Baden Vokal Nr. 6 2020

badischer.chorverband

Was stellen die Chöre vor Ort auf die Beine, was läuft in der Chorszene auf regionaler und nationaler Ebene?
Infos dazu finden Sie in Ihrem Badischer Chorverband-Magazin, in Baden vokal. Die Zeitschrift wirft elfmal im Jahr auch Blicke über den Tellerrand, berichtet aus dem Landesmusikverband und anderen Amateurmusikverbänden, spielt Mäuschen, was Aktivitäten anderer Landes-Chorverbände betrifft, informiert über Trends und neue Noten, gibt Vorständen Tipps für die Vereinsarbeit und lässt Experten zur Wort kommen – das alles in einer ansprechenden, unterhaltsamen Aufmachung.

kinder und jugend

Annette Sperling (stehend) gab viele wertvolle Praxistipps für das Singen

mit Kindern in der Natur. Fotos: Angelika Ebner

SPIELERISCHES

SINGEN in der Natur

Der Chorverband Hochrhein organisierte

eine besondere Art der Erzieherfortbildung

unter dem Motto:

„Singende Waldzwerge – Ein Musikalisches

Waldkonzept für Gruppen mit

Kindern von 1 bis 6 Jahren“.

An einem Nachmittag trafen sich

25 Erzieherinnen bei Annette Sperling

im Kulturama Dogern. Nach einer

Von Januar bis März 2020 trafen

sich zum dritten Mal Sänger aus den

Jugendchören des Chorverbands

Hochrhein zu einer Fortbildung in Zusammenarbeit

mit der Musikschule

Südschwarzwald im Klettgau-Gymnasium

in Waldshut-Tiengen.

theoretischen Einführung

erklärte Annette Sperling,

Fachberaterin für „Die Carusos“,

eine Fülle von Möglichkeiten,

um mit Kindern im Wald zu

singen.

1. Singen in der Natur ist eine neue

Herausforderung. Was muss man beachten,

was ist anders als beim ,,Indoor-Singen?“

Singender Waldzwerg

WORKSHOPS für Jungsänger

2. Wie kann man mit Kindern im

Vorschulalter in der Natur spielerisch

singen, tanzen und musizieren?

3. Welche Instrumente finde ich in der

Natur?

Nach der Einführung wanderte die Referentin

mit den Erzieherinnen in ein

nah gelegenes Waldstück und zeigte

dort anhand praktischer Beispiele, wie

man Tanz, Gesang und Bewegung im

Freien einsetzen kann. Eine Waldzwergpuppe

begrüßte die Teilnehmerinnen,

und schon gab es spontane Übergänge

zu verschiedenen Kinderliedern.

Die Fantasie der Kinder

soll durch viele Dinge, die sie

auf der Wiese oder im Wald

finden, angeregt werden. Blätter,

Zweige, Zapfen, Stöckchen,

Steine und vieles mehr

lassen sich in Kinderliedern

musikalisch als Instrumente

verwenden. So entstanden Tänze,

Bewegungslieder und Achtsamkeitsübungen

zum bewussten Wahrnehmen

der Natur. Annette Sperling verstand

es, viele musikalische Tipps zu

geben und stärkte so die Sicherheit in

der praktischen Durchführung. ae

Die Kinder und Jugendlichen im Alter

von 12 bis 16 Jahren wurden von

Dozenten der Musikschule und des

Gymnasiums in den Fächern Musiktheorie

und Gehörbildung, Stimmbildung/Voice-Coaching,

Body- und

Voicepercussion sowie beim Vom-

Blatt-Singen neuer Kanons und Lieder

viermal je drei Stunden in drei

Gruppen unterrichtet. Ehrenverbandschorleiter

und stellvertretender

Musikschulleiter Eckhard Kopetzki

hatte zusammen mit Myri Turkenich,

Die Teilnehmer*innen der Prüfung zum JSLA mit Martin Umrath (Klavier) und Myri

Turkenich (rechts). Nicht auf dem Bilder Fotograf Eckhard Kopetzki. Foto: Eckhard Kopetzki

Thilo Rebmann und Martin Umrath

ein Konzept erarbeitet, mit dem die

Teilnehmer an fünf Wochenenden

auf einen Kenntnisstand gebracht

werden, der den D1- und D2-Stufen

anderer Laienmusikverbände entspricht.

Abgeschlossen haben den

Lehrgang am 14. März vier

Jugendliche mit einer Prüfung zum

Jungsängerleistungsabzeichen des

Chorverbands Hochrhein in Bronze

und zwei in Silber. Dieses Pilotprojekt

soll den Gesang in den Jugendchören

aufwerten und den Kindern und Jugendlichen

im ländlichen Raum die

Chance einer qualifizierten musikalischen

Bildung außerhalb der allgemeinbildenden

Schulen bieten. ek

12 BAV 4 · 2020

BAV 6 · 2020

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