#wandervorfreude – Sommer 2020

outdoorwelten

Ein eMagazin des

#wandervorfreude

eine Deutschlandreise

Sommer 2020


1 Österreichs Schönste Wanderwege Special 2018

Österreich

BeNeLux

Italien

Schweiz

Herbst 2018

5,50 EUR

5,90 EUR

6,50 EUR

8,60 CHF

Österreich

BeNeLux

Italien

Schweiz

Herbst 2019

5,50 EUR

5,90 EUR

6,50 EUR

8,60 CHF

u1_OW_Sommer_2020.indd 1 21.04.20 14:17

Schnupper-

oder

Prämien-Abo

EXTRA

DAS ORIGINAL Seit 1984

Die Schönsten Radwege 2020 68 Seiten, 48 Tourentipps

in Deutschland, Österreich und Belgien

Nr. 206

6,90 EUR

wandern genuss natur erleben

Sommer 2020 5,90 €

Öste reich 7,70 EUR

BeNeLux 8,10 EUR

Nr. 200 / 4,90 EUR

Italien 9,20 EUR

Schweiz 12,10 CHF

Österreich 6,70 €

Schweiz 9,50 sfr

BeNeLux 6,90 €

Italien 7,90 €

www.wandermagazin.de

Reinhold

Messner

EXKLUSIVE

INTERVIEW-

WANDERUNG

45

DER ERINNERUNG

Schweiz

REGION

FRIBOURG

Einfach Natur erleben

Entdeckungstour

im Harz

Exotische Schönheit

LA RÉUNION

SPANNENDE

FAMILIENTOUREN

Die Magie

Der Selketal-Stieg

SCHWÄBISCHE ALB

6 Weitwanderwege im Ländle

wandern genuss natur erleben

Der Wald

WANDERERS LIEBLING

Norwegen

KURZ MAL RAUS

HAMBURG

Ein Wintermärchen

Genieße die grünen

Oasen

Fernskiwandern

100 km von Schonach

zum Belchen

Wilde Berge

STEINERNES MEER

Winterfit

NEU

In Nachbars Garten

Wandern zwischen Allgäu und Tirol

Power trotz Kälte:

die besten Tipps

• WANDERWESTEN im Praxistest

• TIPPS GEGEN DIE PLASTIKFLUT

John Muir | Extremsport Speedriding | Kaufberatung

Winter 2019/2020 5,90 €

Interview mit

Tim Leatherman

Hoyer in Japan

Naturphilosophie, Shintoismus

und Waldbaden

Der Sonnenschein

eines Wintertages

Öste reich 6,70 €

Schweiz 9,50 sfr

BeNeLux 6,90 €

Italien 7,90 €

200.

AUSGABE

JUBILÄUMSAUSGABE

196 SEITEN FEIERN

DAS WANDERN!

www.wandermagazin.de

Extra:

Thüringens

schönste

Fernradwege

13 Routen

auf 36 Seiten

Grenzenlose Wanderfreude auf 36 Seiten

EXTRA

Franken

Europas Schönste Wanderwege 2019 22 Tourentipps in 12 Ländern

Thüringens

Tipps und Touren

16 Seiten

Naturlandschaften

für Naturgenießer

Nr. 204 / 4,90 EUR

WANDERPERLEN:

KÖNIGSDISZIPLIN

Best of Wandern

Saarschleifenland:

Weitwandern

ZU DEN QUELLEN

DES GESCHMACKS

Wiederentdeckung einer

16 Seiten

(MIT 10 TOURENTIPPS)

Leidenschaft

DAS RUHRGEBIET:

wandern genuss natur erleben

ROUTE DER

EXTRA

KULT(O)UR

in Mecklenburg-Vorpommern

INDUSTRIEKULTUR Europas Schönste

Wanderwege 2019

EUROPAS SCHÖNSTE

WANDERWEGE:

Azoren, Madeira, Teneriffa,

Italien, Luxemburg

Praxistest

TAGESRUCKSÄCKE

www.wandermagazin.de

36 Seiten • 22 Touren

NEU ENTDECKT:

RUND UM FRANKFURT:

in 12 Ländern

Wandern in Serbien,

Die wanderbare

Tschechien &

Umgebung

Montenegro

der Mainmetropole

Ausrüstung

SYNTHETISCHER KÄLTESCHUTZ

Herbstliche

Harmonie

VON DER OSTSEE

BIS NACH BAYERN

SOZIALSTANDARDS

in der Outdoorbranche

Der schwerste

Trail der Welt

Snowman-Trek

in Bhutan

260

Kilometer durchs Paradies

Genussradeln

im Südburgenland

Interview

BergDenken: Helga Peskoller

Fluss des Lebens

Bushcraft, Teil 1 | Streuobstwiesen | Kaufberatung

DIE SCHÖNSTEN

48

RADWEGE

MIT KARTEN UND

ÜBERSICHTSKARTEN

WWW.RAD-WANDERN.DE

WWW.DIE-SCHÖNSTEN-RADWEGE.DE

RADWEGE

VON DER OSTSEE

BIS NACH TIROL

VON OSTBELGIEN

BIS INS ERZGEBIRGE

UMSTEIGEN

leicht gemacht:

Sicher & bequem Radfahren

SPECIAL 2020

TOURENKARTEN

HÖHENPROFILE

SEHENSWÜRDIGKEITEN

DAS RICHTIGE RAD FÜR

STRASSE UND GELÄNDE:

Welcher Radtyp passt zu mir?

NEU:

ÖSTERREICHS SCHÖNSTE

WANDERREGIONEN 2019

DIE WAHL

Die Schönsten Radwege

+

Beispiel Sonderhefte

Deutschlands Schönste

Wanderwege 2020

90 Tourentipps

+ 7 Übersichtskarten mit

weiteren 114 Wegen

www.die-schoensten-wanderwege.de

www.die-schoensten-wanderwege.de

12 Regionen & Wanderwege,

die begeistern:

Vom Burgenland bis Tirol

Alle Tourentipps mit Karte, Höhenprofil und Highlights

Ein Special von

2 x WANDERMAGAZIN

jede Menge Tourentipps

in Deutschland und international

+

Österreichs

Schönste

Wanderwege

2019

Tagestouren • Mehrtageswanderungen • Fernwanderwege

1 x OUTDOORWELTEN

Der Guide für aktive Naturgenießer

nur 12, EURO

Ein Special der Zeitschrift

Deutschlands

Schönster

Wanderweg

Sparen Sie sofort 5,70 Euro

30 Jahre Mauerfall

BERLINER MAUERWEG

GRÜNES BAND IN SACHSEN-ANHALT

Auf Humboldts Spuren

WANDERTIPPS IN DER ALTEN UND NEUEN WELT

SMARTER WANDERN

PFIFFIG, CLEVER, NACHHALTIG

BEST OF WANDERN

DIE BESTEN EVENTS FÜR WANDERER

Die Rhön

OFFEN, WILD, GELASSEN

• PILGER- UND KLOSTERWEGE

• LITERATUR ALS WANDERANLASS

Neues Großformat: 24,4 x 34 cm

4 x WANDERMAGAZIN

jede Menge Tourentipps

in Deutschland und international

+

2 x OUTDOORWELTEN

Der Guide für aktive Naturgenießer

+

SONDERHEFTE

wie Deutschlands Schönste Wanderwege,

Die Schönsten Radwege, Österreichs Schönste

Wanderwege, uvm.

+

1 x WUNSCHPRÄMIE

Praktische Gadgets für Wanderer

IHR

JAHRESABO

FÜR NUR

28,40 EURO

www.wandermagazin.de/abo


#wandervorfreude

eine Deutschlandreise

Mitte März wurde uns schlagartig klar, dass wir zu einer

großen Liebe unseres Lebens, dem Wandern, wohl auf unbestimmte

Zeit auf Distanz gehen müssen. Zwei Wochen,

vier Wochen, sechs Wochen kleine Touren in kurzer Distanz

zum Wohnort, klar, die waren möglich, aber mit der

großen Freiheit, zum nächsten größeren Wandervorhaben

zu reisen, war erstmal Schluss.

Was uns jetzt erfreut, sind die Gedankenreisen, das Pläne

schmieden und nicht zuletzt die Erinnerungen an besondere

Wandererlebnisse, deren Wert nun besonders deutlich

wird. Deshalb möchten wir Sie mitnehmen auf eine

Reise der Inspiration durch die deutschen Wanderlandschaften

und -regionen, zu den großen und kleinen Wanderwegen,

in die Ursprünglichkeit der Natur.

Viel Spaß mit #wandervorfreude eine Deutschlandreise

wünschen Ihnen zusammen mit dem gesamten Team

vom Wandermagazin

Thorsten Hoyer

Wandermagazin-

Chefredakteur

Michael Sänger

Wandermagazin-

Herausgeber

Jarle Sänger

freier Autor, u.a. der

Wandermagazin-Serie

„Deutschland zu Fuß

entdecken“

Impressum

#wandervorfreude eine Deutschlandreise

Ein eMagazin der Zeitschrift Wandermagazin der OutdoorWelten GmbH

Layout: Stanislav Zilkowski, Anna Sitova

Chefredakteur Wandermagazin: Thorsten Hoyer

Redaktion: Andrea Engel, Annabelle Gummersbach

Autoren: Annabelle Gummersbach (ag), Thorsten Hoyer, Jarle Sänger (js),

Michael Sänger sowie das Wandermagazin-Team (s. S. 6-9)

Anzeigen, Mediaberatung: Janina Seiler, Monika Mittendorf

Titelbild und letzte Seite: Im Thüringer Wald © Dominik Ketz

Editorial

Verlags- u. Redaktionsanschrift: OutdoorWelten GmbH

Theaterstraße 22, 53111 Bonn, Tel. 0228/28 62 94-80

Fax 0228/28 62 94-99, post@wandermagazin.de, www.wandermagazin.de

HRB 23232 Amtsgericht Bonn, Steuernummer 205/5733/1642

USt-IdNr. DE314842611

Geschäftsführer: Ralph Wuttke

© OutdoorWelten GmbH, Bonn 2020

Verbreitung auch auszugsweise nur mit Quellenangabe statthaft. Keine

Ansprüche im Falle höherer Gewalt. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus

der Verbreitung oder Erstellung ist für beide Teile Bonn.

Haftungsausschluss: Für Änderungen in Wegeverläufen, in der Markierungsund

Wegweisungsystematik, von Öffnungszeiten und Telefonnummern etc.

nach Redaktionsschluss können wir keine Haftung übernehmen. Liegt die Veröffentlichung

länger als 12 Monate zurück, bitte immer auch die zuständige

Auskunftsstelle nach zwischenzeitlichen Änderungen kontaktieren. Die Benutzung

von Tourentipps geschieht stets auf eigenes Risiko. Soweit gesetzlich zulässig,

übernehmen wir keine Haftung für etwaige Unfälle und Schäden.

INHALTSVERZEICHNIS

2-3 Inhalt, Editorial, Impressum

6-9 Das Wandermagazin-Team spürt

#wandervorfreude

12-17 Der Norden und Nordwesten:

Michael Sänger spürt

#wandervorfreude

18-21 Bergedorf: Hamburgs

grüner Garten

22-23 Teutoburger Wald: Das Reich des

Fürsten

24-25 Sauerland: Energietankstelle

für die Sinne mit Video

26-27 Siegen-Wittgenstein: Raus aus dem

Rummel, rein in die Ruhe

28-31 Der Osten und die Mitte: Thorsten

Hoyer spürt #wandervorfreude

32-39 Sachsen-Anhalt: Echt schön

40-41 Erzgebirge: Das Erbe von Mensch

und Natur

42-43 Rhön: Kilometerweite Stille

44-49 Der Süden und Südwesten: Jarle

Sänger spürt #wandervorfreude

50-51 Westerwald: Wandertraum

in allen Farben

52-59 Wanderlust im Saarschleifenland

mit Video

60-61 St. Wendeler Land: Am Hausberg

des Saarlandes

62-63 Saarbrücken: Abhängen im Urwald

64-65 Die Pfalz: Wandern à la Pfalz

mit Video

66-67 Kaiserstuhl: Platz an der Sonne

68-69 Zollernalbkreis: Wanderparadies

Hechingen

70-71 Metzingen: Zwei Gesichter einer

Stadt mit Video

72-73 Liebliches Taubertal:

Durch deutsche Geschichte

74-75 Rothenburg o.d. Tauber:

Das Fränkische Jerusalem

76-77 Frankenwald: Draußen.

Im Wanderwald.

78-79 Oberpfälzer Wald:

Oberpfälzer Wanderglück

80-81 Passauer Land:

Im Reich der Donau

#wandervorfreude 3


Shop.

Magazin.

Erlebnis.

Mehr Bergzeit.

bergzeit.de

Bergzeit Outdoor: Am Eisweiher 2, 83703 Gmund

Bergzeit Alpin: Tölzer Straße 131, 83607 Holzkirchen


Das Wandermagazin-Team

spürt

#wandervorfreude

Auf geht’s zur #wandervorfreude Deutschlandreise!

Erste Haltestellen: die Traumziele der

Kollegen vom Wandermagazin. Vielleicht sind da auch

gleich schon ein paar Inspirationen für Sie dabei. Auf

den darauf folgenden Seiten sollte indes jeder das

eine oder andere Fleckchen Landschaft finden, von

dem er oder sie denkt: das ist doch eine Wanderreise

wert. Da will ich hin!

Fotos © privat, wenn nichts

anderes angegeben.

Ricarda Große, Redaktion

Am liebsten bin ich auf langen und

einsamen Wegen unterwegs. Pfade,

die sich durch den Wald schlängeln

und mich über Anhöhen führen oder

am Wasser vorbei, finde ich besonders

reizvoll. Dabei bin ich kein Freund

von steilen Anstiegen, doch für eine

belohnende Aussicht bezwinge ich

gerne den inneren Schweinehund.

Danach ist die Freude meist umso

größer.

Annabelle Gummersbach, Redaktion

Von der Region Köln/Bonn ist das Ahrtal gar

nicht so weit entfernt umso mehr freue ich

mich über diese kleinen Wander-Alltagsfluchten.

Ich mag es sehr, der Ahr auf versteckten Pfaden

durch Wald und Tal zu folgen und die Region

auch fernab der bekannten Wanderwege zu

entdecken.

6 www.wandermagazin.de


Anna Sitova, Grafik

Im Bonner Kottenforst gibt es viel zu

entdecken, Wildgehege, Grün und Wasser.

Genau das richtige für mich und meinen

Hund Ernie, um sich eine Auszeit vom

Stadtleben zu gönnen. Auch immer

wieder ein Highlight: Wandern durch das

Weingebiet im Ahrtal und anschließend den

Tag mit einem leckeren Wein ausklingen

lassen.

Janina Seiler, Mediaberatung

Ich mag vor allem einsame Wege, auf

denen man Weitblicke vom feinsten

genießen kann oder auch verschlungene

Waldpfade. Den Rheinburgenweg

direkt vor der Haustür zu haben, war

in den letzten Wochen ganz praktisch

und auch die Nähe zur Eifel oder

meiner alten Heimat dem Westerwald.

Allerdings freue ich mich auch sehr,

wieder „entferntere“ Ziele in Angriff

zu nehmen, wie die Rhön oder das

Elbsandsteingebirge. Deutschland hat

so viele schöne Ecken, die sich lohnen

entdeckt zu werden.

Svenja Walter, Redaktion

In den vergangenen Wochen habe ich

gestaunt über die wunderschönen kleinen

Pfade vor meiner eigenen Haustür. Aber

jetzt freue ich mich jeden Tag darauf, endlich

mal wieder Strecke zu machen, mehrere

Tage unterwegs zu sein, zu Fuß von

A nach B und mit allem, was ich brauche im

Rucksack, so wie auf dem Rennsteig.

Ute Warisch, Backoffice

Voller Vorfreude warte ich auf

den Moment, wenn ich wieder im

Osnabrücker Land wandern und

schöne Felder von Wollgras im Moor

entdecken kann.

#wandervorfreude 7


Jarle Sänger, Freier Autor

Jarle ist Buchautor (u.a. 111 Gründe,

wandern zu gehen und Stock & Stein

Das Buch vom Wandern) und schreibt

für das Wandermagazin, z. B. die Serie

„Deutschland zu Fuß entdecken“. Er

hat verlockende Wandertipps für den

Süden und Südwesten Deutschlands

im Gepäck und stellt sie auf den Seiten

44-49 vor.

© Jarle Sänger

Thorsten Hoyer,

Chefredakteur Wandermagazin

zeigt seine #wandervorfreude auf den Seiten

28-31 und fokussiert dabei Deutschlands Osten

und die Mitte

© Thorsten Hoyer

Anna Sitova und Ernie

Andrea Engel, Redaktion

Mit Mann und Mops ist es am schönsten ich

freue mich darauf, die noch ausstehenden

Etappen auf dem Heidschnuckenweg zu laufen.

Die Heide, die Einsamkeit, manchmal sogar Kunst

am Weg und immer die Freude auf die nächste

gemütliche Unterkunft mit leckerem Essen. So

soll das Leben sein!

8 www.wandermagazin.de


Michael Sänger,

Herausgeber Wandermagazin

... nimmt uns mit in Deutschlands Norden und

Nordwesten und zwar auf den Seiten 12-17.

© Wandermagazin, N. Glatter

Monika Mittendorf, Mediaberatung

Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten

abwechslungsreichen Strecken und die

besonderen Überraschungen am Wegesrand.

Glücklich machen mich dabei riesige alte

Bäume und diese tollen ergonomisch geformten

Waldsofas, die nach einem Anstieg zum Chillen

und Abhängen einladen. Baumbaden schon mal

ausprobiert?

Svenja Walter

#wandervorfreude 9


Freiheit

neu erleben.

04.-06.09.2020

Mehr denn je spüren wir die Sehnsucht nach grenzenlosen

Abenteuern und einmaligen Naturerlebnissen. Auf der TourNatur

finden Outdoor-Aktive auch in diesem Jahr traumhafte Reiseziele,

passendes Equipment und individuelle Beratung von Experten.

Beginnen Sie Ihre nächste Reise mit der TourNatur 2020.

tournatur.com


Der Norden und Nordwesten

Michael Sänger spürt

#wandervorfreude

Deutschland zu Fuß

entdecken. Aber wohin soll ’s

gehen? Einfach raus erst in

Gedanken, aber in Kürze ganz

real. Ich freu’ mich drauf. Sie

auch? Vielleicht auf meinen

erinnerten Spuren, durch

wunderschöne Ecken erlebtes

Deutschland im Norden und

Nordwesten. Schnüren Sie

schon mal die Schuhe …

4 x #wandervorfreude:

Schleswig-Holstein

#1 Fehmarnsgarn? Dieses Garn habe

ich als 19-Jähriger auf Fehmarn gesponnen.

Vom 4. bis 6.9.1970 zeltete

ich dort beim deutschen Woodstock.

Echt! Sonntags trat mein Idol Jimi

Hendrix auf. Hey Joe, Woodoo Chile

und so ... Letztes Jahr umrundete ich

große Teile der Ostseeinsel per pedes

und besuchte den gewaltigen Gedenkstein,

der an Jimi Hendrix letzten Auftritt

erinnert. Ein Heidenspaß!

Tipp: Die Aussicht vom 37 m hohen

Flügger Leuchtturm ist bombastisch.

Für Langstreckenwanderer ist

der 29 km lange Abschnitt von Puttgarden

zur einsamen Steilküste im

Inselsüden besonders empfehlenswert.

www.kühlungsborn.de

12 www.wandermagazin.de


Links:

Auf der Pirsch im

Rapsfeld

© Wandermagazin,

N. Glatter

Rechts:

Eine der

Warften auf

Hallig Hooge

© Adobe

Stock

Unten:

Fehmarns

Steilküste im

Südosten

© Adobe

Stock

#2 Hallig Hooge. Unvergessen mein

Tagestrip mit Wanderung auf der Hallig

Hooge im Nationalpark Wattenmeer.

Die zehn bewohnten Erdhügel auf der

mehrfach jährlich von den Nordseefluten

überschwemmten Hallig erkennt

man schon bei der Fährfahrt von weitem.

Häuser auf „Maulwurfhügeln“ ragen

aus dem Meer auf.

Tipp: Ob Wattwanderung nach Japsand,

Besuch der Kirchwarft samt

St. Johanniskirche und Hooger

Friedhof die Einkehr im Königspesel

aus dem 18. Jh. auf der Hanswarft

ist ein Muss. Der Pesel ist die

„gute Stube“ der Friesen.

www.hooge.de

#3 Zwischen Nord- und Ostsee. Auf

Wanderwegen die Nordsee mit der

Ostsee verbinden? Das geht. 117 km

ist der Nord-Ostsee-Wanderweg von

Meldorf nach Kiel lang. Beeindruckend

sind die Passagen entlang des Nord-

Ostsee-Kanals. Wahnsinn, wenn hochhaushohe

Pötte durchs Land zu fahren

scheinen.

Tipp: Im Herbst 2020 geht die Schwebefähre

unter der Rendsburger

Eisenbahnhochbrücke wieder in

Betrieb. Sehenswert und kostenlos.

Einzigartig auch: Der Wanderweg

führt über Rolltreppen in 27 m Tiefe

und dann auf 267 m Länge unter

dem Nord-Ostsee-Kanal hindurch

nach Rendsburg-Süd.

www.wanderkompass.de/

Deutschland/

Nord-Ostsee-Wanderweg.html

#4 Winnetou sehen. Die Holsteinische

Schweiz ist ein phänomenales Wanderrevier.

Zwei Seen und eine idyllische

Passage entlang der mäandrierenden

Trave berührt der 14,4 km lange Rundwanderweg

„Segeberger Flüsse und

Seen“. Ein erholsames Wanderspektakel

für die Sinne.

Tipp: Die Karl-May-Spiele finden

(2020 leider nicht) mit viel Pyrotechnik,

Kämpfen und Geböller zu

Füßen des 91 m hohen Kalkberges

statt. Am Abend meiner Wanderung

gab es „Unter Geiern Der Sohn des

Bärenjägers“. Sehenswert sind die

begehbaren Kalkhöhlen.

www.bad-segeberg.de

4 x #wandervorfreude:

Mecklenburg-Vorpommern

#1 „Jolie“ oder Molli? Nordwärts

schnauft die Dampflok Molli, weiter und

weiter bis zum Ostseestrand. Ich sehe

mich wieder im Laubwald der Kühlung,

des vielleicht kleinsten Mittelgebirges,

wandern. Erst auf dem E 9 mit Meeresblick

am Bastorfer Leuchtturm und am

Riedensee vorbei, bevor es im großen

Bogen zurück in die Kühlung geht.

Hammer …

Tipp: Die Bäderbahn Molli ist eine

dampfbetriebene Schmalspurbahn

mit 900 Millimeter Spurweite. Die

15,43 km lange Strecke verbindet

Bad Doberan mit Heiligendamm

und dem Ostseebad Kühlungsborn.

Fahrzeit ca. 40 Minuten.

www.kühlungsborn.de

#wandervorfreude 13


Der Norden und Nordwesten

Unten links:

Aufstieg zum

Ausguck auf

den Schmiedeberg

© Adobe

Stock

Unten rechts:

Die Windflüchter

an

der Westküste

des Darß

© Michael

Sänger

Mit der

Dampflok Molli

ans Meer

© Adobe

Stock

#2 Die zwei Meere. Westwärts auf dem

E 9 immer an der Küste entlang, liegt

das Ostseebad Rerik. Rechtzeitig zum

Sonnenuntergang fährt mir auflandiger

Wind ins Gesicht, oben auf dem

Schmiedeberg über Rerik finde ich einen

tollen Aussichtsbalkon. Links das

naturgeschützte Salzhaff, rechts die

Ostsee.

Tipp: Mit dem Fischer auf Fischfang.

Rerik ist einer der letzten Fischerorte

in Mecklenburg-Vorpommern.

Vier Fischer fahren noch hinaus.

www.rerik.de

#3 Kreisrund. Ich muss an meine Tour

bei Sternberg an den Ausläufern der

Mecklenburgischen Seenplatte denken,

ein regnerischer Tag. Auf einer

Halbinsel liegt der kreisrunde Burgwall

einer slawischen Burg aus dem

9. Jh. Der Anblick des gewaltigen Tunneltores

und der Holzpalisaden lässt

mich heute noch erschauern.

Tipp: Weit über 140 Slawenwälle, 64

Burgen und Schlösser, 21 Guts- und

Herrenhäuser und 12 Leuchttürme

bieten sich als Wanderziele in Mecklenburg-Vorpommern

an.

www.freilichtmuseum-gross-raden.de

#4 Windflüchter und Rotwild. Und ja,

auch an meine Tour durch den Darßer

Wald zu den Windflüchtern am Weststrand

von Fischland-Darß-Zingst

muss ich denken. Kranichschwärme

über mir. Uralte Buchen mit absurden

Formen um mich. Auf dem Pfad vom

Leuchtturm Darß Ort zur Nordspitze

der Halbinsel jagt ein Rudel Rotwild

vorüber. Gänsehauterlebnisse.

Tipp: Der östliche Zipfel der Halbinsel

Zingst ist Teil des Nationalparks

Vorpommersche Boddenlandschaft

und heißt „Sundische Wiesen“.

Ein Dorado für Vogelfreunde

mit vielen Aussichtsplattformen und

-türmen. Besonders während der

Vogelzugzeiten.

www.fischland-darss-zingst.de

14 www.wandermagazin.de


4 x #wandervorfreude:

Niedersachsen

#1 Wurst oder Krabben? Wo gibt‘s

grüne Strände und lustige Kutterhäfen?

Im Wurster Land am Wattenmeer

zwischen Bremerhaven und Cuxhaven.

Die Wurster Bauern siedelten auf aufgeschütteten

Wurten. Aus Wurter Land

wurde Wurster Land. Mich begeisterten

die bunten Fischkutter im Wremer Hafen.

Die geführte Wattwanderung würde

ich gerne nochmal machen.

Tipp: Krabben pulen. Ernsthaft! Das

Gästezentrum in Wremen bietet

Krabbenpulstunden vom frischen

Krabbenfang an. Sehenswert auch

die Arp Schnitger-Orgel in der Cappelner

Kirche

www.wursternordseekueste.de

#2 Rundlinge? Das Wendland, ganz im

Osten von Niedersachsen im Urstromtal

der Elbe und dem Drawehn, ist die

Heimat der Rundlinge. Die slawischen

Namen der Dörfer wie Siemen oder

Satemien verweisen auf die Herkunft

der bäuerlichen Siedler. Hier stehen

die Bauernhöfe um einen runden oder

ovalen Platz herum.

Tipp: Der knapp 200 km lange Wendland-Rundweg

erschließt in 10 Etappen

nicht nur den Naturpark Elhöhen-

Wendland, sondern startet auch in der

sehenswerten Elbinselstadt Hitzacker.

www.region-wendland.de

#3 Vor 337.000 Jahren. Neun aus

Nadelholz gefertigte Speere fand man

1995 im Naturpark Elm-Lappwald.

Unfassbar, dass die Flugeigenschaften

dieser 337.000 Jahre alten Jagdwaffen

modernen Speeren kaum nachstehen.

Geheimnisvolle Quellen, kleine Seen,

die bewaldeten Höhen von Elm, Lappwald,

Dorm, Eiz oder Elz wie ich diesen

Flecken Erde liebe.

Tipp: Ein Besuch der ältesten Jagdwerkzeuge

der Welt im Paläon ist

Pflicht. Die Spurensuche des Meisterschelms

Till Eulenspiegel im

Schöppenstedt Eulenspiegelmuseum

würde ich ebenfalls empfehlen.

www.palaeon.de

Links:

Kutter in

Wremen

© Adobe

Stock

Rechts:

Kreisrund

und wunderhübsch:

Das Rundlingsdorf

Meuchefitz

© Adobe

Stock

Der Kaiserdom in

Königslutter

© Adobe Stock

#wandervorfreude 15


Der Norden und Nordwesten

#4 Archive der Natur. Wandern im

Emsland, darauf freue ich mich. Dort

wo in Mooren „Meere“ liegen und wo sie

„Dose“ heißen, wie die Bockolter Dose,

das Theikenmeer oder die Tinner Dose.

Moore umweht ein Hauch von Rätsel.

Moorleichenfunde regen den Grusel an.

Das Bourtanger Moor an der deutschniederländischen

Grenze firmiert sogar

als internationaler Naturpark.

Tipp: Toll ist das Emsland Moormuseum

in Geeste. Sehenswert auch

die sonderbare Welt der Fehnkanäle

in Papenburg und der 17,2 km lange

und markierte Naturparkweg ab

Twist durch das Bourtanger Moor.

www.twist-emsland.de

4 x #wandervorfreude:

Nordrhein-Westfalen

#1 Kohlegipfel? Ich war erst irritiert.

Bergwandern im Ruhrpott? Geht aber.

Dank Halden-Hügel-Hopping. Auf 250 km

Wanderwegen kann man 17 Bergehalden

besteigen. Die renaturierten Abraumhalden

ragen bis zu 137 m auf. Die

Halden Hoheward und Hoppenbruch

gehören zum Landschaftspark Hoheward

und belohnen mit Gipfel-Kunst

wie Obelisk, Tetraeder oder Himmelsobservatorium.

Tipp: Zwölf Thementouren stehen

zur Wahl. Spannend wird das

Halden-Hügel-Hopping durch 150

Erzählstationen und digitale Wanderführer

www.halden-huegel-hopping.de

#2 Wie gemalt! Wie ein Gemälde liegt

der wald- und wiesengrüne Hügelteppich

des Tecklenburger Landes vor

mir. Aussichtsreich thront die filmreife

Tecklenburger Altstadt in Logenlage.

Hier lebte zeitweise der berühmte

Landschaftsmaler Otto Modersohn.

Dieses Landschaftsgemälde zu bewandern

ist pure Wanderlust.

Tipp: Einer von 17 Premiumwanderwegen

im Tecklenburger Land ist

das Teutoschleifchen „Modersohns

Spuren“. Es verbindet auf idyllischen

Pfaden vier seiner beliebten

Malpunkte in und um Tecklenburg

herum.

www.teutoschleifen.de

Wandern im

Naturpark

Bourtanger

Moor

© Emsland

Tourismus

GmbH

Das Himmelsobservatorium

auf der Halde

Hoheward

© Adobe Stock

16 www.wandermagazin.de


Uta Jenschke

leitet das Otto

Modersohn

Museum in

Tecklenburg

© Michael

Sänger

Unten links:

Der Kleine

Rothaar ist

ein Zwerg mit

Rangerhut

© Michael

Sänger

Unten rechts:

Mannshoch ist

der Römerkanal

und 2.000 Jahre

alt

© Michael

Sänger

#3 Kleiner Rothaar ... Elin und Johan

stürmen voran. Mit den beiden Enkelkindern

war ich letzten Sommer in Siegen-Wittgenstein

auf Entdeckertour.

Auf den Spuren eines kleinen rothaarigen

Kobolds mit grünen Rangerhut

gab es so viel zu entdecken: geheime

Plätze, Schatzkisten, Bäume mit Gesichtern

und die Ilsequelle.

Tipp: Ganz in der Nähe des 2 km langen

Kinderwanderweges liegen auch

die Quellen von Eder, Lahn und Sieg.

Übrigens, den legendären Rothaarsteig

kreuzt man dabei mehrfach.

www.kleiner-rothaar.de

#4 Kölner Wasser. Ich bin ein Fan von

Wanderungen auf den Spuren der Vorfahren.

Dazu gehört der 117 km lange

Römerkanal-Wanderweg von Nettersheim

in der Eifel in die Kölner City. Was

für eine Meisterleistung römischer Ingenieurskunst.

Die Römer führten den

Kanal vor 2.000 Jahren über Berge und

Täler. Genial!

Tipp: Erstaunliches über die römische

Wasseringenieurskunst und

zum Römerkanal erfährt man im

Informationszentrum Römerkanal in

Rheinbach.

www.roemerkanal.de


Bergedorf

Hamburgs

grüner Garten

Wo im Osten von Hamburg

die Sonne aufgeht, liegt Bergedorf,

die grüne Lunge der Großstadt.

Hier finden Wanderer

die Ruhe und Gelassenheit,

die im Trubel der Stadt oft untergeht.

18 www.wandermagazin.de


heißt der Stadtteil

des gleich-

„Bardör“

namigen Bezirks in Hamburgs

Südosten auf Plattdeutsch. Er gilt

als einer der schönsten Flecken

der Hansestadt und als Zufluchtsort

für gestresste Großstadtseelen.

Ein idyllischer Kontrast zur sonst

so hektischen Großstadt, der sowohl

zur gemütlichen Stadtbesichtigung

als auch zum Wandern in

den umliegenden Landschafts- und

Naturarealen einlädt. Kaum aus

der S-Bahn gestiegen, scheint das

Leben irgendwie ein wenig langsamer

zu sein. Die kleinen Einkaufsstraßen,

gesäumt von historischen

Fachwerkhäuschen, der schönen

Kirche Petri und Paul sowie vielen

kleinen Geschäften, laden zum gemütlichen

Flanieren und Bummeln

ein. Viele alteingesessene Familienbetriebe

und gemütliche Cafés

bestimmen das Stadtbild rund um

die Shoppingmeile Sachsentor und

Alte Holstenstraße.

Besonders prunkvoll ist das Bergedorfer

Schloss, das einzige erhaltene

Schloss in Hamburg, welches

man vom Sachsentor aus über verträumte

Nebenstraßen erreicht. Inmitten

des Zentrums von Bergedorf

und umgeben vom satten Grün des

idyllischen Schlossparks gelegen,

laden wechselnde Ausstellungen

und Veranstaltungen ein, durch

spannende Fenster in die Vergangenheit

zu blicken. Wer einfach nur

die Zeit im Schatten des erstmalig

im 14. Jahrhundert erwähnten

Schlosses genießen will, findet mit

Links: Der grüne Garten Hamburgs

Natur so weit das Auge reicht in den

Vier- und Marschlanden

© Bezirksamt Bergedorf

Rechts: Wie aus einer anderen Zeit

Das Freilichtmuseum Rieckhaus

erweckt die Vergangenheit zum Leben

© Bezirksamt Bergedorf

#wandervorfreude 19


Bergedorf

Sanddünen

in Hamburg:

Das einzigartige

Naturschutzgebiet

der Boberger

Dünen

© Bezirksamt

Bergedorf

Typisches Bild

in den Vier- und

Marschlanden:

Die Reitbrooker

Mühle an der

Dove-Elbe

© mKunze,

Bezirksamt

Bergedorf

einigen Cafés, Liegewiesen oder dem

Kinderspielplatz jede Menge Möglichkeiten

zum Abschalten im Freien. Spaziergänger

erfreuen sich am schönen

Wassergraben oder den uralten Baumgestalten

am Wegesrand, die allesamt

als stumme Zeitzeugen ihre ureigene

Geschichte erzählen.

Und dann ist da noch das Bergedorfer

Villenviertel, durch das viele spannende,

kleine Wege führen. Vorbei schlendert

man am schlossartigen Bergedorfer

Rathaus mit seinem Turm, der gegen

Anmeldung bestiegen werden kann und

von dem aus man eine tolle Aussicht auf

Bergedorf und den angrenzenden Park

hat, der ein bedeutendes Gartendenkmal

darstellt. Das heutige Bergedorfer

Rathaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts

im Auftrag eines wohlhabenden

Kaufmannes als prunkvolles Anwesen

errichtet und ist seit 1924 im Besitz der

damals noch eigenständigen Stadt Bergedorf

ein durchaus beeindruckendes

Aushängeschild. Weiter geht es dann zur

Bergedorfer Sternwarte mit ihrer großen

Parkanlage und sehenswerten neobarocken

Kuppelbauten. Ein wunderschönes,

denkmalgeschütztes Ensemble, das mit

Besucherzentrum, Café und Parkanlage

zum Verweilen einlädt. Außerdem gibt es

geführte Rundgänge, Vorträge und ein

vielfältiges Veranstaltungsprogramm.

Doch Bergedorf hält nicht nur etwas

für Stadtbummler, Kultur- und Astronomiefans,

sondern auch einige spannende

Landschaftsareale zum Erwandern

parat. Zum Beispiel die Boberger

Dünen, die einen Hauch von den nordfriesischen

Inseln inmitten der norddeutschen

Hansestadt versprühen.

20 www.wandermagazin.de


Das Naturschutzgebiet aus Sanddünen,

Trockenwiesen und Erlenbrüchen ist

durchzogen von Spazier- und Radwegen,

die Wanderern und Radlern diesen

ungewöhnlichen Flecken näherbringen.

Hamburgs letzte Wanderdüne ist einst

wie viele andere dieser Dünen durch regelmäßige

Winde am Nordufer des früheren

Elburstromtals im Übergangsbereich

von Marsch zu Geest entstanden.

Die meisten der Dünen wurden im

Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts für

Bauzwecke abgetragen, doch weil man

sich damals nicht auf einen Preis für

den Sand einigen konnte, blieb die Boberger

Düne durch kuriose Umstände

der Geschichte verschont. Heute ist sie

beliebtes Ausflugsziel für gestresste

Großstädter, die in den sandigen Dünen

ein Stück unberührte Natur inmitten

von Hamburg finden, und Lebensraum

für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Besonders an heißen Tagen wirkt ein

Sprung ins kühle Nass des Badesees,

der ebenfalls im Naturschutzgebiet

Boberger Dünen liegt, wahre Wunder.

Also: Unbedingt die Badehose in den

Rucksack packen!

Mitten in der Hamburger Märchenkulisse

liegt das Freilichtmuseum Rieckhaus

in Curslack als Teil der Bergedorfer

Museumslandschaft, wo über 500 Jahre

Geschichte in einem Haus erlebbar

werden. Unter dem Motto „Schauen,

hören oder selbst ausprobieren“ werden

Jahrhunderte alte Traditionen und

Handwerkskünste in dem Vierländer

Bauernhof samt Hufnerhaus zum Leben

erweckt. Vor allem die malerische

Außenanlage aus dem Jahre 1533 mit

der historischen Schöpfmühle, dem

großen Getreidespeicher, dem blühenden

Schaugarten, dem altem Backhaus

Prunkvoll: Das

Bergedorfer

Schloss samt

Wassergraben

und Schlosspark

im Hintergrund,

© mKunze,

Bezirksamt

Bergedorf

Ob „Hamburgs grüne Lunge“ oder „Garten

Hamburgs“, wie man sie auch nennt,

die Vier- und Marschlande sind, genauso

wie die Boberger Dünen, ein Ort der

Entspannung und Entschleunigung. Das

Wasser der Elbe glitzert in der Sonne,

an den Ufern links wie rechts schmiegen

sich sattgrüne Wiesen ganz nah ans

Wasser und zahlreiche Gärten blühen in

ihrer vollen Pracht. Kaum zu glauben,

doch das größte Gemüse- und Blumenanbaugebiet

in Deutschland befindet

sich in den Vier- und Marschlanden,

direkt vor den Toren Hamburgs. Zusammen

mit den schönen Deichanlagen,

romantischen Fachwerkhäuschen,

historischen Mühlen und schmucken

Dorfkirchen gibt die von Landwirtschaft

und Gartenbau geprägte Region ein

überaus malerisches Bild ab. Einfach

mal ins Gras sinken und die Seele bei

einem Picknick an der verschlungenen

Dove-Elbe, einem idyllischen Seitenarm

der Elbe, baumeln lassen. Fernab von

Stress und Hektik der Großstadt, was

kann es Schöneres geben?

sowie dem Schweinekoben bleibt noch

lange in Erinnerung. Ein besonderes

Highlight ist das Erdbeerfest, das jedes

Jahr im Juni stattfindet. Doch ganz egal,

ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter

Bergedorf ist das ganze Jahr über

ein Sehnsuchts- und Zufluchtsort vor

den Toren Hamburgs. (js)

INFO: www.bergedorf.de

BERGEDORFER VERANSTALTUNGEN

AUF EINEM BLICK:

Eine tolle Übersicht über alle Ausstellungen,

geführten Wanderungen, Lesungen, Seminare,

Vorträge, Wochen- und Flohmärkte sowie alle

anderen Veranstaltungen findet man unter

www.bergedorf.de/veranstaltungskalender

#wandervorfreude 21


Teutoburger Wald

Im Land des Hermann, ganz im

Norden von Nordrhein-Westfalen

und zu Füßen des Cheruskerfürsten

Arminius, erstreckt sich die fantastische

Mittelgebirgslandschaft vom

Teutoburger Wald

und dem Eggegebirge.

Das Reich

des Fürsten

22 www.wandermagazin.de


Arminius der

Cheruskerfürst

wacht über das

Lipperland

© Tourismus

NRW e.V

Rechts oben:

Zauberhafter

Anblick:

Die sagenumwobenen

Externsteine

© LTM GmbH

Unten:

Elegant und

anmutig: Die

Wildpferde der

Wistinghauser

Senne

© Tourismus

NRW e.V.

D

as Land des Hermann ist eine

überaus geschichtsträchtige

Region; der Grund dafür ist

nicht zuletzt eine der legendärsten

Schlachten der Antike: die Varusschlacht,

in der Arminius auch

Hermann der Cherusker genannt

den römischen Feldherrn Varus

im Jahre 9 n. Chr. vernichtend

schlug. Heute erinnert das Hermannsdenkmal

als höchste Statue

Deutschlands und Mahnmal des

Friedens an diese Schlacht. Zahlreiche

Wanderwege führen hinauf auf

den Berg Grotenburg bei Detmold,

von wo man zu Füßen des großen

Cheruskerfürsten eine fantastische

Sicht auf das Lipperland hat. Allen

voran der 160 km lange Hermannsweg,

der als einer der schönsten

Höhenwege Deutschlands gilt und

einmal quer über den Kamm des

Teutoburger Waldes führt.

Doch auch die Externsteine sind

ein einzigartiges Kulturdenkmal im

Land des Hermann, das seit jeher

einen besonders mystischen Zauber

auf die Menschen ausübt. An

der markanten Sandsteinformation

befindet sich neben einem Kreuzabnahmerelief

und einer Grottenanlage

auch ein sagenumwobenes

Felsengrab. Die Besteigung der

Aussichtsplattform sowie offene

Führungen mit Besichtigung der

Grottenanlage gehören zu den absoluten

Highlights der 6,4 km langen

Bärensteinroute, die darüber

hinaus durch knorrige Eichenwälder,

offene Blaubeer- und Besenheideflächen

sowie entlang eines

plätschernden Quellflusses, der

Wiembecke, und damit mitten

durch die typische Landschaft des

Teutoburger Waldes führt.

So vielfältig die Natur im Land des

Hermann ist, so abwechslungsreich

sind die Wanderwege der Region,

die dank eines durchweg hohen

Qualitätsniveaus der gesamten

Wanderinfrastruktur auf bestem

Wege zur zertifizierten Qualitätswanderregion

ist. Ganz gleich, ob

Pivitker Wasserweg, der durch eine

einzigartige Moor- und Seenlandschaft

leitet, oder Wilddiebsroute,

die sich auf spannende Spurensuche

der Silixer Wilddiebe und Holzfrevler

macht. Auch die Ochsentour

zu den Waldrindern und Wildpferden

der Wistinghauser Senne oder

die Velmerstot-Route mit fantastischem

Blick vom höchsten Berg

des Eggegebirges zeugen von der

Wandervielfalt im Land des Hermann.

Und abseits der Wanderwege? Da

warten neben urigen Gutshöfen,

Brennereien und Brauereien die

Adlerwarte in Detmold mit über

200 Greifvögeln aus aller Welt, der

Vogelpark Heiligenkirchen oder der

tiefblaue SchiederSee mit

Bootsverleih auf ihre

Entdeckung. (js)

INFO: www.land-des-hermann.de

#wandervorfreude 23


Sauerland

Auftanken und entspannen

entlang der

Sauerland-Waldroute

© Klaus-Peter Kappest,

Sauerland-Tourismus e.V.

Energietankstelle

für die Sinne

24 www.wandermagazin.de


Frische Luft und glasklares Wasser, wohltuende Weite und imposante

Höhe, herrliches Waldaroma und bunte Blumenwiesen zum

Sattgenießen - genau hinhören: #sauerlandcalling!

INFO: www.sauerland.com

Rechts:

Sauerländer

Morgenstimmung

©Klaus-Peter

Kappest,

Sauerland-

Wanderdörfer

D

as Sauerland im Osten von

Nordrhein-Westfalen hat all

das zu bieten, wonach sich Wanderfreunde

sehnen. Abwechslungsreiche

Fernwanderwege wie

den Rothaarsteig, den Sauerland-

Höhenflug oder die Sauerland-

Waldroute durchziehen die sanft

geschwungenen Wald- und Wiesenteppiche,

auf denen jede Etappe

ein kleines Wanderabenteuer

für sich darstellt.

Doch auch kürzere Wandervorhaben

lassen sich bequem planen

und sorgenfrei umsetzen. Die

Wege im Sauerland sind bestens

markiert und nahezu „unverlaufbar“

ausgeschildert, allen voran

die Sauerland-Spuren. Als besonders

spannende Rundwege betten

sie sich in die abwechslungsreiche

Natur, welche binnen eines halben

Wandertages stressfrei erkundet

werden kann. Allesamt widmen

sie sich spannenden Themen oder

führen zu verwunschenen Plätzchen,

imposanten Aussichttürmen

und Skywalks sowie zu kraftvollen

Sauerland-Seelenorten.

Als erste und bundesweit größte

„Qualitätsregion Wanderbares

Deutschland“ stehen die Sauerland-Wanderdörfer

für ausgezeichnete

Wanderqualität. Die

Sauerland-Wanderdörfer, das sind

elf Orte mit ihren idyllischen Dörfchen,

die sich mit ihrem Service besonders

auf Wanderer eingestellt

haben. Herzliche Gastgeber freuen

sich darauf, endlich wieder Gäste

empfangen und sie mit wohligem

Komfort sowie schmackhaften

Gerichten begeistern zu können.

Vor allem Wandern ohne Gepäck

erfreut sich großer Beliebtheit.

Kein Wunder, denn wenn die vollgepackten

Koffer zügig vorausreisen,

während sich Wanderer unbeschwert

zur nächsten Unterkunft

aufmachen, ist der Weg frei zum

Energieaufladen und Krafttanken.

Unbedingt ausprobieren: Kostenlos

Wandertouren aufs Smartphone

herunterladen und anschließend

offline nutzen sowie die spannendsten

Sehenswürdigkeiten und

Geheimtipps am Wegesrand finden

die Sauerland-App macht es

möglich. Erhältlich in den gängigen

Stores für Apple und Android. (js)

#wandervorfreude 25


Siegen-Wittgenstein

Der Märchenwanderweg

Kleiner Rothaar

begeistert Jung und Alt

© Kappest, TVSW

Raus aus dem Rummel,

rein in die Ruhe

26 www.wandermagazin.de


Wandern in Siegerland und

Wittgenstein - durch die

waldreichste Region Deutschlands

Rechts:

Ein Besuch

bei den

majestätischen

Wisenten

ist immer

faszinierend

© Tourismus

NRW e.V

Unten:

Die historische

Altstadt von

Freudenberg,

der Alte

Flecken, ist

ein beliebtes

und weltweit

bekanntes

Fotomotiv

© Klaus-

Peter Kappest,

TVSW

E

ndlich mal die Baumwipfel

flüstern hören und dem eifrigen

Rascheln der Tiere im Wald

lauschen. Das sanfte Rauschen der

Blätterdächer ganz bewusst wahrnehmen,

leise murmelnde Bäche

beobachten und fröhlich singende

Vögel bewundern. Die vielerorts

fast völlig unberührten, schier unendlichen

Wälder in Siegerland

und Wittgenstein locken in die

Natur: in die verwunschenen Täler,

auf stolze Berggipfel, in kleine

Ortschaften mit denkmalgeschützten

Fachwerkhäusern, malerische

Graslandschaften und geheimnisvolle

Wälder des Rothaargebirges.

In dieser urwüchsigen Naturlandschaft

fühlt sich auch der König

der Wälder wohl, der majestätische

Wisent. Einst fast ausgestorben,

sind die größten Landsäugetiere

Europas immer noch sehr

selten. Freilebende Wisente gibt

es in Westeuropa nur hier in der

Mittelgebirgslandschaft des Rothaargebirges.

Seit 2013 durchstreift

eine Wisentherde die Natur

rund um Bad Berleburg ein faszinierendes

Artenschutzprojekt.

Doch Wanderer brauchen schon

ganz schön viel Glück, um die

scheuen Tiere in ihrem riesigen

Territorium zu sehen. Dafür gibt

es die „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“,

in der man eine zweite

Herde auf rund 20 Hektar Fläche

in ihrer natürlichen Umgebung

beobachten kann.

Nicht nur majestätisch, auch verwunschen

und rätselhaft geht es

unter dem Blätterdach von Siegerland

und Wittgenstein zu. Auf

den Spuren des Kobolds „Kleiner

INFO: http://freizeit.siegen-wittgenstein.info/tipps

Rothaar“ rund um die geheimnisvolle

Ilsequelle bei Heiligenborn

gibt es viel zu entdecken,

vor allem für Kinder. Auf dem

gleichnamigen Märchenwanderweg

wandern Familien durch das

geheime Reich des uralten Quellenzauberers

und erfahren dabei

jede Menge über das Waldreich.

Einen wunderschönen Gegensatz

zur Naturkulisse bietet der „Alte

Flecken“, der historische Stadtkern

von Freudenberg. Weltbekannt

ist der Blick über die

romantische Altstadt mit ihren

ursprünglichen schwarz-weißen

Fachwerkhäusern. (js)

#wandervorfreude 27


Der Osten und die Mitte

V

ielleicht sollte ich den

Schreibtisch einfach umdrehen.

So, dass ich zur Wand sehe

und nicht rechts am PC vorbei

durch das Fenster auf das frische

Grün der Stadtparkbäume. Mit

beiden Händen halte ich mich am

nächsten Pott Kaffee fest, während

ich das Schattenspiel an der

Wand betrachte. Es sind die Schatten

der Bäume im Stadtpark, die

mir winken, mir zurufen „Komm

raus, komm zu uns, lass doch die

Arbeit!“.

Ich bin durchaus froh, mitten in der

Stadt einen gepflegten Park mit

stattlichen Bäumen vor der Nase

zu haben und keine Häuser. Aber,

ihr schönen Stadtparkbäume, seht

es mir nach, ihr seid kein Wald. Bequem,

die breiten, von Rasenkanten

gesäumten Spazierwege, aber

spannende Naturpfade Fehlanzeige.

Die Natur ist draußen, jenseits

von Wänden begrenzter 20 m²,

jenseits eines Stadtparks und jenseits

einer Stadt. An der Wand tanzen

die Silhouetten der Blätter und

lassen mich tagträumen, denn ein

Virus hält nicht nur mich, sondern

die gesamte Welt gefangen.

Meiningen Fulda am Stück

Mission erfüllt

Exakt ein Jahr ist es her, dass ich

mich mit meinem guten Freund

Claus auf den Weg nach Fulda gemacht

habe. In Meiningen sind wir

losgelaufen und der Milseburgweg

sollte uns durch die thüringische

und hessische Rhön zu unserem

rund 80 km entfernten Ziel bringen.

Dabei waren wir sozusagen

in einer Mission unterwegs, gela-

Fotos, soweit nicht anders

gekennzeichnet © Thorsten Hoyer

Links: Mit Bernd, dem Brot,

auf der Via Regia in Erfurt

Rechts: Im sächsischen Zschopautal

28 www.wandermagazin.de


Thorsten Hoyer spürt

#wandervorfreude

Der Ruf der Bäume

#wandervorfreude 29


Der Osten und die Mitte

Auftakt zur

nonstop-

Runst mit

Aussicht auf

die Wartburg

© Joachim

Stark

Unvergesslicher

Sonnenuntergang

am Milseburgweg

in der

Rhön

dene Gäste einer Dekanweihe im Fuldaer

Dom. Wir versprachen, den Weg

dorthin wandernd und an einem Stück

zurückzulegen. Dabei hat sich ein

traumhafter Sonnenuntergang über

dem Land der offenen Fernen in meine

Erinnerung eingebrannt: Abgesehen

vom Singen eines Vogels herrschte

Stille, unhörbar wehte ein lauer Wind

über das langsam dunkler werdende

Grün der Wiesen und Wälder Natur

ist Frieden.

Wald heißt es nicht, dass Deutsche

zu „ihrem“ Wald eine besondere Beziehung

haben? Ursprünglich ein Ort

des Unbekannten, der Dunkelheit und

Gefahr, wurde der Wald zu einer Sehnsuchtslandschaft.

In Märchen und Sagen

erscheint der Wald als eine Welt,

die beides in sich vereint. Aber ist das

nicht zwangsläufig so? Zumindest

dann, wenn man tags durch Wald wandert

und nachts nicht damit aufhört.

Ich erinnere mich an erste nächtliche

Ausflüge als Kind, wie ich das Gefühl

hatte, vor Anspannung nicht mehr atmen

zu können, weil sich hinter jedem

Baum unheimliche Wesen verstecken

konnten.

Donnerwetter bei der nonstop-Runst

Ich blinzle durch das Fenster zum sonnenbeschienenen

Stadtpark und muss

schmunzeln, da mich meine Gedanken

auf einen nächsten Erinnerungstrip

entführen. Vor einigen Jahren machte

ich mich auf zu einer Runst, also einer

Rennsteig-Wanderung durch den Thüringer

Wald von Hörschel bei Eisenach

nach Blankenstein. Wieder einmal

hatte ich mir vorgenommen, die rund

170 km in einem Rutsch zu wandern,

sozusagen eine nonstop-Runst zu versuchen.

An diesem Tag war es bereits

am Vormittag heiß und im Laufe des

Tages wurde es zunehmend drückend.

Gegen Einbruch der Dunkelheit türmten

sich dicke grau-schwarze Wolken

übereinander und ein dumpfes Grollen

mischte sich in die Schwüle der Nacht.

Ich zog das Tempo weiter an und versuchte,

mich im wackligen Lichtstrahl

30 www.wandermagazin.de


der Stirnlampe auf den Pfad zu konzentrieren.

Dann ein mächtiger Schlag, der

sogleich folgende Blitz ließ die Bäume

um mich herum für eine Millisekunde

wie riesige, hell aufblitzende Gestalten

erscheinen. Bevor meine Fantasie

jedoch vollkommen mit mir durchzugehen

drohte, öffnete der Himmel seine

Schleusen und durchnässt fand ich

mich in einer Scheune am Rande eines

kleinen Dorfes wieder. Da hockte ich

auf einem Baumstamm, lauschte den

Tropfen und genoss den Geruch eines

Sommerregens. Da war ein Gefühl von

Geborgenheit.

Temperatursturz am Fichtelberg

Mit der inzwischen erkalteten Kaffeetasse in der

Hand wandere ich weiter. Unterwegs auf dem

Kammweg schreite ich über die Höhen des Erzgebirges.

An einem Morgen im Juli folgte ich der

Markierung hinauf auf den Fichtelberg, Sachsens

höchstem Berg. Viel zu sehen gab es nicht, denn der

Berggipfel war eingehüllt in dicke, alles verschluckende

Wolken. Der Wind pfiff mir um die Ohren und

bei einstelligen Temperaturen hätte mich Schnee

auch nicht mehr überrascht. Dafür war es im Fichtelberghaus

urgemütlich. Ziemlich genau ein Jahr

später stieg ich abermals auf den Fichtelberg und

war erneut froh, dass das Fichtelberghaus geöffnet

hatte: Bei fast 30°C war dieses Mal eine erfrischende

Belohnung überfällig.

Wie ungleich das Wetter ein und dieselbe Landschaft

doch darstellen kann, wie deren verschiedenartige

Charaktere durch Wetter zum Ausdruck gebracht

werden. Mal mystisch und rau, dann wieder

leicht und sonnig. Den Harzer Hexenstieg wanderte

ich mal im sprichwörtlich goldenen Herbst und

mal ganz bewusst Ende November. Dieselbe Region,

derselbe Weg aber grundverschiedene Charaktere.

Gerade auch das ist es, was mich immer

wieder fasziniert, mich berührt, mich nachdenklich

macht und mir Lust macht, vermeintlich bekannte

Wege neu zu entdecken. Ziehen sich also mal graue

Wolken über mir zusammen, stelle ich mich unter

aber nur, um meinen Weg gestärkt fortzusetzen.

Ich stelle die Tasse beiseite, mache den PC aus und

folge dem Ruf meiner Stadtparkbäume. Und ich

freue mich auf die bevorstehende Wanderung, denn

es geht ja weiter auf dem Kammweg im Vogtland.

Zwar mit einer Maske im Gepäck, die ist aber nur für

das Gesicht, ganz sicher nicht für meine Wanderlebensfreude!

Ich freue mich schon riesig darauf, …

wenn ich meiner Tochter den faszinierenden

Spreewald (natürlich mit Gurkenverkostung)

zeigen kann. Und nicht nur

hiermit überrascht Brandenburg, auch mit

der Märkischen Schweiz noch immer ein

echter Geheimtipp.

Immer wieder ein Erlebnis …

ist der Blick vom Kyffhäuserdenkmal im

Norden Thüringens. Die im Mai blühenden

Rapsfelder sehen aus, als hätte jemand

gelbe Farbe in die Weite der Landschaft

gekleckst.

Wussten Sie, …

dass die historische Handelsroute

Via Regia heute als Ökumenischer Pilgerweg

markiert ist? Auf rund 450 km Länge

geht es von Görlitz an der deutschpolnischen

Grenze nach Vacha an der

thüringisch-hessischen Grenze.

Das Thüringer Meer …

ist eine einzigartige Stauseeregion, zu der

mit Bleiloch- und Hohewartestausee zwei

der größten Stauseen Europas gehören.

Eine traumhafte Landschaft, perfekt für

das Wandern. Und Abkühlung ist nie weit

entfernt!

Entdecken Sie das Vogtland …

nicht nur auf dem Kammweg, zahlreiche

Halbtages- und Tageswanderungen wollen

auch erkundet werden.

Wandern am Fluss entlang, …

von der Quelle bis zur Mündung, ist immer

ein großartiges und lebendiges Erlebnis.

Kennen Sie die Zschopau? Eigentlich egal,

ob ja oder nein auf ins sächsische Zschopautal

zu einer Zeitenreise.

#wandervorfreude 31


Sachsen-Anhalt

Sensationelle

Lichtspiele an der

Teufelsmauer bei Thale

© plainpicture.com/

deepol

Echt schön

32 www.wandermagazin.de


Prachtvolle Bauwerke entlang der „Straße der Romanik“,

die lebhafte Geschichte der Reformation an Wirkungsstätten

von Martin Luther, zauberhafte Parks und Gärten,

archäologische Fundorte von globaler Bedeutung sowie

zahlreiche UNESCO-Welterbestätten all das ist Sachsen-Anhalt.

Doch das Land kann noch mehr:

Wunderschöne Landschaften locken Wanderer,

Radler und Naturliebhaber ins Freie, wo die aktive

Freizeitgestaltung inmitten unberührter Natur beiträgt

zu mehr Entschleunigung, Ruhe und Gelassenheit.

Im Land der

Weltkultur

#wandervorfreude 33


Sachsen-Anhalt I Welterberegion

Zum Wandern

Die WelterbeRegion

gemacht

Anhalt-Dessau-Wittenberg

ist nicht nur Heimat von gleich

vier UNESCO-Welterbestätten,

sondern auch eine Oase für Naturliebhaber.

34 www.wandermagazin.de


Blick über

das Land: Der

Naturpark Fläming

zu Füßen des

Apollensbergs,

© David Ludely,

Naturpark

Fläming e.V.

Rechts:

Spielwiese

für kleine

Entdecker:

Auf Spurensuche

der

Schätze

dieser Erde

© David

Ludley,

Naturpark

Fläming e.V

Unten:

Artenreiches

Paradies: Die

Goitzsche-

Wildnis ist

größtenteils

sich selbst

überlassen

© Anett

Freudenreich

O

b Naturparke, Biosphärenreservate

oder Heidelandschaften

facettenreiche Wanderwege

durch idyllische Wälder, über

blühende Wiesen und entlang kleiner

Bäche und großer Flüsse liegen

vielerorts versteckt. Auch Radler

gehen dank des rund 700 km langen

Wegenetzes nicht leer aus. Im

Gegenteil, hochkarätige Radwege

wie der Elberadweg, der Europaradweg

R1, der Saaleradweg oder

der Radweg Berlin-Leipzig führen

zu den schönsten Schauplätzen der

WelterbeRegion.

Einer davon ist der Naturpark Fläming,

ein waldreicher Gebirgszug,

der sich bis zu 200 m in die Höhe

reckt. Ausgedehnte Laub- und

Kiefernwälder sowie romantisch

versteckte Dörfer, umgeben von

fruchtbaren Wiesen und Äckern,

verleihen dem Naturpark Fläming

seinen ureigenen Charakter. Auch

der Naturpark Dübener Heide gibt

sich einzigartig. Eingebettet in die

Flusslandschaften von Elbe und

Mulde verströmt der größte Mischwald

Mitteldeutschlands die Frische

einer eiszeitlich geprägten

Hügellandschaft, wo seltene Pflanzen

und Tiere einen wertvollen

Lebensraum finden. Über 500 km

Wanderwege, darunter die zertifizierte

Heide-Biber-Tour, laden zu

ausgedehnten Wanderungen ein.

Ganz in der Nähe der drei UNESCO-

Weltkulturerbestätten Luthergedenkstätten

Wittenberg, Bauhaus

Dessau und Gartenreich Dessau-

Wörlitz schlummert das Biosphärenreservat

Mittelelbe, dessen

Anmut und Artenreichtum allgegenwärtig

sind. Besonders beliebt

sind Rangerführungen durch die

schöne Oranienbaumer Heide, auf

denen ausgebildete Naturführer

den wertvollen Lebensraum vor

allem Kindern spielerisch näherbringen.

Ähnlich wie in der Goitzsche-Wildnis,

ein ausgedehntes

Wildnisgebiet und ehemaliges

Braunkohlerevier, in dem sich Groß

und Klein nach Herzenslust an der

frischen Luft austoben können. Nur

von wenigen Wanderwegen durchzogen,

hält die Goitzsche-Wildnis

zahlreiche Naturerlebnisse parat:

Ob geführte Fuß- und Radwanderungen,

Abenteuer- und Wildnistage

oder Fachexkursionen zu

Wildnisentwicklung, Naturschutz

oder Braunkohlefolgelandschaft

für die Erwachsenen. (js)

Tipp

DIE WELTERBECARD!

Mit der All-Inklusive Gästekarte

zahlen Sachsen-Anhalt-Entdecker

einmalig und erhalten kostenfreien

Eintritt an 115 Stätten und

Einrichtungen (auch Standorte

der UNESCO-Welterbestätten).

www.welterbecard.de

INFO: www.anhalt-dessau-wittenberg.de

#wandervorfreude 35


Sachsen-Anhalt I Altmark

Ob zu Fuß, zu Rad, zu Pferd oder

unter Wasser, die Altmark im Norden

von Sachsen-Anhalt vereint zahlreiche

Aktivitäten unter freiem Himmel in herrlicher

Landschaft und vor historischer Kulisse.

Unterwegs im

Reiterland: Die

Altmark gilt

als besonders

pferdefreundliche

Region

Fotos

© Danny Kurz

Unten links:

Sommertraum

am

Arendsee:

Die „Queen“

legt ab

Unten rechts:

Das Grüne

Band: Wandern

auf den

Spuren der

Vergangenheit

W

enn es ums Wandern in der

Altmark geht, kommt man an

der „Perle der Altmark“ nicht vorbei.

Der Luftkurort Arendsee schmiegt

sich beschaulich an den gleichnamigen

See, der größte natürliche

See in Sachsen-Anhalt. Hier lässt

es sich nach Herzenslust zwischen

bunt blühenden Feuchtwiesen und

naturnahen Gewässern flanieren.

Endlich wieder wirklich saubere

Luft atmen und in klares Wasser

blicken die Natur am Arendsee ist

herrlich intakt. Kein Wunder ist es

da, dass sich auch zahlreiche Maränen

im kühlen Nass des Sees wohlfühlen.

Fangfrisch landen sie am

Ende des Tages auf den Tellern der

gemütlichen Restaurants, die im

beschaulichen Arendsee mit seiner

sehenswerten romanischen Baukunst

zu finden sind.

52° 53`127 Nord und 11° 29`235

Ost das sind die Koordinaten für

eine ganz besonders spannende

Entdeckung. Tief im Arendsee

schlummert ein 2006 für Tauchzwecke

versenktes, ehemaliges Patrouillenboot

der NVA. Das Wrack

ist seither ein ganz besonderer

Anziehungspunkt für Taucher, die

ihren Wanderrucksack auf dem Rücken

gegen die Pressluftflasche getauscht

haben.

Zurück in die deutsche Vergangenheit

entführt auch das Grüne Band

gleich hinter Arendsee. Wo früher

das grenznahe Sperrgebiet begann,

ragt heute eine alte DDR-Grenzsäule

mahnend aus der Sanddüne

und erinnert an die Zeiten der

deutsch-deutschen Teilung. Vorbei

wandert man an Überbleibseln der

Geschichte wie einer ehemaligen

Grenzkaserne sowie einem alten

Beobachtungsturm. Längst hat

sich die Natur ihr Reich in der Wirler

Spitze entlang des ehemaligen

Grenzstreifens aus Stahl und Beton

zurückerobert und ein wunderschönes

Naturareal zum Wandern

geschaffen. Doch auch die Brietzer

Teiche westlich von Salzwedel sind

wertvoller Lebensraum für Watund

Wasservögel, Libellen und Amphibien,

durch den es sich zu wandern

lohnt.

Wer lieber zu Pferd unterwegs ist,

freut sich über eines der größten

zusammenhängenden Reitwegenetze

Deutschlands. Auf über 1.600 km

Reitwegen und 40 Reithöfen in der

Altmark können sich Mensch und

Tier im Reiterland von Sachsen-Anhalt

nach Herzenslust austoben.

Organisiert im Interessenverein

„Sternreiten in der Altmark“ finden

Reitfans jede Menge pferdefreundliche

Angebote, die nicht zuletzt dafür

gesorgt haben, dass die Altmark

2010 das Prädikat „Pferdefreundliche

Region“ erhalten hat. (js)

INFO: www.altmark.de

36 www.wandermagazin.de


Unter freiem

Himmel


Sachsen-Anhalt I Harz

Im Herzen

Deutschlands

38 www.wandermagazin.de

Urwüchsig, wild und natürlich

Wandern im Harz in der Mitte

Deutschlands bedeutet,

ganz nah an der Natur zu sein,

nachhaltige Entschleunigung

zu spüren sowie einzigartige

Natur- und Kulturdenkmäler zu

bestaunen.


Bestens geleitet:

Die Wanderinfrastruktur

im

Harz ist vorbildlich

© M. Gloger,

Harzer Tourismusverband

Oben:

Adrenalinkick:

Die „Titan RT“

über der

Talsperre

Wendefurth

hängt

100 m hoch

© Andreas

Lehmberg

Unten:

Kunstvoll:

Die

Erlebnisinsel

Kiepenfrau

am Harzer-

Hexen-Stieg

bei Osterode

© Harzer

Tourismusverband

W

ilde Flussläufe und unberührte

Täler in der Tiefe,

blühende Bergwiesen, dichte Wälder

und bizarre Felsformationen

in der Höhe schon große Denker

und Literaten wie Johann Wolfgang

von Goethe ließen sich von der

mystischen Landschaft des Harzes

inspirieren. Heute tun es ihnen die

Wanderer auf dem Harzer-Hexen-

Stieg gleich, denn der Top Trail of

Germany verbindet die schönsten

Landschaften im Harz zwischen

Osterode im Westen und Thale im

Osten. Auf 94 spannenden Kilometern

geht es zu einzigartigen Schauplätzen

wie der Oberharzer Wasserwirtschaft,

die noch heute aus

über 100 Teichen besteht und seit

2010 zum UNESCO-Weltkulturerbe

gehört, sowie vorbei an zahlreichen

Erlebnisinseln, künstlerischen Installationen

und romantischen Dörfern.

Die Fußreise durch den Harz

führt hinauf auf den nebelverhangenen

Brocken und hinab in wilde

Täler wie das Bodetal, das tiefste

Felsental in Mitteleuropa nördlich

der Alpen. Sprudelnd und tosend

schießt das Wasser durch die hohen

Felswände im „Grand Canyon“

des Harzes. Ganz gewiss, der Harzer-Hexen-Stieg

bedeutet Harz pur.

Übrigens: Für einen echten Adrenalinkick

sorgt die Überquerung

der „Titan RT“, der längsten Hängebrücke

ihrer Art, während die

Harzer Wandernadel zur Jagd auf

heißbegehrte Wandertitel bläst.

Weniger bekannt ist der Harzer

Grenzweg. Er macht sich auf eine

ganz besonders geschichtliche

Reise. Immer entlang der ehemaligen

deutsch-deutschen Grenze

überquert er den Harz mit großer

historischer Wucht. Vielerorts erinnern

Grenztürme, Befestigungen,

Gedenksteine und Mahnmale

an die deutsche Teilung. Sie regen

zum Nachdenken an und klären auf

über eine der bedeutendsten Epochen

deutscher Zeitgeschichte, die

man Dank des Harzer Grenzweges

auf verschwiegenen Grenzpfaden

und ehemaligen Kolonnenwegen

eindrucksvoll erwandern kann.

Es versteht sich von selbst, dass

auch im Harz mit seiner bewegten

Geschichte viele der sachsen-anhaltinischen

UNESCO-Welterbestätten

zu finden sind. Neben der

Oberharzer Wasserwirtschaft und

dem Erzbergwerk Rammelsberg

reihen sich außerdem das Dreigestirn

in der Altstadt von Goslar sowie

die wunderschöne Altstadt von

Quedlinburg in die Liste der Kulturschätze

des Landes ein. (js)

INFO: www.harzinfo.de

#wandervorfreude 39


Erzgebirge

Schauplatz wahrer Wanderträume:

Kaum eine Region ist so reich an unberührter

Natur, spannenden Erzählungen,

wechselhafter Geschichte und kulturellen

Schauplätzen wie das Erzgebirge.

Das Erbe

von Mensch und Natur

40 www.wandermagazin.de


Bilder wie diese: Der

feuerrote Sonnenuntergang

macht die

erzgebirgische Kulisse

perfekt

© TVE, Photoron

Rechts:

Perfekt

markiert.

Sorgenlos

wandern

auf dem

Kammweg

Erzgebirge-

Vogtland

© TVE,

Rene Gaens

D

as Erzgebirge südlich von

Chemnitz ist ein sagenhaftes

Land mit langer Tradition, die ihren

Ursprung in einer über 800 Jahre

alten Bergbaugeschichte hat. Noch

heute lebt der Geist dieser glorreichen

Zeit in beschaulichen Bergstädten

wie Schneeberg, Schwarzenberg

oder Zwönitz, die man auf

aussichtsreichen Panoramawegen

umwandern kann. Der Silberne Panoramaweg

Freiberg führt durch

das stadtnahe Grubenfeld zum

Silberbergwerk. Prachtvolle Häuser

und sakrale Bauwerke, wie der

Dom St. Marien, künden vom einstigen

Reichtum der Bergstädte. Mit

3.500 Mineralien, Edelsteinen und

Meteoriten beherbergt die „terra

mineralia“ eine der schönsten Mineralienschauen

der Welt. Ob auf

einer Stadtführung oder auf einem

der vielen Rundwanderwege, es

lohnt sich, auf Tuchfühlung mit

der sehenswerten Geschichte der

erzgebirgischen Kulturlandschaft

zu gehen, die seit 2019 auch auf

der Liste des UNESCO-Welterbes

prangt.

INFO: www.erzgebirge-tourismus.de/

Urlaub-im-Erzgebirge

tälern hat das Erzgebirge alles,

was Naturliebhaber suchen. Der

Kammweg Erzgebirge-Vogtland,

einer der Top Trails of Germany,

entführt Wanderer dabei von Altenberg

nahe der tschechischen

Grenze bis nach Blankenstein in

Thüringen zu den schönsten Winkeln.

Auf 285 abwechslungsreichen

Kilometern sind Hektik, Stress und

Trubel schnell vergessen, oft fehlt

gar der Handyempfang. Was dann

bleibt, ist die so wertvolle Zeit mit

sich und der Natur, die es mit dem

Erzgebirge wahrlich gut gemeint

hat. Dazwischen immer wieder

Schauwerkstätten traditionellen

Handwerks, welche die erzgebirgische

Wanderreise säumen. Spannende

Einblicke bei Herstellern von

Räuchermännchen oder Blumen-

Unten:

Wie gemalt.

Unterwegs auf

dem Glockenwanderweg,

dem ersten

seiner Art in

Deutschland

© TVE,

Uwe Meinhold

Gebettet sind all die historischen

Schauplätze in eine fantastische,

gar malerische Landschaft. Mit

grandiosen Blicken von windigen

Gipfeln aus hinaus ins Land, blühenden

Bergwiesen, die man mit

ihrem würzigen Duft in der Nase

sonst nur aus den Alpen kennt, tiefen

Wäldern und idyllischen Bach-

kindern in Seiffen und Olbernhau

oder beim Glasschleifer in Satzung

geben Einblick in jahrhundertealte,

noch heute lebendige Handwerkstraditionen.

Doch ganz egal, ob auf den Spuren

der lebhaften Geschichte oder einsam

wandernd inmitten unberührter

Natur das Wandern im Erzgebirge

kommt einer spannenden

Entdeckungsreise gleich, auf die

man sich ganz besonders freuen

kann. (js)

#wandervorfreude 41


Rhön

Kilometerweite

Stille

42 www.wandermagazin.de


Fernblick:

Die schier endlosen

Weiten der Rhön

© Arnulf Müller,

Rhön GmbH

Wandern durch die Rhön heißt

Abschalten und Krafttanken fernab

von Trubel und Hast. Denn in der

einzigartigen Kuppenlandschaft der Rhön

gibt es sie noch: die kilometerweite Stille.

INFO: www.rhoen.de

Rechts:

Abendstimmung.

Die

Sonne senkt

sich hinter den

Kuppen

© Arnulf

Müller,

Rhön GmbH

Unten:

Freiluftspielplatz.

Die Natur

spielerisch

erkunden

© Wolfgang

Fallier,

Rhön GmbH

E

inzigartig ist die Landschaft

der Rhön im Dreiländereck

von Bayern, Hessen und Thüringen

gewiss. Das Zusammenspiel

von sanften, waldlosen Kuppen

und den von beeindruckenden

Basaltformationen geprägten Gipfeln

mit fantastischen Weitsichten

ist ein sehenswertes Merkmal

von Deutschlands Mitte. Das Land

der offenen Fernen ist durchzogen

von einem hochklassigen

Wandernetz, allen voran der DER

HOCHRHÖNER®, der auf 180 km

Gesamtlänge einmal quer durch

das UNESCO-Biosphärenreservat

Rhön führt, wo übrigens auch hervorragender

Wein im Fränkischen

Saaletal gedeiht.

Wer es kürzer mag, findet mit den

30 zertifizierten Extratouren jede

Menge Wanderwege im Tagesbzw.

Halbtagesformat. Neu ist die

Extratour „Weinberg“ um Hünfeld

mit dem Aussichtsturm Via Regia,

teilweise mediterranem Flair sowie

fantastischen Fernblicken bis

in die Hochrhön. Ebenfalls neu ist

„Der Rasdorfer“, der sich auf die

Spuren gotischer, romanischer

sowie mittelalterlicher Epochen

und kulturellen Erbes begibt. Und

dann gibt es noch die 30. Extratour

im Bunde: Die brandneue Extratour

„Waldfenster“, die sich auf schmalen

Pfaden durch artenreiche Wiesenteppiche,

idyllische Auen sowie

üppige Buchenwälder schlängelt.

Die unverwechselbare Landschaft

der Rhön ist vulkanischen Ursprungs.

Sie erstreckt sich zu Füßen

der 950 m hohen Wasserkuppe,

dem höchsten Berg der Rhön,

die oftmals spannende Einblicke in

die Erdgeschichte zulässt. Die perfekte

Kulisse für 13 neue Familienwanderwege

in der Thüringischen

Rhön, auf denen Familien mit Kindern

ab Sommer 2020 die Freizeit

aktiv im Freien gestalten können.

Mit „Kinderaugen erschaffen“ vermitteln

sie nicht nur spielerisch

jede Menge Wissenswertes zu

Land, Leuten und Vergangenem,

sondern bieten die ideale Kulisse

für mehr Zeit mit der Familie. Also,

wenn das kein Grund für Wandervorfreude

ist? (js)

#wandervorfreude 43


Der Süden und Südwesten

Jarle Sänger spürt

#wandervorfreude

Das ist Pfälzer Freiheit:

Der Blick verliert sich in der Ferne

der Geist tut es ihm gleich

44 www.wandermagazin.de


Rheinland-Pfalz

Eine neue Heimat

In der nordrhein-westfälischen

Beethovenstadt Bonn geboren und

aufgewachsen, hatte ich es noch

nie weit nach Rheinland-Pfalz und

mittlerweile habe ich in der Osteifel

unweit des Rheins eine neue

Heimat gefunden. Raus aus der

Stadt und hinein in die Stille das

war, was ich suchte. Und das war,

was ich fand. Heute öffne ich das

Fenster und die frische Luft der

Eifel strömt in meine Nase. Ich öffne

die Tür, gehe ein paar Schritte

und bin im Grünen, wo sich über

mir erloschene Vulkankegel und

schroffe Felsen aufbauen. Wo ich

hinabblicke in tiefblaue Maare, geschaffen

von den Urgewalten der

Natur. Von hier aus ist es nicht

weit zum Westerwald, dessen grüne

Hügellandschaft gleich auf der

anderen Rheinseite auf mich wartet.

Auch der schier endlos weite

Pfälzerwald, das romantische Tal

der Mosel sowie das Mittelrheintal

oder die stillen Höhenzüge des

Hunsrücks liegen nicht weit weg.

Und auch wenn ich während des

Corona-Lockdowns alleine wandere,

sehne ich mich danach, wieder

mit meinen Freunden unterwegs

sein zu können. Um ihnen zu zeigen,

wie schön meine neue Heimat

ist.

Weißt du noch? Damals im Ahrtal:

Um mich herum nur Dunkelheit,

sonst nichts. In der Ferne leuchten

müde ein paar Laternen in der

Oben:

Auf Trekkingtour

im Pfälzerwald.

Die Burgruine

Scharfenberg im

Hintergrund

Unten:

Gelb so weit

das Auge reicht.

Rapsfelder in der

Eifel

Fotos, soweit

nicht anders

gekennzeichnet:

© Jarle Sänger

#WANDERVORFREUDE PFÄLZERWALD:

Es ist nicht lange her, da bin ich morgens mit

dem Gezwitscher der Vögel und dem seichten

Zug des Windes aufgewacht. Verschlafen zog ich

mein Zelt auf und war mitten im Wald.

Unterwegs auf den Trekkingplätzen im

Pfälzerwald ist man der Natur so nah wie sonst

kaum in Deutschland. 14 Trekkingplätze, mitten

in der Natur gelegen und nur zu Fuß erreichbar,

gibt es in der Pfalz und ich möchte sie alle

sehen. Darauf freue mich schon jetzt!

www.trekking-pfalz.de

Nacht. Das kleine Altenahr im Ahrtal

liegt still zu meinen Füßen. Und

die Welt, sie schläft längst. Doch

ich sitze hier oben, allein auf der

Engelsley, einem fast schon alpin

anmutenden Felsen. Drei Stunden

habe ich für meine Tour hierher

gebraucht, über kleine Felsen

bin ich im Schein der Stirnlampe

#wandervorfreude 45


Der Süden und Südwesten

durch die Nacht gekraxelt, habe

gekeucht und geschnauft. Alles

für diesen einen Moment mit mir

allein, an den ich so gerne zurückdenke.

www.ahrtal.de

Saarland

Ein Scheinzwerg

Viel zu selten bin ich im Saarland

unterwegs. Und das, obwohl das

kleinste Flächenland in Deutschland

ein so großartiges Wanderland

ist. Ein Wanderland, in dem

viel Platz für stille Pfade in unberührter

Natur ist. Wild ist es im

Reich von Saar und Mosel, die sich

sehenswerte Täler gegraben haben.

Auch im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

ist vieles allein

dem Lauf der Zeit sowie dem Tun

der Natur überlassen, ein klitzekleines

Stück liegt der aktuell

jüngste Nationalpark Deutschlands

im Saarland. Spektakulär

sind die Blicke, wie der von der

Cloef aus auf die Saar oder von

den Weinhängen bei Perl hinab

auf die Mosel. Und Losheim am

See gilt als eine der Wanderhochburgen

in Westdeutschland, von

wo aus unzählige Wanderwege in

alle Himmelsrichtungen starten.

Ob Tafeltouren oder Traumschleifen,

Qualitätswege findet man im

Saarland in jeder Ecke. Was für ein

Scheinzwerg! Warum also bin ich

so selten im Saarland gewesen?

Ich finde keine Antwort auf diese

Frage und so beschließe ich, mit

#WANDERVORFREUDE SAAR-HUNSRÜCK-STEIG:

Er ist einer der schönsten und bekanntesten

Weitwanderwege Deutschlands und doch ist er bis

heute ein schwarzer Fleck im Tagebuch meiner

Wandererlebnisse. Doch jetzt, wo Zeit ist, Pläne für

kommende Wanderabenteuer zu schmieden, freue

ich mich darauf, den 410 km langen Weg zwischen

Mosel und Rhein, zumindest in Teilen, endlich zu

erwandern!

www.saar-hunsrueck-steig.de

Blick in die Zukunft und der #wandervorfreude

im Rücken, wieder

öfter im Saarland Halt zu machen.

Weißt du noch? Damals an der

Saarschleife: Wer einmal an der

Cloef hoch über der Saarschleife

stand, wird diesen Blick nie

wieder vergessen. Der Anblick

der Saar, die sich in einer engen

Schleife zwischen die Steilhänge

des Durchbruchtals zwängt,

brennt sich ins Gedächtnis. Es

sind diese Wow-Momente, nach

denen wir Wanderer suchen. Und

noch oft denke ich an den Moment

zurück, als ich das Spektakel

das erste Mal bewundern durfte.

www.tourist-info.mettlach.de

Baden-Württemberg

Im Schatten schwereloser Tage

Was habe ich nicht schon für wundervolle

Zeit da draußen im Ländle

verbracht damals, als jeder

Schritt noch federleicht und die

Träume grenzenlos erschienen.

Was habe ich herumgetollt auf den

aussichtsreichen Höhen des sattgrünen

Hochschwarzwaldes. Wie

mutig bin ich hinab gestiegen in

die Tiefen der Schwäbischen Alb.

Und wie sorglos habe ich mich

gebadet im kühlen Nass des Bodensees.

Baden-Württemberg, die

Bühne meiner Nostalgie. Angefeuert

von der Sehnsucht nach der

Himmel & Hölle:

Das Teufelsloch

im Ahrtal gibt die

Abendstimmung

am Horizont frei

Rechts:

Eine Berühmtheit

der fantastische

Blick vom

Baumwipfelpfad

oberhalb der Cloef

auf die Saarschleife

© Michael Sänger

46 www.wandermagazin.de


Panoramablick

auf den

Brombachsee

© Archiv TV

Fränkisches

Seenland/

multimaps360°

In der Wutachschlucht

im Schwarzwald

© Michael Sänger

#wandervorfreude 47


Der Süden und Südwesten

Natur und einem Ende des Corona-Lockdowns,

ist sie größer denn

je. Ich kann es kaum erwarten,

wieder mal auf dem 1.241 m hohen

Kandel zu stehen, um dort in verblasste

Fußspuren zu treten. Um

in Erinnerungen zu schwelgen,

am Rande des sagenumwobenen

Blautopfs stehend. Und um wieder

zu flanieren, vorbei an friedlich

blökenden Schafen, die ihr Glück

in den Wacholderheiden auf der

Alb gefunden haben. Ich will wieder

wandern im Schatten schwereloser

Tage.

Die Sehnsucht ist groß:

Stiefel aus, ab ins Gras

und den Blick übers

Allgäu streifen lassen.

Burg Hohenzollern auf

der Schwänbischen Alb

bei Albstadt und den

Traufgängen

© Michael Sänger

Weißt du noch? Damals auf dem

Donauradweg: Gerne denke ich

noch heute zurück an Donaueschingen

am östlichen Rand des

Schwarzwaldes, wie ich begeistert

von der langen Reise der Donau,

die vom Fürstlich Fürstenbergischen

Schlossgarten aus ihren

Anfang nimmt, in die kreisförmig

gefasste Quelle blickte. Von hier

aus begleiteten wir den noch kleinen

Fluss auf seinem Weg zum

Schwarzen Meer. Ein paar Tage

lang per Rad und mit Zelt auf

unserem Rücken. Durch den wunderschönen

Naturpark Obere Donau,

Hand in Hand mit der jungen

Flussdame. Sehnsüchte, gespeist

aus der Erinnerung.

www.donau-radweg.info

#WANDERVORFREUDE TRAUFGÄNGE:

Die Vorfreude ist groß, darauf, endlich wieder

meinen Blick hinab von der steil abfallenden

Traufkante schweifen zu lassen und hinaus in die

Welt zu meinen Füßen zu schauen, während der

orange leuchtende Feuerball am schwäbischen

Horizont versinkt. So wie am Böllat, der ganz

sicher zu den spektakulärsten Aussichtspunkten

des Bundeslandes gehört und grandiose

Sonnenuntergänge verspricht. Unterwegs auf

dem Felsenmeersteig, einem von zehn

Traufgängen bei Albstadt, den ich unbedingt

noch einmal wandern möchte.

www.traufgaenge.de

48 www.wandermagazin.de


Bayern

Dem Himmel so nah

Das Land der Berge ist das Land

meines größten Fernwehs, denn

höher hinaus als in Bayern kommen

wir Wanderer in Deutschland

nicht. Und so zieht und zerrt und

reißt die Bergziege in mir mich

schon jetzt in Gedanken wieder

hoch hinaus auf das vernebelte

Rubihorn im Allgäu, hoch über

dem malerischen Gaisalpsee. Festgesetzt

zu Hause in der Heimat,

schließe ich die Augen und träume

vom Himmel. Dann rieche ich den

würzigen Duft vom frischen Heu.

Ich höre das Rauschen des wilden

Wassers, das sich am Zipfelsfall

nahe Bad Hindelang quellfrisch in

die Tiefe stürzt. Ich fühle den nackten

Fels, den ich beim Aufstieg zum

Brünnstein im Mangfallgebirge

mit festem Griff umklammere. Ich

schmecke das kühle Weißbier, das

angesichts des fließenden Schweißes

nirgends besser schmeckt als

hier oben auf der Freudenreichalm

über dem Schliersee. Und ich sehe

mich, inmitten der traumhaft schönen

Welt der Berchtesgadener

Alpen, wo ich im Zusammenspiel

von Begeisterung und Demut für

ein paar Tage nur das wahrnehme,

was wirklich zählt.

#WANDERVORFEUDE - NATURPARK AUGSBURG:

So schön die Alpen auch sind, so vielfältig ist der Rest von

Bayern. Und so freue ich mich, den Freistaat auch abseits

der höchsten Bergriesen des Landes bald noch besser

kennenlernen zu können. Vor allem unbekannte Flecken

wie der Naturpark Augsburg Westliche Wälder, der sich

südlich des Donautals und östlich von Augsburg erstreckt,

sind auf meiner Liste. Was wird mich erwarten in diesem

sanft gewellten Stück Natur, dem einzigen Naturpark

Mittelschwabens? Ich kann es kaum erwarten.

www.naturpark-augsburg.de

Weißt du noch? Damals auf der

Kösseine: Lange dachte ich, so

richtige Berghütten gäbe es nur

in den Alpen. Doch dann führte

mich meine Wanderreise durch

Deutschland in das Fichtelgebirge,

ganz im Norden von Bayern. Durch

das fantastische Felsenlabyrinth

Luisenburg, wo einst die Großen

unserer Geschichte, wie Johann

Wolfgang von Goethe oder Königin

Luise, ein und aus gingen, führte

mich der Weg hinauf auf die 959 m

hohe Kösseine, wo das gleichnamige

Berghaus direkt auf dem Gipfel

in der prallen Sonne badete. Was

für ein Ausblick, was für eine Einkehr

und was für eine Erinnerung.

www.das-koesseinehaus.de

Das Land der

wilden Berge: Die

Berchtesgadener

Alpen mit dem

wolkenverhangenen

Watzmann

#wandervorfreude 49


Westerwald

Wandertraum

in allen Farben

Der Westerwald seit jeher

die traumhafte Kulisse für

Wanderungen, die nachhaltig

begeistern und noch lange

nachwirken.

50 www.wandermagazin.de


Westerwälder

Picasso: Grünblaues

Kunstwerk am Dreifelder

Weiher

Rechts:

Sonniger

Weitblick:

In die Ferne

träumen am

Roßbacher

Häubche

Unten:

Felsiger

Rastplatz: Die

Seele baumeln

lassen bei Bad

Marienberg

Fotos:

© Dominik

Ketz, Westerwald

Touristik-

Service

D

er Duft nach Harz und Moosen

liegt in der Luft, vermischt

sich mit den satten Farben lichter

Buchen, blühender Wiesen sowie

glasklarer Seen und Bachläufe.

Wortwörtlich über Stock und Stein

führen die Wanderschuhe, Schritt

für Schritt über wurzelübersäte

Pfade, über Basalt, Schiefer und

Ton, die hier vielerorts die Landschaft

prägen. Immer ganz nah an

unberührter Natur, die fest mit der

lebendigen Kultur verwoben ist und

die an vielen Orten spannende Geschichten

zu erzählen weiß.

Mitten durch diese farbenfrohe

Landschaft schlängelt sich der zu

den Top Trails of Germany gehörende

WesterwaldSteig auf insgesamt

235 km. Er trägt seinen Schatz bereits

im Namen, denn die Wälder

sind immer wieder kraftvolle Begleiter

auf allen Wegen. Rund 16

erlebnisreiche Wandertage können

Wanderer zwischen Herborn im

Hessischen Westerwald und Bad

Hönningen im Rheintal einplanen.

Und was in der Großstadt längst

zum Relikt geworden ist, findet sich

im Westerwald in all den romantischen

Fachwerkdörfchen und beschaulichen

Städtchen überall: die

Nähe zu Land und Leuten, die ihre

Gäste nicht nur mit authentischer

Gastfreundschaft, sondern auch mit

Gutem aus Küche und Keller zu begeistern

wissen. Mit seinen Höhen

INFO: www.westerwald.info

und Tälern, den Fernblicken und

traumhaften Panoramen, aber auch

durch seine zahlreichen Naturdenkmäler

und -schutzgebiete sowie der

ausgezeichneten Qualitätsgastgeber

wird Wandern im Westerwald

nie langweilig. Gut sichtbare Markierungszeichen

und einheitliche Wegweiser

begleiten die Wanderer dabei

lückenlos auf Schritt und Tritt.

Doch auch für Tageswanderer hat

die Region zwischen Rhein, Lahn,

Dill und Sieg abseits des WesterwaldSteigs

einiges zu bieten. Auf

den als Qualitätswanderwegen zertifizierten

Wäller Touren tauchen

Naturbegeisterte noch tiefer in die

regionale Vielfalt ein, wo sich abwechslungsreiche

Streckenverläufe

und zahlreiche Höhepunkte

die Hand geben. Übrigens: Für alle

Bummler und Kurzentschlossene,

die sich am liebsten auf kurze Tour

begeben, eröffnen schon im Juni

2020 die „Kleinen Wäller“, bei denen

das erholsame Gehen ohne spezielle

Vorbereitung und Ausrüstung

im Mittelpunkt steht. Doch egal, ob

kurz, mittel oder lang die Vorfreude

auf Wandern im wunderschönen

Westerwald? Riesig! (js)

#wandervorfreude 51


PREMIUMWANDERN IM SAARSCHLEIFENLAND

Auf kleinem Raum konzentrieren sich im Reich der

Saarschleife, einem der schönsten Naturmotive

Deutschlands, 30 vom Deutschen Wanderinstitut

ausgezeichnete Wanderwege für alle Ansprüche.

Sie sind so idyllisch und abwechslungsreich,

dass sie den Sprung an die Spitze

der besten Wanderwege Deutschlands mit Leichtigkeit

geschafft haben. Natur tanken und Energie aufladen

in Weiskirchen, Wadern und Losheim am See

drei Regionen im Herzen des Saarschleifenlandes

stellen sich und ihre schönsten Wanderwege vor.

www.wanderlust.saarland

Wanderlust

im Saarschle

52 www.wandermagazin.de


ifenland

Naturtanken im

Saarschleifenland: Typische

Aussicht am Felsenweg

© Klaus-Peter Kappest,

Projektbüro

Saar-Hunsrück-Steig

#wandervorfreude 53


Saarschleifenland

Die Stadt Wadern

im Osten des Saarschleifenlandes ist

ein Genussort, wie er im Buche steht.

Wandern und Bummeln in und

um Wadern, das heißt probieren,

schmecken, genießen und entdecken.

Kulinarische

Zeitreise

54 www.wandermagazin.de


INFO: www.wadern-saarschleifenland.de

Auf Tuchfühlung:

Der Weg des Wassers

führt ganz nah ans

kühle Nass

© Klaus-Peter

Kappest, Projektbüro

Saar-Hunsrück-Steig

Rechts:

Zünftige Einkehr:

Auszeit

auf der Hochwaldalm

© Klaus-

Peter Kappest,

Projektbüro

Saar-Hunsrück-Steig

D

as satte Grün des Hochwaldes

wirkt wie ein Filter,

durch den man sich der Stadt Wadern

nähert. Überall liegt der Duft

von Wald und Wild in der Luft. Er

macht Lust, sich auf einem der

regelmäßigen Märkte in der Stadt

oder in den umliegenden Dörfern

mit Wurst und Schinken, frischem

Brot und heimischem Obst einzudecken.

Auch die vielen Hofgüter

in und um Wadern laden zum

Probieren von selbstgemachten

Leckereien ein. Authentischer Genuss

und traditionelles Handwerk

stehen hoch im Kurs. So verwundert

es nicht, dass der kulinarische

Kalender der Stadt jedes Jahr mit

zahlreichen Highlights gefüllt ist.

Ob „Waderner Marktsommer“, die

„Kartoffeltage Saar-Hunsrück“

oder die „Hochwälder Wildwoche“,

wenn Hornbläser ihr Halali erklingen

lassen Wadern versteht es,

kulinarische Genüsse aus der Region

ins Rampenlicht zu stellen.

Auch dank der Regionalinitiative

„Ebbes von Hei!“, die qualitativ

hochwertige Produkte und engagierte

Dienstleistungen aus dem

Saar-Hunsrück auszeichnet und

deren heimische Produkte auf vielen

Speisekarten der Stadt landen.

Doch genug geschlemmt, Wadern

ist auch zum Wandern da.

Vor allem die lange und bewegte

Geschichte Waderns gibt Anlass

für wandernde Entdecker, sich

auf eine spannende Zeitreise zu

begeben, bei der kaum eine Geschichtsepoche

ausgelassen wird.

Mal sind es keltische Funde oder

gallorömische Gräber, mal prächtige

Bauwerke wie die mittelalterliche

Burgruine Dagstuhl oder das

gleichnamige Barockschlösschen.

Wen es über die Stadtgrenzen hinaus

ins Freie zieht, der findet

auf dem Premium-Spazierwanderweg

„Bardenbacher Fels“ eine

wundervolle Landschaftskulisse

direkt vor den Toren der Stadt.

Der etwa einstündige Rundweg

führt durch stille Wälder und

Auen sowie zu gemütlichen Liegebänken

mit weiten Blicken.

Auch der Saar-Hunsrück-Steig,

einer der beliebtesten deutschen

Fernwanderwege, macht Halt in

Wadern, sodass kulinarische Genießer

und leidenschaftliche Wanderer

gleichermaßen ihr Glück in

Wadern finden. (js)

#wandervorfreude 55


Saarschleifenland

Ankommen!

Aufatmen!

Durchatmen!

Ob verwunschene Wälder oder weite Hügellandschaften

mit Panoramablick, ob anspruchsvolle Touren oder

spannende Familienwanderungen die Naturtankstelle

rund um Weiskirchen ist facettenreich.

56 www.wandermagazin.de


Wild und authentisch:

Erfrischung auf

dem Wildnis-Trail in

Weiskirchen

© Klaus-Peter

Kappest, Projektbüro

Saar-Hunsrück-Steig

Rechts:

Auf dem

Hochwaldpfad:

Einer von

vielen Panoramablicken

im

Saarschleifenland

© Klaus-Peter

Kappest,

Projektbüro

Saar-Hunsrück-Steig

Unten:

Wandern

durch sattes

Grün: Unterwegs

auf dem

Georgi Panoramaweg

© Saarschleifenland

Tourismus

GmbH,

W.Goetzingen

W

eiskirchen ist die nördlichste

Gemeinde des Saarlandes

und ein Heilklimatischer Kurort

der Premium-Class. Er liegt unmittelbar

am Südhang des „Schwarzwälder

Hochwaldes“ und mitten im

Herzen des Naturparks Saar-Hunsrück.

Es ist der schönen Höhenlage

zu verdanken, dass Wanderer in

den ausgedehnten Laub- und Nadelwäldern

nicht nur ein hervorragendes

Klima mit besonders reiner

Luft vorfinden, sondern auch viele

abwechslungsreiche Wanderwege.

Rund 160 km Premiumwanderwege

schlängeln sich durch die Region.

Einer davon ist der Hochwald-Pfad,

der sich seinen Weg mitten durch

den facettenreichen Wald bahnt.

Vorbei geht es am Herberloch, das

sich im Laufe der Zeit von einem

Steinbruch zu einem idyllischen

See entwickelt hat. Die Stille genießen

und in der Ruhe schwelgen

bei einer Rast am Ufer des kleinen

Naturwunders oder entlang der

wildromantischen Bachtäler fällt

das nicht schwer.

Auch der Wildnis-Trail macht seinem

Namen alle Ehre. Von Weiskirchen

aus führt er bald schon in

vollkommene Abgeschiedenheit.

Schmale, naturbelassene Pfade

tänzeln über die Höhenzüge des

nördlichen Saarschleifenlandes, die

auf 17,5 km wegen des markanten

Reliefs gute Kondition erfordern.

Doch wo Mühe, da auch ein Lohn:

Artenreiche und unberührte Wälder

sowie einsame Pfade vorbei an

sehenswerten Naturdenkmälern

vermitteln die langersehnte innere

Balance und Ruhe, die im Alltag all

zu oft zu kurz kommt.

Über sattgrüne Wiesen, weite Felder

und offene Weiden erschließt

sich derweil ein ganz anderes Panorama.

Die wunderschöne Hügellandschaft

auf dem Georgi-Panorama-Weg

ist ein herrlicher Kontrast

zum Schwarzwälder Hochwald.

Hier dominieren tolle Aussichten,

urige Busch- und kurze Waldpassagen

sowie erfrischende Bachläufe.

Auch die wie verzaubert wirkenden

Sumpflandschaften sorgen für lebhafte

Abwechslung und verbergen

seltene Tier- und Pflanzenarten.

Sanfte Steigungen, weicher Grasund

Waldboden sowie zahlreiche

Einkehrmöglichkeiten auf einer

Länge von 13,5 km machen den Georgi-Panorama-Weg

zur perfekten

Tour für die ganze Familie.

INFO: www.weiskirchen-saarschleifenland.de

Übrigens: An sog. „Baumelstationen“,

die an einigen Orten

im Saarschleifenland zu

finden sind, können Abenteurer

ihre Hängematten mitten

im Wald aufschlagen, um im

Anschluss tiefentspannt in

der Natur abzuhängen. Der

Verleih von Hängematten ist

kostenlos und über die Saarland

Touren-App planbar. (js)

#wandervorfreude 57


Saarschleifenland

Auf Tuchfühlung

mit der Natur

Malerische Aussichten,

romantische Bachtäler und schöne

Waldlandschaften

in Losheim am See wartet dank

10 der insgesamt 111 Traumschleifen in

der Premiumwanderregion

Saar-Hunsrück ganz

großes Wanderglück.

58 www.wandermagazin.de


INFO: www.losheim-saarschleifenland.de

Wie gemalt: Der

Losheimer Stausee

erfrischt auch an

heißen Tagen

Rechts:

Kunstvolle

Kulisse: Der

Waldsaumweg

verspricht

Natur zum Anfassen

Unten:

Über Stock

und Stein: Auf

dem Felsenweg

bei Losheim

am See

Fotos ©

Klaus-Peter

Kappest,

Projektbüro

Saar-Hunsrück-Steig

L

osheim am See im Herzen

des Saarschleifenlandes ist

so etwas wie das Wanderdrehkreuz

des Saarlandes. Am Ufer des

Stausees treffen sich Hochkaräter

wie der Saar-Hunsrück-Steig und

zahlreiche Traumschleifen, die den

Fernwanderweg als zertifizierte

Tagestouren auf seinem Weg von

Perl an der Mosel bis nach Boppard

am Rhein begleiten. Wanderfreundlich

markiert und abwechslungsreich

gestaltet, versprechen

die Traumschleifen unvergessliche

Erinnerungen.

Allen voran der 2005 zum schönsten

Wanderweg des Jahres gewählte

Felsenweg, auf dem dank

imposanter Felsformationen, zweier

Kneippanlagen, einem Barfußpfad,

spektakulären Aussichten,

idyllischen Streuobstwiesen sowie

neu angelegten Waldpfaden in romantischen

Bachtälern keine Langeweile

aufkommt. Über Stock und

Stein geht es mit Hilfe von Trittsteinen

über sprudelnde Bäche und

vorbei an den Resten der mittelalterlichen

„Römerburg“ sowie einem

Heiligtum aus der Keltenzeit.

Mit sage und schreibe 96 Erlebnispunkten

des Deutschen Wanderinstituts

ausgestattet, gehört er

auch heute noch zu den schönsten

und abwechslungsreichsten Wanderwegen

Deutschlands!

Schön und abwechslungsreich

geht es auch auf dem Schluchten-

pfad zu. Verschlungene Pfade

durch Grätschluchten mit einigen

anstrengenden Auf- und Abstiegen

bieten Stoff für sportliche Naturabenteuer.

Hohlwege leiten durch

urige Wälder, dann führen schmale

Wege sowie unebene Gras- und

Erdpfade zur „Großen Grät“. Der

Blick von oben in die steil abfallende

Schlucht ist gewaltig. Auf

den bunten Sandsteinfelsen zeigt

sich das Zusammenspiel von Sonne

und Wind, während von Moos

überzogene Felsen und Bäume

sowie Farne und Efeu den wilden

Anblick komplettieren.

Erfrischend und genussvoll geht

es derweil auf der Stausee Tafeltour

zu. Der Losheimer Stausee

lädt zum Bad im kühlen Nass,

während Panoramablicke in den

Hochwald und idyllische Waldsäume

mit schmalen Wiesen- und

Waldwegen zum Abschalten verleiten.

Zum Abschluss widmen sich

Wanderer dann den kulinarischen

Genüssen des Saarschleifenlandes.

Wen es stattdessen in die einzigartige

Stille des Waldes zieht,

der findet auf dem Waldsaumweg

sein Glück. Abgeschieden, nur vom

Rauschen des Windes und sanft

plätschernden Bächen umgeben,

tanken Wanderer hier Kraft und

Energie auf Tauchfühlung mit der

Natur. (js)

#wandervorfreude 59


Saarland

Dort, wo die Ruhe der Natur,

spannende Wanderwege,

historische Schauplätze und

Hochgenüsse der saarländischen

Küche zusammenkommen, da liegt

das Sankt Wendeler Land.

Am Hausberg

des Saarlandes

60 www.wandermagazin.de


Am keltischen

Ringwall bei

Otzenhausen: Blick

auf die glitzernde

Primstalsperre

Fotos © Josef

Bonenberger

Oben:

Saarländischer

Dom: Die Wendelinusbasilika

in St. Wendel

wird auch

„Wendelsdom“

genannt

Unten:

Prächtiges

Farbenspiel:

Wandern am

568 m hohen

Schaumberg

D

as Sankt Wendeler Land liegt

mitten im Naturpark Saar-

Hunsrück, im Norden des Saarlandes,

wo die abwechslungsreiche

Landschaft aus tief eingeschnittenen

Kerbtälern, romantischen

Bachtälern, waldreichen Höhenzügen,

fantastischen Aussichten und

einsamen Pfaden die Wanderherzen

höherschlagen lässt. Mitten in

der Stille dieser malerischen Landschaft

verstecken sich beeindruckende

Sehenswürdigkeiten, wie

der keltische Ringwall von Otzenhausen,

der bereits im ersten Jh.

vor Chr. zum Schutze gegen die Römer

erbaut wurde, das älteste Kloster

Deutschlands in Tholey, die Marienverehrungstätte

„Härtelwald“

oder die Straße der Skulpturen, die

auf 19 km mit über 50 Kunstwerken

einer beeindruckenden Open-Air-

Galerie gleichkommt und am tiefblauen

Bostalsee ihr Ende findet.

Das Schöne ist: Sorgen müssen

sich Wanderer im Sankt Wendeler

Land wahrlich nicht machen, die

meisten der Wanderwege sind vom

Deutschen Wanderinstitut mit dem

Premiumsiegel ausgezeichnet und

versprechen nicht nur ein hohes Erlebnisniveau,

sondern auch lückenlose

Markierung. Nur selten führen

die zwischen 6 und 19 km langen

Premiumwege im Sankt Wendeler

Land, ganz egal ob Pilger-, Themen-,

oder Tafeltouren, über breite

Forstwege. Stattdessen dominieren

abwechslungsreiche Pfade

das Geschehen im Reich des aussichtsreichen

Schaumbergs, dem

Hausberg des Saarlandes. So wie

auf dem Tiefenbach-Pfad, einem

der schönsten Wanderwege der

Region, der abtaucht in das Reich

jahrhundertealter Buchen und Rast

macht am Wendelinushof, wo allerhand

regionale Produkte auf der

Speisekarte stehen. Mit einem Spaziergang

durch das mittelalterliche

Ambiente der St. Wendeler Altstadt

im Anschluss wird der Wandertag

perfekt.

Ganz besonders kulinarisch wird

es auf den Tafeltouren, die zwei

Hochgenüsse gekonnt miteinander

verbinden: leckeres Essen und

Wandern. Gleich drei saarländische

Tafeltouren führen durchs Sankt

Wendeler Land, sie zeichnen sich

vor allem durch die authentischen

Restaurants und Gasthäuser zu Beginn

bzw. am Ende der Touren aus

und sorgen schon jetzt für riesengroße

#wandervorfreude! (js)

INFO: www.sankt-wendeler-land.de

#wandervorfreude 61


Saarland

Abhängen

im Urwald

62 www.wandermagazin.de


Die besondere Pause in einem

besonderen Wald finden

Wanderer unmittelbar vor

den Toren der saarländischen

Landeshauptstadt Saarbrücken.

Links:

Ein

Kindertraum:

Spannende

Erlebnisse

warten im

Saarbrücker

Urwald

© Manuela

Meyer, RV

Saarbrücken

Rechts:

Natur trifft auf

Moderne: Der

Infopavillon im

Saarbrücker

Urwald

© Monika

Prießnitz, RV

Saarbrücken/

NABU

Saarland

E

inmal durch den Urwald, bitte.

Die vom Deutschen Wanderinstitut

zertifizierte „Urwald-Tour“

ist einer von insgesamt sechs Premiumwanderwegen

in der Region

Saarbrücken. Er führt mitten durch

die grüne, rund eintausend Hektar

große Oase am Rande von Saarbrücken,

die vor rund zwanzig Jahren

aus der Forstwirtschaft entlassen

wurde und heute den passenden

Namen „Urwald“ trägt. Und wie in

einem echten Urwald wechseln sich

die Bilder unterm dichten Blätterdach

stetig ab. Mal sind es munter

plätschernde Bachläufe, mal verwunschene

Waldseen, entwurzelte

Bäume und mal morastige Sumpflandschaften,

die zur urwüchsigen

Kulisse beitragen. Zusammen mit

dem abwechslungsreichen Relief

birgt der Urwald von Saarbrücken

kurzweiligen Wanderspaß, für den

sich auch jüngere Wanderer leicht

begeistern lassen.

Ganz egal, ob jung oder alt, was

wäre das Wandern ohne die Rast?

Auf der Urwald-Tour wird selbst

die Pause zum Highlight, denn

die Saarbrücker Premiumtour ist

einer von insgesamt zehn saarländischen

Wanderwegen mit sog.

„Baumelstationen“. Baumelstationen?

Das sind ausgewählte Plätze

im Wald mit speziell markierten

Bäumen, an denen Hängematten

aufgehängt werden dürfen. Und

da nicht jeder eine solche Baumelmatte

im Rucksack hat, gibt es

diese gegen eine Kaution von 20

Euro an Stellen wie der Tourist-Information

im Saarbrücker Schloss

kostenlos zum Verleih. Eingerollt

in einem kleinen, bananenförmigen

Tragebeutel wiegt sie gerade mal

500 Gramm nicht viel für ein Bett

unter freiem Himmel. So einfach

der Verleih, so simpel auch der Aufbau:

Bereits fix und fertig verknotet

muss die Hängematte nur noch

um den Baum geschlungen und

festgezogen werden, fertig ist die

Wohlfühloase im Freien. Was dann

bleibt, ist entspanntes Schaukeln

mitten im Saarbrücker Urwald, wo

das malerische Bild aus Buchenzweigen,

Eichenlaub, Wolkenweiß

und Himmelblau ganz sanft in den

Schlaf wiegt. Was für ein Entspannungsort,

fernab jeglicher Alltagshektik.

Abschalten und Entspannen:

Die Seele baumelt in der Hängematte

© Saarroamers, RV Saarbrücken

Die „Urwald-Tour“ findet man, wie

die übrigen Wege mit „Baumelstationen“

samt der Verleihstellen, in

der Saarland Touren App oder unter

der untenstehenden

Infoadresse. (js)

INFO:

www.tostay.saarland

#wandervorfreude 63


Pfalz

Oben:

Im hügeligen Pfälzer Bergland

zur Ruhe finden

Unten:

Dahner Felsenpfad

Wandern

Wandern

à la Pfalz

à la Pfalz

64 www.wandermagazin.de


Ob Entspannung oder Abenteuer:

Im Pfälzer Wandermenü sind

Wege für jeden Geschmack.

Rechts:

Entspannt

wandern auf

dem Veldenz

Wanderweg

alle Fotos

© Pfalz.

Touristik e.V.

Als Gastgeber mit Leib und Seele

freuen sich die Pfälzer, endlich

wieder Wandergäste in ihrer Region

begrüßen zu können. Die Hügellandschaften

des Pfälzer Berglandes, die

Auwälder entlang des Rheins und die

Pfälzer Sandsteinfelsen warten nur

darauf, von Wanderern entdeckt zu

werden.

Das Wandermenü Pfalz

Die Pfalz ist bekannt für kulinarische

Spezialitäten wie Wein, Mandellikör

oder auch den Dubbes, eine regionale

Gewürzmischung. Wer diese

Köstlichkeiten noch nicht probiert

hat, kann dies auf einer Wanderung

durch die sanfte Wald- und Hügelwelt

der Pfalz nachholen. Denn die

48 Wanderwege des „Wandermenü

Pfalz“ verbinden Genuss, Kulinarik

und Naturerleben miteinander.

Hier werden Geselligkeit und Gastfreundschaft

groß geschrieben. Das

können Wanderer auf jeder Tour feststellen.

Neben wohltuender Ruhe in

der weiten, nahezu ursprünglichen

Natur, treffen sie auf Bewohner, die

INFO: www.pfalz.de/wandermenue-magazin

die Region zu dem machen, was sie

ist. Kleine Läden oder urige Hütten finden

sich entlang der Wanderwege und

laden ein zum Entdecken und Genießen.

Zum Beispiel auf dem rund 60 km

langen Veldenz-Wanderweg: Hier tauchen

Wanderer ein in die „alte Welt“

und lernen Familien kennen, die sich

seit Generationen liebevoll dem Handwerk

und der Landwirtschaft widmen.

Bei einer Wanderung durch das

Dahner Felsenland hingegen zeigt

sich die Pfalz von ihrer rauen Seite:

Bizarr geformte Felsformationen aus

Buntsandstein ragen aus den Bäumen

des Pfälzerwaldes empor.

Besonders zahlreich sichtbar werden

sie auf dem etwa 18 km langen

Dahner Rundwanderweg. Ebenfalls

durch die Südwestpfalz führen

der 15 km lange Hauensteiner

Schusterpfad und der 6 km lange

Teufelspfad beide Wege stehen

übrigens in diesem Jahr zur Wahl

als „Deutschlands Schönster Wanderweg“.

Auch Kinder werden begeistert

sein von den Felskolossen

und verwunschenen Wäldern dieser

Wanderregion. Denn so fühlt sich

Abenteuer an! (ag)

#wandervorfreude 65


Kaiserstuhl

Platz an der

Sonne

66 www.wandermagazin.de


Sehenswert und verheißungsvoll:

Unterwegs

inmitten der Weinberge

© Patrick Kunkel,

Naturgarten Kaiserstuhl

Verwöhnt von Sonne und

einzigartiger Landschaft, lädt

der Naturgarten Kaiserstuhl

auf Entdeckungsreise mit

mediterranem Flair.

Links:

Grandiose

Abendstimmung:

Blick

vom Eichelspitzturm

© DerLichtklicker,

Naturgarten

Kaiserstuhl

Rechts:

Schmuckstück

mit Weitblick:

Die terrassierte

Weinkulisse

des Kaiserstuhls

© Schröder

Esch, Naturgarten

Kaiserstuhl

W

ie Inseln im Meer erheben

sich die grünen Weinterrassen

von Kaiserstuhl und Tuniberg

aus der Oberrheinebene

zwischen Schwarzwald und dem

Rhein, es ist die sonnenreichste

Gegend Deutschlands. Kein

Wunder ist es da, dass hier nicht

nur ausgezeichnete Weine sowie

eine exzellente Küche, sondern

auch eine in Deutschland nahezu

einzigartige Landschaft zu

Hause sind. Auf dem ehemaligen

Vulkan herrscht heute ein fast

schon mediterranes Klima, in der

eine außergewöhnliche Flora und

Fauna gedeiht. So bilden artenreiche

Mischwälder, aussichtsreiche

Weinterrassen und ausgedehnte

Naturschutzgebiete das

landschaftliche Kunstwerk ganz

in der Nähe zu den Grenzen von

Frankreich und der Schweiz. Und

wenn im Frühling die zahlreichen

Obstbäume die ganze Region mit

ihrem bunten Blütenband überziehen,

ist der Zauber vollends

perfekt.

Über 400 km ausgeschilderte

Wanderwege sowie Themen- und

Lehrpfade durchziehen Deutschlands

Sonnenterrasse zwischen

Südschwarzwald und Rhein.

Dabei erschließen 10 Themenachsen

die Wanderreviere von

Kaiserstuhl und Tuniberg, ob von

Süden nach Norden oder von

Westen nach Osten. Darunter

tummeln sich Aushängeschilder

wie der Kaiserstuhlpfad, der

INFO: www.naturgarten-kaiserstuhl.de

vom Deutschen Wanderverband

zum Qualitätsweg zertifiziert und

von über 17.000 Wanderern aus

ganz Deutschlands zu einem der

schönsten Wanderwege 2019 gekürt

worden ist. Doch egal, ob auf

dem Kaiserstuhlpfad oder einem

der vielen anderen Routen, sie

alle weisen den Weg zu seltenen

Smaragdeidechsen, wilden Orchideen,

historischen Lösshohlgassen,

bezaubernden Vogelarten

und anderen Naturschätzen, die

den Naturgarten Kaiserstuhl so

wertvoll und einzigartig machen.

Ganz vorne mit dabei ist auch der

Burgunderpfad, der quer durch

die Natur des Tunibergs führt. Es

ist ein ganzes Wegenetz im Naturgarten

Kaiserstuhl, welches

durch lokale Themenrundwege in

einzelnen Orten ergänzt worden

ist. Fest steht: Deutschland hat

einen Platz an der Sonne; und der

ist ganz im Südwesten des Landes

zu finden. (js)

#wandervorfreude 67


Zollernalbkreis

Blumige Kulisse:

Hechingen mit der

Burg Hohenzollern

im Hintergrund

Wanderparadies

Hechingen

68 www.wandermagazin.de


Fernab bekannter und viel bewanderter

Pfade ist das Wanderparadies ein

Geheimtipp auf der Schwäbischen Alb.

Rechts:

In Hechingen

wandert auch

der gestiefelte

Kater

alle Fotos

© Stadt

Hechingen

Unten:

Die Friedhofskirche

Schlatt

unterhalb des

Kirchenköpfle

Links unten:

Entspannte

Wanderpause

in der Heide

A

m Westrand der Schwäbischen

Alb, unterhalb der Burg

Hohenzollern gelegen, befindet

sich das Wanderparadies Hechingen.

Ursprünglich und fernab der

bekannten und viel bewanderten

Pfade erweist sich die Region als

Geheimtipp auf der Alb. Ob groß,

ob klein, sportlich oder eher genussorientiert,

allein oder mit der

ganzen Familie: Hier findet sich für

jeden was.

Paradiesische Wanderungen

Derzeit führen drei Rundwanderwege

durch das Wanderparadies

Hechingen, weitere Touren sind in

Umsetzung. Märchenhaft geht es

auf der 4,5 km langen Martinsberg-

Tour zu, die sich perfekt für Familien

eignet. Unterwegs treffen diese auf

Hänsel und Gretel oder auch den

gestiefelten Kater. Wunderschöne

Ausblicke auf die Burg Hohenzollern

lassen dabei Träume vom Leben

als Ritter oder Prinzessin entstehen.

Die farbenfroh blühenden

Landschaften der Region können

Wanderer auf der 5,6 km langen

Heideweg-Tour erkunden. Sie führt

mitten durch die artenreiche „Beurener

Heide“ und bietet Erholung

INFO: www.hechingen.de

fernab des Alltagstrubels. Hoch

hinauf geht es schließlich auf der

9,4 km langen Kirchenköpfle-Tour.

Auf naturbelassenen Wegen und

über verschlungene Pfade führt sie

auf den Albtrauf. Aussichten vom

Köhlberg auf die Burg Hohenzollern

oder bis in den Schwarzwald

belohnen für den anstrengenden

Aufstieg.

Auch abseits der Wanderwege hat

Hechingen einiges zu bieten. Sind

die Füße müde von der Wanderung,

finden sie auf dem Barfußparcours

„erleb-dich-pfad“ zu neuen Kräften.

Oder wie wäre es mit einer Reise in

die Vergangenheit? Das Römische

Freilichtmuseum Hechingen-Stein

bietet Einblicke in das Alltagsleben

der Römer. Zum Ausflug ins Museum

passt die 5,7 km lange Römer-

Tour, die im Herbst 2020 eröffnet

wird. Hier können Kinder an Spielstationen

ihre Fähigkeiten unter

Beweis stellen und so eine Antwort

auf die alles entscheidende Frage

finden: Bin ich geschickt genug, um

eine Legion zu führen? (ag)

#wandervorfreude 69


Schwäbische Alb

Der Volksmund sagt:

Gegensätze ziehen sich an.

Metzingen am Fuße der Schwäbischen

Alb zeigt mit naturnahen Wanderwegen

und einem lebendigem Stadtleben

eindrucksvoll, wie das geht.

Zwei Gesichter

einer Stadt

70 www.wandermagazin.de


Herlis Häusle

im Metzinger

Weinberg

mit Blick auf

Metzingen

© Achim Mende

Unten:

Um sich

einmal frei zu

fühlen wie ein

Vogel dazu

dient dieser

beflügelte

Wanderweg.

© Angela

Hammer,

hochgehberge

E

s ist ruhig, hoch oben am Gelben

Fels, wo sich ein fantastischer

Blick über das lebendige

Metzingen im schönen Ermstal und

hinüber zu den Höhen der Schwäbischen

Alb auftut. Blicke wie dieser

sind rund um die Kleinstadt,

die gebettet im Schoß der Albausläufer

liegt, wahrlich keine Seltenheit.

Hochgehflogen heißt der zertifizierte

Premium-Wanderweg, der

Ferngucker und Ruhesuchende zu

diesem und anderen grandiosen

Aussichtspunkten über den roten

Dächern von Metzingen führt. Er

hält, was sein Name verspricht.

So wie der Hochgehflogen macht

auch der Weinerlebnisweg seinem

Namen alle Ehre. Er führt auf zwei

miteinander verbundenen Wegen

direkt durch die beiden Weinberge

von Metzingen, wo der edle

Tropfen bereits seit dem 11. Jahrhundert

wächst und gedeiht. Die

Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen

ist die kleinste

Erzeugergemeinschaft im Weinland

Württemberg und doch versprüht

die schwäbische Weinstadt,

nicht zuletzt dank des beschaulichen

Weinbaumuseums sowie der

kleinen Vinothek am historischen

Kelternplatz, unverhohlen ihren

Charme.

Der dritte Rundwanderweg im

Bunde ist der Gustav-Ströhmfeld-

Weg, benannt nach einem der ersten

Mitglieder des Schwäbischen

Albvereins und Erfinder des Wegzeichensystems

der Schwäbischen

Alb. Er gilt als einer der schönsten

Wanderwege am Albtrauf. Von

Metzingen aus führt die abwechslungsreiche

Wanderung vorbei an

grandiosen Ausblicken hinaus ins

Ländle, durch stille Wälder sowie

sehenswerte Streuobstwiesen bis

nach Neuffen. Unterwegs auf überwiegend

naturnahen Pfaden lädt

das Gasthaus der Naturfreunde

Falkenberg zur wohlverdienten

Rast mit regionaler Küche ein.

Während draußen in der Natur

vor allem Entschleunigung zu finden

ist, zeigt die Geburtsstadt von

Hugo Boss in ihrem Herzen ein

überaus quirliges und lebendiges

Gesicht. Vor allem in der Outletcity

Metzingen, ganz im Zeichen von

internationalen Labels, berühmten

Designern und extravagantem Lifestyle,

werden Stadtbummler und

Modeliebhaber fündig. Aber auch

preisgekrönte Architektur und zahlreiche

Gartenwirtschaften, gemütliche

Cafés sowie hochwertige Restaurants

laden zur Stadterkundung

ein. Wer sagt’s denn, Metzingen hat

für alle ein passendes

Ass im Ärmel. (js)

INFO: www.metzingen.de/de/wandern

#wandervorfreude 71


Liebliches Taubertal

Durch deutsche

Geschichte

Wandern mit Ausblick:

Den Main zu Füßen

© Peter Frischmuth,

Tourismusverband

Liebliches Taubertal

72 www.wandermagazin.de


Ob Strecken- oder

Rundwanderwege, ob Pilgeroder

Themenwege, das „Liebliche

Taubertal“ lockt hinaus zum

Flanieren unter der Sonne.

Rechts:

Fränkisches

Wanderglück:

Im Hintergrund

schlummert

Tauberbischofsheim

© Peter

Frischmuth,

Tourismusverband

Liebliches

Taubertal

S

onnig war auch der Weinherbst

des Jahres 1865, als „Wanderprofessor“

Wilhelm Heinrich

Riehl feststellte: „Ein Gang durch

das Taubertal ist ein Gang durch

deutsche Geschichte“. Wie Recht

er doch hatte, denn noch heute ist

das „Liebliche Taubertal“ ganz im

Nordosten von Baden-Württemberg

geprägt von Jahrhunderten

deutscher Geschichte. Am Fuße

der fruchtbaren Weinhänge finden

Wanderer sehenswerte Baukunst,

die kreative Köpfe wie Kurt Tucholsky

oder Clemens von Brentano

schon damals ins Schwärmen

versetzte. Sakrale Bauwerke und

mittelalterliches Flair gibt es nicht

nur im weltbekannten Rothenburg

ob der Tauber, sondern auch in vielen

der idyllisch gelegenen Weindörfer

und Kleinstädten, die den

Reiz der lieblichen Mittelgebirgslandschaft

ausmachen.

TIPP:

Serviceleistungen wie

„Wandern ohne Gepäck“ oder

die Taubertäler Rad- und Wanderzüge

bzw. der Radbus machen das Wandern

im „Lieblichen Taubertal“

noch bequemer!

INFO: www.liebliches-taubertal.de

Auch Wanderer können sich auf

diesen Gang durch die Geschichte

machen. Zum Beispiel auf dem

Panoramaweg Taubertal, der in

Rothenburg o. d. Tauber seinen

Anfang nimmt und in Freudenberg

am Main nach 133 eindrucksvollen

Kilometern sein Ende findet. Ausgestattet

mit dem Qualitätssiegel

„Wanderbares Deutschland“ ist er

das Wander-Aushängeschild des

Taubertals. Hier finden Wanderer

nicht nur eine hervorragende

Wanderinfrastruktur, sondern auch

jede Menge Ruhe und Erholung inmitten

fränkischer Natur.

Eine solch geschichtsträchtige Kultur-

und Naturlandschaft ist zum

Pilgern wie gemacht. So durchzieht

auch der 170 km lange Jakobswanderweg

Odenwald, Main- und Taubertal

die fränkische Weinregion,

wo zahlreiche Zeugnisse früherer

Pilger am Wegesrand warten. Darüber

hinaus führen meditative

Wanderwege zu wunderschönen

Kirchen, Kapellen oder Bildstöcken.

Ganz gewiss, im „Lieblichen

Taubertal“ finden Wanderer sowohl

Zeit als auch die richtige Kulisse,

um inne zu halten.

Mit rund 30 Rundwanderwegen

zwischen 8 und 15 km Länge haben

Wanderer die Möglichkeit, das

Taubertal und seine versteckten

Nebentäler auch tageweise zu erkunden.

Besonders verheißungsvoll

klingen dabei die drei Bierwanderwege

sowie die Qualitätswege

LT 2 Wildbach, LT 6 Wasser.Wein.

Weite und LT-M6, die ebenfalls mit

dem Siegel des Deutschen Wanderverbandes

ausgestattet sind. (js)

#wandervorfreude 73


Rothenburg ob der Trauber

Das Fränkische

Jerusalem

74 www.wandermagazin.de


Wie aus einer anderen

Zeit: Wandern auf dem

Taubermühlenweg

© Rothenburg

Tourismus Service,

P. Frischmuth

Sehenswerte Blicke in und auf

die weltberühmte Altstadt von

Rothenburg ob der Tauber im

Nordwesten Bayerns begeistern

Wanderer aus aller Welt.

Rechts:

Aus der Ferne:

Rothenburgs

mittelalterliches

Stadtpanorama

© Rothenburg

Tourismus

Service,

F. Respondek

Unten:

In voller

Pracht:

Der Burggarten

in

Rothenburg

o. d. Tauber

© Rothenburg

Tourismus

Service,

W. Pfitzinger

E

s war Caspar Bruschius im Jahre

1555, der in Rothenburg ob

der Tauber einen Hauch von Jerusalem

mitten in Franken erkannte.

Was er sah, war der romantische

Stadtkern aus gepflasterten Straßen,

kleinen Gassen, sehenswerten

Brunnen und romantischen Fachwerkhäusern,

die umgeben von

mächtigen Türmen, Stadttoren und

-mauern noch heute Besucher aus

aller Welt in längst vergangene

Zeiten träumen lassen. Doch auch

unzählige grüne Oasen schlummern

in der pittoresken Mittelalterstadt.

Prachtvolle Gärten, wie der

Burg- oder der Klostergarten, die

Rothenburger Riviera, der Leyks

Lotos-Garten oder der Landschaftspark

des Wildbads sind neben sieben

weiteren Privatgärten die ganz

besonderen Sehenswürdigkeiten

der Themenjahre 2020 und 2021.

Unter dem Motto „Rothenburg

als Landschaftsgarten“ nimmt die

Stadt an der Tauber den Blick der

Maler, Schriftsteller, Architekten

und Städteplaner an

und zeigt auf, wie

üppig und grün das

Herz von Rothenburg

ist. Zahlreiche

Veranstaltungen und

Ausstellungen laden

dabei zur spannenden

Reise durch eine

der schönsten Städte

Deutschlands.

Doch nicht nur von

nah, auch von fern

weiß sich das malerische

Stadtbild von

INFO: www.rothenburg-tourismus.de

Rothenburg immer wieder geschickt

zu wandeln. Ob von der Hohenloher

Ebene betrachtet und mit Blick auf

die stolze St. Jakobskirche oder aus

dem Taubertal heraus, wo die aus

Stein gemauerten Kunstwerke des

Mittelalters imposant am Horizont

prangen. 13 bestens markierte und

eng miteinander verknüpfte Wanderwege

führen von den Toren der

Altstadt aus in alle Himmelsrichtungen.

Beeindruckende Blicke auf

Rothenburg sowie eher unbekannte

Kunstwerke und Baudenkmäler,

versteckt vor der Stadtmauer gelegen,

säumen die Wege, die mal hinaufsteigen

auf die aussichtsreichen

Höhen des Naturparks Frankenhöhe

oder eintauchen in das idyllische

Tal der Schandtauber. Auch im Tal

der quirligen Tauber, wo der Taubermühlenweg

21 historische Mühlen

miteinander verbindet, finden

Wanderer gleichermaßen ihr Glück

wie auf zahlreichen Pilgerwegen,

die sich am historischen Pilgerknotenpunkt

in Rothenburg ob der Tauber

auf ihrer Reise nach Santiago

de Compostela vereinen. (js)

#wandervorfreude 75


Frankenwald

Authentisch, ursprünglich

und abseits des Massentourismus

der Naturpark Frankenwald

ist Bayerns erste

„Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“.

Draußen.

Im Wanderwald.

76 www.wandermagazin.de


Traumhaft

Orangefarbene

Abendstimmung über

dem Frankenwald

© Frankenwald

Tourismus, Marco

Felgenhauer

Rechts:

Idyllisch

Schlafen

inmitten der

Natur auf den

drei Trekkingplätzen

im

Frankenwald

© Frankenwald

Tourismus,

Marco

Felgenhauer

Unten:

Himmlisch

Sommerliche

Abkühlung am

Teufelssteg im

Höllental

© Frankenwald

Tourismus,

Marie Setale

S

tille hören, Weite atmen und

Wald verstehen das sind die

drei dominanten Erlebnisse des

Frankenwaldes, ganz im Norden

von Bayern. Immer wieder begegnen

sie den Wanderern unterwegs

in der bayerischen Mittelgebirgslandschaft,

die mit überraschenden

Ausblicken von den windigen

Hochebenen, facettenreichen Wäldern

und friedlichen Bachtälern

alle Komponenten einer traumhaften

Kulisse mit sich bringt. Aushängeschild

der Frankenwälder

Wanderfreuden ist der FrankenwaldSteig,

der auf 242 spannenden

Kilometern einmal um den

Frankenwald herumführt. Tageswanderer

finden ihr Glück hingegen

auf 31 FrankenwaldSteigla,

die in der ganzen Region verteilt

sind und als zertifizierte Qualitätswege

von 5 bis 18 km Länge vorbei

an naturkundlichen Schönheiten,

historischen Sehenswürdigkeiten

oder kulturellen Schätzen führen

und dabei vor allem eines ermöglichen:

Abschalten und Loslassen.

Spätestens bei einer Nacht unter

freiem Himmel in einem der drei

neuen Trekkingcamps des Frankenwaldes,

versteckt inmitten des

Waldes gelegen, ist die Hektik des

Alltags weit weg.

INFO: www.wandern-im-frankenwald.de

Wenn der Frankenwald, den seine

Gäste auch gern mal den Wanderwald

nennen, eines versteht,

dann ist es das Wandern. Denn

um „Qualitätsregion Wanderbares

Deutschland“ zu werden, müssen

mehr als 40 Kriterien erfüllt sein.

Darunter sind ein zertifiziertes

Wanderwegenetz, aktuelle Wanderinformationen,

verschiedene

Servicedienstleistungen rund

ums Wandern sowie jede Menge

authentische Gastgeber, die nicht

nur speziell Wanderer herzlich

willkommen heißen, sondern vor

allem mit fränkischen Genüssen

zu verwöhnen wissen. Und dass

es im Frankenwald genussvoll zugeht,

beweist die Zugehörigkeit zu

Franken, wo es nachweislich die

größte Brauerei-, Bäckerei- und

Metzgereidichte der Welt gibt. Kein

Wunder ist es da, dass gleich sieben

der „100 Genussorte Bayerns“

im Frankenwald zu finden sind, wo

traditionelle Bratwurst, Frankenwälder

Zicklein und andere fränkische

Schmankerln aus den urigen

Gasthäusern nicht mehr wegzudenken

sind. (js)

#wandervorfreude 77


Oberpfälzer Wald

Authentisch und

echt: Natur pur auf

dem waldreichen

Nurtschweg bei Bärnau

© Oberpfälzer Wald,

Thomas Kujat

Oberpfälzer

Wanderglück

78 www.wandermagazin.de


Die Auszeit ruft!

Wer raus in die Natur und das

Glück beim Wandern finden will,

ist auf dem Nurtschweg im

Oberpfälzer Wald genau richtig.

Rechts:

Was für ein

Auftakt: Die

Dreifaltigkeitskirche

Kappl

am Startpunkt

des Nurtschweges

© Oberpfälzer

Wald, Thomas

Kujat

Unten:

Klein, aber

wunderschön:

Der Muglbach-

Wasserfall

plätschert

munter vor

sich hin

© Oberpfälzer

Wald, Matthias

Kunz

S

tille Waldwege, verträumte

Teiche, weite Blicke über die

Baumwipfel hinweg und ab und

an das sanfte Plätschern eines

Bächleins: Wald und Wasser sind

die Elemente, die den Oberpfälzer

Wald ganz besonders prägen und

die das Wandern durch die märchenhafte

Kulisse so zauberhaft

machen. Hier im Norden Bayerns

finden Wanderer unverfälschte Natur,

herzliche Gastgeber sowie ein

gut ausgebautes Wanderwegenetz.

Der Oberpfälzer Wald ein Ort zum

Abschalten und Glücklichsein. Spätestens

wenn die zarten Sonnenstrahlen

des Morgens durch die

Äste brechen, Moos und Steine zum

Funkeln bringen und das Leben im

Wald aus dem Tiefschlaf kitzeln,

sind Stress und Alltagssorgen weit,

weit weg.

Die Oberpfälzer Glückseligkeit begleitet

den 133 km langen Qualitätsweg

Nurtschweg auf Schritt

und Tritt. Gleich zu Beginn auf den

ersten drei Etappen von Waldsassen

bis Bärnau erleben Wanderer

ein großes Stück vom Nurtschweg-

Glück. Im Stiftland, dem ehemaligen

Herrschaftsbereich des Klosters

Waldsassen, gehen barocke

Baukultur und die weiten Wälder

des Grünen Dachs Europas Hand

in Hand. Start des Nurtschwegs ist

die Dreifaltigkeitskirche Kappl bei

der Klosterstadt Waldsassen. Mitten

in der Oberpfälzer Hügellandschaft

gelegen, setzt das kulturelle

Zentrum des Stiftlandes gleich ein

barockes Ausrufezeichen. Dann

verliert sich der Nurtschweg in der

Ruhe und Weite des Oberpfälzer

Waldes. Mal vorbei an lauschigen

Forstkapellen und idyllischen Wasserfällen,

dann wieder allein mit

quirligem Vogelgezwitscher und

dem Knacken der Schritte auf dem

Waldboden. Nur ab und an macht

der Nurtschweg Halt in einem der

liebenswerten kleinen Orte der

Oberpfalz, sonst nichts als ursprüngliche

Natur.

Schritt für Schritt deckt der Nurtschweg

die Schönheit und Geschichte

einer ganzen Region auf. In

Bad Neualbenreuth bewundern

Wanderer beispielsweise das

einmalige Egerländer Fachwerk

als lebendigen Zeugen der bayerisch-böhmischen

Vergangenheit,

während man im Geschichtspark

Bärnau-Tachov, einem archäologischen

Freilandmuseum, dieser

gemeinsamen Geschichte bis

ins frühe Mittelalter nachspüren

kann. Authentisch, ursprünglich

und gesäumt von vielen kleinen

Glücksmomenten der Nurtschweg

im Oberpfälzerwald weckt

#wandervorfreude. (js)

INFO: www.oberpfaelzerwald.de/nurtschweg

#wandervorfreude 79


Passauer Land

Aussichtspunkte und Ruheoasen

in einzigartiger Natur,

traditionsreiche Kultur sowie

bayerische Lebensfreude

in urigen Wirtshäusern

und authentischen Dörfern

das Passauer Land!

Im Reich

der Donau

80 www.wandermagazin.de


Phänomenal: Blick vom

Ebensteinfelsen ins Donautal,

© Gregor Lengler, Tourismus

Passauer Land

Schweigsam:

Das Waldreich

in den

Donauleiten

© Gregor

Lengler,

Tourismus

Passauer

F

lüsse, Wälder und Thermen

so könnte man die drei charakterstarken

Regionen des Passauer

Landes prägnant beschreiben.

Im Norden sind es die markanten

Höhenzüge des Bayerischen

Waldes, im Süden reihen sich die

Wohlfühltempel des Bayerischen

Golf & Thermenlandes auf und dazwischen

hat sich die Donau über

Jahrmillionen hinweg ihr beeindruckendes

Tal gegraben. Egal wo, die

Region rund um die über 2.000 Jahre

alte Dreiflüssestadt am Zusammenfluss

von Donau, Inn und Ilz ist

ein ganz besonderer Sehnsuchtsort

und prädestiniert zum Wandern

und Entdecken.

Vor allem das Engtal der Donau

überrascht mit seiner Vielfältigkeit.

Am Ufer der Flussschönheit finden

Wanderer noch echte Kiesstrände,

während Aussichtsfelsen oben in

der Höhe fantastische Blicke ins

Tal freigeben, allen voran der grandiose

Blick vom Ebensteinfelsen. In

den Donauleiten sind es die steilen

Hang- und Schluchtwälder, die nicht

nur ungeheuren Artenreichtum,

sondern auch die wohltuende Ruhe

abseits der Großstadthektik behüten.

Doch die Region in Bayerns

Süden ist nicht nur reich an sehenswerter

Natur, die vielen kleinen und

großen Orte, ob direkt am Ufer oder

im Hinterland gelegen, beherbergen

viele historische Kulturdenkmäler

und Bauwerke. So erzählen

Kirchen, Klöster und Schlösser

überall in den sog. Donauperlen von

der wechselvollen Geschichte rund

um die Universitätsstadt Passau.

Mitten durch die Passauer Landschaftskulisse,

in der man Zeuge von

gelebter Gastfreundschaft wird, führen

abwechslungsreiche Fernwanderwege

wie der Donausteig, der in

Passau den Anfang seiner 450 km

langen Reise bis nach Grein in Österreich

macht. Auch der Donau-

Panoramaweg macht Halt im Passauer

Land: Als Verlängerung des

Donausteigs auf deutscher Seite

begleitet er die stolze Flussdame

auf Schritt und Tritt. Damit nicht genug

der Wanderfreuden, denn auf

den Goldenen Steigen, denen schon

vor über 1.000 Jahren die Salzsäumer

mit ihren Karawanen folgten

und die noch heute lebendig von

dieser spannenden Geschichte zu

erzählen wissen, kann man durch

den Bayerischen Wald bis rüber

nach Tschechien wandern. Und das

sind nur drei der zahlreichen

Wanderperlen in der Bilderbuchlandschaft

des

Passauer Landes. (js)

INFO: www.passauer-land.de

#wandervorfreude 81


abschalten&

Und jetzt:

raus in die Natur!

oder

noch mehr

#wandervorfreude

tanken unter

www.wandermagazin.de

oder

mit unserem kostenlosen

Newsletter

Hier bestellen

Weitere Magazine dieses Users