stylus_Frühjahr:Sommer2020

stylusdasmagazin

MÜNCHEN

Das Metropolmagazin.

Architektur. Interieur. Design. Fotografie. Lebensstil.

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AUSGABE 01/2020

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

Ende 2019 las ich einen Artikel in einem Wirtschaftsmedium, der sich mit

der Frage beschäftigte: Was bringt uns das neue Jahrzehnt? Es wurden viele

Themen angesprochen – aber das uns gleich zu Beginn der neuen 20er Jahre

eine Pandemie zwingen könnte unser gesamtes Leben zu stoppen, das konnte

sich wohl kaum jemand vorstellen.

Nina Schmid,

Herausgeberin & Chefredakteurin

stylus München

Wir freuen uns auch über

Anregungen, Fragen und

natürlich über Lob oder Kritik.

Schreiben Sie uns:

kontakt@stylus-das-magazin.com

Inzwischen hat es viele Veränderungen gegeben, die zahlreiche Existenzen auf

unterschiedlichste Art und Weise getroffen haben. Auch wir von stylus mussten uns

anpassen: Dieses Jahr werden nicht wie gewohnt drei Ausgaben veröffentlicht,

sondern nur die Frühjahrsausgabe und die Winterausgabe. Wir hoffen natürlich,

dass sich die Situation 2021 für uns alle wieder verbessert und normalisiert.

In unserer ersten Ausgabe 2020 haben wir uns wieder mit unterschiedlichen

Themen befasst. Zunächst können Sie einige interessante Artikel über Start-ups

mit – aus unserer Sicht – großem Potenzial lesen: zum Beispiel die Idee einer umweltfreundlich

gefärbten Bettwäsche nach alter japanischer Tradition oder ein

Fahrzeug, das sich „zusammenfalten“ kann, wenn ein Stau droht. Wir berichten

über eine sehr engagierte Frau auf den Malediven, die rund um ihr Luxus-Ressort

immer wieder Lösungen für nachhaltigen Tourismus findet, und haben uns auch

mit dem Thema „Frauen in der Architektur“ befasst. Denn sie wurden gerade in diesem

Bereich lange Zeit nicht wirklich wahrgenommen. Natürlich kommen auch die

Themen Interieur und Accessoires nicht zu kurz und zum Schluss durften wir auch

die fantastischen Arbeiten einer Münchner Papierkünstlerin bewundern.

Selbstverständlich haben wir noch weit mehr Themen recherchiert, damit Sie –

trotz der momentanen, schwierigen Situation – durch stylus Momente der

Ablenkung genießen können und hoffentlich gefallen an unseren kurzweiligen

Geschichten haben.

Ich bin einfach mal Optimist und glaube, dass wir uns gemeinsam beim durchblättern

der Winterausgabe schon wieder viel besser fühlen werden und positiv

ins Jahr 2021 blicken!

Bleiben Sie bis dahin gesund und stark ...

Ihre Nina Schmid

Chefredakteurin stylus München

2 | 3 stylus. München 2020


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72

42

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70

58

6 61

26


INHALT

14

Architektur der Frauen 06

Ist die Architekturszene heute „weiblicher“?

Eine Symbiose von Licht und Innenarchitektur 14

Interessante 250 qm in der Augsburger Altstadt

Lärmvermeidung aus Bayern 20

Clevere Lösungen bei der Raumakustik

Starke Stoffe 26

Kreative Polsterstoffe für jeden Tag

Der Immobilienmarkt in München 28

Ein Besuch bei Kathrin und Thomas Röthig

Linien, Flächen und Formen neu inszenieren 34

Der Architekturfotograf Andreas J. Focke

Architektur fürs Handgelenk 42

Einzigartiges Uhrendesign aus dem Taunus

62

Kleine Häuser ganz groß 48

Architekturpreis des Magazins HÄUSER

48

13.000 qm grüne Lunge bei München 54

Ein verwunschenes Areal steht zum Verkauf

In der eigenen Küche kann die Zukunft wachsen 58

Münchner Vertical Farming für zuhause

Junges Gemüse oder „Eat your Greens!“ 61

Ein außergewöhnliches Kochbuch

Gesunder Schlaf in Indigo-Blau 62

Aizome – die traditionelle Art Stoffe zu färben

68

E-Flitzer der seine Größe ändern kann

Ein neues Fahrzeug könnte unsere Städte erobern 66

Glaskünstler im Paradies

Bongchull Shin designt auf den Malediven 68

Tierische Helden 72

Zauberhafte Papierkunst aus München

Impressum 25

4 | 5 stylus. München 2020


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Text: Nina Schmid

Das Heydar Aliyev Center (Zaha Hadid Architects, London) eröffnete 2014 und ist eines der modernen Symbole

der Hauptstadt Aserbaidschans. Mitgewirkt hat auch Werner Sobek: Fassadenplanung (Bauleitung, Planung der

Gebäudehülle, Glasfassade, Oberflächen- und Innenschicht in 3D, www.wernersobek.com), Koordination der

Arbeiten an der Stahl-Dach-Konstruktion und Projektkoordination der relevanten Bereiche der Gebäudehülle.

Foto: Copyright Hufton Crow, London


Das Metier der Architektur war lange nur den Männern vorbehalten; noch im zwanzigsten

Jahrhundert wurden Frauen an vielen Universitäten für Architektur gar nicht oder nur in

bestimmten Bereichen der dekorativen Ausstattung zugelassen. Nach dem Motto: Die Hülle

bauen Männer und eventuell kann sich die Frau der Einrichtung und Wandfarbe widmen.

Erst 1909 ließen technische Universitäten in Deutschland auch Frauen zum Architekturstudium

zu– und trotzdem blieb es schwierig, als Frau in

der Architektur einen Arbeitsplatz zu finden. Häufig

FRAUEN HABEN SICH HEUTZUTAGE

waren auch Vorurteile die Gründe: Frauen können

ZWAR BEREITS IN VIELEN WICHnicht

mit Finanzen umgehen oder Arbeiter auf einer

TIGEN POSITIONEN ETABLIERT:

Baustelle beaufsichtigen. Auch Walter Gropius Kunstschule

„Bauhaus“ praktizierte eine typische Rollenzu-

WIE ZUM BEISPIEL IN DER POLITIK

UND WIRTSCHAFT, IN DER KUNST,

weisung. Deswegen war es für Architektinnen in den

LITERATUR UND AUCH IN ANDE-

1920er Jahren ein üb licher Weg, mit einem männlichen

Partner zusammenzuarbeiten. So war es ihnen

REN BEREICHEN. ABER WO STE-

HEN FRAUEN EIGENTLICH HEU- möglich, auch an bedeutenden öffent lichen Projekten

TE IN DER ARCHITEKTURSZENE? mitwirken zu können. Bekannte Beispiele waren Lilly

Reich und Mies van der Rohe, Marlene Moeschke-Poelzig

und Hans Poelzig oder Else Oppler-Legband und Peter Behrens. Erst nach dem Zweiten

Weltkrieg hatten Frauen in Deutschland, unabhängig davon, ob sie in der DDR oder in der BRD

arbeiteten, größere Chancen – aber auch nur, wenn sie sich auf Baupro jekte mit sozialer Ausrichtung

konzentrierten wie etwa Wohnungsbau, Einrichtungen für Kinder und Jugend liche

sowie Innen einrichtungen. Es ist bis heute kaum zu übersehen, dass in der Architekturbranche,

obwohl Zaha Hadid oder Kazuyo Sejima viel bewirkt haben, immer noch vieles im Argen liegt.

stylus hat sich einige außergewöhnliche Architektinnen von heute genauer angesehen.

6 | 7 stylus. München 2020


ZH A ADID

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Die 1950 in Bagdad geborene Zaha Hadid studierte an der American University of

Beirut Mathematik und absolvierte die Architectural Association School in London.

Sie gewann zwar mit ihrem Architekturbüro dreimal die immer wieder erneuerte

Ausschreibung für den Bau des Opernhauses in Cardiff – aber keiner ihrer Pläne

wurde verwirklicht. Viele Bauherren empfanden ihre Entwürfe als zu gewagt. Erst

1993 wurde ihr Entwurf für das Feuerwehrhaus auf dem Gelände der Firma Vitra

in Weil am Rhein umgesetzt. Einige ihrer wichtigsten Projekte waren der Brücken-Pavillon

im spanischen Saragossa, das Nationale Museum der Künste des 21.

Jahrhunderts in Rom und das Opernhaus im chinesischen Guangzhou. Ihre organisch

anmutenden Bauten und ihr Stil sind fließend, die futuristischen Gebäude

aus Zement, Stahl oder Glas findet man in vielen Metropolen überall auf der Welt.

Zaha Hadid, war eine vielseitige Frau, sie dozierte an der Harvard University und

designte auch Möbel, Tapeten und Schuhe. 2004 erhielt sie den bedeutenden Pritzker-Preis.

2016 starb völlig unerwartet im Alter von 56 Jahren.

„The idea

that women can’t

think threedimensionally

is

ridiculous“.

Zaha Hadid

Foto: www.wisthaler.com

2015 ERÖFFNETE EINES DER LETZTEN WER-

KE VON STARARCHITEKTIN ZAHA HADID:

DAS SPEKTAKULÄRE REINHOLD-MESS-

NER-MUSEUM AUF DER BERGSPITZE DES

KRONESPLATZES IN DEN DOLOMITEN AUF

2.275 METERN HÖHE. DAS GEBÄUDE DURCH-

DRINGT FLIESSEND DIE BERGSPITZE UND

GRÄBT SICH SCHRÄG IN DEN FELS HINEIN.

DESWEGEN SIEHT MAN NICHT VIEL VON

DER AUSSENHÜLLE, DER GROSSTEIL DER

AUSSTELLUNGSFLÄCHE IST UNTERIRDISCH

ANGELEGT. IM INNEREN HAT ZAHA HADID

IHRE TYPISCHE HANDSCHRIFT VERWIRK-

LICHT. ALLE RÄUME GEHEN INEINANDER

ÜBER, AUF GERADE WÄNDE UND ECKEN

WURDE VERZICHTET. ES ENTSTAND EINE

TUNNELARTIGE HÖHLE AUS SICHTBETON

MIT FANTASTISCHEN AUSBLICKEN ÜBER DIE

BERGWELT DER DOLOMITEN.

www.zaha-hadid.com

© www.wisthaler.com


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EIBINGER

Foto: Iwan Baan

Regine Leibinger, Tochter des bekannten Werkzeugmaschinen-Herstellers

Trumpf GmbH, studierte Architektur an der

TU Berlin und ging dann an die Harvard University. Einer

der Gründe für ihren Erfolg ist ihre Zielstrebigkeit und ihre

Fähigkeit groß zu denken. Gemeinsam mit ihrem beruflichen

und privaten Partner Frank Barkow führt Leibinger seit

1993 das amerikanisch-deutsche Büro Barkow Leibinger in

Berlin. Seit 25 Jahren arbeiten die beiden zusammen. Ein

Erfolgskonzept, denn die innovative Bauweise des Ehepaars

wird nicht nur von Kritikern gefeiert. Außergewöhnlich ist

auch ein Projekt von 2016: Die Serpentine Gallery in den

Kensington Gardens im Zentrum von London. Dieser Ort

ist international für architektonische Experimente bekannt.

Jeden Sommer errichtet hier ein führendes Architekturbüro

auf Einladung des Ausstellungshauses einen temporären

Pavillon. 2016 entwarfen Barkow Leibinger ein frei stehendes

Sommerhaus, das sich nach allen Seiten zur Parklandschaft

öffnet. In seiner Struktur hat es den Charakter einer Konturzeichnung

– die so entwickelte Abfolge geschwungener Linien

fügt sich zu Bändern und Schlaufen zusammen. Durch das

Biegen, Wickeln und Übereinanderlegen der Bänder ergibt

sich die innere Logik der Struktur quasi von selbst.

EIN GANZ GEGENSÄTZLICHES

PROJEKT IST DER BERLINER

ESTREL TOWER, DER – ERGÄN-

ZEND ZUM BESTEHENDEN HOTEL

– AUS EINEM NEUEN HOTELTURM

MIT KONFERENZZENTRUM BE-

STEHT. DER ESTREL TOWER MIT

175 METERN HÖHE LIEGT AN DEN

HISTORISCHEN STADTTEILEN

NEUKÖLLNS. DAS PROJEKT IST EIN

ENSEMBLE AUS ELEMENTEN, DIE

SICH UM DIE SCHRÄGE SILHOUET-

TE DES TURMS DREHEN. DIE

FERTIGSTELLUNG IST FÜR 2024

GEPLANT. DANN AUCH UNTER

NEUEM NAMEN, NÄMLICH ESTREL

CONGRESS CENTER.

www.barkowleibinger.com

8 | 9 stylus. München 2020


AH N ERINGER

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Anna Heringer wuchs in einer kleinen

Stadt an der österreichisch-bayerischen

Grenze bei Salzburg auf. 1996,

im Alter von 19 Jahren, lebte sie fast

ein Jahr in Bangladesch und konnte

sich dort über nachhaltige Entwicklungsarbeit

informieren. Sie lernte,

dass eine erfolgreiche Entwicklungsstrategie

vorhandene, leicht verfügbare

Ressourcen verwendet, anstatt von externen

Systemen abhängig zu werden.

2005 versuchte sie, diese Philosophie

auf das Gebiet der Architektur zu übertragen.

Zusammen mit Eike Roswag

und einem Team einheimischer und

deutscher Handwerker realisierte sie

die Meti-Schule in Rudrapur, Bangladesch,

die sie 2004 als Diplomprojekt

an der Universität der Künste in Linz

entworfen hatte. Dieses Projekt brachte

Anna Heringer internationale Architekturpreise

ein, wie beispielsweise

den Aga Khan Award for Architecture.

FÜR DIE ARCHITEKTIN IST VOR ALLEM LEHM EIN GANZ BE-

SONDERER BAUSTOFF, DER IN DEUTSCHLAND LEIDER VER-

NACHLÄSSIGT WIRD. DABEI SEI ER NICHT NUR SCHÖN UND

NACHHALTIG, SONDERN LADE AUF DEN FASSADEN SOGAR

ZUM STREICHELN EIN. LEHM, DIE MISCHUNG AUS LOKALEM

TON UND SAND REGULIERT ALS BAUMATERIAL DIE LUFT-

FEUCHTIGKEIT, SPEICHERT WÄRME, SPART ENERGIE UND

TRANSPORTKOSTEN, IST WIEDERVERWENDBAR UND EIGNET

SICH FÜR DEN SELBSTBAU.

„Architektur ist ein Werkzeug, um das Leben zu verbessern. Architektur als Medium zu erforschen und zu nutzen ist meine Vision

und Motivation. so ist es möglich, kulturelles und individuelles Vertrauen zu stärken, die lokale Wirtschaft zu unterstützen und

ein ökologisches Gleichgewicht zu fördern. ich bin sehr an nachhaltigen Entwicklungen unserer Gesellschaft und unserer gebauten

Umwelt interessiert, denn Nachhaltigkeit ist für mich ein Synonym für Schönheit: ein Gebäude, das in Design, Struktur, Technik

und Materialeinsatz sowie in Bezug auf Standort, Umwelt, Nutzer und soziokulturellen Kontext harmonisch ist – das macht für

mich einen nachhaltigen und ästhetischen Wert aus.“ Anna Heringer

www.anna-heringer.com


Die 1975 im Iran geborene britische

Architektin Farshid Moussavi

lehrt an so renommierten

Hochschulen wie der Architectural

Association (AA) in London

oder an der Harvard Graduate

School of Design in Cambridge

MA. Sie ist Architekturtheoretikerin

und wurde bekannt mit

dem 2002 fertiggestellten Fährterminal

von Yokohama. 2011

gründete Moussavi ihr eigenes

Londoner Büro, Farshid Moussavi

Architecture (FMA). Zu ihren

bemerkenswerten Projekten

bei der FMA gehören das Museum

für zeitgenössische Kunst in

Cleveland, Victoria Beckhams

Flagship Store in London und

ein Wohnkomplex im Pariser

Stadtteil La Défense-Nanterre.

FM A OUSSAVI

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© Satoru Mishima

Farshid Mussawi versteht Architektur

als etwas, das immer neu

hinterfragt werden muss. Für sie

bietet jedes geplante Bauwerk

die Chance, die Alltagstauglichkeit

der Entwürfe zu überdenken

und sie gegebenenfalls

anzupassen. Kennzeichnend für

Moussavis Herangehensweise

ist ihre Offenheit für Veränderungen

und ihr Engagement für

die geistigen und kulturellen Aspekte

der Architektur.

FARSHID MOUSSAVI IST EINE(R)

DER WELTWEIT AM MEISTEN

GELOBTEN UND GEFRAGTESTEN

ARCHITEKT(IN)EN. IHRE ÄSTHE-

TISCHE ARBEIT WIRD VON EINER

REIHE VON PHILOSOPHEN BE-

EINFLUSST, INSBESONDERE VON

SPINOZA, GILLES DELEUZE UND

FÉLIX GUATTARI SOWIE JACQUES

RANCIÈRE. MOUSSAVI WURDE

2015 ZUR KÖNIGLICHEN

AKADEMIKERIN UND ANSCHLIE-

SSEND 2017 ZUR PROFESSORIN

FÜR ARCHITEKTUR GEWÄHLT.

www.farshidmoussavi.com

© Stephan Gill


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HELLEY

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CNAMARA

Das 2019 fertig gestellte Institute Mines Télécom, ist eine französische

Ingenieurschule in Paris, auf dem Campus der Universität Paris-Saclayund und

dient einer Gemeinschaft von Wissenschaftlern, Professoren und Studenten.

© Dennis Gilbert


DER PRITZKER-PREIS GILT ALS

RENOMMIERTESTE AUSZEICHNUNG DER

ARCHITEKTURBRANCHE. 2020 WURDE ER

ZUM 42. MAL VERGEBEN – UND BISHER

NUR DREIMAL AN EINE FRAU: CARME PIGEM,

ZAHA HADID UND KAZUYO SEJIMA.

DIESES JAHR EHRTE DIE JURY JEDOCH DIE

BEIDEN IRISCHEN ARCHITEKTINNEN

YVONNE FARRELL UND SHELLEY MCNAMARA.

Università Luigi Bocconi, Mailand

Das Haus des

Universitätspräsidenten der

University of Limerick

in Irland.

www.graftonarchitects.ie

Die jungen Architektinnen Yvonne Farrell

und Shelley McNamara gründeten 1978

in Dublin ihr gemeinsames Büro: Grafton

Architects. Zu ihren Stärken zählten schon

damals Zurückhaltung, Teamgeist und Kollegialität

– kein Geniekult, der ansonsten

in der Branche üblich war. Das Büro fokussierte

sich vor allem auf den Entwurf und

Bau von Bildungseinrichtungen in Irland,

aber auch in Italien, Frankreich oder Peru.

2008 erhielten Farrell und Macnamara die

Auszeichnung World Building of the Year

für ihre Gestaltung der Università Luigi

Bocconi in Mailand. 2012 folgte der Silberne

Löwe der Architekturbiennale von Venedig

für ihre Schau „New Geography“. 2018

kuratierte Grafton Architects die 16. Architekturbiennale

mit ihrem Motto «Freespace»

– und das war der erste ganz große

Höhepunkt ihrer Karriere. Und nun, 2020,

die wichtigste Auszeichnung für Architekten

überhaupt: der Pritzker-Preis. Die achtköpfige

Jury würdigte neben der Stärke

ihrer Architektur den „tiefen Respekt für

Kultur und Kontext“ sowie ihren Glauben

an die Zusammenarbeit: „Ohne große oder

leichtfertige Gesten haben sie es geschafft,

Gebäude zu kreieren, die eine monumentale

institutionelle Präsenz darstellen, aber

dennoch in Zonen unterteilt und so detailliert

sind, dass intimere Räume entstehen,

die eine Gemeinschaft innerhalb des

Gebäudes kreieren.“ Diese beiden Frauen

schaffen es Orte durch einen klugen Umgang

mit Licht und Raum, mit Material

und Proportionen zu einem Highlight werden

zu lassen. Grafton-Gebäude besitzen

eine gewisse Schwere, die jedoch nichts mit

Schwerfälligkeit zu tun hat. Das bevorzugte

Material der Architektinnen ist deswegen

auch Beton und Stein. Sie formen wie

Bildhauerinnen und so wirken ihre Entwürfe

häufig wie geometrische Skulpturen.

Diese Bauten sind jedoch kein Selbstzweck,

sie dienen immer ihren Nutzern.


OHNE LICHT KANN MAN NICHTS SEHEN, DENN FÜR JEDE

ART DER WAHRNEHMUNG IST LICHT UNVERZICHTBAR. NUR

DAS HARMONISCHE ZUSAMMENSPIEL VON RAUM UND LICHT

KANN FASZINIERENDE WELTEN ENTSTEHEN LASSEN. UNTER

PLANERN UND DESIGNERN WIRD LICHT ALS EINE ART VIERTE

DIMENSION DER ARCHITEKTUR BETRACHTET, DENN ES GIBT

UMGEBUNGEN AUF VIELFÄLTIGSTE WEISE EINE ZUSÄTZLICHE

TIEFE UND INTENSITÄT. DARÜBER HINAUS WIRKT SICH LICHT

– ÄHNLICH WIE FARBEN – POSITIV AUF UNSER WOHLBEFIN-

DEN UND UNSERE PSYCHE AUS. KEIN WUNDER ALSO, DASS

FAST ALLE LEBEWESEN SO GLÜCKLICH SIND, WENN DIE SONNE

SCHEINT.

DIESE ERSTAUNLICHEN PHÄNOMENE DES LICHTS SIND

UND WAREN AUCH IMMER FÜR WOLFRAM LOCHBRUNNER

UNWIDERSTEHLICH. ABER FÜR DEN STUDIERTEN INNEN-

ARCHITEKTEN IST NICHT NUR DIE LICHTQUELLE ENTSCHEI-

DEND, SONDERN AUCH DIE TECHNIK DIE DAHINTER STECKT

UND DIE DADURCH MÖGLICHEN LÖSUNGEN IM INTERIEUR-

DESIGN. STYLUS BESUCHTE WOLFRAM LOCHBRUNNER IN

SEINEM SHOW-ROOM „LOCHBRUNNER INNENARCHITEKTUR“

IN AUGSBURG UND ERHIELT VIELSCHICHTIGE EINBLICKE IN

DIESE KOMPLEXE THEMENWELT.


DIE PERFEKTE

SYMBIOSE ZWISCHEN

INNENARCHITEKT

UND LICHTPLANER

Text: Nina Schmid | Bildmaterial: Wolfram Lochbrunner

14 | 15 stylus. München 2020


WOLFRAM LOCHBRUNNER WEISS, DASS EIN RAUM

DURCH LICHT BEGINNT ZU LEBEN UND SO ATMOSPHÄRE

UND EMOTIONALITÄT ERZEUGT. IMMER IM PERFEKTEN

EINKLANG MIT MATERIALIEN, MÖBELN, FARBEN UND

GEGENSTÄNDEN, DIE SINNLICHKEIT UND HARMONIE

AUSSTRAHLEN.


UM AUSSERGEWÖHNLICHE RAUMKONZEPTE ZU SCHAF-

FEN BRAUCHT ES VIELE FUNDIERTE FACHKENNTNISSE,

WIE KREATIVITÄT, INSPIRATION, DIE ERFAHRUNG UN-

TERSCHIEDLICHSTER GESTALTUNGSLÖSUNGEN UND EIN

GEFÜHL FÜR RÄUME UND STIMMUNGEN. BEI WOLFRAM

LOCHBRUNNER ERKENNT MAN IM GESPRÄCH SOFORT: DIE-

SE WICHTIGEN ATTRIBUTE LIEGEN IHM IM BLUT.

Als er sich vor fast 20 Jahren mit seinem eigenen Einrichtungsgeschäft

selbstständig machte, entwickelte er die Fähigkeit, selbst bei

kleinsten Projekten immer eine gelungene in sich stimmige Gestaltung

zu kreieren, in der sich die Auftraggeber nicht nur wohlfühlten,

sondern auch wieder fanden. Schnell erkannte er aber auch,

dass Licht nicht einfach nur den Part der Beleuchtung übernehmen

sollte. „Licht ist nicht sichtbar. Licht macht sichtbar“ ist seine Überzeugung.

Es reicht ihm eben nicht aus, dass seine Lichtideen nur

Helligkeit erzeugen. Sein Gespür und sein Wissen für die perfekte

Lichtquelle hat er sich autodidaktisch angeeignet, mit viel Begeisterung

und Leidenschaft. Heute erkennt er, dass die Symbiose aus

Lichtplaner und Innenarchitekt voll und ganz auf ihn zutrifft. „Ob

man mit Licht und Schatten gestaltet, mit Reflexion oder mit einer

nicht sichtbaren Lichtquelle ... entscheidend ist es, das die Architektur

des Raumes mit seinen detaillierten Innenausstattungen durch

das Beleuchtungskonzept eine zusätzliche Gestaltungsdimension

bekommt“, sagt Wolfram Lochbrunner.

Aber er ist nicht nur leidenschaftlicher Lichtplaner. Seine Berufslaufbahn

begann bereits vor 32 Jahren als Einrichtungsberater im Bereich

Textil und Teppiche. Die anschließende Ausbildung zum Schreiner

und sein Studium zum Diplomingenieur in Rosenheim haben

sein Wissen und seine handwerklichen Fähigkeiten vertieft und abgerundet.

Nach dem Studium arbeitete er viele Jahre in unterschiedlichen

Büros, bis er sich in die Selbstständigkeit wagte. Für ihn der

richtige Schritt, denn heute ist er in Augsburg und weit darüber hinaus

ein geschätzter Designer, Lichtplaner und Innenarchitekt. Seine

Schwerpunkte sind vielschichtig: Sie reichen von Lichtkonzepten für

Kunstlichtanlagen der Innen- und Außenräume über Kombinationen

von Industrieprodukten mit außergewöhnlichen Materialien bis zu

Sonderlösungen des Interieurdesigns. Wobei der Fokus mehr und

mehr auf einer gehobenen und eleganten Badezimmergestaltung

liegt, bei der für ihn Geborgenheit, Individualität und Rückzugsmöglichkeiten

im Vordergrund stehen. Sein Anspruch: Am Ende muss

weniger trotzdem mehr sein!

Spezielle Anfertigungen für Möbel im Bad und Spabereich gehören

zu seinen Spezialitäten. Die Innenarchitektur von Wolfram Lochbrunner

begeistert in der Kombination: das richtige Gespür für

Form, Farbe und Material verbunden mit dem Know-how bei der

Lichtkonzeption und Technik. So wird für jeden Kunden das passende

Wohnraum- und Möbeldesign inklusive individueller Farb- und

Materialkonzepte realisiert. Der Vorteil für den Kunden: Wolfram

Lochbrunner bietet alles aus einer Hand, die Produkte ebenso wie

eine perfekte Abwicklung, von der Planung über die Ausführung bis

zur Bauleitung.

16 | 17 stylus. München 2020


LOCHBRUNNER INNENARCHITEKTUR

ERÖFFNET INNOVATIVE OCCHIO GALLERY

Axel Meise, Firmengründer von OCCHIO

Axel Meise und

Wolfram Lochbrunner

Die vielen Qualitäten und Vorteile im Bereich Lichtplanung

und Inneneinrichtung des Unternehmens

LOCHBRUNNER Innenarchitektur sind auch dem innovativen

Unternehmen OCCHIO seit vielen Jahren bekannt. Die Zusammenarbeit

war schon immer sehr eng – und Ende letzten

Jahres eröffnete Wolfram Lochbrunner zusammen mit dem

weltweit erfolgreichen Lichthersteller eine einzigartige Occhio

Gallery mitten in der Altstadt von Augsburg. Es entstand ein

multifunktionales Store-Konzept, dass Beratung aber auch Verkauf

auf höchstem Niveau vereint. Dabei werden hochwertige

Wohninspirationen mit zukunftsweisenden Beleuchtungskonzepten

kombiniert. In den neu gestalteten Räumen präsentiert

sich auf über 250 m² eine spannende Mischung aus Architektur

und Lichtgestaltung. Der zusätzliche Benefit: für Leuchtenfans

und Designliebhaber ist die interaktive Marken- und Erlebniswelt

von OCCHIO natürlich ein absolutes Muss. „Ich freue mich,

wenn es uns gelingt, den Besuchern des neuen Showrooms

in Augsburg den Mehrwert guten Lichts zu vermitteln“, so

Wolfram Lochbrunner. „Mit unseren Produkten möchten wir

den Menschen die Möglichkeit geben, wie selbstverständlich

mit Licht zu interagieren und so zum Lichtgestalter des eigenen

Lebensraumes zu werden. Denn Lichtqualität bedeutet Lebensqualität.“

Zweifellos treffen bei Wolfram Lochbrunner Architektur,

Lichtgestaltung und Einrichtung perfekt zusammen

und verschmelzen zu einem individuellen Gesamtbild. Dieser

Showroom ist nicht nur Information, er ist ein begehbares

Wohnereignis, ein Vergnügen und Erlebnis für alle, die Wert auf

gutes Licht legen. Die Erkenntnis ist, dass es auch tatsächlich

genauso im eigenen Umfeld umgesetzt werden kann.

Bis Endes des Jahres 2020 wird auch der zweite Teil des

Showrooms in Augsburg umgebaut sein: Ein Highlight für alle

Badezimmer-Fans, denn hier wird man alles rund um den Wellnessbereich

zu Hause erspüren und erleben können … sicherlich

verbunden mit einem weiteren interessanten Eröffnungsabend.

Wir sind schon sehr gespannt!

+49 (0) 821 599 60 570 | info@lochbrunner.eu


„UNSER ZIEL IST ES,

UNSEREN KUNDEN ZU ZEIGEN,

WIE POSITIV SICH UNTER-

SCHIEDLICHE PROFESSIONELLE

LICHTARRANGEMENTS AUF DAS

WOHLGEFÜHL AUSWIRKEN“.

Wolfram Lochbrunner

18 | 19 stylus. München 2020


Absorber-Stellwände haben viele Talente: Sie können

Sichtschutz, Schallschutz und Raumteiler sein, sind

standsicher, flexibel einsetzbar und sorgen für eine

angenehme Raumakustik in Besprechungsräumen,

Empfangsbereiche, Restaurants, Kindergärten oder

Einkaufszentren. Die WALL OF SILENCE ist zusätzlich

in fast allen Farben lieferbar – gegen triste Langeweile ...

DIE

LÄRMVERMEIDER

AUS BAYERN

Text: Monika Segl | Bildmaterial: B11

„IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT“, SAGT DIRK HUBER, DER SICH BESTENS BEIM THEMA RAUMAKUSTIK

AUSKENNT: ER BIETET MIT SEINEM UNTERNEHMEN B11 AUSGEKLÜGELTE LÖSUNGEN AN, DIE DEN SCHALL

UND LÄRM ABSORBIEREN. DENN WENN MITARBEITER TAGSÜBER UNRUHIG UND GEREIZT SIND UND

ABENDS ABGESPANNT UND MÜDE, KANN DURCHAUS LÄRMSTRESS AM ARBEITSPLATZ DIE URSACHE SEIN.

EINE RUHIGE, GEDÄMPFTE ATMOSPHÄRE SCHAFFT DAGEGEN EINE FREUNDLICHE UND MOTIVIERENDE

UMGEBUNG, IN DER ENTSPANNT UND KONZENTRIERT GEARBEITET WIRD.


„WIR KONNTEN FÜR

UNSERE KUNDEN

NIE DIE PERFEKTE RAUM-

AKUSTIK FINDEN, ALSO

BESCHLOSSEN WIR,

SELBST HERSTELLER

ZU WERDEN.“

Dirk Huber, Inhaber von B11

Als Dirk Huber beschloss, Hersteller von Objekten

für Raumakustik zu werden, wussten er

und sein Team bereits von Anfang an präzise,

was sie erreichen wollten: ein leichtes, mobiles

System, das jeder überall montieren kann,

flexibel und nachhaltig konstruiert. B11 hat

es geschafft und entwickelt heute einzigartige

Raumakustik mit faszinierenden Funktionen

und spannendem Design. „Entwicklung, Prototypenbau

und Marketing – alles haben wir in

unserer Anfangsphase gleichzeitig gesteuert“,

erzählt uns Dirk Huber. „Nach nur vier Monaten

Entwicklungszeit waren unsere ersten

vier Absorber-Prototypen fertig – und sofort

verkauft.“ Das war die Geburtsstunde der Produktserie

„acoustic worx®“ für federleichte und

absolut flexible Schallabsorber. B11 war nun

Hersteller innovativer Systeme für exzellente

Raumakustik „Made in Germany“.

Die Konkurrenz war und ist zwar groß, aber

B11 hat den Vorteil klein und wendig zu sein

und sich so schneller bewegen zu können,

auch bei den Entwicklungs- und Planungszeiten.

In kürzester Zeit wurden zwei weitere

Absorbertypen entwickelt und zeitgleich das

Marketing und die Serviceleistungen ausgebaut

und verbessert. 2014 erschien dann

bereits die erste hochwertige Produkt- und

Imagebroschüre – natürlich mit der neuesten

Kreation: der „LED WING“, einer Absorberfläche

für beste Raumakustik die auch zielgerichtetes

Beleuchtungsmittel sein kann.

„Unsere Ideen sprudeln weiter, lassen Sie sich

überraschen“, ist das Credo von Dirk Huber.

Inzwischen gibt es 11 Produkte und ein Ende

ist nicht in Sicht. Offensichtlich sind Fantasie

und Visionen bei B11 tatsächlich unbegrenzt.

Es ist bekannt, das angenehmes Licht und guter Klang das Wohlbefinden

steigern und konzentriertes Arbeiten fördert. Deswegen hat das B11

Team geforscht und ihre erstklassige Raumakustik mit ausgezeichneter

Beleuchtung kombiniert. Herausgekommen ist der Schallabsorber LED

WING, der nicht nur als schmückendes Element eingesetzt wird, sondern

auch als zielgerichtetes Beleuchtungsmittel.

Der TOWER OF SILENCE bringt maximale Standsicherheit

und Mobilität, denn bei einem maximalen Gewicht von 3,8 Kilogramm

ist der Umzug von einem Raum in den anderen kinderleicht.

Die B11 Akustiksäule ist ein frei stehender Schallabsober, der

Lärm und akustische Reflektionen reduziert. Das bringt Ruhe und

Entspannung.

20 | 21 stylus. München 2020



DIE

NEUE

ROTARY

WALL

Überall wo schallschluckende Teppiche, Decken und

Pflanzen nicht mehr ausreichen, helfen flexibel einsetzbare

Schallabsorber für mehr Ruhe. Denn glatte Flächen,

wie Fensterglas und Büromöbel, Wände oder Zimmerdecken

aus harten und dichten Materialien, verursachen

starke Reflexionen, die für den Menschen extrem anstrengend

sein können ... und das Tag für Tag. Ob Gespräche,

Telefonate, das Geklapper von Tastaturen, Stiften,

Tassen oder der Kaffeeautomat – der Standard-Bürotag

produziert Lärm, der häufig mehr als 50 bis 60 Dezibel

erreichen kann – und für unser Gehirn ist es fast unmöglich,

das zu ignorieren.

ABHILFE SCHAFFT BEISPIELSWEISE DIE DREH-

BARE „ROTARY WALL“, EIN ABSORBER DER

EXTRAKLASSE, DER AUF BEIDEN SEITEN DEN

SOGENANNTEN WING-FOR-WALLS-EFFEKT

NUTZT. DIE „ROTARY WALL“ WIRD ZWISCHEN

BODEN UND DECKE VERSPANNT UND DREHT

SICH SO AUCH UM DIE EIGENE ACHSE. DIESE

WELTNEUHEIT KANN EINE WAND (180°),

DURCHGANGSTÜRE (90°) ODER AUCH RAUM-

TEILER (45°) SEIN. SIE IST AN IHRER ACHSE

HÖHENVERSTELLBAR, JEDERZEIT VERSCHIEB-

BAR UND NATÜRLICH KINDERLEICHT ZU

ENTFERNEN.

Dieses Produkt bietet maximale Schallreduzierung –

und für die Designer unter den B11-Kunden gilt: Grundsätzlich

lässt sich jede Stoffauswahl verarbeiten.

Zusätzlich wurde ein Whiteboard für spontane Meetings

im Büro entwickelt: eine magnetische Tafel, die einfach

eingehängt wird und losgeht es mit Skizzen und Ideenfindungen

...

22 | 23 stylus. München 2020


DAS TEAM VON B11 KANN NICHT AUFHÖ-

REN ZU TÜFTELN UND ZU OPTIMIEREN

UND IST STÄNDIG AUF DER SUCHE NACH

DEM NEUEN, PERFEKTEN PRODUKT. ABER

DAS ZIELSTREBIGE UNTERNEHMEN HAT

NOCH EINEN WEITEREN GROSSEN VORTEIL:

SIE SIND KOMMUNIKATIV, HÖREN ZU UND

SIND BLITZSCHNELL BEI DER UMSETZUNG

DER KUNDENWÜNSCHE. „WIR SIND ERST

MIT EINEM PROTOTYP ZUFRIEDEN, WENN

ER EINFACH ZU MONTIEREN IST UND AKUS-

TISCH EINWANDFREI FUNKTIONIERT“, SAGT

DIRK HUBER.

Diese Vorgehensweise und die besonders ausgefeilten

Konzepte im Bereich Raumakustik waren wohl

auch der Grund, dass die internationale Architektengruppe

HDR sich ihre neuen Berliner Geschäftsräume

in Sachen Akustik von B11 ausstatten ließ. Die

ausgeklügelten Lösungen, die den Schall absorbieren,

finden sich als Sitzhocker, Deckenquader, als Trennwand

oder Wandbehang. Die Philosophie von HDR

ist die Entwicklung funktionaler, zukunftssicherer

und ökologischer Projekte, bei denen der Mensch im

Mittelpunkt steht. Dieser Background harmoniert

wunderbar mit den Visionen des Unternehmens B11.

Kundenzufriedenheit bei seinen flexiblen Akustikprodukten

– auch das ist für Dirk Huber vorrangig: „Sei

ehrlich, sei schnell, sei anders“, lautet das Motto des

jungen Familienvaters. „Wir ticken anders als klassische

Hersteller“, erklärt Huber, der besonderen Wert

darauflegt, dass es sich bei B11 nicht um Theoretiker,

sondern um erfahrene Spezialisten handelt. B11

zeichnet sich deshalb auch durch kurze Dienstwege

und sehr schnelle Reaktionszeiten aus. Fazit: Viele

Vorteile für die Kunden.

www.b11.com


ästhetisch

massiv

Hauser

naturstein

sinnlich

Hauser Naturstein GmbH I An der Mangfall 2 I 83026 Rosenheim

T +49 (0) 8031- 4 16 96 I info@hauser-naturstein.de I www.hauser-naturstein.de I www.diegartenkueche.de

Impressum

stylus. Das Metropolmagazin.

Ausgabe München.

Herausgeber

cre.do. think tank

Schlanderweg 1 · 83703 Gmund

kontakt@stylus-das-magazin.com

USt-IdNr.: DE 309 41 48 99

Chefredaktion

Nina Schmid

Plinganserstr. 19 · 81369 München

redaktion@stylus-das-magazin.com

Telefon +49 89 78 74 92 24

Redaktion

Corinna von Bassewitz

Monika Segl, Nina Schmid

Grafik/Layout

Nina Schmid | Konzeption & Grafik

www.nina-schmid.de

Titelfotografie:

Andreas J. Focke

www.architekturfoto.org

Erscheinungsweise

Zwei Ausgaben 2020

Urheber- und Verlagsrechte

Das Magazin und alle in ihm enthaltenen einzelnen Beiträge

und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede

Verwertung außerhalb der durch das Urheberrechtsgesetz

festgelegten Grenzen ist ohne Zustimmung von stylus

München unzulässig. Für Inhalte auf verlinkte fremde

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gültigen Geschäftsbedingungen von stylus München stehen

unter www.stylus-das-magazin.com zur Verfügung. Der

redaktionelle Inhalt wird sorgfältig erarbeitet. Dennoch wird

für die Richtigkeit von Angaben sowie für Druckfehler keine

Haftung übernommen.

@ stylus ist eine eingetragene Marke von Thomas Seitz und

Ingo Kabutz


STARKES UND

ATTRAKTIVES DESIGN

FÜR JEDEN TAG

In München – zwischen Marienplatz und Viktualienmarkt

– findet man eine 500 qm große

Ausstellungsfläche für exklusive Wohntextilien,

innen liegende Sonnenschutzlösungen, edle

Bodenbeläge und hochwertige Polstermöbel.

Das ist die umfangreiche Produktpalette der

JAB ANSTOETZ Group, die eine Fülle an Inspirationen

für individuelle Einrichtungskonzepte

bietet. Dieses außergewöhnliche Unternehmen

wurde 1946 in Bielefeld gegründet und bietet

alles rund um den gehobenen Lifestyle. Die

Kompetenz im anspruchsvollen Interieur Design

und die Leidenschaft für edle Stoffe ist in diesem

Familienunternehmen tief verwurzelt. Das Sortiment

des renommierten Textilverlags ist das

umfangreichste der Branche und besticht durch

eine einzigartige Vielfalt an Designs, Qualitäten

und Farben.


Wir werfen einen kurzen Blick auf die große

Auswahl an fleckgeschützten Polsterstoffen

– ein kleiner aber sehr wichtiger

Teil der JAB ANSTOETZ Group Produktpalette.

Diese Stoffe sind so ausgerüstet,

dass der Schmutz nicht in die Faser eindringen

kann und der Möbelstoff deswegen

wesentlich leichter zu reinigen ist.

Diese Widerstandsfähigkeit des Stoffs

wird in „Scheuertouren“ angegeben und

zeigt, wie sich der Abrieb des Polstermaterials

verhält. Umso höher der Wert

liegt, desto langlebiger der Möbelstoff.

Als Richtlinie im privaten Umfeld und bei

regelmäßigem Gebrauch werden 15.000

Touren empfohlen.

Besonders eindrucksvoll sind die Funktionsstoffe

des Frühjahr/Sommers 2020.

Ästhetisch, dekorativ und dabei funktionale

Alleskönner. Die Bezugsstoffe

MULTIPROTECT sind strapazierfähig,

pflegeleicht, schwer entflammbar und

eignen sich für alle Einsatzzwecke. Sie

sind wasserundurchlässig und Flüssigkeiten

perlen durch die atmungsaktive

Beschichtung einfach ab. Somit entstehen

weder Flecken noch Gerüche. Durch

eine Oekotex-zertifizierte Ausrüstung

sind sie antimikrobiell und mit Wasser

und haushaltsüblicher Seife sehr leicht

zu pflegen. Bevorzugt werden diese Stoffe

in klinischen Bereichen oder Altersheimen

genutzt – aber auch in Hotels oder

im Büro sind sie perfekte Begleiter. Übrigens

die Scheuertouren der MULTIPRO-

TECT-Stoffe werden mit 100.000 angegeben.

Das ist tatsächlich beeindruckend.

Und auch die Optik ist beeindruckend: Die

Designpalette reicht von klein gemusterten

Unistoffen über feine Struktur-Designs

bis zu groß gemusterten, grafischen

Textilien, die aus Chenillegarn

gewebt sind. Wir sind auf jeden Fall gespannt

auf die nächsten Neuheiten der

JAB ANSTOETZ Group.

www.jab.de


Die Immobilie:

eine Wertanlage,

Altersversorgung

und der Traum

vom Eigenheim

Text: Nina Schmid

Bildmaterial: Klaus Wolf, www.wolf-bild.com, Ada Magdalena Drazek,

www. luftbildmuenchen.com und Röthig Immobilien


DER IMMOBILIENMARKT BOOMT NUN SCHON SEIT JAHREN UND DIE PREISE STEIGEN NICHT NUR IN MÜNCHEN,

SONDERN AUCH IM UMLAND. DER TRAUM VON DER EIGENEN IMMOBILIE IST FÜR VIELE ANLEGER MEHR ALS

ATTRAKTIV – AUCH DANK DER NIEDRIGEN ZINSEN. GLEICHZEITIG IST ABER DER VERKAUF EBENFALLS LUKRATIV.

Wir haben uns mit Kathrin und Thomas Röthig über Trends, Möglichkeiten, Vertrauen und unterschiedliche Blickwinkel

in diesem spannenden Markt unterhalten. Als Vorreiter in München gründete das Paar 1999 für das international agierende

Franchise-Konzept RE/MAX die erste Niederlassung in der bayerischen Hauptstadt. Im nächsten Schritt übernahmen sie die

Master-Franchise-Rechte für Bayern und Nordrhein-Westfalen. Durch diese lange Zusammenarbeit konnten sie sich national

und international ein hervorragendes Netzwerk aufbauen.

Kathrin und Thomas Röthig sehen sich und ihr Unternehmen auch als eine Art

Schnittstelle zum Notar: So stimmen sie einen Notartermin ab und kümmern sich

auch um die weitere Koordination und Vorbereitung des notariellen Kaufvertrags.

„Meine Frau und ich sind seit über 20 Jahren Makler aus Leidenschaft“,

sagt Thomas Röthig. Für beide ist aber das Entscheidende:

Jeder Kunde bekommt grundsätzlich den exklusiven Chefservice.

stylus: Sehr geehrte Frau Röthig, warum

haben Sie die erfolgreiche Verbindung mit

dem amerikanischen Franchise-Unternehmen

beendet?

Kathrin Röthig: Wir haben schließlich

erkannt, dass der Markt für Wohnimmobilien

doch eher ein lokaler Markt ist. Dabei

sind Fachkompetenz, das Wissen über

Angebote vor Ort und eine lokale Vernetzung

gefragt. Deswegen haben wir sowohl

die Masterrechte als auch unsere Bürolizenz

von RE/MAX verkauft und firmieren

seit mehreren Jahren unter dem Namen

RÖTHIG & RÖTHG Immobilien an unserem

Standort in der Pienzenauerstraße 2

im Herzogpark.

stylus: Sie bezeichnen sich als „Familienunternehmen“.

Warum ist Ihnen das so wichtig?

Kathrin Röthig: Zunächst kann man sicher

sagen, dass Immobilien für meinen

Mann Thomas und mich eine wahre Berufung

sind. Wir sind Makler aus Leidenschaft

und lieben es, mit unserer Familie

hier in München leben zu können. Und

genau dieses Gefühl tragen wir auch in

unser Büro. Für uns bedeutet ein Familienunternehmen

zum einen, dass wir ertragsstark

und sicherheitsbewusst sind,

zum anderen ist es unser Ziel, dass bei

RÖTHIG & RÖTHIG jeder Kunde immer

unseren persönlichen Chefservice erhält.

Das gelingt nur durch unser eingespieltes

Team an Mitarbeitern und einem hervorragenden

Backoffice, die uns den Rücken

freihalten, damit wir direkt, vertraulich

und individuell unsere Kunden beraten

können und so gemeinsam mit ihnen den

perfekten Lebensplatz finden.

stylus: Was bedeutet für Sie „Lebensplatz“?

Thomas Röthig: Nehmen wir als Beispiel

den Wunschtraum vieler Menschen:

Leben und Wohnen in München. Wie

meine Frau schon sagte, ist das auch für

uns ein großes Stück vom Glück. Wir verbinden

mit einem Zuhause Geborgenheit

und eine Art Zufluchtsort. Aber auch ein

Lebensmittelpunkt, an dem man seiner

Fantasie freien Lauf lassen kann oder

Freunde und Gäste bewirtet. Eben ein

perfekter Platz zum Leben.

28 | 29 stylus. München 2020


KUNST UND IMMOBILIEN SIND

ÄUSSERST ATTRAKTIVE WERTANLAGEN.

stylus: Frau Röthig, wie stehen Sie zum sogenannten

Bieterverfahren?

Kathrin Röthig: Tatsächlich haben wir

bereits vor über 15 Jahren als erstes Büro

in München diese Verkaufsmethode angewendet

und sind nach wie vor davon

überzeugt. Sie ist vor allem für Kunden

geeignet, die ihre Immobilie zeitnah zum

besten Preis verkaufen möchten.

Thomas Röthig: Wir vergleichen diese

effektive Art der Vermarktung gerne mit

einem Auktionsgeschäft, wie beispielsweise

einer Kunstauktion. Als wir beim

Auktionshaus Ketterer Kunst in München

unsere erste Lithografie ersteigert

haben, war uns klar: Diese zwei Welten

– der Kunst- und der Immobilienmarkt –

ähneln sich wirklich sehr.

Kathrin Röthig: Das ist richtig, inzwischen

sind wir seit über 20 Jahren eng mit

Ketterer Kunst verbunden. Die Tatsache,

dass es sich – wie bei unserem Unternehmen

– ebenfalls um ein Familienunternehmen

handelt, schätzen wir natürlich

besonders. Denn aus unserer Sicht ist nur

so eine kontinuierliche, persönliche Kundenbetreuung

und -beratung garantiert.

Thomas Röthig: Wobei ich noch erwähnen

möchte, dass der Immobilienmarkt

– ebenso wie auch der Kunstmarkt – vom

Wandel und dem damit verbundenen Anund

Verkauf lebt: Bei uns ist die Lage der

Immobilie entscheidend und im Kunstmarkt

ist es der jeweilige Künstler.

stylus: Würden Sie sich als Kunstsammler

bezeichnen?

Thomas Röthig: Nein, wir sind keine

wirklichen Sammler, wir erfreuen uns

an schönen und bezahlbaren Bildern. Zu

Beginn konnten wir einige Lithografien

erwerben, die wir auch wieder veräußerten.

Später interessierten wir uns für die

klassische Moderne, bevorzugt Skizzen

und Aquarelle.

Kathrin Röthig: Wir werden nie das Gefühl

vergessen, als wir unser erstes Lieblingsbild

zu einem „kleinen“ Preis ersteigern

konnten. Diese Geschichte hat mit

unserer Tochter Celia zu tun, denn die

Gouache von Friedrich Karl Gotsch „Hanna

lesend“ hat uns sehr an sie erinnert.

Deswegen wollten wir dieses schöne Bild

unbedingt ersteigern. Der Schätzpreis war

niedrig angesetzt, und es gab während der

Auktion nur wenige Interessenten – und

so bekamen wir tatsächlich den Zuschlag

zum besagten Schätzpreis.

stylus: Ist der Preis entscheidend?

Thomas Röthig: Nein, der Preis ist nicht

ausschlaggebend, es sind die Liebe zum

Objekt und der Mut zur Entscheidung.

Genauso wie beim Immobilienkauf. Wir

kennen keinen Immobilienkäufer, der das

Gefühl hatte, seine Investition sei zu teuer

gewesen. Es ist eher umgekehrt. Viele

Kunden sagen uns: „Schade, dass ich nicht

auf Ihren Rat gehört und mehr geboten

habe!“ Herr Ketterer wird Ihnen unsere

Sicht durch seine Erfahrung am Kunstmarkt

ganz sicher bestätigen.

Auktion bei Ketterer Kunst 2015:

Man sieht das Werk von Otto Piene aus dem Jahr 1961, für das Robert Ketterer den noch immer gültigen Weltrekordpreis für eine Arbeit dieses Künstlers erzielen konnte.


Celia Röthig und unser Bild einer „Leseratte“:

Friedrich Karl Gotsch, „Hanna lesend“,

Gouache über Kreidezeichnung, 1948

30 | 31 stylus. München 2020


WAS BEDEUTET EIGENTLICH

DER BEGRIFF LUXUSSEGMENT, FRAU RÖTHIG?

KATHRIN RÖTHIG KONZENTRIERT SICH IM UNTERNEHMEN AUF SOGENANNTE AUSNAHMEOBJEKTE. DAMIT SIND

PREMIUM-IMMOBILIEN GEMEINT, DIE SICH BEISPIELSWEISE DURCH EINE HERAUSRAGENDE LAGE, EINE ELEGANTE

BAUWEISE UND EINE BESONDERS HOCHWERTIGE AUSSTATTUNG AUSZEICHNEN. DAS INTERESSE FÜR DIESES LUXUS-

SEGMENT IST UNGEBROCHEN UND MAN KANN DAVON AUSGEHEN, DASS DER ERWERB EINES SO AUSSERGEWÖHNLI-

CHEN OBJEKTS NACH WIE VOR EINE SOLIDE INVESTITION DARSTELLT. ÜBER IHRE KUNDEN SPRICHT KATHRIN RÖTHIG

SELBSTVERSTÄNDLICH NICHT. DAS LIEGT SCHON IN IHREM CHARAKTER. MIT VIEL RUHE UND SACHKENNTNIS ENT-

DECKT SIE IN IHREN SEHR PERSÖNLICHEN GESPRÄCHEN, WELCHES ZIEL IHR KUNDE TATSÄCHLICH ERREICHEN MÖCH-

TE, UM IHN DANN AUF SEINER REISE ZU BEGLEITEN. DISKRET, FEINFÜHLIG UND MIT VIEL EMPATHIE.

„ICH HABE BISHER NUR GUTE

ERFAHRUNGEN MIT KÄUFERN UND

VERKÄUFERN GEMACHT – UND

BIN AUCH IMMER MIT IHNEN IN

VERBINDUNG GEBLIEBEN. ICH

FREUE MICH AUF JEDE IMMOBILIE

UND JEDEN NEUEN KUNDEN.“

Kathrin Röthig,

Geschäftsführerin RÖTHIG & RÖTHIG Immobilien


stylus: Liebe Frau Röthig, Ihr Fokus liegt seit langer Zeit auf der

sogenannten Luxusimmobilie. Was verstehen Sie darunter?

KR: „Luxus“ ist für mich nicht die richtige Wortwahl. Eine Premium-Immobilie

bedeutet ja viel mehr: Sie verbindet Schönheit,

Glanz und Charme mit Komfort aber auch mit Harmonie.

Jede dieser eindrucksvollen und traumhaften Objekte, die von

mir sehr individuell und persönlich betreut werden, ist ein

Schmuckstück, ein Blickfang, den der zukünftige Eigentümer

liebt und auf den er mit Recht stolz sein kann. Mit dem Wort

Luxus verbinde ich eher eine übertriebene Darstellung von

Prunk – besser gefällt mir da schon der Ausdruck luxuriös – das

kommt meiner Philosophie weit mehr entgegen. Eine luxuriöse

Architektur ist für mich ästhetisch, individuell und anspruchsvoll.

Das sind die Eigenschaften, die meine Objekte besser beschreiben

und so sehe ich auch meine Kunden, also die Käufer

und Verkäufer, die meine Unterstützung suchen.

stylus: Meinen Sie damit eine gewisse Art von Bodenständigkeit?

KR: Ja, ganz genau. Viele meiner Kunden sind sehr vermögend,

aber auch geerdet, natürlich und kultiviert. Es macht mir besonders

viel Freude, für diese Persönlichkeiten tätig zu werden.

Dabei spielt auch gegenseitiger Respekt eine große Rolle. Es beginnt

eigentlich damit, dass mir der Verkäufer, genauso wie der

Käufer, vertrauen muss, und er muss von meinen Fähigkeiten

überzeugt sein. Das bedeutet intensive Gespräche auf Augenhöhe.

Ein selbstauferlegtes Prädikat wie „Luxusmaklerin“ ist dabei

ganz fehl am Platz.

stylus: Wie bauen Sie den persönlichen Kontakt zu Ihren Kunden

auf?

KR: Ich denke Diskretion und vor allem Ehrlichkeit sind in diesem

hochsensiblen Segment erforderlich – und damit meine ich

auch den offenen und ehrlichen Rat. Ich blicke immer aus der

Sicht des Käufers auf eine Immobilie und weiß, was geändert

oder vielleicht auch hinzugefügt werden muss, um genau dieses

Objekt für den potenziellen Interessenten begehrenswert zu

machen. Bei dieser Vorgehensweise grenze ich mich sicher von

meinen Mitbewerbern ab, denn man muss auch den Mut haben,

dem Verkäufer die Wahrheit über seine Immobilie zu sagen – und

dafür sind Vertrauen und Wertschätzung unverzichtbar.

stylus: Woher haben Sie diesen Mut zur Wahrheit?

KR: Das liegt sicher an meiner 25-jährigen Praxis in dieser Branche.

Ich konnte schon sehr viele Objekte verkaufen und begegnete

den unterschiedlichsten Menschen. Dadurch wächst natürlich

die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl, um nicht nur den

wahren Wert der jeweiligen Immobilie zu begreifen, sondern

auch den Eigentümer kennenzulernen. Ich weiß, was eine sogenannte

„Premium-Immobilie“ repräsentieren muss, in welcher

Wohnlage sich das Anwesen befinden sollte und welche besonderen

Details und Vorzüge unbedingt vorhanden sein müssen.

stylus: Das hört sich sehr zeitintensiv an.

KR: Richtig. Manchmal dauert es auch

länger bis dieses große Vertrauen zwischen

dem Verkäufer und mir, als Vertreter

seiner Interessen, aufgebaut ist.

Das muss ich einkalkulieren, nur so

kann die Immobilie perfekt am Markt

präsentiert werden und den bestmöglichen

Preis erzielen.

stylus: Und wie sieht es auf der Käuferseite

aus?

KR: Dank unseres umfangreichen

Netzwerks haben wir ein hervorragend

aufgestelltes Portfolio an

Kaufinteressenten – persönlich, individuell

und natürlich exklusiv. Die

Vermarktung erfolgt flexibel: Entweder

auf dem sehr diskreten Weg,

also nur über unsere Datenbank, oder

durch Publikationen, die aktiv nach

außen gerichtet sind. Ganz so, wie es

der Kunde wünscht.

stylus: Sie betreuen das ganz Besondere,

das Exklusive – Ihr Gatte die

klassische Wohnimmobilie. Kommen

Sie beide mit dieser Aufteilung klar?

KR: Auf jeden Fall – wir ergänzen

uns perfekt. Jeder von uns hat seine

besonderen Qualitäten, deswegen können wir diese beiden Bereiche

kompetent anbieten: Auf der einen Seite die klassische

Wohnimmobilie, bei der mein Mann Thomas der absolute Profi

ist – auf der anderen Seite die besondere und einzigartige Immobilie,

das wiederum ist mein Talent. Um beim Maklervokabular

zu bleiben: Jeder von uns hat so sein Zuhause gefunden. Vielleicht

lieben wir beide unseren Beruf deswegen so sehr. Außerdem

bin ich auch im Interieurdesign beheimatet, ein großer Vorteil

in diesem Premiumsektor: So kann ich meinen Kunden mit

Rat und Tat zur Seite stehen. Ganz entscheidend ist jedoch, dass

jeder Kunde ausschließlich unseren persönlichen Röthig-Chefservice

erhält – gleichgültig ob bei meinem Mann oder bei mir.

Das verdanken wir unserem hervorragenden Team. Es hält uns

den Rücken frei, damit wir uns ganz speziell nur auf den einen,

besonderen Kunden konzentrieren können.

stylus: Beraten Sie und Ihr Mann sich auch gegenseitig?

KR: Natürlich, denn wir verstehen nicht nur unser Geschäft, sondern

auch das des anderen. Deswegen tauschen wir uns häufig

aus. Ich halte es für sehr wichtig, ein Projekt aus unterschiedlichen

Blickwinkeln zu betrachten und so auch kreative Lösungen

zu entwickeln. Wir sind sozusagen ein Doppelpack, eben RÖTHIG

& RÖTHIG – das macht uns nahezu unschlagbar.

stylus: Liebe Frau Röthig, danke für dieses sehr offene Gespräch.

www.roethig-immobilien.de


DIE ELEMENTE DER

ARCHITEKTUR – LINIEN,

FLÄCHEN, FORMEN UND

RÄUME – WERDEN IN

DER ARCHITEKTURFOTO-

GRAFIE NEU INSZENIERT.

Redaktion: Monika Segl | Fotos: Andreas J. Focke

Architektur zu fotografieren stellt an den Fotografen

besondere Herausforderungen. Denn im Gegensatz zu

lebenden Motiven sind Gebäude statisch und unverrückbar.

Jeder Architekturfotograf muss sich genau überlegen, wie

und wann das Objekt am besten in Szene gesetzt werden

kann und welche Blickwinkel geeignet sind, die visuelle

Raumwahrnehmung in eine adäquate fotografische

Darstellung zu übersetzen. Die Bandbreite der Motive ist

enorm, es beginnt bei kleinsten Architekturmodellen und

endet bei Weltkulturdenkmälern, wie beispielsweise der

Chinesischen Mauer. Ebenso verhält es sich bei Innenräumen:

Das Spektrum reicht von der kleinsten Dachkammer

bis zu den Hallen des Beijing Capital International Airport

bei Peking, einem der größten Flughäfen der Welt. Auftraggeber

sind zu einem Großteil Architekten, Innenarchitekten

und die Immobilienwirtschaft – mit ein Grund sich in

dieser Ausgabe der Architekturfotografie zu widmen.

Palace of International Forums "Usbekistan", Tashkent


„ES GILT, DIE DIENENDE FUNKTION DER ARCHITEKTURFOTOGRAFIE – GEGENÜBER DEM

AUFTRAGGEBER UND DER ARCHITEKTUR – MIT DEN DER FOTOGRAFIE ALLGEMEIN ZUR VERFÜGUNG

STEHENDEN ÄSTHETISCHEN UND MANIPULATIVEN MÖGLICHKEITEN AUSZUTARIEREN.“

Andreas J. Focke,

34 | 35 stylus. München 2020


ARCHITEKTURFOTOGRAFEN KOMMENTIEREN BAUWERKE INNEN

UND AUSSEN, SIE SIND KÜNSTLERISCHE WIE DOKUMENTIERENDE

VERMITTLER VON ARCHITEKTUR, VON ALLEM, WAS DER MENSCH

AN BAUWERKEN GESCHAFFEN HAT. WIR HABEN UNS DEN ARCHI-

TEKTURFOTOGRAFEN ANDREAS J. FOCKE AUS MÜNCHEN GENAUER

ANGESEHEN. ER IST IN DEN BAYRISCHEN ALPEN AUFGEWACHSEN

UND LIEBT ES BIS HEUTE UNTER FREIEM HIMMEL DIE FREIHEIT

DRAUSSEN IN DEN BERGEN ZU ERLEBEN. NACH DEM STUDIUM DER

VISUELLEN KOMMUNIKATION IN KASSEL GING ER FÜR EINEN KLEI-

NEN FOTOAUFTRAG NACH MÜNCHEN UND IST GEBLIEBEN – JETZT

SCHON 34 JAHRE. SEINE SCHWERPUNKTE LIEGEN IN DER ARCHI-

TEKTUR- UND PORTRÄTFOTOGRAFIE.


Bayerisches

Innenministerium,

München

36 | 37 stylus. München 2020


PERSPEKTIVE

UND LICHT SPIELEN

EINE ZENTRALE

ROLLE BEI DER

FOTOGRAFIE EINES

GEBÄUDES – OB INNEN

ODER AUSSEN.

„Architekturfotografie erfordert das Einnehmen von

Stand-Punkten. Bei der Transformation eines dreidimensionalen

Raumes in ein zweidimensionales Bild, bei

der Transformation von Volumen in Fläche, entstehen

häufig Überschneidungen, Konvergenzen, Ungleichgewichte,

die der Architekt nicht berücksichtigen

muss, nicht berücksichtigen kann, da er dreidimensional

denkt. Der Architekturfotograf tritt hier

als Übersetzer auf, hilft durch richtige Wahl von

Standpunkt und Perspektive, Linien und Flächen

zu ordnen und somit in der zweidimensionalen

Abbildung verständlich zu machen.“

Andreas J. Focke

Privathaus, Loiberting


Kongress am Park Augsburg, Architekturbüro Schuller + Tham, Lichtplanung d-lightvision

Gute Architekturfotografie setzt ein ausgeprägtes

Gefühl für Licht und Formen voraus, und es

spielt eine wichtige Rolle, zu welcher Tageszeit die

Aufnahmen gemacht werden. Bevor Andreas J. Focke

ein Objekt fotografiert, studiert er ausführlich

die unterschiedlichen Lichtverhältnisse, um die beste

Ausgangssituation zu finden. Dabei sind Hell-

Dunkel-Kontraste ein ebenso wichtiges Gestaltungsmittel

wie der Umgang mit Schärfe und Unschärfe.

Dem Profi steht somit eine ganze Reihe von

Stellschrauben zur Verfügung, durch deren gekonntes

Zusammenspiel es erst gelingt, dem Betrachter

seiner Fotos das gewünschte Bild zu vermitteln. Eine

weitere Herausforderung stellt auch die oft

verwirrende Zahl von Linien, Überschneidungen,

Flächen und räumlichen Volumina dar, die geordnet

und auf zwei Dimensionen reduziert werden müssen.

Eine entscheidende Rolle spielt die Reduktion, das

Weglassen störender Elemente. Hier unterscheidet

sich die Arbeit des professionellen Architekturfotografen

häufig von der vieler Laien, die dazu neigen,

Räume noch zusätzlich zu dekorieren.

„Linien und Flächen, Räume und Formen sind die

Elemente der Architektur, und sie werden in der

Fotografie neu inszeniert, es geht darum, diese

Elemente in der zweidimensionalen Bildfläche zu

ordnen, zu reduzieren, in einen Rhythmus zu

bringen, überschaubar zu machen, ohne dass bei

diesem Abstraktionsvorgang Tiefe und Plastizität

des abgebildeten Raumes verloren gehen.“

Andreas J. Focke

38 | 39 stylus. München 2020


Immobilienverwaltung Boos, München

Als Architekturfotograf sieht sich

Andreas J. Focke seinem Auftraggeber

und dessen jeweiligen Erfordernissen

verpflichtet – behält sich jedoch das

Recht auf ein gewisses Maß an interpretierender

Subjektivität vor. Aus seiner

Sicht ist es seine Aufgabe, ein visuelles

„Destillat“ herzustellen, indem er aus

Millionen von denkbaren Standorten,

Standpunkten, Ausschnitten, eine Handvoll

auswählt, die das Gesamte repräsentieren

können.

Die Wahl der technischen Mittel, ob etwa

eine großformatige Kamera oder eine

schnelle, digitale Spiegelreflex zum Einsatz

kommt, ob stürzende Linien bereits

bei der Aufnahme oder erst in der digitalen

Nachbearbeitung korrigiert werden,

stimmt er auf die jeweiligen Umstände

ab. Seine Herangehensweise ist eine Art

deduktives Vorgehen, vom Großen, Umfassenden,

bis hinunter zum Detail, zur

Materialstudie. Er beginnt damit, ein

Gebäude zu erfahren, kennenzulernen,

indem er dessen Beziehung zur Umwelt,

zur Umgebung analysiert: Wo steht es

in der Landschaft, in der Stadt, wie nähere

ich mich als Nutzer dem Gebäude,

wie komme ich hinein – hier kommt der

Übergang von der äußeren Gestaltung

zur Innenarchitektur. Zunächst sieht

er sich die wichtigsten Räume an, dann

die weniger wichtigen, schließlich die

Details. „Wenn ich mich einem Gebäude

zum ersten Mal nähere, einen Raum zum

ersten Mal betrete, fotografiere ich ihn

nicht sofort, ich muss erst einmal ohne

Kamera erkunden, mir selbst ein Bild

machen, bevor ich ein Bild vermitteln

kann. Ich muss ein Gebäude lesen und

dabei versuchen herauszufinden, was der

Architekt gedacht hat, was seine Intentionen

waren“, sagt Andreas J. Focke.

Aus diesem Erfahren und Begreifen eines

Raumes kristallisiert sich für ihn heraus,

wo der perfekte Standort ist und was

weggelassen werden muss, um eine klare

Aussage zu treffen. Erst daraus ergeben

sich die nötigen technischen Hilfsmittel,

wie zum Beispiel die erforderliche Objektiv-Brennweite.

Zur Geschichte der Architekturfotografie: Nicht nur für Andreas J. Focke beginnt die Architekturfotografie mit

dem Tüftler Nicéphore Niépce, der im Sommer 1826 aus dem Fenster seines Arbeitszimmers seine Camera obscura auf

die Scheune, das Tauben- und Backhaus richtete. Er belichtete anschließend eine 17 × 21 cm große, asphaltbeschichtete

Fläche acht Stunden lang und entwickelte sie in Lavendelöl. So entstand nicht nur die erste fotografische Architekturdarstellung,

die bis heute erhalten ist, sondern auch die erste dauerhaft fixierte Fotografie. Eine Ikone der Technik- und

Kunstgeschichte.

www.architekturfoto.org


„Zuerst kommt die Analyse

der Umgebung, das Fotografieren,

der Griff zur Kamera, ist nur der

Endpunkt eines längeren Prozesses:

das Bild, das ich dem späteren Betrachter

vermitteln will, bildet sich erst langsam,

ganz zum Schluss, wenn das Bild bereits in meinem

Kopf fertig ist, benötige ich die Kamera zur Umsetzung,

um es auch für andere sichtbar zu machen.“

Andreas J. Focke

40 | 41 stylus. München 2020

Neue kleine Olympiahalle, München, Architekturbüro Auer + Weber, Lichtplanung Pfarré Lighting Design


MATERIAL | FUNKTIONALITÄT | ÄSTHETIK

BOTTA DESIGN – DAS IST KLAUS BOTTA – UND DAS SPÜRT MAN SOFORT, WENN ER ÜBER SEINE EDLEN

PRODUKTE SPRICHT. SEINE LEIDENSCHAFT UND SEIN ENGAGEMENT FÜR DIE MARKE SIND OFFEN-

SICHTLICH. DAS IST AUCH NACHVOLLZIEHBAR, WENN MAN DIE GESCHICHTE KENNT, DIE DAHINTER

STECKT: ENTTÄUSCHT VOM ÜBERANGEBOT IN DEM FÜR IHN EINTÖNIGEN UHRENMARKT ENTWICKELTE

DER JUNGE DESIGNSTUDENT KLAUS BOTTA BEREITS IN DEN 1980ER JAHREN DIE ERSTE EINZEIGER-

UHR DER NEUZEIT. SIE BEKAM DEN NAMEN „UNO“ UND WURDE EIN UNERWARTETER VERKAUFS-

SCHLAGER. BEFLÜGELT DURCH DIESEN ERFOLG GRÜNDETE DER DESIGNER 1999 DIE MARKE BOTTA.

HEUTE UMFASST DAS PORTFOLIO EINE REIHE AUSSERGEWÖHNLICHER UND HOCHWERTIGER UHREN

MIT GANZ BESONDEREN ZIFFERBLÄTTERN.

Klaus Botta legt jedoch nicht nur Wert auf ein unvergleichliches Design – inzwischen mit über 60 internationalen

Designawards ausgezeichnet – sondern auch auf eine hervorragende Qualität. „Made in Germany meets

Swiss Made“ ist ein Teil seiner Philosophie, denn bei der Funktionalität macht er keine Kompromisse. Die Uhren

sind meist mit einem dreiteiligen, robusten und hautfreundlichen Titangehäuse versehen und die Automatikoder

Quarzwerke sind Produkte der Schweizer Marken Ronda oder ETA.

Zwar studierte Klaus Botta Physik und Produktdesign – aber seine Kenntnisse in der Philosophie und Verhaltenslehre

sind nicht weniger umfassend. Er drückt es so aus: „Meine drei Hauptinteressen ´Technik, Gestaltung

und Menschen` erscheinen vielleicht im ersten Moment konträr – sie ergänzen sich aber tatsächlich perfekt im

Beruf des Produktdesigners. Wenn man also in diesem Tätigkeitsfeld erfolgreich arbeiten möchte, braucht man

das technische Wissen eines Ingenieurs, die Kreativität eines Gestalters, aber auch die Menschenkenntnis eines

Soziologen.“


A R C H I T E K T U R

F Ü R ` S

HANDGELENK

Text: Nina Schmid | Bildmaterial: BOTTA design

“DIE MENSCHEN HABEN SICH AN

DAS KOMPLIZIERTE GEWÖHNT –

UND DAS EINFACHE VERLERNT.”

Klaus Botta über die Einzeigeruhr UNO


GRAFISCHE UHREN

MIT LOGIK UND PHILOSOPHIE

Armbanduhren werden oft unterschätzt.

Auch wegen ihrer Größe übersieht man

ihre technische Komplexität. Bei näherer

Betrachtung erkennt man jedoch,

dass hinter diesem hochwertigen mechanischen

Werk zwar ein kleiner aber

durchaus hoch technisierter „Motor“

steht. Auch die Wirkung, die eine Armbanduhr

nach außen und nach innen

entfaltet, wird häufig übersehen. Denn

sie kann mit ihrer Interaktion durchaus

Stress und Komplexion vermitteln – oder

auch Ruhe, Gelassenheit und Souveränität.

Klaus Botta bezeichnet das als die

„Mensch-Objekt-Beziehung“ – und genau

das fasziniert ihn seit über 30 Jahren.

Denn eine Armbanduhr ist für ihn die

Verkörperung der Zeit, die diese abstrakte

Größe erst sichtbar macht. Heutzutage

ist das eine entscheidende Komponente,

denn Zeit scheint in unserem Leben ein

knappes Gut geworden zu sein.

Deswegen hat es sich BOTTA design

zur Aufgabe gemacht, Uhren zu kreieren,

die Zeit zu einem besonderen Erlebnis

machen, beispielsweise durch

außergewöhnliche Anzeigekonzepte.

Ob Einzeigeruhr oder Mehrzeigeruhr,

ob 12-Stunden- oder 24-Stundenanzeige

– BOTTA Uhren animieren tatsächlich

zu einem bewussteren Umgang

mit der Größe Zeit.

„Alle unsere Uhren sind klar strukturiert

und streng logisch aufgebaut – es wurde

alles weggelassen, was keine logische

Funktion hat. Genau hier spiegeln sich

auch die Prinzipien des Bauhaus wider.

Allerdings in der Formensprache des 21.

Jahrhunderts. Unsere Uhren sind zweifellos

auch Statussymbole. Jedoch mehr

im ideellen als im materiellen Bereich.

Eine BOTTA-Uhr zu tragen ist ein Zeichen

von Selbstbestimmung und Individualität.

Unsere typischen Kunden sind

werteorientiert, qualitäts- und umweltbewusst

und wählen die Produkte, mit

denen sie sich umgeben sehr gezielt aus.

Dabei achten sie besonders auf deren Herkunft“,

sagt Klaus Botta.

Neben der Entwicklung und dem

Vertrieb von Uhren unter der Marke

„BOTTA“ arbeitet BOTTA design auch

als Industriedesignbüro für Auftraggeber

unterschiedlichster Branchen.

Die Schwerpunkte der Projekte liegen

im technischen Design und der Gestaltung

elektronischer Geräte. Mit

seinem Kernteam aus Gestaltern und

Technikern bietet BOTTA design zusammen

mit ausgewählten Partnern

auch ein umfangreiches Leistungsspektrum

aus einer Hand – Gestaltung,

Konstruktion, Projektmanagement

und Beratung.


30 Jahre nach seiner Entwicklung ist das

Konzept der UNO aktueller denn je – perfekt für den

entspannten Umgang mit der Zeit.

Diese Uhr stellt einen überzeugenden Gegenentwurf zur

wachsenden Verkomplizierung unserer täglichen Umwelt

dar. Während Produkte – auch Armbanduhren – immer

umfassender, komplexer und damit auch verwirrender

werden, strahlt die NOVA eine wohltuende Einfachheit

aus. Die puristische Gestaltung lenkt den Blick des

Betrachters auf das Wesentliche: die Zeit. Nur der äußere

Bereich des Blattes und der deutlich abgesetzte grüne Zeiger

sind sichtbar. Das Zentrum von Zifferblatt und Zeiger

ist mit einer zentralen, kreisrunden Fläche abgedeckt und

verleiht der Uhr eine futuristische, schwebende Optik.

Genau genommen ist die 12-Stunden-Uhr

eine Verfremdung der Realität. Schließlich hat der

Tag 24 Stunden und nicht zwölf.

Das war der Gedanke hinter der Designentwicklung der

UNO 24. Die anspruchsvolle Zeitdarstellung erfolgt durch

eine 24-Stunden-Anzeige kombiniert mit dem Einzeigerprinzip.

„Erdrotation und Zeigerrotation sind exakt

synchron“, sagt Klaus Botta über seine Idee. Bei der UNO

24 steigt der Zeiger früh morgens über den Horizont des

Zifferblatts und symbolisiert so den Sonnenaufgang.

Mittags zeigt der Zeiger senkrecht nach oben und gegen

Abend erreicht er die unten liegende Nachthälfte.

Um Mitternacht gelangt der Zeiger zur Datumsgrenze, das

Datum springt weiter und der neue Tag beginnt.

Sehr logisch, aber zunächst ungewöhnlich abzulesen.

Diese Uhr begeistert sicher unkonventionelle Menschen

mit einem Faible für Technik und Logik.

44 | 45 stylus. München 2020


AUCH BEI DEN MATERIALIEN SETZT BOTTA DESIGN AUF AUSSER-

GEWÖHNLICHES: DENN DER CHEF SELBER IST BEGEISTERT VON

REINTITAN UND TITANLEGIERUNGEN. IN DEN NEUESTEN UHREN-

VERSIONEN BESTEHEN DIE DREI GEHÄUSEKOMPONENTEN JEWEILS

AUS EINER SPEZIFISCHEN TITANLEGIERUNG. DIESE BESONDERE

GEHÄUSEARCHITEKTUR GIBT ES AKTUELL NUR BEI BOTTA.

Titan ist unter anderem korrosionsbeständig, antimagnetisch und antiallergen.

Außerdem hat das besondere Material „selbstheilende“ Kräfte: Wird die Oberfläche

verletzt, bildet sich sofort eine hauchdünne, unsichtbare aber besonders

widerstandsfähige Titanoxidschicht, die das darunterliegende Material schützt.

Bei BOTTA design wird für den stark beanspruchten Topring eine besonders

widerstandsfähige Titanlegierung verwendet, die man auch aus dem Flugzeugbau

kennt. Der zentrale Gehäuseteil besteht aus einer modifizierten Variante

von Reintitan und der auf der Haut aufliegende Gehäuseboden wird aus einer

besonders hautverträglichen Titansorte, die auch in der Medizin eingesetzt wird,

hergestellt. „Titan ist zwar ein teurer, aber auch überlegener Werkstoff. Erst

der Einsatz von besonderen Titanlegierungen ermöglichte es uns, derart flache,

leichte und langlebige Armbanduhren zu konstruieren“, erklärt uns Klaus Botta.

Der Uhrenhersteller, der ausschließlich in

Deutschland entwirft und produziert, hat aber

noch mehr zu bieten. Das Deckglas seiner

Uhren wird aus synthetischem Saphir gefertigt,

denn Saphirglas ist so hart wie ein Rubin

und damit der ideale Werkstoff für Uhrengläser.

Zusätzlich werden die Gläser beidseitig

entspiegelt, um die Durchsicht zu verbessern.

Die pflanzlich gegerbten Lederarmbänder werden

ebenfalls in Deutschland gefertigt. Klaus

Botta ist sich sicher, wer sich auf die UNO 24

einlässt, wird Zeit in Zukunft ganz neu wahrnehmen

und leicht ins Gespräch kommen,

denn eine Einzeigeruhr fällt auf. Für die überzeugende

Logik, technisch und gestalterisch

perfekt umgesetzt, wurde die UNO 24 mit der

internationalen Designauszeichnung „Focus

Open“ in Gold ausgezeichnet.


ZEIT FÜR

INDIVIDUALISTEN

KLAUS BOTTA ENTWICKELT KEINE UHREN

DIE ES AN JEDER ECKE ODER IN JEDEM

SCHAUFENSTER GIBT. SEINE ZIELGRUPPE

GEHT BEWUSST MIT DER ZEIT UM. AUS

SEINER SICHT SIND ES MENSCHEN MIT EINER

VORREITERROLLE, DIE EINEN GANZ PER-

SÖNLICHEN LEBENSWEG UND LEBENSSTIL

PFLEGEN. BOTTA UHREN SIND HOCHWERTIG,

OHNE PROTZIG ZU SEIN, SIE SIND MODERN,

ABER NIE MODISCH, SIE VERZICHTEN AUF

ÜBERFLÜSSIGES UND KONZENTRIEREN SICH

AUF DAS WESENTLICHE.

Natürlich ist Nachhaltigkeit für

das Unternehmen auch ein Kernthema.

Jede BOTTA-Uhr ist durch

hochwertige Materialien, eine

sorgfältige Verarbeitung und nicht

zuletzt durch das zeitlose Design

auf Langlebigkeit ausgerichtet,

um so auch die Umwelt zu entlasten

und den Rohstoffverbrauch zu

senken. „Genau in diesem Sinne

planen und fertigen wir unsere

Uhren. Nicht selten erhalten wir

Uhren zum Service, die 20 oder

30 Jahre alt sind. Hochwertigkeit

und Langlebigkeit sind in meinen

Augen – gleich nach dem Verzicht

– die wirksamsten Beiträge zum

Umweltschutz“, erklärt uns Klaus

Botta. Auch seine Nähe zum Bauhaus

führt ihn zur „Reduktion auf

das wirklich Wichtige“ – also das

Weglassen von unnötigem Zierrat.

Das sind Werte und Prinzipien,

die er und sein Team täglich in der

Firma praktizieren. Sie transferieren

die klassischen, zeitlosen

Bauhauswerte in die aktuelle Zeit.

„Das ist viel mehr als die Kopie typischer

Bauhaus-Gestaltungselemente“,

sagt Klaus Botta.

Das spiegelt auch die neueste Kreation

von BOTTA design wider: die

„TRES colores“. Auch hier lehnt

sich der Designer Botta an das

Bauhaus an.

„Einen Menschen zu seinen Farben

zu führen heißt, ihn zu sich selbst

zu führen“, so beschrieb der Bauhaus-Lehrer

Johannes Itten die

Bedeutung von Farben. Auf diese

Weise findet sich auch in der TRES

colores die zeitlose Bauhaus-Philosophie.

Spielerisch drehen sich die

Zeiger in den Bauhaus-Farben rot,

blau und gelb über dem tiefschwarzen

Zifferblatt. Das Design dieser

Neuentwicklung konzentriert sich

auf das Wesentliche, sie ist funktional

und emotional zugleich und

somit ein Objekt für das Leben in

all seiner Vielfalt und Kreativität –

ganz im Sinne des Bauhauses.

Auch die beiden TRES colores

Modelle werden von hochwertigen

Swiss-Made-Werken

angetrieben und mit Tri-Titan

produziert. Designed in

Germany, Made in Germany

– erweiterter Funktionalismus

für das 21. Jahrhundert.

46 | 47 stylus. München 2020

www.botta-design.de | www.botta-produktdesign.de


kleine häuser

ganz groß

Seit 2004 vergibt das Magazin HÄUSER jährlich einen renommierten Architekturpreis für Einfamilienhäuser,

den sogenannten Häuser-Award. Die Auswahl trifft eine Fachjury zu denen unter anderem der Bund deutscher

Architekten (BDA) und der Verband Privater Bauherren (VPB) zählen. Architekten aus ganz Europa

haben sich in den vergangenen Jahren mit über 2.500 Projekten an diesem Wettbewerb beteiligt. Die Auszeichnung

gilt inzwischen als der bedeutendste jährlich verliehene Architekturpreis seines Genres. 2020 hieß

das Motto: die besten kleinen Häuser. stylus hat sich drei der Finalisten genauer angeschaut.

DAS SCHWARZE HAUS

Am Ostufer des Ammersees unweit von München

prägen häufig gesichtslose Ortschaften und formlose

Einfamilienhäuser den ländlichen Raum. Im Gegensatz

dazu steht dort nun ein kleines, schwarzes Haus

zwischen zwei Bestandsbauten, einem Bürogebäude

und einem Mehrfamilienhaus und macht durch seine

verkohlte Fassade auf sich aufmerksam. Der Bau ist

geprägt durch das Ineinanderschieben unterschiedlich

hoher Räume. Die zurückhaltenden Eingriffe ins Gelände

sorgen für viel Tageslicht in allen Bereichen – trotz

der verschachtelten Bauform. Böden, Wände und Decken

bestehen aus Sichtbeton, der angeschliffen wurde,

um den Flächen eine subtile grafische Qualität zu

geben. Eine effiziente Flächenheizung wurde von den

Architekten in Böden, Wänden und Decken versteckt.

Das ist besonders nachhaltig, da der Beton zugleich als

Wärmespeicher dient. Das Innere des Schwarzen Hauses

wurde auf eine Küche mit Wohn- und Essbereich im

Erdgeschoss sowie ein Schlafzimmer mit Bad und separatem

WC im Untergeschoss reduziert. Durch zwei Pivot-Fenster

lassen sich die Nord- und Westfassade fast

vollständig öffnen – so ist der Übergang vom Raum zur

freien Natur ebenfalls fließend.

Alle Einbauten wie Küche, Schränke, Türen und Fenster

sowie der Treppenturm sind aus naturbelassener, geölter

Eiche gefertigt. Auf chemische Behandlung konnte

im gesamten Bau verzichtet werden. So wurde die Holzfassade

versiegelt, indem sie verkohlt wurde. Die Holzschalung

ist dadurch wasserabweisend und resistent gegen

Pilzbefall. Der Bau spielt mit Betrachtungsweisen

von innen und außen, oben und unten und präsentiert

sich durch seine Form und seinen reduzierten Materialeinsatz

puristisch und klar.


Architekt: BUERO WAGNER

Fabian A. Wagner Architekt BDA

www.buerowagner.eu

Fotograf: Florian Holzherr

48 | 49 stylus. München 2020


HYTTE IMINGFJELL

Das Studio Arkitektværelset in Oslo stellte

sich der Herausforderung, ein Ferienhaus

hoch oben auf dem Berg Imingfjell

in Norwegen zu entwerfen. Wegen der

strengen Bauvorschriften, schwierigen

Wetterbedingungen und Lawinengefahr

sieht die Rückseite des Gebäudes wie eine

Schutzhaube aus, die starken Winden

und Regen standhalten kann.

Die Chefarchitektin Grethe Løland fand,

dass diese Richtlinien eine Quelle der Inspiration

waren. „Einschränkungen sind

die Wurzel jeder spielerischen Kreativität“,

sagt Løland.

Innen herrscht der klassische skandinavische

Minimalismus und macht das

Interieur zu einem warmen und einladenden

Raum, um den harten Elementen

draußen zu trotzen. Die Außenverkleidung

aus Naturholz setzt sich innen fort

und wird durch tiefschwarze Akzente wie

Küchenmöbel, Treppengeländer, Türen

und Holzofen hervorgehoben. Das Familienzimmer

setzt das minimalistische

Thema mit einem komplett schwarzen

Esstisch und einer Reihe karamell-brauner

Ledersofas fort. Eckfenster in der Küche

und im Sitzbereich lassen den Raum

offener wirken und bieten einen Blick auf

die wilde Landschaft. Insgesamt bietet

das Haus Platz für 12 Personen.

Dem Bauherren war es wichtig, dass alle

Zimmer eine außergewöhnliche Qualität

haben. So besteht der gesamte Innenbereich

aus Eichenholz und die Sauna,

die sich zur Terrasse hin öffnet, kann

beispielsweise auch als Gästezimmer genutzt

werden.

„Das Gebäude wurde zu einer unauffälligen,

ikonischen Skulptur in dieser wilden

Natur“, schließt Løland.


Architekt: BUERO ARKITEKTVAERELSET | www.arkitektvaerelset.no | Fotograf: Marte Garmann

50 | 51 stylus. München 2020


Architekt: JURI TROY ARCHITECTS | www.juritroy.com | Foto: Juri Troy


HIDEOUT H2

Das Prinzip: Ein einfaches Holzhaus wurde auf einem massiven Sockel in den Hang gesetzt. Denn die Auffassung des Architekten

Juri Troy ist: Zurück in die Zukunft – der Holzbau als Schlüssel zur Wiederkehr einer ganzheitlichen Architekturauffassung.

Die Ausrichtung der zweigeschossigen Loggia folgt der Lieblingsaussicht des Bauherrn über das Tal in die gegenüberliegenden

Hügel des Wienerwaldes. Der Innenraum entwickelt sich um einen Sichtbetonkern, in dem die Treppe, Technik und die Nassräume

sinnvoll untergebracht werden konnten. Der Wohnraum liegt im Erdgeschoss, die Schlafräume und ein Arbeitsbereich im

Obergeschoss und sind über einen zweigeschossigen Luftraum miteinander räumlich verschränkt. Die gesamte Holzkonstruktion

besteht aus vorgefertigten Massivholzelementen mit Weißtannendeckschicht. Gedämmt wurde mit Holzwolle, die Fassade aus

sägerauen Fichtenbrettern vertikal angeschlagen. Bei diesem Niedrigenergiehaus wurde großer Wert auf die Verwendung von

unbehandelten, natürlichen Materialien gelegt. Die Beheizung erfolgt mittels zentralem Holzofen ergänzt durch eine Fußbodenheizung

in einigen Bereichen. Die Haustechnik wurde bewusst minimal gehalten. Im Mittelpunkt stand von Beginn an ein auf

das Wesentliche beschränktes Gesamtkonzept.

„Und nicht zuletzt sprechen wir bei Holz von einem Baustoff, der wie kein anderer imstande ist, zum Mittelpunkt einer neuen

Ganzheitlichkeit in der Architektur zu werden. Dies, indem er nachwachsend ist, CO 2

bindet, von der Wärmeleitfähigkeit über das

Tragverhalten bis hin zum Brandschutz teils unglaubliche Fähigkeiten aufweist und damit wie kaum ein anderer Baustoff all jene

Eigenschaften in sich vereint, die für unsere Zukunft ausschlaggebend sein werden.“ Juri Troy

52 | 53 stylus. München 2020


Sie lieben die Natur, Wasser und suchen Ruhe und Entspannung auf einem einzigartigen Grundstück? Sie

sind aber trotzdem kein Einsiedler und genießen die Nähe zu einer so fantastischen Metropole wie München?

Dann ist vielleicht dieses außergewöhnliche Anwesen genau das Richtige für Sie. Diese einmaligen 13.000 qm

in unmittelbarer Nähe zum Olchinger See sind nur eine gute halbe Stunde von der Staatsoper München und

dem Münchner Marienplatz entfernt. Außerdem finden sich auf dem weitläufigen Areal Skulpturen und Kunst

aus ganz Asien. Es ist ein Ort, der zum Entdecken einlädt und der einen verzaubert. Der Eigentümer führt Sie

gerne mit Kunst- und Sachverstand durch diese Idylle mit Haupt- und Gästehaus, verschiedenen Teichen und

einem Badeplatz. Das gesamte Refugium steht nur Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Gästen zur Verfügung und

ist umfassend befriedet und eingezäunt.

Die Besichtigung und der Kauf wird von RÖTHIG & RÖTHIG Immobilien betreut. Der Eigentümer möchte diesen

besonderen Besitz an einen Liebhaber übergeben und anschließend in seine Wahlheimat Bali übersiedeln.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.roethig-immobilien.de. Kathrin & Thomas RÖTHIG stehen

Ihnen persönlich unter folgenden Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung:

Telefon Office München: 089-997 297-0, E-Mail: office@roethig-immobilien.de


NATUR PUR

AUF 13.000 QM

BEI MÜNCHEN



EIN MYSTISCHER ORT ZUM ENTDECKEN

DIESE FANTASTISCHE OASE AM

OLCHINGER SEE, UNWEIT VOM

MÜNCHNER STADTZENTRUM

ENTFERNT, IST IDYLLE PUR. SIE

BEHERBERGT ABER NICHT NUR VIEL

NATUR, SONDERN AUCH UMFANG-

REICHE, GESCHICHTLICHE STEIN-

SKULPTUREN AUS DEM ASIATI-

SCHEN RAUM. DER EIGENTÜMER

– EIN GROSSER STEINFREUND UND

LIEBHABER DER ASIATISCHEN

KULTUR – GAB REPLIKEN, MONO-

LITHEN UND BUDDHAFIGUREN AUS

JAPAN, THAILAND UND INDONE-

SIEN HIER AUF SEINEM 13.000 QM

GROSSEN, TRAUMHAFTEN GRUND-

STÜCK EINE NEUE HEIMAT.

Eingebettet in Wald- und Grünanlagen entdeckt man beim Durchqueren des Areals

immer wieder etwas Unerwartetes: zum Beispiel Wand-Repliken vom Borobudur

Tempel, der größten buddhistischen Tempelanlage der Welt auf der Insel Java in Indonesien.

Sie entstanden vor etwa 30 Jahren, bei der Restaurierung durch die UNESCO.

Weiter am Koi-Teich ruht ein zwei Meter hoher japanischer Buddha, der hier „seine

Wirklichkeit gefunden hat“. Er ist eine Bronzenachbildung des Kamakura Buddhas

in der Nähe von Tokio. Dieses Paradies wurde vom Eigentümer vor 15 Jahren mit viel

Herzblut gestaltet. Viele Container wurden mit den Monumenten verschifft, auch die

Megalithen aus Gunung Padang. Sieben Meter sind sie hoch und wiegen 15 Tonnen. Ihr

Alter wird auf 3.000 bis 10.000 Jahren geschätzt. Diese frühe indonesische Kultstätte

ist mit Mystik und Magie belegt und gehört zu den spektakulärsten archäologischen

Entdeckungen Südostasiens. Ähnlich mystisch erlebt man auch dieses traumhafte

Grundstück – aber für den Eigentümer ist jetzt jedoch die Zeit gekommen etwas Neues

zu beginnen – natürlich in Asien. Deswegen wird ein neuer Besitzer für dieses einzigartige

Anwesen gesucht ...

56 | 57 stylus. München 2020


HIER

WÄCHST DIE

ZUKUNFT

Text: Monika Segl

DER VOLL AUTOMATISIERTE

GEWÄCHSSCHRANK DES

MÜNCHNER UNTERNEHMENS

AGRILUTION BRINGT DIE

ZUKUNFTSTECHNOLOGIE

„VERTICAL FARMING“ IN DIE

EIGENEN VIER WÄNDE.

„DIE PFLANZEN WACHSEN KON-

TROLLIERT UND MAN ERNTET

GREENS MIT EINZIGARTIGEM

AROMA, DA SIE VIEL REICHER

AN NÄHRSTOFFEN SIND,“

Sagt uns Maximilian Lössl,

Gründer und Geschäftsführer von Agrilution


Die Bevölkerung auf unserer Erde wächst unaufhaltsam

– vor allem in den Städten – und die Lebensmittelversorgung

stößt schon jetzt häufig an ihre Grenzen. Auch, weil

Ackerflächen und Weiden zunehmend bebaut werden. Es

wurden inzwischen viele Ideen und Lösungswege für diese

Problematik erarbeitet.

Eine davon ist 1999 an der Columbia University New York

durch den Wissenschaftler Dickson Despommier entwickelt

worden. Das Grundprinzip ist einfach: auf einer

kleinen Bodenfläche wird nicht horizontal, sondern in

die Höhe gepflanzt. Diese Idee wurde als Vertical Farming

weltweit bekannt.

ersten „Plantcube“. Jetzt wird er in ihrem Unternehmen Agrilution

mit Sitz in München produziert. „Durch unseren Plantcube

haben die Menschen schon heute frischere Salate, Microgreens

und Kräuter mit viel mehr Nährstoffen direkt zu Hause“, beschreibt

Maximilian Lössl die aktuelle Situation. „Unsere Generation

kann erstmals technologische Möglichkeiten nutzen, um

viel mehr über Pflanzen, ihr Wachstum und ihre Bedürfnisse

zu lernen. Das machen wir Tag für Tag über unsere Agrilution

Cloud, in der alle Informationen der Pflanzen aus den Plantcubes

ausgewertet werden. Genau diese Erkenntnisse sind es,

mit denen wir langfristig die Ernährung der Welt gesünder und

effizienter machen werden.“

Auch Maximilian Lössl ist von dem Prinzip begeistert. Aufgewachsen

in China und Sohn einer Entwicklungshelferin, hat er

sich bereits in früher Jugend mit den Themen Umwelt, Überbevölkerung

und Klimakrise beschäftigt. Es war schon immer

eines seiner Ziele, auch einen Beitrag für ein besseres Leben auf

unserem Planeten zu leisten. Seine Idee: Warum gibt es Vertikal

Farming nicht für zuhause, wo der Salat, das Gemüse und die

Kräuter direkt auf den Tisch kommen? Gemeinsam mit seinem

Freund Philipp, einem gelernten Mechatroniker, studiertem

Mathematiker und Wirtschaftsingenieur, entwickelten sie den

Der Plantcube ist nicht größer als ein kleiner Kühlschrank und

bietet ein geschlossenes Ökosystem mit Saatmatten, kontrolliertem

Klima und Licht sowie einer automatisierten Bewässerung.

Über die Agrilution Cloud wird das System gesteuert

und eine App gibt Einblick in den Wachstumsprozess und Hinweise

zu Wartung und Ernte. Der Plantcube kann als Unterbauschrank,

als eingebauter Hängeschrank oder frei im Raum

genutzt werden. Mit seinen klaren Linien und dem charakteristischen

Licht hinter der Glastür ist er tatsächlich eine Art

Design-Objekt.

58 | 59 stylus. München 2020


EINE NEUE

PERSPEKTIVE FÜR

URBANES LEBEN

AGRILUTION BRINGT EINE TECHNOLOGIE INS

EIGENE HEIM, DIE SONST NUR IN GROSSEN

VERTICAL FARMS ZU FINDEN IST. DIE SENSORI-

SCHE KLIMAKONTROLLE GARANTIERT EWIGEN

FRÜHLING UND EINE AUTOMATISIERTE BEWÄS-

SERUNG VERSORGT DIE PFLANZEN ÜBER EINEN

INTEGRIERTEN TANK BIS ZU ZWÖLFMAL AM TAG

MIT WASSER UND NÄHRSTOFFEN.

Zusätzlich schafft das mit Osram entwickelte LED

Plant Light jederzeit perfekte Lichtverhältnisse, mit

allen Wellenlängen des Sonnenspektrums, die für

das Wachstum relevant sind. Über WLAN lässt sich

der Plantcube mit minimalem Aufwand nutzen. Alle

Hinweise zu Ernte und Wartung erfolgen automatisch:

So wird ab und zu Wasser nachgefüllt, alle zwei

Monate muss der Tank gereinigt werden und die herausnehmbaren

Teile landen in der Spülmaschine. Bis

zu drei Wochen läuft der Plantcube sogar komplett

autark. Ein intelligentes System, das viel Technologie

auf kleinem Raum bietet.

Max Lössl verspricht eine wahre Geschmacksexplosion:

Die perfekten Wachstumsbedingungen, die hohe

Nährstoffdichte und die absolute Frische sorgen für

ein einzigartiges Aroma. Zwei-Sterne-Koch Bobby

Bräuer erklärt: „Die Microgreens aus dem Plantcube

sind geschmacklich so intensiv, dass wir selbst die

kleinsten Pflanzen teilen können, um Stängel und

Blatt in verschiedenen Gerichten zu verwenden.“

Aktuell können aus dem Agrilution-Sortiment

bereits 17 verschiedene Salate, Microgreens und

Kräuter gewählt werden, unter denen sich auch ausgefallene

Sorten wie roter Pak Choi oder Wasabina

Blattsenf finden. So kann jedes Gericht – von raffinierter

asiatischer Kochkunst bis zu vitaminreichen

Smoothies – veredelt werden. Durch den Plantcube

können immer mehr Menschen im urbanen Raum

eine bewusste und persönliche Ernährung genießen.

Auch, wenn sie nicht über Balkon oder Garten

verfügen. Denn in der grünen Wunderkammer von

Agrilution wachsen die gesunden Greens immer –

auch wenn draußen ein Schneesturm tobt oder die

Lieblingskräuter im heimischen Klima eigentlich gar

nicht wachsen würden. Das könnte tatsächlich eine

neue Perspektive für ein urbanes Leben bedeuten.

www.agrilution.com

Maximilian Lössl, Gründer und Geschäftsführer von Agrilution (Foto: Jaime Peralta)


JUNGES GEMÜSE

Eat your Greens

stylus findet, dass dieses Buch von Anette Dieng und Ingela

Persson ganz hervorragend zum vorhergehenden Artikel

passt! Denn es ist ja schon lange kein Geheimnis mehr,

dass Gemüse in der Küche eine immer größere Rolle spielt,

so reich an Vitaminen, Kohlenhydraten, Eiweißen und Mineralstoffen.

Wer gerne Gemüse ist, tut nicht nur seiner Figur

etwas Gutes, sondern vor allem auch dem ganzen Körper.

Gemüse und Salat wird schon lange nicht mehr nur als Beilage

gereicht. Denn auch eine Kartoffel kann viel mehr als nur

Püree sein … Wer bei Grünzeug rot sieht und jeden Tag aufs

Neue damit kämpft, sich gesund zu ernähren, wird sich mit

diesem Buch in einen echten Gemüse-Fan verwandeln. Mit

mehr als 800 kurzen und unkomplizierten Rezepten zeigen

Annette Dieng und Ingela Perssoni, wie einfach es ist, grüner

zu kochen.

„Junges Gemüse“ stellt mehr als 40 Gemüsesorten vor und

erklärt, wann sie in der Saison sind, wie man sie am besten

lagert und mit welchen Zutaten sie gut funktionieren.

Junges Gemüse: Gestalten Verlag | 188 Seiten | gebunden | 29,90 €

Anette Dieng hat als

Köchin gearbeitet, bevor

sie Ekolådan, Schwedens

führenden Gemüse-Lieferservice,

gründete.

Heute arbeitet sie

als Autorin, die voller

Leidenschaft zeigen

will, wie einfach es ist,

ein nachhaltiges Essen

zuzubereiten.

Ingela Persson ist

Köchin, Bäckerin

und Gemüseliebhaberin

und schreibt

Rezepte für Ekolådan.

Sie ist Autorin

mehrerer Dessertbücher sowie

Restaurantbesitzerin der Brasserie Bobonne

in Stockholm, Schweden.

60 | 61 stylus. München 2020


„In Japan behandeln wir

Hautirritationen oder

Wunden mit der Indigo-

Pflanze, denn sie hat eine

heilende Wirkung“,

erklärt Misa Muto,

Co-Founder & Head of

Customer Satisfaction

bei AIZOME Bedding

mit Sitz in USA.


AIZOME

Text: Monika Segl | Fotomaterial: AIZOME bedding

THEMEN ÜBER NACHHALTIGE UND MÖGLICHST NATÜRLICHE PRODUKTE SIND IN DER LETZTEN ZEIT

AUF DER GANZEN WELT SEHR AKTUELL UND WICHTIG GEWORDEN: EGAL OB ES SICH UM LEBENSMITTEL,

MÖBEL, ARCHITEKTUR ODER KLEIDUNG HANDELT. STYLUS HAT BEREITS 2019 ÜBER VIELE NEUE IDEEN

UND MÖGLICHKEITEN BERICHTET. JETZT HABEN WIR EIN WEITERES INTERESSANTES UNTERNEHMEN

ENTDECKT. AIZOME BEDDING. DAHINTER STECKT MICHEL MAY, EIN GEBÜRTIGER MÜNCHNER, DER 2017

IN TOKIO SEIN UNTERNEHMEN AIZOME GRÜNDETE: ORGANISCHE BETTWÄSCHE GEFÄRBT MIT NATÜR-

LICHEM INDIGO OHNE SYNTHETISCHE ZUSÄTZE.

Aizome ist eine traditionelle japanische Färbetechnik mit Indigo,

die tief in der Kultur Japans verwurzelt ist. Durch die Herstellung

von synthetischem Indigo ab 1880 geriet diese Kunst

jedoch in Vergessenheit. Aber seit einiger Zeit macht Aizome

mit neuen Entwicklungen wieder auf sich aufmerksam und

beginnt sich weltweit einen ausgezeichneten Ruf als „Japan

Blue“ zu erwerben. Michel May, der zehn Jahre lang in Tokio

für ein medizintechnisches Software-Unternehmen arbeitete,

entwickelte mit einem traditionell-japanischen Färber, einem

Dermatologen und einem Ingenieur ein besonderes Verfahren.

Hierbei bleibt die Pflanzenfärbung nicht nur extrem farbfest,

sondern wirkt hautberuhigend. So können Schlaf- und Hautprobleme

verhindert werden. Nach ersten Erfolgen in den USA

plant das deutsch-japanische Unternehmen nun auch den

Schritt nach Europa: Die gesunde Indigo-Bettwäsche kommt

also nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz.

„Wir haben uns in den letzten Monaten auf die Vermarktung

und den Vertrieb unserer Produkte auf dem internationalen

Markt, vorrangig auf den US-Markt, konzentriert. Unsere natürlichen,

zu 100 % aus Pflanzen hergestellten, Produkte werden

aber auch in Europa sehr geschätzt. Daher ist es nur logisch,

den Vertrieb auch in Deutschland und anderen EU-Ländern anzubieten“,

erzählt uns Michel May in München.

„Wir geben jedes Jahr mehr

und mehr zum Heilen unserer

Krankheiten aus und werden

dabei doch ungesünder. Das

macht keinen Sinn. Viele Leiden

könnten durch einen bewussteren

Konsum vermieden werden.

Wir wollen mit AIZOME

Bedding einen Beitrag durch

gesunde Bettwäsche leisten,

die völlig auf Zusätze von

Chemikalien in der Produktion

verzichtet. Und das wird

nicht nur von Menschen mit

sensibler Haut geschätzt.“

Michel May, Gründer von Aizome Bedding

62 | 63 stylus. München 2020


Diese besonders weiche, angenehme Bio-Bettwäsche hat

2019 durch Crowdfunding-Kampagnen in den USA Vorbestellungen

in Höhe von rund Euro 120.000.- eingebracht.

So konnte das Online-Geschäft in Amerika aufgebaut

werden. Jetzt soll die Bettwäsche mit den passenden Größen

das deutschsprachige Europa erobern. „Mit der Unterstützung

vieler Menschen können wir diesen wichtigen Schritt gehen

und AIZOME bedding als Marke auch in Deutschland etablieren.

Durch unser gut funktionierendes Produktions- und

Vertriebsnetz können wir garantieren, dass jede Bestellung

zeitnah ausgeliefert wird. In der Zukunft wollen wir auch

mit neuen Produkten, etwa Frottierwaren oder Unterwäsche,

durchzustarten“, berichtet uns Michel May.

AIZOME Bedding ist aber noch viel mehr: Durch die

Verwendung der asiatischen Indigo-Naturalis-Pflanze

wird der Bettwäsche nicht nur eine einzigartige,

umweltverträgliche Farbe verliehen, sondern sie

besitzt auch medizinische Vorteile. Denn die entzündungshemmenden

Eigenschaften von Indigo

Naturalis sind wissenschaftlich nachgewiesen. Zudem

beugen die antibakteriellen Eigenschaften von

natürlichem Indigo dem Aufbau von Bakterien in der

Bettwäsche vor. Wegen der Nutzung pflanzen-basierter

Textilien wurde AIZOME bedding dieses

Jahr für den „Green Product Award 2020“ nominiert

und wird von der amerikanischen „National Eczema

Association“ aufgrund ihrer besonderen Produkteigenschaften

für Menschen mit Hautekzemen oder

sensibler Haut empfohlen. Zusätzlich zählt AIZO-

ME Bedding auch zu den Textilunternehmen mit der

geringsten Umweltbelastung, denn beim Färbevorgang

wird 200 Mal weniger Wasser genutzt als bei

chemischen Färbungen. Außerdem wird AIZOME

Bedding ausschließlich aus 100 % GOTS zertifizierter

Bio-Baumwolle hergestellt.

Im Gegensatz dazu wird konventionelle Bettwäsche

mit Chemiefarbstoffen produziert, die Krankheitserregern,

wie beispielsweise Milben, ein gutes Umfeld

bieten. Aizome, die japanische Färbekunst mit natürlichem

Indigo, wird seit Jahrhunderten genutzt,

um Hautprobleme zu kurieren. Auch heute wird

Indigo als kraftvolles Mittel gegen Bakterien eingesetzt,

das entzündungshemmend auf die Haut wirkt.

Dieses Wissen hat sich das Start-up-Unternehmen

AIZOME Bedding in Tokio zu eigen gemacht: Das

Ziel ist, Haut- und Schlafprobleme mit traditionellem

japanischen Wissen zu vermeiden. Somit bietet

diese Bettwäsche das beste Schlafumfeld für Menschen,

bei denen gesunde Haut, guter Schlaf und der

Schutz der Umwelt im Vordergrund stehen.


Und AIZOME bedding ist weiter sehr ideenreich: „Bisher haben wir uns auf die natürliche Färbung mit der

Indigo-Pflanze konzentriert. Mit Mango-Blättern, Teilen des Jackfruchtbaums, rotem Taro, Asche, Kalkstein und

anderen Naturmaterialien können wir künftig auch weitere Farben anbieten und unsere Palette noch attraktiver

gestalten“, sagt Michel May. Im März 2020 wurde auf der deutschen Plattform Startnext eine weitere Crowdfunding-Kampagne

gestartet. Das Ziel wurde bereits erreicht und so kann nun ein deutschsprachiger Onlineshop

aufgebaut werden. Das nächste Ziel: Bis Mitte Juni wird in Hannover ein Showroom eröffnet. Wir von stylus haben

uns bereits ein Bettwäsche-Set gesichert und so die Crowdfounding-Kampagne unterstützt. Mehr Natürlichkeit

und Umweltbewusstsein in unserem Leben ist weltweit notwendig und wichtig!

www.aizomebedding.com

64 | 65 stylus. München 2020

www.aizomebedding.com


SO SICHER WIE

EIN AUTO, SO WENDIG

WIE EIN MOTORRAD

Fotomaterial: www.triggo.city

Das polnische Unternehmen Triggo hat ein elektrisches Leichtfahrzeug für Großstädte entwickelt,

das dank seines variablen Fahrgestells bei Bedarf die Breite von 148 auf 86 Zentimetern reduzieren

kann und so im Stau an den anderen Fahrzeugen vorbeifährt. Laut Hersteller passen fünf Fahrzeuge

in diesem zusammengeklappten Zustand auf einen herkömmlichen Parkplatz. Das außergewöhnliche

Fahrzeug hat ein austauschbares Batteriesystem und wird in der Kategorie für leichte Fahrzeuge mit

einem maximalen Leergewicht von 400 Kilogramm (ohne Batterien) antreten. Es soll eine Reichweite

von bis zu 100 Kilometern haben. Die Serienproduktion könnte bereits 2021 beginnen.


An Bord des 2,6 Meter langen Fahrzeugs befinden sich zwei Elektromotoren

mit jeweils 10 kW und eine austauschbare Batterie

mit 8 kWh. Triggo zielt zunächst mit dem 1 + 1-Sitzer auf den

Vehicle-Sharing-Markt ab.

Optisch hat sich das polnische Unternehmen für eine voll verglaste

Kabine entschieden. Im Inneren findet der Fahrer kein Lenkrad,

sondern eine Lenkstange und ein digitales Drive-by-Wire-Steuerungssystem.

Das soll die Grundlage für ein späteres autonomes

Fahrsysteme sein. Aufgrund der digitalen Steuerung und dem

Batteriewechselsystem ist das Modell bestens für die neuen städtischen

Mobilitäts- und Robo-Taxi-Dienste geeignet.

„Wir verzeichnen weltweit ein zunehmendes Interesse an umweltfreundlichen

Elektroautos. Dies, zusammen mit den Wettbewerbsvorteilen

von Triggo, gibt uns große Hoffnungen auf

den Erfolg unseres Projekts, mit dessen Vermarktung wir bald

beginnen möchten“, sagt Rafał Budweil, Vorstandsvorsitzender

und Gründer von Triggo. Er sieht die Covid-19-Pandemie als

Chance: „Wir wissen nicht, wie sich die Weltwirtschaft entwickeln

wird, aber es kann sich in unserem täglichen Leben viel

verändern. Vielleicht werden die Menschen auch eine Abneigung

gegen öffentliche Verkehrsmittel haben, die als Orte mit hohem

Infektionsrisiko wahrgenommen werden – und die Städte werden

wiederum kleinere und umweltfreundlichere Transportmittel

fördern. Eine solche Lösung könnte Triggo sein.“

www.triggo.city

Zwar hat das Fahrzeug von Triggo durch seine

skalierbare Breite ein Alleinstellungsmerkmal.

Aber auch Deutschland entwickelte einen praktischen

Stadt-Flitzer: den ACM City. Dieses

Elektrofahrzeug wurde in Verbindung mit einem

intelligenten Software- und Hardwaresystem

sowie einem Spannungsbatterieaustauschsystem

entwickelt und ist ähnlich schwer wie der Triggo.

Außerdem hat Citroën kürzlich den Ami vorgestellt,

ein Fahrzeug der L7E-Fahrzeugklasse.

Obwohl der Ami kein Batteriewechselsystem hat

– was zweifellos für die heutigen Infrastrukturund

Energieprobleme relevant ist – wiegt der Ami

nur 485 Kilogramm einschließlich der Batterie

und ist bereits fertig für die Serienproduktion.

Die Zukunft wird uns zeigen, wohin die Reise

geht. Wir sind gespannt und bleiben am Ball!

66 | 67 stylus. München 2020


GLASKUNST

Text: Corinna von Bassewitz | Fotos: Soneva Fushi & Bongchull Shin

FÜR DEN PLANETEN

Eva Malmström Shivdasani und Sonu Shivdasani

VOR 25 JAHREN STARTETE EVA

MALMSTRÖM SHIVDASANI ZUSAMMEN MIT

IHREM MANN SONU SHIVDASANI IHREN FELD-

ZUG FÜR NACHHALTIGKEIT IN IHREM LUXUS-RE-

SORT SONEVA FUSHI AUF DER MALEDIVEN-INSEL

KUNFUNADHOO IM BAA-ATOLL. „VON ANFANG

AN HABE ICH DIE EINFUHR VON WASSER IN

PLASTIKFLASCHEN UNTERBUNDEN“, SAGT EVA

MALMSTRÖM SHIVDASANI. SIE LIESS DAMALS

ZISTERNEN INSTALLIEREN, DIE DAS REGENWAS-

SER AUFFINGEN. DIESES WURDE GEFILTERT, MIT

KOHLENSÄURE UND MINERALIEN ANGEREI-

CHERT, IN GLASFLASCHEN ABGEFÜLLT UND AN

DIE GÄSTE VERKAUFT.

Nur was tun mit den ausgetrunkenen Behältnissen? Auf den meisten

Inseln der Malediven wurde und wird Glas zertrümmert, zu den wenigen

Recycling-Stationen geschifft oder – schlimmstenfalls – ins Meer

gekippt. Um ihrem eigenen Berg mit Glasflaschen Herr zu werden,

kam die gebürtige Schwedin auf eine geniale Idee: Sie kaufte einen

Ofen, in dem das Glas geschmolzen und zu Briefbeschwerern verarbeitet

werden konnte. Die hübschen Objekte wurden als Andenken an

die Gäste des Resorts verteilt. „Das trug aber nur die Spitze des Glasbergs

ab“, sagt Eva Shivadasani. Diese Art von Recycling musste noch

nachhaltiger betrieben werden. Das Ziel der Umweltaktivistin für ihr

Malediven-Paradies lautete schließlich: Über kurz oder lang wird hier

gar kein Müll mehr produziert, der nicht in den Kreislauf zurückgebracht

werden kann. Die findige Eva ließ nun eine große Manufaktur

bauen in der Glasbläser aus aller Welt Kunstwerke schaffen und in die

ganze Welt verkauft werden sollten. Der erste, den die Shivadasanis

auf die Insel einluden, war der berühmte Glaskünstler Lino Taglaipietra

aus Murano, der das Altglas in zauberhafte Objekte wie Vasen

und stilisierte Meerestiere verwandelte. Andere stellten aus den zerstoßenen

Glasresten wunderschöne Tischaccessoires her. Upcycling

im Namen der Kunst!


Anfang dieses Jahres war der international bekannte Glaskünstler

Bongchull Shin für einige Wochen „Artist in Residence“

auf Soneva Fushi. Der Südkoreaner, der in München ein großes

Atelier hat und dessen faszinierend-irisierenden Glasobjekte

unter anderem bei Sotheby’s hohe Preise erzielen, kreierte im

Rahmen der Soneva Zero-Waste-Philosophie einzigartige filigrane

Kunstwerke aus rund 1.200 Glasflaschen aus Soneva Fushi und

den umliegenden Resorts im Baa-Atoll.

68 | 69 stylus. München 2020


Der Erlös der Verkäufe dieser einzigartigen Artefakte von Bongchull

Shin geht zu einem großen Teil an die „Soneva Foundation“, die 2010

von Eva und Sonu gegründet wurde. Mit dem Geld, dass die Kunstwerke,

aber auch das selbst produzierte Wasser, einbringen, wurde

bereits unter der Leitung der Chiang Mai University unter anderem

die Aufforstung mit 425.000 Bäumen des Si Lanna National Park im

Norden von Thailand angestoßen. Die Stiftung rief auch ein noch

wichtigeres Projekt ins Leben. Rund 500 Gruppen in 53 Ländern

kümmern sich heute um die Aufbereitung von Wasser für Menschen,

die kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Daraus entstand

schließlich auch die „Whole World Water“(WWW)-Kampagne: Teilhabende

Hotels, Resorts und Restaurants in der ganzen Welt stellen

mittlerweile ihr eigenes Wasser her, füllen es in Glasflaschen und

vermindern so den Verbrauch von Plastik. Zehn Prozent der Erlöse

aus den Verkäufen fließen in den WWW-Fund zurück. Eine clevere

Idee, die der Umwelt und vielen Menschen nachhaltig zugutekommt.

Auf Soneva Fushi haben die Shivadasanis ihr Plastikmüllproblem

bereits zu 95 Prozent im Griff. „Wir werden die letzten Prozente auch

noch schaffen.“ Da sind wir sicher.

Luxus-Resort Soneva Fushi

auf der Malediven-insel Kunfunadhoo im Baa-Atoll


ATELIER

IN MÜNCHEN

Für den 1981 in Südkorea geborenen

Bongchull Shin stehen Glas und Licht im

Mittelpunkt seiner Raum- und Wandinstallationen.

Je nach Lichteinfall werfen

seine einzelnen Installationen Formen

und Farben auf Wände und Böden

und erweitern damit das Kunstwerk auf

die nähere Umgebung. Gleichzeitig sind

in Shins Arbeiten immer auch die Bewegungen

der Betrachter mit einbezogen,

deren Wahrnehmung der Werke bei unterschiedlichen

Betrachtungswinkeln

variiert. So erreicht er es, Kunst physisch

erfahrbar zu machen und die Effekte

der Physik in die Ausstellungsräume zu

transportieren. Die wichtigsten Elemente

seiner Arbeiten sind Glas, bunte Farben

sowie natürliches oder künstliches Licht

mit seinen Schatten und Reflexionen.

Seine Werkreihe Cubes- und Stripes zeigen

das sehr deutlich: Zum einen werden

sie von der geometrischen Form

der Kuben dominiert, zum anderen von

schlanken, länglichen Glasstreifen. Das

ist vollkommene Konzentration auf das

Zusammenspiel von Licht, Farben und

Formen. Der Künstler selbst konzentriert

sich auf das Medium des Lichts und

den mit diesem erzeugten bunten Reflexionen

– dies offenbart seine Nähe zum

malerischen Impressionismus der frühen

Moderne.

70 | 71 stylus. München 2020

www.bongchull.com


Der Amazonenpapagei

war Teil einer fiktiven

Expeditionsserie, inspiriert

durch Therese von Bayern

und ausgestellt in der

Seidl Villa.


Text: Monika Segl| Fotomaterial: Alexandra Lukaschewitz

Zauberhafte Illusionen

aus einzigartigem Papier

EIN KURZER ABSTECHER

IN DIE PAPIERKULTUR,

DES INZWISCHEN ALS

HIGHTEC-UNTERNEHMEN

BEKANNTEN „GMUND

PAPIER“ IM GLEICHNAMI-

GEN ORT AM TEGERNSEE,

IST IMMER EIN VERGNÜ-

GEN. VOR ALLEM, WENN

MAN AUF KÜNSTLER WIE

ALEXANDRA LUKASCHE-

WITZ TRIFFT, DIE ÜBER

DIE GRENZEN MÜNCHENS

HINAUS ALS PAPIERKÜNST-

LERIN BEKANNT IST.

Die geborene Münchnerin liebt die Natur mit all ihrer Flora und Fauna und erschafft in ihrem

Atelier in Neuhausen anthropomorphe Geschöpfe aus Papier, die ungewöhnlich, zauberhaft und

manchmal auch kurios sind. Zu Beginn waren es eher scherenschnittähnliche Figuren, aber seit

2010 fokussiert sie sich auf die Kreation von dreidimensionalen Objekten: wie beispielsweise Katzen,

Drachen oder auch Bären. Oft und gerne verwendet sie für ihre Kreationen die Papiere der

Gmund Papierfabrik. Diese Papiere sind unter anderem sehr lichtecht, ein wichtiger Aspekt für

ihre Arbeiten. In den letzten Jahren hat sich ihr Fokus von größtenteils kommerziellen Auftragsarbeiten,

wie zum Beispiel Dekorationen für Gmund, Rubelli, Sayonara Visual Concepts, immer

mehr hin zu freien Arbeiten verschoben. Ihre jetzigen Kunden sind nun meist private Sammler

– wobei sie immer auch an interessanten Projekten oder Kooperationen interessiert ist. Ihr Atelier

besteht aus einer Werkstatt und einem Ladenbereich – der persönlichen Wunderkammer und

Galerie mit dem Namen „Dog & Pony“. Hier finden in gewissen Abständen auch von ihr kuratierte

Ausstellungen statt. Wir haben uns aber vor allem in Ihre entzückenden Figuren verliebt.

„DIE PAPIERE VON GMUND SCHÄTZE ICH NICHT NUR

WEGEN DER GROSSEN AUSWAHL AN FARBEN

UND OBERFLÄCHEN, SONDERN AUCH AUFGRUND

IHRER UMWELTBEWUSSTEN HERSTELLUNG.“

Alexandra Lukaschewitz

72 | 73 stylus. München 2020


Tierische Helden

Alexandra Lukaschewitz möchte mit ihrer Arbeit auch auf missbrauchte,

gefährdete Tierarten und das Artensterben aufmerksam

machen. Der kleine Hund Laika ist beispielsweise Teil einer

fortlaufenden Reihe mit dem Titel „Furry Heroes of the Spacerace“.

Eine Hommage an die unfreiwilligen tierischen Helden

der Raumfahrt, deren Schicksale sie sehr berühren. Laika war

das erste Lebewesen in der Umlaufbahn unseres Planeten und

hat nicht überlebt.

Für die Ausstellung „Pandemania“, in der sich Künstler mit

Covid 19 auseinandersetzten, kreierte sie unter anderem einen

Pangolin. Das Schuppentier gehört zu den weltweit am

häufigsten gewilderten und geschmuggelten Säugetieren.

„Für Pandemania habe ich einen Pangolin und einen Sonnenbären

angefertigt, da beide mit Covid 19 in Verbindung gebracht

werden – als potenzielle Ursache und potenzielles Heilmittel.

Obwohl sie im wirklichen Leben Opfer sind, habe ich

sie als kleine, starke Persönlichkeiten porträtiert, selbst Herr

ihres Schicksals, gestylt wie Manga Helden“, erzählt uns die

Künstlerin.

stylus ist begeistert von Alexandra Lukaschewitz und ihren

„tierischen Helden“ – und wir werden immer wieder gerne bei

ihr vorbei schauen, um die neuesten Kreationen zu bewundern.

www.lukaschewitz.de | www.gmund.com


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