DVG_FORUM_1_2020_ONLINE
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17. Jahrgang 1/<strong>2020</strong><br />
Mitgliederzeitschrift der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V.<br />
Fachgruppe im Fokus<br />
Naturheilverfahren und Regulationsmedizin<br />
Seite 30
4 th International<br />
Equine Congress<br />
im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses / ECC, Berlin<br />
in the context of the <strong>DVG</strong>-Vet-Congress / ECC, Berlin<br />
Freitag & Samstag, 16.-17. Oktober <strong>2020</strong><br />
Friday & Saturday, October 16-17, <strong>2020</strong><br />
THEMA TOPIC<br />
Sportpferdemedizin Medicine of sports horses<br />
Training & Muskulatur<br />
Training & Musculature<br />
Regenerative Therapie<br />
Regenerative Therapy<br />
Atemwegserkrankungen<br />
Airway diseases<br />
Orthopädie<br />
Orthopedics<br />
Herzerkrankungen<br />
Cardiac diseases<br />
Reproduktion & Sport<br />
Reproduction & sports<br />
Geplant:<br />
Präsenz & Online<br />
Fachgruppe<br />
Pferdekrankheiten<br />
Eine Veranstaltung der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />
Gesellschaft, Fachgruppe Pferdekrankheiten<br />
An Event of the German Veterinary Medical Society (GVMS-<strong>DVG</strong>),<br />
Subgroup Equine Medicine
EDITORIAL<br />
Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />
dieses Mal erscheint das <strong>DVG</strong>-Forum in<br />
einer überaus schwierigen Zeit. Die Coronavirus-Pandemie<br />
hat zu einschneidenden<br />
Maßnahmen in unserem Leben geführt<br />
und es wird aller Voraussicht nach<br />
noch einige Monate dauern, bis wir wieder<br />
eine gewisse Normalität erreichen.<br />
Nichtsdestotrotz ist aus meiner Sicht<br />
der von unseren politischen Verantwortungsträgern<br />
beschrittene Weg der einzig<br />
richtige und ohne Alternative. Wenn es um<br />
Menschenleben geht, müssen wir alle zusammenstehen<br />
und es darf dabei keine<br />
Kompromisse geben. Ich bin mir aber auch<br />
ganz sicher, dass wir es gemeinsam schaffen<br />
werden, diese Krise zu überwinden.<br />
Im neuen <strong>DVG</strong>-Forum geht es deshalb<br />
auch darum, was wir als Tierärzte/innen<br />
und als Deutsche Veterinärmedizinische<br />
Gesellschaft in dieser Krise zusätzlich tun<br />
können und getan haben.<br />
In den ersten Wochen der stärkeren<br />
Einschränkungen unseres normalen Lebensablaufs<br />
kam die Diskussion auf, ob<br />
unser tiermedizinischer Berufsstand systemrelevant<br />
sei. Eine gemeinsame Anfrage<br />
der veterinärmedi zinischen Verbände<br />
(bpt, BTK, BbT, Veterinärmedizinischer Fakultätentag,<br />
<strong>DVG</strong>) an Bundesministerin Julia<br />
Klöckner wurde positiv beschieden. In<br />
dem wichtigen Beschluss wurde explizit<br />
darauf hingewiesen, dass neben den klassischen<br />
Themen im Bereich Veterinary Public<br />
Health – VPH (Lebensmittelsicherheit<br />
und Verbraucherschutz, Infektionskrankheiten,<br />
Tierschutz, Nutztiere) die Notfallversorgung<br />
unserer Gesellschaftstiere in<br />
Deutschland von herausragender Bedeutung<br />
ist.<br />
Auf einen wichtigen Punkt möchte ich<br />
in der Coronakrise auch noch zu sprechen<br />
kommen: die Situation in der Ausbildung<br />
unserer Studierenden. Zwar können Vorlesungen<br />
zu großen Teilen digital und<br />
ohne Präsenz abgehalten werden. Jedoch<br />
gerade Laborkurse, Praktika und die im<br />
letzten Studienjahr stattfindende Rotation<br />
bereiten sowohl den Dozenten als auch<br />
Studierenden große Sorgen. Aber auch hier<br />
arbeiten sowohl die Universitäten (Veterinärmedizinischer<br />
Fakultätentag, Dekanate,<br />
Regierungspräsidien/Ministerien), die<br />
Studierenden (Fachschaften und bvvd) als<br />
auch die Berufsverbände (BbT und bpt)<br />
hervorragend zusammen, um Lösungen<br />
flexibel und ohne größere Nachteile für<br />
unsere Studierenden zu finden. Ich möchte<br />
mich bei allen Protagonisten ganz herzlich<br />
für das überaus große Engagement<br />
und ihre Flexibilität bedanken.<br />
In dem vorliegenden <strong>DVG</strong>-Forum finden<br />
Sie die Berichte der Fachgruppentagungen,<br />
die Ende 2019/Anfang <strong>2020</strong> noch<br />
stattfinden konnten: Ethologie in Freiburg,<br />
InnLab in Gießen, Reproduktionsmedizin<br />
in Warnemünde/Dummerstorf und Pathologie<br />
in Fulda. Es waren allesamt sehr gut<br />
besuchte und wissenschaftlich hervorragende<br />
Tagungen. Danke an die Verantwortlichen.<br />
Seit März nun mussten wir aufgrund<br />
der Pandemie wichtige Tagungen absagen<br />
oder verlegen. Dies bedeutet für die örtlichen<br />
Organisatoren, Referenten, Helfer<br />
und anderen Beteiligten, dass ihre ganze<br />
Arbeit scheinbar umsonst war. Bei diesen<br />
Personen möchten wir uns als <strong>DVG</strong> persönlich<br />
dafür bedanken, dass sie alle Absagen<br />
ohne zu klagen mitgetragen haben<br />
und schon an der Zukunft mitarbeiten.<br />
Dazu gehören die überaus wichtigen Tagungen<br />
der Fachgruppen „Physiologie und<br />
Biochemie“ in Leipzig, „Tierschutz“ in<br />
München, „Bakteriologie und Mykologie“<br />
in Gießen, „Geflügelkrankheiten“ in Hannover,<br />
„Parasitologie und parasitäre Erkrankungen“<br />
in Herrsching am Ammersee,<br />
„Didaktik und Kommunikation“ in Leipzig,<br />
AVID im Kloster Banz sowie von der Deutschen<br />
Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />
(DGK-<strong>DVG</strong>) die Ahlener und die Augsburger<br />
Thementage.<br />
In der Fachgruppe „Tierzucht, Erbpathologie<br />
und Haustiergenetik“ wurden ein<br />
neuer Leiter und Stellvertreter gewählt,<br />
während in der Fachgruppe „Reproduktionsmedizin“<br />
die Leitung in ihrer Position<br />
bestätigt wurde. Allen gewählten Repräsentanten/innen<br />
gratuliere ich herzlich.<br />
Ebenfalls hat es in der Fachgruppe<br />
„Anatomie“ neue Aktivitäten gegeben und<br />
ich bin mir sicher, dass dies in den nächsten<br />
Jahren Früchte tragen wird.<br />
Ich freue mich schon sehr auf neue Anregungen<br />
und Impulse, immer mit dem Ansinnen,<br />
die veterinärmedizinischen Fachrichtungen<br />
wissenschaftlich zu vertreten<br />
und weiterzuentwickeln.<br />
Da wir noch lange mit den Nachwehen<br />
der Coronakrise werden leben müssen,<br />
möchte ich mich zum Abschluss bei all den<br />
aktiven Mitarbeitern/innen bedanken, die<br />
in unserem tierärztlichen Beruf mitgeholfen<br />
haben, dass wir unsere Arbeit sowohl<br />
in der Tierarztpraxis, in den Veterinärämtern<br />
und Ministerien, an den Universitäten<br />
und in der Industrie so machen konnten,<br />
wie es von uns erwartet wird, aber auch<br />
z. T. weit darüber hinaus.<br />
Ich wünsche Ihnen vor allem Gesundheit<br />
und Durchhaltevermögen und freue<br />
mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen!<br />
Ihr/Euer<br />
Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />
Präsident der <strong>DVG</strong><br />
Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 1
INHALT<br />
EDITORIAL<br />
Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer . . . . . . . . . . 1<br />
<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />
Besondere Maßnahmen in einer besonderen Zeit . . . .4<br />
Coronavirus-Pandemie –<br />
Engagement von <strong>DVG</strong>-Fachgruppen . . . . . . . 5<br />
Vorbeugende Desinfektion gegen<br />
das Coronavirus SARS-CoV-2 . . . . . . . . . .6<br />
ARBEITSGEBIETE<br />
• KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin (DGK-<strong>DVG</strong>) . . 7<br />
Fachgruppe „Innere Medizin und<br />
klinische Labordiagnostik (InnLab)“ . . . . . . . 12<br />
Fachgruppe „Chirurgie“ . . . . . . . . . . . . 13<br />
Fachgruppe „Reproduktionsmedizin“ . . . . . . . 14<br />
Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT-<strong>DVG</strong>) .15<br />
Fachgruppe „Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien,<br />
Amphibien und Fische (ZZWRAF)“ . . . . . . . 17<br />
Fachgruppe „Geflügelkrankheiten“ . . . . . . . . 18<br />
• GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />
Fachgruppe „Anatomie“ . . . . . . . . . . . . 18<br />
Fachgruppe „Pathologie“ . . . . . . . . . . . . 19<br />
Fachgruppe „Immunologie“ . . . . . . . . . . . 21<br />
Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“ . . . . 22<br />
• INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />
Tagungen des Arbeitsgebietes „Infektionsmedizin<br />
und Hygiene“ – Termine . . . . . . . . . . .26<br />
Konsiliarlabore . . . . . . . . . . . . . . . 26<br />
• TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />
Fachgruppe „Ethologie und Tierhaltung“ . . . . . . 27<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong><br />
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Fachgruppe „Naturheilverfahren und<br />
Regulationsmedizin“ . . . . . . . . . . . 30<br />
STIFTUNGEN UND PREISE<br />
Frank-Mutschmann-Gedächtnispreis . . . . . . . 42<br />
Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler . . . 42<br />
Preis der Ursula und Heinz-Georg Klös-Stiftung . . . 43<br />
Bruns-Stiftung . . . . . . . . . . . . . . . 43<br />
Walter-Frei-Preis 2019 für Prof. Dr. Stefan Schwarz . . . 44<br />
Preis der Akademie für Tiergesundheit . . . . . . . 45<br />
NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />
Erreichbarkeit der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle . . . . . . .46<br />
Werde Schnuppermitglied! . . . . . . . . . . . 46<br />
Vorteile einer <strong>DVG</strong>-Mitgliedschaft . . . . . . . . 47<br />
Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse . . . . . . 47<br />
PERSONEN<br />
Ehrendoktorwürde für Prof. Hartung . . . . . . . .48<br />
Neue Fachgruppenleiter . . . . . . . . . . . . 48<br />
AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />
Wissenschaftlich-fachlicher Nachwuchs<br />
in der Tiermedizin von Heute & Morgen . . . . . 49<br />
Extremzuchten beim Hund . . . . . . . . . . . 50<br />
Aktuelle Stellungnahmen der StIKo Vet . . . . . . .50<br />
PUBLIKATIONEN<br />
Aktuelle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag . . . . . . . 51<br />
TAGUNGSKALENDER <strong>2020</strong>/2021 . . . . . . . . 52<br />
IMPRESSUM . . . . . . . . . . . . . . . . 54<br />
2 <strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
Wir wünschen Ihnen viel Kraft und<br />
Durchhaltevermögen<br />
in dieser schwierigen Zeit der Coronavirus-Pandemie.<br />
Bleiben Sie gesund!<br />
Geplant:<br />
Präsenz &<br />
Online<br />
15.-17.10.<strong>2020</strong><br />
Vet-Congress<br />
Estrel, Berlin<br />
mit VET-Messe<br />
Immer aktuell<br />
www.dvg-vet-congress.de<br />
Schwerpunkt-Thema Kleintier<br />
Präventivmedizin –<br />
Gesundheit schützen,<br />
Heilung unterstützen!<br />
außerdem:<br />
Seminare & Vorträge<br />
u.a. aus den Bereichen<br />
Zahnheilkunde<br />
Heimtiere<br />
Tierernährung<br />
Intern. Tiergesundheit<br />
TFA-Programm<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 3
<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />
Besondere Maßnahmen in einer besonderen Zeit<br />
SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2, Isolat SARS-CoV-2/Italy-INMI1). Elektronenmikroskopie,<br />
Negativkontrastierung (PTA). Maßstab: 100 nm. Quelle: Robert Koch-Institut<br />
Noch immer hält das Coronavirus die Welt<br />
in Atem. Die vergangenen Wochen und Monate<br />
standen im Zeichen der Coronavirus-Pandemie<br />
und ihrer Auswirkungen auf<br />
das persönliche und berufliche Leben sowie<br />
die wirtschaftliche Situation. Die gravierenden<br />
Einschränkungen und die Unsicherheit,<br />
wie lange die getroffenen Maßnahmen<br />
noch gelten, wann welche Lockerungen<br />
oder auch Rücknahmen von Lockerungen<br />
greifen, rufen Irritationen und Verunsicherung<br />
hervor.<br />
Situation in der <strong>DVG</strong><br />
Natürlich ist auch die <strong>DVG</strong> von dieser Entwicklung<br />
betroffen. Wir mussten etliche<br />
Tagungen absagen oder verschieben – Tagungen,<br />
die z. T. seit Monaten geplant waren<br />
und kurz vor der Durchführung standen<br />
und bei denen sich Tagungsleiter und<br />
Organisationsteam sowie auch Referenten<br />
mit viel Herzblut für einen reibungslosen<br />
Ablauf und spannende Inhalte engagiert<br />
hatten. Doch die Sorge um die Gesundheit<br />
der Teilnehmer sowie auch die Bestrebungen<br />
zur Eindämmung der Pandemie hatten<br />
Vorrang und spätestens seit dem Verbot<br />
von Großveranstaltungen war klar,<br />
dass Tagungen, wie sie bislang stattfanden,<br />
vorerst nicht möglich sind. Doch die<br />
<strong>DVG</strong> ist dabei, alternative Konzepte zu entwickeln<br />
und damit ihrem Fortbildungsauftrag<br />
nachzukommen.<br />
Ab Herbst <strong>2020</strong>: Tagungen vor<br />
Ort, virtuell oder hybrid<br />
Schon auf der Tagung der Fachgruppe „Pathologie“,<br />
die Anfang März als letzte Veranstaltung<br />
wie geplant in Fulda durchgeführt<br />
werden konnte, haben wir parallel zu<br />
den Vor-Ort-Präsentationen einen Live<br />
Stream angeboten, so dass sich auch Teilnehmer,<br />
die nicht in Fulda waren, dazuschalten<br />
und die Vorträge miterleben<br />
konnten (Hybrid-Event). Diese Möglichkeit<br />
sowie ggf. auch ausschließliche Online-Tagungen<br />
werden wir ab dem Herbst ebenfalls<br />
anbieten. Zwar können dann voraussichtlich<br />
auch wieder Präsenz-Meetings<br />
stattfinden – allerdings mit einer maximalen<br />
Teilnehmerzahl, die wegen der einzuhaltenden<br />
Abstandsregeln geringer sein<br />
wird als bislang.<br />
So musste die Tagung der AG Katzenmedizin,<br />
die in Köln geplant war, wegen<br />
der durch die Abstandsregeln zu geringen<br />
Raumkapazitäten nach Bonn ausweichen<br />
(12.–13.09.<strong>2020</strong>). Zusätzlich zur Präsenz-<br />
Teilnahme wird die Teilnahme durch Live<br />
Streaming auch virtuell möglich sein.<br />
Die Tagung des Arbeitsgebietes „Lebensmittelsicherheit<br />
und Verbraucherschutz“<br />
in Garmisch-Partenkirchen findet<br />
immer auch als internationale Tagung mit<br />
zahlreichen Teilnehmern aus Österreich<br />
und der Schweiz statt. Angesichts der unsicheren<br />
Situation u. a. im Hinblick auf Reisebeschränkungen<br />
wird sie in diesem Jahr<br />
nicht als Präsenz-Tagung durchgeführt.<br />
Voraussichtlich wird es ein Online-Angebot<br />
geben.<br />
<strong>DVG</strong>-Vet-Congress <strong>2020</strong><br />
Eine besondere Herausforderung in Zeiten<br />
von Corona stellt der <strong>DVG</strong>-Vet-Congress dar,<br />
unter dessen Dach etliche Fachgruppen<br />
ihre Jahrestagungen parallel durchführen<br />
und der mit einer großen Industrieausstellung<br />
und – unter normalen Umständen –<br />
etwa 2.500 Teilnehmern auch vom Austausch,<br />
von Gesprächen, der Diskussion<br />
und Impulsen durch die Begegnung mit<br />
Kolleginnen und Kollegen sowie Industriepartnern<br />
lebt.<br />
4<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />
Der <strong>DVG</strong>-Vet-Congress <strong>2020</strong> im Estrel<br />
Convention Center wird sicher ein anderes,<br />
jedoch besonderes Ereignis werden. Wir gehen<br />
derzeit davon aus, dass er stattfinden<br />
wird – natürlich unter Beachtung der Vorgaben<br />
zu maximalen Teilnehmerzahlen,<br />
Abstand und Hygiene. Um die Teilnahme<br />
auch für alle zu ermöglichen, die nicht<br />
nach Berlin kommen wollen oder können,<br />
werden wir das Programm soweit wie möglich<br />
zusätzlich zu den Vor-Ort-Präsentationen<br />
als Live Stream per Internet übertragen.<br />
Eventuell finden einzelne Tagungen<br />
des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses nur als Präsenztagung<br />
oder nur als Online-Konferenz statt.<br />
Auf diese Weise können wir auf die jeweils<br />
aktuelle Situation adäquat reagieren. Den<br />
Industriepartnern werden wir Möglichkeiten<br />
anbieten, ihre Produkte auch online<br />
vorzustellen.<br />
Bitte beachten Sie: Die vergangenen<br />
Monate haben uns gelehrt, dass vieles unwägbar<br />
ist und kurzfristige Entscheidungen<br />
vonseiten der Politik immer möglich<br />
sind. Änderungen im vorgesehenen Programm<br />
sowie der Wechsel von Präsenzoder<br />
Hybrid- zu virtuellen Veranstaltungen<br />
sind daher nicht ausgeschlossen. Aktuelle<br />
Informationen finden Sie unter:<br />
q www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />
q www.dvg-vet-congress.de<br />
Die Zukunft bleibt spannend …<br />
Ihr <strong>DVG</strong>-Team<br />
•<br />
Coronavirus-Pandemie – Engagement von <strong>DVG</strong>-Fachgruppen<br />
Dass der Zusammenschluss und die Vernetzung<br />
von Tierärztinnen und Tierärzten<br />
nicht nur, aber auch in Pandemiezeiten<br />
Sinn macht und einen wichtigen Beitrag<br />
zur Unterstützung der Humanmedizin<br />
leisten kann und auch, dass die <strong>DVG</strong> durch<br />
ihre Fachgruppen lebt, haben u. a. die Fachgruppen<br />
„Veterinärmedizinische Anästhesie,<br />
Intensivmedizin, Notfallmedizin und<br />
Schmerztherapie (VAINS)“ und „Arbeitskreis<br />
Veterinärmedizinische Infektionsdiagnostik<br />
(AVID)“ gezeigt.<br />
Zu Beginn der Pandemie, als noch nicht<br />
absehbar war, ob es gelingen wird, das Ausmaß<br />
der Coronavirus-Infektionen einzudämmen,<br />
die Überlastung der Krankenhäuser<br />
zu vermeiden und für alle beatmungspflichtigen<br />
Patienten ein Beatmungsgerät<br />
zur Verfügung zu haben, hat die Fachgruppe<br />
VAINS über die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
einen Aufruf an Praxen und Kliniken gestartet.<br />
Dieser Aufruf enthielt die Bitte sich zu<br />
melden, falls Beatmungsgeräte für die Humanmedizin<br />
zur Verfügung gestellt werden<br />
können. Innerhalb weniger Tage meldeten<br />
sich etliche Kolleginnen und Kollegen. Bislang<br />
enthält die Liste, die auf der Webseite<br />
der <strong>DVG</strong> zur Verfügung steht (siehe Link<br />
rechts), 52 Einträge, teilweise mit mehreren<br />
Geräten. Diese Informationen wurden an<br />
Krisenstäbe und Ministerien sowie auch an<br />
die Tierärztekammern zur Weiterleitung an<br />
offizielle Stellen geschickt. Einige Bundesländer<br />
haben inzwischen eine Meldepflicht<br />
für Beatmungsgeräte erlassen. Die Fachgruppe<br />
veröffentlichte zudem auf der Webseite<br />
der <strong>DVG</strong> die Hinweise „Angepasste Injektions-<br />
und Inhalationsanästhesie in Zeiten<br />
von Corona“ (siehe Link rechts).<br />
Die Fachgruppe AVID stellte bereits im<br />
März ein Protokoll über Tests zum Nachweis<br />
des neuartigen Coronavirus (SARS-<br />
CoV-2) bei Tieren des Friedrich-Loeffler-Instituts<br />
zur Verfügung. Auch diese Information<br />
wurde über die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
zugänglich gemacht<br />
Diese Beispiele zeigen die große Nähe<br />
zwischen Veterinär- und Humanmedizin<br />
und bestätigen das One Health-Prinzip.<br />
Gendergerechte Sprache<br />
Leider – und nicht nachvollziehbar – hat<br />
das Bundesgesundheitsministerium im<br />
Gesetzentwurf zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes<br />
die veterinärmedizinischen<br />
Labore herausgenommen. Eine<br />
verpasste Chance im gemeinsamen Einsatz<br />
zum Schutz von Mensch und Tier …<br />
Aktuelle Informationen zur Situation<br />
der Coronavirus-Pandemie, die Liste mit<br />
Beatmungsgeräten der Fachgruppe VAINS<br />
sowie weitere Informationen finden Sie<br />
unter:<br />
q www.dvg.de, Informationen zur Coronavirus-Infektion<br />
Dr. Marion Selig<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
In Artikeln, Beiträgen, Info-Broschüren und sonstigen Texten verwendet das Team<br />
der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle meist nur die männliche oder weibliche Berufs-, Statusoder<br />
Funktionsbezeichnung. Gleichzeitig weisen wir, z. B. im Impressum, immer darauf<br />
hin, dass diese Bezeichnungen geschlechtsneutral zu verstehen sind. Uns ist<br />
bewusst, dass dies keine Ideallösung ist und nicht allen gerecht wird. Die bessere<br />
Lesbarkeit sowie auch die Tatsache, dass es mehr als weibliches und männliches Geschlecht<br />
gibt, liegen dieser Entscheidung zugrunde. Wie andere Autorinnen und Autoren<br />
Berufs-, Status- oder Funktionsbezeichnungen in ihren Beiträgen verwenden,<br />
überlassen wir ihnen. Daher finden sich im <strong>DVG</strong>-Forum im Hinblick auf gendergerechte<br />
Sprache unterschiedliche Schreibweisen.<br />
•<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 5
<strong>DVG</strong> ALLGEMEIN<br />
Vorbeugende Desinfektion gegen das Coronavirus SARS-CoV-2<br />
Die derzeitige Covid-19-Pandemie wird<br />
durch das Coronavirus SARS-CoV-2 hervorgerufen.<br />
Hier finden Sie Hinweise zur vorbeugenden<br />
Desinfektion gegen das Coronavirus<br />
SARS-CoV-2 in der Tierarztpraxis.<br />
Die Links zu allen genannten Webseiten<br />
finden Sie gesammelt, wenn Sie den untenstehenden<br />
Link anklicken.<br />
Haus- und Heimtiere scheinen nach<br />
derzeitigem Erkenntnisstand nicht in das<br />
Infektionsgeschehen beim Menschen involviert<br />
zu sein, jedoch gibt es Einzelfallberichte<br />
über mit SARS-CoV-2 infizierte<br />
Haustiere (Katzen und Hunde).<br />
Aktuelle Informationen zum Vorkommen<br />
von SARS-CoV-2 bei Tieren finden Sie<br />
auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Instituts<br />
(FLI). Entsprechende Informationen<br />
zum Vorkommen und zur Bedeutung<br />
von SARS-CoV-2 auf Lebensmitteln<br />
und Gegenständen finden Sie auf der<br />
Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung<br />
(BfR).<br />
Hinsichtlich der für den Selbstschutz<br />
im tierärztlichen Bereich anzuwendenden<br />
Desinfektionsmittel könnte es in der aktuellen<br />
Situation leider zu Lieferengpässen<br />
der gängigen in Tierarztpraxen, Tierkliniken<br />
und Tierheimen zur Oberflächendesinfektion<br />
eingesetzten Desinfektionsmittel<br />
kommen (siehe Link zur <strong>DVG</strong>-Desinfektionsmittelliste<br />
für die Tierärztliche Praxis<br />
und zur Desinfektionsmittelliste des Verbunds<br />
für Angewandte Hygiene, VAH).<br />
Sollte dieser Fall eintreten, empfiehlt<br />
der Ausschuss „Desinfektion in der Veterinärmedizin“<br />
der <strong>DVG</strong> für die Flächendesinfektion<br />
auf solche Produkte in der<br />
„<strong>DVG</strong>- Desinfektionsmittelliste für die<br />
Tierhaltung“ zurückzugreifen, die sowohl<br />
im Wirkungsbereich „begrenzte Viruzidie<br />
(behüllte Viren)“ (Spalte 7b) als auch im<br />
Wirkungsbereich „vorbeugende Desinfektion“<br />
(Spalte 4b) gelistet sind. Hier ist aufgrund<br />
der besonders hohen Widerstandsfähigkeit<br />
(Tenazität) der in der <strong>DVG</strong>-Prüfmethodik<br />
verwendeten Prüfviren eine<br />
entsprechende sehr gute Wirksamkeit<br />
gegenüber SARS-CoV-2 anzunehmen.<br />
Zu beachten ist dabei, dass die bei<br />
20°C in Spalte 4b („vorbeugende Desinfektion“)<br />
und in Spalte 7b („behüllte Viren“)<br />
bei der jeweiligen Einwirkzeit gelistete<br />
jeweils höhere Desinfektionsmittelkonzentration<br />
nicht unterschritten<br />
werden darf, da in der Tierärztlichen Praxis<br />
nicht nur SARS-CoV-2 (dies ist der derzeit<br />
eher seltenere Fall) sondern vor allem<br />
auch andere Infektionserreger auftreten<br />
können und sicher inaktiviert werden<br />
müssen.<br />
Die jeweils angegebenen, für eine effektive<br />
Desinfektion notwendigen Desinfektionsmittelkonzentrationen,<br />
Aufbringmengen<br />
und Einwirkzeiten sind zu berücksichtigen.<br />
Eine sichere Wirkung der<br />
jeweiligen Desinfektionsmittel ist dabei<br />
aufgrund der Gegebenheiten in der Tierhaltung<br />
nur bei Ausbringung einer ausreichend<br />
großen Menge (ca. 400 ml/m 2 ,<br />
ohne Nachwischen) und Einwirkzeiten von<br />
mindestens 30 min gegeben. Daher sollten,<br />
wo immer möglich, diese 30 Minuten<br />
Einwirkungszeit eingehalten werden (z. B.<br />
Mittagspausen, OP-Pausen, vor Neubelegung<br />
von Zwingern auf Station).<br />
Für die Händedesinfektion wird auf die<br />
entsprechende Desinfektionsmittelliste<br />
des VAH verwiesen. Aktuelle Empfehlungen<br />
zu weiteren Hygienemaßnahmen wie<br />
z. B. Wäschedesinfektion können über den<br />
VAH-Newsletter abgerufen werden.<br />
Ausschuss „Desinfektion in der Veterinärmedizin“<br />
der <strong>DVG</strong><br />
Weitere Informationen<br />
(oder QR-Code scannen):<br />
https://www.dvg.net/index.php?id=2525<br />
Die Webseite des Desinfektionsausschusses unter: www.desinfektion-dvg.de<br />
6<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />
16. Gießener Wintersymposium<br />
Das inzwischen 16. Gießener Winter symposium<br />
am 7. Dezember 2019 beschäf -<br />
tigte sich mit dem Thema „Orthopädische<br />
Erkrankungen der Schulter und des Ellbogens“<br />
und wurde von der Klinik für Kleintiere<br />
(Chirurgie) der Justus-Liebig- Universität<br />
(JLU) Gießen in Zusammenarbeit<br />
mit der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />
(DGK-<strong>DVG</strong>) organisiert und<br />
von Royal Canin sowie Boehringer Ingelheim<br />
unterstützt. Wissenschaftliche Tagungsleiterin<br />
war Dr. Christine Peppler<br />
(Gießen), die ebenso die Anmoderation der<br />
einzelnen Vorträge übernahm.<br />
Nach der Begrüßung der rund 120 Teilnehmer<br />
durch Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer,<br />
Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin<br />
und Leiter der Klinik für Kleintiere<br />
(Chirurgie), widmete man sich zunächst<br />
der Anatomie des Ellbogengelenkes, um<br />
die Grundlagen der Physiologie in Erinnerung<br />
zu rufen. Es folgten Vorträge über die<br />
klinische Untersuchung und die bildgebende<br />
Diagnostik des Ellbogengelenks.<br />
Weiterhin wurden Rasseprädispositionen<br />
für Erkrankungen am Ellbogen aufgezeigt<br />
und zudem erhielten die Zuhörer tiefergehende<br />
Einblicke über die häufigsten Erkrankungen<br />
des Ellbogens. Hierzu wurden<br />
ausführlich Therapieoptionen erläutert.<br />
Spannend waren des Weiteren Fallvorstellungen<br />
aus dem klinischen Alltag, bei<br />
denen eine komplette Aufarbeitung des<br />
Falles von Anamnese bis Therapie nachvollzogen<br />
werden konnte. Häufig handelt<br />
es sich bei Gelenkerkrankungen um einen<br />
langwierigen, teils chronisch verlaufenden<br />
Prozess, der maßgeblich auch von einem<br />
guten Gewichtsmanagement der Tiere<br />
profitiert. Tierärztin Indra Fischer (Köln)<br />
von Royal Canin hielt hierzu einen sehr interessanten<br />
Vortrag. Prof. Dr. Sabine Tacke<br />
(Gießen) zeigte u. a. neue Ansätze im Wirkmechanismus<br />
von Schmerzmitteln. Nach<br />
der Mittagspause, in der die vielen Informationen<br />
rund um das Ellbogengelenk<br />
verarbeitet werden konnten, beschäftigten<br />
sich die Teilnehmer anschließend mit<br />
dem Schultergelenk. Auch hier wurden<br />
Anatomie, klinische Untersuchung, bildgebende<br />
Diagnostik sowie Therapieoptionen<br />
von allen Referenten anschaulich und<br />
hochinteressant dargelegt.<br />
Die Referenten standen den Teilnehmern<br />
am Ende für Fragen und Diskussionen<br />
zur Verfügung, was sehr gut angenommen<br />
wurde.<br />
Insgesamt bietet das eintägige, zentral<br />
gelegene Gießener Wintersymposium<br />
die Möglichkeit, in kurzer Zeit eine intensive<br />
Fortbildung zu erhalten. Es werden<br />
wichtige Themen aufgegriffen und punktgenau<br />
aufgearbeitet.<br />
Der Tagungsband kann unter dem<br />
Stichwort „Wintersymposium 2019“ für 10<br />
Euro (zzgl. 3 Euro für Verpackung und Versand)<br />
in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle bestellt<br />
werden (info@dvg.de, Fax: 0641 25375).<br />
Katharina Kleber,<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
Fotos: <strong>DVG</strong><br />
•<br />
Dr. Dennis Gluding bei seinem Vortrag.<br />
Registrierung der Teilnehmer durch das <strong>DVG</strong>-Team.<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 7
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />
6. Tierärztetag in Schleswig<br />
Am 8. Februar fand im Hotel Waldschlösschen<br />
in Schleswig bereits zum sechsten<br />
Mal der schleswig-holsteinische Tierärztetag<br />
statt. Die Veranstaltung mit Vorträgen<br />
zu den Themengebieten Kleintiere, Pferde,<br />
Rinder, Schweine und Öffentliches Veterinärwesen<br />
sowie mit einer Fortbildung für<br />
Tiermedizinische Fachangestellte war erneut<br />
ausgebucht. Über insgesamt etwa<br />
450 Teilnehmer freuten sich insbesondere<br />
Dr. Evelin Stampa (Mittelangeln), Präsidentin<br />
der Tierärztekammer Schleswig-Holstein<br />
und zugleich Kongresspräsidentin,<br />
und Dr. Friedrich Röcken (Schleswig), Koordinator<br />
und Ideengeber des Tierärztetages.<br />
Veranstalter war die Tierärztekammer<br />
Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit<br />
mit der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin<br />
(DGK-<strong>DVG</strong>), der Deutschen Veterinärmedizinischen<br />
Gesellschaft (<strong>DVG</strong>),<br />
den Landesverbänden Schleswig-Holstein<br />
der praktizierenden Tierärzte sowie der beamteten<br />
Tierärzte und der Gesellschaft für<br />
Pferdemedizin.<br />
Durch die parallel stattfindenden Veranstaltungen<br />
zu den verschiedenen Fachgebieten<br />
bot der Tierärztetag sowohl für<br />
Dr. Evelin Stampa, Präsidentin der Tierärztekammer<br />
Schleswig, freute sich, zahlreiche Teilnehmer<br />
begrüßen zu dürfen.<br />
praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte<br />
als auch für Amtstierärzte/innen ein spannendes<br />
Programm. Informationen über<br />
neue und bewährte Produkte sowie die<br />
Möglichkeit zum Austausch mit Kolleginnen<br />
und Kollegen gab es in der innovativen<br />
Industrieausstellung.<br />
Wissenschaftliches<br />
Vortragsprogramm<br />
Die Kleintierveranstaltung griff aktuelle<br />
Themen auf, so u. a. Risiken beim BARFen,<br />
das Dystokiemanagement bei der Hündin,<br />
Therapiemöglichkeiten bei Angst und<br />
Stress beim Hund sowie Störungen beim<br />
Harnabsatz und die Frage, ob die automatisierte<br />
Urinanalyse, die den großen Vorteil<br />
der Standardisierung hat, in der Kleintierpraxis<br />
einsetzbar sei.<br />
Das Vortragsprogramm Pferde stand<br />
ganz im Zeichen der Fohlenmedizin. Themen<br />
waren hier u. a. Geburtsmanagement<br />
und Erstversorgung des Fohlens, Notfall<br />
Fohlen, Atemwegserkrankungen und infektiöse<br />
Nabelerkrankungen, Gliedmaßenfehlstellungen,<br />
septische Arthritis sowie<br />
die Besonderheiten der Narkose beim<br />
Fohlen.<br />
Dr. Friedrich Röcken, Koordinator und Ideengeber<br />
des Tierärztetages, referierte zur Qualzucht<br />
beim Kleintier und wies auf Presseveröffentlichungen<br />
zum Thema hin.<br />
Bei den Veranstaltungen zu Rindern<br />
und Schweinen sowie Öffentlichem Veterinärwesen<br />
wurde ein gemeinsamer<br />
Übersichtsvortrag zur aktuellen Bedrohungslange<br />
von Tierseuchen in Deutschland<br />
angeboten. Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas<br />
C. Mettenleiter (Greifswald-Insel Riems),<br />
Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts,<br />
ging auf die Hochpathogene Aviäre Influanza,<br />
die Blauzungenkrankheit, Usutuund<br />
Schmallenbergvirus sowie natürlich<br />
auf die Afrikanische Schweinepest (ASP)<br />
ein. Bei ASP handele es sich um ein hämorrhagisches<br />
Fieber, „sozusagen Ebola bei<br />
Schweinen mit dem Leitsymptom tote<br />
Schweine“. Durch ein Bündel von Maßnahmen<br />
sei es jedoch möglich, Hausschweine<br />
frei von ASP zu halten, auch wenn in Wildschweinen<br />
Fälle von ASP aufträten. Zur<br />
Frage von ASP in Deutschland gab Prof.<br />
Mettenleiter an, die Frage sei nicht, ob die<br />
Seuche hier auftrete, sondern wann. Ein<br />
erheblicher Risikofaktor sei die Aktivität<br />
des Menschen, der als Transportvektor<br />
fungiere. Abschließend stellte der Referent<br />
dar, dass „wir epidemiologisch in einer<br />
Welt leben, in der Human- und Veterinärmedizin<br />
nicht zu trennen“ seien und bekräftigte<br />
dies mit einem Zitat von Rudolf<br />
Virchow (1821-1902): „Zwischen Tier- und<br />
Menschenarzneikunde ist oder sollte wissenschaftlich<br />
keine Scheidegrenze sein.<br />
Das Objekt ist verschieden, aber die Erfahrungen,<br />
die aus dem Objekt zu schöpfen<br />
sind, sind Lehrsätze, welche die Grundlage<br />
der Doktrinen bilden. Daher hat sich<br />
auch von Seiten der Wissenschaft die Verbindung<br />
zwischen Tier- und Menschenarzneimedizin<br />
immer inniger gestaltet.“<br />
Im Bereich Öffentliches Veterinärwesen<br />
stellte Dr. Friedrich Röcken (Schleswig)<br />
den „Stand der Initiative der Deutschen<br />
Tierärzteschaft gegen züchterische Fehlentwicklungen<br />
beim Kleintier“ dar. Die Initiative<br />
geht auf die Beschlüsse des 27.<br />
Deutschen Tierärztetages 2015 in Bamberg<br />
zurück, auf deren Grundlage die BTK die<br />
Arbeitsgruppe „Qualzuchten“ ins Leben<br />
8<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
Eindeutig vor der Corona-Pandemie aufgenommen: der mit rund 450 Teilnehmern ausgebuchte<br />
Tierärztetag.<br />
Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer hielt den<br />
Festvortrag zum One Health-Prinzip.<br />
gerufen hatte. Die Arbeitsgruppe besteht<br />
aus Vertretern der großen tierärztlichen<br />
Verbände (Bundestierärztekammer, <strong>DVG</strong>,<br />
DGK-<strong>DVG</strong>, Bundesverband praktizierender<br />
Tierärzte, Bundesverband beamteter Tierärzte,<br />
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz)<br />
und hat zum Ziel, die Forderungen<br />
des 27. Tierärztetages umzusetzen. Mit Engagement<br />
und Sachverstand hat die<br />
Arbeitsgruppe inzwischen mehrere Flyer<br />
zur Information der Öffentlichkeit erstellt<br />
sowie an Firmen und Medien appelliert,<br />
von einer Werbung mit qualgezüchteten<br />
Tieren abzusehen. Auch Zuchtverbände<br />
wurden kontaktiert, ebenso wie Politiker.<br />
Erfreulicherweise wurde das Thema im<br />
Rahmen des Fachgesprächs „Wenn Schönheit<br />
weht tut – Qualzuchten bei Hund,<br />
Katze und Co.“ von Bündnis 90 / Die Grünen<br />
im März 2017 im Deutschen Bundestag<br />
in Berlin aufgegriffen. Bundeslandwirtschaftsministerin<br />
Julia Klöckner<br />
wurde aufgefordert, ein gesetzliches Ausstellungsverbot<br />
für Tiere mit Qualzuchtmerkmalen<br />
zu erlassen. Zwar reagierte das<br />
Ministerium auf diese Forderung, schlug<br />
2019 jedoch lediglich die Aufnahme eines<br />
entsprechenden Verbotes für Hunde mit<br />
Qualzuchtmerkmalen in die Tierschutz-<br />
Hundeverordnung vor. Es bleibt abzuwarten,<br />
inwieweit der Gesetzgeber die<br />
daraufhin von der Bundestierärztekammer<br />
eingereichten konkreten Anregungen<br />
umsetzen wird (weitere Informationen:<br />
www.bundestieraerztekammer.de, Ordner<br />
„Qualzuchten“). Dr. Röcken schloss seinen<br />
Vortrag mit den Worten, das gemeinsame<br />
Ziel seien „vitale, schmerz- und leidensfreie<br />
Tiere, die einer gesunden Rasse angehören!“<br />
Weitere Themen in den Bereichen Rinder,<br />
Schweine sowie Öffentliches Veterinärwesen<br />
waren u. a. die Klauengesundheit<br />
bei Milchkühen, die Möglichkeiten<br />
und Grenzen automatischer Melksysteme<br />
sowie ein Lagebericht zur Kastration von<br />
Ferkeln ohne Narkose.<br />
Gemeinsames Vortragsprogramm<br />
Auf dem Tierärztetag in Schleswig findet<br />
nach den Präsentationen in den jeweiligen<br />
Fachgebieten am Nachmittag traditionell<br />
ein gemeinsames wissenschaftliches Vortragsprogramm<br />
für alle Teilnehmer statt.<br />
Im Vortragsprogramm „Kleintiere“ stellte DGK- <strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr.<br />
Andreas Moritz die Mög lichkeiten der automatisierten Urinanalyse vor.<br />
Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts,<br />
ging auf die aktuelle Seuchenlage ein.<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 9
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
Dr. Evelin Stampa (links), überreichte die Verdienstmedaille<br />
für Dr. Dr. Peter Fahrenkrug an<br />
dessen Frau und Sohn. Rechts: Dr. Friedrich<br />
Röcken.<br />
Nach Grußworten von Kongress- und Kammerpräsidentin<br />
Dr. Evelin Stampa begrüßte<br />
auch Dr. Wolfgang Buschmann, Landrat<br />
des Landkreises Schleswig-Flensburg, die<br />
zahlreichen Kolleginnen und Kollegen.<br />
Den Festvortrag hielt in diesem Jahr Prof.<br />
Dr. Dr. h.c. Martin Kramer (Gießen), Präsident<br />
der <strong>DVG</strong>, über „Das One Health-Prinzip<br />
– Welche Rolle spielen wir Tierärzte/<br />
innen in dem Konzept?“. Auf unterhaltsame<br />
Weise stellte er zunächst dar, dass das<br />
One Health-Prinzip als Teilgebiet auch Veterinary<br />
Public Health (VPH) beinhaltet. Er<br />
ging weiterhin darauf ein, dass im Fokus<br />
von VPH die Verbesserung des menschlichen<br />
Wohlbefindens/Wohlergehens durch<br />
Optimierung der Tiergesundheit und des<br />
Tierwohls liege. Daher betreffe VPH nicht<br />
nur die Tierärztinnen und Tierärzte, die in<br />
der Nutztier- oder Infektionsmedizin tätig<br />
oder mit Lebensmittelhygiene und Verbraucherschutz<br />
befasst seien, sondern<br />
letztlich alle Kolleginnen und Kollegen.<br />
Denn z. B. auch Gesellschaftstiere spielten<br />
eine zunehmend wichtige Rolle für das<br />
menschliche Wohlbefinden. Interdisziplinäre<br />
Problemstellungen erforderten sowohl<br />
eine interdisziplinäre Forschung als<br />
auch eine translationale Umsetzung.<br />
Nicht nur Veterinär- und Humanmedizin<br />
seien hier gefragt, sondern auch Agrar-,<br />
Forst-, Ernährungs- und Umweltwissenschaften.<br />
Verdienstmedaille für<br />
Dr. Dr. Peter Fahrenkrug<br />
Im Rahmen der Feier zum Abschluss des<br />
Tierärztetages wurde am Abend die Verdienstmedaille<br />
der Tierärztekammer Schleswig-Holstein<br />
posthum an den herausragenden<br />
und geschätzten Kollegen Dr. Dr. Peter<br />
Fahrenkrug verliehen, der am 30.08.2019<br />
völlig überraschend nach kurzer, schwerer<br />
Krankheit verstorben war. Seine Frau und<br />
sein Sohn nahmen die Medaille entgegen.<br />
Im Anschluss an diese berührende Ehrung<br />
klang der überaus spannende und interessante<br />
Tag bei einem leckeren Buffet<br />
im Hotel Waldschlösschen aus.<br />
Dr. Marion Selig<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
Fotos: <strong>DVG</strong><br />
•<br />
DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR KLEINTIERMEDIZIN (DGK-<strong>DVG</strong>)<br />
Die Thementage und AG-Tagungen der DGK-<strong>DVG</strong> in Zeiten von Corona<br />
Aufgrund der Corona-Pandemie konnten<br />
einige Thementage nicht wie geplant<br />
stattfinden, werden aber nachgeholt. Weitere<br />
Veranstaltungen werden mit Präsenzund<br />
Online-Teilnahme ermöglicht.<br />
Ahlener Thementage<br />
Die Ahlener Thementage „Jungtiererkrankungen“<br />
sollten im April stattfinden. Dies<br />
war jedoch wegen der zunehmenden Ausbreitung<br />
des Coronavirus nicht möglich.<br />
So wurden die Thementage um ein Jahr<br />
verschoben.<br />
q Ahlener Thementage „Jungtiererkrankungen“<br />
q 7.-8. Mai 2021, Ahlen<br />
Augsburger Thementage<br />
„Kleinsäuger“<br />
Auch die Augsburger Thementage Anfang<br />
Mai mussten abgesagt werden. Sie finden<br />
nun parallel zu den Dresdner Thementagen<br />
im Januar 2021 statt. Das Thema bleibt<br />
gleich: Respirationstrakt und Otitis.<br />
q Thementage „Kleinsäuger“, Respirationstrakt<br />
und Otitis<br />
q 22.–24. Januar 2021, Dresden<br />
AG Katzenmedizin<br />
der DGK-<strong>DVG</strong><br />
Eventuell in Bonn –<br />
Thementage „Patient Katze“<br />
Die Thementage mit dem Schwerpunkt<br />
Notfallmedizin können nicht in Köln stattfinden,<br />
da die maximale Teilnehmerzahl<br />
im Maternushaus sehr gering ist. Möglicherweise<br />
ist eine kombinierte Präsenz-/<br />
Online-Tagung in Bonn möglich. Genaueres<br />
teilen wir rechtzeitig per E-Mail und<br />
auf der <strong>DVG</strong>-Webseite mit. Um aber auch<br />
Kolleginnen und Kollegen, die nicht vor<br />
Ort sein wollen oder können, die Teilnah-<br />
10<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
me zu ermöglichen, werden die Vorträge<br />
per Live Stream im Internet übertragen.<br />
Angemeldete Teilnehmer werden rechtzeitig<br />
einen Link erhalten, mit dem sie die<br />
Präsentationen von extern verfolgen können.<br />
Wortbeiträge oder Fragen können per<br />
Chat gestellt und vom Moderator vor Ort<br />
an die Referenten geleitet werden.<br />
q Thementage „Patient Katze“, Notfallmedizin<br />
q voraussichtlich kombinierte Präsenz-/<br />
Online-Tagung vom 12.–13. September<br />
<strong>2020</strong> in Bonn<br />
Dresdner Thementage<br />
Auch die Dresdner Thementage können,<br />
soweit jetzt bekannt, wie geplant vom 22.<br />
bis 24. Januar 2021 stattfinden. Parallel zur<br />
Kleintiertagung mit dem Schwerpunkt<br />
„Anämie“ werden die Thementage „Kleinsäuger“<br />
durchgeführt.<br />
q Dresdner Thementage „Kleintiere“,<br />
Blasse Schleimhäute – Anämie und andere<br />
Bluterkrankungen<br />
q 22.–24. Januar 2021, Dresden<br />
AG Lasermedizin der DGK-<strong>DVG</strong><br />
Die für September <strong>2020</strong> geplante Tagung<br />
der AG Lasermedizin kann leider nicht<br />
stattfinden. Die Tagung mit Vorträgen/<br />
Theorie Laserschein, Vortragsprogramm<br />
und praktischen Übungen wird auf 2021<br />
verschoben. Der genaue Termin wird rechtzeitig<br />
mitgeteilt.<br />
AG Computertomographie<br />
Vom 13. bis 14. November findet die 10. Tagung<br />
der AG Computertomographie (AG-<br />
CT) in Ghent (Belgien) statt. Das Thema<br />
lautet: When choosing CT over other imaging<br />
modalities including MRI and ultrasound?<br />
q 10. Tagung der AG-CT<br />
q 13.–14.11.<strong>2020</strong>, Ghent (Belgien)<br />
Die vergangenen Monate haben uns gelehrt,<br />
dass vieles unwägbar ist und kurzfristige<br />
Entscheidungen vonseiten der<br />
Politik immer möglich sind. Falls größere<br />
Präsenz-Veranstaltungen weiterhin nicht<br />
erlaubt werden, werden DGK-<strong>DVG</strong> und <strong>DVG</strong><br />
ihr Möglichstes tun, um auch weitere Tagungen<br />
als Online-Veranstaltungen anzubieten.<br />
Denn DGK-<strong>DVG</strong> und <strong>DVG</strong> ist es sehr<br />
wichtig, ihrem Fortbildungsauftrag auch<br />
in Corona-Zeiten nachzukommen und Ihnen<br />
spannende und erkenntnisreiche Tagungen<br />
zu ermöglichen.<br />
Aktuelle Informationen: www.dvg.de<br />
Dr. Marion Selig<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
•<br />
Schon jetzt<br />
VORMERKEN<br />
10.-12.<br />
September<br />
2021<br />
9. Nordrhein-Westfälischer<br />
Tierärztetag<br />
eine Veranstaltung der <strong>DVG</strong> in fachlicher Kooperation mit<br />
den Tierärztekammern Westfalen-Lippe & Nordrhein<br />
Veranstalter<br />
Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft<br />
<strong>DVG</strong> Service GmbH<br />
Friedrichstr. 17 I 35392 Gießen<br />
Fon: +49 641 24466 I Fax: +49 641 25375<br />
E-Mail: info@dvg.de I Web: www.dvg.de<br />
Fachliche Mitkoordinatoren<br />
Tierärztekammer Westfalen-Lippe<br />
Tierärztekammer Nordrhein<br />
E-Mail: info@tieraerztekammer-wl.de I info@tk-nr.de<br />
Web: www.tieraerztekammer-wl.de I www.tk-nr.de<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 11<br />
Anmeldung<br />
CSM, Congress & Seminar Management<br />
Industriestr. 35 I 82194 Gröbenzell<br />
Fon: +49 8142 570183 I Fax: +49 8142 54735<br />
E-Mail: info@csm-congress.de<br />
Web: www.csm-congress.de
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
FACHGRUPPE „INNERE MEDIZIN UND KLINISCHE LABORDIAGNOSTIK (INNLAB)“<br />
28. Jahrestagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe InnLab<br />
Von der Corona-Pandemie noch nicht beeinflusst,<br />
fand die 28. Jahrestagung der<br />
Fachgruppe „Innere Medizin und Labordiagnostik“<br />
der <strong>DVG</strong> am 31. Januar und 1. Februar<br />
am Fachbereich Veterinärmedizin<br />
der Justus-Liebig-Universität Gießen statt.<br />
Der Neubau der Kleintierklinik des<br />
Fachbereichs Veterinärmedizin war zwar<br />
schon seit ein paar Tagen bezogen und in<br />
Betrieb, aber sicherheitshalber wurde die<br />
erprobte Technik des Anatomie-Hörsaals<br />
bevorzugt. Vorträge als auch Posterausstellung<br />
waren daher im Institut für Veterinär-Anatomie<br />
untergebracht. Die Blockade<br />
der EDV-Versorgung der gesamten<br />
Justus-Liebig-Universität infolge eines<br />
schweren Cyber-Angriffs im Dezember<br />
2019 warf für die ortsansässigen Organisatoren<br />
einige Probleme auf, die aber alle<br />
hervorragend gemeistert wurden. Das Programm<br />
war mit 28 Vorträgen und 18 Postern<br />
sehr umfangreich. Prof. Dr. Dr. h.c.<br />
Martin Kramer, Dekan des Fachbereichs<br />
Veterinärmedizin und Präsident der <strong>DVG</strong>,<br />
begrüßte die zahlreichen Tagungsteilnehmer<br />
aus Deutschland, Österreich und der<br />
Schweiz. Die 135 Teilnehmer verfolgten<br />
spannende Forschungsvorträge. Die Themen<br />
umfassten die Bereiche der Neurologie,<br />
Kardiologie, Gastroenterologie,<br />
Urologie, Endokrinologie, Dermatologie,<br />
Onkologie, Ophthalmologie, Labor- und<br />
Infektionsmedizin. Die Vortrags- und Posterthemen<br />
befassten sich mit Großtieren,<br />
Kleintieren und Heimtieren. Der Vortragsstil<br />
und die Posterpräsentationen hatten<br />
immer eine hohe Qualität, obwohl oder<br />
gerade weil es das Erstlingswerk der meisten<br />
Präsentierenden war. Die kurzen Vortragszeiten<br />
wurden immer exakt eingehalten<br />
und es blieb Zeit für eine meist rege<br />
Diskussion. Die Beurteilung der Vorträge<br />
erfolgte ohne Zeitverzögerung mit einem<br />
digitalen System durch das Publikum. Die<br />
Poster und der jeweils 3-minütige Postervortrag<br />
wurden von einer 3-köpfigen Jury<br />
bewertet, so dass am Ende der Tagung die<br />
besten Vortragenden und Posterdemonstrationen<br />
gefeiert werden konnten.<br />
Schauplatz der InnLab-Tagung war der Anatomie-Hörsaal der Justus-Liebig-Universität Gießen.<br />
Vortragspreisträger<br />
Der Thieme Verlag hatte für die drei besten<br />
Vorträge Preise gestiftet.<br />
1. Preis: 500 EUR und ein Ein-Jahres-Abo der<br />
„Tierärztlichen Praxis“<br />
Simone Eschle: Impfungen bei Hunden<br />
– Untersuchung zur Besitzer-Compliance<br />
in Deutschland<br />
2. Preis: Ein-Jahres-Abo der „Tierärztlichen<br />
Praxis“<br />
Alina Finsterhölzl: Einfluss eines pegylierten<br />
bovinen Granulozyten-Kolonie<br />
stimulierenden Faktors (bG-CSF, Imrestor®)<br />
auf Hämatologie und Akute-Phase-Reaktion<br />
von Mutterkuh und Kalb<br />
3. Preis: Ein-Jahres-Abo der „Tierärztlichen<br />
Praxis“<br />
Elisabeth Kaufmann: Langzeitkonsequenzen<br />
nach Akutem Hämorrhagischem<br />
Durchfall Syndrom (AHDS) beim<br />
Hund<br />
Posterpreisträger<br />
Auch für die besten Poster wurden Preise<br />
vergeben. Die Fachgruppe InnLab stiftete<br />
den 1. Preis und die Schlütersche Verlagsgesellschaft<br />
die Abonnements für den 2.<br />
sowie 3. Preis.<br />
1. Preis: 500 EUR<br />
Enrice Hünerfrauth: Unerwartete<br />
plötzliche Todesfälle bei Hunden mit<br />
Epilepsie<br />
2. Preis: Ein-Jahres-Abo der Kleintierpraxis<br />
Rebekka Mach: Evaluierung eines<br />
laufbandgestützten Fitnesstests als<br />
Grundlage für die Zuchtentscheidung<br />
bei brachycephalen Hunderassen am<br />
Beispiel der Rasse Mops<br />
3. Preis: Ein-Jahres-Abo der Kleintierpraxis<br />
Jasmin Weeger: Lungenfunktionsmessung<br />
mittels Ganzkörperplethysmographie<br />
zur Evaluierung des funktionellen<br />
Phänotyps bei Katzen mit entzündlichen<br />
Bronchialerkrankungen<br />
12<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
V.l.n.r.: Prof. Dr. Johannes Hirschberger, Simone Eschle,<br />
Elisabeth Kaufmann, Alina Finsterhölzl, Rebekka Mach,<br />
Enrice Hünerfrauth, Prof. Dr. Natali Bauer, Jasmin Weeger.<br />
Prof. Dr. Andreas Moritz, Leiter der Klinik für Kleintiere, Innere Medizin,<br />
führte die Teilnehmer durch die neue Kleintierklinik der Justus-Liebig-<br />
Universität Gießen.<br />
Der InnLab-Gesellschaftsabend fand<br />
im Restaurant „Alt Gießen“ statt. Die Teilnehmer<br />
haben sich sehr gut unterhalten<br />
und zum Ausklang des Abends gab es<br />
Tanzmusik.<br />
Die nächste <strong>DVG</strong>-Tagung „Innere Medizin<br />
und Labordiagnostik“ wird vom 28.<br />
bis 29. Januar 2021 in Leipzig unter der Leitung<br />
von Frau Prof. Dr. Romy Heilmann<br />
stattfinden.<br />
Ein ganz herzlicher Dank geht an Frau<br />
Prof. Dr. Natali Bauer. Sie hat die InnLab<br />
<strong>2020</strong> in Gießen ganz hervorragend vorbereitet<br />
und geleitet! Ein ganz herzlicher<br />
Dank geht auch Frau Katharina Kleber und<br />
Herrn Benjamin Rink von der <strong>DVG</strong>-Ge-<br />
schäftsstelle, die uns mit ihrer Tagungsmanagement-Erfahrung<br />
immer zur Seite<br />
standen und den Aufbau und Ablauf der<br />
Tagung in diesem professionellen Stil erst<br />
ermöglichten.<br />
Prof. Dr. Johannes Hirschberger<br />
Fachgruppenleiter der Fachgruppe InnLab<br />
Fotos: <strong>DVG</strong><br />
•<br />
FACHGRUPPE „CHIRURGIE“<br />
11. Tagung der Fachgruppe „Chirurgie“<br />
Am 15.11.2019 fand im Rahmen des 65. Jahreskongresses<br />
der DGK-<strong>DVG</strong> in Berlin die<br />
inzwischen 11. Tagung der Fachgruppe<br />
„Chirurgie“ statt. Nach bewährter Tradition<br />
stellten junge Wissenschaftler aus den Bereichen<br />
Chirurgie, Neurologie, Opthalmologie<br />
und bildgebende Diagnostik ihre Forschungsergebnisse<br />
vor. Inzwischen hat die<br />
Fachtagung eine große Zahl an Zuhörern<br />
gewonnen, obwohl zeitgleich das Hauptprogramm<br />
der DGK-<strong>DVG</strong> stattfindet. Dies<br />
liegt in erster Linie an den sehr spannenden<br />
Themen und daraus resultierenden<br />
Vorträgen der Nachwuchswissenschaftler.<br />
Wie in jedem Jahr zeichnete eine Jury,<br />
bestehend aus drei Diplomates ECVS<br />
(European College of Veterinary Surgeons),<br />
die drei besten Vorträge/Themen mit<br />
einem Preis, gestiftet von der Schlüterschen<br />
Verlagsgesellschaft, aus.<br />
Im Anschluss an diese Fachtagung<br />
fand die jährliche Mitgliederversammlung<br />
mit Wahl der Fachgruppenleitung statt.<br />
Zur Leiterin der Fachgruppe „Chirurgie“<br />
wurde Dr. Christine Peppler (Gießen) gewählt.<br />
Der Stellvertreter bleibt weiterhin<br />
Dr. Kay Schmerbach (Berlin). Beisitzer sind<br />
Dr. Cetina Thiel (Gießen) und Dr. Mathias<br />
Brunnberg (Berlin). Die diesjährige Fachgruppentagung<br />
wird nach jetzigem Stand<br />
im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses stattfinden<br />
können. Bei Fragen wenden Sie sich<br />
gerne an die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle.<br />
Dr. Christine Peppler, Gießen<br />
Leiterin der Fachgruppe<br />
Die Chirurgie-Tagung fand im Rahmen des<br />
<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2019 statt.<br />
• Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 13
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
FACHGRUPPE „REPRODUKTIONSMEDIZIN“<br />
53. Jahrestagung Physiologie und Pathologie der Fortpflanzung<br />
PD Dr. Jens Vanselow begüßte die Teilnehmer.<br />
Von der Corona-Pandemie noch nicht betroffen<br />
fand die 53. Jahrestagung Physiologie<br />
und Pathologie der Fortpflanzung<br />
und gleichzeitig 45. Veterinär-Humanmedizinische<br />
Gemeinschaftstagung vom 26.<br />
bis 28. Februar in Dummerstorf und Rostock-Warnemünde<br />
statt. Das Schwerpunktthema<br />
der Tagung lautete in diesem<br />
Jahr „Wohlbefinden und Fruchtbarkeit“.<br />
Organisatoren waren die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
„Reproduktionsmedizin“, das Leibniz-Institut<br />
für Nutztierbiologie in Dummerstorf<br />
und die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin<br />
(DGRM).<br />
Der erste Tagungstag begann im Leibniz-Institut<br />
für Nutztierbiologie (FBN) mit<br />
der Begrüßung durch PD Dr. Jens Vanselow,<br />
Leiter des Instituts für Fortpflanzungsbiologie<br />
des FBN und Tagungsleiter<br />
der diesjährigen Tagung, und Prof. Dr.<br />
Klaus Wimmers, Vorstand des FBN und<br />
Professor für Tierzucht und Haustiergenetik<br />
an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen<br />
Fakultät der Universität Rostock.<br />
Auch Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer<br />
(Gießen), Präsident der <strong>DVG</strong>, sowie Prof. Dr.<br />
Christine Wrenzycki (Gießen), Vorstand der<br />
DGRM, begrüßten die Teilnehmer. Prof.<br />
Kramer dankte PD Dr. Vanselow, Prof. Wimmers<br />
und insbesondere PD Dr. Jennifer<br />
Schön, die die lokale Organisation übernommen<br />
und die Tagung hervorragend<br />
vorbereitet hatten.<br />
Anschließend fand eine Führung in<br />
Kleingruppen durch die tierexperimentellen<br />
Anlagen des Institutes statt. Hauptforschungsschwerpunkt<br />
in Dummerstorf ist<br />
die funktionelle Biodiversität von Nutztieren<br />
im Kontext ihrer spezifischen Haltungsumwelten<br />
sowie den daraus abgeleiteten<br />
Lösungen für eine nachhaltige Nutztierhaltung.<br />
Nach der Führung durch<br />
ausgewählte Abteilungen des FBN wurde<br />
ein Teil der Poster als Poster-Slam vorgestellt,<br />
während die Teilnehmer leckere<br />
Fischbrötchen genießen durften.<br />
Die Haupttagung wurde im Hotel Neptun<br />
in Rostock-Warnemünde durchgeführt.<br />
Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Katie<br />
Edwards (Chester, UK) über die Beeinflussung<br />
von Stress auf die Fortpflanzung<br />
bei Zoo- und Wildtieren. Eine Neuerung<br />
gab es in diesem Jahr bei der Vergabe des<br />
Preises der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin.<br />
Aufgrund der jeweils<br />
sehr guten Beiträge wurde in diesem Jahr<br />
kein Ranking durchgeführt, sondern die<br />
drei Preisträger wurden gleichwertig gekürt.<br />
Für ihre Vorträge wurden ausgezeichnet:<br />
• Erika Hilbold, Hannover: Loss of connexin43<br />
in Sertoli cells leads to altered<br />
prepubertal Sertoli cell maturation and<br />
impairment of the mitosis-meiosis<br />
switch<br />
• Katharina Weber, Zürich (CH): Comparative<br />
analysis of the uterine transcriptome<br />
and bacterial microbiome in fertile<br />
and subfertile mares<br />
• Susanne Grund, Essen: The role of endometrial<br />
claudin-3 for implantation,<br />
decidualization and embryo development<br />
V.l.n.r.: Prof. Dr. Christine Wrenzycki, Erika Hilbold, Susanne Grund,<br />
Katharina Weber, PD Dr. Jennifer Schön.<br />
Das Tagungshotel lag direkt am Meer.<br />
14<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
Auch die Deutsche Veterinärmedizinische<br />
Gesellschaft vergab in diesem Jahr wieder<br />
drei Posterpreise. Der erste Preis ging an<br />
Dr. Carola Fischer-Tenhagen (Berlin) für<br />
ihre wissenschaftliche Arbeit über die Herausforderungen<br />
von Abkalbesensoren,<br />
die am Kuhschwanz befestigt werden. Da<br />
es bei der Abstimmung der besten Poster<br />
zu einer gleichen Stimmenzahl kam, wurden<br />
gleich zwei zweite Preise verliehen.<br />
Einen dritten Platz gab es in diesem Jahr<br />
nicht. Die beiden Zweitplatzierten waren<br />
Dr. Iulian Ibanescu (Zürich), mit der Arbeit<br />
über die DNA-Integrität in vitalen vs. nonvitalen<br />
Spermien von Bullen durch eine direkte<br />
Analyse nach dem Sortieren der Spermien<br />
mittels Durchflusszytometrie sowie<br />
Rashidul Islam (Gießen) für die Studie über<br />
Tumor-assoziierte T-Lymphozyten im humanen<br />
Hodenkrebs und deren Identifizierung<br />
und funktionelle Untersuchung.<br />
Der Gesellschaftsabend am Donnerstag,<br />
27. Februar, fand an Bord der MS „Ostseebad<br />
Warnemünde“ statt und ermöglichte<br />
den Teilnehmern durch eine Hafenrundfahrt<br />
einen Perspektivenwechsel auf<br />
die wunderschön beleuchtete Hafenstadt<br />
vom Wasser aus. Während das Wetter tags<br />
zuvor sehr stürmisch war, zeigte es sich<br />
passend zur Schifffahrt nahezu windstill.<br />
Die nächste Tagung zur Reproduktionsmedizin<br />
findet voraussichtlich im Februar<br />
2021 unter der Leitung von Prof. Dr.<br />
Heiner Bollwein in Zürich statt.<br />
Die Dokumentation der diesjährigen<br />
Tagung ist als Sonderheft der Zeitschrift<br />
„Reproduction in Domestic Animals“ für<br />
10,00 Euro zzgl. 3,00 Euro für Verpackung<br />
und Versand in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
erhältlich.<br />
Katharina Kleber<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
Fotos: <strong>DVG</strong><br />
•<br />
DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR TIERZAHNHEILKUNDE (DGT-<strong>DVG</strong>)<br />
15 Jahre Fortbildung mit Biss: 15. Jahrestagung der DGT-<strong>DVG</strong><br />
Die 15. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft<br />
für Tierzahnheilkunde (DGT-<strong>DVG</strong>)<br />
fand am 14.11.2019 im Rahmen des <strong>DVG</strong>-<br />
Vet-Congresses in Berlin statt. Der Präsident<br />
der <strong>DVG</strong>, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin<br />
Kramer (Gießen), eröffnete mit einem<br />
Grußwort das vielseitige Programm, das<br />
unter der wissenschaftlichen Leitung von<br />
Dr. Lorenz Schmid (Oberhaching) zusammengestellt<br />
worden war.<br />
Die DGT durfte für ihr Vortragsprogramm<br />
vier international hochgeschätzte<br />
Gastredner begrüßen: Dr. Milinda J. Lommer<br />
aus den USA, Dr. Gottfried Morgenegg<br />
aus der Schweiz, Dr. Matthias C. Eberspächer-Schweda<br />
aus Österreich, und für den<br />
fachlichen Blick über den tierärztlichen<br />
Tellerrand den Zahnarzt und renommierten<br />
Parodontologen Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf<br />
aus Würzburg.<br />
Prof. Schlagenhauf, Fachzahnarzt für<br />
Parodontologie und Leiter der Abteilung<br />
Parodontologie des Universitätsklinikums<br />
Würzburg, referierte über „Präbiotika und<br />
Probiotika, die neuen Rollen der Bakterien<br />
und der Ernährung in der Ätiologie und<br />
Therapie parodontaler Erkrankungen“.<br />
Sein hochinteressanter Bericht gab Einblicke<br />
in das erfolgreiche Würzburger Therapiekonzept<br />
parodontaler Erkrankungen<br />
durch Maßnahmen zur Korrektur entzündungsförderlicher<br />
bakterieller Dysbiosen.<br />
Integrale Bestandteile der systematischen<br />
Parodontaltherapie sind hier die Umstellung<br />
der Ernährung und der adjuvante<br />
Konsum entzündungshemmend wirkender<br />
probiotischer Keime.<br />
Dr. Lommer, Dipl. AVDC, ist Eigentümerin<br />
des Aggie Animal Dental Centers in<br />
Mill Valley, Kalifornien, und Associate Clinical<br />
Professor an der University of California,<br />
Davis. Neben der Veröffentlichung<br />
zahlreicher internationaler Publikationen<br />
in Fachjournalen ist sie gemeinsam mit<br />
Frank Verstraete und Boaz Arzi Herausgeberin<br />
der „Tierzahnärztlichen Bibel“,<br />
dem im Elsevier Verlag bereits in zweiter<br />
Auflage erschienenen Buch „Oral and Maxillofacial<br />
Surgery in Dogs and Cats“. Dr.<br />
Lommer lieferte in ihren Vorträgen wertvolle<br />
Hilfestellungen zur Patientenbesitzeraufklärung<br />
über Zahngesundheit und<br />
die Optimierung von Arbeitsabläufen in<br />
der tierzahnärztlichen Praxis. Die Dauerbrennerthemen<br />
„Feline Chronische Gingi-<br />
Die Gastredner der DGT (v.l.n.r.): Prof. Dr. Ulrich<br />
Schlagenhauf, Dr. Milinda J. Lommer und der<br />
wissenschaftliche Tagungsleiter Dr. Lorenz<br />
Schmid. Foto: Katja Riedel<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 15
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
Gastredner Dr. Matthias C. Eberspächer-Schweda. Foto: Katja Riedel<br />
Gastrednerin Dr. Milinda J. Lommer. Foto: Katja Riedel<br />
vostomatitis“ und „Anästhesie von geriatrischen<br />
und multimorbiden Zahnpatienten“<br />
wurden praxisnah und anschaulich<br />
beleuchtet und gaben dem Auditorium<br />
wichtige Impulse für die eigene kurative<br />
Tätigkeit.<br />
Dr. Morgenegg führt eine Tierarztpraxis<br />
mit Schwerpunkt Zahnheilkunde in<br />
Obfelden und ist international hochengagierter<br />
Vermittler moderner Zahnheilkunde<br />
in der Tiermedizin, u. a. als Vorstandsmitglied<br />
der Société Suisse des Vétérinaires<br />
Dentistes (SSVD), als Mitglied der<br />
Zahnkommission der World Small Animal<br />
Veterinary Association (WSAVA) und als<br />
Altpräsident der European Veterinary<br />
Dental Society (EVDS). Er ist Entwickler der<br />
Diagnostikapp für Tierbesitzer „Pet Dental<br />
Scoring“ und der tierärztlichen Kartierungs-<br />
und Dokumentationssoftware<br />
„e-VDS“, sowie Initiator der in der Schweiz<br />
anerkannten Fachausbildung Tiermedizinische<br />
Dentalassistenz. Dr. Morgenegg<br />
stellte die von ihm entwickelte Software<br />
e-VDS vor, welche die schnelle digitale<br />
tierzahnärztliche Befunderhebung per<br />
Mausklick ermöglicht, und gab einen aufschlussreichen<br />
Überblick über die Keypoints<br />
und Konsequenzen der Einführung<br />
der WSAVA Global Dental Guidelines für<br />
die tierärztliche Praxis. Reich bebildert<br />
stellte er die Varianten von Chipfrakturen<br />
sowie deren Therapiemöglichkeiten dar.<br />
Dr. Eberspächer-Schweda ist Leiter der<br />
Abteilung Zahn- und Kieferchirurgie der<br />
Veterinärmedizinischen Universität Wien<br />
und Mitglied des Gründungskomitees und<br />
des Vorstands der Österreichischen Gesellschaft<br />
für Tierärztliche Zahnheilkunde. Er<br />
ist Mitinitiator des Diploms Zahn- und<br />
Kieferchirurgie der Österreichischen Tierärztekammer<br />
und passionierter Tutor für<br />
Tierzahnheilkunde. Sein Überblick über<br />
die (Mikro-)Anatomie der Maulhöhle fasste<br />
die wichtigen Grundlagen praxisnah zusammen.<br />
Im sehr informativen Vortrag<br />
zum Cone Beam CT legte er seine klinischen<br />
und wirtschaftlichen Erfahrungen<br />
nach einem Jahr Einsatz des CBCT dar.<br />
Dr. Christine Braun-Reichart referierte beim TFA-Seminar. Foto: Sven Suhling<br />
Eine sehr rege besuchte Industrieausstellung<br />
informierte in den Vorlesungspausen<br />
über aktuelle Entwicklungen auf<br />
dem Gebiet der Zahnheilkunde, von neuen<br />
chirurgischen Instrumenten, Zahn-OP-<br />
Tischen und Dentalstationen über Arzneimittel<br />
und Verbrauchsmaterial bis hin zur<br />
Röntgendiagnostik und Lasertherapie. Ein<br />
besonderer Dank gilt den Austellerfirmen,<br />
ohne deren tatkräftige und finanzielle<br />
Unterstützung viele Angebote der DGT für<br />
Tierärzteschaft und Patientenbesitzer<br />
nicht möglich wären!<br />
Im Vorlesungsstrang „Basics: praktisch<br />
und konkret“ lieferte Dr. Stefan Gabriel<br />
(Meschede) einen kurzweiligen Überblick<br />
16<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
zur Elektrochirurgie in der Parodontologie.<br />
Dr. Michael Hartmann (Tübingen) schilderte<br />
anschaulich die häufig unterschätzten<br />
Probleme im Zusammenhang mit Schäden<br />
des Milchgebisses. Mit praxisorientierten<br />
Empfehlungen stellte Dr. Jochen<br />
Krüger (Krefeld) die Vorteile und Möglichkeiten<br />
der Fotodokumentation in der Tierzahnheilkunde<br />
vor. Dr. Martina van Suntum<br />
(Germersheim) widmete sich den Herausforderungen<br />
des diagnostischen<br />
Vorgehens und der Besitzerkommunikation<br />
bei Umfangsvermehrungen in der<br />
Maulhöhle und lieferte wertvolle Hilfestellungen<br />
für die Entscheidungsfindung in<br />
der tierärztlichen Praxis. Dr. Peter Stelzer<br />
(Berg) gab in seinem informativen Vortrag<br />
einen Überblick über die tierartlichen Besonderheiten<br />
der Neuweltkameliden im<br />
Vergleich zu Hund, Katze und Pferd.<br />
Im Vorlesungsstrang „Advanced: Dental<br />
Updates“ berichtete Christian Sturm<br />
(Zeiselmauer) anhand eines nicht alltäglichen<br />
Falles aus der Praxis über das Open<br />
Mouth Jaw Blocking bei der Katze. Jan Klasen<br />
(Germersheim) stellte die interessanten<br />
technischen Möglichkeiten von Intraoralscannern<br />
in der Tierzahnheilkunde vor. In<br />
der Podiumsdiskussion „Round Table Falldiskussionen:<br />
Wie würden Sie in diesem Fall<br />
vorgehen?“ wurden von DGT-Mitgliedern<br />
eingereichte Vorberichte mit Bildmaterial<br />
tierzahnärztlicher Fälle aus unterschiedlichen<br />
Blickwinkeln beleuchtet und die verschiedenen<br />
Therapieoptionen aufgezeigt.<br />
Dr. Stelzer hatte den Vortrag des nur<br />
wenige Monate zuvor verstorbenen Dr. Dr.<br />
Peter Fahrenkrug „Die Abdrucknahme im<br />
Hundegebiss: Methoden und zahntechnische<br />
Weiterverarbeitung“ übernommen.<br />
In einer tief ergreifenden Zeremonie versammelten<br />
sich alle Teilnehmer des Basics-<br />
und des Advanced-Streams, um Dr.<br />
Fahrenkrug zu gedenken und sein Lebenswerk<br />
zu würdigen.<br />
Für TFA wurde zum 4. Mal ein DGT-Seminar<br />
angeboten, das erneut ausgebucht<br />
war.<br />
Die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde<br />
(DGT) wurde im Jahr 2004<br />
gegründet, um die Zahn- und Mundgesundheit<br />
von in Obhut des Menschen gehaltenen<br />
Tieren zu verbessern. Patientenbesitzer<br />
finden über die Webseite www.<br />
tierzahnaerzte.de eine Suchplattform für<br />
Tierärzte mit besonderem Interesse an der<br />
Tierzahnheilkunde.<br />
Dr. Katja Riedel<br />
DGT-<strong>DVG</strong><br />
•<br />
FACHGRUPPE „ZIER-, ZOO- UND WILDVÖGEL, REPTILIEN, AMPHIBIEN UND FISCHE“<br />
4. Jahrestagung der Fachgruppe ZZWRAF / Mutschmann-Preis<br />
Die ursprünglich für Oktober geplante<br />
4. Jahrestagung der Fachgruppe „Zier-,<br />
Zoo- und Wildvögel, Reptilien, Amphibien<br />
und Fische (ZZWRAF)“ musste Corona-bedingt<br />
abgesagt werden und wird nun vom<br />
4. bis 6. März 2021 in Oberschleißheim<br />
stattfinden. Im Rahmen der Tagung wird<br />
neben dem Dr.-Elmar-Schlögl-Stiftungspreis<br />
für den Erstlingsvortrag eines Nachwuchswissenschaftlers<br />
aus dem Teilbereich<br />
Greifvogel- und Eulenkrankheiten<br />
erstmals der Frank-Mutschmann-Gedächtnispreis<br />
vergeben. Mit dem Preis<br />
werden Wissenschaftler, die im Bereich der<br />
klinischen (Labor-)Medizin oder bei tierärztlichen<br />
Projekten innerhalb von Artenund<br />
Tierschutzprojekten bei Reptilien,<br />
Amphibien oder Fischen herausragende<br />
Forschung geleistet haben, ausgezeichnet.<br />
Noch bis zum 30. Juni sind Bewerbungen<br />
für den Mutschmann-Preis möglich,<br />
siehe auch Seite 42. <br />
•<br />
Informationen zur Tagung: www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />
4. Jahrestagung<br />
der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
Zier-, Zoo- und Wildvögel,<br />
Reptilien, Amphibien und Fische<br />
(ZZWRAF)<br />
4. bis 6. März 2021<br />
München (Campus Oberschleißheim)<br />
Schwerpunktthemen & Programm<br />
Infektionserkrankungen (Borna, Usutu, West Nile),<br />
Mensch-Tier-Beziehungen, Verhalten, Tierschutz<br />
Vortragsveranstaltung<br />
Seminare<br />
Rahmenprogramm<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 17
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
FACHGRUPPE „GEFLÜGELKRANKHEITEN“<br />
Aktuelles aus der Fachgruppe „Geflügelkrankheiten“<br />
Im Rahmen des 97. Fachgesprächs über Geflügelkrankheiten<br />
wurde am 24.10.2019 die<br />
Wahl des neuen Fachgruppenleiters und<br />
seines Stellvertreters der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
„Geflügelkrankheiten“ durchgeführt. Über<br />
14 bzw. sieben Jahre wurden diese Ämter<br />
durch Prof. Dr. H. Mohamed Hafez (Institut<br />
für Geflügelkrankheiten der FU Berlin;<br />
Fachgruppenleiter) und Dr. Manfred Pöppel<br />
(Fachtierarztpraxis für Geflügel, Delbrück,<br />
Stellvertreter) besetzt. Prof. Hafez eröffnete<br />
die Mitgliederversammlung mit 65 wahlberechtigten<br />
Teilnehmern. Er berichtete<br />
über geschichtliche Entwicklungen sowie<br />
die Aktivitäten der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe. Nach<br />
Feststellung der Beschlussfähigkeit wurde<br />
Prof. Dr. Silke Rautenschlein als neue Fachgruppenleiterin<br />
gewählt und Dr. Pöppel als<br />
Stellvertreter bestätigt. Prof. Rautenschlein<br />
bedankte sich auch im Namen der Fachgruppenmitglieder<br />
und der <strong>DVG</strong> für das<br />
langjährige Engagement der beiden Kollegen<br />
und überreichte im Namen der <strong>DVG</strong> ein<br />
Geschenk. Insgesamt hat die Fachgruppe<br />
aktuell 405 Mitglieder (Stand Juni <strong>2020</strong>),<br />
davon haben 196 die Fachgruppe als Hauptfachgruppe<br />
gewählt. Im Anschluss an die<br />
Wahl wurde das Fachgespräch bis zum Folgetag<br />
fortgesetzt.<br />
Insgesamt besuchten das 97. Fachgespräch<br />
über Geflügelkrankheiten 187 Teilnehmer<br />
aus Deutschland, den deutschsprachigen<br />
Nachbarländern sowie den<br />
Niederlanden, Belgien und Frankreich und<br />
informierten sich zu unterschiedlichen,<br />
aktuellen Themen. Diese umfassten in 17<br />
Vorträgen Aspekte zur Infektionsmedizin,<br />
Tierschutz, Tierernährung aber auch rechtliche<br />
Neuerungen und wirtschaftliche<br />
Trends. Diese Tagung der Fachgruppe „Geflügelkrankheiten“<br />
findet traditionell<br />
zweimal im Jahr statt. Die Planungen für<br />
das 100. Fachgespräch sind schon in Vorbereitung,<br />
um mit den KollegInnen aus<br />
Wissenschaft, Praxis, Behörden und Industrie<br />
gemeinsam diesen „runden Geburtstag“<br />
zu würdigen.<br />
Prof. Dr. Silke Rautenschlein, Hannover<br />
Leiterin der Fachgruppe<br />
•<br />
ARBEITSGEBIET:<br />
GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />
FACHGRUPPE „ANATOMIE“<br />
Anatomie – ein totes Fach? Denkste …<br />
Die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
„Anatomie“ hatte zum Jahresbeginn beschlossen,<br />
nach langer Zeit wieder zu<br />
einer Fachgruppentagung in Leipzig am<br />
19. März <strong>2020</strong> einzuladen. Die Idee war<br />
vor allem dadurch motiviert, sich zu den<br />
aktuellen Themen Formaldehydreduktion<br />
und Tierkörperspenden auszutauschen.<br />
So der ursprüngliche Plan… Was im<br />
März dann tatsächlich die aktuellen Themen<br />
sein würden und auf welche Weise<br />
unsere Fachgruppentagung stattfinden<br />
würde, das hatte zu dem Zeitpunkt keiner<br />
von uns geahnt. So wie für die meisten<br />
Menschen drehte sich durch die Corona-Pandemie<br />
spätestens im März auch für<br />
uns die Welt auf links und es wurde klar,<br />
dass wir unsere Fachgruppentagung nicht<br />
wie geplant durchführen könnten.<br />
Wir waren uns jedoch schnell einig,<br />
dass unsere Tagung am 19. März <strong>2020</strong><br />
stattfinden sollte. Natürlich aber unter<br />
veränderten Bedingungen. Schnell waren<br />
Skype-Namen ausgetauscht, Accounts<br />
wieder reaktiviert und so wurde aus dem<br />
ursprünglich geplanten physischen Treffen<br />
ein Online-Meeting. Aber das war nicht<br />
das Einzige, das schnell und flexibel an die<br />
aktuellen Herausforderungen angepasst<br />
wurde. Angesichts der Tatsache, dass uns<br />
allen ein Sommersemester mit überwiegend<br />
oder sogar komplett digitaler Lehre<br />
bevorsteht, erschienen uns die avisierten<br />
18<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
KLINISCHE VETERINÄRMEDIZIN<br />
Tagesordnungspunkte nicht mehr wirklich<br />
passend. Schließlich ist digitale Lehre weder<br />
formaldehydbelastet noch von Tierkörperspenden<br />
abhängig… Aber von digitalen<br />
Lehr- und Lernmaterialien. Und so wurde<br />
bei der virtuellen Fachgruppentagung<br />
am 19. März, an der elf Anatom*innen von<br />
vier Standorten teilnahmen, die „Tauschbörse“<br />
digitaler Lehr- und Lernmaterialien<br />
ins Leben gerufen. Es war spannend zu sehen,<br />
wie viele E-Learning-Ressourcen an<br />
den verschiedenen Standorten schon existieren<br />
und wie gut wir uns im Austausch<br />
dieser Materialien ergänzen können. In<br />
den nächsten Tagen schritten alle direkt<br />
zur Tat und stellten Listen mit E-Learning-Materialien<br />
zusammen, so dass bei<br />
dem nächsten Online-Meeting, das schon<br />
am 1. April <strong>2020</strong> stattfand und an dem<br />
dann zwölf Anatom*innen von allen fünf<br />
Standorten teilnahmen, mit dem regen<br />
Austausch von digitalen Lernmaterialien<br />
begonnen wurde und weitere Ideen nur<br />
so sprudelten. Wir waren uns alle einig,<br />
dass diese fruchtbare Kooperation fortge-<br />
Nahmen online am Anatomie-Meeting teil (große Fotos von oben links im Uhrzeigersinn):<br />
Prof. Dr. Christiane Pfarrer, Dr. Anja Reinert, Dr. Giuliano Corte, Dr. Sven Reese sowie<br />
(Fotos oben am Bildrand v.l.n.r.) Prof. Dr. Johanna Plendl, Juliane Rieger, PhD, PD Dr. Daniela Fietz,<br />
Prof. Dr. Mondy Bahramsoltani, Prof. Dr. Johann Maierl, Dr. Dora Bernigau. Screenshot: Dora Bernigau<br />
führt werden muss. Und daher… das<br />
nächste Online- Date steht schon! Für den<br />
kommenden Herbst sind zudem Wahlen<br />
zur Leitung der Fachgruppe geplant.<br />
Prof. Dr. Mahtab Bahramsoltani, Berlin<br />
Dr. Dora Bernigau, Leipzig<br />
Interimsleitung der Fachgruppe<br />
•<br />
FACHGRUPPE „PATHOLOGIE“<br />
63. Jahrestagung und 25. Schnittseminar<br />
der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Pathologie“<br />
Die Corona-Pandemie hat zur Folge, dass<br />
zahlreiche Veranstaltungen, darunter auch<br />
Tagungen der <strong>DVG</strong>, nicht wie geplant stattfinden<br />
können. Die Tagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
„Pathologie“ vom 6. bis 8. März im<br />
Parkhotel Kolpinghaus in Fulda konnte noch<br />
durchgeführt werden – wobei die Präsentationen<br />
per Live Stream übertragen wurden,<br />
so dass auch Kolleginnen und Kollegen, die<br />
nicht nach Fulda kommen wollten oder<br />
konnten, die Chance zur Teilnahme hatten.<br />
Die meisten angemeldeten Teilnehmer waren<br />
jedoch vor Ort. Tagungs- und Fachgruppenleiter<br />
Prof. Dr. Andreas Beineke begrüßte<br />
die anwesenden sowie die zugeschalteten<br />
Kolleginnen und Kollegen herzlich.<br />
Schnittseminar<br />
Das Thema des diesjährigen Schnittseminars<br />
lautete „Pathologie des Harntraktes“.<br />
Referenten waren Prof. Dr. Marion Hewicker-Trautwein<br />
und Prof. Beineke (beide<br />
Hannover), die interessante Fälle und jeweils<br />
mehrere Differentialdiagnosen vorstellten.<br />
Die Teilnehmer konnten per Abstimmungsgerät<br />
eine davon wählen. Die<br />
korrekte Diagnose wurde direkt im Anschluss<br />
gezeigt und erläutert.<br />
Forensic evaluation of bruises<br />
in pigs<br />
Der erste Übersichtsvortrag wurde von<br />
Prof. Henrik E. Jensen, PhD (Kopenhagen,<br />
Die Referenten des Schnittseminars:<br />
Prof. Dr. Marion Hewicker-Trautwein und<br />
Prof. Dr. Andreas Beineke.<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 19
ARBEITSGEBIET:<br />
GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />
Tagungsort der Pathologen: das Parkhotel<br />
Kolpinghaus in Fulda.<br />
DK), zum Thema „Forensic evaluation of<br />
bruises in pigs“ gehalten. Prof. Jensen<br />
konnte wegen der Coronavirus-Situation<br />
nicht nach Deutschland reisen und war daher<br />
per Skype zugeschaltet. Er stellte in<br />
einer beeindruckenden Präsentation<br />
Untersuchungen zu Verletzungen von<br />
Schlachtschweinen dar, die eindeutig tierschutzgesetzwidriges<br />
Vorgehen belegten.<br />
So zeigten sie Fälle von Blutergüssen an<br />
Schweinen, die forensisch untersucht worden<br />
waren. Die Daten beinhalteten makroskopische<br />
und histologische Befunde<br />
sowie schriftliche Berichte. Die Zeit von<br />
der Abholung der Tiere auf den Höfen bis<br />
zur Lieferung zum Schlachthof war zusammen<br />
mit dem Zeitpunkt der Schlachtung<br />
aufgezeichnet worden. Auf den Fotos waren<br />
Hämatome, die auf ein stumpfes Trauma<br />
hinwiesen, deutlich zu erkennen. Dabei<br />
spiegelte das Muster der Blutergüsse<br />
das Objekt wider, das sie verursacht hatte,<br />
wie z. B. Ketten oder sogar Werkzeuge.<br />
Histologisch waren häufig Blutungen und<br />
Entzündungszell-Infiltrationen vorhanden.<br />
Das Alter der Blutergüsse konnte dabei<br />
überwiegend auf bis zu acht Stunden<br />
vor der Schlachtung eingegrenzt werden.<br />
Das Problem ist jedoch, dass die Täter<br />
meist schwer herauszufinden sind, da<br />
mehrere Personen in Frage kommen. Dennoch<br />
haben Polizei und Gerichte begrüßt,<br />
dass die gezeigten Nachweise geführt werden<br />
konnten.<br />
Weitere Übersichtsvorträge<br />
Weitere Übersichtsvorträge hielten Dr. Angele<br />
Breithaupt (Greifswald) zum Thema<br />
„ECVP Examen – soll ich mir das wirklich<br />
antun? Und Jobs in der Industrie für Pathologen<br />
– mehr als nur Mäuse-Lebern?“ sowie<br />
Prof. Dr. Jeroen Kortekaas (Lelystad, NL)<br />
über „Vertical transmission of zoonotic arboviruses“.<br />
Vortragsprogramm<br />
Dass durch pathologische Untersuchungen<br />
der Nachweis tierschutzrelevanter Tatbestände<br />
erbracht werden kann, zeigte<br />
u. a. auch der Vortrag von Dr. Martin Peters<br />
(Arnsberg) und Dr. Peter Wohlsein (Hannover)<br />
über die „Mutwillige Tötung eines<br />
Schafes mit einem Feuerlöscher“.<br />
In ihrer Präsentation „Sektion mit Kremierung<br />
des Tierkörpers – rechtliche und<br />
praktische Aspekte“ legte Dr. Christina<br />
Puff (Hannover) dar, dass die Sektion eines<br />
Klein- oder Heimtieres dem Wunsch des<br />
Besitzers nach Kremierung nicht entgegensteht.<br />
Sie stellte eine vom regulären<br />
Sektionsgang in einigen Bereichen abweichende<br />
Sektionstechnik vor (kosmetische<br />
Sektion), die den Verschluss des Tierkörpers<br />
zur anschließenden Kremierung ermöglicht.<br />
Eine entsprechende Sektion mit<br />
anschließender Probenentnahme ist bei<br />
nahezu allen Fragestellungen möglich, so<br />
dass die Akzeptanz einer Sektion des verstorbenen<br />
Tieres bei den Tierbesitzern erhöht<br />
wird.<br />
Die Vorträge wurden vor Ort gehalten und zusätzlich ….<br />
… live im Internet übertragen – für alle, die nicht in Fulda sein wollten<br />
oder konnten.<br />
20<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
Posterpräsentationen<br />
48 Poster ergänzten die Tagung und wurden<br />
von den Autoren wie gewohnt in ausführlichen<br />
Posterbegehungen erläutert.<br />
Als beste Poster wurden ausgezeichnet:<br />
1. Preis: Alina Katharina Langenhagen (Berlin):<br />
Der Hund aus der Havel – die Rätsel<br />
einer Wasserleiche<br />
2. Preis: Theresa Firsching (Berlin): Wildtierdramen<br />
aus dem 3D-Drucker<br />
ARBEITSGEBIET:<br />
GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />
Die Gewinnerin des 1. Posterpreises<br />
Alina Katharina Langenhagen mit Tagungsleiter<br />
Prof. Dr. Andreas Beineke.<br />
Die weiteren Vorträge gliederten sich<br />
in die Themenkomplexe „Klein- und Heimtiere“,<br />
„Wildtiere und Geflügel“, „Experimentelle<br />
Pathologie“ sowie „Groß- und<br />
Nutztiere“ und stellten die Ergebnisse aktueller<br />
Studien und Fallberichte vor.<br />
Die 64. Jahrestagung und das 26. Schnittseminar<br />
der Fachgruppe werden vom 5. bis<br />
6. März 2021 erneut im Parkhotel Kolpinghaus,<br />
Fulda, stattfinden. PD Dr. Heike Aupperle-Lellbach<br />
(Bad Kissingen) wird das<br />
Schnittseminar zum Thema „Pathologie<br />
des kardiovaskulären Systems“ leiten.<br />
Der Tagungsband mit den Abstracts der<br />
Vorträge und Poster ist für 10,00 Euro zzgl.<br />
3,00 Euro für Verpackung und Versand in<br />
Theresa Firsching (2. Posterpreis) mit<br />
Tagungsleiter Prof. Dr. Andreas Beineke.<br />
der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle erhältlich (info@<br />
dvg.de, Fax: 0641 25375).<br />
Dr. Marion Selig<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
Fotos: <strong>DVG</strong><br />
•<br />
FACHGRUPPE „IMMUNOLOGIE“<br />
Jahrestagung des Arbeitskreises Veterinärimmunologie<br />
Der Arbeitskreis Veterinärimmunologie –<br />
ein Arbeitskreis der Deutschen Gesellschaft<br />
für Immunologie, dem die <strong>DVG</strong>- Fachgruppe<br />
„Immunologie“ angehört – traf sich am 9.<br />
und 10. September 2019 in München. Organisiert<br />
wurde die Tagung des Arbeitskreises<br />
von Herrn Prof. Thomas Göbel und Herrn<br />
Prof. Bernd Kaspers an der Tierärztlichen Fakultät<br />
der Universität München.<br />
Insgesamt hatten sich 62 Teilnehmer<br />
aus Deutschland, Österreich, der Schweiz<br />
und den Niederlanden zur Tagung angemeldet.<br />
Die Teilnehmer kamen überwiegend<br />
von den veterinärmedizinischen Bildungsstätten<br />
und Einrichtungen im Bereich<br />
der Tiergesundheitsforschung, aber<br />
auch aus der Industrie. Das wissenschaftliche<br />
Programm bestand aus 22 Vorträgen<br />
und 16 Posterbeiträgen, denen viel Raum<br />
Die Teilnehmer der Veterinärimmunologie-Tagung 2019 – das Foto ist eindeutig noch vor der<br />
Corona-Pandemie entstanden. Foto: VIA<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 21
ARBEITSGEBIET:<br />
GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />
für Diskussionen eingeräumt wurde. Wie<br />
immer auf Tagungen der Veterinärimmunologen<br />
wurde ein breites Spektrum von<br />
Arbeiten an unterschiedlichen Haus- und<br />
Nutztierspezies vorgestellt. Besonders<br />
stark vertreten waren Beiträge zum Immunsystem<br />
beim Schwein und beim Huhn,<br />
daneben wurden aber auch Arbeiten am<br />
Fisch, am Hund und am Pferd vorgestellt.<br />
Dominierendes Thema bei allen Präsentationen<br />
waren Fragestellungen zur Wirt-Pathogen-Interaktion<br />
ökologisch und ökonomisch<br />
wichtiger Infektionserkrankungen<br />
viraler und bakterieller Genese. Ein Schwerpunkt<br />
waren in diesem Jahr Forschungsarbeiten<br />
zu Helmintheninfektionen an<br />
Mausmodellen und am Schwein. Darüber<br />
hinaus wurden mehrere Arbeiten zur immunsuppressiven<br />
Wirkung von Mycotoxinen<br />
im Tierfutter vorgestellt.<br />
Die Resonanz der Teilnehmer auf die<br />
Tagung war durchgehend positiv. Insbesondere<br />
die konstruktiven und offenen<br />
Diskussionen haben gerade die jüngeren<br />
Teilnehmer als Stärke der Tagung bewertet.<br />
Für die fachlichen Diskussionen aber<br />
auch für die Interaktion mit Kollegen aus<br />
anderen Einrichtungen bot das Abendessen<br />
in der Reitschule am Englischen Garten<br />
ein besonderes Ambiente.<br />
Die diesjährige Tagung des Arbeitskreises<br />
muss leider auf das nächste Jahr verschoben<br />
werden (Covid-19!). Weitere Informationen<br />
werden über die Homepage des<br />
AK unter http://www.vetimm.de/ bekannt<br />
gemacht.<br />
Prof. Dr. Bernd Kaspers (München)<br />
Prof. Dr. Susanne Hartmann (Berlin)<br />
Prof. Dr. Gottfried Alber (Leipzig) •<br />
FACHGRUPPE „GESCHICHTE DER VETERINÄRMEDIZIN“<br />
Was gibt es Neues aus der Fachgruppe Geschichte?<br />
Zum Geleit<br />
Unter den derzeit 40 Fachgruppen der <strong>DVG</strong><br />
(*1951) ist die Fachgruppe „Geschichte der<br />
Veterinärmedizin“ eine der ältesten. Sie<br />
wurde 1953 gegründet und widmet sich der<br />
Forschung, Fortbildung und Öffentlichkeitsarbeit<br />
im gesamten Themenspektrum<br />
der Kulturgeschichte der Tiermedizin. Die<br />
wissenschaftlichen Ziele der Fachgruppe<br />
haben sich mit den Jahren verändert. Heute<br />
steht die Erforschung der Tiermedizin als<br />
gesellschaftlich wichtiger Teilbereich der<br />
Mensch-Tier-Beziehung und damit der<br />
Kulturwissenschaften (Humanities) im<br />
Vordergrund. Mit seinen vielfältigen Bezügen<br />
zu Philosophie, Ethik, Kunst, Literatur<br />
und Sprache hat sich das Fach zu einer Vermittlungsdisziplin<br />
entwickelt, die Möglichkeiten<br />
der Reflexion und Standortbestimmung<br />
als kreative Basis für die<br />
Gestaltung der Gegenwart und Zukunft<br />
bieten kann. 1<br />
Dieser Sachverhalt war auch Hauptthema<br />
der 20. Jahrestagung der Fachgruppe am<br />
15. und 16. November 2019 im ECC Berlin mit<br />
dem Titel „Zukunft braucht Vergangenheit:<br />
1 Vgl. Johann Schäffer (2019): Gasteditorial. In:<br />
Deutsches Tierärzteblatt 67 (2), 177.<br />
Die Bedeutung der Geschichtsforschung für<br />
die Tiermedizin“. Mehr als 25 Vorträge und<br />
Poster konnten die thematische Vielfalt der<br />
Aspekte zeigen, welche die Veterinärhistoriographie<br />
für das (Selbst)Verständnis der<br />
Tiermedizin und ihrer Disziplinen, aber auch<br />
ihrer Fachgesellschaften und Berufsverbände<br />
beitragen kann. In diesem Rahmen und<br />
vor internationalem Publikum wurde auch<br />
an die Bedeutung der <strong>DVG</strong> als der Initiatorin<br />
und Trägerorganisation der Geschichtstagungen<br />
erinnert (siehe Übersicht).<br />
1953 Bad Nauheim, Germany: Founding<br />
of the ‚History Section‘ of the German<br />
Veterinary Medical Society<br />
q 2019 q 66 years<br />
1964 Hannover, Germany: The worldwide<br />
first conference on veterinary history,<br />
organized by the ‚History Section‘ of<br />
the German Veterinary Medical Society<br />
q 2019 q 55 years<br />
1969 Hannover, Germany: Founding of<br />
the World Association for the History of<br />
Veterinary Medicine (WAHVM), organized<br />
by the ‚History Section‘ of the German<br />
Veterinary Medical Society<br />
q 2019 q 50 years<br />
Apropos 20. Jahrestagung, das mag manchen<br />
verwundern, bestand die Fach gruppe<br />
doch bereits seit 66 Jahren. Dieses Zahlenrätsel<br />
ist rasch geklärt: Das 1. Symposion<br />
der Fachgruppe, das zugleich eine Weltpremiere<br />
war, fand erst elf Jahre nach ihrer<br />
Gründung im Jahr 1964 statt (siehe nächstes<br />
Kapitel).<br />
Auf dem 6. Symposion im Jahr 1969<br />
wurde die „Welt-Gesellschaft für Geschichte<br />
der Veterinärmedizin“ (WAHVM)<br />
gegründet. Die <strong>DVG</strong> war zwar weiterhin<br />
maßgeblicher Mitveranstalter der nunmehr<br />
„internationalen“ Tagungen, die Bedeutung<br />
der Fachgruppe auf nationaler<br />
Ebene ging aber stetig zurück. Nach dezidierten<br />
Reformvorschlägen von Nachwuchswissenschaftlern<br />
kam es 1990 auf<br />
dem 24. Symposion in Karlsruhe zur organisatorischen<br />
Loslösung von der WAHVM<br />
(seit 1993 dann Dachverband) und zur Reaktivierung<br />
und programmatischen Neuorientierung<br />
der Fachgruppe, verbunden<br />
mit einem Neubeginn der Tagungszählung<br />
(Nr. 1 fand 1992 in der Tierärztlichen<br />
Ambulanz Schwarzenbek statt).<br />
Summa summarum blickt die Fachgruppe<br />
bis heute also auf 24 + 20 = 44<br />
Fachtagungen zurück (seit 2005 alter-<br />
22<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />
nierend im Zweijahresturnus mit der<br />
WAHVM). 2<br />
Rückblick: Die erste <strong>DVG</strong>-Tagung<br />
über Geschichte der Tiermedizin<br />
im Jahr 1964 – eine Welt-Premiere 3<br />
„Mut zur Geschichte“ lautete der Titel<br />
eines Bestsellers des Erlanger Historikers<br />
Hellmut Diwald (1985). Mut zur Geschichte<br />
bewiesen auch zwei Tierärzte und Mitglieder<br />
der <strong>DVG</strong> im Jahr 1964. Wilhelm<br />
Rieck und Ernst-Heinrich Lochmann organisierten<br />
an der Tierärztlichen Hochschule<br />
Hannover das weltweit erste Symposion<br />
für Geschichte der Tiermedizin. Prof. Dr.<br />
med. vet. habil. Dr. med. Wilhelm Rieck,<br />
der erste habilitierte Tiermedizinhistoriker<br />
und Gründer des Veterinärhistorischen Seminars<br />
in Berlin (1931), war 1959 in der<br />
Nachfolge von Wilhelm Pschorr (München)<br />
zum Leiter der „Fachgemeinschaft [heute<br />
Fachgruppe] Geschichte der Veterinärme-<br />
2 Vgl. den Fachgruppenflyer auf https://www.<br />
vethis.de/index.php/dvg-fachgruppe.html<br />
3 Auszüge aus dem Einführungsreferat zur<br />
20. Geschichtstagung 2019 im ECC Berlin von<br />
Johann Schäffer (Abstract in den Tagungsunterlagen<br />
2019, hrsg. J. Schäffer, Verlag der<br />
<strong>DVG</strong> Service GmbH, Gießen, 11-15). Eine ausführliche<br />
Fassung des Beitrags auf der Grundlage<br />
der archivalischen Quellen erscheint im<br />
Tagungsband <strong>2020</strong>. Auf Quellen- und Literaturangaben<br />
wird hier deshalb weitgehend<br />
verzichtet.<br />
Abb. 1: Erinnerung an die Pioniere: Wilhelm Rieck (1893-1991) und Ernst-Heinrich Lochmann<br />
(1926–2013) (Photos und Collage J. Schäffer 2019).<br />
dizin“ der <strong>DVG</strong> gewählt worden. Dr. med.<br />
vet. Ernst-Heinrich Lochmann war Leiter<br />
der Presse- und Protokollstelle und Leiter<br />
des 1963 gegründeten „Fachgebiets Geschichte<br />
der Veterinärmedizin“ der TiHo<br />
Hannover.<br />
Der Beginn der Planungen zur Organisation<br />
der ersten Geschichtstagung liegt<br />
ziemlich im Dunkeln. Die Zeitumstände<br />
waren aber besonders günstig, denn 1963<br />
hatte in Hannover zum ersten Mal seit<br />
1863 wieder in Deutschland ein Welt-Tierärztekongress<br />
stattgefunden, und anlässlich<br />
solcher Ereignisse besinnt man sich<br />
stets auch seiner Geschichte. Die offizielle<br />
Organisation des Symposions startete<br />
sogleich mit einer Panne, denn im Anschreiben<br />
und in der Einladung standen<br />
verschiedene Termine. Im Anschreiben<br />
war Dienstag, der 7. Juli 1964, in der Einladung<br />
Donnerstag, der 9. Juli 1964 als Veranstaltungstag<br />
angegeben. Im Verlauf<br />
des Monats Juni 1964 erhielten dann alle<br />
Mitglieder der <strong>DVG</strong> ein Rundschreiben mit<br />
vereinsinternen Nachrichten, u. a. auch<br />
mit dem berichtigten Hinweis: „Die Fach-<br />
Abb. 2a & b: Wilhelm Rieck korrespondierte nur handschriftlich. Für den Ablauf der Organisation bezeichnend ist diese Zettelinformation an<br />
E.-H. Lochmann, in der ihm Rieck zwei Tage vor dem Symposion mitteilt, dass als weiterer Redner der Virologe Dr. Marian Horzinek teilnehmen wird.<br />
Erst jetzt teilte Rieck auch seine eigenen Vortragsthemen mit: „1.) Die ältesten Veterinärscholaren von Lyon, ½ Std., 2.) zur veterinärhistorischen Forschung,<br />
½ Std., auch länger. weitere Themen bringe ich noch mit. Mit freundlichen Grüßen und Dank für Ihre Mühewaltung Ihr alter Wilhelm Rieck“ (Rieck an<br />
Lochmann am 5. Juli 1964, TiHoA 28.1.3; Rieck war 71 Jahre alt) (Photos: J. Schäffer 2019).<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 23
ARBEITSGEBIET:<br />
GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />
gemeinschaft ‚Geschichte der Veterinärmedizin‘<br />
führt am 7. Juli 1964 ein Symposion<br />
in Hannover durch“ (TiHoA 28.1.3). Für<br />
den <strong>DVG</strong>-Vorstand unterzeichnet wurde<br />
das Rundschreiben von den Gießener Professoren<br />
Heinrich Müller (Schriftführer)<br />
und Heinrich Geißler (Schatzmeister). Erster<br />
Vorsitzender der <strong>DVG</strong> war damals Prof.<br />
Dr. Martin Lerche (1892–1980). 4<br />
Dieses weltweit erste Symposion über<br />
Geschichte der Veterinärmedizin im Jahr<br />
1964 war der Beginn der bis heute konti-<br />
4 Vgl. Marion Selig (2017): Die Deutsche<br />
Veterinärmedizinische Gesellschaft (<strong>DVG</strong>)<br />
im Spiegel der Wissenschaftsentwicklung<br />
(1972–2016). Hannover, Tierärztliche<br />
Hochschule, Diss., Verlag der <strong>DVG</strong> Service<br />
GmbH, Gießen, 23 und Anhang 17.2.<br />
nuierlich fortgesetzten Tagungen der<br />
<strong>DVG</strong>-Fachgruppe Geschichte. Eine Episode<br />
am Rande des ersten Symposions bietet<br />
Anlass zum Schmunzeln: Das „finale“ Tagungsprogramm<br />
(Abb. 3) weicht von dem<br />
nach dem Symposion von Veterinärrat i. R.<br />
Dr. Eberhard Haendler (Berlin) zusammengestellten<br />
Bericht für die tierärztliche<br />
Fachpresse in etlichen Punkten ab. 5 So<br />
sprach Wilhelm Rieck offenbar nicht – wie<br />
angekündigt (Abb. 2b und 3) – über „Die<br />
ältesten Veterinärscholaren von Lyon 1761–<br />
1791“, sondern er hielt den Abschlussvortrag<br />
mit dem Titel „Anfänge der rektalen<br />
5 Zusammenstellung der Autorreferate (sofern<br />
damals vorhanden) durch Eberhard Haendler<br />
im Oktoberheft der Zeitschrift „Der praktische<br />
Tierarzt“ (1964, 462–463).<br />
Abb. 4: Ausschnitt aus der mehrspaltigen<br />
Pressemitteilung von Eberhard Haendler, die<br />
neben den Autorreferaten auch die Resolution<br />
der „Fachgemeinschaft Geschichte“ an das<br />
Präsidium der <strong>DVG</strong> enthielt (In: Der praktische<br />
Tierarzt 1964, Heft 10, 462–463, hier 463).<br />
Abb. 3: Das „finale“ Programm des 1. Geschichtssymposions am 7. Juli 1964 in der Klinik für kleine<br />
Klauentiere und Ambulatorischen Klinik der TiHo Hannover. Die Redner waren: Joachim Boessneck<br />
(München), Eberhard Haendler (Berlin), Wilhelm Rieck (Bad Oeynhausen), Hemuth Schulz (Halle /<br />
Wf.), Marian Horzinek (Hannover), Pfarrer Rudolf Naumann (Stockholm (S)), Ernst-Heinrich Lochmann<br />
(Hannover) (TiHoA 28.1.3, Photos: J. Schäffer 2019).<br />
Untersuchung bei Mensch und Pferd aus<br />
historischer Sicht“ (Abb. 4). – Dies war typisch<br />
für den Nestor der deutschsprachigen<br />
Veterinärhistorik, ad hoc ein Thema<br />
aufzugreifen und darüber aus dem Stegreif<br />
faszinierend zu referieren.<br />
Ein damals zukunftweisendes Ergebnis<br />
dieses 1. Symposions, an dem übrigens<br />
auch Helmut Scheunemann, der damalige<br />
Pressereferent und spätere Präsident<br />
der Deutschen Tierärzteschaft teilgenommen<br />
hat, war die Abfassung einer Resolution<br />
mit dem Wortlaut: „Das Fachgebiet<br />
‚Geschichte der Veterinärmedizin‘ soll an allen<br />
vier tierärztlichen Bildungsstätten der<br />
Bundesrepublik und Westberlins als selbständiges<br />
Lehrfach mehr als bisher gefördert<br />
werden“ (Abb. 4). – Angesichts der<br />
ökonomisch-utilitaristischen Entwicklung<br />
an den tierärztlichen Ausbildungsstätten<br />
Deutschlands kann man sich aus<br />
heutiger Sicht für die Zukunft nur eines<br />
24<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
GRUNDLAGENWISSENSCHAFTEN<br />
wünschen: Lang lebe die <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
„Geschichte der Veterinärmedizin“!<br />
Das neue Logo der Fachgruppe<br />
Die Erde dreht sich weiter und es gilt: „Alles<br />
auf dieser Welt hat eine historische<br />
Perspektive“ (Schäffer 2019). Seit März<br />
<strong>2020</strong> hat die Fachgruppe ein neues Logo<br />
und Banner. In seiner elementaren<br />
Schlichtheit und in den <strong>DVG</strong>-Farben Grün<br />
und Blau spricht dieses Logo für sich<br />
selbst (Abb. 5): Ein aufgeschlagenes Buch,<br />
linksseitig das <strong>DVG</strong>-Logo, rechtsseitig die<br />
wohl symbolträchtigste Eulenart der<br />
Welt, der Steinkauz (Athene noctua) 6 , darüber<br />
der Schriftzug VETerinary HIStory<br />
als international gebräuchliche Fachbezeichnung,<br />
die in Großbuchstaben die<br />
Internetadresse der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe enthält.<br />
Diese Homepage www.vethis.de<br />
wird seit ihrer Gründung im Jahr 2005 vom<br />
Leiter der Fachgruppe privat betrieben<br />
und finanziert. Seit Eintritt in den Ruhestand<br />
besteht mit der Leitung des mittlerweile<br />
stillschweigend aufgelösten Geschichtsinstituts<br />
der TiHo Hannover keine<br />
Personalunion mehr. So kann die Homepage<br />
allein von der Fachgruppe als Informationsplattform<br />
genutzt werden.<br />
Mehr als zwei Wochen wurde an Idee,<br />
Entwurf und Ausgestaltung des Logos gefeilt.<br />
7 Das Ergebnis ist eine Assoziation<br />
von Intellektualität und Rationalität, von<br />
Wissenschaft und Besonnenheit, basiert<br />
doch Geschichtsforschung vorrangig auf<br />
der Dokumentation und Interpretation<br />
von Schrift- und Bildquellen mit dem Ziel,<br />
historische Ereignisse oder Entwicklungen<br />
kritisch zu verstehen und möglichst objektiv<br />
darzustellen. Ziel ist es, der ge-<br />
6 Dazu https://de.wikipedia.org/wiki/<br />
Eule_der_Minerva; https://de.wikipedia.org/<br />
wiki/Athene; https://www.eulenwelt.de/<br />
mythologie.htm (Datum des Zugriffs<br />
31.03.<strong>2020</strong>).<br />
7 Ein großer Dank an die Mitarbeiterinnen der<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle Dr. Maren Bludau und<br />
Kathrin Hund in Gießen sowie an Dirk Löwke in<br />
Friedeburg für ihre konstruktive und effiziente<br />
Mitarbeit an der Realisierung des Vorhabens.<br />
Abb. 5: Das neue Logo der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
Geschichte seit März <strong>2020</strong> (Entwurf und<br />
Ausführung: Maren Bludau, Kathrin Hund,<br />
Dirk Löwke und Johann Schäffer).<br />
schichtlichen Wahrheit so nahe wie möglich<br />
zu kommen. 8<br />
Als künstlerisches Vorbild für die sog.<br />
Eule der Weisheit, ein Attribut der griechischen<br />
Göttin Pallas Athene, diente die Darstellung<br />
eines Steinkauzes auf einer attischen<br />
4-Drachmen-Münze aus der Zeit<br />
um 410 v. Chr. (Abb. 6). Seit dem Jahr 2002<br />
ziert dieses Motiv auch die Bildseite der<br />
griechischen 1-Euro-Münze. Wer ein paar<br />
Minuten googelt, wird es gleich bemerken:<br />
Die meisten Stilisierungen der Athene<br />
noctua (‚nächtliche Athene‘), die von allen<br />
möglichen Organisationen verwendet<br />
werden, erinnern eher an Waldohreulen<br />
oder an Uhus. Der Steinkauz hat aber nun<br />
mal keine Federohren und auch keine Federbeine.<br />
So haben wir uns ganz bewusst<br />
an der weltbekannten Darstellung auf der<br />
altgriechischen Münze orientiert.<br />
Vorschau: Von Gutenberg bis<br />
Facebook: Tiermedizin in den<br />
Medien<br />
Die nächste und damit 21. Tagung wird am<br />
19. und 20. November 2021 im ECC Berlin<br />
stattfinden. Das Rahmenthema der Tagung<br />
wird sein: „Von Gutenberg bis Face-<br />
8 Es existiert eine schier unüberschaubare Fülle<br />
an Definitionen, u. a. https://de.wikipedia.<br />
org/wiki/Geschichtswissenschaft (Datum des<br />
Zugriffs 26.03.<strong>2020</strong>).<br />
Abb. 6: Rückseite einer 4-Drachmen-Münze (Tetra -<br />
drachmon, attisch, um 410 v. Chr.). Steinkauz und<br />
Ölzweig sind Attribute der griech. Göttin Athene<br />
(A Th E, die drei ersten Buchstaben des Namens<br />
Athene) (https://commons.wikimedia.org/wiki/<br />
Category:Athenian_tetradrachm?uselang=de,<br />
Datum des Zugriffs 31.03.<strong>2020</strong>).<br />
book: Tiermedizin in den Medien“. Ziel ist<br />
es, den facettenreichen Weg zu erkunden,<br />
den die Tiermedizin seit der Erfindung des<br />
Buchdrucks bis in die Social Media der<br />
Gegenwart gegangen ist. Bis Ende des 18.<br />
Jahrhunderts ließen sich fachliche Inhalte<br />
und Nachrichten aus Wissenschaft und<br />
Praxis nur über die Printmedien Buch und<br />
Plakat verbreiten. Periodisch erscheinende<br />
Fachzeitschriften für Tiermedizin wurden<br />
erst Anfang des 19. Jahrhunderts gegründet.<br />
Das Schweizer Archiv für Tierheilkunde<br />
(*1816) ist das älteste Periodikum für<br />
Tiermedizin der Welt. Audiovisuelle Medien<br />
wie Film, Hörfunk und Fernsehen<br />
prägten die Medienkultur in der zweiten<br />
Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Internet<br />
als die jüngste und heute allgegenwärtige<br />
Erfindung der Medienkultur vereint alle<br />
bisher dagewesenen Möglichkeiten zur<br />
Kommunikation für die Aus-, Fort- und<br />
Weiterbildung, die Einrichtung von Online-Sprechstunden<br />
für Tierärzte und vieles<br />
andere mehr. – „Webinar“ könnte das<br />
Wort des Jahres <strong>2020</strong> werden.<br />
Univ.-Prof. Dr. Dr. Johann Schäffer (i. R.)<br />
Leiter der Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“<br />
www.vethis.de<br />
•<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 25
ARBEITSGEBIET:<br />
INFEKTIONSMEDIZIN UND HYGIENE<br />
Tagungen des Arbeitsgebietes „Infektionsmedizin und Hygiene“ – Termine<br />
Die Tagungen einiger Fachgruppen des<br />
Arbeitsgebietes „Infektionsmedizin und<br />
Hygiene“ konnten wegen der Corona-Pandemie<br />
nicht durchgeführt werden. Sie finden<br />
nun im kommenden Jahr statt. Hier<br />
ist eine Übersicht über die geplanten Termine<br />
der Fachgruppen<br />
q Fachgruppe „Bakteriologie und Mykologie“<br />
Die im Juni geplante Tagung musste abgesagt<br />
werden. Ob sie 2021 stattfinden wird,<br />
ist noch nicht gesichert.<br />
q Fachgruppe „Parasitologie und parasitäre<br />
Krankheiten“<br />
Neuer Termin: 28.–30.06.2021, Herrsching<br />
am Ammersee<br />
q Fachgruppe „Tropenveterinärmedizin<br />
und Internationale Tiergesundheit<br />
(TVMIT)“<br />
Die Tagung findet voraussichtlich im<br />
Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet- Congresses vom<br />
16.–17.10.<strong>2020</strong> statt. Die Themen lauten:<br />
Sustainable use of natural resources, Zoonosen.<br />
q Fachgruppe „Tierseuchen“<br />
Die Tagung findet alle zwei Jahre statt und<br />
wird wie vorgesehen vom 26.–27.05.2021 in<br />
Berlin durchgeführt.<br />
q Fachgruppe „AVID“, Thema: Virologie<br />
Neuer Termin: 15.–17.09.2021, Kloster Banz<br />
Weitere Informationen:<br />
www.dvg.de, Tagungen, Termine<br />
•<br />
KONS<br />
LIAR<br />
Labor<br />
KONSILIARLABORE DER <strong>DVG</strong><br />
Aktuelle Berichte der Konsiliarlabore<br />
Im Jahr 2016 benannte die <strong>DVG</strong> erstmals<br />
Konsiliarlabore zur qualitätsgesicherten<br />
Diagnostik von Infektionserregern. Insgesamt<br />
wurden bislang 12 Konsiliarlabore<br />
benannt. Weitere Labore wurden ausgeschrieben<br />
und werden voraussichtlich in<br />
Kürze ebenfalls benannt werden.<br />
Die Diagnostik von nach dem Tiergesundheitsgesetz<br />
anzeige- oder meldepflichtigen<br />
Tierseuchen wird von Nationalen<br />
Referenzlaboren vorgenommen. Bei<br />
nicht anzeige-, melde- oder untersuchungspflichtigen<br />
tierpathogenen Erregern, Zoonoseerregern<br />
oder lebensmittelübertragenen<br />
Pathogenen ist seit dem Inkrafttreten<br />
des Tiergesundheitsgesetzes 2014 eine unabhängige<br />
Qualitätskontrolle der Diagnostik<br />
nicht mehr vorgeschrieben. Daher besteht<br />
hier ein Bedarf an externer Qualitätssicherung.<br />
Diese Lücke wird durch die<br />
Konsiliarlabore der <strong>DVG</strong> geschlossen.<br />
Die Aufgaben der <strong>DVG</strong>-Konsiliarlabore<br />
umfassen unter anderem die Qualitätssicherung<br />
der Erregerdiagnostik<br />
z. B. durch die Bereitstellung von Referenzmaterial<br />
oder die Durchführung von<br />
Ringversuchen, die Weiter- und Neuentwicklung<br />
diagnostischer Verfahren, eine<br />
Mitwirkung bei der epidemiologischen<br />
Bewertung des Erregers, die Durchführung<br />
von wissenschaftlichen Studien<br />
zum Erreger und die fachliche Beratung<br />
der Tierärzte, Tiergesundheitsdienste,<br />
tiermedizinischen Fachgesellschaften,<br />
zuständigen Veterinärbehörden der Länder,<br />
des Bundesministeriums für Ernährung<br />
und Landwirtschaft, der Bundesforschungsinstitute<br />
und -ämter sowie ähnlicher<br />
Einrichtungen.<br />
Die Konsiliarlabore erstellen jährliche<br />
Tätigkeitsberichte, die auf der <strong>DVG</strong>-Webseite<br />
veröffentlicht werden. Die Berichte<br />
sind unter dem unten stehenden Link zu<br />
finden, ebenso wie die benannten Labore<br />
und weitere Informationen:<br />
q www.dvg.de, Konsiliarlabore •<br />
26<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />
FACHGRUPPE „ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG“<br />
51. Internationale Tagung Angewandte Ethologie<br />
Vom 28. bis 30. November 2019 fand in<br />
Freiburg im Breisgau die 51. Internationale<br />
Tagung „Angewandte Ethologie“ der<br />
<strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Ethologie und Tierhaltung“<br />
statt. Im Historischen Kaufhaus auf<br />
dem Münsterplatz, dem seit Jahren bewährten<br />
Tagungsort, begrüßte Prof. Dr.<br />
Dr. Michael Erhard (München), Leiter des<br />
Arbeitsgebietes „Tierschutz, Ethologie und<br />
Tierhaltung“, rund 170 Teilnehmer aus<br />
Deutschland, Österreich und der Schweiz.<br />
Prof. Erhard hob dabei die wissenschaftsübergreifende<br />
und internationale<br />
Ausrichtung der Freiburger Tagung und<br />
das Engagement der Fachgruppe hervor.<br />
Sein besonderer Dank ging an Tagungsleiterin<br />
PD Dr. Elke Rauch (München), die in<br />
Nachfolge für Dr. Ursula Pollmann (Freiburg)<br />
erstmals – und mit viel Engagement<br />
und Knowhow – die Freiburger Veranstaltung<br />
organisiert hatte.<br />
Die Intention der Freiburger Tagung<br />
ist, mit den vorgestellten neuesten Ergebnissen<br />
aus der Forschung im Bereich der<br />
angewandten Ethologie zu Verbesserungen<br />
des Tierwohls bei der Haltung und<br />
Nutzung von Tieren beizutragen. Dabei<br />
sind der interdisziplinäre Austausch und<br />
die Vernetzung hilfreich – so waren unter<br />
den Teilnehmern und Referenten außer<br />
Veterinärmedizinern auch Biologen und<br />
Agrarwissenschaftler.<br />
Aktuelles aus dem Ministerium<br />
Zum Auftakt berichtete Dr. Nicole Schertl<br />
(Bonn) aus dem Tierschutzreferat des Bundesministeriums<br />
für Ernährung und Landwirtschaft<br />
(BMEL).<br />
Hinsichtlich der Haltung von Schweinen<br />
ging sie auf die betäubungslose Ferkelkastration<br />
ein, die nach wie vor ein aktuelles<br />
Thema und ab 1. Januar 2021 endgültig<br />
verboten ist. Was die Kastenstände<br />
betrifft, habe das BMEL einen Verordnungsentwurf<br />
vorgelegt. Dieser umfasse<br />
auch den Abferkelbereich, die Verkürzung<br />
der Fixationszeit auf maximal acht Tage<br />
sowie drei Größen von Kastenständen abhängig<br />
von der Größe der Sau. Die Übergangsfristen<br />
legte das Ministerium mit<br />
zwölf bis 17 Jahren fest.<br />
Zweites großes Thema ihrer Ausführungen<br />
war der Verzicht auf das Schwänzekupieren.<br />
Die Tierschutzreferentin informierte<br />
darüber, dass die EU-Kommission<br />
ein Verbot nach EU-Recht durchsetzen<br />
möchte und diesbezüglich einen Aktionsplan<br />
von den Mitgliedsstaaten fordert.<br />
In einem dritten Komplex thematisierte<br />
Dr. Schertl die Langstreckentransporte<br />
von Tieren – hier signalisiert das BMEL seinen<br />
Einsatz für die kompromisslose Umsetzung<br />
der Transportbestimmungen.<br />
„Bund und Länder haben vereinbart, vorliegende<br />
Informationen zur Situation an<br />
den Exportrouten, zum Beispiel zum Vorhandensein<br />
oder Nichtvorhandensein von<br />
Versorgungsstellen, in einer Datenbank zu<br />
sammeln. Diese Daten sollen den Behörden<br />
dann für Plausibilitätsprüfungen zur<br />
Verfügung gestellt werden“, führte Schertl<br />
aus.<br />
Weitere Themen des Vortrags von Dr.<br />
Schertl waren das Tierwohlkennzeichen<br />
sowie das Töten von Eintagsküken. Maximalziel<br />
von Bundesministerin Julia Klöckner<br />
sei, Ende 2021 das Töten männlicher<br />
Küken zu beenden.<br />
Billo Heinzpeter Studer ging auf das Wohl von<br />
Fischen ein.<br />
Wohl von Fischen<br />
Neben Vorträgen in den Themenblöcken<br />
„Puten“, „Legehennen“, „Milchkühe“ „Kalb“,<br />
„Schwein“ und „Propädeutik und Pferd“ sowie<br />
„Digital Farming“ und „Personality und<br />
Mensch-Tier-Beziehung“ ging es diesmal<br />
auch um das Wohl von Fischen. Billo Heinzpeter<br />
Studer (Monfacione, Italien) stellte die<br />
„Erarbeitung von praxistauglichen Fischwohl-Kriterien<br />
für die Aquakultur“ vor. Der<br />
Referent ist Sozialwissenschaftler, Autor,<br />
Direktor der fischethologischen Datenbank<br />
„FishEthoBase.net“ und Gründer des Vereins<br />
„fair-fish“, der sich dem Tierschutz bei<br />
Fischen, insbesondere bei Speisefischen,<br />
verschrieben hat. In seinen Ausführungen<br />
wies er auf das große Missverhältnis hin,<br />
das zwischen der extrem anwachsenden<br />
Aquakultur, deren Anzahl an Spezies die terrestrische<br />
Nutztierhaltung um das 18-fache<br />
übertrifft, und dem lange missachteten<br />
Fischwohl besteht. Wie Studer ausführte,<br />
existieren weltweit keine Richtlinien, die<br />
eine Orientierung für die Verbesserung des<br />
Fischwohls verschiedener Arten geben und<br />
zugleich im Rahmen eines Zertifizierungssystems<br />
auditiert werden können. Eine Ausnahme<br />
bilden hier lediglich die Guidelines<br />
des britischen Tierschutzverbandes „Royal<br />
Society for the Prevention of Cruelty to Animals<br />
(RSPCA)“ für Atlantiklachs und Regenbogenforelle.<br />
Daher sollen Fischwohl-Kriterien<br />
entwickelt werden. Als Grundlagen<br />
dienen laut Studer die in „FishEthoBase.<br />
net“ dargestellten wissenschaftlichen Erkenntnisse.<br />
Dass bezüglich tiergerechter<br />
Hälterung, humaner Schlachtung oder Betäubung<br />
der Fische etwas geschehen muss,<br />
sei mittlerweile auch den Firmen klar: „Das<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 27
ARBEITSGEBIET:<br />
TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />
Lea Benner machte Ausführungen zur Tiergerechtheit im Umgang mit<br />
Hunden in der veterinärmedizinischen Ausbildung.<br />
Die Teilnehmer im vollbesetzten Saal beteiligten sich mithilfe eines<br />
Wurfmikrofons rege an der Diskussion.<br />
Fischwohl wird zunehmend Nachfrage erfahren,<br />
denn die Verbraucher sind nicht<br />
mehr bereit, das Leiden der Fische in Kauf<br />
zu nehmen.“<br />
Mehr Tierschutz in der Lehre<br />
Eines ambitionierten Themas hatte sich<br />
auch Lea Benner (Gießen) angenommen:<br />
Unter dem Titel „Propädeutik – Quo vadis?<br />
Tiergerechtheit im Fokus der veterinärmedizinischen<br />
Ausbildung“, beleuchtete sie<br />
den Umgang mit Hunden der Rasse Beagle<br />
in der veterinärmedizinischen Ausbildung.<br />
Mit einem kritischen Blick auf das<br />
Fach Propädeutik, des ersten Tierkontakts<br />
im Studium, wurde im Ergebnis das Curriculum<br />
in diesem Fach an der Justus-Liebig-Universität<br />
Gießen umstrukturiert.<br />
Ziel war, die Aufmerksamkeit der Studierenden<br />
auf das Ausdrucksverhalten der<br />
Hunde zu lenken. Denn in den Übungssituationen<br />
zeigen die zum Einsatz kommenden<br />
Beagles unterschiedlich stark<br />
ausgeprägtes Meidungsverhalten, wobei<br />
Erstarren und Beschwichtungsgesten<br />
deutlich überwiegen. „Unser Ziel ist, das<br />
Meidungsverhalten der Hunde abzubauen<br />
und die Studierenden von Beginn an darin<br />
zu schulen, die individuellen Persönlichkeitsunterschiede<br />
der Tiere sicher zu erkennen<br />
und darauf reagieren zu können“,<br />
erklärte Benner. Darum erhalten die Studierenden<br />
bereits in der Vorklinik Vorlesungen<br />
in Tierschutz und Ethologie. Im<br />
Anschluss folgt ein sogenanntes Medical<br />
Training: Den Studierenden werden Kenntnisse<br />
aus den Bereichen des Lernverhaltens<br />
und Trainings von Tieren vermittelt,<br />
um den Transfer zur tierärztlichen Praxis<br />
zu schaffen.<br />
Der wissenschaftliche Nachwuchs<br />
im Fokus<br />
Im Rahmen der Vorstellung der aktuellen<br />
Forschungsvorhaben durch Promovierende<br />
referierten insgesamt 13 junge Tierärztinnen<br />
jeweils drei Minuten zu ihren Projekten.<br />
Das Spektrum reichte dabei von<br />
den Belastungen beim Trockenstellen von<br />
Milchkühen (Humboldt-Universität zu Berlin),<br />
den Auswirkungen von Duschen auf<br />
Die Präsidentin der IGN, Dr. Anna-Caroline Wöhr,<br />
ehrte Prof. Dr. Andreas Steiger mit der Statue<br />
„Der gute Hirte“.<br />
das Wohlbefinden von Ziegen (Universität<br />
für Bodenkultur Wien) und der automatisierten<br />
Früherkennung von Schwanzbeißen<br />
beim Schwein (Friedrich-Loeffler-<br />
Institut Celle) bis zu Untersuchungen des<br />
Verhaltens von Tierschutzhunden aus dem<br />
Ausland, die sechs Monate in einer Familie<br />
leben (Ludwig-Maximilians-Universität<br />
München, unterstützt vom Deutschen<br />
Tierschutzbund).<br />
Preis der Internationalen<br />
Gesellschaft für Nutztierhaltung<br />
Im Rahmen der Tagung wurde auch der<br />
mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Forschungspreis<br />
der Internationalen Gesellschaft<br />
für Nutztierhaltung (IGN) vergeben.<br />
Als einziger Preis seiner Art im deutschsprachigen<br />
Raum richtet er sich an Nachwuchswissenschaftler,<br />
die herausragende<br />
und anwendungsorientierte Arbeiten zur<br />
Förderung der artgerechten Nutztierhaltung<br />
veröffentlicht haben. Mit jeweils<br />
4.000 Euro wurden in diesem Jahr ausgezeichnet:<br />
• Dr. Christina Rufener für ihre 2018 von<br />
der Universität Bern angenommene<br />
Dissertation „Keel bone fractures in<br />
laying hens – Effects on individual productivity<br />
and mobility“<br />
• Dr. Annika Krause für ihre 2019 am<br />
Leibniz-Institut für Nutztierbiologie<br />
Dummerstorf fertiggestellte und an<br />
28<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
ARBEITSGEBIET:<br />
TIERSCHUTZ, ETHOLOGIE UND TIERHALTUNG<br />
der Universität Rostock eingereichte<br />
Dissertation „Affective-autonomic states<br />
of domestic pigs in the context of coping<br />
and animal welfare“<br />
Ein Preisgeld von 2.000 Euro ging an:<br />
• Neele Dirksen für ihre 2017 von der<br />
Universität Göttingen angenommene<br />
und am Zentrum für tiergerechte Haltung<br />
in Tänikon, Schweiz, durchgeführte<br />
Masterarbeit „Liegeverhalten<br />
von Milchkühen in Abhängigkeit ihrer<br />
Körpergröße und den Abmessungen<br />
ihrer Liegeboxen“<br />
Darüber hinaus würdigte die IGN auch<br />
ihren ehemaligen Präsidenten Prof. Dr. Andreas<br />
Steiger (Hinterkappelen, Schweiz)<br />
für sein langjähriges Engagement für die<br />
Belange des Tierschutzes und als Anerkennung<br />
für seine vielfältigen Verdienste mit<br />
der Ehrenstatue „Der gute Hirte“.<br />
Die nächste Tagung der Fachgruppe ist<br />
vom 26. bis 28. November <strong>2020</strong> am gewohnten<br />
Ort geplant. Sollten die Einschränkungen<br />
hinsichtlich der Corona-Pandemie<br />
eine Präsenztagung nicht ermöglichen,<br />
ist eine ein- bis zweitägige<br />
Online-Veranstaltung vorgesehen.<br />
Claudia Pfister, <strong>DVG</strong><br />
Fotos: <strong>DVG</strong><br />
•<br />
Schweinetagung<br />
12. November <strong>2020</strong>, Rostock<br />
Infektionskrankheiten • Reproduktion • Tierernährung • Verhalten<br />
Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft<br />
Tagung der Fachgruppe Schweinekrankheiten<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 29<br />
Friedrichstr. 17 • 35392 Gießen • info@dvg.de • www.dvg.de
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Fachgruppe „Naturheilverfahren und Regulationsmedizin“<br />
In jeder Ausgabe des<br />
<strong>DVG</strong>-Forums wirft die<br />
Rubrik „Fachgruppe<br />
im Fokus“ den Blick<br />
auf eine Fachgruppe<br />
oder andere Gruppierung<br />
innerhalb der<br />
<strong>DVG</strong> und stellt deren Geschichte, Entwicklung<br />
und Aktivitäten vor. Die vorliegende<br />
Ausgabe betrachtet die Fachgruppe „Naturheilverfahren<br />
und Regulationsmedizin“<br />
näher.<br />
Die Fachgruppe wurde vor über 30 Jahren<br />
gegründet. So stimmte der <strong>DVG</strong>-Vorstand<br />
1988 dem Antrag der naturheilkundlich<br />
tätigen Kollegen Dr. Walter Greiff<br />
(Memmingen), Dr. Barbara Rakow (Zeil am<br />
Main) sowie Dr. Georg Wiebicke (Neustadt/Wied)<br />
auf Gründung einer Fachgruppe<br />
„Naturheilverfahren“ innerhalb des<br />
Arbeitsgebietes „Klinische Veterinärmedizin“<br />
zu. Mit der Gründung dieser Fachgruppe<br />
beabsichtigten die Antragsteller<br />
u. a. die „Versachlichung der Wertungen<br />
und Diskussionen um die Naturheilverfahren<br />
innerhalb und außerhalb wissenschaftlicher<br />
Institutionen“ sowie auch<br />
„das Wissen um die Naturheilverfahren zu<br />
fördern und Kontakte mit anderen Fachgruppen<br />
der <strong>DVG</strong> zu knüpfen bzw. zu vertiefen“<br />
(Greiff, Rakow, Wiebicke 1988) 1 .<br />
Greiff wurde erster Leiter der Fachgruppe.<br />
Im Jahr 2000 beantragte er die Erweiterung<br />
des Namens um den Begriff der Regulationsmedizin<br />
mit der Begründung,<br />
Therapieverfahren, wie z. B. Akupunktur<br />
und Homöopathie, seien aufgrund ihrer<br />
gemeinsamen wissenschafts-theoretischen<br />
Basis der Regulationsmedizin zuzuordnen,<br />
analog zur Situation in der Humanmedizin<br />
(vgl. Greiff 2000) 2 . Auch diesem<br />
Antrag stimmte der Vorstand zu.<br />
Bis 1999 führte die Fachgruppe alle<br />
zwei Jahre eine Tagung durch. 2006 wurde<br />
Dr. Achim Schütte (Velbert) zum Leiter der<br />
Fachgruppe und Prof. Dr. Monika Krüger<br />
(Leipzig) zu seiner Stellvertreterin gewählt.<br />
Im gleichen Jahr führte die Fachgruppe<br />
eine weitere Tagung durch. Nach dem frühen<br />
Tod Achim Schüttes im November<br />
2006 war das Amt des Fachgruppenleiters<br />
mehr als zehn Jahre vakant und die Aktivitäten<br />
der Fachgruppe ruhten.<br />
2018 fanden sich einige engagierte<br />
<strong>DVG</strong>-Mitglieder zusammen, die die Fachgruppe<br />
neu beleben wollten (siehe auch<br />
Beitrag von Brigitta Smit-Fornahl auf Seite<br />
31). Auf einem Arbeitstreffen in der<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle am 18.01.2019 in<br />
Gießen unter der Leitung von <strong>DVG</strong>-Vizepräsident<br />
Prof. Dr. Arwid Daugschies (Leipzig)<br />
wurde beschlossen, im Rahmen des<br />
<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses 2019 in Berlin eine<br />
halbtägige Vortragsveranstaltung mit anschließender<br />
Fachgruppenversammlung<br />
und Wahl der Fachgruppenleitung durchzuführen.<br />
Als vorläufige Ansprechpartnerin<br />
der Fachgruppe fungierte Brigitta<br />
Smit-Fornahl (Schalksmühle), die am<br />
16.11.2019 zur Leiterin der Fachgruppe gewählt<br />
wurde. Zur Stellvertreterin wurde<br />
Katrin Noack (Cottbus) gewählt.<br />
Auch für dieses Jahr ist im Rahmen des<br />
<strong>DVG</strong>-Vet-Congresses wieder eine Tagung<br />
geplant. Damit ist auch dieses tierärztliche<br />
Fachgebiet wieder aktiv in die <strong>DVG</strong> eingebunden.<br />
Dr. Marion Selig<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
1 Greiff, Rakow, Wiebicke 1988: Brief an den<br />
<strong>DVG</strong>-Vorstand vom 26.09.1988.<br />
2 Greiff 2000: Brief an den 1. Vorsitzenden der<br />
<strong>DVG</strong> vom 07.11.2000.<br />
•<br />
Arbeitstreffen am 18.01.2019 in der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle, v.l.n.r.: Prof. Dr. Melanie Hamann, Dr. Michael Walkenhorst, Prof. Dr. Arwid Daugschies,<br />
Dr. Cäcilia Brendieck-Worm, Katrin Noack, Yvonne Thoonsen, Brigitta Smit-Fornahl, Dr. Uwe Petermann, PD Dr. Susanne Alldinger. Foto: <strong>DVG</strong><br />
30<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Wieder aktiv: Fachgruppe „Naturheilverfahren und Regulationsmedizin“<br />
Akupunkturbehandlung eines Pferdes. Foto: Sven Cramer, stock.adobe.com<br />
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Dr. h.c. Martin<br />
Kramer, Präsident der <strong>DVG</strong>, auf der ersten<br />
Veranstaltung der Tierärztlichen Plattform<br />
Tierschutz (TPT) 2018 in Oesede, eine Idee,<br />
die immer mehr Gestalt annahm, der richtige<br />
Zeitpunkt, eine Handvoll engagierter<br />
Kolleg*innen und eine wunderbare <strong>DVG</strong>-<br />
Geschäftsstelle haben dazu geführt, dass<br />
diese Fachgruppe wieder ein aktiver Teil<br />
der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen-Familie ist.<br />
Die Naturheilverfahren, wie z. B. Akupunktur,<br />
Phytotherapie, Homöopathie<br />
oder Traditionelle Chinesische Medizin,<br />
sind in vielen Tierarztpraxen fester Bestandteil<br />
des Therapiespektrums. Zusatzbezeichnungen<br />
für Akupunktur, Homöopathie<br />
oder Biologische Tiermedizin sind<br />
Teile der Weiterbildungsordnungen der<br />
Kammern, und vielfältige qualitativ hochklassige<br />
Fortbildungen werden u. a. von<br />
der Gesellschaft für Ganzheitliche Tiermedizin<br />
(GGTM) und der Akademie für Tierärztliche<br />
Fortbildung (ATF) angeboten. An<br />
den stetig wachsenden Buchungszahlen<br />
dieser Veranstaltungen erkennt man den<br />
Bedarf und das Interesse der Kolleg*innen.<br />
Denn die Gesellschaft verändert sich und<br />
die Tierhalter wünschen sich häufiger sowohl<br />
für sich selbst als auch für ihr Tier<br />
eine naturheilkundliche Behandlung. Diese<br />
kann Mittel der Wahl oder auch adjuvant,<br />
d. h. ergänzend oder unterstützend,<br />
zur schulmedizinischen Diagnose und<br />
Therapie angeboten werden. In jedem Fall<br />
basieren die von Tiermediziner*innen eingesetzten<br />
naturheilkundlichen Therapieverfahren<br />
auf einer klassischen, medizinischen<br />
Diagnostik. Und hier ist der große<br />
Vorteil der Tierärzt*innen gegenüber anderen,<br />
in immer größer werdender Zahl<br />
anzutreffenden Tiertherapeut*innen zu<br />
sehen. Nichts ersetzt eine fundierte, klassisch<br />
medizinische Hochschulausbildung,<br />
die nicht umsonst mehrere Jahre in Anspruch<br />
nimmt und der permanenten Aktualisierung<br />
während des Berufslebens bedarf.<br />
Nur mit ihr sind Grenzen und Möglichkeiten<br />
jeder tierärztlichen Handlung<br />
einzuschätzen. Sie ist das Beet der tierärztlichen<br />
Kunst, in dem jede weitere Erkenntnis,<br />
jedes Erlernen einer Methode oder<br />
Therapierichtung ein buntes Blumenmeer<br />
ergibt, ein Biotop der Möglichkeiten, ein<br />
Ineinandergreifen, eine Symbiose, in der<br />
erst das Zusammenarbeiten das optimale<br />
Ergebnis ergibt.<br />
„Einheit“, Michaela Miske<br />
(2016). Das Bild stellt die<br />
Einheit von Patient und<br />
Tierarzt, von Tier und<br />
Mensch, Innen und<br />
Außen, Oben und Unten<br />
dar und wurde von der<br />
Künstlerin für die Praxis<br />
einer Kollegin gemalt,<br />
die überwiegend<br />
osteopathisch arbeitet.<br />
Foto: B. Smit-Fornahl<br />
Unser Ziel ist die Symbiose von Schulmedizin<br />
und Naturheilverfahren, heute<br />
auch gerne Integrative Medizin genannt.<br />
Diese Symbiose macht völlig neue Betrachtungsweisen<br />
und Zugänge zu unseren<br />
täglichen Herausforderungen in Praxis<br />
oder Klinik möglich. Sie bietet vielfältige<br />
Lösungsansätze, wo scheinbar Grenzen erreicht<br />
sind. Sie verbindet das Wohlergehen<br />
von Mensch und Tier auf heilende Art und<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 31
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Globuli werden in der Homöopathie eingesetzt.<br />
Foto: Björn Wylezich, stock.adobe.com<br />
Weise. Sie schont Ressourcen, vermindert<br />
unerwünschte, belastende Arzneimittelwirkungen<br />
und produziert weniger Rückstände.<br />
Sie zeigt uns neue Wege auf im<br />
Umgang mit bakteriellen und parasitären<br />
Resistenzen. Neue Wege mit altem Wissen,<br />
das jahrzehntelang vergessen war.<br />
In unserer heutigen arzneimittel- und<br />
technikfokussierten Welt fällt es manchem<br />
noch schwer, sich auf scheinbar unbewiesene,<br />
empirische, traditionelle oder<br />
mit den Möglichkeiten der heutigen Wissenschaft<br />
nicht zementierbare Diagnose-<br />
und Therapieformen einzulassen. Hier<br />
möchte ich gerne Werner Heisenberg<br />
(1901–1976) zitieren, einen der bedeutendsten<br />
Physiker Deutschlands und Nobelpreisträger,<br />
der sagte: „Die existierenden<br />
wissenschaftlichen Begriffe passen jeweils<br />
nur zu einem sehr begrenzten Teil der<br />
Wirklichkeit, und der andere Teil, der noch<br />
nicht verstanden ist, bleibt unendlich.“<br />
Oder auch wie Georg Christoph Lichtenberg<br />
(1742–1799), Physiker und Mathematiker,<br />
es formulierte: „Wo damals die Grenzen<br />
der Wissenschaft waren, da ist jetzt<br />
die Mitte.“ Diese Aussage ist bis heute aktuell.<br />
Das mahnt uns, offen zu sein für alles,<br />
was möglich erscheint, was sich als wirksam<br />
erwiesen hat, auch dann, wenn sich<br />
nur erahnen lässt, worauf diese Wirksamkeit<br />
beruht. Neugierig zu sein, was die Natur<br />
uns lehren kann, was es zu entdecken<br />
gilt. Was sich in früheren Zeiten bewährt<br />
hat, kann heute analysiert, validiert und<br />
perfektioniert werden. Die Natur ist unser<br />
Vorbild, sie findet für alles einen Weg,<br />
einen Ausgleich. Diesen Weg wollen wir<br />
finden und für unsere Patienten nutzbar<br />
machen. Diesem, uns entgegengebrachten<br />
Vertrauen, müssen wir uns würdig erweisen<br />
und unermüdlich suchen, was<br />
noch helfen kann.<br />
Als Mitglieder der Fachgruppe „Naturheilverfahren<br />
und Regulationsmedizin“<br />
sehen wir zum einen unsere Aufgabe darin,<br />
schon vorhandenes Wissen aus den verschiedenen<br />
Disziplinen der Naturheilverfahren<br />
und Regulationsmedizin aufzuarbeiten,<br />
zu validieren und aktualisieren<br />
und der interessierten Tierärzteschaft zugänglich<br />
zu machen. Zudem wollen wir<br />
neue Kapitel aufschlagen und sehen, was<br />
noch möglich ist, für eine Gesundheit von<br />
Mensch und Tier – One Health, zum Wohle<br />
der Umwelt und Erhaltung der Natur.<br />
Das alles ist nur möglich mit Ihrem Engagement,<br />
Können und Wissen, liebe Kolleg*innen!<br />
Vielleicht tragen Sie sich schon<br />
länger an dem Gedanken, mitzuwirken,<br />
sich einzubringen und haben Lust auf diese<br />
Gemeinschaft.<br />
Seien Sie herzlich willkommen!<br />
Brigitta Smit-Fornahl<br />
Leiterin der Fachgruppe<br />
•<br />
Die Fachgruppe „Naturheilverfahren und Regulationsmedizin“<br />
auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress<br />
Brigitta Smit-Fornahl auf der Tagung der Fach -<br />
gruppe im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />
im November 2019 in Berlin.<br />
Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />
Auf dem <strong>DVG</strong>-Vet-Congress 2019 in Berlin<br />
war die Fachgruppe „Naturheilverfahren<br />
und Regulationsmedizin“ erstmals mit<br />
einem halbtägigen Seminar und anschließender<br />
Fachgruppenversammlung vertreten.<br />
Eine kleine Gruppe interessierter Kolleg*innen<br />
fand sich zu den Vorträgen über<br />
die Wissenschaftlichkeit der Traditionellen<br />
Chinesischen Medizin, die Therapie von<br />
MRSA und chronischen Infektionen mit Laserakupunktur,<br />
sowie Adjuvante Phytotherapien<br />
bei Wundinfektionen ein (siehe<br />
Beiträge auf den folgenden Seiten).<br />
In den Diskussionen nach den Vorträgen<br />
wurde deutlich, wie groß das Interesse<br />
an diesen Therapien besonders auch bei<br />
jungen Tierärzt*innen ist und dass mehr<br />
Ausbildung in dieser Richtung auch schon<br />
an den Hochschulen gewünscht wird.<br />
In angenehmer Atmosphäre entstand<br />
eine anregende Diskussion und es wurden<br />
neue Kontakte geknüpft, Kooperationen<br />
vereinbart und neue Ideen für künftige<br />
Projekte entwickelt.<br />
Auf der anschließenden Fachgruppenversammlung<br />
wurde eine neue FG-Leitung<br />
gewählt. Brigitta Smit-Fornahl (Schalksmühle)<br />
und Katrin Noack (Cottbus) werden<br />
32<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
sich in den nächsten Jahren mit ganzer<br />
Kraft einbringen und stehen für die Mitglieder<br />
und Interessierte zur Verfügung.<br />
Die Planungen für den diesjährigen<br />
<strong>DVG</strong>-Vet-Congress sind schon abgeschlossen<br />
und wir freuen uns, mit einem sehr<br />
umfangreichen und breit gefächerten Programm<br />
viele Kolleg*innen ansprechen zu<br />
dürfen.<br />
Die Themen der vorgesehenen Vorträge<br />
durchziehen viele Bereiche der Naturheilkunde,<br />
wie z. B. die Anatomie von Meridianen,<br />
Akupunkturbehandlungen mit<br />
Hilfe des San Jiao und bei Saugschwäche<br />
der Kälber, antimikrobiell wirksame Phytopharmaka,<br />
Arzneipflanzen bei Milchkühen<br />
und adjuvant (also ergänzend) bei<br />
Antibiotikatherapie, phytotherapeutische<br />
Behandlung der Otitis externa sowie die<br />
homotoxikologische Behandlung von<br />
Zootieren.<br />
Dieses Programm macht deutlich, wie<br />
viel Potential Naturheilkunde und Regulationsmedizin<br />
haben und wie viele Verknüpfungen<br />
es zu anderen Teilbereichen<br />
der Veterinärmedizin gibt. Deshalb ist es<br />
ein besonderes Anliegen unserer Fachgruppe,<br />
mit anderen Fachgruppen zu kooperieren<br />
und Problemstellungen gemeinsam<br />
aufzuarbeiten. Wir freuen uns auf die<br />
Zusammenarbeit!<br />
Weitere Projekte sind in Planung und<br />
ein besonderes Augenmerk wollen wir<br />
demnächst auf die Diagnose und Behandlung<br />
endokrinologischer Störungen, besonders<br />
der Schilddrüse, legen.<br />
Brigitta Smit-Fornahl<br />
Leiterin der Fachgruppe<br />
•<br />
Wie wissenschaftlich ist die TCVM? – Tradition trifft Moderne<br />
Wer sich mit Akupunktur und ähnlichen<br />
Verfahren beschäftigt, sieht sich oft damit<br />
konfrontiert, dass diese Verfahren als unwissenschaftlich<br />
abgetan werden.<br />
Der kleine Artikel soll Einblick in die<br />
fernöstliche Therapieform bringen und<br />
zeigt auf, dass die Traditionelle Chinesische<br />
Veterinärmedizin (TCVM) durchaus<br />
wissenschaftlich ist. Zunächst sollten einige<br />
Begriffe geklärt werden, denn hier<br />
entstehen in der Regel die ersten Missverständnisse.<br />
TCVM heißt Traditionelle Chinesische<br />
Veterinärmedizin und umfasst folgende<br />
Therapieformen: Akupunktur, chinesische<br />
Phytotherapie, Tuina und Diätetik. Diese<br />
Medizin ist mehrere tausend Jahre alt und<br />
kann auf einen sehr großen Erfahrungsschatz<br />
zurückgreifen. Die Sichtweisen der<br />
TCVM und der westlich orientierten konventionellen<br />
Medizin sind dabei unterschiedlich.<br />
Während die westliche Medizin<br />
anatomische, physiologische und biochemische<br />
Veränderungen des Körpers und<br />
der Zellen erforscht und behandelt, betrachtet<br />
die TCVM den ganzen Körper in<br />
seinem funktionellen Zusammenspiel.<br />
Beiden ist jedoch gemein, dass die Gesundheit,<br />
also die Unversehrtheit und<br />
Funktion des Körpers, wiederhergestellt<br />
werden soll.<br />
Setzt man sich mit der Theorie der<br />
TCVM auseinander, muss man zunächst<br />
die befremdlich wirkende Terminologie<br />
und das philosophische Konzept dahinter<br />
erlernen. Das mag manchem unwissenschaftlich<br />
erscheinen, aber in der westlichen<br />
Medizin mussten wir auch neue Terminologien<br />
erlernen und uns Kenntnisse<br />
über Anatomie, Physiologie usw. aneignen.<br />
Oft werden für die gleichen Funktionen<br />
unterschiedliche Termini benutzt,<br />
zum Beispiel sprechen wir in der TCVM von<br />
einem guten Milz Qi, das entspricht einer<br />
normalen Verdauungsfunktion.<br />
Akupunktur<br />
Betrachten wir Akupunkturpunkte: Das<br />
sind Punkte auf der Haut, die beim Stechen<br />
eine bestimmte Reaktion auslösen.<br />
Die Punkte befinden sich nicht irgendwo,<br />
sondern werden sogenannten Leitbahnen<br />
zugeordnet, die einen funktionellen Zusammenhang<br />
zu den Körperfunktionen<br />
bilden. Der Akupunkturpunkt 俞 穴 shū<br />
xué entspricht gemäß den klassischen<br />
Texten nicht einfach nur der Übersetzung<br />
Punkt, vielmehr finden an diesen Punkten<br />
die Transformation ( 轉 zhuǎn) und der<br />
Transport ( 輸 shū) von Informationen, die<br />
Regulation ( 调 節 tiáo jié) der Meridianund<br />
Organfunktion, die Bewässerung ( 灌<br />
渗 guàn shèn) der umliegenden Gewebe<br />
und die Verbindung ( 联 系 lián xì) zum gesamten<br />
Meridiansystem statt.<br />
Wei Zhou und Peyman Benharash<br />
konnten nachweisen, dass alle Akupunkturpunkte<br />
sensibel, empfindlich oder<br />
schmerzhaft werden können und die<br />
Punkte in der Nähe sensibler Nervenenden<br />
liegen. Wenn die Homöostase am Akupunkturpunkt<br />
gestört ist, also eine<br />
Schmerzempfindlichkeit vorhanden ist, so<br />
ist die Gesundheit beeinträchtigt. Je größer<br />
die Anzahl an empfindlichen Akupunkturpunkten<br />
ist, desto stärker ist die<br />
Gesundheit gestört. Hier spielen Typ II afferente<br />
Nerven eine große Rolle. Stimuliert<br />
man beispielsweise den Punkt Pc-6 (Spinalsegment<br />
C6-T1, entspricht dem sympathischen,<br />
präganglionären Neuron zur Innervierung<br />
des Perikards), kommt es zur<br />
Erhöhung der nervalen Aktivität und Aktivierung<br />
der supraspinalen Inhibition mit<br />
Senkung des sympathischen Tonus und<br />
Verminderung des Oxygenverbrauchs am<br />
Herzen. Laut klassischer Texte wird der<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 33
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Punkt Pc-6 unter anderem zur Regulation<br />
der Herzfunktion eingesetzt.<br />
Langevin et. al. wiesen an Akupunkturpunkten<br />
Faszienbahnen nach, die wie eine<br />
Art Autobahn in die Muskelbäuche einwandern<br />
und Informationen weitergeben.<br />
Ma Sheng-Xing wies an Akupunkturpunkten<br />
wichtige anatomische Strukturen<br />
nach:<br />
• erhöhte Dichte von Nervenfasern, Blutgefäßen,<br />
Haarfollikeln, Schweißdrüsen<br />
beim Akupunkturpunkt<br />
• 309 Pkt: 155 Punkte an Nerven, 157 in der<br />
Nähe von Nerven, 24 Punkte an großen<br />
Arterien/Venen, 262 in der Nähe von<br />
großen Arterien/Venen<br />
• niedriger Widerstand an Akupunkturpunkten:<br />
viele Nervenbündel, Nervenfasern<br />
und Nervenenden sorgen für<br />
große neuronale Aktivität und erhöhte<br />
Leitfähigkeit<br />
Höhere Dichte von Gap Junctions (höhere<br />
Leitfähigkeit)<br />
• NO moduliert die Bildung von Gap<br />
Junctions<br />
• NO ist höher in Haut und subkutanem<br />
Gewebe in Akupunkturpunkten<br />
• Vanilloid-Typ 1-Rezeptor und nNOS<br />
(neuronal nitric oxide snythase) liegen<br />
zusammen in Akupunkturpunkten, Erhöhung<br />
durch Elektro-Akupunktur<br />
Mittlerweile finden sich viele Publikationen,<br />
bei denen aus westlicher Sicht das<br />
Vorhandensein und die Funktion von Akupunkturpunkten<br />
bewiesen werden können.<br />
Der funktionelle und therapeutische<br />
Zusammenhang erschließt sich aber erst<br />
richtig, wenn man das System der TCVM in<br />
seiner Vielfalt studiert und anwendet. Die<br />
alten Meister haben schon sehr detailliert<br />
beschrieben und genau beobachtet, was<br />
passiert, wenn man sticht. Sie konnten es<br />
nur nicht nach unseren westlichen Maßstäben<br />
erklären. Diese alten Weisheiten<br />
lassen sich mit heutigen modernen Methoden<br />
beweisen.<br />
Bei der Akupunktur stechen wir also<br />
nicht irgendwo hin, sondern in genau definierte<br />
Punkte. Diese Punkte sollten täglich<br />
trainiert werden durch Tasten. Auch,<br />
wenn wir noch nicht alles wissen, so liegen<br />
doch der Verdacht und die Hoffnung<br />
nahe, dass wir es bald wissen werden.<br />
Klassiker zu studieren lohnt sich!<br />
Auch das Meridiankonzept lässt sich<br />
mittlerweile gut erklären. Dabei bilden die<br />
Meridiane ( 经 络 jīng luò) räumliche Pfade<br />
im Körper mit vom Bindegewebe zusammen<br />
gehaltenen Strukturen und Flüssigkeiten.<br />
Sie sind gekennzeichnet durch<br />
Bindegewebe, Blutgefäße, Lymphgefäße,<br />
Nerven und interstitielle Flüssigkeiten. Sie<br />
verhalten sich wie ein Fluss inkl. Ufer, Wasser<br />
und darin lebenden Organismen und<br />
sind ein Ort, an dem Qi-Transformation<br />
( 气 化 qì huà) stattfindet. Das Meridian-Konzept<br />
wurde im alten China durch<br />
Autopsien, Chirurgie, kaiserliche Strafen,<br />
Qi Gong, klinische Erfahrungen und natürlich<br />
durch die klassische chinesische Philosophie<br />
erstellt. Die Meridiane sind also<br />
Teil der Physiologie und Pathologie des gesamten<br />
Körpers und ein integraler Teil der<br />
Zang-Fu-Theorie. Sie sind nicht nur starre<br />
Bahnen an der Körperoberfläche.<br />
Auf den Meridianen liegen die meisten<br />
Akupunkturpunkte. Diese Punkte und Meridiane<br />
wurden vom Menschen auf das Tier<br />
transponiert. Das entspricht nicht immer<br />
der TCVM, wie sie früher in China praktiziert<br />
wurde. Allerdings haben sich heute<br />
beide Systeme durchgesetzt, einerseits die<br />
traditionellen Punkte (v. a. am Pferd) und<br />
die transpositionellen Punkte. Grundsätzlich<br />
ergeben sich aber einige Differenzen,<br />
da unsere Haustiere eine andere Anzahl<br />
von Wirbeln haben als der Mensch und<br />
auch unterschiedliche Zehenanzahlen.<br />
Am Beispiel der traditionellen und transpositionellen<br />
Rücken-Shu-Punkte des<br />
Pferdes wird das besonders deutlich. Hier<br />
sollten diese Punkte einer kritischen klinischen<br />
Überprüfung unterzogen werden.<br />
Katrin Noack bei ihrem Vortrag zur Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin.<br />
Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />
Phytotherapie<br />
Ein weiteres großes Gebiet der TCVM ist die<br />
Phytotherapie. Sie ist die größte Säule der<br />
TCVM. Verwendung finden pflanzliche, mi-<br />
34<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
neralische und tierische Bestandteile. Es<br />
findet so gut wie nie ein Einzelkraut Verwendung,<br />
sondern die Einzelkräuter werden<br />
als Rezeptur zusammengestellt nach<br />
Therapie- und Ordnungsprinzipien der<br />
TCVM.<br />
Klassisch werden die Kräuter als Dekokt<br />
(Abkochung) angewendet. Granulate<br />
und hydrophile Konzentrate sind moderne<br />
Formen und heute sehr weit verbreitet.<br />
Den einzelnen Kräutern, genau wie den Rezepturen,<br />
werden dabei verschiedene<br />
Eigenschaften zugesprochen wie Temperaturverhalten,<br />
Geschmack, Wirkrichtung,<br />
Wirkort und der Bezug zu einzelnen Leitbahnen<br />
und Organen. Zhao et. al. konnten<br />
in verschiedenen Mausmodellversuchen<br />
belegen, dass in der chinesischen Medizin<br />
als heiß geltende Kräuter, wie z. B. Zimt,<br />
das Temperaturverhalten der Tiere beeinflussen.<br />
Mäuse, die mit heißen Kräutern<br />
gefüttert wurden, suchten kältere Umgebungstemperaturen<br />
auf und umgekehrt.<br />
Außerdem werden in den chinesischen<br />
Arzneibüchern Kontraindikationen, Toxizität,<br />
Wechselwirkung mit anderen Mitteln,<br />
Dosierung und genaue Anwendungsvorschriften<br />
für jedes Arzneikraut beschrieben.<br />
Das ist manchmal mehr, als man über<br />
westliche Arzneimittel heute weiß. Viele<br />
Arzneimittel wurden mittlerweile gut<br />
untersucht und ihre Wirkungen mit westlichen<br />
Untersuchungsmethoden belegt.<br />
Allerdings wird in der westlichen Medizin<br />
jedes Arzneikraut in seine Bestandteile<br />
zerlegt und ermittelt, welche Bestandteile<br />
wie und wo biochemisch wirksam sind.<br />
Das entspricht nicht der Denkweise der<br />
TCVM. Hier werden Zusammenhänge beobachtet<br />
und das Zusammenwirken mit<br />
anderen Arzneipflanzen beobachtet und<br />
erforscht. Das zeigt zugleich, wie schwierig<br />
die Forschungen auf diesem Gebiet<br />
sind.<br />
Am Beispiel vom Zimt wird der Einsatz<br />
in der chinesischen Medizin und der westlichen<br />
Medizin beschrieben. Dabei unterscheidet<br />
die Traditionelle Chinesische Medizin<br />
(TCM) sogar zwischen Zimtrinde und<br />
Zimtzweigen.<br />
TCM<br />
Cassia – Zimtzweige (Gui Zhi)<br />
scharf, süß, warm<br />
• wärmt und macht die Leitbahnen und<br />
Netzgefäße frei<br />
• wärmt Yang, um Stagnation durch<br />
Schleim und Feuchtigkeit zu beseitigen<br />
• wärmt Yang in der oberen Leibeshöhle<br />
• wärmt Yang im Chong Mai (wärmt das<br />
Blut)<br />
Cassia – Zimtrinde (Rou Gui)<br />
scharf, süß, heiß<br />
• tonisiert das Nieren Yang<br />
• wärmt das Ming Men (Lebenstor)<br />
• vertreibt Kälte, wärmt die Mitte<br />
• lindert Schmerzen<br />
• öffnet Leitbahnen<br />
• fördert Bildung von Qi und Blut<br />
Westliche Medizin<br />
Inhaltsstoffe im Echten Zimt:<br />
• ätherisches Öl (0,5–2,5%), v. a. mit<br />
Zimtaldehyd, Eugenol<br />
• Gerbstoffe, v. a. oligomere Procyanidine<br />
• Schleimstoffe (2–4%)<br />
• Diterpene<br />
• Phenolcarbonsäuren<br />
Wirkungen:<br />
• antimikrobiell (antibakteriell, fungistatisch)<br />
• antiphlogistisch<br />
• spasmolytisch<br />
• karminativ<br />
• motilitätsfördernd<br />
• Steigerung der Speichel- u. Magensaftsekretion<br />
(Hyperämisierung der Schleimhäute)<br />
• antidiabetisch (Senkung des Blutzuckerspiegels,<br />
verstärkte Insulinaktivität,<br />
Senkung des LDL-Cholesterins)<br />
Es gibt eine Vielzahl klassischer Rezepturen.<br />
Dabei treten aber heute bei der Anwendung<br />
Probleme auf. Veränderte Lebensbedingungen<br />
(Ernährung, Bewegung,<br />
Umwelttoxine) machen oft eine Anpassung<br />
der klassischen Rezepturen notwendig.<br />
Andererseits sind die klassischen Ansätze<br />
aber oft sehr genial, deshalb lohnt<br />
auch hier ein Studium der Klassiker. Hier<br />
existiert noch ein enormer Forschungsbedarf,<br />
angefangen über Pflanzenanbau, Zusammensetzung,<br />
Wirkungsweise, Nebenwirkungen<br />
…<br />
Gute Studien kosten Geld und sind<br />
schwierig zu erstellen. Nicht immer ist die<br />
chinesische Medizin mit westlichen Methoden<br />
zu erforschen, da die Ansätze einfach<br />
unterschiedlich sind. Hier muss nach Lösungen<br />
gesucht werden, um gute reproduzierbare<br />
Ergebnisse zu erzielen. Die traditionellen<br />
historischen Schriften bergen noch<br />
viel Neues, welches wir nutzen sollten.<br />
Also: Ran an die Klassiker! 3000 Jahre<br />
Erfahrung ist die Evidenz, die wir in der<br />
TCM haben. Aber wir müssen alte wie neue<br />
Theorien kritisch hinterfragen. Letzten Endes<br />
muss sich jede Theorie in der Praxis bewähren.<br />
Das gilt für die westliche wie für<br />
die chinesische Medizin.<br />
Katrin Noack<br />
Cottbus<br />
Literaturauswahl<br />
Bensky D., Barolet R.: Chinesische Arzneimittelrezepte<br />
und Behandlungsstrategien. Verlag für<br />
Ganzheitliche Medizin Dr. Erich Wühr, Kötzting<br />
1996.<br />
Chen, John K.; Chen, Tina T.: Chinesische Pharmakologie<br />
I und II. Verlag Systemische Medizin<br />
2014.<br />
Focks et. al.: Leitfaden Chinesische Medizin. Verlag<br />
Urban&Fischer; 2010.<br />
Langevin et. al.: Relationship of Acupuncture<br />
Points and Meridians to Connective Tissue<br />
Planes. The Anatomical Record (NEW ANAT.)<br />
269:257–265, 2002.<br />
Ma Sheng-Xing: Nitric Oxide Signaling Molecules<br />
in Acupuncture Points: Toward Mechanisms of<br />
Acupuncture. Chin J Integr Med. 2017 November<br />
; 23(11): 812–815.<br />
Van Nghi: Huang Di Nei Jing („Das Lehrbuch des<br />
Gelben Kaiser“). Medizinisch Literarische Verlagsgesellschaft<br />
mbH,Uelzen 1996.<br />
Wei Zhou, Peyman Benharash: Effects and Mechanisms<br />
of Acupuncture Based on the Principle<br />
of Meridians. Journal of Acupuncture and Meridian<br />
Studies 2014.<br />
•<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 35
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Die Wirkung der Laserakupunktur in der Wundheilung<br />
und bei chronisch infizierten Wunden beim Hund<br />
Was ist Laserakupunktur<br />
Laserakupunktur ist eine Kombination aus<br />
zwei eigentlich selbstständigen Therapieverfahren,<br />
der lokalen Lasertherapie oder<br />
Low Level Laser Therapie (LLLT) und der<br />
Akupunktur. Bei der Laserakupunktur<br />
nutzt man synergistische Effekte der lokalen<br />
Wirkung des Laserlichts im Gewebe<br />
mit der vegetativ regulierenden Wirkung<br />
der Akupunktur, wobei auch der Akupunkturpunkt<br />
statt durch die Akupunkturnadel<br />
durch Laserlicht aktiviert werden kann.<br />
Untersuchungsergebnisse zu<br />
den Wirkungsmechanismen<br />
des Therapielasers<br />
Biophysikalische Grundlagen der<br />
Therapielaserwirkung<br />
Speziell für den Infrarotlaser gibt es eingehende<br />
Untersuchungen (Karu, T.I. 1987,<br />
Warnke, U. 1987.1, Hamblin, M.R. et al.<br />
2006). Die Absorption erfolgt über ein sogenanntes<br />
Antennenpigment, bei dem es<br />
sich um ein wichtiges Glied der Atmungskette<br />
in den Mitochondrien handelt, das<br />
Flavoprotein-Metall-Redoxsystem. Die absorbierten<br />
Laserphotonen werden hier direkt<br />
in Zellenergie umgewandelt. Die Energiegewinnung<br />
erfolgt direkt über den<br />
Citrat-Zyklus und mündet in der vermehrten<br />
Bereitstellung energiereicher Phosphate.<br />
Die ATP-Produktion wird unter der<br />
Laserbestrahlung um bis zu 150 Prozent<br />
gesteigert (Warnke, U. 1987.2). Hiervon profitieren<br />
besonders kranke Zellen und Zellen<br />
in krankhaft verändertem Gewebe, die<br />
für die Bewältigung ihrer Aufgaben einen<br />
besonders hohen Energiebedarf haben.<br />
Ebenso kann ein überstarker Energieschub<br />
in den Nervenzellen des Akupunkturpunktes<br />
zur Hyperpolarisation führen und damit,<br />
wie durch den Nadelstich, ein Aktionspotential<br />
herbeiführen.<br />
Auch die Wundheilung und die Reparatur<br />
von Sehnenschäden sind stark energieverzehrende<br />
Vorgänge. Für den Abbau<br />
von Trümmerbausteinen und die Syn these<br />
von neuen Bauelementen für den Wundverschluss<br />
kann durch Laserlicht die erforderliche<br />
Energie schneller bereitgestellt<br />
und Sehnen- bzw. Wundheilung beschleunigt<br />
werden (Warnke, U. 1987.2). Dies zeigen<br />
auch die ersten Untersuchungen zur<br />
Laserwirkung im Sinne einer LLLT überhaupt<br />
von E. Mester, dem Pionier auf diesem<br />
Gebiet (Mester, E. et al. 1969). Er konnte<br />
nach 1 bis 3 Laserbestrahlungen von<br />
Wunden eine Vermehrung von Kollagenfasern<br />
und eine starke Zunahme der Zellaktivität<br />
unter Laserbestrahlung nachweisen.<br />
Ich möchte einige der wichtigsten<br />
Untersuchungen zur Lasertherapiewirkung<br />
herausgreifen. So konnten neben anderen<br />
folgende Wirkungen in Bezug auf<br />
Wundheilung nach klar definierter Laserbestrahlung<br />
festgestellt werden: Verbesserung<br />
der Kapillardurchblutung bei Mikrozirkulationsstörungen<br />
(Skobelkin, O.K. et<br />
al. 1990), Anwendung bei Wundheilungsstörungen<br />
(Mester E. et al. 1969, Petermann,<br />
U. 2003), bei der Regeneration von<br />
Nervenläsionen und Störung von Nervenfunktionen<br />
(Rochkind, S. et al. 1988), bei<br />
Wundinfektionen (Petermann, U. 2003),<br />
bei COPD der Pferde (Petermann, U. 2010),<br />
Clearance von Peroxidradikalen in entzündetem<br />
Gewebe (Karu, T.I. et al. 1993). Auch<br />
die Stimulation der Akupunkturpunkte<br />
durch das Laserlicht konnte in einer Doppelblindstudie<br />
mit Hilfe der fMRT nachgewiesen<br />
werden (Litscher, G. et al 2004).<br />
Therapie und Akupunkturlaser<br />
Therapie- und Akupunkturlaser werden,<br />
auch als „Mid-Laser“ bezeichnet (Abb. 1<br />
und 2). Sie haben den großen Vorteil, dass<br />
sie sehr kompakt sind. Es ist sehr wesentlich,<br />
bestimmte Lasertypen zu unterscheiden,<br />
da Laser definitiv nicht gleich Laser<br />
ist und speziell für die Wundheilung tieferer<br />
Wunden der sogenannte Impulslaser<br />
gegenüber dem Dauerstrichlaser wesentliche<br />
Vorteile hat. Da dieser Laser auch in<br />
der Tiefe des Gewebes noch ausreichend<br />
Energie bereitstellen kann, um die Wundheilung<br />
und Demarkation optimal zu<br />
unterstützen.<br />
Abb. 1: Physiolaser mit 2x90 Watt Impulslaser, 5x 60 Watt Impulslasersonde und 6 x 500mW<br />
Dauerstrichlasersonde, Fa. Reimers &Janssen.<br />
36<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Obwohl die Gewebsdurchdringung<br />
des Laserlichts bei den Impulslasern aufgrund<br />
der hohen Leistung sehr viel höher<br />
ist, kommt es bedingt durch die kurze<br />
Dauer der Lichtblitze auch bei hohen Impulsfrequenzen<br />
von bis zu 40.000 Hz zu<br />
keiner thermischen oder gar koagulierenden<br />
Wirkung im Gewebe (Petermann, U.<br />
2010).<br />
Wie wird eine Laserakupunktur<br />
in der Wundbehandlung<br />
durchgeführt<br />
Vor der Laserakupunktur wird die Wunde<br />
nach den Prinzipien der allgemeinen Chirurgie<br />
vorbereitet. Danach wird die Wunde<br />
lokal mit dem Laser bestrahlt. Diese lokale<br />
LLLT hat einen sehr wesentlichen<br />
Anteil am Therapieerfolg (Mester E. et al.<br />
1969, Petermann, U. 2003). Mit der Frequenz<br />
A‘ oder A‘‘ nach Nogier werden infizierte<br />
Wunden behandelt (Karu, T.I. et al.<br />
1993). Je nach Größe und Tiefe der Wunde<br />
variiert die Bestrahlungszeit mit einem 90<br />
Watt Impulslaser zwischen 1 bis 2 Minuten<br />
(A‘‘). Als generelles Maß kann man eine Bestrahlungszeit<br />
von ca. 10 Sekunden für<br />
eine Fläche von 1 Quadratzentimeter annehmen.<br />
Als Akupunkturpunkte empfehlen<br />
sich bei solchen Wunden MP4 (Interferonpunkt)<br />
und 3E5 (Thymuspunkt, beide<br />
Fr. 5 nach Bahr) zur Immunstimulation bei<br />
entzündetem Gewebe (Petermann, U.<br />
2010). Bei nicht infiziertem Gewebe wird<br />
die Frequenz B nach Nogier in Kombination<br />
mit dem Milz-Punkt, MP2 (ebenfalls<br />
Fr. B) angewendet. Die Behandlungszeiten<br />
sind die gleichen wie bei der infizierten<br />
Wunde. Auch die postoperative Wundheilung<br />
lässt sich so erheblich verbessern und<br />
Wundheilungsstörungen, Infektionen und<br />
Nahtdehiszenz können vermieden werden.<br />
Aber auch die gesunde Wundheilung<br />
kann durch die Therapie verbessert und ein<br />
besonders schneller und stabiler Wundverschluss<br />
erreicht werden. Im Zweifelsfall<br />
ist es eher sinnvoll, eine Wunde etwas länger<br />
zu behandeln, als zu kurz. Eine Gewebsschädigung<br />
durch die Lasertherapie<br />
mit diesen Lasern ist nicht bekannt (Karu,<br />
T.I. et al. 1993).<br />
Die hohe Effektivität der Behandlungsmethode<br />
und die Vorgehensweise bei der<br />
Therapie so wie die Wirkungsweise soll anhand<br />
von Beispielen erläutert werden.<br />
Patientenbeispiele<br />
Patient 1<br />
12-jähriger West-Highland-Terrier mit gut<br />
handtellergroßer Bisswunde im Bereich<br />
des Halses<br />
Ein 12-jähriger West-Highland-Terrier<br />
zog sich eine gut handtellergroße Bissbzw.<br />
Risswunde im Bereich des Halses zu.<br />
Die Haut war zu etwa gut zwei Drittel des<br />
Halsumfanges durchtrennt. Trotz sorgfältiger<br />
Behandlung durch die vorbehandelnde<br />
Klinik stellte sich schon nach wenigen<br />
Tagen im gesamten Bereich der Wunde<br />
eine Nekrose des Wundrandes ein (Abb. 2).<br />
Die Erstbehandlung der Biss- bzw.<br />
Rissverletzung hatte aus einer sorgfältigen<br />
Wundauffrischung und frischer Wundnaht<br />
so wie lokaler Lasertherapie mit<br />
einem Flächenlaser geringer Leistung (14x<br />
5mW CW-Laser) bestanden. Der gesamte<br />
Wundrand wurde nekrotisch und die Naht<br />
platzte schließlich im gesamten Wundbereich<br />
auf, so dass eine große offen klaffende<br />
Wunde von der Größe einer Männerhand<br />
entstand. Als der Hund zu mir in die<br />
Praxis kam, betrug der Halsumfang der<br />
Wunde 19 cm. Es war im ventralen Halsbereich<br />
nur eine 11 cm große zusammenhängende<br />
Hautbrücke übriggeblieben. Im dorsalen<br />
Halsbereich klaffte die Wunde an der<br />
breitesten Stelle etwa 10 cm auseinander.<br />
Alle Medikamente, Antibiotika und Antiphlogistika,<br />
wurden abgesetzt und eine<br />
Laserakupunktur durchgeführt. Die Wunde<br />
wurde nicht erneut genäht. Es wurden<br />
lediglich die 3 Punkte MP2 (Wundheilungspunkt),<br />
3E5 und MP4 (Wundinfektion, Demarkation<br />
des nekrotischen Gewebes) zur<br />
Akupunktur ausgewählt. Zusätzlich wurde<br />
die Wunde lokal mit dem Impulslaser<br />
Abb. 2: „Westi“ mit vollständiger Wundrandnekrose<br />
10 Tage nach der OP.<br />
(90 Watt 904nm Frequenz A‘‘) im Abstand<br />
von 3 bis 4 Tagen für jeweils 2 Minuten behandelt.<br />
Es wurden zusätzlich lokale Verbände<br />
mit einer milden Acridinfarbstofflösung<br />
mit Calendula, Arnika und Echinacea<br />
angelegt. 16 Tage nach der ersten<br />
Behandlung war die Wunde geschlossen<br />
(Abb. 3).<br />
Abb. 3: Nach 16 Tagen und 4 Laserakupunkturbehandlungen<br />
war die Wunde vollständig<br />
geschlossen.<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 37
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Abb. 4: MRSA Infektion bei einer weißen Schäferhündin nach<br />
Mammatumor-OP.<br />
Abb. 5: Zustand nach 5 Wochen Laserakupunktur. Komplette Wundheilung<br />
ohne jegliche zusätzliche Therapie wie Antibiotika oder Schmerzmittel.<br />
Patient 2<br />
Weiße Schäferhündin mit MRSA-Infektion<br />
nach Gesäuge-Tumor-OP<br />
Eine weiße Schäferhündin infizierte<br />
sich nach einer Gesäuge-Tumor-OP mit<br />
multiresistenten Stapyhylococcus aureus-Keimen.<br />
Da alle verwendeten Antibiotikacocktails<br />
keine Wirkung zeigten<br />
und die Laboruntersuchung MRSA-Keime<br />
nachgewiesen hatte, wurde als letzter Versuch,<br />
das Tier zu retten, eine weitere großflächige<br />
Operation des Infektionsgebietes<br />
vorgenommen. Dies blieb leider ebenfalls<br />
ohne Erfolg. Schon nach 3 Tagen war die<br />
gesamte Wundnaht infiziert und platzte<br />
auf ganzer Länge auf. Auch die Haut und<br />
das Unterhautgewebe bis zu 10 cm Entfernung<br />
von der eigentlichen Wunde war<br />
hochgradig entzündet (Abb. 4).<br />
Nach über 3 Monaten intensiver Therapie<br />
gab die Klinik auf und wollte die<br />
Hündin einschläfern. Mit Beginn der Laserakupunktur<br />
wurde die gesamte medikamentöse<br />
Therapie (Antibiotika und Antiphlogistika)<br />
spontan abgesetzt. Neben<br />
der LLLT der Wunde mit der Frequenz A‘<br />
für 10 Minuten wurden die immunstimulierenden<br />
Punkte 3E5 und MP4 behandelt.<br />
Nach ca. 5 Wochen Laserakupunktur, die<br />
zum großen Teil von den Besitzern selbst<br />
zu Hause durchgeführt wurde, war die<br />
Wunde komplikationslos ausgeheilt<br />
(Abb.5).<br />
Patient 3<br />
MRSA-Infektion nach der Kastration bei<br />
einem 2-jährigen Berner Sennenhund-<br />
Mischling<br />
Ein 2-jähriger Berner Sennenhund-<br />
Misch ling wurde mit einer massiven eitrigen<br />
Schwellung der Kastrationswunde<br />
vorgestellt. Der Hund war 4 Monate zuvor<br />
kastriert worden. Innerhalb weniger Tage<br />
post operationem hatte sich eine fistelnde<br />
Wundheilungsstörung eingestellt. In<br />
der Wunde konnten multiresistente Staphylococcus<br />
aureus-Keime nachgewiesen<br />
werden. Eine antibiotische Therapie über<br />
4 Monate mit diversen in Frage kommenden<br />
Antibiotika und Antibiotika-Cocktails,<br />
Antiphlogistika, Wunddrainagen und<br />
Abb. 6: MRSA Infektion (multiresistenter Keim, spricht auf keine Antibiotikatherapie/Kombination<br />
an) bei einem Berner Sennenhund-Mischling<br />
nach Kastration und 2-facher Nach-OP; Hund soll eingeschläfert werden.<br />
Abb. 7: Die Wunde 3 Wochen später nach reiner Laserakupunktur ohne<br />
weitere medikamentöse oder sonstige Behandlung.<br />
38<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Nachoperationen hatten die Infektion<br />
nicht eindämmen können. Die hochgradig<br />
geschwollene, fluktuierende Wunde war<br />
stark gerötet und zeigte erysipelartige Verfärbungen<br />
(Abb. 6).<br />
Es wurde wieder die gleiche Therapie<br />
wie bei den vorigen Patienten durchgeführt.<br />
Diese Behandlung wurde vom Besitzer<br />
mit einem baugleichen Laser zu Hause<br />
täglich in gleicher Weise fortgesetzt. Nach<br />
1 Woche war die Schwellung bereits deutlich<br />
reduziert und weniger gerötet. Auch<br />
die erysipelartigen Verfärbungen waren<br />
fast verschwunden. Nach einer weiteren<br />
Woche mit gleichbleibender Therapie war<br />
die Infektion abgeheilt. Bei einer Kontrolluntersuchung<br />
14 Tage später war kaum<br />
noch die OP-Narbe erkennbar (Abb. 7).<br />
Diskussion<br />
Die Unterstützung der Wundheilung durch<br />
Laserakupunktur ist eine einfach zu erlernende<br />
und anzuwendende Behandlungsmethode.<br />
Sie zeigt sich in der täglichen<br />
Praxis als eine sehr gute Möglichkeit, jegliche<br />
Wundheilung zu fördern und ganz<br />
nebenbei auch noch der Entwicklung von<br />
Wundheilungsstörungen vorzubeugen.<br />
Nach etwa 30-jähriger tagtäglicher Erfahrung<br />
mit der Laserakupunktur, speziell<br />
auch in der Wundheilung, bin ich zu der Erkenntnis<br />
gekommen, dass speziell bei der<br />
Wundheilung der überwiegende Effekt<br />
durch die LLLT bewirkt wird. Dies bedeutet,<br />
dass man postoperativ theoretisch jede<br />
Wunde prophylaktisch lasern kann, in<br />
der Gewissheit, ein Optimum für Infektionsprophylaxe<br />
und komplikationslosen,<br />
schnellen Wundverschluss getan zu haben.<br />
Weitere Informationen:<br />
www.akupunkturtierarzt.de<br />
Dr. Uwe Petermann<br />
Melle<br />
Fotos: U. Petermann<br />
•<br />
Literatur<br />
Bahr, F., Strittmatter, B. (2010): Das große Buch der<br />
Ohrakupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart.<br />
Hamblin M.R., Waynant R.W., Anders J. (2006): Mechanisms<br />
for Low-Light Therapy. Proc. of SPIE<br />
Vol. 6140, 614001.<br />
Karu T.I. (1987): Photobiological Fundamentals of<br />
Low-Power Laser Therapy. IEEE Journal od<br />
Quantum Electronics QE-23, 1703–1717.<br />
Karu T.I. et al. (1993): Suppression of human blood<br />
chemiluminescence by diode laser irradiation.<br />
Laser Therapy 5, 103–10918.<br />
Litscher, G. et al. (2004): Die schmerzfreie Laser-<br />
„Nadel“-Akupunktur moduliert die Gehirnaktivität.<br />
Schmerz und Akupunktur 2004; 1:4–1.<br />
Mester, E. et al. (1969): Experimentelle Untersuchungen<br />
über die Wirkung von Laserstrahlen auf die<br />
Wundheilung. Z. Exper. Chirurgie 2, 94–101.<br />
Nogier, P. F.M. (1981): Lehrbuch der Auriculotherapie.<br />
Maisonneuve, Sainte Ruffine.<br />
Petermann, U. (2003): LLLT and Laser Acupuncture<br />
in Wound Healing Disturbances in Common<br />
Wounds and Post Operative Complications.<br />
Laser in Medicine Surgery and Dentistry, Zrinsky,<br />
Croatia, 873–882.<br />
Petermann, U. (2010): Kontrollierte Laserakupunktur<br />
bei Hund und Pferd. Sonntag Verlag, Stuttgart.<br />
Rochkind, S. et al. (1988): The in-vivo-nerve-respond<br />
to direct low-energy-laser irradiation.<br />
Acta Neurochir. 94, 74–77.<br />
Skobelkin, O.K. et al. (1990): Blood Microcirculation<br />
under Laser Physio-and Reflexotherapy in<br />
Patients with lesions in Vessels of Low Extremities.<br />
LLLT-Reports 1990, 69–77.<br />
Warnke, U. (1987.1): Der Dioden-Laser. Deutsches<br />
Ärzteblatt, 44, 2941–2944.<br />
Warnke, U. (1987.2): Wie Licht-Energie zu Zell-Energie<br />
wird. Ärztliche Praxis Jahrg. 97, 3039–3040.<br />
Phytotherapie bei Infektionen – eine hochwertige Therapieoption bei<br />
mikrobiellen Infektionen des Organismus<br />
Das Bundesministerium für Gesundheit<br />
hat mit den Bundesministerien für Ernährung<br />
und Landwirtschaft sowie Bildung<br />
und Forschung die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie<br />
(DART <strong>2020</strong>) erarbeitet.<br />
Ziel ist, einen EU-weiten „Global Action<br />
Plan on Antimicrobial Resistance“ zu<br />
unterstützen und durchzusetzen, Stichwort<br />
„One World, one Health“.<br />
Der Aktionsplan sieht vor, die Forschung<br />
auf den Gebieten „Direkte antibakterielle<br />
Wirkstoffe“, „Wirkstoffe mit Antivirulenz-Eigenschaften“<br />
und „Resistenz-modulierende<br />
Wirkstoffe“ zu intensivieren.<br />
Alle Kriterien werden von einer Vielzahl<br />
von Naturstoffen erfüllt und als „Multitarget<br />
Drug“ ist eine Resistenzbildung gegen<br />
diese nahezu unmöglich – ein wesentlicher<br />
Vorteil gegenüber chemisch-synthetischen<br />
Arzneimitteln.<br />
Viele chemisch-synthetische Arzneimittel<br />
beeinflussen außerdem in üblicher<br />
Dosierung das Mikrobiom. Zu begründen<br />
ist dies mit Nebenwirkungen in Verbindung,<br />
vor allem bei den Arzneistoffklassen<br />
der Protonenpumpenhemmer, Antidiabetika,<br />
NSAIDs und atypischen Antipsychotika<br />
– Naturstoffe sind nicht darunter. Kommensale<br />
Keime sind stärker betroffen als<br />
pathogene Keime. Die „antikommensale“<br />
Aktivität mancher Wirkstoffe wird auch als<br />
Antreiber für die Antibiotika-Resistenz diskutiert,<br />
da häufig solche Mechanismen beeinflusst<br />
werden, die ursächlich mit der Resistenzentwicklung<br />
verbunden sind, wie<br />
z. B. Transporter, Trans kriptionsfaktoren,<br />
Efflux-Pumpen. Pflanzenstoffe hingegen<br />
werden von Darmbakterien metabolisiert,<br />
gehören zu ihrem normalen Substratspektrum<br />
und erhalten nach der kommensalen<br />
Biotrans formation Wirkstoffcharakter<br />
– sie haben keinen schädigenden<br />
Einfluss auf das Darmmikrobiom. Die<br />
pflanzliche Droge / der pflanzliche Extrakt<br />
stellt in der Gesamtheit den Wirkstoff dar.<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 39
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Wie üben Naturstoffe, z. B.<br />
sekundäre Pflanzenstoffe, ihre<br />
antibakterielle Wirkung aus?<br />
Zelloberflächen von Bakterien, die aufgrund<br />
ihrer Zellmembranstruktur wasserabweisend<br />
sind, können durch sekundäre<br />
Pflanzenstoffe für Wasser zugänglich gemacht<br />
werden und damit eine Zerstörung<br />
des Bakteriums ermöglichen. Diese Fähigkeit<br />
ist z. B. beim echten Waldmeister und<br />
bei der Brennnessel belegt. Eine andere<br />
Möglichkeit ist, Bakterien durch Anregung<br />
z. B. des Urinflusses herauszuspülen – eine<br />
besondere Stärke bzw. Eigenschaft, die<br />
man insbesondere bei der Goldrute, der<br />
Brennnessel und der Birke findet. Preiselbeeren,<br />
Waldmeister, Birke und Ackerschachtelhalm<br />
haben die Fähigkeit, die<br />
Ausbildung sogenannter Fimbrien und<br />
anderer Fasern zu unterdrücken, die Bakterien<br />
zur Anheftung und Invasion von<br />
Zellen benötigen. Nahezu alle Pflanzen<br />
können über die in ihnen enthaltenen Flavonoide<br />
die Bildung des Biofilms verhindern.<br />
Und verschiedene ätherische Öle<br />
sind in der Lage, einen bereits bestehenden<br />
Biofilm aufzulösen und einen Resistenzmechanismus<br />
von Bakterien effektiv<br />
auszuhebeln. Die Auflösung des Biofilms<br />
hat nicht selten zur Folge, dass vormals<br />
unwirksame Antibiotika wieder ihre volle<br />
Wirksamkeit erlangen.<br />
Auch gibt es Pflanzen, die eine direkte<br />
bakterizide Wirkung zeigen. Hierzu gehören:<br />
• Saponin-Drogen, wie z. B. Efeu, Goldrute,<br />
Schlüsselblume, Stiefmütterchen<br />
• Ätherische Öl-Drogen, wie z. B. Oregano,<br />
Thymian, Anis, Kümmel, Kamille<br />
und Salbei<br />
• Gerbstoff-Drogen, wie z. B. Eichenrinde,<br />
Blutwurz, Brombeere, Himbeere<br />
• Senfölglykoside und Scharfstoffe, wie<br />
z. B. Meerrettich, Senf, Kapuzinerkresse,<br />
Ingwer<br />
Thymian ist eine ganz besondere Arzneipflanze.<br />
Thymian-Öl zeigt eine starke<br />
Wirksamkeit gegen Isolate multiresistenter<br />
Stämme von Staphylococcus, Enterococcus,<br />
Escherichia und Pseudomonas<br />
(Sienkienwicz et al. 2012). Thymian-Öl verhindert<br />
auch die Bildung von Candida-Biofilmen.<br />
Hierfür sind v. a. die Inhaltsstoffe<br />
Thymol und Cavacrol verantwortlich.<br />
Eine kombinierte Therapie aus sekundären<br />
Pflanzenstoffen, wie z. B. ätherischen<br />
Ölen, mit Antibiotika kann die Resistenzbildung<br />
verhindern und die benötigte<br />
Antibiotikamenge reduzieren (Palaniappan,<br />
Holley, 2010).<br />
An+-Biofilm-Wirkstoffe aus natürlichen Pflanzen und ihre möglichen Mechanismen<br />
Erianin<br />
Cocullus<br />
trilobus<br />
Extrakt<br />
H. Patriniae<br />
Extrakt<br />
Hymenocallis<br />
liNoralis<br />
BläNerextrakt<br />
Isovitexin<br />
Querce'n<br />
Adhesin<br />
Proteine SrtA<br />
und Als3<br />
SpA<br />
Sortase<br />
Adhäsion<br />
Mikroorganismen<br />
Anha
FACHGRUPPE IM FOKUS<br />
Resistenzmodifizierung durch pflanzliche Naturstoffe<br />
An;bio;kum dringt<br />
in Bakterium ein<br />
Berberin aus der Berberitze<br />
hemmt die Effluxpumpen von<br />
Pseudomonas aeruginosa<br />
Berberitze<br />
An;bio;kum kann nicht mehr aus der<br />
dem Bakterium rausgepumpt werden<br />
Echte Goldrute<br />
Bioforma2on C.<br />
albicans (unten li.)<br />
Bioforma2on nach Applika2on des<br />
wässrigen Extrakts (unten re.)<br />
Saponine der Goldrute<br />
hemmen und reduzieren den<br />
Biofilm von C. albicans und<br />
hemmen das Wachstum von E.<br />
coli, Pseudomonas aeruginosa,<br />
Staphylococcus aureus u. a.<br />
(obere Abbildungen)<br />
Grafiken und Fotos: Y. Thoonsen<br />
Ein hochbewährtes Beispiel zur Therapie<br />
von Harnwegs- und Atemwegsinfekten<br />
ist die Kombination von Kapuzinerkressenkraut<br />
und Meerrettichwurzelpulver.<br />
Kapuzinerkresse wirkt belegtermaßen<br />
bakteriostatisch (bei grampositiven und<br />
gramnegativen Bakterien sowie gegen<br />
multiresistente Staphylokokken), virustatisch<br />
(z. B. gegen H1N1-Viren), antimykotisch<br />
(z. B. gegen Candida albicans), hyperämisierend<br />
und entzündungshemmend.<br />
Ein Berberitzen-Extrakt kann die Efflux-Pumpen<br />
von Pseudomonas aeruginosa<br />
hemmen. Das angewendete Antibiotikum<br />
verbleibt in der Zelle und wird nicht<br />
wieder unverrichteter Dinge aus der Zelle<br />
heraustransportiert.<br />
Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil<br />
pflanzlicher Stoffe ist, dass sie synergistisch<br />
wirken. So kann z. B. die benötigte Stoffmenge<br />
einer einzelnen Substanz durch die<br />
Kombination mit einer weiteren Substanz<br />
so verbessert werden, dass von der Ausgangssubstanz<br />
deutlich weniger benötigt<br />
wird, um die gleiche Wirkung zu erreichen.<br />
So lassen sich evtl. mögliche Nebenwirkungen<br />
gänzlich ausschließen. Ein Beispiel stellt<br />
die Kombination aus Baldrianwurzel und<br />
Hopfen dar. 7 g Baldrianwurzel + 3 g Hopfen<br />
wirken wie 20 g Baldrianwurzel allein.<br />
Zusammenfassend kann man zu den<br />
Naturstoffen sagen, dass sie zwar oft unspezifisch<br />
gegen Keime wirken, aber dafür<br />
gegen ein breites Spektrum aktiv sind. Sie<br />
sind teilweise eine Alternative, immer aber<br />
zumindest eine sinnvolle Ergänzung zu<br />
Antibiotika und auch Antimykotika. Ihr<br />
Einsatz kann auch prophylaktisch bzw.<br />
metaphylaktisch erfolgen und sie bergen<br />
keine Gefahr der Resistenzbildung. Zudem<br />
eignen sie sich aufgrund ihrer sehr guten<br />
Verträglichkeit immer bei „banalen Infekten“,<br />
zum Einsatz bei Jungtieren und geschwächten,<br />
multimorbiden Tieren.<br />
Literatur<br />
Sienkiewicz, M.; Łysakowska, M.; Denys, P.;<br />
Kowalczyk, E. (2012): The Antimicrobial<br />
Activity of Thyme Essential Oil Against<br />
Multidrug Resistant Clinical Bacterial Strains.<br />
http://doi.org/10.1089/mdr.2011.0080<br />
Palaniappan, K.; Holley, R. A. (2010): Use of<br />
natural antimicrobials to increase antibiotic<br />
susceptibility of drug resistant bacteria.<br />
https://doi.org/10.1016/j.ijfoodmicro.2010.04.001<br />
Yvonne Thoonsen<br />
Engelskirchen<br />
•<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 41
STIFTUNGEN UND PREISE<br />
Ausschreibung des Frank-Mutschmann-Gedächtnispreises<br />
Hiermit schreibt die <strong>DVG</strong> den FrankMutschmann-Gedächtnispreis<br />
zum ersten Mal<br />
aus und bittet um Nominierungen, gemäß<br />
der Richtlinien für die Verleihung des Preises<br />
(siehe Link unten).<br />
Bitte teilen Sie Vorschläge bis zum<br />
30.06.<strong>2020</strong> an die E-Mail der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
oder des Leiters der Fachgruppe<br />
„Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien,<br />
Amphibien und Fische“ (pees@<br />
uni-leipzig.de) mit.<br />
Vorschlagsberechtigt sind alle Mitglieder<br />
der Fachgruppe „Zier-, Zoo- und Wildvögel,<br />
Reptilien, Amphibien und Fische<br />
(ZZWRAF)“.<br />
Der Preis soll an Wissenschaftler vergeben<br />
werden, die im Bereich der klinischen<br />
(Labor-)Medizin oder bei tierärztlichen<br />
Projekten innerhalb von Artenschutzund<br />
Tierschutzprojekten bei Reptilien,<br />
Amphibien oder Fischen herausragende<br />
Forschung geleistet haben.<br />
Die wissenschaftliche Leistung soll in<br />
Abhängigkeit von der beruflichen Erfahrung<br />
gewichtet, Nachwuchswissenschaftler<br />
sollen besonders berücksichtigt werden.<br />
Dem Antrag beizufügen ist<br />
• eine Begründung der vorschlagenden<br />
Person, die eine Beschreibung der besonderen<br />
wissenschaftliche Leistungen<br />
des/der Auszuzeichnenden enthält,<br />
• der wissenschaftliche Lebenslauf der<br />
auszuzeichnenden Person,<br />
• ein vollständiges Publikationsverzeichnis<br />
der auszuzeichnenden Person.<br />
Der Preis soll dann auf der nächsten Tagung<br />
der Fachgruppe ZZWRAF vergeben werden.<br />
Prof. Dr. Michael Pees<br />
Leiter der Fachgruppe ZZWRAF<br />
q Richtlinien zur Vergabe des Preises:<br />
www.dvg.de, Fachgruppen, Zier-, Zoound<br />
Wildvögel, Reptilien, Amphibien<br />
und Fische<br />
oder QR-Code scannen<br />
Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler<br />
Mit dem Anton-Mayr-Preis <strong>2020</strong> wird Juniorprofessorin<br />
Dr. Katharina Schaufler,<br />
PhD (Institut für Pharmazie, Pharmazeutische<br />
Mikrobiologie, Universität Greifswald),<br />
ausgezeichnet.<br />
Katharina Schaufler hat von 2006 bis<br />
2012 an der Justus-Liebig-Universität Gießen<br />
und der Universidad Complutense de<br />
Madrid Veterinärmedizin studiert, bevor<br />
sie im Mai 2012 in Berlin mit ihren beiden<br />
Promotionsarbeiten mit Fokus auf antibiotikaresistente<br />
Bakterien, insbesondere<br />
Juniorprofessorin Dr. Katharina Schaufler, PhD. Foto: Till Junker, Universität Greifswald<br />
Escherichia coli, begann. In Anschlussfragestellungen<br />
hat Frau Schaufler das Spektrum<br />
ihrer Forschung erweitert und bearbeitet<br />
derzeit multiresistente Bakterien<br />
aus der Familie der Enterobacteriaceae<br />
und Enterococcaceae, die laut „WHO Pathogen<br />
Priority List 2017“ als Erreger gelten,<br />
die das weltweit größte Problem in Bezug<br />
auf antimikrobielle Therapien bei<br />
Mensch und Tier darstellen.<br />
Für ihre beiden Dissertationen (Dr.<br />
med. vet. und PhD) untersuchte die Preisträgerin,<br />
u. a. mithilfe molekular-epidemiologischer<br />
und genomischer Methoden,<br />
Mechanismen, die zum Erfolg zoonotischer<br />
E. coli beitragen. Die Ergebnisse wiesen<br />
darauf hin, dass extra chromosomale<br />
Elemente diese Erreger nicht nur antibiotikaresistenter,<br />
sondern auch überlebensfähiger<br />
und virulenter und damit äußerst<br />
erfolgreich machen.<br />
Frau Schauflers wissenschaftliches Engagement<br />
resultiert in derzeit 17 „peer''-begutachteten<br />
Publikationen in hochrangigen<br />
Fachzeitschriften mit Impact-Faktoren<br />
zwischen 2.4 und 5.5 sowie in zahlreichen<br />
Vorträgen und Posterbeiträgen auf nationalen<br />
und internationalen Kongressen. Sie<br />
ist eine hervorragende junge Wissenschaftlerin,<br />
deren Forschung im hochaktuellen<br />
und wichtigen Bereich der Forschung<br />
antimikrobieller Resistenzen im<br />
One-Health-Kontext angesiedelt ist. Der<br />
Preis wird – soweit möglich – im Rahmen<br />
des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses <strong>2020</strong> in Berlin<br />
überreicht.<br />
Der Anton-Mayr-Preis für Nachwuchswissenschaftler<br />
ist mit 2.500 Euro dotiert.<br />
42<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
STIFTUNGEN UND PREISE<br />
Mit diesem Preis will die <strong>DVG</strong> Wissenschaftler<br />
bis zu einem Alter von 40 Jahren<br />
auszeichnen, deren Publikationen sie als<br />
hochqualifizierten wissenschaftlichen<br />
Nachwuchs ausweisen. Bis zum März 2015<br />
wurde der Preis als „Preis der <strong>DVG</strong> zur Förderung<br />
von Nachwuchswissenschaftlern“<br />
bezeichnet. Zum Andenken an Prof. Dr. Dr.<br />
h.c. mult. Anton Mayr (1922–2014), einen<br />
leidenschaftlichen und begnadeten Wissenschaftler<br />
und Hochschullehrer, dem<br />
die Förderung des wissenschaftlichen<br />
Nachwuchses ein besonderes Anliegen<br />
war, wurde der Preis 2015 in „Anton-Mayr-<br />
Preis“ umbenannt. Anton Mayr war von<br />
1969 bis 1989 Vorsitzender der <strong>DVG</strong>, seitdem<br />
Ehrenvorsitzender. Er hat die <strong>DVG</strong> entscheidend<br />
geprägt.<br />
Preis der Ursula und Heinz-Georg Klös-Stiftung<br />
Mit dem Preis der Ursula und Heinz-Georg<br />
Klös-Stiftung wird in diesem Jahr Jan Lakemeyer<br />
(Institut für Terrestrische und<br />
Aquatische Wildtierforschung der Stiftung<br />
Tierärztliche Hochschule Hannover) ausgezeichnet.<br />
Jan Lakemeyer arbeitet seit 2014 am Institut<br />
für Terrestrische und Aquatische<br />
Wildtierforschung und hat in diesem Zeitraum<br />
viele wertvolle Beiträge im Bereich<br />
der Wildtierforschung erarbeitet. Er hat<br />
weit über 500 verschiedene terrestrische<br />
und aquatische Wildtiere auf ihren Gesundheitszustand<br />
hin untersucht und<br />
über die Befunde in Berichten für das Umweltministerium<br />
in Schleswig-Holstein<br />
zusammengefasst. Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten<br />
hat er bei verschiedenen<br />
nationalen und internationalen Kongressen<br />
vorgestellt. Weiterhin hat er zahlreiche<br />
Wissenschaftler aus Deutschland und<br />
dem Ausland (z.B. Polen, Dänemark, Estland,<br />
Norwegen) in die Obduktionstechniken<br />
von Meeressäugern eingeführt und<br />
hat in mehreren Forschungsexpeditionen<br />
Robben und Wale in verschiedenen europäischen<br />
Ländern seziert. Außerdem hat<br />
er Schulungen und Kurse für Mitglieder<br />
des Strandungsnetzwerks und Studenten<br />
betreut und durchgeführt.<br />
Ein besonderer Schwerpunkt seiner<br />
Forschungsarbeiten an Wildtieren ist das<br />
Verständnis von Gesundheitszustand und<br />
Parasitenbefall im Magen-Darm-Trakt.<br />
Hier hat er sich mittels morphologischer<br />
und molekularbiologischer Methoden mit<br />
dem Auftreten von Acanthocephalen und<br />
anisakiden Nematoden bei Robben und<br />
Walen sowie deren pathologischem Potential<br />
beschäftigt. Die Ergebnisse seiner<br />
Arbeit sind auch auf internationaler Ebene<br />
von großer Bedeutung, da sie es der<br />
Bundesrepublik Deutschland ermöglichen,<br />
einen wichtigen Beitrag zu der Entwicklung<br />
von Gesundheitsindikatoren für<br />
Robben aus der Ostsee zu leisten. Herr<br />
Lakemeyer ist ein passionierter Wildtierforscher,<br />
der auch in seinem weiteren<br />
Werdegang die Wildtierforschung und das<br />
Verständnis über die Gesundheit der aquatischen<br />
und terrestrischen Wildtiere zu<br />
seinem Schwerpunkt machen möchte.<br />
Jan Lakemeyer. Foto: privat<br />
Der Preis wird – soweit möglich – im Rahmen<br />
des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses <strong>2020</strong> in Berlin<br />
überreicht. Der mit 500 Euro dotierte<br />
Preis geht auf den Veterinärmediziner und<br />
ehemaligen Direktor des Zoologischen<br />
Gartens in Berlin, Prof. Dr. Dr. h.c. mult.<br />
Heinz-Georg Klös (1926–2914), und dessen<br />
Frau Ursula zurück, deren Ansinnen es war,<br />
die Forschung auf dem Gebiet der Zoound<br />
Wildtierkrankheiten zu unterstützen.<br />
Der Preis wird insbesondere an Tierärztinnen<br />
und Tierärzte verliehen, die jünger als<br />
30 Jahre sind und im Bereich Zootier-,<br />
Wildtier- und Exotenkrankheiten forschen.<br />
Preis und Stipendium der Dres. Jutta & Georg Bruns-Stiftung für innovative<br />
Veterinärmedizin <strong>2020</strong><br />
Den Bruns-Preis erhält in diesem Jahr PD<br />
Dr. Helen Louton vom Lehrstuhl für Tierschutz,<br />
Verhaltenskunde, Tierhygiene und<br />
Tierhaltung der Tierärztlichen Fakultät der<br />
Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)<br />
München. Mit diesem Preis wird PD Dr. Louton<br />
für ihre hervorragende Forschung auf<br />
dem Gebiet der Tierhaltung und Ethologie,<br />
und hier insbesondere zur Haltung von Legehennen<br />
und Broilern, ausgezeichnet.<br />
Helen Louton hat in Berlin Veterinärmedizin<br />
studiert und wurde am Lehrstuhl<br />
für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene<br />
und Tierhaltung der LMU mit dem<br />
Thema „Optimierung der Kleingruppenhaltung<br />
von Legehennen. Schwerpunkt:<br />
Verhalten und Lichtmanagement von Lohmann<br />
Selected Leghorn Hennen“ promo-<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 43
STIFTUNGEN UND PREISE<br />
PD Dr. Helen Louton. Foto: privat<br />
viert. Sie ist Fachtierärztin für Tierhygiene<br />
und Tierhaltung sowie für Tierschutz. Sie<br />
hat sich zudem vor wenigen Wochen im<br />
Fachgebiet Tierschutz, Tierhaltung, Tierhygiene<br />
und Ethologie habilitiert. Ihre Habilitationsschrift<br />
trägt den Titel „Erfassung,<br />
Anwendung und Bewertung von Beurteilungskriterien<br />
(Tierschutzindikatoren)<br />
während der Aufzucht, der Haltung, des<br />
Transportes und der Schlachtung von Hühnervögeln“.<br />
Im Februar <strong>2020</strong> hat sie den<br />
Ruf auf die Professur für Tiergesundheit<br />
und Tierschutz an der Agrar- und Umweltwissenschaftlichen<br />
Fakultät der Universität<br />
Rostock erhalten. Zurzeit befindet sie<br />
sich in Verhandlungen mit der Universität<br />
Rostock.<br />
Die Preisträgerin weist eine beeindruckende<br />
Liste von Publikationen in Fachzeitschriften<br />
(peer reviewed) auf und hat<br />
zahlreiche Vorträge gehalten. Sie hat weiterhin<br />
eine Reihe von Dissertationen betreut.<br />
Ihre Lehrveranstaltungen werden<br />
von den Studierenden überaus positiv evaluiert.<br />
PD Dr. Helen Louton ist eine außergewöhnlich<br />
engagierte Wissenschaftlerin,<br />
die mit ihrer Forschung einen direkten Beitrag<br />
zur tiergerechten Haltung von Nutztieren<br />
und damit für das Wohlergehen dieser<br />
Tiere leistet.<br />
Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und<br />
wird – soweit es die derzeitige Situation<br />
hinsichtlich der Coronavirus-Pandemie zulasst<br />
– im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />
<strong>2020</strong> in Berlin überreicht.<br />
Ein zweijähriges Stipendium erhält<br />
Maria Wald, die sich im Rahmen ihrer Dissertation<br />
am Institut für Virologie an der<br />
Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität<br />
Leipzig mit der „Untersuchung zur<br />
antiviralen Therapie von Usutu-Virus-Infektionen<br />
bei Vögeln und Säugetieren auf<br />
der Grundlage stoffwechselbiochemischer<br />
Analysen“ befassen wird. Basierend<br />
auf stoffwechselbiochemischer Grundlagenforschung<br />
sollen antiviral wirksame<br />
Substanzen gefunden werden, welche<br />
eventuell in der tiermedizinischen Praxis<br />
zur Behandlung der Usutu-Virus-Infektion<br />
eingesetzt werden könnten.<br />
Walter Frei-Preis 2019 für Prof. Dr. Stefan Schwarz<br />
Prof. Dr. Stefan Schwarz.<br />
Foto: Milena Schlösser / <strong>DVG</strong><br />
Im Rahmen des „virtuellen“ Dies academicus<br />
der VetSuisse Fakultät Zürich wurde<br />
der Walter-Frei-Preis 2019 an Prof. Dr. Stefan<br />
Schwarz (Berlin) verliehen.<br />
Prof. Schwarz erhielt dies Auszeichnung<br />
für die Erforschung von Antibiotikaresistenzmechanismen<br />
und deren weltweiter<br />
Verbreitung bei Tier und Mensch.<br />
Mit dem seit 1979 verliehenen und nach<br />
Professor Dr. Walter Frei, dem ehemaligen<br />
Direktor des Instituts für Veterinärpathologie<br />
in Zürich, benannten Preis werden<br />
herausragende Forschungsarbeiten in der<br />
Veterinärmedizin ausgezeichnet. Die Verleihung<br />
findet alle drei Jahre durch die Vet-<br />
Suisse Fakultät der Universität Zürich<br />
statt.<br />
Prof. Schwarz ist seit 2016 Geschäftsführender<br />
Direktor des Instituts für Mikrobiologie<br />
und Tierseuchen am Fachbereich<br />
Veterinärmedizin der Freien Universität<br />
Berlin. Zuvor leitete er von 2008 bis 2016<br />
die Arbeitsgruppe „Molekulare Mikrobiologie<br />
und Antibiotikaresistenz“ am Institut<br />
für Nutztiergenetik des Friedrich-Loeffler-Instituts.<br />
Seit der Gründung des <strong>DVG</strong>-<br />
Arbeitskreises „Antibiotikaresistenz“ im<br />
Jahr 2001 ist Stefan Schwarz dessen Leiter.<br />
2018 wurde er mit dem Martin-Lerche-Wissenschaftspreis<br />
der <strong>DVG</strong> ausgezeichnet.<br />
44<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
STIFTUNGEN UND PREISE<br />
Preis der Akademie für Tiergesundheit<br />
V.l.n.r.: Prof. Dr. Heidrun Potschka (Vize-Vorsitzende Kuratorium AfT), Dr. Andrea Feßler, Dr. Berit<br />
Bangoura, Dr. Gerfried Zeller (Vorsitzender der AfT). Foto: Leipziger Messe/Tom Schulze<br />
Mit dem Förderpreis der Akademie für<br />
Tiergesundheit e. V. (AfT) wurden zu Beginn<br />
dieses Jahres gleich zwei Wissenschaftlerinnen<br />
für ihre herausragenden<br />
Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen<br />
Mikrobiologie bzw. molekularen Parasitologie<br />
ausgezeichnet. Der mit 5.000<br />
Euro dotierte Förderpreis der AfT wird an<br />
Wissenschaftler vergeben für herausragende<br />
klinische oder experimentelle Forschungsergebnisse<br />
auf dem Gebiet der<br />
Tiergesundheit. Die Verleihung der Förderpreise<br />
fand im Rahmen des AfT-Symposiums<br />
am 18.01.<strong>2020</strong> beim Leipziger<br />
Tierärztekongress statt.<br />
Dr. Andrea Theresia Feßler, PhD, Freie<br />
Universität Berlin, wurde für ihre wissenschaftlichen<br />
Leistungen auf dem Gebiet<br />
der Antibiotikaresistenz, vor allem für ihre<br />
Studien zu multiresistenten Staphylococcus<br />
spp. sowie zur Empfindlichkeitsprüfung<br />
bakterieller Erreger gegenüber antimikrobiellen<br />
Wirkstoffen und Bioziden<br />
ausgezeichnet. Mit ihren Arbeiten leistete<br />
Dr. Feßler einen besonderen Beitrag zum<br />
Verständnis der Resistenzentwicklung und<br />
einer differenzierten Betrachtung des Vorkommens<br />
multiresistenter Erreger bei Tieren<br />
und Menschen. Außerdem tragen die<br />
von ihr erarbeiteten Methoden und Beurteilungskriterien<br />
wesentlich zur Interpretation<br />
der Ergebnisse der Empfindlichkeitsprüfung<br />
von Bakterien im klinisch-mikrobiologischen<br />
Labor bei.<br />
Dr. Feßler schloss 2009 ihr Studium der<br />
Veterinärmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität<br />
in München ab und<br />
forscht, nach Abschluss von PhD (2012) und<br />
Promotion (2016) an der Tierärztlichen<br />
Hochschule Hannover, heute als Wissenschaftlerin<br />
bei Prof. Dr. Stefan Schwarz am<br />
Institut für Mikrobiologie und Tierseuchen<br />
der Freien Universität Berlin. Die Bedeutung<br />
und hohe Qualität ihrer Forschungen<br />
werden auch durch eine Fülle von Veröffentlichungen<br />
in wissenschaftlich anerkannten<br />
internationalen Fachzeitschriften<br />
dokumentiert. Andrea Feßler ist Mitglied<br />
des Arbeitskreises Antibiotikaresistenz<br />
der <strong>DVG</strong> sowie auch der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
„Bakteriologie und Mykologie“. 2018 wurde<br />
sie im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />
mit dem Preis der Dres. Jutta und Georg<br />
Bruns-Stiftung ausgezeichnet.<br />
Dr. habil. Berit Bangoura, University<br />
Wyoming, befasste sich in ihren molekularbiologischen<br />
Studien mit der Parasit-<br />
Wirt-Interaktion und Kontrolle von Eimeria<br />
spp.und Toxoplasma gondii bei verschiedenen<br />
Tierarten. Die potenzielle Relevanz<br />
von Tierinfektionen mit zoonotischen<br />
Parasiten, wie Toxoplasma gondii, für die<br />
menschliche Gesundheit ist dabei von besonderer<br />
Bedeutung.<br />
Dr. Bangoura ist seit 2003 Tierärztin.<br />
Ihre Doktorarbeit schloss sie 2008 bei<br />
Prof. Dr. Arwid Daugschies am Institut für<br />
Parasitologie der Veterinärmedizinischen<br />
Fakultät der Universität Leipzig ab. Danach<br />
arbeitete sie als Postdoc und Principal<br />
Investigator im selben Labor und erhielt<br />
ihre Spezialisierung auf dem Gebiet<br />
der Parasitologie (Facharzt für Parasitologie,<br />
seit 2009; Diplomate des European<br />
Veterinary Parasitology College seit 2014)<br />
und habilitierte sich im Jahr 2015. Ihre<br />
gegenwärtige Forschung als Assistant<br />
Professor an der University Wyoming konzentriert<br />
sich auf die Epidemiologie von<br />
Protozoenpathogenen, vor allem boviner<br />
und oviner Eimerien, genutzter Bekämpfungsstrategien<br />
unter Berücksichtigung<br />
von möglicher Resistenzentwicklung und<br />
den ökonomischen Langzeiteffekten der<br />
Kokzidiose. Von Relevanz sind dabei auch<br />
Koinfektionen mit anderen Pathogenen.<br />
Auch Dr. Bangoura engagiert sich in der<br />
<strong>DVG</strong> (Fachgruppe „Parasitologie und parasitäre<br />
Krankheiten“).<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 45
NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />
Erreichbarkeit der<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
Die Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> in Gießen ist<br />
auch während der Corona-Pandemie zu<br />
den üblichen Geschäftszeiten telefonisch<br />
und per E-Mail erreichbar. Sehr gern stehen<br />
wir für Ihre Fragen zur Verfügung. Die<br />
<strong>DVG</strong>-Mitarbeiter/innen wechseln sich mit<br />
Anwesenheit in der Geschäftsstelle und<br />
mit Home Office ab, so dass immer mehrere<br />
Kollegen/innen vor Ort sind. Auf diese<br />
Weise können die Maßnahmen und Regeln<br />
zum Abstandhalten und zur Hygiene<br />
umgesetzt sowie auch die Kinderbetreuung<br />
während der Zeit geschlossener bzw.<br />
nur bedingt geöffneter Schulen und Kitas<br />
geregelt werden.<br />
Ihr <strong>DVG</strong>-Team<br />
Die <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle ist durchgehend besetzt, hier mit unserer Auszubildenden Naila Redzepagic<br />
(links) sowie mit Kathrin Hund – der Situation angemessen mit Mundschutz im <strong>DVG</strong>-Design. Foto: <strong>DVG</strong><br />
Werde<br />
Schnuppermitglied!<br />
Studierende und Doktoranden/innen können<br />
für 25,00 € im Jahr Schnuppermitglied<br />
in der <strong>DVG</strong> werden. Das hat viele Vorteile,<br />
und einen Veti-Kalender gibt’s kostenlos<br />
dazu!<br />
<strong>DVG</strong>-Mitglieder erhalten u. a.:<br />
• Ermäßigungen bei Tagungen, Fortbildungen<br />
und Kongressen der <strong>DVG</strong> und ATF<br />
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Verlags sowie bei weiteren Publikationen<br />
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und „Tierärztliche Praxis“<br />
Weitere Infos: www.dvg.de<br />
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Oder fragt uns:<br />
Tel.: 0641 24466, info@dvg.de<br />
46<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
NEUES AUS DER GESCHÄFTSSTELLE<br />
Was die <strong>DVG</strong> ihren Mitgliedern bietet – Vorteile einer <strong>DVG</strong>-Mitgliedschaft<br />
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kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel,<br />
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Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische,<br />
erscheint sechsmal jährlich)<br />
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Bundesverbandes für fachgerechten<br />
Natur- und Artenschutz e.V. (BNA)<br />
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zweimal jährlich<br />
• Kostenlose Zusendung von Programmheften<br />
Jährliche Mitgliedsbeiträge<br />
• Regulärer Beitrag: 120 Euro<br />
• Schnuppermitgliedschaft für Studierende<br />
und Doktoranden: 25,00 Euro<br />
• Ermäßigter Beitrag für Tierärzte/innen<br />
in Elternzeit, Arbeitslose: 30,00 Euro<br />
• Kollegen/innen in Rente oder Pension:<br />
auf Antrag Ermäßigung auf 30,00 Euro<br />
Haben Sie Interesse an einer Mitgliedschaft?<br />
Alle Informationen sowie ein Online-Aufnahmeformular<br />
finden Sie unter:<br />
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In eigener Sache – Bitte um Zusendung Ihrer E-Mail-Adresse<br />
Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />
um Ihnen Informationen über anstehende<br />
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Meldungen in Zeiten von Corona<br />
schnell und kostengünstig zukommen lassen<br />
können, nutzen wir die Zusendung per<br />
E-Mail.<br />
• Dafür benötigen wir Ihre aktuelle E-Mail<br />
Adresse. Bitte teilen Sie uns Ihre E-Mail<br />
mit, falls Sie noch keine <strong>DVG</strong>-Mails erhalten.<br />
• Sie erhalten nur Meldungen, welche die<br />
von Ihnen gewählten Fachgruppen betreffen<br />
und die daher für Sie auch relevant<br />
sind.<br />
• Falls Sie früher E-Mail-Nachrichten von<br />
der <strong>DVG</strong> bekommen haben, diese jetzt<br />
aber vermissen, schauen Sie bitte im<br />
Spam-Ordner nach.<br />
• Falls sich Ihre Adresse geändert hat, teilen<br />
Sie uns dies bitte mit (auch Änderungen<br />
der postalischen Adresse).<br />
Selbstverständlich halten wir alle gesetzlichen<br />
Datenschutzbestimmungen ein<br />
und geben die Adressen nicht an Dritte<br />
weiter.<br />
Wir freuen uns über Mitteilungen an:<br />
E-Mail: info@dvg.de<br />
Telefon: 0641 24466<br />
Telefax: 0641 25375<br />
Vielen Dank!<br />
Ihr Team von der <strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
Foto: ant, stock.adobe.com<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 47
PERSONEN<br />
Ehrendoktorwürde für Prof. Hartung<br />
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jörg Hartung. Foto: privat<br />
Die Naturwissenschaftliche Universität<br />
Breslau hat Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Hartung<br />
(Hannover) im Oktober 2019 die Würde<br />
eines Doctor honoris causa verliehen. Damit<br />
würdigte die Universität seine Leistungen<br />
auf dem Gebiet der Tiergesundheit,<br />
aber auch seine Verdienste um die wissenschaftliche<br />
Zusammenarbeit mit Polen<br />
und anderen Ländern. Unter anderem hatte<br />
der frühere Leiter des Instituts für Tierhygiene,<br />
Tierschutz und Nutztierethologie<br />
an der Tierärztlichen Hochschule Hannover<br />
in Gremien der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde<br />
mitgearbeitet.<br />
Hartung freute sich auch deswegen besonders<br />
über die Ehrendoktorwürde in<br />
Breslau, weil er selbst als Vertriebener aus<br />
dem heutigen Polen stammt.<br />
Der Doctor honoris causa aus Breslau<br />
ist bereits die zweit Ehrendoktorwürde für<br />
Jörg Hartung. Die Swedish University of<br />
Agricultural Sciences in Uppsala verlieh<br />
ihm im Jahr 2010 ebenfalls einen Ehrendoktor.<br />
Prof. Hartung war von 1995 bis 2013 Leiter<br />
der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe „Umwelt- und<br />
Tierhygiene“. Er hatte die Tierhygiene als<br />
eine der Schlüsselwissenschaften im vorbeugenden<br />
Gesundheitsschutz von Hausund<br />
Nutztieren sowie im Tier- und Umweltschutz<br />
hervorgehoben und betont,<br />
dass sie damit wichtige Komponenten des<br />
Verbraucherschutzes enthalte.<br />
Neue Fachgruppenleiter<br />
Im Rahmen der Tagung der Fachgruppe<br />
„Reproduktionsmedizin“ im Februar in<br />
Rostock-Warnemünde fand auch die Fachgruppenversammlung<br />
statt, auf der PD Dr.<br />
Maike Heppelmann, Hannover (Leiterin)<br />
und Prof. Dr. Christine Wrenzycki, Gießen<br />
(Stellvertreterin) einstimmig in ihren Ämtern<br />
bestätigt wurden.<br />
Ebenfalls während der Tagung traf sich<br />
die Fachgruppe „Tierzucht, Erbpathologie<br />
und Haustiergenetik“ und wählte Prof. Dr.<br />
Jens Tetens (Göttingen) zum Leiter und<br />
Prof. Dr. Klaus Wimmers (Dummerstorf) zu<br />
seinem Stellvertreter.<br />
Die <strong>DVG</strong> gratuliert herzlich!<br />
Die alte und neue Fachgruppenleitung „Reproduktionsmedizin“: PD Dr.<br />
Maike Heppelmann (links) und Prof. Dr. Christine Wrenzycki. Foto: <strong>DVG</strong><br />
V.l.n.r.: Der neue Leiter der Fachgruppe „Tierzucht, Erbpathologie und<br />
Haustiergenetik“ Prof. Dr. Jens Tetens, <strong>DVG</strong>-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c.<br />
Martin Kramer, <strong>DVG</strong>-Geschäftsführerin PD Dr. Susanne Alldinger, Prof. Dr.<br />
Klaus Wimmers (stellvertretender Leiter). Foto: <strong>DVG</strong><br />
48<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />
Wissenschaftlich-fachlicher Nachwuchs in der Tiermedizin von Heute & Morgen –<br />
Aufgaben der Tiermedizin im One Health-Prinzip<br />
Zu dieser Thematik trafen sich am 25. Februar<br />
Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter/Promovierende<br />
und Studierende<br />
des Fachbereichs Veterinärmedizin der<br />
Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen, um<br />
in einer gemeinsamen Podiumsdiskussion<br />
den Mangel an wissenschaftlich-fachlichem<br />
Nachwuchs an den Universitäten zu<br />
diskutieren.<br />
Statement-Vorträge<br />
Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Dr. h.c.<br />
Martin Kramer, Leiter der Klinik für Kleintiere<br />
Chirurgie, Dekan des Fachbereichs Veterinärmedizin<br />
sowie Präsident der Deutschen<br />
Veterinärmedizinischen Gesellschaft<br />
(<strong>DVG</strong>), hielt Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel,<br />
Präsident des Bundesinstitutes für Risikobewertung<br />
(BfR) in Berlin, einen Statement-Vortrag,<br />
in dem er auf die individuelle<br />
Wegfindung eines jeden einzelnen<br />
Studierenden nach dem erfolgreich abgeschlossenen<br />
Studium einging. Er betonte<br />
das breite Spektrum der Ausbildung und<br />
die Chance, dass jeder nach dem Studium<br />
eine adäquate Arbeitsstelle finden könne.<br />
Wichtig hierfür sei jedoch die fachliche<br />
Spezialisierung durch gute Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.<br />
Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Kramer erläuterte<br />
in einem zweiten Statement-Vortrag<br />
die Bedeutung der Tiermedizin in der One<br />
Health-Debatte in so unterschiedlichen<br />
Bereichen wie Lebensmittelsicherheit,<br />
Tierschutz, tierärztliche Praxis aber auch<br />
Infektionsmedizin und Präventivmedizin.<br />
Er betonte, dass die Diversität der Forschungseinrichtungen<br />
erhalten bleiben<br />
müsse.<br />
Podiumsdiskussion<br />
An der Podiumsdiskussion nahmen teil:<br />
• Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel (Präsident<br />
des BfR)<br />
• Prof. Dr. Arwid Daugschies (Vizepräsident<br />
der <strong>DVG</strong>, Institut für Parasitologie<br />
der Veterinärmedizinischen Fakultät in<br />
Leipzig)<br />
• Prof. Dr. Dr. Benjamin Lamp (Institut für<br />
Virologie an der JLU Gießen)<br />
• Akademischer Rat Dr. Manfred Henrich<br />
(Post Doc, Fachtierarzt für Pathologie<br />
und Diplomate ECVP, Institut für Veterinär-Pathologie,<br />
JLU Gießen)<br />
• Dr. Peter Klotz (Tierhausleiter, Max-<br />
Planck- Institut Freiburg)<br />
• Lea Lenhard (Studierende und Stipendiatin<br />
mit Forschungsaufenthalt in<br />
USA)<br />
• Prof. Dr. Dr. Stefan Arnhold (Moderation,<br />
Studiendekan des Fachbereichs<br />
Veterinärmedizin, JLU Gießen).<br />
Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel bei seinem<br />
Statement-Vortrag. Foto: <strong>DVG</strong><br />
Die Teilnehmer berichteten zunächst über<br />
ihren eigenen Werdegang und die zunehmende<br />
Schwierigkeit, spezialisiertes Personal<br />
zu finden. Im Rahmen der Podiumsdiskussion<br />
wurde die Frage aufgeworfen,<br />
ob eine Spezialisierung in Form einer Weiterbildung<br />
zum Fachtierarzt, gerade in den<br />
Nischenbereichen wie z. B. Parasitologie,<br />
ausschließlich an universitären Standorten<br />
zu einer Verringerung des wissenschaftlich-fachlichen<br />
Nachwuchses führen<br />
würde. Kritisch wurde von den Studierenden<br />
auch die Frage der Finanzierung von<br />
Weiterbildung angemerkt. Zu wenig Gehalt<br />
und befristete Stellen, insbesondere<br />
an den Universitäten, führten zu einem<br />
Verlust der Attraktivität der vorhandenen<br />
Stellen. Prof. Dr. Michael Lierz, Leiter der<br />
Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und<br />
Fische sowie Vizepräsident für Wissenschaftliche<br />
Infrastruktur der JLU in Gießen,<br />
regte zur Änderung von Rahmenbedingungen<br />
an. So sollte eine Vereinbarkeit<br />
von Familie und Beruf, zum Beispiel durch<br />
soziale universitäre Einrichtungen wie Kindertagesstätten<br />
mit längeren Öffnungszeiten,<br />
gefördert werden.<br />
Insgesamt seien ein frühzeitiger Kontakt<br />
der Studierenden mit den Möglichkeiten<br />
in der Forschung sowie ein Einblick in<br />
die vielfältigen Berufsfelder wünschenswert.<br />
Zum Abschluss gab Prof. Kramer den<br />
Teilnehmern einige Denkanstöße mit auf<br />
den Weg. Alte Systeme müssten wahrscheinlich<br />
aufgebrochen und gegebenenfalls<br />
neue Wege beschritten werden. Eine<br />
Kooperation von Industrie, Bundesinstituten<br />
und Universitäten könnte langfristig<br />
eine Bewegung in der Fort- und Weiterbildung<br />
bedeuten.<br />
Katharina Kleber<br />
<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 49
AKTUELLES AUS UNTERSCHIEDLICHEN BEREICHEN<br />
Extremzuchten beim Hund<br />
Die europäische Dachorganisation FECAVA (Federation of European<br />
Companion Animal Veterinary Associations), in der die<br />
DGK-<strong>DVG</strong> Mitglied ist, bietet einen Flyer zu Extremzuchten beim<br />
Hund mit kurzen und übersichtlichen Informationen für Tierhalter,<br />
Tierärzte, Züchter, Politiker, Verbände etc. an, der zum Download<br />
unter folgendem Link bzw. QR-Code zur Verfügung steht:<br />
https://www.dvg.net/fileadmin/Bilder/<strong>DVG</strong>/PDF/20-02-20-Final_FLYER_Extreme_breeding_German-1.pdf<br />
Aktuelle Stellungnahmen der StIKo Vet<br />
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin<br />
(StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut<br />
bewertet den Einsatz von Impfstoffen<br />
in der Tiermedizin. Sie spricht<br />
Empfehlungen zur Verwendung von Impfstoffen<br />
aus und berät die Bundesregierung.<br />
Die Kommission ist über die Geschäftsstelle<br />
mit dem Friedrich-Loeffler-Institut<br />
verbunden, ist aber fachlich<br />
vollkommen unabhängig. Sie besteht aus<br />
acht Mitgliedern sowie acht stellvertretenden<br />
Mitgliedern, die jeweils eine Tierart<br />
bzw. einen Fachbereich vertreten. Beratend<br />
nehmen an den Sitzungen Vertreter<br />
des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) sowie des<br />
Bundesministeriums für Ernährung und<br />
Landwirtschaft (BMEL) teil. Unterstützt<br />
wird die Kommission von Arbeitskreisen,<br />
in die weitere Experten aus den entsprechenden<br />
Tätigkeitsfeldern hinzugezogen<br />
werden.<br />
Aktuelle Stellungnahmen<br />
• Stellungnahme zur Anwendung<br />
bestandsspezifischer Impfstoffe<br />
(07.04.<strong>2020</strong>)<br />
• Stellungnahme zur Impfung im<br />
Rahmen von BHV-1-Ausbrüchen<br />
(26.03.<strong>2020</strong>)<br />
• Hinweise zur aktuellen West-Nil-Virus-<br />
Situation (21.02.<strong>2020</strong>)<br />
Leitlinien und Stellungnahmen der StIKo<br />
Vet stehen online zum Download zur Verfügung:<br />
q https://stiko-vet.fli.de/<br />
50<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
PUBLIKATIONEN<br />
Aktuelle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag<br />
Die folgenden aktuellen Tagungsbände und Publikationen sind beim Verlag der <strong>DVG</strong> Service GmbH (<strong>DVG</strong>-Geschäftsstelle) erhältlich:<br />
DGK-<strong>DVG</strong>: Kölner Thementage<br />
„Patient Katze – Internistik“<br />
Köln, 05. – 06.10.2019, 10,00 Euro<br />
63. Jahrestagung der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe<br />
„Pathologie“<br />
Fulda, 06. – 08.03.<strong>2020</strong>, 10,00 Euro<br />
9. CT-User-Meeting, Empfehlungen<br />
zur Standardisierung von CT-Protokollen,<br />
Teil 2<br />
München, 12. – 13.10.2019, 14,80 Euro<br />
Reproduction in Domestic Animals<br />
Abstracts der 53. Jahrestagung Physiologie<br />
und Pathologie der Fortpflanzung,<br />
Rostock, 26. – 28.02.<strong>2020</strong>, 10,00 Euro<br />
Top-Thema: 24/7 – zur Verantwortung im<br />
Umgang mit Tieren<br />
28. Int. Fachtagung zum Thema Tierschutz,<br />
Tagungsband mit ausführlichen Manu -<br />
skripten der Vorträge – die Tagung war für<br />
den 26. – 28.03.<strong>2020</strong> in München geplant,<br />
konnte wegen der Corona-Pandemie jedoch<br />
nicht durchgeführt werden, 30,00 Euro<br />
Tod und Teufel – Vermenschlichung, Trauer<br />
um Tiere und Bedeutung für die tierärztliche<br />
Praxis<br />
Marion Christine Schmitt, Hannover 2019,<br />
Tierärztliche Hochschule, Diss., 19,80 Euro<br />
Die Preise verstehen sich jeweils zzgl. Verpackung und Versand<br />
(bei Versand innerhalb Deutschlands: 1 bis 3 Artikel: 3,00 Euro, ab 4 Artikel 5,50 Euro).<br />
<strong>DVG</strong>-Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt auf alle Publikationen im <strong>DVG</strong>-Verlag (excl. Blauer Hund)!<br />
Die Liste mit den Publikationen der <strong>DVG</strong> finden Sie aus Platzgründen online unter:<br />
www.dvg.de q Verlag/Shop q Bücher-Bestell-Liste<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 51
TAGUNGSKALENDER <strong>2020</strong>/2021<br />
Tagungen <strong>2020</strong>/20121 (Aufgrund der Corona-Pandemie können sich Termine verschieben oder abgesagt werden.<br />
Aktuelle Informationen finden Sie unter: www.dvg.de)<br />
Titel der Tagung Fachgruppe/Arbeitskreis Datum Ort<br />
DGT-Seminar: Dentalröntgen bei Hund und Katze DGT-<strong>DVG</strong> 15.08.<strong>2020</strong> Germersheim<br />
DGT-Seminar: Dentalröntgen bei Hund und Katze DGT-<strong>DVG</strong> 12.09.<strong>2020</strong> Rottenburg<br />
Thementage Patient Katze: Notfallmedizin<br />
AG Katzenmedizin<br />
der DGK-<strong>DVG</strong><br />
7. Tagung der AG Lasermedizin der DGK-<strong>DVG</strong> AG Lasermedizin<br />
der DGK-<strong>DVG</strong><br />
61. Arbeitstagung des AG Lebensmittelsicherheit<br />
und Verbraucherschutz<br />
AG Lebensmittelsicherheit<br />
und Verbraucherschutz<br />
12. – 13.09.<strong>2020</strong> evtl. Bonn und<br />
Live-Stream<br />
18. – 20.09.<strong>2020</strong> Augsburg<br />
29.09. – 02.10.<strong>2020</strong> Online-Angebot<br />
<strong>DVG</strong>-Vet-Congress <strong>2020</strong> <strong>DVG</strong> und Fachgruppen 14. – 17.10.<strong>2020</strong> Berlin und Live-Stream<br />
4. Internationaler Kongress zur Pferdemedizin FG Pferdekrankheiten 15. – 17.10.<strong>2020</strong> Berlin und Live-Stream<br />
14. Berlin-Brandenburgischer Rindertag DbG-<strong>DVG</strong>, Tierernährung,<br />
Reproduktionsmed.,<br />
Tierzucht<br />
Tagung der FG Schweinekrankheiten und<br />
der FG Tierernährung<br />
FG Schweinekrankheiten<br />
und FG Tierernährung<br />
16. – 17.10.<strong>2020</strong> Berlin und Live-Stream<br />
12.11.<strong>2020</strong> Rostock<br />
98. & 99. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 12. – 14.11.<strong>2020</strong> Hannover<br />
10. CT-User-Meeting AG-CT der DGK-<strong>DVG</strong> 13. – 14.11.<strong>2020</strong> Gent, Belgien<br />
52. Internationale Tagung Angewandte Ethologie FG Ethologie und<br />
Tierhaltung<br />
26. – 28.11.<strong>2020</strong> Freiburg<br />
DGT-Seminar: Dentalröntgen bei Hund und Katze DGT-<strong>DVG</strong> 12.12.<strong>2020</strong> Oberhaching<br />
Thementage Kleintier (Anämie) und Kleinsäuger<br />
(Respirationstrakt und Otitis)<br />
DGK-<strong>DVG</strong>, AG Kleinsäuger<br />
der DGK-<strong>DVG</strong><br />
22. – 24.01.2021 Dresden<br />
29. Jahrestagung der FG InnLab FG InnLab 29.-30.01.2021 Leipzig<br />
Tagung der FG Zier-, Zoo- und Wildvögel, Reptilien,<br />
Amphibien und Fische (ZZWRAF)<br />
64. Jahrestagung und 26. Schnittseminar<br />
der FG Pathologie<br />
FG ZZWRAF 04. – 06.03.2021 Oberschleißheim<br />
FG Pathologie 05. – 07.03.2021 Fulda<br />
Internationale Tierschutz-Tagung der <strong>DVG</strong> FG Tierschutz 18. – 20.03.2021 München<br />
Tagung der AG Eutergesundheit<br />
AG Eutergesundheit der<br />
FG Milchhygiene<br />
23. – 24.03.2021 Stuttgart<br />
Erfurter Thementage: Endokrinologie DGT-<strong>DVG</strong> 23. – 25.04.2021 Erfurt<br />
Ahlener Thementage: Jungtiererkrankungen DGT-<strong>DVG</strong> 07. – 08.05.2021 Ahlen<br />
100. Fachgespräch über Geflügelkrankheiten FG Geflügelkrankheiten 20. – 21.05.2021 Hannover<br />
Tagung der FG Tierseuchen FG Tierseuchen 26. – 27.05.2021 Berlin<br />
3. Tagung der Tierärztlichen Plattform Tierschutz TPT 25. – 26.06.2021 Oesede<br />
Tagung der FG Parasitologie und<br />
parasitäre Krankheiten<br />
FG Parasitologie und<br />
parasitäre Krankheiten<br />
28. – 30.06.2021 Herrsching am<br />
Ammersee<br />
52 <strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong><br />
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Mehr Infos unter<br />
www.berliner-fortbildungen.de/<br />
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Ihr Partner für Fort- und Weiterbildungen<br />
Foto @ freepik<br />
Thementage 2021<br />
Veranstaltungen der <strong>DVG</strong>-Fachgruppe DGK-<strong>DVG</strong><br />
Änderungen vorbehalten!<br />
Dresdner Thementage l 22. - 24. Januar 2021 l Dresden<br />
"Blasse Schleimhäute! – Anämie & andere Bluterkrankungen" l Wissenschaftl. Leitung: Dr. Ingo Pfeil, Desden<br />
Thementage Kleinsäuger l 22. - 24. Januar 2021 l Dresden<br />
"Respirationstrakt und Otitis" l Wissenschaftl. Leitung: Dr. Jutta Hein, Stadtbergen<br />
Erfurter Thementage l 23. - 25. April 2021 l Erfurt<br />
"Endokrinologie" l Wissenschaftl. Leitung: Dr. Ingmar Kiefer, Leipzig<br />
Thementage Katzen l 11. - 12. September 2021 l Dortmund<br />
"Patient Katze" l Wissenschaftliche Leitung: Dr. Angelika Drensler, Elmshorn<br />
Veranstalter<br />
<strong>DVG</strong> Service GmbH l Friedrichstr. 17 l 35392 Gießen l 0641-24466 l info@dvg.de l www.dvg.de<br />
Information & Anmeldung<br />
CSM, Congress & Seminar Management l Industriestr. 35 l 82149 Gröbenzell l 08142-570183 l<br />
info@csm-congress.de l www.csm-congress.de<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong> 53
Tagung der AG Eutergesundheit<br />
23. -24. März 2021, Stuttgart<br />
<strong>DVG</strong> Service GmbH • Friedrichstr. 17 • 35392 Gießen • info@dvg.de • www.dvg.de<br />
Anzeige Forum - Eutergesundheit 2021 - halbe Seite.indd 1 28.05.<strong>2020</strong> 10:54:06<br />
IMPRESSUM<br />
Herausgeber:<br />
Deutsche Veterinärmedizinische<br />
Gesellschaft e.V.<br />
Präsident:<br />
Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer<br />
Vizepräsident, Schatzmeister:<br />
Prof. Dr. Arwid Daugschies<br />
ISSN 1861-907X<br />
Redaktion: <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />
PD Dr. Susanne Alldinger und<br />
Dr. Marion Selig<br />
Friedrichstr. 17, 35392 Gießen<br />
Tel.: 0641-24466, Fax: 0641 25375<br />
E-Mail: info@dvg.de<br />
Internet: www.dvg.de<br />
Registergericht Gießen<br />
Handelsregister Nr. HRB 3877<br />
Foto Titelseite:<br />
Brigitta Smit-Fornahl<br />
Verlag:<br />
Verlag der <strong>DVG</strong> Service GmbH<br />
Friedrichstr. 17, 35392 Gießen<br />
Tel.: 0641 24466, Fax: 0641 25375<br />
Druck und Bindung:<br />
Druckerei Bender GmbH<br />
Hauptstr. 27, 35435 Wettenberg<br />
Tel.: 0641 9849960, Fax: 0641 98499620<br />
E-Mail: info@druckerei-bender.de<br />
Internet: www.druckerei-bender.de<br />
Layout / Bildbearbeitung:<br />
FORM UND PRODUKTION<br />
Bernd Burkart<br />
www.form-und-produktion.de<br />
Anzeigen:<br />
<strong>DVG</strong> Service GmbH, Telefon 0641 24466<br />
forum@dvg.de<br />
Das <strong>DVG</strong>-Forum erscheint in einer Onlinesowie<br />
in einer Print-Ausgabe.<br />
Auflage der Print-Ausgabe: 2.000<br />
Erscheinungsweise: zweimal jährlich<br />
Mediadaten:<br />
www.dvg.de t Über uns t <strong>DVG</strong>-Forum<br />
Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 01. 10. 2019<br />
Die Verantwortlichkeit für den Inhalt der<br />
Beiträge liegt bei den Verfassern. Der auszugsweise<br />
Abdruck ist unter Angabe der<br />
Quelle gestattet. Die Übersendung eines<br />
Belegexemplars wird erbeten.<br />
Berufs-, Status- und Funktionsbezeichnungen<br />
im <strong>DVG</strong>-Forum sind geschlechtsneutral<br />
zu verstehen.<br />
54<br />
<strong>DVG</strong>-Forum 01/<strong>2020</strong>
Anmeldung<br />
Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Deutschen Veterinärmedizinischen<br />
Gesellschaft e.V. Mit der Speicherung und Verarbeitung meiner unten genannten<br />
Daten bin ich einverstanden.<br />
Titel & Name …………..……………………..………………………………………………<br />
Vorname ………………………………………………………………………………………<br />
geb. am ……………………………………………………………………………………….<br />
Straße …………………………………………………………………………………………<br />
PLZ ……………………………Ort …………………………………………………….…….<br />
Tel. priv. …..…………………………………………………………………………………..<br />
Anschrift:<br />
Friedrichstraße 17<br />
D-35392 Gießen<br />
Kontakt:<br />
Telefon: +49 (0) 6 41 / 2 44 66<br />
Telefax: +49 (0) 6 41 / 2 53 75<br />
E-Mail:info@dvg.de<br />
Internet: www.dvg.de<br />
Bankverbindung:<br />
Volksbank Mittelhessen eG<br />
IBAN:<br />
DE 08 5139 0000 0006 9549 28<br />
BIC:<br />
VBMHDE5F<br />
Tel. dienstl. ……………………………………………………………………………………<br />
E-Mail ………………………………………………………………………………………….<br />
Für die Überweisung des Jahresbeitrags von:<br />
€ 120,- (Vollmitglieder) € 25,- (Studierende, DoktorandInnen) oder<br />
€ 30,- (TierärztInnen in Elternzeit, arbeitslose TierärztInnen)<br />
erteile ich der <strong>DVG</strong> e.V. ein SEPA-Lastschriftmandat von meinem Konto<br />
(siehe Seite 2). Bei ermäßigten Beiträgen bitte Nachweis beifügen!<br />
Ich überweise den Mitgliedsbeitrag auf das Konto der Volksbank Mittelhessen<br />
eG, IBAN DE 08 5139 0000 0006 9549 28, BIC: VBMHDE5F.<br />
Kleintierpraxis – das Journal der DGK-<strong>DVG</strong> – möchte ich abonnieren.<br />
Als Neumitglied erhalte ich die Zeitschrift im 1. Bezugsjahr kostenfrei, sofern<br />
bislang noch kein Abonnement bestanden hat. Danach wird der zu diesem<br />
Zeitpunkt geltende Abopreis jährlich durch die Schlütersche Verlagsgesellschaft<br />
(Hannover) erhoben. Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck<br />
an die Schlütersche Verlagsgesellschaft weitergegeben werden. Bei Austritt aus<br />
der <strong>DVG</strong> endet das Abo nicht automatisch, sondern muss separat bei der<br />
Schlüterschen Verlagsgesellschaft gekündigt werden.<br />
Tierärztliche Praxis – das Journal der <strong>DVG</strong>-Fachgruppen InnLab, Pathologie,<br />
Anästhesie, kleine Wiederkäuer, Schweine, Geflügel, Bienen sowie Zier-, Zoound<br />
Wildvögel, Reptilien, Amphibien und Fische, möchte ich abonnieren. Als<br />
<strong>DVG</strong>-Mitglied erhalte ich die Tierärztliche Praxis mit 30 % Rabatt.<br />
Ausgabe K Ausgabe G Ausgabe K + G<br />
Ich bin einverstanden, dass meine Daten zu diesem Zweck an den Georg Thieme<br />
Verlag KG (Stuttgart) weitergegeben werden. Bei Austritt aus der <strong>DVG</strong> endet das<br />
Abo nicht automatisch, sondern muss separat beim Georg Thieme Verlag KG<br />
gekündigt werden.<br />
<strong>DVG</strong>-Forum<br />
Ich erhalte das <strong>DVG</strong>-Forum, die Mitgliederzeitschrift der <strong>DVG</strong>, 2x pro Jahr als digitale<br />
Ausgabe per Download-Link an meine oben genannte E-Mail-Adresse.<br />
Statt der digitalen Ausgabe möchte ich das <strong>DVG</strong>-Forum per Post erhalten.<br />
Ort und Datum: ……………………………………………………………………………….<br />
Rechtsverbindl. Unterschrift: ………………………………………………………….…….<br />
Bitte senden/faxen: <strong>DVG</strong> e.V., Friedrichstr. 17, 35392 Gießen, Fax: 0641 25375 Seite 1
Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.<br />
SEPA-Lastschriftmandat<br />
Hiermit ermächtige/n ich/wir die Geschäftsstelle der <strong>DVG</strong> widerruflich, die von mir/uns zu entrichtenden<br />
Zahlung(en) des Mitgliedsbeitrages für die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. bei Fälligkeit<br />
zu Lasten meines/unseres Bankkontos einzuziehen:<br />
Name & Vorname des <strong>DVG</strong>-Mitglieds: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
<br />
Anschrift:<br />
<strong>DVG</strong> e.V.<br />
Friedrichstr. 17<br />
35392 Gießen<br />
Kontakt:<br />
Telefon: +49 (0)641/2 44 66<br />
Telefax: +49 (0)641/2 53 75<br />
E-Mail: info@dvg.de<br />
www.dvg.de<br />
Bankverbindung:<br />
Volksbank Mittelhessen eG<br />
IBAN DE 08 513 900 000 006 954 928<br />
BIC VBMHDE5F<br />
PLZ: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Telefon privat: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Telefon dienstlich: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Fax: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
E-Mail: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Name & Vorname des Kontoinhabers: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Titel: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Straße: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
PLZ: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ort: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Name der Bank: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
IBAN:<br />
BIC:<br />
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Ort & Datum: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Rechtsverbindl. Unterschrift: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .<br />
Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des<br />
belasteten Betrags verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.<br />
Bitte senden/faxen an: <strong>DVG</strong> e.V. · Friedrichstr. 17 · 35392 Gießen · +49 (0)641/2 53 75
Geplant:<br />
Präsenz & Online<br />
14. Berlin-Brandenburgischer Rindertag<br />
16. und 17. Oktober <strong>2020</strong><br />
im Rahmen des <strong>DVG</strong>-Vet-Congresses<br />
Estrel Convention Center, Berlin<br />
www.dvg-vet-congress.de
15.-17.10.<strong>2020</strong><br />
Vet-Congress<br />
Estrel, Berlin<br />
mit VET-Messe<br />
Immer aktuell: www.dvg-vet-congress.de<br />
Geplant:<br />
Präsenz &<br />
Online<br />
Themen u.a.<br />
Kleintiere | Pferde | Rinder | Bienen<br />
Tierernährung | Internat. Tiergesundheit<br />
Reproduktionsmedizin & Tierzucht<br />
Regulationsmedizin | VPH