VDE Dörferdreieck Allerniederung Bericht - Gemeinde Winsen (Aller)

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VDE Dörferdreieck Allerniederung Bericht - Gemeinde Winsen (Aller)

Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Januar 2010

Im Auftrag der

Gemeinde Winsen (Aller) Gemeinde Wietze

Bürgermeister Herr Hemme Bürgermeister Herr Klußmann

Am Amtshof 5 Steinförder Straße 4

29308 Winsen (Aller) 29323 Wietze

Tel.: 05143 - 9888 – 0 Tel.: 05146 - 507 - 0

Fax: 05143 - 9888 – 40 Fax: 05146 - 507 - 11

Mail: info@winsen-aller.de Mail: info@wietze.de

Auftragnehmer:

Planungsgemeinschaft KONTEXT!

Bearbeiter:

Dipl.-Geogr. Michael Schmidt, Amtshof Eicklingen Planungsgesellschaft mbH & Co KG

Dipl.-Ing. Daniel Ermert, Amtshof Eicklingen Planungsgesellschaft mbH & Co KG

Dipl.-Ing. Karsten Stumpf, baustumpf architektur+konzepte

Dipl.- Soziologe Thomas M. Ritter, baustumpf architektur+konzepte

Dipl.-Ing. Herbert Eggers, Agrar und Umwelt Ingenieurkontor Bad Fallingbostel

Dipl.-Ing. Dirk Rother, Ingenieurgesellschaft Heidt & Peters mbH, Celle

Mühlenweg 60

29358 Eicklingen

Tel.: 05149 / 186 082

Fax: 05149 / 186 089

Mail: info@amtshof-eicklingen.de

Das Titelbild zeigt stellvertretend für alle anderen Hofanlagen die Hofeinfahrt eines Hofes

in Thören am Rand der Allerniederung.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG 7

2 PLANUNGSPROZESS 9

2.1 PLANUNGSBETEILIGTE 9

2.2 ABLAUF DER VERBUNDDORFERNEUERUNG 9

2.3 EINFÜHRENDE BÜRGERVERSAMMLUNG 11

2.4 VORBEREITUNGS- UND INFORMATIONSPHASE 12

2.5 PROZESSSTEUERUNG 13

2.6 ORTSBEGEHUNG 14

2.7 ÜBERÖRTLICHER ARBEITSKREIS 14

2.7.1 Exkursion in die Lintelner Geest 17

2.8 DORFWERKSTÄTTEN 18

2.9 ÖRTLICHE DIALOGE 19

2.10 ÖFFENTLICHKEITSARBEIT – AK KOMMUNIKATION 20

2.11 TRÄGER ÖFFENTLICHER BELANGE 22

3 RAHMENBEDINGUNGEN UND PLANUNGSVORGABEN 23

3.1 GEBIETSBESCHREIBUNG 23

3.1.1 Verwaltung und Infrastrukturelle Zuordnung 23

3.1.2 Historische Entwicklung 24

3.2 NATURRÄUMLICHE GEGEBENHEITEN 27

3.3 BEVÖLKERUNGSSTRUKTUR UND FLÄCHENNUTZUNG 31

3.3.1 Einwohnerentwicklung und Altersstruktur 31

3.3.2 Versorgung 34

3.4 ÜBERGEORDNETE PLANUNGEN 35

3.4.1 Landes- und Regionalplanung 35

3.4.2 Leaderregion „Aller-Leine-Tal“ 37

3.4.3 Flurbereinigung 38

3.4.4 Denkmalschutz 38

3.4.5 Gemeindliche Planungen 38

4 BESTANDSANALYSE UND PROBLEMDARSTELLUNG 43

4.1 LAND- UND FORSTWIRTSCHAFTLICHE SITUATION 43

4.1.1 Landwirtschaft 43

4.1.2 Landwirtschaftliche und betriebliche Strukturen 44

4.1.3 Bewertung der landwirtschaftlichen Situation 57

4.1.4 Leitbild Land- und Forstwirtschaft 59

4.1.5 Handlungsfeld Land- und Forstwirtschaft 60

4.1.6 Prioritätenliste und Kostenschätzung 62

4.2 (KULTUR-) LANDSCHAFT – DORFGRÜN – DORFÖKOLOGIE 64

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.2.1 Landschaftsbild 64

4.2.2 Dorfgrün 66

4.3 SIEDLUNG – BAUSTRUKTUR – ORTSBILD 73

4.3.1 Ortsbild 75

4.3.2 Situationsanalyse 86

4.4 VERKEHR 88

4.4.1 Überörtlicher Verkehr 88

4.4.2 Innerörtlicher Verkehr 89

4.4.3 Ortseingänge 91

4.4.4 Rad-/ Fußwege 92

4.4.5 Öffentlicher Personennahverkehr 92

4.4.6 Situationsanalyse 93

4.5 WIRTSCHAFT 94

4.5.1 Situationsanalyse 95

4.6 GEMEINWESEN UND SOZIALES 96

4.6.1 Situationsanalyse 98

4.7 KULTUR – TOURISMUS – FREIZEIT 100

4.7.1 Situationsanalyse 101

4.8 FAZIT 103

5 ENTWICKLUNGSSTRATEGIE 105

5.1 LEITBILD DER VERBUNDDORFERNEUERUNG 105

5.2 LEITZIELE MIT PROJEKTEN 106

5.2.1 Leitziel 1: Unsere Dörfer - Sichere und gut ausgebaute Verkehrswege 108

5.2.2 Leitziel 2 Unsere Dörfer – Zukunftsfähige öffentliche Infrastruktur entwickeln 117

5.2.3 Leitziel 3 Unsere Dörfer – Entwicklung der dorftypischen Gebäude und des

Dorfgrüns 129

5.2.4 Leitziel 4 Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die nächste Generation 135

5.2.5 Leitziel 5 Unsere Dörfer – Entwicklung von Freizeitangebote zur ruhigen

Erholung 138

5.3 PRIORITÄTENLISTE UND KOSTENSCHÄTZUNG 153

5.3.1 Überörtliche Projekte 153

5.3.2 Örtliche Projekte – Bannetze 154

5.3.3 Örtliche Projekte – Jeversen 154

5.3.4 Örtliche Projekte – Thören 154

5.3.5 Private Maßnahmen 155

5.3.6 Gesamtkosten 155

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 156

7 ANHANG 157

5


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.1 BERATUNGSLEITFADEN 157

7.2 DENKMALGESCHÜTZTE GEBÄUDE 160

7.3 GESTALTUNGSEMPFEHLUNGEN 161

7.3.1 Grundsätze zur Erhaltung und Gestaltung der privaten Bausubstanz 161

7.3.2 Allgemeine Gestaltungsempfehlungen 162

7.4 PLANUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR STRAßEN UND WEGE 175

7.5 GESTALTUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR LANDSCHAFT UND DORFGRÜN 179

7.5.1 Bäume 179

7.5.2 Sträucher 183

7.5.3 Alte und regionale Obstsorten 188

7.5.4 Mehrjährige rankende Gehölze 189

7.5.5 Zier-, Duft und Nutzpflanzen für den Bauerngarten 190

7.5.6 Sommerblumen und Staude 190

7.6 KOSTENSCHÄTZUNG – NACHWEISE 193

7.6.1 Kosten für bauliche Maßnahmen an der B 214 und der L 180 193

7.6.2 Kostenermittlung für das Projekt „Entwicklung des Areals um das Sportheim

Bannetze zur multifunktionalen Dorfmitte“ 201

7.6.3 Kostenermittlung für das Projekt „Umgestaltung des Areals um das

Hirtenhaus“ Jeversen 209

7.7 AUSSAGEN DER TRÄGER ÖFFENTLICHER BELANGE 213

7.8 KARTENMATERIAL 228

7.9 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 229

7.10 QUELLENANGABEN 234

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

1 Einleitung

„Die Dorferneuerung lebt von der Zusammenarbeit sich betroffen fühlender

Menschen und hat letztlich darin auch ihren Sinn.“

Dieses Zitat von Prof. Wilhelm Landzettel, der die Dorferneuerung in Niedersachsen viele

Jahre begleitet hat, trifft in ganz besonderer Weise auf die Verbunddorferneuerung in der

Allerniederung zu. Von April 2008 bis zur Vorlage dieses Dorferneuerungsplans haben

sich viele Einwohnerinnen und Einwohner aus den drei Dörfern Bannetze, Jeversen und

Thören aktiv und kreativ in den Prozess der Erarbeitung ihres gemeinsamen Dorferneue-

rungsplanes eingebracht.

Sie haben dabei viel über ihre Dörfer, noch mehr aber über ihr Zusammenleben im eige-

nen Dorf wie in der geschwisterlichen Nachbarschaft der drei Dörfer nördlich und südlich

der Aller gelernt. Hierzu passt ein weiteres Zitat des großen Altmeisters der niedersächsi-

schen Dorferneuerung: „Dorferneuerung ist ein gemeinsamer Lern- und Entwicklungspro-

zess. Er ist überall anders und nicht immer leicht oder lustig. Manchmal wird Streit über

die Ziele aufflackern, oder es misslingt etwas, oder es geht nur sehr, sehr langsam vor-

an. Vielfach geht nur deshalb nichts weiter, weil man sich selbst zu wenig zutraut, oder

weil man anderen Mitbürgern in der Gemeinde misstraut. Nur positives Denken überwin-

det den Gegenwind!“

Dieses positive Denken hat das Handeln der Menschen in Bannetze, Jeversen und Thören

während der Planungsphase für sich und ihre Dörfer bestimmt. Aus den Menschen in den

benachbarten Dörfern entstand durch die Mitarbeit am Dorferneuerungsplan eine Ge-

meinschaft, die dem Gedanken der Verbundplanung mehr als gerecht geworden ist und

auch eine Zukunft hat.

Im März 2008 konnten die drei Dörfer mit einer Bürgerversammlung ihre Verbunddorfer-

neuerung „Dörferdreieck Allerniederung“ beginnen. Ziel dieser Verbundplanung sollte es

sein, die Gemeinsamkeiten der Orte herauszuarbeiten und daraus neben den gemeinsa-

men Handlungsfeldern konkrete Maßnahmen auf örtlicher wie auf überörtlicher Ebene zu

entwickeln.

Die drei Dörfer befinden sich in der seit langem erfolgreichen und weithin im Land be-

kannten Leaderregion „Aller-Leine-Tal“. Die Verknüpfung der Vorhaben der Leaderregion

mit den lokalen Projekten der Verbunddorferneuerung wird von allen Beteiligten als

Chance für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Dörfer betrachtet. Wo es möglich ist und

sinnvoll erscheint, soll daher bei der anstehenden Umsetzung von Projekten und Maß-

nahmen eine Kooperation mit der Leaderregion Aller-Leine-Tal angestrebt werden.

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Der vorliegende Verbunddorferneuerungsplan ist das Ergebnis der engagierten Diskussi-

on der aktiven Einwohnerinnen und Einwohner als Mitglieder der verschiedenen Arbeits-

kreise, Dorfwerkstätten, Dorfdialoge mit den beauftragten Planern, den Gemeindeverwal-

tungen und den Vertretern des diese Verbunddorferneuerung betreuenden Amtes für

Landentwicklung in der GLL Verden, die sich aktiv am Planungsprozess beteiligt haben.

Diese Diskussionen wurden und werden in den einzelnen Orten und auf überörtlicher

Ebene ständig weitergeführt. Allen beteiligten Einwohnern und Einwohnerinnen gebührt

Dank für das Zustandekommen des Planungsvorschlages der Verbunddorferneuerung von

drei Dörfern in zwei Gemeinden durch fruchtbare, zielführende und nachhaltige Mitarbeit.

Mit dieser Grundlage ist die Planung gelungen und ist die Umsetzung der angedachten

Projekte und Maßnahmen Erfolg versprechend.

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

2 Planungsprozess

2.1 Planungsbeteiligte

An der Verbunddorferneuerung Dörferdreieck Allerniederung ist eine Vielzahl von Akteu-

ren aus den drei Dörfern beteiligt. In örtlichen und überörtlichen Arbeitskreisen, Dorf-

werkstätten und Dorfdialogen haben die Einwohnerinnen und Einwohner ihre Ideen und

ihr Wissen in den Planungsprozess eingebracht. Sie haben dadurch maßgeblich zu den

Inhalten dieses Konzeptes beigetragen.

Die Planungsgemeinschaft KONTEXT! aus Eicklingen und Celle ist für die Aufstellung des

Verbunddorferneuerungsplans zuständig. Als Experte für das Themenfeld Landwirtschaft

wurde Herbert Eggers vom Agrar & Umwelt Ingenieur-Kontor GmbH aus Bad Fallingbos-

tel hinzugezogen. Für den Bereich des Dorfgrüns und der Dorfökologie brachte Daniel

Ermert von der Amtshof Eicklingen Planungsgesellschaft mbH & Co KG sein Fachwissen

als Landschafts- und Freiraumplaner in den Planungsprozess ein.

Begleitet wird die Dorferneuerung von Elisa Hoferer und Klaus Karweik von der Behörde

für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaft (GLL) in Verden.

2.2 Ablauf der Verbunddorferneuerung

Termin Veranstaltung

12. März 2008 Einführende Bürgerversammlung

04. April 2008 Bürgertreffen in Thören: Ideensammlung für Thören

11. – 12. April 2008 Vorbereitungs- und Informationsseminar

19. April 2008 Ortsbegehung der Dörfer unter Führung der Ortsbürgermeister

28. Mai 2008 1. Überörtlicher Arbeitskreis: Nachbereitung des Vorbereitungs-

und Informationsseminars

18. Juni 2008 1. Dorfwerkstatt Jeversen

1. Dorfwerkstatt Bannetze

03. Juli 2008 1. Dorfwerkstatt Thören

09. Juli 2008 2. Überörtlicher Arbeitskreis: Themenschwerpunkt überörtliche

Handlungsfelder

11. September 2008 1. Örtlicher Dialog Jeversen

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

12. September 2008 1. Örtlicher Dialog Thören

17. September 2008 2. Dorfwerkstatt Jeversen:

24. September 2008 2. Dorfwerkstatt Thören

2. Dorfwerkstatt Bannetze:

09. Oktober 2008 2. Örtlicher Dialog

15. Oktober 2008 3. Überörtlicher Arbeitskreis zu den Themen Mobilität, Erreich-

barkeit, Versorgung

13. November 2008 3. Örtlicher Dialog Jeversen

19. November 2008 3. Dorfwerkstatt Jeversen

3. Dorfwerkstatt Thören

3. Dorfwerkstatt Bannetze

11. Dezember 2008 4. Örtlicher Dialog Jeversen

17. Dezember 2008 4. Dorfwerkstatt Bannetze zum Projekt Park am Sportheim

08. Januar 2009 5. Örtlicher Dialog Jeversen

21. Januar 2009 4. Dorfwerkstatt Jeversen

12. März 2009 Überörtlicher Dialog zur Abstimmung über die Projekte

15. September 2009 Planergespräch in der GLL Verden

28.Januar 2010 Abschließende Bürgerversammlung

10. Februar 2010 Gemeinsame Ortsratssitzung aller drei Dörfer in Dat Groode Hus

in Winsen (Aller)

Gemeinderatsitzungen in Winsen (Aller) und Wietze

Tabelle 1: Übersicht über die Termine der Dorferneuerung

Ein herausragendes Merkmal dieser Verbunddorferneuerungsplanung ist die sehr aktive,

engagierte und kreative Mitwirkung der Einwohnerinnen und Einwohner, die in großer

Zahl an dem Prozess der Verbunddorferneuerung teilgenommen haben. Für den Pla-

nungsprozess wurden verschiedene Arbeitsebenen etabliert, in die sich die Einwohnerin-

nen und Einwohner als Mitglieder der Arbeitskreise, Dorfwerkstätten und örtlichen wie

überörtlichen Dialoge eingebracht haben:

• Auf der gemeinsamen überörtlichen Ebene gibt es den überörtlichen Arbeits-

kreis, dessen Fokus auf gemeinsam wirkende, überörtliche Vorhaben gerichtet

ist.

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

• Die örtlichen Arbeitskreise decken als Dorfwerkstätten die örtliche Ebene der

Verbunddorferneuerung ab. Hier liegt der Fokus auf den Bedürfnissen der einzel-

nen Orte. Die moderierten Sitzungen des überörtlichen Arbeitskreises und der

Dorfwerkstätten erfolgten jeweils im Wechsel von überörtlichem Arbeitskreis und

Dorfwerkstätten.

• Vorbereitet wurden die Sitzungen der Dorfwerkstätten durch örtliche Dialoge, in

denen sich die Mitglieder der Dorfwerkstätten trafen, um sich über die anstehen-

den Fragen und Ideen miteinander auszutauschen. Impulse aus den Dorfwerkstät-

ten wurden soweit relevant – in die Arbeit des überörtlichen Arbeitskreises einge-

bracht.

• Bei Fragen von überörtlichem Interesse trafen sich die Mitglieder der örtlichen

Dialoge zu einem überörtlichen Dialog.

Die Sitzungen des überörtlichen Arbeitskreises und die Dorfwerkstätten wurden von den

Planern vorbereitet und moderiert, während die örtlichen Dialoge und des überörtlichen

Dialoges von den örtlichen Arbeitskreissprechern geleitet wurden.

2.3 Einführende Bürgerversammlung

Am 12. März. 2008 fand im Hirtenhaus in Jeversen zum Auftakt der Verbunddorferneue-

rung „Dörferdreieck Allerniederung“ die einführende Bürgerversammlung statt. Die Ge-

meinden Winsen (Aller) und Wietze informierten gemeinsam mit dem Planungsbüro über

das Verfahren und den geplanten Ablauf der Verbunddorferneuerung. Frau Hoferer von

der GLL Verden berichtete über die grundlegenden Ziele der Dorferneuerung und gab

einen ersten Einblick in die Fördermöglichkeiten im Rahmen der ZILE-Richtlinie. Die Bür-

gerversammlung bildete den Auftakt für den Prozess der Dorferneuerung und wurde von

den teilnehmenden Einwohnerinnen und Einwohnern als positive Entwicklung für die drei

Dörfer begrüßt.

Abbildung 1: Bürgerversammlung am 12. März 2008 (l.); Teilnehmer VIP-Seminar (r.)

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

2.4 Vorbereitungs- und Informationsphase

Am 11. und 12. April 2009 traf sich eine Gruppe von Einwohnerinnen und Einwohnern

aus den drei Orten im Kalandhof in Winsen (Aller) zu einem eineinhalbtägigen Vorberei-

tungs- und Informationsseminar zur Dorferneuerung. Auf ihm bekamen die Teilnehmer

die Möglichkeit, Arbeitsmethoden für die bevorstehende Dorferneuerung kennenzulernen

und erste Themen für ihre Dorferneuerung zu erarbeiten. Sie formulierten unter mode-

rierter Anleitung ihre Erwartungen und Wünsche an die Entwicklung ihrer Orte für die

kommenden fünfzehn Jahre. Im Mittelpunkt der Betrachtung standen dabei die Stärken

der drei Dörfer, die es durch geeignete Maßnahmen zu verbessern gilt.

Wichtige Themen waren dabei Verkehr und Mobilität, Angebote für Jugendliche sowie

Erhalt und Entwicklung der Landwirtschaft in den kommenden Jahren. Der Tourismus und

die Entwicklung der Dorfzentren (Dorfgemeinschaftshäuser, Großgrün etc.) spielten

ebenfalls eine Rolle. Darüber hinaus konnten sich die Teilnehmer anhand eines Erfah-

rungsberichtes des AK-Sprechers der Verbunddorferneuerung Lintelner Geest, Harald

Nordhausen, über gute Beispiele und mit viel Elan umgesetzte Projekte aus einer ande-

ren Verbunddorferneuerung informieren.

Am zweiten Tag ging es weiter mit Übungen zur Selbst- und Fremdwahrnehmung, mit

denen die Gruppe auf die inhaltliche Arbeit eingestimmt wurde. Anschließend wurden die

zukünftigen Handlungsfelder für die Verbunddorferneuerung Dörferdreiecke Allerniede-

rung erarbeitet. Durch eine Prioritätenliste wurden folgende Handlungsfelder für die wei-

tere Arbeit von den Teilnehmern festgelegt:

• Verkehr (20 Punkte)

• Dorfzentren (19 Punkte)

• Ortsbild, Gebäudesubstanz, Großgrün (15 Punkte)

• Jugendliche (15 Punkte)

• Tourismus, Erholung, Sport (14 Punkte)

Nachdem die Handlungsfelder identifiziert worden waren, erarbeiteten die Teilnehmer -

teilweise schon recht konkret - zahlreiche Projektideen zu den Handlungsfeldern. Als ers-

te gemeinsame Aktion wurde eine gemeinsame Begehung der Orte vorgeschlagen, wobei

die Orte von den jeweiligen Ortsbürgermeistern vorgestellt werden sollten.

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 2: VIP-Seminar in Winsen (Aller) am 11. und 12. April

Zum Abschluss des Seminars berichtete Herr Breyer vom Amt für Landentwicklung (AfL)

der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) in Verden

aus der Förderpraxis des Landes Niedersachsen und worauf in der Dorferneuerung be-

sonders zu achten ist.

Die im Vorbereitungs- und Informationsseminar diskutierten Stärken und Schwächen

sowie die Besonderheiten in den drei Dörfern wurden in einer ersten Sitzung des überört-

lichen Arbeitskreises nachbereitet und die Projektideen wurden vertieft.

2.5 Prozesssteuerung

Die Prozesssteuerung erfolgte im Rahmen von Absprachen zwischen den Planern, den

Gemeindeverwaltungen und den gewählten Dorfsprechern. Neben größeren Abstim-

mungsrunden, an denen die Dorfsprecher, die beauftragten Planer und die Mitarbeiterin-

nen der beiden Gemeindeverwaltungen teilnahmen, gab es einen ständigen regelmäßigen

Austausch den zwischen einzelnen Akteuren. Auf diese Weise konnten schon im Vorfeld

Konflikte erkannt und entschärft sowie die weitere Vorgehensweise abgestimmt werden.

Durch den Dorferneuerungsprozess bildeten sich in Form der örtlichen und überörtlichen

Dialoge zusätzliche und mittlerweile bewährte Kommunikationsstrukturen zwischen den

drei Dörfern aus, die für den Ablauf des Planungsprozesses wichtig waren und auch in

Zukunft einen wichtigen Beitrag bei der weiteren Arbeit leisten werden. Die wahrgenom-

menen Gemeinsamkeiten konnten dadurch weiter verstärkt werden; das Zusammenge-

hörigkeitsgefühl nahm während des gesamten Planungsprozesses kontinuierlich zu.

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

2.6 Ortsbegehung

Am 19. April 2008 fand die im Vorbereitungs- und Informationsseminar angeregte Orts-

begehung statt. Mit dem Fahrrad fuhren die zahlreichen Teilnehmer durch die drei Dörfer.

Die Ortsbürgermeister machten im Rahmen ihrer Dorfführung auf wichtige Fragen, ge-

lungene Aktivitäten sowie notwendige Eingriffe aufmerksam. Bei der Ortsbegehung wur-

de deutlich, dass die drei Dörfer sehr unterschiedlich sind. Aufgrund ihrer baulichen

Struktur werden Bannetze und Jeversen anders wahrgenommen als Thören. Es wurde

aber deutlich, dass an in allen Dörfern Handlungsbedarf besteht. Die Ortsbegehung

brachte die Teilnehmer aus den verschiedenen Orten einander näher und weckte das

Interesse für die jeweils anderen Orte. Es wurde ebenfalls deutlich, welches Potential die

naturräumlichen Ressourcen darstellen und dass diese bewusst genutzt werden sollten.

Neben den thematisierten Problemen wurde die Kommunikation in und zwischen den

Dörfern als wichtig erkannt. Der Prozess der Dorferneuerung wurde als Chance begriffen,

das Engagement der Einwohner für die Orte zu aktivieren und gemeinsam an einer Zu-

kunft zu arbeiten.

Abbildung 3: Gemeinsame Fahrradtour durch die Dörfer am 19. April

2.7 Überörtlicher Arbeitskreis

Der überörtliche Arbeitskreis bestand aus den Teilnehmern des Vorbereitungs- und In-

formationsseminars und wurde durch weitere interessierte Einwohner verstärkt. Dieser

Arbeitskreis diente der Besprechung der überörtlichen Themen und der Entwicklung von

Projekten, die sich thematisch bzw. geografisch auf alle drei Orte beziehen. Darüber hin-

aus wurde die Kommunikation zwischen und die Öffentlichkeitsarbeit in den drei Dörfern

gefördert. Im Arbeitskreis wurde schon zu Beginn der Unterarbeitskreis „Arbeitskreis

Kommunikation“ auf Vorschlag der Teilnehmer gebildet, der die Öffentlichkeitsarbeit

überhaupt erst aufgebaut hat, z. B. durch die Entwicklung einer eigenständigen Internet-

seite und deren Fortschreibung, um Dorfbewohner zur aktiven Teilnahme am Dorferneue-

rungsprozess zu motivieren.

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Nach der ersten Arbeitskreissitzung, die vor allem der Nachbereitung des gemeinsam

erlebten Vorbereitungs- und Informationsseminars diente, beschäftigte sich der überörtli-

che Arbeitskreis schwerpunktmäßig mit thematischen Inhalten der Dorferneuerung. In

den Diskussionen wurden neue Themen vorgeschlagen und andere vorerst wegen fehlen-

der Realisierungsperspektiven zurückgestellt, wie zum Beispiel das Thema Dorfladen.

Der überörtliche Arbeitskreis entwickelte sich zur zentralen Plattform des überörtlichen

Austausches und wurde durch die von den Teilnehmern initiierte Form der örtlichen und

überörtlichen Dialoge ergänzt. Während der Planungsphase trafen sich die Arbeitskreis-

mitglieder zu fünf Sitzungen mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Im Rah-

men der Sitzungen wurden die in den Dorfwerkstätten und den örtlichen Dialogen erar-

beiteten inhaltlichen Anregungen und Projekte bzw. Projektansätze für die überörtliche

Ebene vorbereitet, gemeinsam erörtert und thematisch strukturiert.

1. Arbeitskreissitzung

In der ersten Arbeitskreissitzung wurden die im Vorbereitungs- und Informationsseminar

erarbeiteten Handlungsfelder nachbereitet, durch neue Ideen bzw. Hinweise aktualisiert

und als bindender Leitfaden für die Erarbeitung der Verbunddorferneuerung verabschie-

det. Seitens der Teilnehmer wurde vorgeschlagen, einen Arbeitskreis Kommunikation zu

bilden, um Inhalte zur Motivation einer aktiven Teilnahme an der Verbunddorferneue-

rung, insbesondere der Vereine, nach außen zu tragen. Der AK Kommunikation wurde

zum Ansprechpartner für die Bürger und sorgte für den notwendigen Informationsfluss in

den Dörfern.

2. Arbeitskreissitzung

Die zweite Arbeitskreissitzung stand als thematische AK-Sitzung ganz im Zeichen der

ersten Dorfwerkstätten in den drei Dörfern. Dabei stellte sich heraus, dass nach den Dis-

kussionen in den Dorfwerkstätten die inhaltlichen Aspekte zu ergänzen waren, um mög-

lichst viele für die Zukunft wichtige Aspekte im Dorferneuerungsplan zu verankern.

In den Handlungsfeldern Verkehr, Mobilität, Großgrün und ortsbildprägende Bausubstanz,

Tourismus, Versorgung, Landwirtschaft und Jugend waren im Vorfeld der Sitzung bereits

auf örtlicher Ebene konkrete Überlegungen und Projekte diskutiert und erarbeitet wor-

den. Dabei ist zu bemerken, dass ein Teil der Projekte bereits seit geraumer Zeit in den

Dörfern im Gespräch war, aber wegen fehlender Entwicklungs- und Umsetzungsstrate-

gien sowie unzureichender Finanzmittel nicht umgesetzt worden waren.

3. Arbeitskreissitzung

Thematische Schwerpunkte der dritten Arbeitskreissitzung waren die demografische Ent-

wicklung in den drei Dörfern anhand von Prognosen und Trends, die vorhandene Infra-

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

struktur, Mobilität und Mobilitätskonzepte sowie die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum

(auch soziale Versorgung mit dem Hinweis auf ehrenamtliche Angebote).

Als Ergebnis dieser Arbeitskreissitzung kristallisierte sich heraus, dass die derzeitige Ver-

sorgungslage mit Gütern des alltäglichen Bedarfs in den Orten als verbesserungswürdig

angesehen wird. Für die Entwicklung der Orte ist sie ein wichtiges Thema, um das Blei-

ben in den Orten langfristig attraktiver zu gestalten. Lösungsansätze sind gefragt. Derzeit

wird die mangelhafte Versorgung durch nachbarschaftliche Hilfe und familiäre Bindungen

ausgeglichen.

Die schwierige Lage der Mobilität zu den Zentralorten ist ebenfalls ein aktuelles, in der

Diskussion befindliches Thema. Dabei stand der ÖPNV im Brennpunkt mit der Frage, ob

sich die derzeit als unzureichend empfundene Versorgung ausbauen lässt. Hierbei steht

auch die Anbindung der Orte an den ÖPNV Schwarmstedt insbesondere im Hinblick auf

den Schülertransport im Fokus. Die Landkreisgrenze zwischen dem Landkreis Celle und

dem Landkreis Soltau-Fallingbostel und von unterschiedlichen ÖPNV-Anbietern eine Bar-

riere. Das Angebot des Bürgerbusses Winsen (Aller) wurde als ein wichtiges Element für

eine zukünftige positive Entwicklung im Bereich der Mobilität zwischen den drei Orten

angesehen. Generell wird die Situation als ausbaubedürftig angesehen.

Der demografische Wandel wird in den drei Dörfern durch Zuzug von Familien und jun-

gen Menschen ausgeglichen. Da der Alterungsprozess jedoch ein generelles gesellschaft-

liches Problem darstellt, wird sich dieser über kurz oder lang auch in Bannetze, Jeversen

und Thören bemerkbar machen. Aus diesem Grund wurde auch über altersgerechte An-

gebote und ein geeignetes Wohnumfeld (z.B. Treffpunkte für Senioren) nachgedacht.

4. Arbeitskreissitzung

In der vierten Arbeitskreissitzung thematisierte Herr Ermert das Thema Dorfgrün und

Dorfökologie als wichtiges Element ausgewählter überörtlicher Projekte. Die Einwohner

sind daran interessiert, mit gepflegten und gestalteten Grünflächen ihre Lebens- und

Aufenthaltsqualität erheblich verbessert zu bekommen.

5. Arbeitskreissitzung

Die fünfte Arbeitskreissitzung behandelte die landwirtschaftliche Entwicklung in den Dör-

fern. Dabei stellte der Fachplaner Eggers die Situation der landwirtschaftlichen Betriebe

vor, die als zukunftssicher anzusehen sind. Problematisch ist jedoch das Fehlen ortsnaher

Flächen für die Erweiterung der Betriebe. Dies liegt vor allem an den großflächigen

Schutzgebieten entlang der Aller (FFH-Gebiete und Überschwemmungsgebiete). Im Be-

reich der Wegeunterhaltung wird mittelfristig Handlungsbedarf gesehen. Angesprochen

wurden vereinzelte Konflikte der Wegenutzung zwischen Landwirten und anderen Nut-

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

zergruppen vor allem in Bezug auf als auch die zukünftige Rolle regenerativer Energien

als zusätzliche Einkommensquelle.

2.7.1 Exkursion in die Lintelner Geest

Mitglieder des überörtlichen Arbeitskreises und des Arbeitskreises Kommunikation orga-

nisierten am 25. Oktober 2008 nach Einladung von Herrn Nordhausen, dem AK-Sprecher

der Verbunddorferneuerung Lintelner Geest, eine Exkursion in die Lintelner Geest. Ihr

Ziel war es, verwirklichte Projekte und Erfahrungen aus der Verbunddorferneuerung in

der Lintelner Geest direkt vor Ort zu erleben und Anregungen für die weitere Entwicklung

in den drei Dörfern der Allerniederung zu erhalten.

Die Exkursion motivierte die Arbeitskreismitglieder, sich mit den Möglichkeiten und Chan-

cen der Dorferneuerung auseinander zu setzen, die sich schon lange Jahre in der Umset-

zung befindet. Gleichzeitig lernten sie aber auch spezifische Probleme der Verbunddorf-

erneuerung kennen. Viele Aspekte und Informationen aus der Exkursion flossen in die

Dorfwerkstätten und die Arbeitskreissitzungen ein.

Abbildung 4: Teilnehmer der Exkursion in die Lintelner Geest (Quelle Internetseite der

Verbunddorferneuerung www.aller3.de)

Abbildung 5: Impressionen von der Exkursion

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

2.8 Dorfwerkstätten

Die Dorfwerkstätten wurden eingerichtet, um Probleme, Projekte sowie die Kommunika-

tion auf örtlicher Ebene zu entwickeln und zu begleiten. Das Ergebnis der Arbeit in den

Dorfwerkstätten waren örtliche Prioritätenlisten mit Projekten bzw. Projektideen. Danach

wurden überörtliche Themen bzw. Projekte gefunden, die in allen drei Dörfern ähnlich

beschrieben und bewertet werden. Die Dorfwerkstätten begannen im Juni 2008 und en-

deten vorläufig mit der letzten Dorfwerkstatt im Januar 2009 in Jeversen. Die Dorfwerk-

stätten wurden durch das beauftragte Planungsbüro vorbereitet und durchgeführt, um

eine Vergleichbarkeit in Methodik und Ergebnissen zu erhalten. Dorfwerkstätten und Ar-

beitskreissitzungen wechselten sich gegenseitig ab. Die Arbeit der Dorfwerkstätten war

ein wesentliches Element der vorliegenden Planung, da sie in einem intensiv geführten

Abwägungsprozess zwischen den beteiligten Akteuren der drei Dörfer durchgeführt wor-

den war. Insgesamt werden die Dorfwerkstätten von allen teilnehmenden Einwohnern

sehr positiv gesehen.

Die Themen in den Dorfwerkstätten (siehe 7.3.3 Protokolle der Dorfwerkstätten) nahmen

sowohl auf die örtlichen als auch auf die überörtlichen Projekte Bezug. In den ersten bei-

den Dorfwerkstätten der drei Dörfer wurden detailliert die Situation und die Handlungs-

bedarfe in den definierten Handlungsfeldern sowie Wünsche verschiedener lokaler Inter-

essensgruppen, insbesondere der Vereine, diskutiert. Aus der Diskussion mit Bezug auf

die Handlungsfelder entstanden konkrete Projektansätze, die von den Teilnehmern der

Dorfwerkstätten bewertet und in der jeweils letzten Sitzung in eine Prioritätenliste zu-

sammengefasst wurden. Aus den in den Dorfwerkstätten erstellten Projektlisten filterte

das Planungsbüro in Abstimmung mit den aktiven Mitgliedern des überörtlichen Arbeits-

kreises alle betreffende, gemeinsame Themen und Projekte heraus. Diese bildeten die

Grundlage für die Liste der überörtlichen Projekte. In den Dorfwerkstätten waren folgen-

de Handlungsfelder aufgrund ihrer ortsspezifischen Merkmale sowie konkreter örtlicher

Bedarfe Gegenstand der Diskussionen:

• Verkehr – Verkehrsberuhigung, Durchgangsverkehr, örtliche Verbindungen, Ges-

taltung der Ortseingänge

• Dorfzentrum/ Ortszentrum und dessen Angebote

• Jugendliche – Freiräume und Angebote

• Höfe und erhaltenswerte öffentliche Gebäude bzw. Räume

Neben ihren inhaltlichen Aspekten trugen die Dorfwerkstätten auch dazu bei, neue Kom-

munikationsstrukturen in den Orten zu etablieren bzw. vorhandene Strukturen auszu-

bauen. Diese Arbeitsstrukturen sind auch im Hinblick auf die Umsetzungsphase der Ver-

18


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

bunddorferneuerung von Bedeutung. Somit sind die Dorfwerkstätten ein wichtiges Ele-

ment für den Erfolg der Dorferneuerung als Ganzes.

Auf den ersten Sitzungen der Dorfwerkstätten wurden für die örtlichen Arbeitskreise drei

Dorfsprecher gewählt: Ingrid Thies für Bannetze, Marion Green für Jeversen und Wilhelm

Redeker für Thören. Sie waren gleichzeitig Sprecher des überörtlichen Arbeitskreises. In

ihrer Arbeit wurden sie durch die Mitglieder des Arbeitskreises Kommunikation (AK Kom-

munikation) unterstützt.

2.9 Örtliche Dialoge

Eine besondere Leistung des Engagements der Einwohnerinnen und Einwohner waren die

örtlichen und überörtlichen Dialoge, die von den drei Dorfsprechern geleitet wurden. Es

gab einen überörtlichen Dialog entsprechend dem überörtlichen Arbeitskreis und örtliche

Dialoge als Gegenstück zu den Dorfwerkstätten. Diese Dialoge wurden von den Dorfspre-

chern und weiteren engagierten Akteuren in Eigenregie durchgeführt. Sie dienten zur

Reflektion als auch Eingrenzung bestimmter Themen und Probleme sowohl in den einzel-

nen Dörfern als auch auf Verbundebene und werden wohl langfristig den Prozess der

Dorferneuerung begleiten.

Auf Dorfebene etablierten sich auf Initiative der Dorfsprecher die selbst organisierten

örtlichen Dialoge, deren Organisationsstrukturen von Dorf zu Dorf unterschiedlich ausge-

prägt sind. In Jeversen verankerte eine Gruppe von Akteuren den innerdörflichen Dialog

als festes Werkzeug im Dorferneuerungsprozess. Hier fanden die Dialogsitzungen regel-

mäßig vor und nach den eigentlichen Dorfwerkstätten statt. Das Planungsbüro erhielt

dadurch wichtige Hinweise und „Aufgaben“ für die folgende Dorfwerkstatt.

In Thören fanden ebenfalls Dialogsitzungen statt, wobei insbesondere auf Vereinsebene

Informationen verteilt und innerörtliche Themen und Projekte in diesen Vereinsstrukturen

diskutiert werden. Die Einwohner in Bannetze tauschten sich vor allem in dem monatlich

stattfindenden Klönschnack für Jung und Alt, auf informeller persönlicher Ebene und indi-

viduellen Netzwerken über das Geschehen im Rahmen der Dorferneuerung aus.

Die Erkenntnisse aus den Dialogsitzungen wurden in die moderierten Sitzungen des ü-

berörtlichen Arbeitskreises und in die Dorfwerkstätten eingebracht. Auf überörtlicher E-

bene fand eine Dialogsitzung statt, deren Ziel die Erstellung einer Prioritätenliste der

überörtlichen Projekte für den Dorferneuerungsplan war.

19


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

2.10 Öffentlichkeitsarbeit – AK Kommunikation

Der Arbeitskreis Kommunikation richtete eine informelle Internetpräsentation ein, die

sich direkt an die Bürger richtet. Unter www.aller3.de wurden und werden Informationen

durch den AK Kommunikation weitergegeben. Der AK Kommunikation hat darüber hinaus

in Eigeninitiative das Logo der Aller3 entwickelt und dem überörtlichen Arbeitskreis vor-

gestellt, der es als Logo für die Verbunddorferneuerung angenommen hat. Inzwischen ist

das Logo in den Orten der Verbunddorferneuerung als Wiedererkennungssymbol etab-

liert.

Die offizielle Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der Verbunddorferneuerung oblag den bei-

den Gemeinden. Auf deren Internetseiten können die Protokolle des Planungsbüros abge-

rufen werden. Darüber hinaus wird über den aktuellen Sachstand informiert

(www.winsen-aller.de, www.wietze.de).

Die meisten Teilnehmer der Arbeitskreissitzungen und der Dorfwerkstätten verfügen über

Email-Adressen, so dass Protokolle (Ergebnisprotokolle) der jeweiligen Sitzungen bzw.

Veranstaltungen zeitnah versendet werden können. Die übrigen Akteure erhalten die In-

formationen per Post. Einladungen zu den AK- Sitzungen und Dorfwerkstätten wurden in

den Amtsblättern veröffentlicht.

Auch in Zukunft werden die Dorfsprecher über den Fortschritt der Verbunddorferneue-

rung informieren und als Ansprechpartner dienen. Gerade für eine erfolgreiche Umset-

zung des Konzeptes spielen die Dorfsprecher und die Arbeitskreise als Bindeglied zwi-

schen administrativer Ebene und Bevölkerung eine wichtige Rolle.

20


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 6: Internetseite der Verbunddorferneuerung www.aller3.de

Abbildung 7: Internetseite der Gemeinde Winsen (Aller)

21


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 8: Internetseite der Gemeinde Wietze

2.11 Träger öffentlicher Belange

Die Träger öffentlicher Belange wurden im Rahmen ihrer Trägerbeteiligung aufgefordert,

zum Entwurf der Verbunddorferneuerungsplanung Stellungnahmen abzugeben. Die Be-

denken wurden zu einem Abwägungsprotokoll zusammengefasst und kommentiert. Das

Protokoll wird in den Anhang des endgültigen Dorferneuerungsplans aufgenommen.

22


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

3 Rahmenbedingungen und Planungsvorgaben

3.1 Gebietsbeschreibung

3.1.1 Verwaltung und Infrastrukturelle Zuordnung

Abbildung 9: Lage im Raum

Der Planungsraum der Verbunddorferneuerung Dörferdreieck Allerniederung liegt im

Landkreis Celle und umfasst die Ortsteile Bannetze und Thören der Gemeinde Winsen

(Aller) und Jeversen als Teil der Gemeinde Wietze. Die Entfernung zur Kreisstadt Celle

beträgt ca. 25 km. Die Landeshauptstadt Hannover ist etwa 50 km entfernt

Die Dörfer liegen eingebettet in die Allerniederung in einer historisch gewachsenen Kul-

turlandschaft, die nach wie vor von der Land- und Forstwirtschaft geprägt wird. Die Aller

fließt von Osten nach Westen durch das Planungsgebiet. Nördlich der Aller liegen Bannet-

ze und Thören; südlich befindet sich Jeversen. Durch ihre Lage zueinander bilden sie ein

Dreieck – das „Dörferdreieck Allerniederung“ – mit der Aller im Zentrum.

Parallel zum Flusslauf der Aller verlaufen zwei wichtige Verkehrswege durch die Dörfer

des Planungsraums. Im Norden durchquert die Landesstraße 180 (L 180) das Gebiet und

im Süden verläuft die Bundesstraße 214 (B 214). Die L 180 führt dabei durch Bannetze

und Thören und die B 214 durch Jeversen. Über diese beiden Straßen ist das Gebiet gut

an die nahe gelegene Bundesautobahn 7 (A 7) angeschlossen. Die Anschlussstelle

Schwarmstedt ist über die B 214 innerhalb von 5 km zu erreichen und die L 180 verbin-

det den Planungsraum mit der ca. 5 km entfernten Anschlussstelle Raststätte Allertal.

23


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Das Gebiet wird durch Touristen und Naherholungssuchende genutzt. Die Wochenend-

hausgebiete, die ebenfalls zu den Dörfern zählen und seit den 1960er Jahren entstanden

sind, sind im Rahmen der Dorferneuerung allerdings nicht förderfähig. Da es sich um eine

Verbunddorferneuerung handelt, sind Maßnahmen, die eindeutig dem Verbundgedanken

dienen auch außerhalb der geschlossenen Ortslagen förderfähig.

3.1.2 Historische Entwicklung

3.1.2.1 Bannetze

Vermutlich liegen die Anfänge des Dorfes im 10. Jahrhundert. Bannetze wird im Zusam-

menhang mit der Übergabe der „Acht von Soltau“ an die Kirche zu Quedlinburg im Jahr

937 genannt. In diesem Jahr übergab Otto der Große der Kirche zu Quedlinburg acht

Höfe (Widdernhausen (Zwineringshuse), Nindorf (Nendorpe), Meißendorf (Merzene),

Bannetze (Benetz) und Thören (Torne)). (Helmke, F.; Hohl, H.; S. 73) Insgesamt ent-

standen durch Verträge und Rezess in Bannetze zehn Höfe und bewirkten die landwirt-

schaftlich Prägung des Ortes, die auch heute noch dominierend ist. Erstmals direkt ur-

kundlich erwähnt wird Bannetze im Jahr 1337. Der 1997 errichtete Stein auf dem Gelän-

de des Sportheims trägt dieses Datum in seiner Inschrift „1337 – 1997 Bannetze“.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Höfe in Bannetze umstrukturiert und zum Teil

auch aufgegeben, aber der Ort behielt bis heute den Charakter eines Heidedorfes mit

großen Hofstellen und alten Eichenbeständen. Die Neubaugebiete (Bünteweg, Rübeland,

Lürkendamm und Am Scheibenstand) umgeben die historisch gewachsenen Hofstellen.

Die Wochenendhaussiedlungen wurden für einige Hausbesitzer zum festen Wohnsitz.

Insgesamt trugen sie aber nur unwesentlichen zur Entwicklung des Ortes bei.

Schützenverein, Feuerwehr und Sportverein mit dem angeschlossenen Kindergarten

„Rappelkiste“ von Bannetze und Thören für Kinder im Vorschulalter sind die tragenden

Säulen des dörflichen Lebens. Der Kindergarten steht den Kindern aus allen drei Dörfern

offen. Bannetze wurde im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform 1971 in die Ein-

heitsgemeinde Winsen (Aller) eingegliedert.

3.1.2.2 Jeversen

Jeversen wurde um 970 (Geveringa) bei der Grenzziehung zwischen den Bistümern Hil-

desheim und Minden erwähnt. Seine Geschichte war bis zur Industrialisierung weitestge-

hend durch die Landwirtschaft entlang der Aller bestimmt. Ab etwa 1880 veränderte sich

Jeversen. Es wurden zahlreiche Häuser gebaut, allein bis 1930 28 sog. Abbauerstellen.

1821 lebten in Jeversen 120 Einwohner, 1848 waren es mit 143 Einwohnern nur gering-

fügig mehr. Im Jahr 1910 lebten als Folge des aufkommenden Ölbooms 298 Bewohner

24


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

im Ort, da im Umfeld erste Industriebetriebe entstanden waren, die Arbeitskräfte benö-

tigten. Das Erdölfeld reichte im nordöstlichsten Teil der Gemarkung, nicht bis an die der-

zeitige Bebauung heran und gehörte zum Wietzer Feld. Im Zuge der Erschließung der

Rohstoffe im Allertal wurde 1901 die Allertalbahn in Betrieb genommen. Zu dieser Zeit

waren neben den Ölquellen auch größere Steinsalzlager für Investoren interessant. 1907

wurde der Bahnhof Jeversen eingeweiht und bis zur Einstellung des regulären Betriebes

1973 als Transportstation für Rohstoffe genutzt. Die Stilllegung der Bahnstrecke und des

Bahnhofes erfolgte aus wirtschaftlichen Gründen, nach dem die Ölförderung in den

1960er und 70er Jahren vollständig eingestellt worden war. Während in Thören und

Wietze Erdölvorkommen erschlossen werden konnten, gelang dies in Jeversen nicht.

Besonderheiten sind heute die beiden Teststrecken der Firmen Continental AG und WAB-

CO. Die Continental AG erwarb 1964 das Gelände und eröffnete den Testbetrieb im Jahr

1967. Dabei wurden ca. 40 Arbeitsplätze geschaffen. Bei Motorradfahrern war das Areal

früher für jährliche Treffen beliebt. Ende der 80er Jahre kaufte die WABCO ein eigenes

Areal für eine Teststrecke, da die Kapazitäten auf der existierenden Versuchsanlage, die

bis dahin gemeinsam von WABCO und der Continental AG genutzt wurden, nicht mehr

ausreichten. Auch die Teststrecke der Continental AG wurde in dieser Zeit erweitert.

Von zentraler Bedeutung für das dörfliche Gemeinschaftsleben war und ist das historische

Gebäude des Hirtenhauses in der Ortsmitte. Das heutige Dorfgemeinschaftshaus (Hirten-

haus), dass auf eine Initiative des damaligen Pastors Hanske aus dem Jahr 1964 einge-

richtet wurde, erfüllte im Laufe seiner Geschichte verschiedene Aufgaben. Um 1680 er-

richtet, war es ursprünglich das Haus des Dorfhirten, der das Vieh der Bauern hütete.

1945 wurde es komplett als Wohnhaus ausgebaut, um der gestiegenen Nachfrage nach

Wohnraum gerecht zu werden. Ab 1964 wurden Gottesdienste, Dorffeste etc. in den

Räumlichkeiten abgehalten. 1981 wurden die notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten

am Hirtenhaus abgeschlossen. Auf dem umgebenden Areal wurde 1986 ein Glockenturm

aufgestellt.

Mit der Einrichtung der Einheitsgemeinde Wietze wurde Jeversen 1973 im Zuge der Ge-

biets- und Verwaltungsreform des Landes Niedersachsen in die Gemeinde Wietze integ-

riert.

(Quellen: „1000 Jahre Jeversen – eine Dorfchronik“, P. Borstelmann: Geschichte der Ge-

meinde Wietze“)

3.1.2.3 Thören

Der Ort selber existiert vermutlich seit dem 10. Jahrhundert. Im Jahr 937 wird Thören

mittelbar in einer Schenkung von Otto dem Großen an die Kirche zu Quedlinburg ge-

nannt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1160.

25


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Mit dem Beginn der Erdölförderung in Wietze und Umgebung begann Anfang des 20

Jahrhunderts ein Wandel in den bis dahin vornehmlich durch die Landwirtschaft gepräg-

ten Dörfer so auch in Thören. Das gesamte Erdölfeld befand sich nördlich der L 180. Die

sich ansiedelnden Ölfirmen benötigten Arbeitskräfte, so dass auch die Einwohnerzahlen

stetig zunahmen. Insbesondere die DEA AG unterhielt in Thören einen wichtigen Unter-

nehmensstandort, nach dem 1940 ein ergiebiges Ölfeld nördlich der L 180 gefunden wur-

de. Es wurde bis 1964 ausgebeutet. Die Ölförderung endete in den 1960er Jahren, nach

dem die Ölvorkommen ausgebeutet waren. Zwar gab es auch in 1970er und 1980er Jah-

ren noch Versuchsbohrungen, um noch unbekannte Ölvorkommen zu erkunden, so in

Thören nördlich der Straße Hintern Bargen. Diese Versuche blieben erfolglos. Das Wo-

chenendhausgebiet von Thören entstand 1962 auf dem früheren Betriebsgelände.

Im Jahr 1972 wurde Thören im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform in die Gemein-

de Winsen (Aller) eingemeindet. Zwischen 1977 und 1986 wurden nördlich der Straße

Hinterm Bargen weitere Ölversuchsbohrungen durchgeführt. 1996 wurde die örtliche

Schule geschlossen.

26


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

3.2 Naturräumliche Gegebenheiten

Der Planungsraum befindet sich im Bereich des Weser-Aller-Flachlandes, das seinerseits

zur Großeinheit des Nordwestdeutschen Tieflandes zählt.

Abbildung 10: Luftbilder der drei Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören

Die naturräumliche Haupteinheit ist die Aller-Talsandebene (Abb. 10 - 627), speziell die

Winsener Talaue (Abb. 10 - 627.01), die in der Mitte zwischen zwei bewegten Dünenwäl-

len verläuft. „In der verhältnismäßig schmalen, flussaufwärts immer stärker durch be-

nachbarte Dünenstreifen eingeengten Winsener Talaue herrschen sandig-kiesige, ober-

flächlich gebleichte Grundwassergleyböden vor. Während unterhalb von Thören das

Grundwasser allgemein hoch ansteht und stark von Altwässern und Kolken durchsetzte

Grünlandflächen überwiegen, haben flussabwärts in immer stärkerem Maße etwas höher

gelegene und damit trockenere Niederterrassenflächen, die von Ackerflächen überzogen

sind und Siedlungen tragen (z. B. Winsen), Anteil an der Talung. Grundwassergleyböden

mit feuchten und nassen Eichen-Hainbuchenwäldern in anspruchsloseren Ausbildungen

als in der Rethemer Talaue und grundfeuchte, podsolierte Sandböden auf den Niederter-

rassenflächen mit frischen bis feuchten Stieleichen-Birkenwäldern kennzeichnen das na-

turräumliche Gefüge dieses Talabschnittes, das sich in seinem Flächenverhältnis flussab-

wärts in zunehmendem Maße zugunsten der heute Grünland tragenden Eichen-

Hainbuchen-Waldstandorte ändert. Die Aller ist an einigen Stellen begradigt worden

(Schleusen)“(Meisel 1960, S.15). Nördlich der Thören durchlaufenden Landesstraße

schließt sich die naturräumliche Einheit des „Eickeloh-Winsener Dünenstreifens“ an

(Abb. 10 - 627.34), an dessen südlichem Rand auch das Dorf Bannetze liegt. „Es ist heu-

te überwiegend ein Kiefernforstgebiet, das nur durch einige Ackerflächen in der Umge-

bung der Ortschaften unterbrochen wird, die am Rande des Allertals liegen und ebenso

wie die hier entlang führende Straße die trockene Lage oberhalb der Talaue nut-

zen.“(Meisel 1960, S. 23) Der größte Teil der Einheit umfasst stark bewegte Dünenfelder.

Bei Thören setzt sich das Wietzer Erdölgebiet nördlich der Aller fort. Nördlich des breiten

Dünenwalls schließt sich das Ostenholzer Moor an.

27


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 11: Ausschnitt aus der Karte „Geographische Landesaufnahme, naturräumli-

che Gliederung, 73 Celle“, Bad Godesberg 1960

Südlich von Jeversen dagegen beginnen die sehr viel breiteren Ovelgönner Sande

(Abb. 10 - 627.22), die als naturräumliche Einheit die Fortsetzung des Berkhofer Dünen-

Talsandes (Abb. 10 - 627.21) nach Osten zwischen Allertal und Wietzenbruch bildet. Am

nördlichen Rand dieser naturräumlichen Einheit, in der nach Süden mit Wald bestandene

stark bewegte Dünenfelder überwiegen, liegt das Dorf Jeversen. „Fast das gesamte Ge-

biet ist mit Ausnahme der Ortschaften von künstlichen Kiefernforsten überzogen, welche

die lange Zeit hindurch verheideten Stieleichen-Birkenwälder abgelöst haben. Im Raum

Wietze-Hambühren liegt ein unterirdischer Salzstock, dessen Abbau durch Kalibergwerke

erfolgte und in dessen Umgebung Erdöl gefördert wird. In Wietze gibt es das einzige Erd-

ölbergwerk der Welt.“ Südlich dieser Talsandebene schließt sich die naturräumliche

Haupteinheit der Hannoverschen Moorgeest an.

Unter dem Tal lagern 30-40 m mächtige Fein- und Mittelsande aus dem Diluvium. Das

Gelände ist weitgehend eben mit einem Gefälle von 0,03 % in ost-westlicher Richtung.

Das Allertal wird klimatisch weniger von örtlichen, als von großräumigen Faktoren beein-

flusst. Großräumige Wetterlagen im Bereich der Flachlandklimate beträgt die Jahresnie-

derschlagshöhe 650-675 mm und die Jahresmitteltemperatur bei 17°C.

Landschaftsbildender Faktor ist die Aller. Es gibt weit reichende Überschwemmungsgebie-

te und einige stehende Gewässer, bei denen es sich zum Teil um Totarmrelikte alter Al-

lerverläufe, Überschwemmungsmulden oder aber auch um künstlich angelegte Teiche

28


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

handelt. Sie werden z. T. durch die Überschwemmungswässer der Aller oder den Be- und

Entwässerungssystemen gefüllt.

Neben den landwirtschaftlich genutzten Flächen entstanden zahlreiche Biotope, insbe-

sondere an den alten Totarmen der Aller. Die natürliche potentielle Vegetation besteht

aus Erlen- und Birkenbruchwäldern, die aber nur noch sehr vereinzelt anzutreffen sind.

Sie wurden im Zuge der Nutzung durch den Menschen von Kiefernmonokulturen und

landwirtschaftliche Nutzflächen verdrängt. In den Dörfern selbst sind die alten Eichenbe-

stände und innerörtliche Freiflächen ein prägendes Merkmal.

Neben dem Allerufer sind im Landschaftsplan Allertal größere Bereiche an der Allerbie-

gung süd-westlich von Thören als landschaftlich und ökologisch wertvolle Bereiche einge-

stuft – ebenso die Eichen-Birkenbestände südlich von Bannetze und ein kleinerer Erlen-

bruch an der Bannetzer Schleuse. Mit der Änderung der Festsetzung der Überschwem-

mungsgebiete in den letzten Jahren (siehe Karte LGN/ NLWKN vom 01.04.2009) werden

weitere Feuchtgrünlandbereiche mit besonderer Qualität unter Schutz gestellt. Die natur-

räumlichen Ressourcen des Planungsraumes, der teilweise als FFH-Gebiet kategorisiert

ist, stehen dabei im Konflikt mit der agrarischen Nutzung.

Das Allertal zählt in Teilbereichen der Verbunddorferneuerung zum europaweiten Schutz-

gebietsnetzwerk NATURA 2000. Es besteht aus den Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH-

Gebiete) und den Schutzgebieten, die im Rahmen der Vogelschutzrichtlinie der EU aus-

gewiesen sind. Das FFH-Gebiet trägt die Bezeichnung „Aller (mit Barnbruch), Untere Lei-

ne, Untere Oker“ (Interaktiver Kartenserver des Niedersächsischen Ministeriums für Um-

welt- und Klimaschutz) und erstreckt sich als flächendeckendes Gebiet entlang der Aller.

Südwestlich von Thören überlagert sich der Bereich des FFH-Gebietes mit dem Bereich

des EU-Vogelschutzgebietes „Unteres Allertal“. Der besondere Schutz in beiden Gebieten

kommt dabei der Avifauna (Vögel und deren Nistplätze) zu. Die Allerufer und die angren-

zenden Allerwiesen sind z. B. für den unter Schutz stehenden Weißstorch ein wichtiger

Lebensraum. Südlich von Jeversen liegt das Blanke Flath (LÜ 178). „Schutzzweck ist die

Erhaltung eines naturnahen Heideschlatts am südlichen Rand des Allerdünengebietes

sowie die naturnahe Entwicklung der angrenzenden Flächen.“ Das Schutzgebiet umfasst

ca. 10 ha und beinhaltet sowohl den Bereich des Schlatts selber, als auch die umgeben-

den Waldflächen, die derzeit vorwiegend aus Kiefernmonokulturen bestehen.

Ein Schlatt ist eine Geländevertiefung, in dem sich Niederschlagswasser sammelt und

sich Torfmoose, Binsen und andere Pflanzen ansiedeln. Bei längeren Trockenphasen fal-

len solche Schlatts, so auch das Blanke Flath, trocken, so dass keine Moorbildung statt-

finden kann. In den Trockenperioden siedeln sich Kiefern aus dem umliegenden Waldge-

biet auf der Fläche an. Um eine Entwertung durch den Baumaufwuchs zu verhindern,

muss das Areal regelmäßig von diesem aufkommendem Baumbewuchs befreit werden.

29


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Schutzgebietsname Art des Schutzgebietes

Aller mit Barnbruch, Untere Leine, untere

Oker

30

FFH-Gebiet

Unteres Allertal EU-Vogelschutzgebiet

Blankes Flath bei Jeversen Naturschutzgebiet

Tabelle 2: Übersicht über die Schutzgebiete im Dörferdreieck


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

3.3 Bevölkerungsstruktur und Flächennutzung

3.3.1 Einwohnerentwicklung und Altersstruktur

Insgesamt leben in den Dörfern der Verbunddorferneuerung 1.882 Einwohner auf einer

Fläche von insgesamt 44,2 km². Dies entspricht einer Einwohnerdichte von 43 Einwoh-

nern pro km². Im Zeitraum von 2003 bis 2008 ist die Einwohnerzahl im gesamten Pla-

nungsraum um knapp 3% gesunken. Dabei verlor Thören im genannten Zeitraum mit 4%

am meisten Einwohner und Bannetze mit 1,5% am wenigsten.

Jahr Thören Bannetze Jeversen Gesamt

2003 794 400 746 1940

2004 795 408 729 1932

2005 776 406 735 1917

2006 754 395 728 1877

2007 766 389 731 1886

2008 761 394 727 1882

Tabelle 3: Einwohnerzahlen (Quelle Gemeinde Wietze und Gemeinde Winsen (Aller)

Stand 30.06.2008))

Die Altersstruktur (Abbildung 12) der Einwohner im Planungsgebiet zeigt einen Schwer-

punkt bei den Altersgruppen der über 65jährigen und der 46 bis 65jährigen. Diese beiden

Gruppen stellen zusammen 58% der Gesamtbevölkerung im Gebiet der Verbunddorfer-

neuerung. Im Vergleich mit der Altersstruktur des Landkreises Celle liegt dieser Wert

10% über dem des Landkreises. In den Altersgruppen der 0 bis 5jährigen, der 6 bis

15jährigen und der 16 bis 25jährigen sind insgesamt 19% der Einwohner erfasst. Damit

weist die Altersstruktur der Bevölkerung im Planungsraum mit eine Abweichung von 7%

im Vergleich zum Landkreis (26%) auf. Bezogen auf die einzelnen Dörfer deckt sich le-

diglich die Altersstruktur von Bannetze mit der des Landkreises. Insgesamt ist festzustel-

len, dass es in den nächsten Jahren einen weiter steigenden Anteil der Einwohner in der

Altersgruppe über 65 geben wird und sich damit die Altersstruktur insgesamt hin zu einer

immer älteren Dorfbevölkerung entwickeln wird.

31


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

über 65 Jahre

23%

46 - 65 Jahre

26%

über 65 Jahre

27%

Altersstruktur im Gebiet der VDE

Dörferdreieck Allerniederung

über 65 Jahre

25%

46 - 65 Jahre

33%

Altersstruktur Bannetze

46 - 65 Jahre

32%

0 - 5 Jahre

3%

Altersstruktur Thören

6 - 15 Jahre

13%

16 - 25 Jahre

9%

26 - 45 Jahre

26%

0 - 5 Jahre

6 - 15 Jahre

3%

9%

16 - 25 Jahre

8%

26 - 45 Jahre

21%

32

0 - 5 Jahre

3% 6 - 15 Jahre

9%

16 - 25 Jahre

7%

über 65 Jahre

46 - 65 Jahre

36%

26 - 45 Jahre

23%

Altersstruktur Jeversen

0 - 5 Jahre

6 - 15 Jahre

3%

8%

25% 16 - 25 Jahre

6%

über 65 Jahre

21%

46 - 65 Jahre

27%

Altersstruktur Landkreis Celle

0-5 Jahre

4%

6 - 15 Jahre

11%

26 - 45 Jahre

26%

26 - 45 Jahre

22%

16 - 25 Jahre

11%

Abbildung 12: Übersicht über die Altersstruktur in Gebiete der Verbunddorferneue-

rung(Quelle: Gemeinde Winsen (Aller) für Orte Bannetze und Thören; Gemeinde Wietze

für Jeversen und Niedersächsisches Landesamt für Statistik für Landkreis Celle Stand

30.06.2008)


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

3.3.1.1 Arbeitsmarktdaten

Für die Dörfer der Verbunddorferneuerung liegen keine separaten Arbeitsmarktdaten vor,

da die Statistik nur bis auf die Ebene der Einheitsgemeinden geführt wird. Es ist davon

auszugehen, dass sich die Dörfer im allgemeinen Trend der Gemeinden Winsen (Aller)

bzw. Wietze bewegen. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote in Winsen (Aller) bei 8,6 % und

im Gemeindegebiet von Wietze bei 11%.

Das Pendleraufkommen in den Gemeinden Winsen(Aller) und Wietze ist hoch. Die meis-

ten Beschäftigten pendeln aus dem jeweiligen Gemeindegebiet in die umliegenden Städ-

te. Das trifft von 2.538 beschäftigten Personen mit Wohnsitz in der Gemeinde Wietze auf

1.954 zu entsprechend einer Quote von 77%. Für Winsen (Aller) ergibt sich eine Aus-

pendlerquote von 83%.

Die Gemeinde Wietze ist für 1.147 Personen der Arbeitsort, wobei 563 Personen aus der

Umgebung einpendeln. In Winsen (Aller) haben 1.381 Personen ihren Arbeitsort, von

denen 697 Personen aus anderen Gemeinden kommen.

(Quellen: Statistik der Bundesagentur für Arbeit „Sozialversicherungspflichtig Beschäftig-

te nach Wohn- und Arbeitsort“ Stand 30.06.2008 sowie Statistik der Bundesagentur für

Arbeit „Bestand an Arbeitslosen nach Rechtskreisen“ Stand Oktober 2009)

3.3.1.2 Flächennutzung

Mit 82% an der Gesamtfläche stellt die land- und forstwirtschaftliche Nutzung den Groß-

teil der Flächennutzung dar. Die restlichen 18% verteilen sich auf Gebäude- und Freiflä-

chen (6%), Verkehrsflächen (4%), Wasserflächen (3%), Betriebsflächen (2%), Erho-

lungsflächen (1%) und sonstige nicht näher definierte Flächen (2%). Die Zahlen belegen,

dass das Gebiet der Verbunddorferneuerung ganz klar land- und forstwirtschaftlich ge-

prägt ist, wobei die ausgedehnten Waldflächen einen großen Anteil haben. Da gerade im

Bereich der Allerwiesen nur eine extensive Grünlandnutzung aufgrund naturschutzrechtli-

cher Vorgaben erlaubt ist, prägen diese ausgedehnten Grünflächen die offene Landschaft

entlang der Aller.

33


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

82%

Flächennutzung im Gebiet der

VDE Dörferdreieck Allerniederung

3%

34

2%

6%

2%

1%

4%

Abbildung 13: Flächennutzung (eigene Zusammenstellung)

3.3.2 Versorgung

Gebäude- und Freiflächen

Betriebsflächen

Erholungsflächen

Verkehrsflächen

Forst- und

Landwirtschaftsflächen

Wasserflächen

Sonstiges

Die Versorgung der Dörfer mit Gas, Wasser und Strom erfolgt über die SVO Energie

GmbH mit Sitz in Celle, deren Hauptgesellschafter die E.on Avacon AG ist. Der Abwasser-

verband Matheide ist der kommunale Zweckverband, dem auch die Gemeinden Winsen

(Aller) und Wietze angehören. Es ist für die zentrale Abwasserentsorgung in den Ge-

meindegebieten zuständigen.

Träger der Abfallbeseitigung ist der Zweckverband Abfallwirtschaft Celle, der im Jahr

2000 von der Stadt Celle und dem Landkreis Celle gegründet wurde. Der Zweckverband

ist gleichzeitig auch die Untere Abfall- und Bodenschutzbehörde im Landkreis Celle.

Der öffentliche Personennahverkehr wird von der CeBus GmbH & Co. KG übernommen,

die im Jahr 2002 aus einem Zusammenschluss von drei Unternehmen hervorgegangen

ist. Zusätzlich zu diesem kommerziellen Angebot gibt es im Gemeindegebiet von Winsen

(Aller) noch den Bürgerbusverein Winsen (Aller) e.V., der die Ortschaften der Gemeinde

Winsen (Aller) im Rahmen seiner Vereinstätigkeit mit einem Bürgerbus untereinander

verbindet.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

3.4 Übergeordnete Planungen

3.4.1 Landes- und Regionalplanung

3.4.1.1 Landesraumordnungsprogramm Niedersachsen

Das Raumordnungsprogramm des Landes Niedersachsen (LROP) liegt in der Fassung

vom 08.0.5.2008 vor und enthält für den Planungsraum der Verbunddorferneuerung Dör-

ferdreieck Allerniederung drei Kernaussagen:

1. Vorranggebiete Natura 2000: Unter diese Kategorie fällt die Aller mit den angrenzen-

den Flächen. Vorranggebiete Natura 2000 unterliegen den Bestimmungen der FFH-

Richtlinie und der EU-Vogelschutzrichtlinie. In diesen Gebieten müssen alle anderen Nut-

zungen mit den Vorgaben für das Vorranggebiet Natura 2000 vereinbar sein.

2. Überschwemmungsgebiet: Im LROP wird auf die Aller und die Festsetzung der Über-

schwemmungsgebiete (Verordnungsflächen NDS vom 29.04.2009, NLWKN) hingewiesen.

Die in die regionalen Raumordnungsprogramme einzuordnenden Entwicklungen bei der

Nutzung der naturräumlichen Ressourcen, z.B. Tourismus auf und an der Aller, Nutzung

der Feuchtgrünlandgebiete, müssen im Einklang mit dem Gewässer- und Naturschutz

realisiert werden.

3. Der Planungsraum wird als nicht ausschließliches Vorranggebiet für die Landwirtschaft

beschrieben, sondern als Übergangszone zwischen landwirtschaftlicher Nutzung und Er-

holung definiert. So müssen auch diese teils gegensätzlichen Nutzungen in der Fläche

vereint werden.

3.4.1.2 Regionales Raumordnungsprogramm des Landkreises Celle

Im Regionalen Raumordnungsprogramm 2005 für den Landkreises Celle (RROP) in der

Verfassung vom 25.08.2005 wird der Planungsraum der Verbunddorferneuerung in Vor-

sorge und Vorranggebiete unterteilt. Diese Einteilung dient dazu, die unterschiedlichen

teils konkurrierenden Nutzungsansprüche an ein und dieselbe Fläche zu koordinieren.

Im Bereich der Verbunddorferneuerung wird die Aller im RROP als naturnaher mäandrie-

render Flachlandfluss mit ihren vielgestaltigen Uferzonen und ausgeprägten Pflanzenge-

sellschaften als wertvoller Landschafts- und Naturraum ausgewiesen. Dies betrifft die

periodisch überschwemmten Uferbereiche, Altarme der Aller sowie die natürlichen Über-

schwemmungsgebiete des Flusses. Im RROP des Landkreises Celle werden dementspre-

chend diese Bereiche entlang der Aller als „Vorranggebiet für Natur und Landschaft“ aus-

gewiesen. So wird auch den Vorgaben aus dem LROP Rechnung getragen, in dem für

diese Bereiche entlang der Aller ein „Vorranggebiet für Natura 2000“ ausgewiesen ist.

35


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Gleichzeitig wird dieser Bereich im RROP als „Vorsorgegebiet für Erholung“ definiert. Ein

„Vorranggebiet für ruhige Erholung“ schließt sich nordöstlich an die Ortslage von Bannet-

ze an. Nördlich der Aller zwischen dem „Vorranggebiet für Natur und Landschaft“ und

südlich der Dörfer Bannetze und Thören ist ein „Vorsorgegebiet für die Landwirtschaft“

ausgewiesen. Ein weiteres „Vorsorgegebiet für Landwirtschaft“ schließt nordwestlich an

die Ortslage von Jeversen an. Bannetze ist als Standort mit der besonderen Entwick-

lungsaufgabe „Ländliche Siedlung“ beschrieben. Diese Festlegung dient der Sicherung

von regional bedeutsamen Häufungen von landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben in

Ortslagen. Für die Entwicklung von Dörfern, die als Ländliche Siedlung im RROP festge-

legt sind, soll der Standortsicherung der landwirtschaftlichen Betriebe ein besonderes

Gewicht eingeräumt werden.

Südlich der Aller verläuft die Hauptroute des überregionalen Radfernweges „Aller-

Radweg“ durch das Planungsgebiet. Im RROP ist der Aller-Radweg als regional bedeut-

samer Fahrradweg ausgewiesen. Eine Nebenstrecke des Aller-Radweges verläuft nördlich

der Aller durch Bannetze und Thören. Auch die regionalen Schleifen des Aller-Radweges

sind als regional bedeutsame Fahrradwege festgelegt. Hierbei handelt es sich um die

Routenführung der Tour Nr. 6 mit dem Titel „AllerWelt“, der als Rundweg durch das Ge-

meindegebiet von Wietze die Dörfer Jeversen, Hornbostel, Wietze, Steinförde und Wie-

ckenberg erschließt. Vom Verkehrsverein Winsen (Aller) werden thematische Radrouten

angeboten. Dabei führt die Route 6 auch durch die Dörfer Bannetze und Thören. (Inter-

netseite des Verkehrsvereins Winsen (Aller) www.vkv-winsen.de Stand: 24.11.2009)

Für die Siedlungsentwicklung gibt das RROP des Landkreises Celle grundsätzliche Rah-

menbedingungen vor. Die umfangreiche Ausweisung von Bauland über den Eigenbedarf

hinaus wird für Orte ohne zentralörtliche Funktionen ausgeschlossen. Grundsätzlich sollen

die Orte sich auf die Innenentwicklung konzentrieren, um die Zersiedelung der Land-

schaft zu minimieren.

3.4.1.3 Landschaftsrahmenplan des Landkreises Celle (1991)

Im Landschaftsrahmenplan des Landkreises Celle (1991) sind sowohl die natürliche Ent-

wicklung, als auch die anthropogenen Einflüsse auf die Landschaft beschrieben. Die ur-

sprünglich an der Aller vorhandenen Auwälder sind aufgrund stark schwankender Grund-

wasserspiegel verschwunden, die Uferzonen sind heute weitestgehend gehölzfrei. Für die

Planungen im Bereich der Aller wurde festgelegt, dass natürliche Retentionsflächen erhal-

ten werden müssen. Nutzungen an und auf der Aller müssen mit der Gewässergüteklasse

II vereinbar sein und die Durchgängigkeit für Wasserorganismen gewährleisten. Im

Handlungskonzept des Landschaftsrahmenplans (Landschaftsrahmenplan LK Celle, S.

166f) werden folgende Festlegungen getroffen:

36


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

• Erhalt vorhandener Alt- und Totarme der Aller

• Erhalt großflächiger Grünlandausdehnung in den Talauen bei Thören und Bannetze

für die Avifauna, verbunden mit möglichst extensiver Grünlandnutzung

• Entwicklung großflächiger Röhrichtansiedlungen im Uferbereich (Thören, Bannet-

ze), im Gebiet von Jeversen abwechselnd Röhrichte und Gehölze

• Erhalt der Fließgewässerdynamik der Aller

• Besondere Vorsicht bei neuen Nutzungen an der Aller (hier z.B. Uferzonen) bzgl.

Einleitungen von Abwasser, auch temporär

Die Grünflächen in den Orten sowie die Bestände an Eichen und altem Bewuchs wurden

nicht detaillierter betrachtet. Im Landschaftsrahmenplan wird der Erhalt dieser dörflichen

Grünstrukturen jedoch als wichtige langfristige Maßnahme beschrieben.

3.4.1.4 Landschaftsplan Allertal (1986)

Der Landschaftsplan Allertal beschreibt landschaftsbildende Faktoren, den Bestand natur-

räumlicher Ressourcen sowie die Entwicklung der Flächen außerhalb der im Planungs-

raum vorhandenen Ortschaften (LP Allertal, Seite 20). Die im Landschaftsplan benannten

Lebensräume (wertvolle naturräumliche Ressourcen) betreffen den Planungsraum an sei-

nen Grenzen, mit Ausnahme der Allerbiegung südlich von Thören und der Bannetzer

Schleuse. Erwähnung findet neben dem östlichen Teil des Altarmkomplexes bei Thören

auch ein mittlerweile nicht mehr vorhandener Eichen-Birkenbestand bei Bannetze.

Die im Landschaftsplan enthaltenen Biotope und wertvollen Naturräume sind nach der

Planfassung aus 1986 nicht mehr aktualisiert worden.

3.4.2 Leaderregion „Aller-Leine-Tal“

Die Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören sind Teil des Leader-Kooperationsraumes Al-

ler-Leine-Tal. Im regionalen Entwicklungskonzept (REK) für die Leaderregion „Aller-

Leine-Tal“ sind für die aktuelle EU-Förderperiode bis einschließlich 2013 wichtige Aspekte

der regionalen Entwicklung beschrieben. In der aktuellen Förderperiode der EU werden

Leaderprojekte auf Basis der Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen zur integrierten

ländlichen Entwicklung (ZILE) gefördert. Als Auswahlkriterium für den Förderbonus, den

Leaderprojekte im Rahmen der Förderung über die ZILE-Richtlinie genießen, dient das

regionale Entwicklungskonzept. Zu den Kernanliegen der Leaderregion „Aller-Leine-Tal“

gehört die Verbesserung der infrastrukturellen Bedingungen für zukunftsfähige Orte und

die Stärkung des ländlichen Raumes vor dem Hintergrund der demografischen und wirt-

schaftlichen Veränderungen. Die im REK definierten Handlungsfelder sind zum großen

Teil mit den Handlungsfeldern der Verbunddorferneuerung Dörferdreieck Allerniederung

37


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

identisch. Aufgrund der Strukturen und ähnlicher wirtschaftlicher wie sozialer Verände-

rungen in den Orten sollten konkrete Projekte aus der Dorferneuerung in die Aktivitäten

und Vorhaben im Leader-Kooperationsraum eingebettet werden. Einige Projekte der Ver-

bunddorferneuerung tragen regionalen Charakter, da sie bekannte Probleme und Mög-

lichkeiten im Aller-Leine-Tal ansprechen. Eine enge Kooperation mit dem Regionalmana-

gement der Leaderregion wird daher angestrebt.

3.4.3 Flurbereinigung

Im Flurbereinigungsprogramm des Landes Niedersachsen sind derzeit keine Verfahren im

Planungsraum anhängig (Stand: 24.04.2009/ gll.niedersachsen.de).

3.4.4 Denkmalschutz

In den drei Dörfern der Allerniederung sind nach Auskunft der unteren Denkmalschutz-

behörde des Landkreises Celle insgesamt 22 Baudenkmale ausgewiesen. Die Liste der

Baudenkmale ist dem Anhang des Berichtes beigefügt. (s. Kapitel??)

3.4.5 Gemeindliche Planungen

Im Folgenden werden die Aussagen aus den vorliegenden Planungen auf Gemeindeebene

zusammengefasst. Hierzu zählen die gemeindliche und rechtsverbindliche Bauleitplanung

in Form der Flächennutzungs- und Bebauungspläne sowie im Fall der Gemeinde Wietze

der nicht rechtsverbindliche Gemeindeentwicklungsplan (GEP). Der Gemeindeentwick-

lungsplan der Gemeinde Wietze stammt aus dem Jahr 2000 und stellt die zukünftige ge-

plante Entwicklung für das gesamte Gemeindegebiet von Wietze dar.

3.4.5.1 Gemeindliche Bauleitplanung

Bannetze (Gemeinde Winsen (Aller))

Die Siedlungsbereiche von Bannetze nördlich und südlich entlang der L 180 werden als

Dorfgebiet (MD) ausgewiesen. Nördlich des Alten Postweges im Kreuzungsbereich Alter

Postweg/ Rübelandsweg schließt sich ein allgemeines Wohngebiet (WA) an, dass im Nor-

den durch den Verlauf der Straße Schulkoppel begrenzt ist. Entlang der Straße Rübeland

ist ein weiteres allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Die Flächen der Hofstelle, die sich

an der Ecke Schulkoppel/ Rübelandsweg befindet, ist als Dorfgebiet ausgewiesen. Diese

recht kleinteilige Ausweisung von Flächen trägt der Funktion Bannetzes als „ländliche

Siedlung“ gemäß dem Regionalen Raumordnungsprogramm für den Landkreis Celle

Rechnung. Ländliche Siedlungen dienen dem Erhalt einer gehäuften Anzahl von landwirt-

schaftlichen Betrieben in Ortslagen. Da Dorfgebiete (MD) vor allem auch den Belangen

von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben Rechnung tragen, ist dies die Erklärung für

38


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

die kleinteilige Flächenausweisung. Im Ortseingangsbereich aus Richtung Winsen (Aller)

liegt ein allgemeines Wohngebiet, das im Norden vom Meißendorfer Weg, im Osten durch

den an die Ortslage angrenzenden Wald, im Süden durch den Alten Postweg und im Wes-

ten durch den Sniederstieg eingefasst wird. Die Freiflächen westlich des Meißendorfer

Weges sind als landwirtschaftliche Nutzflächen gekennzeichnet. Die an die Ortslage im

Süden angrenzenden Flächen sind ebenfalls für die Landwirtschaft vorbehalten. Die das

Dorf umgebenden Waldflächen sind für die forstwirtschaftliche Nutzung reserviert. Das

Baugebiet „Meißendorfer Weg“ ist das jüngste Baugebiet in Bannetze und wurde im Zuge

der 11. Änderung des Flächennutzungsplans ausgewiesen. Es erschließt den Bereich zwi-

schen dem Meißendorfer Weg und dem Rübelandsweg und ist als Dorfgebiet ausgewie-

sen. Wobei hier vor allem der Schwerpunkt auf dem Wohnen in Verbindung mit der Hal-

tung von Pferden liegen soll.

Jeversen (Gemeinde Wietze)

Der Flächennutzungsplan im Geltungsbereich Jeversen weist den Ortskern als Dorfgebiet

(MD) aus. Das zentrale Areal des Ortskerns rund um das Hirtenhaus liegt im als Dorfge-

biet ausgewiesenen Teil des Ortes. Die Flächen um das Hirtenhaus südlich der B 214 sind

für die Spielplatznutzung bestimmt. Für den Bereich nördlich der Bundesstraße ist die

Nutzung als Grünfläche festgelegt.

Dorfgebiete dienen nach Maßgabe der Baunutzungsverordnung dem Zweck der Unter-

bringung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, dem Wohnen sowie der Unterbringung

von nicht störenden Gewerbebetrieben und der Versorgung dienenden Handwerksbetrie-

ben. Auf Belange der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe ist dabei vorrangig Rück-

sicht zu nehmen. Im südlichen Bereich an das Dorfgebiet anschließend sind die Flächen

als allgemeines Wohngebiet (WA) ausgewiesen. Ein weiteres allgemeines Wohngebiet

(WA) erstreckt sich westlich der Allerstraße (K 65).

Allgemeine Wohngebiete dienen vorwiegend dem Wohnen. In diesen Bereichen sind ne-

ben Wohnbebauung aber auch Versorgungseinrichtungen (Läden, Schank- und Speise-

wirtschaft) sowie nicht störende Handwerksbetriebe zulässig. Auch Anlagen für kirchliche,

gesundheitliche, kulturelle, soziale und sportliche Zwecke können in diesen Gebieten un-

tergebracht werden. Die Teststrecke, die am südwestlichen Rand der Gemarkung liegt,

ist als Sondergebiet markiert. Die Wochenendhaussiedlung die sich nordöstlich und

nordwestlich der alten Ortslage befinden sind als Sondergebiete für Wochenendhäuser

ausgewiesen. Da innerörtlich zwei große Flächen als landwirtschaftliche Flächen landwirt-

schaftlicher Haupterwerbsbetriebe an die B214 grenzen, wurden diese als Flächen für die

Landwirtschaft gekennzeichnet.

39


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Folgende rechtskräftige Bebauungspläne sind von der Gemeinde Wietze für Jeversen vor-

handen: Schmiedestraße (1974), „Caravanplatz Gosewende“ (1980/1995), Wochenend-

hausgebiet „Alter Kirchweg“ (1996), „Ziegenbergsweg“ (1996), Rathfeld (1996). Derzeit

wird für den Altdorfbereich (Ortskern) von Jeversen ein Bebauungsplan erstellt, der die

Entwicklung in diesem Bereich in Zukunft regeln wird. Außerdem gibt es Abgrenzungssat-

zungen für die Ortslage von Jeversen West und Nord, die im Gemeindeentwicklungsplan

von Wietze festgelegt sind.

Thören (Gemeinde Winsen (Aller))

Die vorliegenden Änderungen des 1976/77 festgesetzten Flächennutzungsplans für die

Geltungsbereiche Thören und Bannetze in der Gemeinde Winsen (Aller) sind mit der 17.

Änderung aus dem Jahr 2003 für den Ortsteil Thören „Thören Mitte“ wirksam. Der in der

17. Änderung gefasste Beschluss betrifft die innerörtlichen Fläche, die von den Straßen

Alt Thören und Bruchweg im Westen, Am Graben im Norden, Schützenweg im Osten und

der L 180 im Süden eingeschlossen wird. Dieser Bereich wurde als Mischgebiet festge-

legt, die große Freifläche im Zentrum als Grünfläche.

Mischgebiete dienen dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das

Wohnen nicht wesentlich stören. Gemeinschaftsanlagen für kulturelle, soziale, kirchliche,

gesundheitliche und sportliche Zwecke sind zulässig, genauso Einzelhandelsbetriebe,

Schank- und Speisewirtschaften sowie Beherbergungsbetriebe. Auch Geschäfts- und Bü-

rogebäude, Gartenbaubetriebe und Tankstellen können in Mischgebieten untergebracht

werden. Für die Siedlungsflächen des alten Dorfkerns, der sich nördlich und südlich ent-

lang der L 180 erstreckt, weist der Flächennutzungsplan den Ort als Dorfgebiet aus.

Am Ortseingang aus Richtung Winsen (Aller) befindet sich nördlich der L 180 ein, dem

alten Dorfkern vorgelagertes Kleinsiedlungsgebiet, das im Norden vom Wald begrenzt

wird. Das Wohngebiet an der Straße „Am Graben“ stellt eine Verbindung zwischen dem

Wochenendhausgebiet im Norden und dem alten Dorfkern von Thören her. Dieses neue

Baugebiet trägt die Bezeichnung „Östlich vom Heidehof“ und umfasst insgesamt 30 Bau-

plätze. Die Ausgestaltung des Gebietes muss unter besonderer Berücksichtigung der

forstwirtschaftlichen Belange erfolgen. Derzeit sind bereits einige Bauplätze in diesem

Bereich belegt. Das im Norden in den Wald reichende Wochenendhausgebiet ist als Son-

dergebiet für Wochenendhäuser ausgewiesen.

Für die zukünftige Siedlungsentwicklung wurde bereits in der 11. Änderung des Flächen-

nutzungsplans festgestellt, dass Thören nur über eingeschränkte Entwicklungsmöglich-

keiten verfügt. Südlich der Landesstraße grenzen an die Siedlungsfläche landwirtschaftli-

che Nutzflächen, die die Siedlungsentwicklung in diesem Bereich beschränken. Im Nor-

den grenzt das Dorf direkt an der Forstwirtschaft vorbehaltene Waldflächen bzw. an das

40


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Wochenendhausgebiet, das sich in den Wald erstreckt. Daher ist Thören im Wesentlichen

auf die Innenentwicklung beschränkt.

3.4.5.2 Gemeindeentwicklungsplan der Gemeinde Wietze zu Jeversen

Der Gemeindeentwicklungsplan für Wietze setzt Schwerpunkte im Bereich der unter-

schiedlichen Nutzungen (Wohnen, Gewerbe, Freizeit, Landwirtschaft etc.), der Gestal-

tung, der Grün- und Freiraumstruktur sowie des Verkehrs dar. Da kein gesondertes Auf-

stellungsverfahren notwendig ist, kann mit dem Gemeindeentwicklungsplan flexibel auf

Anforderungen reagiert und dieser fortgeschrieben werden. Parallel zum GEP wurden

rechtsverbindliche Flächennutzungspläne erstellt. In der Gemeinde Winsen (Aller) wurden

der verbindliche Flächennutzungsplan im Geltungsbereich Thören und Bannetze in den

letzten Jahren fortgeschrieben.

Im GEP wird der alte erhaltene Ortskern von Jeversen mit seinen wesentlichen Merkma-

len eines kleinen Heidedorfes im denkmalpflegerischen Interesse dargestellt. Der Orts-

mittelpunkt ist als parkartige Grünanlage beschrieben. Im Ortskern befinden sich zahlrei-

che historisch wertvolle Gebäude. Der bestehende Altbaumbestand ist besonders schutz-

würdig. Neben den Eichen im Ortsmittelpunkt sind als Alleebäume Linden und vereinzelt

Birkengruppen zu finden. Die Seewiesen als wertvolles Biotop sind landschaftsgestalte-

risch wichtige Freiflächen.

Im Rahmen des GEP wurden Obergrenzen für eine langfristige Siedlungsentwicklung

festgesetzt. Bei einer Grundstücksgröße von ca. 800 m² sind ab 2010 über 10 Folgejahre

maximal 62 weitere Grundstücke festzusetzen. Das entspricht einem Zuwachs von etwa

186 Einwohnern. Voraussetzung ist dabei allerdings die mehr als 80%ige Belegung der

vorhandenen ausgewiesenen Baugrundstücke. Das Planungskonzept sieht vor, langfristig

die noch erhaltenen und landwirtschaftlichen Hofstellen und Betriebe zu sichern und ihren

Fortbestand zu unterstützen. Dazu stellt der GEP Umnutzungen der Höfe und Betriebe als

eine Alternative dar. Innerörtlich müssen die Seewiesen aufgrund ihrer historischen Be-

deutung für den Ort bzw. die fehlenden Blickbeziehungen zur Aller durch geeignete Maß-

nahmen kompensiert bzw. aufgewertet werden. Langfristige Planungen im Bereich Ver-

kehr sehen den Ausbau des Wirtschaftsweges in Richtung Wieckenberg und die Nutzung

der alten Bahntrasse als äußeren Erschließungsring vor. Veränderungen im Bereich Ge-

werbe werden nicht geplant. Erweiterungsflächen sind im westlichen Ortsbereich nördlich

der B214 vorgesehen. Alleraue und Seewiesen bleiben als naturräumliche Ressourcen

frei, um Lebens- und Aufenthaltsqualität zu erhalten. Landwirtschaftliche Nutzflächen um

den Ort, besonders im Süd-Osten, sollen erhalten bleiben. Siedlungsbereiche werden nur

in geringfügigem Maße erweitert, um den Charakter des Dorfes zu erhalten. Langfristig

werden ein Dorferneuerungsplan sowie eine Gestaltungssatzung empfohlen.

41


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 14: Ausschnitt aus dem Gemeindeentwicklungsplan Wietze für Jeversen

42


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4 Bestandsanalyse und Problemdarstellung

4.1 Land- und Forstwirtschaftliche Situation

4.1.1 Landwirtschaft

In den Gemarkungen Bannetze, Jeversen und Thören als Siedlungs- und Wirtschaftsraum

hat sich historisch eine sozial und ökonomisch bedeutsame Landwirtschaft angesiedelt. In

allen drei Ortschaften weisen die landwirtschaftlichen Höfe eine Eingliederung in dörfliche

Strukturen auf, die durch das Miteinander von landwirtschaftlichen Betrieben, Gewerbe-

betrieben und Wohnsiedlungen gekennzeichnet sind. Während die meisten Höfe in den

alten Kerndörfern in Mischbebauung mit Wohnungen und ehemaligen Höfen angesiedelt

sind, haben sich etwas abseits ausgeprägte Wohngebiete ausgebildet.

Abbildung 15: Landwirtschaft in Bannetze

Landwirtschaftliche Höfe und ihre Beziehungen zu Siedlungen unterliegen ständigen Ver-

änderungen und die jeweiligen Ansprüche an Entwicklungsmöglichkeiten bergen manch-

mal ein Konfliktpotential. Anstrengungen zur Verbesserung der Lebensqualität der Dörfer

beinhalten daher auch die Sicht auf die Wechselbeziehungen zwischen Landwirtschaft

und der örtlichen Bevölkerung.

Auch in der Landwirtschaft selbst ergeben sich aus dem deutlich spürbaren Strukturwan-

del während der letzten Jahrzehnte einige Aspekte, die bei der Entwicklung der Region

als Lebens- und Wirtschaftsraum zu berücksichtigen ist. Insbesondere stellen sich Fragen

nach Auswirkungen betrieblicher Veränderungen auf die Ortsbilder, der Gestaltung der

zukünftigen Siedlungsentwicklung und nach strukturellen Defiziten, die der Entwicklung

einer leistungsfähigen Landwirtschaft entgegenstehen. Der landwirtschaftliche Beitrag

zum Dorferneuerungskonzept Bannetze, Jeversen und Thören beschäftigt sich mit der

Situation der landwirtschaftlichen Betriebe, der Rolle der Höfe bei der Gestaltung des

Ortsbildes und mit dem Bereich der öffentlichen Planungen im Dorferneuerungsprozess.

43


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Öffentliche Planungen müssen eine konfliktfreie Entwicklung der Ortschaften begünstigen

oder ermöglichen, ausreichend Möglichkeiten für Bauflächen zur landwirtschaftlichen

Entwicklung berücksichtigen und die Besonderheiten der landwirtschaftlichen Verkehrssi-

tuation einbeziehen.

Im folgenden Beitrag wird die Situation der Höfe dargestellt, um Fördermöglichkeiten für

die Höfe aufzuzeigen und Empfehlungen für Planungen zu erarbeiten.

Angaben und Hinweise für den vorliegenden Beitrag wurden in Einzelgesprächen mit fast

allen Betriebsleitern erarbeitet. Die Daten sind auf Fragebögen festgehalten, die gemein-

sam mit den jeweiligen Betriebsleitern ausgefüllt wurden. Die Betriebsleiter haben sich

an der Erarbeitung von Planungshinweisen beteiligt. Ein Interesse der Landwirte an der

Dorferneuerung wurde im Gespräch geweckt oder bereits bekundet.

4.1.2 Landwirtschaftliche und betriebliche Strukturen

4.1.2.1 Lage der Gemarkungen

Die Gemarkungen Bannetze und Thören befinden sich nördlich der Aller und im Westen

der Gemeinde Winsen (Aller). Die Böden sind mit geringen, mäßigen und mittleren Er-

tragspotentialen ausgestattet.

Jeversen liegt südlich der Aller und im Westen der Gemeinde Wietze. Die Hauptverkehrs-

adern sind die Straße B 214 von Schwarmstedt über Jeversen und Wietze nach Celle und

nördlich der Aller die Verkehrsverbindung L 180 von Hodenhagen über Thören, Bannetze

nach Winsen und Celle. Jeversen ist über eine Verbindungsstraße, die über die Aller

führt, mit Bannetze und Thören verbunden.

Die Aller bildet in einem ausgeprägten Tal den wichtigsten Entwässerungsfluss, während

die Gemarkungen selbst von kleineren Gewässern und Gräben durchzogen sind. Das

Landschaftsprofil fällt von Norden und von Süden aus der Umgebung zur Aller hin ab und

ist überwiegend flach ausgebildet.

Zwischen den Hauptverkehrswegen und der Aller existieren ausgeprägte, feuchte bis

nasse Grünlandstandorte, in der Umgebung der Verkehrsverbindungen herrschen meist

trockene und ackerfähige Standorte vor. Auf den höher gelegenen trockenen Standorten

weisen die Gemarkungen einen sehr hohen Waldanteil auf.

4.1.2.2 Anzahl und Situation der Betriebe

In den drei Ortschaften wirtschaften mehrere landwirtschaftliche Betriebe der unter-

schiedlichsten Art und Ausstattung. Die Anzahl und Ausrichtung der Höfe wird im Folgen-

den aufgeführt.

44


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Ortschaft Landw. Betriebe Haupterwerb Nebenerwerb

Bannetze 8 6 2

Jeversen 5 2 3

Thören 3 1 2

Summe 16 56 % 44 %

Tabelle 4: Anzahl der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe

Alle Betriebe sind konventionell ausgerichtet. Ein Nebenerwerbsbetrieb in Jeversen be-

wirtschaftet Forstflächen, die unter die Regelung für die gesetzliche Alterssicherung der

Land- und Forstwirte fallen. Zusätzlich gibt es mehrere ehemalige Hofstellen mit Forst-

wirtschaft, die jedoch nicht unter die landwirtschaftlichen Regelungen im Dorferneue-

rungsprozess fallen.

Es sind auf den landwirtschaftlichen Betrieben insgesamt 23,7 Arbeitskräfte beschäftigt,

davon 3 angestellte Personen. Dies entspricht 2,1 Arbeitskräfte (AK) je 100 ha landwirt-

schaftlich genutzter Fläche (LF) in Thören, 2,2 AK/100 ha LF in Bannetze und 1,5 AK/100

ha LF in Jeversen.

4.1.2.3 Hofnachfolge

Das durchschnittliche Alter der Betriebsleiter beträgt in Bannetze 46, in Jeversen 42 Jah-

re und in Thören 43 Jahre, was darauf schließen lässt, dass die Betriebsübergabe an Hof-

nachfolger bei den meisten Betrieben in jüngerer Zeit vollzogen wurde. Alle Betriebsleiter

gaben an, dass die Weiterführung ihres Betriebes im Planungszeitraum gesichert oder ein

Hofnachfolger vorhanden ist.

4.1.2.4 Flächenausstattung

Als landwirtschaftliche Nutzfläche stehen in Bannetze 100,4 ha LF je Betrieb, in Jeversen

110,5 ha LF je Betrieb und in Thören durchschnittlich 71,8 ha LF je Betrieb zur Verfü-

gung, einschließlich der Nebenerwerbsbetriebe. Der Anteil der gepachteten Fläche liegt

zwischen 27 % und 50 %. Im Landkreis Celle beträgt die durchschnittliche Flächenaus-

stattung aller Betriebe, einschließlich Nebenerwerbsbetrieben 65,5 ha LF (Niedersächsi-

sches Landesamt für Statistik, 2007).

Die Bewirtschaftung der Flächen der drei Ortschaften erfolgt überwiegend durch ortsan-

sässige Landwirte mit Ausnahme von Thören. In Thören besteht eine deutliche Inan-

spruchnahme von Flächen durch Landwirte aus den westlich gelegenen Ortschaften.

45


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.1.2.5 Böden und Anbaufrüchte

Die landwirtschaftlich genutzten Böden in den drei Gemarkungen sind mit 20 bis 35

Punkten, in wenigen Fällen bis zu 40 Punkten nach der Bodenschätzung bewertet worden

und als leicht bis mittel zu bezeichnen. Es handelt sich um eiszeitliche Schwemmsande

mit inselförmigen Arealen von Geschiebelehmen mit Decksandauflage. Flugsande sind

eher auf den Waldstandorten anzutreffen.

Der Grundwasserflurabstand ist aufgrund der Entwässerung zur Aller hin häufig gering, d.

h. bei längeren Regenperioden steigt der Grundwasserspiegel unter den Nutzflächen

stark an und es treten Vernässungen auf. Leichte Böden besitzen eine vergleichsweise

niedrige Wasserhaltekapazität, trocknen im Frühsommer schnell aus und besitzen daher

eine unterdurchschnittliche Ertragskraft für landwirtschaftliche Anbaufrüchte. Mehr als

50 % der landwirtschaftlichen Ackerflächen werden beregnet.

Ortschaft Bannetze Jeversen Thören

Grünlandanteil an der LF 31,0 % 19,8 % 39,3 %

Tabelle 5: Grünlandanteil

Die Grünlandflächen befinden sich vorwiegend im Bereich der Allerniederung.

Die Nutzung der Ackerflächen weist einen hohen Getreideanteil auf, welches auf die be-

trieblichen Schwerpunkte Veredelungswirtschaft mit Schweinehaltung deutet. Der Anteil

des Maisanbaus zur Energiepflanzenerzeugung ist bisher sehr gering.

Ortschaft Getreide Raps Hackfrüchte Mais

Bannetze 83 % 4 % 1 % 4 %

Jeversen 64 % 0 % 24 % 2 %

Thören 57 % 15 % 15 % 8 %

Tabelle 6: Anbaufrüchte

Stilllegung und Ackerfuttergras belegen die übrigen Ackerflächen. Der Hackfruchtanteil

besteht überwiegend aus Kartoffeln, die größtenteils zur Stärkefabrik nach Wietzendorf

geliefert werden.

4.1.2.6 Betriebssysteme

Der Schwerpunkt der betrieblichen Ausrichtung liegt bei den Schweinehaltenden Betrie-

ben, daneben betreiben einige wenige Betriebe Kuhhaltung, Mutterkuhhaltung und Pfer-

dehaltung. Alle Betriebe, auch die Nebenerwerbsbetriebe, halten Vieh. Die Nebener-

werbslandwirte sind mehrheitlich auf Pferde und Mutterkuhhaltung spezialisiert.

46


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Ortschaft Futterbau Veredlung Marktfrucht Marktfrucht-

47

Futterbau

Gemischt davon

Bannetze 1 4 3 3

Jeversen 2 1 1

Thören 3 3

Tabelle 7: Betriebssysteme

4.1.2.7 Viehhaltung

Bannetze

mit

Pferden

Auf zwei Betrieben werden durchschnittlich 295 Sauen und auf drei Betrieben durch-

schnittlich 280 Mastschweine gehalten. Es wird ein umfangreicher Milchkuhbestand mit

Nachzucht bewirtschaftet, Mastrinder werden auf zwei Betrieben mit durchschnittlich 60

Tieren gehalten. Es bestehen zwei Mutterkuhhaltungen mit durchschnittlich 15 Tieren und

drei Pferdehaltungen mit durchschnittlich 15 Pferden je Betrieb. Der Tierbesatz beträgt

1,04 Großvieheinheiten je ha LF.

Jeversen

In Jeversen ist schwerpunktmäßig die Mastschweinehaltung vorherrschend. Zusätzlich

wirtschaftet dort ein Milchviehbetrieb samt Aufzucht der Jungtiere und es werden Mutter-

kühe und Schafe gehalten. Der Tierbesatz beträgt 0,94 Großvieheinheiten je ha LF.

Eine Großvieheinheit entspricht als Vergleichsmaßstab 500 kg Lebendgewicht. Die Ver-

gleichsgröße ist in Niedersachsen 1,14 Großvieheinheiten und im Landkreis Celle 0,61

Großvieheinheiten je ha landwirtschaftlich genutzter Fläche (Niedersächsisches Lan-

desamt für Statistik, 2007).

Thören

Die Betriebe in Thören halten schwerpunktmäßig Mutterkühe und Pferde. Der Tierbesatz

beträgt 0,42 Großvieheinheiten je ha LF.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.1.2.8 Erwerbskombinationen

In Bannetze gibt es Pferdeboxenvermietung und zwei kleinere Direktvermarktungen

landwirtschaftlicher Produkte, z. B Kartoffeln, Honig und ähnliches.

Auch in Jeversen werden landwirtschaftliche Produkte, in der Regel Kartoffeln, auf zwei

Betrieben ab Hof verkauft.

In Thören werden auf zwei Betrieben Pferdeboxen vermietet und es besteht auf einem

Nebenerwerbsbetrieb eine Reithalle.

4.1.2.9 Pferdehaltung

Die Pferdehaltung in Form von Reitpferden ist in Bannetze und Thören von jeweils einem

Haupterwerbsbetrieb und mehreren Nebenerwerbsbetrieben aufgebaut worden. In Thö-

ren besteht eine Reithalle, die Option auf eine weitere Halle wurde von einem Landwirt

genannt. Ein Reitwegesystem existiert nicht. Konflikte bei der Wegenutzung zwischen

Reitern, Landwirten und den Jagdausübenden sind in Thören und Jeversen nach Angaben

der Landwirte gering.

4.1.2.10 Forst

In den Gemarkungen der Ortschaften Bannetze, Jeversen und Thören besteht ein hoher

Waldanteil, der sich zum größten Teil in privaten Besitz der Land- und Forstwirte befin-

det. Daneben haben öffentliche Einrichtungen wie die Stadtwerke Hannover und das Land

Niedersachsen in Jeversen Waldeigentum. In Jeversen sind Teile der Forsten zu Forstbe-

triebsgemeinschaften zusammengefasst worden und werden in Gemeinschaftsform be-

wirtschaftet.

Die durchschnittliche Forstfläche der drei land- und forstwirtschaftlichen Betriebe beträgt

in Bannetze 63,3 ha, in Jeversen 90,0 ha und in Thören 54,4 ha. Gemessen an der aus-

gedehnten Forstfläche hat die Forstwirtschaft eine hohe wirtschaftliche Bedeutung. Der

große ökonomische Stellenwert der Forst wird von einer hohen ökologischen Funktion

und einer Freizeit- und Erholungsfunktion für die Bevölkerung ergänzt.

Häufigste Holzart der Forst ist die Kiefer gefolgt von Anteilen an Fichten und Laubhölzern.

Forsten in den drei Ortschaften sind einer ganzen Reihe von Problemen unterworfen. Es

existiert ein unzureichendes Wegesystem, um den Holzeinschlag wirtschaftlich zu trans-

portieren und reine Nadelholzbestände sind durch Waldbrand gefährdet. Sie benötigen

zum Teil einen Unterbau mit Laubhölzern, um dieser Gefahr entgegen zu wirken. Der

Umbau mit Laubhölzern kann reine Nadelholzbestände gleichzeitig ökologisch aufwerten.

48


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Ein großes und ungelöstes Problem ist die Einwanderung standortfremder Pflanzenarten

für die Forst. Besonders nördlich der Aller befindet sich ein großes Verbreitungsgebiet der

spätblühenden Traubenkirsche (Prunus serotina) in den Wäldern. Im Gegensatz zu der

einheimischen Traubenkirsche (Prunus padus) hat die spätblühende Traubenkirsche ein

hohes Ausbreitungsvermögen, ist sehr schwierig aus den Wäldern zu entfernen und ver-

schiebt zunehmend als potentieller Hauptbestandsbildner durch ihren dichten Bestand

das ökologische Gleichgewicht.

Die Forsteigentümer sind sich der Problematik des Waldes bewusst und unternehmen

umfangreiche Aktivitäten zur Behebung dieser Probleme, besonders beim Unterbau der

forstlichen Wälder mit Laubhölzern.

4.1.2.11 Lage der Höfe

Alle drei Ortschaften besitzen einen älteren Dorfkern, in dem die Höfe angesiedelt sind.

Die Ortskerne und die anliegenden Höfe werden durch die Straßen L 180 und die B 214 in

Jeversen erschlossen.

Alle Höfe befinden sich im Innenbereich, häufig weist die rückwärtige Seite eine Orts-

randlage auf. In vielen Fällen liegt der rückwärtige Bereich zur Aller hin an der Grenze

zum feuchten Grünlandbereich und zum Flora-Fauna-Habitat-Gebiet. Mehrere Betriebe

haben wegen der Lage im Innenbereich eine Teilaussiedlung vollzogen und besitzen zwei

Betriebsstandorte. In Thören und in Bannetze ist die Auswahl geeigneter Standorte für

Teilaussiedlungen durch den hohen Waldanteil nördlich der L 180 begrenzt, in Thören

zusätzlich durch die vergleichsweise tiefe Lage von Alt Thören, die Nähe zum Allerdeich

und durch das festgesetzte Überschwemmungsgebiet der Aller.

4.1.2.12 Gebäudebestand

Der Gebäudebestand der Betriebe besteht aus Ensembles mehrerer Wirtschaftsgebäude

mit jeweils einem Haupthaus, in dem die Betriebsleiterwohnungen untergebracht sind.

Die Haupthäuser sind typischerweise und häufig in Kombination mit Stallungen erbaut

worden. Es existieren neben neuzeitlichen Wirtschaftsgebäuden viele ältere, teilweise

umgebaute und viele sanierungswürdige Wirtschaftsgebäude, die früher als Schafstall,

Schweineställe oder Hühnerställe dienten.

Neuzeitliche Gebäude mit moderner Ausstattung zur Viehhaltung existieren auf einigen

Höfen oder sind in den Außenbereich ausgelagert worden. Wohnhäuser wurden sowohl

als Fachwerkbauten als auch in Massivbauweise errichtet. Die Wohnhäuser weisen oft

ästhetisch ansprechende Stile auf und die Höfe bestimmen die Ortsbilder mit abwechs-

lungsreichen und doch typischen Bauweisen, umgeben von alten Baumbeständen und

Hofeingrünungen (s. auch Kapitel 4.3).

49


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Auf allen Höfen befinden sich vor 1960 errichtete Gebäude, z. B. die meisten Wohnhäu-

ser, Scheunen, Maschinenhallen, umgebaute Viehställe, Häuslingshäuser oder alte Spei-

cher. Viele ältere Gebäude sind im Zuschnitt zu klein oder unpraktisch für den Betrieb mit

neuzeitlichen Fahrzeugen oder neuzeitlichen Stalleinrichtungen.

In Bannetze gibt es mehrere Teilleerstände, in Jeversen zwei alte Schweineställe und in

Thören stehen ein Schafstall und ein alter Hühnerstall leer.

In allen drei Dörfern gibt es wenige, meist ältere, abgängige Schuppen, deren Umbau

und Weiternutzung unwirtschaftlich ist.

Gebäude, die für eine wirtschaftliche Nutzung umgebaut werden müssen, bestehen be-

sonders in Bannetze und Thören. Auch gibt es umbauwürdige Bauteile von Haupthäu-

sern, die völlig umgenutzt werden könnten, z. B. zu Büroräumen.

Ein sehr hoher Sanierungsbedarf besteht insbesondere bei Dächern von Wohnungen und

Wirtschaftsgebäuden, sowie bei Fassaden und Giebelwänden. Eingangsbereiche und Tü-

ren bedürfen oft der Erneuerung und Gestaltung.

Auf den Höfen existiert somit eine Vielzahl an älteren Gebäuden, deren Nutzung den zeit-

gemäßen Anforderungen angepasst werden muss oder deren Dächer oder Fassaden sa-

niert werden müssen.

4.1.2.13 Situation auf den Höfen

Der Zuschnitt der Hofstellen ist abgesehen von zwei Höfen ausreichend bemessen. Eine

beengte Hoflage kommt bei einigen wenigen Betrieben vor. Bauliche Erweiterungsmög-

lichkeiten sind fast immer vorhanden oder sind bereits genutzt worden. Sie befinden sich

im rückwärtigen Bereich der Höfe oder im Außenbereich. Größere Baumaßnahmen sind in

Zukunft nur im Außenbereich möglich. Problematisch im Außenbereich ist die Nähe der

Orte zu Wäldern wegen der Abstandsregelung für Immissionen aus Tierhaltung und die

Nähe zur Aller mit seinem Überschwemmungsgebiet und dem FFH-Gebiet.

Zweckmäßig sind Hofstellen, wenn alle betrieblichen Abläufe und Arbeiten ungehindert

ausgeführt werden können. Die Frage nach der Zweckmäßigkeit ihrer Hofstellen wurde

von einem Betriebsleiter verneint.

4.1.2.14 Immissionsprobleme

Immissionen aus der Landwirtschaft beziehen sich auf den gesamten Betrieb und betref-

fen u. a. die Entwicklung von Geruch, Staub und Lärm. Von besonderer Bedeutung sind

die Freisetzung von Geruch aus der Tierhaltung und die Einwirkung auf Wohnsiedlungen

in der Umgebung. Bisher bestehen aus der Sicht der Landwirte in wenigen Fällen Immis-

50


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

sionsprobleme hinsichtlich der Geruchsentwicklung zur nachbarschaftlichen gemischten

Wohnbebauung.

Anders sieht die Wahrnehmung der Bewohner von Privathäusern in der Umgebung von

landwirtschaftlichen Höfen aus. Nach Aussagen von Arbeitskreismitgliedern bestehen in

Jeversen und Bannetze deutliche Geruchswahrnehmungen in der Umgebung von Ställen.

Weiterhin wird die Zunahme von Lärmemissionen wahrgenommen, die vor allem dadurch

ansteigen, in dem landwirtschaftliche Betriebe immer weiter entfernt liegende Flächen

bewirtschaften müssen.

Darstellung der Immissionssituation

Zur Darstellung der Geruchsemissionen wird die geltende VDI-Richtlinie, eine praktische

Anleitung zur Durchführung der Immissionsschutzgesetzgebung, herangezogen, mit de-

ren Hilfe Abstände von Stallanlagen zur Wohnbebauung errechnet werden können. Zur

Beurteilung der örtlichen Situation wird einheitlich auf 80 von 100 zu vergebenden Punk-

ten gerechnet. Je mehr Punkte ein Betrieb durch günstige Fütterungs- und Güllelage-

rungstechnik erreicht, je geringer ist der Immissionsabstand. Diese Methode verschafft

einen Überblick über die örtliche Situation, ist jedoch an den Rändern unscharf, daher

bildet diese Vorgehensweise keine rechtlich verbindliche Situation ab.

Aufgrund von standardisierten Immissionsradien lassen sich für die drei Ortschaften fol-

gende Aussagen ableiten.

Bannetze

In Bannetze existieren bereits bedeutsame Anlagen zur Viehhaltung, deren Immissions-

radien große Teile des Ortes umfassen. Ein Betrieb hat bereits eine Teilaussiedlung sei-

nes Betriebes im Süden der Ortschaft vollzogen. Eine günstige Immissionssituation be-

steht in Wohnsiedlungen im nördlichen Bereich von Bannetze.

Unter den Landwirten in Bannetze gibt es stetige Bestrebungen zur Erweiterung der Be-

triebsgrößen, dies betrifft aktuell jedoch in erster Linie die Energieerzeugung. Standorte

für bauliche Erweiterungen und Aussiedlungen sind auch in Bannetze begrenzt durch den

hohen Waldanteil in der Gemarkung und dem festgesetzten Überschwemmungsgebiet.

Genannt wurden mögliche Standorte an der L 180, westlich von Bannetze (auch in Orts-

nähe), die für landwirtschaftliche Bautätigkeiten geeignet erscheinen, sowie ein Standort

zwischen Bannetze und den Waldgebieten nordöstlich der Ortschaft.

Die Planungssicherheit für Landwirte ist zurzeit nicht gegeben, weil Prüfungen zur Aus-

weisung von Landschaftsschutzgebieten an der Aller nicht abgeschlossen sind. Für eine

von Landwirten erwünschte Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen im Regio-

nalen Raumordnungsprogramm besteht daher kaum Aussicht auf Erfolg.

51


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Jeversen

Bedeutsame Tierbestände befinden sich in Jeversen selbst und auf einer Teilaussied-

lungsfläche südlich von Jeversen. Die Geruchsimmissionen beeinflussen einen Teil des

Ortskerns erheblich.

Zurzeit wurde von Landwirten keine Ausdehnung der Tierbestände angegeben. Mögliche

neue Standorte der Tierhaltung für die Zukunft befinden sich außerhalb von Jeversen, je

nach Eigentumsverhältnissen eher südlich der Ortschaft.

Thören

Die Viehbestände in Thören wurden mit Pferden und Mutterkühen aufgebaut. Es ist dort

nicht geplant, weitere Bestandseinheiten von anderen Tierarten auf zu bauen. Wegen der

Lage Alt Thörens im zukünftigen natürlichen Überschwemmungsgebiet müssten Landwir-

te Standorte für (derzeit nicht geplante) Viehställe außerhalb der Ortschaften suchen. Die

Immissionsproblematik und damit die Auswirkung auf Siedlungen sind in Thören sehr

gering.

4.1.2.15 Verkehrssituation

Neben der Situation der Hofstellen sind die Verkehrsanbindungen der Höfe und ungehin-

derte Zugänge zu den landwirtschaftlichen Flächen für die Betriebe bedeutsam. Folgende

Punkte sind für die Landwirtschaft wichtig:

• Verkehrsgerechte Hofausfahrten

• Günstige Sichtdreiecke an Einmündungsstraßen

• Angepasste Geschwindigkeiten in den Ortschaften

• Ausreichende Entwässerung der Straßen und Wirtschaftswege

• Günstiger Zustand der Wirtschaftswege

• Pflege der Straßenseitenräume

Aus der Sicht der Landwirte ergeben sich fürBannetze, Jeversen und Thören folgende

Besonderheiten bzw. Ansatzpunkte:

Bannetze

Die Straßensituation im Ort selbst wird als nahezu gut bezeichnet.

Angesprochen wurden folgende Punkte:

• Der Rübelandsweg führt an einer Wohnsiedlung vorbei, dort entstehen Konflikte

zwischen Anwohnern und landwirtschaftlichem Verkehr, wobei auch dort gilt, dass

bauliche Veränderungen nicht geeignet sind, die Situation zu verbessern, sondern

52


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme von Landwirten und Einwohnern.

Eine Verkehrsinsel am der Ecke Holzweg - L 180 behindert den landwirtschaftli-

chen Verkehr und den Lieferverkehr. LKWs können auf vorgeschriebene Weise ei-

nen Hof nicht erreichen oder verlassen. An der Ecke Sniederstieg und Bremer

Straße besteht zeitweilig eine unzureichende Sicht auf die Hauptstraße. Die dort

befindliche Hecke wird zwar zurück geschnitten, zwischenzeitlich treten jedoch

Sichtbehinderung auf.

Wege in der Gemarkung

• Alle befestigten Wege und die Schotterwege in Bannetze sind sanierungsbedürftig.

Besonders betroffen ist der Rübelandsweg.

• In Bannetze gibt es auf Initiative von Landwirten und Vertretern der Ortschaft

Jeversen

große Bemühungen, eine Lösung für das Problem der Wirtschaftswege zu finden.

Es fanden bereits Überlegungen statt, über eine Wegebaugemeinschaft eine Lö-

sung herbei zu führen. Der Vorteil einer Wegebaugemeinschaft ist, dass die Kos-

ten und Anliegergebühren entsprechend der anteilig erschlossenen Fläche sinnvoll

verteilt werden können.

Die Straßensituation im Ort selbst wird als gut bezeichnet.

Angesprochen wurden nachfolgende Gefahrenpunkte und Engpässe:

• Eine Hofeinfahrt an der Ecke B 214 - Allerstraße ist sehr unübersichtlich.

Wege in der Gemarkung

• Die schmale Straße nach Wieckenberg wird zeitweilig, vor allem nach Feierabend,

von vielen Radfahrern befahren. Konflikte ergeben sich zwischen dem landwirt-

schaftlichen Verkehr und dem Freizeitverkehr auf der engen Straße. Da der Aus-

bau diese Straße mittelfristig nicht geändert werden kann, lässt sich die Situation

dort nur durch gegenseitiges Verständnis verbessern.

• Die meisten Wirtschaftswege sind sanierungsbedürftig. Häufig ist die Oberflächen-

Thören

befestigung abgängig oder durch Wurzelbewuchs sehr uneben.

Die Straßensituation im Ort selbst wird allgemein als gut bezeichnet.

Angesprochen wurden folgende Punkte:

• Die Straße „Neue Wiesen“ durch die Wochenendsiedlung. Diese Straße ist zwar

ausreichend breit, durch Lieferverkehr, parkende Pkws und Straßenverengungen

53


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

ist die Verkehrsmöglichkeit zeitweilig beengt. Die Anwohner fühlen sich durch den

landwirtschaftlichen Verkehr gestört. Für die Landwirte ist die Straße eine Haupt-

verkehrsachse, denn umfangreiche Nutzflächen im Norden der Gemarkung sind

nur über diese Straße zu erreichen. Die genannte Straße entspricht gegenwärtig

allen Anforderungen, bei zukünftigen Planungen muss wie bisher auf die Funktion

als landwirtschaftliche Verkehrsverbindung geachtet werden.

• Die Verbindungsstraße nach Westen durch eine Wohnsiedlung führt bei landwirt-

schaftlichem Verkehr zu Konflikten mit den Anwohnern. Eine Veränderung der Si-

tuation im Sinne des landwirtschaftlichen Verkehrs erscheint durch bauliche Maß-

nahmen nicht möglich, Verbesserungen können mittelfristig nur durch gegenseiti-

ges Verständnis der betreffenden Landwirte und Anwohnern herbeigeführt wer-

den.

• Einmündungen von Wirtschaftswegen auf die L 180 und innerörtliche Zufahrten

auf zwei Höfen sind unübersichtlich und gefährlich. Diese Einmündungen sind auf

der Karte der Landwirtschaft gekennzeichnet.

• Überall bestehen ansonsten ungehinderte Verkehrsanbindungen zu den Wirt-

schaftsflächen und die Erreichbarkeit der Höfe auch für große Transporte ist gut.

Wege in der Gemarkung

• Wege in der Gemarkung sind in der Vergangenheit oft befestigt worden, die vor-

handene Oberflächenbefestigung ist jedoch häufig stark sanierungsbedürftig und

zu schmal für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Die Tragfähigkeit der Wirtschaftswe-

ge ist für große landwirtschaftliche Fahrzeuge unzureichend.

• In Thören existieren fünf Bachläufe mit entsprechend vielen Brücken und Durch-

lässen. Die Mehrzahl der Übergänge, Brücken und Durchlässe ist in einem sanie-

rungsbedürftigen Zustand.

4.1.2.16 Entwässerung der Ortsstraßen

Jeversen

An der B 214 in Höhe der östlich gelegen Höfe treibt bei Starkregen Wasser auf die Fahr-

bahn. Besonders problematisch war in der Vergangenheit, dass Pkws die Wasserflächen

umfahren und dass Schüler auf dem auf dem Weg zum Buswartehaus Beeinträchtigun-

gen hinnehmen mussten. Jüngere planerische Entwicklungen in diesem Bereich stellen

eine Lösung des von Anliegern angesprochenen Problems in Aussicht.

54


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Thören

In Thören dringt oberflächennahes Grundwasser von Norden durch das Erdreich in Rich-

tung Allerniederung. Für die Landwirte in Thören ist die Entwässerung im Ort von beson-

derer Bedeutung. Ein Graben, der nördlich der L 180 verläuft und das Oberflächenwasser

nach Westen ableitet, ist verlandet und muss wieder in einen funktionsgerechten Zustand

gebracht werden. Da im Bereich dieses Grabens Kabelleitungen verlegt wurden, die einer

Lösung entgegenstehen, muss gegebenenfalls eine Abstimmung zwischen Gemeinde,

Vertretern der Ortschaft und Landwirten über die Bewertung der Problematik erfolgen.

4.1.2.17 Flurneuordnung

Von allen Landwirten angegeben, dass auf den Ackerflächen keine Flurneuordnung not-

wendig ist. Die Grünlandflächen zwischen Bannetze und der Aller sind klein strukturiert,

in der gegebenenfalls eine Flurneuordnung sinnvoll erscheint.

Für den Fall größerer öffentlicher Projekte, z. B. bei der Planung von Schutzgebieten oder

von Umgehungsstraßen, besteht die Möglichkeit einer so genannten unternehmensbeglei-

tenden Flurneuordnung, um die Folgen öffentlicher Projekt für die betroffenen Landeigen-

tümer auszugleichen oder gerechter auf alle Beteiligten zu verteilen. Davon sollte in den

drei Ortschaften bei Bedarf Gebrauch gemacht werden.

4.1.2.18 Schutzgebiete

Festgesetztes Überschwemmungsgebiet

Das Überschwemmungsgebiet der Aller betrifft alle drei Ortschaften. Bisher wurden Sied-

lungen nicht in das natürliche Überschwemmungsgebiet aufgenommen, was in Zukunft

nicht mehr möglich ist und besonders die landwirtschaftlichen Betriebe in Thören trifft.

FFH - Gebiet

In weiten Teilen der Grünlandstandorte an der Aller ist ein FFH-Gebiet festgelegt worden

(siehe Karte Landwirtschaft). Es ist seitens der zuständigen Behörden zu prüfen, ob die

Voraussetzungen zur Errichtung von Landschaftsschutzgebieten mit einem Kern aus Na-

turschutzgebiet vorliegen. Das wird zurzeit erörtert.

Wasserschutzgebiet

Jeversen liegt in der Nähe des Wasserschutzgebietes Fuhrberger Feld, das zum Wasser-

einzugsgebiet der Stadtwerke Hannover gehört.

Naturschutzgebiete

Nördlich von Thören und Bannetze liegen das Naturschutzgebiet Meißendorfer Fischteiche

und das Naturschutzgebiet Thörener Bruch, südlich von Jeversen liegt das Blanke Flath.

55


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

In der Nähe der Naturschutzgebiete kommt es in einzelnen Fällen durch Graugänse zu

Vogelfraß bei den Feldsaaten, der zeitweilig erhebliche Ausmaße annimmt.

4.1.2.19 Tendenzen in der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft der drei Ortschaften besitzt einen sehr hohen Spezialisierungsgrad im

Bereich der Schweinehaltung, des Ackerbaus und bei zwei Milchviehhaltern. Nebener-

werbsbetriebe wirtschaften mit Mutterkühen und Pferdehaltung. Es wird insbesondere

Getreide für die Veredlungswirtschaft angebaut. Raps nimmt zur Auflockerung der

Fruchtfolge eine Sonderstellung ein, während Kartoffeln vorwiegend zur Stärkeerzeugung

speziell in Jeversen angebaut werden. Entsprechend dem überdurchschnittlichen Viehbe-

stand verglichen mit dem Landkreis Celle ist die landwirtschaftliche Nutzfläche für die

Erzeugung der Futtergrundlage bei der Tierhaltung notwendig.

Die landwirtschaftliche Ackerfläche ist durch hohe Waldanteile und Grünlandflächen im

Allertal begrenzt. Konkurrenz um die Nutzflächen tritt durch die Nachfrage von Biogasbe-

trieben in östlichen Gemarkungen und Betrieben mit großer Viehhaltung in westlich be-

nachbarten Gemarkungen auf.

Der Viehhaltung kommt eine besondere Bedeutung zu, weil für die Betriebe auf den

leichten bis mäßigen Standorten kein ausreichendes Einkommen über den Ackerbau al-

lein zu erzielen ist. Auch wegen der langen Laufzeit von Investitionen in der Landwirt-

schaft bleibt die Spezialisierung der Betriebe bestehen und wird weiter ausgebaut. Bei

der Milchviehhaltung besteht ein gewisser Nachholbedarf zu zeitgemäßen wirtschaftlichen

Einheiten, die für ein ausreichendes Betriebseinkommen notwendig sind.

Interesse besteht für Biogaserzeugung. Wirtschaftlich sinnvolle Konzepte zur Wärmenut-

zung der Biogasanlagen, z. B. im Bereich der Wärmeversorgung von Siedlungen, ermög-

lichen weitere Entwicklungen. Aufgrund der Spezialisierung der Betriebe bleibt das Inte-

resse am Ausbau von Erwerbskombinationen mit Ferienwohnungen oder Direktvermark-

tungen verhalten, jedoch könnten solche Initiativen in Zukunft von einzelnen Betrieben

aufgegriffen werden. Die Pferdehaltung wird je nach Nachfrage weiter ausgebaut und

attraktiver gestaltet z.B. durch den Bau von Reithallen.

Der Strukturwandel, bezogen auf die Anzahl aufgabebereiter Landwirte, ist mittelfristig

gering einzustufen. Allerdings belastet die zunehmende Nachfrage nach Flächen zur Er-

zeugung von Energiepflanzen, deren Pacht 3-4mal höher ist als normal, die Wirtschaft-

lichkeit der herkömmlich arbeitenden Betriebe.

56


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.1.3 Bewertung der landwirtschaftlichen Situation

Aus der Bestandsdarstellung ergeben sich thematische Bereiche mit hoher Bedeutung für

die Landwirtschaft.

4.1.3.1 Gebäudesubstanz und Hofstellen

Unter dem Aspekt, dass auf den Höfen viele landwirtschaftliche Gebäude vor 1960 errich-

tet wurden, besteht vielfach ein hoher Sanierungsbedarf bei Dächern und Fassaden. In

einigen Fällen müssen Fachwerkfassaden und Giebel von Wohnhäusern erneuert oder

saniert werden. Zum Teil sind Umbauten von älteren Gebäuden notwendig, wenn diese

dem zeitgemäßen Stand der Technik oder der Arbeitswirtschaft nicht länger entsprechen.

Auf einzelnen Betrieben sind Investitionen zur Umnutzung von Gebäuden erforderlich, die

nicht über Mittel der Dorferneuerung, sondern über die einzelbetriebliche Förderung oder

über die Umnutzungsrichtlinie gefördert werden können.

Einige wenige Denkmalgeschützte Gebäude haben ebenfalls einen großen finanziellen

Bedarf zum Erhalt der Bausubstanz oder zur Sanierung von Dächern oder Fassaden.

Die Situation der Hofstellen ist zum Teil verbesserungsbedürftig, damit Arbeitsabläufe

nicht beeinträchtigt werden. Hofbefestigungen und Hofeingrünungen können einen wich-

tigen Beitrag zum Erhalt und der Verbesserung der charakteristischen Hofstellen leisten.

4.1.3.2 Entwicklungsfähigkeit der Betriebe

Von existentieller Bedeutung für die Betriebe ist, dass ausreichend Flächen für die bauli-

che Entwicklung zur Verfügung stehen und durch zukünftige öffentliche Planungen nicht

beeinträchtigt werden. Um Konflikte zwischen bestehenden Betrieben, der zukünftigen

landwirtschaftlichen Bautätigkeit und der örtlichen Bautätigkeit einvernehmlich entgegen

zu wirken, bedarf es einer voraus schauenden Planung unter Beteiligung der jeweils Be-

troffenen.

4.1.3.3 Verkehrsanbindung der Höfe

Die Erreichbarkeit der Höfe durch hofeigene Fahrzeuge und durch landwirtschaftlichen

Lieferverkehr ist bisher wenig eingeschränkt, doch bei zukünftigen Verkehrsplanungen

muss die Erreichbarkeit der Höfe auch für große Fahrzeuge gesichert bleiben.

4.1.3.4 Verkehrssituation der Ortschaften

Da der landwirtschaftliche Verkehr die Hofstellen langsam verlässt, entstehen oft gefähr-

liche Situationen durch überhöhte Geschwindigkeiten des vorbei fließenden Verkehrs.

Verkehrsplanungen haben das zu berücksichtigen

57


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Engpässe behindern den landwirtschaftlichen Verkehr. Sie gefährden Fußgänger, Radfah-

rer und den ruhenden Verkehr und müssen innerhalb und außerhalb der Ortschaften

vermieden oder verbessert werden.

Besondere Verkehrssituation bestehen, wenn der landwirtschaftliche Verkehr durch

Wohngebiete führt. Dort sind Verkehrsplanungen so zu gestalten, dass Konflikte vermin-

dert oder vermieden werden, ohne den landwirtschaftlichen Verkehr erheblich zu beein-

trächtigen.

4.1.3.5 Wirtschaftswege

Zur Erreichbarkeit der landwirtschaftlichen Flächen dienen neben den innerörtlichen Stra-

ßen die Wirtschafswege. Soweit diese ausgebaut wurden, sind sie häufig überaltert und

für mittlerweile übliche große Transportfahrzeuge zu schwach ausgelegt. Zu schmale

Straßen und ungünstige Tragfähigkeiten des Unterbaus behindern oder beeinträchtigen

den landwirtschaftlichen Verkehr.

Brücken über Wirtschaftswege und Durchlässe entsprechen häufig ebenfalls nicht mehr

den Anforderungen des modernen landwirtschaftlichen Verkehrs und müssen instand ge-

setzt oder sogar umgebaut werden.

Die Sanierung der Wirtschaftswege obliegt den Gemeinden und ist nicht förderfähig im

Sinne der Dorferneuerung, sondern über den Schwerpunkt 1 Wegebau. Die Förderkrite-

rien bestehen u. a. in der zu erschließenden Fläche und in dem Erschließungskoeffizien-

ten je 100 m Weg.

Die Sanierung der Wirtschaftswege muss von den Gemeinden im Rahmen des allgemei-

nen Sanierungsplanes besonders behandelt werden.

4.1.3.6 Stärken und Schwächen im Bereich der Landwirtschaft

Stärken Schwächen

• Hoher Beitrag der Landwirtschaft zur

Wirtschaftsleistung der Region

• Hoher Spezialisierungsgrad der Be-

triebe

• Guter Ausbildungsstand der Be-

triebsleiter

• Bedeutsame Wirtschaftswaldflächen

• Landwirtschaft in abwechslungsvol-

58

• Geringe bis mittlere Ertragskraft der

Böden

• Ungünstige Erlössituation auf Grün-

landstandorten

• Anpassungsdruck an wirtschaftliche

Rahmenbedingungen

• Hoher Schutzgebietsanteil

• Flächenbedarf für Siedlungen wegen


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

ler, reizvoller Landschaft

• Gute Verkehrsanbindung auf der

Ost-West-Route

• Gute Beratungsinfrastruktur

Tabelle 8: Stärken und Schwächen Landwirtschaft

4.1.4 Leitbild Land- und Forstwirtschaft

59

der günstigen Lage zur Bundesauto-

bahn Hamburg - Hannover

• Hoher Investitionsbedarf in der

Viehhaltung und der Energiewirt-

schaft

• Großer Bestand an leer stehenden

oder sanierungswürdigen oder um-

bauwürdigen Altgebäuden

• Aus der Bindung der finanziellen Mit-

tel für Investitionen im Viehbereich

folgen fehlende Mittel zum Erhalt,

Umbau oder Umnutzung von Altge-

bäuden

• Viele Wirtschaftswege, die für mo-

derne landwirtschaftliche Fahrzeuge

nicht ausreichend ausgelegt wurden

• Hoher Sanierungsbedarf bei den

Wegeverbindungen

In Bannetze, Jeversen und Thören wirtschaftet eine vielfältige und leistungsfähige Land-

und Forstwirtschaft. Sie besitzt eine große wirtschaftliche, soziale und ökologische Stel-

lung in den Ortschaften.

Ziele:

• Vielfältige leistungsfähige Land- und Forstwirtschaft erhalten und sichern (Acker-

bau, Viehwirtschaft, Energieerzeugung, Erwerbsalternativen)

• Erhalt der typischen landwirtschaftlichen Höfe (Sanierung von Fassaden und Dä-

chern, Gestaltung der Hofräume und Hofgestaltung, Verbesserung der arbeitswirt-

schaftlichen Abläufe)

• Erhaltung und Nutzung nicht mehr funktionsgerechter Gebäudesubstanz (Sanie-

rung, Umbau oder Umnutzung ehemaliger Wirtschaftsgebäude)

• Erhalt, und Sanierung des Wirtschaftswegenetzes durch Instandsetzung und Ver-

besserung der Gefahrenpunkte im Verkehrsnetz


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

• Das soziale Miteinander von Landwirtschaft, Gewerbe und Wohnsiedlungen in den

Ortschaften fördern (Einbeziehung der Landwirtschaft in örtliche Planungskonzep-

te)

4.1.5 Handlungsfeld Land- und Forstwirtschaft

Ein Entwicklungskonzept muss Möglichkeiten und Maßnahmen aufzeigen, die geeignet

sind, die Landwirtschaft zu fördern und zu stärken. Das vorliegende Konzept dient glei-

chermaßen der Förderung des sozialen Miteinanders zwischen Landwirtschaft und Be-

wohnern, um insgesamt die Arbeits- und Lebensqualität in den Ortschaften zu stärken.

Maßnahmen zur Förderung der Land- und Forstwirtschaft sind unter den folgenden Punk-

ten aufgeführt.

4.1.5.1 Dorferneuerung

Um die Situation der Hofstellen zu verbessern, ist eine Förderung im Sinne der Dorfer-

neuerung durchzuführen.

• Förderung der Erhaltung der landwirtschaftlichen Bausubstanz

• Förderung der zweckmäßigen Hofraumgestaltung

• Förderung der zeitgemäßen Wohnens und Arbeitens auf den Höfen

Interesse an der Teilnahme an der Dorferneuerung besteht bei nahezu allen Betrieben:

• Erhaltung oder Sanierung von Dächern, Giebeln und Fassaden

• Umbau oder Umnutzung von Gebäuden

• Hofraumgestaltung

4.1.5.2 Förderung der Diversifizierung

Für einzelne Betriebe und damit zur Stärkung der Landwirtschaft ist die Förderung von

zusätzlichen Einkommensalternativen bedeutsam.

• Förderung zur Umnutzung der ehemaligen landwirtschaftlichen Bausubstanz nach

der ZILE-Richtlinie 311.1 zur Erzielung außerlandwirtschaftlicher Einkünfte, wenn

eine Wirtschaftlichkeit der Maßnahme nachgewiesen werden kann.

4.1.5.3 Einzelbetriebliche Förderung

Einige Betriebe benötigen für wirtschaftlich sinnvolle Investitionen in den Bereichen Um-

bau, Stallbau und Hallenneubau einzelbetriebliche Förderung nach den Richtlinien des

Agrarinvestitionsförderungsprogramms.

60


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.1.5.4 Standortsicherung für die Landwirtschaft

Alle entwicklungswilligen Betriebe verfügen über ausreichend Flächen für einen ungefähr-

deten Ausbau der Tierhaltung oder der Energieerzeugung, soweit dies später geplant

werden sollte. Da die Hofstellen bereits bebaut sind oder wegen der Immissionsproble-

matik müssen Standorte im Außenbereich geschaffen werden.

Für die Zukunft wird empfohlen, bei der Aufstellung von Flächennutzungsplänen die Situ-

ation der Landwirtschaft zu berücksichtigen und gegebenenfalls im Zusammenhang mit

nahe gelegener Wohnbebauung MD-Gebiete auszuweisen.

Neue Wohngebiete sind so zu planen, dass die bestehenden Betriebe nicht beeinträchtigt

werden. Auch die Verkehrssituation zu neuen Wohngebieten muss Konflikt vermeidend

gestaltet werden. Im Rahmen der allgemeinen Verkehrsregeln darf keine Beeinträchti-

gung für den landwirtschaftlichen Verkehr stattfinden.

Bei Planungen, welche die Fluren der Ortschaften betreffen, müssen detaillierte Informa-

tionen über potentielle Standorte für landwirtschaftliches Bauen erarbeitet und gegebe-

nenfalls berücksichtigt werden.

4.1.5.5 Verkehrssituation

Die Besonderheiten des landwirtschaftlichen Verkehrs müssen bei Verkehrsplanungen

einbezogen werden. Geeignete Maßnahmen zur Förderung der Landwirtschaft sind:

• Beachtung der besonderen Anforderungen des landwirtschaftlichen Verkehrs bei

Hofausfahrten, Einmündungen von Wirtschaftswegen und von landwirtschaftlichen

Flächen durch ausreichend bemessenen Auffahrten und Sichtdreiecke

• Verkehrsgerechte Anbindung der Höfe und der landwirtschaftlichen Flächen

• Vermeidung und Beseitigung von vorhandenen Engpässen für den landwirtschaft-

lichen Verkehr in der Ortschaft und verkehrsgerechte Befestigungen der Straßen-

seitenräume

4.1.5.6 Wirtschaftswege

Für die Landwirtschaft besitzt das Wegesystem eine herausragende Bedeutung. Daraus

leiten sich folgende Maßnahmen ab:

• Erhaltung, Pflege, Ausbau und Sanierung des Wirtschaftswegesystems

• Koordinierung der Wander-, Radwander- und Reitmöglichkeiten

Diese Maßnahmen sind mit Mitteln der Dorferneuerung nicht förderfähig. Förderungs-

möglichkeiten, die für eine Verbesserung des Wegesystems geeignet sind, müssen ge-

prüft werden. Gegebenenfalls muss die Besonderheit des landwirtschaftlichen Verkehrs

61


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

im Rahmen eines eventuell aufgestellten Sanierungsplans für Wirtschaftswege besonders

berücksichtigt werden.

4.1.6 Prioritätenliste und Kostenschätzung

4.1.6.1 Landwirtschaft

Der Bruttofinanzbedarf für die Maßnahmen der Dorferneuerung wurde von den Betriebs-

leitern wie folgt angegeben:

Thören:

Betrieb A: 20.000 € Hofraumgestaltung, Dachsanierung

Betrieb B. 40.000 € Dach- und Fassadensanierung

Betrieb C: 50.000 € Dachsanierung, Hofraumgestaltung, Umbau Gebäude

In der Summe besteht in Thören ein Bruttobedarf von 110.000 € bei der Teilnahme an

Maßnahmen der Dorferneuerung

Bannetze:

Betrieb D: 44.000 € Fassaden- und Dach- und Giebelsanierung,

Betrieb E: 50.000 € 2 Dachsanierungen, Hofpflasterung,

Betrieb F: 55.000 € Dachsanierung Haus und Stall, Fassaden), Umbau Gebäude

Betrieb G: 40.000 € Dachsanierungen, Hofraumgestaltung,

Umnutzung Stall für Büros

Betrieb H: 15.000 € Hofraumgestaltung, Sanierung Fenster, Tür, Eingang

Betrieb I: 35.000 € Dach und Fassadensanierung, Einzäunung

Betrieb J: 15.000 € Hofraumgestaltung,

In der Summe besteht in Bannetze ein Bruttobedarf von 254.000 € bei der Teilnahme an

Maßnahmen der Dorferneuerung

Jeversen:

Betrieb K: 100.000 € Dach- und Fachwerksanierung, Haus, Fachwerkscheune

Betrieb L. 70.000 € 2 Dachsanierung

Betrieb M: 30.000 € Dachsanierung

Betreib N: 30.000 € Dach- und Giebelsanierung

62


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

In der Summe besteht in Jeversen ein Bruttobedarf von 230.000 € bei der Teilnahme an

Maßnahmen der Dorferneuerung

Prioritätenliste

Dorferneuerung

Nr. Bezeichnung der Maßnahme Priorität Träger

1 Sanierungen von Dächern bei Wohnhäusern und

Wirtschaftsgebäuden

2 Sanierung von Fassaden bei Wohnhäusern und

Wirtschaftsgebäuden

3 Hofraumgestaltungen, Zaunbau, Eingrünung

und Hofpflasterungen

63

1 Landwirt

1 Landwirt

1 Landwirt

4 Umbaumaßnahmen von Wirtschaftsgebäuden 1 Landwirt

Umnutzung der Bausubstanz nach ZILE 311.1

Umnutzung von Wirtschaftsgebäuden

Zur Diversifizierung

1 Landwirt


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.2 (Kultur-) Landschaft – Dorfgrün – Dorfökologie

4.2.1 Landschaftsbild

Westlich von Celle dehnt sich das von Grünlandflächen, Mooren und kieferbestandenen

Dünenzügen eingenommene Aller-Urstromtal aus, das in Teilen mehrere Kilometer breit

ist. Von Celle an westlich war die Aller schon in früheren Zeiten schiffbar. Im Ersten

Weltkrieg erfolgte dazu die Kanalisierung der Aller zwischen Celle und der Leinemündung,

von der in Bannetze und dem nahe Jeversen gelegenen Marklendorf Staustufen zeugen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die versandete Aller noch einmal auf eine schiffbare

Tiefe von 1,50 m gebracht. Heute nutzen nur noch Freizeitsportler die Aller, und ihre

Niederung ist zu einem FFH-Schutzgebiet geworden.

Bei den Flächen entlang der Aller handelt es sich zum überwiegenden Teil um extensiv

bewirtschaftetes Grünland, das durch kleinere Baumbestände, Baumgruppen, Einzelbäu-

me und Hecken strukturiert wird. Im Norden und Süden, zwischen den Ortslagen und

dem Verlauf der Aller, finden sich entlang des Flusses Feuchtbiotope, die Relikte alter

Flussverläufe und Überschwemmungsmulden darstellen. Bei Hochwasser werden sie ü-

berflutet und so mit Wasser versorgt. Einige dieser Wasserstellen, wie der „Lange Thön“

bei Jeversen, wurden schon in historischer Zeit durch die Bevölkerung als Badeseen ge-

nutzt.

Die Allerniederung wird im Planungsgebiet allein zwischen Jeversen im Süden und Thören

im Norden durchquert. An dieser Stelle ist neben der Allerbrücke eine Flussquerungsstelle

der Bundeswehr entstanden.

Abbildung 16: Aller (l.) und Allerbrücke zwischen Thören und Jeversen

64


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 17: Feuchtbiotope in den Allerwiesen bei Thören. Wichtige Lebensräume für

Pflanzen und Tiere

Abbildung 18: Feuchtbiotop "Langer Thön" bei Jeversen

Abbildung 19: Luftbilder von Bannetze, Jeversen und Thören (von links)

Auf dem Luftbild (s. Abbildung 19) ist nördlich vom Ortsgebiet Thören eine ausgedehnte

Wochenendhaussiedlung im Waldgebiet erkennbar, nordöstlich von Jeversen eine andere,

die aber wesentlich kleiner ist. Die Ansiedlung in Thören entstand auf einer Industriebra-

che der ehemaligen Ölförderung, die im Laufe der Zeit mit Kiefern bepflanzt wurde und

heute zu einer Waldsiedlung geworden ist. Im Thören ist dieses Siedlungsgebiet größer

als der alte Dorfkern. Die Struktur der Waldsiedlungen prägt das heutige Landschaftsbild.

65


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.2.2 Dorfgrün

Dorfgrün ist ein Oberbegriff und umfasst unterschiedliche Elemente, die in ihrer Gesamt-

heit das Dorfgrün eines Ortes bilden. Dabei haben die unterschiedlichen Elemente unter-

schiedliche Funktionen sowohl unter dem Aspekt der Ökologie, als auch für den Aspekt

des Ortsbildes. Das Dorfgrün setzt sich zusammen aus:

• Großgrün (Einzelbäume, Baumgruppen, Baumreihen)

• Hecken

• Obstwiesen (als spezielle Kombination aus Freiraum und Baumbestand)

• Ortsränder

• Freiräumen (Wiesen, Brachflächen, öffentliche Freiflächen (z.B. Spielplätze))

• Gartenanlagen

Im Folgenden wird die Situation in den Orten zu den einzelnen Elementen des Dorfgrüns

beschrieben und anhand von Fotos veranschaulicht.

A Bäume, Baumgruppen, Baumreihen

Bäume bilden in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Verwendungen das Rückgrat

des Dorfgrüns. Je nachdem, wie Bäume eingesetzt werden, können sie als Solitärbaum

ein Identifikationspunkt im Dorf sein oder in Form von Baumreihen als verbindendes

Landschaftselement wirken. Als Baumgruppe und geschlossener Baumbestand haben

besonders große und alte Bäume eine stark raumbildende Wirkung und sind daher für

das Ortsbild genauso wichtig wie die Bausubstanz selbst.

Abbildung 20: Bäume schirmen Hofgebäude in Bannetze (l.) und Jeversen ab (r.)

Situation in den Orten

Die Ortslagen aller drei Dörfer sind mit alten Baumbeständen durchgrünt, wobei die Eiche

als Hauptbaumart den überwiegenden Anteil an den ortsbildprägenden Baumbeständen

stellt. Gestalterisch stellen diese Baumbestände wichtige Elemente dar. Sie bilden z. B.

66


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

an den Einfahrten zu den Grundstücken torähnliche Situationen und beschirmen die um-

gebenden Gebäude. Die Freiräume werden gegliedert und erfahrbar. Die ökologisch

Funktion der Baumbestände sind sowohl für das Dorfklima, als auch für viele Tiere von

hoher Bedeutung, denn gerade die alten Bäume bieten in Baumhöhlen und den ausla-

denden Kronen viel Lebensraum und ein vielfältiges Nahrungsangebot für Insekten, Vögel

und kleinere Säugetiere. Die Eichenbestände sind etwa gleich alt und stehen sowohl auf

den Grundstücken der Hofstellen als auch im öffentlichen Raum (z.B. um das Hirtenhaus

in Jeversen). Durch verschiedene Faktoren wurden einige Bäume geschädigt und sind

teilweise abgängig. Gründe hierfür sind zum einen Umwelteinflüsse wie z.B. Abgase, zum

anderen auch lange Trockenperioden in den Sommermonaten und die natürliche Ver-

drängung schwächerer Exemplare durch die Konkurrenz zwischen den einzelnen Bäumen

sowie das Lebensalter der Bäume selbst.

Abbildung 21: Eine Reihe Hofbäume am Rübelandsweg in Bannetze (l.); Bäume als Leitli-

nie entlang einer Hofauffahrt am Bremer Weg in Bannetze (r.)

Abbildung 22: Markanter alter Eichenbaum in Bannetze (l.) und Solitärbaum in den

„Neue Wiesen“, Thören (r.)

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 23: Raumbildende Baumgruppen in Thören (l.) und in Jeversen (r.)

Abbildung 24: Straßenraum gliedernde Eichen in Bannetze (l.); Gestalterisch wirksame

Blutpflaumen entlang der Schwarmstedter Straße in Jeversen (r.).

B Hecken

Hecken bilden im Kontext des Dorfgrüns die Mittelebene. Sie sind das Bindeglied zwi-

schen den weithin sichtbaren Bäumen und den offenen Freiflächen in und um die Dörfer.

So vielfältig wie ihre Erscheinungsformen, so vielfältig sind auch die Funktionen von He-

cken sowohl aus ökologischer Sicht als auch aus gestalterischen Aspekten. Das Spektrum

reicht dabei von der artenarmen „grünen Mauer“ bis hin zur naturnahen artenreichen

Wildhecke. Die wichtigsten Aufgaben von Hecken im und auch um die Dörfer sind: Sicht-

und Windschutz, Strukturierung des Ortsbildes sowie die Einfriedung von Grundstücken.

Heckenstrukturen in ihren unterschiedlichen Ausprägungsformen finden sich im Dörfer-

dreieck. Um die Dörfer und an den Rändern herrschen naturnahe Wildhecken und Feld-

gehölze aus mehreren Pflanzenarten vor. Innerhalb der Ortslagen sind sowohl Hecken,

die aus einer Art bestehen, anzutreffen (z.B. Hainbuchenhecken) als auch naturnah ges-

taltete Hecken, die verschiedene Gehölze umfassen.

68


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 25: Hainbuchenhecke als regionaltypische grüne Einfriedung (l.); Hecke als

Abgrenzung zwischen Fußweg und Straße

C Ortsränder

Wie sich ein Ort in die Landschaft eingliedert, wird vor allem durch die Grünstrukturen an

den Ortsrändern und der näheren Umgebung bestimmt. Für eine harmonische Eingliede-

rung in die Landschaft ist dabei das Zusammenspiel zwischen Heckenstrukturen und

Baumbeständen entscheidend. Je strukturreicher die Ortsränder ausgeprägt sind, desto

besser gliedern sich die Orte in die Landschaft ein.

Situation in den Orten

Die sich innerhalb und an den Rändern befindlichen Baumbestände und Heckenstrukturen

stellen in den Orten des Dörferdreiecks eine intakte Kulisse dar. Erst in jüngster Zeit

wurde in Bannetze am Ortsausgang Richtung Thören ein rein zweckmäßiger Neubau ei-

nes landwirtschaftlichen Betriebsgebäudes errichtet, der sich als störend für die dortige

Ortsrandsituation erweist, da er vor dem bisherigen Ort liegt.

Abbildung 26: Ortsrandsituation in Thören (l.)aus Richtung Aller gesehen und in Jever-

sen (r.) an der B 214 aus Richtung Marklendorf gesehen. Hecken und Bäume bilden den

Rahmen der Orte.

69


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 27: Ortsrandsituation in Bannetze von Norden aus gesehen.

D Obstwiesen/Obstbäume

Die Allerniederung ist aufgrund der Standortverhältnisse kein typisches Obstbaugebiet

und so gibt es auch keine ausgeprägte Streuobstkultur in der Region. Dennoch finden

sich vereinzelt Obstbestände in und um die Orte. Durch Blühaspekte im Frühling tragen

sie zur Gestaltung des Ortsbildes bei und sind Nahrungs- und Lebensräume für seltene

Tierarten. Darüber hinaus sind sie neben den landwirtschaftlichen Hofstellen Identifikati-

onsträger für das Leben auf dem Land und ein Bestandteil der dörflichen Kulturland-

schaft.

Abbildung 28: Obstbaumbestand auf einem Privatgrundstück in Jeversen (l.); Obst-

baumwiese mit teils überalterten Bäume am Ortsrand von Bannetze (r.)

70


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 29: Obstwiese in Jeversen: Schmiedestraße (l.);wegbegleitende Obstbäume

am nördlichen Ortsrand von Bannetze (r.)

E Freiraumstruktur

Freiräume sind Elemente im Ortsbild, die den räumlichen Eindruck eines Ortes und die

Wahrnehmung stark prägen. Je nach Verteilung und Größe können sie ein Gefühl von

Weite vermitteln oder, wenn sie fehlen, ein Gefühl von Enge. In ländlichen Siedlungen ist

ihr Anteil an der Gesamtfläche im Vergleich zu Städten hoch. Dabei lassen sich die Frei-

räume unterschiedlich einteilen.

• Brachflächen z. B. Baulücken oder kleiner Flächen zwischen den Grundstücken

• Flächen in landwirtschaftlicher Nutzung

• Wiesen bzw. Grünland

• Öffentliche Freiflächen (z .B. Parks, Dorfplätze, Spielplätze)

• Private Gärten

Abbildung 30: Brachfläche in Jeversen (l.); innerörtliche Wiesenfläche(Gänsewiese) in

Thören

71


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Situation in den Orten

Bannetze und Jeversen haben eine kompaktere Siedlungsstruktur als Thören ohne groß-

flächige Freiräume in zentraler Ortslage.

Die größten Freiflächen in Bannetze sind der am Waldrand gelegene Sportplatz und die

im Norden entlang des Rübelandweges befindlichen Weideflächen, die vor allem als Pfer-

dekoppeln dienen und sich bis nahe an den Ortskern erstrecken. Die recht großzügigen

Freianlagen der Hofstellen im Ortskern tragen ebenfalls zur Freiraumstruktur bei. Sie sind

mit dichten Eichenbeständen bewachsen, die stark raumbildend sind.

Der alte Ortskern von Jeversen hat rund um das Hirtenhaus und auf der gegenüberlie-

genden Straßenseite größere öffentliche Flächen, die mit alten Eichen bestanden sind. An

der Schmiedestraße finden sich Wiesenflächen, die teilweise mit Obstbäumen bepflanzt

sind.

In Thören finden sich innerhalb der Ortslage die größten Freiräume in Form von Viehwei-

den und größeren Grünflächen. Im Dorfkern befindet sich am Feuerwehr- und Dorfge-

meinschaftshaus eine kleine Grünanlage mit Spielplatz.

Abbildung 31: Freiräume in Thören: links hinter der Feuerwehr, rechts in Alt-Thören

F Private Gärten

Einen hohen Anteil des dörflichen Freiraums stellen die privaten Gartenanlagen. Dabei

bilden sie ein kleinteiliges Mosaik unterschiedlichster Gestaltungsformen, die in ihrer Ge-

samtheit das Bild der Dörfer in der Allerniederung prägen. Ursprünglich typisch für den

Garten im ländlichen Raum war eine Kombination aus Zier- und Nutzgarten, der sowohl

der Repräsentation diente, als auch der Versorgung mit Gemüse, Obst und Kräutern.

Diese Form des ländlichen Gartens findet sich vereinzelt auch in den Dörfern der Aller-

niederung wieder, vornehmlich an den alten Höfen in den Ortskernen. In den jüngeren

Ausbaubereichen der Orte ist der Selbstversorgungsaspekt aus der Gartengestaltung wei-

testgehend verschwunden.

72


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 32: Private Gartenanlangen im ländlichen Stil in den Dörfern

4.3 Siedlung – Baustruktur – Ortsbild

Die drei Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören sind im Siedlungsraum der trockenen

östlichen Heidelandschaft mit den sie prägenden Hallenhäusern entstanden. In früheren

Zeiten mussten die in ihnen lebenden Bauern große Flächen bewirtschaften, um ihre Er-

träge auf dem Weg über Plaggenhieb und Tiefstall zu sichern. Der ursprüngliche Laub-

wald verschwand bis auf wenige Reste. An seine Stelle trat die magere Calluna-Heide, die

das gesamte Landschaftsbild Norddeutschlands beherrschte. In dieser freien Landschaft

versteckten sich die Dörfer unter hohen Eichen, die als Bauholz dienten und deren Ei-

cheln als Kraftfutter für die Schweine geschätzt wurde. Zusätzlich dienten die Eichen

auch als Blitzschutz für die wertvollen Hofgebäude mit ihren leicht entzündbaren Stroh-

dächern.

Die drei Dörfer entwickelten sich als lockere Haufendörfer, eine sehr alte Siedlungsform,

die bis in die Gegenwart überliefert ist. Kennzeichnend ist die unmittelbare Nachbarschaft

von ackerfähigen Böden und feuchten Grünlandbereichen. Da die Bodengüte mit den da-

maligen Möglichkeiten und Kenntnissen nicht unbegrenzt zu steigern war, blieben die

Dörfer lange Zeit klein.

Die drei Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören liegen nördlich und südlich auf dem Über-

gang der breiten Talniederung der Aller mit ihrem natürlichen Überschwemmungsgebiet

zu der angrenzenden trockenen Heidelandschaft, deren nicht ackerfähige Böden nach

Norden und Süden durch umfangreiche Nadelwälder begrenzt werden.

73


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 33: Die historischen Bau- und Hofformen in Thören

Die vorherrschende historische Hausform in diesem Siedlungsraum war das sog. Mittel-

längsdielenhaus, vor allem in seiner Form als Zwei-, später auch als Vierständerhallen-

haus. Wohnung und Stall waren dabei innen miteinander verbunden. Das hauptsächlich

verwendete Baumaterial war neben dem anfangs noch reichlich vorhandenen Hartholz

der naturrote und weich gebrannte Backstein. Er verdrängte nach der Einführung der

industriellen Massenherstellung in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts alles

andere Baumaterial im Fachwerk und ersetzte zuletzt auch das Fachwerk selbst auf wirt-

schaftlich prosperierenden Hofstellen. In manchen Gebäuden ist bis heute eine gemischte

Bauweise aus Fachwerk und Backsteinen erhalten. Ausfachungen der Außenwände mit

Lehm und Putz kommen in den Dörfern nicht mehr vor.

Veränderte Wirtschaftsweisen und vor allem mehr Erträge und bessere Viehzucht bewirk-

ten die Erweiterung vieler Höfe zu Streuhöfen oder Haufenhöfen, deren einzelne Gebäude

ohne erkennbare Regel auf den Hofgrundstücken verteilt sind. Diese Hofform gehört zu

den ältesten Hofformen überhaupt und kennzeichnet die drei Dörfer als regionaltypisch

für den östlichen Heidebereich. Aber selbst die großen und umfangreichen Stallanlagen

der jüngeren Vergangenheit ließen die zentrale und ortsbildprägende Stellung der Hal-

lenhäuser nicht in den Hintergrund treten.

Die Prägung der Dörfer durch diese Streuhöfe wird in allen drei Dörfern sichtbar. In Ban-

netze besteht das gesamte historische Dorf nach wie vor. Beidseitig der „Bremer Straße“

liegen die großen Hofstellen unter den sie beschirmenden hohen Eichen genauso wie vor

vielen Jahrzehnten. Gleiches trifft auf Jeversen zu, denn auch dort prägen die großen

Hofstellen die Ortsmitte beidseitig der „Schwarmstedter Straße“. In Thören liegen die

großen Hofstellen abseitig der Durchgangsstraße, die erst im 19. Jahrhundert gebaut

wurde. Die verlief vorher weiter nördlich. Von dort gab es eine Stichstraße nach „Alt Thö-

ren“. Das zweite kennzeichnende Merkmal aller drei Dörfer ist ihre Lage an überregiona-

len Straßen, die ebenfalls als Siedlungsleitlinien auftreten. Dies ist besonders für die

Ortslage von Thören kennzeichnend, wo die „Thörener Straße“ als Landesstraße prägen-

74


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

der für die Ortslage geworden ist als die großen Hofanlagen. An der „Thörener Straße“

befinden sich bis heute die früheren Wohnstellen der Kleinbauern, Landarbeiter und

Handwerker.

4.3.1 Ortsbild

Die Geschlossenheit des gewachsenen Siedlungsbildes ergibt sich aus den im wesentli-

chen bis zu zweigeschossigen Eichenfachwerkbauten, massiven Ziegelsteinbauten sowie

Mischformen beider Konstruktionsarten. Bei den Wirtschaftsgebäuden sind auch reine

Holzgebäude überliefert worden, deren Bestand heute am meisten gefährdet ist.

Abbildung 34: Hofanlage in Fachwerkbauweise in Jeversen (l.); in Mischbauweise errich-

tetes massives Hofgebäude in Bannetze (r.)

Abbildung 35: Holzgebäude in Jeversen (l.) und Bannetze (r.)

75


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 36: Hohlpfannen auf einem historischen Dach in Thören (l.), abgewalmtes

Dach in Jeversen (r.)

Die Dachlandschaft bestimmen mit Hohlpfannen eingedeckte Sattel- und Krüppelwalmdä-

cher mit Dachneigungen um 40 bis 45°. Die Verkleidung der Wetterseiten im Siedlungs-

gebiet der östlichen Heidelandschaft wurde – wenn überhaupt - mit Holz in einer Boden-

Deckel-Schalung durchgeführt. Sie schützte das Fachwerk gegen Schlagregen und er-

möglichte dennoch die zur Trocknung der Wand notwendige Luftzirkulation. Bei vielen

neueren Gebäuden, die entweder vollständig bzw. in den Gefachen mit Ziegeln ausge-

mauert sind, entfiel diese Verschalung. Später traten neuzeitliche Verkleidungen hinzu,

die das ursprüngliche Erscheinungsbild der Gebäude veränderten.

Abbildung 37: Holzverschalung im Ober- und Dachgeschoß (l.), neuzeitliche Verklei-

dung(r.) – beide Gebäude in Bannetze

Das typische Erscheinungsbild der historischen Gebäude wird durch die Gliederung der

Fenster bestimmt. Ihre Proportionen entsprechen der Größe und der Gestalt des Gebäu-

des. Die Fenster sind traditionell hochrechteckig mit waagerechter Sprossenteilung und

mindestens zweiflügelig nach außen aufzuschlagen. Bei höheren Formaten kommt noch

ein gegliedertes Oberlicht hinzu. Ursprünglichen waren die meisten Fenster weiß gestri-

chen. Leider ist dieses überlieferte Fensterformat bei kaum einem der heute noch vor-

handen alten Gebäude in den drei Dörfern erhalten geblieben.

76


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 38: Historische Fenster in Jeversen (l.) und Bannetze (r.)

Abbildung 39: Neue Fenster in alten Gebäuden: Stilistisch angepasst, nach außen aufge-

hend, aus Holz in Thören, leichte Dacheindeckung mit Stahlblechen (l.); stilistisch nicht

angepasste Kunststofffenster einer Fachwerkfassade in Bannetze.

Im Gegensatz zu den Fenstern dominiert bei den jeweils sehr individuell und kunstvoll

gestalteten Eingangstüren das strenge, teilweise klassizistisch gegliederte, kassettierte

Türblatt aus Hartholz, oft mit einem gegliederten Oberlicht.

Abbildung 40: Alte Haustüren in Jeversen

77


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 41: Grüne Tore in Bannetze und Jeversen

Tore wurden ausschließlich ais Holz mit vertikaler Brettanordnung hergestellt und sind

traditionell grün gestrichen. Ein weiteres ortsbildprägendes Merkmal sind Einfriedungen,

die es in allen drei Dörfern reichlich gibt. Als ortstypische Einfriedungen prägen Holzlat-

tenzäune und Hecken die Ortslagen, manchmal auch in Kombination miteinander.

Abbildung 42: Staketen- und Koppelzaun in Thören (l.), Staketenzaun mit dahinter ste-

hendem Gebüsch in Bannetze (r.)

4.3.1.1 Erläuterungen zur Siedlungskartierung

Die in der Bestandsaufnahme (s. Karten Siedlungskartierung) ermittelten Merkmale der

Ortslage von Bannetze, Jeversen und Thören, wurden als Darstellungen in den Dorfer-

neuerungsplan aufgenommen. Zuerst wurde der Grad der baulichen Veränderungen er-

mittelt, mit der die historischen Gebäude an die Erfordernisse des zeitgemäßen Wohnens

und Wirtschaftens angepasst wurden. Jedes Gebäude spiegelt ein Stück der Zeit wider, in

der es entstanden ist oder verändert wurde. Gerade in jüngster Zeit vorgenommene Mo-

dernisierungen sind irreversibel und haben zur gestalterischen Aufgabe der historischen

Zusammenhänge geführt. Altgebäude, die aussehen, als seien sie Neubauten, wurden

dann auch wie Neubauten eingeschätzt. Für eine Priorisierung im Rahmen der Dorferneu-

erung sind die Gebäude in der folgenden Reihenfolge wichtig:

78


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Kategorie A

Dominante, das Ortsbild besonders prägende Einzelbaukörper bzw. Gebäudeensembles

gehören meist zu den Kategorien "Denkmale", "ortstypische Altbausubstanzen" und "be-

standsgefährdete Gebäude". Sie markieren wesentliche Punkte in der dorfbaulichen Orts-

lage. Ihr Vorhandensein dient zur Orientierung und zur Bestimmung einer "Identität" mit

dem eigenen Dorf. Ihrem Erhalt gilt daher die große Aufmerksamkeit der Dorferneue-

rung. In Bannetze, Jeversen und Thören handelt es sich um jene Gebäude und En-

sembles, die in Sichtachsen liegen und daher schon früher für das Erscheinungsbild des

Ortes bestimmend waren.

Die in ihrem ursprünglichen Bestand noch weitgehend unverändert erhalten gebliebenen

Gebäude von Bannetze, Jeversen und Thören stellen die wesentliche Kategorie der Ge-

bäudeeinstufungen dar. Die Gebäude in dieser Kategorie haben für den ländlichen Be-

reich eine sehr große Bedeutung, bestehen doch in ihm besondere Verbindungen zum

geschichtlichen Bewusstsein seiner Bewohner, der identitätsstiftenden "Heimatverbun-

denheit" und zu den Arbeits- und Produktionsverhältnissen vergangener Zeiten.

In Bannetze trifft diese wichtige Kategorie noch auf recht viele Gebäude der Hofanlagen

zu. Ihr grundsätzliches Kennzeichen ist, dass sie sich selten in einem guten Bauzustand

befinden. Eine der Ausnahmen stellt die „alte Schule“ in Bannetze dar, die in privater

Initiative saniert wurde. Die Landwirte können die vielen, meist nicht mehr intensiv benö-

tigten Gebäude ihrer großen Hofstellen nicht mehr unterhalten. Im Rahmen der Gewäh-

rung von Zuwendungen aus Mitteln des Dorferneuerungsprogramms gehört Gebäuden

dieser wichtigen Kategorie A daher die oberste Priorität.

Kategorie B

In die Kategorie B fallen diejenigen Gebäude, in denen die ursprüngliche bauliche Gestalt

des Altbaus nicht mehr erhalten ist. Veränderte Wohn- und Wirtschaftsweisen, der Man-

gel oder der Überfluss an Baustoffen und begrenzte finanzielle Möglichkeiten führten im

Zusammenhang mit gesellschaftlichen Moden und Obsessionen zu teilweise weit reichen-

den Veränderungen an und in den Gebäuden. Die Veränderungen erfassten nicht nur das

äußere Erscheinungsbild. Sie führten auch zu Eingriffen, die aus baubiologischer und

bauphysikalischer Sicht bedenklich sind. In jedem Einzelfall war zu bewerten, aus wel-

cher Motivation heraus das oder die Gebäude verändert wurden und ob eine Rückführung

in einen bauphysikalisch und baubiologisch unbedenklichen Zustand möglich ist oder

überhaupt gewollt wird. Keinesfalls erfolgte mit der Klassifizierung eine Abwertung. Bei

der Dorferneuerung wird gefragt, was dem historischen Gebäude abträglich ist. Wie Sa-

nierungen und Modernisierungen durchzuführen sind, ohne dessen Herkunft zu missach-

ten, wie die Identität und Funktion eines Altgebäudes bewahrt bleibt, ohne dass es den

79


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Charakter eines Neubaus erhält. In den drei Dörfern gehören vor allem auch die kleinen

alten Gebäude der Kleinbauern, Landarbeiter und Handwerker zu den Gebäuden dieser

Kategorie. In ihnen wohnen oft nur noch wenige ältere Menschen, so dass dem Erhalt der

Gebäude nicht mehr so viel Aufmerksamkeit und Bedeutung zugemessen wird.

Kategorien S und N

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs endete auch eine über Jahrhunderte eher ähnlich

verlaufende Phase der Dorfentwicklung. Besonders nach 1950 entstanden überall im

Land Siedlungsstellen für vertriebene Menschen und Flüchtlinge. Diese Siedlungsstellen

hatten meist einen Stall und einen größeren Grabelandbereich zur Selbstversorgung. So-

fern sie nicht vollständig überformt wurden, gehören sie in gewisser Weise ebenfalls zu

den förderfähigen Gebäuden.

Neubauten sind im Verständnis der Dorferneuerungsplanung jene Gebäude, die das

"neue Dorf" repräsentieren. Der zeitliche Schnitt der Förderung im Rahmen der Dorfer-

neuerung erfasst in der Regel noch die Neubauernstellen, die bis zum Beginn der fünfzi-

ger Jahre des letzten Jahrhunderts errichtet wurden.

Abbildung 43: Neubauten in Thören

Neubauten haben für das Dorfbild eine sehr große Bedeutung. Wenn sie in innerörtliche

Baulücken eingefügt wurden und werden, sollen sie sich nach Art und Maß der baulichen

Nutzung wie ihrer ästhetischen Gestaltung an ihrer gebauten Umwelt orientieren. Viel zu

selten wurden und werden sie aber in die alte bauliche Umgebung eingepasst und haben

nur den Nutzungs- und Gestaltungsvorstellungen ihrer Besitzer oder aber politischen Sat-

zungen wie ökonomischen Zwängen zu gehorchen. Sie werden damit häufig zu Ortsbild -

störenden bzw. -belastenden Gebäuden. Aufschlussreich für den Verlust an gruppenspe-

zifischer Identität nebeneinander stehender Gebäude sind jene älteren und neueren Neu-

bauten an der südlichen „Thörener Straße“ in Thören (siehe Abbildung 43). Sie stehen

nebeneinander in einer Reihe und sind jedes für sich gut und schön. Eine gestalterische

Gemeinschaft aber stellen diese Neubauten nicht mehr dar.

80


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Die in den neuen Siedlungserweiterungen und Wochenendhausgebieten errichteten Ge-

bäude werden im Dorferneuerungsplan insgesamt zum neuen Dorf gezählt. In Bannetze

und Jeversen sind sie genauso wie in Thören vom ehemals landwirtschaftlich geprägten

Dorf abgesetzt. Sie sind nicht förderwürdig.

Gebäudezustand

Die Beurteilung der einzelnen alten Gebäude wurde anhand der beiden Kriterien "Gebäu-

dezustand in konstruktiver Hinsicht" und "Allgemeiner Erhaltungszustand" vorgenommen.

Demzufolge lassen sich die Gebäude jeweils einer der folgenden Zustandsklassen zuord-

nen, deren Systematik sich an die des Dorferneuerung anlehnt:

• Sanierte Altbauten oder Altbauten ohne erkennbaren Bedarf an Maßnahmen,

• Bedarf an vorbeugenden kleineren Schönheitsreparaturen (Fenster, Anstrich,

Dacheindeckung reparaturbedürftig, aber noch voll funktionstüchtig) ,

• Sinnvolle Maßnahmen trotz vorhandener Funktionsfähigkeit der einzelnen Bautei-

le,

• Notwendige Erneuerungsmaßnahmen (nicht mehr voll funktionsfähige Fenster,

Fassade, Dacheindeckung) trotz unbeschädigter tragender Konstruktion),

• Umfassende Sanierungsmaßnahmen zeitnah unabdingbar (z.B. durch schadhafte

Konstruktion).

• Erneuerung ohne Rücksichtnahme auf Denkmalschutz, die wirtschaftlich sonst

nicht vertretbar wäre) bzw. nur mit sehr viel Idealismus denkbar.

Diese Gebäudeklassifizierung erfolgte nach visueller Einschätzung des Zustandes der Au-

ßenwände, Dächer, Schornsteine, Fachwerk, Fenster und Türen sowie aufsteigender

Feuchtigkeit im Mauerwerk. Sie kann keine detaillierte Einzeluntersuchung durch einen

Sachverständigen ersetzen, liefert aber ein verlässliches Bild des Gesamtzustandes der

Bausubstanz. Kleine und kleinste Gebäude wie Schuppen oder Garagen wurden im Rah-

men der Einschätzung nicht berücksichtigt ebenso wie wenige Gebäude, die nur vom

Straßenraum her zu begutachten waren. Im Dorferneuerungsplan wird der Anteil der

alten Bausubstanz am Gesamtbestand aller in den drei Dörfern vorhandenen Bausub-

stanz deutlich. Der Anteil an sanierungsbedürftigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden ist

in den historischen Kernbereichen der drei Dörfer hoch, obgleich sich in allen Bereichen

der alten Ortslagen schon renovierte Gebäude ohne sichtbare Schäden befinden, aber oft

verändernde Modernisierungen erkennen lassen.

Die kleinteilige, „einfachere“ Bausubstanz hat den höchsten Sanierungsbedarf Kleinere

Gebäude sind leichter zu modernisieren als großvolumige Gebäudeanlagen. Trotzdem

sind einige der Eigentümer solcher einfachen kleinen Altgebäude vom Alter wie auch von

81


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

ihren finanziellen Möglichkeiten her nicht in der Lage, größere finanzielle Aufwendungen

zum Erhalt ihrer Gebäude zu tätigen. Bei diesen Gebäuden macht sich auch die jahrzehn-

telange unterbliebene Unterhaltung bemerkbar. Dadurch wurden aber ungewollt sehr alte

Baumaterialien erhalten, weswegen anzustreben ist, dass die Altgebäude bewohnt blei-

ben und nicht über lange Zeit leer stehen. Problematisch ist in der Regel der Erhaltungs-

zustand der ehemaligen Wirtschaftsgebäude auf den alten Hofstellen. Da sie oft schon

seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wurden, unterblieb die fachgerechte Unterhaltung

der Bausubstanz. Den besten Zustand haben die Wirtschaftsgebäude der Hofanlagen, auf

denen massiv gebaut wurde. Wichtig ist bei allen diesen Gebäuden der Zeitpunkt, an

dem ihre landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben wurde. Trotzdem haben manche Eigen-

tümer durch Nachstecken von Dachziegeln schwerere Schäden abwenden, obgleich keine

Nutzung mehr erfolgte.

Abbildung 44: Gebäudeschäden am Grundschwellholz durch zu hohen Ausbau des Geh-

weges in Bannetze (l.); Schäden an der Dacheindeckung durch Vermoosung in Thören

(r.)

4.3.1.2 Straßen- und Platzräume

Die Funktion von Straßen und Wegen wird an anderer Stelle beschrieben. Neben ihrer

verkehrlichen Funktion sind sie neben den Gebäuden und den Grünbereichen aber wichti-

ge (Frei-)Räume im Ortsbild. Mehr noch, sie sind Aufenthalts- und Lebensräume, denn

sie gestatten die Begegnung der Menschen im Dorf untereinander. Ihrer Gestaltung

kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Im Vordergrund steht die Frage nach ihrer

Ausbauart und Ausbaubreite, der Gestaltung ihrer Oberfläche und ihrer Randbereiche.

82


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 45: Hauptstraße in Jeversen früher und heute

Gerade bei den Straßen mit Durchgangsverkehr ist es schwer, die notwendig gewordenen

verkehrlichen Anforderungen mit den Erfordernissen eines dörflichen Lebens zu verbin-

den. Die Bundesstraße 214 durchläuft als eine der wichtigsten überregionalen Ost-West-

Verbindungen in Niedersachsen längs durch die Ortslage von Jeversen. In Jeversen mün-

det zusätzlich die Kreisstraße 65 in die Bundesstraße; ihr Knotenpunkt war in historischer

Zeit ein großer innerörtlicher Platz, an dem sich auch der Notbrunnen befand. Heute sind

beide Straßen mit ihrem Kreuzungsbereich ausschließlich für den Verkehr ausgebaut. Die

Bewohner in Jeversen wurden in die Randbereiche verdrängt. Der Kraftfahrzeugverkehr

auf der breit ausgebauten Straße hat das soziale Element dieses öffentlichen Raumes

zerstört.

Durch Bannetze und Thören verläuft die Landesstraße 180, deren Bedeutung der B 214

nur wenig nachsteht. Auch sie verbindet das Gebiet mit der nahe gelegenen A 7. Sowohl

die B 214 als auch die L 180 stellen als Durchgangsstraßen Siedlungsleitlinien dar. Da sie

immer wieder an die Anforderungen des modernen Straßenverkehrs angepasst wurden,

sind sie mittlerweile aufgrund ihres Ausbauzustandes zu Fremdkörpern in den Dörfern

geworden. Sie haben ausschließlich eine verkehrliche Funktion und trennen die gewach-

sene Siedlungsstruktur. Durch das hohe Verkaufsaufkommen und die zahlreichen Ver-

kehrsgefahrenpunkte ging der städtebauliche Wert der Straßen weitgehend verloren.

83


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 46: Die L 180 verläuft in Thören geradlinig und breit ausgebaut durch den Ort

Abbildung 47: Innerörtlich: „Alter Postweg“ in Bannetze (l.); eine Hofzufahrt aus Find-

lingen in Thören (r.) (siehe auch Titelbild)

Alle übrigen Straßen und platzähnlichen Aufweitungen vermitteln aufgrund ihres Ausbau-

zustandes und ihrer Befestigung noch eine dörfliche Atmosphäre, wenngleich sie mitunter

sanierungsbedürftig sind, wie beispielsweise die Straße „Alt Thören“ in Thören.

Platzbereiche gibt es in den drei Dörfern kaum. In Jeversen entstand um das historische

Hirtenhaus herum ein Park, der am Rand des Verkehrsraums liegt und eine wichtige

Funktion im dörflichen Gemeinschaftsleben einnimmt, allerdings noch deutliche funktio-

nale und gestalterische Mängel aufweist.

84


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 48: Areal um das Hirtenhaus in Jeversen (l.); Feuerwehrhaus in Thören (r.)

In Thören kommt dem Umfeld des Feuerwehrhauses, das gleichzeitig als Dorfgemein-

schaftshaus dient, eine ähnliche Bedeutung zu. Beide Dörfer haben sich damit außerhalb

der öffentlichen Verkehrsflächen Bereiche geschaffen, wo sich die Einwohnerinnen und

Einwohner treffen können und wo sich auch die dorfgemeinschaftlichen Gebäude befin-

den. Da in Thören der Anbau des Dorfgemeinschaftsraumes an das Feuerwehrhaus viel

zu klein ist, wird an einen Neubau oder einen umfassenden Umbau gedacht.

In Bannetze gibt es einen ähnlichen Platzbereich nicht. Der Arbeitskreis hat den Sport-

platz und das Sportlerheim als einen räumlichen und gemeinschaftlichen Treffpunkt be-

nannt, der allerdings – sofern möglich - grundlegend aufgewertet und gfs. teilweise um-

funktioniert werden soll.

Grünbereiche

Grünflächen, die das Ortsbild gliedern, sind nicht nur vom Standpunkt der Dorfökologie

her wichtig, sondern auch städtebaulich wirksam. In allen drei Dörfern ist der Bestand an

großen und hohen Eichen ortsbildprägend. Wie eingangs erwähnt, sind die Eichen die

alten Hofstellen seit sehr langer Zeit bestimmend. Ihre städtebauliche Bedeutung ist da-

her genauso wichtig wie die überlieferte Bausubstanz.

In Thören bestimmen zusätzlich Freiflächen den Charakter der Ortslage, wie die Koppeln

zwischen den Höfen oder die Wiese entlang der Landesstraße.

Abbildung 49: Freiraum in Thören

85


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

In Bannetze ist es vor allem der Laubwaldrest, der sich mitten in der Ortslage befindet

und an den früher überall vorhandenen Laubwald erinnert, während es in Jeversen die

mit Bäumen bestandene parkähnliche Freifläche und die Wiese am Knotenpunkt der

Kreis- mit der Bundesstraße sind, die die Ortslage deutlich prägen und erhalten bleiben

sollten.

Abbildung 50: Rückwärtige Hofzufahrt durch Laubwald in Bannetze (l.) und parkähnli-

cher Freiraum in Jeversen (r.)

4.3.2 Situationsanalyse

Die Bausubstanz in den drei Dörfern ist durch eine Vielzahl gemeinsamer Merkmale ge-

prägt. Die historischen Höfe, die fast alle noch in landwirtschaftlicher Nutzung sind, stel-

len für das Bild der Dörfer in der Allerniederung eine grundlegende Stärke dar, die im Fall

von Bannetze sogar im regionalen Raumordnungsprogramm mit der Ausweisung als

ländliche Siedlung verankert ist. Tendenzen, wie in Thören, wo nördlich der L 180 bereits

durch die notwendig gewordene Ausweisung von neuen Bauplätzen eine Durchmischung

von verschiedenen Baustilen vorhanden ist, zeigen die Problematik eines wachsenden

Siedlungsdrucks auf das historische Ortsbild. In Jeversen wird der alte Ortskern wie in

Bannetze noch vorwiegend von Hofstellen geprägt. In den Außenbereichen finden sich die

Häuser neueren Datums, die die Entwicklung des Dorfes belegen.

In Zukunft stellt sich die Aufgabe, den Erhalt und die Sanierung der historischen Bausub-

stanz und zugleich deren Weiter- und Umnutzung im Sinne des dörflichen Charakters

sicher zu stellen. Die übergeordneten Stellen, der Landkreis Celle und das Land Nieder-

sachsen, stellen hierfür die geeigneten Rahmenbedingungen bereit, wie z.B. das Nieder-

sächsische Dorferneuerungsprogramm.

Neubauten und umgenutzte Gebäude sollen möglichst ortstypisch gebaut bzw. saniert

werden. Dies ist vor allem im Hinblick auf die Lebensqualität und die Attraktivität, die

sich in der vorhandenen dörflichen Bebauung begründet, notwendig. Denn hier liegt eine

Stärke der Dörfer, die sie für die Dorfbewohner als auch für Besucher interessant macht.

86


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Neben dem Erhalt einzelner Gebäude sind die Hofanlagen mit dem umgebenden Groß-

grün wichtig für das gesamte Dorfbild.

In den Dörfern befinden sich größere innerörtliche Freiflächen, die für die dörfliche Sied-

lungsstruktur von Bedeutung sind. Dabei handelt es sich z. B. um das Areal hinter dem

Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus Thören, aber auch um innerörtliche Weiden und

Brachflächen. Im Zuge einer weiteren baulichen Innenentwicklung der Dörfer, sollte die-

ser Aspekt beachtet werden. Eine zu hohe Bebauungsdichte würde den Charakter der

Dörfer nachteilig verändern. Die öffentliche Infrastruktur, die dem regen gesellschaftli-

chen Leben in den einzelnen Dörfern Raum unterstützen soll, kann im Zuge der Dorfer-

neuerung an die aktuellen Anforderungen angepasst werden. Gerade bei öffentlichen Ge-

bäuden und Anlagen ist darauf zu achten, dass sie im Sinne der Dorferneuerung und des

Dorfbildes Vorbildfunktion übernehmen sollen, wenn es um das dorfgerechte Bauen und

Sanieren geht. So kann eine Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gestaltung des ei-

genen Lebensumfeldes initiiert werden.

87


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.4 Verkehr

Straßen haben zu aller erst den Zweck, Orte und Menschen miteinander zu verbinden.

Durch ihren zweckmäßigen Ausbau sollen sie eine bequeme und sichere Fortbewegung

ermöglichen. Der verkehrliche Aspekt, sicher und schnell verkehren zu können, steht oft

im landschaftsplanerischen und städtebaulichen Widerspruch. Sinn und Ziel einer Ent-

wicklungsplanung muss es daher sein, beide Ansprüche miteinander zu versöhnen.

Während Straßen außerhalb der Ortslagen vor allem die Aufgabe haben, Entfernungen zu

überwinden, übernehmen sie innerhalb der Ortschaften vielfältige andere Funktionen ne-

ben den verkehrlichen. Straßen und Plätze haben Bedeutung

• als Orte der Kommunikation,

• des Handels und

• als Schauplätze gesellschaftlicher, politischer und kultureller Ereignisse.

Muss sich eine Straße außerhalb der Orte der Landschaft anpassen, so ist innerhalb des

Dorfes eine vielschichtige Abstimmung der Straßenstruktur und -gestaltung auf die Be-

bauungsform, die funktionalen Ansprüche an den Raum und die ideellen Wertvorstellun-

gen des jeweiligen Ortes erforderlich.

Die Straßen in den drei Dörfern der Verbunddorferneuerung Dörferdreieck Allerniederung

müssen unterschiedlichen funktionalen Ansprüchen genügen. Die Straßen sind hinsicht-

lich ihrer überörtlichen Bedeutung klassifiziert.

4.4.1 Überörtlicher Verkehr

Der überörtliche Verkehr durchquert das Gebiet auf der Bundesstraße B 214 und der

Landesstraße L 180 in Ost-West-Richtung. Die B 214 führt als Schwarmstedter Straße

durch Jeversen. Die L 180 verläuft als Bremer Straße durch Bannetze und als Thörener

Straße durch Thören. Beide überregionalen Straßen sind nur wenige Kilometer westlich

an die Autobahn A 7 (Hannover-Hamburg) angeschlossen. Die Bundesstraße B 214 ne-

ben der Autobahn eine der wenigen Ost-West-Verbindungen in der Mitte Niedersachsens

dar.

Die Folge dieses überörtlichen Anschlusses ist ein sehr hohes Verkehrsaufkommen gera-

de in den Hauptverkehrszeiten, das zu einer erheblichen Belastung der Dörfer in mehrfa-

cher Hinsicht führt: Zum einen durch Lärm und Abgase des Durchgangsverkehrs; zum

anderen durch überhöhte Fahrgeschwindigkeit innerhalb der Ortslagen und besonders an

den Ortseingängen.

88


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Die Kreisstraße 65 dient als überörtliche Nord-Süd-Verbindung zwischen der L 180 und

der B 214. Sie verbindet Jeversen mit Thören und Bannetze und stellt im Planungsgebiet

die einzige Querungsmöglichkeit über die Aller dar. In der Ortslage von Jeversen, heißt

die K 65 Allerstraße. Sie trifft im Zentrum von Jeversen auf die Schwarmstedter Straße

(B 214).

Abbildung 51: Blick entlang der L 180 in Bannetze. Innerorts ist die Straße mit einem

Bürgersteig ausgestattet, der für Fußgänger und Radfahrer freigegeben ist (l.);

B 214 in Jeversen. Hohes Verkehrsaufkommen und die Ausbaubreite haben eine tren-

nende Wirkung (r.).

Abbildung 52: Blick entlang der L 180 in Thören. Einseitiger Bürgersteig für die Nutzung

durch Fußgänger und Radfahrern.

4.4.2 Innerörtlicher Verkehr

Die Funktion der einzelnen Straßen ist je nach ihrer Bedeutung für die Gesamterschlie-

ßung der Ortslage und des Planungsraumes der Verbunddorferneuerung einer der folgen-

den Kategorien zugeordnet.

Hauptverkehrsstraßen tragen die Hauptlast des örtlichen wie überörtlichen Verkehrs

und dienen der Anbindung der Dörfer an die umgebenden Orte.

• Bannetze: Bremer Straße (L 180)

89


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

• Jeversen: Schwarmstedter Straße (B 214), Allerstraße (K 65)

• Thören: Thörener Straße (L 180)

Sammel- und Erschließungsstraßen dienen der zentralen Erschließung einzelner Teile

der Ortslage.

• Bannetze: Ochsentrift, Rübelandsweg, Meißendorfer Weg, Holzweg

• Jeversen: Bruchweg, Im Reihern, Ziegenbergsweg, Wietzer Weg, An den Seewie-

sen, Schmiedestraße, Bahnhofstraße (teilweise)/ Contistraße

• Thören: Am Graben, Schützenweg, Bruchweg,

Anliegerstraßen dienen der Verteilung des Verkehrs innerhalb eines abgegrenzten Be-

reichs und werden nur von Anliegern genutzt.

• Bannetze: Rübeland, Sniederstieg

• Jeversen: Paulinenweg, Bahnhofstraße (teilweise), Bussardweg

• Thören: Alt Thören, Neue Wiesen, Neue Waldstraße, Heidelandseck, Kohrsweg,

Theisweg, Hinterm Bargen, Timmernweg, Heinenweg, Diersweg, Höpersweg,

Hartmannsweg, Heidehof

Wohnstraßen werden nur von den Anwohnern der jeweiligen Straße genutzt.

• Bannetze: Am Schiebenstand, Schulkoppel, Lürkenkamp, Meiers Berg, Bünteweg

• Jeversen: Rotdornweg, Rathfeld, Koppelweg, Heuersweg, Waldesruh, Am Nadel-

kamp, Falkenberg, Dachsweg, Im Rehwinkel, Gosewende

• Thören: Zum Graben, Kiefernweg, Katenbergsheide, Karrenberg, Alter Reitplatz,

Hinzweg, Sandweg

Abbildung 53: Rübelandsweg (Bannetze) in Richtung Ortsmitte(l.); Alter Postweg (Ban-

netze)(r.)

90


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 54: ; Bahnhofstraße (Jeversen) mit einseitigem Fußweg(l..); Innerörtliche

Erschließungsstraße Am Graben (Thören) (r.)

Gemessen an der unterschiedlichen Benutzerintensität und -art innerhalb der Straßen-

räume, wird das Straßennetz in den drei Dörfern den heutigen Ansprüchen der verschie-

denen Benutzergruppen und einer dorfgerechten Gestaltung nur bedingt gerecht. Für die

Verläufe der Hauptverkehrsstraßen B 214 und L 180 gilt, dass sie vor allem für den mo-

torisierten Verkehr ausgebaut wurden und zudem dem militärischen Verkehr sowie dem

Umleitungsverkehr der Autobahnen dienen. Für andere Funktionen in den Dörfern stehen

sie damit faktisch nicht mehr zur Verfügung.

Die innerörtlichen Sammel- und Erschließungsstraßen verlaufen oft schnurgerade durch

die Ortslagen. Die Bebauung hat sich entlang ihrer Verläufe entwickelt. In der Verlänge-

rung gehen sie in Wirtschaftswege zu den um die Dörfer liegenden landwirtschaftlichen

Flächen und Forste über. Die gerade Streckenführung und die oft zu breiten Grünstreifen

sind Gründe, dass auch auf diesen Straßen oft zu schnell gefahren wird..

Die hohe Geschwindigkeit führt gerade in Einmündungsbereichen zu Gefahrensituation.

Konflikte zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen sind nach Aussagen der Arbeits-

kreismitglieder am besten mit gegenseitigem Respekt und Verständnis für die Bedürfnis-

se des jeweils anderen zu lösen.

4.4.3 Ortseingänge

Die Ortseingänge stellen unter verschiedenen Gesichtspunkten wichtige Bereiche im Dorf

dar. Städtebaulich vermitteln sie durch ihre Gestalt einen ersten Eindruck vom eigentli-

chen Ort. In Bezug auf das Verkehrsverhalten ist es ihre Aufgabe, erkennbar zu machen,

dass sich ein Ort anschließt und das Fahrverhalten dementsprechend anzupassen ist.

Gerade im Hinblick auf die verkehrliche Situation werden die Ortseingänge der drei Dör-

fer als solche nicht wahrgenommen. Auch der geradlinige Verlauf der L 180 durch Ban-

netze und Thören und die gleich bleibende innerörtliche Straßenbreite tragen dazu bei. In

Jeversen sind die Ortseingänge zwar klarer erkennbar, doch die Ausbaubreite der B 214

91


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

schwächt die Wirkung der Bebauung und straßenbegleitender Bepflanzung ab. So fährt

auch hier der Verkehr oft mit überhöhter Geschwindigkeit in den Ort.

4.4.4 Rad-/ Fußwege

Ausgewiesene Radwege gibt es außerorts entlang der überörtlichen Verkehrswege

(B 214, L 180). Sie verbinden die Dörfer untereinander und führen auch in die Grund-

zentren Winsen (Aller) und Wietze. Innerorts teilen sich Radfahrer und Fußgänger den

Bürgersteig bzw. die Radfahrer benutzen die Fahrbahn für den übrigen Verkehr. In Jever-

sen ist beidseitig entlang des Straßenverlaufs der B 214 ein Fuß- und Radwege mit Hoch-

bord angelegt. Entlang der Straßenführung der L 180 durch Bannetze und Thören sind

einseitig Fuß- und Radwege in den zentralen Dorfbereichen mit Hochbord vorhanden.

4.4.5 Öffentlicher Personennahverkehr

Die Einbindung der Dörfer in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) spielt vor al-

lem im Hinblick auf die Personengruppen, die nicht über ein eigenes Fahrzeug verfügen,

eine wichtige Rolle. Ihre Mobilität wird durch das Angebot im Bereich des ÖPNV be-

stimmt. Dies ist sowohl von Bedeutung für die Versorgung mit Gütern des täglichen Be-

darfs, als auch für die Teilhabe am Gemeinschaftsleben.

Im Gebiet der Verbunddorferneuerung wird der ÖPNV durch Linienbusverbindungen der

CeBus Celle GmbH gewährleistet. Ein ergänzendes Angebot für das Gemeindegebiet der

Gemeinde Winsen (Aller) stellt der vom Bürgerbusverein Winsen (Aller) e.V. betriebene

Bürgerbus dar. In Jeversen steht nur das Angebot der CeBus GmbH zur Verfügung.

Hauptnutzer des ÖPNV sind nach Aussagen beider Betreiber vor allem Schüler. Im Rah-

men des Linienverkehrs der CeBus ist Jeversen über die Buslinie 6-85 an den Kernort

Wietze und an die Kreisstadt Celle angeschlossen. Die Anbindung ist dabei auf die Mor-

genstunden (letzte Verbindung morgens 10:45 Uhr) und die Nachmittagsstunden (ab

13:45 Uhr bis 16:45 Uhr) begrenzt. In den Abendstunden besteht keine ÖPNV-

Verbindung an die umliegenden Orte. In den Schulferien beschränkt sich das Angebot auf

zwei Verbindung in den frühen Morgenstunden (Abfahrt Jeversen: 04:59 Uhr bzw. 05:59

Uhr) und zwei Verbindungen am Nachmittag (Abfahrt Jeversen: 14:45 Uhr bzw. 16:45

Uhr). Die Einbindung von Bannetze und Thören in das Liniennetz der CeBus erfolgt über

die Linie 0-96 zum Kernort Winsen (Aller). Um mit dem ÖPNV nach Celle zu gelangen,

muss in Winsen (Aller) bei guten Abschlüssen umgestiegen werden. Der Bürgerbusverein

Winsen (Aller) e.V. stellt im Rahmen der Routenführung der Linie 4 eine zusätzliche Ver-

bindungsmöglichkeit für die Einwohner von Bannetze und Thören an den Kernort Winsen

(Aller) und die übrigen Ortsteile. Eine Verbindung aller Dörfer der Verbunddorferneue-

rung durch das existierende ÖPNV-Angebot besteht nicht, wird aber angedacht. Für Be-

92


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

rufspendler ist ein weiterer wichtiger Knotenpunkt im ÖPNV die Bahnhaltestelle

Schwarmstedt des überregionalen ÖPNV-Netzes. Von hieraus gibt es eine direkt Anbin-

dung an die Landeshauptstadt Hannover und Bremen. Diese Haltestelle liegt im Nachbar-

landkreis Soltau-Fallingbostel. Eine direkte Anbindung über die CeBus Celle GmbH an die

Bahnstation in Schwarmstedt existiert nicht.

4.4.6 Situationsanalyse

Die gute Verkehrsanbindung macht die drei Dörfer für das Wohnen und die Ansiedlung

von Gewerbe interessant. Die Belastungen, die sich daraus ergeben und durch das wach-

sende Verkehrsaufkommen erheblich angestiegen sind, stehen dem entgegen. Sowohl

die an den Ortseingängen nicht reduzierten Fahrgeschwindigkeiten, als auch die Zunah-

me des Schwerlastverkehrs, müssen bei der Suche nach geeigneten Lösungen berück-

sichtigt werden. Planerische Ansätze enthalten bauliche Lösungen (Verschwenkungen mit

Mittelinseln, Einengung der Fahrstreifen auf das Mindestmaß der baulichen Anforderun-

gen etc.) und indirekte Maßnahmen (optische Verengung - Torsituation - durch Großgrün

oder Hecken, Beschilderung oder Fahrbahnmarkierungen).

Die innerörtlichen Wege sind teilweise sanierungsbedürftig, so dass mittelfristig Maß-

nahmen notwendig werden, gerade im Hinblick auf die erhöhten Anforderungen durch

den modernen landwirtschaftlichen Verkehr. Zukünftige Sanierungen von Wegen und

Straßen sollte besonders an Knoten- und Konfliktpunkten ansetzen. Dies betrifft vor al-

lem die innerörtlichen Wege mit verschiedenen Nutzergruppen. Hier kann aber durch

gegenseitigen Respekt und Verständnis für die Bedürfnisse der Anderen eine wirtschaftli-

che Lösung erreicht werden.

Die für die Freizeitnutzung infrage kommender Wege muss mittelfristig der Zustand ver-

bessert und vorhandene Gefahrenstellen beseitigt werden. Ein Beispiel ist der Straßensei-

tenwechsel der Radfahrer an der Abzweigung L 180 auf die K 65 zwischen Bannetze und

Thören. Die Siedlungsbereiche der Dörfer sollten besser in die Radwegeführung durch die

Dörfer integriert werden.

Die Situation im ÖPNV wird derzeit in den Dörfern diskutiert, da gerade das Thema Mobi-

lität junger und älterer Menschen eine Rolle spielt. Dabei geht es sowohl um die allge-

meine Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, die in den Dörfern selber nicht mehr

angeboten wird, als auch um die Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben für

diejenigen, die nicht über ein eigenes Kfz verfügen. Diskutiert wird dabei die Ausweitung

des Bürgerbusangebotes auf alle Dörfer der Verbunddorferneuerung sowie eine Verbes-

serung des Linienverkehrs im Hinblick auf eine direkte Anbindung an die Bahnstation in

Schwarmstedt.

93


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.5 Wirtschaft

Historisch betrachtet war der Planungsraum zum Anfang des 20. Jahrhunderts auch ein

wichtiger Industriestandort. Die in der Region entstandene Erdölindustrie (Entwicklung

von Technologien und Erdölbohrungen) war mit umfangreichen Aktivitäten bis in die 60er

Jahre dem Standort Thören verbunden. Die DEA AG betrieb dort verschiedene Einrich-

tungen.

In der Gegenwart bietet die Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz in alle Rich-

tungen, besonders zur Autobahn A7, gute infrastrukturelle Bedingungen für gewerbliche

Ansiedlung und Wohnen.

Bannetze

In Bannetze befinden sich vor allem kleinere Unternehmen. Folgende Unternehmen sind

derzeit in Bannetze gemeldet

• 1 mittelständisches Unternehmen

• 1 Handwerksbetrieb

• sowie ein Anbieter von Ferienwohnungen

Jeversen

In Jeversen sind zwei internationale Unternehmen mit einer Niederlassung tätig: die

WABCO AG und die Continental AG Hannover. Beide haben Teststrecken außerhalb von

Jeversen errichtet. Daneben sind zahlreiche kleinere Unternehmen sowie Freiberufler

aktiv. Im Ort gibt es noch ein Gasthaus (Gasthaus Schützenhaus im Ziegenbergweg) so-

wie einige Anbieter von Ferienwohnungen.

• Dienstleistungsunternehmen inkl. freiberuflich Tätige 21

• Baugewerbe 3

• Handelsvertretungen 4

• Elektrogewerbe 1

• Gastronomie 1

• EDV- Dienstleistungen 4

• Beteiligungs- bzw. Finanzgewerbe 2

Thören

In Thören befinden sich die außerhalb des Ortes gelegene DZ Thören GmbH als überregi-

onal tätiges Abfallwirtschaftsunternehmen sowie innerhalb des Dorfes ein Natursteinhan-

del und ein Handwerksbetrieb.

94


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Folgende Unternehmen sind derzeit in Thören gemeldet

• die DZ Thören GmbH als überregional tätiges Abfallwirtschaftsunternehmen

• ein Natursteinhandel und –verarbeitung

• sowie ein Handwerksbetrieb

4.5.1 Situationsanalyse

Die großen Unternehmen, wie die DZ-Thören GmbH, bauen ihren Standort weiter aus.

Mit den internationalen Unternehmen WABCO und Continental AG befinden sich renom-

mierte Unternehmen mit Standorten in der Region, deren Erhalt von den wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen abhängig ist. Da die Unternehmen gute Voraussetzungen vor Ort

haben, wird erwartet, dass trotz der globalen Wirtschaftskrise die Gewerbestruktur in den

kommenden Jahren erhalten bleibt.

Ergänzend dazu ist die Tourismusbranche entwicklungsfähig. Dazu gilt es die vorhanden

touristischen Leistungen in den Dörfern stärker zu bündeln und die Angebote weiterzu-

entwickeln und zu ergänzen. Hierbei kann vor allem die Leaderregion Aller-Leine-Tal als

Partner und Netzwerk behilflich sein.

In keinem der drei Dörfer bietet ein Einzelhändler die Versorgung mit Waren des tägli-

chen Bedarfs an. Ideen zur Gründung eines Dorfladens für ein oder alle drei Dörfer wur-

den sowohl im überörtlichen Arbeitskreis als auch in den örtlichen Dialogen diskutiert,

aber wegen das Fehlen eines Interessenten (noch) nicht weiterverfolgt. Verschiedene

Landwirte verkaufen ab Hof an den Durchfahrtsstraßen ihre Produkte (Kartoffeln, Eier

etc.).

95


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.6 Gemeinwesen und Soziales

Gemeinwesen und Soziales sind wesentliche

Elemente einer funktionierenden Dorfgemein-

schaft. Unter dem Begriff des Gemeinwesens

ist neben den nachbarschaftlichen Beziehun-

gen der Dorfbewohner untereinander auch die

Organisation von Sozialen Netzen gemeint.

Die Betreuung und Angebote für bestimmte

Schwerpunktgruppen, wie Senioren und Kin-

der sind für die Daseinsvorsorge von großer

Bedeutung. Zu den sozialen Aspekten zählen Mobilität und Vereinsleben ebenso wie nicht

fest organisierte Interessengruppen.

Aus der historischen Entwicklung und den damit verbunden Umbrüchen entwickelte sich

in den drei Dörfern ein starkes Gemeinwesen, das die Dörfer heute auszeichnet und auch

für den Prozess der Dorferneuerung von besonderer Bedeutung ist. Ehrenamtliches En-

gagement, besonders in der Vereinsarbeit, zeichnet alle drei Dörfer aus. Hinzu kommen

Aktivitäten der Ortsräte, die jährlich Bürger zum Aufräumen und Entrümpeln der Wälder

um die Dörfer und zur Reparatur der Wirtschaftswege und der Aufwallungen gewinnen,

wobei die Landwirte ihre Maschinen einbringen.

Die Vereine, Gruppen und Interessengemeinschaften tragen mit ihren Aktivitäten ent-

scheidend zum sozialen und gesellschaftlichen Leben in den Dörfern bei. Sie organisieren

und gestalten z. B. die Dorffeste, Weihnachtsbasare, den Herbstmarkt in Bannetze,

Sportturniere, Maibaumfeste und gemeinsame Wanderungen der drei Dörfer. Darüber

hinaus beteiligen sie ihre Mitglieder an regelmäßige Blutspendeaktionen des DRK und der

Kleiderkammer.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei der Jugend- und Nachwuchsarbeit, die vor allem

durch die Vereine und Feuerwehren betrieben wird. Die Jugendfeuerwehren sammeln z.B.

Altpapier zur Finanzierung ihrer Jugendarbeit. Interessengemeinschaften aus den Wo-

chenendgebieten setzen sich für die Belange der Wochenendgebietsbewohner ein (z.B.

bei der Aufstellung eines Bebauungsplans in Jeversen) und für eine bessere Anbindung

an die Kernorte.

Die Infrastruktur für das gesellschaftliche Leben hat in den drei Dörfern sehr unterschied-

liche Qualität.

Bannetze hat mit dem Sportheim und dem angrenzenden Areal einen zentralen Ort für

die ortsansässigen Vereine und andere Gruppen. Die vorhandene Infrastruktur wurde mit

96


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

einem hohen Anteil an Eigenleistung erweitert. Die Außenanlagen sind dabei allerdings

noch nicht gestaltet worden, so dass hier Handlungsbedarf besteht, auch im Hinblick auf

die Spielgeräte. Weitere Angebote sind Veranstaltungen für Senioren und gemeinsame

Aktionen zur Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität. Die Fahrbücherei des Land-

kreises kommt zu allen Ortschaften.

Für die Kinderbetreuung als ein ebenfalls wichtiger Faktor gibt es verschiedene Angebote.

In Bannetze gibt es den Kindergarten „Rappelkiste“ von Bannetze und Thören, der durch

den Verein SV Grün- Weiß Bannetze betrieben wird und für alle drei Orte insgesamt 25

Plätze zur Verfügung hat. Die Kinderbetreuung in Jeversen wird zusätzlich in umliegen-

den Orten realisiert. Um trotz rückläufiger Kinderzahlen in Zukunft ein adäquates Ange-

bot für die Kinderbetreuung zu haben und so die Attraktivität der Dörfer für Familien mit

Kindern im Kindergartenalter zu erhalten, soll ein dörferübergreifendes Angebot erarbei-

tet werden. Der Kindergarten „Rappelkiste“ bietet eine ausbaufähige Grundlage.

In Jeversen steht mit dem Hirtenhaus und seinem Umfeld ein zentraler Ort für die Dorf-

gemeinschaft, Vereine und Interessengruppen zur Verfügung. Auf dem Hirtenhausareal

befinden sich zwei weitere kleinere Gebäude, die teilweise von der Freiwilligen Feuerwehr

bzw. Vereinen genutzt werden. Der vorhandene Grillplatz sowie der Spielplatz bilden eine

gut genutzte Ortsmitte. Während das sanierte Hirtenhaus für die zukünftige Nutzung gut

ausgestattet ist, sind die beiden kleineren Gebäude sanierungsbedürftig. Dazu zählen

auch die Grillhütte und der Spielplatz.

In Thören steht in einem Anbau an das Feuerwehrhaus ein Raum als Dorfgemeinschafts-

raum mit WC-Anlage zur Verfügung. Dieser Raum wird von den Vereinen und Interes-

sengruppen aktiv genutzt, allerdings ist das vorhandene Platzangebot für eine multifunk-

tionale Nutzung zu gering. Die inzwischen vorhandenen erheblichen baulichen Mängel am

Gebäude und die dringend notwendige Erweiterung des Platzangebotes für das Orts-

kommando der Freiwilligen Feuerwehr aufgrund übertragener administrativer Aufgabe

von Gemeinde und Landkreis, machen aus Sicht der Thörener eine komplette Neu- bzw.

Umgestaltung erforderlich. Der auf dem angrenzenden Areal vorhandene Spielplatz ist

Treffpunkt für Familien und Jugendlich. Die Spielgeräte sind allerdings sanierungsbedürf-

tig.

Darüber hinaus werden im Dorf zwei Flächen sportlich genutzt (für Vereine und freie).

Die Sportfläche an der Mühlenstraße (außerhalb des Kernortes in Richtung Aller) ist Bolz-

und Fußballplatz und gelegentlich auch Ort kleinerer Veranstaltungen. Seit kurzem gibt

es hier einen von den Fußballfreunden Thören installierten Stromanschluss. Dieser wurde

durch die Gemeinde Winsen (Aller) genehmigt, der auch das Grundstück gehört.

97


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 55: Aufstellen des Maibaumes mit Wimpel „Aller3“ in Thören im Jahr 2009(

Foto: AG Kommunikation)

Eine Schule gibt es in den Dörfern nicht, d.h. die schulpflichtigen Kinder müssen zur

nächstgelegenen Schule transportiert werden (siehe ÖPNV). Grundschulen, Hauptschulen

und Realschulen sind in den beiden Kernorten der Gemeinden Wietze und Winsen (Aller)

vorhanden. In Winsen gibt es auch eine Außenstelle des Hermann-Billungs-Gymnasiums,

das seinen Hauptsitz in Celle hat. Weiterführende Schulen sind in einem Radius von ca.

25 km (Celle/ Schwarmstedt) vorhanden und mit dem Öffentlichen Personennahverkehr

zu erreichen. Ein wichtiger Aspekt des sozialen Lebens ist die Daseinsvorsorge besonders

im Hinblick auf die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. In den Dörfern fehlen

ständige Angebote in Form von Geschäften für den täglichen Bedarf. Fahrende Lebens-

mittelhändler kommen zu festen Tagen in die Orte und bieten eine Auswahl an Versor-

gungsgütern an. Diese Situation ist vor allem für Menschen ohne eigenen Pkw oder eine

entsprechende Fahrerlaubnis ein Problem. Durch nachbarschaftliche Hilfe oder Familien-

mitglieder wird diese Situation derzeit noch bewältigt. Für die Zukunft entsteht wegen

der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und sich verändernder Familienstrukturen

eine wichtige Aufgabe zur Erhaltung einer adäquaten Lebensqualität der Dörfer.

Angebote sozialer Dienstleistungen sind in allen Dörfern vorhanden. Sowohl die ärztliche

Versorgung als auch soziale Dienstleistungen, wie Pflege und Haushaltshilfen, werden

durch Anbieter in den nahe liegenden Grundzentren Winsen (Aller) und Wietze garantiert.

Ehrenamtliche Sozialarbeiter - Dorfhelferinnen oder Hilfsangebote der Landfrauen – sind

in allen drei Orten aktiv und unterstützen die gemeindliche soziale Arbeit.

4.6.1 Situationsanalyse

Das Vereinsleben, wie auch die informellen Treffen von Einwohnerinnen und Einwohnern

zu den unterschiedlichsten Themen und Anlässen, sind als wichtige Aspekte des Gemein-

wesens in den drei Dörfern sehr gut entwickelt. Die dafür vorhandene Infrastruktur, be-

sonders die Räume für Vereine, ist jedoch teilweise sanierungs-, erweiterungs- und er-

98


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

neuerungsbedürftig. Von den Gaststätten sind zur Zeit dieser Planung nur noch zwei vor-

handen. Damit sich das gesellschaftliche Leben auch weiterhin entfalten kann, sollen die

den Vereinen, Gruppen und Initiativen zur Verfügung stehenden öffentlichen Gebäude

und die angrenzenden Freiflächen ausgebaut und gestaltet werden.

Dies betrifft die von den Dorfgemeinschaften genutzten Gebäude mit ihren Nebenanla-

gen, die Sport- und Spielflächen sowie funktionale Flächen für verschiedene Nutzergrup-

pen: Das Sportheim in Bannetze, das Hirtenhaus in Jeversen und das Feuerwehrhaus mit

Dorfgemeinschaftsraum in Thören. Ausgangspunkt der planerischen Überlegungen ist

dabei der Wunsch der Akteure in den Dörfern, die Stärke des Gemeinwesens zu erhalten

und den modernen Nutzungsbedingungen anzupassen.

Die bauliche Gestaltung der Gebäude (flexible Räume, energetische Gebäudesanierung)

ist dabei wesentlich. Parallel sollte deren Umfeld im Sinne des Dorfgrüns und der Zu-

gänglichkeit für möglichst viele Nutzergruppen, wie Kinder und Jugendliche, das Gemein-

schaftsleben gestaltet werden.

Im Hinblick auf die Daseinsvorsorge treten langfristig auch die Fragen der Versorgung

und Mobilität in den Vordergrund. Diese Fragen sind derzeit aufgrund der sozialen und

familiären Netzwerke in den Dörfern bisher nicht von höchster Priorität, werden sich aber

gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel mittelfristig verschärfen. Das Thema

„Dorfladen“ wird gegenwärtig diskutiert. Im Themenfeld der Mobilität kann die Erweite-

rung des Bürgerbusangebotes auf alle drei Orte helfen, den regionalen Bedarf besser ab-

zudecken. Der bereits aktive Bürgerbusverein Winsen (Aller) ist dafür ein guter Ansatz-

punkt.

Soziale Dienstleistungen sind gut in den Alltag integriert. Die zunehmende Nachfrage

wird in den kommenden Jahren eine Ausweitung der Angebote erforderlich machen. Eh-

renamtliche Leistungen, teils über die Vereine, teils über Interessengruppen, sind fester

Bestandteil der Dorfgemeinschaft.

99


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.7 Kultur – Tourismus – Freizeit

Die Allerniederung ist Bestandteil einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft und

schon seit den 1970er Jahren sind die Dörfer und die umgebende Landschaft zu einem

Anziehungspunkt für Erholungssuchende geworden. Neben festen Strukturen, wie den

Wochenendhausgebieten, die sich um die Dörfer gebildet haben, haben sich zahlreiche

Formen des Tourismus und der Freizeitgestaltung etabliert, z.B. Reiterhöfe, Wassertou-

rismus auf der Aller und Radtourismus auf den regionalen und überregionalen Radwan-

derwegen.

Dabei stellen gerade die naturräumlichen Ressourcen und die geografische Lage eine gu-

te Grundlage für den naturnahen Tourismus dar. Die drei Dörfer sind dabei jedoch keine

Attraktionspunkte für den Massentourismus, sondern sie bieten mit ihrer reizvollen Kul-

turlandschaftbieten die Möglichkeit des sanften, individuell gestalteten Erholungstouris-

mus, der sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit erfreut.

Die Wochenendgebiete in der Umgebung der Dörfer entwickelten sich in den 1960er und

70er Jahren wie z. B. in Thören auf dem ehemaligen Gelände der Erdöltestbohrungen.

Deren Bewohner kommen zum Großteil aus der dem weiteren Einzugsgebiet der Region

Hannover, vor dem Mauerfall auch aus der Region Berlin. Waren diese ursprünglich reine

Wochenendgebiete, so ging der Trend mit der Zeit immer mehr dahin, dass viele Bewoh-

ner ihren ersten Wohnsitz in die Wochenendgebiete verlegt haben und mittlerweile ein

nennenswerter Anteil der Gesamtbevölkerung hier lebt. In Thören umfasst das Wochen-

endgebiet etwa 50 ha mit 250 Wohneinheiten.

Erholungsangebote

Parallel zu diesen festen Erholungsangeboten gibt es durch die vorhandene Infrastruktur

aus Rad- und Wanderwegen und durch den Wassertourismus auf der Aller wachsende

Besucherzahlen. Die bestehende Infrastruktur wurde bisher bedarfsgerecht ausgebaut.

Die mit EU-Mitteln ausgebaute Radwegeverbindung zwischen Thören und Bannetze ist

Teil der Nebenstrecke des Aller-Radweges. Über den Radweg entlang der K 65 besteht

ein Anschluss an die Hauptroute des Aller-Radweges, der südlich der Aller verläuft. Die

Radtouristen und nicht zuletzt die Bevölkerung profitieren von diesem Ausbau. Außerhalb

der Radfernwege entstehen während der Erntezeit auf den Wirtschaftswegen gewisse

Konflikte mit den Landwirten.

Die Aller wird für den Wassersport genutzt, obwohl die gesamte Allerniederung Teil eines

streng geschützten FFH-Gebietes ist.

Spezielle Interessengruppen, besonders Reitsportaktive, finden Angebote für Tages- und

Mehrtagestourismus einschließlich der dazu notwendigen Unterkünfte und Beherber-

100


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

gungsmöglichkeiten für die Tiere. Der Reitsport steht aber auch in den drei Dörfern in

einer Konfliktsituation mit der Landwirtschaft

Zur Ausstattung der touristischen Infrastruktur in den Orten gehören gastronomische

Einrichtungen. In Bannetze und Jeversen ist je ein gastronomischer Betrieb vorhanden.

Der Betrieb in Bannetze steht derzeit eingeschränkt und die Auslastung des Betriebes in

Jeversen durch Bürger und Touristen ist ungenügend.

Beherbergungsangebote in den Dörfern beschränken sich auf Ferienwohnungen und Ap-

partements in privaten Häusern bzw. auf landwirtschaftlich genutzten Höfen. Im Hinblick

auf die wachsende Nachfrage durch den ländlichen Tourismus im Aller-Leine-Tal besteht

in den drei Dörfern ein Fehlbedarf.

Öffentliche Einrichtungen

Zu den Angeboten für Freizeit und Erholung vor allem der Dorfbewohner gehören die

öffentlichen Einrichtungen, die für Veranstaltungen und vielfältige individuelle Angebote

Raum schaffen. Dazu zählen das auch als Dorfgemeinschaftshaus genutzte „Hirtenhaus“

in Jeversen, das Feuerwehrhaus mit Dorfgemeinschaftsraum in Thören und das Sport-

heim/Dorfgemeinschaftshaus in Bannetze.

Hinzukommen die Freiflächen wie die Sport- und Spielplätze. In Bannetze ist der Sport-

platz als Austragungsort für die Turniere ein wichtiger Anziehungspunkt. In Jeversen

wurde der vorhandene Sportplatz um ein Basketballfeld erweitert. Der Modellflugplatz in

Jeversen wird seit einigen Jahren intensiv genutzt. Thören verfügt über einen (gepachte-

ten) Bolzplatz am Rande des Dorfes sowie eine bespielbare Sport- und Freizeitfläche in-

nerorts.. Parallel wurden in den drei Orten Spielplätze errichtet, die teilweise durch Ver-

eine betreut werden. Somit ist eine Grundstruktur für Freizeitaktivitäten in den Dörfern

vorhanden. Dennoch gibt es Handlungsbedarf, da die Gebäude bzw. die Plätze aufgrund

ihres Alters und ihrer jahrelangen Nutzung spürbare Mängel aufweisen, die behoben wer-

den müssen, um den heutigen Ansprüchen wieder gerecht werden zu können.

In Bezug auf die Sportplätze in den Dörfern wird darüber nachgedacht ein gemeinsames

Sportplatzkonzept zu erstellen.

4.7.1 Situationsanalyse

Die in allen drei Dörfern vorhandenen dorfgemeinschaftlichen Einrichtungen weisen ganz

unterschiedliche Problemstellungen auf. In Bannetze steht die Umfeldgestaltung des

Sportheimes mit Kindergarten im Mittelpunkt der Diskussionen. In Jeversen weist beson-

ders das Hirtenhaus für die Feuerwehr massive Platzprobleme auf. Im Feuerwehrhaus in

Thören ist der dorfgemeinschaftliche Raum nicht groß genug und das gesamte Gebäude

101


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

muss auf seine Nutzung für die Feuerwehr wie die Dorfgemeinschaft hin untersucht wer-

den.

Die Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Verbesserung der Rad- und Wanderwege,

sowohl innerörtlich als auch zwischen den drei Dörfern, ist eine große Chance. Zum einen

können sich die Dorfbewohner, vor allem die Kinder und Jugendliche, auf den Radwegen

sicherer bewegen, zum anderen schafft man eine bessere Vorraussetzung für die Ansprü-

che des zunehmenden sanften Erholungs- und Aktivtourismus im Aller-Leine-Tal.

Hierzu sollten die lokalen Attraktionen und Angebote stärker eingebunden werden. Gute

Ansätze hierfür sind die schon existierenden thematischen Routen wie der „Energiepfad

im Aller-Leine-Tal“ oder historische Routen, die als lokale Schleifen an den Aller-Radweg

anknüpfen. Um Nutzungskonflikte zu minimieren, sollte ein gemeinsames Wegekonzept

erarbeitet werden. Aber auch der im Kapitel Verkehr (Kapitel 4.4) angesprochene gegen-

seitige Respekt der Verkehrsteilnehmer untereinander ist eine wichtige Grundlage für die

gemeinsame Nutzung der Wege durch landwirtschaftliche Betriebe und andere Nutzer.

Die vorhandenen Angebote für Reitsportaktive sollten qualitativ verbessert werden. Die

erwartete Zunahme des Reittourismus in der Region (siehe Tourismus-Barometer des

Landes Niedersachsen 2009) benötigt fachgerechte Angebote. Wichtig ist aus planeri-

scher Sicht dabei die Integration der Angebote in das Dorf, besonders hinsichtlich der

ortstypischen Bausubstanz und der sonstigen Freizeitangebote.

Die Aller ist ein beliebtes Wassersportrevier, allerdings kollidieren weitergehende Nut-

zungen der Aller sowie die Erschließung der Allerwiesen und der Uferbereiche mit dem

ausgewiesenen FFH-Gebiet entlang der Allerufer (siehe Kapitel 4.2). Mit den in der NA-

TURA2000-Richtlinie beschriebenen Alternativen können jedoch die vorhandenen natur-

räumlichen Ressourcen umweltverträglich und nachhaltig in den Tourismus eingebunden

werden. Wesentlich für eine weitere touristische Entwicklung sind deshalb gute Infra-

struktur, ein Verbund der überregionalen Wegenetze, und ortsverträgliche Angebote, z.B.

Reiterhof, Heuhotels, Ferien auf dem Bauernhof etc.

102


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

4.8 Fazit

Die Lage in der landschaftlich abwechslungsreichen Allerniederung stellt eine von vielen

Verknüpfungen zwischen den Dörfern der Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Aller-

niederung“ dar. Große Hofstellen, die zum großen Teil noch landwirtschaftlich genutzt

werden, prägen mit ihren alten Eichenbeständen die Dorfkerne und sind Identifikations-

punkte für die Dorfbewohner. Über diese sichtbaren Merkmale hinaus gibt es aber noch

weitere Aspekte, die die Dörfer in positiver Weise miteinander verbinden.

In den Dörfern haben sich Gesellschaftsstrukturen entwickelt, in denen sich die Dorfbe-

wohner engagiert für die Entwicklung ihrer Dörfer einsetzen. Dieses Engagement bildet

eine herausragende Stärke. Dieses gesellschaftliche Engagement ist auch im Entwick-

lungsprozess der Dorferneuerung spürbar geworden. Die von den Dorfbewohnern eigen-

ständig organisierten Dialoge, das Engagement in den Dorfwerkstätten, des überörtlich

wirkenden Arbeitskreises sowie des Arbeitskreises Kommunikation, sind dafür ein deutli-

cher Ausdruck.

Die Zusammenarbeit in der Verbunddorferneuerung hat die Einwohnerinnen und Einwoh-

ner der Dörfer nachhaltig miteinander vernetzt. Durch den Dorferneuerungsprozess ent-

wickelten die Dorfbewohner gemeinsame Ideen, um die Herausforderungen, die an alle

drei Dörfer gestellt werden, zu bewältigen. So bestehen Bestrebungen, einen „Verbund-

kindergarten“ auf Basis der bereits vorhandenen Betreuungsangebote in Bannetze (Kin-

dergarten „Rappelkiste“ von Bannetze und Thören) zu etablieren. Eine gemeinsame dorf-

übergreifende Schießsportgruppe der Schützenvereine hat sich im Bereich der Jugendar-

beit gebildet. Und insgesamt wird von den Arbeitskreismitgliedern ein Annäherungspro-

zess zwischen den Einwohnern festgestellt, der vorher so nicht vorhanden war.

Gemeinsam ist allen Dörfern, dass sie vor einem Bündeln an Herausforderungen stehen:

• Defizite im Bereich des ÖPNV/ Mobilität ohne eigenes Kfz;

• Sanierungsbedürftige Gemeinschaftseinrichtungen;

• Mangelnde Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs vor Ort;

• Zu hohe innerörtliche Fahrgeschwindigkeiten an den überregionalen Straßen, die

durch die Dörfer führen;

• Bauliche Sicherung der alten ortsbildprägenden Hofanlagen und Entwicklung von

neuen Nutzungen neben der Landwirtschaft;

• Gestaltung der innerörtlichen Grünflächen und Erhalt des Baumbestandes für zu-

künftige Generationen.

103


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Entwicklungschancen für die Dörfer der Verbunddorferneuerung ergeben sich unter wirt-

schaftlichen Aspekten aus der guten Einbindung in die überregionale Verkehrsinfrastruk-

tur der B 214 und der L 180 an die A 7 und die umliegenden Wirtschaftszentren Hanno-

ver und Celle.

In Verbindung mit der attraktiven und reizvollen Kulturlandschaft besteht im Bereich des

Tourismus (Wassersport auf der Aller, naturnahe Erholung, Radtourismus auf dem Aller-

Radweg) ein großes Entwicklungspotential.

Die vorhandenen großflächigen Schutzgebiete (FFH-Gebiet, EU-Vogelschutzgebiet) ent-

lang der Aller, die im Zentrum des Planungsraumes liegen und die zum europaweiten

Schutzgebietssystem NATURA 2000 zählen, werden in den Dörfern unterschiedlich wahr-

genommen. Zum einen sieht man in ihnen ein Entwicklungshemmnis, da sie für be-

stimmte Projekte, die im Rahmen der Verbunddorferneuerung entwickelt wurden, eine

Erschwernis bei der Umsetzung bedeuten (Projekt „Langer Thön“, gemeinsamer Treff-

punkt an der Allerbrücke). Auch die landwirtschaftliche Nutzung ist auf diesen Flächen

nur mit Einschränkungen möglich. Zum anderen sind sich die Dorfbewohner bewusst,

dass gerade diese geschützten Flächen einen großen Anteil an der Attraktivität und dem

Reiz der Landschaft und auch der Lebensqualität in den Orten ausmachen.

Die Einwohnerinnen und Einwohner haben in ihren Dialogen, den Dorfwerkstätten und

den gemeinsamen Arbeitskreisen viele Projektideen entwickelt, die sämtlich dazu beitra-

gen sollen, die erkannten überörtlichen und örtlichen Stärken weiter zu entwickeln und

die entsprechenden Schwächen abzubauen. Sie sind fest davon überzeugt, dass sie damit

die Lebensqualität in ihren Dörfern langfristig sichern und entwickeln können. Die Lösung

der anstehenden Probleme sehen sie als eine gemeinsame Aufgabe aller Dorfbewohner

an.

104


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5 Entwicklungsstrategie

5.1 Leitbild der Verbunddorferneuerung

In den Dörfern der Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung“ hat mit dem

Dorferneuerungsprozess eine von der Bevölkerung intensiv getragene gemeinsame Ent-

wicklung begonnen. Sie verfolgt das Ziel, die vorhandenen positiven Potenziale in den

drei Dörfern in Zusammenarbeit mit den beiden Gemeinden zukunftsfähig fortzuentwi-

ckeln.

Die Dörfer stehen jeweils vor ähnlichen bzw. denselben Herausforderungen, die sich bes-

ser im Verbund lösen lassen. Dies bedeutet nicht, dass es nicht auch Fragestellungen

gibt, die sich nur auf der örtlichen Ebene lösen lassen. Doch oft sind die ortsbezogenen

Lösungsansätze auch übertragbar auf ähnlich gelagerte Fragestellungen in den anderen

Orten. Gegenseitig voneinander zu lernen und sich gegenseitig Hilfestellung leisten, ge-

hört schon jetzt auf der örtlichen Ebene zur gesellschaftlichen Kultur des Miteinanders.

Die Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören sind sich nicht nur räumlich-geografisch nah,

sondern auch über Vereine, informelle private Verbindungen etc. gesellschaftlich und

sozial näher gekommen als es vor Beginn der Verbunddorferneuerung der Fall war. Die

Einwohnerinnen und Einwohner aus den einzelnen Dörfern haben erkannt, wie sinnvoll

und wichtig es ist, miteinander zu wirken, um die Zukunftsaufgaben zu lösen. Die in Ei-

genregie durchgeführten Veranstaltungen der Dialogsitzungen, die sich im Zuge der Pla-

nungsphase der Verbunddorferneuerung in den Dörfern etabliert haben (s. Kapitel 2) und

vor allem die überörtliche Dialogsitzung, haben nachhaltig zur Akzeptanz des Dorferneue-

rungsprozesses bei den Einwohner der Dörfer beigetragen.

Aus diesem Grund steht der Aspekt der Gemeinschaft auch im übergeordneten Leitbild

für die Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung“ im Mittelpunkt:

Wir wollen unsere Dörfer gemeinsam aktiv entwickeln, um für uns und die

nachfolgenden Generationen ein gesundes Lebensumfeld zu gestalten, in dem

wir gerne leben und uns gesellschaftlich und wirtschaftlich entfalten können.

„Die Dorferneuerung lebt von der Zusammenarbeit sich betroffen fühlender Menschen

und hat letztlich darin auch ihren Sinn.“ Dieses Zitat von Prof. Wilhelm Landzettel, auf

dem in der Einleitung aufmerksam gemacht wurde, trifft bei der Verbunddorferneuerung

der drei Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören besonders zu und stellt den roten Faden

dar für die nun anstehende Phase der Umsetzung der geplanten und gewünschten Maß-

nahmen.

105


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2 Leitziele mit Projekten

Aus dem Leitbild einer Dorferneuerungsplanung leiten sich ihre Leitziele ab. Die Leitziele

geben die übergeordnete strategische Ausrichtung einzelner Handlungsfelder vor. Sie

dienen der Orientierung bei der Erarbeitung und Beschreibung konkreter Projekte, die

den Leitzielen zugeordnet sind und stellen somit die Umsetzungsebene des Dorferneue-

rungsprozesses dar. Jedes Projekt kann einem Leitziel zugeordnet werden, trägt aber

gegebenenfalls auch zur Umsetzung anderer Leitziele bei. Für die Verbunddorferneuerung

wurden insgesamt fünf Leitziele formuliert:

• Leitziel 1: Unsere Dörfer – Sichere und gut ausgebaute Verkehrswege

• Leitziel 2: Unsere Dörfer – Zukunftsfähige öffentliche Infrastruktur ent-

wickeln

• Leitziel 3: Unsere Dörfer – Entwicklung der dorftypischen Gebäude und

des Dorfgrüns

• Leitziel 4: Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die nächste Genera-

tion

• Leitziel 5: Unsere Dörfer – Entwicklung der Freizeitangebote für ruhige

Erholung

Die gewählte Reihenfolge der Leitziele stellt keine Rangfolge dar. Alle Leitziele dienen im

gleichen Maß der Entwicklung des Planungsraumes der Verbunddorferneuerung. Die je-

dem Leitziel zugeordneten Projektbeschreibungen enthalten die überörtlichen und örtli-

chen Projekte, die zum Zeitpunkt der Berichterstellung bereits mit konkreteren Planungs-

ansätzen hinterlegt bzw. bei denen planerische Vorarbeiten erfolgt sind. Die aufgenom-

menen Projekte stellen in ihrer Beschreibung den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstel-

lung des Dorferneuerungsplanes dar. Die Kostenschätzungen sind vorläufig und wurden

auf der Grundlage der Vorplanungen erstellt. Für die Antragstellungen sind genaue und

verbindliche Ermittlungen der Kosten und Angebote notwendig. Im Einzelfall kann es au-

ßerdem notwendig sein, eine Vertiefungsplanung zu initiieren, um das in den Arbeits-

kreissitzungen angedachte Projekt fortzuschreiben und zu neuen Erkenntnissen zu kom-

men, die zur Lösung und Umsetzung beitragen. Neben den mit konkreten Planungen ver-

bundenen Projekten gibt es eine Reihe von Projektideen, deren Entwicklungsstand noch

nicht so durchdacht ist, dass sie zu konkreten Planungen führten. Diese Ideen können im

weiteren Verlauf der Umsetzungsphase der Verbunddorferneuerung aufgegriffen und wei-

terentwickelt werden. Sie werden im Projektspeicher des jeweiligen Leitziels dargestellt.

106


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 56: Leitbildpyramide

Leitbild

Wir wollen unsere Dörfer gemeinsam aktiv entwickeln,

um für uns und die nachfolgenden Generationen

ein gesundes Lebensumfeld zu gestalten,

in dem wir gerne leben und uns gesellschaftlich

und wirtschaftlich entfalten können.

Unsere Dörfer – Sichere

und gut ausgebaute

Verkehrswege

Unsere Dörfer – Zukunftsfähigeöffentliche

Infrastruktur entwickeln

Unsere Dörfer – Entwicklung

der Freizeitangebote

für ruhige

Erholung

Leitziele

Projekte

107

Unsere Dörfer – Entwicklung

der dorftypischen

Gebäude und des

Dorfgrüns

Unsere Dörfer – Zukunftsfähige

Dörfer für

die nächste Generation


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2.1 Leitziel 1: Unsere Dörfer - Sichere und gut ausgebaute Verkehrswege

Als erstes Leitziel wurde die Verbesserung der Verkehrssituation entlang der viel befah-

renen Bundesstraße B 214 und der Landesstraße L 180 definiert. Ziel ist eine langfristige

anwohnerfreundliche Entwicklung der drei Ortsdurchfahrten. Neben den überörtlichen

Straßen umfasst das erste Leitziel auch die innerörtlichen Wege und Straßen, deren Zu-

stand für die langfristige Entwicklung in den Dörfern und die Aufenthaltsqualität im öf-

fentlichen Raum von Bedeutung ist.

5.2.1.1 Überörtliche Projekte

Die baulichen Maßnahmen an den überregional bedeutsamen Straßen in Jeversen

(B 214), zukünftig auch in Thören und Bannetze (L 180), sind aufgrund des Charakters

der Dorferneuerungsplanung auf Ortslagen der einzelnen Dörfer beschränkt. Aufgrund

der dahinter stehenden gemeinsamen Thematik der überhöhten Fahrgeschwindigkeiten

an den Ortseingängen und bei der Ortsdurchfahrt in den Dörfern, werden sie in ihrer Ge-

samtheit als Lösungen für ein überörtliches Problem betrachtet.

Da an der B 214 im Bereich der Ortslage von Jeversen derzeit konkrete Maßnahmen

durch die zuständige Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStrBV) in Ver-

den bezüglich der Straßenraumentwässerung geplant werden, bietet sich hier die Chan-

ce, modellhaft eine Verbesserung der Verkehrssituation für alle drei Dörfer zu entwickeln.

B 214 – Geschwindigkeitsmindernde Maßnahmen an den Ortseingängen in

Jeversen

Priorität 1

Kategorie örtliches Projekt mit überörtlichem Modellcharakter

Projektnr. J 2.0

Projektträger Gemeinde Wietze

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regiona-

len und überregionalen

Planungen

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Leitziele

bei:

Leitziel 3 „Unsere Dörfer – Entwicklung der dorftypischen

Gebäude und des Dorfgrüns“

Das Projekt ist Bestandteil der überregionalen Verkehrspla-

nung des Landes Niedersachsen sowie der Planungen des

Bundesverkehrswegeplans.

Die Maßnahmen bei der Planung und Neugestaltung der Ne-

108


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Verbindung zu Projek-

ten im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

benanlagen sowie der Ortseingänge korrespondieren mit

dem im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal formu-

lierten Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und Kulturlandschaft,

hier mit den Leitprojekten Integrierte Entwicklung der Orts-

kerne sowie im Ziel Attraktive Orte im Aller-Leine-Tal einzu-

ordnen (REK, S.59f).

Abbildung 57: Östlicher und westlicher Ortseingang an der B 214 in Jeversen

Die Bundesstraße B 214 führt direkt durch Jeversen hindurch und ist eine stark befahre-

ne Bundesstraße, die zur Autobahnanschlussstelle Schwarmstedt der A7 führt. Die Lan-

desbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStrBV) beabsichtigt voraussichtlich schon im

Jahr 2010 die Entwässerung des Straßenkörpers zu erneuern und zu erweitern. Dazu

wird die Fahrbahndecke erneuert. Die erhebliche Belastung der Ortsdurchfahrt, wachsen-

de Immissionen von Lärm und Feinstaub sowie Sicherheitsprobleme aufgrund der Groß-

teils zu hohen Durchfahrtsgeschwindigkeiten, führten zum Wunsch der ansässigen Bür-

ger, Lösungen für eine Minderung der Belastung zu finden. Vorrangig geht es dabei um

eine Verkehrsberuhigung. Die B 214 ist als Bundesstraße zugleich Bestandteil des Militär-

grundnetzes und somit an verschiedene Anforderungen gebunden. Parallel zur Ortsdurch-

fahrt sind die Ortseingänge jeweils als wichtige Teilmaßnahme zu betrachten.

Die Ortseinfahrten sollen sowohl gestalterisch als auch optisch auf eine Verminderung der

Fahrgeschwindigkeit sowie ein ästhetisches Gesamtbild hin entwickelt werden. Diese

Teilmaßnahme kann abgegrenzt von der Maßnahme der Ortsdurchfahrt realisiert werden.

Dazu gehören insbesondere die Nebenanlagen, Beleuchtung, Grünflächengestaltung (evt.

verkehrsraumgeeignetes Großgrün) sowie Beschilderung. Diese Maßnahmen können in

Abstimmung mit den zu erwartenden Maßnahmen des NLStrBV in Verden durch die Ge-

meinde realisiert werden.

109


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Am 20. November 2009 fand in der Gemeinde Wietze ein Abstimmungstermin zu diesem

Thema statt, an dem Frau Winter-Lücking und Herr Winkelmann (NLStrBV), Herr Bür-

germeister Klußmann, Herr Lehrich, Frau Gierach (Gemeinde Wietze), Herr Ortsbürger-

meister Ziemke (Jeversen), Herr Rother (Ing.-Büro Heidt & Peters) und Herr Schmidt

(Dorferneuerungsplaner) teilnahmen. Herr Rother erläuterte jeweils zwei Varianten, die

er für jeden der beiden Ortseingänge entwickelt hat. Folgende Grundannahmen liegen

seinen Entwürfen zugrunde:

• Bemessung: militärischer Verkehr = 4,0 – 4,50 m breit

• Lage: unmittelbar nach dem Ortseingangsschild

• Versatztiefe: mindestens 2,50 bis 3,0 m

• Verziehungslänge: schmale, lange, parallel geführte Variante

• Wahrnehmung: Befestigung mit Pflaster oder Begrünung sowie ausreichende Be-

schilderung

Herr Winkelmann wies darauf hin, dass man aufgrund der verkehrlichen Bedeutung der B

214 die Fahrgeschwindigkeiten nicht wirklich herabsetzen könne. Dies stehe auch nicht in

der Absicht der Landesbehörde. Vielmehr könne man gestalterisch einen baulichen Hin-

weis geben, dass sich an der Stelle im Verlauf der Straße etwas ändere. Die mittlere Ge-

schwindigkeit könne aber herabgesetzt werden. Frau Winter-Lücking ergänzte, dass es

darauf ankomme, Aufmerksamkeit zu erregen. Die meisten Fahrer wollten eigentlich gar

nicht zu schnell fahren. Herr Winkelmann betonte, dass der Einbau einer zusätzlichen

Querungshilfe im östlichen Fahrbahnteiler sinnvoll sei. Er wünsche sich einen Fahrbahn-

teiler mit Flachborden, 2,50 m – 3,50 m breit und bepflanzt. Eine zu große Verbreiterung

habe unfallträchtige Folgen. Weiterhin soll die aufgepflasterte Verbreiterung außen erfol-

gen, damit die großen LKW und das Militär nicht einfach geradeaus fahren und somit

bauliche Schäden verursachen. Er bevorzuge die „lange Variante“, um auch die Anlieger

nicht über Gebühr durch Fahrgeräusche zu belasten.

110


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Ergebnis

Abbildung 58: Mittelinsel OD Jeversen Ostseite

Ostseite, Eingang aus Richtung Wietze: Variante 1, breiter Fahrbahnteiler (3,50 m) be-

grünt mit Baumpflanzung, Querungshilfe, Verlängerung des nördlich verlaufenden Geh-

weges. Mögliche Kostenbeteiligung durch die Landesbehörde.

Abbildung 59: Mittelinsel OD Jeversen Westseite

Westseite, Eingang aus Richtung Schwarmstedt: Variante 1, breiter Fahrbahnteiler 3,50

m, begrünt mit Baumpflanzung, Pflasterstreifen außen, als Trennung zwischen Radweg

und eigentlicher Fahrbahn.

Die Maßnahme wurde am 2.12. auf der 13. Sitzung des Ortsrates und der 21. Sitzung

des Infrastrukturausschusses der Gemeinde Wietze beschlossen

Kostenschätzung

Für die Maßnahmen liegen konkrete Kostenermittlungen für die beiden definierten Aus-

bauvarianten zur Verkehrsberuhigung vor. Die Kosten werden anteilig auf Straßenkörper

(bis Hochbord) und Nebenanlagen aufgeteilt, wobei die Nebenanlagen als gemeindliche

Flächen von der Gemeinde finanziert werden müssen.

111


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Variante „Insel West“ + „Insel Ost“ 175.000,- EUR

geschätzte Kosten Ablösung Bund 70.000,- EUR

Grunderwerb + Nebenkosten bei halbem Bodenrichtwert 6.000,- EUR

Planerkosten Umsetzungsbeauftragter 1.550,- EUR

Gesamtsumme 252.550,- EUR

Mit dem Einbau von Verschwenkungen in der Ortseinfahrt wird dem einfahrenden Ver-

kehr bedeutet, dass er in eine geschlossene Ortslage einfährt. Es wird erwartet, dass sich

dadurch die innerörtlichen Fahrgeschwindigkeiten deutlich herabsetzen lassen. Im weite-

ren Verlauf der Ortsdurchfahrt können sich die Fahrgeschwindigkeiten aufgrund des brei-

ten Ausbaus der Durchgangsstraße aber wieder erhöhen. Aus diesem Grund wurde über

weitere Maßnahmen nachgedacht, die zur Verlangsamung der innerörtlichen Fahrge-

schwindigkeiten führen können. Dazu gibt es mehrere alternative Verfahren. Im Rahmen

der Gestaltung von Nebenanlagen und Grünflächen entlang der Straßen und an den Orts-

eingängen kann den Einsatz geeigneten Großgrüns eine optische Verengung der Fahr-

bahn simuliert werden. Dabei ist wichtig, dass der vorgeschriebene Lichtraum für die

Fahrbahnen freigehalten wird, im Fall von Baumpflanzungen sind entsprechende Pflege-

maßnahmen erforderlich (z.B. bei herunterhängenden Ästen und Laubfall). Der Einsatz

einer Sicht mindernden Hecke kann ebenfalls eine Alternative darstellen, die gleichzeitig

gutes Gestaltungselement für den Ortseingang ist. Auch hier sind straßenverkehrliche

Vorgaben, wie Sichtdreiecke an Straßeneinmündungen, zu beachten. Wie bei den Baum-

pflanzungen fallen Pflegekosten an. Prinzipiell sind Pflanzmaßnahmen nicht dazu geeig-

net, eine sofortige Verbesserung bei der Geschwindigkeitsregulierung herbei zu führen.

Erst mit der Zeit und durch die Entwicklung der Pflanzen stellt sich eine Wirkung ein.

Zu den optischen Alternativen zählen auch Beschilderungen, das Auftragen von Hinwei-

sen auf die Fahrbahndecke, das Auftragen von farblichen Elementen als hörbare Hinweise

auf der Fahrbahn. In Japan werden seit Jahren diese aufgetragenen Elemente so positio-

niert, dass diese bei einer Fahrgeschwindigkeit von konstant 50 km/h durch die Rollwi-

derstände der Reifen eine Melodie hervorbringen. Die Maßnahmen dürfen den Straßen-

raum in seiner Grundfunktion nicht beeinträchtigen und müssen hinsichtlich der Ver-

kehrssicherheit durch die Straßenverkehrsämter sowie die zuständigen Polizeidienststel-

len genehmigt werden.

Die in Jeversen an der B 214 geplanten Maßnahmen können exemplarisch auch für die

Orte Thören und Bannetze angesehen werden. Auch an der L 180 will die Landesbehörde

für Straßenbau, sofern Haushaltsmittel vorhanden sind, Sanierungsmaßnahmen durch-

führen, in deren Rahmen ebenfalls Geschwindigkeitsmindernde Maßnahmen an den

Ortseingängen umgesetzt werden können.

112


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Straßen und Wege in Thören

Priorität 2

Kategorie örtliches Projekt

Projektnr.: T 4.0

Projektträger Gemeinde Winsen (Aller)

Verbindung zu ande-

ren Leitzielen der Ver-

bunddorferneuerung

Verbindung zu regio-

nalen und überregio-

nalen Planungen

Verbindung zu Projek-

ten im Aller-Leine-Tal

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Leitziele

bei:

Leitziel 3 „Unsere Dörfer – Entwicklung der dorftypischen Ge-

bäude und des Dorfgrüns

Die Teilmaßnahme Ortsdurchfahrt der L 180 in Thören ist Be-

standteil der Verkehrsplanung des Landes Niedersachsen, die

Maßnahmen für die innerörtlichen Wege sind Bestandteil der

gemeindlichen Verkehrsplanung der Gemeinde Winsen (Aller).

Die Maßnahmen bei der Planung und Neugestaltung der Ne-

benanlagen sowie der Ortseingänge korrespondieren mit dem

im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal formulierten

Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und Kulturlandschaft, hier mit

den Leitprojekten Integrierte Entwicklung der Ortskerne sowie

im Ziel Attraktive Orte im Aller-Leine-Tal einzuordnen (REK,

S.59f).

Straßen und Wege in Bannetze

Priorität 2

Kategorie örtliches Projekt

Projektnr.: B 2.0

Projektträger Gemeinde Winsen (Aller)

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regiona-

len und überregionalen

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weitere Leitziele

bei:

Leitziel 3 „Unsere Dörfer – Entwicklung der dorftypischen

Gebäude und des Dorfgrüns“

Die Teilmaßnahme Ortsdurchfahrt der L180 in Bannetze ist

Bestandteil der Verkehrsplanung des Landes Niedersachsen,

113


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Planungen die Maßnahmen für die innerörtlichen Wege sind Bestandteil

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

der gemeindlichen Verkehrsplanung der Gemeinde Winsen

(Aller).

Die Maßnahmen bei der Planung und Neugestaltung der

Nebenanlagen sowie der Ortseingänge korrespondieren mit

dem im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal formu-

lierten Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und Kulturlandschaft,

hier mit den Leitprojekten Integrierte Entwicklung der Orts-

kerne sowie im Ziel Attraktive Orte im Aller-Leine-Tal ein-

zuordnen (REK, S.59f).

Die Projektbeschreibung umfasst vorrangig die stark belastete Ortsdurchfahrt der Lan-

desstraße L 180 in Thören und Bannetze. Die innerörtlichen Wege sowie die vorhandenen

Wirtschaftswege sind zunächst als Projekt im Projektspeicher enthalten, da bisher keine

konkreten Maßnahmen vorgeschlagen wurden. Die Entwicklung des Wegenetzes in den

Dörfern muss jeweils mit allen Nutzergruppen abgestimmt werden.

Abbildung 60: Westliche Ortseingangsbereiche an der L 180 in Thören (l.) und in Bannet-

ze (r.)

Die Ortsdurchfahrt der Landesstraße L 180 in Thören und Bannetze ist stark belastet,

insbesondere durch den Schwerlastverkehr, der aufgrund der Umgehung der Maut die

Autobahn A7 an der Abfahrt Allertal verlässt und in Richtung Celle fährt. Die erheblichen

Fahrgeschwindigkeiten bei der Durchfahrt stellen in Kombination mit dem schlechten Zu-

stand der Straße ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Der Handlungsbedarf seitens der

Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden/ Aller wurde erkannt. Aufgrund der

derzeitigen Haushaltslage des Landes Niedersachsen sind Sanierungs- und Umgestal-

tungsmaßnahmen an Landesstraßen laut Aussage von Herrn Winkelmann, Geschäftsbe-

114


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

reichsleiter Verden des NLStrBV vom 28.05.2009 derzeit nicht finanzierbar. Dies betrifft

alle Maßnahmen, die den Straßenkörper betreffen, Verschwenkungen und/oder Maßnah-

men der Reduzierung der Geschwindigkeiten in den beiden Orten. Langfristig ist aber zu

erwarten, dass nach entsprechender Konsolidierung des Haushaltes die Maßnahmen rea-

lisiert werden können:

• bauliche Maßnahmen für Geschwindigkeitsregulierung,

• Neugestaltung der Ortseingänge,

• einzelnen bauliche Maßnahmen in Verbindung mit Querung und Neuordnung von

Fahrbahn und Einmündungen

Begleitend zu den genannten Maßnahmen sind Überlegungen für Fahrbahnbegleitendes

Grün/Großgrün wichtig (Synergie mit überörtlichen Projekten Leitziel 3 Unsere Dörfer –

Entwicklung der dorftypischen Gebäude und des Dorfgrüns).

Abbildung 61: Innerörtliche Verkehrswege in Thören (l.) und Bannetze (r.)

Einige innerörtliche Wege in den beiden Dörfern sind nicht oder nur teilbefestigt, was

besonders in den Sommermonaten zur Staubbelastung führt. Ein weiteres wichtiges

Problem ist, dass die Straßen den Anforderungen moderner landwirtschaftlicher Nutzung

nicht mehr entsprechen. Vor allem durch die zugenommene Fahrzeugbreite und das Ge-

wicht werden die inner- und außerörtlichen Verkehrswege übermäßig beansprucht. Ziel

des Projektes ist es, die Verkehrswege in einen Zustand zu versetzen, bei dem sowohl

die Belastung der Anwohner durch Staubflug reduziert wird, aber auch die wichtigsten

Verbindungen dem modernen landwirtschaftlichen Verkehr angepasst werden.

Dies ist auch im Hinblick auf die Ortsbilder wichtig, die durch landwirtschaftliche Betriebe

geprägt und weiterhin im Ort gehalten werden sollen. Sofern im Haushalt der Gemeinde

Winsen (Aller) ausreichend Finanzmittel eingestellt sind oder eine alternative Finanzie-

rung (z.B. für die Sanierung der Wirtschaftswege) vorhanden ist, wird das vorliegende

Projekt realisiert. Wichtig ist dabei die Abstimmung aller Nutzergruppen und Anwohner

im Vorfeld der Umsetzung.

115


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Kostenschätzung

Es liegen derzeit nur vorläufige Kostenschätzungen vor. Im Fall der Sanierung der Orts-

durchfahrt der L 180 in Thören und Bannetze greifen die schon im Projekt „B 214 – Ge-

schwindigkeitsmindernde Maßnahmen an den Ortseingängen in Jeversen“ beschriebenen

modellhaften Ansätze. Dementsprechend ist mit Kosten je Ort von 250.000,00 Euro zu

rechnen. Für den innerörtlichen Wegebau sind im Fall einer Realisierung entsprechende

Detail-, und Ausführungs- und Kostenplanungen zu erstellen. Anhand von Erfahrungs-

werten sind für diese Maßnahmen ca. 150.000,00 € je Ort veranschlagt

5.2.1.2 Projektspeicher

Gemeinsamer Wirtschaftswegeverband als überörtliches Projekt

Für die Landwirtschaft besitzt das Wegesystem eine herausragende Bedeutung. Daraus

leiten sich folgende Maßnahmen ab:

Erhaltung, Pflege, Ausbau und Sanierung des Wirtschaftswegesystems

Qualitative Verbesserung des Radwegenetzes

Diese Maßnahmen sind mit Mitteln der Dorferneuerung nicht direkt förderfähig. Förde-

rungsmöglichkeiten, die im Rahmen von ZILE für eine Verbesserung des Wegesystems

geeignet sind, müssen geprüft werden. Im Rahmen des allgemeinen Sanierungsplans

für Wirtschaftswege der Gemeinde muss die Situation des landwirtschaftlichen Verkehrs

besonders berücksichtigt werden.

116


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2.2 Leitziel 2 Unsere Dörfer – Zukunftsfähige öffentliche Infrastruktur entwi-

ckeln

Die Entwicklung einer zukunftsfähigen, den heutigen und zukünftigen Ansprüchen Rech-

nung tragende öffentliche Infrastruktur in den Dörfern, ist Inhalt des Leitzieles 2. Dabei

geht es sowohl um die Entwicklung der vorhandenen Dorfgemeinschaftseinrichtungen als

auch um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Auf überörtli-

cher Ebene stehen die Angebotsverbesserung im Bereich Mobilität und Betreuungsange-

bote für Kinder im Zentrum der Projekte und Projektideen.

5.2.2.1 Überörtliche Projekte

Die Projekte für die Verbesserung der örtlichen Infrastruktur mit Dorfgemeinschaftshaus

bzw. Räumen für Vereine und Interessensgruppen sind an sich örtliche Projekte, da sie

schwerpunktmäßig für die Nutzung durch die örtliche Bevölkerung gedacht sind. Auch

hier existiert wie bei den örtlichen Projekten des Leitziels 1 überörtlich eine thematische

Verbindung, da in allen drei Dörfern Projekte zur Verbesserung der gemeinschaftlich ge-

nutzten Infrastruktur geplant sind. Insgesamt tragen sie so zur Verbesserung der Situati-

on im Verbund bei.

Neben der Sanierung der Infrastruktur wird auch an Ideen gearbeitet, die Synergieeffek-

te durch Abstimmung unter den Dörfern zum Ziel haben. Hier ist die Idee des gemeinsa-

men Sportplatzkonzeptes zu nennen. Diese Idee ist auf Initiative der Vereine entstanden,

die durch die beiden Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze unterstützt wird. Sie wird im

Projektspeicher des Leitziels 5 dargestellt.

Die Einrichtung eines Verbundkindergartens, ist ein weiteres Beispiel für einen ortsüber-

greifenden Lösungsansatz zur Entwicklung der öffentlichen Infrastruktur, der unter den

Einwohnern in den Dörfern derzeit diskutiert wird. Dabei ist der Kindergarten „Rappelkis-

te“ von Bannetze und Thören, der im Sportheim Bannetze beheimatet ist, die Ausgangs-

basis für weitere Überlegungen.

In den Bereich des Leitziels 2 fallen auch die derzeitigen Bemühungen, das Angebot des

Bürgerbusses Winsen (Aller) auf alle drei Dörfer auszudehnen und so eine Verbindung im

Bereich des ÖPNV zwischen den Dörfern herzustellen.

117


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2.2.2 Örtliche Projekte

Umgestaltung des Areals am Hirtenhaus in Jeversen

Priorität 1

Kategorie örtliches Projekt

Projektnr.: J 1.0

Projektträger Gemeinde Wietze

Verbindung zu anderen

Leitzielen Verbunddorf-

erneuerung

Verbindung zu regiona-

len und überregionalen

Planungen

Verbindung zu Projek-

ten im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Leitziele

bei:

Leitziel 3 „Unsere Dörfer – Entwicklung der dorftypischen

Gebäude und des Dorfgrüns“

Leitziel 4 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die

nächste Generation“

Abbildung 62: Areal um das Hirtenhaus

Das Projekt ist mit den konkreten Maßnahmen in den Ge-

meindeentwicklungsplan der Gemeinde Wietze einzuordnen.

Die Projekte im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal

sind insbesondere im Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und Kul-

turlandschaft in den Leitprojekten Integrierte Entwicklung

der Ortskerne sowie im Ziel Attraktive Orte im Aller-Leine-

Tal einzuordnen (REK, S.59f).

118


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Ziele des Projektes sind die Aufwertung des Areals um das Hirtenhaus in Jeversen, die

Verbesserung der Aufenthaltsqualität für alle Nutzergruppen sowie Maßnahmen zur Um-

nutzung und des Ausbaus der Nebengebäude auf dem Areal. Im Einzelnen sind folgende

Maßnahmen im Zusammenhang mit diesem Projekt geplant:

• Neugestaltung des Spielplatzes (mit neuen fest montierten Spielgeräten)

• Schaffung geeigneter Sitz- und Ruheplätze im Areal vor dem Hirtenhaus

• Umnutzung des Kühlhauses als Lagerraum für die Feuerwehr, Einbeziehen der

vorhandenen Bushaltestelle

• Umnutzung des alten Feuerwehrgerätehaus als Informationspunkt mit wechseln-

den Ausstellungen, Aktivitäten sowie Informationen („Jeversener Infohaus“)

• Erneuerung des Grillplatzes in Verbindung mit der Schaffung von Räumlichkeiten

für Jugendliche

Das auf dem Areal des Hirtenhauses vorhandene alte Feuerwehrgerätehaus (derzeit La-

gerraum der Feuerwehr Jeversen) soll als „Jeversener Infohaus“ umgenutzt werden. In

ihm sollen Informationen zu aktuellen Anlässen z. B. der Dorferneuerung, zu Veranstal-

tungen von Vereinen und Interessengruppen, aber auch zur historischen Entwicklung des

Dorfes für jedermann zugänglich gemacht werden.

Auf dem Areal des Hirtenhauses steht ein altes leer stehendes Kühlhaus. Es soll saniert

und neu genutzt werden. Der neue Lagerraum der Feuerwehr könnte hier entstehen.

Durch einen geeigneten Dachüberstand soll ein Fahrradunterstand geschaffen werden.

Die Fläche zwischen der angrenzenden Straße „Im Reihern“ und dem Kühlhaus wird neu

gestaltet werden (alternativ ließe sich das Kühlhaus auch als Bushaltestelle nutzen). Das

Projekt kann als öffentlich getragenes Projekt in Eigenleistung umgesetzt werden. Alter-

nativ empfiehlt sich die Realisierung in Trägerschaft eines örtlichen Vereins, z.B. die

Freiwillige Feuerwehr Jeversen.

Für die Zielgruppe der Jugendlichen und zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur vor

Ort ist geplant, die Grillhütte in Kombination mit einem neu zu errichtenden Gebäude,

das gestalterisch an die vorhandene Bausubstanz des Hirtenhauses angepasst wird, zu

ergänzen. Der Umbau bzw. Neubau des Gebäudes ist als öffentliches Projekt zu bewer-

ten. Ähnlich wie in anderen Dörfern des Aller-Leine-Tals kann das Projekt z. T. in Eigen-

leistung errichtet werden. Träger des Projektes ist die Gemeinde Wietze. Alternativ wird

empfohlen, die Trägerschaft des Projektes über einen vor Ort aktiven Verein zu realisie-

ren, um geeignete Fördergelder sowie ein mögliches Sponsoring von Sachleistungen zu

akquirieren.

119


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Die beschriebenen Maßnahmen können in einzelnen Teilprojekten realisiert werden. Die

Maßnahmen im Bereich Dorfgrün sind mit den baulichen Maßnahmen verbunden und da-

her zunächst als Gesamtprojekt beschrieben. Die detaillierten Planungen können erge-

ben, dass einzelne Teilprojekte hinsichtlich ihrer Förderung zusammengefasst werden

können. Die vorliegende Skizze ist Bestandteil der mit der Dorfwerkstatt abgestimmten

Vorüberlegungen der Grünplanerin. Diese fließen in die konkreten Planungen ein. Die

Dorfgemeinschaft möchte eine dem Ortsbild angepasste Gestaltung realisieren. Dabei

sollte der parkähnliche Charakter und die Freiräume nicht übergestaltet werden. Beste-

hende Elemente können erneuert, Akzente neu gesetzt werden.

Kostenschätzung

Durch entsprechende Eigenleistungen der Bürger können die Kosten gesenkt werden. Die

vorliegende Skizze der beauftragten Grünflächenplanerin ist die Basis für weitere detail-

lierte Diskussionen mit den Einwohnern. Dementsprechend handelt es sich hier um einen

ersten Entwurf, der vor der Umsetzung weiter überarbeitet werden wird, um die einge-

gangenen Anregungen zu berücksichtigen.

Die angegebenen Kosten leiten sich aus dem derzeitigen Stand der Planungsarbeiten ab.

Da eine detaillierte vertiefende Planung notwendig ist, müssen entsprechend den Anfor-

derungen an geförderte Projekte weitere Vorbetrachtungen sowie bauliche Planungen

erfolgen.

Die vorliegende Kalkulation (detaillierte Kostenermittlung nach DIN 276 im Anhang) be-

rücksichtigt einen geeigneten Anteil an Eigenleistungen seitens der Nutzer bzw. Projekt-

beteiligten.

Die Kosten für diese Projekt belaufen sich derzeit auf insgesamt ca. 230.000,00 €

.

120


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 63: Entwurfsskizze: Neugestaltung des Areals um das Hirtenhaus (G. Viehweg, Hannover) (Anmerkung : Der angegebene Maß-

stab stimmt nicht mit dem der hier gewählten Darstellung überein.)

121


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Umgestaltung bzw. Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses in Thören in Ver-

bindung mit der Verbesserung der räumlichen Situation des Ortskommandos

der Freiwilligen Feuerwehr

Priorität 1

Kategorie örtliches Projekt

Projektnr.: T 1.0

Projektträger Gemeinde Winsen (Aller)

Verbindung zu anderen

Leitzielen Verbunddorfer-

neuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Leitzie-

le bei:

Leitziel 4 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die

nächste Generation“

Bei der Integration des räumlichen Anteils der Feuerwehr

am Gesamtkomplex (Variante Anbau) sind Anforderungen

bzw. Bedingungen der Planungen für die Freiwilligen Feu-

erwehren im Landkreis und der Gemeinde zu beachten.

Die Maßnahmen bei der Planung und Neugestaltung des

DGH bzw. Feuerwehrhauses korrespondieren mit dem im

REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal formulierten

Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und Kulturlandschaft, hier

mit dem Leitprojekt Integrierte Entwicklung der Ortskerne

(REK, S.60f).

Abbildung 64: Feuerwehrhaus in Thören (l.), Blick auf das Areal hinter dem Feuerwehr-

haus (r.)

122


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Das wichtigste öffentliche Projekt in Thören ist die Verbesserung der baulich-räumlichen

Situation für die verschiedenen Nutzergruppen des bestehenden Feuerwehrhauses mit

dem angeschlossenen Dorfgemeinschaftsraum. Das Gebäude, in dem das Ortskommando

der Freiwilligen Feuerwehr untergebracht ist und in dem sich der gemeinsam genutzte

Dorfgemeinschaftsraum befindet, ist erheblich sanierungsbedürftig. Zu dem Mehrbedarf

an Raum für die Feuerwehr, die sich aus den Vorschriften zum Betrieb und Erhalt des

Feuerwehrhauses ableiten, kommt der benötigte Platz für die Aktivitäten der Dorfgemein-

schaft hinzu.

Die Verbesserung der räumlichen Situation für die Feuerwehr ist hoheitliche Aufgabe der

Gemeinde und des Landkreises und damit über die Dorferneuerung nicht förderfähig.

Eine kombinierte Lösung, die die Feuerwehr mit der restlichen Dorfgemeinschaft verbin-

det, wird von allen Akteuren jedoch favorisiert. Die Anforderung der aktiven Vereine, der

Feuerwehr sowie der Bürger an eine kombinierte Einrichtung aus Dorfgemeinschaftshaus

und Feuerwehrhaus, wurden im Rahmen von Gesprächen mit den Akteuren definiert und

werden in der endgültigen Planung berücksichtigt. Folgende Anforderungen wurden sei-

tens der derzeitigen und zukünftigen Nutzer definiert:

• ausreichend Platz für Geräte, Regalsysteme sowie Sanitärräume für die Feuer-

wehr;

• multifunktionale Räume als Dorfgemeinschaftshaus, speziell für mittlere öffentli-

che und private Veranstaltungen, Vereinsarbeit sowie Interessensgruppen, inkl.

geeigneter Sanitärräume und Serviceräume;

• multifunktionaler Raum für Jugendliche mit separatem Eingang;

• bei Neubau oder Sanierung an anderer Stelle geeignete Zahl an Stellflächen für

Pkw und Fahrräder.

In der Diskussion sind derzeit verschiedene Varianten, wie diese Nutzungsansprüche und

der Wunsch der Einwohner, dass Feuerwehr und Dorfgemeinschaft weiterhin räumlich

zusammenbleiben, verwirklicht werden kann. Dabei besteht für die Umsetzung sowohl

aus Sicht der Feuerwehr als auch der Dorfgemeinschaft eine hohe Dringlichkeit, da schon

jetzt die Räumlichkeit der Feuerwehr den vorgeschriebenen Anforderungen durch die

Feuerwehrunfallkasse nicht mehr entsprechen. Aus Sicht der Dorfgemeinschaft besteht

erhöhter Handlungsbedarf, da sie sich in ihren Entfaltungsmöglichkeiten stark einge-

schränkt sieht.

Variante 1: Abriss und kompletter Neubau eines Gebäudes für die Feuerwehr

und die Dorfgemeinschaft

123


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Der Standort des jetzigen Feuerwehrhauses mit Dorfgemeinschaftsraum bliebe erhalten.

Das heutige Gebäude würde abgerissen und durch ein neues kombiniertes Dorfgemein-

schafts- und Feuerwehrhaus ersetzt. So können alle Anforderung an diese gemeinschaft-

liche Infrastruktur optimal berücksichtigt werden.

Variante 2: Sanierung des bestehenden Gebäudes plus Anbau

Diese Variante sieht vor, das vorhandene Gebäude grundlegend zu erneuern und um ei-

nen Anbau zu ergänzen, der mehr Raum für die derzeitigen Nutzergruppen bereitstellt.

Dabei müssen die Anforderungen der Feuerwehrunfallkasse berücksichtigt werden. Durch

die dort formulierten Ansprüche an ein modernes Feuerwehrhaus, wird die Wirtschaftlich-

keit dieser Variante in Frage gestellt. Die Sanierung der Räume für die Feuerwehr würde

im Fall eines Anbaus in das Projekt integriert.

Kostenschätzung

Die Kosten für dieses Projekt können zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend ermittelt

werden. Eigenleistungen der Dorfgemeinschaft werden dazu beitragen, das Projekt um-

zusetzen, da sie die Kosten erheblich senken. In einem ersten Schritt soll zunächst eine

Planung durchgeführt werden, aufgrund derer im Rahmen der Dorferneuerung ein Neu-

bzw. Umbau des Gebäudes durchgeführt werden soll. Dazu gehören die Bestandsauf-

nahme, Bewertung des vorhandenen Gebäudes, alternative Entwürfe gemäß der o.g.

Anforderungsliste und die Erarbeitung eines kompletten Entwurfs mit Kostenermittlung

nach DIN276. Die Kosten in Höhe von ca. 12.500 € wurden aufgrund von Erfahrungswer-

ten aus anderen Projekten im Rahmen der Dorferneuerung sowie aus der Besichtigung

des Gebäudes durch den Architekten Karsten Stumpf ermittelt.

Entwicklung des Areals um das Sportheim Bannetze zur multifunktionalen

Dorfmitte

Priorität 1

Kategorie örtliches Projekt

Projektnr.: B 1.0

Projektträger Gemeinde Winsen (Aller)

Verbindung zu anderen

Leitzielen Verbunddorfer-

neuerung

Das Projekt trägt zur Umsetzung der folgenden weiteren

Leitziele bei

Leitziel 3: „Unsere Dörfer – Entwicklung der dorftypischen

Gebäude und des Dorfgrüns“

124


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung:

Leitziel 4: „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die

nächste Generation“

Keine

Abbildung 65: Areal um das Sportheim in Bannetze.

Die Projekte im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-

Tal sind insbesondere im Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und

Kulturlandschaft in den Leitprojekten Integrierte Entwick-

lung der Ortskerne sowie im Ziel Attraktive Orte im Aller-

Leine-Tal einzuordnen (REK, S.59f). Schwerpunktgruppe

ist hier die Nutzergruppe Kinder und Jugendliche.

Die Neugestaltung des Areals am Sportheim ist das wichtige öffentliche Projekt in Ban-

netze. Es hat das Ziel, die vorhandene Freifläche am Sportheim sowie des angrenzenden

öffentlichen Straßenraum aufzuwerten, so dass sie den hier liegenden räumlichen wie

auch gesellschaftlichen Ortsmittelpunkt Bannetzes klar erkennbar werden lassen.

Dabei ist die bisherige Nutzung durch den Kindergarten „Rappelkiste“ zu erhalten und

sanierungsbedürftige Spielgeräte zu erneuern. Insgesamt ist das gesamte Areal zu um-

zugestalten, dass die Aufenthaltsqualität verbessert wird und ein ansprechender Ortsmit-

telpunkt entsteht. Das auf dem Gelände befindliche Sportheim des Sportvereins Grün-

Weiß Bannetze von 1959 ist als Dorfgemeinschaftshaus eine öffentliche Infrastrukturein-

richtung und somit gesellschaftlicher Mittelpunkt des Ortes. Neben den Sportangeboten

des Sportvereins ist hier auch der Kindergarten „Rappelkiste“ von Bannetze und Thören,

der von Kindern aus allen drei Dörfern besucht werden kann, beheimatet. Der Ortsrat

hält im Sportheim seine Sitzungen ab und die Räumlichkeiten werden auch für viele wei-

125


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

tere Aktivitäten der Dorfgemeinschaft genutzt. In einem ersten Schritt wurde zusammen

mit einer Landschaftsarchitektin ein Konzept entwickelt, das unter dem Titel „Der ver-

sunkene Hain von Bannetze“ die Außenflächen rund um das Sportheim beplant hat. Vor-

gesehen sind in diesem Konzept die

• Anlage eines Nutzgartens für Kinder,

• Spiel- und Ruhezonen,

• Neugestaltung der Grundstücksgrenzen durch geeignete Bepflanzung,

• Neuanpflanzungen und neue Wegestrukturen zur Erschließung des Areals.

Der vorliegende Entwurf ist die Basis für die Antragsstellung soll aber nach Wunsch der

Bürger und Nutzer des Sportheims erweitert werden, wobei der vorgegebene Kostenrah-

men der bisherigen Planungen nicht überschritten werden darf.

Kostenschätzung

Für das Projekt liegt eine vorläufige Kostenschätzung vor. Diese berücksichtigt den der-

zeitigen Planungsstand und kann im Laufe der konkreten Planungen noch variieren. Die

von dem Verein vorgeschlagene Reduzierung der Personalkostenanteile durch Eigenleis-

tung fließt in die Kalkulation ein. Einige Aufgaben können unter fachlicher Anleitung gut

durch die Bürger umgesetzt werden. Die detaillierte Kostenermittlung ist im Kapitel 7.6.2

(Anhang) enthalten. Für die überarbeitete Maßnahme werden Kosten von ca. 80.000,00.

€ veranschlagt.

126


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 66: Entwurf zur Umgestaltung des Areals um das Sportheim in Banetze. Entwurf (C. Camp, Landschaftsarchitektin Celle)(Die hier gewählte Darstellungsform stimmt nicht mit dem angegebenen Maß-

stab überein.)

127


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2.2.3 Projektspeicher

1. Einbeziehung des Modellvorhabens zur Wasserkraft am Bannetzer Wehr in

die Verbunddorferneuerung

Zur öffentlichen Infrastruktur gehört neben den öffentlich genutzten Gebäuden auch die

technische Infrastruktur für die Energieversorgung. In Bannetze wird dazu, analog zu

den Bemühungen, das Aller-Leine-Tal als Energieregion zu etablieren, eine Pilotanlage

zur energetischen Nutzung der Wasserkraft geplant. Diese wird aufgrund der genutzten

Technologie weltweit einmalig sein. Sie liefert ca. 500 kW und wird als Forschungspro-

jekt initiiert. Mit der als örtliches Projekt (mit erheblicher überörtlicher Wirkung) zu

realisiertenden Anlage ist die Entwicklung des Standortes am Bannetzer Wehr als tou-

ristisches Ziel verbunden. Die Einbindung in den Energiepfad des Aller-Leine-Tals und

der Anschluss an das bestehende Wegenetz für Radfahrer, Wanderer, auch unterstüt-

zend für mobil schwache Menschen (barrierefrei), sind Vernetzungen, die langfristig

von überregionalem Interesse sind.

Die Trägerschaft des Projekts übernimmt der Betreiber. Fachliche interessierte Gruppen

setzen sich seit einiger Zeit engagiert für die Realisierung ein.

2. Ausweitung des Bürgerbusangebotes

Zur öffentlichen Infrastruktur gehört der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Die

bestehenden Angebote der Vereins Bürgerbus Winsen (Aller) auf dem Gemeindegebiet

Winsen (Aller) sowie der CeBus Celle GmbH werden saisonal bedingt unterschiedlich

genutzt. Vielfacher Wunsch der Bürger ist es, die Route des Bürgerbuses zu erweitern

und die drei Dörfer der Verbunddorferneuerung untereinander und mit den Kernorten

Wietze und Winsen (Aller) zu verbinden. Wünschenswert ist darüber hinaus eine Anbin-

dung in Richtung Schwarmstedt zu schaffen. Die Trägerschaft könnte über den Bürger-

busverein erfolgen und durch die Gemeinden und den Landkreis unterstützt werden.

Perspektivisch wird der Bürgerbus der Samtgemeinde Schwarmstedt e.V. seine Linien

ebenfalls erweitern, was jedoch in starkem Maß von dem zu erwartenden Bedarf ab-

hängt. Sowohl der Bürgerbus Winsen (Aller) als auch der Schwarmstedter Bürgerbus

werden vom ehrenamtlichen Engagement der Bürger getragen. Eine Erweiterung kann

daher nicht ohne öffentliche finanzielle Hilfen realisiert werden.

128


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2.3 Leitziel 3 Unsere Dörfer – Entwicklung der dorftypischen Gebäude und

des Dorfgrüns

Der langfristige Erhalt historisch gewachsener Strukturen, der Erhalt historischer Gebäu-

de und der ortsbildprägenden Grünsubstanz ist als Leitziel 3 für die Einwohner der drei

Dörfer wichtig. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung der ortstypischen Eigenschaften vor

dem Hintergrund ökonomischer und demografischer Veränderungen. Unter diesem Leit-

ziel sind auch die Maßnahmen der privaten Antragsteller einzuordnen. Da aber nicht ab-

zusehen ist, welche Projekte aus dem Umfeld der privaten Antragsteller eingereicht wer-

den, können diese nicht im Verbunddorferneuerungsplan dargestellt werden.

5.2.3.1 Überörtliche Projekte

„Grüne Projekte“ sind ein Bündel aus Einzelprojekten, die dem Erhalt des dörflichen

Grüns zugute kommen sollen und der Information und Aktivierung der Bürger dienen. Die

Projekte sind dabei von ihrem Handlungsansatz her für alle Dörfer gleich und stellen

dementsprechend eindeutig überörtliche Projekte dar. Basis für die nachhaltige Realisie-

rung der Maßnahmen sind die im Verbunddorferneuerungsplan enthaltenen Handlungs-

empfehlungen für das Handlungsfeld Dorfgrün und Dorfökologie. Innerörtliche Freiflächen

und Großgrün sind in allen drei Dörfern wichtige Elemente der Siedlungsstruktur. Das

gesamte überörtliche Projekt enthält folgende überörtliche Teilprojekte:

• TP 1.1 Gemeinsame Pflanzaktion in den drei Dörfern

• TP 1.2 Laub- und Grünschnittentsorgung

• TP 1.3 Baummonitoring

• TP 1.4 Erhalt und Förderung ortstypischer Bepflanzung

Gemeinsame „grüne“ Projekte: Gemeinsame Pflanzaktion in den drei Dörfern

Priorität 1

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr.: TP 1.3

Projektträger Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Diese Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Bei-

spiele bei:

Leitziel 1 „Unsere Dörfer – Sichere und gut ausgebaute Ver-

kehrswege

129


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

Leitziel 2 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige öffentliche Infra-

struktur entwickeln“

Zukünftig wird im ROP des Landkreises Celle das Vorrang-

gebiet Natur und Landschaft hinsichtlich des Schutzcharak-

ters stärker definiert

Zu berücksichtigen sind neben den regionalen Planungen

auch die Anforderungen des Militärgrundnetzes, besonders

die B 214 betreffend.

Die Projekte im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal

sind insbesondere im Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und Kul-

turlandschaft in den Leitprojekten Lebendige Allerufer sowie

als Kooperationsprojekt Naturschutz integrierbar (REK,

S.60ff).

Das Projekt korrespondiert mit den Projekten des Leitziels 1 „Unsere Dörfer – Sichere

und gut ausgebaute Verkehrswege“. Im Rahmen einer Verbundpflanzaktion soll ein Bei-

trag zur Gestaltung des öffentlichen Raumes entlang der innerörtlichen Straßen und den

öffentlichen Freiflächen erbracht werden. Diese Aktion wird gemeinsam mit den Dorfbe-

wohnern der drei Dörfer umgesetzt. Besonders in Bannetze gibt es ein starkes Interesse

an einer solchen Pflanzaktion. Dabei spielen neben der Verbesserung des Ortsbildes

durch Anpflanzungen an dem langen, mit breiten Seitenräumen ausgestatteten Alten

Postweg auch verkehrliche Aspekte eine Rolle. Durch Anpflanzungen von Bäumen und

Sträuchern in den Straßenseitenräumen soll eine optische Strukturierung des gesamten

Straßenraumes erfolgen, der sich auch positiv auf die Fahrgeschwindigkeit auf den Stra-

ßen auswirken kann. Durch die Übernahme von Baumpatenschaften für diese Pflanzun-

gen, wie sie auch im Projektspeicher dieses Leitziels angedacht sind, soll der Erhalt und

die Pflege der Pflanzungen gesichert werden.

Im Falle der Realisierung von baulichen Maßnahmen an der B 214, der L 180 sowie den

innerörtlichen Wegen und Nebenanlagen ist eine entsprechende Grünflächengestaltung

auf der Basis der im Dorferneuerungsplan enthaltenen Pflanzliste einzubeziehen.

Kostenschätzung

Kostenschätzungen werden im Rahmen der konkreten Planungen aufgestellt. Hierzu sind

geeignete Standorte zu ermitteln.

130


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Gemeinsame „grüne“ Projekte: Laub- und Grünschnittentsorgung

Priorität 4

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr.: TP 1.2

Projektträger Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

Diese Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Bei-

spiele bei:

Leitziel 2: „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige öffentliche Inf-

rastruktur entwickeln“

Zukünftig wird im ROP des Landkreises Celle das Vorrang-

gebiet Natur und Landschaft hinsichtlich des Schutzcharak-

ters stärker definiert

Die Projekte im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-

Tal sind insbesondere im Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und

Kulturlandschaft in den Leitprojekten Lebendige Allerufer

sowie als Kooperationsprojekt Naturschutz integrierbar

(REK, S.60ff).

Ein wichtiges Projekt für die Sensibilisierung bezüglich der dörflichen Grünstruktur, insbe-

sondere bei privaten Maßnahmen sowie Projekten zur Umgestaltung öffentlicher Freiflä-

chen, ist die Frage der Laub- und Grünschnittentsorgung. Da die Lösung der lokalen

Probleme aus den letzten Jahren bereits die Verwaltungen sowie regionale Gremien be-

schäftigen, wird mittelfristig eine administrative Lösung erwartet. Das Projekt kann nur

als überregionales öffentliches Projekt nachhaltig Bestand haben, da Aufkommen und

Verwertung des Laubs und Stückguts für die einzelnen Orte allein nicht realisierbar sind.

Vorbereitende Gespräche und ein Erfahrungsaustausch sind im Gange.

Eventuell ist eine Verwertung im Rahmen der Energiegewinnung in einer Biogasanlage

möglich. Grundsätzlich ist von Lösungen abzusehen, die Kosten für die Einwohner nach

sich ziehen, da damit die Gefahr einer wilden Entsorgung in den umliegenden Waldgebie-

ten steigen würde.

Kostenschätzung

Es liegen zu dem geplanten Projekt keine Kosten vor. Diese werden in der weiteren Pla-

nung festgestellt. Der erwartete Kostenrahmen beläuft sich auf ca. 25.000,00 €.

131


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Gemeinsame „grüne“ Projekte: Baummonitoring

Priorität 5

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr.: TP 1.1

Projektträger Gemeinde Winsen (Aller) und Gemeinde Wietze in Koopera-

Verbindung zu anderen

Leitzielen Verbunddorfer-

neuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

tion mit den Forstämtern und Forstbetriebsgemeinschaften

Zukünftig wird im ROP des Landkreises Celle das Vorrang-

gebiet Natur und Landschaft hinsichtlich des Schutzcharak-

ters stärker definiert

Die Projekte im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal

sind insbesondere im Handlungsfeld 6.2.4 Siedlung und Kul-

turlandschaft in den Leitprojekten Lebendige Allerufer sowie

als Kooperationsprojekt Naturschutz integrierbar (REK,

S.60ff).

Ziel des Projektes ist die Etablierung eines langfristigen Monitorings des ortsbildprägen-

den Baumbestandes. Ein erster Schritt wäre die komplette Bestandsaufnahme, die auch

den Zustand der Bäume erfasst. Aus dem Ergebnis können dann koordinierte Maßnah-

men zur Pflege und Entwicklung des Baumbestandes abgeleitet werden. Mit dem überört-

lichen Projekt soll langfristig die Pflege erleichtert und bei baulichen Maßnahmen gezielt

auf Veränderungen reagiert werden. In Kooperation mit dem jeweils zuständigen Forst-

amt bzw. der Forstbetriebsgemeinschaft Wietze-Winsen werden ein- bis zweijährliche

Rundgänge zur Begutachtung durchgeführt. Das Monitoring umfasst den Bestand, die

Neuanpflanzungen sowie im Schadensfall entsprechende Maßnahmen. Es ist zu empfeh-

len, dass Bürger langfristig Aufgaben übernehmen, z.B. in Form von Baumpatenschaften.

Kostenschätzung

Es liegt keine detaillierte Kostenschätzung vor. Modellhaft können jedoch folgende An-

nahmen getroffen werden: Kosten für die Erstaufnahme (1 Experte) mit 15 min/ Baum

132


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

inkl. Datenbankeintrag ca. 25 € pro Baum (Berechnungsgrundlage ist eine Ingenieur-

stunde von 100 €). Die Kosten lassen sich insgesamt verringern durch:

• Eigenleistung

• Mehrjähriges Monitoring mit lokalen Partnern

Gemeinsame „grüne“ Projekte: Erhalt und Förderung ortstypischer Bepflan-

zung

Priorität 7

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr.: TP 1.4

Projektträger Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze, AK-Dorferneuerung

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

Die im Dorferneuerungsplan enthaltenen Handlungsempfehlungen bezüglich des Dorf-

grüns sowie die beiliegende Pflanzliste bilden die Basis für anstehende öffentliche und

private Projekte zur Erhaltung und Gestaltung des Dorfgrüns. Die Liste sowie die Empfeh-

lungen sind Richtlinien, die durch die Stellungnahme der jeweiligen Gemeinde durchsetz-

bar sind. Es wird empfohlen, sowohl die Handlungsempfehlungen als auch die Pflanzliste

öffentlich verfügbar zu machen, so dass die interessierten Bürger bei der Gestaltung ihrer

privaten Flächen an diesen Empfehlungen orientieren können.

Kostenschätzung

Dem Projekt werden keine direkten Kosten zugeordnet, da die Basis im DE-Plan enthal-

ten ist.

133


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2.3.2 Projektspeicher

1. Erhalt der ortstypischen Bausubstanz und der Siedlungsstruktur

Gemeinsames überörtliches Projekt bzw. Ziel ist der Erhalt der ortstypischen Bausub-

stanz und der Siedlungsstruktur, besonders der historisch wertvollen Höfe und Hofstel-

len sowie der alten Dorfstrukturen. Zur Durchsetzung des Zieles enthält der vorliegen-

de Dorferneuerungsplan Handlungsempfehlungen, die zu einer Gestaltungsfibel erwei-

tert werden können. Die Handlungsempfehlungen geben verpflichtende Vorgaben für

den Umgang mit Gebäuden und Flächen im Rahmen der Dorferneuerung vor, haben

aber keinen exekutiven Charakter. Alle drei Dörfer sind hinsichtlich ihrer Struktur und

baulichen Substanz zwar individuell verschieden, dennoch ist ihre bauliche Gestalt in

der Landschaft am Rand der Allerniederung einheitlich entstanden.

2. Informationsangebote in Jeversen

Zu den Zielen der Dorfgemeinschaft in Jeversen gehören Hinweisbeschilderungen und

Infotafeln mit verschiedenen Inhalten für Touristen und Einheimische. Dabei sollen In-

formationen zu den unterschiedlichsten Themen aufbereitet werden. Sowohl die Dorf-

geschichte kann erfahrbar gemacht, als auch Wissen zu den umliegenden Schutzgebie-

ten vermittelt werden. Die Träger der Projekte sind sowohl die Gemeinde Wietze als

auch Vereine bzw. Interessensgruppen aus dem Ort.

3. Baumpatenschaften

Dem Erhalt und der Pflege des ortsbildprägend Baumbestandes in den drei Dörfern im

öffentlichen Raum wird eine hohe Bedeutung beigemessen. Da es den Gemeinden auf-

grund von wirtschaftlichen wie auch organisatorischen Gründen nicht immer möglich ist

sich um alle Grünflächen und den Baumbestand optimal zu kümmern, soll hier die Ü-

bernahmen von Baumpatenschaften durch Einzelpersonen, Vereine und andere Institu-

tionen helfen, den Zustand des Großgrüns zu erhalten bzw. zu verbessern.

134


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2.4 Leitziel 4 Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die nächste Generati-

on

Kinder und Jugendliche sind als die künftigen Bewohner und „Nutzer“ der Dörfer ein

wichtiger Bestandteil der Planungen und Sichtweisen der Bürger. Das Leitziel 4 dient der

aktiven Integration der Kinder und Jugendlichen, insbesondere der Entwicklung von Frei-

räumen für Kinder und Jugendliche. Zwar steht die nächste Generation im Vordergrund

dieses Leitziels, aber auch Projekte, die Jung und Alt miteinander verbinden, sind ein

Bestandteil.

5.2.4.1 Überörtliche Projekte

Die Thematik, Angebote für Kinder und Jugendliche aller drei Dörfer zu schaffen, ist ein

gemeinsamer Handlungsansatz in den drei Dörfern. Die konkreten Projekte sind auf örtli-

cher Ebene angesiedelt. Da die Entwicklung neuer Angebote sehr dynamisch verläuft,

und die Bedarfe der Kinder und Jugendlichen besonders im Bereich der Freizeitgestaltung

(s. Leitziel 5 „Unsere Dörfer – Entwicklung von Freizeitangeboten zur ruhigen Erholung“)

liegen, gibt es Synergieeffekte zu vielen im Plan der Verbunddorferneuerung beschriebe-

nen Projekten, die anderen Leitzielen zugeordnet sind.

Schaffung neuer Freizeitangebote bzw. -orte für verschiedene Zielgruppen

Priorität 3

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr. 2.0

Projektträger Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze in Kooperation mit

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

den Vereinen und Jugendlichen der drei Dörfer

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Leitziele

bei:

Leitziel 2 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige öffentliche Infra-

struktur entwickeln“

Leitziel 5 „Unsere Dörfer – Entwicklung von Freizeitangebo-

ten zur ruhigen Erholung“

Verbindung zu Projekten Die Maßnahmen bei der Planung und Neugestaltung von

135


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

im Aller-Leine-Tal Freizeitanlagen für die Jugendlichen korrespondieren mit

Projektbeschreibung

dem im REK des Kooperationsraumes Aller-Leine-Tal formu-

lierten Handlungsfeld 6.2.5 Tourismus- Erholung- Kultur,

hier mit dem Leitprojekt Allerhand erleben (REK, S.65f).

Das Projekt umfasst Maßnahmen, die besonders den Zielgruppen der Kinder und Jugend-

lichen und der Freizeitsportler zugutekommen sollen. In Verbindung mit den Projekten

für bessere Freizeitangebote sollen im öffentlichen Raum neue moderne Angebote ge-

schaffen werden. Die Verwirklichung dieses Angebotes kann in jedem der drei Dörfer er-

folgen. Die Wirkung wird auf Grund der hohen Attraktivität überörtlich sein.

Folgende Maßnahmen sind enthalten:

• Streethockey- Platz;

• Inlineskatebahn inkl. „Halfpipes“;

• Ausrüstung ausgewählter Bushalte- oder Schutzhütten, die Kommunikationspunk-

te für Jugendliche sind, mit Solartechnik-gestützter Beleuchtung bzw. ggf. Hei-

zung.

Die Vorschläge zu diesen Maßnahmen entstanden in Gesprächen mit Kindern und Ju-

gendlichen, die parallel zu den vorhandenen bzw. zukünftigen öffentlichen Räumen einen

eigenen Raum nutzen möchten. Bei der Umsetzung, idealerweise mit Hilfe eines Vereins

bzw. Interessensgruppe, sollen die Kinder und Jugendlichen mitwirken. Technische Gerä-

te bzw. Materialien könnten in Form von Sponsoring zur Finanzierung hinzugenommen

werden.

Kostenschätzung

In ähnlichen Projekten wurden folgende Kosten angegeben:

• Streethockey- Platz inkl. Ausstattung mit ca. 8.500,00 € (Quelle: inlineshow-

team.de)

• Inlineskatebahn inkl. Halfpipe mit ca. 8.000,00 € inkl. Vorarbeiten und Lackierung

• Solarausrüstung für drei Hütten mit ca. 2.500,00 € pro Hütte (Quelle: solartech


GmbH)

Im Fall einer konkreten Planung müssen die einzelnen Kosten entsprechend angepasst

und mit Angeboten der Hersteller ergänzt werden. Da fest montierte Spielgeräte über das

136


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

ZILE-Programm gefördert werden können, reduzieren sich die benötigten Eigenmittel für

die Maßnahmen.

5.2.4.2 Projektspeicher

1. Erstellung eines Strategiekonzeptes zum demografischen Wandeln in den

Dörfern

Die demografischen Veränderungen werden mittelfristig in den drei Dörfern zu spüren

sein. Die wirtschaftlichen Veränderungen, wie z. B. immer größer werdende Wege für

Berufspendler, sind gerade für die junge Generation entscheidend, sich Gedanken über

den Verbleib in den Dörfern zu machen. Ein langfristiges Konzept, erstellt in Kooperation

mit einer Universität oder Hochschule, die im Bereich soziale Regionalentwicklung tätig

ist, kann ein Modell entwerfen und Handlungsempfehlungen geben, wie dem demografi-

schen Wandel auf lokaler Ebene begegnet werden kann. Das Projekt müsste von einer

Interessensgruppe oder von Vereinen initiiert werden, würde aber Bundesförderung er-

halten.

2. Schaffung von Umweltbildungsangeboten

Auf der Ebene privater Initiativen mit öffentlichem Interesse wird es mittelfristig zahlrei-

che Projekte in den drei Dörfern geben. Ein Projekt im beschriebenen Handlungsfeld ist

die Vermittlung von Erfahrungen im Umgang mit Naturressourcen, Umweltschutz sowie

dem Erhalt der ortstypischen Strukturen für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche. Die

Projekte sind als private Maßnahmen in der Trägerschaft eines Vereines oder einer In-

teressensgruppe langfristig angelegt und greifen die verschiedenen Handlungsfelder aus

dem Dorferneuerungsprozess auf.

Die Projekte können über Förderungen von Stiftungen (z.B. Allianz-Stiftung und Pro-

gramm Blauer Adler) oder über Leader-Förderung in Kooperation mit bestehenden Pro-

jekten im Aller-Leine-Tal realisiert werden.

3. Aufbereitung der Entwicklungsgeschichte der Dörfer

In den drei Dörfern ist eine starke Verbundenheit mit der eigenen Geschichte beobacht-

bar. Engagierte Bürger versuchen, die kulturellen Traditionen zu erhalten und die Ge-

schichte und Geschichten sowohl in Vereinen als auch Interessensgruppen weiter-

zugeben. Das geschieht bisher unkoordiniert. Im Projekt sollen die Bemühungen um das

kulturelle Erbe der jeweiligen Dörfer gewürdigt und weitergeführt werden. Ausstellungen

und Veranstaltungen können das kulturelle Erbe präsentieren, die Dorfchroniken zu-

gänglich machen, aber vor allem an die nächste Generation weitergeben. Traditionen,

die wieder entdeckt werden, z.B. örtlich tradierte Tanz- und Kommunikationsformen, wie

137


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

der „Hamburger“ in Thören, sollen gezielt gefördert werden. Die Vermittlung des kultu-

rellen Erbes ist eng mit dem Leitziel 5 „Unsere Dörfer – Entwicklung von Freizeitangebo-

ten zur ruhigen Erholung“ verbunden. Die Trägerschaft für die einzelnen örtlichen Pro-

jekte liegt bei den Vereinen und Interessensgruppen. Es besteht jedoch auch ein erheb-

liches öffentliches Interesse.

5.2.5 Leitziel 5 Unsere Dörfer – Entwicklung von Freizeitangebote zur ruhigen

Erholung

Im Leitziel 5 stehen der nachhaltige Ausbau der bestehenden Freizeit- und Erholungsan-

gebote in der Kulturlandschaft des Aller-Leine-Tals und die Integration verschiedener

Interessensgruppen (Radfahrer, Reitersportaktive, Wasserwanderer etc.) im Vorder-

grund. Umweltverträglicher Tourismus und naturräumliche Ressourcen sind Potentiale für

eine stabile langfristige Entwicklung – für die Einwohner und die Touristen. Neben den

Projekten entlang der Aller bzw. in den Randlagen der drei Orte sollen innerörtliche Flä-

chen für Freizeitangebote aufgewertet bzw. bestehende Freizeitnutzungen ergänzt wer-

den. Dazu muss eine entsprechende Infrastruktur vor Ort geschaffen werden. Dies be-

trifft insbesondere die Angebote im Bereich Tourismus und Sport.

Überörtliche Projekte

Umnutzung des „Langen Thön“ als Naturbadeteich mit ökologischer Wasser-

behandlung

Priorität 1

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr.: 3.0

Projektträger Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Die Maßnahme liegt im Vorranggebiet Natur und Landschaft

(siehe ROP des Landkreises Celle 2005) im FFH- Gebiet.

Neben der Lage im FFH-Gebiet, sind die Anforderungen der

NATURA2000-Gebiete zu berücksichtigen

Die Maßnahmen korrespondiert mit dem im REK des Koope-

rationsraumes Aller-Leine-Tal formulierten Handlungsfeld

6.2.4 Siedlung und Kulturlandschaft (REK, S.60).

138


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Projektbeschreibung:

Abbildung 67: Langer Thön bei Jeversen

Das in der Allerniederung liegende Gewässer „Lange Thön“ wurde und wird von den Ein-

wohnern der Dörfer als Badeteich genutzt. Aufgrund der fehlenden Kultivierung des Ge-

wässers entwickelte sich die Natur im „Langen Thön“ immer weiter. Mit der Festlegung

des FFH-Gebietes in der Allerniederung, das Bestandteil des NATURA 2000-

Schutzgebietnetzwerkes ist, wurde das Gewässer als wertvolles Biotop, speziell für die

Avifauna der Region, eingestuft.

Im Rahmen der gemeindlichen Bauleitplanung der Gemeinde Wietze zur Aufstellung des

Bebauungsplanes „Ortskern Jeversen“ wurde eine FFH-Vorprüfung durchgeführt, um

festzustellen, ob ein öffentliches Projekt der naturnahen verträglichen Umwandlung des

Gewässers zur Erweiterung der Nutzung als Freizeitort genehmigungsfähig ist. Aufgrund

der Stellungnahme des Landkreises Celle zum Projekt und den natürlichen Gegebenhei-

ten vor Ort ist nur mit einem Zieländerungsverfahren ein verkleinertes und verträgliches

Projekt möglich.

Die Bedeutung des „Langen Thön“ innerhalb der Allerniederung bedingt ein besonders

umsichtiges Vorgehen im Fall einer positiven Zieländerungsverfahrens seitens des Land-

kreises Celle. Das Projekt soll zusammen mit dem Naturschutz (mögliche Kooperations-

partner wären der BUND und/oder der NABU) weiterentwickelt werden, um zum einen die

von den Dorfbewohner als wichtig respektierten Gründe und Schutzziele des Naturschut-

zes zu berücksichtigen, aber auch die Bademöglichkeit zu erhalten.

Kostenschätzung

Derzeit liegen keine Kostenschätzungen vor.

139


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Gemeinsamer Platz an der Aller

Priorität 2

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr.: 4.0

Projektträger Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

Die Maßnahme liegt im Vorranggebiet Natur und Landschaft

(siehe ROP des Landkreises Celle 2005) im FFH-Gebiet. Ne-

ben der Lage im FFH-Gebiet, sind die Anforderungen der

NATURA2000-Gebiete zu berücksichtigen

Die Maßnahmen korrespondiert mit dem im REK des Koope-

rationsraumes Aller-Leine-Tal formulierten Handlungsfeld

6.2.4 Siedlung und Kulturlandschaft, hier mit dem Leitpro-

jekt Lebendige Allerufer (REK, S.60).

Abbildung 68: Der Platz an der Allerbrücke wird auch zur Lagerung von Bauschutt ver-

wendet

An der Allerbrücke zwischen den Dörfern Jeversen im Süden und Thören im Norden, fast

genau im geographischen Mittelpunkt des Planungsraums der Verbunddorferneuerung,

befindet sich ein freier unbefestigter Platz. Er wird als Lagerplatz für Baustoffe und Ab-

140


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

bruchmaterial für das Wasser- und Schifffahrtsamt genutzt sowie in unregelmäßigen Ab-

ständen durch die Bundeswehr (Wehrbereichsverwaltung Hannover) als Übungszone zur

Querung der Aller beansprucht. Derzeit ist das Areal ständiger Anziehungspunkt für

Camper mit Wohnmobilen, Wassersportler, Angler, Reiter und Hundehalter.

Der Platz an der Allerbrücke liegt ebenso wie der „Lange Thön“ im FFH-Gebiet. Die FFH-

Vorprüfung ergab eine erhöhte Schutzwürdigkeit für das gesamte Areal, das ebenfalls

unmittelbar im festgelegten Überschwemmungsgebiet liegt. Ein verkleinertes und ver-

trägliches Projekt ist nur mit einem Zieländerungsverfahren möglich. Einwände aus Sicht

des Naturschutzes sind die erwartete erhebliche Lärmbelastung des Areals bei einer ent-

sprechenden Nutzung durch Bürger der drei Dörfer, die sich negativ auf die Avifauna ent-

lang der Aller in diesem Bereich auswirken könnte.

Möglicherweise könnte an dieser Stelle eine aus natürlichen Baustoffen bestehende Aus-

sichtsplattform aufgestellt werden, die mit Infotafeln versehen, Besuchern und Gästen

Hinweise auf die Bedeutung der Allerniederung für den Naturschutz gibt. Eine Raststation

für Radfahrer auf dem Aller-Radweg und für Wanderer könnte ebenfalls naturverträglich

aufgestellt werden. Andere Maßnahmen, wie die Befestigung für einen Festplatz, können

dagegen nur durch ein erfolgreiches Zieländerungsverfahren realisiert werden. Die Maß-

nahmen müssen nach eingeleitetem Zieländerungsverfahren in einer Vertiefungsplanung

weitergeführt werden, insbesondere um geeignete Lösungen an den Grenzen des festge-

legten FFH- Gebietes zu finden.

Kostenschätzung

Derzeit liegen keine Kostenschätzungen vor.

Wesentliche Voraussetzung für die Realisierbarkeit war die Prüfung auf Verträglichkeit

der Projekte im FFH-Gebiet. Aufgrund der Unverträglichkeit dieser Projekte mit dem

Schutzzweck des FFH-Gebietes sowie des bestehenden Naturschutzes, insbesondere der

Feuchtlandfauna, sind die gewünschten beiden Projekte ohne weitere Gespräche mit allen

zuständigen Behörden derzeit nicht zu realisieren. Der Platz an der Aller wird unregelmä-

ßig von Anglern, Wassersportlern und zur Erholung von den Bürgern genutzt. Die zusätz-

liche Belastung des Platzes durch eine einmal jährlich stattfindende Veranstaltung der

drei Dörfer zu einem Zeitpunkt, wenn die Zugvögel das Land verlassen haben, kann

kaum ökologisch negative Folgen haben.

Der „Lange Thön“ ist ein ortsbildprägendes Gewässer, das seit langer Zeit genutzt wird

und erst durch die behördliche Einstufung alsschützenswertes Biotop für den Ort abge-

wertet worden ist. Das Gewässer liegt jetzt in einer Naturschutzzone, in der sich eine

Arten-reiche Flora und Fauna entwickelt haben soll. Eine Nutzung als Badegewässer mit

den notwendigen Anlagen wäre damit ausgeschlossen.

141


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

„FFH-Gebiete sind Schutzgebiete von gemeinschaftlicher (EU) Bedeutung und unterliegen

der FFH-Richtlinie. Zusammen mit den europäischen Vogelschutzgebieten bilden die FFH-

Gebiete das Netz der NATURA 2000 Gebiete. Ziel von NATURA 2000 ist es, die Erhaltung

oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes der definierten Lebens-

raumtypen und Arten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet zu gewährleisten.

Zum Schutz dieses ökologischen Netzes vor Beeinträchtigungen fordert die FFH-Richtlinie

eine Prüfung der Verträglichkeit von Projekten und Plänen, die auf diese Gebiete einwir-

ken können. Einem Plan oder Projekt darf deshalb nur zugestimmt werden, wenn festge-

stellt wird, dass das Gebiet als solches nicht beeinträchtigt wird. Ausnahmen regelt Art. 6

Abs. 4 der FFH-RL. FFH-Gebiete sind großflächige Schutzgebiete innerhalb derer prioritä-

re Lebensräume vorkommen, für die genaue Entwicklungsziele definiert worden sind.

Diese prioritären Lebensräume nehmen im Vergleich zum Gesamtschutzgebiet nur einen

kleinen Teil der Flächen ein und liegen vereinzelt innerhalb des Schutzgebietes. Ihnen

kommt aber ein besonderer Schutzstatus zu.

Für die geplanten Projekte sieht der Sachverhalt wie folgt aus: Das Stillgewässer „Langer

Thön“ ist als prioritärer Lebensraum „Feuchte Hochstaudensäume“ sowie „Natürliche eut-

rophe Seen“ kartiert. Die angrenzenden Flächen für den potenziellen Treffpunkt sind e-

benfalls als prioritärer Lebensraum „Feuchte Hochstaudensäume“ festgesetzt. Beide Flä-

chen weisen einen guten Erhaltungszustand auf und können innerhalb eines kurzen bis

mittleren Zeitraums wiederhergestellt werden. Das bedeutet, dass die geplanten Nutzun-

gen sich an diesen Stellen ausschließen, da mit erheblichen Beeinträchtigungen bezogen

auf die Erhaltungsziele zu rechnen ist.

Sowohl das Projekt „Langer Thön“ als auch der gemeinsame Platz an der Aller sind formal

betrachtet aufgrund der Stellungnahme in der FFH-Vorprüfung nicht als offizielles Projekt

realisierbar. Die Teilnehmer des überörtlichen Arbeitskreises sprachen sich jedoch mehr-

heitlich für eine Aufnahme des Projektes in die Projektliste aus. Für das Projekt „Langer

Thön“ wurde durch engagierte Bürger bereits erfolgreich eine Unterschriftensammlung

durchgeführt (siehe Anhang), die den Willen der Einwohner für das Projekt und damit für

eine verträgliche Lösung (z.B. Zieländerungsverfahren) ausdrückt. Die beiden Orte sollen

nicht grundlegend ausgebaut werden, sondern mit den vorhandenen Ressourcen genutzt

werden. Die Projekte bleiben daher als überörtliche öffentliche Projekte im vorliegenden

Plan enthalten.

142


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Ausbau von multifunktionalen Wegen für Landwirtschaft, Freizeit und Touris-

mus

Priorität 3

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr.: 5.0

Projektträger Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Leitziele

bei:

Leitziel 1 „Unsere Dörfer – Sichere und zukunftsfähige Ver-

kehrswege

Leitziel 4 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die

nächste Generation“

Das Vorhaben ist im Rahmen der überregionalen Festlegun-

gen als Vorranggebiet Natur und Landschaft (siehe ROP des

Landkreises Celle 2005) im FFH- Gebiet verankert. Neben

der Lage im FFH-Gebiet, sind die Anforderungen der NATU-

RA2000-Gebiete zu berücksichtigen

Das Projekt korrespondiert mit dem im REK des Kooperati-

onsraumes Aller-Leine-Tal formulierten Handlungsfeld 6.2.4

Siedlung und Kulturlandschaft sowie im Handlungsfeld 6.2.5

Tourismus- Erholung- Kultur (REK, S.65f).

Zu den Freizeitwegen zählen der überregionale Aller-Radweg aber auch die innerörtlichen

und zwischenörtlichen Radwege sowie die Fuß- und Wanderwege. Das Freizeitwegenetz

ist auf speziell dafür ausgebauten Wegen entwickelt worden oder nutzt das landwirt-

schaftliche Wirtschaftswegenetz. Die bei den landwirtschaftlichen Wegen entstehenden

Konflikte sowie die Notwendigkeit der Schließung vorhandener Lücken im Freizeitwege-

netz, führte zur Definition von Maßnahmen, die über das Programm der Dorferneuerung

sowie anderer Fördermöglichkeiten (z.B. NBank-Tourismusförderung für Radwege mit

75%iger Förderung für Wegeneubau) finanziert werden sollen. Folgende Verbesserungen

im Freizeitwegenetz sollen entwickelt werden:

143


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

• Verbesserung des Verlaufs des Aller-Radweges zwischen Jeversen, Thören und

Bannetze;

• Sanierung der innerörtlichen Radwege zu den übergeordneten Radwegen;

• Sanierung des Radweges entlang der L 180 (Landesstraßen- begleitend);

• Radfahren am Deich;

• Verbesserung des Aller-Leine-Radweges an der Landkreisgrenze (Querung B 214).

Verbunden mit der Sanierung bzw. ggf. dem Neubau der Radwege sowie der anderen

Freizeitwege sind stets erweiterte Beschilderungen (Informations- und Leitsystem), der

Bau von Schutzhütten in üblichen Abständen sowie die Anbindung an den Individual- und

öffentlichen Personennahverkehr. Informationen über die Orte, Sehenswürdigkeiten und

bedeutenden geschichtlichen Ereignisse ergänzen das Leitsystem und fördern die Identi-

tät der Region. Die Maßnahmen können einzeln oder im Verbund realisiert werden. Die

an den Landesstraßen gelegenen Rad- und Fußwege sollten im Rahmen der Sanierung

von Landesstraßen erneuert werden.

Abbildung 69: Radwegenetz in den drei

Dörfern

Blau = Regionalschleife Aller-Leine-Tal

Gelb = Aller-Radweg

Braun = Nebenstrecke des Aller-Radweges

144


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Kostenschätzung

Derzeit liegen keine konkreten Kostenschätzungen vor, da noch keine detaillierte Planung

der Strecken begonnen wurde. Es gibt jedoch Erfahrungswerte für die Sanierung von

Radwegen bzw. deren Neubau. Bei der Kostenermittlung für das Projekt werden ver-

schiedene Faktoren berücksichtigt. Für Radwege außerhalb der Bebauung können folgen-

de Werte angenommen werden.

• Grunderwerb und Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (nicht berücksichtigt)

• Herstellung in Asphaltbauweise (8 cm Tragschicht und 2 cm Decke)

• Breite 2 m (Kosten brutto, einschl. Ing.geb. ca. 200 €/lfd m)

• Innerörtliche Radwege mit 2 m Breite und Bitumen als Fahrbahndecke ca. 150

€(lfd. m.

Bei der detaillierten Planung der Radwege müssen zunächst der Streckenverlauf und die

Anbindung an die bestehenden Radwege abgestimmt werden. Sollen in das Radwegenetz

auch Wirtschaftswege einbezogen werden, so müssen die detaillierten Planungen dies

separat berücksichtigen. Kosten entstehen für den Grunderwerb der Wege, sofern diese

nicht bereits in gemeindlichem bzw. öffentlichem Besitz befinden, und für den Bau von

Nebenanlagen (Beschilderung, Beleuchtung, verkehrssicherheitstechnische Anlagen).

Die erwarteten Kosten belaufen sich auf ca. 250.000,00 €.

Integration wichtiger Attraktionspunkte in das Wegenetz und touristische An-

gebote

Priorität 3

Kategorie überörtliches Projekt

Projektnr.: 6.0

Projektträger Gemeinden Wietze und Winsen (Aller) in enger Kooperation

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

mit Naturschutzvereinen sowie den Betreibern der jeweili-

gen Attraktionspunkte

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weiterer Leitziele

bei:

Leitziel 4 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die

nächste Generation“

Das Vorhaben ist im Rahmen der überregionalen Festlegun-

gen als Vorranggebiet Natur und Landschaft (siehe ROP des

145


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

nungen Landkreises Celle 2005) im FFH-Gebiet verankert. Neben

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

der Lage im FFH-Gebiet, sind die Anforderungen der NATU-

RA2000-Gebiete zu berücksichtigen

Die Maßnahmen korrespondiert mit dem im REK des Koope-

rationsraumes Aller-Leine-Tal formulierten Handlungsfeld

6.2.4 Siedlung und Kulturlandschaft, hier mit dem Leitpro-

jekt Lebendige Allerufer (REK, S.60), sowie im Handlungs-

feld 6.2.5 Tourismus- Erholung- Kultur (REK, S.65f).

Das Projekt umfasst eine Anzahl kleinerer investiver Maßnahmen, die im Folgenden dar-

gestellt werden. In die touristische und Freizeitinfrastruktur sollen interessante Angebote

und die naturräumlichen Ressourcen eingebunden werden. Neben praktischen Elemen-

ten, wie Landschaftsmöblierung und dem Aufbau eines Informationssystems, sind die

Allgemeinheit interessierende Orte zu erschließen, so z.B. die geplante Wasserkraftanla-

ge an der Bannetzer Schleuse. Thematische Pfade und Knotenpunkte zwischen Wander-

und Radwegen sollen so gestaltet werden, dass die Aufenthaltsqualität und -dauer in der

Region der drei Dörfer erhöht wird. Folgende Projekte sind langfristig interessant:

• Anlegen thematischer Pfade, wie den „Energiepfad“ mit der Station Wasserkraft

an der Bannetzer Schleuse inkl. Freiraummöblierung, Raststellen und Informati-

onstafeln.

• Einbindung der FFH-Biotope der Allerwiesen in den sanften Tourismus durch ein

geführtes Wanderwegenetz

• Hinweise auf die natürlichen Ressourcen der Kulturlandschaft: ortstypische Nutz-

tiere, Angel- und Fischstandorte

Diese Maßnahmen sind als öffentliche und als private Maßnahmen realisierbar. Die An-

knüpfung an überregionale Aktivitäten im Aller-Leine-Tal erscheint wegen Zuschüsse zur

Projektfinanzierung sinnvoll. Beispielsweise kann der Energiepfad vom Aller-Leine-Tal-

Projekt: Energie-Region „Aller-Leine-Tal“ unterstützt werden. Kleinere ehrenamtliche Pro-

jekte z. B. zur Förderung der Naturerfahrung von Kindern können Gelder von der Allianz

Jugendstiftung/ Programm Blauer Adler erwarten.

Kostenschätzung

Derzeit liegen keine Kostenschätzungen vor. Der erwartete Kostenrahmen für dieses Pro-

jekt beläuft sich auf ca. 25.000,00 €.

146


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.2.5.1 Örtliche Projekte

Sport- und Freizeitplätze in Jeversen

Priorität 3

Kategorie örtliches Projekt

Projektnr.: J 3.0

Projektträger Gemeinden Wietze in Kooperation mit der Interessengrup-

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

pe/ Verein

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weitere Leitziele

bei:

Leitziel 2 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige öffentliche Infra-

struktur entwickeln“

Leitziel 4 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die

nächste Generation“

Das Projekt sollte in das derzeit in der Entwicklung befindli-

che gemeinsame Sportplatzkonzept (s. Projektspeicher 4.)

der drei Dörfer integriert werden. Ggf. sind Anforderungen

aus dem Gemeindeentwicklungsplan der Gemeinde Wietze

zu berücksichtigen.

Das Projekt korrespondiert mit dem im REK des Kooperati-

onsraumes Aller-Leine-Tal formulierten Handlungsfeld 6.2.4

Siedlung und Kulturlandschaft, hier mit dem Leitprojekt Le-

bendige Allerufer (REK, S.60), sowie im Handlungsfeld 6.2.5

Tourismus- Erholung- Kultur (REK, S.65f).

Das geplante Projekt besteht aus einer Anzahl kleinerer investiver Maßnahmen in Jever-

sen. Ziel ist es, den vorhandenen Bolzplatz im Ort neben den Anlagen am Hirtenhaus

unter Berücksichtigung der Entwicklung eines gemeinsamen Sportplatzkonzeptes der drei

Dörfer , erheblich zu verbessern, um die Qualität des Freizeitangebotes langfristig zu er-

höhen. Folgende Maßnahmen sind angedacht:

147


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

• Herstellung einer dauerhaft bespielbaren Fläche mit Pflegekonzept (ehrenamtli-

ches Engagement der Jugendlichen und/ oder Vereine)

• Umfassung dieses Bolzplatzes und Schaffung einer Zuwegung mit verkehrssi-

chernden Maßnahmen im Umfeld besonders für Kinder.

Neben der Spielfläche sollen Sitzplätze geschaffen werden, um den Ort als Kommunikati-

onsort für die Bürger attraktiv zu gestalten.

Kostenschätzung

Derzeit liegen keine Kostenschätzungen vor. Der erwartete Kostenrahmen für dieses Pro-

jekt liegt bei ca. 50.000,00 €.

Sport- und Freizeitplätze in Thören

Priorität 2

Kategorie örtliches Projekt

Projektnr.: T 2.0

Projektträger Gemeinden Winsen (Aller) in Kooperation mit den beteilig-

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

ten Vereinen

Das Projekt trägt zur Umsetzung folgender weitere Leitziele

bei:

Leitziel 2 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige öffentliche Infra-

struktur entwickeln“

Leitziel 4 „Unsere Dörfer – Zukunftsfähige Dörfer für die

nächste Generation“

Das Projekt sollte in das derzeit in der Entwicklung befindli-

che gemeinsame Sportplatzkonzept (s. Projektspeicher 4.)

der drei Dörfer integriert werden.

Das Projekt korrespondiert mit dem im REK des Kooperati-

onsraumes Aller-Leine-Tal formulierten Handlungsfeld 6.2.4

Siedlung und Kulturlandschaft, hier mit dem Leitprojekt Le-

bendige Allerufer (REK, S.60), sowie im Handlungsfeld 6.2.5

Tourismus- Erholung- Kultur (REK, S.65f).

148


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Projektbeschreibung

Das Projekt enthält wie das entsprechende Projekt für Jeversen ein Bündel kleinerer in-

vestiver Maßnahmen in Thören. Ziel ist, den außerhalb des Ortskerns liegenden, durch

die Gemeinde von einem privaten Eigentümer gepachteten Bolzplatz, unter Berücksichti-

gung des überörtlichen gemeinsamen Sportplatzkonzepts der drei Dörfer, zu einem

Sportplatz weiterzuentwickeln. Folgende Maßnahmen sind angedacht:

• Herstellung einer dauerhaft bespielbaren Fläche für Fuss- und Volleyball mit Pfle-

gekonzept (Sportverein, Interessengruppen) und einer leicht befestigten Fläche

am Rand für Feste und Veranstaltungen

• Installation von fest montierten Spielgeräten wie Fußballtoren und Basketballkör-

ben als auch Beleuchtung

• Umfassung des Bolzplatzes und Erneuerung der Zuwegung mit verkehrssichern-

den Maßnahmen im Umfeld besonders für Kinder

• Installation einer Wasser und Stromversorgung;

• Bau einer Schutzhütte oder eines Regenunterstandes am Spielfeld

Neben der Spielfläche sollen Sitzplätze geschaffen werden, um den Ort als Kommunikati-

onsort für die Bürger herzurichten. Die Eigenleistung der Vereine an den verschiedenen

Maßnahmen wird hoch sein.

Kostenschätzung

Derzeit liegen keine Kostenschätzungen vor. Der erwartete Kostenrahmen für dieses Pro-

jekt beläuft sich auf ca. 50.000,00 €.

149


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Neue touristische Angebote am Bannetzer Wehr

Priorität nicht erfasst

Kategorie örtliches Projekt

Projektnr.: B 3.0

Projektträger Gemeinde Winsen (Aller) in Kooperation mit den Betreibern

Verbindung zu anderen

Leitzielen der Verbund-

dorferneuerung

Verbindung zu regionalen

und überregionalen Pla-

nungen

Verbindung zu Projekten

im Aller-Leine-Tal

Projektbeschreibung

der Wasserkraftanlage und der bisher beteiligten Interes-

sengruppe

Das Projekt ist Bestandteil des Rahmenkonzeptes Energie-

Region Aller-Leine-Tal im derzeitigen Leaderprogramm. Pla-

nungen müssen weiterhin die Anforderungen des Wasser-

und Schifffahrtsamtes Verden sowie des Naturschutzes be-

rücksichtigen.

Die Maßnahmen korrespondiert mit dem im REK des Koope-

rationsraumes Aller-Leine-Tal formulierten Handlungsfeld

6.2.4 Siedlung und Kulturlandschaft, hier mit dem Leitpro-

jekt Lebendige Allerufer (REK, S.60), sowie im Handlungs-

feld 6.2.5 Tourismus- Erholung- Kultur (REK, S.65f). Dar-

über hinaus bestehen Anknüpfungspunkte zu den Planungen

der EnergieRegion „Aller-Leine-Tal“

Das Projekt am Bannetzer Wehr ergänzt die touristischen Angebote im Ort. Mit der ge-

planten, in der Genehmigungsphase befindlichen Wasserkraftanlage (als energietechni-

sche Innovation mit überregionaler Wirkung) entsteht ein neuer Standort in der Energie-

Region Aller-Leine-Tal.

Ziel ist, Interessenten und Besuchern ergänzende Angebote zu bieten, um den Standort

nachhaltig und zugleich umweltverträglich zu entwickeln. Neben einem Energiepfad, des-

sen eine Station die Wasserkraftanlage sein wird, sind ein Leit- und Informationssystem

sowie langfristig eine regenfeste Info-Station angedacht.

150


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Das Projekt ist in die Aktivitäten im Leaderprogramm des Kooperationsraums der Leader-

region „Aller-Leine-Tal“ eingebettet. Die Zuwegung sowie Stellflächen für Besucher müs-

sen geschaffen werden. Diese Maßnahmen müssen mit den Betreibern, den Anliegern

(Landwirte) sowie den Gemeinden abgestimmt werden.

Kostenschätzung

Derzeit liegt eine vorläufige Kostenschätzung anhand von Vergleichswerten vor. Danach

werden für dieses Projekt ca. 25.000,00 € benötigt

5.2.5.2 Projektspeicher

1. Nutzungs- und Vermarktungskonzept für die drei Dörfer

Das gemeinsame Nutzungs- und Vermarktungskonzept der drei Dörfer ist die Basis für

die Integration und Abstimmung der einzelnen Vorhaben in den Orten. Das Konzept soll

durch eine Arbeitsgruppe als ehrenamtliches überörtliches Projekt entwickelt werden – in

Kooperation mit dem Tourismusverband und den beiden Gemeinden. Es kann langfristig

als Werkzeug für eine gezielte Entwicklung von Tourismus und Freizeitangeboten inklu-

sive sportlicher Aktivitäten etabliert werden.

Die Trägerschaft könnte der angedacht Förderverein übernehmen. Eine Finanzierung aus

Mitteln des ZILE-Programms ist nicht möglich.

2. Verbesserung der Beherbergungsangebote und der Gastronomie

Besonders bei Übernachtung und Gastronomie sollten die Angebote in den Dörfern er-

heblich verbessert werden. Das Interesse zum Besuch der Region wächst, wenn vielfälti-

ge Angebote vorgehalten werden. Die Ferienwohnungen und Reiterhöfe sind eine gute

Basis, jedoch entspricht deren Quantität und Qualität noch nicht dem von Touristen er-

wartetem Standard. Mit einem touristischen Konzept können für Betreiber von Beher-

bergungsbetrieben sowie der Gastronomie zumindest inhaltlich Hilfestellungen gegeben

werden.

3. Regionale Traditionen

Ein privates Projekt von öffentlichem Interesse ist die Nutzung innerörtlicher Freiflächen

und die ortstypische Beweidung von Frei- und Deichflächen durch Heidschnucken. Als

landschaftsprägende Attraktion und aus ökologischen Gründen können die Tiere gezielt

als natürliche Helfer eingesetzt werden. In Kooperation mit den Gemeinden (gemeindli-

che Flächen), dem Wasser- und Schifffahrtsamt (bezüglich der Deichnutzung) sowie den

Eigentümern der Grünflächen (Landwirte) wär abgestimmte Weidepläne und Nutzungen

zu vereinbaren.

151


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Das Projekt ist als private Maßnahme von erheblichem öffentlichem Interesse zu verste-

hen und wird deswegen von den Gemeinden unterstützt. Es würde in besonderem Maße

den Richtlinien eines FFH-Gebiets gerecht werden.

4. Gemeinsames Konzept zu den Sportplätzen in den Dörfern der Verbunddorf-

erneuerung

Das in der Entwicklung befindliche gemeinsame Sportplatzkonzept von Vereinen und

Initiativen in den Dörfern soll Synergieeffekte für die Nutzung der örtlichen Sportplätze

haben. Durch die Abstimmung der einzelnen Angebote in den Dörfern soll die Vielfalt der

sportlichen überörtlichen Freizeitgestaltung angehoben und Angebotsüberschneidungen

(z.B. Inlineskatebahn) vermieden werden. Das gemeinsame Sportplatzkonzept kommt

allen Einwohnern der Dörfer zugute und steigert die Attraktivität der Dörfer für Auswär-

tige.

152


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.3 Prioritätenliste und Kostenschätzung

Die Kostenschätzung und Prioritätenliste bezieht sich auf diejenigen Projekte, die im

Rahmen der Vorplanungen bereits mit konkreten Kosten entwickelt wurden oder diejeni-

gen Projekte, bei denen schon konkrete inhaltliche Überlegungen vorhanden sind (siehe

dazu die Projektbeschreibungen). Die Projekte im Projektspeicher müssen noch vertie-

fend definiert werden und sind zunächst nicht in der Liste enthalten.

5.3.1 Überörtliche Projekte

Jahr Projekt Kosten in €

2010 Verbundpflanzaktion in allen drei Dörfern 12.457,00

2011 Ausbau von multifunktionalen Wegen für

Landwirtschaft, Freizeit und Tourismus

2011 Schaffung neuer Freizeitangebote für ver-

schiedene Zielgruppen

2011 Integration regional wichtiger Attraktions-

punkte im Wegenetz und Schaffung touristi-

scher Angebote

153

250.000,00

18.500,00

25.000,00

2012 Baummonitoring 10.000,00

2012 Laub- und Grünschnittentsorgung 25.000,00

--- Umnutzung des „Langen Thön“ zum Bade-

teich mit ökologischer Wasserbehandlung

--- Aussichtsplattform, Rastplatz, gemeinsamer

Veranstaltungsplatz an der Aller

250.000,00

75.000,00

Die überörtlichen Projekte “Langer Thön” sowie “Gemeinsamer Platz an der Aller” werden

vorerst nicht weiterverfolgt, da die naturschutzrechtlichen Bedenken dazu erst noch aus-

geräumt werden müssen. Alternativ- und Kompromißlösungen werden gesucht, weil der

prinzipielle Inhalt der Projekte wichtig für die Entwicklung der Dörfer ist.

Für die überörtlichen Projekte belaufen sich die Kosten auf 663.500,00 €.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

5.3.2 Örtliche Projekte – Bannetze

Jahr Projekt Kosten in €

2010 Nachpflanzung vom Großgrün in Bannetze

(gemeinsame Pflanzaktion)

2010 Umgestaltung des Umfeldes am Sportheim

Bannetze

2012 Ausbau der innerörtlichen Verkehrswege in

Bannetze

2013 Neue touristische Angebote am Bannetzer

Wehr

?? Geschwindigkeitsmindernde Maßnahmen an

den Ortseingängen (L 180)

154

73.209,00

150.000,00

25.000,00

250.000,00

Für die örtlichen Projekte in Bannetze belaufen sich die geschätzten Kosten auf:

543.209,00 €.

5.3.3 Örtliche Projekte – Jeversen

Jahr Projekt Kosten in €

2010 Nachpflanzung von Großgrün in Jeversen

(gemeinsame Pflanzaktion)

2010 B 214 – Ortsdurchfahrt Jeversen - Ortsein-

gangsbereiche

252.550,00

2011 Umgestaltung des Areals am Hirtenhaus 234.000,00

2012 Sport- und Freizeitplätze Jeversen 50.000,00

Für die örtlichen Projekte in Jeversen belaufen sich die geschätzten Kosten insgesamt auf

536.500,00 €.

5.3.4 Örtliche Projekte – Thören

Jahr Projekt Kosten in €

2010 Planungen zum Dorfgemeinschaftshaus in

Verbindung mit der räumlichen Anpassung

12.500,00


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

für die Freiwillige Feuerwehr(1. Planungs-

schritt)

2010 Nachpflanzung vom Großgrün in Thören (ge-

meinsame Pflanzaktion)

2011 Sport- und Freizeitplätze in Thören 50.000,00

2012 Umgestaltung bzw. Neubau des Dorfgemein-

schaftshauses in Verbindung mit der räumli-

chen Anpassung für die Freiwillige Feuerwehr

2012 Ausbau der innerörtlichen Verkehrswege in

Thören

?? Geschwindigkeitsmindernde Maßnahmen an

den Ortseingängen (L 180)

155

750.000,00

150.000,00

250.000,00

Für die örtlichen Projekte in Thören belaufen sich die geschätzten Kosten auf

1.212.500,00 €.

5.3.5 Private Maßnahmen

Für den Bereich der privaten Maßnahmen wird von einem Kostenvolumen in allen drei

Dörfern der Verbunddorferneuerung von insgesamt ca. 1,0 Mio. € ausgegangen. Basis

für diese Einschätzung sind die Meldungen der Landwirte über den Sanierungsbedarf in

ihren Betrieben (Kapitel 4.1.6) und die Einschätzungen der Siedlungskartierung, die im

Rahmen der Bestandsanalyse erfolgt ist.

5.3.6 Gesamtkosten

Überörtliche Projekte 663.500,00 €,

Projekte in Bannetze 508.865,00 €,

Projekte in Jeversen 542.285,00 €,

Projekte in Thören 1.216.605,00 €,

Private Maßnahmen 1.000,000,00 €,

_____________________________________

Gesamtinvestitionen 3.931.255,00 €.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

6 Zusammenfassung und Ausblick

Der Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung“ ist als ein umfassendes Ent-

wicklungskonzept für die drei Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören dargestellt worden.

Ihr Inhalt ist in Aussagebreite und Aussagetiefe einerseits von den örtlichen Bedingungen

bestimmt worden. Andererseits wurde der Inhalt dieser Planung mit der Richtlinie über

die Gewährung von Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung (ZILE) begrün-

det.

Ein Dorferneuerungsplan hat keine rechtliche Verbindlichkeit wie ein Bauleitplan (Flä-

chennutzungs- oder Bebauungsplan) und ist als selbst verpflichtende, informelle Planung

zu verstehen. Aufgrund der sich ständig verändernden politischen, gesellschaftlichen,

sozialen und wirtschaftlichen Randbedingungen kann er spätere Ergänzungen aufnehmen

und damit ständig fortgeschrieben werden. Eine letztendlich gelingende Verbunddorfer-

neuerungsplanung muss stets offen bleiben für alle die drei Dörfer betreffende Themen,

offen bleiben für alle sich betroffen fühlende Einwohnerinnen und Einwohner und offen

bleiben im Ergebnis.

Nach dem Beschluss durch die Gemeinden und der Anerkennung durch die Behörde für

Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) ist die Verbunddorferneue-

rungsplanung die wichtigste planerische Grundlage und damit ein nachvollziehbarer

Handlungsrahmen für das weitere Vorgehen bzw. die künftige örtliche Entwicklung der

drei Dörfer im „Dörferdreieck Allerniederung“.

Für die Umsetzung dieses Planes werden erhebliche öffentliche und gleichermaßen priva-

te Investitionen notwendig. Erst die Summe dieser Gemeinschaftsaktionen wird den be-

absichtigten Erfolg sichtbar machen können. Die vorliegende Planung kann und soll dazu

wichtige Anregungen und Entscheidungshilfen geben.

Abschließend möchten sich die beauftragten Dorfplaner für das entgegengebrachte Ver-

trauen und die engagierte inhaltliche und gedankliche Zusammenarbeit bei allen Akteu-

ren der Dorferneuerung bedanken. Insbesondere den Mitgliedern des Arbeitskreises

Kommunikation, dem überörtlichen Arbeitskreises, den örtlichen Dialogen, den Bürger-

meistern und den Gemeindevertretern der Gemeinden Winsen (Aller) und Wietze, den

Ortsbürgermeistern und den Ortsräten aus den drei Dörfern, den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern der beiden Bauämter und dem Amt für Landentwicklung in der GLL Verden.

Herrn Prof. Dr. Mebus Geyh danken die Verfasser für die umsichtigen Korrekturen und

Hinweise.

156


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7 Anhang

7.1 Beratungsleitfaden

Informationen zur Verbunddorferneuerung Dörferdreieck

Allerniederung

Bannetze – Jeversen – Thören

Was bedeutet Dorferneuerung?

Die drei Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören wurden als Verbunddorferneuerung Dör-

ferdreieck Allerniederung in das Niedersächsische Dorferneuerungsprogramm aufge-

nommen. Übergeordnetes Ziel ist es, die Lebens-, Arbeits- und Erholungsbedingun-

gen in den Dörfern zu verbessern und somit zu einer positiven Entwicklung beizutragen.

Gleichzeitig soll die Eigeninitiative der Bewohnerinnen und Bewohner gestärkt und ge-

fördert werden.

Auf der Grundlage eines gemeinsam erarbeiteten Dorferneuerungsplans, der die Stra-

tegie zur Entwicklung der Dörfer in den nächsten Jahren beinhaltet, werden öffentliche

und private Maßnahmen mit Fördermitteln unterstützt. Der Plan soll möglichst umfassend

alle Aspekte des dörflichen Lebens und Wirtschaftens erfassen. Der Fokus einer Verbund-

dorferneuerung liegt dabei auf gemeinsamen, dorfübergreifenden Projekten. Dabei kann

eine Förderung nur Hilfe zur Selbsthilfe sein. Nicht alle Projekte und Maßnahmen, die

im Dorferneuerungsplan enthalten sind, können auch gefördert werden. Dazu zählen z.B.

Gemeinschaftsaktionen und Feste, die wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft(en)

sind. Ziel der Dorferneuerung ist es eben auch, Entwicklungen anzustoßen, die zwar nicht

förderfähig sind, aber einen großen Nutzen für die Dörfer haben.

Was kann gefördert werden?

Gefördert werden öffentliche und private Maßnahmen. Was gefördert wird, regelt die

Richtlinie zur Integrierten ländlichen Entwicklung (kurz: ZILE).

Zu den Privatmaßnahmen zählen unter anderen:

157


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

• Maßnahmen zur Erhaltung und Gestaltung ortsbildprägender Gebäude, hierzu ge-

hören insbesondere (auch ehemalige) land- und forstwirtschaftliche Gebäude (Tü-

ren, Fenster, Tore Dächer, Fassaden, Bausubstanz) (Ziffer 322.2.2.4);

• Gestaltung von Hof- und Garten und Grünflächen an (auch ehemals) land- und

forstwirtschaftlichen Gebäuden (z.B. Zäune, Hecken, Mauern, Bauerngärten, Sitz-

ecken, Torbögen, Toreinfahrten, Treppen) (Ziffer 322.2.24);

• Kleinere Bau- und Erschließungsmaßnahmen zur Erhaltung und Gestaltung des

dörflichen Charakters, hier können auch Freiflächen an ortsbildprägenden Gebäu-

den aufgewertet werden (Ziffer 322.2.2.3);

• Anpassung landwirtschaftlicher Bausubstanz einschließlich Hofräumen und Neben-

gebäuden an die Erfordernisse zeitgemäßen Wohnens und Arbeitens (betrifft Au-

ßenhaut und konstruktive Arbeiten im Innenbereich) (Ziffer 322.2.2.5);

• Umnutzung ganz oder teilweise leerstehender orts- oder landschaftsprägender

Gebäude für Wohn-, Arbeits-, Fremdenverkehrs-, Freizeit-, öffentliche oder ge-

meinschaftliche Zwecke zur Einkommensdiversifizierung von Land- und Forstwir-

ten (Ziffer 311.1.2).

Wie hoch ist die Förderung?

Bei Privatmaßnahmen (Landwirte zählen dazu) können bis zu 30% der förderfähigen

Kosten bezuschusst werden. Da eine Mindestfördersumme von 2.500 € (=30%) gilt,

müssen die Gesamtinvestitionen mindestens 8.333 € (=100%) betragen. Um diese

Summe zu erreichen, können ggf. mehrere Maßnahmen in einem Antrag zusammenge-

fasst werden.

Pro Objekt können maximal 25.000 € (einschl. MwSt.) gewährt werden. Bei Umnut-

zungsmaßnahmen von Landwirten sind bis zu 75.000 € Zuschuss pro Objekt möglich.

Gibt es mehrere Gebäude auf einem Hof, können diese Summen in weiteren Anträgen

erneut ausgeschöpft werden. Den verbleibenden Anteil (=70%) muss der Antragsteller

selbst finanzieren. Da die Förderung erst nach Abschluss und Prüfung der Maßnahme

ausgezahlt wird, muss der Antragsteller zunächst die komplette Summe vorfinanzieren.

Eigenleistungen sind nicht förderfähig, es können aber Materialkosten geltend gemacht

werden.

Was muss ich dafür tun?

Private Maßnahmen müssen sich aus dem Dorferneuerungsplan ableiten lassen. Wenn

Sie eine der oben genannten Maßnahmen fördern lassen wollen, wenden Sie sich an die

Dorfplaner. Sie erhalten dann eine für Sie kostenfreie Beratung beim Dorfplaner, dem

158


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

so genannten Umsetzungsbeauftragten. Im Gespräch vor Ort werden Sie beraten, ob

Ihre geplante Maßnahme grundsätzlich förderfähig ist.

Über Ihre Gemeinde können Sie dann einen Förderantrag stellen, der genaue Angaben

zur Maßnahme (u.a. Pläne, Kostenvoranschläge) enthalten muss. Anträge können in je-

dem Jahr bis spätestens zum 28.02. eingereicht werden. Die Behörde für Geoinformati-

on, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL) in Verden entscheidet dann über Ihren

Förderantrag.

Bis zu einer Investitionshöhe von 25.000 Euro benötigen Sie pro Gewerk mindestens ein

Kostenangebot, darüber hinaus müssen Sie pro Gewerk mindestens drei Kostenangebote

einholen. Bei größeren Maßnahmen, wie Umnutzungen, kann auch Ihr Architekt eine Kos-

tenermittlung nach DIN 276 bis zur dritten Ebene erstellen.

Sind alle Förderkriterien erfüllt und stehen ausreichend Mittel zur Verfügung, erhalten Sie

einen Bewilligungsbescheid, der die Zuschusshöhe, den Umsetzungszeitraum und Ne-

benbestimmungen enthält. Ist das Vorhaben abgeschlossen, müssen Sie die entstande-

nen Kosten im Verwendungsnachweis belegen, den Sie bei der GLL Verden einreichen

müssen. Nach einer abschließenden Prüfung vor Ort werden die Mittel ausgezahlt.

Sie dürfen auf keinen Fall vor dem Erhalt des Bewilligungsbescheides mit der

Maßnahme beginnen (dazu zählt z.B. auch eine Auftragsvergabe an einen Handwerksbe-

trieb oder Materialkauf). Auch müssen Sie sich an die Vorgaben des Bewilligungsbe-

scheides halten, da die Mittel sonst gekürzt oder gar nicht gewährt werden. Falls sich

unvorhergesehene Änderungen ergeben sollten, sprechen Sie rechtzeitig mit der GLL

Verden, damit der Bescheid ggf. geändert werden kann.

Haben Sie Fragen? Dann sprechen Sie uns an:

• Dipl.-Ing. Gudrun Viehweg

• Dipl.-Geogr. Michael Schmidt

• Dipl.-Ing. Martin Leifhelm

• Dipl.-Ing. Daniel Ermert

Amthof Eicklingen Planungsgesellschaft mbH & Co KG

Mühlenweg 60

29358 Eicklingen

Tel.: 05149 - 186080

Fax: 05149 - 186089

Mail: info@amtshof-eicklingen.de

159


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.2 Denkmalgeschützte Gebäude

Bannetze

Schleuse An der Schleuse 1

Allerwehr An der Schleuse 1

Schleusenwärterhaus An der Schleuse 1

Zufahrtsallee An der Schleuse 1

Schafstall und Speicher Bremer Straße 24

Speicher Bremer Straße 27

Scheune und Speicher Bremer Straße 28

Imkerspeicher Bremer Straße 29

Schafstall und Speicher Bremer Straße 31

Scheune und Speicher

Schweinestall und Backhaus Rübelandsweg 11

Jeversen

Schafstall Allerstraße 4

Schweinestall Allerstraße 22

Deputathaus Bruchweg 6

Scheune Schwarmstedter Straße 23

Thören

Speicher Alt Thören 3

Scheune Alt Thören 7

Ehrenmal Thörener Straße

Landarbeiterhaus Thörener Straße 41

160


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.3 Gestaltungsempfehlungen

Im Folgenden werden grundsätzliche Empfehlungen zur gestalterischen Entwicklung ei-

nes Ortsbildes gegeben. Die Vorschläge sind dabei an der optimalen Entwicklung des

Ortsbildes und seiner damit verbundenen Funktionen (z.B. Aufenthaltsqualität) ausge-

richtet.

7.3.1 Grundsätze zur Erhaltung und Gestaltung der privaten Bausubstanz

Maßnahmen im privaten Bereich haben mit ihren Auswirkungen auf den Erhalt des tradi-

tionellen Ortsbildes für das Gelingen der Dorferneuerung einen hohen Stellenwert.

Selbstverständlich wirkt sich der private Gebäude- und Grundstücksbestand auch auf das

gesamte Ortsbild aus. Daher bietet das Dorferneuerungsprogramm des Landes Nieder-

sachsen bereitwilligen Hauseigentümern entsprechende finanzielle Unterstützungen. Für

etwaige Zuwendungen sind die jeweils aktuellen Förderrichtlinien maßgebend.

Die für die jeweilige Landschaft und Siedlungsstruktur charakteristischen und daher un-

verwechselbaren Elemente sind auch bestimmend für das Dorfbild. Eine Renovierung al-

ter Gebäude sollte ebenso wie die Errichtung neuer Häuser eine Harmonie zum Ortsübli-

chen und Ortsbildprägenden zum Ziel haben. So setzt der Erhalt eines Altgebäudes in

aller Regel einen Innenausbau voraus, der den heutigen Ansprüchen genügt. Maßnah-

men, die den Gebrauchswert eines Gebäudes erhöhen, sind trotzdem nur in begründeten

Einzelfällen Bestandteil der Förderrichtlinien im Rahmen der Dorferneuerung.

Die heute im Vordergrund stehende Frage der Verbesserung der Wärmedämmung bei

energetischen Sanierungsmaßnahmen ist aus Sicht der Dorferneuerung wünschenswert.

Sie erhöht den Verkehrswert der Gebäude und trägt zum Klimaschutz im Allgemeinen

bei. Diese Maßnahmen sind, soweit sie die Wärmedämmung nicht allein betreffen, im

Rahmen der Dorferneuerung förderfähig. Dazu gehören Maßnahmen in Verbindung mit.

Sanierungen von Fassaden bei Fachwerkhäusern und von Dächern.

Es muss in diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass notwendige,

zeitgemäße Veränderungen nur dann förderungsfähig sind, wenn die Eigenart der lokalen

Bausubstanz der Dörfer erhalten bleibt. Damit ist nicht die nostalgische Festschreibung

des von der Vergangenheit geprägten Dorfbildes gemeint, weswegen Maßnahmen zur

Gebäudeinstandsetzung mit Einbindung in das Förderungsprogramm zur Dorferneuerung

immer einer fachkundigen, von Baumarktinteressen unabhängigen, gebäudespezifischen

Beratung bedürfen. Ansonsten lässt sich kaum vermeiden, dass weiterhin „modische“

Materialien und fertige moderne Bauelemente die Gebäudestruktur nachteilig verändern.

161


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Die aktiven landwirtschaftlichen Betriebe nehmen eine Sonderstellung ein. Ihre Gebäude-

sanierung ist auch dann förderungswürdig, wenn nur der Gebrauchswert erhöht oder die

betriebstechnische Nutzung rentabler wird. Trotzdem sollte im Rahmen der Dorferneue-

rung auch der gestalterische Gesichtspunkt für das Ortsbild nicht unberücksichtigt blei-

ben.

7.3.2 Allgemeine Gestaltungsempfehlungen

Im Folgenden werden grundsätzliche Empfehlungen gegeben, wie mit den einzelnen Ge-

bäudeabschnitten umgegangen werden sollte. Da es aber nicht „das alte Gebäude“ gibt,

sondern die älteren Bauten ebenfalls aus den unterschiedlichsten Zeiten stammen und

somit ganz verschiedene Bauvorstellungen repräsentieren, sind die Empfehlungen als

erste Informations- und Besinnungspunkte für weitergehende Beratungen zu verstehen.

7.3.2.1 Wohngebäude

Die Harmonie eines historischen Ortsbildes begründet sich, entsprechend der topographi-

schen Lage, vor allem in der fast durchgängig einheitlichen Höhe benachbarter Hauptge-

bäude gleichen Entstehungszeitraumes. Das bedeutet, dass auch neue Gebäude höhen-

mäßig wie gestalterisch nicht „ausbrechen“ sollen, denn die Harmonie der Gebäudegrup-

pe des Dorfbildes wird von der Höhenwirkung des Einzelhauses getragen.

Historisch erhaltene öffentliche Gebäude, wie die alte Schule in Bannetze und das Hirten-

haus in Jeversen wurden aufgrund ihrer Nutzung bereits erneuert. Eine höhere Bebauung

in den drei Dörfern ist nicht vorhanden. Neue Gebäude bleiben häufig unter der histori-

schen Gebäudehöhe. Beim Einfügen neuer Bauten in die bebaute Ortslage ist besonders

auf die Einhaltung der Traufhöhe mit den benachbarten Altgebäuden zu achten.

Ein aus der Erde gebauter Keller zerstört die ebenerdige Verbindung zwischen Haus und

tragendem Grund. Damit ein Hauskörper das angestrebte gelagerte Aussehen erhält,

sollte das Erdgeschoss höchstens zwei bis drei Stufen über dem Gelände liegen. Im Nor-

malfall genügt es, die Kellerdecke 10 cm über den gewachsenen Boden zu legen. Insge-

samt sollte der Sockel im Mittel nicht höher als 60 cm sein.

Für freistehende, eingeschossige Einfamilienhäuser kommt gelegentlich ein ausgebautes

Kniestockgeschoss in Frage. Damit können angenehme Hausproportionen sowie wohnli-

che Außen- und Innensituationen geschaffen werden. Voraussetzung ist, dass die Traufe

bis zur Höhe der Geschossdecke heruntergezogen wird. Dachneigung, Dachüberstand

und Kniestöcke sind dabei sich im Zusammenhang regulierende Größen. Angenehme

Proportionen sind gegeben bei nicht sichtbarer, verputzter Fußpfette mit maximal. 20 cm

162


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Kniestockhöhe und bei sichtbarer Fußpfette mit max. 40 cm Kniestockhöhe (Doppelpfet-

te).

Wird der Kniestock höher, ist er möglichst durch einen Fries in Deckenhöhe abzusetzen,

um das Haus breit gelagert erscheinen zu lassen. Er sollte aber 80 cm nicht überschrei-

ten. Ausnahme ist der Kniestock an teilweise zurückspringenden Hauswänden. Hier sollte

der Kniestock holzverschalt sein. Bei fehlendem Kniestock können ggf. Belichtungsprob-

leme durch eine durch einen „Aufschiebling“ angehobene Traufe gelöst werden.

Die Größe und Form der Dächer nach althergebrachter Tradition trägt in erheblichem

Maße zur Harmonie der Erscheinung bei. Für die ausgewogene Gesamterscheinung des

Ortes ist seine Dachlandschaft von besonderer Bedeutung. Das steile Satteldach mit

Dachüberstand ist heimisch und landschaftstypisch. Zumeist tritt es als Krüppelwalmdach

in Erscheinung. Es eignet sich auch für zeitgemäße Bauten. Darum sollten Neubauten

eine Dachneigung von 36° nicht unterschreiten. Aber keine Regel ohne begründete Aus-

nahme: Unsymmetrische Dächer dürfen diese Ausgewogenheit stören, wenn sie als E-

nergiesparhäuser errichtet werden, denn dadurch kann selbst in dicht bebauten Innenbe-

reichen Sonnenlicht bis in das Innere des Erdgeschosses geleitet werden. Dächer gerin-

gerer Dachneigung sind bei den Neubauten zu unterstützen, die zweigeschossig und ohne

ausgebautes Dachgeschoss errichtet werden. Dachgauben und Dachflächenfenster sind

weitgehend zu vermeiden; sie stören die ruhige Dachlandschaft wesentlich. Bis auf den

Schornstein sind alle Teile des Daches im Helligkeitswert der Dachdeckung gehalten.

Derartig ruhige Dachflächen sind entscheidend für ein ganzes Ortsbild. Die Deckungsma-

terialien sollten kleinformatig und erdfarben sein. Sie sollten auf der Dachfläche eine

Struktur durch Schattenwurf bewirken.

Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass eventuelle Dachgauben im Verhältnis zur

Dachfläche nicht zu groß werden. Ein ausgewogenes Verhältnis ist eher mit weniger als

der Verwendung der maximal möglichen halben Länge der Dachfläche zu erreichen. Be-

sonders bei Walmdächern, die nicht über den Giebel belichtet werden können, geraten

die Gauben leicht zu groß. Das Dach verliert seine bergende Funktion. Im Übrigen sollte

ein neues Haus generell nicht so aussehen, als sei es schon mehrfach an- und umgebaut

worden.

Natürliche Baustoffe sind nicht nur ökologisch zu unterstützen, sie fügen sich wie kein

anderer Baustoff in die Landschaft ein und schaffen einen Zusammenklang der Gebäude.

Holz, Mauerwerk und Naturstein nehmen mit der Zeit eine natürliche Patina an und ver-

edeln sich mit zunehmendem Alter. Verhindert werden soll die Verwendung von hellen

Fassadenfarben und Plattenbehängen, aber auch anthrazitfarbenen Schieferverkleidun-

163


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

gen. Verkleidungen aus Materialien, die andere Baustoffe vortäuschen, sollen daher keine

Anwendung finden.

Für die Gestaltung des Gebäudeumfeldes sollte gelten, dass Gärten keine Verstecke sind.

Ländliche Ortsbilder brauchen einsehbare Grundstücke, deren Gesamtbild Landschafts-

charakter hat. Bei den neuen Baugebieten genügt es zumeist, wenn einzelne Gartenbe-

reiche durch Anpflanzungen vor Einblicken geschützt sind. Überhohe Zäune und Hecken

schaffen abweisende Grundstücke.

Die zur Verwendung kommenden Einfriedungen sollten sich in Form, Material und Farbe

selbstverständlich in die Umgebung einfügen und nicht zu hoch sein. Die konkreten Re-

gelungen begründen sich hierin.

Die Empfehlungen beschränken sich nicht nur auf die vorgenannten Merkmale, auch für

Neubauten können umfangreiche Hinweise gegeben werden. Wir empfehlen, sich an den

historischen Gebäuden zu orientierten und deren Bau- und Gestaltungsmerkmale frei zu

interpretieren, sofern dadurch nicht das Ortsbild verunstaltet wird. Mit Neubauten im al-

ten Dorf ist es so, als träte ein unbekannter Mensch zu vertrauten Freunden. Wie verhält

er sich? Fügt er sich ein oder dominiert er? Und noch etwas. Neue Baustoffe nehmen im

Laufe der Zeit einen leicht ordinären Charakter an, da sie entweder schneller altern oder

quasi eine Zeitlosigkeit vortäuschen. Alte, vor allem auf natürlicher Basis hergestellte

Baustoffe altern und bleiben selbst beim Zerfall noch schön.

Dächer

Das Dach ist nicht nur ein Merkmal für das Aussehen eines einzelnen Hauses, sondern

auch Bestandteil der Dachlandschaft eines Ortes. Deshalb sollten das Eindeckungsmate-

rial und seine Farbgebung auf das Ortsbild und das Alter des Hauses abgestimmt sein.

Charakteristisch für die niedersächsische Bautradition und damit auch für die drei Dörfer

im Planungsraum sind das Satteldach und das Krüppelwalmdach mit 40-50 ° Dachnei-

gung. Das traditionelle Material zur Dacheindeckung ist der keramische Hohlziegel in

Form der naturroten (Orange-Rot bis Braunton) Hohlpfanne.

Diese Farben sollten auch bei der modernen Form der Hohlfalzziegel wieder Anwendung

finden. Anstelle des traditionellen Bedachungsmaterials wurden bei Dacherneuerungen

auch dunkelfarbige Bitumen- und Asbestzementplatten und Betonsteine verwendet. Be-

tondachsteine sind für eine gebäudebezogene und materialgerechte Sanierung der Dach-

haut ungeeignet, da die künstliche Farbbeigabe des Betons mit der Zeit auswittert und

der Ziegel so zu Flechtenbesatz neigt. Der natürliche Tonziegel dagegen wird im Laufe

der Zeit von einer schützenden Patina überzogen.

164


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 70: Links traditionelle Dacheindeckung; rechts Dachlandschaft in der Allernie-

derung

Auch die Ausprägung der seitlichen Bereiche des Daches ist zu beachten. Das charakte-

ristische Erscheinungsbild sollte bei Dacherneuerungen nicht den gesichtslosen Blech-,

Faserzement- oder Kunststoff-Winkelplatten geopfert werden. Eine gute Alternative stel-

len spezielle Ortgang-Abschlussziegel dar. Die Verwendung farbiger Gesimsbretter und

Windfedern bewirkt einen freundlichen Eindruck beim Haus. Auch Abschlussziegel oder

kleine Dachreiter sind unbedingt als Besonderheit eines Hauses zu erhalten.

Dachrinnen und Fallrohre sollten nach Möglichkeit in Titanzink hergestellt werden, da sie

bei Nichtbehandlung patinieren.

Bei Dachausbauten sollte der Dachraum über den Giebel belichtet und belüftet werden.

Reicht dies nicht aus, so orientieren sich Schlepp- und Satteldachgauben in Form und

Proportion an den ortsüblichen Gebäudeformen. Beim Einbau von Zwerchhäusern sollte

darauf geachtet werden, dass die Summe der Gaubenbreite 1/3 der Firstlänge nicht ü-

berschreitet, um die bergende Funktion des Daches zu erhalten. Fledermausgauben und

Gestaltungen mit schräg gestellten Seitenteilen, sind nur bei bestimmten Gebäuden ty-

pisch und sollten ansonsten beim Einbau vermieden werden.

Fassade

Charakteristisch für die drei Dörfer sind Ziegelsteinfassaden und sichtbares Fachwerk.

Die Ziegelsteinfassaden leuchten kräftig in verschiedenen Rottönen oder sind leicht gelb-

lich oder braun gefärbt. Die Gestaltung mit Friesen aus roten Ziegelsteinen an der Traufe

und als Geschossteilung ist bei der Sanierung der Fassaden unbedingt zu beachten. Die

traditionellen Fachwerkfassaden sind mit farbig getünchten Ausfachungen oder Ausfa-

chungen im ursprünglichen Zustand gebaut.

165


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 71: Fachwerkfassaden und rotes Mauerwerk prägen die Ortsbilder der drei

Dörfer. Bannetze (l.), Jeversen (r.), Thören (u.)

Auch auf die Gestaltung der Segmentbögen über den Fenstern in Mauerwerksfassaden ist

bei der Sanierung zu achten. Bei Ausbesserungen der Mauerwerksfassade sollte sicherge-

stellt werden, dass der Farbton des vorhandenen Mauerwerks getroffen wird. Auch das

Format der Mauersteine ist bei notwendigen Reparaturen an Massivbauteilen und an Ge-

fachen des Fachwerks zu achten.

166


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 72: Fenster mit aus-

gemauerten Bogen

mörtel mittelfristig zu Schäden des Holzes führt.

Früher wurden die Ziegel häufig mit dem so genann-

ten Reichsformat (25x 12x 6,5) verbaut, die sich mit

dem heutigen Normmaß (24x 11,5x 7,1) nicht oder

nur schlecht kombinieren lassen. Altmaterialen aus

abgebrochenen Häusern sind in jedem Fall aufgrund

ihrer bauphysikalischen Eigenschaften gegenüber

Klinkern oder anderen Hartbrandziegeln zu bevorzu-

gen. Bei Wohnhäusern mit intakten Ziegeln oder

Lehmausfachungen kann die Energie des Hauses un-

ter Berücksichtigung der wandspezifischen, bauphysi-

kalischen Gesetzmäßigkeiten durch eine Innen liegen-

de Dämmung verbessert werden. Notwendig wird dies

bei der Erhaltung von Sichtfachwerk. Darüber hinaus

ist vor allem bei Fachwerkgebäuden die Verwendung

von Kalk- statt Zementmörtel angezeigt, da Zement-

Bei Restaurierungsarbeiten des Holzfachwerks sollte es von Abdeckungen und deckenden

Farbanstrichen freigehalten werden, um eine Atmungsaktivität des Holzes zu gewährleis-

ten. Vor Verwitterung schützen dampfdurchlässige Imprägnierungen, Öle oder ventilie-

rende, offenporige Holzanstriche. Lackfarben sind unbedingt zu vermeiden, da ein Ab-

platzen der Farbschicht durch aufgestauten Dampfdruck und Fäulnisbildung am den Holz-

teilen kaum zu vermeiden ist. Beim Austausch von Ständen oder Schwellen sollte die

Holzart nicht gewechselt werden. Auf die ortstypische Farbgestaltung der Holzelemente

des Fachwerkes ist bei Sanierung zu achten.

Die Gefache sind mit Mineralfarben anzulegen. Ein weißes Verfugen bei Ziegelausfachun-

gen sollte unterbleiben. Eine farbliche Abstimmung zum Objekt und zu den Nachbarhäu-

sern sollte selbstverständlich sein. Ist eine Neuausmauerung der Gefache nötig, sollten

glatte oder nur leicht besandete, naturrote weiche Vollziegel und keine hartgebrannten

Klinker verwendet werden.

Vorhandene Inschriften und Schnitzwerke an Fachwerk und Massivbauten, sind zu erhal-

ten und ggf. in Absprache mit der Denkmalpflege farblich neu zu fassen. Gebäudetypi-

sche Merkmale wie Inschriften, Sonnengitter, sowie Friese im Mauerwerk und glasierte

Ziegel sollten ebenso erhalten und saniert werden.

Putz und Anstrich

Für den Außenputz gilt vor allem, dass er im Allgemeinen keiner hohen Festigkeit bedarf.

Die Festigkeit sollte sich dem Untergrund und dem Fugenmörtel anpassen. Bei mehrlagi-

167


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

gem Putz ist darauf zu achten, dass die obere Schicht immer weicher ist als die untere.

Nach außen muss die Elastizität zur Aufnahme witterungsbeständiger Spannungen zu-

nehmen. Altbauten hatten in der Regel Putze aus Kalkmörtel. Dieser sollte bei Sanierun-

gen auch wieder zur Anwendung kommen.

Für Außenanstriche auf mineralischem Putz sind geeignet: Kalkfarb- und Wasserglasan-

striche, Kaseinanstriche sind nur auf frischem Kalkputz wasserbeständig. Sie müssen

Nass-in-Nass aufgetragen werden. Wegen ihrer Feuchte sperrenden Wirkung sind Öl- und

Lackfarben auf Außenputzen zu vermeiden. Die Farbgebung sollte sich mit erdigen Tönen

oder Grautönen an die Umgebung anpassen. Die Fenster und Tore sind traditionellerwei-

se in grünlichen Nuancen gehalten.

Verkleidungen

Abbildung 73: Haus in Bannetze mit teilweiser Holzverkleidung(l.), Holz verkleideter

Giebel in Thören

Verkleidungen der dem Wetter ausgesetzten Fassaden, z.B. Westgiebel oder Traufseiten

zwischen engen Gebäudeabständen, sollten entsprechend den historischen Vorbildern

erhalten oder erneuert werden. Um Fäulnis- oder Schädlingsbefall zu vermeiden, muss

der Wandaufbau dampfdurchlässig und die vorgehängte Fassade ausreichend hinterlüftet

sein. Ziegelbehang sowie Holzverschalungen in vertikaler Anordnung bieten sich als

kleinteilige, ortstypische Verkleidungen an. Holzverkleidungen müssen mit offenporigen

Anstrichen versehen werden (z.B. Leinöl mit Zusatz von Wasserglas) und wenn, dann so

dünn, dass keine Hautbildung entsteht.

Nicht zu verwenden sind Faserzementplatten in allen Farben und Formen, Kunststoff-

oder Bitumenplatten sowie ähnliche Materialien. Sie entsprechen nicht den regionaltypi-

schen Materialien und mindern so das Gesamterscheinungsbild des Ortes. Außerdem sor-

gen sie in vielen Fällen für eine Verschlechterung des bauphysikalischen Gebäudezustan-

des. In der Regel sind alle Kunstmaterialien so dicht, dass kaum mehr ein Wasser- oder

Dampfaustausch nach außen möglich ist.

168


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Fenster

Abbildung 74: Fenster in einem Gebäude in Jeversen (l.); Nahaufnahme von dorftypi-

schen Holzfenstern

Wesentliche gliedernde Gestaltungselemente der Fassade ergeben sich aus der Form und

Teilung der Fenster. Fenster sollten ebenso wie Türen und Tore möglichst in ihrer ur-

sprünglichen Form belassen und ggfs. ausgebessert werden. Dies trifft besonders für die

Form und Teilung der Fenster zu. Bedingt durch die flächengliedernde Fachwerkkonstruk-

tion zeigten die ursprünglichen Fenster der Altbauten die Form aufrecht stehender Recht-

ecke oder von Quadraten. Gewünschte große Lichtöffnungen können durch die Addition

mehrerer kleiner Fenster erreicht werden. Dadurch lässt sich das Licht im Inneren besser

verteilen. Panoramafenster sollten dabei vermieden werden. Eine Sprossenteilung mit

konstruktiv das Glas teilenden Sprossen wirkt besser als eine ungegliederte große Fens-

terfläche.

Massive Gebäude besitzen oft einen konstruktionsbedingten oberen Abschluss durch ei-

nen Segment- oder einen Korbbogen, denen dann auch die Fensterformate angepasst

sind. Die historischen Fenster waren zweiflügelig und nach außen zu öffnen. In der Regel

wiesen sie ein durch einen Kämpfer von den Fensterflügeln abgeteiltes Oberlicht auf.

Wasserschenkel und Schlagleiste, notwendige Substanz erhaltende Elemente, gliedern

und profilieren das Fenster weiter.

Wird ein effektiverer Schall- und Wärmeschutz angestrebt, so kann bei intakten alten

Außenfenstern ein zweites, Innen liegendes, einfachverglastes und ungeteiltes sog. Kas-

tenfenster eingebaut werden. Beim Einbau neuer Fenster ist unbedingt darauf zu achten,

dass diese das Format, die Gliederung und die Teilung analog der alten Fensterkonstruk-

tion (zweiflügelig, Oberlicht und Sprossen), einschließlich der typischen Zubehörteile wie

Wasserschenkel und Schlagleiste, aufweisen.

169


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 75: Gestaltungsvarianten für Fenster

Breite, liegende Formate widersprechen in ihrer Unmaßstäblichkeit nicht nur den typi-

schen Merkmalen der traditionellen, von der Dorferneuerung geförderten Bauweise, son-

dern erfordern fast immer auch Eingriffe in das statische Gefüge des Fachwerks oder ei-

nes Mauerwerks. In keinem Fall sollte bei Ziegelsteingebäuden der Segmentbogen aufge-

geben werden. Vielmehr hat das Fenster diesen mit seinem Rahmen und seiner Vergla-

sung aufzunehmen. Insbesondere in den Fassaden alter Fachwerkbauten sollten keine

Metall- und Kunststofffenster eingesetzt werden, da aufgrund unterschiedlicher Material-

ausdehnungen in der kälteren Jahreszeit Wärmeverluste durch Undichtigkeiten auftreten

können. Zu große Dichtigkeiten können zu Schwitzwasserbildungen und damit zu Putz-

und Holzschäden beitragen. Die traditionell nachgebauten Holzfenster sind daher immer

zu bevorzugen, wobei diese selbstverständlich mit einer Isolierverglasung versehen wer-

170


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

den können. Ungeteilte Isolierfenster mit aufgesetztem Sprossenrahmen (zum Putzen

abklappbar) können hier keinen Kompromiss darstellen, da diese Fenster nur bei einer

Betrachtung aus der Entfernung den Anblick traditioneller Fenster gewährleisten.

Die vielfach angebotenen Isolierfenster mit in den Zwischenraum zwischen den Scheiben

eingelassenen Sprossen, erfüllen ihre gestalterischen Zwecke nicht. Es fehlt ihnen an

räumlicher Tiefe und an dem typischen, die Fenstergliederung betonenden Schattenwurf

der Sprossen. Bei entsprechendem Lichteinfall sind die Sprossen aufgrund von Spiege-

lungen auf dem Glas nicht sichtbar. Letztlich haben auch, soweit noch vorhanden, höl-

zerne Klappläden vor den Fenstern nicht nur eine hohe gestalterische Bedeutung. Zuge-

klappt vermindern sie den Wärmeverlust. Ab der Jahrhundertwende wurden in massiven

Gebäuden hölzerne Rollläden eingebaut. Dabei wurden sie dem Fenster in Form und Ma-

terial angepasst. In heutiger Zeit nachträglich auf die Fassade gesetzte Rollläden aus

Metall oder Kunststoff belasten dagegen das harmonische Erscheinungsbild einer Fassa-

de. Sie werden seitens der Dorferneuerung nicht gefördert. Um die Wirkung der Isolie-

rung zu verbessern, wird deshalb die (förderfähige) Erneuerung der Fenster vorgeschla-

gen. Ausdrücklich sei allerdings auch darauf hingewiesen, dass konstruktiv geteilte Holz-

fenster heute die gleichen Wärmedämm-Eigenschaften besitzen wie industriegefertigte,

ungeteilte Kunststofffenster. Bei Altbauten sind früher oft Rundfenster oder Halbrund-

fenster als Giebelfenster verwendet worden. Werden sie auch in Neubauten vorgesehen,

kann dadurch die Verwandtschaft zum Alten und Überkommenen vermittelt werden, ohne

dass dadurch hohe Kosten entstehen. Insgesamt sollten bei neuen Gebäuden nur wenige,

aufeinander abgestimmte Fensterformate in unterschiedlichen Kombinationen Anwen-

dung finden.

Haustüren und Tore

Der Übergang von außen nach innen wird bei einem Gebäude durch die Haustür mar-

kiert. Gerade die älteren Haustüren drücken durch ihre kunstvolle Gestaltung den Cha-

rakter des jeweiligen Gebäudes aus und können daher gleichfalls als „Visitenkarte“ des

Hauses, ja als Aushängeschild des Hausbesitzers gelten. Entsprechend groß war früher

die ihrer Gestaltung beigemessene Gewichtung.

Die alten Türen sollten so lange wie möglich erhalten werden. Sie sind häufig sehr stabil

und können daher mit handwerklichen Mitteln wieder instand gesetzt werden. Eine not-

wendig werdende Erneuerung der Türen sollte mit den klassischen Materialien Holz und

Glas durchgeführt werden und sich nach Möglichkeit am historischen Vorbild orientieren.

Die Türen und Tore sind in den Dörfern der Verbunddorferneuerung neben den klassi-

schen in grün gehaltenen Toren der Hofanlagen auch farbig gestaltet, was bei der Gestal-

tung des Eingangsbereichs zu berücksichtigen ist.

171


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 76: Grüne Hoftore auf einer Hofstelle (l.); schön gestaltete Eingangstür (r.)

Auch gilt der Hausvorbereich als Übergangszone vom öffentlichen in den privaten Raum.

Die Loggia vor der Eingangstür ist in diesem Zusammenhang auch als eine Geste der

Gastfreundschaft gegenüber dem Eintretenden zu sehen, in erster Linie aber als Schutz

vor Witterungseinflüssen.

Einfache Abschleppungen mit Hohlpfannen oder Vorbauten mit einem Satteldach, unter

denen eine Sitzbank untergestellt werden kann, eignen sich besonders für den Eingangs-

bereich. Daneben sind auch schlichte, moderne Stahl- und Glaskonstruktionen denkbar;

Kunststoffelemente sollten jedoch vermieden werden. Massive Mauerwerkskörper als

Vorbauten typischer Massivbauten sind bei Fachwerkhäusern nicht angebracht. Geeigne-

ter sind hier in jedem Fall Holzkonstruktionen, die sich leichter vom Gebäude abheben.

Neben den schon genannten Abschleppungen sind auch kleine Spitzdächer über den Ein-

gängen denkbar. Ein Windfang innerhalb des Hauses ist jedoch jedem Vorbau vorzuzie-

hen.

Einfriedungen

Es gibt die verschiedensten Einfriedungsformen, um seinen Besitz abzugrenzen. Typisch

für die Dörfer in der Allerniederung sind dabei der Staketenzaun, gemauerte Einfriedun-

gen mit Zaunelementen und Hecken (z. B. aus Hainbuche). Auf keinen Fall sollten Ma-

schendrahtzäune verwendet werden. Eine Möglichkeit der gestalterischen Aufwertung von

Maschendrahtzäunen stellt die überaus preisgünstige Begrünung mit geeigneten selbst-

klimmenden Kletterpflanzen dar. Ist der Zaun nicht stabil genug, um die Pflanzen zu tra-

gen, ist eine Hinterpflanzung mit Hecken- oder Einzelsträuchern, die mit der Zeit durch-

wachsen, eine gute Alternative. Dorfuntypische Einfriedungen sollten durch typische wie

den Staketenzaun ersetzt werden. Im Sinne einer ökologischen Dorfentwicklung sind

auch Hecken aus heimischen Pflanzen gut geeignet. So wird der Übergangsbereich vom

öffentlichen zum privaten Raum relativ sanft und ökologisch wertvoll gestaltet.

172


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 77: Schematische Darstellung von verschiedenen Einfriedungsvarianten (l.);

Einfriedungen in den Allerdörfern (r.)

Nebengebäude

Nebengebäude sind ein Charakteristikum des ländlichen Raumes und allgemein auch üb-

lich. Leer stehende oder untergenutzte, ehemalige Wirtschaftsgebäude und „Kleine Häu-

ser“ können den verschiedensten neuen Nutzungen zugeführt werden. Ein möglicher In-

halt wird auch weiterhin die Umnutzung zu Wohnzwecken, als Garage oder Abstellraum

bleiben.

Neue Nebengebäude sprengen häufig durch ihre Flachdächer den dörflichen Maßstab. Es

ist daher zu empfehlen, sie freistehend mit Satteldächern oder angebaut mit Pultdach

(um 45°) zu versehen. Angebaut sollten sie der Traufhöhe des Haupthauses angenähert

werden, freistehend sollte sie nicht mehr als 2,50 m betragen, sofern nicht bereits höhe-

re ortsbildtypische Nebengebäude dem Ensemble angehören. Als Bauweise ist neben dem

Fachwerk auch ein naturroter Ziegelbau, eine Mischkonstruktion oder auch ein reiner

Holzbau denkbar.

173


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Auch bei größeren An- oder Umbauten an Altbausubstanzen ist es notwendig, die we-

sentlichen Dach- und Gebäudeformen der benachbarten Bebauung zu erkennen und zu

berücksichtigen.

7.3.2.2 Neubauten

Neubauten prägen in immer größerem Maß das Aussehen und Erscheinungsbild der Dör-

fer. Zwar werden bei Neubauten die Dimensionen der alten Gebäude nicht mehr erreicht,

doch können Verwandtschaften durch gleiche Proportionen hergestellt werden.

Neubauten sollen sich in der gewachsenen Ortslage grundsätzlich an der bebauten Um-

gebung orientieren:

• Je nach unmittelbarer Zuordnung der Nachbargebäude bedürfen sie einer

trauf- oder giebelständigen Gebäudestellung.

• Anlehnung an die gegebene Geschossigkeit, Länge und Breite der angren-

zenden Altbauten, insbesondere an die Geschoss- und Traufhöhen.

• Verwendung des geneigten Daches.

• Verwendung ortsüblicher (lokaler), ensemblegerechter Farben, Materialien und

Konstruktionen, die eine zeitgemäße Interpretation und Weiterentwicklung der

charakteristischen Merkmale des Ortsbildes hinsichtlich des Baustils und Maß-

stabs erkennen lassen.

Bei Neubauten innerhalb der innerörtlichen Siedlungsstruktur ist darauf zu achten, dass

Formen und Dimensionen an die umliegenden Gebäude, insbesondere an die historischen

Gebäude, angepasst werden. Gerade bei wachsender Siedlungsverdichtung, wie in be-

sonderem Maße in Thören zu beobachten ist, sollte auf die harmonische ortstypische Ge-

staltung im Ensemble geachtet werden. Neubauten außerhalb der Ortsmitte (Neubauge-

biete) sollten ebenfalls diesen Gestaltungsempfehlungen folgen.

174


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.4 Planungsempfehlungen für Straßen und Wege

Durch die auch zukünftig starke Nutzung der beiden überregionalen Straßen B 214 und

L 180 entsteht eine erhebliche Belastung in den drei Dörfern. Lärm- und Schadstoffemis-

sion sind auch zukünftig neben den gefahrenen Geschwindigkeiten Problem- und Hand-

lungsfelder.

Die Sanierung der beiden Straßen und deren Anpassung an moderne Verkehrskonzepte

obliegen dem Land Niedersachsen, das als Baulastträger auftritt. Nebenanlagen und in-

nerörtliche Verkehrswege dagegen fallen in den Verantwortungsbereich der beiden Ge-

meinden Winsen (Aller) und Wietze.

Da aufgrund der derzeitigen Haushaltslage sowie des Landes als auch der Gemeinden

geeignete finanzielle Mittel fehlen, können Maßnahmen nur eingeschränkt realisiert wer-

den. Zukünftige Planungen sollten aber die beschriebenen Probleme und Konflikte aus

dem Dorferneuerungsplan berücksichtigen.

Planungen müssen folgende Kriterien berücksichtigen:

• Konfliktvermeidung durch Konsens zwischen allen Nutzern, besonders zwischen

Einwohnern und Landwirten, Radfahrern und Reitern z.B auf den Wirtschaftswe-

gen.

• Entzerrung der Verkehrsströme durch Gestaltung der Ortsdurchfahrten und Ein-

mündungen

• Reduzierung der Geschwindigkeiten bei den Ortsdurchfahrten, besonders an den

Ortseingängen, da mit teilweise erheblich zu hohen Geschwindigkeiten in die Orte

eingefahren wird

• Verbindung des Radwegenetzes (erhebliche Verbesserung des Zustandes)

• Koordination der Maßnahmen für die innerörtlichen un- bzw. teilbefestigten Wege

Bei zukünftigen Planungen können verschiedene Elemente baulicher Gestaltung, z.B.

Verschwenkungen (unter dem Vorbehalt übergeordneter Anforderung, wie Militärgrund-

netz), und optische Maßnahmen, z.B. Großgrün und Freiflächengestaltung an den Orts-

eingängen, kombiniert werden. Optische Maßnahmen haben dabei zwei Funktionen – eine

psychologische Reduzierung der Geschwindigkeit sowie eine Verbesserung der Aufent-

haltsqualität. Es wird empfohlen, jeweils in den drei Dörfern langfristig ein Verkehrswe-

gekonzept zu erstellen, um Konflikte und Probleme so früh wie möglich zu erkennen und

zu beseitigen.

175


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Gestaltungsvorschläge

Die Straßenräume wurden lange Zeit nicht primär als Lebensraum für die Dorfbewohner

betrachtet, sondern für den reibungslosen motorisierten Verkehr umgebaut. Das äußert

sich heute in zu schnell befahrenen Durchgangsstraßen, Lärmbelästigung der Anwohner,

unattraktiven Straßenrändern, verkehrlichen Gefahrenpunkten und gesichtslosen Dorf-

kernen. Der Charakter der historisch gewachsenen Straßenzüge ergibt sich daraus, dass

sie öffentliche, halböffentliche und private Zonen miteinander verbinden. Dies wiederum

beeinflusst das Gesamtbild der Straße und die dort stattfindenden Aktivitäten. Ein aus-

schließlich nach verkehrlichen Ansprüchen erfolgter Straßenausbau trennt dagegen in der

Regel die öffentlichen, halböffentlichen und privaten Zonen voneinander, anstatt sie mit-

einander zu verbinden. Allgemein lässt sich festhalten: Dörfliche Straßen sollen geprägt

werden von hohem Abwechslungsreichtum, multifunktionaler Nutzung, weicher Abtren-

nung der Seitenräume von der Fahrbahn und unscharfen, halböffentlichen Übergängen

vom privaten zum öffentlichen Bereich.

Abwechslungsreich ist eine Straße, wenn

• ihre Oberflächenbeläge in Material, Format, Farbe und Textur unregelmäßig sind,

• ihre Möblierungselemente angepasst und vielfältig sind: Beleuchtung, Bänke,

Pumpen, Denkmale,

• die Vorzonen der Gebäude mit in die Gestaltung einbezogen werden,

• Kurven und Biegungen genauso beibehalten werden wie Verengungen.

• Multifunktional genutzt ist eine Straße, wenn

• sie sowohl dem motorisierten Individualverkehr als auch dem Fuß- und Radver-

kehr dient,

• sie nachbarschaftliche Begegnungen ermöglicht,

• sie nicht „leer“ aussieht, wenn sie niemand nutzt.

• Weich abgetrennt werden Seitenräume von der Fahrbahn, wenn

• auf Hochborde verzichtet wird, stattdessen Überfahrborde oder nur Gossen aus-

gebildet werden,

• die Materialvielfalt moderner Straßen erheblich reduziert wird,

• auf den Ausbau von Parkbuchten und/oder Bushaltebuchten generell verzichtet

wird,

• für Pflanzungen ausreichend Freiflächen gelassen werden,

176


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

• Gehwege, wo immer möglich, durch einen Rasenstreifen von der Fahrbahn ge-

trennt werden.

• Unscharfe, halböffentliche Übergänge entstehen, wenn

• nicht alle Übergänge im Seitenbereich der Straßen versiegelt werden,

• ausreichend große Grünflächen zwischen Gebäudefläche, Hof- und Gartenflächen,

Gehweg und Straße verbleiben,

• die Hof- und Grundstückszufahrten in die Gesamtgestaltung mit einbezogen wer-

den.

• Material

Sehr wichtig ist die sorgfältige Auswahl des Materials bei der Oberflächenbefestigung. Im

Rahmen der Dorferneuerung sollte daher bei der Straßenraumgestaltung als Alternative

zu Bitumen ein Natur- oder Betonsteinpflaster verwendet werden, das sich an den

Farben und Formen der früher üblichen Natursteine orientiert.

Grundsätzlich sollten für Fahrbahnbereiche größere Formate und für Gehwegbereiche

und Einfahrten kleinere Formate verwendet werden. Ist die ausschließliche Verwendung

von Natursteinpflaster hinsichtlich der entstehenden Kosten nicht möglich, sollte ent-

schieden werden, welche Straßenbereiche oder Abschnitte mit einer Natur- und welche

mit Betonsteinpflaster versehen werde sollen. Nun gibt es eine Vielzahl von Beton-

steinsystemen, von denen aber nur die einfachsten Formen Verwendung finden sollten.

Zu viele kleine Pflasterelemente wirken im dörflichen Straßenraum schnell fehl am Platz

und nehmen zudem verhältnismäßig viel Zeit für das Verlegen in Anspruch (= hohe Kos-

ten). Außerdem dürfen nicht zu viele verschiedene Materialien verwandt werden, da der

Straßenraum sonst überladen wirkt.

Neben den Fahrwegen kommt den Zufahrten und Stellflächen eine Bedeutung für den

verkehrlichen Ablauf zu. Abseits der eigentlichen Fahrbahnen sind sie weniger offiziell

und lassen daher dem Benutzer mehr Entscheidungsfreiheit. Diese Bereiche müssen al-

lerdings nicht unbedingt gepflastert werden, sondern können auch mit einer wasserge-

bundenen Decke versehen werden. Sollen diese Bereiche doch gepflastert werden, so ist

darauf zu achten, dass wasserdurchlässiges Pflastermaterial (z.B. Rasenwabenplatten)

Verwendung findet. Wichtig ist, dass ein einheitliches Straßenbild entsteht, das die an-

grenzenden Privatbereiche mit einbezieht.

Dorfgerechte Straßenbeleuchtung

Der angemessenen Straßenraumbeleuchtung kommt wie der Auswahl eines dorfbildge-

rechten Pflasters eine große Bedeutung zu. In diesem Zusammenhang sollten bei jeder

177


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Straßensanierung und/oder Umgestaltung sowie der Neuanlage von Straßen dorfbildan-

gepasste Beleuchtungskörper installiert werden. Andernfalls können nach und nach

die nicht dorfgerechten Lampen ausgetauscht werden. In Frage kommen hierbei Lampen-

typen, die bei der Neugestaltung von Straßenräumen innerhalb anderer historischer Orts-

lagen bereits Verwendung gefunden haben. Innerhalb der jeweiligen Ortslage sollte mög-

lichst nur ein Lampentyp gewählt werden. Auch hier ist die Material- und Formenvielfalt

zugunsten ländlich-schlichter Harmonie auf ein Minimum zu beschränken. Da die Entste-

hung von Hell- und Dunkelzonen zur Schaffung einer dörflichen Atmosphäre durchaus

erwünscht ist, sollten die Beleuchtungskörper in ausreichendem Abstand zueinander in-

stalliert werden. Der Abstand zwischen den Leuchten ist vom jeweiligen Lampentyp bzw.

dessen Lichtkegel abhängig.

Wichtig ist allerdings, dass vor allem an verkehrlich brisanten Stellen, die in den drei

Dörfern vorwiegend im den Kreuzungs- und Einmündungsbereichen zu finden sind, die

Beleuchtung ausreichend stark ist. Schwerpunkte sind:

• B214 – Jeversen: Querung in Ortsmitte, Abzweigung zur K65 in Richtung Allerbrü-

cke, besonders an den landwirtschaftlich genutzten Höfen

• L180 – Thören: innerörtliche Einmündungen in Richtung Schützenhaus und Feu-

erwehr/DGH

• L180 – Bannetze: innerörtliche Einmündungen, besonders an den landwirtschaft-

lich genutzten Höfen

Das ist vor allem im Winter von Bedeutung, um den morgendlichen Weg der Schulkinder

zur Bushaltestelle abzusichern. Bei der Auswahl der Beleuchtungskörper sollte im Sinne

der Dorfökologie darauf geachtet werden, dass insektenfreundliche Lampen gewählt wer-

den. Es gibt verschiedene Typen (z.B. Natriumdampf-Hochdrucklampen), die weit weni-

ger beeinträchtigend auf Insekten wirken als konventionelle, aber dennoch für eine aus-

reichende Beleuchtung sorgen.

178


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.5 Gestaltungsempfehlungen für Landschaft und Dorfgrün

Die hier aufgeführten Pflanzen stellen eine Auswahl möglicher Pflanzen dar, die im Rah-

men der Gestaltung von privaten und öffentlichen Flächen verwendet werden können. Es

besteht also kein Anspruch auf Vollständigkeit. Die Liste gibt stellt einen Überblick und

Orientierungsrahmen für die gebräuchlichsten Pflanzenarten dar. Dabei handelt es sich

um zumeist einheimische, bodenständige Pflanzenarten, die an die Standortverhältnisse

angepasst sind.

Grundsätzlich ist aber immer auf das unmittelbare Umfeld und dessen schon bestehende

Bepflanzung zu achten, damit sich ein harmonisches Gesamtbild ergibt.

7.5.1 Bäume

Bäume für vorwiegend sonnige Standorte und trockene bis frische Böden

Bezeichnung Größe/ Pflanzabstand

Acer campestre – Feldahorn Baumhöhe: 5 – 15m

Aesculus x carnea – Rotblühende Roßkas-

tanie

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Baumhöhe: bis 20m

Kronendurchmesser: 8 – 15m

Pflanzabstand: mindestens 10m

Aesculus hippocastanum – Rosskastanie Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

aufgrund des Befalls durch die Miniermot-

te muss das Laub im Herbst entsorgt wer-

den. Alternativ kann die Rotblühende

Roßskastanie – Aesculus x carnea ver-

wendet werden.

Betula verrucosa – Sandbirke Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Juglans regia – Walnuss Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Prunus avium – Vogelkirsche Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Quercus petrea – Traubeneiche Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Tilia cordata – Winterlinde Baumhöhe: über 15m

Baumarten für frische bis wechselfeuchte Böden

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Bezeichnung Größe/ Pflanzabstand

Acer pseudoplatanus – Bergahorn Baumhöhe: über 15m

Aesculus x carnea – Rotblühende Roßkas-

tanie

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Baumhöhe: bis 20m

Kronendurchmesser: 8 – 15m

Pflanzabstand: mindestens 10m

Aesculus hippocastanum – Roßkastanie Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

aufgrund des Befalls durch die Miniermot-

te muss das Laub im Herbst entsorgt wer-

den. Alternativ kann die Rotblühende Ro-

ßkastanie – Aesculus x carnea verwendet

werden.

180


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Alnus glutinosa – Schwarzerle Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Betula pendula – Hängebirke Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Betula pubescens – Moorbirke Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Carpinus betulus – Hainbuche Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Fraxinus excelsior – Gemeine Esche Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Malus sylvestris – Wildapfel Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Populus tremula – Zitterpappel Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Prunus padus – Echte Traubenkirsche Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Quercus robur – Stieleiche Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Tilia cordata – Winterlinde Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Sorbus aucuparia – Eberesche Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Tilia platyphyllos – Sommerlinde Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Ulmus carpinifolia – Feldulme Baumhöhe: 5 – 15m

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Ulmus glabra – Bergulme Baumhöhe: über 15m

Baumarten für feuchte bis nasse Standorte

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Bezeichnung Größe/ Pflanzabstand

Alnus glutinosa – Schwarzerle Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Fraxinus excelsior - Gemeine Esche Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Prunus padus – Echte Traubenkirsche Baumhöhe: über 15m

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Salix alba – Silberweide Baumhöhe: über 15m

182


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Kronendurchmesser: 10 – 15m und mehr

Pflanzabstand: mindestens 10m

Salix fragilis - Bruchweide Baumhöhe: 5 – 15m

7.5.2 Sträucher

Kronendurchmesser: 5 – 8m und mehr

Pflanzabstand: 5 - 10m

Sträucher für vorwiegend sonnige Standorte und trockene – frische Böden

Bezeichnung Größe/ Pflanzabstand

Acer campestre – Feldahorn als Heckenpflanze muss der Feldahorn re-

183

gelmäßig geschnitten werden, da er sonst

auswächst.

Pflanzabstand: ca. 0,5 – 1m

Aesculus parviflora – Strauch-Kastanie Wuchshöhe bis 4m

Amelanchier lamarckii – Kupfer-

Felsenbirne

Buddleja davidii Hybr. – Schmetterlings-

strauch/ Sommerflieder

Breite: ca.3m

Solitärgehölz

Wuchshöhe: ca. 5m

Breite: bis ca. 6m

Solitärgehölz (mehrstämmig)

Wuchshöhe: bis 6m

Cornus mas – Kornelkirsche Wuchshöhe: bis 8m

Breite: je nach Variation unterschiedlich

Breite: ca. 4m

Kann bis zu 100 Jahren alt werden

Pflanzabstand: ca. 2,5m

Cornus sanguinea – Roter Hartriegel Wuchshöhe: ca. 1,5 – 4m

Breite: ca. 1,5 – 3m

Pflanzabstand ca. 1,5m


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Hibiscus syriacus – Hibiskus Wuchshöhe: ca. 3m

184

Breite: ca. 2m

Pflanzabstand: kann unter bestimmten

Voraussetzungen als Heckenpflanze ver-

wendet werden, wird aber eher als Einzel-

strauch verwendet.

Kolkwitzia amabilias - Kolkwitzie Wuchshöhe: ca. 2m

Breite: ca. 2m

Pflanzabstand: als Strauch für Naturhecke

ca. 1m

Philadelphus coronarius – Bauernjasmin Wuchshöhe: ca. 2m

Breite: ca. 2m

Pflanzabstand: ca. 1,5m

Prunus spinosa – Schlehe Wuchshöhe: ca. 4m

Breite: ca. 3m

Pflanzabstand: 1 – 1,5m

Rhododendron – Rhododendron hybrid Je nach Art unterschiedlich

Rosa canina – Hundsrose Wuchshöhe: ca. 1,5m

Breite: ca. 1,5m

Pflanzabstand: 1,2m

Rosa corymbifera – Heckenrose Wuchshöhe: 2-4m

Breite: ca. 2m

Pflanzabstand: ca.1,5m

Spiraea arguta – Brautspiere Wuchshöhe: ca. 2m

Breite: ca. 2 - 3m

Pflanzabstand: min. 1,5m

Syringa vulgaris – Bauernflieder Wuchshöhe: bis 5m

Breite: ca. 2-3m


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

185

Pflanzabstand: 1,5m

Straucharten für frische bis wechselfeuchte Standorte

Bezeichnung Größe/ Pflanzabstand

Aesculus parviflora – Strauch-Kastanie Wuchshöhe bis 4m

Breite: ca.3m

Solitärgehölz

Buxus sempervirens – Buchsbaum Wuchshöhe: ca. 1,5m

Cartaegus monogyna – Eingriffeliger Weiß-

dorn

Cartaegus laevigata – Zweigriffeliger

Weißdorn

Breite: ca. 1m

Pflanzabstand: bei Verwendung als Hecke

0,5m bei Einzelpflanzungen ca.1m

Wuchshöhe: bis 10m

Breite: ca. 3 – 4m

Pflanzabstand: ca.1,5m

Wuchshöhe: bis 10m

Breite: ca. 3 – 4m

Pflanzabstand: ca.1,5m

Cornus mas – Kornelkirsche Wuchshöhe: bis 8m

Breite: ca. 4m

Kann bis zu 100 Jahren alt werden

Pflanzabstand: ca. 2,5m

Cornus sanguinea – Roter Hartriegel Wuchshöhe: ca. 1,5 – 4m

Breite: ca. 1,5 – 3m

Pflanzabstand ca. 1,5m

Corylus avellana – Gemeine Hasel Wuchshöhe: bis 6m

Breite: ca. 4m

Pflanzabstand: ca. 1,5m

Euonymus europaeus – Pfaffenhüttchen Wuchshöhe: bis 6m

Breite: 1,5 – 3m


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

186

Pflanzabstand ca. 1,5m

stark giftig

Hamamelis x intermedia – Zaubernuss Wuchshöhe: ca. 3-5m

Breite: ca. 2m

Solitärgehölz

Hydrangea macrophylla – Gartenhortensie Wuchshöhe: je nach Variation bis 2m

Breite: ca. 1,5m

Pflanzabstand: 1 – 2m

Kolkwitzia amabilias - Kolkwitzie Wuchshöhe: ca. 2m

Hortensien sind nur bedingt Winterhart

und können beim starkem Frost zurückfrie-

ren

Breite: ca. 2m

Pflanzabstand: als Strauch für Naturhecke

ca. 1m

Ligustrum vulgare – Liguster Beliebte schnittfähige Heckenpflanze.

Die Einzelpflanze kann bis zu 4,5m hoch

werden.

Pflanzabstand: ca.1m

Lonicera caprifolium – Geißblatt Kletterpflanze: bis 6m hoch bnötigt hierzu

aber eine Rankhilfe

Lonicrea xylosteum – Rote Heckenkirsche Wuchshöhe: 1 – 3m

Breite: ca. 2m

Pflanzabstand: ca.1,5m

Philadelphus coronarius – Bauernjasmin Wuchshöhe: ca. 2m

Breite: ca. 2m

Pflanzabstand: ca. 1,5m

Rhododendron – Rhododendron hybrid Je nach Art unterschiedlich

Ribes rubrum – Rote Waldjohannisbeere Wuchshöhe: ca. 1,5m


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

187

Breite: 1 – 1,5m

Pflanzabstand: ca. 1m

Ribes uva-crispa - Stachelbeere Wuchshöhe: ca. 1,5m

Breite: 1 – 1,5m

Pflanzabstand: ca. 1m

Rosa canina – Hundsrose Wuchshöhe: ca. 1,5m

Breite: ca. 1,5m

Pflanzabstand: 1,2m

Sambucus nigra – Schwarzer Holunder Wuchshöhe: bis zu 11m

Breite: bis 5m

Pflanzabstand: 2m

Spiraea arguta – Brautspiere Wuchshöhe: ca. 2m

Breite: ca. 2 - 3m

Pflanzabstand: min. 1,5m

Syringa vulgaris – Bauernflieder Wuchshöhe: bis 5m

Breite: ca. 2-3m

Pflanzabstand: 1,5m

Viburnum opulus – Gemeiner Schneeball Wuchshöhe: ca. 3m

Straucharten für feuchte bis nasse Standorte

Breite: 1,5 – 3m

Pflanzabstand: ca. 1,5m

Bezeichnung Größe/ Pflanzabstand

Ribes nigrum – Schwarze Johannisbeere Wuchshöhe: ca. 1,5m

Breite: 1 – 1,5m

Pflanzabstand: ca. 1m

Salix cineria – Grauweide Wuchshöhe: ca.4m

Breite: ca.2 - 3m

Pflanzabstand: 1,5m


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Viburnum opulus – Gemeiner Schneeball Wuchshöhe: ca. 3m

188

Breite: 1,5 – 3m

Pflanzabstand: ca. 1,5m

Salix purpurea – Pupurweide Wuchshöhe: ca. 4m

Breite: ca. 2m

Pflanzabstand: 2m

Salix viminalis – Korbweide Wuchshöhe: bis 10m eher als Einzel-

7.5.3 Alte und regionale Obstsorten

strauch bzw. auch schiefstämmiger Baum

verwendbar

Hier werden einige Obstsorten angeführt, die allerdings nur eine kleine Auswahl der Ar-

tenvielfalt darstellen. Sie sind geeignet für die Anlage von Streuobstbeständen. Hier

kommen vor allem hochstämmige Arten aus den Bereichen Apfel-, Birn- und Kirschbäu-

me in Frage.

Für die Bepflanzung entlang von Straßen eigenen sich vor allem die Wildformen der

Obstarten die Holzapfel (Malus domestica), die Vogelkirsche (Prunus avium) und die

Holzbirne (Pyrus puyraster).


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Äpfel:

Aderslebener Kalvill

Boskopp

Celler Dickstiel

Danziger Kantapfel

Deutscher Goldpepping

Freiher von Berlpsch

Geflammter Kardinal

Gestreifter Fürst

Gestreifter Säuerling

Goldparmäne

Graue Herbst-Renette

Gravensteiner

Großer Bohnapfel

Holländer Prinz

Holsteiner Cox

Jakob Fischer

Jakob Lebel

Kaiser Wilhelm

Klarapfel

Landsberger Renette

Nienburger Herbstrenette

Nienburger Süßrenette

Uelzener Kalvill

Uelzener Rambur

Winterrambur

Süßkirschen:

Büttners Rote Knorpel

Dönissens Gelbe Knorpel

Große Lange Lotkirsche

Große Prinzessin

Große Schwarze Knorpel

Hedelfinger

Kassins Frühe

Kronprinz v. Hannover

Rote Maikirsche

Schneiders Späte Knorpel

Pflaumen/ Zwetschen:

(nur bedingt für Streuobst-

anlagen)

Altländer Saure

Blaue Hauszwetsche

Graf Althans Reneklode

Große, grüne Reneklode

Ontariopflaume

The Czar

Wangenheims Frühzwet-

sche

7.5.4 Mehrjährige rankende Gehölze

Aristolochia macrophylla - Pfeiffenwinde

Zimmers Frühzwetsche

189

Birnen:

Alexander Lukas

Austbirne

Baronsbirne

Berkmanns Butterbirne

Bosc´s Flaschenbirne

Citronenbirne

Clapps Liebling

Doppelte Philippsbirne

Forellenbirne

Gute Graue

Herrenhäuser Christbirne

Konferenzbirne

Kuhfußbirne

Marie Louise

Pastorenbirne

Williams Christbirne


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Celastrus orbiculatus - Baumwürger

Clematis vitalba - Gemeine Waldrebe

Clematis montana - Bergwaldrebe

Fallopia aubertii - Knöterich

Hedera helix - Gemeiner Efeu

Humulus lupulus - Hopfen

Hydrangea petiolaris - Kletterhortensie

Jasminum nudiflorum - Winterjasmin

Lonicera periclymenum - Wald-Geißblatt

Lonicera caprifolium - Gartengeißblatt

Rosa New Dorn - Kletterrosen

Vitis - und Partenocissus spec. - Rankender Wein

Wisteria sinensis – Blauregen

7.5.5 Zier-, Duft und Nutzpflanzen für den Bauerngarten

Der Bauerngarten zeichnet sich durch eine hohe Bandbreite an unterschiedlichen Pflan-

zenarten aus, die sowohl einjährig, zweijährig als auch ausdauernde Staudenpflanzen

und Blumen umfasst.

Im ursprünglichen Bauerngarten war eine strikte Trennung zwischen Zier- und Nutzpflan-

ze nicht gebräuchlich, da viele Pflanzen, die wir heute nur noch zur Zierde einsetzen da-

mals in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kam. Diese Idee des zierenden Nutzgartens

ist heute vor allem im Vorgartenbereich zu empfehlen.

7.5.6 Sommerblumen und Staude

Adonisröschen

Akelei

Aster, Sommer-

Aster, Herbst-

Aurikel

Bartnelke

Bechermalve

Blaukissen

Blutströpfchen (Som-

mer-Adonis)

Brennende Liebe

Christrose

Dachwurz

Dahlie

190

Diptam

Eberraute

Ehrenpreis

Eibisch

Eisenhut

Eisenkraut

Federnelke


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Fetthenne

Feuerbohne

Fingerhut

Flammenblume (Phlox)

Fleißiges Lieschen

Frauenblatt

Frühlingsheide

Fuchsie

Gartenbalsamine (Rühr-

michnichtan)

Gauklerblume

Garanie

Gemswurz

Gladiole

Glockenblumen

Goldblume

Goldlack

Goldmohn

Goldrute

Grasnelke

Hainblume

Hauswurz

Himmelschlüssel

Immergrün

Iris, Schwertlilien und

Wasserlilie

Jungfer im Grünen

Kaiserkrone

Kapuzinerkresse

Katzenpfötchen

Königskerze

Kokardenblume

Kornblume

Krokus (Safran)

Küchenschelle

Lavendel

Leberblümchen

Leimkraut

Leinkraut

Levkoje

Lichtnelke (Vexiernelke)

Lilie

Löwenmaul

Lungenkraut

Lupine

Mädchenauge

Maiglöckchen

Malve (Stockmalve o.

Stockrose und Schwar-

ze)

Männertreu

Margerite

Märzenbecher

Maßliebchen

Mauerpeffer

Mittagsblume

Mohn, orientalischer

Mondviole

191

Montbretie

Mutterkraut

Nachtkerze

Nachtviole

Narzisse

Natternkopf

Petunie

Pfingstrose

Primelarten

Purpurglöckchen

Resede

Rindsauge

Ringelblume

Rittersporn

Rosen

Salbei

Schafgarbe

Schleierkraut

Schmuckkörbchen

(Cosmea)

Schneeglöckchen

Seidelbast (kl. Strauch)

Seifenkraut

Sonnenblume

Sonnenhut

Sonnenbraut (Helenium)

Sumpfdotterblume

Steinkraut

Stiefmütterchen


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Strohblume

Studentenblume

Tränendes Herz

Traubenhyacinthe

Trollblume

Tulpen

Veilchen

Verbene

Wicke (Lathyrus)

Wiesenraute

Winden (Convolvulus,

Ipomea)

Wolfsmilcharten

Wunderblume

Zinnkraut

192


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.6 Kostenschätzung – Nachweise

Die folgenden Kostenschätzungen dienen als Nachweis für die in Kapitel 5 mit Projekten

und Maßnahmen dargestellten Aussagen über die Kosten für die relevanten Projekte.

7.6.1 Kosten für bauliche Maßnahmen an der B 214 und der L 180

Kostenermittlung für bauliche Maßnahmen an B214 und L180, ermittelt durch die Ingeni-

eurgesellschaft Heidt & Peters Celle GmbH, Dipl.-Ing. Dirk Rother.

Einbau einer Mittelinsel im Zuge der B 214 OD Jeversen, Westseite

Kostenschätzung

(Stand: 14.12.2009)

Kurzbeschreibung Menge Ein-

KAPITEL1 - Straßenbau

TITEL 1 - Verkehrssicherung und Baustel-

leneinrichtung

193

heit

EP GP

Baustelleneinrichtung 1,00 St 3.000,00

Verkehrssicherung nach RSA und Ampel 1,00 St 2.500,00



3.000,00 €

2.500,00 €

Summe Titel 1 5.500,00 €

TITEL 2 - Erdarbeiten

Oberboden abtragen und lagern (i.M. 20

cm)

Oberboden, gelagert, andecken (i.M. 20

cm)

50,00 m³ 6,00 € 300,00 €

250,00 m² 7,00 € 1.750,00 €

Oberboden abtragen und beseitigen 40,00 m³ 5,00 € 200,00 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Boden lösen und abfahren 100,00 m³ 13,00 € 1.300,00 €

Bäume fällen und roden 5,00 St 150,00 € 750,00 €

Untergrund verdichten, Planum herstellen 300,00 m² 1,00 € 300,00 €

Mulde herstellen 56,00 m² 5,00 € 280,00 €

Summe Titel 2 4.880,00 €

TITEL 3 - Oberbau

Frostschutzschicht, 30 cm 250,00 m² 7,00 € 1.750,00 €

Schottertragschicht, 20 cm 250,00 m² 8,50 € 2.125,00 €

bit. Befestigung schneiden 40,00 m 10,00 € 400,00 €

Asphaltdecke fräsen 400,00 m² 8,00 € 3.200,00 €

Binderschicht fräsen 70,00 m² 10,00 € 700,00 €

Bituminöse Befestigung aufnehmen 75,00 m² 8,00 € 600,00 €

Asphalttragschicht, 14 cm 125,00 m² 25,00 € 3.125,00 €

Binderschicht, 8 cm 200,00 m² 20,00 € 4.000,00 €

Splittmastixdecke, 4 cm 450,00 m² 15,00 € 6.750,00 €

Armierungsgitter 120,00 m² 8,00 € 960,00 €

Raubrockenpflaster für Verbreiterung 120,00 m² 110,00 € 13.200,00 €

Kleinpflaster im Inselkopf 2,00 m² 100,00 € 200,00 €

Flachbord 40,00 m 30,00 € 1.200,00 €

Bordschnitte 4,00 St 10,00 € 40,00 €

Pflasterstreifen, 1-reihig 40,00 m 14,00 € 560,00 €

Kontrollprüfungen Asphalt 1,00 St 1.000,00

194


1.000,00 €

Plattendruckversuch mit Gegengewicht 2,00 St 200,00 € 400,00 €

Summe Titel 3 40.210,00 €

Summe Kapitel 1 50.590,00 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

KAPITEL 2 - Markierung und Beschilde-

rung

Verkehrszeichen aufnehmen und setzen 4,00 St 40,00 € 160,00 €

Verkehrsschild: Zeichen 222 2,00 St 75,00 € 150,00 €

Verkehrsschild: Zeichen 274 1,00 St 75,00 € 75,00 €

Verkehrsschild: Zeichen 276 1,00 St 75,00 € 75,00 €

Rohrpfosten für Verkehrsschild, 1750 mm

lang

Rohrpfosten für Verkehrsschild, 4000 mm

lang

2,00 St 60,00 € 120,00 €

1,00 St 70,00 € 70,00 €

Fahrbahnmarkierung beseitigen 200,00 m 1,50 € 300,00 €

Längsmarkierung Typ II, Schmalstrich 400,00 m 4,50 € 1.800,00 €

Vorankündigungspfeile 3,00 St 75,00 € 225,00 €

Sperrflächenmarkierung 25,00 m 5,00 € 125,00 €

Summe Kapitel 2 3.100,00 €

Kurzbeschreibung Menge Ein-

KAPITEL 3 - Bepflanzung

195

heit

EP GP

Ansaatfläche vorbereiten und einsähen 200,00 m² 2,50 € 500,00 €

Sträucher liefern und pflanzen 38,00 m² 15,00 € 570,00 €

Baum liefern und pflanzen einschl. Drei-

bock

1,00 St 360,00 € 360,00 €

Summe Kapitel 3 1.430,00 €

Netto-Baukosten (Kapitel 1 bis 3) 55.120,00 €

Ingenieurgebühren


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

LP 3-5 1,00 St 4.100,00

LP 6-7 1,00 St 1.100,00

LP 8 1,00 St 1.400,00

örtliche Bauüberwachung 1,00 St 1.700,00

196





4.100,00 €

1.100,00 €

1.400,00 €

1.700,00 €

Nettokosten 63.420,00 €

zzgl. 19 % MwSt. 12.049,80 €

Bruttokosten Westseite 75.469,80 €

gerundet 75.000,00 €

Grunderwerb

Grunderwerb (nord) (halber Richtwert

Bauland, Jeversen, Richtwert: 45 €/m²)

125,00 m² 22,50 € 2.812,50 €

Notar, Vermessung, Grunderwerbssteuer 1,00 St 2.000,00

Bemerkungen

LP 1-2 nicht angesetzt (Abrechnung über Dorfer-

neuerung)

Einbau einer Mittelinsel im Zuge der B 214 OD Jeversen, Ostseite

Kostenschätzung

(Stand: 14.12.2009)

Kurzbeschreibung Men-

ge

Ein-

heit


EP GP

2.000,00 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

KAPITEL 1 - Straßenbau

TITEL 1 - Verkehrssicherung und Baustel-

leneinrichtung

Baustelleneinrichtung 1,00 St 3.000,00 € 3.000,00 €

Verkehrssicherung nach RSA und Ampel 1,00 St 2.500,00 € 2.500,00 €

Summe Titel 1 5.500,00 €

TITEL 2 - Erdarbeiten

Oberboden abtragen und lagern (i.M. 20

cm)

Oberboden, gelagert, andecken (i.M. 20

cm)

30,00 m³ 6,00 € 180,00 €

150,0

0

197

m² 7,00 € 1.050,00 €

Oberboden abtragen und beseitigen 50,00 m³ 5,00 € 250,00 €

Boden lösen und abfahren 100,0

0

m³ 13,00 € 1.300,00 €

Bäume fällen und roden 1,00 St 150,00 € 150,00 €

Untergrund verdichten, Planum herstellen 350,0

0

m² 1,00 € 350,00 €

Mulde herstellen 40,00 m² 5,00 € 200,00 €

Summe Titel 2 3.480,00 €

TITEL 3 - Oberbau

Frostschutzschicht, 30 cm 250,0

Schottertragschicht, 20 cm 250,0

0

0

m² 7,00 € 1.750,00 €

m² 8,50 € 2.125,00 €

bit. Befestigung schneiden 40,00 m 10,00 € 400,00 €

Asphaltdecke fräsen 400,0

0

m² 8,00 € 3.200,00 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Binderschicht fräsen 70,00 m² 10,00 € 700,00 €

Bituminöse Befestigung aufnehmen 120,0

Asphalttragschicht, 14 cm 125,0

Binderschicht, 8 cm 200,0

Splittmastixdecke, 4 cm 450,0

Armierungsgitter 120,0

Raubrockenpflaster für Verbreiterung 120,0

0

0

0

0

0

0

198

m² 8,00 € 960,00 €

m² 25,00 € 3.125,00 €

m² 20,00 € 4.000,00 €

m² 15,00 € 6.750,00 €

m² 8,00 € 960,00 €

m² 110,00 € 13.200,00 €

Kleinpflaster im Inselkopf 2,00 m² 100,00 € 200,00 €

Flachbord 40,00 m 30,00 € 1.200,00 €

Bordschnitte 4,00 St 10,00 € 40,00 €

Pflasterstreifen, 1-reihig 40,00 m 14,00 € 560,00 €

Pflasterstreifen, 2-reihig, aufnehmen 10,00 m 6,00 € 60,00 €

Pflasterstreifen, 2-reihig 30,00 m 28,00 € 840,00 €

Hochbord 30,00 m 25,00 € 750,00 €

Tiefbord 40,00 m 17,00 € 680,00 €

Frostschutzschicht, 20 cm 80,00 m² 6,00 € 480,00 €

Schottertragschicht, 15 cm 80,00 m² 7,00 € 560,00 €

Gehwegpflasterdecke 80,00 m² 23,00 € 1.840,00 €

Kontrollprüfungen Asphalt 1,00 St 1.000,00 € 1.000,00 €

Plattendruckversuch mit Gegengewicht 4,00 St 200,00 € 800,00 €

Summe Titel 3 46.180,00 €

Summe Kapitel 1 55.160,00 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Kurzbeschreibung Men-

KAPITEL 2 - Markierung und Beschilde-

rung

ge

199

Ein-

heit

EP GP

Verkehrszeichen aufnehmen und setzen 4,00 St 40,00 € 160,00 €

Verkehrsschild: Zeichen 222 2,00 St 75,00 € 150,00 €

Verkehrsschild: Zeichen 274 1,00 St 75,00 € 75,00 €

Verkehrsschild: Zeichen 276 1,00 St 75,00 € 75,00 €

Rohrpfosten für Verkehrsschild, 1750 mm

lang

Rohrpfosten für Verkehrsschild, 4000 mm

lang

Fahrbahnmarkierung beseitigen 200,0

Längsmarkierung Typ II, Schmalstrich 400,0

2,00 St 60,00 € 120,00 €

1,00 St 70,00 € 70,00 €

0

0

m 1,50 € 300,00 €

m 4,50 € 1.800,00 €

Vorankündigungspfeile 3,00 St 75,00 € 225,00 €

Sperrflächenmarkierung 25,00 m 5,00 € 125,00 €

Summe Kapitel 2 3.100,00 €

KAPITEL 3 - Beleuchtung

Leuchte mit Mast und Kabel 1,00 St 2.000,00 € 2.000,00 €

Summe Kapitel 3 2.000,00 €

KAPITEL 4 - Bepflanzung

Ansaatfläche vorbereiten und einsähen 200,0

0

m² 2,50 € 500,00 €

Sträucher liefern und pflanzen 38,00 m² 15,00 € 570,00 €

Baum liefern und pflanzen einschl. Drei- 1,00 St 360,00 € 360,00 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

bock

Summe Kapitel 4 1.430,00 €

Netto-Baukosten (Summe Kapitel 1 bis 4) 61.690,00 €

Ingenieurgebühren

LP 3-5 1,00 St 4.600,00 € 4.600,00 €

LP 6-7 1,00 St 1.300,00 € 1.300,00 €

LP 8-9 1,00 St 1.600,00 € 1.600,00 €

örtliche Bauüberwachung 1,00 St 1.800,00 € 1.800,00 €

Nettokosten 70.990,00 €

zzgl. 19 % MwSt. 13.488,10 €

Bruttokosten Ostseite 84.478,10 €

gerundet 84.000,00 €

200


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.6.2 Kostenermittlung für das Projekt „Entwicklung des Areals um das Sport-

heim Bannetze zur multifunktionalen Dorfmitte“

Kostenermittlung für die Neugestaltung der Außenanlagen am Sportheim Bannetze ermit-

telt durch: Cathrin Camp, Landschaftsarchitektin, Celle.

201


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

202


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

203


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

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Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

208


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.6.3 Kostenermittlung für das Projekt „Umgestaltung des Areals um das Hir-

tenhaus“ Jeversen

Die Kosten wurden von der beauftragten Landschaftsarchitektin Gudrun Viehweg (Han-

nover) ermittelt. Sie stellen den aktuellen Sachstand bezüglich der Planungsvorarbeiten

dar.

Nr. Bez. Menge Ein-

Landschaftsbauarbeiten

1. 212 Abbruchmaßnahmen

209

heit

Einheits-

preis

1.1. Spielgeräte ausbauen und entsorgen 1,00 Psch 1.500,00


Gesamt-

preis

1.500,00 €

1.2. Einfriedung ausbauen und entsorgen 15,00 m 4,00 € 60,00 €

1.3. Grillhütte abbauen und entsorgen 1,00 Psch 1.000,00


1.000,00 €

1.4. Sitzgruppe ausbauen und entsorgen 1,00 Psch 250,00 € 250,00 €

1.5. Betonplatten einschl Einfassung aus-

bauen und entsorgen

1.6. Fahrradständer ausbauen und entsor-

gen

5,00 m2 10,00 € 50,00 €

10,00 St 2,00 € 20,00 €

1. 212 Abbruchmaßnahmen 2.880,00 €

2. 214 - Herrichten der Geländeoberflä-

che

2.1. Eichen roden 4,00 St 100,00 € 400,00 €

2.2. Nadelbäume fällen 10,00 St 100,00 € 1.000,00 €

2.3. Gehölzflächen roden 50,00 m2 15,00 € 750,00 €

2.4. Heckengehölz roden 100,00 m 5,00 € 500,00 €

2. 214 - Herrichten der Geländeoberflä-

che

2.650,00 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

3. 512 Vegetationstechnische Bearbei-

tung

3.1. Vegetationsschicht herstellen 2.500,00 m2 2,00 € 5.000,00 €

3. 512 Vegetationstechnische Bearbei-

tung

4. 514 Pflanzen

210

5.000,00 €

4.1. Eichen liefern und pflanzen 10,00 St 150,00 € 1.500,00 €

4.2. Baum-Strauch-Hecke liefern und

pflanzen

700,00 m2 15,00 € 10.500,00 €

4.3. Rhododendren liefern und pflanzen 1.000,00 St 30,00 € 30.000,00 €

4.4. Baumverankerung 10,00 St 50,00 € 500,00 €

4.5. Stauden liefern und pflanzen 1.000,00 St 1,70 € 1.700,00 €

4.6. Geophyten liefern und pflanzen 5.000,00 St 0,60 € 3.000,00 €

4.7. Fertigstellungspflege 2.500,00 m2 3,00 € 7.500,00 €

4. 514 Pflanzen 54.700,00 €

5. 515 Rasen

5.1. Rasenansaat 500,00 m2 0,60 € 300,00 €

5.2. Fertigstellungspflege 500,00 m2 1,50 € 750,00 €

5. 515 Rasen 1.050,00 €

6. 521 Wege

6.1. Zuwegung Infopunkt herstellen 50,00 m2 60,00 € 3.000,00 €

6. 521 Wege 3.000,00 €

7. 524 Stellplätze

7.1. Stellplätze Schotterrasen herstellen m2 20,00 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.2. Feuerwehrzufahrt herstellen 200,00 m2 20,00 € 4.000,00 €

7. 524 Stellplätze 4.000,00 €

8. 526 Spielplatzflächen

8.1. Spielplatz einschl. Spielgeräte herstel-

len

211

1,00 Psch 30.000,0

0 €

30.000,00 €

8. 526 Spielplatzflächen 30.000,00 €

9. 531 Einfriedung

9.1. Holzstaketzaun Bauerngarten 25,00 lfdm 6,00 € 150,00 €

9. 531 Einfriedung 150,00 €

10. Allgemeine Einbauten

10.1. Abfallbehälter 5,00 St 350,00 € 1.750,00 €

10.2. Sitzbänke liefern und einbauen 11,00 St 450,00 € 4.950,00 €

10.3. Fahrradständer liefern und einbauen 10,00 St 100,00 € 1.000,00 €

10. Allgemeine Einbauten 7.700,00 €

11. 546 Starkstromanlagen

11.1. Leuchten liefern und einbauen 10,00 St 1.000,00


10.000,00 €

11. 546 Starkstromanlagen 10.000,00 €

Landschaftsbauarbeiten 121.130,00 €

Landschaftsbauarbeiten 144.144,70 €


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Nr Bez Menge Ein-

Bauwerk

1. 300 Baukonstruktionen

212

heit

Einheits-

preis

1.1. Umbau Infopunkte 1,00 Psch 10.000,0

1.2. Ausbau Kühlhaus zum Jugendtreff 1,00 Psch 50.000,0

1.3. Grillhütte herstellen 1,00 Psch 15.000,0

0 €

0 €

0 €

Gesamt-

preis

10.000,00


50.000,00


15.000,00

1. 300 Baukonstruktionen 75.000,00

Bauwerk 75.000,00




89.250,00


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.7 Aussagen der Träger öffentlicher Belange

Folgende Stellungnahmen haben die Träger öffentlicher Belange abgegeben.

Stellungnahme des Trägers Stellungnahme des Planungsbüros

Zweckverband Abfallwirtschaft

Celle vom 03.08.2009:

Keine Bedenken, aber folgende Hinwei-

se auf die in den drei Orten be-

findlichenAltablagerungsstel- len:

Thören: Flur3, Flurstück 78/23 (Nr.

3510244004)

Bannetze: Flur 5, Flurstück 2/4 (Nr.

3510244005)

Jeversen: Flur 5, Flurstück 46/6 (Nr.

3510234001) und Flur 4, Flur-

stück 101/5 (Nr. 3510234002)

Landwirtschaftskammer Nieder-

sachsen vom 07.08.2009:

…die Förderung der Dorferneuerung ist

Teil der Strukturpolitik des Lan-

des für die ländlichen Räume

mit einer deutlichen Betonung

der Berücksichtigung der der-

zeitigen und zukünftigen Belan-

ge land- und fortwirtschaftlicher

Betriebe… Im Wesentlichen sind

speziell die Landwirtschaft

betreffenden Punkte abgearbei-

tet worden. Aus unserer Sicht

wäre es wünschenswert, im Ka-

pitel 4.1 Land- und Forstwir-

schaft z.T. konkretere Aussagen

über die Haupt- und Nebener-

werbsbetriebe zu treffen, in Be-

213

Die Altablagerungsstellen müssen im

Rahmen der örtlichen Projekte

berücksichtigt werden, ggf. muss

mit dem Zweckverband eine Ver-

lagerung abgesprochen und be-

antragt werden.

Die Details zu den Landwirten bzw. deren

Planungen liegen z. T. aus den In-

terviews von H. Eggers mit den

Landwirten vor und werden ergän-

zend eingearbeitet.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

zug auf

Bewirtschaftung der LF der Gemarkung

durch ortsansässige/ gemar-

kungsfremde Landwirte

Viehhaltung ( Art der Aufstallung, Nut-

zung von Alt/Neugebäuden,

Emissionen aus Tierhaltung und

Dunglagerung, Entwicklungsab-

sichten, Konfliktpotential und

Lösungsmöglichkeiten)

Verwertung der Wirtschaftsdünger

Bedarf für Teil/Vollaussiedlungen, Eig-

nung in Frage kommender

Standorte, Berücksichtigung der

gemeindlichen Bauleitplanung

Die o.g. Punkte orientieren sich im We-

sentlichen an dem Katalog, den

die Ehem. Bezirksregierung Lü-

neburg für die Darstellung der

Landwirtschaft im Dorferneue-

rungsplan aufgestellt hat.

Zur Verbesserungswürdigkeit von Wirt-

schaftswegen verweisen wir all-

gemein auf die Ansprüche des

landw. Verkehrs:

Die Anforderungen zu den Wirtschaftswegen

Genügend breite Fahrstraßen (Maschi-

werden in das Kapitel Planungsempnentransportbreiten

bis 3m sind

fehlungen für Straßen und Wege ein-

zulässig/kommen

ebene Fahrbahnen

häufig vor)

gefügt.

befestigte Decken bzw. überfahrbare

Wegeseitenräume, die hohe

Achslasten aushalten (8t)

genügend breit ausgelegte Ein-

mündungsbereiche (großer

214


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Wendekreis bei Zugmaschinen

mit 2 Anhängern)

gute Einsicht auf Vorfahrtsstraßen

(Fahrer sitzt bei Schleppern ca.

2,5 m hinter der Vorderkante

Nfz.)

keine parkenden Fahrzeuge auf der

Fahrbahn

Landkreis Celle vom 26.08.2009:

Fachabteilung Naturschutz

Planungen im FFH-Gebiet Aller sind

nach § 34 des Nieders. Natur-

schutzgesetzes auf ihre Verträg-

lichkeit mit den Erhaltungszielen

des Gebietes zu überprüfen. Die

Prüfung ist durch ein Fachbüro

durchzuführen und kann nur

empfohlen werden, wenn die

Vorprüfung ein positives Ergeb-

nis erwarten lässt. Ergibt die

Verträglichkeitsprüfung, dass

das Vorhaben zu einer erhebli-

chen Beeinträchtigung des Ge-

bietes in seinen für die Erhal-

tungsziele oder den Schutz-

zweck maßgeblichen Bestand-

teilen führen kann, so ist es zu-

nächst unzulässig. Die aus-

nahmsweise Zulassung ist nur

unter ganz bestimmten Voraus-

setzungen möglich.

Der Ausbau und die Befestigung von

Wegen stellt in aller Regel einen

Eingriff im Sinne des § 7 des

215

Naturschutz/ FFH- Gebiet: Anmerkun-

gen werden aufgenommen, eine

Prüfung auf Ausnahme der Zu-

lassen für den Platz an der Aller

wird vorgenommen.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Nieders. Naturschutzgesetzes

dar, dessen Erforderlichkeit zu

begründen ist und für den Kom-

pensationsmaßnahmenvorzu- sehen sind.

Fachabteilung Wasserwirtschaft / Ober-

flächenentwässerung:

Das im Bereich der öffentlichen Flächen

anfallende Regenwasser ist

grundsätzlich über die Boden-

oberfläche innerhalb des Be-

bauungsgebietes zu versickern

(Flächen-, Mulden- oder Be-

ckenversickerung). Die Bedarfs-

flächen für die erforderlichen

Versickerungsanlagen sind von

der Bebauung bzw. von jeder

anderen Nutzung frei zu halten.

Für die mit der Regenwasser-

versickerung von den öffentli-

chen Flächen verbundene Ge-

wässerbenutzung ist eine was-

serrechtliche Erlaubnis gemäß §

10 Nds. Wassergesetz (NWG)

gesondert zu beantragen. In

dem Erlaubnisantrag sind die

schadlose Beseitigung des Re-

genwassers und die technische

Durchführbarkeit nachzuweisen.

Das Erlaubnisverfahren ist

rechtzeitig vor dem Baubeginn

zu führen, so dass evtl. Ände-

rungen umgeplant und bei der

Ausführung berücksichtigt wer-

den können.

216

Bei den Planungen, insbesondere den

örtlichen baulichen Maßnahmen

müssen aufgrund der Hochwas-

sergefährdung geeignete Reten-

tionsflächen vorgehalten werden.

Die Baugenehmigung enthält ge-

eignete Maßnahmen. Die ggf.

notwendigen Vertiefungsplanun-

gen müssen das Problem berück-

sichtigen.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Fachabteilung Straßenverkehrsamt

Zu Ziff. 5.2.1.2 B: Es ist aktuell nicht

damit zur rechnen, dass im Zu-

ge der Ortsdurchfahrt von Je-

versen (B 214) eine stationäre

Geschwindigkeitsüberwa-

chungsanlage eingerichtet wird.

Der Landkreis Celle erstellt sol-

che Anlagen nur an solchen

Standorten, die nach Erkennt-

nissen der Polizei Unfallschwer-

punkte mit der Hauptursache

„überhöhte Geschwindigkeit“

sind. Die Ortsdurchfahrt in Je-

versen gehört zurzeit nicht da-

zu.

Landesamt für Bergbau, Energie

und Geologie vom

19.08.2009:

Fachbereich Bergaufsicht Hannover:

…wir bitten in der vorstehenden Ange-

legenheit die RWE DEA AG,

Schachtstr. 76, 29323 Wietze,

zu beteiligen, da die Gesell-

schaft in der Region bergbauli-

che Einrichtungen unterhielt

bzw. noch betreibt…

Fachbereich Geologie/Boden:

Der Bereich der Dorferneuerung befin-

det sich im potenziell hochwas-

sergefährdeten Gebiet.

Wir weisen darauf hin, dass für dieses

Gebiet beim LBEG neue Karten-

unterlagen im Maßstab

217

Die tatsächliche und die wahrgenomme-

ne Situation der Geschwindigkei-

ten in Jeversen ist nach ab-

schließender Bewertung unter-

schiedlich. Speziell für Jeversen

empfiehl sich daher, eine Lang-

fristmessung der Geschwindig-

keiten durchzuführen. Für Thören

und Bannetze gilt dies ebenso,

wobei hier laut Aussage der Poli-

zeistation wesentlich deutlicher

die Geschwindigkeiten übertreten

werden.

Die RWE DEA AG wurde nachträglich am

TÖB- Verfahren beteiligt.

Die drei Orte liegen nach der aktuell

veröffentlichten Karte zur Hoch-

wassergefährdung an den Rän-

dern des Gefährdungsgebietes.

Einige Flächen, z.B. an der Aller

liegen direkt im Gefährdungsge-


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

..

1:50.000 zum Thema „Geologie

und Boden“, sowie darauf basie-

rende Auswertungskarten zu

den Themen „Hochwasserge-

fährdung“ (GHK50) und „Bau-

grund, Ingenieurgeologie“

(IGK50) zur Verfügung stehen.

In der Auswertungskarte Hoch-

wassergefährdung werden unter

Berücksichtigung von Alter, Be-

schaffenheit und Entstehungsart

geologischer Schichten Flächen

ausgewiesen, die in jüngerer

geologischer Vergangenheit,

d.h. in den letzten 11.500 Jah-

ren, von Überflutungen durch

Flussgewässer betroffen waren.

Diese Gebiete sind auch in Zu-

kunft potentiell überflutungsge-

fährdet, da sich der natürliche

Wasserhaushalt (z.B. Nieder-

schlag, oberirdischer Abfluss)

nicht wesentlich geändert hat.

Wir empfehlen dringen, diese Karten

bei der Neuaufstellung oder Än-

derung von Planungsunterlagen

zur Klärung von allen Fragen zu

den Themenkomplexen Geolo-

gie, Boden, Rohstoffe, Hoch-

wasserschutz und Baugrund

hinzuziehen.

Fachbereich Bauwirtschaft:

Es gibt keine Hinweise zur Baugrund-

untersuchung, die über die An-

218

biet. Dies muss in den konkreten

Projektplanungen berücksichtigt

werden. Der Hinweis wird im DE-

Plan konkreter aufgenommen

und auf das Kartenmaterial beim

LBEG hingewiesen.

Bauliche Maßnahmen müssen bei der

konkreten Planung sowohl Bau-

grund als auch Hochwasser-

schutz berücksichtigen. Beide

Aspekte sind jedoch im Regelver-

fahren zur baulichen Planung

enthalten.

Zur Kenntnis genommen.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

forderungen gemäß DIN 4020,

DIN EN 1997- 2 hinausgehen.

Handwerkskammer Braunschweig-

Lüneburg- Stade vom

27.08.2009:

…über die Aufnahme der genannten

Ortsteile in das niedersächsi-

sche Dorferneuerungsprogramm

freuen wir uns. Eine Einbindung

des örtlichen Handwerks, die

Reaktivierung und Ansiedlung

dorftypischer Handwerksbetrie-

be würden wir sehr begrüßen…

Als Interessenvertretung der Hand-

werksbetriebe im Kammerbezirk

Braunschweig- Lüneburg-Stade

weisen wir darauf hin, die Be-

lange des Immissions- und

Nachbarschutzes zur Vermei-

dung von Nutzungskonflikten zu

beachten. Betriebliche und exi-

stenzielle Einschränkungen sind

in Verbindung mit Maßnahmen

der Dorferneuerung für beste-

hende Handwerksbetriebe zu

vermeiden. Das örtliche und

dorftypische Handwerk sollte in

die Dorferneuerung eingebun-

den und existenziell gestärkt

werden. Der Nachfrage von Ge-

werken zur Dorferneuerung

durch das ortsansässige Hand-

werk sehen wir selbstverständ-

lich gerne entgegen.

Benachrichtigen Sie uns bitte hinsicht-

lich planungsrechtlicher Vorha-

219

Zur Kenntnis genommen.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

ben wie Änderung in der Bau-

leitplanung oder bauliche Nut-

zungsarten, die mit der DE ver-

bunden sind….

(Beiliegend Auszug aus Handwerksrolle

mit den Betrieben der drei Orte)

RWE Dea AG vom 02.09.2009:

…wie in Punkt 3.1.2 der Verfahrensbe-

schreibung genannt, befand sich

innerhalb der Ortschaft Thören

des Erdölfeld „Thören“ der da-

maligen DEA. In den Randberei-

chen sind jedoch auch die Ge-

markungen Bannetze und Je-

versen durch die noch wesent-

lich umfangreichere Ölförderung

in Wietze betroffen. Die Gebiete

der ehemaligen Förderung las-

sen sich schwerpunktmäßig fol-

gendermaßen eingrenzen:

Bannetze – im südlichen Teil der Ge-

markung in der eigentlichen Al-

lerniederung etwa bis zum Be-

reich des nördlichen Allerdei-

ches, zum Wietzer Feld gehö-

rend,

Jeversen – nur im nordöstlichsten Teil

der Gemarkung, nicht bis an die

derzeitige Bebauung heranrei-

chend, ebenfalls Teile des Wiet-

zer Feldes,

220

Die Ausführungen der RWE werden im

DE- Plan konkretisiert und an

geeigneter Stelle als Planungs-

hinweis aufgenommen.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Thören – das genannte Erdölfeld be-

fand sich nördlich der L 180

Grundsätzlich können sich aus den An-

lagen des Altbergbaus Nut-

zungseinschränkungen ergeben.

Ehemalige Bohrungen haben z.

b. auf Grund bergrechtlicher

Vorschriften einen Schutzkreis

von in der Regel 5m, der nicht

bebaut oder abgegraben wer-

den darf.

Es ist weiterhin mit sonstigen Resten

des Altbergbaus zu rechnen,

etwa wegen des Alters – der

Beginn der industriellen Ölför-

derung im Raum Celle datiert

auf das Ende des 19. Jahrhun-

derts – nicht nach den heutigen

Maßstäben dokumentiert wor-

den sind.

Wir bitten daher bei Konkretisierung

von Bauvorhaben um weitere

Beteiligung am Verfahren.

Landvolk Niedersachsen – Kreis-

verband Celle e.V. vom

11.09.2009 (fax):

…hiermit möchten wir zur Verbunddorf-

erneuerung Dörferdreieck Aller-

niederung Stellung nehmen.

Maßgeblich für unsere Stellung-

nahme ist das Ziel mit der Dorf-

erneuerung zur Sicherung und

Entwicklung des landwirtschaft-

lichen Standortes beizutragen.

221

Die Anmerkungen vom Landvolk werden

wie folgt bewertet und berück-

sichtigt:

die Forderung bzgl. der Wirtschaftswege

aus Sicht der Landwirte wird

deutlicher im Plan beschrieben.

Es wird auf derzeitige und zu-

künftige Nutzungskonflikte hin-

gewiesen, die nur durch eine

entsprechend Kommunikation

gelöst werden können.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Generell möchten wir festhal-

ten, dass die Leitziele 1 bis 5

nicht der Sicherung und Ent-

wicklung des landwirtschaftli-

chen Standortes und der Ent-

wicklung der landw. Betriebe

entgegenstehen dürfen.

Im Speziellen ist im Sinne der Land-

wirtschaft darauf zu achten,

dass keine neue oder zusätzli-

che Ausweisung von Schutzge-

bieten (Naturschutz, Land-

schaftsschutz, FFH etc.) in der

Allerniederung (Bezug Kapital 3

Rahmenbedingungen + Pla-

nungsvorhaben) erfolgen darf.

Schutzgebietsausweisungen und

–erweiterungen führen zum ei-

nen zu Einschränkung der

Handlungsmöglichkeiten der

Landwirte und zum anderen zu

Bewirtschaftungsauflagen

(Grünlandumbruchverbot, Ver-

bot von Feldmieten, einge-

schränkteBewirtschaft- ungszeiten etc.) für die Land-

wirte, die deutliche ökon.

Nachteile als Konsequenz nach

sich ziehen. Des Weiteren be-

wirkt eine Schutzflächenauswei-

sung eine Wertminderung der

Flächen im Sinne der Beleihung

bei Kreditaufnahme. Ebenso

wird die Entwicklungsfähigkeit

der Betriebe hinsichtlich alter-

nativer Produktionszweige ver-

hindert.

222

Die Ausweisung weiterer Schutzgebiete

wird durch die DE nicht forciert,

allerdings ist festzustellen, dass

das neue RROP des LK Celle eine

zukünftige Erweiterung der

Schutzgebiete vorsieht.

Die Verbesserung der Struktur der Wirt-

schaftswege ist im DE-Plan be-

reits enthalten, allerdings wird

empfohlen, ein langfristiges ge-

meinsames Wegekonzept zu

schaffen, in dem diese Fragen

und Lösungen für zukünftige Pla-

nungen enthalten sind.

Die Erschließung der Allerwiesen bedeu-

tet zugleich einen naturverträgli-

chen Zugang für alle Nutzer-

gruppen. Fahrradwege-Führung

ebenso wie Reitwege müssen so

angeordnet sein, dass Nutzungs-

konflikte reduziert werden. Eine

entsprechende Wegeführung

muss erarbeitet werden. Diese

Erarbeitung wird mit dem Hin-

weis auf die Nutzungskonflikte

im neuen DE- Plan eingefügt.

Es wird empfohlen, mit den Landwirten

in den drei Dörfern einen separa-

ten Termin zu realisieren, um die

Konflikte zu thematisieren und

Lösungen zu erarbeiten.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Ansetzen möchten wir auch am Leitziel

1 „sichere und ausgebaute Ver-

kehrswege“. Für die Land- und

Forstwirtschaft sind Transporte

von Gütern von zunehmend

wichtiger Bedeutung. Deshalb

fordern wir zum einen, dass

keine zusätzlichen Beschrän-

kungen(Gewichtsbeschränkun- gen, Durchfahrtsverbot für

landw.- und forstwirtschaftli-

chen Verkehr) gemacht werden

und zum anderen, dass beste-

hende Beschränkungen mög-

lichst aufgehoben werden. Ggf.

müssen Straßen verstärkt wer-

den, damit die heutigen landw.-

und forstwirtschaftlichen Ma-

schinen und Transportfahrzeuge

darauf fahren können.

Ebenso ist die bedarfsgerechte Herstel-

lung bzw. Wiederherstellung

von Wirtschaftswegen notwen-

dig, die im Rahmen der Dorfer-

neuerung mit aufgenommen

werden sollte.

Damit könnten evt. wünschenswerte

Entlastungen für andere Berei-

che geschaffen werden. Mit den

einzelnen Landwirten sollte über

die konkreten Fälle gesprochen

werden.

Im Kontext der Erschließung der Aller-

wiesen (u.a. Kapitel 5) sind aus

landwirtschaftlicher Sicht die

Prioritäten anders zu legen.

223


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

D.h. neue Fahrradwege und z.B.

auch die kostenintensive Bewei-

dung der Allerdeiche stehen

nicht an erster Stelle. Priorität

aus landwirtschaftlicher Sicht

hat die Entwicklung und Ver-

besserung der Wirtschaftswege

– wie oben schon genannt.

…Wir bitten Sie unsere Anmerkungen

in die Planung für die Verbund-

dorferneueurng

….aufzunehmen.

Deutsche Telekom Netzproduktion

GmbH von 25.08.2009:

…im Dorferneuerungsgebiet sind Tele-

kommunikationslinien der Deut-

schen Telekom vorhanden. Hin-

sichtlich geplanter Baumpflan-

zungen ist das „Merkblatt über

Baumstandorte und unterirdi-

sche Ver- und Entsorgungsanla-

gen“ der Forschungsgesell-

schaft für Straßen- und Ver-

kehrswesen, Ausgabe 1989, sie-

he hier u.a. Abschnitt 3, zu be-

achten. Einer Überbauung unse-

rer Tele-kommunikationslinien

stimmen wir nicht zu, weil da-

durch der Bau, die Unterhaltung

und Erweiterung verhindert wird

und ein erhebliches Schadensri-

siko für die Telekommunikati-

ons- linie besteht.

Über gegebenenfalls notwendige Maß-

nahmen zur Sicherung, Verän-

derung oder Verlegung unserer

224

Die Problematik der vorhandenen Tele-

kommunikationslinien wird in das

Kapitel Planungsempfehlungen

jeweils aufgenommen.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Telekommunikationslinien kön-

nen wir erst Angaben machen,

wenn uns die endgültigen Aus-

baupläne vorliegen.

Wir bitten dem Vorhabenträger aufzu-

erlegen, dass dieser für das

Vorhaben einen Bauablaufzei-

tenplan aufstellt. Für die Bau-

maßnahme der Deutschen Tele-

kom AG benötigen wir eine Vor-

laufzeit von mindestens 3 Mo-

naten.

NLStbV NDs. Landesbehörde für

Straßenbau und Verkehr

vom 31.08.2009:

..im Rahmen des oben genannten

Planvorhabens werden folgende

Maßnahmen vorgesehen:

Mittelinseln an den Ortsein- und aus-

gängen als verkehrsberuhigen-

de Maßnahmen

Verkehrsraumbegleitendes Grün

In diesem Zusammenhang weise ich

besonders auf die Planungs-

maßnahme des Bundes, Erneu-

erung der Fahrbahn einschl.

Entwässerungsleitung im Zuge

der B214 in der Ortsdurchfahrt

Jeversen hin. In Bezug auf die

Planung und Baudurchführung

der Maßnahme sind Abstim-

mungen mit der Gemeinde

Wietze und der hiesigen Stra-

ßenbauverwaltung erforderlich.

Zu den Planungsmaßnahmen nehme

225

Die Anmerkungen unter Punkt 1 bis 3

werden jeweils in den Projektda-

tenblättern aufgenommen.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

ich wie folgt Stellung:

Die geplanten verkehrsberuhigenden

Maßnahmen an den Ortsein-

und ausgängen sind unter Vor-

lage von detaillierten Planunter-

lagen (M. 1:250) mit der hiesi-

gen Straßenbau- verwaltung,

der unteren Verkehrsbehörde

und der Polizei abzustimmen. In

der Planunterlage ist das Katas-

ter, der Bestand und die Pla-

nung darzustellen. Die pla-

nungsrechtliche Absicherung

der geplanten Maßnahme ist

Sache der Gemeinden Wietze

bzw. Winsen (Aller).

Die Standorte der Baumpflanzungen im

Zuge der B214 und L180 sind

hinsichtlich der Mindestabstän-

de zum Fahrbahnrand als auch

der Baumab-stände in Fahrt-

richtung mit der hiesigen Stra-

ßenbauverwaltung – Ansprech-

partnerin ist die Landschafts-

pflegerin Frau Ewen (Tel.

04231/9239-128), abzustim-

men. Auch unter dem Aspekt

evtl. vorhandener Versorungs-

leitungen sollte eine Abstim-

mung mit den Versorgungsträ-

gern vorgenommen werden.

Die Aufstellung von Verkehrsbeschilde-

rungen sowie die Herstellung

von Fahrbahnmarkierungen im

Zuge der Bundesstraße 214 und

der Landesstraße 180 sind im

226


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Rahmen einer verkehrsbehördli-

chen Anordnung beim Landkreis

Celle, untere Verkehrsbehörde,

als gesondertes Planverfahren

zu beantragen. Innerhalb der

Ortsdurchfahrt ist die Aufstel-

lung von Hinweisschildern bzw.

Informations- tafeln mit der

hiesigen Straßenbau- verwal-

tung, der unteren Verkehrs- be-

hörde und der Polizei einver-

nehmlich abzustimmen.

Ausdrücklich weise ich darauf hin,dass

dem Land sowie dem Bund hin-

sichtlich der geplanten Maß-

nahmen im Zuge der Landes-

straße 180 bzw. der Bundes-

straße 214 keine Kosten entste-

hen dürfen. Selbst eine Kosten-

beteiligung der geplanten Maß-

nahmen kann zur Zeit auf

Grund der vorhandenen bzw.

sich abzeichnenden mittelfristi-

gen Finanzplanung des Landes

Nieder- sachsen nicht zugesi-

chert werden.

NLWKN Betriebsstelle Verden vom

14.08.2009:

…ich weise darauf hin, dass es sich bei

dem ausgewiesenen ÜSG um

ein sogenanntes altes ÜSG han-

delt, bei dem die betroffenen

Siedlungsbereiche ausgegrenzt

wurden. Es wird also nicht die

tatsächliche Betroffenheit der

Siedlungsbereiche dargestellt.

227

Der Hinweis wird bei der Beschreibung

der ÜSG mit dem Verweis auf die

neue Darstellung des ÜSG in

2009 aufgenommen.


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Noch im Jahr 2009 wird ein

überarbeitetes ÜSG veröffent-

licht werden, das die tatsächli-

che Gefährdung der Siedlungs-

flächen durch ein hundertjährli-

ches Hochwasser darstellt.

7.8 Kartenmaterial

Die folgenden Karten enthalten folgende Informationen:

• Ergebnisse der Untersuchung der Landwirtschaft in den drei Dörfern

• Ergebnisse der Siedlungskartierung in den drei Dörfern

• Ergebnisse der Untersuchungen zum Dorfgrün

228


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.9 Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bürgerversammlung am 12. März 2008 (l.); Teilnehmer VIP-Seminar (r.) 11

Abbildung 2: VIP-Seminar in Winsen (Aller) am 11. und 12. April 13

Abbildung 3: Gemeinsame Fahrradtour durch die Dörfer am 19. April 14

Abbildung 4: Teilnehmer der Exkursion in die Lintelner Geest (Quelle Internetseite der

Verbunddorferneuerung www.aller3.de) 17

Abbildung 5: Impressionen von der Exkursion 17

Abbildung 6: Internetseite der Verbunddorferneuerung www.aller3.de 21

Abbildung 7: Internetseite der Gemeinde Winsen (Aller) 21

Abbildung 8: Internetseite der Gemeinde Wietze 22

Abbildung 9: Lage im Raum 23

Abbildung 10: Luftbilder der drei Dörfer Bannetze, Jeversen und Thören 27

Abbildung 11: Ausschnitt aus der Karte „Geographische Landesaufnahme, naturräumliche

Gliederung, 73 Celle“, Bad Godesberg 1960 28

Abbildung 12: Übersicht über die Altersstruktur in Gebiete der

Verbunddorferneuerung(Quelle: Gemeinde Winsen (Aller) für Orte Bannetze und

Thören; Gemeinde Wietze für Jeversen und Niedersächsisches Landesamt für

Statistik für Landkreis Celle Stand 30.06.2008) 32

Abbildung 13: Flächennutzung (eigene Zusammenstellung) 34

Abbildung 14: Ausschnitt aus dem Gemeindeentwicklungsplan Wietze für Jeversen 42

Abbildung 15: Landwirtschaft in Bannetze 43

Abbildung 16: Aller (l.) und Allerbrücke zwischen Thören und Jeversen 64

Abbildung 17: Feuchtbiotope in den Allerwiesen bei Thören. Wichtige Lebensräume für

Pflanzen und Tiere 65

Abbildung 18: Feuchtbiotop "Langer Thön" bei Jeversen 65

Abbildung 19: Luftbilder von Bannetze, Jeversen und Thören (von links) 65

Abbildung 20: Bäume schirmen Hofgebäude in Bannetze (l.) und Jeversen ab (r.) 66

Abbildung 21: Eine Reihe Hofbäume am Rübelandsweg in Bannetze (l.); Bäume als

Leitlinie entlang einer Hofauffahrt am Bremer Weg in Bannetze (r.) 67

229


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 22: Markanter alter Eichenbaum in Bannetze (l.) und Solitärbaum in den „Neue

Wiesen“, Thören (r.) 67

Abbildung 23: Raumbildende Baumgruppen in Thören (l.) und in Jeversen (r.) 68

Abbildung 24: Straßenraum gliedernde Eichen in Bannetze (l.); Gestalterisch wirksame

Blutpflaumen entlang der Schwarmstedter Straße in Jeversen (r.). 68

Abbildung 25: Hainbuchenhecke als regionaltypische grüne Einfriedung (l.); Hecke als

Abgrenzung zwischen Fußweg und Straße 69

Abbildung 26: Ortsrandsituation in Thören (l.)aus Richtung Aller gesehen und in Jeversen

(r.) an der B 214 aus Richtung Marklendorf gesehen. Hecken und Bäume bilden

den Rahmen der Orte. 69

Abbildung 27: Ortsrandsituation in Bannetze von Norden aus gesehen. 70

Abbildung 28: Obstbaumbestand auf einem Privatgrundstück in Jeversen (l.);

Obstbaumwiese mit teils überalterten Bäume am Ortsrand von Bannetze (r.) 70

Abbildung 29: Obstwiese in Jeversen: Schmiedestraße (l.);wegbegleitende Obstbäume

am nördlichen Ortsrand von Bannetze (r.) 71

Abbildung 30: Brachfläche in Jeversen (l.); innerörtliche Wiesenfläche(Gänsewiese) in

Thören 71

Abbildung 31: Freiräume in Thören: links hinter der Feuerwehr, rechts in Alt-Thören 72

Abbildung 32: Private Gartenanlangen im ländlichen Stil in den Dörfern 73

Abbildung 33: Die historischen Bau- und Hofformen in Thören 74

Abbildung 34: Hofanlage in Fachwerkbauweise in Jeversen (l.); in Mischbauweise

errichtetes massives Hofgebäude in Bannetze (r.) 75

Abbildung 35: Holzgebäude in Jeversen (l.) und Bannetze (r.) 75

Abbildung 36: Hohlpfannen auf einem historischen Dach in Thören (l.), abgewalmtes

Dach in Jeversen (r.) 76

Abbildung 37: Holzverschalung im Ober- und Dachgeschoß (l.), neuzeitliche

Verkleidung(r.) – beide Gebäude in Bannetze 76

Abbildung 38: Historische Fenster in Jeversen (l.) und Bannetze (r.) 77

Abbildung 39: Neue Fenster in alten Gebäuden: Stilistisch angepasst, nach außen

aufgehend, aus Holz in Thören, leichte Dacheindeckung mit Stahlblechen (l.);

stilistisch nicht angepasste Kunststofffenster einer Fachwerkfassade in Bannetze.

230

77


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 40: Alte Haustüren in Jeversen 77

Abbildung 41: Grüne Tore in Bannetze und Jeversen 78

Abbildung 42: Staketen- und Koppelzaun in Thören (l.), Staketenzaun mit dahinter

stehendem Gebüsch in Bannetze (r.) 78

Abbildung 43: Neubauten in Thören 80

Abbildung 44: Gebäudeschäden am Grundschwellholz durch zu hohen Ausbau des

Gehweges in Bannetze (l.); Schäden an der Dacheindeckung durch Vermoosung in

Thören (r.) 82

Abbildung 45: Hauptstraße in Jeversen früher und heute 83

Abbildung 46: Die L 180 verläuft in Thören geradlinig und breit ausgebaut durch den Ort

Abbildung 47: Innerörtlich: „Alter Postweg“ in Bannetze (l.); eine Hofzufahrt aus

Findlingen in Thören (r.) (siehe auch Titelbild) 84

Abbildung 48: Areal um das Hirtenhaus in Jeversen (l.); Feuerwehrhaus in Thören (r.) 85

Abbildung 49: Freiraum in Thören 85

Abbildung 50: Rückwärtige Hofzufahrt durch Laubwald in Bannetze (l.) und parkähnlicher

Freiraum in Jeversen (r.) 86

Abbildung 51: Blick entlang der L 180 in Bannetze. Innerorts ist die Straße mit einem

Bürgersteig ausgestattet, der für Fußgänger und Radfahrer freigegeben ist (l.);

B 214 in Jeversen. Hohes Verkehrsaufkommen und die Ausbaubreite haben eine

trennende Wirkung (r.). 89

Abbildung 52: Blick entlang der L 180 in Thören. Einseitiger Bürgersteig für die Nutzung

durch Fußgänger und Radfahrern. 89

Abbildung 53: Rübelandsweg (Bannetze) in Richtung Ortsmitte(l.); Alter Postweg

(Bannetze)(r.) 90

Abbildung 54: ; Bahnhofstraße (Jeversen) mit einseitigem Fußweg(l..); Innerörtliche

Erschließungsstraße Am Graben (Thören) (r.) 91

Abbildung 55: Aufstellen des Maibaumes mit Wimpel „Aller3“ in Thören im Jahr 2009(

Foto: AG Kommunikation) 98

Abbildung 56: Leitbildpyramide 107

Abbildung 57: Östlicher und westlicher Ortseingang an der B 214 in Jeversen 109

Abbildung 58: Mittelinsel OD Jeversen Ostseite 111

231

84


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Abbildung 59: Mittelinsel OD Jeversen Westseite 111

Abbildung 60: Westliche Ortseingangsbereiche an der L 180 in Thören (l.) und in

Bannetze (r.) 114

Abbildung 61: Innerörtliche Verkehrswege in Thören (l.) und Bannetze (r.) 115

Abbildung 62: Areal um das Hirtenhaus 118

Abbildung 63: Entwurfsskizze: Neugestaltung des Areals um das Hirtenhaus (G. Viehweg,

Hannover) (Anmerkung : Der angegebene Maßstab stimmt nicht mit dem der hier

gewählten Darstellung überein.) 121

Abbildung 64: Feuerwehrhaus in Thören (l.), Blick auf das Areal hinter dem

Feuerwehrhaus (r.) 122

Abbildung 65: Areal um das Sportheim in Bannetze. 125

Abbildung 66: Entwurf zur Umgestaltung des Areals um das Sportheim in Banetze.

Entwurf (C. Camp, Landschaftsarchitektin Celle)(Die hier gewählte

Darstellungsform stimmt nicht mit dem angegebenen Maßstab überein.) 127

Abbildung 67: Langer Thön bei Jeversen 139

Abbildung 68: Der Platz an der Allerbrücke wird auch zur Lagerung von Bauschutt

verwendet 140

Abbildung 69: Radwegenetz in den drei Dörfern 144

Abbildung 70: Links traditionelle Dacheindeckung; rechts Dachlandschaft in der

Allerniederung 165

Abbildung 71: Fachwerkfassaden und rotes Mauerwerk prägen die Ortsbilder der drei

Dörfer. Bannetze (l.), Jeversen (r.), Thören (u.) 166

Abbildung 72: Fenster mit ausgemauerten Bogen 167

Abbildung 73: Haus in Bannetze mit teilweiser Holzverkleidung(l.), Holz verkleideter

Giebel in Thören 168

Abbildung 74: Fenster in einem Gebäude in Jeversen (l.); Nahaufnahme von

dorftypischen Holzfenstern 169

Abbildung 75: Gestaltungsvarianten für Fenster 170

Abbildung 76: Grüne Hoftore auf einer Hofstelle (l.); schön gestaltete Eingangstür (r.)

Abbildung 77: Schematische Darstellung von verschiedenen Einfriedungsvarianten (l.);

Einfriedungen in den Allerdörfern (r.) 173

232

172


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht über die Termine der Dorferneuerung ........................................10

Tabelle 2: Übersicht über die Schutzgebiete im Dörferdreieck ....................................30

Tabelle 3: Einwohnerzahlen (Quelle Gemeinde Wietze und Gemeinde Winsen (Aller)

Stand 30.06.2008)) ....................................................................................31

Tabelle 4: Anzahl der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe...........................................45

Tabelle 5: Grünlandanteil ......................................................................................46

Tabelle 6: Anbaufrüchte ........................................................................................46

Tabelle 7: Betriebssysteme....................................................................................47

Tabelle 8: Stärken und Schwächen Landwirtschaft....................................................59

233


Verbunddorferneuerung „Dörferdreieck Allerniederung

7.10 Quellenangaben

Literatur

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Gemeinden Wietze und Winsen (Aller), 30.06.2008.

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Neckar.

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Sicht.

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sachsen, Band 1 Historische Grundlagen und naturräumliche Ausstattung, Bd. 2 Nieder-

sachsen als Wirtschafts- und Kulturraum.

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und

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sung vom 08. Mai 2008. Hannover.

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Karten für Niedersachsen auf Basis der BÜK 50.

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NLWKN DES LANDES NIEDERSACHSEN: Karten Überschwemmungsgebiet Aller/ Verordnungs-

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Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Blankes Flath bei Jeversen" (NSG LÜ 178),

Amtsblatt der Bezirksregierung Lüneburg Nr. 24 a, Seite 292 in der Fassung vom 14.

Dezember 1998.

Internetquellen

Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz, Landschaftssteckbrief: Allertal

http://www.bfn.de/0311_landschaft.html?landschaftid=62702 (Stand: 18.06.2009).

Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz, Landschaftssteckbrief: Aller-

Talsandebene http://www.bfn.de/0311_landschaft.html?landschaftid=62701 (Stand:

18.06.2009).

Internetseite des Bundesamtes für Naturschutz, Landschaftssteckbrief: Wietzenbruch

http://www.bfn.de/0311_landschaft.html?landschaftid=62703 (Stand: 18.06.2009).

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