Basler Wirtschaft 2 2020

vessamedia

AUSGABE 02 / 2020

Ausgabe 02/2020

Basel nach COVID 19

Ab Seite 4

Vorsorge ist kein Hexenwerk

Ab Seite 20

Cyber Security im Home Office

Ab Seite 32

... und viele weitere Themen!


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Liebe Leserinnen, liebe Leser

Liebe Leserinnen und Leser

Der Lockdown ist seit einigen Wochen vorbei und doch ist die Covid 19 noch nicht ausgestanden.

Für viele Unternehmer war der Lockdown ein wirtschaftlicher Schwerschlag, die Aufhebung

hat nicht besonders viel gebracht. Ganz im Gegenteil, die Fixkosten sind zwar wieder

gestiegen doch die Umsätze bleiben relativ tief, vor allem Gastronomiebetriebe sowie Einkaufsläden

sind an deren Existenz bedroht, und die Arbeitslosenquote wird dadurch steigen.

Nun stellt sich die Frage, was kann man als Unternehmer tun, um wieder wirtschaftlich Fuss zu

fassen? Wir haben über diese Themen mit Herrn Bernhard Bauhofer & Herrn Doktor Axel Müller

gesprochen. Viele Unternehmen mussten Ihre Büros schließen und die Mitarbeiter mussten

von zuhause arbeiten, somit wurde das Home-Office für alle Unternehmer omnipräsent, doch

was bedeutet dies? Welchen Gefahren setze ich mich aus?

Wie weit ist die Digitalisierung in meinem Unternehmen angekommen? Wie schütze ich mein

Unternehmen? Alles Fragen die sich die Basler KMU’s seit dem Lockdown gestellt haben. Wir

werden nun versuchen diese Fragen für unsere Leser zu beantworten.

mit Freundlichen Grüssen

Herr Dieter Mertel

3


Highlights

COVID 19 und die Auswirkungen auf die

Schweizer Wirtschaft

Von einem auf den anderen Tag hat sich unsere Arbeitsweise

und dadurch die Wirtschaft komplett

verändert. Somit stellt es allen Unternehmern die gleiche Frage:

Was wird die Zukunft bringen

und wie sieht dadurch der Alltag zukünftig aus?

Home Office, die Lösung in der heutigen Zeit?

Das Thema Home Office ist in allem Munde, doch was beutet

dies für ein Unternehmen? Welche

Kosten sind zu erwarten? Wie schaffe ich den Spagat zwischen

Sicherheit und Kosteneffizienz?

Wirtschaftlichkeit und Vorsorge im Unternehmen

Wie sichere ich mich für die Zukunft ab? Sind die Risiken in der

heutigen Zeit überhaupt noch kalkulierbar? Wie funktioniert

eine sichere Vorsorge in einer unsicheren Wirtschaftszeit?

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Inhaltsverzeichniss:

Nach Corona: Denkanstöße für Wirtschaft und Politik S. 4 – 5

Wie COVID-19 den Handel zum Umdenken zwingt S. 6 – 7

Aktuelle Umfrage zeigt gravierende Sorgen der Schweizer Wirtschaft S. 8

Quick Wins schaffen Zuversicht S. 10 – 11

Wegen Corona im Home Office? So klappt es! S. 12 – 14

Corona-Krise bringt Schweizer Wirtschaft in Nöte S. 16 – 17

Uns entgehen zu viele weibliche Talente S. 18 – 19

Strukturiert zur externen Nachfolgelösung S. 20 – 21

Vorsorge für Unternehmen: der 1e-Vorsorgeplan S .22 – 23

LIQUIDITÄT SCHONEN UND NEUE ABSATZWEGE FINDEN S. 24 – 25

Freihandel sichert Arbeitsplätze S. 26

KMU Wirtschaft im Gespräch mit Michael Müller S. 28 – 30

Interview mit Robert Wigger von Sunrise S. 32 – 34

Andreas Wisler durch eine Idee zum erfolgreichen Unternehmer. S. 36 – 38

Security in der Smart Production S. 42 – 43

KI lässt sich nutzen, um Schadprogramme besser zu erkennen S. 44 – 46

So fordert der digitale Wandel Organisation und Kundenbindung S. 48 – 50

Professionell digitalisieren, entspannter arbeiten im Homeoffice S. 54 – 55

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Highlights

Interview Dr. Axel Müller in „Basler Wirtschaft“, 2/2020

Nach Corona:

Denkanstöße für Wirtschaft und Politik

Herr Müller, seit dem Beginn der Corona-Krise sind Gesundheitsexperten

wie Sie in den Medien omnipräsent. Wie schätzen

Sie diesen Boom ein?

Axel Müller: Ich denke, dass die Corona-Krise uns allen den

überragenden Wert der Gesundheit und eines funktionierenden

Gesundheitssystems vor Augen geführt hat.

Die Bewältigung der Pandemie stellt auch die Schweiz vor

grosse Herausforderungen und hier ist Fachexpertise gefragt.

Während insbesondere seit der Finanzkrise Wirtschafts- und

Finanzexperten eine starke Medienpräsenz hatten, stehen nun

aktuell Spezialisten wie Virologen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Da die Krise noch lange nicht ausgestanden ist, wird

dies wohl bis auf weiteres so bleiben.

Zu welchen Themen beziehen Sie Stellung?

Als Apotheker sind Medikamente mein Fachgebiet, und als

Geschäftsführer des Branchenverbands Intergenerika liegen

Generika, die günstigeren Nachfolgemedikamente, in meinem

Fokus. Wir setzen uns für eine qualitativ hochwertige und gesicherte

Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit diesen patentabgelaufenen

Qualitätsarzneimitteln zu günstigen Preisen

ein.

Was uns im Moment besonders besorgt, sind die Lieferengpässe

bei teilweise lebensnotwendigen Medikamenten wie Antibiotika

oder Schmerzmittel. Die eh schon akute Verknappung — derzeit

bestehen hierzulande Lieferengpässe bei über 600 Medikamenten – hat

sich im Zuge der Corona-Krise weiter verschärft. Hier besteht akuter Handlungsbedarf.

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Wie kommt es zu diesen Lieferengpässen und welche Lösungsansätze

sehen Sie?

Das Problem liegt vor allem in der hohen Abhängigkeit der

Schweiz und Europas von China als weltweitem Produzenten

von Arzneimittelwirkstoffen begründet. Patentfreie Wirkstoffe

sind über Jahrzehnte hinweg immer mehr zu margenschwachen

„Commodities“ verkommen und so für die Hersteller im hochpreisigen

Europa uninteressant geworden.

Die Corona-Krise ist deshalb als ein Weckruf zu verstehen, dass

wir die Abhängigkeit von der Monopolstellung Chinas reduzieren

müssen. Die Repatriierung der Produktion einiger wichtigern

Arzneistoffe schätze ich von nationaler strategischer

Bedeutung ein, um die Medikamentenversorgung der Bevölkerung

in Krisenzeiten nachhaltig sicherzustellen.

Aufgrund der teilweise über Jahrzehnte aufgebauten Lieferketten,

kann dies nicht von heute auf morgen geschehen und

sollte im Schulterschluss mit unseren europäischen Nachbarn

erfolgen.

Da dort, vor allem in Deutschland, ähnliche Überlegungen derzeit

laufen, ist das Timing für eine solche „Entente“ wohl ideal.

Ich habe die Idee eines „New Deal“ für Generika-Wirkstoffe zur

Diskussion gestellt, der am runden Tisch mit Vertretern der

Politik, Schweizer und europäischen Wirkstoffproduzenten und

weiteren Interessensgruppen wie Ärzte, Apotheker und Krankenkassen

ausgearbeitet werden sollte.

Im Übrigen freue ich mich, dass sich mittlerweile Politiker jeglicher

Couleur mit ähnlichen Überlegungen äußern.


Highlights

Wem würde ein solches Vorhaben Nutzen bringen?

Allem voran geht es hier um die Sicherung der Arzneimittelgrundversorgung

der Schweizer Bevölkerung. Für Hersteller

und darunter befinden sich auch zahlreiche KMU – müssten

interessante Anreize geschaffen werden, um die Produktion

einiger essentielle Wirkstoffe in Europa wieder fest zu verankern.

Zu diesen Anreizen können Steuererleichterungen oder garantierte

Abnahmekontingente zählen. Langfristig, so bin ich überzeugt,

würde der Produktionsstandort und das Qualitätssiegel

„Made in Switzerland“ gestärkt werden.

Lassen Sie uns auf die Zeit nach der Corona-Pandemie

blicken. Wie wird sich unser Leben verändern?

Wir werden uns mit zahlreichen Veränderungen konfrontiert

sehen, die teilweise jetzt schon Realität sind. Ich bin davon überzeugt,

dass wir allgemein der Gesundheit und auch der

Gesundheitsversorgung wieder einen grösseren Wert beimessen

werden.

Wir müssen mit mehr Vorschriften und Regelungen rechnen,

die unsere Freiheit einschränken werden. Im täglichen Miteinander

werden wir zum Schutz von uns selbst und anderer wohl

von fest etablierten Ritualen wie dem Händeschütteln oder Umarmungen

Abstand nehmen.

Wir werden auf die Rückverfolgbarkeit von Produkten mehr

achten. Produkte und Dienstleistungen aus der Region werden

zukünftig noch mehr an Wert gewinnen.

Ein weiteres Ihrer Betätigungsfelder ist die menschliche Entstehungsgeschichte.

In Ihrem Vortrag „Der Neandertaler in

uns“ setzen Sie sich mit unserer Evolution zum modernen

Menschen auseinander. Welche Relevanz haben diese Erkenntnis

für uns heute?

Zwei bis vier Prozent unserer Gene stammen vom Neandertaler,

mit dem der Homo Sapiens Kinder zeugte. Unser gesamtes archaisches

Erbgut hat sich jedoch noch nicht an unsere moderne

Lebensweise angepasst.

Wir leben mit Steinzeitgenen, die nicht an langes Sitzen und

stark zuckerhaltige Nahrung gewohnt sind. Heute zählen Kreislauferkrankungen,

Krebs, Diabetes oder Demenz zu den grossen

Herausforderungen unserer Generation. Dass wir gesund

alt werden, hat die Evolution nicht vorgesehen.

Während wir immer älter werden, stellt sich die Frage: Wie können

wir für die zusätzlichen Lebensjahre die Lebensqualität bezahlbar

hochhalten? Neben dem Fortschritt bei Medikamenten

und Therapien liegt es vor allem in unserer eigenen Verantwortung,

durch gesunde Ernährung, Bewegung und eine ausgewogene

Lebensweise länger gesund zu bleiben.

Auch CEO‘s, welche sich als Vorbild aktiv um die Gesundheit

ihrer Belegschaft kümmern – sei es durch gesunde Ernährung,

Fitness- oder Therapieangebote – können hier im Rahmen ihrer

gesellschaftlichen Verantwortung und Unternehmenskultur

einen wichtigen Beitrag leisten.

Unternehmen – Konzerne wie KMU gleichermassen – stehen

vor unsicheren Zeiten. Welche einschneidenden Massnahmen

stehen bevor?

Da sich weder Politik noch Wirtschaft im Sinne eines Pandemie

Notfallplans auf das Corona-Szenario vorbereiten konnten, ist

die Zukunft für Unternehmen höchst ungewiss.

Es gibt kein Rezept, das man aus der Schublade holen kann.

Nach den schnellen Staatshilfen mit Kurzarbeitsentschädigung

und Krediten wird es längerfristig – und da dürfen wir uns nichts

vormachen – zu massiven Einschnitten und auch Entlassungen

in den Unternehmen kommen.

Schon jetzt erleben viele KMU, Freischaffende und Einzelunternehmen

in nie dagewesener Form, wie ihnen die Krise den Boden

unter den Füssen wegzieht, was eine enorme psychische

Belastung bedeutet. Bei Entlassungen in Unternehmen müssen

Vorgesetzte mit Empathie und Feinfühligkeit vorgehen.

Nach dem Motto meines vor geraumer Zeit veröffentlichten Essays

„Sanieren darf nicht krank machen“ darf die Corona-Krise

nicht als Ausrede dienen, Mitarbeiter ohne Würde und einem

anständigen Ritual aus dem Unternehmen hinaus zu komplementieren.

Führungskräfte sind gerade in Zeiten grosser Verunsicherung

und Ungewissheit nicht nur eine wichtige Orientierung, als Repräsentanten

des Unternehmens haben sie dessen Kultur und

Werte wie Anstand, Würde und Fairness vorzuleben.

Die Art und Weise, wie Menschen entlassen werden, ist auch

ein wichtiges Signal für die im Unternehmen verbleibenden Mitarbeitenden

– und natürlich für die Kunden des Unternehmens.

7


Highlight

Wie COVID-19 den Handel

zum Umdenken zwingt

Wie sich die Konsumenten in der «Neuen Normalität», nach dem Höhepunkt der Krise, verhalten

werden, ist noch nicht sicher. Klar ist, dass sich schon heute Ideen und Entwicklungen im

Handel zeigen, die es ohne die Pandemie nicht gegeben hätte. Drei Beispiele.

Seniorenstunde» für gefährdete Shopper

Um ältere Menschen und gefährdete Bevölkerungsgruppen vor

dem Coronavirus zu schützen, haben Supermarktketten wie

zum Beispiel Walmart, Safeway oder Carrefour in den USA und

Europa spezielle Shopping-Stunden für Senioren eingeführt.

Bei Walmart gilt die «Seniorenstunde» für Kunden ab 60 Jahren.

Sie bekommen vor der offiziellen Öffnungszeit eine Stunde lang

exklusiven Zugang zu Walmart-Geschäften und -Apotheken.

Auch in den Safeway-Supermärkten können Senioren, Schwan-

gere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem während

extra für sie reservierten Zeitfenstern einkaufen. Doch bieten

diese Massnahmen Sicherheit und Schutz für Käufer und Mitarbeiter

oder sind sie der Beginn von Altersdiskriminierung?

Zero-Waste ist vorbei, Plastik ist zurück

Die Sorge um Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wird zu

einer erhöhten Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln führen.

Der Boom der Zero-Waste-Läden könnte abreissen, wenn

8


Highlight

Shopper Keime und Viren fürchten. Auf jeden Fall ist die Verpackungsindustrie

mehr denn je gefragt, umweltverträgliche,

abbaubare Verpackungen für Obst und Gemüse zu entwickeln.

Der Convenience-Markt bricht ein

Wenn ein Grossteil der Bevölkerung im Homeoffice arbeitet und

niemand mehr zur Arbeit pendelt, bricht die Nachfrage nach

Convenience-Food ein. Auch Touristen, die sich unterwegs verpflegen,

sind als Abnehmer nicht mehr da. Davon sind die Convenience-Läden

in den Bahnhöfen genauso betroffen wie der

Imbiss in der Stadt. Supermärkte und Lieferdienste hingegen

dürften als Gewinner aus der Krise gehen.

Von der Krise zum «New Normal»

Entscheidend wird sein, wie der Handel auf das veränderte Konsumentenverhalten

in den einzelnen Phasen der Pandemie reagiert.

Krise

Das Konsumentenverhalten verändert sich kurzfristig. Verbraucher

reagieren sofort auf die neue Situation. Sie tätigen Hamsterkäufe,

schaffen Vorräte an, Supermärkte führen «Seniorenstunden»

ein.

Halb-Normalität

Die Konsumenten verändern ihr Verhalten mittelfristig und sie

gewöhnen sich langsam an die neuen Umstände. Verbraucher

tragen Schutzmasken, Sicherheitsmassnahmen wie Abstandsmarkierungen

werden in Geschäften eingeführt, man reicht

sich nicht mehr die Hand.

Neue Normalität

Nach der Pandemie ändert sich das Konsumentenverhalten auf

lange Zeit. Hygienestandarts bleiben hoch, Abstandhalten wird

zur Normalität und man berührt in der Öffentlichkeit so wenig

wie möglich Gegenstände.

((Hinweis)) Der Text ist ein Auszug aus einer Studie des Gottlieb

Duttweiler Instituts, die in Kürze veröffentlicht wird.

Mehr unter gdi.ch

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Highlight

Corona-Pandemie:

Aktuelle Umfrage zeigt gravierende Sorgen der

Schweizer Wirtschaft

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hat in einer Mitgliederumfrage ein aktuelles Stimmungsbild der Schweizer Wirtschaft

ermittelt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Unternehmen angesichts der Corona-Pandemie auf schwierige Monate

einstellen. Viele kämpfen bereits mit Lieferengpässen, Absatzschwierigkeiten und einer verschlechterten Zahlungsmoral im

B2B-Bereich. Die Massnahmen des Bundesrats kommen gerade noch rechtzeitig.

Die aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern von Economiesuisse

zeigt, dass die gestern vorgestellten Notmassnahmen

des Bundesrats zur Liquiditätsüberbrückung zielgerichtet und

zweckmässig sind. Die Schweizer Wirtschaft erwartet eine

deutliche Zunahme von Firmen, die in den nächsten zwei Monaten

in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Während heute

bereits rund ein Drittel der Unternehmen Schwierigkeiten haben,

die Liquidität im Betrieb sicherzustellen, wird dieser Anteil

auf sehr hohe rund 50 Prozent ansteigen. Die Massnahmen des

Bundesrats kommen also zur rechten Zeit, um negative Kettenreaktionen

in der Wirtschaft unterbrechen zu können. Das Liquiditätsproblem

akzentuiert sich nicht nur aufgrund sinkender

Absatzzahlen. Etliche Firmen berichten, dass sich die Zahlungsmoral

insbesondere im B2B-Bereich drastisch verschlechtert

hat. Insgesamt ist mit einem deutlichen Anstieg bei den Debitorenverlusten

zu rechnen, was zusätzlich auf die Liquidität

drückt.

Die Umfrage zeigt weitere interessante und gleichzeitig problematische

Sachverhalte:

Ein grosser Anteil an Unternehmen hat heute bereits Absatzschwierigkeiten

für ihre Produkte und Dienstleistungen in der

Schweiz. Die Umsatzeinbrüche im Vergleich zur Vorkrisenzeit

werden in den nächsten zwei Monaten anhalten, sich aber nicht

weiter verschärfen. Zulieferbetriebe für Gastrounternehmen,

Hotels, Veranstalter, Coiffeursalons usw. sind stark von behördlichen

Verboten betroffen. Die Textilindustrie kann einen

grossen Teil der aktuellen Kollektion nicht mehr verkaufen. Die

gleiche Problematik trifft auf weitere Lieferanten des Detailhandels

zu. Dem Automobilhandel setzt der Produktionsstopp

in Europa zu.

In den nächsten zwei Monaten steigt der Anteil an Unternehmen,

welche mit Absatzschwierigkeiten im Ausland konfrontiert

sind, von unter einem Drittel auf über einen Drittel.

Eine ganz ähnliche Entwicklung zeichnet sich beim Bezug von

Vorprodukten ab. Auch hier erwarten die Unternehmen eine

Zunahme der Schwierigkeiten. Lieferengpässe melden Firmen

beispielsweise explizit bei folgenden Produkten: Aromen, Vitamine,

Verpackungsmaterialien, Baumaterialien, Alkohol, Glycerin,

medizinische Güter, Seltene Erden, Magnete.

Diese Lieferengpässe betreffen Güter aus einer grossen Zahl

von Ländern. Wie in den vergangenen Wochen treten nach wie

vor Lieferverzögerungen von Produkten aus Asien (China, Japan,

Südkorea, Thailand, Indien) auf. Zunehmend treten aber

auch Lieferengpässe bei europäischen Importen auf, vor allem

aus Italien, aber auch aus Polen, Serbien, der Türkei, Österreich,

Frankreich und Deutschland. Und schliesslich sind teilweise

auch Schweizer Lieferanten in Verzug.

Besonders betroffen ist die Exportindustrie: Es wird erwartet,

dass in zwei Monaten bis zu 85 Prozent aller Exportunternehmen

in der einen oder anderen Form von Lieferengpässen betroffen

sein werden.

Eine Problematik, die bisher noch weniger im Fokus stand,

stellt sich in der Pharma- und in der Biotechnologiebranche.

Aufgrund der weltweiten Belastung der Spitäler sind klinische

Studien derzeit kaum durchführbar. Die Entwicklung neuer Medikamente

wird gebremst. Dies ist vor allem für zukunftsfähige

Start-ups, die noch keinen Umsatz erzielen, problematisch.

Sowohl der Anteil der Unternehmen, die Stellen abbauen, als

auch derjenige, die Stellen aufbauen, werden zunehmen. Allerdings

sind die Unternehmen, die in den nächsten zwei Monaten

einen zu hohen Personalbestand erwarten, mit 56 Prozent deutlich

stärker vertreten. Demgegenüber rechnen zehn Prozent

der Firmen mit einem Personalmangel. Entsprechend schliessen

fast zwei Drittel der Unternehmen nicht aus, zumindest teilweise

auf Kurzarbeit zurückzugreifen. Entlassungen werden in

den nächsten zwei Monaten von 30 Prozent der Unternehmen

in Betracht gezogen. Gefragt sind jetzt Personen, die kurzfristig

ihre Stelle wechseln bzw. in anderen Branchen aushelfen können,

wo Personalengpässe bestehen. Vom Personalabbau sind

sowohl die Binnenwirtschaft wie auch der Exportsektor gleichermassen

betroffen.

Die Eindämmung der Corona-Pandemie bewirkt grossen wirtschaftlichen

Schaden. Die Unternehmen geben im Durchschnitt

an, dass ihr Umsatz krisenbedingt um einen Fünftel eingebrochen

ist. Es wird zudem erwartet, dass sich der Umsatzrückgang

bis in zwei Monaten auf rund einen Drittel erhöht.

UNTERSTÜTZUNG DES BUNDES WIRD POSITIV AUFGENOM-

MEN UND ZUMEIST ALS AUSREICHEND BETRACHTET

Reichen nun die Massnahmen des Bundesrats aus, die akuten

und grossen Probleme in der Schweizer Wirtschaft zu adressieren?

Aufschlussreich ist die Reaktion auf die Bundesrats-Medienkonferenz

vom 20. März 2020, an der ein neues Hilfspaket

im Umfang von zusätzlich 32 Milliarden Franken angekündigt

wurde. Da die Umfrage kurz davor gestartet wurde, haben rund

zwei Drittel der Unternehmen ohne Kenntnis der neu getroffenen

Unterstützungsmassnahmen Stellung bezogen. In einer

ersten Phase stellte die Regierung nämlich erst 10 Milliarden

Franken zur Verfügung. Die späteren Umfrageteilnehmer haben

die Bewertung im Wissen um die massiv aufgestockten

Hilfen des Bundes vorgenommen. Zwischen den zwei Gruppen

zeigen sich signifikante Unterschiede: Etwa die Hälfte der Unternehmen

bezeichnete die Massnahmen des ersten Hilfspakets

der Landesregierung als ausreichend. Nach der Ankündigung

des zweiten Pakets stieg dieser Anteil auf über drei Viertel. Die

überwiegende Zahl der Unternehmen ist also der Meinung, dass

die neuen Massnahmen des Bundesrats nun ausreichend sind,

um die wirtschaftlichen Schäden im Zaum zu halten.

Allerdings rechnet die Schweizer Wirtschaft nicht mit einem

baldigen Ende der Krise. Die Unternehmen schätzen, dass sich

ihre wirtschaftliche Lage frühestens in einem halben Jahr normalisieren

wird. Entscheidend für die aktuelle Einschätzung

ist, dass es zu keinem weitreichenden «Shutdown» kommt. Ansonsten

würden sich die negativen Entwicklungen potenzieren.

Die Unternehmen fordern daher von der Politik, dass sie ihre

Produktion weiterhin aufrechterhalten können.

SCHUB FÜR DIGITALISIERUNGSPROZESSE

Schliesslich wurden die Unternehmen gefragt, ob sie nicht auch

Positives zu berichten hätten. Häufig erwähnten sie, dass die

Krise einen positiven Einfluss auf die Digitalisierungsanstrengungen

von Unternehmen ausübe. Neben prozesstechnischen

Verbesserungen wurde häufig erwähnt, dass Home Office durch

die Krise salonfähig geworden sei. Vereinzelt profitieren auch

Firmen, die für ausgefallene ausländische Lieferanten einspringen

können. Und einige Unternehmen gehen davon aus, dass

die Supply Chain nach der Krise überprüft wird und Redundanzen

eingebaut werden, um nicht von einzelnen Zulieferern abhängig

zu sein.

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Highlight

„Quick Wins schaffen Zuversicht“

Interview Bernhard Bauhofer in KMU Wirtschaft 2/2020

KMU Wirtschaft: Herr Bauhofer, Sie haben mitten in der Krise

ein Buch „Corona. Einsichten fürs Leben“ geschrieben. Wie

kam es dazu?

Bernhard Bauhofer: Mit dem Taschenbuch wollte ich Perspektiven

aufzeigen und Hoffnung vermitteln. Das Jahr 2020 wird

in der Menschheitsgeschichte einen bedeutenden Platz einnehmen.

Schon jetzt hat die Corona-Pandemie das Leben der

Menschen weltweit radikal und fundamental verändert. Die

Nachbeben der Krise werden für die Kinder unserer Kinder zu

spüren sein. Auf mein eigenes Leben zurückblickend versuchte

ich durch das Verfassen des Taschenbuchs diese Jahrhundertkrise

einzuordnen. Ich habe schon vieles erlebt und überlebt –

vom kalten Krieg, über Tschernobyl, die deutsche Wiedervereinigung,

den Jahrtausendwechsel, die Dotcom-Blase, die 2010er

Jahre als Krisenjahrzehnt- bis hin zur Finanzkrise in 2008, als

dessen Krönung. Und jetzt – die Corona-Krise. Sie scheint alles

bisher Dagewesene in den Schatten zu stellen.

Wie hat Sie die Krise persönlich getroffen und wie ist Ihre Reaktion

darauf?

Quasi über Nacht hatte ich 40% meines Umsatzes wegen Corona

verloren, darunter einen grossen Auftrag an der Hannover

Messe, die dieses Jahr komplett der Pandemie zum Opfer fiel.

Selbst langjährige Kunden sahen sich aufgrund der Wucht der

Krise gezwungen, die Zusammenarbeit kurzfristig zu kündigen.

Die freiwerdende Zeit habe ich fürs Schreiben verwendet,

daneben habe ich über LinkedIn den besonders hart getroffenen

Startup-Unternehmen meine Gratisberatung angeboten.

Das gibt mir ein gutes Gefühl, etwas Sinnvolles zu machen. Die

Quintessenz: Man muss aktiv bleiben, sich bewegen, solidarisch

zeigen und Netzwerke leben. Nur so können wir aus diesem Dilemma

wieder gemeinsam herauskommen.

Wie schnell kann eine wirtschaftliche Erholung erfolgen?

Es liegt auf der Hand, dass die wirtschaftlichen Schäden massiv

und nachhaltig sein werden. Da diese Krise „truly global“ ist, erleben

wir jetzt die Schattenseite der weltweiten Vernetzung im

Zuge der Globalisierung und den Einbruch der gesamten Weltwirtschaft.

Anders als in früheren Krisen können wir nicht auf

ein Land hoffen, dass uns als Konjunkturlokomotive aus der Rezession

holen wird. Und – die Wirtschaft kann sich nicht mehr

selbst retten, sondern ist auf massive Unterstützung durch den

Staat und die Zentralbanken angewiesen. Und dennoch sehen

wir schon jetzt einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosigkeit,

welche zukünftig schwer abzubauen sein wird. Konzerne wie

auch KMU oder Einzelunternehmen – wir alle sind von dieser

Krise betroffen. Wie in jeder Krise wird es auch hier Gewinner

geben.

Wer profitiert Ihrer Meinung nach von dieser Krise?

Während beispielsweise der eh schon leidende stationäre Handel

noch tiefer in die Krise schlittern wird, zähle ich vor allem

aufgrund der überragenden Bedeutung von Gesundheit die

Pharmabranche zu den grossen Gewinnern. Grundsätzlich werden

die Unternehmen profitieren, die in der Digitalisierung weit

fortgeschritten sind. Für viele Unternehmen wird die tägliche

Bewältigung der Krise der Beweis sein, dass Teams sich sehr

wohl virtuell organisieren und effektiv arbeiten können. Längst

vorhandene Technologien wie Tele-Conferencing oder Skype

haben den Härtetest bestanden und ihre Alltagstauglichkeit

unter Beweis gestellt. Der Shutdown hat sich als der Beschleuniger

unser aller Transformation in die digitale Welt dargestellt.

Agilität zahlt sich für alle Firmen aus, die mit innovativen Massnahmen

schnell auf die Krise reagieren. Und mit Sicherheit werden

die Unternehmen vergleichsweise besser dastehen, welche

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Highlight

sich über Jahre eine solide Reputation und krisenfeste, loyale

Beziehungen mit Kunden, Lieferanten und vor allem Mitarbeitern

aufgebaut haben.

Für die meisten Unternehmen geht es ums blanke Überleben.

Spielt da die Reputation überhaupt noch eine Rolle?

Unternehmen, die sich eine robuste Reputation erarbeitet haben,

sind jetzt besser aufgestellt – und, wer sich jetzt richtig

verhält, wird seine Reputation und damit Wettbewerbsposition

nachhaltig stärken können. Gerade jetzt gilt es, die in Leitbildern

festgeschriebenen Werte zu leben. Dazu zählen Solidarität, Zusammenhalt

und gesellschaftliche Verantwortung. Unternehmen,

die in diesen herausfordernden Zeiten alles daransetzen,

Arbeitsplätze zu erhalten oder gar neue zu schaffen, werden

sich nachhaltigen Goodwill sichern. In den letzten Jahren hat

sich eine Kälte und Anonymität im Umgang mit den Mitarbeitern

festgesetzt, die im krassen Gegensatz zu der nach aussen

propagierten Unternehmenskultur stehen. Neben Krisen-Management-Skills

ist jetzt vor allem Menschlichkeit gefragt.

Was bedeutet dies für KMU?

Unternehmensführer sind jetzt gefordert, mit Fingerspitzengefühl,

Empathie und betriebswirtschaftlichem Geschick, ihr

Unternehmen durch die Krise zu manövrieren. Gerade aufgrund

der persönlichen Nähe und enger Beziehungen haben KMU

gegenüber Konzernen hier einen Wettbewerbsvorteil. Das sorgende

Element des Patrons, seine hohe Motivationskraft sind

jetzt für das Durchhalten des Teams entscheidend. Die über

Jahre aufgebauten Beziehungen mit Kunden und Partnern sind

jetzt die Basis für neue Allianzen, um gemeinsam die Krise zu

bewältigen und sich neu aufzustellen.

Was raten Sie KMU, wie sie sich verhalten sollen?

In jeder Krise stecken bekanntlich auch Chancen – auch für

KMU. Sie sollten sich auf ihre ureigenen Stärken besinnen –

Unternehmergeist, Innovationskraft und vor allem Agilität,

Flexibilität und Schnelligkeit, um in der Krise aus der Not eine

Tugend zu machen. Das deutsche Textilunternehmen Trigema

beispielsweise stellte ihre Produktion kurzerhand auf die Herstellung

margenstarker Masken um, was das Magazin „Der

Spiegel“ kommentierte: „Wie eines der uncoolsten Unternehmen

zum Profiteur der Krise werden könnte“. Für Schweizer

KMU liegt eine enorme Chance im Qualitätslabel „Made in Switzerland“,

welchem neues Leben eingehaucht werden kann. Die

Unternehmen sollten im Sinne von „Trial & Error“ den Mut zu

unkonventionellen Innovationen haben. Jetzt sind visionäre

Unternehmer gefragt.

In Ihrem Buch trennen Sie die Zeit vor (B.C. Before Corona)

Corona und danach. Wie können Sie KMU in der jetzigen Situation

helfen?

Da ich ja selbst Unternehmer, Patron und Inhaber eines KMU

bin, kann ich mich sehr gut in Kunden reinversetzen und sie beraten.

Von entscheidender Bedeutung ist jetzt die Einstellung

des Unternehmers, sich der neuen Situation zu stellen, aktiv zu

werden und nicht abzuwarten, bis sich die Lage verbessert.

Wir unterstützen Unternehmen in der Kommunikation mit allen

Stakeholder. Ein enger Austausch schafft gerade jetzt Vertrauen

und Zuversicht. In strategischen Workshops erarbeiten wir

die zukünftige Positionierung des Unternehmens und ermitteln

kurzfristig taktische Massnahmen im Sinne von Quick-Wins,

welche ein Wir-Gefühl und Zuversicht schaffen. So wird der Silberstreifen

am Horizont früher sichtbar.

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Highlights

Highlight

Quelle: Brigitta Garcia Lopez

Von Constantin Gillies und Stefan Mair

Aufgrund des Coronavirus arbeiten mehr Menschen im Homeoffice – viele zum

ersten Mal. Mit diesen Grundregeln wird das Experiment zum Erfolg.

Wegen Corona im Home Office?

So klappt es!

Mit dieser Nebenwirkung des Coronavirus hat kaum ein Unternehmen

gerechnet: Der Erreger ist dabei, das weltweit grösste

Experiment in Sachen Heimarbeit auszulösen. Um Ansteckungen

zu verhindern, lassen immer mehr Unternehmen ihre Angestellten

nämlich in den eigenen vier Wänden arbeiten. Die

Business-¬Distrikte in Hongkong und Singapur sind bereits verwaist,

ebenso in Mailand. Auch Schweizer Unternehmen bereiten

sich auf virusbedingte Telearbeit vor: «Wir ver¬fügen über

Homeoffice-Optionen sowie über die richtigen Technologien

und Anwendungen, um flexible Arbeitsmodelle zu erleichtern»,

heisst es zum Beispiel von Zurich Versicherungen.

Normalerweise planen Unternehmen den Einstieg ins ¬sogenannte

Remote Working von langer Hand, führen Schulungen

durch, starten Pilotprojekte. All das fällt in der jetzigen Lage

weg, mancherorts heisst es einfach «Ab morgen arbeiten alle

zu Hause». Das könnte gerade für Neulinge zur Heraus¬forderung

werden, denn die vermeintlich lockere Heimarbeit hat ihre

eigenen ¬Regeln und Fallstricke.

«Am schlimmsten ist die Einstellung ‹Die werden das schon irgendwie

machen›», sagt Christian Pirker, Unternehmensbera-

ter aus dem österreichischen Klagenfurt. Er unterstützt Firmen

aus dem DACH-Raum beim Einstieg in virtuelle Teamarbeit und

führt Seminare zum ¬Thema durch. Pirker erlebt häufig, dass

Unternehmen unterschätzen, wie schwierig sich die Kollaboration

auf Distanz im Alltag darstellt. «Die Arbeit im Homeoffice

wirkt nur locker und informell, doch ge¬rade seitens der Führungskräfte

braucht es wesentlich genauere Vorgaben als im

Büro.» Führungsarbeit müsse bewusster und intensiver sein, so

Pirker. «Schliesslich ist es so nicht mehr möglich, nach einem

Meeting jemandem zwei, drei Sätze zuzurufen.»

Prioritäten festlegen

Am wichtigsten ist, dass Heimarbei¬tende klare Ziele bekommen.

Ein virtuelles Team sollte nicht einfach loslaufen, sondern

zunächst genau abstimmen, was es in einem gewissen Zeitraum

erledigen will. Hier sieht Experte Pirker die Führungskräfte

in der Pflicht. «Ist ein Mitarbeiter zum Beispiel für mehrere

Bereiche tätig, sollte die Führungskraft klarmachen, welcher

jetzt Priorität hat.» Prinzipiell braucht jedes virtuelle Team einen

Satz von Regeln für die Zusammenarbeit.

Das klingt zunächst bürokratisch, ist aber unerlässlich, weil

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schon kleinste Unklarheiten zu Problemen und Ablehnung führen

können. Beispiel Telefon- und Videokonferenzen:

Highlight

Gerade in multinationalen Unternehmen müssen sie so gelegt

werden, dass auch Heimarbeitende aus anderen Zeitzonen problemlos

teilnehmen können (der Slot von 12 bis 14 Uhr mitteleuropäischer

Zeit hat sich bewährt).

Ebenso klare Regeln sollten bei der Durchführung gelten. «Bis

zu drei Teilnehmer können sich noch – mit vornehmer Zurückhaltung

– selbst organisieren, bei mehr sollte es einen Moderator

geben, der mitschreibt und die Meinungen aller Beteiligten

abfragt», empfiehlt Clemens Graf von Hoyos, ein führender Experte

für -Umgangsformen im Geschäftsleben.

Fingerspitzengefühl ist zudem bei der Wahl der richtigen Kommunikationsmittel

gefragt.

Von Hoyos stellt eine einfache Regel auf: Eine E-Mail sollte aus

nicht mehr als drei Absätzen mit jeweils drei Sätzen und einer

abschliessenden Handlungsaufforderung bestehen. Lässt sich

der Sachverhalt nicht in dieser Kürze darstellen, sollte man zum

Telefonhörer greifen.

Reicht das wiederum nicht, ist eine -Videokonferenz angezeigt –

oder besser noch ein persönliches Treffen. Da das in der gegenwärtigen

Lage nicht möglich ist, sei es unter Umständen besser,

eine Entscheidung zu vertagen, meint von Hoyos.

Davon, Kurznachrichtendienste wie Whatsapp kurzerhand

auch geschäftlich zu nutzen, rät der Experte stark ab, unter anderem

aus Sicherheits- und Datenschutzgründen.

«Für die gemeinsame Freizeitgestaltung geht das, aber kundenbezogene

Daten oder Strategisches haben auf Whatsapp nichts

zu suchen.» Ausnahme: Ist ein Kurznachrichtenprogramm

(Messenger) Teil einer Business-Software wie Slack, kann es

auch für Geschäftliches verwendet werden, solange der zu

kommunizierende Sachverhalt nicht zu komplex ist.

Heimarbeitende hören von ihren Kollegen häufig Bemerkungen

wie «Da kannst du ja im Schlafanzug arbeiten».

Experten raten genau von diesem Dresscode ab. «Man muss

sich nicht im Anzug vor den Rechner setzen, aber es sollte schon

ordentliche Kleidung sein», meint Experte von Hoyos. Er nennt

zwei Gründe: Zum einen haben psychologische Untersuchungen

gezeigt, dass Menschen, die formaler gekleidet sind, sich

selbst anders wahrnehmen und auch konzentrierter arbeiten.

Zum anderen besteht immer die Möglichkeit, dass man zu einem

Videocall hinzugezogen wird.

«Dann macht es ¬einen schlechten Eindruck, wenn man ein

schmutziges Unterhemd trägt», lacht von Hoyos, der unter anderem

Schweizer ¬Medizintechnikfirmen und Banken berät.

Der Arbeitsort sollte ebenfalls mit Bedacht gewählt werden:

Profis reservieren für ihre dienstlichen Tätigkeiten einen ¬eigenen

Schreibtisch, der sich an einem Ort befindet, an dem keine

Nebengeräusche ein Telefonat stören können. Werden Videokonferenzen

geführt, sollte darauf geachtet werden, dass der

Hintergrund neutral ist und das Licht dem Arbeitenden ins Gesicht

scheint (sonst droht der sogenannt Scherenschnitteffekt

– man sieht den Konferenzteilnehmer nur als Schatten). «Ich

habe mal erlebt, dass ein Teilnehmer in der Videokonferenz

sein Kind auf dem Schoss hatte», schmunzelt Berater Pirker.

Die Folge in diesem Fall war, dass alle nur noch auf den kleinen

Zuschauer achteten und nicht mehr auf das zu Besprechende.

Die grundsätzliche Empfehlung aller Experten lautet: Daheim

sollte möglichst wie im Büro gearbeitet werden, das heisst zu

15


Highlight

festen Zeiten, am Stück und möglichst ohne lange Pausen. Alle

Kollegen müssen sich darauf verlassen können, dass die Heimarbeitenden

genauso schnell und -zuverlässig ans Telefon gehen

und Mails beantworten, wie wenn sie neben ihnen im Büro

sässen.

Klare Linie ziehen

«Das muss auch gegenüber der Partnerin respektive dem Partner

kommuniziert werden», betont Etikette-Trainer von Hoyos,

«es muss klar sein, dass man eben nicht zwischendurch mal

schnell den Rasen mähen kann.» Wer das doch tut, riskiert, zwischen

Minijobs im Haushalt und ernsthaften beruflichen Aufgaben

zer¬rieben zu werden – und befördert zudem die Vorurteile

der Bürokollegen, die Heimarbeit für bezahlte Freizeit halten.

Gerade wenn über längere Zeiträume nur per Bildschirm zusammengearbeitet

werden soll, sollte zudem eine klare Linie

zwischen Arbeit und Freizeit gezogen werden. Grosse Unternehmen

haben längst Regelungen dazu formuliert. In der internen

Vorgabe der Swisscom zum Beispiel heisst es: «Während

der Ferien lesen und beantworten Mitarbeitende weder E-Mails

noch sind sie telefonisch erreichbar. In der Abwesenheitsmeldung

ist die Stellvertretung zu regeln (keine Angabe der eigenen

Handynummer).»

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Daneben stellt der Telekommunikationskonzern klar, dass in

der Zeit vor und nach der Arbeit sowie an Wochenenden und

freien Tagen keine Verpflichtung besteht, E-Mails zu lesen oder

telefonisch erreichbar zu sein. Nur für absolute Notfälle ist eine

Kontaktaufnahme per SMS gestattet.

Warum Home-Office der Firma nützt

Für Unternehmen gibt es neben der Vermeidung von Pendelkilometern

diverse Gründe, die für das Einführen flexibler Arbeitsmodelle

sprechen. «Es hilft uns bei der Rekrutierung von

Fachkräften und dabei, diese zu behalten», sagt etwa Axa-Sprecherin

Christina Ratmoko. Das Bedürfnis nach Home-Office sei

in ihrem Unternehmen weit verbreitet, und wenn man dies den

Mitarbeitenden ermögliche, erhöhe das selbstverständlich deren

Zufriedenheit.

Auch das Arbeiten im Coworking-Space sieht Ratmoko positiv:

«Dort herrscht nochmals eine völlig andere Atmosphäre

als zu Hause oder in der Firma.» Dieses andere Umfeld könne

beispielsweise viel zur Entwicklung von kreativen Ideen beitragen.

Ausserdem sei dort das Ablenkungspotenzial viel kleiner

als etwa zu Hause. Welche weiteren Vorteile Unternehmen aus

flexiblen Arbeitsmodellen ziehen können, ist unter anderem auf

der Website der Work Smart Initiative zu finden.

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17


Corona-Krise

bringt Schweizer Wirtschaft in Nöte

Der Schweiz steht ein Wirtschaftseinbruch bevor, der seinesgleichen sucht. Als Folge der globalen Coronavirus-Pandemie haben

im März 2020 etliche Regierungen massive Einschränkungen für Gesellschaft und Wirtschaft angeordnet und somit den

Welthandel und die Nachfrage nach Schweizer Exportprodukten einbrechen lassen. Weil auch der Schweizer Bundesrat weite

Teile des öffentlichen Lebens stilllegte, ist die Binnenwirtschaft ebenfalls stark tangiert.

Das Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) geht von einem

Produktionseinbruch von etwa 25% der gesamtwirtschaftlichen

Wertschöpfung aus. Sollte es zu einer V-Rezession (starker

Einbruch mit zügiger Erholung) kommen, rechnet das SECO

für das Jahr 2020 mit einem BIP-Rückgang von 7% und einem

Anstieg der Arbeitslosenquote von 2,3% (2019) auf 4%. Bei einer

schwerwiegenderen Rezession (starker Einbruch, schwache

Erholung) dürfte der BIP-Rückgang sogar 10% betragen und

die Arbeitslosenquote auf 4,5% steigen.

Auch wenn sich das Ausmass des Wirtschaftseinbruchs derzeit

noch nicht genau abschätzen lässt und die Prognosen mit vielen

Unsicherheitsfaktoren verbunden sind, ist jetzt schon klar:

Die Corona-Krise hat die Schweizer Wirtschaft mit voller Wucht

getroffen, sowohl Angestellte als auch Selbständigerwerbende.

Das zeigt eine von Deloitte Mitte April durchgeführte repräsentative

Umfrage von 1‘500 in der Schweiz lebenden Personen im

erwerbsfähigen Alter.

Selbständigerwerbende: viele Verlierer, kaum Profiteure

Gemäss Umfrage mussten bisher 18% der Selbständigerwerbenden

ihren Betrieb schliessen. Bei weiteren 21% sind die Umsätze

auf null gefallen. Weitere 38% haben angegeben, dass

ihre Umsätze zurückgegangen sind, wenn auch nicht auf null.

Zählt man diese Anteile zusammen, hatte die Corona-Krise bisher

für 77% aller Selbständigerwerbenden negative wirtschaftliche

Folgen. Dem stehen gerade einmal 10% gegenüber, die

steigende Aufträge zu verzeichnen hatten und somit von der

Krise profitieren konnten. Bei den restlichen 21% hat sich die

finanzielle Lage bisher nicht geändert.

Wie ernst die Lage für die Unternehmen und vor allem die Kleinund

Mittelbetriebe ist, zeigt sich an der Flut von Kreditanträgen.

Im Rahmen des vom Schweizer Bundesrat in Zusammenarbeit

mit den Banken aufgegleisten Kreditprogramms für KMUs wurden

bis Mitte April bereits über 100‘000 Kreditverträge für ein

Volumen von über 16 Mrd. CHF abgeschlossen. Im Gegensatz

zu anderen Ländern hat die Schweiz den KMUs damit relativ

rasch und unbürokratisch unter die Arme gegriffen und somit

eine Konkurswelle fürs erste verhindert.

Angestellte: Abfederung durch Home-Office

Stark betroffen von der Corona-Krise sind auch die Arbeitneh-

18


mer. Gemäss Umfrage von Deloitte hat sich die Arbeitssituation

von 63% aller Angestellten in der Schweiz seit der Corona-Krise

im negativen Sinne geändert. Mehr als die Hälfte davon musste

ihr Pensum reduzieren, 27% ihre Überstunden abbauen,

24% ihre Ferien vorbeziehen und 2% wurden gar entlassen.

Wie stark die individuellen Angestellten jeweils betroffen sind,

hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein Gradmesser dürften

die Einschränkung durch den angeordneten Lockdown sein,

also wie stark ein Beruf von den Massnahmen des Bundesrates

eingeschränkt ist. Dies hängt – ein paar wenige Ausnahmen

wie etwa das Gesundheitswesen ausgenommen – vor allem

davon ab, ob ein Beruf nur in unmittelbarem Kontakt mit anderen

Menschen ausgeführt werden kann. Ökonomen der Universität

Basel haben kürzlich gezeigt, dass je stärker eine Branche

auf den physischen Kontakt von Menschen angewiesen ist,

desto negativer der Effekt auf die Arbeitslosigkeit.

Als weiteren Gradmesser kann das Home-Office herangezogen

werden. Selbst wenn gewisse Berufe aufgrund ihres unmittelbaren

Kontaktes nicht mehr ausgeführt werden dürfen, können

diese möglicherweise digital erbracht werden. Man denke etwa

an einen Kundenberater oder Karrierecoach. So zeigt die Umfrage

von Deloitte, dass in Branchen mit einem hohen Home-

Office-Anteil die Zahl der Angestellten, die ihr Pensum auf null

reduzieren mussten (und somit Kurzarbeit beantragen mussten

oder entlassen wurden), tief ist. Anders gesagt: Je affiner eine

Branche gegenüber Home-Office, desto geringer die Einschnitte

für die Angestellten. Das Home-Office dient somit als eine Art

Abfederung der staatlichen Einschränkungen.

Ausblick: Krise ist noch nicht ausgestanden

Die Corona-Krise hat die Schweizer Wirtschaft bereits voll getroffen.

Allerdings konnten die wirtschaftlichen Auswirkungen

etwas abgefedert werden, indem viele Unternehmen rasch Kredite

erhielten und viele Angestellte Kurzarbeit anmelden und/

oder ins Home-Office wechseln konnten. Ausgestanden ist die

Krise aber noch nicht. Im Gegenteil: Auch wenn gemäss Deloitte-Umfrage

71% der Angestellten nicht mit einer Entlassung

rechnen, halten zumindest 12% dieses Szenario für eher wahrscheinlich

und 7% sogar für sehr wahrscheinlich. Ähnlich düster

wie bei den Angestellten sind die Zukunftsaussichten beim

Kleingewerbe und den Freelancern: 24% der Selbständigen halten

es für sehr oder eher wahrscheinlich, dass sie als Folge der

Corona-Krise Konkurs anmelden müssen.

Weitere Infos unter: Deloitte

19


Wirtschaft

Seit Jahren will die ETH Zürich den Frauenanteil, nicht zuletzt unter den Studierenden,

steigern. Bisher nicht mit durchschlagendem Erfolg. Weshalb? Und was

tut die ETH, um mehr Frauen für ein Studium zu gewinnen?

Wir haben bei Rektorin Sarah Springman nachgefragt.

Von: Roland Baumann

Uns entgehen zu viele weibliche Talente

ETH-Rektorin Sarah Springman ist mit dem Erreichten noch

nicht zufrieden. (Foto: ETH Zürich/Markus Bertschi)

Zufrieden sein können wir damit natürlich nicht. Ich wünschte

mir, dass wir ebenso viele junge Frauen wie Männer für ein ETH-

Studium begeistern könnten. Uns entgehen zu viele weibliche

Talente. Dennoch freue ich mich, dass wir in der Tendenz eine

Steigerung erzielen konnten.

Weshalb geht es nicht schneller voran?

Wir haben mit Stereotypen zu kämpfen, die in der ganzen Gesellschaft

verankert sind. Es gibt Berufsfelder, die bei uns immer

noch als typisch weiblich oder männlich gelten. Wir sehen

das auch bei unseren Studiengängen. So machen die Frauen

beispielsweise im Departement Gesundheitswissenschaften

und Technologie beinahe zwei Drittel aller Studierenden aus.

Und auch die Departemente Umweltsystemwissenschaften

und Biologie haben mehr Studentinnen als Studenten.

Frau Springman, dieses Jahr beträgt der Frauenanteil unter

den neu eingetretenen Bachelorstudierenden 34 Prozent.

Das bedeutet eine Steigerung von rund drei Prozentpunkten

über die letzten zehn Jahre. Sind Sie damit zufrieden?

Wo sind die Frauenanteile am niedrigsten?

Bei den klassischen Ingenieurwissenschaften: Maschinenbau,

Informatik, Elektrotechnik. Da sind die Studentinnen klar in der

Minderzahl und machen je nach Studiengang nur 12 bis 20 Prozent

aller Studierenden aus. Gerade diese Departemente sind

20


aber besonders aktiv, wenn es darum geht, künftige Studentinnen

anzusprechen.

Was machen sie konkret?

Die Departemente laden Schülerinnen an die ETH ein, wo ihnen

Studentinnen und Alumnae zeigen, was sie erwartet und welche

beruflichen Perspektiven ein Ingenieurstudium eröffnet. An

den Informatiktagen für Mädchen oder an gemeinsamen Veranstaltungen

der Maschineningenieurinnen und Elektrotechnikerinnen

dürfen wir jeweils Dutzende von interessierten jungen

Frauen begrüssen. Auch beim Nationalen Zukunftstag bieten

wir spezielle Kursangebote im MINT-Bereich für Mädchen an.

«Wir können alle dazu beitragen, etwas zu ändern.» Sarah

Springman, Rektorin

Das scheint aber nicht zu reichen, wenn man die Zahlen betrachtet


Wie gesagt, bei den Rollenbildern handelt es sich um ein gesellschaftliches

Phänomen. Aber auch hier setzen wir an. So

sensibilisieren wir in der Didaktischen Ausbildung künftige Lehrerinnen

und Lehrer für das Thema. Und anlässlich des Internationalen

Frauentags haben wir dieses Jahr eine Serie mit Videoporträts

von ETH-Professorinnen auf den sozialen Netzwerken

veröffentlicht. Solche Vorbilder sind wichtig. Oder schauen Sie

sich den Globi-Band an, der an der ETH spielt, «Globi und die

verrückte Maschine». Als wir zusammen mit dem Verlag die Geschichte

entwickelt haben, stand von Anfang an fest, dass die

Hauptfigur, eine Professorin, weiblich sein soll.

Sie selbst sind ja auch Ingenieurin. Wie haben Sie zu Ihrem Gebiet

gefunden?

Ich habe schon als Kind mit meinen Brüdern gerne Sandburgen

und Staudämme gebaut. Als ich 15 Jahre alt war, haben wir

einen Schulausflug zu Marconi Elliott Automation Systems gemacht,

und da wurde mir klar, dass ich Ingenieurin werden will.

Während meines Studiums in Cambridge hat mich die Bodenmechanik

gepackt – die Interaktion zwischen dem Boden und

Gebäuden.

Wirtschaft

begeistern. Ich weiss nicht, wie viele Sandburgen ich mit ihnen

gebaut habe (lacht). Jedenfalls hatte ich jedes Jahr eine Gruppe

von begeisterten Mädchen in meinem Labor – wie andere Kollegen

übrigens auch. Heute haben wir in unserem Departement

einen Frauenanteil von rund einem Drittel, was ziemlich genau

dem ETH-Durchschnitt entspricht.

Heute sind Sie Rektorin. Welche Hebel haben Sie da in der

Hand?

Der wichtigste Beitrag, den ich leisten kann, ist wohl die weibliche

Sicht, die ich in die Entscheidungsgremien an der ETH

einbringen kann. Frauen ticken oft etwas anders als Männer,

verkaufen sich beispielsweise weniger gut. Das ist gerade im

Zusammenhang mit Berufungen von neuen Professorinnen

und Professoren von Bedeutung. Es ist mir aber ein Anliegen,

überall Frauen zu fördern, wo es sinnvoll ist.

Können Sie dafür ein Beispiel geben?

Vor wenigen Wochen wurde am ETH-Tag Professorin Evelyn Hu

mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Zwischen 2008 und

2014 betrug der Frauenanteil der Persönlichkeiten, denen diese

Ehre zufiel, neun Prozent. Ich habe diese Tatsache gegenüber

den Departementen, die die Nominierungen vornehmen, thematisiert.

Denn es gibt weltweit viele herausragende potenzielle

Empfängerinnen. Und es hat sich etwas geändert: Über die

letzten fünf Jahre haben wir einen Frauenanteil von 43 Prozent

erzielt. Das Beispiel an sich mag wenig bedeutend erscheinen.

Was ich damit aber sagen will: Wir können alle im Alltag dazu

beitragen, etwas zu ändern, wenn wir auf gewisse Fragen sensibilisiert

sind.

Als Sie 1997 an die ETH berufen wurden, betrug der Frauenanteil

rund 7 Prozent bei den ordentlichen Professuren, heute

sind es etwa 15 Prozent. Sie waren in der Schweiz die erste

Professorin in Bauingenieurwissenschaften. Wie ist es Ihnen

da ergangen?

Ich wurde sowohl innerhalb wie auch ausserhalb des Departements

sehr herzlich empfangen. Zwei Kollegen haben mich in

ihre Projektgruppen eingeladen, sodass ich mich auch schnell

in der ETH-Kultur zurechtfand. Die grössere Herausforderung

als eine Frau zu sein, war allerdings die Sprache. Ich hatte nur

rudimentäre Deutschkenntnisse.

Hatten Sie als Professorin die Möglichkeit, Frauen aktiv zu

fördern?

In meiner Gruppe konnte ich natürlich Einfluss nehmen. Über

die letzten 17 Jahre habe ich 15 Männer und 7 Frauen eingestellt,

und die Hälfte meiner Postdocs waren Frauen. Selbstverständlich

erhielten alle den gleichen Lohn. Grossen Wert legte

ich in meiner Gruppe auch auf die Familienverträglichkeit, indem

wir beispielsweise früh die Möglichkeit von Home-Office

einführten oder beim Festlegen von Sitzungen die Bedürfnisse

von Müttern und Vätern berücksichtigten.

«Es ist mir ein Anliegen, Frauen zu fördern. » Sarah Springman,

Rektorin

Und wie sieht es mit den Studentinnen in «Ihrem» Departement

aus?

Als ich begann, machten sie rund fünf Prozent aus. Ich habe

mich als Professorin an sämtlichen Initiativen beteiligt, bei

denen es darum ging, Mädchen für Ingenieurwissenschaften zu

21


Wirtschaft

Strukturiert zur externen

Nachfolgelösung

Mit der gelungenen Nachfolgeregelung der eigenen unternehmerischen Karriere

den Höhepunkt verleihen – das Ziel eines jeden Firmeninhabers. Doch was erwartet

den Unternehmer auf diesem Weg? Die Nachfolgeregelung der Ifanger AG gibt

dazu einmalige Einblicke

Die Nachfolge beschäftigt früher oder später die meisten Unternehmer.

Das Thema ist in der Öffentlichkeit brennender denn je.

Gemäss aktuellen Studien der Universität St. Gallen steht jedes

fünfte KMU vor der Unternehmensnachfolge und viele davon

werden einer externen Partei übergeben.

Dabei sind die Ziele der Inhaberschaft klar: Einerseits wollen

sie ihre mit viel Herzblut geführte Firma in bestmögliche Hände

übergeben, andererseits soll aber auch der höchstmögliche

Verkaufspreis erzielt werden. Beides ist durchaus möglich. Erfahrungsgemäss

nimmt das Durchlaufen von klar definierten

Prozessschritten eine entscheidende Rolle ein. Die erfolgreiche

Nachfolgeregelung der Ifanger AG, einem international bekannten

Produktionsunternehmen mit 100-jähriger Familientradition,

veranschaulicht dies. Dabei wurden die Interessen der

Inhaberschaft durch einen Intermediär, die auf Nachfolgereglungen

im KMU-Bereich spezialisierten Business Transaction

AG, vertreten.

Vorbereitung – eine solide Basis schaffen

Nachdem der Entschluss gefasst wurde, den Betrieb zu übergeben,

muss in einem ersten Schritt der bevorstehende Unternehmensverkauf

gewissenhaft vorbereitet werden. Nur wenn

dieser auf einem soliden Gerüst steht, ist es möglich, den Transaktionsprozess

erfolgsversprechend voranzubringen. Daher

müssen in der Startphase der Nachfolgeplanung die Zahlen und

Fakten des Unternehmens zusammengetragen und eine Ist-Situation

der Firma eruiert werden.

Käuferansprache - Käufermarkt erschaffen

Essenziell beim Firmenverkauf ist, eine ausgewählte Basis an

mehreren potentiellen Käufern zu generieren. So entsteht eine

Dynamik im Verkaufsprozess, welche die Position des Verkäufers

erheblich stärkt und die Chance auf einen erfolgreichen

Verkauf zu den gewünschten Konditionen signifikant erhöht.

Dazu braucht es eine effektive Käuferansprache und es ist erfolgskritisch,

dass bei der Käufersuche so diskret wie möglich

vorgegangen wird, um bei den verschiedenen Anspruchsgruppen

keine Verunsicherung hervorzurufen.

Dies hat sich auch bei der Ifanger AG als überaus wichtig herausgestellt.

Infolge deren Marktbekanntheit wurde eine detaillierte

Prüfung der Interessenten seitens Business Transaction

vorgenommen und die Unternehmensdokumentation höchst

restriktiv versandt. Es bestand die Besorgnis, dass Mitbewerber

eher an dem Produkt und nicht am Unternehmen interessiert

22


wären und damit nicht die gewünschte nachhaltige Unternehmensfortführung

hätten garantieren können.

Käuferselektion - Spreu vom Weizen trennen

Sobald ein Käufer konkretes Interesse signalisiert, empfiehlt

es sich, ein Interessensbekundungsschreiben einzufordern,

welches die Käufervorstellung und dessen Kaufmotivation umfasst.

Anschliessend ist es an der Zeit, dass sich die Parteien persönlich

kennen lernen. Dieses Treffen bietet dem Interessenten

die Gelegenheit, vertiefte Fragen zum Unternehmen zu stellen.

Neben den Fakten spielen auch zwischenmenschliche Aspekte

eine Rolle, denn eine gegenseitige Sympathie ist die Basis einer

jeden Beziehung.

Dies kann eine besondere Herausforderung darstellen, wenn innerhalb

der Verkäuferschaft Uneinigkeit bezüglich des Käuferprofils

und den Vorstellungen betreffend Verkaufsziel herrscht,

wie es bei der Ifanger AG der Fall war. Nur durch die Mediation

des Intermediären sowie dem gezielten Informieren der Verkaufsparteien

und einem stetigen Abgleich des Wissensstandes

war es möglich, die einzelnen Interessen einander anzugleichen

und so eine wirkungsmächtige Käuferselektion durchzuführen.

Wirtschaft

Da die Ifanger AG neben ihrer Kerntätigkeit noch über ein umfangreiches

Liegenschaftsportfolio verfügte, welche die Inhaber

nicht veräussern wollten, wurde die Transaktion als Asset-Deal

durchgeführt. Dabei war es essenziell, dass eine klare

Definition der betriebsnotwendigen Aktiven sowie ein ausführliches

Vertragswerk erstellt wurden, um keine Missverständnisse

aufkommen zu lassen.

Fazit

Eine Unternehmensnachfolge ist eine hochkomplexe Angelegenheit

und will professionell durchgeführt werden. Wie das

Beispiel der Ifanger AG zeigt, können in jeder Phase von allen

Seiten her Schwierigkeiten auftreten.

Daher stellt die Möglichkeit, auf einen externen Transaktionsspezialisten

zurückzugreifen, eine erhebliche Entlastung des

Unternehmers dar. Zunächst einmal wird mit dem Einbezug

einer solchen Fachkraft der Prozess wesentlich strukturierter

und zielführender gestaltet.

Darüber hinaus kann diese nicht nur hochemotionale Situationen

entschärfen und Lösungswege aufzeigen, sondern mit

einem qualifizierten Käufernetzwerk eine Vielzahl an potenziellen

Käufern generieren, um so den höchstmöglichen Preis

zu erzielen.

Verhandlung - Konkretisierung der Transaktion

Sind die Transaktionsparteien weiterhin gewillt den Prozess

fortzuführen, erfolgt ein unverbindliches Angebot des Käufers.

Bei Einigkeit in den wesentlichen Punkten wie Kaufpreis, Zahlungsmodus,

Übernahmezeitpunkt und Einarbeitungszeit wird

dem Käufer die Möglichkeit einer Unternehmensbesichtigung

eröffnet. Anschliessend kann er eine Sorgfaltspflichtprüfung

(Due Diligence) durchzuführen, Einsicht in die Firmenunterlagen

nehmen und sich dabei vergewissern, dass die bisher erhaltenen

Informationen den Tatsachen entsprechen.

Erschwerend kann sich auswirken, wenn verschiedene Käufertypen

mit unterschiedlichen Übernahmekonzepten Interesse

zeigen, so auch bei der Ifanger AG. Dabei standen der Verkäuferschaft

Privatpersonen und Investoren gegenüber, die mit

der Firmenübernahme verschiedene Ziele anstrebten, die Verhandlungen

mit unterschiedlicher Professionalität führten und

ungleiche Schwerpunkte hinsichtlich der Transaktionsstruktur

setzten. Dementsprechend war es von grösster Wichtigkeit,

dass sich die Verkaufspartei jeweils schon im Vorfeld so gut wie

möglich auf den Interessenten einstellte und ein ständiger Informationsfluss

seitens der Berater gewährleistet wurde.

Transaktion abschliessen

Mir der Unterzeichnung des Kaufvertrages wird auf die Zielgerade

eingebogen. Eine Kaufpreisanzahlung unterstreicht dabei

die Verbindlichkeit. Mit dem Vollzug geht schliesslich das Eigentum

an den Aktien, Stammanteilen oder ausgewählten Aktiven

auf den Käufer über. Dabei kommt der Transaktionsstruktur

eine hohe Bedeutung zu. Meist wird in der KMU-Nachfolge-Praxis

der Share Deal angewandt, bei welcher der Vertragsgegenstand

klar auf die Anteile respektive Aktien oder Stammanteile

des Transaktionsobjekts eingegrenzt wird.

Der Käufer übernimmt in Form der Anteile das gesamte Grundkapital

des Unternehmens und wird somit zum Eigentümer

der Firma. Demgegenüber ist die Umschreibung des Vertragsgegenstandes

beim Asset Deal ungleich umfangreicher. Die zu

verkaufenden Aktiven, welche den Verkaufsgegenstand ausmachen,

müssen einzeln und klar umschrieben werden.

23


Wirtschaft

Vorsorge für Unternehmen:

der 1e-Vorsorgeplan

Mit 1e-Vorsorgeplänen können Unternehmen ihren Angestellten mehr Freiheit in

der Gestaltung der Vorsorge bieten und gleichzeitig selbst von attraktiven Vorteilen

profitieren. Zum Beispiel, um die Unternehmensbilanz zu entlasten.

Das Vorsorgevermögen gehört zur meistprivilegierten Vermögensmasse

von Unternehmen – sowohl aus steuerlicher Sicht

als auch in Bezug auf das Konkursprivileg. Gerade die gewählte

Strategie zur Anlage des Vermögens gewinnt zunehmend

an Bedeutung. Mehr Möglichkeiten und taktische Vorteile für

Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Kaderleute versprechen

hierbei 1e-Vorsorgelösungen.

Für Unternehmen steuerlich attraktiv

Für Unternehmen bieten 1e-Lösungen attraktive Steuervorteile.

So fungieren 1e-Pläne beispielsweise als taktisches Instrument

der Entnahmestrategie. Das ist hinsichtlich der Erhöhung

der Dividendenbesteuerung infolge der Steuervorlage 17 zusätzlich

interessant.

Variable Umsetzung möglich

Unternehmen, die von den 1e-Plänen Gebrauch machen möchten,

müssen die entsprechenden Lohnanteile in einer separaten

Rechtseinheit versichern. Infolgedessen entsteht neben der

ersten Stiftung für Löhne im Obligatorium und Überobligatorium

bis zur 1e-Lohngrenze eine zweite Stiftung. Diese deckt die

ausserobligatorische Vorsorge für Löhne oberhalb der Grenze

ab.

Bietet ein Unternehmen 1e-Vorsorgepläne, müssen alle Mitarbeitenden,

welche die nach Vorsorgerecht definierten Kriterien

erfüllen, diese Lohnanteile im Rahmen der 1e-Vorsorgelösung

versichern. Dabei kann der Arbeitgeber die Grenze für die 1e-

Lösung auch höher als 127’980 Franken setzen. Für die Umsetzung

der 1e-Vorsorgepläne bietet es sich an, entweder eine

dedizierte neue Stiftung zu gründen oder Anschluss an eine

Sammelstiftung mit 1e-Vorsorgeplänen zu suchen.

24

Vorsorgelösung mit separatem 1e-Vorsorgeplan


Fünf konkrete Vorteile für Arbeitgeber:

1. 1e-Pläne werden in Kapitalform ausgezahlt. Somit sinken

die Rentenverpflichtungen und die Sanierungspflicht wird reduziert.

2. Das Risiko für die Deckung von Vermögensverlusten auf

einem Teil der Vorsorgevermögen fällt weg.

3. Ein 1e-Plan muss bei internationaler Rechnungslegung

nicht als Vorsorgeverbindlichkeit verbucht werden und man

kann ihn aus der Bilanz entfernen. Dadurch wird Eigenkapital

freigesetzt.

4. Mit Kaderplänen kann eine steuerlich optimale Überführung

von Unternehmensvermögen in das Privatvermögen erreicht

werden.

5. Firmen werden mit der Einführung von 1e-Plänen für Mitarbeitende

attraktiv. Sie geben Fachkräften die Möglichkeit,

ihre persönliche Risikofähigkeit und -neigung abzubilden.

Mehr Selbstbestimmung für die Versicherten

Aus Sicht der Versicherten sind 1e-Vorsorgepläne eine Antwort

auf den zunehmenden Wunsch nach einer Individualisierung

der Vorsorgelösungen. Die darin versicherten Personen können

ihre Anlagen flexibler gestalten. Dadurch können sie von

potenziell höheren Renditechancen profitieren. Zudem müssen

sie auf diesen Teil des Vorsorgevermögens keine systemwidrige

Umverteilung zwischen Erwerbstätigen und Rentnern in Kauf

nehmen, da das 1e Guthaben nicht mehr Teil des Kollektivs im

Obligatorium und Überobligatorium ist.

Hans Baumgartner ist Leiter Entrepreneurs & Executives

Schweiz bei der Credit Suisse (Schweiz) AG und bereits seit

30 Jahren bei der Bank für Unternehmer tätig. Im Interview

spricht er darüber, wann 1e Vorsorgelösungen Sinn machen

und wie daraus Chancen entstehen können.

Die Credit Suisse hat eine Sammelstiftung 1e gegründet. Für

wen eignen sich 1e-Vorsorgelösungen?

Hans Baumgartner: Die Entscheidung, ob ein Unternehmen

eine 1e-Vorsorgelösung einführen möchte, hängt von den Bedürfnissen

und Erwartungen der Mitarbeitenden ab. In jedem

Fall ist die Einführung und Ausgestaltung gründlich zu erörtern.

Ein 1e-Plan muss zur Firma und zu den Mitarbeitenden passen.

Welche Voraussetzungen müssen Unternehmen und Belegschaft

also erfüllen?

1e-Pläne sind grundsätzlich anlagenbasiert. Deshalb ist ein langer

Anlagehorizont von Vorteil. Tendenziell eignen sich 1e-Lösungen

also für Firmen mit relativ junger Altersstruktur. Zudem

spielt die Einkommensstruktur eine Rolle: Gibt es überhaupt

Mitarbeitende im Unternehmen, deren jährliche Gesamtvergütung

über 127’980 Franken liegt? Denn nur der Lohnanteil,

der diesen Betrag übersteigt, darf in einem 1e-Plan versichert

werden.

Wie erfolgt eine solche Einführung von 1e-Vorsorgeplänen?

Sind die Rahmenbedingungen gegeben, muss die Firma ihre

Ist-Situation analysieren. Sie sollte sich dabei folgende Fragen

stellen: Welche Vorsorgelösung existiert bereits? Besteht eine

umhüllende Lösung, zu der ein 1e-Plan zusätzlich angeboten

werden soll? Oder ist bereits eine zusätzliche Kaderlösung vor-

handen, die durch einen 1e-Plan abgelöst wird? Anhand der

Ausgangslage wird die Einführung gestaltet.

Welche Anlagemöglichkeiten haben die Versicherten?

Versicherte können, abhängig vom 1e-Plan des Unternehmens,

aus bis zu zehn Anlagestrategien auswählen. Eine davon ist risikoarm.

Sie sprechen von Risiken. Mit welchen Risiken müssen Versicherte

in 1e-Vorsorgelösungen rechnen?

Im Gegensatz zu anderen Vorsorgelösungen trägt der Versicherte

bei den 1e-Plänen ein Anlagerisiko. Daher ist es sehr

wichtig, dass sich jeder Versicherte bei der Wahl der Anlagestrategie

beraten lässt und sein Portfolio regelmässig überprüft.

Versicherte müssen sich bewusst sein, dass eine ungünstige

Marktentwicklung oder gar ein Börsencrash zu markanten

Wertverlusten führen kann.

Ein gewisses Know-how in der Vermögensanlage oder aber

eine entsprechende Beratung seitens der Vorsorgeeinrichtung

hinsichtlich Risiken und Kosten ist in diesem Zusammenhang

notwendig. Durch die Übernahme des Anlagerisikos entstehen

aber auch Chancen: Eine positive Performance wird direkt dem

Anleger gutgeschrieben. Die Versicherten kommen darüber hinaus

in den Genuss von tiefen institutionellen Anlagegebühren,

wie sie in der Regel nur Pensionskassen vorbehalten sind. Ein

aktiv verwaltetes Mischvermögen gibt es bereits für eine jährliche

Gebühr von 0,45 %. Beim Wechsel der Anlagestrategie fallen

bei diesen Produkten zudem keine Kosten an. Noch günstiger

sind mit einer jährlichen Gebühr von 0,20 % die indexierten

Mischvermögen. Bei diesen sogenannten passiven Produkten

fallen zusätzlich noch geringe Ausgabe- und Rücknahmegebühren

an, womit sie sich vor allem für sehr langfristig orientierte

Anleger eignen, welche die Strategie nur selten wechseln

möchten.

Kadervorsorge mit 1e-Vorsorgeplänen

Die 1e-Lösungen richten sich nicht nur an Unternehmerinnen

und Unternehmer, sondern auch an Kadermitarbeitende

mit einem Einkommen von über 127’980 Franken.

Das 1e-Vorsorgevermögen ist vom bestehenden Pensionskassenvermögen

vollständig segregiert und betrifft

ausschliesslich den überobligatorischen Bereich der beruflichen

Vorsorge. Versicherte können dabei die Anlagestrategie

selbstständig bestimmen und in ihren eigenen

«Topf» sparen.

Haben Sie Tipps, wie Anleger ihre Strategie optimieren können?

Die Strategie sollte regelmässig überprüft werden. Denn die

Entscheidung, ob jemand eine konservative Anlagestrategie

oder eine riskantere Strategie mit höheren Renditechancen

wählt, muss mit der persönlichen Gesamtsituation abgestimmt

werden. So bietet sich möglicherweise kurz vor der Pensionierung

der Wechsel in risikoärmere Anlagen an. Das Interessante

aber ist: Die Strategie kann regelmässig gewechselt werden,

sollte sich beispielsweise die private Vermögenslage ändern.

Selbstbestimmt in der beruflichen Vorsorge und

ganzheitliche Beratung mit 1e-Vorsorgelösungen.

Mehr Informationen:

www.credit-suisse.com/zukunft1e

Wirtschaft

25


Wirtschaft

Publireportage

Von der Photovoltaik, über die Auto-Garage und den Sportladen bis hin zum

Elektro-Grosshandel: Diese Unternehmerinnen und Unternehmer stehen für

ein erfolgreiches KMU-Netzwerk.

LIQUIDITÄT SCHONEN –

UND NEUE ABSATZWEGE FINDEN

Die Lockerung des Corona-Lockdowns geht auch in der Schweiz nur schrittweise

voran. Für die Unternehmen zeigt sich mehr denn je: flexible Lösungen und

ein starkes Netzwerk sind äusserst wichtig. Ein Online-Shop, eine mobile Bezahllösung

und ein kostenloser Sofortkredit sind nur einige Begriffe, von denen die

KMU-Kunden der WIR Bank profitieren können.

Es ist für KMU eine schwierige, da und dort auch existenzbedrohliche

Situation: Die Schweiz befindet sich seit Mitte März in

einer «ausserordentlichen Lage», die Lockerung der im Zug der

Covid-19-Pandemie verhängten Massnahmen geht nur schrittweise

voran.

Trotz ersten Zeichen einer medizinischen Entspannung jagen

sich die Schlagzeilen rund um das Coronavirus noch immer im

Minutentakt. Trotzdem oder gerade deshalb müssen wir versuchen,

kühlen Kopf zu bewahren.

Seit dem 26. März gilt zudem das vom Bundesrat beschlossene

Spezialregime für das Bürgschaftswesen, das dafür ursprünglich

vorgesehene Kreditvolumen wurde Anfang April nochmals

massiv erhöht. Auch die WIR Bank nimmt am Hilfsprogramm

«COVID-19-Kredit» teil, um der Schweizer KMU-Wirtschaft rasche

Unterstützung zu bieten.

Da ist auch nötig, weil die Umsatzverluste der Unternehmen

noch immer schwer abschätzbar sind. Eine Einbusse, die viele

Unternehmerinnen und Unternehmer an ihre finanziellen Grenzen

bringen wird. Denn den fehlenden Einnahmen stehen grosse

laufende Kosten gegenüber. Viele Kostenpositionen lassen

sich nicht eben mal schnell reduzieren. In einigen Branchen hat

der «Lockdown» die Hauptsaison stark beeinträchtigt, also just

jene Phase, in der üblicherweise ein Grossteil des Jahresumsat-

zes erzielt wird. Das sind finanzielle Einbrüche, die sich in diesem

Jahr nicht mehr kompensieren lassen.

Jetzt braucht es Solidarität …

Die Geschichte der WIR Bank beginnt 1934 in einer Krisensituation

– entsprechend wird die Komplementärwährung WIR auch

als «Krisenwährung» bezeichnet. Und das stimmt. Wirtschaftliche

Parallelen zu damals lassen sich heute nicht viele ziehen,

doch die Eigenschaften, die die WIR-Idee auszeichnet, sind latent

aktuell: Jetzt braucht es Solidarität. Und mit der Solidarität

eng verzahnt ist das Stichwort Netzwerk, dass die WIR-Geschichte

seit über 85 Jahren prägt.

Gerade jetzt ist es wichtig, dass KMU, bekanntlich das Rückgrat

der Schweizer Wirtschaft, Lösungen finden, sich gegenseitig

berücksichtigen, um durch diese schwierige Zeit zu kommen. In

der jetzigen Phase sind schnelle Lösungen gefragt: Es gilt, seine

Liquidität zu schonen und neue Absatzwege zu finden. Das

KMU-Paket der WIR Bank kann Teil dieser Lösung sein.

Viele Ideen aus der Gründungszeit sind heute noch gut, viele

neue Möglichkeiten rund um WIR sind hinzugekommen: neue

Vorteile, moderne Tools und Möglichkeiten, die gerade in der

heutigen Zeit viele Chancen für KMU beinhalten. So können

Produkte und Dienstleistungen schnell und einfach im Internet

26


Wirtschaft

angeboten und verkauft werden – dazu Tools, mit denen man

schnell, bequem und sicher elektronisch Geld überweist. Und

Vorteile, mit denen man – wir erwähnten es bereits – die Liquidität

schont.

… mit und unter den Schweizer KMU

Eine Umfrage der Hochschule Luzern hat gezeigt, dass das die

Coronakrise bei Schweizer Konsumenten ein Umdenken ausgelöst

hat – es hat eine Sensibilisierung für lokale Ware stattgefunden.

Gleichzeitig ist es aber auch Fakt, dass in den vergangenen

Wochen die grossen Online-Shops einen riesigen Boom

erlebt haben, was mitunter die Kapazitäten der Auslieferlogistik

sprengte.

Die Frage ist nun natürlich: Wie nachhaltig wird dieses Umdenken

sein? Fakt ist: Im Internet sind die Grossen sehr gut aufgestellt.

Durch geschicktes Online- respektive Suchmaschinen-

Marketing sind sie sehr gut auffindbar, denn das ist ihr primäres

Geschäftsmodell. Die vielen kleineren Shops von Gewerbebetrieben

muss man schon gezielt suchen – das ist auf den ersten

Blick aufwändig und erfordert Geduld.

Konsumenten können ihre Solidarität unter Beweis stellen, indem

sie entweder auf Beschaffungen verzichten, die sie sonst in

einem KMU getätigt hätten.

Oder indem sie ganz gezielt nach einem Internet-Shop eines

KMU suchen und ihre Produkte da bestellen. Aber auch KMU

selbst können Solidarität beweisen – indem sie die anderen

KMU berücksichtigen. Denn nur, wenn sich Unternehmerinnen

und Unternehmer, die «Gewerb-lerinnen» und «Gewerbler»,

gegenseitig unterstützen, werden sie diese schwierige Situation

meistern.

Verlässliches und treues Netzwerk

In Zeiten wie diesen ist es wichtig, ein Netzwerk zu haben, auf

das man sich verlassen kann. Ein Netzwerk von treuen Kunden,

aber auch ein Netzwerk von Lieferanten. Auf einen einfachen

Nenner gebracht: Menschen, auf die man zählen kann. Geschäftspartner,

die nicht das Maximum für sich persönlich herausholen

möchten, sondern solche, die wissen, dass man nur

gemeinsam erfolgreich sein kann.

Solche Netzwerke gibt es viele und zum Teil schon seit vielen

Jahrzehnten. Das WIR-Netzwerk beispielsweise steht seit über

85 Jahren für ein solidarisches Unternehmertum. KMU berücksichtigen

sich gegenseitig bevorzugt bei der Auftragsvergabe

und verschaffen sich so gegenseitig einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.

Der IT-affine Unternehmer hilft seinem Netzwerk,

die Produkte schnell in einen Webshop zu bringen. Der Werbeprofi

hilft seinem Netzwerk, die neuen Absatzkanäle effektiv

online und offline zu bewerben. Das Transportunternehmen

hilft seinem Netzwerk, die so verkauften Produkte zur Käuferin

oder zum Käufer zu transportieren. Die Treuhänderin hilft ihrem

Netzwerk beim Schreiben von Rechnungen oder beim Inkasso.

Und alle gehen in der Feriensaison 2020 in Schweizer Hotels in

die Ferien!

WIRmarket, WIRpay und Sofortkredit

In der Hitze des Gefechts übersieht man gerne die Möglichkeiten,

auf die man schnell und zum Teil kostenlos Zugriff hat:

KMU-Kunden der WIR Bank können zum Beispiel ihre Produkte

auf wirmarket.ch verkaufen.

Und für die Zahlung bietet sich mit WIRpay eine einfache,

schnelle und sichere Möglichkeit – ganz ohne Zusatzkosten.

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27


Wirtschaft

Freihandel sichert Arbeitsplätze

Die Schweiz als Mitglied der EFTA und die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien,

Uruguay und Paraguay haben sich nach langen Verhandlungen auf ein umfassendes

Freihandelsabkommen geeinigt. Das Mercosur-Abkommen hat grosses

wirtschaftliches Potential. Denn der freie Handel ist für unsere Unternehmen und

damit für die Schweizer Arbeitsplätze bedeutsam.

von Dr. Jean-Philippe Kohl, Vizedirektor Swissmem, Leiter Wirtschaftspolitik

MERCOSUR-ABKOMMEN NÜTZT DEM SCHWEIZER GEWERBE

Der Verhandlungserfolg mit dem südamerikanischen Wirtschaftsraum

Mercosur ist eine gute Nachricht für die exportorientierten

Betriebe und damit auch für KMU. Dank dem

Freihandelsabkommen erhalten sie die Möglichkeit, künftig

leichter von der Schweiz aus nach Südamerika zu exportieren.

So kommt das Mercosur-Abkommen auch den Zuliefererbetrieben

und dem Gewerbe zugute. Der ganze Wirtschaftsstandort

und Werkplatz Schweiz profitiert. Das schafft Arbeitsplätze

und Wohlstand.

INNOVATIVE TECHNOLOGIE FÜR MENSCHEN UND UMWELT IN

SÜDAMERIKA

Der Nutzen des Mercosur-Abkommens geht weit über wirtschaftliche

Aspekte hinaus. Vom Export innovativer Schweizer

Technologie profitieren nämlich auch Menschen und Umwelt

in Südamerika. So gehören Schweizer Produkte im Bereich der

Energieeffizienz, der Ressourcenschonung, der Mobilität oder

dem nachhaltigen Bauen zur Weltspitze. Gemäss Seco verleiht

das Abkommen der Schweiz zudem mehr Handhabe, um relevante

Nachhaltigkeitsaspekte zu thematisieren. Damit hat die

Schweiz einen gewichtigen Hebel in der Hand, um mehr Nachhaltigkeit

zu bewirken und zur Verbesserung der Lebensumstände

der Menschen in Südamerika beizutragen.

Heute sind die schweizerischen Ausfuhren nach Argentinien,

Brasilien, Uruguay und Paraguay mit hohen Zöllen belastet.

So schlagen die Mercosur-Staaten Zölle von bis zu 35 Prozent

auf die Exporte der Schweizer Industrieunternehmen. Für die

hiesigen Produzenten ist das ein grosser Nachteil, weil dadurch

Schweizer Waren stark verteuert werden.

ABBAU VON ZÖLLEN UND ANDEREN HANDELSHEMMNISSEN

Das Mercosur-Abkommen schafft endlich Abhilfe. Es befreit

rund 95 Prozent der Schweizer Ausfuhren von Zöllen. Neben

Zollschranken werden auch technische Handelshemmnisse abgebaut,

der Marktzugang für schweizerische Dienstleistungserbringer

erleichtert und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen

gestärkt. So ermöglicht das Mercosur-Abkommen den freien

Export von Gütern und Dienstleistungen in einen boomenden

Absatzmarkt mit mehr als 260 Millionen Einwohnerinnen und

Einwohnern.

28


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Kasko-Versicherung

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Digitalisierung

KMU Wirtschaft im Gespräch mit Michael Müller

Frage: Was ist Ihr Businessfeld und worin liegt Ihr Kerngeschäft?

Antwort: Die zurichnetgroup AG betreut an zwei Standorten

in der Schweiz vornehmlich KMUs in der Größenordnung zwischen

fünf und 150 IT-Arbeitsplätzen. Wir als Systemdienstleister

kümmern uns dabei um die gesamte IT-Infrastruktur

seitens der Soft- und Hardware sowie um alle Belange rund

ums Netzwerk. Zusätzlich haben wir vor einiger Zeit unsere Geschäftstätigkeit

um Cloud- und Managed-Services erweitert.

Dazu gehören dedizierte Mail-Services, MS Cloud 365 bis hin zu

kompletten, virtuellen Desktop-Lösungen.

Abgerundet werden die Dienstleistungen mit einem Rundum-

Hosting-Angebot mit dem Serverstandort in der Schweiz. Generell

liegt der Schwerpunkt auf Managed Services, um unseren

Kunden eine bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihren

Wartungsaufwand gleichzeitig möglichst gering zu halten.

30

Frage: Wie können wir uns Ihren Rundum-Service der

zurichnetgroup genau vorstellen?

Antwort: Wenn beispielsweise ein Unternehmen seine Geschäftstätigkeit

erweitert, neue Geschäftsbereiche oder einen

neuen Standort erschließen möchte, übernehmen wir die Einrichtung

und Pflege der Infrastruktur, angefangen von der Bedarfsermittlung

über die Implementierung bis hin zum Monitoring

während des Betriebs.

Lösungen für CRM- und BI-Systeme werden während des Prozesses

von dritter Seite implementiert.

Auf Wunsch koordinieren wir auch entsprechende Drittanbieter

für unsere Kunden. Sie haben den Vorteil, dass sie keine eigene

Expertise für IT-Systeme benötigen, sondern sich voll und ganz

auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.


Digitalisierung

Frage: Welche Unterstützung bieten Sie Ihren Kunden im

wichtigen Bereich Security?

Antwort: In diesem Bereich stellen unseren Kunden auf Wunsch

unterschiedliche Modelle zur Verfügung. Angefangen von

Desktop, mobiler oder Server-Hardware mit einem Security-Paket

zur Eigeninstallation und Verwaltung bis hin zu Managed

Services, bei dem jede im Unternehmen verwendete Hardware

automatisch ein integraler Bestandteil eines übergreifenden

Security-Konzepts ist. Das bedeutet, dass der Kunde je nach In-

House Kapazität und Kompetenz verschiedene Level der Unterstützung

wählen kann. Wir können dabei sogar als Mittler zwischen

dem Kunden und einem Drittanbieter fungieren, wenn

es darum geht, bestimmte Lösungsoptionen zu finden oder ein

Issue-Management zu betreiben.

Frage: Spielen dabei Cloud-Dienstleistungen eine Rolle?

Antwort: Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Wir haben beobachtet,

dass Schweizer eine recht lange Zeit noch sehr sensibel

gegenüber Cloud-Lösungen eingestellt waren und diese auch

nur sehr zögerlich adaptiert haben. In den letzten beiden Jahren

hingegen hat sich eine deutliche Akzeptanz von Cloud-basierten

Applikationen gezeigt. Wichtig ist dabei, dass die Daten

sicher sind, das bedeutet, die meisten Kunden wünschen sich

ausdrücklich Serverstandorte in der Schweiz.

Frage: Welche Vorteile sehen Sie in Managed Services für Ihre

Kunden?

Antwort: Unsere Kunden haben die Vorteile bei der Nutzung

von Cloud-Lösungen, dass wir das Management der entsprechenden

Anwendungen übernehmen können. Der Wartungsaufwand

vor Ort wird verringert, weil wir Verwaltungsvorgänge

bündeln können. Wenn wir beispielsweise bei 100 Kunden

jeweils lokal 100 Verwaltungskonsolen installieren würden

und die einzeln überwachen müssten oder zumindest unsere

Kunden beim Monitoring unterstützen müssten, wären der Aufwand,

aber auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fehler einschleichen,

ungleich höher.

Frage: Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang mit

Managed Security Services?

Antwort: Wir nutzen eine zentrale Plattform für unsere Kunden,

um einerseits als Großkunde gegenüber unseren Zulieferern

entsprechende Konditionen zu erzielen und andererseits

unseren Kunden neben umfassenden Service auch leistungsfähige

und wirtschaftliche Lösungen für ihre Bedürfnisse bieten

zu können.

Ein weiterer Vorteil für unsere Kunden liegt darin, dass sie nur

einen Ansprechpartner für alle Belange haben. Das bedeutet im

Security-Bereich, dass nicht zwischen unterschiedlichen Warnungen

oder Problemen differenziert werden muss.

Frage: Was bedeutet das in der Praxis?

Antwort: Viele unserer Kunden haben keinen eigene IT-Abteilung,

sondern höchstens einen IT-Verantwortlichen. Dadurch

fehlt es diesen Kunden in der Regel an den notwendigen Kenntnissen

bezüglich Security-Anforderungen.

Zudem ist es für sie schwierig, eine etwaige Bedrohungslage

schnell einschätzen zu können. Schwachstellen sind zu identifizieren

und ein lückenloser Schutz ist mittlerweile von vitaler

Bedeutung für ein Unternehmen. Als Managed Service Provider

bieten wir unseren Kunden eine Lösung, die alle relevanten

31


Digitalisierung

Aspekte und Besonderheiten des jeweiligen Unternehmens abdeckt

und so für einen umfassenden Schutz sorgen kann. Wir

können so aus unseren Erfahrungen schöpfen aber auch in besonderen

Fällen zusätzlich auf die Experten des Anbieters der

Security Lösung selbst zurückgreifen.

Frage: Und welche Vorzüge bietet Ihnen und Ihren Kunden

ESET als Security-Partner?

Antwort: Wir hatten anfangs einen anderen Anbieter als ESET,

der uns jedoch in Bezug auf die Manageability und insbesondere

aufgrund der technischen Voraussetzungen nicht überzeugen

konnte. Für uns war es daher wichtig, einen echten Spezialisten

im Bereich Security zu finden, der gleichzeitig aber auch

mit kleineren Partnern auf Augenhöhe zu agieren bereit ist. Wir

haben verschieden Anbieter dahingehend evaluiert und eine

besondere Anforderung von unserer Seite wurde von den meisten

dabei leider nicht berücksichtigt: Unser Anspruch nämlich

ist es, dass wir unsere Verwaltungskonsole selbst, in einem Rechenzentrum

in der Schweiz betreiben können. Das ist wichtig,

um das Vertrauen der Kunden in eine Cloud-Lösung zu stärken.

Frage: Was genau hat Sie letztendlich von ESET überzeugt?

Antwort: Ein gewichtiges Argument für ESET war die Tatsache,

dass wir komplett die Verwaltungskonsole für all unsere Kunden

selbst hosten und betreiben können. Damit haben wir die

Übersicht über alle Datenwege und können so zusichern, dass

sie auf Schweizer Servern verarbeitet werden.

Aber Verwaltung ist ja nur ein Aspekt einer leistungsfähigen Lösung.

Viel entscheidender ist die Erkennung von Bedrohungen

und das Sicherheitsmanagement. Unsere Kunden benötigen einen

umfassenden Schutz, und den kann nur eine entsprechend

leistungsfähige Lösung wie die Lösung von ESET bieten.

Frage: Was können wir unter Verträglichkeit verstehen?

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Implementierung der Lösung

beim Kunden. Jede Security-Lösung umfasst auch Module,

die in der Kundeninfrastruktur betrieben werden und von uns

remote gewartet werden. Da aber die verschiedenen Kunden

unterschiedlichste Plattformen und Anwendungen einsetzen,

ist es wichtig, dass eine Security-Lösung selbst nicht für Systemprobleme

wie Unverträglichkeiten oder Performance-Einbrüche

sorgt. Auch hier hat uns ESET voll und ganz überzeugt,

weil die Anwendungen. einfach und unauffällig im Hintergrund

arbeiten und Systemressourcen nicht nennenswert belasten.

Frage: Was schätzen Sie an der Partnerschaft mit ESET?

Antwort: ESET lebt wirklich Partnerschaft und bietet eine umfassende

und kompetente Unterstützung. ESET hat einen

deutschsprachigen Support, der Anfragen in der Regel sehr

kurzfristig bearbeitet und schnell Lösungen bereitstellt. Wir

haben einfach das Gefühl, fair und auf Augenhöhe behandelt zu

werden. Es ist für uns einfach wichtig, die Wertschätzung, die

wir unseren Kunden entgegenbringen, selbst quasi als Kunde

bei unserem Dienstleister ESET erfahren zu dürfen.

Background:

Die zurichnetgroup AG ist eines der führenden ICT-Dienstleistungsunternehmen

für KMU mit Sitz in Zürich und Pfäffikon SZ. Ob eine

zukunftsgerichtete IT-Arbeitsumgebung, eine professionelle Telekommunikationslösung

oder die Kombination aus beidem, das Unternehmen

bietet Kunden eine passgenaue Lösung. Die zurichnetgroup

AG plant, realisiert und wartet Informatik-Infrastrukturen in

den Bereichen Netzwerk, Storage, Server sowie Client- und Peripherie-Geräten.

Zusätzlich können Kunden Kernkompetenzen in der Beratung,

Analyse, Konzeption und allen damit verbundenen IT-Dienstleistungen

nutzen.

32


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Digitalisierung

Interview mit Robert Wigger

von Sunrise

Frage 1: Die Pandemie COVID 19 ist wie eine Lawine in die

Wirtschaft gestürzt, viele Unternehmen mussten von einen

auf den anderen Tag die komplette Arbeitsweise umstellen

und den Mitarbeitern den Auftrag erteilen von zuhause aus

zu arbeiten. Wie hat Sunrise dies umgesetzt?

Am 16. März wurde der Lockdown verkündet und schon am 17.

März konnten wir mit wenigen Ausnahmen alle Mitarbeitenden

ins Home Office schicken.

Es hat gut funktioniert, wir waren nach einem Tag komplett

funktionsfähig.

Frage 2: Man kann sich vorstellen, dass es für ein Großunternehmen

wie Sunrise auch nicht einfach war von einem auf den

anderen Tag das ganze Arbeitskonzept umzustellen, oder?

Schon vor der Pandemie hatten Mitarbeitende die Möglichkeit,

auch ausserhalb der Büroräumlichkeiten zu arbeiten. Wir haben

uns in den zwei Wochen vor dem Lockdown auf die Heimarbeit

vorbereitet und konnten so eine reibungslose Umstellung ins

Home Office ermöglichen.

Frage 3: Die Schweizer Wirtschaft besteht größtenteils aus

KMU’s, ich kann mir sehr gut vorstellen dass ein kleines und

mittelständisches Unternehmen diese ganze COVID 19 Geschichte

überfordert hat, vor allem da das Thema Digitalisierung

nicht Vorrang hatte in der Vergangenheit?

Wir stellen fest, dass die Corona Krise die digitalen Transformationen

des Arbeitsplatzes enorm beschleunigt. Für viele

KMU’s aber auch grössere Unternehmen war die Umstellung in

ein Home Office Betrieb in der Tat eine echte Herausforderung.

Teils mangelte es an der benötigten Internet Bandbreite, den

richtigen Kommunikationsapplikationen oder schlicht am mobilen

Arbeitsplatz Equipment.

Vielen Unternehmen konnten wir unkompliziert bei der Home

Office Umstellung unterstützen. So haben wir bei Mobilabos

die nationalen Datenlimiten aufgehoben und für ausreichend

Bandbreite beim Festnetzinternet gesorgt, in dem wir Anschlüsse

mit tiefen Geschwindigkeitsprofilen auf die bestmögliche

Internetgeschwindigkeit erhöhten, welche die technischen

Gegebenheiten erlauben. Alles ohne Kosten für die Kunden.

Ferner hat Sunrise die Zahlungsfrist für Kleinunternehmen und

Selbständige ab April um drei Monate verlängert.

Wir haben ein dediziertes Team, das sich um solche Anfragen

kümmert, damit dem gestiegenen Bedarf an Home Office-Lösungen

und höheren Internetbandbreiten innert kürzester Zeit

entsprechen werden kann.

Frage 4: Sunrise bietet durch Ihre Business Pakete verschiedene

KMU Lösungen an. Gab es einen Home Office Hype auf

die Produkte seit Mitte März?

Ja, wir verzeichnen seit Ausbruch des Coronavirus und insbesondere

der Informationsoffensive des Bundesrates und des

BAG (ab 25.2.) mehr als doppelt so viele Anfragen im Zusammenhang

mit Home Office- bzw. Work Smart- und Unlimited

Mobile Work Place Lösungen.

34


Digitalisierung

Bis Ende Juni 2020 ermöglicht Sunrise KMU Kunden weiterhin

einen einfachen und kostenlosen Einstieg in eine moderne

Kollaborations- und Telefonie-Lösung basierend auf Microsoft

Office 365/TEAMS und übernimmt die schweizweiten Verbindungskosten

für die ersten 3 Monate.

Für Geschäftskunden, deren Mitarbeitende im Home Office

über keine oder zu wenig schnelle Internetverbindungen verfügen,

bietet Sunrise einen passenden Mobile Internet Router zu

einem reduzierten Preis an.

Frage 5: Die Schweiz findet nun langsam wieder den Weg in

die Normalität zurück, doch eins ist jetzt schon klar, die Wirtschaft

hat sich verändert und das Thema Digitalisierung wird

meiner Meinung nach in jedem Unternehmen angekommen

sein. Der Schritt zum Umdenken ist getan. Wie sehen Sie diesen

Schritt?

Die Digitalisierung der Kommunikations- und Arbeitsinfrastrukturen

bietet Unternehmen nahezu beliebige Möglichkeiten. Die

Produktivitätssteigerungen fallen für die meisten Unternehmen

mit bis 20% hoch und für einzelne Unternehmen mit bis

über 40% zum Teil massiv aus. Unternehmen profitieren zudem

durch flexible Arbeitsplatzlösungen von tieferen Investitionsund

Betriebskosten.

Dank mobilen, flexiblen Arbeitsplatzlösungen, wird standortunabhängiges

Arbeiten in und ausserhalb der Räumlichkeiten

der Unternehmen zur Selbstverständlichkeit. Die mobile Zusammenarbeit

aller Mitarbeitenden wird zur Normalität. Dabei

unterstützten moderne, cloudbasierte Telefonsysteme das

flexible Arbeiten. Dafür integriert Sunrise beispielsweise die individuellen

Firmen-Festnetznummern in der Microsoft Teams-

App, Mitarbeitende sind so unterwegs und an jedem beliebigen

Ort via Festnetznummer erreichbar. Dabei kommt es nicht darauf

an, auf welchem Gerät man die App installiert hat. Auch ein

spontaner Arbeitsplatzwechsel ist kein Problem, da man ein

Festnetzanruf mit der App unkompliziert auf jedem mobilen

Gerät empfangen und tätigen kann.

Frage 6: Was sind die wichtigsten Punkte die ein Schweizer

Unternehmen beachten muss?

Teure Infrastrukturen wie Telefonanlagen, LAN-Netzwerke und

Büroeinrichtungen werden durch mobile Arbeitsplätze mit Laptops,

Tablets und Smartphones ersetzt. Projektteams arbeiten

und greifen jederzeit und von überall her auf die benötigten

Dokumente und Applikationen zu. Diese werden sicher in der

Cloud gespeichert (Dokumente) und betrieben (Applikationen).

Frage 7: Ein Thema, dass jetzt sicher noch mehr in den Vordergrund

kommen wird, ist das Thema 5G Netz. Ich kann mir gut

vorstellen, dass dieses Thema jetzt noch wichtiger geworden

ist als auch schon. Denn das Schweizer Internet Netz hatte

mit der ganzen COVID 19 Pandemie zu kämpfen, das Internet

wurde durch die vermehrte Home Office Arbeit stark beansprucht,

oder?

Wir bieten das führende 4G-Netz mit der höchsten Flächenabdeckung

in der Schweiz an. Wir sind auch der 5G-Pionier der

Schweiz und europaweit und bieten das grösste und schnellste

5G-Netz der Schweiz.

Unser Netzwerk verfügt über genügend Kapazitäten sowohl bei

der Telefonie als auch beim Datenverkehr. Sunrise fokussiert

sich mit ihren Investitionen seit Jahren auf die höchste Netzqualität.

Sunrise bietet entsprechend die höchste Verfügbarkeit

ihrer Dienste. Genutzt werden z.B. Telefondienste, Messaging

Services (z.B. WhatsApp), Home Office Dienste (Microsoft 365

inkl. Skype, Teams, Video Calls und viele weitere mehr). Gespräche

können dabei praktisch über alle dieser Anwendungen

geführt werden, der Zusatzverkehr für Home Office führte zu

keiner Überlastung.

Der Bandbreitenbedarf am Abend für Unterhaltungsangebote

(TV, Netflix etc.) ist deutlich höher als der Bedarf für zusätzliche

Home Office-Anwendungen. Der Datenverkehr hat seit dem

Beginn des Ausbruchs des Coronavirus leicht zugenommen im

Vergleich zum normalen Verkehr.

35


Digitalisierung

Wir bieten auch neu eine Dual Provider Lösung. Diese ermöglicht,

in der Sekunde eines Ausfalls des bestehenden Providers

auf das Sunrise Netz zu wechseln – ohne dass Mitarbeitende

oder Kunden etwas davon merken.Eine Dual Provider Lösung

ist essenziell, um sich vor Störungen des Netzwerks zu schützen

und zu garantieren, dass die Mitarbeitenden jederzeit vollen Zugriff

auf sämtliche Systeme haben sowie telefonisch erreichbar

sind. Diese Netzwerk-Backup-Lösung kann für Standortvernetzung

(IP VPN und MPLS), Internetzugang wie auch die Telefonieanbindung

(SIP Trunk) eingerichtet werden.

Frage 8: Ich komme nun nochmals zu den KMU Produkten von

Sunrise. Ein sehr wichtiges Thema in einem Unternehmen ist

die IT Security, da vor allem ein Schweizer KMU Betrieb nicht

das Budget verfügt einen IT Sicherheitsverantwortlichen einzustellen,

so ist er also auf Hilfe angewiesen. Wie unterstützt

Sunrise solch ein Unternehmen?

Sunrise bietet ein modulares Serviceportfolio, das sich flexibel

an die Bedürfnisse unsere Kunden anpasst. Aufbauend auf den

Basisdiensten wie die aktive Fernüberwachung (Active Monitoring),

die Verwaltung, Planung und Kontrolle neuer Softwarepakete

(Release Management) oder die Fehlerbehebung (Incident

Management) können Kunden auf Wunsch zum Beispiel

verschiedene Cybersecurity-Lösungen inklusive sicheren und

redundanten Datencenters sowie weitere optionale Dienstleistungen

dazu buchen. Das Ergebnis ist eine Gesamtlösung, die

perfekt zu ihrem Business passt.

Mithilfe einer cloudbasierten Telefonanlage und eines SIP

Trunks wird die Anbindung von Microsoft Teams an das öffentliche

Telefonnetz ermöglicht. Wenn die Firmenfestnetznummer

in Microsoft Teams integriert ist, können Mitarbeitende Anrufe

direkt aus der Cloud über die App empfangen und tätigen. Die

Integration benötigt keine Installation vor Ort und kann problemlos

innert weniger Tagen durchgeführt werden.

Letzte Frage: Was kann Sunrise besser als die Konkurrenz,

ohne deren Namen zu nennen?

Wir setzen auf höchste Qualität unserer Dienstleistungen.

Unser Mobiles Netzwerk und unsere Telefonie-Lösungen sind

äusserst zuverlässig und wir bieten entsprechend die höchste

Verfügbarkeit unserer Dienste. Auch unser Kundenservice ist

gemäss Geschäftskundenumfragen wie z.B. im BILANZ-Telekom-Rating

als «bester Universalanbieter für KMU und Grossunternehmen»

ausgezeichnet worden. Mit dieser Strategie

ist es uns gelungen zahlreiche KMU Kunden zu gewinnen aber

auch grosse Unternehmen wie die Schweizerische Post, Nestlé,

Axpo, Universitätsspital Zürich, oder die SRG zählen auf unseren

Service.

Weitere Infos:

Frage 9: Home Office ist das Thema, dass jedes Unternehmen

in Zukunft im Auge behält. Bietet Sunrise All in One Lösungen

an wie z.B. Cloud Pakete sowie Office 365?

Dank unseren Mobiltarifen mit unlimitierten Daten und Anrufe,

unser Highspeed Internet, der flexiblen Festnetztelefonie mit

Microsoft Teams und Microsoft 365 können unsere Kunden ihr

Büro überall mitnehmen und stets in Kontakt mit Kunden, Lieferanten

und Mitarbeiter bleiben. Dank der kostenlosen extra

SIM können sie auch unterwegs auf ihrem Laptop / Tablet mit

dem Internet verbunden bleiben, Dokumente bearbeiten und

verschicken.

36


Digitalisierung

37


Digitalisierung

Andreas Wisler durch eine Idee zum

erfolgreichen Unternehmer.

ICT im Gespräch mit Andreas Wisler

Frage 1) Sehr geehrter Herr Wisler, im Jahr 1999 haben Sie mit

2 Studien Kollegen die Firma gegründet, wie kam es zur Idee

der Firmen Gründung? War es dazumal so, weil das Millennium

vor der Tür stand oder dass der IT-Kollaps drohte?

Der Grund war ganz ein anderer. Wir überlegten uns, wo gehen

wir am Wochenende in den Ausgang.

Im Internet gab es noch nichts. Wir waren die ersten in der

Schweiz mit einer Ausgehtipp-Plattform. Wöchentlich habe ich

aus der Zeitung das Kino-Programm abgetippt, wir veröffentlichten

Restaurants, Bars, Pubs und viele weitere Freizeitaktivitäten,

wie zum Beispiel Minigolf.

Sehr schnell wurden wir angefragt, ob wir nicht auch für Firmen

Homepages erstellen könnten. So wurde die GO OUT Production

GmbH gegründet.

Nach dem Studium wollten wir dies aber nicht mehr weiter ver

folgen. Da uns das Thema der Informationssicherheit sehr reizte,

wurde dies der Mittelpunkt des Unternehmens.

Seit 2001 führen daher IT-Security Audits, Penetration Tests,

Beratungen und Schulungen durch. Während all der Jahre immer

Hersteller- und Produkteneutral.

Frage 2) Wie ich aus Ihrem Portrait entnehmen konnte war es

so, dass Sie Ihr Hobby zum Beruf machten, was war Ihre Motivation

dazu gewesen?

Die Informationssicherheit faszinierte mich schon während des

Studiums. Mein damaliger Dozent konnte das Thema mit viel

Engagement vermitteln. Auch in der Freizeit setzte ich mich mit

den verschiedenen Facetten auseinander. Seit über fünf Jahren

begleite ich Firmen zur ISO 27001 Zertifizierung.

38


Digitalisierung

Ich denke, meine Kunden spüren, dass mich dieses Thema interessiert

und ich auch über ein grosses Wissen verfüge, welches

ich gerne weitergebe.

Frage 3) Als Ich Ihre Ausbildungen und Abschlüsse durchgelesen

habe, ist mir ein besonderer Lehrgang aufgefallen, und

zwar das EC-Council Certified Ethical Hacker (CEH). Kann man

dazu sagen, dass Sie die andere Seite kennen lernen wollten?

Zu diesem Zertifikat kam ich mehr per Zufall. Ich unterrichtete

einige Jahre bei der Digicomp Informationssicherheit. Ende Jahr

waren noch Gutscheine für die Prüfung übrig.

Da diese nur noch zwei Wochen gültig waren, durfte ich einen

übernehmen und meldete mich gleich zur Prüfung an.

Da ich bereits Erfahrung durch diverse Penetration Tests und

Audits hatte, bestand ich diese Prüfung mit einem sehr guten

Resultat. In meinem Beruf ist es wichtig, auch die Gegenseite

zu kennen. Was für Werkzeuge werden eingesetzt? Wie ist das

Vorgehen? Was kann ein Hacker sehen? Mit all diesen Informationen

kann der Schutz des Unternehmens angepasst werden.

Frage 4) Wenn man Ihren Werdegang weiterliest, fällt einem

auf, dass Sie Ihre Energie in vollen Zügen genießen somit

kommt das Privatleben nicht zu kurz?

Ich werde immer wieder gefragt, woher ich die viele Zeit habe.

Ein gutes Zeitmanagement gehört hier sicherlich dazu. Die Familie

kommt nicht zu kurz, auch ein Papi-Tag pro Woche gehört

unbedingt dazu. Daneben habe ich Zeit für Ausdauersport. Mir

hat es das Laufen angetan, auch Marathons und einige Triathlons

konnte ich finishen.

Frage 5) Nun kommen wir zum Thema Covid 19 und das Thema

Home Office, wie schätzen Sie die IT Sicherheit in der

Schweiz ein und inwiefern hat das Umdenken zur Digitalisierung

durch die Pandemie geändert?

Vielen Firmen war gar nicht bewusst, dass auch im Home Office

gearbeitet werden kann. Einige Vorgesetzte hatten das Gefühl,

dass zu Hause nur gefaulenzt wird.

Der Lockdown hat hier ein anderes Bild gezeigt. Die IT-Sicherheit

ist aber garantiert zu kurz gekommen. Ohne entsprechende

Weisungen und Schulungen wissen die Mitarbeitenden gar

nicht, auf was sie achten müssen.

39


Digitalisierung

Ich vermute, der Datenschutz und die Informationssicherheit

wurden oft verletzt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch

die Hacker vermehrt die Home User im Visier haben.

Die goSecurity hat schon in den ersten Tagen kostenlose Checklisten

für die Firmen, aber auch für die Personen zu Hause veröffentlicht.

Diese wurden sehr geschätzt und vielfach heruntergeladen.

Für die Digitalisierung war dies der fehlende Funke.

Ich spüre bei verschiedenen Firmen, dass die Möglichkeit, agiler

zu arbeiten nun ein Thema ist. Hier wird noch einiges spannendes

auf uns zu kommen.

Frage 6) Wie kann die KI Technologie KMU’s in Zukunft unterstützen?

Die KI wird unser Leben verändern. Gerade einfache Tätigkeiten

werden nach und nach durch Computer ersetzt.

Die KI wird uns bei Entscheidungen unterstützen. In der Regel

merken wir gar nicht, dass hinter einem Prozess noch KI-Technologie

steckt.

Frage 7) Sie sind seit 1 Monat ISO 27701, ich habe dazu recherchiert.

Nach dem vielen Durchlesen hat mit der Kopf geraucht.

Können Sie uns kurz erklären was diese ISO Zertifizierung

bedeutet?

Seit August 2019 gibt es die ISO 27701. Es ist ein Zusatz zur ISO

27001, bei welcher ein Informationssicherheitsmanagementsystem

aufgebaut wird.

Die 27701 behandelt den Datenschutz. Anforderungen, die wir

bereits aus der DSGVO kennen, werden hier adressiert und mir

konkreten Massnahmen versehen. Damit können die Anforderungen

an den Datenschutz nachweislich umgesetzt werden.

Letzte Frage) Wie sehen Sie das Verständnis der Schweizer

KMU’s in der Zukunft der Digitalisierung?

Die Digitalisierung gehört zu unserem Leben dazu. Auch wenn

vielleicht Angst davor vorhanden ist, aufhalten lässt sie sich

nicht. Daher sollte jeder sich damit beschäftigen und schauen,

wie sich die Digitalisierung im eigenen Business optimal nutzen

lässt.

40


Digitalisierung

Hacker rekrutieren KI für

Cyberangriffe

Autor / Redakteur: Lisa Marie Waschbusch / Nico Litzel

42


Digitalisierung

Eine aktuelle Studie zeigt: Mit einem weltweit wachsenden Machine-Learning-Markt,

müssen sich Unternehmen vermehrt mit

Cyberangriffen durch Künstliche Intelligenz auseinandersetzen.

Unternehmen müssen sich mit einer neuen Art von Cyberattacken

befassen: Hacker nutzen verstärkt Künstliche Intelligenz

(KI) für ihre Angriffe und setzen damit die IT-Sicherheitsverantwortlichen

unter Zugzwang. Das ist das Ergebnis der Studie

„Potenzialanalyse Unternehmen schützen, Risiken minimieren“

von Sopra Steria Consulting, bei der 308 Entscheider und Fachkräfte

verschiedener Branchen befragt wurden.

Der Grund dafür, so das IT-Unternehmen, sei die Tatsache,

dass Unternehmen oft noch nicht die Möglichkeit haben, neue

KI-Technologien zur Verteidigung zu nutzen. Nur jedes vierte

Unternehmen führt spezielle Überwachungswerkzeuge für den

Datenverkehr, wie zum Beispiel sogenannte Intrusion Detection-

oder Prevention-Systeme, ein.

Erkennung eindeutig identifizierbarer Bedrohungen

„KI kann IT-Sicherheitsexperten bei ihrer Einschätzung von Bedrohungen

assistieren und Entscheidungen vorbereiten“, sagt

Kerstin Sander, Beraterin für IT-Sicherheit von Sopra Steria Consulting.

Eine auf KI basierende Software könne beispielsweise

Daten wie E-Mails deutlich schneller durchsuchen und genauer

und eindeutig identifizierbare Bedrohungen anhand von definierten

Regeln erkennen.

Das Gefährliche: Ein von Künstlicher Intelligenz unterstützter

Cyberangriff umgeht herkömmliche Sicherheitsvorkehrungen

unter anderem durch Nachahmung menschlichen Verhaltens.

Mithilfe einer rudimentären Software wurde beispielsweise in

Indien das normale Nutzerverhalten innerhalb eines Netzwerkes

beobachtet und Muster erkannt.

Im zweiten Schritt begann die Software, das Verhalten nachzuahmen

und trat dabei bewusst in den Hintergrund. Für die

Sicherheits-Tools war sie deshalb nur noch äußerst schwer zu

erkennen.

43


Digitalisierung

Security in der Smart Production

Die Zahl der an das Internet angeschlossenen Endgeräte nimmt permanent

zu. In der IDG-Studie „Internet of Things (IoT) 2019“ sprach der Analyst von

einer Anzahl von 14,2 Milliarden IoT-Geräten.

Von Peter Meivers, Senior Product Manager bei baramundi software AG

auch die Anbindung Externer an das Unternehmen voraus.

Insbesondere im Bereich der Fertigung kann die Vernetzung

mit Spediteuren und Zulieferern bisher nicht genutztes Potenzial

freisetzen, da Kommunikationswege verkürzt und Abläufe

beschleunigt werden können. Gleichzeitig setzen sich so angebundene

Unternehmen bei unzureichender Absicherung auch

einem großen Risiko aus.

Schwachstellen überall

Durch die modernen intelligenten Produktionsmethoden ist

eine intensive Verzahnung der Prozesse und die Vernetzung der

an der Produktion beteiligten Unternehmen und der verwendeten

Maschinen notwendig. Dieser Informationsaustausch benötigt

eine Vielzahl von Schnittstellen zwischen den einzelnen

Unternehmen. Sogar bei besonders gut gesicherten Systemen

sind diese Schnittstellen oft ideale Einfallstore für Cyberangriffe.

Auch das Volumen des IoT-Marktes wird drastisch wachsen.

Laut einer Prognose von Fortune Business Insights wird er sich

im Jahr 2026 weltweit auf 1,1 Billionen US-Dollar belaufen.

Wesentliche Triebfeder für diese Entwicklung ist das Industrial

Internet of Things (IIoT), das für eine intelligente Produktion

essentiell ist. Ohne die Vernetzung von Maschinen und Anlagen

mit moderner Informations- und Kommunikationstechnologie

ist eine effiziente, verlässliche und kostengünstige Produktion

mittlerweile undenkbar. Daher sind Produktionsnetzwerke

heutzutage wesentlich zeit-, kosten- und umweltschonender

als sie es bei gleicher Auslastung früher hätten sein können.

Die Kehrseite der Medaille ist, dass eine höhere Integration

von IT-Systemen in den Produktionsablauf das Risiko von Angriff

seitens Cyberkrimineller erhöht. Dadurch wird nicht nur

der unmittelbar angegriffene Abschnitt des Fertigungsablaufs

in Mitleidenschaft gezogen, sondern es kann zu einer enormen

Kettenreaktion in der gesamten Supply Chain kommen.

Die Störung oder Bedrohung der Produktionskette ist ein lohnendes

Geschäft: Cyberkriminelle können eine hohe Summe

fordern, wenn sie geschädigte Systeme wieder freigeben. Aber

auch Wettbewerber können hinter einem Angriff stecken, um

entweder vertrauliche Informationen auszuspähen oder Sabotage

zu betreiben. Der Fertigungsablauf bleibt so ein interessantes

Ziel für Attacken. Wie bei einem Angriff auf eine klassische

IT-Umgebung besteht auch bei der Attacke auf eine OT-Umgebung

die Gefahr der Infiltrierung angrenzender Netzwerke. Und

hier ist keineswegs nur die Rede von dem unternehmenseigenen

Netzwerk, sondern auch von denen der Partner und Lieferanten.

Die digitale Transformation setzt zum Teil schließlich

Auch mit dieser Problematik sind IT-Administratoren gut vertraut,

tritt sie doch auch möglicherweise auf, wenn Mitarbeiter

sich mit ihren mobilen Endgeräten mit einem Netzwerk verbinden.

Neu ist jedoch die Anzahl der durch den Einsatz von IIoT

entstehenden Schnittstellen und die damit einhergehende steigende

Bedrohungslage. Im Gegensatz zu früher, als lediglich einige

ausgewählte Server aus der Produktion mit der Außenwelt

verbunden waren, verbinden Automatisierungstechniker und

Mechatroniker nun alle möglichen Endgeräte mit dem Internet

– vom Servercluster bis hin zum Sensor, der den Zustand einer

Maschine an ihren Hersteller zurückmeldet.

Um eine komplette Produktionskette inklusive der IT-Ressourcen

bei den Lieferanten zu kompromittieren, genügt eine

Schwachstelle eines einzigen Endgeräts. Von diesem aus können

Kriminelle Einfluss auf weitere Bereiche des Netzwerks

nehmen. Dies kann neben einer ernsten Rufschädigung für das

betroffene Unternehmen zu immensen Kosten führen – und das

nicht nur im eigenen Betrieb, sondern auch bei den Partnern.

Smarte Produktion wiegt sich noch in Sicherheit

Vielerorts unterschätzen Unternehmen diese Risiken, wie die

Studie des TÜV Rheinland zur IT-Sicherheitslage in Industrieanlagen

herausgefunden hat.

Demnach haben 40 Prozent der befragten Sicherheitsbeauftragten

die Risiken für ihre Produktionssysteme bisher nicht

untersucht. Ob eine Risikoabschätzung überhaupt durchgeführt

wurde, konnten weitere 34 Prozent nicht genau sagen. Auf

der anderen Seite haben lediglich fünf Prozent bereits Schritte

zur Absicherung ihrer intelligenten Fertigungsanlage unternommen.

Ein Angriff auf Produktionsanlagen kann neben dem direkt erlittenen

Schaden im Unternehmen, auch eine Gefahr für wichtige

Infrastruktur des Gemeinwesens bedeuten, z.B. in der Energieversorgung

oder Kommunikation. Letzteres ist nicht nur für

Cyberkriminelle interessant, sondern auch für feindliche staatliche

Akteure.

44


Digitalisierung

Getrennt organisieren – zusammen agieren

Wie können IT-Sicherheitsverantwortliche ihre Unternehmen

nun vor Angriffen schützen? Zunächst sollte ein einheitliches

Sicherheitskonzept erarbeitet werden. In diesem werden die

verantwortlichen Personen und Stellen für die Planung und

Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen genau definiert. Der

Erfahrungsschatz sowohl aus IT als auch Produktion sollten

zielführend berücksichtigt werden, um die vernetzte Produktion

abzusichern.

Das Verantwortungsgebiet der IT sollte daher im Idealfall auch

jene Bereiche der Fertigung umfassen, wo der Einsatz von Informationstechnologie

wesentlicher Bestandteil des Arbeitsablaufes

ist. Damit ist die Unternehmens-IT nicht nur für die

Absicherung der Datenübertragung innerhalb von IT-Systemen

verantwortlich, sondern sichert auch den stabilen Informationsfluss

in der Produktion.

Mehr Sicherheit in komplexer Produktions-Umgebung durch

toolgestütztes Endpoint Management

Mit einer zunehmend komplexeren IT- und OT-Infrastruktur

muss das Management seiner Bestandteile effizienter und automatisierter

werden. Bei der großen Anzahl an verbundenen

Endgeräten kann die Administration nicht mehr manuell erfolgen

– zumal es sich da um eine völlig heterogene Mischung

aus älteren und neueren Geräten unterschiedlichster Herkunft

handelt.

Schwachstellen. Dadurch wird ein gezieltes Risikomanagement

ermöglicht. Im Weiteren erleichtert es die gezielte Aktualisierung

von Betriebssystemen, die Bereitstellung von Software

und die damit verbundene Schließung von Sicherheitslücken.

Außerdem können damit der aktuelle Status des gesamten IT-

Inventars, mögliche Probleme an der eingesetzten Hard- und

Software sowie den Betriebssystemen in einem zentralen,

plattformunabhängigen Dashboard visualisiert werden.

So können Administratoren schnell auf Probleme reagieren

und etwa notwendige Sicherheitsupdates auf Servern und Endgeräten

nach entsprechender Prüfung implementieren und die

smarte Produktion damit sicherer machen. Mit Blick auf den potentiellen

Schaden, den ein einziges kompromittiertes Endgerät

in der Produktionskette verursachen kann, ist die Investition in

eine moderne Unified-Endpoint-Management-Lösung für die

vernetzte Produktion dringend zu empfehlen.

Weitere Infos:

baramundi software AG

Beim Glaspalast 1

86153 Augsburg

www.baramundi.com

Daher kann eine wirklich sichere Geräteverwaltung nur noch

durch ein toolgestütztes Endpunkt- und Schwachstellenmanagement

gewährleistet werden. Im Einzelnen automatisiert

es die Inventarisierung der Geräte, und die Erkennung von

45


Digitalisierung

Interviewpartner: Tim Berghoff, Security Evangelist G DATA CyberDefense

KI lässt sich nutzen, um Schadprogramme

besser zu erkennen

Das Thema Digitalisierung ist nicht mehr aus den Medien wegzudenken

und zu diesem Thema gehört auch das Thema AI =

Künstliche Intelligenz.

1: AI-Technologie kennen die meisten Leute von Siri, Alexa,

usw. Wo finden wir AI noch im Alltag, obwohl wir es dort gar

nicht erwarten?

Zunächst einmal: Die Begriffe Artificial Intelligence und Künstliche

Intelligenz sind in der Forschung durchaus umstritten. Was

es derzeit gibt, sind verschiedene Technologien aus dem Themenbereich

des Machine Learning. Bis hin zu einer eventuellen,

echten künstlichen Intelligenz ist es noch ein weiter Weg.

Machine Learning gibt es mittlerweile in vielen Bereichen des

Alltags. Ein Beispiel ist die Medizin, hier werden Behandlungsmethoden

durch den Einsatz intelligenter Software verfeinert.

Apps, die zur Früherkennung von Krankheiten eingesetzt werden,

basieren ebenfalls auf KI.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist das Auto. Wenig verwunderlich ist

der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in autonomen Autos. KI

ist aber auch Teil von Einparkhilfen, auf die sich viele Menschen

46

verlassen, wenn sie ins Parkhaus fahren oder ihr Fahrzeug in

eine Lücke manövrieren möchten. So kann das Auto frühzeitig

vor Hindernissen warnen, damit es keinen Unfall gibt.

Im Bereich IT-Sicherheit basieren heute viele Technologien

ebenfalls auf Künstlicher Intelligenz, um besser und schneller

vor Schadprogrammen zu schützen. Dabei werden verdächtige

Samples anhand eines Rasters automatisch analysiert und

bewertet. Eine rein manuelle Analyse wäre bei der heutigen

Datenmenge nicht mehr möglich – bei G DATA CyberDefense

kommen pro Tag rund 500.000 neue Dateien herein, die geprüft

werden müssen.

2: Neulich habe ich mir einmal überlegt, wie oft ich Siri auf

meinem iPhone im Alltag einsetze, wie z.B. Terminplanung,

oder um Telefonate zu führen. Besonders im Auto oder im

Büro ist das ein recht gutes Hilfsmittel. Jedes Mal wenn ich

Siri einsetze, brauche ich eine Internetverbindung und meine

Daten gehen dann ins Netz?

Ja, das ist der Fall. Digitale Assistenten haben lokal auf dem Gerät

nur sehr begrenzte Ressourcen und können maximal auf


Digitalisierung

das Aktivierungswort „Hey Siri“ oder „Alexa“ reagieren. Interpretiert

werden die ausgesprochenen Befehle dann von einer

leistungsstarken Cloud-Infrastruktur im Hintergrund. Zu beachten

ist auch, dass die Daten aus Sprachassistenten bei fast

allen Anbietern zur Qualitätskontrolle auch in Stichproben von

menschlichen Mitarbeitern angehört und geprüft werden. Wirklich

vertrauliche Informationen sollte man mit einem solchen

System also eher nicht verarbeiten.

3: Kann man sagen, dass Unternehmen, die AI-Technologie

einsetzen, die dadurch gewonnenen Informationen dazu nutzen,

unsere Gewohnheiten zu analysieren und die dadurch

gewonnen Erkenntnisse zur Optimierung ihrer Produkte verwenden?

6: Kann diese Technologie auch von der anderen Seite aus eingesetzt

werden?

Im Alltag sehe ich das nicht, eher im akademischen Bereich.

Allerdings dürfte es nicht mehr lange so bleiben, denn die

Schadsoftware Emotet, die Allzweckwaffe des Cybercrime,

hat gezeigt, dass Cyberkriminelle bereits die ersten Schritte in

diese Richtung gegangen sind. Hier werden zum Beispiel Graphdatenbanken

und andere Technologien genutzt, um glaubwürdigere

Spam-Mails zu erstellen. Ein Beispiel, dass die möglichen

Gefahren von KI-basierter Malware aufzeigen soll, wurde

im vergangenen Jahr von IBM präsentiert. Eine experimentelle

Malware soll dabei helfen, mögliche Gegenmaßnahmen auf Seiten

der Antivirenhersteller vorzubereiten.

Dies ist der Fall. Ein bekanntes Negativ-Beispiel ist Cambridge

Analytica, die Praktiken dieser Datenanalyse-Firma haben bei

Bekanntwerden hohe Wellen geschlagen und für einen Skandal

gesorgt. Nennen kann man aber auch verschiedene Werbetreibende,

zum Beispiel Google oder Amazon, die ihren Kunden

potentiell interessante Artikel anbieten, um diese zum Kauf zu

animieren.

Diese Unternehmen verdienen damit viel Geld.

Ein anderes Beispiel sind iPhones. Seit dem letzten iOS-Update

lernen die Geräte, wann und wie lange sie an ein Ladegerät angeschlossen

sind und passen den Ladezyklus an, um den Akku

zu schonen und seine Lebensdauer zu verlängern. Google Maps

benutzt Machine Learning für automatische Stauanalysen und

die Berechnung von Verkehrsflüssen.

4: Wie lässt sich AI-Technologie in der IT-Security einsetzen?

Künstliche Intelligenz lässt sich in der IT-Security nutzen, um

Schadprogramme besser zu erkennen. Dies ist speziell beim

Aufspüren schädlicher Verhaltensmuster ein Vorteil, weil es

auch Fälle gibt, bei denen die einzelnen Aktionen an sich in Ordnung

sind, aber die Kombination aus allen Handlungen schadhaft

ist. Wir nutzen Künstliche Intelligenz beispielsweise bei

unserer G DATA DeepRay-Technologie, um getarnte Malware zu

entdecken. Viele Malwareautoren tarnen ihre Schadprogramme,

um eine Erkennung zu verhindern. Unsere Technologie

schaut dahinter und erkennt verhüllten Schadcode zuverlässig.

Mit Hilfe von neuronalen Netzen können wir sehr schnell auf

neue Bedrohungen reagieren.

5: Eignet sich KI auch als Hilfsmittel für kleinere Unternehmen,

die nicht über eigene Spezialisten verfügen?

Kleinere Unternehmen werden Künstliche Intelligenz normalerweise

nicht selbst entwickeln. Wie im Fall von Sicherheitslösungen,

werden aber häufig Modelle eingekauft, die die Arbeit

erleichtern sollen und somit den Profit steigern.

In China verkaufen Tech-Unternehmen wie Baidu, Alibaba und

Tencent KI-Produkte speziell für kleine Firmen. Sie bieten Paymentlösungen

und Module wie Business Intelligence an. Ein

weiterer Anwendungsfall für lizensierte KI-Technologien könnten

etwa Chatbots für die Kundenbetreuung sein.

Es muss dabei aber genauestens definiert sein, was die Aufgaben

der Technologie sind und welche Vorteile sie bringt. Vielleicht

gibt es für Unternehmen unter Umständen sogar Nachteile,

die vorher zu bedenken sind.

Der Einsatz von KI ist nicht immer notwendig – auch wenn das

mittlerweile häufig suggeriert wird. Oft reicht es, teilautomatisierte

Systeme einzusetzen.

47


Digitalisierung

7: Wie Sie wissen, werden im Internet schon länger Hack-Tools

zum Kauf angeboten, zum Teil sogar mit einem Support, falls

man nicht weiterkommt.

Nun stellt sich mir die Frage, was passiert, wenn die Hacker

die AI-Technologie für ihre Zwecke missbrauchen, z.B. um

Netzwerk auf Schwachstellen hin zu analysieren?

Schwachstellenanalysen in Software könnten grundsätzlich

auf KI-Basis durchgeführt werden.

Oft wird heute automatisiert nach Lücken gesucht, zum Beispiel

mittels Fuzzing. Das ist zwar an sich keine KI-Technologie,

kann aber um Machine-Learning-Elemente ergänzt werden.

Es wird deutlich: Die Begriffe Automatisierung und Künstliche

Intelligenz sind nicht unbedingt deckungsgleich. Ein Wecker

klingelt morgens auch automatisch – aber nicht, weil er intelligent

ist.

8: Ein grosses Thema ist der Schutz sensibler Daten. In letzter

Zeit hört man immer wieder, dass Unternehmen wie z.B.

Facebook sensible Daten gestohlen werden. Man könnte doch

eigentlich meinen, dass diese Unternehmen genügend Geld

haben, um sich gegen solche Angriffe erfolgreich zu schützen.

Wäre die AI-Technologie eine Möglichkeit, sein Netzwerk vor

solchen Angriffen zu schützen?

Künstliche Intelligenz kann helfen, Datenpannen zu entdecken

und zu beheben. Persönliche Daten werden aber oft nicht einfach

entwendet. Im Regelfall haben vorher bereits einige Sicherheitsmassnahmen

versagt bzw. die IT-Sicherheit war unzureichend.

Die Gründe, warum solche Datenverluste passieren,

lassen sich oft schnell feststellen und beseitigen. Grundsätzlich

kann Künstliche Intelligenz bei der Absicherung weiterhelfen.

Man kann zum Beispiel die Robustheit der Systeme mit Zufallsund

KI-basierten Angriffen aus dem Netzwerk heraus testen.

KI hilft allerdings nicht gegen Täter aus dem Inneren des Unternehmens.

9: Die letzte Frage: Ist die AI-Technologie ein Fluch oder ein

Segen in der Welt der Technologie?

Das sehe ich eher agnostisch. Künstliche Intelligenz ist weder

gut, noch böse.

Sie lässt sich zu positiven Zwecken einsetzen, zum Beispiel bei

der Erkennung von Schadprogrammen oder der Verbesserung

von medizinischen Behandlungen.

Sie kann aber auch missbraucht werden, sodass Menschen erhebliche

Nachteile haben.

Also ist sie vielleicht Fluch und Segen zugleich. Beispielsweise

ist ein Hammer ein nützliches Werkzeug, dieses kann leider

auch dazu genutzt werden, um jemanden zu verletzen.

Schwierig ist das Abwägen zwischen Datenschutz und Künstlicher

Intelligenz, denn KI braucht die Daten, mit denen sie gefüttert

wird, um ihren Zweck zu erfüllen.

Anders kann der Algorithmus nicht dazulernen. Auf der anderen

Seite kann Künstliche Intelligenz auch helfen, Datenpannen zu

erkennen und diese somit zu beheben.

48


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49


Digitalisierung

So fordert der digitale Wandel Organisation

und Kundenbindung

Wer über digitale Kanäle verkauft, der muss auch liefern können. Und damit

meine ich nicht per se den Versand der Waren an die Kunden, sondern getreu

dem Sprichwort «liefere nöd lafere» wie Unternehmen die PS auf den Boden

bringen und die Anforderungen an die Organisation meistern. Doch wie gelingt

es, von den Transformations-Dynamiken, die der Wandel im Handel bietet,

zu profitieren? Eine Transformation von aussen nach innen ist dazu unabdingbar.

Nur so können neue Erlösströme und Kundenbindung generiert werden.

Landauf und landab steht «Digitale Transformation» zuoberst

auf der Agenda und es wird «digitalisiert», was das Zeug hält.

Doch oft wird «Digitalisierung» mit «Elektrifizierung» missverstanden:

Bestehende Prozesse werden elektronisch abgebildet

und nicht ausnahmslos hinterfragt, vereinfacht, neu gedacht,

konsolidiert oder eliminiert.

Oder um einmal mehr Thorsten Dirks’ Bonmot zu bemühen:

«Wenn sie einen Scheissprozess digitalisieren, dann haben sie

einen scheiss digitalen Prozess.»

Der ehemalige CEO von Telefónica Deutschland hat es damit

exakt auf den Punkt gebracht: Ein Prozess wird nicht besser,

nur weil er elektrifiziert wurde. Mit dieser Denkweise entstehen

weder neue Geschäftsmodelle noch können bestehende adaptiert

oder skaliert werden noch finden sich damit Wege aus der

Transformationsfalle.

50

Wie neue digitale Services, Produkte und Erlösströme entwickelt

werden können, darüber wurde schon oft geschrieben.

Was häufig vernachlässigt wird ist jedoch, dass die Organisationen

selbst grosse Mühe haben, mit der Entwicklung Schritt zu

halten.

Neue Führungs- und Organisationsmodelle

Die Herausforderung liegt in der Gestaltung von neuen Führungs-

und Organisationsmodellen. Denn wenn der interne

Wandel innerhalb der Unternehmen nicht mindestens gleich

schnell getaktet ist wie nach aussen, dann ist Scheitern vorprogrammiert.

Das herausragendste digitale Angebot, die optimierteste

Customer Journey, die ausgefeilteste Customer

Experience nützen nichts, wenn die Ausführung fehlschlägt.

Und warum schlägt sie so oft fehl? Weil die Organisation nicht

Schritt halten kann, weil die Menschen darin überfordert sind,

die neuen Skills entweder nicht verfügbar sind oder sich noch


nicht etablieren konnten und es in der Regel ganz oft an Führung

und Kultur mangelt.

Ein Beispiel gefällig? Kein Omni-Channel-Händler wird Erfolg

haben, wenn es ihm nicht gelingt, die Silos intern einzureissen.

Silos in Form von Zuständigkeiten, Silos in Form von Messgrössen

und Führungsinstrumenten, Silos in Form von Organisationseinheiten.

Ein Kunde wird immer innert Sekunden spüren,

ob der Händler auch intern digital transformiert ist und seine

Kultur anpasst oder es bloss ein Lippenbekenntnis ist.

Will er als Händler den Kunden optimal bedienen («wir haben

den Artikel in Blau nicht hier, dürfen wir ihn für Sie online bestellen

und Sie haben ihn morgen zu Hause?») oder muss er weiterhin

seine kanalspezifischen Umsatzziele erreichen («wir haben

den Artikel in Blau nicht hier. Doch Rot steht Ihnen doch auch

gut und den hätte ich gleich da.»)?

Oft handelt ein Filialleiter seinen auferlegten Zielen zuwider,

wenn er Umsatz in einen anderen Kanal abgibt. Und dem wird

auch so bleiben, wenn sich ein Unternehmen nicht auch intern

fundamental wandelt, Umsätze nicht mehr nach Vertriebskanälen,

sondern beispielsweise nach Kundengruppen misst, Filialleiter

am Online-Umsatz beteiligt und vice-versa und gesamthaft

die Ziele am Unternehmens-EBIT festmacht.

Digitalisierung nach aussen und innen

Entscheidend für einen erfolgreichen Transformations-Prozess

nach aussen und für manche Branche gleichbedeutend mit dem

schlichten Überleben ist der Wandel nach innen im Rahmen

des Change-Managements und des Digital Leaderships. Unabdingbar

für eine nachhaltige Umsetzung der Strategie sind die

kulturellen Veränderungen, welche die Organisation inklusive

Systeme fit für das digitale Zeitalter machen.

Digitalisierung

erfolgreiche Transformationsprozesse. Konnten der Kulturwandel

wie auch neue Führungs- und Organisationsmodelle

nachhaltig etabliert werden, gelingt auch die Entwicklung neuer

Services und Erschliessung neuer Erlösströme.

Denn viele Branchen werden gezwungen sein, sich vom Gedanken

zu verabschieden, dass sie vom reinen Verkauf ihrer

Produkte genügend Deckungsbeiträge erzielen können. Gleichzeitig

stellen reine Verkaufsorganisationen keinen Differenzierungsfaktor

mehr dar.

Kundenbindung und neue Erlösströme

Kunden werden noch illoyaler, als sie es ohnehin schon sind. Ein

möglicher und erfolgsversprechender Weg ist die Generierung

von Lock-In-Effekten und gleichzeitiger Fokus auf Prozesskosten-Optimierung.

Im Maturity-Modell auf Seite 14 lassen sich die Stufen der Evolution

am Beispiel B2B exemplarisch zeigen.

Während sich viele B2B-Unternehmen mit einem Onlineshop

begnügen und sich damit schon am Ende der digitalen Transformation

wähnen, lassen sie ungeahnte Potenziale unerschlossen.

Insbesondere trägt der B2B-Onlineshop allein noch sehr wenig

zu möglichen Lock-In Effekten oder Loyalitätsvorteilen bei,

noch unterstützt er die Prozesskosten-Optimierung seitens des

Kunden und vergibt damit nicht nur eine wichtige Vorteilskommunikation.

Denn eine ganzheitliche Transformation des Unternehmens findet

strategisch aus zwei Perspektiven statt: Neben der Inside-

Out-Implementation und der Digital Market Transformation ist

eine nachhaltige Veränderung und konsequente Hinterfragung

bestehender Organisationen, Prozesse und Systeme unerlässlich.

Der Markterfolg wird sich kaum manifestieren, wenn nicht

gleichzeitig eine Outside-In-Implementation angegangen wird,

was beispielsweise mit dem Digital-Culture-Model erreicht werden

kann, das sämtliche für eine erfolgreiche Transformation

unabdingbaren Fragestellungen und Lösungskomponenten beinhaltet.

Wie ist das Unternehmen intern organisiert und strukturiert,

wie geht man mit Innovation und Collaboration um, welche

Technologien werden eingesetzt, was ist mit den immensen Datenbeständen

und wie werden diese genutzt? Welches Knowhow

ist verfügbar, steht es allen zur Verfügung, wie wird es geteilt,

vertieft, welche Skills bringen die Mitarbeitenden mit und

wie bringen sie das Unternehmen weiter?

Mitarbeitende und ihre Stärken, Motivationen aber auch Vertrauen

und Freiheiten sind so elementar und zentral wie kaum

je zuvor. Wie gegen aussen – wo der Kunde im absoluten Fokus

steht – steht auch innen der Mensch – die Mitarbeitenden – im

Zentrum.

Nur wer es schafft, diese beiden Perspektiven der Transformation

zu synchronisieren, der nähert sich der perfekten Customer-

Experience an.

Der interne Wandel ist Nährboden und Grundlage für weitere

51


Digitalisierung

Lock-In/Loyalität und Prozesskosten-Optimierung

Je durchdringender die Lock-In-Effekte und je einschneidender

die Prozesskosten-Optimierungen, je näher rücken Anbieter

und Nachfrager zusammen, sowohl technisch wie auch prozessual,

organisatorisch oder gar räumlich.

Wenn wir im B2B-Bereich von digitalen Vertriebsmodellen oder

Umsatzzahlen sprechen, gilt es jeweils zu differenzieren, welche

Erlöse über Online-/Mobile-Shops, Apps, Devices oder auch

Online-Marktplätze und Beschaffungsplattformen erzielt werden

und welche durch E-Procurement-Lösungen durch System-

Integrationen.

So lohnen sich Systemintegrationen nach unseren Erfahrungen

gerade für A-Kunden schnell, da spürbare Prozesskosten-Optimierungen

erzielt werden können, auf beiden Seiten. Stillschweigend

steigt natürlich auch der Lock-In bei einer entsprechenden

IT-Anbindung. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter

ist mit grösserem Aufwand verbunden und will mehr als einmal

überlegt sein.

Beratungsservices mit Branchen- und Sortiments-Know-how

sind für viele Hersteller und Händler eines ihrer wichtigsten Assets.

Oft hat sie dies auch gross gemacht und legitimiert sie für

ihre Position, die sie heute innehaben. Doch auch diese Position

ist im digitalen Zeitalter gefährdet, wenn es nicht gelingt, diese

Beratungsservices unterschiedlichster Natur zu transformieren

und mit den digitalen Services optimal und effizient zu integrieren.

Kunden mit Services langfristig binden

Bei den Nutzungsservices geht es darum, Zugang und Nutzung

der Produkte auf einen neuen Level zu heben. Neue Erlös- oder

Geschäftsmodelle gehören hier dazu, die das bestehende Geschäftsmodell

ergänzen oder gar konkurrenzieren mögen.

abgerechnet wird, quasi ein Selecta-Automat für Elektrotechnik,

Sanitärbedarf, Bewehrungen und mehr.

Die nächste Stufe sowohl bzgl. Lock-In wie auch Prozesskosten-

Optimierung kann mit Logistikservices erklommen werden. Darunter

haben wir Ausprägungen, wie die Bewirtschaftung der

Vorräte, Lager und Magazine vor Ort beim Kunden, ebenso zusammengefasst

wie hochgradig individualisierte Versand- und

Zustelllogistik-Konzepte bis hin zur Unterstützung von BIM-

Prozessen in der Bauwirtschaft.

Bei Plattform-Services unterscheiden wir zwischen der passiven

und der aktiven Strategie, die unterschiedliche Auswirkungen

auf den Lock-In und Kosten haben kann.

Die aktive Plattformstrategie ist bzgl. der Evolution und des

Impacts auf Lock-In und Prozesskosten-Optimierung die interessantere

Variante, wenn auch aufwendig, wenn man selbst zur

Plattform wird, ob branchen-, themen- oder kompetenzspezifisch.

Vom reinen Produktverkauf wird in Zukunft kaum noch ein

Unternehmen leben können. Höchste Zeit also, sich Gedanken

darüber zu machen, wie man neue Erlösströme erzielen kann

und die Kunden näher an sich bindet. Grundlage dazu ist jedoch,

dass man als Unternehmen dazu bereit und befähigt ist. Und

dazu ist eine Transformation nach innen dringend nötig mit

griffigem Change-Management, das vor Kultur, Führungs- und

Organisations-Modellen keinen Halt macht. Ansonsten könnte

es schwierig werden für viele Hersteller, Marken und Händler.

Der Autor

Thomas Lang ist Geschäftsführer und Inhaber der Carpathia AG,

Denkbar und in der Praxis immer wieder anzutreffen sind Mietstatt

Kaufkonzepte, Selfservice-Lager mit Verbrauchsmaterial

vor Ort, z. B. auf Baustellen, wo automatisiert nach Verbrauch

52


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53


Digitalisierung

KI in der Cybersicherheit – aber

auch ein neues Hacker-Tool

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe

relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz

(KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte

deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise.

Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken

nicht mehr viel gemein.

54


Digitalisierung

Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die

nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert,

wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad

Guys, gerät?

Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim

Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe

Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik

über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision.

Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für

Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in

der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit

weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch

das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim

Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf

verlassen bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte

Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken. Der

Schutz beruht allerdings darauf, dass es bereits einen Virenausbruch

gegeben hat. Sicherheitsexperten haben die schädlichen

Dateien isoliert und eindeutige Signaturen identifiziert. Die werden

anderen Systemen zur Verfügung gestellt um sie gegen die

betreffende Bedrohung zu immunisieren. Das Prinzip regelbasierter

Systeme funktioniert ganz ähnlich: Die Regelerstellung

basiert auf den bereits gemachten Erfahrungen mit potenziell

böswilligen Aktivitäten. Oder man sperrt die Systeme ganz, um

auf der sicheren Seite zu sein. Das gemeinsame Problem dieser

Ansätze ist ihre reaktive Natur. Hacker sind sehr kreativ darin

bekannte Regeln zu umgehen. Bevor ein Sicherheitsexperte

eine Datenschutzverletzung entdeckt, ist es oft zu spät.

KI in der Cybersicherheit – ein zweischneidiges Schwert

Herkömmliche Malware ist so konzipiert, dass sie ihre schädlichen

Funktionen auf jedem System oder Gerät ausführt, auf das

sie gelangt. Ein Beispiel sind die NotPetya Ransomware-Ausbrüche,

bei denen in kurzer Zeit Hunderttausende von Computern

infiziert wurden. Diese Methode eignet sich hervorragend,

wenn der Angreifer maximalen Schaden anrichten will. Hat er

hingegen ein ganz bestimmtes Ziel im Auge sind sie weit weniger

effektiv.

Disruptive Technologien wie künstliche Intelligenz sorgen (im

Idealfall dafür), dass unsere Geräte und Anwendungen uns besser

verstehen. Ein iPhoneX beispielsweise verwendet Methoden

der künstlichen Intelligenz um Gesichter automatisch zu erkennen.

Dieses Feature schafft jedoch gleichzeitig ein komplexes

Puzzle, bei dem die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sensible

Daten in falsche Hände geraten. Heutzutage verwenden Hacker

dieselben KI-basierenden Technologien um intelligente Malware

zu entwickeln. Malware, die ein ganz bestimmtes Ziel aus

Millionen von Usern exakt lokalisieren kann.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Mit jedem Jahr werden Angriffe personalisierter, und ihre Erfolgswahrscheinlichkeit

steigt. Hacker haben sogar damit begonnen,

KI zu nutzen, um polymorphe Malware schneller zu

machen. Sie ändert ständig ihren Code und lässt sich nicht mehr

erkennen. Dank fortschrittlicher Taktiken umgehen Hacker

Maßnahmen wie Gesichtserkennung und Spam-Filter, führen

falsche Sprachbefehle aus und umgehen die Anomalienaufdeckung.

Die mithilfe von KI gewonnenen Informationen lassen sich

aber genauso zum Schutz der Infrastruktur verwenden. Was

KI-basierende Cybersicherheit einzigartig macht, ist ihre Anpassungsfähigkeit.

Intelligente Cybersicherheit muss nicht bestimmten

Regeln folgen. Vielmehr beobachtet sie das Auftreten

von Mustern und kann daraus lernen. Außerdem kann man KIbasierende

Funktionen auch direkt in übliche Sicherheitslösungen

integrieren - wie Spam-Filter, Netzwerk-Intrusion- und Betrugserkennung,

Multi-Faktor-Authentifizierung und Incident

Response.

KI hat die Spielregeln innerhalb der Cybersicherheit verändert.

In einigen spezifischen Bereichen ist künstliche Intelligenz besonders

hilfreich:

Maschinelles Lernen - KI und maschinelles Lernen (ML) sind

zwei unterschiedliche Welten. Tatsächlich kann man maschinelles

Lernen als Teilmenge der KI betrachten, die hauptsächlich

genutzt wird um die Intelligenz zu verbessern. Innerhalb

der Cybersicherheit füllt maschinelles Lernen automatisch eine

Kompetenzlücke.

Wird im Netzwerk eine Schadsoftware erkannt wird ein automatischer

Incident Response gesendet. Darüber hinaus sind

bestimmte KI-Bots in der Lage den Zugriff auf Websites vollständig

zu blockieren. KI verbessert die Sicherheit eines Unternehmens

aber auch die von Individuen im Internet.

Datenanalyse - Daten sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen

Cyberumgebung. Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, die

Daten zu identifizieren, die das beste Ergebnis erzielen. Die erhobenen

Informationen erlauben ein umfassenderes Verständnis

einer Cyberbedrohung und damit zur proaktiven Abwehr

von Bedrohungen.

Technische Ansätze und menschliches Denken - Der wirkungsvollste

Sicherheitsansatz kombiniert die Leistungsfähigkeit von

KI mit menschlichen Interventionen. Ein gutes Beispiel dafür ist

maschinelles Lernen. Künstliche Intelligenz hilft dabei, komplexe

automatische Prozesse zum Erkennen von Angriffen und

eine angemessene Reaktion zu analysieren. Die ultimative Herausforderung

besteht jedoch darin, messbare Ergebnisse mit

Methoden zu erzielen, mit denen Angriffe antizipiert und erkannt

sowie später analysiert und verhindert werden können.

Ansätze wie maschinelles Lernen automatisieren einen Großteil

der anfallenden Aufgaben. Sicherheitsexperten können ihre

Aufmerksamkeit auf andere Bereiche konzentrieren und einen

proaktiven und zuverlässigen Cyber-Responseplan auf der Basis

von Daten erstellen.

Ein Blick nach vorn

Cybersicherheit und künstliche Intelligenz werden sich weiterentwickeln.

Das gilt aber auch für die Beharrlichkeit und Innovationskraft

von Hackern. Weitere Ressourcen:

Über die Autorin

Stephanie Donahole arbeitet als Business Analyst bei Tatvasoft.com.au,

einem Unternehmen für Webentwicklung in

Melbourne, Australien. Sie liebt es, über technologische Innovation

und Entwicklungen zu schreiben.

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Digitalisierung

Professionell digitalisieren, entspannter

arbeiten im Homeoffice

Wenn die Corona-Krise etwas Gutes hat, dann, dass sie der Digitalisierung einen

so Großen Schub verliehen hat wie nur wenige Maßnahmen zuvor.

Was vorher die Aussnahme war, wurde quasi über Nacht zum

Normalfall: Unternehmen schicken ihre Mitarbeitenden im Großen

Stil ins Home office. Wir alle haben die damit verbundenen

Herausforderungen kennen gelernt. Ob es nun die fehlende

Infrastruktur (und sei es nur die ungenügende Bandbreite des

Internet-Anschlusses), der Umgang mit ganz neuen Instrumenten

(wer hat vorher schon mal eine Video-Konferenz mit mehr

als zwei bis ...drei Teilnehmenden gemacht) oder auch nur die

unzureichende Umgebung (nicht jeder kann sich in einen eigenen

Raum zurückziehen und dort in Ruhe arbeiten) im Home

Office waren. Wir waren alle eine gewisse Zeit gefordert, bis wir

uns zu Hause so eingerichtet hatten, dass wir unserer Arbeit im

mehr oder weniger gewohnten Rahmen nachgehen konnten.

Saubere Dokumentenablage wichtiger denn je

Das Gros der Unternehmen und die meisten Mitarbeitenden

haben die genannten Herausforderungen mittlerweile gut gemeistert.

Es sind allerdings auch Aspekte zum Vorschein gekommen,

die sich nicht so einfach organisieren lassen. So haben

viele Unternehmen erkannt, dass eine konsistente Daten- und

Dokumentenhaltung wichtiger ist als jemals zuvor. In Zeiten

einer sich rasch virtualisierenden Arbeitswelt ist es essenztiell,

dass nicht nur gemeinsame Lösungen für die Kommunikation

untereinander existieren. Es ist unterlässlich, dass alle von derselben

Version eines Dokuments reden.

Digitalisierung braucht Zeit

Gerade jetzt mussten viele Unternehmen feststellen, dass in

verschiedenen Systemen (Fileserver, lokale Festplatten der

Arbeitsplatz-Rechner, E-Mail-System, usw....) liegende Informationen

und Dokumente nur schwer zur Verfügung gestellt werden

können, wenn sie von heute auf morgen virtuell organisiert

werden müssen. Zu unterschiedlich sind die Zugriffspfade, zu

verschieden die Berechtigungskonzepte und Such-Mechanismen.

Hinzu kommt, dass es in vielen Unternehmen noch ein

Archiv in Papierform gibt. Die dort gehaltenen Informationen

lassen sich in aller Regel nicht auf die Schnelle digitalisieren

und stehen den Mitarbeitendenim Homeoffice somit erst mal

gar nicht zur Verfügung.

Selbst E-Mails –- und je nach dem auch Audio- und sogar Video-

Konferenzen –- sind im Grunde genommen nichts anderes als

Dokumente (also nichts anderes als Rechnungen, Angebote,

Lieferscheine und dergleichen mehr) die es unter Umständen

aufzubewahren gilt. Die Vielfalt bei der Wahl der Anwendungen,

die aus Sicht der Benutzer mitunter durchaus wünschenswert

ist, ist aus Sicht der Information Governance ein Graus: Nicht

nur, aber auch im Blick auf die geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen,

muss jedes Unternehmen für sich festlegen, was

als „Dokument“ gelten soll, wer auf ein Dokument zugreifen

darf und wie lange ein Dokument aufbewahrt werden muss,

sprich, wie lange es vor einer absichtlichen oder unabsichtlichen

Löschung zu schützen ist. Regeln für Compliance und Datenschutz

müssen kontrolliert und auditierbar befolgt werden –-

unabhängig davon, wer wann mit welcher Anwendung die Informationen

bearbeitet. Wir können wohl davon ausgehen, dass

es bei den diesbezüglichen gesetzlichen Rahmenbedingungen

wegen Corona keine Ausnahmen geben wird.

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Hinter dem Schlagwort „Digitalisierung“ verbirgt sich also

offensichtlich mehr, als dass wir überall E-Mails senden und

empfangen können oder Video-Konferenzen anstelle von physischen

Sitzungen abhalten.

Ausweg mit System

Moderne Dokumentenmanagement- Systeme sind der Ausweg

aus diesem Dilemma. Sie sind der Ort an dem alles, was irgendwie

nach „Dokument“ aussieht, abgelegt, verwaltet und gegebenenfalls

auch im Rahmen eines definierten Prozesses durch

das Unternehmen geleitet werden kann. Die Basis hierfür sind

elektronische Dokumente, was nichts anderes bedeutet, als

dass analoge Dokumente gescannt und in digitaler Form archiviert

werden müssen.

Digitalisierte und digitale Dokumente werden zentral gespeichert

und verwaltet. Ob es an dieser Stelle sinnvoll ist, das gesamte

Papierarchiv zu digitalisieren, ist von Unternehmen zu

Unternehmen verschieden und hängt unter anderem auch davon

ab, wie wertvoll die darin gespeicherten Informationen sind

und wie häufig sie benötigt werden.

Dokumentenmanagement- Systeme helfen somit dabei, Papier

aus dem Büro zu verbannen oder zumindest stark zu reduzieren.

Durch die zentrale Speicherung aller Dateien in einem System

reduzieren sich die Suchzeiten enorm. Marktübliche Systeme

nutzen in der Regel (sofern die Dokumente auch durchsuchbar

sind) eine automatische Volltext-Erfassung, sodass die Dokumente

vom System indexiert und durchsucht werden können.

Ein integriertes Versionsmanagement stellt darüber hinaus sicher,

dass jedem Mitarbeitenden immer die aktuellste Version

eines Dokuments präsentiert wird.

Alle Mitarbeitenden können jederzeit schnell und ortsunabhängig

auf die aktuellsten Informationen zugreifen, sie nutzen und

Änderungen vornehmen. Damit alle Mitarbeitenden an die für

Digitalisierung

sie relevanten Informationen gelangent, werden ihnen mittels

entsprechender Gruppen verschiedene Berechtigungen zugeteilt.

So hat die Buchhaltung zum Beispiel Zugang zu allen

Lieferscheinen und Rechnungen, das Personalwesen Zugriff auf

die digitalen Personalakten.

Cloud-Lösungen gehen an dieser Stelle sogar noch einen Schritt

weiter, indem auch Lieferanten und Kunden selektiv und mit genau

spezifizierten Berechtigungen eingebunden werden können,

was Geschäftsprozesse beschleunigt und effizienter

macht.

Erster Schritt zur Digitalisierung

Die Vereinheitlichung bzw. Optimierung des internen Umgangs

mit Dokumenten durch ein Dokumentenmanagement- System

ist gerade für KMU ein sinnvoller erster Schritt auf dem Weg der

Digitalisierung. Dokumenten Management Systeme bringen

bereits bestehende Informationen und Dokumente zusammen

und machen sie sinnvoll und ihm Berechtigungskontext des

Benutzers verfügbar. Natürlich geht nicht alles auf einmal. Es

empfiehlt sich, das Dokumentenmanagement- System nach

und nach in den unterschiedlichen Bereichen zu implementieren.

Als Startpunkt bietet sich zum Beispiel die Buchhaltung

und der Prozess des Rechnungsdurchlaufs an. Wichtig ist es,

immer an das grosse Ganze zu denken und, statt Insellösungen

zu schaffen, auf ein einheitliches, unternehmensweites und

zentrales Dokumentenmanagement hinzuarbeiten.

Zugriff via Smartphone

Wenn das Ganze dann noch web-basiert, Mobile-Device-tauglich

und via Internet von überall her erreichbar ist, steht der

weitgehend virtuellen Organisation eines Unternehmens nichts

mehr im Weg. Dass dies verschiedene Vorteile haben kann, wissen

wir allerdings nicht erst seit Corona.

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BMW Group Switzerland startet

Abo-Modell für Young Used Cars

der Marken BMW und MINI.

Die BMW Group Switzerland ebnet einen neuen und

flexiblen Weg zu individueller Mobilität auf Premium-

Niveau. Mit dem heutigen Tag startet sie ein neuartiges

Abo-Modell für Young Used Cars der Marken BMW und

MINI. Im Rahmen von BMW Abo und MINI Abo erhalten

Kunden die Möglichkeit, online aus einer grossen Vielfalt

an jungen Gebrauchtwagen auszuwählen und ihr

Wunschfahrzeug zu einem festen Tarif für eine mehrmonatige,

von ihnen bestimmte Laufzeit zu mieten. Neben

der reinen Fahrzeugmiete sind bei diesem ersten Hersteller-Abo-Modell

in der Schweiz auch Nebenkosten

wie Service, Versicherung, Steuern und Vignettengebühren

inkludiert. Das innovative All-Inclusive-Angebot

basiert auf einer Kooperation der BMW Group Switzerland

und der teilnehmenden BMW und MINI Partner in

der Schweiz mit der Online-Plattform ViveLaCar.

In dieser Konstellation wurde es möglich, BMW Abo und MINI

Abo mit einer grossen Fahrzeugauswahl, attraktiven Konditionen

und einer komfortablen Abwicklung ins Leben zu rufen.

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„Die Partnerschaft mit ViveLaCar ermöglichte uns, in kürzester

Zeit unser Kundenangebot auszubauen. Das Abomodell ist eine

sinnvolle Ergänzung zwischen Car Sharing sowie dem regulären

Leasing und ermöglicht unseren Kunden noch mehr Flexibilität“,

erklärt Renate Fritz-Reymann, CEO BMW Finanzdienstleistungen

(Schweiz). „Mit dem neuen Abo-Modell erschliessen

wir einen zusätzlichen Vertriebsweg für unsere BMW und MINI

Partner in der Schweiz“, ergänzt Paul de Courtois, President und

CEO der BMW (Schweiz) AG. „Das flexible Angebot und die attraktive

Fahrzeugauswahl bieten ideale Voraussetzungen, um

neue Kunden an die Produkte unserer Marken heranzuführen.“

Das Angebot an Young Used Cars der beiden Premium-Marken,

die zur Vermittlung per Abo zur Verfügung stehen, ist von sofort

an tagesaktuell auf der Website der Plattform unter www.Mini-

Abo.ch oder www.BMW-Abo.ch einsehbar. Bei den Fahrzeugen

handelt es sich um Young Used Cars, deren Erstzulassung zwischen

drei und 24 Monate zurückliegt.

Für Interessenten sind BMW Abo und MINI Abo besonders flexible

und komfortable Möglichkeiten, Premium-Mobilität in Anspruch

zu nehmen. Auf dem jeweiligen Online-Portal werden

Fahrzeuge aus diversen Modellreihen mit unterschiedlichen

Motorisierungen und Ausstattungsumfängen angeboten. Dort


gelangt der Kunde mit wenigen Klicks zu seinem Wunschmodell.

Hat er sich für ein Fahrzeug und die Zahl der monatlich zu

fahrenden Kilometer entschieden, bekommt er die mit seinem

individuellen Angebot verbundene monatliche Abo-Gebühr angezeigt.

Dadurch ist eine maximale Kostentransparenz gewährleistet.

Alle Aufwendungen für die Zulassung des Fahrzeugs, Versicherung,

Steuern und Vignette sind in dem aufgeführten Abo-Tarif

bereits enthalten. Auch die damit verbundenen Formalitäten

werden vom Betreiber der Vermittlungsplattform übernommen.

Folglich muss der Kunde zusätzlich zum monatlichen

Abo-Tarif lediglich für die Kraftstoffkosten und Parkgebühren

aufkommen, um MINI typisches Gokart-Feeling oder die charakteristische

Fahrfreude in einem Modell der Marke BMW zu

geniessen.

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:

BMW Group Switzerland

Sandro Kälin, Corporate Communications

Email: sandro.kaelin@bmw.ch

Tel.: +41 58 269 10 92

Media-Website: www.press.bmwgroup.com

Nach einer Registrierung auf dem Portal von BMW Abo und

MINI Abo kann der Kunde den gesamten Buchungsprozess online

abwickeln. Wenige Tage später wird ihm das ausgewählte

Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Die Fahrzeugübergabe erfolgt

beim BMW beziehungsweise MINI Partner, der das Young Used

Car in den Vermittlungspool eingestellt hat, unter Einhaltung

der vom Bundesamt für Gesundheit anlässlich der Corona-Pandemie

herausgegebenen Hygiene- und Verhaltensvorschriften.

Dort wird der BMW oder MINI nach Ablauf der Abo-Laufzeit

auch wieder zurückgegeben. Über die Dauer des Abonnements

kann der Kunde dabei frei bestimmen. Festgelegt ist allein eine

Kündigungsfrist von drei Monaten.

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Mobilität

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Mobilität

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Mobilität

BMW X1 & X2 xDrive25e

(wohl ab Frühjahr oder Sommer 2020)

VON DIETER MERTEL

Auch ein BMW X1 oder X2 mit Plug-in-Antrieb ist angekündigt. Der Antrieb X2 xDrive25e

ist der gleiche wie beim entsprechenden X1, das heißt, das Auto hat 220 PS Systemleistung

und eine elektrische Hinterachse. Auch die elektrische Reichweite nach

NEFZ (57 Kilometer) ist die gleiche.

Noch nicht bekannt sind Kofferraumvolumen und Preis. Aufgrund vergleichender Betrachtungen

gehen wir davon aus, dass der Wagen CHF 51260.00 kosten wird. Das genaue

Marktstartdatum ist noch unbekannt; die Corona-Krise dürfte die Sache derzeit

eher verlangsamen.

• Basispreis: noch nicht bekannt

• Motoren: Benziner mit 125 PS, E-Motor mit 70 kW (95 PS)

• Systemleistung: 220 PS (temporär 231 PS)

• Elektrische Reichweite: 57 km NEFZ

• Marktstart: noch nicht bekannt

• Stand: 4. Mai 2020

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Mobilität

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Mobilität

VW Touareg R (ab Sommer 2020)

VON DIETER MERTEL

Der Touareg R ist das erste R-Modell von VW mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Dieser kombiniert einen

340 PS starken V6 mit einem 136 PS starken Elektromotor, der ins Getriebe eingebaut ist. So ergibt

sich eine Systemleistung von 462 PS, die an alle vier Räder abgegeben wird. Wem die Daten bekannt

vorkommen, täuscht sich nicht: Der Antrieb ist der gleiche wie im Porsche Cayenne E-Hybrid.

Der 14-kWh-Akku im Heckbereich ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von 48 Kilometer.

Marktstart ist in der zweiten Jahreshälfte, die Preise sind noch nicht bekannt. Sie dürften deutlich

über den rund 62.000 Euro liegen, die der Touareg V6 ohne Elektro-Krimskrams kostet, aber auch

deutlich unter den knapp 92.000 Euro, die Porsche für seinen Cayenne E-Hybrid verlangt.

• Basispreis: Noch nicht bekannt

• Motoren: V6-Benziner mit 340 PS, E-Motor mit 100 kW (136 PS)

• Systemleistung: 462 PS

• Reichweite: 48 km

• Stand: 1. April 2020

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Mobilität

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Impressum

Impressum

Herausgeber:

Vessa GmbH

Stadtion 122

4252 Bärschwil

Verlagsleitung:

Christoph Borer

c.borer@vessa-media.ch

Redaktion:

Gabriela Sokoli

Dieter Mertel

Verkauf:

Christoph Borer

Wiliam Müller

Grafik und Satz:

Belfiore Working Group

Bilderquellen:

Adobe Stock

ESET Deutschland GmbH

GO Security

G Data

Integrated Communikations

Sophos

Watchguard

Baramundi

Inter Generika

Eset

Swiss 21.org

Bmw Schweiz

Land Rower Schweiz

VW Group

Arval

Wir Bank

Cross Works

Credit Suisse

ETH Zürich

Bernhard Bauhofer

Druckerei:

Saxoprint

www.saxoprint.ch

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Daten weg.

Desktop sperren rettet

Unternehmen.

gdata.ch/awareness-training


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