept?“. Auf unterhaltsame<br />

Weise stellte er zunächst dar, dass das<br />

One Health-Prinzip als Teilgebiet auch Veterinary<br />

Public Health (VPH) beinhaltet. Er<br />

ging weiterhin darauf ein, dass im Fokus<br />

von VPH die Verbesserung des menschlichen<br />

Wohlbefindens/Wohlergehens durch<br />

Optimierung der Tiergesundheit und des<br />

Tierwohls liege. Daher betreffe VPH nicht<br />

nur die Tierärztinnen und Tierärzte, die in<br />

der Nutztier- oder Infektionsmedizin tätig<br />

oder mit Lebensmittelhygiene und Verbraucherschutz<br />

befasst seien, sondern<br />

letztlich alle Kolleginnen und Kollegen.<br />

Denn z. B. auch Gesellschaftstiere spielten<br />

eine zunehmend wichtige Rolle für das<br />

menschliche Wohlbefinden. Interdisziplinäre<br />

Problemstellungen erforderten sowohl<br />

eine interdisziplinäre Forschung als<br />

auch eine translationale Umsetzung.<br />

Nicht nur Veterinär- und Humanmedizin<br />

seien hier gefragt, sondern auch Agrar-,<br />

Forst-, Ernährungs- und Umweltwissenschaften.<br />

Verdienstmedaille für<br />

Dr. Dr. Peter Fahrenkrug<br />

Im Rahmen der Feier zum Abschluss des<br />

Tierärztetages wurde am Abend die Verdienstmedaille<br />

der Tierärztekammer Schleswig-Holstein<br />

posthum an den herausragenden<br />

und geschätzten Kollegen Dr. Dr. Peter<br />

Fahrenkrug verliehen, der am 30.08.2019<br />

völlig überraschend nach kurzer, schwerer<br />

Krankheit verstorben war. Seine Frau und<br />

sein Sohn nahmen die Medaille entgegen.<br />

Im Anschluss an diese berührende Ehrung<br />

klang der überaus spannende und interessante<br />

Tag bei einem leckeren Buffet<br />

im Hotel Waldschlösschen aus.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />

Die Thementage und AG-Tagungen der DGK-<strong>DVG</strong> in Zeiten von Corona<br />

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten<br />

einige Thementage nicht wie geplant<br />

stattfinden, werden aber nachgeholt. Weitere<br />

Veranstaltungen werden mit Präsenzund<br />

Online-Teilnahme ermöglicht.<br />

Ahlener Thementage<br />

Die Ahlener Thementage „Jungtiererkrankungen“<br />

sollten im April stattfinden. Dies<br />

war jedoch wegen der zunehmenden Ausbreitung<br />

des Coronavirus nicht möglich.<br />

So wurden die Thementage um ein Jahr<br />

verschoben.<br />

q Ahlener Thementage „Jungtiererkrankungen“<br />

q 7.-8. Mai 2021, Ahlen<br />

Augsburger Thementage<br />

„Kleinsäuger“<br />

Auch die Augsburger Thementage Anfang<br />

Mai mussten abgesagt werden. Sie finden<br />

nun parallel zu den Dresdner Thementagen<br />

im Januar 2021 statt. Das Thema bleibt<br />

gleich: Respirationstrakt und Otitis.<br />

q Thementage „Kleinsäuger“, Respirationstrakt<br />

und Otitis<br />

q 22.–24. Januar 2021, Dresden<br />

AG Katzenmedizin<br />

der DGK-<strong>DVG</strong><br />

Eventuell in Bonn –<br />

Thementage „Patient Katze“<br />

Die Thementage mit dem Schwerpunkt<br />

Notfallmedizin können nicht in Köln stattfinden,<br />

da die maximale Teilnehmerzahl<br />

im Maternushaus sehr gering ist. Möglicherweise<br />

ist eine kombinierte Präsenz-/<br />

Online-Tagung in Bonn möglich. Genaueres<br />

teilen wir rechtzeitig per E-Mail und<br />

auf der <strong>DVG</strong>-Webseite mit. Um aber auch<br />

Kolleginnen und Kollegen, die nicht vor<br />

Ort sein wollen oder können, die Teilnah-<br />

10<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

me zu ermöglichen, werden die Vorträge<br />

per Live Stream im Internet übertragen.<br />

Angemeldete Teilnehmer werden rechtzeitig<br />

einen Link erhalten, mit dem sie die<br />

Präsentationen von extern verfolgen können.<br />

Wortbeiträge oder Fragen können per<br />

Chat gestellt und vom Moderator vor Ort<br />

an die Referenten geleitet werden.<br />

q Thementage „Patient Katze“, Notfallmedizin<br />

q voraussichtlich kombinierte Präsenz-/<br />

Online-Tagung vom 12.–13. September<br />

<strong>2020</strong> in Bonn<br />

Dresdner Thementage<br />

Auch die Dresdner Thementage können,<br />

soweit jetzt bekannt, wie geplant vom 22.<br />

bis 24. Januar 2021 stattfinden. Parallel zur<br />

Kleintiertagung mit dem Schwerpunkt<br />

„Anämie“ werden die Thementage „Kleinsäuger“<br />

durchgeführt.<br />

q Dresdner Thementage „Kleintiere“,<br />

Blasse Schleimhäute – Anämie und andere<br />

Bluterkrankungen<br />

q 22.–24. Januar 2021, Dresden<br />

AG Lasermedizin der DGK-<strong>DVG</strong><br />

Die für September <strong>2020</strong> geplante Tagung<br />

der AG Lasermedizin kann leider nicht<br />

stattfinden. Die Tagung mit Vorträgen/<br />

Theorie Laserschein, Vortragsprogramm<br />

und praktischen Übungen wird auf 2021<br />

verschoben. Der genaue Termin wird rechtzeitig<br />

mitgeteilt.<br />

AG Computertomographie<br />

Vom 13. bis 14. November findet die 10. Tagung<br />

der AG Computertomographie (AG-<br />

CT) in Ghent (Belgien) statt. Das Thema<br />

lautet: When choosing CT over other imaging<br />

modalities including MRI and ultrasound?<br />

q 10. Tagung der AG-CT<br />

q 13.–14.11.<strong>2020</strong>, Ghent (Belgien)<br />

Die vergangenen Monate haben uns gelehrt,<br />

dass vieles unwägbar ist und kurzfristige<br />

Entscheidungen vonseiten der<br />

Politik immer möglich sind. Falls größere<br />

Präsenz-Veranstaltungen weiterhin nicht<br />

erlaubt werden, werden DGK-<strong>DVG</strong> und <strong>DVG</strong><br />

ihr Möglichstes tun, um auch weitere Tagungen<br />

als Online-Veranstaltungen anzubieten.<br />

Denn DGK-<strong>DVG</strong> und <strong>DVG</strong> ist es sehr<br />

wichtig, ihrem Fortbildungsauftrag auch<br />

in Corona-Zeiten nachzukommen und Ihnen<br />

spannende und erkenntnisreiche Tagungen<br />

zu ermöglichen.<br />

Aktuelle Informationen: www.dvg.de<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

•<br />

Schon jetzt<br />

VORMERKEN<br />

10.-12.<br />

September<br />

2021<br />

9. Nordrhein-Westfälischer<br />

Tierärztetag<br />

eine Veranstaltung der <strong>DVG</strong> in fachlicher Kooperation mit<br />

den Tierärztekammern Westfalen-Lippe & Nordrhein<br />

Veranstalter<br />

Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

Friedrichstr. 17 I 35392 Gießen<br />

Fon: +49 641 24466 I Fax: +49 641 25375<br />

E-Mail: info@dvg.de I Web: www.dvg.de<br />

Fachliche Mitkoordinatoren<br />

Tierärztekammer Westfalen-Lippe<br />

Tierärztekammer Nordrhein<br />

E-Mail: info@tieraerztekammer-wl.de I info@tk-nr.de<br />

Web: www.tieraerztekammer-wl.de I www.tk-nr.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 11<br />

Anmeldung<br />

CSM, Congress & Seminar Management<br />

Industriestr. 35 I 82194 Gröbenzell<br />

Fon: +49 8142 570183 I Fax: +49 8142 54735<br />

E-Mail: info@csm-congress.de<br />

Web: www.csm-congress.de


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

FACHGRUPPE „INNERE MEDIZIN UND KLINISCHE LABORDIAGNOSTIK (INNLAB)“<br />

28. Jahrestagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe InnLab<br />

Von der Corona-Pandemie noch nicht beeinflusst,<br />

fand die 28. Jahrestagung der<br />

Fachgruppe „Innere Medizin und Labordiagnostik“<br />

der <strong>DVG</strong> am 31. Januar und 1. Februar<br />

am Fachbereich Veterinärmedizin<br />

der Justus-Liebig-Universität Gießen statt.<br />

Der Neubau der Kleintierklinik des<br />

Fachbereichs Veterinärmedizin war zwar<br />

schon seit ein paar Tagen bezogen und in<br />

Betrieb, aber sicherheitshalber wurde die<br />

erprobte Technik des Anatomie-Hörsaals<br />

bevorzugt. Vorträge als auch Posterausstellung<br />

waren daher im Institut für Veterinär-Anatomie<br />

untergebracht. Die Blockade<br />

der EDV-Versorgung der gesamten<br />

Justus-Liebig-Universität infolge eines<br />

schweren Cyber-Angriffs im Dezember<br />

2019 warf für die ortsansässigen Organisatoren<br />

einige Probleme auf, die aber alle<br />

hervorragend gemeistert wurden. Das Programm<br />

war mit 28 Vorträgen und 18 Postern<br />

sehr umfangreich. Prof. Dr. Dr. h.c.<br />

Martin Kramer, Dekan des Fachbereichs<br />

Veterinärmedizin und Präsident der <strong>DVG</strong>,<br />

begrüßte die zahlreichen Tagungsteilnehmer<br />

aus Deutschland, Österreich und der<br />

Schweiz. Die 135 Teilnehmer verfolgten<br />

spannende Forschungsvorträge. Die Themen<br />

umfassten die Bereiche der Neurologie,<br />

Kardiologie, Gastroenterologie,<br />

Urologie, Endokrinologie, Dermatologie,<br />

Onkologie, Ophthalmologie, Labor- und<br />

Infektionsmedizin. Die Vortrags- und Posterthemen<br />

befassten sich mit Großtieren,<br />

Kleintieren und Heimtieren. Der Vortragsstil<br />

und die Posterpräsentationen hatten<br />

immer eine hohe Qualität, obwohl oder<br />

gerade weil es das Erstlingswerk der meisten<br />

Präsentierenden war. Die kurzen Vortragszeiten<br />

wurden immer exakt eingehalten<br />

und es blieb Zeit für eine meist rege<br />

Diskussion. Die Beurteilung der Vorträge<br />

erfolgte ohne Zeitverzögerung mit einem<br />

digitalen System durch das Publikum. Die<br />

Poster und der jeweils 3-minütige Postervortrag<br />

wurden von einer 3-köpfigen Jury<br />

bewertet, so dass am Ende der Tagung die<br />

besten Vortragenden und Posterdemonstrationen<br />

gefeiert werden konnten.<br />

Schauplatz der InnLab-Tagung war der Anatomie-Hörsaal der Justus-Liebig-Universität Gießen.<br />

Vortragspreisträger<br />

Der Thieme Verlag hatte für die drei besten<br />

Vorträge Preise gestiftet.<br />

1. Preis: 500 EUR und ein Ein-Jahres-Abo der<br />

„Tierärztlichen Praxis“<br />

Simone Eschle: Impfungen bei Hunden<br />

– Untersuchung zur Besitzer-Compliance<br />

in Deutschland<br />

2. Preis: Ein-Jahres-Abo der „Tierärztlichen<br />

Praxis“<br />

Alina Finsterhölzl: Einfluss eines pegylierten<br />

bovinen Granulozyten-Kolonie<br />

stimulierenden Faktors (bG-CSF, Imrestor®)<br />

auf Hämatologie und Akute-Phase-Reaktion<br />

von Mutterkuh und Kalb<br />

3. Preis: Ein-Jahres-Abo der „Tierärztlichen<br />

Praxis“<br />

Elisabeth Kaufmann: Langzeitkonsequenzen<br />

nach Akutem Hämorrhagischem<br />

Durchfall Syndrom (AHDS) beim<br />

Hund<br />

Posterpreisträger<br />

Auch für die besten Poster wurden Preise<br />

vergeben. Die Fachgruppe InnLab stiftete<br />

den 1. Preis und die Schlütersche Verlagsgesellschaft<br />

die Abonnements für den 2.<br />

sowie 3. Preis.<br />

1. Preis: 500 EUR<br />

Enrice Hünerfrauth: Unerwartete<br />

plötzliche Todesfälle bei Hunden mit<br />

Epilepsie<br />

2. Preis: Ein-Jahres-Abo der Kleintierpraxis<br />

Rebekka Mach: Evaluierung eines<br />

laufbandgestützten Fitnesstests als<br />

Grundlage für die Zuchtentscheidung<br />

bei brachycephalen Hunderassen am<br />

Beispiel der Rasse Mops<br />

3. Preis: Ein-Jahres-Abo der Kleintierpraxis<br />

Jasmin Weeger: Lungenfunktionsmessung<br />

mittels Ganzkörperplethysmographie<br />

zur Evaluierung des funktionellen<br />

Phänotyps bei Katzen mit entzündlichen<br />

Bronchialerkrankungen<br />

12<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

V.l.n.r.: Prof. Dr. Johannes Hirschberger, Simone Eschle,<br />

Elisabeth Kaufmann, Alina Finsterhölzl, Rebekka Mach,<br />

Enrice Hünerfrauth, Prof. Dr. Natali Bauer, Jasmin Weeger.<br />

Prof. Dr. Andreas Moritz, Leiter der Klinik für Kleintiere, Innere Medizin,<br />

führte die Teilnehmer durch die neue Kleintierklinik der Justus-Liebig-<br />

Universität Gießen.<br />

Der InnLab-Gesellschaftsabend fand<br />

im Restaurant „Alt Gießen“ statt. Die Teilnehmer<br />

haben sich sehr gut unterhalten<br />

und zum Ausklang des Abends gab es<br />

Tanzmusik.<br />

Die nächste <strong>DVG</strong>-Tagung „Innere Medizin<br />

und Labordiagnostik“ wird vom 28.<br />

bis 29. Januar 2021 in Leipzig unter der Leitung<br />

von Frau Prof. Dr. Romy Heilmann<br />

stattfinden.<br />

Ein ganz herzlicher Dank geht an Frau<br />

Prof. Dr. Natali Bauer. Sie hat die InnLab<br />

<strong>2020</strong> in Gießen ganz hervorragend vorbereitet<br />

und geleitet! Ein ganz herzlicher<br />

Dank geht auch Frau Katharina Kleber und<br />

Herrn Benjamin Rink von der <strong>DVG</strong>-Ge-<br />

schäftsstelle, die uns mit ihrer Tagungsmanagement-Erfahrung<br />

immer zur Seite<br />

standen und den Aufbau und Ablauf der<br />

Tagung in diesem professionellen Stil erst<br />

ermöglichten.<br />

Prof. Dr. Johannes Hirschberger<br />

Fachgruppenleiter der Fachgruppe InnLab<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE „CHIRURGIE“<br />

11. Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“<br />

Am 15.11.2019 fand im Rahmen des 65. Jahreskongresses<br />

der DGK-<strong>DVG</strong> in Berlin die<br />

inzwischen 11. Tagung der Fachgruppe<br />

„Chirurgie“ statt. Nach bewährter Tradition<br />

stellten junge Wissenschaftler aus den Bereichen<br />

Chirurgie, Neurologie, Opthalmologie<br />

und bildgebende Diagnostik ihre Forschungsergebnisse<br />

vor. Inzwischen hat die<br />

Fachtagung eine große Zahl an Zuhörern<br />

gewonnen, obwohl zeitgleich das Hauptprogramm<br />

der DGK-<strong>DVG</strong> stattfindet. Dies<br />

liegt in erster Linie an den sehr spannenden<br />

Themen und daraus resultierenden<br />

Vorträgen der Nachwuchswissenschaftler.<br />

Wie in jedem Jahr zeichnete eine Jury,<br />

bestehend aus drei Diplomates ECVS<br />

(European College of Veterinary Surgeons),<br />

die drei besten Vorträge/Themen mit<br />

einem Preis, gestiftet von der Schlüterschen<br />

Verlagsgesellschaft, aus.<br />

Im Anschluss an diese Fachtagung<br />

fand die jährliche Mitgliederversammlung<br />

mit Wahl der Fachgruppenleitung statt.<br />

Zur Leiterin der Fachgruppe „Chirurgie“<br />

wurde Dr. Christine Peppler (Gießen) gewählt.<br />

Der Stellvertreter bleibt weiterhin<br />

Dr. Kay Schmerbach (Berlin). Beisitzer sind<br />

Dr. Cetina Thiel (Gießen) und Dr. Mathias<br />

Brunnberg (Berlin). Die diesjährige Fachgruppentagung<br />

wird nach jetzigem Stand<br />

im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses stattfinden<br />

können. Bei Fragen wenden Sie sich<br />

gerne an die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle.<br />

Dr. Christine Peppler, Gießen<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

Die Chirurgie-Tagung fand im Rahmen des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2019 statt.<br />

• Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 13


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

FACHGRUPPE „REPRODUKTIONSMEDIZIN“<br />

53. Jahrestagung Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung<br />

PD Dr. Jens Vanselow begüßte die Teilnehmer.<br />

Von der Corona-Pandemie noch nicht betroffen<br />

fand die 53. Jahrestagung Physiologie<br />

und Pathologie der Fortpflanzung<br />

und gleichzeitig 45. Veterinär-Humanmedizinische<br />

Gemeinschaftstagung vom 26.<br />

bis 28. Februar in Dummerstorf und Rostock-Warnemünde<br />

statt. Das Schwerpunktthema<br />

der Tagung lautete in diesem<br />

Jahr „Wohlbefinden und Fruchtbarkeit“.<br />

Organisatoren waren die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Reproduktionsmedizin“, das Leibniz-Institut<br />

für Nutztierbiologie in Dummerstorf<br />

und die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin<br />

(DGRM).<br />

Der erste Tagungstag begann im Leibniz-Institut<br />

für Nutztierbiologie (FBN) mit<br />

der Begrüßung durch PD Dr. Jens Vanselow,<br />

Leiter des Instituts für Fortpflanzungsbiologie<br />

des FBN und Tagungsleiter<br />

der diesjährigen Tagung, und Prof. Dr.<br />

Klaus Wimmers, Vorstand des FBN und<br />

Professor für Tierzucht und Haustiergenetik<br />

an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen<br />

Fakultät der Universität Rostock.<br />

Auch Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />

(Gießen), Präsident der <strong>DVG</strong>, sowie Prof. Dr.<br />

Christine Wrenzycki (Gießen), Vorstand der<br />

DGRM, begrüßten die Teilnehmer. Prof.<br />

Kramer dankte PD Dr. Vanselow, Prof. Wimmers<br />

und insbesondere PD Dr. Jennifer<br />

Schön, die die lokale Organisation übernommen<br />

und die Tagung hervorragend<br />

vorbereitet hatten.<br />

Anschließend fand eine Führung in<br />

Kleingruppen durch die tierexperimentellen<br />

Anlagen des Institutes statt. Hauptforschungsschwerpunkt<br />

in Dummerstorf ist<br />

die funktionelle Biodiversität von Nutztieren<br />

im Kontext ihrer spezifischen Haltungsumwelten<br />

sowie den daraus abgeleiteten<br />

Lösungen für eine nachhaltige Nutztierhaltung.<br />

Nach der Führung durch<br />

ausgewählte Abteilungen des FBN wurde<br />

ein Teil der Poster als Poster-Slam vorgestellt,<br />

während die Teilnehmer leckere<br />

Fischbrötchen genießen durften.<br />

Die Haupttagung wurde im Hotel Neptun<br />

in Rostock-Warnemünde durchgeführt.<br />

Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Katie<br />

Edwards (Chester, UK) über die Beeinflussung<br />

von Stress auf die Fortpflanzung<br />

bei Zoo- und Wildtieren. Eine Neuerung<br />

gab es in diesem Jahr bei der Vergabe des<br />

Preises der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin.<br />

Aufgrund der jeweils<br />

sehr guten Beiträge wurde in diesem Jahr<br />

kein Ranking durchgeführt, sondern die<br />

drei Preisträger wurden gleichwertig gekürt.<br />

Für ihre Vorträge wurden ausgezeichnet:<br />

• Erika Hilbold, Hannover: Loss of connexin43<br />

in Sertoli cells leads to altered<br />

prepubertal Sertoli cell maturation and<br />

impairment of the mitosis-meiosis<br />

switch<br />

• Katharina Weber, Zürich (CH): Comparative<br />

analysis of the uterine transcriptome<br />

and bacterial microbiome in fertile<br />

and subfertile mares<br />

• Susanne Grund, Essen: The role of endometrial<br />

claudin-3 for implantation,<br />

decidualization and embryo development<br />

V.l.n.r.: Prof. Dr. Christine Wrenzycki, Erika Hilbold, Susanne Grund,<br />

Katharina Weber, PD Dr. Jennifer Schön.<br />

Das Tagungshotel lag direkt am Meer.<br />

14<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Auch die Deutsche Veterinärmedizinische<br />

Gesellschaft vergab in diesem Jahr wieder<br />

drei Posterpreise. Der erste Preis ging an<br />

Dr. Carola Fischer-Tenhagen (Berlin) für<br />

ihre wissenschaftliche Arbeit über die Herausforderungen<br />

von Abkalbesensoren,<br />

die am Kuhschwanz befestigt werden. Da<br />

es bei der Abstimmung der besten Poster<br />

zu einer gleichen Stimmenzahl kam, wurden<br />

gleich zwei zweite Preise verliehen.<br />

Einen dritten Platz gab es in diesem Jahr<br />

nicht. Die beiden Zweitplatzierten waren<br />

Dr. Iulian Ibanescu (Zürich), mit der Arbeit<br />

über die DNA-Integrität in vitalen vs. nonvitalen<br />

Spermien von Bullen durch eine direkte<br />

Analyse nach dem Sortieren der Spermien<br />

mittels Durchflusszytometrie sowie<br />

Rashidul Islam (Gießen) für die Studie über<br />

Tumor-assoziierte T-Lymphozyten im humanen<br />

Hodenkrebs und deren Identifizierung<br />

und funktionelle Untersuchung.<br />

Der Gesellschaftsabend am Donnerstag,<br />

27. Februar, fand an Bord der MS „Ostseebad<br />

Warnemünde“ statt und ermöglichte<br />

den Teilnehmern durch eine Hafenrundfahrt<br />

einen Perspektivenwechsel auf<br />

die wunderschön beleuchtete Hafenstadt<br />

vom Wasser aus. Während das Wetter tags<br />

zuvor sehr stürmisch war, zeigte es sich<br />

passend zur Schifffahrt nahezu windstill.<br />

Die nächste Tagung zur Reproduktionsmedizin<br />

findet voraussichtlich im Februar<br />

2021 unter der Leitung von Prof. Dr.<br />

Heiner Bollwein in Zürich statt.<br />

Die Dokumentation der diesjährigen<br />

Tagung ist als Sonderheft der Zeitschrift<br />

„Reproduction in Domestic Animals“ für<br />

10,00 Euro zzgl. 3,00 Euro für Verpackung<br />

und Versand in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

erhältlich.<br />

Katharina Kleber<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR TIERZAHNHEILKUNDE (DGT-<strong>DVG</strong>)<br />

15 Jahre Fortbildung mit Biss: 15. Jahrestagung der DGT-<strong>DVG</strong><br />

Die 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft<br />

für Tierzahnheilkunde (DGT-<strong>DVG</strong>)<br />

fand am 14.11.2019 im Rahmen des <strong>DVG</strong>-<br />

Vet-Congresses in Berlin statt. Der Präsident<br />

der <strong>DVG</strong>, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin<br />

Kramer (Gießen), eröffnete mit einem<br />

Grußwort das vielseitige Programm, das<br />

unter der wissenschaftlichen Leitung von<br />

Dr. Lorenz Schmid (Oberhaching) zusammengestellt<br />

worden war.<br />

Die DGT durfte für ihr Vortragsprogramm<br />

vier international hochgeschätzte<br />

Gastredner begrüßen: Dr. Milinda J. Lommer<br />

aus den USA, Dr. Gottfried Morgenegg<br />

aus der Schweiz, Dr. Matthias C. Eberspächer-Schweda<br />

aus Österreich, und für den<br />

fachlichen Blick über den tierärztlichen<br />

Tellerrand den Zahnarzt und renommierten<br />

Parodontologen Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf<br />

aus Würzburg.<br />

Prof. Schlagenhauf, Fachzahnarzt für<br />

Parodontologie und Leiter der Abteilung<br />

Parodontologie des Universitätsklinikums<br />

Würzburg, referierte über „Präbiotika und<br />

Probiotika, die neuen Rollen der Bakterien<br />

und der Ernährung in der Ätiologie und<br />

Therapie parodontaler Erkrankungen“.<br />

Sein hochinteressanter Bericht gab Einblicke<br />

in das erfolgreiche Würzburger Therapiekonzept<br />

parodontaler Erkrankungen<br />

durch Maßnahmen zur Korrektur entzündungsförderlicher<br />

bakterieller Dysbiosen.<br />

Integrale Bestandteile der systematischen<br />

Parodontaltherapie sind hier die Umstellung<br />

der Ernährung und der adjuvante<br />

Konsum entzündungshemmend wirkender<br />

probiotischer Keime.<br />

Dr. Lommer, Dipl. AVDC, ist Eigentümerin<br />

des Aggie Animal Dental Centers in<br />

Mill Valley, Kalifornien, und Associate Clinical<br />

Professor an der University of California,<br />

Davis. Neben der Veröffentlichung<br />

zahlreicher internationaler Publikationen<br />

in Fachjournalen ist sie gemeinsam mit<br />

Frank Verstraete und Boaz Arzi Herausgeberin<br />

der „Tierzahnärztlichen Bibel“,<br />

dem im Elsevier Verlag bereits in zweiter<br />

Auflage erschienenen Buch „Oral and Maxillofacial<br />

Surgery in Dogs and Cats“. Dr.<br />

Lommer lieferte in ihren Vorträgen wertvolle<br />

Hilfestellungen zur Patientenbesitzeraufklärung<br />

über Zahngesundheit und<br />

die Optimierung von Arbeitsabläufen in<br />

der tierzahnärztlichen Praxis. Die Dauerbrennerthemen<br />

„Feline Chronische Gingi-<br />

Die Gastredner der DGT (v.l.n.r.): Prof. Dr. Ulrich<br />

Schlagenhauf, Dr. Milinda J. Lommer und der<br />

wissenschaftliche Tagungsleiter Dr. Lorenz<br />

Schmid. Foto: Katja Riedel<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 15


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Gastredner Dr. Matthias C. Eberspächer-Schweda. Foto: Katja Riedel<br />

Gastrednerin Dr. Milinda J. Lommer. Foto: Katja Riedel<br />

vostomatitis“ und „Anästhesie von geriatrischen<br />

und multimorbiden Zahnpatienten“<br />

wurden praxisnah und anschaulich<br />

beleuchtet und gaben dem Auditorium<br />

wichtige Impulse für die eigene kurative<br />

Tätigkeit.<br />

Dr. Morgenegg führt eine Tierarztpraxis<br />

mit Schwerpunkt Zahnheilkunde in<br />

Obfelden und ist international hochengagierter<br />

Vermittler moderner Zahnheilkunde<br />

in der Tiermedizin, u. a. als Vorstandsmitglied<br />

der Société Suisse des Vétérinaires<br />

Dentistes (SSVD), als Mitglied der<br />

Zahnkommission der World Small Animal<br />

Veterinary Association (WSAVA) und als<br />

Altpräsident der European Veterinary<br />

Dental Society (EVDS). Er ist Entwickler der<br />

Diagnostikapp für Tierbesitzer „Pet Dental<br />

Scoring“ und der tierärztlichen Kartierungs-<br />

und Dokumentationssoftware<br />

„e-VDS“, sowie Initiator der in der Schweiz<br />

anerkannten Fachausbildung Tiermedizinische<br />

Dentalassistenz. Dr. Morgenegg<br />

stellte die von ihm entwickelte Software<br />

e-VDS vor, welche die schnelle digitale<br />

tierzahnärztliche Befunderhebung per<br />

Mausklick ermöglicht, und gab einen aufschlussreichen<br />

Überblick über die Keypoints<br />

und Konsequenzen der Einführung<br />

der WSAVA Global Dental Guidelines für<br />

die tierärztliche Praxis. Reich bebildert<br />

stellte er die Varianten von Chipfrakturen<br />

sowie deren Therapiemöglichkeiten dar.<br />

Dr. Eberspächer-Schweda ist Leiter der<br />

Abteilung Zahn- und Kieferchirurgie der<br />

Veterinärmedizinischen Universität Wien<br />

und Mitglied des Gründungskomitees und<br />

des Vorstands der Österreichischen Gesellschaft<br />

für Tierärztliche Zahnheilkunde. Er<br />

ist Mitinitiator des Diploms Zahn- und<br />

Kieferchirurgie der Österreichischen Tierärztekammer<br />

und passionierter Tutor für<br />

Tierzahnheilkunde. Sein Überblick über<br />

die (Mikro-)Anatomie der Maulhöhle fasste<br />

die wichtigen Grundlagen praxisnah zusammen.<br />

Im sehr informativen Vortrag<br />

zum Cone Beam CT legte er seine klinischen<br />

und wirtschaftlichen Erfahrungen<br />

nach einem Jahr Einsatz des CBCT dar.<br />

Dr. Christine Braun-Reichart referierte beim TFA-Seminar. Foto: Sven Suhling<br />

Eine sehr rege besuchte Industrieausstellung<br />

informierte in den Vorlesungspausen<br />

über aktuelle Entwicklungen auf<br />

dem Gebiet der Zahnheilkunde, von neuen<br />

chirurgischen Instrumenten, Zahn-OP-<br />

Tischen und Dentalstationen über Arzneimittel<br />

und Verbrauchsmaterial bis hin zur<br />

Röntgendiagnostik und Lasertherapie. Ein<br />

besonderer Dank gilt den Austellerfirmen,<br />

ohne deren tatkräftige und finanzielle<br />

Unterstützung viele Angebote der DGT für<br />

Tierärzteschaft und Patientenbesitzer<br />

nicht möglich wären!<br />

Im Vorlesungsstrang „Basics: praktisch<br />

und konkret“ lieferte Dr. Stefan Gabriel<br />

(Meschede) einen kurzweiligen Überblick<br />

16<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

zur Elektrochirurgie in der Parodontologie.<br />

Dr. Michael Hartmann (Tübingen) schilderte<br />

anschaulich die häufig unterschätzten<br />

Probleme im Zusammenhang mit Schäden<br />

des Milchgebisses. Mit praxisorientierten<br />

Empfehlungen stellte Dr. Jochen<br />

Krüger (Krefeld) die Vorteile und Möglichkeiten<br />

der Fotodokumentation in der Tierzahnheilkunde<br />

vor. Dr. Martina van Suntum<br />

(Germersheim) widmete sich den Herausforderungen<br />

des diagnostischen<br />

Vorgehens und der Besitzerkommunikation<br />

bei Umfangsvermehrungen in der<br />

Maulhöhle und lieferte wertvolle Hilfestellungen<br />

für die Entscheidungsfindung in<br />

der tierärztlichen Praxis. Dr. Peter Stelzer<br />

(Berg) gab in seinem informativen Vortrag<br />

einen Überblick über die tierartlichen Besonderheiten<br />

der Neuweltkameliden im<br />

Vergleich zu Hund, Katze und Pferd.<br />

Im Vorlesungsstrang „Advanced: Dental<br />

Updates“ berichtete Christian Sturm<br />

(Zeiselmauer) anhand eines nicht alltäglichen<br />

Falles aus der Praxis über das Open<br />

Mouth Jaw Blocking bei der Katze. Jan Klasen<br />

(Germersheim) stellte die interessanten<br />

technischen Möglichkeiten von Intraoralscannern<br />

in der Tierzahnheilkunde vor. In<br />

der Podiumsdiskussion „Round Table Falldiskussionen:<br />

Wie würden Sie in diesem Fall<br />

vorgehen?“ wurden von DGT-Mitgliedern<br />

eingereichte Vorberichte mit Bildmaterial<br />

tierzahnärztlicher Fälle aus unterschiedlichen<br />

Blickwinkeln beleuchtet und die verschiedenen<br />

Therapieoptionen aufgezeigt.<br />

Dr. Stelzer hatte den Vortrag des nur<br />

wenige Monate zuvor verstorbenen Dr. Dr.<br />

Peter Fahrenkrug „Die Abdrucknahme im<br />

Hundegebiss: Methoden und zahntechnische<br />

Weiterverarbeitung“ übernommen.<br />

In einer tief ergreifenden Zeremonie versammelten<br />

sich alle Teilnehmer des Basics-<br />

und des Advanced-Streams, um Dr.<br />

Fahrenkrug zu gedenken und sein Lebenswerk<br />

zu würdigen.<br />

Für TFA wurde zum 4. Mal ein DGT-Seminar<br />

angeboten, das erneut ausgebucht<br />

war.<br />

Die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde<br />

(DGT) wurde im Jahr 2004<br />

gegründet, um die Zahn- und Mundgesundheit<br />

von in Obhut des Menschen gehaltenen<br />

Tieren zu verbessern. Patientenbesitzer<br />

finden über die Webseite www.<br />

tierzahnaerzte.de eine Suchplattform für<br />

Tierärzte mit besonderem Interesse an der<br />

Tierzahnheilkunde.<br />

Dr. Katja Riedel<br />

DGT-<strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE „ZIER-, ZOO- UND WILDVÖGEL, REPTILIEN, AMPHIBIEN UND FISCHE“<br />

4. Jahrestagung der Fachgruppe ZZWRAF / Mutschmann-Preis<br />

Die ursprünglich für Oktober geplante<br />

4. Jahrestagung der Fachgruppe „Zier-,<br />

Zoo- und Wildvögel, Reptilien, Amphibien<br />

und Fische (ZZWRAF)“ musste Corona-bedingt<br />

abgesagt werden und wird nun vom<br />

4. bis 6. März 2021 in Oberschleißheim<br />

stattfinden. Im Rahmen der Tagung wird<br />

neben dem Dr.-Elmar-Schlögl-Stiftungspreis<br />

für den Erstlingsvortrag eines Nachwuchswissenschaftlers<br />

aus dem Teilbereich<br />

Greifvogel- und Eulenkrankheiten<br />

erstmals der Frank-Mutschmann-Gedächtnispreis<br />

vergeben. Mit dem Preis<br />

werden Wissenschaftler, die im Bereich der<br />

klinischen (Labor-)Medizin oder bei tierärztlichen<br />

Projekten innerhalb von Artenund<br />

Tierschutzprojekten bei Reptilien,<br />

Amphibien oder Fischen herausragende<br />

Forschung geleistet haben, ausgezeichnet.<br />

Noch bis zum 30. Juni sind Bewerbungen<br />

für den Mutschmann-Preis möglich,<br />

siehe auch Seite 42. <br />

•<br />

Informationen zur Tagung: www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />

4. Jahrestagung<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

Zier-, Zoo- und Wildvögel,<br />

Reptilien, Amphibien und Fische<br />

(ZZWRAF)<br />

4. bis 6. März 2021<br />

München (Campus Oberschleißheim)<br />

Schwerpunktthemen & Programm<br />

Infektionserkrankungen (Borna, Usutu, West Nile),<br />

Mensch-Tier-Beziehungen, Verhalten, Tierschutz<br />

Vortragsveranstaltung<br />

Seminare<br />

Rahmenprogramm<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 17


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

FACHGRUPPE „GEFLÜGELKRANKHEITEN“<br />

Aktuelles aus der Fachgruppe „Geflügelkrankheiten“<br />

Im Rahmen des 97. Fachgesprächs über Geflügelkrankheiten<br />

wurde am 24.10.2019 die<br />

Wahl des neuen Fachgruppenleiters und<br />

seines Stellvertreters der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Geflügelkrankheiten“ durchgeführt. Über<br />

14 bzw. sieben Jahre wurden diese Ämter<br />

durch Prof. Dr. H. Mohamed Hafez (Institut<br />

für Geflügelkrankheiten der FU Berlin;<br />

Fachgruppenleiter) und Dr. Manfred Pöppel<br />

(Fachtierarztpraxis für Geflügel, Delbrück,<br />

Stellvertreter) besetzt. Prof. Hafez eröffnete<br />

die Mitgliederversammlung mit 65 wahlberechtigten<br />

Teilnehmern. Er berichtete<br />

über geschichtliche Entwicklungen sowie<br />

die Aktivitäten der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe. Nach<br />

Feststellung der Beschlussfähigkeit wurde<br />

Prof. Dr. Silke Rautenschlein als neue Fachgruppenleiterin<br />

gewählt und Dr. Pöppel als<br />

Stellvertreter bestätigt. Prof. Rautenschlein<br />

bedankte sich auch im Namen der Fachgruppenmitglieder<br />

und der <strong>DVG</strong> für das<br />

langjährige Engagement der beiden Kollegen<br />

und überreichte im Namen der <strong>DVG</strong> ein<br />

Geschenk. Insgesamt hat die Fachgruppe<br />

aktuell 405 Mitglieder (Stand Juni <strong>2020</strong>),<br />

davon haben 196 die Fachgruppe als Hauptfachgruppe<br />

gewählt. Im Anschluss an die<br />

Wahl wurde das Fachgespräch bis zum Folgetag<br />

fortgesetzt.<br />

Insgesamt besuchten das 97. Fachgespräch<br />

über Geflügelkrankheiten 187 Teilnehmer<br />

aus Deutschland, den deutschsprachigen<br />

Nachbarländern sowie den<br />

Niederlanden, Belgien und Frankreich und<br />

informierten sich zu unterschiedlichen,<br />

aktuellen Themen. Diese umfassten in 17<br />

Vorträgen Aspekte zur Infektionsmedizin,<br />

Tierschutz, Tierernährung aber auch rechtliche<br />

Neuerungen und wirtschaftliche<br />

Trends. Diese Tagung der Fachgruppe „Geflügelkrankheiten“<br />

findet traditionell<br />

zweimal im Jahr statt. Die Planungen für<br />

das 100. Fachgespräch sind schon in Vorbereitung,<br />

um mit den KollegInnen aus<br />

Wissenschaft, Praxis, Behörden und Industrie<br />

gemeinsam diesen „runden Geburtstag“<br />

zu würdigen.<br />

Prof. Dr. Silke Rautenschlein, Hannover<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

•<br />

ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

FACHGRUPPE „ANATOMIE“<br />

Anatomie – ein totes Fach? Denkste …<br />

Die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Anatomie“ hatte zum Jahresbeginn beschlossen,<br />

nach langer Zeit wieder zu<br />

einer Fachgruppentagung in Leipzig am<br />

19. März <strong>2020</strong> einzuladen. Die Idee war<br />

vor allem dadurch motiviert, sich zu den<br />

aktuellen Themen Formaldehydreduktion<br />

und Tierkörperspenden auszutauschen.<br />

So der ursprüngliche Plan… Was im<br />

März dann tatsächlich die aktuellen Themen<br />

sein würden und auf welche Weise<br />

unsere Fachgruppentagung stattfinden<br />

würde, das hatte zu dem Zeitpunkt keiner<br />

von uns geahnt. So wie für die meisten<br />

Menschen drehte sich durch die Corona-Pandemie<br />

spätestens im März auch für<br />

uns die Welt auf links und es wurde klar,<br />

dass wir unsere Fachgruppentagung nicht<br />

wie geplant durchführen könnten.<br />

Wir waren uns jedoch schnell einig,<br />

dass unsere Tagung am 19. März <strong>2020</strong><br />

stattfinden sollte. Natürlich aber unter<br />

veränderten Bedingungen. Schnell waren<br />

Skype-Namen ausgetauscht, Accounts<br />

wieder reaktiviert und so wurde aus dem<br />

ursprünglich geplanten physischen Treffen<br />

ein Online-Meeting. Aber das war nicht<br />

das Einzige, das schnell und flexibel an die<br />

aktuellen Herausforderungen angepasst<br />

wurde. Angesichts der Tatsache, dass uns<br />

allen ein Sommersemester mit überwiegend<br />

oder sogar komplett digitaler Lehre<br />

bevorsteht, erschienen uns die avisierten<br />

18<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />

Tagesordnungspunkte nicht mehr wirklich<br />

passend. Schließlich ist digitale Lehre weder<br />

formaldehydbelastet noch von Tierkörperspenden<br />

abhängig… Aber von digitalen<br />

Lehr- und Lernmaterialien. Und so wurde<br />

bei der virtuellen Fachgruppentagung<br />

am 19. März, an der elf Anatom*innen von<br />

vier Standorten teilnahmen, die „Tauschbörse“<br />

digitaler Lehr- und Lernmaterialien<br />

ins Leben gerufen. Es war spannend zu sehen,<br />

wie viele E-Learning-Ressourcen an<br />

den verschiedenen Standorten schon existieren<br />

und wie gut wir uns im Austausch<br />

dieser Materialien ergänzen können. In<br />

den nächsten Tagen schritten alle direkt<br />

zur Tat und stellten Listen mit E-Learning-Materialien<br />

zusammen, so dass bei<br />

dem nächsten Online-Meeting, das schon<br />

am 1. April <strong>2020</strong> stattfand und an dem<br />

dann zwölf Anatom*innen von allen fünf<br />

Standorten teilnahmen, mit dem regen<br />

Austausch von digitalen Lernmaterialien<br />

begonnen wurde und weitere Ideen nur<br />

so sprudelten. Wir waren uns alle einig,<br />

dass diese fruchtbare Kooperation fortge-<br />

Nahmen online am Anatomie-Meeting teil (große Fotos von oben links im Uhrzeigersinn):<br />

Prof. Dr. Christiane Pfarrer, Dr. Anja Reinert, Dr. Giuliano Corte, Dr. Sven Reese sowie<br />

(Fotos oben am Bildrand v.l.n.r.) Prof. Dr. Johanna Plendl, Juliane Rieger, PhD, PD Dr. Daniela Fietz,<br />

Prof. Dr. Mondy Bahramsoltani, Prof. Dr. Johann Maierl, Dr. Dora Bernigau. Screenshot: Dora Bernigau<br />

führt werden muss. Und daher… das<br />

nächste Online- Date steht schon! Für den<br />

kommenden Herbst sind zudem Wahlen<br />

zur Leitung der Fachgruppe geplant.<br />

Prof. Dr. Mahtab Bahramsoltani, Berlin<br />

Dr. Dora Bernigau, Leipzig<br />

Interimsleitung der Fachgruppe<br />

•<br />

FACHGRUPPE „PATHOLOGIE“<br />

63. Jahrestagung und 25. Schnittseminar<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Pathologie“<br />

Die Corona-Pandemie hat zur Folge, dass<br />

zahlreiche Veranstaltungen, darunter auch<br />

Tagungen der <strong>DVG</strong>, nicht wie geplant stattfinden<br />

können. Die Tagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Pathologie“ vom 6. bis 8. März im<br />

Parkhotel Kolpinghaus in Fulda konnte noch<br />

durchgeführt werden – wobei die Präsentationen<br />

per Live Stream übertragen wurden,<br />

so dass auch Kolleginnen und Kollegen, die<br />

nicht nach Fulda kommen wollten oder<br />

konnten, die Chance zur Teilnahme hatten.<br />

Die meisten angemeldeten Teilnehmer waren<br />

jedoch vor Ort. Tagungs- und Fachgruppenleiter<br />

Prof. Dr. Andreas Beineke begrüßte<br />

die anwesenden sowie die zugeschalteten<br />

Kolleginnen und Kollegen herzlich.<br />

Schnittseminar<br />

Das Thema des diesjährigen Schnittseminars<br />

lautete „Pathologie des Harntraktes“.<br />

Referenten waren Prof. Dr. Marion Hewicker-Trautwein<br />

und Prof. Beineke (beide<br />

Hannover), die interessante Fälle und jeweils<br />

mehrere Differentialdiagnosen vorstellten.<br />

Die Teilnehmer konnten per Abstimmungsgerät<br />

eine davon wählen. Die<br />

korrekte Diagnose wurde direkt im Anschluss<br />

gezeigt und erläutert.<br />

Forensic evaluation of bruises<br />

in pigs<br />

Der erste Übersichtsvortrag wurde von<br />

Prof. Henrik E. Jensen, PhD (Kopenhagen,<br />

Die Referenten des Schnittseminars:<br />

Prof. Dr. Marion Hewicker-Trautwein und<br />

Prof. Dr. Andreas Beineke.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 19


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Tagungsort der Pathologen: das Parkhotel<br />

Kolpinghaus in Fulda.<br />

DK), zum Thema „Forensic evaluation of<br />

bruises in pigs“ gehalten. Prof. Jensen<br />

konnte wegen der Coronavirus-Situation<br />

nicht nach Deutschland reisen und war daher<br />

per Skype zugeschaltet. Er stellte in<br />

einer beeindruckenden Präsentation<br />

Untersuchungen zu Verletzungen von<br />

Schlachtschweinen dar, die eindeutig tierschutzgesetzwidriges<br />

Vorgehen belegten.<br />

So zeigten sie Fälle von Blutergüssen an<br />

Schweinen, die forensisch untersucht worden<br />

waren. Die Daten beinhalteten makroskopische<br />

und histologische Befunde<br />

sowie schriftliche Berichte. Die Zeit von<br />

der Abholung der Tiere auf den Höfen bis<br />

zur Lieferung zum Schlachthof war zusammen<br />

mit dem Zeitpunkt der Schlachtung<br />

aufgezeichnet worden. Auf den Fotos waren<br />

Hämatome, die auf ein stumpfes Trauma<br />

hinwiesen, deutlich zu erkennen. Dabei<br />

spiegelte das Muster der Blutergüsse<br />

das Objekt wider, das sie verursacht hatte,<br />

wie z. B. Ketten oder sogar Werkzeuge.<br />

Histologisch waren häufig Blutungen und<br />

Entzündungszell-Infiltrationen vorhanden.<br />

Das Alter der Blutergüsse konnte dabei<br />

überwiegend auf bis zu acht Stunden<br />

vor der Schlachtung eingegrenzt werden.<br />

Das Problem ist jedoch, dass die Täter<br />

meist schwer herauszufinden sind, da<br />

mehrere Personen in Frage kommen. Dennoch<br />

haben Polizei und Gerichte begrüßt,<br />

dass die gezeigten Nachweise geführt werden<br />

konnten.<br />

Weitere Übersichtsvorträge<br />

Weitere Übersichtsvorträge hielten Dr. Angele<br />

Breithaupt (Greifswald) zum Thema<br />

„ECVP Examen – soll ich mir das wirklich<br />

antun? Und Jobs in der Industrie für Pathologen<br />

– mehr als nur Mäuse-Lebern?“ sowie<br />

Prof. Dr. Jeroen Kortekaas (Lelystad, NL)<br />

über „Vertical transmission of zoonotic arboviruses“.<br />

Vortragsprogramm<br />

Dass durch pathologische Untersuchungen<br />

der Nachweis tierschutzrelevanter Tatbestände<br />

erbracht werden kann, zeigte<br />

u. a. auch der Vortrag von Dr. Martin Peters<br />

(Arnsberg) und Dr. Peter Wohlsein (Hannover)<br />

über die „Mutwillige Tötung eines<br />

Schafes mit einem Feuerlöscher“.<br />

In ihrer Präsentation „Sektion mit Kremierung<br />

des Tierkörpers – rechtliche und<br />

praktische Aspekte“ legte Dr. Christina<br />

Puff (Hannover) dar, dass die Sektion eines<br />

Klein- oder Heimtieres dem Wunsch des<br />

Besitzers nach Kremierung nicht entgegensteht.<br />

Sie stellte eine vom regulären<br />

Sektionsgang in einigen Bereichen abweichende<br />

Sektionstechnik vor (kosmetische<br />

Sektion), die den Verschluss des Tierkörpers<br />

zur anschließenden Kremierung ermöglicht.<br />

Eine entsprechende Sektion mit<br />

anschließender Probenentnahme ist bei<br />

nahezu allen Fragestellungen möglich, so<br />

dass die Akzeptanz einer Sektion des verstorbenen<br />

Tieres bei den Tierbesitzern erhöht<br />

wird.<br />

Die Vorträge wurden vor Ort gehalten und zusätzlich ….<br />

… live im Internet übertragen – für alle, die nicht in Fulda sein wollten<br />

oder konnten.<br />

20<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


Posterpräsentationen<br />

48 Poster ergänzten die Tagung und wurden<br />

von den Autoren wie gewohnt in ausführlichen<br />

Posterbegehungen erläutert.<br />

Als beste Poster wurden ausgezeichnet:<br />

1. Preis: Alina Katharina Langenhagen (Berlin):<br />

Der Hund aus der Havel – die Rätsel<br />

einer Wasserleiche<br />

2. Preis: Theresa Firsching (Berlin): Wildtierdramen<br />

aus dem 3D-Drucker<br />

ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

Die Gewinnerin des 1. Posterpreises<br />

Alina Katharina Langenhagen mit Tagungsleiter<br />

Prof. Dr. Andreas Beineke.<br />

Die weiteren Vorträge gliederten sich<br />

in die Themenkomplexe „Klein- und Heimtiere“,<br />

„Wildtiere und Geflügel“, „Experimentelle<br />

Pathologie“ sowie „Groß- und<br />

Nutztiere“ und stellten die Ergebnisse aktueller<br />

Studien und Fallberichte vor.<br />

Die 64. Jahrestagung und das 26. Schnittseminar<br />

der Fachgruppe werden vom 5. bis<br />

6. März 2021 erneut im Parkhotel Kolpinghaus,<br />

Fulda, stattfinden. PD Dr. Heike Aupperle-Lellbach<br />

(Bad Kissingen) wird das<br />

Schnittseminar zum Thema „Pathologie<br />

des kardiovaskulären Systems“ leiten.<br />

Der Tagungsband mit den Abstracts der<br />

Vorträge und Poster ist für 10,00 Euro zzgl.<br />

3,00 Euro für Verpackung und Versand in<br />

Theresa Firsching (2. Posterpreis) mit<br />

Tagungsleiter Prof. Dr. Andreas Beineke.<br />

der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle erhältlich (info@<br />

dvg.de, Fax: 0641 25375).<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

FACHGRUPPE „IMMUNOLOGIE“<br />

Jahrestagung des Arbeitskreises Veterinärimmunologie<br />

Der Arbeitskreis Veterinärimmunologie –<br />

ein Arbeitskreis der Deutschen Gesellschaft<br />

für Immunologie, dem die <strong>DVG</strong>- Fachgruppe<br />

„Immunologie“ angehört – traf sich am 9.<br />

und 10. September 2019 in München. Organisiert<br />

wurde die Tagung des Arbeitskreises<br />

von Herrn Prof. Thomas Göbel und Herrn<br />

Prof. Bernd Kaspers an der Tierärztlichen Fakultät<br />

der Universität München.<br />

Insgesamt hatten sich 62 Teilnehmer<br />

aus Deutschland, Österreich, der Schweiz<br />

und den Niederlanden zur Tagung angemeldet.<br />

Die Teilnehmer kamen überwiegend<br />

von den veterinärmedizinischen Bildungsstätten<br />

und Einrichtungen im Bereich<br />

der Tiergesundheitsforschung, aber<br />

auch aus der Industrie. Das wissenschaftliche<br />

Programm bestand aus 22 Vorträgen<br />

und 16 Posterbeiträgen, denen viel Raum<br />

Die Teilnehmer der Veterinärimmunologie-Tagung 2019 – das Foto ist eindeutig noch vor der<br />

Corona-Pandemie entstanden. Foto: VIA<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 21


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

für Diskussionen eingeräumt wurde. Wie<br />

immer auf Tagungen der Veterinärimmunologen<br />

wurde ein breites Spektrum von<br />

Arbeiten an unterschiedlichen Haus- und<br />

Nutztierspezies vorgestellt. Besonders<br />

stark vertreten waren Beiträge zum Immunsystem<br />

beim Schwein und beim Huhn,<br />

daneben wurden aber auch Arbeiten am<br />

Fisch, am Hund und am Pferd vorgestellt.<br />

Dominierendes Thema bei allen Präsentationen<br />

waren Fragestellungen zur Wirt-Pathogen-Interaktion<br />

ökologisch und ökonomisch<br />

wichtiger Infektionserkrankungen<br />

viraler und bakterieller Genese. Ein Schwerpunkt<br />

waren in diesem Jahr Forschungsarbeiten<br />

zu Helmintheninfektionen an<br />

Mausmodellen und am Schwein. Darüber<br />

hinaus wurden mehrere Arbeiten zur immunsuppressiven<br />

Wirkung von Mycotoxinen<br />

im Tierfutter vorgestellt.<br />

Die Resonanz der Teilnehmer auf die<br />

Tagung war durchgehend positiv. Insbesondere<br />

die konstruktiven und offenen<br />

Diskussionen haben gerade die jüngeren<br />

Teilnehmer als Stärke der Tagung bewertet.<br />

Für die fachlichen Diskussionen aber<br />

auch für die Interaktion mit Kollegen aus<br />

anderen Einrichtungen bot das Abendessen<br />

in der Reitschule am Englischen Garten<br />

ein besonderes Ambiente.<br />

Die diesjährige Tagung des Arbeitskreises<br />

muss leider auf das nächste Jahr verschoben<br />

werden (Covid-19!). Weitere Informationen<br />

werden über die Homepage des<br />

AK unter http://www.vetimm.de/ bekannt<br />

gemacht.<br />

Prof. Dr. Bernd Kaspers (München)<br />

Prof. Dr. Susanne Hartmann (Berlin)<br />

Prof. Dr. Gottfried Alber (Leipzig) •<br />

FACHGRUPPE „GESCHICHTE DER VETERINÄRMEDIZIN“<br />

Was gibt es Neues aus der Fachgruppe Geschichte?<br />

Zum Geleit<br />

Unter den derzeit 40 Fachgruppen der <strong>DVG</strong><br />

(*1951) ist die Fachgruppe „Geschichte der<br />

Veterinärmedizin“ eine der ältesten. Sie<br />

wurde 1953 gegründet und widmet sich der<br />

Forschung, Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit<br />

im gesamten Themenspektrum<br />

der Kulturgeschichte der Tiermedizin. Die<br />

wissenschaftlichen Ziele der Fachgruppe<br />

haben sich mit den Jahren verändert. Heute<br />

steht die Erforschung der Tiermedizin als<br />

gesellschaftlich wichtiger Teilbereich der<br />

Mensch-Tier-Beziehung und damit der<br />

Kulturwissenschaften (Humanities) im<br />

Vordergrund. Mit seinen vielfältigen Bezügen<br />

zu Philosophie, Ethik, Kunst, Literatur<br />

und Sprache hat sich das Fach zu einer Vermittlungsdisziplin<br />

entwickelt, die Möglichkeiten<br />

der Reflexion und Standortbestimmung<br />

als kreative Basis für die<br />

Gestaltung der Gegenwart und Zukunft<br />

bieten kann. 1<br />

Dieser Sachverhalt war auch Hauptthema<br />

der 20. Jahrestagung der Fachgruppe am<br />

15. und 16. November 2019 im ECC Berlin mit<br />

dem Titel „Zukunft braucht Vergangenheit:<br />

1 Vgl. Johann Schäffer (2019): Gasteditorial. In:<br />

Deutsches Tierärzteblatt 67 (2), 177.<br />

Die Bedeutung der Geschichtsforschung für<br />

die Tiermedizin“. Mehr als 25 Vorträge und<br />

Poster konnten die thematische Vielfalt der<br />

Aspekte zeigen, welche die Veterinärhistoriographie<br />

für das (Selbst)Verständnis der<br />

Tiermedizin und ihrer Disziplinen, aber auch<br />

ihrer Fachgesellschaften und Berufsverbände<br />

beitragen kann. In diesem Rahmen und<br />

vor internationalem Publikum wurde auch<br />

an die Bedeutung der <strong>DVG</strong> als der Initiatorin<br />

und Trägerorganisation der Geschichtstagungen<br />

erinnert (siehe Übersicht).<br />

1953 Bad Nauheim, Germany: Founding<br />

of the ‚History Section‘ of the German<br />

Veterinary Medical Society<br />

q 2019 q 66 years<br />

1964 Hannover, Germany: The worldwide<br />

first conference on veterinary history,<br />

organized by the ‚History Section‘ of<br />

the German Veterinary Medical Society<br />

q 2019 q 55 years<br />

1969 Hannover, Germany: Founding of<br />

the World Association for the History of<br />

Veterinary Medicine (WAHVM), organized<br />

by the ‚History Section‘ of the German<br />

Veterinary Medical Society<br />

q 2019 q 50 years<br />

Apropos 20. Jahrestagung, das mag manchen<br />

verwundern, bestand die Fach gruppe<br />

doch bereits seit 66 Jahren. Dieses Zahlenrätsel<br />

ist rasch geklärt: Das 1. Symposion<br />

der Fachgruppe, das zugleich eine Weltpremiere<br />

war, fand erst elf Jahre nach ihrer<br />

Gründung im Jahr 1964 statt (siehe nächstes<br />

Kapitel).<br />

Auf dem 6. Symposion im Jahr 1969<br />

wurde die „Welt-Gesellschaft für Geschichte<br />

der Veterinärmedizin“ (WAHVM)<br />

gegründet. Die <strong>DVG</strong> war zwar weiterhin<br />

maßgeblicher Mitveranstalter der nunmehr<br />

„internationalen“ Tagungen, die Bedeutung<br />

der Fachgruppe auf nationaler<br />

Ebene ging aber stetig zurück. Nach dezidierten<br />

Reformvorschlägen von Nachwuchswissenschaftlern<br />

kam es 1990 auf<br />

dem 24. Symposion in Karlsruhe zur organisatorischen<br />

Loslösung von der WAHVM<br />

(seit 1993 dann Dachverband) und zur Reaktivierung<br />

und programmatischen Neuorientierung<br />

der Fachgruppe, verbunden<br />

mit einem Neubeginn der Tagungszählung<br />

(Nr. 1 fand 1992 in der Tierärztlichen<br />

Ambulanz Schwarzenbek statt).<br />

Summa summarum blickt die Fachgruppe<br />

bis heute also auf 24 + 20 = 44<br />

Fachtagungen zurück (seit 2005 alter-<br />

22<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

nierend im Zweijahresturnus mit der<br />

WAHVM). 2<br />

Rückblick: Die erste <strong>DVG</strong>-Tagung<br />

über Geschichte der Tiermedizin<br />

im Jahr 1964 – eine Welt-Premiere 3<br />

„Mut zur Geschichte“ lautete der Titel<br />

eines Bestsellers des Erlanger Historikers<br />

Hellmut Diwald (1985). Mut zur Geschichte<br />

bewiesen auch zwei Tierärzte und Mitglieder<br />

der <strong>DVG</strong> im Jahr 1964. Wilhelm<br />

Rieck und Ernst-Heinrich Lochmann organisierten<br />

an der Tierärztlichen Hochschule<br />

Hannover das weltweit erste Symposion<br />

für Geschichte der Tiermedizin. Prof. Dr.<br />

med. vet. habil. Dr. med. Wilhelm Rieck,<br />

der erste habilitierte Tiermedizinhistoriker<br />

und Gründer des Veterinärhistorischen Seminars<br />

in Berlin (1931), war 1959 in der<br />

Nachfolge von Wilhelm Pschorr (München)<br />

zum Leiter der „Fachgemeinschaft [heute<br />

Fachgruppe] Geschichte der Veterinärme-<br />

2 Vgl. den Fachgruppenflyer auf https://www.<br />

vethis.de/index.php/dvg-fachgruppe.html<br />

3 Auszüge aus dem Einführungsreferat zur<br />

20. Geschichtstagung 2019 im ECC Berlin von<br />

Johann Schäffer (Abstract in den Tagungsunterlagen<br />

2019, hrsg. J. Schäffer, Verlag der<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH, Gießen, 11-15). Eine ausführliche<br />

Fassung des Beitrags auf der Grundlage<br />

der archivalischen Quellen erscheint im<br />

Tagungsband <strong>2020</strong>. Auf Quellen- und Literaturangaben<br />

wird hier deshalb weitgehend<br />

verzichtet.<br />

Abb. 1: Erinnerung an die Pioniere: Wilhelm Rieck (1893-1991) und Ernst-Heinrich Lochmann<br />

(1926–2013) (Photos und Collage J. Schäffer 2019).<br />

dizin“ der <strong>DVG</strong> gewählt worden. Dr. med.<br />

vet. Ernst-Heinrich Lochmann war Leiter<br />

der Presse- und Protokollstelle und Leiter<br />

des 1963 gegründeten „Fachgebiets Geschichte<br />

der Veterinärmedizin“ der TiHo<br />

Hannover.<br />

Der Beginn der Planungen zur Organisation<br />

der ersten Geschichtstagung liegt<br />

ziemlich im Dunkeln. Die Zeitumstände<br />

waren aber besonders günstig, denn 1963<br />

hatte in Hannover zum ersten Mal seit<br />

1863 wieder in Deutschland ein Welt-Tierärztekongress<br />

stattgefunden, und anlässlich<br />

solcher Ereignisse besinnt man sich<br />

stets auch seiner Geschichte. Die offizielle<br />

Organisation des Symposions startete<br />

sogleich mit einer Panne, denn im Anschreiben<br />

und in der Einladung standen<br />

verschiedene Termine. Im Anschreiben<br />

war Dienstag, der 7. Juli 1964, in der Einladung<br />

Donnerstag, der 9. Juli 1964 als Veranstaltungstag<br />

angegeben. Im Verlauf<br />

des Monats Juni 1964 erhielten dann alle<br />

Mitglieder der <strong>DVG</strong> ein Rundschreiben mit<br />

vereinsinternen Nachrichten, u. a. auch<br />

mit dem berichtigten Hinweis: „Die Fach-<br />

Abb. 2a & b: Wilhelm Rieck korrespondierte nur handschriftlich. Für den Ablauf der Organisation bezeichnend ist diese Zettelinformation an<br />

E.-H. Lochmann, in der ihm Rieck zwei Tage vor dem Symposion mitteilt, dass als weiterer Redner der Virologe Dr. Marian Horzinek teilnehmen wird.<br />

Erst jetzt teilte Rieck auch seine eigenen Vortragsthemen mit: „1.) Die ältesten Veterinärscholaren von Lyon, ½ Std., 2.) zur veterinärhistorischen Forschung,<br />

½ Std., auch länger. weitere Themen bringe ich noch mit. Mit freundlichen Grüßen und Dank für Ihre Mühewaltung Ihr alter Wilhelm Rieck“ (Rieck an<br />

Lochmann am 5. Juli 1964, TiHoA 28.1.3; Rieck war 71 Jahre alt) (Photos: J. Schäffer 2019).<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 23


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

gemeinschaft ‚Geschichte der Veterinärmedizin‘<br />

führt am 7. Juli 1964 ein Symposion<br />

in Hannover durch“ (TiHoA 28.1.3). Für<br />

den <strong>DVG</strong>-Vorstand unterzeichnet wurde<br />

das Rundschreiben von den Gießener Professoren<br />

Heinrich Müller (Schriftführer)<br />

und Heinrich Geißler (Schatzmeister). Erster<br />

Vorsitzender der <strong>DVG</strong> war damals Prof.<br />

Dr. Martin Lerche (1892–1980). 4<br />

Dieses weltweit erste Symposion über<br />

Geschichte der Veterinärmedizin im Jahr<br />

1964 war der Beginn der bis heute konti-<br />

4 Vgl. Marion Selig (2017): Die Deutsche<br />

Veterinärmedizinische Gesellschaft (<strong>DVG</strong>)<br />

im Spiegel der Wissenschaftsentwicklung<br />

(1972–2016). Hannover, Tierärztliche<br />

Hochschule, Diss., Verlag der <strong>DVG</strong> Service<br />

GmbH, Gießen, 23 und Anhang 17.2.<br />

nuierlich fortgesetzten Tagungen der<br />

<strong>DVG</strong>-Fachgruppe Geschichte. Eine Episode<br />

am Rande des ersten Symposions bietet<br />

Anlass zum Schmunzeln: Das „finale“ Tagungsprogramm<br />

(Abb. 3) weicht von dem<br />

nach dem Symposion von Veterinärrat i. R.<br />

Dr. Eberhard Haendler (Berlin) zusammengestellten<br />

Bericht für die tierärztliche<br />

Fachpresse in etlichen Punkten ab. 5 So<br />

sprach Wilhelm Rieck offenbar nicht – wie<br />

angekündigt (Abb. 2b und 3) – über „Die<br />

ältesten Veterinärscholaren von Lyon 1761–<br />

1791“, sondern er hielt den Abschlussvortrag<br />

mit dem Titel „Anfänge der rektalen<br />

5 Zusammenstellung der Autorreferate (sofern<br />

damals vorhanden) durch Eberhard Haendler<br />

im Oktoberheft der Zeitschrift „Der praktische<br />

Tierarzt“ (1964, 462–463).<br />

Abb. 4: Ausschnitt aus der mehrspaltigen<br />

Pressemitteilung von Eberhard Haendler, die<br />

neben den Autorreferaten auch die Resolution<br />

der „Fachgemeinschaft Geschichte“ an das<br />

Präsidium der <strong>DVG</strong> enthielt (In: Der praktische<br />

Tierarzt 1964, Heft 10, 462–463, hier 463).<br />

Abb. 3: Das „finale“ Programm des 1. Geschichtssymposions am 7. Juli 1964 in der Klinik für kleine<br />

Klauentiere und Ambulatorischen Klinik der TiHo Hannover. Die Redner waren: Joachim Boessneck<br />

(München), Eberhard Haendler (Berlin), Wilhelm Rieck (Bad Oeynhausen), Hemuth Schulz (Halle /<br />

Wf.), Marian Horzinek (Hannover), Pfarrer Rudolf Naumann (Stockholm (S)), Ernst-Heinrich Lochmann<br />

(Hannover) (TiHoA 28.1.3, Photos: J. Schäffer 2019).<br />

Untersuchung bei Mensch und Pferd aus<br />

historischer Sicht“ (Abb. 4). – Dies war typisch<br />

für den Nestor der deutschsprachigen<br />

Veterinärhistorik, ad hoc ein Thema<br />

aufzugreifen und darüber aus dem Stegreif<br />

faszinierend zu referieren.<br />

Ein damals zukunftweisendes Ergebnis<br />

dieses 1. Symposions, an dem übrigens<br />

auch Helmut Scheunemann, der damalige<br />

Pressereferent und spätere Präsident<br />

der Deutschen Tierärzteschaft teilgenommen<br />

hat, war die Abfassung einer Resolution<br />

mit dem Wortlaut: „Das Fachgebiet<br />

‚Geschichte der Veterinärmedizin‘ soll an allen<br />

vier tierärztlichen Bildungsstätten der<br />

Bundesrepublik und Westberlins als selbständiges<br />

Lehrfach mehr als bisher gefördert<br />

werden“ (Abb. 4). – Angesichts der<br />

ökonomisch-utilitaristischen Entwicklung<br />

an den tierärztlichen Ausbildungsstätten<br />

Deutschlands kann man sich aus<br />

heutiger Sicht für die Zukunft nur eines<br />

24<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />

wünschen: Lang lebe die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Geschichte der Veterinärmedizin“!<br />

Das neue Logo der Fachgruppe<br />

Die Erde dreht sich weiter und es gilt: „Alles<br />

auf dieser Welt hat eine historische<br />

Perspektive“ (Schäffer 2019). Seit März<br />

<strong>2020</strong> hat die Fachgruppe ein neues Logo<br />

und Banner. In seiner elementaren<br />

Schlichtheit und in den <strong>DVG</strong>-Farben Grün<br />

und Blau spricht dieses Logo für sich<br />

selbst (Abb. 5): Ein aufgeschlagenes Buch,<br />

linksseitig das <strong>DVG</strong>-Logo, rechtsseitig die<br />

wohl symbolträchtigste Eulenart der<br />

Welt, der Steinkauz (Athene noctua) 6 , darüber<br />

der Schriftzug VETerinary HIStory<br />

als international gebräuchliche Fachbezeichnung,<br />

die in Großbuchstaben die<br />

Internetadresse der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe enthält.<br />

Diese Homepage www.vethis.de<br />

wird seit ihrer Gründung im Jahr 2005 vom<br />

Leiter der Fachgruppe privat betrieben<br />

und finanziert. Seit Eintritt in den Ruhestand<br />

besteht mit der Leitung des mittlerweile<br />

stillschweigend aufgelösten Geschichtsinstituts<br />

der TiHo Hannover keine<br />

Personalunion mehr. So kann die Homepage<br />

allein von der Fachgruppe als Informationsplattform<br />

genutzt werden.<br />

Mehr als zwei Wochen wurde an Idee,<br />

Entwurf und Ausgestaltung des Logos gefeilt.<br />

7 Das Ergebnis ist eine Assoziation<br />

von Intellektualität und Rationalität, von<br />

Wissenschaft und Besonnenheit, basiert<br />

doch Geschichtsforschung vorrangig auf<br />

der Dokumentation und Interpretation<br />

von Schrift- und Bildquellen mit dem Ziel,<br />

historische Ereignisse oder Entwicklungen<br />

kritisch zu verstehen und möglichst objektiv<br />

darzustellen. Ziel ist es, der ge-<br />

6 Dazu https://de.wikipedia.org/wiki/<br />

Eule_der_Minerva; https://de.wikipedia.org/<br />

wiki/Athene; https://www.eulenwelt.de/<br />

mythologie.htm (Datum des Zugriffs<br />

31.03.<strong>2020</strong>).<br />

7 Ein großer Dank an die Mitarbeiterinnen der<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle Dr. Maren Bludau und<br />

Kathrin Hund in Gießen sowie an Dirk Löwke in<br />

Friedeburg für ihre konstruktive und effiziente<br />

Mitarbeit an der Realisierung des Vorhabens.<br />

Abb. 5: Das neue Logo der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

Geschichte seit März <strong>2020</strong> (Entwurf und<br />

Ausführung: Maren Bludau, Kathrin Hund,<br />

Dirk Löwke und Johann Schäffer).<br />

schichtlichen Wahrheit so nahe wie möglich<br />

zu kommen. 8<br />

Als künstlerisches Vorbild für die sog.<br />

Eule der Weisheit, ein Attribut der griechischen<br />

Göttin Pallas Athene, diente die Darstellung<br />

eines Steinkauzes auf einer attischen<br />

4-Drachmen-Münze aus der Zeit<br />

um 410 v. Chr. (Abb. 6). Seit dem Jahr 2002<br />

ziert dieses Motiv auch die Bildseite der<br />

griechischen 1-Euro-Münze. Wer ein paar<br />

Minuten googelt, wird es gleich bemerken:<br />

Die meisten Stilisierungen der Athene<br />

noctua (‚nächtliche Athene‘), die von allen<br />

möglichen Organisationen verwendet<br />

werden, erinnern eher an Waldohreulen<br />

oder an Uhus. Der Steinkauz hat aber nun<br />

mal keine Federohren und auch keine Federbeine.<br />

So haben wir uns ganz bewusst<br />

an der weltbekannten Darstellung auf der<br />

altgriechischen Münze orientiert.<br />

Vorschau: Von Gutenberg bis<br />

Facebook: Tiermedizin in den<br />

Medien<br />

Die nächste und damit 21. Tagung wird am<br />

19. und 20. November 2021 im ECC Berlin<br />

stattfinden. Das Rahmenthema der Tagung<br />

wird sein: „Von Gutenberg bis Face-<br />

8 Es existiert eine schier unüberschaubare Fülle<br />

an Definitionen, u. a. https://de.wikipedia.<br />

org/wiki/Geschichtswissenschaft (Datum des<br />

Zugriffs 26.03.<strong>2020</strong>).<br />

Abb. 6: Rückseite einer 4-Drachmen-Münze (Tetra -<br />

drachmon, attisch, um 410 v. Chr.). Steinkauz und<br />

Ölzweig sind Attribute der griech. Göttin Athene<br />

(A Th E, die drei ersten Buchstaben des Namens<br />

Athene) (https://commons.wikimedia.org/wiki/<br />

Category:Athenian_tetradrachm?uselang=de,<br />

Datum des Zugriffs 31.03.<strong>2020</strong>).<br />

book: Tiermedizin in den Medien“. Ziel ist<br />

es, den facettenreichen Weg zu erkunden,<br />

den die Tiermedizin seit der Erfindung des<br />

Buchdrucks bis in die Social Media der<br />

Gegenwart gegangen ist. Bis Ende des 18.<br />

Jahrhunderts ließen sich fachliche Inhalte<br />

und Nachrichten aus Wissenschaft und<br />

Praxis nur über die Printmedien Buch und<br />

Plakat verbreiten. Periodisch erscheinende<br />

Fachzeitschriften für Tiermedizin wurden<br />

erst Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet.<br />

Das Schweizer Archiv für Tierheilkunde<br />

(*1816) ist das älteste Periodikum für<br />

Tiermedizin der Welt. Audiovisuelle Medien<br />

wie Film, Hörfunk und Fernsehen<br />

prägten die Medienkultur in der zweiten<br />

Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Internet<br />

als die jüngste und heute allgegenwärtige<br />

Erfindung der Medienkultur vereint alle<br />

bisher dagewesenen Möglichkeiten zur<br />

Kommunikation für die Aus-, Fort- und<br />

Weiterbildung, die Einrichtung von Online-Sprechstunden<br />

für Tierärzte und vieles<br />

andere mehr. – „Webinar“ könnte das<br />

Wort des Jahres <strong>2020</strong> werden.<br />

Univ.-Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer (i. R.)<br />

Leiter der Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“<br />

www.vethis.de<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 25


ARBEITSGEBIET:<br />

INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />

Tagungen des Arbeitsgebietes „Infektionsmedizin und Hygiene“ – Termine<br />

Die Tagungen einiger Fachgruppen des<br />

Arbeitsgebietes „Infektionsmedizin und<br />

Hygiene“ konnten wegen der Corona-Pandemie<br />

nicht durchgeführt werden. Sie finden<br />

nun im kommenden Jahr statt. Hier<br />

ist eine Übersicht über die geplanten Termine<br />

der Fachgruppen<br />

q Fachgruppe „Bakteriologie und Mykologie“<br />

Die im Juni geplante Tagung musste abgesagt<br />

werden. Ob sie 2021 stattfinden wird,<br />

ist noch nicht gesichert.<br />

q Fachgruppe „Parasitologie und parasitäre<br />

Krankheiten“<br />

Neuer Termin: 28.–30.06.2021, Herrsching<br />

am Ammersee<br />

q Fachgruppe „Tropenveterinärmedizin<br />

und Internationale Tiergesundheit<br />

(TVMIT)“<br />

Die Tagung findet voraussichtlich im<br />

Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet- Congresses vom<br />

16.–17.10.<strong>2020</strong> statt. Die Themen lauten:<br />

Sustainable use of natural resources, Zoonosen.<br />

q Fachgruppe „Tierseuchen“<br />

Die Tagung findet alle zwei Jahre statt und<br />

wird wie vorgesehen vom 26.–27.05.2021 in<br />

Berlin durchgeführt.<br />

q Fachgruppe „AVID“, Thema: Virologie<br />

Neuer Termin: 15.–17.09.2021, Kloster Banz<br />

Weitere Informationen:<br />

www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />

•<br />

KONS<br />

LIAR<br />

Labor<br />

KONSILIARLABORE DER <strong>DVG</strong><br />

Aktuelle Berichte der Konsiliarlabore<br />

Im Jahr 2016 benannte die <strong>DVG</strong> erstmals<br />

Konsiliarlabore zur qualitätsgesicherten<br />

Diagnostik von Infektionserregern. Insgesamt<br />

wurden bislang 12 Konsiliarlabore<br />

benannt. Weitere Labore wurden ausgeschrieben<br />

und werden voraussichtlich in<br />

Kürze ebenfalls benannt werden.<br />

Die Diagnostik von nach dem Tiergesundheitsgesetz<br />

anzeige- oder meldepflichtigen<br />

Tierseuchen wird von Nationalen<br />

Referenzlaboren vorgenommen. Bei<br />

nicht anzeige-, melde- oder untersuchungspflichtigen<br />

tierpathogenen Erregern, Zoonoseerregern<br />

oder lebensmittelübertragenen<br />

Pathogenen ist seit dem Inkrafttreten<br />

des Tiergesundheitsgesetzes 2014 eine unabhängige<br />

Qualitätskontrolle der Diagnostik<br />

nicht mehr vorgeschrieben. Daher besteht<br />

hier ein Bedarf an externer Qualitätssicherung.<br />

Diese Lücke wird durch die<br />

Konsiliarlabore der <strong>DVG</strong> geschlossen.<br />

Die Aufgaben der <strong>DVG</strong>-Konsiliarlabore<br />

umfassen unter anderem die Qualitätssicherung<br />

der Erregerdiagnostik<br />

z. B. durch die Bereitstellung von Referenzmaterial<br />

oder die Durchführung von<br />

Ringversuchen, die Weiter- und Neuentwicklung<br />

diagnostischer Verfahren, eine<br />

Mitwirkung bei der epidemiologischen<br />

Bewertung des Erregers, die Durchführung<br />

von wissenschaftlichen Studien<br />

zum Erreger und die fachliche Beratung<br />

der Tierärzte, Tiergesundheitsdienste,<br />

tiermedizinischen Fachgesellschaften,<br />

zuständigen Veterinärbehörden der Länder,<br />

des Bundesministeriums für Ernährung<br />

und Landwirtschaft, der Bundesforschungsinstitute<br />

und -ämter sowie ähnlicher<br />

Einrichtungen.<br />

Die Konsiliarlabore erstellen jährliche<br />

Tätigkeitsberichte, die auf der <strong>DVG</strong>-Webseite<br />

veröffentlicht werden. Die Berichte<br />

sind unter dem unten stehenden Link zu<br />

finden, ebenso wie die benannten Labore<br />

und weitere Informationen:<br />

q www.dvg.de, Konsiliarlabore •<br />

26<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

FACHGRUPPE „ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG“<br />

51. Internationale Tagung Angewandte Ethologie<br />

Vom 28. bis 30. November 2019 fand in<br />

Freiburg im Breisgau die 51. Internationale<br />

Tagung „Angewandte Ethologie“ der<br />

<strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Ethologie und Tierhaltung“<br />

statt. Im Historischen Kaufhaus auf<br />

dem Münsterplatz, dem seit Jahren bewährten<br />

Tagungsort, begrüßte Prof. Dr.<br />

Dr. Michael Erhard (München), Leiter des<br />

Arbeitsgebietes „Tierschutz, Ethologie und<br />

Tierhaltung“, rund 170 Teilnehmer aus<br />

Deutschland, Österreich und der Schweiz.<br />

Prof. Erhard hob dabei die wissenschaftsübergreifende<br />

und internationale<br />

Ausrichtung der Freiburger Tagung und<br />

das Engagement der Fachgruppe hervor.<br />

Sein besonderer Dank ging an Tagungsleiterin<br />

PD Dr. Elke Rauch (München), die in<br />

Nachfolge für Dr. Ursula Pollmann (Freiburg)<br />

erstmals – und mit viel Engagement<br />

und Knowhow – die Freiburger Veranstaltung<br />

organisiert hatte.<br />

Die Intention der Freiburger Tagung<br />

ist, mit den vorgestellten neuesten Ergebnissen<br />

aus der Forschung im Bereich der<br />

angewandten Ethologie zu Verbesserungen<br />

des Tierwohls bei der Haltung und<br />

Nutzung von Tieren beizutragen. Dabei<br />

sind der interdisziplinäre Austausch und<br />

die Vernetzung hilfreich – so waren unter<br />

den Teilnehmern und Referenten außer<br />

Veterinärmedizinern auch Biologen und<br />

Agrarwissenschaftler.<br />

Aktuelles aus dem Ministerium<br />

Zum Auftakt berichtete Dr. Nicole Schertl<br />

(Bonn) aus dem Tierschutzreferat des Bundesministeriums<br />

für Ernährung und Landwirtschaft<br />

(BMEL).<br />

Hinsichtlich der Haltung von Schweinen<br />

ging sie auf die betäubungslose Ferkelkastration<br />

ein, die nach wie vor ein aktuelles<br />

Thema und ab 1. Januar 2021 endgültig<br />

verboten ist. Was die Kastenstände<br />

betrifft, habe das BMEL einen Verordnungsentwurf<br />

vorgelegt. Dieser umfasse<br />

auch den Abferkelbereich, die Verkürzung<br />

der Fixationszeit auf maximal acht Tage<br />

sowie drei Größen von Kastenständen abhängig<br />

von der Größe der Sau. Die Übergangsfristen<br />

legte das Ministerium mit<br />

zwölf bis 17 Jahren fest.<br />

Zweites großes Thema ihrer Ausführungen<br />

war der Verzicht auf das Schwänzekupieren.<br />

Die Tierschutzreferentin informierte<br />

darüber, dass die EU-Kommission<br />

ein Verbot nach EU-Recht durchsetzen<br />

möchte und diesbezüglich einen Aktionsplan<br />

von den Mitgliedsstaaten fordert.<br />

In einem dritten Komplex thematisierte<br />

Dr. Schertl die Langstreckentransporte<br />

von Tieren – hier signalisiert das BMEL seinen<br />

Einsatz für die kompromisslose Umsetzung<br />

der Transportbestimmungen.<br />

„Bund und Länder haben vereinbart, vorliegende<br />

Informationen zur Situation an<br />

den Exportrouten, zum Beispiel zum Vorhandensein<br />

oder Nichtvorhandensein von<br />

Versorgungsstellen, in einer Datenbank zu<br />

sammeln. Diese Daten sollen den Behörden<br />

dann für Plausibilitätsprüfungen zur<br />

Verfügung gestellt werden“, führte Schertl<br />

aus.<br />

Weitere Themen des Vortrags von Dr.<br />

Schertl waren das Tierwohlkennzeichen<br />

sowie das Töten von Eintagsküken. Maximalziel<br />

von Bundesministerin Julia Klöckner<br />

sei, Ende 2021 das Töten männlicher<br />

Küken zu beenden.<br />

Billo Heinzpeter Studer ging auf das Wohl von<br />

Fischen ein.<br />

Wohl von Fischen<br />

Neben Vorträgen in den Themenblöcken<br />

„Puten“, „Legehennen“, „Milchkühe“ „Kalb“,<br />

„Schwein“ und „Propädeutik und Pferd“ sowie<br />

„Digital Farming“ und „Personality und<br />

Mensch-Tier-Beziehung“ ging es diesmal<br />

auch um das Wohl von Fischen. Billo Heinzpeter<br />

Studer (Monfacione, Italien) stellte die<br />

„Erarbeitung von praxistauglichen Fischwohl-Kriterien<br />

für die Aquakultur“ vor. Der<br />

Referent ist Sozialwissenschaftler, Autor,<br />

Direktor der fischethologischen Datenbank<br />

„FishEthoBase.net“ und Gründer des Vereins<br />

„fair-fish“, der sich dem Tierschutz bei<br />

Fischen, insbesondere bei Speisefischen,<br />

verschrieben hat. In seinen Ausführungen<br />

wies er auf das große Missverhältnis hin,<br />

das zwischen der extrem anwachsenden<br />

Aquakultur, deren Anzahl an Spezies die terrestrische<br />

Nutztierhaltung um das 18-fache<br />

übertrifft, und dem lange missachteten<br />

Fischwohl besteht. Wie Studer ausführte,<br />

existieren weltweit keine Richtlinien, die<br />

eine Orientierung für die Verbesserung des<br />

Fischwohls verschiedener Arten geben und<br />

zugleich im Rahmen eines Zertifizierungssystems<br />

auditiert werden können. Eine Ausnahme<br />

bilden hier lediglich die Guidelines<br />

des britischen Tierschutzverbandes „Royal<br />

Society for the Prevention of Cruelty to Animals<br />

(RSPCA)“ für Atlantiklachs und Regenbogenforelle.<br />

Daher sollen Fischwohl-Kriterien<br />

entwickelt werden. Als Grundlagen<br />

dienen laut Studer die in „FishEthoBase.<br />

net“ dargestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse.<br />

Dass bezüglich tiergerechter<br />

Hälterung, humaner Schlachtung oder Betäubung<br />

der Fische etwas geschehen muss,<br />

sei mittlerweile auch den Firmen klar: „Das<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 27


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

Lea Benner machte Ausführungen zur Tiergerechtheit im Umgang mit<br />

Hunden in der veterinärmedizinischen Ausbildung.<br />

Die Teilnehmer im vollbesetzten Saal beteiligten sich mithilfe eines<br />

Wurfmikrofons rege an der Diskussion.<br />

Fischwohl wird zunehmend Nachfrage erfahren,<br />

denn die Verbraucher sind nicht<br />

mehr bereit, das Leiden der Fische in Kauf<br />

zu nehmen.“<br />

Mehr Tierschutz in der Lehre<br />

Eines ambitionierten Themas hatte sich<br />

auch Lea Benner (Gießen) angenommen:<br />

Unter dem Titel „Propädeutik – Quo vadis?<br />

Tiergerechtheit im Fokus der veterinärmedizinischen<br />

Ausbildung“, beleuchtete sie<br />

den Umgang mit Hunden der Rasse Beagle<br />

in der veterinärmedizinischen Ausbildung.<br />

Mit einem kritischen Blick auf das<br />

Fach Propädeutik, des ersten Tierkontakts<br />

im Studium, wurde im Ergebnis das Curriculum<br />

in diesem Fach an der Justus-Liebig-Universität<br />

Gießen umstrukturiert.<br />

Ziel war, die Aufmerksamkeit der Studierenden<br />

auf das Ausdrucksverhalten der<br />

Hunde zu lenken. Denn in den Übungssituationen<br />

zeigen die zum Einsatz kommenden<br />

Beagles unterschiedlich stark<br />

ausgeprägtes Meidungsverhalten, wobei<br />

Erstarren und Beschwichtungsgesten<br />

deutlich überwiegen. „Unser Ziel ist, das<br />

Meidungsverhalten der Hunde abzubauen<br />

und die Studierenden von Beginn an darin<br />

zu schulen, die individuellen Persönlichkeitsunterschiede<br />

der Tiere sicher zu erkennen<br />

und darauf reagieren zu können“,<br />

erklärte Benner. Darum erhalten die Studierenden<br />

bereits in der Vorklinik Vorlesungen<br />

in Tierschutz und Ethologie. Im<br />

Anschluss folgt ein sogenanntes Medical<br />

Training: Den Studierenden werden Kenntnisse<br />

aus den Bereichen des Lernverhaltens<br />

und Trainings von Tieren vermittelt,<br />

um den Transfer zur tierärztlichen Praxis<br />

zu schaffen.<br />

Der wissenschaftliche Nachwuchs<br />

im Fokus<br />

Im Rahmen der Vorstellung der aktuellen<br />

Forschungsvorhaben durch Promovierende<br />

referierten insgesamt 13 junge Tierärztinnen<br />

jeweils drei Minuten zu ihren Projekten.<br />

Das Spektrum reichte dabei von<br />

den Belastungen beim Trockenstellen von<br />

Milchkühen (Humboldt-Universität zu Berlin),<br />

den Auswirkungen von Duschen auf<br />

Die Präsidentin der IGN, Dr. Anna-Caroline Wöhr,<br />

ehrte Prof. Dr. Andreas Steiger mit der Statue<br />

„Der gute Hirte“.<br />

das Wohlbefinden von Ziegen (Universität<br />

für Bodenkultur Wien) und der automatisierten<br />

Früherkennung von Schwanzbeißen<br />

beim Schwein (Friedrich-Loeffler-<br />

Institut Celle) bis zu Untersuchungen des<br />

Verhaltens von Tierschutzhunden aus dem<br />

Ausland, die sechs Monate in einer Familie<br />

leben (Ludwig-Maximilians-Universität<br />

München, unterstützt vom Deutschen<br />

Tierschutzbund).<br />

Preis der Internationalen<br />

Gesellschaft für Nutztierhaltung<br />

Im Rahmen der Tagung wurde auch der<br />

mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Forschungspreis<br />

der Internationalen Gesellschaft<br />

für Nutztierhaltung (IGN) vergeben.<br />

Als einziger Preis seiner Art im deutschsprachigen<br />

Raum richtet er sich an Nachwuchswissenschaftler,<br />

die herausragende<br />

und anwendungsorientierte Arbeiten zur<br />

Förderung der artgerechten Nutztierhaltung<br />

veröffentlicht haben. Mit jeweils<br />

4.000 Euro wurden in diesem Jahr ausgezeichnet:<br />

• Dr. Christina Rufener für ihre 2018 von<br />

der Universität Bern angenommene<br />

Dissertation „Keel bone fractures in<br />

laying hens – Effects on individual productivity<br />

and mobility“<br />

• Dr. Annika Krause für ihre 2019 am<br />

Leibniz-Institut für Nutztierbiologie<br />

Dummerstorf fertiggestellte und an<br />

28<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


ARBEITSGEBIET:<br />

TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />

der Universität Rostock eingereichte<br />

Dissertation „Affective-autonomic states<br />

of domestic pigs in the context of coping<br />

and animal welfare“<br />

Ein Preisgeld von 2.000 Euro ging an:<br />

• Neele Dirksen für ihre 2017 von der<br />

Universität Göttingen angenommene<br />

und am Zentrum für tiergerechte Haltung<br />

in Tänikon, Schweiz, durchgeführte<br />

Masterarbeit „Liegeverhalten<br />

von Milchkühen in Abhängigkeit ihrer<br />

Körpergröße und den Abmessungen<br />

ihrer Liegeboxen“<br />

Darüber hinaus würdigte die IGN auch<br />

ihren ehemaligen Präsidenten Prof. Dr. Andreas<br />

Steiger (Hinterkappelen, Schweiz)<br />

für sein langjähriges Engagement für die<br />

Belange des Tierschutzes und als Anerkennung<br />

für seine vielfältigen Verdienste mit<br />

der Ehrenstatue „Der gute Hirte“.<br />

Die nächste Tagung der Fachgruppe ist<br />

vom 26. bis 28. November <strong>2020</strong> am gewohnten<br />

Ort geplant. Sollten die Einschränkungen<br />

hinsichtlich der Corona-Pandemie<br />

eine Präsenztagung nicht ermöglichen,<br />

ist eine ein- bis zweitägige<br />

Online-Veranstaltung vorgesehen.<br />

Claudia Pfister, <strong>DVG</strong><br />

Fotos: <strong>DVG</strong><br />

•<br />

Schweinetagung<br />

12. November <strong>2020</strong>, Rostock<br />

Infektionskrankheiten • Reproduktion • Tierernährung • Verhalten<br />

Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft<br />

Tagung der Fachgruppe Schweinekrankheiten<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 29<br />

Friedrichstr. 17 • 35392 Gießen • info@dvg.de • www.dvg.de


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Fachgruppe „Naturheilverfahren und Regulationsmedizin“<br />

In jeder Ausgabe des<br />

<strong>DVG</strong>-Forums wirft die<br />

Rubrik „Fachgruppe<br />

im Fokus“ den Blick<br />

auf eine Fachgruppe<br />

oder andere Gruppierung<br />

innerhalb der<br />

<strong>DVG</strong> und stellt deren Geschichte, Entwicklung<br />

und Aktivitäten vor. Die vorliegende<br />

Ausgabe betrachtet die Fachgruppe „Naturheilverfahren<br />

und Regulationsmedizin“<br />

näher.<br />

Die Fachgruppe wurde vor über 30 Jahren<br />

gegründet. So stimmte der <strong>DVG</strong>-Vorstand<br />

1988 dem Antrag der naturheilkundlich<br />

tätigen Kollegen Dr. Walter Greiff<br />

(Memmingen), Dr. Barbara Rakow (Zeil am<br />

Main) sowie Dr. Georg Wiebicke (Neustadt/Wied)<br />

auf Gründung einer Fachgruppe<br />

„Naturheilverfahren“ innerhalb des<br />

Arbeitsgebietes „Klinische Veterinärmedizin“<br />

zu. Mit der Gründung dieser Fachgruppe<br />

beabsichtigten die Antragsteller<br />

u. a. die „Versachlichung der Wertungen<br />

und Diskussionen um die Naturheilverfahren<br />

innerhalb und außerhalb wissenschaftlicher<br />

Institutionen“ sowie auch<br />

„das Wissen um die Naturheilverfahren zu<br />

fördern und Kontakte mit anderen Fachgruppen<br />

der <strong>DVG</strong> zu knüpfen bzw. zu vertiefen“<br />

(Greiff, Rakow, Wiebicke 1988) 1 .<br />

Greiff wurde erster Leiter der Fachgruppe.<br />

Im Jahr 2000 beantragte er die Erweiterung<br />

des Namens um den Begriff der Regulationsmedizin<br />

mit der Begründung,<br />

Therapieverfahren, wie z. B. Akupunktur<br />

und Homöopathie, seien aufgrund ihrer<br />

gemeinsamen wissenschafts-theoretischen<br />

Basis der Regulationsmedizin zuzuordnen,<br />

analog zur Situation in der Humanmedizin<br />

(vgl. Greiff 2000) 2 . Auch diesem<br />

Antrag stimmte der Vorstand zu.<br />

Bis 1999 führte die Fachgruppe alle<br />

zwei Jahre eine Tagung durch. 2006 wurde<br />

Dr. Achim Schütte (Velbert) zum Leiter der<br />

Fachgruppe und Prof. Dr. Monika Krüger<br />

(Leipzig) zu seiner Stellvertreterin gewählt.<br />

Im gleichen Jahr führte die Fachgruppe<br />

eine weitere Tagung durch. Nach dem frühen<br />

Tod Achim Schüttes im November<br />

2006 war das Amt des Fachgruppenleiters<br />

mehr als zehn Jahre vakant und die Aktivitäten<br />

der Fachgruppe ruhten.<br />

2018 fanden sich einige engagierte<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglieder zusammen, die die Fachgruppe<br />

neu beleben wollten (siehe auch<br />

Beitrag von Brigitta Smit-Fornahl auf Seite<br />

31). Auf einem Arbeitstreffen in der<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle am 18.01.2019 in<br />

Gießen unter der Leitung von <strong>DVG</strong>-Vizepräsident<br />

Prof. Dr. Arwid Daugschies (Leipzig)<br />

wurde beschlossen, im Rahmen des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2019 in Berlin eine<br />

halbtägige Vortragsveranstaltung mit anschließender<br />

Fachgruppenversammlung<br />

und Wahl der Fachgruppenleitung durchzuführen.<br />

Als vorläufige Ansprechpartnerin<br />

der Fachgruppe fungierte Brigitta<br />

Smit-Fornahl (Schalksmühle), die am<br />

16.11.2019 zur Leiterin der Fachgruppe gewählt<br />

wurde. Zur Stellvertreterin wurde<br />

Katrin Noack (Cottbus) gewählt.<br />

Auch für dieses Jahr ist im Rahmen des<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses wieder eine Tagung<br />

geplant. Damit ist auch dieses tierärztliche<br />

Fachgebiet wieder aktiv in die <strong>DVG</strong> eingebunden.<br />

Dr. Marion Selig<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

1 Greiff, Rakow, Wiebicke 1988: Brief an den<br />

<strong>DVG</strong>-Vorstand vom 26.09.1988.<br />

2 Greiff 2000: Brief an den 1. Vorsitzenden der<br />

<strong>DVG</strong> vom 07.11.2000.<br />

•<br />

Arbeitstreffen am 18.01.2019 in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle, v.l.n.r.: Prof. Dr. Melanie Hamann, Dr. Michael Walkenhorst, Prof. Dr. Arwid Daugschies,<br />

Dr. Cäcilia Brendieck-Worm, Katrin Noack, Yvonne Thoonsen, Brigitta Smit-Fornahl, Dr. Uwe Petermann, PD Dr. Susanne Alldinger. Foto: <strong>DVG</strong><br />

30<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Wieder aktiv: Fachgruppe „Naturheilverfahren und Regulationsmedizin“<br />

Akupunkturbehandlung eines Pferdes. Foto: Sven Cramer, stock.adobe.com<br />

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Dr. h.c. Martin<br />

Kramer, Präsident der <strong>DVG</strong>, auf der ersten<br />

Veranstaltung der Tierärztlichen Plattform<br />

Tierschutz (TPT) 2018 in Oesede, eine Idee,<br />

die immer mehr Gestalt annahm, der richtige<br />

Zeitpunkt, eine Handvoll engagierter<br />

Kolleg*innen und eine wunderbare <strong>DVG</strong>-<br />

Geschäftsstelle haben dazu geführt, dass<br />

diese Fachgruppe wieder ein aktiver Teil<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen-Familie ist.<br />

Die Naturheilverfahren, wie z. B. Akupunktur,<br />

Phytotherapie, Homöopathie<br />

oder Traditionelle Chinesische Medizin,<br />

sind in vielen Tierarztpraxen fester Bestandteil<br />

des Therapiespektrums. Zusatzbezeichnungen<br />

für Akupunktur, Homöopathie<br />

oder Biologische Tiermedizin sind<br />

Teile der Weiterbildungsordnungen der<br />

Kammern, und vielfältige qualitativ hochklassige<br />

Fortbildungen werden u. a. von<br />

der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin<br />

(GGTM) und der Akademie für Tierärztliche<br />

Fortbildung (ATF) angeboten. An<br />

den stetig wachsenden Buchungszahlen<br />

dieser Veranstaltungen erkennt man den<br />

Bedarf und das Interesse der Kolleg*innen.<br />

Denn die Gesellschaft verändert sich und<br />

die Tierhalter wünschen sich häufiger sowohl<br />

für sich selbst als auch für ihr Tier<br />

eine naturheilkundliche Behandlung. Diese<br />

kann Mittel der Wahl oder auch adjuvant,<br />

d. h. ergänzend oder unterstützend,<br />

zur schulmedizinischen Diagnose und<br />

Therapie angeboten werden. In jedem Fall<br />

basieren die von Tiermediziner*innen eingesetzten<br />

naturheilkundlichen Therapieverfahren<br />

auf einer klassischen, medizinischen<br />

Diagnostik. Und hier ist der große<br />

Vorteil der Tierärzt*innen gegenüber anderen,<br />

in immer größer werdender Zahl<br />

anzutreffenden Tiertherapeut*innen zu<br />

sehen. Nichts ersetzt eine fundierte, klassisch<br />

medizinische Hochschulausbildung,<br />

die nicht umsonst mehrere Jahre in Anspruch<br />

nimmt und der permanenten Aktualisierung<br />

während des Berufslebens bedarf.<br />

Nur mit ihr sind Grenzen und Möglichkeiten<br />

jeder tierärztlichen Handlung<br />

einzuschätzen. Sie ist das Beet der tierärztlichen<br />

Kunst, in dem jede weitere Erkenntnis,<br />

jedes Erlernen einer Methode oder<br />

Therapierichtung ein buntes Blumenmeer<br />

ergibt, ein Biotop der Möglichkeiten, ein<br />

Ineinandergreifen, eine Symbiose, in der<br />

erst das Zusammenarbeiten das optimale<br />

Ergebnis ergibt.<br />

„Einheit“, Michaela Miske<br />

(2016). Das Bild stellt die<br />

Einheit von Patient und<br />

Tierarzt, von Tier und<br />

Mensch, Innen und<br />

Außen, Oben und Unten<br />

dar und wurde von der<br />

Künstlerin für die Praxis<br />

einer Kollegin gemalt,<br />

die überwiegend<br />

osteopathisch arbeitet.<br />

Foto: B. Smit-Fornahl<br />

Unser Ziel ist die Symbiose von Schulmedizin<br />

und Naturheilverfahren, heute<br />

auch gerne Integrative Medizin genannt.<br />

Diese Symbiose macht völlig neue Betrachtungsweisen<br />

und Zugänge zu unseren<br />

täglichen Herausforderungen in Praxis<br />

oder Klinik möglich. Sie bietet vielfältige<br />

Lösungsansätze, wo scheinbar Grenzen erreicht<br />

sind. Sie verbindet das Wohlergehen<br />

von Mensch und Tier auf heilende Art und<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 31


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Globuli werden in der Homöopathie eingesetzt.<br />

Foto: Björn Wylezich, stock.adobe.com<br />

Weise. Sie schont Ressourcen, vermindert<br />

unerwünschte, belastende Arzneimittelwirkungen<br />

und produziert weniger Rückstände.<br />

Sie zeigt uns neue Wege auf im<br />

Umgang mit bakteriellen und parasitären<br />

Resistenzen. Neue Wege mit altem Wissen,<br />

das jahrzehntelang vergessen war.<br />

In unserer heutigen arzneimittel- und<br />

technikfokussierten Welt fällt es manchem<br />

noch schwer, sich auf scheinbar unbewiesene,<br />

empirische, traditionelle oder<br />

mit den Möglichkeiten der heutigen Wissenschaft<br />

nicht zementierbare Diagnose-<br />

und Therapieformen einzulassen. Hier<br />

möchte ich gerne Werner Heisenberg<br />

(1901–1976) zitieren, einen der bedeutendsten<br />

Physiker Deutschlands und Nobelpreisträger,<br />

der sagte: „Die existierenden<br />

wissenschaftlichen Begriffe passen jeweils<br />

nur zu einem sehr begrenzten Teil der<br />

Wirklichkeit, und der andere Teil, der noch<br />

nicht verstanden ist, bleibt unendlich.“<br />

Oder auch wie Georg Christoph Lichtenberg<br />

(1742–1799), Physiker und Mathematiker,<br />

es formulierte: „Wo damals die Grenzen<br />

der Wissenschaft waren, da ist jetzt<br />

die Mitte.“ Diese Aussage ist bis heute aktuell.<br />

Das mahnt uns, offen zu sein für alles,<br />

was möglich erscheint, was sich als wirksam<br />

erwiesen hat, auch dann, wenn sich<br />

nur erahnen lässt, worauf diese Wirksamkeit<br />

beruht. Neugierig zu sein, was die Natur<br />

uns lehren kann, was es zu entdecken<br />

gilt. Was sich in früheren Zeiten bewährt<br />

hat, kann heute analysiert, validiert und<br />

perfektioniert werden. Die Natur ist unser<br />

Vorbild, sie findet für alles einen Weg,<br />

einen Ausgleich. Diesen Weg wollen wir<br />

finden und für unsere Patienten nutzbar<br />

machen. Diesem, uns entgegengebrachten<br />

Vertrauen, müssen wir uns würdig erweisen<br />

und unermüdlich suchen, was<br />

noch helfen kann.<br />

Als Mitglieder der Fachgruppe „Naturheilverfahren<br />

und Regulationsmedizin“<br />

sehen wir zum einen unsere Aufgabe darin,<br />

schon vorhandenes Wissen aus den verschiedenen<br />

Disziplinen der Naturheilverfahren<br />

und Regulationsmedizin aufzuarbeiten,<br />

zu validieren und aktualisieren<br />

und der interessierten Tierärzteschaft zugänglich<br />

zu machen. Zudem wollen wir<br />

neue Kapitel aufschlagen und sehen, was<br />

noch möglich ist, für eine Gesundheit von<br />

Mensch und Tier – One Health, zum Wohle<br />

der Umwelt und Erhaltung der Natur.<br />

Das alles ist nur möglich mit Ihrem Engagement,<br />

Können und Wissen, liebe Kolleg*innen!<br />

Vielleicht tragen Sie sich schon<br />

länger an dem Gedanken, mitzuwirken,<br />

sich einzubringen und haben Lust auf diese<br />

Gemeinschaft.<br />

Seien Sie herzlich willkommen!<br />

Brigitta Smit-Fornahl<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

•<br />

Die Fachgruppe „Naturheilverfahren und Regulationsmedizin“<br />

auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress<br />

Brigitta Smit-Fornahl auf der Tagung der Fach -<br />

gruppe im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />

im November 2019 in Berlin.<br />

Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2019 in Berlin<br />

war die Fachgruppe „Naturheilverfahren<br />

und Regulationsmedizin“ erstmals mit<br />

einem halbtägigen Seminar und anschließender<br />

Fachgruppenversammlung vertreten.<br />

Eine kleine Gruppe interessierter Kolleg*innen<br />

fand sich zu den Vorträgen über<br />

die Wissenschaftlichkeit der Traditionellen<br />

Chinesischen Medizin, die Therapie von<br />

MRSA und chronischen Infektionen mit Laserakupunktur,<br />

sowie Adjuvante Phytotherapien<br />

bei Wundinfektionen ein (siehe<br />

Beiträge auf den folgenden Seiten).<br />

In den Diskussionen nach den Vorträgen<br />

wurde deutlich, wie groß das Interesse<br />

an diesen Therapien besonders auch bei<br />

jungen Tierärzt*innen ist und dass mehr<br />

Ausbildung in dieser Richtung auch schon<br />

an den Hochschulen gewünscht wird.<br />

In angenehmer Atmosphäre entstand<br />

eine anregende Diskussion und es wurden<br />

neue Kontakte geknüpft, Kooperationen<br />

vereinbart und neue Ideen für künftige<br />

Projekte entwickelt.<br />

Auf der anschließenden Fachgruppenversammlung<br />

wurde eine neue FG-Leitung<br />

gewählt. Brigitta Smit-Fornahl (Schalksmühle)<br />

und Katrin Noack (Cottbus) werden<br />

32<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

sich in den nächsten Jahren mit ganzer<br />

Kraft einbringen und stehen für die Mitglieder<br />

und Interessierte zur Verfügung.<br />

Die Planungen für den diesjährigen<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress sind schon abgeschlossen<br />

und wir freuen uns, mit einem sehr<br />

umfangreichen und breit gefächerten Programm<br />

viele Kolleg*innen ansprechen zu<br />

dürfen.<br />

Die Themen der vorgesehenen Vorträge<br />

durchziehen viele Bereiche der Naturheilkunde,<br />

wie z. B. die Anatomie von Meridianen,<br />

Akupunkturbehandlungen mit<br />

Hilfe des San Jiao und bei Saugschwäche<br />

der Kälber, antimikrobiell wirksame Phytopharmaka,<br />

Arzneipflanzen bei Milchkühen<br />

und adjuvant (also ergänzend) bei<br />

Antibiotikatherapie, phytotherapeutische<br />

Behandlung der Otitis externa sowie die<br />

homotoxikologische Behandlung von<br />

Zootieren.<br />

Dieses Programm macht deutlich, wie<br />

viel Potential Naturheilkunde und Regulationsmedizin<br />

haben und wie viele Verknüpfungen<br />

es zu anderen Teilbereichen<br />

der Veterinärmedizin gibt. Deshalb ist es<br />

ein besonderes Anliegen unserer Fachgruppe,<br />

mit anderen Fachgruppen zu kooperieren<br />

und Problemstellungen gemeinsam<br />

aufzuarbeiten. Wir freuen uns auf die<br />

Zusammenarbeit!<br />

Weitere Projekte sind in Planung und<br />

ein besonderes Augenmerk wollen wir<br />

demnächst auf die Diagnose und Behandlung<br />

endokrinologischer Störungen, besonders<br />

der Schilddrüse, legen.<br />

Brigitta Smit-Fornahl<br />

Leiterin der Fachgruppe<br />

•<br />

Wie wissenschaftlich ist die TCVM? – Tradition trifft Moderne<br />

Wer sich mit Akupunktur und ähnlichen<br />

Verfahren beschäftigt, sieht sich oft damit<br />

konfrontiert, dass diese Verfahren als unwissenschaftlich<br />

abgetan werden.<br />

Der kleine Artikel soll Einblick in die<br />

fernöstliche Therapieform bringen und<br />

zeigt auf, dass die Traditionelle Chinesische<br />

Veterinärmedizin (TCVM) durchaus<br />

wissenschaftlich ist. Zunächst sollten einige<br />

Begriffe geklärt werden, denn hier<br />

entstehen in der Regel die ersten Missverständnisse.<br />

TCVM heißt Traditionelle Chinesische<br />

Veterinärmedizin und umfasst folgende<br />

Therapieformen: Akupunktur, chinesische<br />

Phytotherapie, Tuina und Diätetik. Diese<br />

Medizin ist mehrere tausend Jahre alt und<br />

kann auf einen sehr großen Erfahrungsschatz<br />

zurückgreifen. Die Sichtweisen der<br />

TCVM und der westlich orientierten konventionellen<br />

Medizin sind dabei unterschiedlich.<br />

Während die westliche Medizin<br />

anatomische, physiologische und biochemische<br />

Veränderungen des Körpers und<br />

der Zellen erforscht und behandelt, betrachtet<br />

die TCVM den ganzen Körper in<br />

seinem funktionellen Zusammenspiel.<br />

Beiden ist jedoch gemein, dass die Gesundheit,<br />

also die Unversehrtheit und<br />

Funktion des Körpers, wiederhergestellt<br />

werden soll.<br />

Setzt man sich mit der Theorie der<br />

TCVM auseinander, muss man zunächst<br />

die befremdlich wirkende Terminologie<br />

und das philosophische Konzept dahinter<br />

erlernen. Das mag manchem unwissenschaftlich<br />

erscheinen, aber in der westlichen<br />

Medizin mussten wir auch neue Terminologien<br />

erlernen und uns Kenntnisse<br />

über Anatomie, Physiologie usw. aneignen.<br />

Oft werden für die gleichen Funktionen<br />

unterschiedliche Termini benutzt,<br />

zum Beispiel sprechen wir in der TCVM von<br />

einem guten Milz Qi, das entspricht einer<br />

normalen Verdauungsfunktion.<br />

Akupunktur<br />

Betrachten wir Akupunkturpunkte: Das<br />

sind Punkte auf der Haut, die beim Stechen<br />

eine bestimmte Reaktion auslösen.<br />

Die Punkte befinden sich nicht irgendwo,<br />

sondern werden sogenannten Leitbahnen<br />

zugeordnet, die einen funktionellen Zusammenhang<br />

zu den Körperfunktionen<br />

bilden. Der Akupunkturpunkt 俞 穴 shū<br />

xué entspricht gemäß den klassischen<br />

Texten nicht einfach nur der Übersetzung<br />

Punkt, vielmehr finden an diesen Punkten<br />

die Transformation ( 轉 zhuǎn) und der<br />

Transport ( 輸 shū) von Informationen, die<br />

Regulation ( 调 節 tiáo jié) der Meridianund<br />

Organfunktion, die Bewässerung ( 灌<br />

渗 guàn shèn) der umliegenden Gewebe<br />

und die Verbindung ( 联 系 lián xì) zum gesamten<br />

Meridiansystem statt.<br />

Wei Zhou und Peyman Benharash<br />

konnten nachweisen, dass alle Akupunkturpunkte<br />

sensibel, empfindlich oder<br />

schmerzhaft werden können und die<br />

Punkte in der Nähe sensibler Nervenenden<br />

liegen. Wenn die Homöostase am Akupunkturpunkt<br />

gestört ist, also eine<br />

Schmerzempfindlichkeit vorhanden ist, so<br />

ist die Gesundheit beeinträchtigt. Je größer<br />

die Anzahl an empfindlichen Akupunkturpunkten<br />

ist, desto stärker ist die<br />

Gesundheit gestört. Hier spielen Typ II afferente<br />

Nerven eine große Rolle. Stimuliert<br />

man beispielsweise den Punkt Pc-6 (Spinalsegment<br />

C6-T1, entspricht dem sympathischen,<br />

präganglionären Neuron zur Innervierung<br />

des Perikards), kommt es zur<br />

Erhöhung der nervalen Aktivität und Aktivierung<br />

der supraspinalen Inhibition mit<br />

Senkung des sympathischen Tonus und<br />

Verminderung des Oxygenverbrauchs am<br />

Herzen. Laut klassischer Texte wird der<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 33


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Punkt Pc-6 unter anderem zur Regulation<br />

der Herzfunktion eingesetzt.<br />

Langevin et. al. wiesen an Akupunkturpunkten<br />

Faszienbahnen nach, die wie eine<br />

Art Autobahn in die Muskelbäuche einwandern<br />

und Informationen weitergeben.<br />

Ma Sheng-Xing wies an Akupunkturpunkten<br />

wichtige anatomische Strukturen<br />

nach:<br />

• erhöhte Dichte von Nervenfasern, Blutgefäßen,<br />

Haarfollikeln, Schweißdrüsen<br />

beim Akupunkturpunkt<br />

• 309 Pkt: 155 Punkte an Nerven, 157 in der<br />

Nähe von Nerven, 24 Punkte an großen<br />

Arterien/Venen, 262 in der Nähe von<br />

großen Arterien/Venen<br />

• niedriger Widerstand an Akupunkturpunkten:<br />

viele Nervenbündel, Nervenfasern<br />

und Nervenenden sorgen für<br />

große neuronale Aktivität und erhöhte<br />

Leitfähigkeit<br />

Höhere Dichte von Gap Junctions (höhere<br />

Leitfähigkeit)<br />

• NO moduliert die Bildung von Gap<br />

Junctions<br />

• NO ist höher in Haut und subkutanem<br />

Gewebe in Akupunkturpunkten<br />

• Vanilloid-Typ 1-Rezeptor und nNOS<br />

(neuronal nitric oxide snythase) liegen<br />

zusammen in Akupunkturpunkten, Erhöhung<br />

durch Elektro-Akupunktur<br />

Mittlerweile finden sich viele Publikationen,<br />

bei denen aus westlicher Sicht das<br />

Vorhandensein und die Funktion von Akupunkturpunkten<br />

bewiesen werden können.<br />

Der funktionelle und therapeutische<br />

Zusammenhang erschließt sich aber erst<br />

richtig, wenn man das System der TCVM in<br />

seiner Vielfalt studiert und anwendet. Die<br />

alten Meister haben schon sehr detailliert<br />

beschrieben und genau beobachtet, was<br />

passiert, wenn man sticht. Sie konnten es<br />

nur nicht nach unseren westlichen Maßstäben<br />

erklären. Diese alten Weisheiten<br />

lassen sich mit heutigen modernen Methoden<br />

beweisen.<br />

Bei der Akupunktur stechen wir also<br />

nicht irgendwo hin, sondern in genau definierte<br />

Punkte. Diese Punkte sollten täglich<br />

trainiert werden durch Tasten. Auch,<br />

wenn wir noch nicht alles wissen, so liegen<br />

doch der Verdacht und die Hoffnung<br />

nahe, dass wir es bald wissen werden.<br />

Klassiker zu studieren lohnt sich!<br />

Auch das Meridiankonzept lässt sich<br />

mittlerweile gut erklären. Dabei bilden die<br />

Meridiane ( 经 络 jīng luò) räumliche Pfade<br />

im Körper mit vom Bindegewebe zusammen<br />

gehaltenen Strukturen und Flüssigkeiten.<br />

Sie sind gekennzeichnet durch<br />

Bindegewebe, Blutgefäße, Lymphgefäße,<br />

Nerven und interstitielle Flüssigkeiten. Sie<br />

verhalten sich wie ein Fluss inkl. Ufer, Wasser<br />

und darin lebenden Organismen und<br />

sind ein Ort, an dem Qi-Transformation<br />

( 气 化 qì huà) stattfindet. Das Meridian-Konzept<br />

wurde im alten China durch<br />

Autopsien, Chirurgie, kaiserliche Strafen,<br />

Qi Gong, klinische Erfahrungen und natürlich<br />

durch die klassische chinesische Philosophie<br />

erstellt. Die Meridiane sind also<br />

Teil der Physiologie und Pathologie des gesamten<br />

Körpers und ein integraler Teil der<br />

Zang-Fu-Theorie. Sie sind nicht nur starre<br />

Bahnen an der Körperoberfläche.<br />

Auf den Meridianen liegen die meisten<br />

Akupunkturpunkte. Diese Punkte und Meridiane<br />

wurden vom Menschen auf das Tier<br />

transponiert. Das entspricht nicht immer<br />

der TCVM, wie sie früher in China praktiziert<br />

wurde. Allerdings haben sich heute<br />

beide Systeme durchgesetzt, einerseits die<br />

traditionellen Punkte (v. a. am Pferd) und<br />

die transpositionellen Punkte. Grundsätzlich<br />

ergeben sich aber einige Differenzen,<br />

da unsere Haustiere eine andere Anzahl<br />

von Wirbeln haben als der Mensch und<br />

auch unterschiedliche Zehenanzahlen.<br />

Am Beispiel der traditionellen und transpositionellen<br />

Rücken-Shu-Punkte des<br />

Pferdes wird das besonders deutlich. Hier<br />

sollten diese Punkte einer kritischen klinischen<br />

Überprüfung unterzogen werden.<br />

Katrin Noack bei ihrem Vortrag zur Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin.<br />

Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Phytotherapie<br />

Ein weiteres großes Gebiet der TCVM ist die<br />

Phytotherapie. Sie ist die größte Säule der<br />

TCVM. Verwendung finden pflanzliche, mi-<br />

34<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

neralische und tierische Bestandteile. Es<br />

findet so gut wie nie ein Einzelkraut Verwendung,<br />

sondern die Einzelkräuter werden<br />

als Rezeptur zusammengestellt nach<br />

Therapie- und Ordnungsprinzipien der<br />

TCVM.<br />

Klassisch werden die Kräuter als Dekokt<br />

(Abkochung) angewendet. Granulate<br />

und hydrophile Konzentrate sind moderne<br />

Formen und heute sehr weit verbreitet.<br />

Den einzelnen Kräutern, genau wie den Rezepturen,<br />

werden dabei verschiedene<br />

Eigenschaften zugesprochen wie Temperaturverhalten,<br />

Geschmack, Wirkrichtung,<br />

Wirkort und der Bezug zu einzelnen Leitbahnen<br />

und Organen. Zhao et. al. konnten<br />

in verschiedenen Mausmodellversuchen<br />

belegen, dass in der chinesischen Medizin<br />

als heiß geltende Kräuter, wie z. B. Zimt,<br />

das Temperaturverhalten der Tiere beeinflussen.<br />

Mäuse, die mit heißen Kräutern<br />

gefüttert wurden, suchten kältere Umgebungstemperaturen<br />

auf und umgekehrt.<br />

Außerdem werden in den chinesischen<br />

Arzneibüchern Kontraindikationen, Toxizität,<br />

Wechselwirkung mit anderen Mitteln,<br />

Dosierung und genaue Anwendungsvorschriften<br />

für jedes Arzneikraut beschrieben.<br />

Das ist manchmal mehr, als man über<br />

westliche Arzneimittel heute weiß. Viele<br />

Arzneimittel wurden mittlerweile gut<br />

untersucht und ihre Wirkungen mit westlichen<br />

Untersuchungsmethoden belegt.<br />

Allerdings wird in der westlichen Medizin<br />

jedes Arzneikraut in seine Bestandteile<br />

zerlegt und ermittelt, welche Bestandteile<br />

wie und wo biochemisch wirksam sind.<br />

Das entspricht nicht der Denkweise der<br />

TCVM. Hier werden Zusammenhänge beobachtet<br />

und das Zusammenwirken mit<br />

anderen Arzneipflanzen beobachtet und<br />

erforscht. Das zeigt zugleich, wie schwierig<br />

die Forschungen auf diesem Gebiet<br />

sind.<br />

Am Beispiel vom Zimt wird der Einsatz<br />

in der chinesischen Medizin und der westlichen<br />

Medizin beschrieben. Dabei unterscheidet<br />

die Traditionelle Chinesische Medizin<br />

(TCM) sogar zwischen Zimtrinde und<br />

Zimtzweigen.<br />

TCM<br />

Cassia – Zimtzweige (Gui Zhi)<br />

scharf, süß, warm<br />

• wärmt und macht die Leitbahnen und<br />

Netzgefäße frei<br />

• wärmt Yang, um Stagnation durch<br />

Schleim und Feuchtigkeit zu beseitigen<br />

• wärmt Yang in der oberen Leibeshöhle<br />

• wärmt Yang im Chong Mai (wärmt das<br />

Blut)<br />

Cassia – Zimtrinde (Rou Gui)<br />

scharf, süß, heiß<br />

• tonisiert das Nieren Yang<br />

• wärmt das Ming Men (Lebenstor)<br />

• vertreibt Kälte, wärmt die Mitte<br />

• lindert Schmerzen<br />

• öffnet Leitbahnen<br />

• fördert Bildung von Qi und Blut<br />

Westliche Medizin<br />

Inhaltsstoffe im Echten Zimt:<br />

• ätherisches Öl (0,5–2,5%), v. a. mit<br />

Zimtaldehyd, Eugenol<br />

• Gerbstoffe, v. a. oligomere Procyanidine<br />

• Schleimstoffe (2–4%)<br />

• Diterpene<br />

• Phenolcarbonsäuren<br />

Wirkungen:<br />

• antimikrobiell (antibakteriell, fungistatisch)<br />

• antiphlogistisch<br />

• spasmolytisch<br />

• karminativ<br />

• motilitätsfördernd<br />

• Steigerung der Speichel- u. Magensaftsekretion<br />

(Hyperämisierung der Schleimhäute)<br />

• antidiabetisch (Senkung des Blutzuckerspiegels,<br />

verstärkte Insulinaktivität,<br />

Senkung des LDL-Cholesterins)<br />

Es gibt eine Vielzahl klassischer Rezepturen.<br />

Dabei treten aber heute bei der Anwendung<br />

Probleme auf. Veränderte Lebensbedingungen<br />

(Ernährung, Bewegung,<br />

Umwelttoxine) machen oft eine Anpassung<br />

der klassischen Rezepturen notwendig.<br />

Andererseits sind die klassischen Ansätze<br />

aber oft sehr genial, deshalb lohnt<br />

auch hier ein Studium der Klassiker. Hier<br />

existiert noch ein enormer Forschungsbedarf,<br />

angefangen über Pflanzenanbau, Zusammensetzung,<br />

Wirkungsweise, Nebenwirkungen<br />

…<br />

Gute Studien kosten Geld und sind<br />

schwierig zu erstellen. Nicht immer ist die<br />

chinesische Medizin mit westlichen Methoden<br />

zu erforschen, da die Ansätze einfach<br />

unterschiedlich sind. Hier muss nach Lösungen<br />

gesucht werden, um gute reproduzierbare<br />

Ergebnisse zu erzielen. Die traditionellen<br />

historischen Schriften bergen noch<br />

viel Neues, welches wir nutzen sollten.<br />

Also: Ran an die Klassiker! 3000 Jahre<br />

Erfahrung ist die Evidenz, die wir in der<br />

TCM haben. Aber wir müssen alte wie neue<br />

Theorien kritisch hinterfragen. Letzten Endes<br />

muss sich jede Theorie in der Praxis bewähren.<br />

Das gilt für die westliche wie für<br />

die chinesische Medizin.<br />

Katrin Noack<br />

Cottbus<br />

Literaturauswahl<br />

Bensky D., Barolet R.: Chinesische Arzneimittelrezepte<br />

und Behandlungsstrategien. Verlag für<br />

Ganzheitliche Medizin Dr. Erich Wühr, Kötzting<br />

1996.<br />

Chen, John K.; Chen, Tina T.: Chinesische Pharmakologie<br />

I und II. Verlag Systemische Medizin<br />

2014.<br />

Focks et. al.: Leitfaden Chinesische Medizin. Verlag<br />

Urban&Fischer; 2010.<br />

Langevin et. al.: Relationship of Acupuncture<br />

Points and Meridians to Connective Tissue<br />

Planes. The Anatomical Record (NEW ANAT.)<br />

269:257–265, 2002.<br />

Ma Sheng-Xing: Nitric Oxide Signaling Molecules<br />

in Acupuncture Points: Toward Mechanisms of<br />

Acupuncture. Chin J Integr Med. 2017 November<br />

; 23(11): 812–815.<br />

Van Nghi: Huang Di Nei Jing („Das Lehrbuch des<br />

Gelben Kaiser“). Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft<br />

mbH,Uelzen 1996.<br />

Wei Zhou, Peyman Benharash: Effects and Mechanisms<br />

of Acupuncture Based on the Principle<br />

of Meridians. Journal of Acupuncture and Meridian<br />

Studies 2014.<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 35


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Die Wirkung der Laserakupunktur in der Wundheilung<br />

und bei chronisch infizierten Wunden beim Hund<br />

Was ist Laserakupunktur<br />

Laserakupunktur ist eine Kombination aus<br />

zwei eigentlich selbstständigen Therapieverfahren,<br />

der lokalen Lasertherapie oder<br />

Low Level Laser Therapie (LLLT) und der<br />

Akupunktur. Bei der Laserakupunktur<br />

nutzt man synergistische Effekte der lokalen<br />

Wirkung des Laserlichts im Gewebe<br />

mit der vegetativ regulierenden Wirkung<br />

der Akupunktur, wobei auch der Akupunkturpunkt<br />

statt durch die Akupunkturnadel<br />

durch Laserlicht aktiviert werden kann.<br />

Untersuchungsergebnisse zu<br />

den Wirkungsmechanismen<br />

des Therapielasers<br />

Biophysikalische Grundlagen der<br />

Therapielaserwirkung<br />

Speziell für den Infrarotlaser gibt es eingehende<br />

Untersuchungen (Karu, T.I. 1987,<br />

Warnke, U. 1987.1, Hamblin, M.R. et al.<br />

2006). Die Absorption erfolgt über ein sogenanntes<br />

Antennenpigment, bei dem es<br />

sich um ein wichtiges Glied der Atmungskette<br />

in den Mitochondrien handelt, das<br />

Flavoprotein-Metall-Redoxsystem. Die absorbierten<br />

Laserphotonen werden hier direkt<br />

in Zellenergie umgewandelt. Die Energiegewinnung<br />

erfolgt direkt über den<br />

Citrat-Zyklus und mündet in der vermehrten<br />

Bereitstellung energiereicher Phosphate.<br />

Die ATP-Produktion wird unter der<br />

Laserbestrahlung um bis zu 150 Prozent<br />

gesteigert (Warnke, U. 1987.2). Hiervon profitieren<br />

besonders kranke Zellen und Zellen<br />

in krankhaft verändertem Gewebe, die<br />

für die Bewältigung ihrer Aufgaben einen<br />

besonders hohen Energiebedarf haben.<br />

Ebenso kann ein überstarker Energieschub<br />

in den Nervenzellen des Akupunkturpunktes<br />

zur Hyperpolarisation führen und damit,<br />

wie durch den Nadelstich, ein Aktionspotential<br />

herbeiführen.<br />

Auch die Wundheilung und die Reparatur<br />

von Sehnenschäden sind stark energieverzehrende<br />

Vorgänge. Für den Abbau<br />

von Trümmerbausteinen und die Syn these<br />

von neuen Bauelementen für den Wundverschluss<br />

kann durch Laserlicht die erforderliche<br />

Energie schneller bereitgestellt<br />

und Sehnen- bzw. Wundheilung beschleunigt<br />

werden (Warnke, U. 1987.2). Dies zeigen<br />

auch die ersten Untersuchungen zur<br />

Laserwirkung im Sinne einer LLLT überhaupt<br />

von E. Mester, dem Pionier auf diesem<br />

Gebiet (Mester, E. et al. 1969). Er konnte<br />

nach 1 bis 3 Laserbestrahlungen von<br />

Wunden eine Vermehrung von Kollagenfasern<br />

und eine starke Zunahme der Zellaktivität<br />

unter Laserbestrahlung nachweisen.<br />

Ich möchte einige der wichtigsten<br />

Untersuchungen zur Lasertherapiewirkung<br />

herausgreifen. So konnten neben anderen<br />

folgende Wirkungen in Bezug auf<br />

Wundheilung nach klar definierter Laserbestrahlung<br />

festgestellt werden: Verbesserung<br />

der Kapillardurchblutung bei Mikrozirkulationsstörungen<br />

(Skobelkin, O.K. et<br />

al. 1990), Anwendung bei Wundheilungsstörungen<br />

(Mester E. et al. 1969, Petermann,<br />

U. 2003), bei der Regeneration von<br />

Nervenläsionen und Störung von Nervenfunktionen<br />

(Rochkind, S. et al. 1988), bei<br />

Wundinfektionen (Petermann, U. 2003),<br />

bei COPD der Pferde (Petermann, U. 2010),<br />

Clearance von Peroxidradikalen in entzündetem<br />

Gewebe (Karu, T.I. et al. 1993). Auch<br />

die Stimulation der Akupunkturpunkte<br />

durch das Laserlicht konnte in einer Doppelblindstudie<br />

mit Hilfe der fMRT nachgewiesen<br />

werden (Litscher, G. et al 2004).<br />

Therapie und Akupunkturlaser<br />

Therapie- und Akupunkturlaser werden,<br />

auch als „Mid-Laser“ bezeichnet (Abb. 1<br />

und 2). Sie haben den großen Vorteil, dass<br />

sie sehr kompakt sind. Es ist sehr wesentlich,<br />

bestimmte Lasertypen zu unterscheiden,<br />

da Laser definitiv nicht gleich Laser<br />

ist und speziell für die Wundheilung tieferer<br />

Wunden der sogenannte Impulslaser<br />

gegenüber dem Dauerstrichlaser wesentliche<br />

Vorteile hat. Da dieser Laser auch in<br />

der Tiefe des Gewebes noch ausreichend<br />

Energie bereitstellen kann, um die Wundheilung<br />

und Demarkation optimal zu<br />

unterstützen.<br />

Abb. 1: Physiolaser mit 2x90 Watt Impulslaser, 5x 60 Watt Impulslasersonde und 6 x 500mW<br />

Dauerstrichlasersonde, Fa. Reimers &Janssen.<br />

36<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Obwohl die Gewebsdurchdringung<br />

des Laserlichts bei den Impulslasern aufgrund<br />

der hohen Leistung sehr viel höher<br />

ist, kommt es bedingt durch die kurze<br />

Dauer der Lichtblitze auch bei hohen Impulsfrequenzen<br />

von bis zu 40.000 Hz zu<br />

keiner thermischen oder gar koagulierenden<br />

Wirkung im Gewebe (Petermann, U.<br />

2010).<br />

Wie wird eine Laserakupunktur<br />

in der Wundbehandlung<br />

durchgeführt<br />

Vor der Laserakupunktur wird die Wunde<br />

nach den Prinzipien der allgemeinen Chirurgie<br />

vorbereitet. Danach wird die Wunde<br />

lokal mit dem Laser bestrahlt. Diese lokale<br />

LLLT hat einen sehr wesentlichen<br />

Anteil am Therapieerfolg (Mester E. et al.<br />

1969, Petermann, U. 2003). Mit der Frequenz<br />

A‘ oder A‘‘ nach Nogier werden infizierte<br />

Wunden behandelt (Karu, T.I. et al.<br />

1993). Je nach Größe und Tiefe der Wunde<br />

variiert die Bestrahlungszeit mit einem 90<br />

Watt Impulslaser zwischen 1 bis 2 Minuten<br />

(A‘‘). Als generelles Maß kann man eine Bestrahlungszeit<br />

von ca. 10 Sekunden für<br />

eine Fläche von 1 Quadratzentimeter annehmen.<br />

Als Akupunkturpunkte empfehlen<br />

sich bei solchen Wunden MP4 (Interferonpunkt)<br />

und 3E5 (Thymuspunkt, beide<br />

Fr. 5 nach Bahr) zur Immunstimulation bei<br />

entzündetem Gewebe (Petermann, U.<br />

2010). Bei nicht infiziertem Gewebe wird<br />

die Frequenz B nach Nogier in Kombination<br />

mit dem Milz-Punkt, MP2 (ebenfalls<br />

Fr. B) angewendet. Die Behandlungszeiten<br />

sind die gleichen wie bei der infizierten<br />

Wunde. Auch die postoperative Wundheilung<br />

lässt sich so erheblich verbessern und<br />

Wundheilungsstörungen, Infektionen und<br />

Nahtdehiszenz können vermieden werden.<br />

Aber auch die gesunde Wundheilung<br />

kann durch die Therapie verbessert und ein<br />

besonders schneller und stabiler Wundverschluss<br />

erreicht werden. Im Zweifelsfall<br />

ist es eher sinnvoll, eine Wunde etwas länger<br />

zu behandeln, als zu kurz. Eine Gewebsschädigung<br />

durch die Lasertherapie<br />

mit diesen Lasern ist nicht bekannt (Karu,<br />

T.I. et al. 1993).<br />

Die hohe Effektivität der Behandlungsmethode<br />

und die Vorgehensweise bei der<br />

Therapie so wie die Wirkungsweise soll anhand<br />

von Beispielen erläutert werden.<br />

Patientenbeispiele<br />

Patient 1<br />

12-jähriger West-Highland-Terrier mit gut<br />

handtellergroßer Bisswunde im Bereich<br />

des Halses<br />

Ein 12-jähriger West-Highland-Terrier<br />

zog sich eine gut handtellergroße Bissbzw.<br />

Risswunde im Bereich des Halses zu.<br />

Die Haut war zu etwa gut zwei Drittel des<br />

Halsumfanges durchtrennt. Trotz sorgfältiger<br />

Behandlung durch die vorbehandelnde<br />

Klinik stellte sich schon nach wenigen<br />

Tagen im gesamten Bereich der Wunde<br />

eine Nekrose des Wundrandes ein (Abb. 2).<br />

Die Erstbehandlung der Biss- bzw.<br />

Rissverletzung hatte aus einer sorgfältigen<br />

Wundauffrischung und frischer Wundnaht<br />

so wie lokaler Lasertherapie mit<br />

einem Flächenlaser geringer Leistung (14x<br />

5mW CW-Laser) bestanden. Der gesamte<br />

Wundrand wurde nekrotisch und die Naht<br />

platzte schließlich im gesamten Wundbereich<br />

auf, so dass eine große offen klaffende<br />

Wunde von der Größe einer Männerhand<br />

entstand. Als der Hund zu mir in die<br />

Praxis kam, betrug der Halsumfang der<br />

Wunde 19 cm. Es war im ventralen Halsbereich<br />

nur eine 11 cm große zusammenhängende<br />

Hautbrücke übriggeblieben. Im dorsalen<br />

Halsbereich klaffte die Wunde an der<br />

breitesten Stelle etwa 10 cm auseinander.<br />

Alle Medikamente, Antibiotika und Antiphlogistika,<br />

wurden abgesetzt und eine<br />

Laserakupunktur durchgeführt. Die Wunde<br />

wurde nicht erneut genäht. Es wurden<br />

lediglich die 3 Punkte MP2 (Wundheilungspunkt),<br />

3E5 und MP4 (Wundinfektion, Demarkation<br />

des nekrotischen Gewebes) zur<br />

Akupunktur ausgewählt. Zusätzlich wurde<br />

die Wunde lokal mit dem Impulslaser<br />

Abb. 2: „Westi“ mit vollständiger Wundrandnekrose<br />

10 Tage nach der OP.<br />

(90 Watt 904nm Frequenz A‘‘) im Abstand<br />

von 3 bis 4 Tagen für jeweils 2 Minuten behandelt.<br />

Es wurden zusätzlich lokale Verbände<br />

mit einer milden Acridinfarbstofflösung<br />

mit Calendula, Arnika und Echinacea<br />

angelegt. 16 Tage nach der ersten<br />

Behandlung war die Wunde geschlossen<br />

(Abb. 3).<br />

Abb. 3: Nach 16 Tagen und 4 Laserakupunkturbehandlungen<br />

war die Wunde vollständig<br />

geschlossen.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 37


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Abb. 4: MRSA Infektion bei einer weißen Schäferhündin nach<br />

Mammatumor-OP.<br />

Abb. 5: Zustand nach 5 Wochen Laserakupunktur. Komplette Wundheilung<br />

ohne jegliche zusätzliche Therapie wie Antibiotika oder Schmerzmittel.<br />

Patient 2<br />

Weiße Schäferhündin mit MRSA-Infektion<br />

nach Gesäuge-Tumor-OP<br />

Eine weiße Schäferhündin infizierte<br />

sich nach einer Gesäuge-Tumor-OP mit<br />

multiresistenten Stapyhylococcus aureus-Keimen.<br />

Da alle verwendeten Antibiotikacocktails<br />

keine Wirkung zeigten<br />

und die Laboruntersuchung MRSA-Keime<br />

nachgewiesen hatte, wurde als letzter Versuch,<br />

das Tier zu retten, eine weitere großflächige<br />

Operation des Infektionsgebietes<br />

vorgenommen. Dies blieb leider ebenfalls<br />

ohne Erfolg. Schon nach 3 Tagen war die<br />

gesamte Wundnaht infiziert und platzte<br />

auf ganzer Länge auf. Auch die Haut und<br />

das Unterhautgewebe bis zu 10 cm Entfernung<br />

von der eigentlichen Wunde war<br />

hochgradig entzündet (Abb. 4).<br />

Nach über 3 Monaten intensiver Therapie<br />

gab die Klinik auf und wollte die<br />

Hündin einschläfern. Mit Beginn der Laserakupunktur<br />

wurde die gesamte medikamentöse<br />

Therapie (Antibiotika und Antiphlogistika)<br />

spontan abgesetzt. Neben<br />

der LLLT der Wunde mit der Frequenz A‘<br />

für 10 Minuten wurden die immunstimulierenden<br />

Punkte 3E5 und MP4 behandelt.<br />

Nach ca. 5 Wochen Laserakupunktur, die<br />

zum großen Teil von den Besitzern selbst<br />

zu Hause durchgeführt wurde, war die<br />

Wunde komplikationslos ausgeheilt<br />

(Abb.5).<br />

Patient 3<br />

MRSA-Infektion nach der Kastration bei<br />

einem 2-jährigen Berner Sennenhund-<br />

Mischling<br />

Ein 2-jähriger Berner Sennenhund-<br />

Misch ling wurde mit einer massiven eitrigen<br />

Schwellung der Kastrationswunde<br />

vorgestellt. Der Hund war 4 Monate zuvor<br />

kastriert worden. Innerhalb weniger Tage<br />

post operationem hatte sich eine fistelnde<br />

Wundheilungsstörung eingestellt. In<br />

der Wunde konnten multiresistente Staphylococcus<br />

aureus-Keime nachgewiesen<br />

werden. Eine antibiotische Therapie über<br />

4 Monate mit diversen in Frage kommenden<br />

Antibiotika und Antibiotika-Cocktails,<br />

Antiphlogistika, Wunddrainagen und<br />

Abb. 6: MRSA Infektion (multiresistenter Keim, spricht auf keine Antibiotikatherapie/Kombination<br />

an) bei einem Berner Sennenhund-Mischling<br />

nach Kastration und 2-facher Nach-OP; Hund soll eingeschläfert werden.<br />

Abb. 7: Die Wunde 3 Wochen später nach reiner Laserakupunktur ohne<br />

weitere medikamentöse oder sonstige Behandlung.<br />

38<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Nachoperationen hatten die Infektion<br />

nicht eindämmen können. Die hochgradig<br />

geschwollene, fluktuierende Wunde war<br />

stark gerötet und zeigte erysipelartige Verfärbungen<br />

(Abb. 6).<br />

Es wurde wieder die gleiche Therapie<br />

wie bei den vorigen Patienten durchgeführt.<br />

Diese Behandlung wurde vom Besitzer<br />

mit einem baugleichen Laser zu Hause<br />

täglich in gleicher Weise fortgesetzt. Nach<br />

1 Woche war die Schwellung bereits deutlich<br />

reduziert und weniger gerötet. Auch<br />

die erysipelartigen Verfärbungen waren<br />

fast verschwunden. Nach einer weiteren<br />

Woche mit gleichbleibender Therapie war<br />

die Infektion abgeheilt. Bei einer Kontrolluntersuchung<br />

14 Tage später war kaum<br />

noch die OP-Narbe erkennbar (Abb. 7).<br />

Diskussion<br />

Die Unterstützung der Wundheilung durch<br />

Laserakupunktur ist eine einfach zu erlernende<br />

und anzuwendende Behandlungsmethode.<br />

Sie zeigt sich in der täglichen<br />

Praxis als eine sehr gute Möglichkeit, jegliche<br />

Wundheilung zu fördern und ganz<br />

nebenbei auch noch der Entwicklung von<br />

Wundheilungsstörungen vorzubeugen.<br />

Nach etwa 30-jähriger tagtäglicher Erfahrung<br />

mit der Laserakupunktur, speziell<br />

auch in der Wundheilung, bin ich zu der Erkenntnis<br />

gekommen, dass speziell bei der<br />

Wundheilung der überwiegende Effekt<br />

durch die LLLT bewirkt wird. Dies bedeutet,<br />

dass man postoperativ theoretisch jede<br />

Wunde prophylaktisch lasern kann, in<br />

der Gewissheit, ein Optimum für Infektionsprophylaxe<br />

und komplikationslosen,<br />

schnellen Wundverschluss getan zu haben.<br />

Weitere Informationen:<br />

www.akupunkturtierarzt.de<br />

Dr. Uwe Petermann<br />

Melle<br />

Fotos: U. Petermann<br />

•<br />

Literatur<br />

Bahr, F., Strittmatter, B. (2010): Das große Buch der<br />

Ohrakupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart.<br />

Hamblin M.R., Waynant R.W., Anders J. (2006): Mechanisms<br />

for Low-Light Therapy. Proc. of SPIE<br />

Vol. 6140, 614001.<br />

Karu T.I. (1987): Photobiological Fundamentals of<br />

Low-Power Laser Therapy. IEEE Journal od<br />

Quantum Electronics QE-23, 1703–1717.<br />

Karu T.I. et al. (1993): Suppression of human blood<br />

chemiluminescence by diode laser irradiation.<br />

Laser Therapy 5, 103–10918.<br />

Litscher, G. et al. (2004): Die schmerzfreie Laser-<br />

„Nadel“-Akupunktur moduliert die Gehirnaktivität.<br />

Schmerz und Akupunktur 2004; 1:4–1.<br />

Mester, E. et al. (1969): Experimentelle Untersuchungen<br />

über die Wirkung von Laserstrahlen auf die<br />

Wundheilung. Z. Exper. Chirurgie 2, 94–101.<br />

Nogier, P. F.M. (1981): Lehrbuch der Auriculotherapie.<br />

Maisonneuve, Sainte Ruffine.<br />

Petermann, U. (2003): LLLT and Laser Acupuncture<br />

in Wound Healing Disturbances in Common<br />

Wounds and Post Operative Complications.<br />

Laser in Medicine Surgery and Dentistry, Zrinsky,<br />

Croatia, 873–882.<br />

Petermann, U. (2010): Kontrollierte Laserakupunktur<br />

bei Hund und Pferd. Sonntag Verlag, Stuttgart.<br />

Rochkind, S. et al. (1988): The in-vivo-nerve-respond<br />

to direct low-energy-laser irradiation.<br />

Acta Neurochir. 94, 74–77.<br />

Skobelkin, O.K. et al. (1990): Blood Microcirculation<br />

under Laser Physio-and Reflexotherapy in<br />

Patients with lesions in Vessels of Low Extremities.<br />

LLLT-Reports 1990, 69–77.<br />

Warnke, U. (1987.1): Der Dioden-Laser. Deutsches<br />

Ärzteblatt, 44, 2941–2944.<br />

Warnke, U. (1987.2): Wie Licht-Energie zu Zell-Energie<br />

wird. Ärztliche Praxis Jahrg. 97, 3039–3040.<br />

Phytotherapie bei Infektionen – eine hochwertige Therapieoption bei<br />

mikrobiellen Infektionen des Organismus<br />

Das Bundesministerium für Gesundheit<br />

hat mit den Bundesministerien für Ernährung<br />

und Landwirtschaft sowie Bildung<br />

und Forschung die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie<br />

(DART <strong>2020</strong>) erarbeitet.<br />

Ziel ist, einen EU-weiten „Global Action<br />

Plan on Antimicrobial Resistance“ zu<br />

unterstützen und durchzusetzen, Stichwort<br />

„One World, one Health“.<br />

Der Aktionsplan sieht vor, die Forschung<br />

auf den Gebieten „Direkte antibakterielle<br />

Wirkstoffe“, „Wirkstoffe mit Antivirulenz-Eigenschaften“<br />

und „Resistenz-modulierende<br />

Wirkstoffe“ zu intensivieren.<br />

Alle Kriterien werden von einer Vielzahl<br />

von Naturstoffen erfüllt und als „Multitarget<br />

Drug“ ist eine Resistenzbildung gegen<br />

diese nahezu unmöglich – ein wesentlicher<br />

Vorteil gegenüber chemisch-synthetischen<br />

Arzneimitteln.<br />

Viele chemisch-synthetische Arzneimittel<br />

beeinflussen außerdem in üblicher<br />

Dosierung das Mikrobiom. Zu begründen<br />

ist dies mit Nebenwirkungen in Verbindung,<br />

vor allem bei den Arzneistoffklassen<br />

der Protonenpumpenhemmer, Antidiabetika,<br />

NSAIDs und atypischen Antipsychotika<br />

– Naturstoffe sind nicht darunter. Kommensale<br />

Keime sind stärker betroffen als<br />

pathogene Keime. Die „antikommensale“<br />

Aktivität mancher Wirkstoffe wird auch als<br />

Antreiber für die Antibiotika-Resistenz diskutiert,<br />

da häufig solche Mechanismen beeinflusst<br />

werden, die ursächlich mit der Resistenzentwicklung<br />

verbunden sind, wie<br />

z. B. Transporter, Trans kriptionsfaktoren,<br />

Efflux-Pumpen. Pflanzenstoffe hingegen<br />

werden von Darmbakterien metabolisiert,<br />

gehören zu ihrem normalen Substratspektrum<br />

und erhalten nach der kommensalen<br />

Biotrans formation Wirkstoffcharakter<br />

– sie haben keinen schädigenden<br />

Einfluss auf das Darmmikrobiom. Die<br />

pflanzliche Droge / der pflanzliche Extrakt<br />

stellt in der Gesamtheit den Wirkstoff dar.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 39


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Wie üben Naturstoffe, z. B.<br />

sekundäre Pflanzenstoffe, ihre<br />

antibakterielle Wirkung aus?<br />

Zelloberflächen von Bakterien, die aufgrund<br />

ihrer Zellmembranstruktur wasserabweisend<br />

sind, können durch sekundäre<br />

Pflanzenstoffe für Wasser zugänglich gemacht<br />

werden und damit eine Zerstörung<br />

des Bakteriums ermöglichen. Diese Fähigkeit<br />

ist z. B. beim echten Waldmeister und<br />

bei der Brennnessel belegt. Eine andere<br />

Möglichkeit ist, Bakterien durch Anregung<br />

z. B. des Urinflusses herauszuspülen – eine<br />

besondere Stärke bzw. Eigenschaft, die<br />

man insbesondere bei der Goldrute, der<br />

Brennnessel und der Birke findet. Preiselbeeren,<br />

Waldmeister, Birke und Ackerschachtelhalm<br />

haben die Fähigkeit, die<br />

Ausbildung sogenannter Fimbrien und<br />

anderer Fasern zu unterdrücken, die Bakterien<br />

zur Anheftung und Invasion von<br />

Zellen benötigen. Nahezu alle Pflanzen<br />

können über die in ihnen enthaltenen Flavonoide<br />

die Bildung des Biofilms verhindern.<br />

Und verschiedene ätherische Öle<br />

sind in der Lage, einen bereits bestehenden<br />

Biofilm aufzulösen und einen Resistenzmechanismus<br />

von Bakterien effektiv<br />

auszuhebeln. Die Auflösung des Biofilms<br />

hat nicht selten zur Folge, dass vormals<br />

unwirksame Antibiotika wieder ihre volle<br />

Wirksamkeit erlangen.<br />

Auch gibt es Pflanzen, die eine direkte<br />

bakterizide Wirkung zeigen. Hierzu gehören:<br />

• Saponin-Drogen, wie z. B. Efeu, Goldrute,<br />

Schlüsselblume, Stiefmütterchen<br />

• Ätherische Öl-Drogen, wie z. B. Oregano,<br />

Thymian, Anis, Kümmel, Kamille<br />

und Salbei<br />

• Gerbstoff-Drogen, wie z. B. Eichenrinde,<br />

Blutwurz, Brombeere, Himbeere<br />

• Senfölglykoside und Scharfstoffe, wie<br />

z. B. Meerrettich, Senf, Kapuzinerkresse,<br />

Ingwer<br />

Thymian ist eine ganz besondere Arzneipflanze.<br />

Thymian-Öl zeigt eine starke<br />

Wirksamkeit gegen Isolate multiresistenter<br />

Stämme von Staphylococcus, Enterococcus,<br />

Escherichia und Pseudomonas<br />

(Sienkienwicz et al. 2012). Thymian-Öl verhindert<br />

auch die Bildung von Candida-Biofilmen.<br />

Hierfür sind v. a. die Inhaltsstoffe<br />

Thymol und Cavacrol verantwortlich.<br />

Eine kombinierte Therapie aus sekundären<br />

Pflanzenstoffen, wie z. B. ätherischen<br />

Ölen, mit Antibiotika kann die Resistenzbildung<br />

verhindern und die benötigte<br />

Antibiotikamenge reduzieren (Palaniappan,<br />

Holley, 2010).<br />

An+-Biofilm-Wirkstoffe aus natürlichen Pflanzen und ihre möglichen Mechanismen<br />

Erianin<br />

Cocullus<br />

trilobus<br />

Extrakt<br />

H. Patriniae<br />

Extrakt<br />

Hymenocallis<br />

liNoralis<br />

BläNerextrakt<br />

Isovitexin<br />

Querce'n<br />

Adhesin<br />

Proteine SrtA<br />

und Als3<br />

SpA<br />

Sortase<br />

Adhäsion<br />

Mikroorganismen<br />

Anha


FACHGRUPPE IM FOKUS<br />

Resistenzmodifizierung durch pflanzliche Naturstoffe<br />

An;bio;kum dringt<br />

in Bakterium ein<br />

Berberin aus der Berberitze<br />

hemmt die Effluxpumpen von<br />

Pseudomonas aeruginosa<br />

Berberitze<br />

An;bio;kum kann nicht mehr aus der<br />

dem Bakterium rausgepumpt werden<br />

Echte Goldrute<br />

Bioforma2on C.<br />

albicans (unten li.)<br />

Bioforma2on nach Applika2on des<br />

wässrigen Extrakts (unten re.)<br />

Saponine der Goldrute<br />

hemmen und reduzieren den<br />

Biofilm von C. albicans und<br />

hemmen das Wachstum von E.<br />

coli, Pseudomonas aeruginosa,<br />

Staphylococcus aureus u. a.<br />

(obere Abbildungen)<br />

Grafiken und Fotos: Y. Thoonsen<br />

Ein hochbewährtes Beispiel zur Therapie<br />

von Harnwegs- und Atemwegsinfekten<br />

ist die Kombination von Kapuzinerkressenkraut<br />

und Meerrettichwurzelpulver.<br />

Kapuzinerkresse wirkt belegtermaßen<br />

bakteriostatisch (bei grampositiven und<br />

gramnegativen Bakterien sowie gegen<br />

multiresistente Staphylokokken), virustatisch<br />

(z. B. gegen H1N1-Viren), antimykotisch<br />

(z. B. gegen Candida albicans), hyperämisierend<br />

und entzündungshemmend.<br />

Ein Berberitzen-Extrakt kann die Efflux-Pumpen<br />

von Pseudomonas aeruginosa<br />

hemmen. Das angewendete Antibiotikum<br />

verbleibt in der Zelle und wird nicht<br />

wieder unverrichteter Dinge aus der Zelle<br />

heraustransportiert.<br />

Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil<br />

pflanzlicher Stoffe ist, dass sie synergistisch<br />

wirken. So kann z. B. die benötigte Stoffmenge<br />

einer einzelnen Substanz durch die<br />

Kombination mit einer weiteren Substanz<br />

so verbessert werden, dass von der Ausgangssubstanz<br />

deutlich weniger benötigt<br />

wird, um die gleiche Wirkung zu erreichen.<br />

So lassen sich evtl. mögliche Nebenwirkungen<br />

gänzlich ausschließen. Ein Beispiel stellt<br />

die Kombination aus Baldrianwurzel und<br />

Hopfen dar. 7 g Baldrianwurzel + 3 g Hopfen<br />

wirken wie 20 g Baldrianwurzel allein.<br />

Zusammenfassend kann man zu den<br />

Naturstoffen sagen, dass sie zwar oft unspezifisch<br />

gegen Keime wirken, aber dafür<br />

gegen ein breites Spektrum aktiv sind. Sie<br />

sind teilweise eine Alternative, immer aber<br />

zumindest eine sinnvolle Ergänzung zu<br />

Antibiotika und auch Antimykotika. Ihr<br />

Einsatz kann auch prophylaktisch bzw.<br />

metaphylaktisch erfolgen und sie bergen<br />

keine Gefahr der Resistenzbildung. Zudem<br />

eignen sie sich aufgrund ihrer sehr guten<br />

Verträglichkeit immer bei „banalen Infekten“,<br />

zum Einsatz bei Jungtieren und geschwächten,<br />

multimorbiden Tieren.<br />

Literatur<br />

Sienkiewicz, M.; Łysakowska, M.; Denys, P.;<br />

Kowalczyk, E. (2012): The Antimicrobial<br />

Activity of Thyme Essential Oil Against<br />

Multidrug Resistant Clinical Bacterial Strains.<br />

http://doi.org/10.1089/mdr.2011.0080<br />

Palaniappan, K.; Holley, R. A. (2010): Use of<br />

natural antimicrobials to increase antibiotic<br />

susceptibility of drug resistant bacteria.<br />

https://doi.org/10.1016/j.ijfoodmicro.2010.04.001<br />

Yvonne Thoonsen<br />

Engelskirchen<br />

•<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 41


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Ausschreibung des Frank-Mutschmann-Gedächtnispreises<br />

Hiermit schreibt die <strong>DVG</strong> den Frank­Mutschmann-Gedächtnispreis<br />

zum ersten Mal<br />

aus und bittet um Nominierungen, gemäß<br />

der Richtlinien für die Verleihung des Preises<br />

(siehe Link unten).<br />

Bitte teilen Sie Vorschläge bis zum<br />

30.06.<strong>2020</strong> an die E-Mail der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

oder des Leiters der Fachgruppe<br />

„Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien,<br />

Amphibien und Fische“ (pees@<br />

uni-leipzig.de) mit.<br />

Vorschlagsberechtigt sind alle Mitglieder<br />

der Fachgruppe „Zier-, Zoo- und Wildvögel,<br />

Reptilien, Amphibien und Fische<br />

(ZZWRAF)“.<br />

Der Preis soll an Wissenschaftler vergeben<br />

werden, die im Bereich der klinischen<br />

(Labor-)Medizin oder bei tierärztlichen<br />

Projekten innerhalb von Artenschutzund<br />

Tierschutzprojekten bei Reptilien,<br />

Amphibien oder Fischen herausragende<br />

Forschung geleistet haben.<br />

Die wissenschaftliche Leistung soll in<br />

Abhängigkeit von der beruflichen Erfahrung<br />

gewichtet, Nachwuchswissenschaftler<br />

sollen besonders berücksichtigt werden.<br />

Dem Antrag beizufügen ist<br />

• eine Begründung der vorschlagenden<br />

Person, die eine Beschreibung der besonderen<br />

wissenschaftliche Leistungen<br />

des/der Auszuzeichnenden enthält,<br />

• der wissenschaftliche Lebenslauf der<br />

auszuzeichnenden Person,<br />

• ein vollständiges Publikationsverzeichnis<br />

der auszuzeichnenden Person.<br />

Der Preis soll dann auf der nächsten Tagung<br />

der Fachgruppe ZZWRAF vergeben werden.<br />

Prof. Dr. Michael Pees<br />

Leiter der Fachgruppe ZZWRAF<br />

q Richtlinien zur Vergabe des Preises:<br />

www.dvg.de, Fachgruppen, Zier-, Zoound<br />

Wildvögel, Reptilien, Amphibien<br />

und Fische<br />

oder QR-Code scannen<br />

Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler<br />

Mit dem Anton-Mayr-Preis <strong>2020</strong> wird Juniorprofessorin<br />

Dr. Katharina Schaufler,<br />

PhD (Institut für Pharmazie, Pharmazeutische<br />

Mikrobiologie, Universität Greifswald),<br />

ausgezeichnet.<br />

Katharina Schaufler hat von 2006 bis<br />

2012 an der Justus-Liebig-Universität Gießen<br />

und der Universidad Complutense de<br />

Madrid Veterinärmedizin studiert, bevor<br />

sie im Mai 2012 in Berlin mit ihren beiden<br />

Promotionsarbeiten mit Fokus auf antibiotikaresistente<br />

Bakterien, insbesondere<br />

Juniorprofessorin Dr. Katharina Schaufler, PhD. Foto: Till Junker, Universität Greifswald<br />

Escherichia coli, begann. In Anschlussfragestellungen<br />

hat Frau Schaufler das Spektrum<br />

ihrer Forschung erweitert und bearbeitet<br />

derzeit multiresistente Bakterien<br />

aus der Familie der Enterobacteriaceae<br />

und Enterococcaceae, die laut „WHO Pathogen<br />

Priority List 2017“ als Erreger gelten,<br />

die das weltweit größte Problem in Bezug<br />

auf antimikrobielle Therapien bei<br />

Mensch und Tier darstellen.<br />

Für ihre beiden Dissertationen (Dr.<br />

med. vet. und PhD) untersuchte die Preisträgerin,<br />

u. a. mithilfe molekular-epidemiologischer<br />

und genomischer Methoden,<br />

Mechanismen, die zum Erfolg zoonotischer<br />

E. coli beitragen. Die Ergebnisse wiesen<br />

darauf hin, dass extra chromosomale<br />

Elemente diese Erreger nicht nur antibiotikaresistenter,<br />

sondern auch überlebensfähiger<br />

und virulenter und damit äußerst<br />

erfolgreich machen.<br />

Frau Schauflers wissenschaftliches Engagement<br />

resultiert in derzeit 17 „peer''-begutachteten<br />

Publikationen in hochrangigen<br />

Fachzeitschriften mit Impact-Faktoren<br />

zwischen 2.4 und 5.5 sowie in zahlreichen<br />

Vorträgen und Posterbeiträgen auf nationalen<br />

und internationalen Kongressen. Sie<br />

ist eine hervorragende junge Wissenschaftlerin,<br />

deren Forschung im hochaktuellen<br />

und wichtigen Bereich der Forschung<br />

antimikrobieller Resistenzen im<br />

One-Health-Kontext angesiedelt ist. Der<br />

Preis wird – soweit möglich – im Rahmen<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses <strong>2020</strong> in Berlin<br />

überreicht.<br />

Der Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler<br />

ist mit 2.500 Euro dotiert.<br />

42<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Mit diesem Preis will die <strong>DVG</strong> Wissenschaftler<br />

bis zu einem Alter von 40 Jahren<br />

auszeichnen, deren Publikationen sie als<br />

hochqualifizierten wissenschaftlichen<br />

Nachwuchs ausweisen. Bis zum März 2015<br />

wurde der Preis als „Preis der <strong>DVG</strong> zur Förderung<br />

von Nachwuchswissenschaftlern“<br />

bezeichnet. Zum Andenken an Prof. Dr. Dr.<br />

h.c. mult. Anton Mayr (1922–2014), einen<br />

leidenschaftlichen und begnadeten Wissenschaftler<br />

und Hochschullehrer, dem<br />

die Förderung des wissenschaftlichen<br />

Nachwuchses ein besonderes Anliegen<br />

war, wurde der Preis 2015 in „Anton-Mayr-<br />

Preis“ umbenannt. Anton Mayr war von<br />

1969 bis 1989 Vorsitzender der <strong>DVG</strong>, seitdem<br />

Ehrenvorsitzender. Er hat die <strong>DVG</strong> entscheidend<br />

geprägt.<br />

Preis der Ursula und Heinz-Georg Klös-Stiftung<br />

Mit dem Preis der Ursula und Heinz-Georg<br />

Klös-Stiftung wird in diesem Jahr Jan Lakemeyer<br />

(Institut für Terrestrische und<br />

Aquatische Wildtierforschung der Stiftung<br />

Tierärztliche Hochschule Hannover) ausgezeichnet.<br />

Jan Lakemeyer arbeitet seit 2014 am Institut<br />

für Terrestrische und Aquatische<br />

Wildtierforschung und hat in diesem Zeitraum<br />

viele wertvolle Beiträge im Bereich<br />

der Wildtierforschung erarbeitet. Er hat<br />

weit über 500 verschiedene terrestrische<br />

und aquatische Wildtiere auf ihren Gesundheitszustand<br />

hin untersucht und<br />

über die Befunde in Berichten für das Umweltministerium<br />

in Schleswig-Holstein<br />

zusammengefasst. Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten<br />

hat er bei verschiedenen<br />

nationalen und internationalen Kongressen<br />

vorgestellt. Weiterhin hat er zahlreiche<br />

Wissenschaftler aus Deutschland und<br />

dem Ausland (z.B. Polen, Dänemark, Estland,<br />

Norwegen) in die Obduktionstechniken<br />

von Meeressäugern eingeführt und<br />

hat in mehreren Forschungsexpeditionen<br />

Robben und Wale in verschiedenen europäischen<br />

Ländern seziert. Außerdem hat<br />

er Schulungen und Kurse für Mitglieder<br />

des Strandungsnetzwerks und Studenten<br />

betreut und durchgeführt.<br />

Ein besonderer Schwerpunkt seiner<br />

Forschungsarbeiten an Wildtieren ist das<br />

Verständnis von Gesundheitszustand und<br />

Parasitenbefall im Magen-Darm-Trakt.<br />

Hier hat er sich mittels morphologischer<br />

und molekularbiologischer Methoden mit<br />

dem Auftreten von Acanthocephalen und<br />

anisakiden Nematoden bei Robben und<br />

Walen sowie deren pathologischem Potential<br />

beschäftigt. Die Ergebnisse seiner<br />

Arbeit sind auch auf internationaler Ebene<br />

von großer Bedeutung, da sie es der<br />

Bundesrepublik Deutschland ermöglichen,<br />

einen wichtigen Beitrag zu der Entwicklung<br />

von Gesundheitsindikatoren für<br />

Robben aus der Ostsee zu leisten. Herr<br />

Lakemeyer ist ein passionierter Wildtierforscher,<br />

der auch in seinem weiteren<br />

Werdegang die Wildtierforschung und das<br />

Verständnis über die Gesundheit der aquatischen<br />

und terrestrischen Wildtiere zu<br />

seinem Schwerpunkt machen möchte.<br />

Jan Lakemeyer. Foto: privat<br />

Der Preis wird – soweit möglich – im Rahmen<br />

des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses <strong>2020</strong> in Berlin<br />

überreicht. Der mit 500 Euro dotierte<br />

Preis geht auf den Veterinärmediziner und<br />

ehemaligen Direktor des Zoologischen<br />

Gartens in Berlin, Prof. Dr. Dr. h.c. mult.<br />

Heinz-Georg Klös (1926–2914), und dessen<br />

Frau Ursula zurück, deren Ansinnen es war,<br />

die Forschung auf dem Gebiet der Zoound<br />

Wildtierkrankheiten zu unterstützen.<br />

Der Preis wird insbesondere an Tierärztinnen<br />

und Tierärzte verliehen, die jünger als<br />

30 Jahre sind und im Bereich Zootier-,<br />

Wildtier- und Exotenkrankheiten forschen.<br />

Preis und Stipendium der Dres. Jutta & Georg Bruns-Stiftung für innovative<br />

Veterinärmedizin <strong>2020</strong><br />

Den Bruns-Preis erhält in diesem Jahr PD<br />

Dr. Helen Louton vom Lehrstuhl für Tierschutz,<br />

Verhaltenskunde, Tierhygiene und<br />

Tierhaltung der Tierärztlichen Fakultät der<br />

Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)<br />

München. Mit diesem Preis wird PD Dr. Louton<br />

für ihre hervorragende Forschung auf<br />

dem Gebiet der Tierhaltung und Ethologie,<br />

und hier insbesondere zur Haltung von Legehennen<br />

und Broilern, ausgezeichnet.<br />

Helen Louton hat in Berlin Veterinärmedizin<br />

studiert und wurde am Lehrstuhl<br />

für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene<br />

und Tierhaltung der LMU mit dem<br />

Thema „Optimierung der Kleingruppenhaltung<br />

von Legehennen. Schwerpunkt:<br />

Verhalten und Lichtmanagement von Lohmann<br />

Selected Leghorn Hennen“ promo-<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 43


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

PD Dr. Helen Louton. Foto: privat<br />

viert. Sie ist Fachtierärztin für Tierhygiene<br />

und Tierhaltung sowie für Tierschutz. Sie<br />

hat sich zudem vor wenigen Wochen im<br />

Fachgebiet Tierschutz, Tierhaltung, Tierhygiene<br />

und Ethologie habilitiert. Ihre Habilitationsschrift<br />

trägt den Titel „Erfassung,<br />

Anwendung und Bewertung von Beurteilungskriterien<br />

(Tierschutzindikatoren)<br />

während der Aufzucht, der Haltung, des<br />

Transportes und der Schlachtung von Hühnervögeln“.<br />

Im Februar <strong>2020</strong> hat sie den<br />

Ruf auf die Professur für Tiergesundheit<br />

und Tierschutz an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen<br />

Fakultät der Universität<br />

Rostock erhalten. Zurzeit befindet sie<br />

sich in Verhandlungen mit der Universität<br />

Rostock.<br />

Die Preisträgerin weist eine beeindruckende<br />

Liste von Publikationen in Fachzeitschriften<br />

(peer reviewed) auf und hat<br />

zahlreiche Vorträge gehalten. Sie hat weiterhin<br />

eine Reihe von Dissertationen betreut.<br />

Ihre Lehrveranstaltungen werden<br />

von den Studierenden überaus positiv evaluiert.<br />

PD Dr. Helen Louton ist eine außergewöhnlich<br />

engagierte Wissenschaftlerin,<br />

die mit ihrer Forschung einen direkten Beitrag<br />

zur tiergerechten Haltung von Nutztieren<br />

und damit für das Wohlergehen dieser<br />

Tiere leistet.<br />

Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und<br />

wird – soweit es die derzeitige Situation<br />

hinsichtlich der Coronavirus-Pandemie zulasst<br />

– im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />

<strong>2020</strong> in Berlin überreicht.<br />

Ein zweijähriges Stipendium erhält<br />

Maria Wald, die sich im Rahmen ihrer Dissertation<br />

am Institut für Virologie an der<br />

Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität<br />

Leipzig mit der „Untersuchung zur<br />

antiviralen Therapie von Usutu-Virus-Infektionen<br />

bei Vögeln und Säugetieren auf<br />

der Grundlage stoffwechselbiochemischer<br />

Analysen“ befassen wird. Basierend<br />

auf stoffwechselbiochemischer Grundlagenforschung<br />

sollen antiviral wirksame<br />

Substanzen gefunden werden, welche<br />

eventuell in der tiermedizinischen Praxis<br />

zur Behandlung der Usutu-Virus-Infektion<br />

eingesetzt werden könnten.<br />

Walter Frei-Preis 2019 für Prof. Dr. Stefan Schwarz<br />

Prof. Dr. Stefan Schwarz.<br />

Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />

Im Rahmen des „virtuellen“ Dies academicus<br />

der VetSuisse Fakultät Zürich wurde<br />

der Walter-Frei-Preis 2019 an Prof. Dr. Stefan<br />

Schwarz (Berlin) verliehen.<br />

Prof. Schwarz erhielt dies Auszeichnung<br />

für die Erforschung von Antibiotikaresistenzmechanismen<br />

und deren weltweiter<br />

Verbreitung bei Tier und Mensch.<br />

Mit dem seit 1979 verliehenen und nach<br />

Professor Dr. Walter Frei, dem ehemaligen<br />

Direktor des Instituts für Veterinärpathologie<br />

in Zürich, benannten Preis werden<br />

herausragende Forschungsarbeiten in der<br />

Veterinärmedizin ausgezeichnet. Die Verleihung<br />

findet alle drei Jahre durch die Vet-<br />

Suisse Fakultät der Universität Zürich<br />

statt.<br />

Prof. Schwarz ist seit 2016 Geschäftsführender<br />

Direktor des Instituts für Mikrobiologie<br />

und Tierseuchen am Fachbereich<br />

Veterinärmedizin der Freien Universität<br />

Berlin. Zuvor leitete er von 2008 bis 2016<br />

die Arbeitsgruppe „Molekulare Mikrobiologie<br />

und Antibiotikaresistenz“ am Institut<br />

für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts.<br />

Seit der Gründung des <strong>DVG</strong>-<br />

Arbeitskreises „Antibiotikaresistenz“ im<br />

Jahr 2001 ist Stefan Schwarz dessen Leiter.<br />

2018 wurde er mit dem Martin-Lerche-Wissenschaftspreis<br />

der <strong>DVG</strong> ausgezeichnet.<br />

44<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


STIFTUNGEN UND PREISE<br />

Preis der Akademie für Tiergesundheit<br />

V.l.n.r.: Prof. Dr. Heidrun Potschka (Vize-Vorsitzende Kuratorium AfT), Dr. Andrea Feßler, Dr. Berit<br />

Bangoura, Dr. Gerfried Zeller (Vorsitzender der AfT). Foto: Leipziger Messe/Tom Schulze<br />

Mit dem Förderpreis der Akademie für<br />

Tiergesundheit e. V. (AfT) wurden zu Beginn<br />

dieses Jahres gleich zwei Wissenschaftlerinnen<br />

für ihre herausragenden<br />

Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen<br />

Mikrobiologie bzw. molekularen Parasitologie<br />

ausgezeichnet. Der mit 5.000<br />

Euro dotierte Förderpreis der AfT wird an<br />

Wissenschaftler vergeben für herausragende<br />

klinische oder experimentelle Forschungsergebnisse<br />

auf dem Gebiet der<br />

Tiergesundheit. Die Verleihung der Förderpreise<br />

fand im Rahmen des AfT-Symposiums<br />

am 18.01.<strong>2020</strong> beim Leipziger<br />

Tierärztekongress statt.<br />

Dr. Andrea Theresia Feßler, PhD, Freie<br />

Universität Berlin, wurde für ihre wissenschaftlichen<br />

Leistungen auf dem Gebiet<br />

der Antibiotikaresistenz, vor allem für ihre<br />

Studien zu multiresistenten Staphylococcus<br />

spp. sowie zur Empfindlichkeitsprüfung<br />

bakterieller Erreger gegenüber antimikrobiellen<br />

Wirkstoffen und Bioziden<br />

ausgezeichnet. Mit ihren Arbeiten leistete<br />

Dr. Feßler einen besonderen Beitrag zum<br />

Verständnis der Resistenzentwicklung und<br />

einer differenzierten Betrachtung des Vorkommens<br />

multiresistenter Erreger bei Tieren<br />

und Menschen. Außerdem tragen die<br />

von ihr erarbeiteten Methoden und Beurteilungskriterien<br />

wesentlich zur Interpretation<br />

der Ergebnisse der Empfindlichkeitsprüfung<br />

von Bakterien im klinisch-mikrobiologischen<br />

Labor bei.<br />

Dr. Feßler schloss 2009 ihr Studium der<br />

Veterinärmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität<br />

in München ab und<br />

forscht, nach Abschluss von PhD (2012) und<br />

Promotion (2016) an der Tierärztlichen<br />

Hochschule Hannover, heute als Wissenschaftlerin<br />

bei Prof. Dr. Stefan Schwarz am<br />

Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen<br />

der Freien Universität Berlin. Die Bedeutung<br />

und hohe Qualität ihrer Forschungen<br />

werden auch durch eine Fülle von Veröffentlichungen<br />

in wissenschaftlich anerkannten<br />

internationalen Fachzeitschriften<br />

dokumentiert. Andrea Feßler ist Mitglied<br />

des Arbeitskreises Antibiotikaresistenz<br />

der <strong>DVG</strong> sowie auch der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Bakteriologie und Mykologie“. 2018 wurde<br />

sie im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />

mit dem Preis der Dres. Jutta und Georg<br />

Bruns-Stiftung ausgezeichnet.<br />

Dr. habil. Berit Bangoura, University<br />

Wyoming, befasste sich in ihren molekularbiologischen<br />

Studien mit der Parasit-<br />

Wirt-Interaktion und Kontrolle von Eimeria<br />

spp.und Toxoplasma gondii bei verschiedenen<br />

Tierarten. Die potenzielle Relevanz<br />

von Tierinfektionen mit zoonotischen<br />

Parasiten, wie Toxoplasma gondii, für die<br />

menschliche Gesundheit ist dabei von besonderer<br />

Bedeutung.<br />

Dr. Bangoura ist seit 2003 Tierärztin.<br />

Ihre Doktorarbeit schloss sie 2008 bei<br />

Prof. Dr. Arwid Daugschies am Institut für<br />

Parasitologie der Veterinärmedizinischen<br />

Fakultät der Universität Leipzig ab. Danach<br />

arbeitete sie als Postdoc und Principal<br />

Investigator im selben Labor und erhielt<br />

ihre Spezialisierung auf dem Gebiet<br />

der Parasitologie (Facharzt für Parasitologie,<br />

seit 2009; Diplomate des European<br />

Veterinary Parasitology College seit 2014)<br />

und habilitierte sich im Jahr 2015. Ihre<br />

gegenwärtige Forschung als Assistant<br />

Professor an der University Wyoming konzentriert<br />

sich auf die Epidemiologie von<br />

Protozoenpathogenen, vor allem boviner<br />

und oviner Eimerien, genutzter Bekämpfungsstrategien<br />

unter Berücksichtigung<br />

von möglicher Resistenzentwicklung und<br />

den ökonomischen Langzeiteffekten der<br />

Kokzidiose. Von Relevanz sind dabei auch<br />

Koinfektionen mit anderen Pathogenen.<br />

Auch Dr. Bangoura engagiert sich in der<br />

<strong>DVG</strong> (Fachgruppe „Parasitologie und parasitäre<br />

Krankheiten“).<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 45


NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Erreichbarkeit der<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Die Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> in Gießen ist<br />

auch während der Corona-Pandemie zu<br />

den üblichen Geschäftszeiten telefonisch<br />

und per E-Mail erreichbar. Sehr gern stehen<br />

wir für Ihre Fragen zur Verfügung. Die<br />

<strong>DVG</strong>-Mitarbeiter/innen wechseln sich mit<br />

Anwesenheit in der Geschäftsstelle und<br />

mit Home Office ab, so dass immer mehrere<br />

Kollegen/innen vor Ort sind. Auf diese<br />

Weise können die Maßnahmen und Regeln<br />

zum Abstandhalten und zur Hygiene<br />

umgesetzt sowie auch die Kinderbetreuung<br />

während der Zeit geschlossener bzw.<br />

nur bedingt geöffneter Schulen und Kitas<br />

geregelt werden.<br />

Ihr <strong>DVG</strong>-Team<br />

Die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle ist durchgehend besetzt, hier mit unserer Auszubildenden Naila Redzepagic<br />

(links) sowie mit Kathrin Hund – der Situation angemessen mit Mundschutz im <strong>DVG</strong>-Design. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Werde<br />

Schnuppermitglied!<br />

Studierende und Doktoranden/innen können<br />

für 25,00 € im Jahr Schnuppermitglied<br />

in der <strong>DVG</strong> werden. Das hat viele Vorteile,<br />

und einen Veti-Kalender gibt’s kostenlos<br />

dazu!<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglieder erhalten u. a.:<br />

• Ermäßigungen bei Tagungen, Fortbildungen<br />

und Kongressen der <strong>DVG</strong> und ATF<br />

• Preisnachlass bei Publikationen des <strong>DVG</strong>-<br />

Verlags sowie bei weiteren Publikationen<br />

• günstige Abos für die Zeitschriften „Kleintierpraxis“<br />

und „Tierärztliche Praxis“<br />

Weitere Infos: www.dvg.de<br />

Foto: LoggaWiggler, pixabay.com<br />

Oder fragt uns:<br />

Tel.: 0641 24466, info@dvg.de<br />

46<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />

Was die <strong>DVG</strong> ihren Mitgliedern bietet – Vorteile einer <strong>DVG</strong>-Mitgliedschaft<br />

• Ermäßigung bei Tagungen, Fortbildungen<br />

und Kongressen der <strong>DVG</strong> und ATF<br />

• Ermäßigung bei internationalen Kongressen<br />

von Veranstaltern, bei denen<br />

die <strong>DVG</strong> Mitglied ist<br />

• Betriebshaftpflichtversicherung über<br />

https://main-finanz.de/dvg/<br />

• 20 Prozent Preisnachlass bei allen im<br />

<strong>DVG</strong>-Verlag erschienenen Publikationen<br />

(excl. Blauer Hund)<br />

• Ein Jahr kostenfreier Bezug der „Kleintierpraxis“<br />

für Neu-Mitglieder<br />

• 30 Prozent Rabatt auf die „Tierärztliche<br />

Praxis“ (offizielles Organ der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen<br />

InnLab, Pathologie, Anästhesie,<br />

kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel,<br />

Bienen sowie Zier-, Zoo- und<br />

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische,<br />

erscheint sechsmal jährlich)<br />

• Preisnachlass für Publikationen des<br />

Bundesverbandes für fachgerechten<br />

Natur- und Artenschutz e.V. (BNA)<br />

• Veti-Kalender für Neu-Schnuppermitglieder<br />

• <strong>DVG</strong>-Mitgliederzeitschrift „Forum“<br />

zweimal jährlich<br />

• Kostenlose Zusendung von Programmheften<br />

Jährliche Mitgliedsbeiträge<br />

• Regulärer Beitrag: 120 Euro<br />

• Schnuppermitgliedschaft für Studierende<br />

und Doktoranden: 25,00 Euro<br />

• Ermäßigter Beitrag für Tierärzte/innen<br />

in Elternzeit, Arbeitslose: 30,00 Euro<br />

• Kollegen/innen in Rente oder Pension:<br />

auf Antrag Ermäßigung auf 30,00 Euro<br />

Haben Sie Interesse an einer Mitgliedschaft?<br />

Alle Informationen sowie ein Online-Aufnahmeformular<br />

finden Sie unter:<br />

www.dvg.de q Mitgliedschaft<br />

In eigener Sache – Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse<br />

Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />

um Ihnen Informationen über anstehende<br />

Tagungen, günstige Frühbucherrabatte,<br />

Deadlines für Abstract-Einreichungen oder<br />

Bewerbungen für Preise sowie derzeit aktuelle<br />

Meldungen in Zeiten von Corona<br />

schnell und kostengünstig zukommen lassen<br />

können, nutzen wir die Zusendung per<br />

E-Mail.<br />

• Dafür benötigen wir Ihre aktuelle E-Mail­<br />

Adresse. Bitte teilen Sie uns Ihre E-Mail<br />

mit, falls Sie noch keine <strong>DVG</strong>-Mails erhalten.<br />

• Sie erhalten nur Meldungen, welche die<br />

von Ihnen gewählten Fachgruppen betreffen<br />

und die daher für Sie auch relevant<br />

sind.<br />

• Falls Sie früher E-Mail-Nachrichten von<br />

der <strong>DVG</strong> bekommen haben, diese jetzt<br />

aber vermissen, schauen Sie bitte im<br />

Spam-Ordner nach.<br />

• Falls sich Ihre Adresse geändert hat, teilen<br />

Sie uns dies bitte mit (auch Änderungen<br />

der postalischen Adresse).<br />

Selbstverständlich halten wir alle gesetzlichen<br />

Datenschutzbestimmungen ein<br />

und geben die Adressen nicht an Dritte<br />

weiter.<br />

Wir freuen uns über Mitteilungen an:<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

Telefon: 0641 24466<br />

Telefax: 0641 25375<br />

Vielen Dank!<br />

Ihr Team von der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

Foto: ant, stock.adobe.com<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 47


PERSONEN<br />

Ehrendoktorwürde für Prof. Hartung<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jörg Hartung. Foto: privat<br />

Die Naturwissenschaftliche Universität<br />

Breslau hat Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Hartung<br />

(Hannover) im Oktober 2019 die Würde<br />

eines Doctor honoris causa verliehen. Damit<br />

würdigte die Universität seine Leistungen<br />

auf dem Gebiet der Tiergesundheit,<br />

aber auch seine Verdienste um die wissenschaftliche<br />

Zusammenarbeit mit Polen<br />

und anderen Ländern. Unter anderem hatte<br />

der frühere Leiter des Instituts für Tierhygiene,<br />

Tierschutz und Nutztierethologie<br />

an der Tierärztlichen Hochschule Hannover<br />

in Gremien der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde<br />

mitgearbeitet.<br />

Hartung freute sich auch deswegen besonders<br />

über die Ehrendoktorwürde in<br />

Breslau, weil er selbst als Vertriebener aus<br />

dem heutigen Polen stammt.<br />

Der Doctor honoris causa aus Breslau<br />

ist bereits die zweit Ehrendoktorwürde für<br />

Jörg Hartung. Die Swedish University of<br />

Agricultural Sciences in Uppsala verlieh<br />

ihm im Jahr 2010 ebenfalls einen Ehrendoktor.<br />

Prof. Hartung war von 1995 bis 2013 Leiter<br />

der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Umwelt- und<br />

Tierhygiene“. Er hatte die Tierhygiene als<br />

eine der Schlüsselwissenschaften im vorbeugenden<br />

Gesundheitsschutz von Hausund<br />

Nutztieren sowie im Tier- und Umweltschutz<br />

hervorgehoben und betont,<br />

dass sie damit wichtige Komponenten des<br />

Verbraucherschutzes enthalte.<br />

Neue Fachgruppenleiter<br />

Im Rahmen der Tagung der Fachgruppe<br />

„Reproduktionsmedizin“ im Februar in<br />

Rostock-Warnemünde fand auch die Fachgruppenversammlung<br />

statt, auf der PD Dr.<br />

Maike Heppelmann, Hannover (Leiterin)<br />

und Prof. Dr. Christine Wrenzycki, Gießen<br />

(Stellvertreterin) einstimmig in ihren Ämtern<br />

bestätigt wurden.<br />

Ebenfalls während der Tagung traf sich<br />

die Fachgruppe „Tierzucht, Erbpathologie<br />

und Haustiergenetik“ und wählte Prof. Dr.<br />

Jens Tetens (Göttingen) zum Leiter und<br />

Prof. Dr. Klaus Wimmers (Dummerstorf) zu<br />

seinem Stellvertreter.<br />

Die <strong>DVG</strong> gratuliert herzlich!<br />

Die alte und neue Fachgruppenleitung „Reproduktionsmedizin“: PD Dr.<br />

Maike Heppelmann (links) und Prof. Dr. Christine Wrenzycki. Foto: <strong>DVG</strong><br />

V.l.n.r.: Der neue Leiter der Fachgruppe „Tierzucht, Erbpathologie und<br />

Haustiergenetik“ Prof. Dr. Jens Tetens, <strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c.<br />

Martin Kramer, <strong>DVG</strong>-Geschäftsführerin PD Dr. Susanne Alldinger, Prof. Dr.<br />

Klaus Wimmers (stellvertretender Leiter). Foto: <strong>DVG</strong><br />

48<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />

Wissenschaftlich-fachlicher Nachwuchs in der Tiermedizin von Heute & Morgen –<br />

Aufgaben der Tiermedizin im One Health-Prinzip<br />

Zu dieser Thematik trafen sich am 25. Februar<br />

Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter/Promovierende<br />

und Studierende<br />

des Fachbereichs Veterinärmedizin der<br />

Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen, um<br />

in einer gemeinsamen Podiumsdiskussion<br />

den Mangel an wissenschaftlich-fachlichem<br />

Nachwuchs an den Universitäten zu<br />

diskutieren.<br />

Statement-Vorträge<br />

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Dr. h.c.<br />

Martin Kramer, Leiter der Klinik für Kleintiere<br />

Chirurgie, Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin<br />

sowie Präsident der Deutschen<br />

Veterinärmedizinischen Gesellschaft<br />

(<strong>DVG</strong>), hielt Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel,<br />

Präsident des Bundesinstitutes für Risikobewertung<br />

(BfR) in Berlin, einen Statement-Vortrag,<br />

in dem er auf die individuelle<br />

Wegfindung eines jeden einzelnen<br />

Studierenden nach dem erfolgreich abgeschlossenen<br />

Studium einging. Er betonte<br />

das breite Spektrum der Ausbildung und<br />

die Chance, dass jeder nach dem Studium<br />

eine adäquate Arbeitsstelle finden könne.<br />

Wichtig hierfür sei jedoch die fachliche<br />

Spezialisierung durch gute Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.<br />

Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer erläuterte<br />

in einem zweiten Statement-Vortrag<br />

die Bedeutung der Tiermedizin in der One<br />

Health-Debatte in so unterschiedlichen<br />

Bereichen wie Lebensmittelsicherheit,<br />

Tierschutz, tierärztliche Praxis aber auch<br />

Infektionsmedizin und Präventivmedizin.<br />

Er betonte, dass die Diversität der Forschungseinrichtungen<br />

erhalten bleiben<br />

müsse.<br />

Podiumsdiskussion<br />

An der Podiumsdiskussion nahmen teil:<br />

• Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel (Präsident<br />

des BfR)<br />

• Prof. Dr. Arwid Daugschies (Vizepräsident<br />

der <strong>DVG</strong>, Institut für Parasitologie<br />

der Veterinärmedizinischen Fakultät in<br />

Leipzig)<br />

• Prof. Dr. Dr. Benjamin Lamp (Institut für<br />

Virologie an der JLU Gießen)<br />

• Akademischer Rat Dr. Manfred Henrich<br />

(Post Doc, Fachtierarzt für Pathologie<br />

und Diplomate ECVP, Institut für Veterinär-Pathologie,<br />

JLU Gießen)<br />

• Dr. Peter Klotz (Tierhausleiter, Max-<br />

Planck- Institut Freiburg)<br />

• Lea Lenhard (Studierende und Stipendiatin<br />

mit Forschungsaufenthalt in<br />

USA)<br />

• Prof. Dr. Dr. Stefan Arnhold (Moderation,<br />

Studiendekan des Fachbereichs<br />

Veterinärmedizin, JLU Gießen).<br />

Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel bei seinem<br />

Statement-Vortrag. Foto: <strong>DVG</strong><br />

Die Teilnehmer berichteten zunächst über<br />

ihren eigenen Werdegang und die zunehmende<br />

Schwierigkeit, spezialisiertes Personal<br />

zu finden. Im Rahmen der Podiumsdiskussion<br />

wurde die Frage aufgeworfen,<br />

ob eine Spezialisierung in Form einer Weiterbildung<br />

zum Fachtierarzt, gerade in den<br />

Nischenbereichen wie z. B. Parasitologie,<br />

ausschließlich an universitären Standorten<br />

zu einer Verringerung des wissenschaftlich-fachlichen<br />

Nachwuchses führen<br />

würde. Kritisch wurde von den Studierenden<br />

auch die Frage der Finanzierung von<br />

Weiterbildung angemerkt. Zu wenig Gehalt<br />

und befristete Stellen, insbesondere<br />

an den Universitäten, führten zu einem<br />

Verlust der Attraktivität der vorhandenen<br />

Stellen. Prof. Dr. Michael Lierz, Leiter der<br />

Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und<br />

Fische sowie Vizepräsident für Wissenschaftliche<br />

Infrastruktur der JLU in Gießen,<br />

regte zur Änderung von Rahmenbedingungen<br />

an. So sollte eine Vereinbarkeit<br />

von Familie und Beruf, zum Beispiel durch<br />

soziale universitäre Einrichtungen wie Kindertagesstätten<br />

mit längeren Öffnungszeiten,<br />

gefördert werden.<br />

Insgesamt seien ein frühzeitiger Kontakt<br />

der Studierenden mit den Möglichkeiten<br />

in der Forschung sowie ein Einblick in<br />

die vielfältigen Berufsfelder wünschenswert.<br />

Zum Abschluss gab Prof. Kramer den<br />

Teilnehmern einige Denkanstöße mit auf<br />

den Weg. Alte Systeme müssten wahrscheinlich<br />

aufgebrochen und gegebenenfalls<br />

neue Wege beschritten werden. Eine<br />

Kooperation von Industrie, Bundesinstituten<br />

und Universitäten könnte langfristig<br />

eine Bewegung in der Fort- und Weiterbildung<br />

bedeuten.<br />

Katharina Kleber<br />

<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 49


AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />

Extremzuchten beim Hund<br />

Die europäische Dachorganisation FECAVA (Federation of European<br />

Companion Animal Veterinary Associations), in der die<br />

DGK-<strong>DVG</strong> Mitglied ist, bietet einen Flyer zu Extremzuchten beim<br />

Hund mit kurzen und übersichtlichen Informationen für Tierhalter,<br />

Tierärzte, Züchter, Politiker, Verbände etc. an, der zum Download<br />

unter folgendem Link bzw. QR-Code zur Verfügung steht:<br />

https://www.dvg.net/fileadmin/Bilder/<strong>DVG</strong>/PDF/20-02-20-Final_FLYER_Extreme_breeding_German-1.pdf<br />

Aktuelle Stellungnahmen der StIKo Vet<br />

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin<br />

(StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut<br />

bewertet den Einsatz von Impfstoffen<br />

in der Tiermedizin. Sie spricht<br />

Empfehlungen zur Verwendung von Impfstoffen<br />

aus und berät die Bundesregierung.<br />

Die Kommission ist über die Geschäftsstelle<br />

mit dem Friedrich-Loeffler-Institut<br />

verbunden, ist aber fachlich<br />

vollkommen unabhängig. Sie besteht aus<br />

acht Mitgliedern sowie acht stellvertretenden<br />

Mitgliedern, die jeweils eine Tierart<br />

bzw. einen Fachbereich vertreten. Beratend<br />

nehmen an den Sitzungen Vertreter<br />

des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) sowie des<br />

Bundesministeriums für Ernährung und<br />

Landwirtschaft (BMEL) teil. Unterstützt<br />

wird die Kommission von Arbeitskreisen,<br />

in die weitere Experten aus den entsprechenden<br />

Tätigkeitsfeldern hinzugezogen<br />

werden.<br />

Aktuelle Stellungnahmen<br />

• Stellungnahme zur Anwendung<br />

bestandsspezifischer Impfstoffe<br />

(07.04.<strong>2020</strong>)<br />

• Stellungnahme zur Impfung im<br />

Rahmen von BHV-1-Ausbrüchen<br />

(26.03.<strong>2020</strong>)<br />

• Hinweise zur aktuellen West-Nil-Virus-<br />

Situation (21.02.<strong>2020</strong>)<br />

Leitlinien und Stellungnahmen der StIKo<br />

Vet stehen online zum Download zur Verfügung:<br />

q https://stiko-vet.fli.de/<br />

50<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


PUBLIKATIONEN<br />

Aktuelle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag<br />

Die folgenden aktuellen Tagungsbände und Publikationen sind beim Verlag der <strong>DVG</strong> Service GmbH (<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle) erhältlich:<br />

DGK-<strong>DVG</strong>: Kölner Thementage<br />

„Patient Katze – Internistik“<br />

Köln, 05. – 06.10.2019, 10,00 Euro<br />

63. Jahrestagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />

„Pathologie“<br />

Fulda, 06. – 08.03.<strong>2020</strong>, 10,00 Euro<br />

9. CT-User-Meeting, Empfehlungen<br />

zur Standardisierung von CT-Protokollen,<br />

Teil 2<br />

München, 12. – 13.10.2019, 14,80 Euro<br />

Reproduction in Domestic Animals<br />

Abstracts der 53. Jahrestagung Physiologie<br />

und Pathologie der Fortpflanzung,<br />

Rostock, 26. – 28.02.<strong>2020</strong>, 10,00 Euro<br />

Top-Thema: 24/7 – zur Verantwortung im<br />

Umgang mit Tieren<br />

28. Int. Fachtagung zum Thema Tierschutz,<br />

Tagungsband mit ausführlichen Manu -<br />

skripten der Vorträge – die Tagung war für<br />

den 26. – 28.03.<strong>2020</strong> in München geplant,<br />

konnte wegen der Corona-Pandemie jedoch<br />

nicht durchgeführt werden, 30,00 Euro<br />

Tod und Teufel – Vermenschlichung, Trauer<br />

um Tiere und Bedeutung für die tierärztliche<br />

Praxis<br />

Marion Christine Schmitt, Hannover 2019,<br />

Tierärztliche Hochschule, Diss., 19,80 Euro<br />

Die Preise verstehen sich jeweils zzgl. Verpackung und Versand<br />

(bei Versand innerhalb Deutschlands: 1 bis 3 Artikel: 3,00 Euro, ab 4 Artikel 5,50 Euro).<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt auf alle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag (excl. Blauer Hund)!<br />

Die Liste mit den Publikationen der <strong>DVG</strong> finden Sie aus Platzgründen online unter:<br />

www.dvg.de q Verlag/Shop q Bücher-Bestell-Liste<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 51


TAGUNGSKALENDER <strong>2020</strong>/2021<br />

Tagungen <strong>2020</strong>/20121 (Aufgrund der Corona-Pandemie können sich Termine verschieben oder abgesagt werden.<br />

Aktuelle Informationen finden Sie unter: www.dvg.de)<br />

Titel der Tagung Fachgruppe/Arbeitskreis Datum Ort<br />

DGT-Seminar: Dentalröntgen bei Hund und Katze DGT-<strong>DVG</strong> 15.08.<strong>2020</strong> Germersheim<br />

DGT-Seminar: Dentalröntgen bei Hund und Katze DGT-<strong>DVG</strong> 12.09.<strong>2020</strong> Rottenburg<br />

Thementage Patient Katze: Notfallmedizin<br />

AG Katzenmedizin<br />

der DGK-<strong>DVG</strong><br />

7. Tagung der AG Lasermedizin der DGK-<strong>DVG</strong> AG Lasermedizin<br />

der DGK-<strong>DVG</strong><br />

61. Arbeitstagung des AG Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz<br />

AG Lebensmittelsicherheit<br />

und Verbraucherschutz<br />

12. – 13.09.<strong>2020</strong> evtl. Bonn und<br />

Live-Stream<br />

18. – 20.09.<strong>2020</strong> Augsburg<br />

29.09. – 02.10.<strong>2020</strong> Online-Angebot<br />

<strong>DVG</strong>-Vet-Congress <strong>2020</strong> <strong>DVG</strong> und Fachgruppen 14. – 17.10.<strong>2020</strong> Berlin und Live-Stream<br />

4. Internationaler Kongress zur Pferdemedizin FG Pferdekrankheiten 15. – 17.10.<strong>2020</strong> Berlin und Live-Stream<br />

14. Berlin-Brandenburgischer Rindertag DbG-<strong>DVG</strong>, Tierernährung,<br />

Reproduktionsmed.,<br />

Tierzucht<br />

Tagung der FG Schweinekrankheiten und<br />

der FG Tierernährung<br />

FG Schweinekrankheiten<br />

und FG Tierernährung<br />

16. – 17.10.<strong>2020</strong> Berlin und Live-Stream<br />

12.11.<strong>2020</strong> Rostock<br />

98. & 99. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 12. – 14.11.<strong>2020</strong> Hannover<br />

10. CT-User-Meeting AG-CT der DGK-<strong>DVG</strong> 13. – 14.11.<strong>2020</strong> Gent, Belgien<br />

52. Internationale Tagung Angewandte Ethologie FG Ethologie und<br />

Tierhaltung<br />

26. – 28.11.<strong>2020</strong> Freiburg<br />

DGT-Seminar: Dentalröntgen bei Hund und Katze DGT-<strong>DVG</strong> 12.12.<strong>2020</strong> Oberhaching<br />

Thementage Kleintier (Anämie) und Kleinsäuger<br />

(Respirationstrakt und Otitis)<br />

DGK-<strong>DVG</strong>, AG Kleinsäuger<br />

der DGK-<strong>DVG</strong><br />

22. – 24.01.2021 Dresden<br />

29. Jahrestagung der FG InnLab FG InnLab 29.-30.01.2021 Leipzig<br />

Tagung der FG Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien,<br />

Amphibien und Fische (ZZWRAF)<br />

64. Jahrestagung und 26. Schnittseminar<br />

der FG Pathologie<br />

FG ZZWRAF 04. – 06.03.2021 Oberschleißheim<br />

FG Pathologie 05. – 07.03.2021 Fulda<br />

Internationale Tierschutz-Tagung der <strong>DVG</strong> FG Tierschutz 18. – 20.03.2021 München<br />

Tagung der AG Eutergesundheit<br />

AG Eutergesundheit der<br />

FG Milchhygiene<br />

23. – 24.03.2021 Stuttgart<br />

Erfurter Thementage: Endokrinologie DGT-<strong>DVG</strong> 23. – 25.04.2021 Erfurt<br />

Ahlener Thementage: Jungtiererkrankungen DGT-<strong>DVG</strong> 07. – 08.05.2021 Ahlen<br />

100. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 20. – 21.05.2021 Hannover<br />

Tagung der FG Tierseuchen FG Tierseuchen 26. – 27.05.2021 Berlin<br />

3. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz TPT 25. – 26.06.2021 Oesede<br />

Tagung der FG Parasitologie und<br />

parasitäre Krankheiten<br />

FG Parasitologie und<br />

parasitäre Krankheiten<br />

28. – 30.06.2021 Herrsching am<br />

Ammersee<br />

52 <strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong><br />

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Mehr Infos unter<br />

www.berliner-fortbildungen.de/<br />

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Foto @ freepik<br />

Thementage 2021<br />

Veranstaltungen der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe DGK-<strong>DVG</strong><br />

Änderungen vorbehalten!<br />

Dresdner Thementage l 22. - 24. Januar 2021 l Dresden<br />

"Blasse Schleimhäute! – Anämie & andere Bluterkrankungen" l Wissenschaftl. Leitung: Dr. Ingo Pfeil, Desden<br />

Thementage Kleinsäuger l 22. - 24. Januar 2021 l Dresden<br />

"Respirationstrakt und Otitis" l Wissenschaftl. Leitung: Dr. Jutta Hein, Stadtbergen<br />

Erfurter Thementage l 23. - 25. April 2021 l Erfurt<br />

"Endokrinologie" l Wissenschaftl. Leitung: Dr. Ingmar Kiefer, Leipzig<br />

Thementage Katzen l 11. - 12. September 2021 l Dortmund<br />

"Patient Katze" l Wissenschaftliche Leitung: Dr. Angelika Drensler, Elmshorn<br />

Veranstalter<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH l Friedrichstr. 17 l 35392 Gießen l 0641-24466 l info@dvg.de l www.dvg.de<br />

Information & Anmeldung<br />

CSM, Congress & Seminar Management l Industriestr. 35 l 82149 Gröbenzell l 08142-570183 l<br />

info@csm-congress.de l www.csm-congress.de<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 53


Tagung der AG Eutergesundheit<br />

23. -24. März 2021, Stuttgart<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH • Friedrichstr. 17 • 35392 Gießen • info@dvg.de • www.dvg.de<br />

Anzeige Forum - Eutergesundheit 2021 - halbe Seite.indd 1 28.05.<strong>2020</strong> 10:54:06<br />

IMPRESSUM<br />

Herausgeber:<br />

Deutsche Veterinärmedizinische<br />

Gesellschaft e.V.<br />

Präsident:<br />

Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer<br />

Vizepräsident, Schatzmeister:<br />

Prof. Dr. Arwid Daugschies<br />

ISSN 1861-907X<br />

Redaktion: <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

PD Dr. Susanne Alldinger und<br />

Dr. Marion Selig<br />

Friedrichstr. 17, 35392 Gießen<br />

Tel.: 0641-24466, Fax: 0641 25375<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

Internet: www.dvg.de<br />

Registergericht Gießen<br />

Handelsregister Nr. HRB 3877<br />

Foto Titelseite:<br />

Brigitta Smit-Fornahl<br />

Verlag:<br />

Verlag der <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />

Friedrichstr. 17, 35392 Gießen<br />

Tel.: 0641 24466, Fax: 0641 25375<br />

Druck und Bindung:<br />

Druckerei Bender GmbH<br />

Hauptstr. 27, 35435 Wettenberg<br />

Tel.: 0641 9849960, Fax: 0641 98499620<br />

E-Mail: info@druckerei-bender.de<br />

Internet: www.druckerei-bender.de<br />

Layout / Bildbearbeitung:<br />

FORM UND PRODUKTION<br />

Bernd Burkart<br />

www.form-und-produktion.de<br />

Anzeigen:<br />

<strong>DVG</strong> Service GmbH, Telefon 0641 24466<br />

forum@dvg.de<br />

Das <strong>DVG</strong>-Forum erscheint in einer Onlinesowie<br />

in einer Print-Ausgabe.<br />

Auflage der Print-Ausgabe: 2.000<br />

Erscheinungsweise: zweimal jährlich<br />

Mediadaten:<br />

www.dvg.de t Über uns t <strong>DVG</strong>-Forum<br />

Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 01. 10. 2019<br />

Die Verantwortlichkeit für den Inhalt der<br />

Beiträge liegt bei den Verfassern. Der auszugsweise<br />

Abdruck ist unter Angabe der<br />

Quelle gestattet. Die Übersendung eines<br />

Belegexemplars wird erbeten.<br />

Berufs-, Status- und Funktionsbezeichnungen<br />

im <strong>DVG</strong>-Forum sind geschlechtsneutral<br />

zu verstehen.<br />

54<br />

<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>


Anmeldung<br />

Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Deutschen Veterinärmedizinischen<br />

Gesellschaft e.V. Mit der Speicherung und Verarbeitung meiner unten genannten<br />

Daten bin ich einverstanden.<br />

Titel & Name …………..……………………..………………………………………………<br />

Vorname ………………………………………………………………………………………<br />

geb. am ……………………………………………………………………………………….<br />

Straße …………………………………………………………………………………………<br />

PLZ ……………………………Ort …………………………………………………….…….<br />

Tel. priv. …..…………………………………………………………………………………..<br />

Anschrift:<br />

Friedrichstraße 17<br />

D-35392 Gießen<br />

Kontakt:<br />

Telefon: +49 (0) 6 41 / 2 44 66<br />

Telefax: +49 (0) 6 41 / 2 53 75<br />

E-Mail:info@dvg.de<br />

Internet: www.dvg.de<br />

Bankverbindung:<br />

Volksbank Mittelhessen eG<br />

IBAN:<br />

DE 08 5139 0000 0006 9549 28<br />

BIC:<br />

VBMHDE5F<br />

Tel. dienstl. ……………………………………………………………………………………<br />

E-Mail ………………………………………………………………………………………….<br />

Für die Überweisung des Jahresbeitrags von:<br />

€ 120,- (Vollmitglieder) € 25,- (Studierende, DoktorandInnen) oder<br />

€ 30,- (TierärztInnen in Elternzeit, arbeitslose TierärztInnen)<br />

erteile ich der <strong>DVG</strong> e.V. ein SEPA-Lastschriftmandat von meinem Konto<br />

(siehe Seite 2). Bei ermäßigten Beiträgen bitte Nachweis beifügen!<br />

Ich überweise den Mitgliedsbeitrag auf das Konto der Volksbank Mittelhessen<br />

eG, IBAN DE 08 5139 0000 0006 9549 28, BIC: VBMHDE5F.<br />

Kleintierpraxis – das Journal der DGK-<strong>DVG</strong> – möchte ich abonnieren.<br />

Als Neumitglied erhalte ich die Zeitschrift im 1. Bezugsjahr kostenfrei, sofern<br />

bislang noch kein Abonnement bestanden hat. Danach wird der zu diesem<br />

Zeitpunkt geltende Abopreis jährlich durch die Schlütersche Verlagsgesellschaft<br />

(Hannover) erhoben. Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck<br />

an die Schlütersche Verlagsgesellschaft weitergegeben werden. Bei Austritt aus<br />

der <strong>DVG</strong> endet das Abo nicht automatisch, sondern muss separat bei der<br />

Schlüterschen Verlagsgesellschaft gekündigt werden.<br />

Tierärztliche Praxis – das Journal der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen InnLab, Pathologie,<br />

Anästhesie, kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel, Bienen sowie Zier-, Zoound<br />

Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische, möchte ich abonnieren. Als<br />

<strong>DVG</strong>-Mitglied erhalte ich die Tierärztliche Praxis mit 30 % Rabatt.<br />

Ausgabe K Ausgabe G Ausgabe K + G<br />

Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck an den Georg Thieme<br />

Verlag KG (Stuttgart) weitergegeben werden. Bei Austritt aus der <strong>DVG</strong> endet das<br />

Abo nicht automatisch, sondern muss separat beim Georg Thieme Verlag KG<br />

gekündigt werden.<br />

<strong>DVG</strong>-Forum<br />

Ich erhalte das <strong>DVG</strong>-Forum, die Mitgliederzeitschrift der <strong>DVG</strong>, 2x pro Jahr als digitale<br />

Ausgabe per Download-Link an meine oben genannte E-Mail-Adresse.<br />

Statt der digitalen Ausgabe möchte ich das <strong>DVG</strong>-Forum per Post erhalten.<br />

Ort und Datum: ……………………………………………………………………………….<br />

Rechtsverbindl. Unterschrift: ………………………………………………………….…….<br />

Bitte senden/faxen: <strong>DVG</strong> e.V., Friedrichstr. 17, 35392 Gießen, Fax: 0641 25375 Seite 1


Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.<br />

SEPA-Lastschriftmandat<br />

Hiermit ermächtige/n ich/wir die Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> widerruflich, die von mir/uns zu entrichtenden<br />

Zahlung(en) des Mitgliedsbeitrages für die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. bei Fälligkeit<br />

zu Lasten meines/unseres Bankkontos einzuziehen:<br />

Name & Vorname des <strong>DVG</strong>-Mitglieds: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

<br />

Anschrift:<br />

<strong>DVG</strong> e.V.<br />

Friedrichstr. 17<br />

35392 Gießen<br />

Kontakt:<br />

Telefon: +49 (0)641/2 44 66<br />

Telefax: +49 (0)641/2 53 75<br />

E-Mail: info@dvg.de<br />

www.dvg.de<br />

Bankverbindung:<br />

Volksbank Mittelhessen eG<br />

IBAN DE 08 513 900 000 006 954 928<br />

BIC VBMHDE5F<br />

PLZ: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Telefon privat: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Telefon dienstlich: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Fax: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

E-Mail: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Name & Vorname des Kontoinhabers: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

PLZ: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Name der Bank: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

IBAN:<br />

BIC:<br />

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Ort & Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Rechtsverbindl. Unterschrift: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des<br />

belasteten Betrags verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.<br />

Bitte senden/faxen an: <strong>DVG</strong> e.V. · Friedrichstr. 17 · 35392 Gießen · +49 (0)641/2 53 75


Geplant:<br />

Präsenz & Online<br />

14. Berlin-Brandenburgischer Rindertag<br />

16. und 17. Oktober <strong>2020</strong><br />

im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />

Estrel Convention Center, Berlin<br />

www.dvg-vet-congress.de


15.-17.10.<strong>2020</strong><br />

Vet-Congress<br />

Estrel, Berlin<br />

mit VET-Messe<br />

Immer aktuell: www.dvg-vet-congress.de<br />

Geplant:<br />

Präsenz &<br />

Online<br />

Themen u.a.<br />

Kleintiere | Pferde | Rinder | Bienen<br />

Tierernährung | Internat. Tiergesundheit<br />

Reproduktionsmedizin & Tierzucht<br />

Regulationsmedizin | VPH

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